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Trainerwechsel bei UCD - so war es wirklich!
- die Hintergründe für den Weggang von Trainer Martin Moran
- der neue Chefcoach im Interview
Warum der plötzliche Abgang von Trainer Martin Moran nach Linfield? War es wirklich nur die Sportliche Perspektive? Oder doch die aufkommenden Differenzen mit der Vereins- & Universitätsleitung?
Fakt ist, der Blitzwechsel auf der Trainerposition des University College Dublin AFC wirft Fragen auf.
Noch vor einigen Wochen hätte wohl niemand daran gedacht das es beim biederen UCD mal richtig Feuer unterm Dach geben könnte. Der Club strahlte stets Ruhe und Zufriedenheit aus, große Schlagzeilen waren Mangelware.
Doch die Zeit der Besinnlichkeit scheint vorbei!
Bekanntermaßen ist der UCD AFC auf die Finanzielle Unterstützung der Universität angewiesen; Doch will Die, in den nächsten Jahren einen radikalen Sparkurs fahren. In vielen Bereichen des großen untereinander verzweigten Netzwerks, möchte die Universitätsleitung Einsparungen vornehmen - dazu gehört auch der Fußballverein, welcher keinerlei Bedeutung in den Augen des neuen Präsidenten Prof. Hugh R. Brady besitzt.
Er möchte in zentraler Lage Dublin's ein neues repräsentatives und Millionen verschlingendes Universitätshauptgebäude bauen lassen, finanziert aus den Einsparungen in den einzelnen Bereichen.
Mit diesen Willkürlichen Maßnahmen, die sich vor allem negativ auf den Etat des UCD AFC auswirkten, wollte sich Coach Martin Moran nicht mehr länger auseinander setzen. Wohl nicht zum ersten mal gab es Differenzen mit der Führungsetage.
Die UCD Legende zog somit nach nur einem Jahr Tätigkeit als Chefcoach die Konsequenzen aus den Querelen.
Bitter, da Moran große Erfolge vorweisen kann. Der Gewinn des FAI Super Cup und das erreichen des 4. Tabellenplatz in der abgelaufenen Premier Division stellten das erfolgreichste Jahr der modernen Vereinsgeschichte da. Auch im Vorfeld der neuen Spielzeit hätte das kürzliche Weiterkommen in der 1. Runde des UI Cups durchaus Anlass zur Freude geben können.
Doch in einem Interview nach der 2. Runden Partie des UI Cups in Aalborg platzte Martin Moran der Kragen und gab seinen Rücktritt bekannt:
[...] Hätten uns die Sparmaßnahmen der Universität nicht mit der voller Härte getroffen, dann wären wir heute nicht als Verlierer vom Platz gegangen. Dann hätte ich das Team Beispielsweise exelent verstärken können.
Nur ein radikales Umdenken würde dem Club auch langfristig die Möglichkeit geben oben in der Liga und damit regelmäßig auch in den Europäischen Wettbewerben vertreten zu sein.
Doch bei den Verantwortlichen stößt man auf wenig Verständniss, für die ist Verein, doch nur lästiges Nebenherwerk!
Ich mache das nicht länger mit. Ich habe der Universität und dem Verein vieles zu verdanken, doch irgendwann ist Schluß! [...]
Moran nahm wenige Tage nach seinem Rücktritt ein ihm schon länger Unterschriftsreifes Angebot des Nordirischen Meisters FC Linfield an.
Nachfolger wird der bisherige Co- Trainer Niall Stevens, der ebenfalls eine UCD Vergangenheit als Student und Spieler hat.
Der 39 Jährige steht nun in der Verantwortung und es bleibt abzuwarten wie er mit den Bedingungen, welche Moran zur Aufgabe brachten, zu recht kommen wird.
Seine wichtigste Aufgabe wird nun sein das Team wieder auf Vordermann zu bringen hinsichtlich des UI Cup Rückspiels, wo es einen 0:2 Rückstand wett zu machen gilt.
Ein Interview mit dem neuen UCD Trainer finden sie im weiteren Teil dieser Ausgabe.
Nachgefragt - UCD Coach Niall Stevens im Kreuzverhör
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Ein frischer Wind an der Seitenlinie weht zukünftig bei UCD...
Irish Independent: Mister Stevens, überrascht, das Sie, der neue Chefcoach des University College Dubin AFC sind?
Niall Stevens: Überrascht in dem Sinne als das es so plötzlich kam, Ja. Mit dem Rücktritt von Martin Moran hat schließlich niemand gerechnet - auch ich nicht. Nachdem er seinen Entschluß öffentlich machte, war aber sofort klar das ich diesen Job übernehmen werde. Ich kenne die Mannschaft und werde den Weg von Martin fortsetzen. Ich bedaure seinen Weggang sehr.
Irish Independent: Nicht ganz lautlos war der Abgang von Martin Moran. Er richtete schwere Vorwürfe gegen Teile der Führungsetage der Universität. Welche Meinung haben Sie dazu?
Niall Stevens: Im Grunde möchte ich mich dazu nicht groß äußern. Aber es ist richtig das bestimmte Dinge vorgefallen sind, die dann Schlußendlich zu seinem Entschluß geführt haben.
...Es stimmt das bestimmte Dinge vorgefallen sind...
Irish Independent: Aber Sie werden doch auch mit diesen Problemen zu kämpfen haben, werden sicher Überlegungen in diese Richtung angestellt haben. Zu welchen Entschlüssen sind Sie gekommen?
Niall Stevens: Das ist richtig, denn die Etat - Frage als solche ist sicher ein Problem. Wir werden diese aber intern lösen und dort sicher einen Kompromiss finden, der allen Seiten entgegen kommt.
Irish Independent: Jeder Trainer hat seine eigene Phylosophie des Spiels. Wie sieht ihre aus, haben Sie ein spezielles taktisches Konzept, was werden sie ändern?
Niall Stevens: Wie ich bereits andeutete haben wir keinen großen Grund etwas zu ändern. Aber natürlich möchte ich auch meine eigenen Vorstellungen mit einbringen. Im Prinzip bin ich ein Verfechter der Mittelfeldraute in einem 4-4-2 System. Ich mag und forciere das Direktspiel, möchte den Gegner unter Bedrängnis sehen. Das werde ich von meiner Mannschaft einfordern, im Grunde aggressives Spiel.
Irish Independent: Haben Sie sich schon Gedanken um etwaige Neuzugänge gemacht, also wird noch bis zu Saisonbeginn Personell aufgerüstet?
Niall Stevens: Das kann ich im Moment noch nicht sagen. Auf Grund der angespannten Finanziellen Lage, wird nur etwas passieren, wenn wir noch den ein oder anderen Spieler abgeben könnten.
...im Moment lässt die angespannte Fiananzielle Lage keine Neuzugänge zu...
Irish Independent: Ich könnte mir vorstellen das Spielerverkäufe durchaus mit Problemen behaftet sind, doe "normale" Vereine nicht haben. Schon alleine auf Grund der Studenten in ihrer Mannschaft die in Dublin ja studieren...
Niall Stevens: Absolut, das ist schon ein Problem. Da ist dann die Frage wie weit wäre ein potentiell interessierter Verein von Dublin entfernt für den Spieler. Also ist diese Entfernung Zumutbar für Weiterführung des Studiums ectr. Also es nicht ganz einfach, bin mir aber sicher das es dafür Lösungen geben wird. Es gibt zum Beispiel in Cork eine Außenstelle der Universität und an einigen anderen Orten des Landes auch.
Irish Independent: Dankeschön das Sie Zeit gefunden haben für dieses Gespräch.
Hi Niedi,
Ich bin selbst positiv überrascht wie es bislang läuft. Eigentlich war das Ziel einzig und allein Klassenerhalt. Ein Sieg über Lokalrivale Shelbourne ist immer schön. Unter diesen Vorausetzungen umso mehr.
Hi zizou
Die Irische Liga ist eine der schönsten überhaupt. Sie macht einfach richtig Spaß, dazu wenn es so gut wie jetzt läuft, noch dazu. Mal schauen was am Ende der Saison zu Buche steht.
Grüße zurück an die Cote d'Azur :)
Danke für euer Feddback
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NACHGEFRAGT - im Interview der Woche
Die Mannschaft der Stunde in der Eirecom League ist ohne jeden Zweifel University College Dublin FC.
Überraschend steht der Club aus der Hauptstadt an der Tabellenspitze und beeindruckt durch Konstanz und tollem Offensivfußball.
Vater des Erfolges ist Coach Neill Stevens, der erst kurz vor Saisonbeginn vom Co- zum Cheftrainer aufstieg.
Innerhalb kürzester Zeit formte der 39 Jährige einen verschworenen Haufen aus Spielern, die sonst niemand haben wollte. Darunter Blutjunge Nachwuchsspieler, oder auch als ewige Talente verschriene.
Mit Teamgeist und ehrlicher Arbeit hat UCD die turbulenten Wochen vor Saisonbeginn überstanden. Als der damalige Chefcaoch Martin Moran, die Konsequenzen aus den nicht mehr überbrückbaren Differenzen mit der Führungsettage des Vereins und Universität zog.
Co- Trainer Neill Stevens übernahm den frei gewordenen Posten des Cheftrainers. Damals hatte niemand damit gerechnet das dies ein Glücksfall für UC Dublin sein sollte.
Im Interview der Woche, stand uns Stevens Rede und Antwort.
Irish Independent: Mister Stevens, seid 9 Ligaspielen ist UCD nun schon ungeschlagen, die letzten vier Begegnungen wurde allesamt Siegreich beendet und nun sind Sie sogar Tabellenführer.
Haben Sie eine Erklärung für diese unglaubliche Entwicklung?
Neill Stevens: Naja, es ist im Grunde ganz einfach: Das Team des UCD macht besonders die Tatsache stark, das es eine Einheit ist. Spieler, Trainer, Nachwuchsspieler, Physiotherapeut ectr., alle gehören zum Team. Diese Verschworenheit macht uns stark.
Die Spieler fühlen sich hier wohl, haben dazu die Möglichkeit durch ein Studium an unserer Universität einen Hochqualifizierten Abschluß zu erlangen. Wer sich entscheidet für den UCD aufzulaufen, tut dies also ganz bewusst.
Was die sportliche Entwicklung betrifft, so kann man sagen das es absolut sensationell ist, was gerade passiert ist.
Doch man darf eins nicht außer acht lassen, wir hatten nun vier Heimspiel hintereinander. Als nächstes folgen drei schwere Auswärtsauftritte und erst da wird sich zeigen wo wir wirklich hin gehören.
Irish Independent: Sie haben die Mannschaft zu einem ungünstigen Zeitpunkt übernommen. Hatten nicht viel Zeit um das Team auf die Saison nach ihren Wünschen vorzubereiten. Trotzdem haben Sie noch 13 neue Spieler geholt und wie man sieht, perfekt integriert.
Eine echte Mamutaufgabe, die Sie sich aufgehalst haben. Würden Sie es im Nachhinein wieder so machen?
Neill Stevens: Oh ja, ganz bestimmt. Sicher war der Zeitpunkt nicht ganz glücklich, aber ich habe mir diese Aufgabe zugetraut. Es ist ja nicht so das ich nun bei null anfangen musste. Ich habe das Glück gehabt die exzellente Arbeit meines Vorgängers, unter dem ich ja schon Co- Trainer war, fortzuführen. Erst nach und nach habe ich dann meine eigenen Ideen und Vorstellungen eingebaut und umgesetzt.
Ein heikles Thema waren natürlich die Transferentscheidungen. Dadurch das einige unserer Spieler damals das Interesse von Englischen Vereinen geweckt hatten, war es möglich für uns, auch selber in dieser Hinsicht aktiv zu werden.
Das sich 13 Neuzugänge auf den ersten Blick dann viel anhört ist klar. Aber ein genauer Blick zeigt deutlich, das die Hälfte davon für die Nachwuchsmannschaft gedacht war. Ansonsten konnten alle Neuzugänge bis jetzt fast ausnahmslos überzeugen.
...nach und nach habe ich meine eigenen Ideen und Vorstellungen eingebaut und umgesetzt...
Irish Independent: Konnte Sie jemand besonders beeindrucken von den Neuzugängen und gibt es jemanden auf den Sie heute nur noch ungern verzichten möchten?
Neill Stevens: Im Grunde möchte ich niemanden besonders hervorheben. Aber beeindruckt als solches bin ich Beispielsweise von Adam Fleming. Der Junge ist gerade 14 Jahre geworden, aber hat schon jetzt überragende Fähigkeiten und steht auf dem Sprung in die 1. Mannschaft.
Nicht mehr wegzudenken ist sicherlich John O’Neill. Er ist unser Mittelfeldmotor und zeigt warum er einst als das Megatalent Schottlands von Celtic Glasgow verpflichtet wurde. Spielt er so weiter, wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Anfragen von Topclubs kommen.
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John O'Neill - in der Form seines Lebens
Irish Independent: Nach dem tollen Saisonstart ist es vielleicht an der Zeit die Ziele neu zu definieren. Sehen Sie das ähnlich?
Neill Stevens: Nein, sicher nicht. Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt. Das wir dies erreichen sieht zur Zeit ganz gut aus aber solange das nicht in Sack und Tüten ist, brauchen wir uns keine Gedanken in andere Richtungen machen.
Aber klar ist auch, ein Platz unter den ersten fünf, wäre ein Traum.
Irish Independent: Sie sind ein Trainernewcomer mit großem Erfolg. Dies wird man sicher auch außerhalb Dublin’s registrieren. Zuletzt waren Sie im Gespräch beim Abstiegsbedrohten First Division (England)Sheffield Wednesday.
Wie lange kann der UC Dublin seinen Startrainer noch halten?
Neill Stevens: Also das Wort Startrainer gefällt mir überhaupt nicht. Die Mannschaft ist der Star, aber nie der Trainer.
Es freut mich natürlich zu hören das man meine Arbeit würdigt und ich bei einem großen Traditionsclub wie Sheffield Wednesday im Gespräch bin, aber ich denke das ich da auch noch ein Wörtchen mitzureden habe und da höre ich jetzt zum ersten mal von einem Interesse aus England.
Aber ich kann ihnen versichern, das ich meinen bis Saisonende laufenden Vertrag hier in Dublin erfüllen werde. Was danach kommt, weiß ich noch nicht.
...Die Mannschaft ist der Star, aber nie der Trainer...
Irish Independent: Letzte Frage Mister Stevens. Wenn Sie nochmal die ersten vier Monate als Hauptverantwortlicher bei UCD Revue passieren lassen, was war dann das bislang größte Ereigniss in dieser Zeit?
Neill Stevens: Also spontan fällt mir da der Heimsieg über Shelbourne ein, als gut 4.000 Fans den fast ausverkauften Belfield Park in ein Tollhaus verwandelten. Das war eine sehr emotionale Angelegenheit. Vorallem weil niemand damit gerechnet hatte. Es war wirklich ein toller Moment als Brian Martin fünf Minute vor Schluß das Siegtor schoß - wir hatten das Spiel gedreht.
Eine irre Leistung der Mannschaft auf die ich sehr stolz bin.
Irish Independent: Danke für die offenen Worte und das Interessante Gespräch Mister Stevens.