Es zeigt mir in jedem Fall, dass man, wenn man mit Spaß bei der Sache ist, gute Noten fast schon nebenbei einfährt.
Ich kann diesen Satz zwar verstehen, aber nicht nachvollziehen.
Ich war die kompletten 6 Semester meines Informatik/Engineering-Studiums mit enorm viel Spaß und Einsatzfreude bei der Sache, aber wenn ich sage, dass mir gute Noten fast nebenbei zugeflogen sind, dann würde ich lügen.
Ich musste schuften für meinen "Bachelor of Science in Engineering", oftmals mit nur 4 Stunden Schlaf in der Nacht, Sonntags arbeiten und mit netto 100€ im Monat, und dass ich es geschafft habe, darauf bin ich stolz. Ich wäre es wohl weniger, wenn ich das Ganze nur im Vorbeigehen gemacht hätte.
Für Jura sehe ich das ähnlich. Selbst diejenigen, die ein sehr gutes Verständnis der Gesetzessystematik haben, müssen sehr viel tun, um auch wirklich gute Noten zu bekommen. In die 4 Stunden Schlaf pro Nacht Phase komme ich vermutlich auch ab circa Mitte Juli. Glücklicherweise werde ich finanziell von meinen Eltern unterstützt, so dass ich nicht nebenbei arbeiten muss. Wobei ich nicht sagen möchte, dass ich nicht arbeiten will, sondern einfach, dass es die Umstände deutlich erleichtert.
Ach, jetzt verstehe ich. Eine Übungsklausur. Ok. Dann ergibt das Sinn.
Wie werden die angenommen? Ich biete vor der Abschlußprüfung immer mündliche Probeprüfungen an, an denen dann sowieso nur die besten Schüler teilnehmen. Alle anderen beschweren sich dann später, das die Prüfung so ganz anders war als erwartet. 
Die Übungsklausuren werden sehr gut angenommen, was einfach auch daran liegt, dass man in Jura i.d.R. neben dem Stoff an sich wirklich auch lernen muss Klausuren zu schreiben. Klingt jetzt erstmal blöd, liegt aber v.a. an dem Stil, der in einer Klausur verlangt wird, und an der in Jura dringend notwendigen Schwerpunktsetzung. Wer keine oder nur ganz wenige Übungsklausuren schreibt, hat daher im Examen i.d.R. große Probleme.
Anders als in anderen Studiengängen ist auch die Notengebund sehr eigen. Es gibt theoretisch maximal 18 Punkte, aber nur 10-20 % kommen im Schnitt überhaupt über 9 Punkte hinaus. Diese 9 Punkte sind auch das Ziel der meisten Studenten, da man damit ein Prädikatsexamen erreicht und viel Auswahl bei der Arbeitsplatzwahl hat, sofern auch das zweite Examen ordentlich gelingt. Mit weniger als 4 Punkten ist man dahingegen durchgefallen. Der Schnitt bei Klausuren und Hausarbeiten lag bei uns immer bei 5-6 Punkten.
Um nochmal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen. Ich würde schätzen, dass im Schnitt 70-90 Prozent der Studenten, die innerhalb des nächsten Jahres das Examen schreiben, auch die Übungsklausuren mitschreiben. Absolut gesehen sind das immer 70-100 Studenten oder Studentinnen. Nur wenn ein Randthema als Hauptschwerpunkt kommt (wie z.B. Erbrecht) oder die Klausur besonders schwer ist, lichten sich die Reihen zusehends.