MeisterTrainerForum

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 am: Heute um 11:21:55 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von DeDaim
Das ganze Rechts-Links-Gerede bringt doch überhaupt nichts, weil es am Inhalt vorbeiführt und nur polarisiert. Da werden dann Klimaschutz-Demos oder der Kampf gegen Rechtsextremismus als linke Themen geframed. Wozu eigentlich, wo soll das hinführen? Es trifft genau den Punkt, den ich vor ein paar Posts gemacht habe: Es wird fast nur noch ideologisch diskutiert, wobei jeder auf seiner Position beharrt. Inhaltlich kommt man so nicht voran und da das auch in der Politik Einzug hält, wundert mich der Zustand der Ampelregierung kein bisschen. Inhaltliche Widersprüche wird es immer geben und dann gilt es, entweder einen Konsens oder einen Kompromiss zu finden. Das funktioniert aber nur, wenn man eben auch inhaltlich diskutiert. Andernfalls sitzt vor jedem PC (oder Handy) jemand und schüttelt verwundert den Kopf. Das ist doch schade, denn dazu brauchen wir im MTF dann auch keine politischen Diskussionen mehr führen. Auf diese Art und Weise kann man auch auf X, in Kommentarbereich von Zeitungen oder sonstwo diskutieren. Ich persönlich brauche das hier nicht und bin dann tatsächlich der Meinung, dass wir den Teil des Forums schließen können. Ohne die Bereitschaft, auch mal andere Positionen einzunehmen und sich ein Stück weit zu bewegen, drehen wir uns hier immer weiter im Kreis und spammen nur das Forum voll.

In dem Sinne möchte ich nochmal einen vermittelnden Versuch starten:
kn0xv1lle sagt....
Yep. Und das ist dann Fakt, oder wie? So wie du mal einfach so unterstellst, ich würde den Pariser Vertrag "brechen" wollen. Was gar nicht nötig ist, weil man einfach so aus diesem Vertrag aussteigen kann. Und das sehr viel einfacher als aus der EU auszusteigen und das auch noch ganz ohne die negative Folgen, die ein EU-Ausstieg mit sich bringt.
Aber selbst wenn Deutschland wegen der Maastricht-Kriterien aus der EU aussteigen wollen würde (was völlig absurd ist), gäbe es da immer noch die böse Schuldenbremse im GG.
Ich habe nicht behauptet, dass das was kn0xv1lle sagt, Fakt ist. Ich habe dazu überhaupt keine Bewertung vorgenommen, sondern lediglich aufgezeigt, dass du zu zwei ähnlichen Umgangsweisen mit völkerrechtlich bindenden Verträgen unterschiedlich reagierst und mich gefragt, wie das zusammenpasst. Wie einfach es ist, aus einem völkerrechtlich bindenden Vertrag auszusteigen, darf in meinen Augen kein Kriterium dafür sein, ob man sich daran hält oder nicht. Ich gehe mal davon aus, dass du das genauso siehst. Im Übrigen habe ich auch nicht behauptet, du würdest das Pariser Klimaabkommen brechen wollen - sondern nur gesagt, dass deine bisherigen Aussagen im Bezug auf den Klimaschutz in Deutschland und das Klimaabkommen effektiv dazu führen würden, dass Deutschland seinen sich aus dem Abkommen ergebenden Verpflichtungen nicht nachkommen und damit Vertragsbruch begehen würde. Das ist ein Unterschied. Ich glaube dir ja, dass du für Klimaschutz bist und ich kenne deine Haltung dazu mittlerweile ganz gut, würde ich sagen (auch wenn ich anderer Meinung bin). Wir haben ja oft genug darüber geschrieben.

Im Übrigen kann auch das Grundgesetz geändert werden. Glücklicherweise nur mit satten Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat, was bedeutet, dass es dazu einen überparteilichen Konsens braucht. Der ist aktuell nicht in Sicht, trotzdem ist es legitim, dass Befürworter einer Aufweichung der Schuldenbremse dafür werben. Persönlich scheint es mir plausibel, mit Blick auf nachhaltig und langfristig wirksame Investitionen in die Zukunft der - ich nenne es mal so - Staatstruktur (z. B. Klimaschutz, Infrastrukturumbau) Ausnahmeregelungen zu schaffen, um Investitionen zu ermöglichen, bevor eine Krise eintritt. Ich sehe ebenso die Gefahr, das Land kaputtzusparen, was ebenso den Wohlstand künftiger Generationen gefährdet. Genauso finde ich aber auch die Gegenargumente nicht von der Hand zu weisen und sicher ist es richtig, dass man auch auf der Ausgabenseite kritisch prüfen muss, wo man sparen, Strukturen verschlanken und Investitionen sinnvoll(er) priorisieren kann. Und am Ende geht es doch genau darum: Prioritäten. Kurzfristig verschieben sich Prioritäten immer wieder, das sieht man ja jetzt an der Europawahl auch wieder. 2019 war Klimaschutz DAS bestimmende Thema, entsprechend auch die Ergebnisse der Grünen. Dieses Jahr waren es Sicherheit und Migration, auch wieder mit entsprechenden Wahlergebnissen. Die Frage, die sich mir da stellt, ist, kann sich die Politik überhaupt unabhängig(er) von diesen kurzfristigen Schwankungen machen und langfristige Prioritäten setzen, ohne dass direkt wieder der Großteil der Abgeordneten der Regierungspartei(en) Angst um ihr Mandat haben müssen - und deshalb dann eben doch wieder nur kurzfristig geplant und gedacht wird? Das geht ja im Grunde nur, wenn zu bestimmten Themen überparteiliche Konsense gefunden werden, die auch über Legislaturperioden hinweg ihre Gültigkeit behalten. Klimaschutz wäre so ein Thema. Migration als seit (mindestens) 9 Jahren schwelendes Thema sicherlich auch. Sicherheitspolitik dürfte in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten auch wieder eine größere Rolle spielen. Rentenpolitik sowieso. Um hier wirklich nachhaltig, sinnvoll und im Sinne der Bevölkerung zu Lösungen zu kommen, müssten sich mindestens mal Union, SPD, Grüne und FDP auf einen gemeinsamen Konsens zum jeweiligen Thema verständigen - und das, ohne es direkt wieder durch populistischen Unsinn zu torpedieren. Ob das möglich ist, weiß ich nicht. In jedem Fall wären es sehr dicke Bretter, die da gebohrt werden müssten.

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 am: Heute um 09:41:49 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von Hanz Maia
Zitat
Wenn das Links ist, dann lassen wir das lieber.

Ich will das gar nicht inhaltlich bewerten. Als Analyst war meine Aussage nur: Die Politik der Parteien, die links sitzen, kommt wählerdemografisch auch un v.a. denen zugute, die überwiegend rechts wählen.
Bei der kalten Progression hast Du Recht, das war "anders" motiviert.

Zitat
Ich sehe das etwas anders. Politiker sind die Vertreter des Volkes, von daher haben die politischen Parteien das Volk in der Ganzheit zu vertreten.

Das ist die grundsätzliche Idee von "Volkspartei". Das Volk als Ganzes besteht aber aus vielen Individuen mit unterschiedlichen Interessen. Es gibt halt nicht den Volkswillen oder die eine evidente Lösung. Höchstens Cleavages anhand derer sich politische Richtungen aufzeigen lassen.
Kompromissbereit sollten sie trotzdem sein, das sehe ich auch so. Dazu sind die "Etablierten" ja nun quasi gezwungen, wenn sie auf verschiedenen Arten untereinander zusammenarbeiten müssen, um die AfD nicht ranzulassen.

Zitat
Aber es ist trotzdem die versteckte Achillesferse einer Demokratie.

Sehr schön. Eigentlich sogar doppelt doof.
Weil die Probleme, die man jetzt kostenintensiv angehen müsste, weiter weg sind als der nächste Wahltermin, traut sich keiner ran.
Die, die sich doch rantrauen, werden bestraft.

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 am: Heute um 08:25:28 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von Signor Rossi
Es ist deine Position, die widersprüchlich ist...
Nein, ist sie nicht.

Zitat
kn0xv1lle sagt....
Yep. Und das ist dann Fakt, oder wie? So wie du mal einfach so unterstellst, ich würde den Pariser Vertrag "brechen" wollen. Was gar nicht nötig ist, weil man einfach so aus diesem Vertrag aussteigen kann. Und das sehr viel einfacher als aus der EU auszusteigen und das auch noch ganz ohne die negative Folgen, die ein EU-Ausstieg mit sich bringt.
Aber selbst wenn Deutschland wegen der Maastricht-Kriterien aus der EU aussteigen wollen würde (was völlig absurd ist), gäbe es da immer noch die böse Schuldenbremse im GG.

Und die Schuldenbremse wird auch bleiben, da können die Linken jammern und heulen wie sie wollen. Es ist ja auch nicht so, als würden gar keine neuen Schulden gemacht, im Gegenteil, 2024 sollen es wieder 39 Mrd. EUR sein:
Die Nettokreditaufnahme soll in diesem Jahr 39 Milliarden Euro betragen. Damit wird der maximal zulässige Betrag der Schuldenregel ausgeschöpft, aber nicht überschritten. 2023 hat der Bund Kredite im Umfang von 27,2 Milliarden Euro (vorläufiges Ist 2023) aufgenommen.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/tipps-fuer-verbraucher/faq-zum-bundeshaushalt-2244536#tar-9

Man muss eben auch mal lernen, mit dem Geld, das man zur Verfügung hat, auszukommen, die Milliarden fallen halt nicht vom Himmel, sondern müssen von immer weniger Menschen hart erarbeitet werden. Dann heißt es sparen, jeden EURO umdrehen und unsinnigen Kram streichen.

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 am: Heute um 08:13:15 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von Signor Rossi
Pro Kopf steht Deutschland kaum hintenan. Das wird dir der Chinese als Gegenargument bringen, nicht unberechtigt.
Doch unberechtigt, weil die gesamte Dosis das Gift macht.

Aber okay, wenn der Pro Kopf-Ausstoß sooo wichtig ist, dann ist Deutschland noch unbedeutender, Platz 33 oder so, hier die Top 10:
Qatar
United Arab Emirates
Bahrain
Kuwait
Brunei
Trinidad and Tobago
Saudi Arabia
New Caledonia
Oman
Australia
https://ourworldindata.org/grapher/co-emissions-per-capita?tab=table

Zitat
Und ein paar Klimaforscher hatten auch schon ein paar Jahre vor der Offensive in Richtung nachhaltiger Energie angemahnt.
Dann hätte China gar nicht erst so einen wirtschaftlichen Aufstieg hinlegen dürfen.

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 am: Heute um 07:57:25 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von aragorn99werder
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20176/neoliberalismus/

Die FDP als neoliberal zu bezeichnen ist wirklich eine heftige Diffamierung.

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 am: Heute um 06:53:56 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von DeDaim
Entweder man erkennt völkerrechtlich bindende Verträge an und handelt entsprechend - oder man tut es nicht.

Dann brecht halt das Grundgesetz und den Vertrag von Maastricht  O0

Wen meinst du damit? Ich habe klar gesagt, dass ich für die Einhaltung völkerrechtlich bindender Verträge bin. Es ist deine Position, die widersprüchlich ist: kn0xv1lle sagt, die 3% im Maastricht-Vertrag hätten jahrelang niemanden interessiert (will sagen: andere Länder haben sich nicht dran gehalten) und die Zahl sei ohnehin nicht wissenschaftlich fundiert festgelegt worden. Er impliziert damit, dass die Einhaltung dieses Teils von Maastricht nicht mehr zeitgemäß sei. Da bleibt dir die Spucke weg. Auf der anderen Seite hast du in Sachen Klimaschutz wiederholt bei diversen Diskussionen sinngemäß gesagt: Solange die größten Verschmutzer nicht genug machen, brauchen wir uns dabei auch nicht überanstrengen. Was effektiv bedeutet, den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen nicht nachzukommen, weil andere es auch nicht tun. Das ist schlicht Rosinenpickerei: Da, wo es zur eigenen politischen Überzeugung passt, ist der völkerrechtlich bindende Vertrag hoch und heilig, da, wo er Deutschland nach eigener Überzeugung zum Nachteil gereicht, muss man das nicht so eng sehen. Ich habe versucht, dir diesen Widerspuch aufzuzeigen. Mehr nicht.

Aber da du lieber mit einem zynischen Kommentar antwortest, anstatt dich inhaltlich mit diesem Widerspruch auseinanderzusetzen, ist es sinnlos, hier weiterzumachen. Vielleicht lerne ich es auch irgendwann tatsächlich noch. :-X

@KI-Guardiola: Guter Beitrag, der die Widersprüche und Absurdität so mancher Debatte gut zusammenfasst.

 7 
 am: Heute um 05:02:36 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von KI-Guardiola
The landscape of emissions continues to change. China’s total CO2 emissions exceeded those of the advanced economies combined in 2020, and in 2023 were 15% higher. India surpassed the European Union to become the third largest source of global emissions in 2023. Countries in developing Asia now account for around half of global emissions, up from around two-fifths in 2015 and around one‑quarter in 2000. China alone accounts for 35% of global CO2 emissions.
https://www.iea.org/reports/co2-emissions-in-2023/the-changing-landscape-of-global-emissions

35% der CO2-Ausstöße -- bei einem Fünftel der Weltbevölkerung. Pro Kopf steht Deutschland kaum hintenan. Das wird dir der Chinese als Gegenargument bringen, nicht unberechtigt. Zumindest, solange das so ist. Da sind die USA viel weiter vorn. Letztlich wird das alles aber sowieso nur unter einen Hut zu bringen sein, wenn alle zusammenarbeiten... Was auch so ein Problem ist, bei dieser ganzen Nachhaltigkeitsdebatte (quer durch alle Ressorts). Wenn das schon national so ein Drama ist...

So oder so: Für Vergehen der Gegenwart würden zukünftige Generationen genauso zahlen wie wir für Vergehen unserer Vorgänger. "Kinder kriegen die Leute immer!" (Rente) ist z.B. für mich ganz klar so eins. Bzw. , dass nicht wirklich reagiert wurde, selbst als klar war: Isnichso. Den Schaden hat man jetzt, siehe die schon lange dreistelligen Milliardenbeiträge, die trotz der niedrigen Rentenniveaus ins System fließen, damit es nicht kollabiert. Und ein paar Klimaforscher hatten auch schon ein paar Jahre vor der Offensive in Richtung nachhaltiger Energie angemahnt. Klar: Hinterher sieht man alles aus anderer Perspektive. Trotzdem, in der Summe häuft sich das alles. Wirklich gehandelt wird gefühlt immer erst dann, wenns allerhöchste Eisenbahn ist. Kostet dann halt eben was mehr. Anstrengung. Überzeugungsarbeit. Geld -- und Popularität an die "Die nehmen euch eure Schnitzel weg!"-Populisten. Die stetig nur darauf warten, dass es soweit kommt. Denn das ist der AfD-Slogan "Unser Land zuerst!" für den Stammtisch übersetzt: "Finger weg von meinem Schnitzel, du K*n*k!"

Ist das umkehrbar? Ich weiß es nicht. Ich vermute, dass zumindest Menschen mit Kindern nicht nur an ihr eigenes Wohlergehen im Heute denken. An ihr täglich Schnitzel Unser (das für viele Rentner sowieso unleistbar ist). Mit Pommes, zweifacher Familienkutsche und Bierchen. Zumindest gelegentlich. Aber das alles steckt im Menschen drin. Es ist absolut keine Bosheit. Aber es ist trotzdem die versteckte Achillesferse einer Demokratie. Findet im öffentlichen Diskurs meistens unter Kampfbegriffen wie "Generationengerechtigkeit" statt. Und ist damit oft verbraucht, weil von Parteien aller Richtungen für ihre Anliegen instrumentalisiert.

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 am: Gestern um 22:56:52 
Begonnen von Karagounis - Letzter Beitrag von Thewes
Den Schritt hätte ich so jetzt nicht erwartet, aber guter Plottwist.  8)
Hast Neuseeland oder Austrialien nicht tiefer aktiviert, oder wolltest unbedingt in Liga 1 Neuseelands?

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 am: Gestern um 22:44:36 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von Signor Rossi
Entweder man erkennt völkerrechtlich bindende Verträge an und handelt entsprechend - oder man tut es nicht.

Dann brecht halt das Grundgesetz und den Vertrag von Maastricht  O0

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 am: Gestern um 22:39:43 
Begonnen von Bodylove - Letzter Beitrag von TNDO


@TNDO dein Argument für die Schuldenbremse ist also das man vernünftig wirtschaften soll.  ::) Puh hast du meinen Beitrag überhaupt gelesen und verstanden ? Habe ich irgendwo geschrieben man solle jetzt jedem Deutschen 1 Million Euro auszahlen oder einen Palast aus Gold bauen ? Oder das man keine Kritik daran üben darf wofür Geld ausgegeben wird ? Ein Staat ist kein Unternehmen. Ausgeglichen Wirtschaften bedeutet man entzieht der Privatwirtschaft Geld, was dieser dann nicht zur Verfügung steht. Dementsprechend sind Schulden per se nichts schlechtes. Natürlich muss Geld sinnvoll genutzt werden das bestreitet niemand.

Die Gesamtsteuerquote ist fast 50% der Wirtschaftsleistung in Deutschland. Steuern werden der Privatwirtschaft und auch den Steuerzahlern entzogen. Kredite verschlimmern dann nochmal die soziale Ungleichheit. Den das Geld leiht sich der Staat ja nicht bei den Bürgern, sondern bei Banken. Davon profitieren die "Wohlhabenden". Und zu oft ist das von Links mit den Krediten einfach nur Bequemlichkeit. Man gibt mit vollen Händen aus, ohne Prioritäten. Von 4,5 Mrd. die wir in China wahrscheinlich als Betrug verloren haben und den anderen Sachen, die ich in meinem vorigen Post geschrieben habe, kann man verdammt viel für die Infrastruktur machen. Wenn man dann nochmal Anreize für Beschäftigung setzt, indem man die Deindustrialisierung nicht wissentlich beschleunigt, dann sinken auch unsere Sozialausgaben. Allein die Bauvorschriften verteuern sovieles und bringen sowenig. Du als Privatperson magst dich gerne überschulden, aber als Land geht das nicht gut auf Dauer, es sei denn, du inflationierst das weg (was Frankreich und der europäische Süden gerne machen, aber nicht mehr können wegen dem Euro). Wie genau das funktioniert, das würde den Rahmen hier wohl sprengen. Es geht halt auch darum, dass wir zu teuer sind wegen eine bürokratischen Dschungels an Verordnungen und Gesetzen und es kommt immer mehr dazu.


Zitat
Die etablierten Parteien müssen endlich mal die Kurve kriegen und vernünftige Politik machen und dann auch entsprechend kommunizieren.


Das scheint ja der Tenor hier und woanders zu sein.
Aber was ist denn vernünftige Politik? Ich denke, genau das Ringen um vernünftige Politik, das ist Politik.
Das ist die Essenz des Politischen.
Die Ampel (was hat man denn erwartet in dieser Konstellation?) bekämpft sich mehr selbst als den Gegner. Wenn ich Lindner nicht gekannt hätte, würde ich denken: Hey, der ist in der Opposition.

Und zur inhaltlichen Seiten von "vernünftiger Politik".
Wenn Mitte/Links-Parteien das tun, was sie für vernünftig halten, genau dann rennen viele zu den Rechten, weil  sie das alles halt für falsch halten. OK, das ist Demokratie, fair enough.
Merkwürdigerweise kam aber viele politischen Maßnahmen von links, die der typischen Wählergruppe der AfD super gefallen müssten:  Mindestlohn, Mietpreisbremse, Bürgergeld, Ausbildungsgarantie, Weiterbildungsgeld, Wohngelderhöhung, Ausgleich der kalten Progression.
Das ist: Linke Politik für rechte Wähler. Krass. ::)

Und was machen die Rechten? Ignorieren, missachten. Nur Migration dominiert alles, kann ich partiell nachvollziehen, aber von nem Linken kann ich da keine Politik erwarten, die soweit geht, dass die rechten Wähler sie goutieren und sich daraufhin von der AfD wegbewegen.
Ok, dann ist da noch Gendern. Superwichtig.  >:D  Ich hätte die für materialistischer gehalten  :o

Die kalte Progression ist sowieso eine Schweinerei, aber da ist die fDP die treibende Kraft. Wohngelderhöhung hilft mir als normalem Arbeiter nicht, ebenso wenig Bürgergeld. Ich sehe nur, dass Menschen teilweise mehr haben als Vollzeitarbeitende. Wenn das Links ist, dann lassen wir das lieber. Mindestlohn ist gut, aber der ist viel zu niedrig. 12,41 Euro bedeutet bei Vollzeit (163 Stunden) 2022 € Brutto pro Monat. Bedeutet dann so etwa 1700 Netto. Selbst hier auf dem Land bist du als Single bei 10 € Kalt pro m² im Monat. Angemessen sind 45 m², also 450 € Miete. Dann Nebenkosten wie Strom, Wasser, etc. kannst nochmal 250 € dazurechnen. Also 1000 €. Du willst ja was Essen, da bist du mit 200 € im Monat gut dabei, wenn du nicht nur Mist fressen willst. Bleiben 800 €. Davon solltest du Rücklagen bilden falls was unvorhergesehenes passiert und was zum Anziehen brauchst auch. Sind wir bei 650 €. Ein Handy und Internet wäre nicht schlecht, 600 €. Musst du zur Arbeit brauchst ein Auto. Nehmen wir an du zahlst 100 € für Leasing bzw. Kredit, weil du das Geld für den Autokauf nicht stemmen kannst. Hast noch 500 €. Der Einfachheit halber bekommst du eines geschenkt, das kostet aber Versicherung und Tanken (150 € für Versicherung und Tanken ist günstig). Bist schon bei 350 €. Davon kannst versuchen Freizeit/Urlaub zu finanzieren. Viel Glück dabei. Achso die Rentenlücke musst du davon auch noch schließen, weil Mindestlohn deine Rente richtig kaputt macht. Der wird die deutsche Binnenkaufkraft nicht befeuern, soviel ist sicher. Und deshalb müssen wir soviel exportieren.

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