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Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2078098 mal)

pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1960 am: 09.Dezember 2011, 21:58:59 »

Aber macht es Sinn, dass die EZB Geld druckt, es den verschuldeten Ländern gibt, diese damit ECHTE Vermögenswerte (Immobilien, Fabriken etc.) HIER in Deutschland kaufen und Deutschland dann auch noch für dieses gedruckte Geld (Kreditgeld) aufkommen muss....es erarbeiten muss?

Das ist doch der absolute Sonderfall. Auf der Basis können wir nicht diskutieren.


Dann lies dir doch einfach mal den Artikel durch. Es ist eben nicht der Sonderfall, es ist gang und gebe.

Ich mache es dir mal ganz leicht und zitiere:

"Viele meinen, der Euroraum leide unter einer temporären Krise, die erst seit dem letzten Jahr zu Rettungsaktionen geführt hat. Davon kann nicht die Rede sein. Schon seit dem Herbst 2007 haben sich die Krisenländer in riesigem Umfang selbst mit der Notenpresse finanziert, was im Verein mit einer Verlagerung der Refinanzierungskredite des Zentralbankensystems einen öffentlichen Kapitalexport von Deutschland in die Krisenländer bewirkte.....

Die Leistungsbilanzdefizite Griechenlands und Portugals wurden seit dem Herbst 2007 praktisch vollständig mit der Notenpresse finanziert, bis die Staatengemeinschaft schließlich mit den offenen Rettungsaktionen zu Hilfe kam. Die Eurozone befindet sich derzeit schon im fünften Jahr der Totalrettung dieser Länder. Im Falle Spaniens wurde ein erheblicher Teil der Leistungsbilanzdefizite finanziert. Irland druckte viel frisches Geld zur Kompensation der Kapitalflucht.......

Seit dem Sommer ist eine gewaltige Kapitalflucht von Italien nach Deutschland im Gang, bei der italienische Vermögensbesitzer mit neu gedrucktem Geld deutsche Firmen, Immobilien und Wertpapiere erwerben, während Deutschland sich im Austausch dafür mit dem Aufbau weiterer Target-Forderungen der Bundesbank gegen das EZB-System begnügen muss. Die Notenpresse in Italien läuft heiß, und bei der Bundesbank wird das hereinströmende Geld geschreddert. Es gibt bislang keine Grenze für diesen Prozess."





Ich glaube, klarer und deutlicher kann man es nicht beschreiben, was derzeit abläuft. Mir war selbst nur nicht ganz klar, dass das praktisch schon seit Jahren so läuft.

Wenn da steht, man finanziert sich über die Notenpresse, dann heisst das nicht, Geld wird einfach gedruckt, sondern die EZB kauft Staatsanleihen von den verschuldeten Ländern und diese sind nichts anderes als "neue" Schulden, die dann aber von allen Euroländern, also zum großen Teil eben von Deutschland, wieder erbracht werden müssen. Kapische? Die verschuldeten Länder kaufen mit Krediten, die Deutschland letzlich bezahlen muss. Oder anders gesagt, Deutschland VERSCHENKT alles! (weil keine Sicherheiten für diese Kredite gefordert werden, wie es jede Dorfsparkasse machen würde)

Wenn du nicht auf dieser Basis diskutieren willst, dann okay. Ich will ehrlich gesagt auch nicht wieder mit jemandem diskutieren, der den Kern der Geschichte nicht mal im Ansatz begreifen will oder möchte.

Ich kann jedem nur nahe legen, sich mal ne Stunde zu nehmen und sich diesen Artikel zu Gemüte zu führen. Und wenn man was nicht versteht, das einfach hier in die Runde hauen.


Was sollen die Amerikaner eigentlich tun? Die können Kalifornien (= nordamerikanisches Griechenland) grundsätzlich nicht ausschließen und der Dollar steht wohl auch nicht zu Diskussion. ;)

Die Amis sind ne ganz andere Baustelle. Ausserdem ein anderes System. Amerika ist eine Bundesrepublik. Quasi sowas wie Deutschland mit seinen Bundesländern. Wäre Europa auch eine Bundesrepublik, würde die Geschichte schon etwas anders aussehen, da man ja dann auch Zugriffsrechte auf alle europ. Vermögenwerte hätte. Das hat man derzeit ja nicht. Und man darf nicht vergessen, dass Europa dann nicht nur ein Kalifornien hätte, sondern mindestens 12 Kaliforniens.


Ich bin mir sicher, Deutschland wird früher oder später den Eurobonds oder einem ähnlichem Konzept zustimmen. Dadurch wird kurzfristig der Druck vom Euro genommen (seitens der Spekulanten), aber langfristig wird es ein ätzendes Siechtum. Irgendwann am Ende steht dann Inflation und Währungsabwertung.

Eurobonds ändern auch nix. Sie erhalten den Status Quo, und das Risiko, dass die Melkkuh Deutschland selbst ganz schnell in die Lage kommt, sich nicht mehr zu re-finanzieren steigt extrem. Man will die Eurobonds doch nur, damit alle Euroländer wieder das niedrige Zinsniveau von Deutschland erhalten. (Und genau das wurde ja schon als Kern der ganzen Misere richtig erkannt. Macht also wirklich NULL Sinn.
Ausserdem, einzig und allein der Markt bzw. die Anleger/Investoren entscheiden wie hoch der Zins ist. Und die sind ja nicht dämlich. Wenn die Eurobonds kaufen, wissen die genau, sie kaufen eben NICHT Bundesanleihen. Und wenn Deutschland sich dann auch bald zu 3-4% oder höher refinanzieren muss, und dabei noch komplett Europa mitfinanziert, sollte jedem klar sein, dass dann Europa bankrott ist, weil Deutschland dann in der selben Lage ist wie GR/IT/ES/PR. Deutschland alleine kann es nicht stemmen, selbst wenn wir wollten.


Mir fällt leider keine gute Lösung ein, daher habe ich mal meine Prognose gegeben. Was besseres habe ich leider nicht. ;)

Verlangt ja auch keiner, dass hier irgendwer mit dem Stein des Weisen ankommt. Ich denke mal, für den würde man auch sofort gleich mehrere Nobelpreise bekommen.  ;D

Ne GUTE, im Sinne von alle happy und yeah!, Lösung wird es wohl auch nicht geben. Aber Eurobonds sind keine Lösung. Liegt auf der Hand.
Vielleicht könnte man einfach mal anfangen, dass Geld eben nicht mehr zu verschenken und entweder Sicherheiten verlangen oder einfach in das eigene Land zu investieren, damit man bei einem Neustart (der so oder so kommen wird) nicht gleich wieder wie ein Vollidiot aussieht, und die Länder die nix gebacken bekommen haben, wie die feinen Herren. Investionsbedarf gibt es hierzulande jedenfalls genügend.
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J.P. Sartre

Tery Whenett

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1961 am: 10.Dezember 2011, 08:30:30 »

Die Lösung (für die es aber keinen Nobelpreis gibt) ist reativ einfach: ein neues Geldsystem.

Vereinfacht gesagt, gibt es Geld ja nur gegen Schulden. Das heißt: Will man 100 Euro haben, muss man 110 Euro zurückzahlen. Und das weltweit und egal ob ein Privatmann Geld braucht, eine Firma oder eine Bank. Sprich: Es gibt immer mehr Schulden als Geld. Wenn man es schafft, heißt das im Umkehrschluss aber nur, dass dann ein anderer umso mehr Schulden hat (irgendwoher muss das Geld zur Rückzahlung ja kommen).

Hier wird das schön erklärt (dauert eine Weile, aber lohnt sich als Einführung):
http://www.dailymotion.com/video/xaa4n9_die-geschichte-vom-goldschmied-fabi_tech

Hilft uns kurzfristig vielleicht nicht weiter, aber langfristig wird da kein Weg dran vorbei führen... Alles, was wir momentan erleben, sind nur Symptome dieser Krankheit.

Wenn ich was falsch verstanden habe, korrigiert mich :)
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Veilchen blühen ewig

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1962 am: 10.Dezember 2011, 10:17:35 »

Eurobonds ändern auch nix. Sie erhalten den Status Quo, und das Risiko, dass die Melkkuh Deutschland selbst ganz schnell in die Lage kommt, sich nicht mehr zu re-finanzieren steigt extrem. Man will die Eurobonds doch nur, damit alle Euroländer wieder das niedrige Zinsniveau von Deutschland erhalten. (Und genau das wurde ja schon als Kern der ganzen Misere richtig erkannt. Macht also wirklich NULL Sinn.
Ausserdem, einzig und allein der Markt bzw. die Anleger/Investoren entscheiden wie hoch der Zins ist. Und die sind ja nicht dämlich. Wenn die Eurobonds kaufen, wissen die genau, sie kaufen eben NICHT Bundesanleihen. Und wenn Deutschland sich dann auch bald zu 3-4% oder höher refinanzieren muss, und dabei noch komplett Europa mitfinanziert, sollte jedem klar sein, dass dann Europa bankrott ist, weil Deutschland dann in der selben Lage ist wie GR/IT/ES/PR. Deutschland alleine kann es nicht stemmen, selbst wenn wir wollten.

Alles richtig. Nur auch wir Österreicher bezahlen abhängig vom BIP genau den gleichen Beitrag wie Deutschland und mit unserer Neuverschuldung sieht es auch nicht gut aus. Bei uns wird das EInkommen durch arbeit weltweit am höchsten besteuert, und heute diskutieren sie schon, diesen Anteil nicht weiter zu erhöhen.

Was mich dabei so ankotzt ist folgendes;

Einkommen aus Arbeit:
1.000€ Netto p.m.: 33% Abgaben
1.650€ Netto p.m.: 45% Abgaben
3.000€ Netto p.m.: 53% Abgaben

Einkommen aus Kapital:
1.000€ Netto p.m.: 25% Abgaben
1.650€ Netto p.m.: 25% Abgaben
3.000€ Netto p.m.: 25% Abgaben

Ist doch eine vernünftige Aufteilung der Last.
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1963 am: 10.Dezember 2011, 22:25:40 »

Die Lösung (für die es aber keinen Nobelpreis gibt) ist reativ einfach: ein neues Geldsystem.

Den Nobelpreis gibt es, wenn du jetzt noch sagst, wie das "neue Geldsystem" aussieht und funktioniert (ggüber dem jetzigen).  ;)
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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1964 am: 11.Dezember 2011, 11:52:29 »

Folgende Maßnahmen würden meiner Meinung nach "schon" reichen:
1. Man sorgt dafür, dass keine Bank "systemrelevant" wird, dann kann man die auch prima pleite gehen lassen, so wie jedes andere Unternehmen auch.
2. Ein Staat darf nur dann Schulden machen, wenn in etwas mit Wert investiert wird, zum Beispiel die Infrastruktur. Es dürfen keine Schulden für Haushaltslöcher, zur Ablöse von alten Verbindlichkeiten oder für Ausgaben ohne materiellen Gegenwert gemacht werden. Diese erlaubten Schulden müssen auch getilgt werden.
3. Herstellen von Steuergerechtigkeit, Steuersystem radikal vereinfachen, Steuerschlupflöcher schließen, Steuersparmodelle abschaffen, Subventionen massiv zurückfahren.
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Octavianus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1965 am: 11.Dezember 2011, 12:10:04 »

Zu 1.: Und wie willst du das bewerkstelligen? Verstaatlichung? Zerschlagung von Großbanken?

Zu 3.: Das funktioniert doch wenn dann nur weltweit.
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Ständig im Einsatz für einen besseren FM und für ein tolles Forum :)

Du hast FRAGEN? Hier gibt es ANTWORTEN rund um den FM!

tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1966 am: 11.Dezember 2011, 12:41:49 »

Zu 1.: Und wie willst du das bewerkstelligen? Verstaatlichung? Zerschlagung von Großbanken?

Zu 3.: Das funktioniert doch wenn dann nur weltweit.

Zu 1.: Ja, zur Not mit Zerschlagung von großen Monsterbanken in viele kleine Banken mit streng abgegrenzten Geschäftsfeldern. Oligopole und Monopole sollte man gar nicht erst aufkommen lassen, das gilt aber auch für den Rest der Wirtschaft.
Zu 3.: Ich glaube daran, dass sich viele Reiche und Unternehmer von einem gerechten Steuersystem überzeugen lassen könnten, sie sparen dann ja auch die hohen Steuerberatungskosten und profitieren langfristig wie alle Bürger von einem stabilen Staat, das ist Sinn und Zweck der Solidargemeinschaft und da muss man alle ins Boot holen. Der Standort Deutschland hat ja auch viele Vorteile, als dass man den einfach verlässt, nur um Steuern zu sparen. Natürlich würden auch Leute deswegen weggehen, die Frage ist nur, ob das dann ein so großer Verlust wäre.
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Veilchen blühen ewig

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1967 am: 11.Dezember 2011, 12:41:57 »

Zu 3.: Das funktioniert doch wenn dann nur weltweit.

Das ist zur Zeit das Hauptproblem. Finanz und Industrie agieren weltweit, fast ohne Beschränkungen, der Staat und dessen Bürger nicht.

Wie das Rennen ausgeht scheint leider klar, siehe den gestrigen "Klimagipfel".

Wir haben leider keine Finanz, Euro oder sonstige Krise, sondern die ersten Anzeichen eines generellen Systemversagens vor uns. Dummerweise sind die Staaten untereinander nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht, auf der anderen Seite die Profiteure logischerweise an keiner Änderung der Machtverhältnisse interessiert.
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Veilchen blühen ewig

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1968 am: 11.Dezember 2011, 12:43:21 »

Die Lösung (für die es aber keinen Nobelpreis gibt) ist reativ einfach: ein neues Geldsystem.

Den Nobelpreis gibt es, wenn du jetzt noch sagst, wie das "neue Geldsystem" aussieht und funktioniert (ggüber dem jetzigen).  ;)

Der Verzicht auf Zinseszinsen brächte uns schon mal einen Schritt weiter.
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Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1969 am: 11.Dezember 2011, 18:32:33 »

Allgemeine Nachrichten oder lustige Links und Videos.
Ich war unschlüssig, aber ich poste mal hier  ;)

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,803049,00.html

Zitat
Nur 22 Prozent gaben an, sie wüssten, dass es sich um erfundene Geschichten handelt.
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_Kretsche_

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1970 am: 11.Dezember 2011, 18:49:40 »

Allgemeine Nachrichten oder lustige Links und Videos.
Ich war unschlüssig, aber ich poste mal hier  ;)

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,803049,00.html

Zitat
Nur 22 Prozent gaben an, sie wüssten, dass es sich um erfundene Geschichten handelt.

Waaaasssss? Alles nur Erfunden? Hätte ich nicht gedacht...  ;)
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1971 am: 12.Dezember 2011, 11:28:25 »

Folgende Maßnahmen würden meiner Meinung nach "schon" reichen:
1. Man sorgt dafür, dass keine Bank "systemrelevant" wird, dann kann man die auch prima pleite gehen lassen, so wie jedes andere Unternehmen auch.
2. Ein Staat darf nur dann Schulden machen, wenn in etwas mit Wert investiert wird, zum Beispiel die Infrastruktur. Es dürfen keine Schulden für Haushaltslöcher, zur Ablöse von alten Verbindlichkeiten oder für Ausgaben ohne materiellen Gegenwert gemacht werden. Diese erlaubten Schulden müssen auch getilgt werden.
3. Herstellen von Steuergerechtigkeit, Steuersystem radikal vereinfachen, Steuerschlupflöcher schließen, Steuersparmodelle abschaffen, Subventionen massiv zurückfahren.

1. Meiner Meinung nach, könnte man die auch jetzt pleite gehen lassen. Es gibt keine systemrelevante Bank. Spätestens jetzt, wo man sieht, dass eh nur noch die EZB (sprich Notenpresse) einspringt, sollte das klar sein. Aber ob nun eine Bank systemrelevant ist oder nicht, ändert am Geldsystem nichts. Aber richtig ist, dass durch Pleiten, die Schulden (und Guthaben) reduziert werden. Das würde dem jetzigen System zu Gute kommen.

2. Ein Staat macht immer Schulden! Ein Staat hat ja keine richtigen Einkünfte, er produziert nix und verkauft nix. Das einzige was er einnimmt, sind Abgaben/Steuern seiner Bürger. Das Mittel dazu, also das Abgabengut (gesetzliches Zahlungsmittel -> Geld) erschafft er ja selber via Staatsanleihen (über Geschäftsbanken und Notenbank). Ein Staat muss sich also erst verschulden, um dann seine Bürger mit dem notwendigen Abgabengut auszustatten (und sich dann via Abgaben auch selbst zu finanzieren).

Es gibt auch Staaten, die nicht verschuldet sind. Das ist aber nur aufgrund eines sehr starken positiven Aussenhandels so (und dessen Besteuerung). Würde weltweit nur ein Staat existieren, wäre der immer verschuldet.

3. Das ändert nix am Geldsystem indem man letztendes immer dem Zins hinterherläuft und sich dafür wieder neu verschulden muss. (solange bis sich keiner mehr neu verschulden kann)

Der Verzicht auf Zinseszinsen brächte uns schon mal einen Schritt weiter.

Dann müsste man aber Zinsgeld von anderem Geld unterscheiden können. Ziemlich schwierig das auseinanderzuhalten. Mal abgesehen davon, würde dann auch keiner mehr Interesse an dem unverzinsbaren Zinsgeld haben, da es ja was anderes ist, als normales Geld, was verzinbar ist. Die Bereitschaft Kredit zu geben, wäre relativ gering. Dann kann man auch gleich den Zins abschaffen. Hat denselben (negativen) Effekt.
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J.P. Sartre

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1972 am: 12.Dezember 2011, 11:45:51 »

Dann müsste man aber Zinsgeld von anderem Geld unterscheiden können. Ziemlich schwierig das auseinanderzuhalten. Mal abgesehen davon, würde dann auch keiner mehr Interesse an dem unverzinsbaren Zinsgeld haben, da es ja was anderes ist, als normales Geld, was verzinbar ist. Die Bereitschaft Kredit zu geben, wäre relativ gering. Dann kann man auch gleich den Zins abschaffen. Hat denselben (negativen) Effekt.

Klar könnte man auch gleich den Zins anschaffen, wollte nur nicht gleich in die Vollen greifen.

Die Erkennung des Zinseszins ist in einem Bankprogramm gerade mal ein 5 zeiliger Codeblock, nichts über das sich jetzt Gedanken machen lohnt.

Die Bereitschaft Kredite zu vergeben bliebe genau gleich, da der Zinseszins auf beiden Seiten, sprich Vermögenseinkommen und den Kreditkosten wegfallen würde. Es ist einfach unanständig, auf aus Luft generierten Geld auch noch Zinsen zu verlangen.

Das mit dem unverzinsbaren Zinseszins verstehe ich allerdings nicht. Meinst du damit Freigeld?
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Tery Whenett

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1973 am: 12.Dezember 2011, 11:55:19 »

Die Lösung (für die es aber keinen Nobelpreis gibt) ist reativ einfach: ein neues Geldsystem.

Den Nobelpreis gibt es, wenn du jetzt noch sagst, wie das "neue Geldsystem" aussieht und funktioniert (ggüber dem jetzigen).  ;)

1.) Keine Zinsen auf neu generiertes Geld.
2.) Abschaffung aller Steuern außer der Umsatzsteuer (Wie das funktioniert: http://www.bandbreitenmodell.de/kurzversion)

Das Problem, das oben auch schon angesprochen wurde: Die Politik hat global keinen Zugriff und dementsprechend keine Handlungsgewalt. Wie man das (ohne die Schaffung einer Weltregierung, die ich gerne vermeiden würde) alles also global umsetzen will: keine Ahnung. Dafür wäre der Nobelpreis angemessen, zu allem anderen gibts genügend funktionierende Ideen.
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White

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1974 am: 12.Dezember 2011, 11:58:20 »

Ich wäre für die Weltregierung. Vorsitzender: Ich. Alleiniger Entscheidungsträger: Ich
Konsequenzern fürs Finanzsystem: Keine, mir gehts ja gut... :D
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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1975 am: 12.Dezember 2011, 12:18:10 »

Übigens: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__248.html

@Pudel: ich möchte dich bitten, nicht auf meine Beiträge einzugehen, ich habe kein Interesse, deine in meinen Augen falschen Thesen zu diskutieren. Du kannst sie ja gerne verbreiten, nur bitte nicht als Antwort auf meine Beiträge. Vielen Dank. Zum Thema Geldentstehung arbeite bitte die einschlägige Literatur durch, Geld entsteht nicht nur durch Staatsschulden allein und Deutschland ist auch nicht gezwungen Schulden machen, man dürfte halt nur nicht mehr ausgeben, als er einnimmt.  Deutschland hat 2010 übrigens ca. 1.080 Mrd. € eingenommen (Quelle: genesis Datenbank, destatis.de) und ca. 1.180 Mrd € ausgegeben.
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1976 am: 12.Dezember 2011, 12:44:31 »

Das mit dem unverzinsbaren Zinseszins verstehe ich allerdings nicht. Meinst du damit Freigeld?

Nein Freigeld meine ich nicht. Ich meine, du willst auf der einen Seite Zins auf bestimmtes Geld, auf der anderes Seite sagst du, Zins selbst darf aber nicht weiter verzinst werden. Damit hast du zwei charakterlich völlig unterschiedliche Geldformen, das eine ist Geld, und ist verzinsbar, das andere eben "Zinsgeld", was nicht weiter verzinsbar ist (lt deinem Vorschlag). Du kannst Zinsgeld also nicht einfach aus dem Automaten ziehen, oder es müsste zumindest anders gekennzeichnet sein. Sonst könntest du es woanders ja wieder ganz normal anlegen und verzinsen lassen.

Ich meine, die Idee ist garnacht mal schlecht. Wenn man per Gesetz sagt, dass Zinsgeld innerhalb kurzer Zeit wieder verkonsumiert werden muss, und damit an die Schuldner zurückgeführt wird, wäre das sicher besser als jetzt. Aber wie gesagt, ich denke die Bereitschaft Kredit zu geben, wird sinken, da das Interesse an dem "zweitklassigen, unverzinslichem Zinsgeld" nicht besonders groß ist, zumindest, wenn man nicht großartig konsumieren will oder muss.

1.) Keine Zinsen auf neu generiertes Geld.

Aber ohne Zinsen, wird niemand Geld verleihen wollen. Warum auch? Man trägt dann ja nur das Risiko,
es nicht zurückzubekommen und hat ausserdem den Verlust es selbst nicht nutzen zu können für den Zeitraum des Kredits.

Zum Thema Geldentstehung arbeite bitte die einschlägige Literatur durch, Geld entsteht nicht nur durch Staatsschulden allein und Deutschland ist auch nicht gezwungen Schulden machen, man dürfte halt nur nicht mehr ausgeben, als er einnimmt.  Deutschland hat 2010 übrigens ca. 1.080 Mrd. € eingenommen (Quelle: genesis Datenbank, destatis.de) und ca. 1.180 Mrd € ausgegeben.

Ja, Geld entsteht auch durch Kreditvergabe der Banken, ändert aber nix daran, was ich oben geschrieben habe.  ;)

Wie gesagt, ein Staat kann auch über Besteuerung von Exporten (also Aussenhandel) schuldenfrei sein oder Gewinne machen. Ein anderer Staat muss sich dann natürlich umso höher verschulden. Gäbe es nur einen Staat wäre er verschuldet, weil er sich nur auf Pump seiner Bürger finanzieren kann (zumindest im Kapitalismus mit privatem Eigentum).
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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1977 am: 12.Dezember 2011, 12:48:58 »

Klar, ein Staat ist gezwungen Schulden zu machen, Einnahmen aus Steuern und Abgaben reichen einfach nicht ;D
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Tery Whenett

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1978 am: 12.Dezember 2011, 12:52:42 »

1.) Keine Zinsen auf neu generiertes Geld.

Aber ohne Zinsen, wird niemand Geld verleihen wollen. Warum auch? Man trägt dann ja nur das Risiko,
es nicht zurückzubekommen und hat ausserdem den Verlust es selbst nicht nutzen zu können für den Zeitraum des Kredits.

Ich habe ja nicht gesagt, dass es keine Zinsen mehr auf Kredite geben darf. Es geht um neu geschaffenes Geld, das letzten Endes von der Zentralbank kommt. Und darauf darf es keine Zinsen geben, weil es sonst mehr Schulden als Geld gibt (wie es ja aktuell der Fall ist).

Oder um es anders zu formulieren: Geld braucht (wieder) einen konkreten Gegenwert.
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Veilchen blühen ewig

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1979 am: 12.Dezember 2011, 12:55:19 »

Oder um es anders zu formulieren: Geld braucht (wieder) einen konkreten Gegenwert.

Das wird allerdings schwierig, da zur Zeit 90% des im Umlauf befindlichen Geldes, keinen realen Gegenwert hat. Die ganze Welt sitzt an den Notenpressen und es wird immer mehr Luft zugeführt.:(
« Letzte Änderung: 12.Dezember 2011, 13:02:35 von Veilchen blühen ewig »
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