bin der Meinung das man von den ganzen nichts wirklich vergleichen kann
Bin ich absolut gegenteiliger Meinung. Die Lizenzvergabe erfolgt jedes Jahr und wird nicht einmal erteilt, also müssten alle Voraussetzungen jedes Jahr geprüft werden. Wenn eine Voraussetzung das Firmenlogo ist, dann muss dort auch jedes Jahr bei allen draufgeschaut werden.
Angenommen, es gibt diese Sonderregelung für Leverkusen, dann ist diese höchst ungerecht. Das Sachargument gegen das Leipziger Logo lautet, dass es einem Firmenlogo zu ähnlich sieht. Der Rechtsbereich, der dort verteidigt wird, ist sicherlich die Abschirmung vor zuviel Werbung. Dagegen habe ich nichts, aber ich kann nicht den einen Verein, der sogar den Namen Sponsors als Vereinsnamen trägt, gestatten, ein Vereinslogo, das aus dem Firmenlogo besteht zu benutzen und einem anderen Verein nun nicht nur den Namen zu vergönnen, sondern auch beim ähnlichen Logo die Lizenz verweigern. Die Ausnahmeregelung wäre in diesem Falle eine völlig ungerechte Bevorzugung nicht nur eines Vereins, sondern eines Geldgebers (Bayer AG). Das ist nicht nur in Hinblick auf Gleichheitsgrundsätze, die sicherlich auch in DFL-Statuten irgendwo verankert sind, sondern auch aus vorteilsgewährender Perspektive mit Fokus auf die Wirtschaft hoch problematisch. Kurz gefragt: Weshalb sollte Bayer besser gestellt werden als Red Bull? Weil die vorher auf die Idee gekommen sind, ihre Firma über einen Fußballverein zu vermarkten? Weil das mal ein "Werksverein" war? Das kann doch kein Argument sein.
Die DFL macht sich in meinen Augen lächerlich in diesem Scheinkampf. Vor keinem Gericht dieser Welt hätte diese Ausnahmeregelung für Leverkusen Bestand, das wird auf die DFL wissen. Ich verstehe ja den Sinn dahinter, sich gegen aggressive Marketingstrategien zu versperren und somit andere Unternehmen, die Red Bull vielleicht nacheifern möchten, abzuschrecken, dann sollten dafür aber auch sinnvolle Argumente gefunden werden. Ich habe auch etwas gegen Red Bull als Marketingkonzern, aber wenn die Statuten der DFL diesen Unsinn erlauben, dann sollte auch nicht den Stammtischen fadenscheinige Kost zur Verschmähung aufgesetzt werden, sondern die Entscheidungsträger müssen anfangen gegen die Unterwanderung sinnvolle Abwehrmechanismen zu schaffen. Da halte ich das Argument der Hintergehung der 50+1 Regel schon für viel effektiver, aber mit diesem Logo-Blödsinn verwässert die Diskussion über das eigentliche Problem. Letztendlich kommt Red Bull mit diesen Auseinandersetzungen sogar noch mehr in die Schlagzeilen, ich wusste bis dato noch gar nicht, dass dieses Logo dem Markenlogo von Red Bull entspricht. Diese öffentlichen Auseinandersetzungen der DFL mit dem Verein ist doch genau das, was zur Verbreitung der Marke beiträgt und hat damit einen antipodischen Effekt.
Was mich noch viel mehr nervt ist dieses Gelaber von "Gut für den Osten", welches vorallem aus westlicher Richtung kommt. Sollten hier welche genau so denken, beschäfftigt euch bitte mal vorallem mit den Jugendabteilungen der Ost-Vereine ...
Ein kleines Bsp.: vor dem Auswärtsspiel gegen Chemnitz hat dieser Rattenverein vor einer Chemnitzer Grundschule Körbe mit Bällen aufgestellt (der Hausmeister hat früh erstmal die Polizei geholt), nach dem alles aufgeklärt war gabs noch kostenlos T-Shirts für die Kinder ... ok noch eins: Vor ein paar Wochen war in jeder sächsischen Möchtegernzeitung ein riesen Werbeartikel für RB und die Jugendarbeit ... damit schön jeder seine kinder dort verheizt. Solche werbeaktionen kann sich Ottonormalfußballverein gar nicht leisten.
Das verstehe ich nicht. Wenn Red Bull Geld nachschießt, um Talente zu fördern, ist das doch erstmal positiv. Wenn ich bei RB Leipzig eine qualitativ viel höherwertige Ausbildung bekomme als in Chemnitz oder Zwickau, weil die dort nicht das Geld haben, um gute Trainer, Geräte und Förderungsmaßnahmen zu bezahlen, dann gehe ich doch zu RB Leipzig, bevor ich in Zwickau nicht genug gefördert werde. Insofern ist das doch "gut für die Region" in Bezug auf Fußballförderung. Wenn ich mir aussuchen kann, ob ich in Harvard oder Chicago Jura studiere, weil mir beide Colleges ein Stipendium anbieten, dann gehe ich doch nach Harvard, weil ich dort vermutlich viel mehr gefördert werde und bin froh, dass die mir die Gelegenheit dazu geben, bevor ich in Chicago "versauere".