Hipster Sport-Verein e.V.
Taktische Frischzellenkultur für den Ex-Dino
Der Hamburger SV dürfte dieses Jahr wohl einer der meistgespielten Clubs im FM19 sein, schließlich verkörpert er vieles, was einen Spielstand interessant macht: die Möglichkeit, einen gefallenen Riesen wieder groß zu machen, begrenzte finanzielle Möglichkeiten, aber eine sehr gute Jugendarbeit plus einen interessanten, sehr jungen, aber in der Liga nicht gnadenlos überlegenen Kader.
Bei mir persönlich läuft die Vereinssuche inzwischen meist so ab, dass ich eine taktische Idee habe, die ich gerne ausprobieren würde, und mir dann einen Club suche, dessen Kader relativ gut dazu passt und insgesamt eine spannende Aufgabe darstellt. Die ursprüngliche Idee kam mir diesmal, als ich beim Spielen meines Guardiola-Heerenveen-Saves (http://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,25254.0.html) im FM18 mit einrückenden Außenverteidigern eine Zweittaktik gesucht hatte, die gut gegen einen Dreiersturm funktioniert. Dort habe ich einfach aus meinem 4-1-4-1 den DM in die Innenverteidigung gezogen, einen der ZMs auf Verteidigen gestellt, und fertig war das 3-Raute-3 in Ballbesitz. Da ich in meinem nächsten Save aber nicht einfach noch mal dieselbe Taktik, nur mit einem Abwehrspieler mehr spielen wollte, aber gleichzeitig ein großer Freund unorthodoxer Umformbewegungen bin, habe ich mir eine Formation gesucht, in der die beiden Rollen vorkommen, die das meiner Meinung nach am stärksten verkörpern, nämlich der Inverted Wingback und der Wide Playmaker. Beide bewegen vom Flügel auf die Achterposition, was ungewöhnlich ist, weil Spieler vom Flügel über ihr Tempo sonst meistens entweder Durchschlagskraft oder Breite ins Spiel bringen sollen. Dafür ist in diesem System immer der Flügelpartner zuständig. Rein von der Formation her soll das System dann so aussehen:
(https://abload.de/img/3-4-3rautexxebn.png)
Das lässt sich natürlich auch spiegelverkehrt spielen. Es fällt direkt auf, dass die defensive und offensive Staffelung sehr unterschiedlich sind:
Das 5-4-1 gegen den Ball dürfte so ziemlich das defensivste sein, was der moderne Fußball zu bieten hat. Nur ein Spieler, der konstant hoch anläuft, dazu sowohl ein hohe Präsenz im Abwehrzentrum als auch gute Absicherung in der Breite. Mit anderen Worten: Sehr schwer zu knacken, aber hohes Pressing dürfte schwierig werden.
Wenn der Ball dann doch mal gewonnen wird, geht aber in der Theorie die Post ab: Zwar hat der Stürmer zunächst nicht besonders viel Unterstützung, aber aus der Tiefe gibt es viel Bewegung in verschiedene Richtungen, sowohl in die Tiefe, als auch horizontal und diagonal. Das macht es dem Gegner schwer, Gegenspieler sinnvoll zu verfolgen, ohne Lücken in den eigenen Abwehrverband zu reißen.
Falls der Konter nicht durchkommt, formiert sich das Team im 3-Raute-3, wobei die vorderste Reihe relativ breit stehen sollte. Die Vor- und Nachteile dürften ähnlich sein wie in dem 2-3-5 aus meinem Heerenveen-Save, also viele Dreiecke, gute Breitenstaffelung und viel Präsenz am und um den gegnerischen Block, nur dass ein Spieler an der letzten Reihe des Gegners für einen zusätzlichen Innenverteidiger geopfert wird. So gibt es zwar weniger Präsenz an der gegnerischen Abwehrlinie, was auch das Einsetzen der Flügelspieler erschweren dürfte, dafür hat man aber einen zusätzlichen Aufbauspieler. Der Gegner wird also nicht so stark hinten hereingedrückt, dafür haben die "Achter" (also WP und IWB) auch mehr Raum, in den sie hineinstoßen können und es wird etwas einfacher, aus der eigenen Abwehr hinauszukombinieren. Die offensive Breitenstaffelung wird also wahrscheinlich etwas schwächer als im Heerenveen-Save, dafür sollte es mehr Möglichkeiten dafür geben, die Tiefe zu nutzen.
Um die Umformung zurück in die Defensivformation bzw. Konterabsicherung muss ich mir hoffentlich keine Gedanken machen, schließlich gibt es immer noch die drei IV plus DLP(d), womit vier Spieler konstant tief bleiben. Dazu gilt der Grundsatz, dass eine gute Ballbesitzstaffelung auch immer eine gute Gegenpressingstaffelung ist.
Halten wir fest: Grundsätzlich bietet die Taktik viele Optionen. Sowohl Umschaltspiel als auch das Ballbesitzspiel versprechen Erfolg. Dazu sollten wir defensiv nie allzu große Probleme bekommen. Ich sehe potenziell aber ein großes Problem: Bälle gewinnen, sobald wir mal in die Defensivformation zurückgefallen sind. In Rückstand wird es ziemlich schwierig, zurück ins Spiel zu finden, falls der Gegner beschließt, nur noch quer zu spielen.
Als Preset wähle ich daraus folgend zunächst mal Vertikales Tiki-Taka, weil es Gegenpressing, Konter- und Ballbesitzspiel miteinander verbindet. Dazu sollte ein etwas vertikalerer Ansatz ganz gut zu unserer Staffelung passen. Fragezeichen gibt es noch bezüglich der Breite, die voreingestellt "viel enger" ist. Dynamisches Kontern könnte auch funktionieren.