Es toben gerade ein paar Debatten (vor allem bei ZEIT-Online), die sich um die Anwesenheitspflicht von Studenten an den Vorlesungen und Seminaren an Universitäten drehen. Lesestoff gibt es hier zuhauf:
http://www.zeit.de/campus/2013/03/studium-anwesenheitspflicht-pro-contra/komplettansichthttp://www.zeit.de/studium/hochschule/2015-01/bologna-anwesenheit-uni-pflichthttp://www.zeit.de/studium/2015-02/anwesenheitspflicht-studenten-universitaeten/komplettansichtIch finde ja, dass jeder Student selbst entscheiden muss, ob er zur Vorlesung geht oder lieber danach die Aufzeichnungen von anderen abschreibt, googelt oder ein passendes Buch liest. Jeder lernt anders und von reiner Präsenz kommt keine Erleuchtung. Ich habe als Student doch lieber eine Veranstaltung mit zwanzig interessierten Zuhörern als mit hundert Leuten, wobei die meisten nur gelangweilt sind und durch Quatschen, etc. eher stören denn helfen.
Eine Pflicht zur Anwesenheit sollte es nur in Seminaren / Modulen geben, wofür man einen Schein bekommt, ohne eine Prüfung ablegen zu müssen. Da würde ich dann auch kein einziges unentschuldigtes Fehlen erlauben; bei Krankheit geht man eben zum Arzt.
Andererseits muss man auch an die Dozenten appellieren. Wenn diese die Vorlesung so spannend gestalten, dass die Leute begeistert vom Stoff und der Veranstaltung sind, dann kommen diese auch ohne Pflicht. Es verlangt keiner von Professoren, dass sie geborene Entertainer sind. Aber reines Ablesen von PowerPoint-Folien langweilt eben. Da lese ich das Skript daheim und für nützliche Aufzeichnungen des Gesagten findet sich schon jemand, der immer da war. Zum Festigen und Verstehen des Stoffs eignen sich die Übungen sowieso mehr. Viele Informationen bieten die Lehrstühle ja auch in Online-Bereichen selbst an.
Der Dozent sollte interagieren mit seinem Publikum und das ganze Geschehen so lebhaft gestalten wie möglich. Und wenn es Filme sind, die interessant sind.
Meine Methode als Dozent (abstrakte Idee, aber ok

) wäre wohl, dass es ohne Anwesenheitspflicht geht. Dafür gebe ich aber auch kein Skript aus, sondern lasse mitschreiben. Dann kommen sicherlich mehr Leute, da das Abschreiben im Nachhinein auch einen erheblichen Aufwand darstellt. Dazu kann man sich direkt Notizen zu Sachen machen, die ich nur sage und nicht anschreibe bzw. als Folie zeige.
Dazu schafft man als Dozent weniger Stoff, wenn man erstmal alles anschreiben muss bzw. warten muss, bis die Studenten das Wichtigste der Folien abgepinselt haben. Durch weniger Stoff kommt also das Wesentliche mehr zum Tragen (für Interessierte gibt es ja weitergehende Module / Literatur / mich), außerdem ist die Stofffülle zum Lernen für Klausuren nicht so extrem.