Ne ne, habe ich noch nicht beschrieben. Auf der von mir besuchten Fortbildung war man natürlich schon gaaaanz weit in den eigenen Vorstellungen. Tabletklassen, überall Beamer, teilweise sogar in jedem Klassenzimmer eine interaktive Tafel usw. Das kostet den Schulträger hier bei mir im Landkreis zu viel Geld und ich kann verstehen, dass man Schritt für Schritt angehen will.
Ich habe daher das Tablet so vorgestellt, dass es Laptop und OHP ablöst und in erster Linie als Medium des Lehrers eingesetzt wird. Tablet in Schülerhand wäre mal was für die nächsten 5 Jahre, so wie ich unser Bildungssystem kennengelernt habe.

Daher habe ich vorrangig auch Apps gezeigt, die ich intensiv im Unterricht nutze, ich habe Möglichkeiten gezeigt, wie man seine Unterrichtsplanung und Dokumentation von Ergebnissen (Tafelanschrieb, Schülerprodukte usw.) mit wenigen handlichen Schritten bewerkstelligen kann. Da ich an zwei Schulen bin, sind die Voraussetzungen teils erheblich andere. An der einen Schule haben wir inzwischen in vielen Räumen einen Beamer und eine Dokumentenkamera, was schon ein gewaltiger Fortschritt zum OHP und den schmierigen Folienstiften ist. Via HDMI ist das Tablet auch ganz fix mit dem Beamer verbunden. Es gibt schulinterne WLANs, wobei die eher schwach auf der Brust sind und ich mich im Ernstfall nicht auf sie verlassen wollte.
An der anderen Schule gibt es noch Medienwagen, die doch sehr alt sind. Dafür gibt es prinzipiell die Möglichkeit sich in jedem Raum ins LAN einzuklinken. Beamer in jedem Raum sind jedoch noch ein vager Traum.

Die Stadt hat außerdem ein weiteres WLAN zur Verfügung gestellt, zu dem nur wir Lehrer Zugang haben und das an allen Schulen hier im Ort läuft (laufen sollte). Sofern mein Smartphone oder Tablet das Netz findet, läuft das sehr gut und sehr schnell (kein Wunder, hängen ja kaum User dran).
Fazit: Internet im Unterricht via WLAN naja, Tablet via Beamer an der einen Schule bereits top, an der anderen findet die schrittweise Ausrüstung statt.
Geplant ist nun, dass mehrere Tablets (inkl. Zubehör) besorgt werden und einige Kollegen sich damit noch in diesem Schuljahr bzw. dann spätestens nächstes Jahr intensiver auseinandersetzen und meine Vorschläge zur Nutzung ausprobieren. Hier fehlen klar noch Fortbildungsangebote, die sich an den fachspezifischen Einsatz richten. Ich habe natürlich keine Ahnung, welche genialen Physik-Apps es gibt oder welche Apps sich besonders im Fremdsprachenunterricht eignen. Prinzipiell kann man jedoch schon mit wenigen Handgriffen und kleineren Umstellungen weite Teile seines eigenen Unterrichts (den wir jungen Lehrer ja sowieso digital auf der heimischen Festplatte haben) mithilfe von Apps aufbereiten und hat so eine spürbare Entlastung:
- weniger Papierkram
- weniger Gewicht
- schneller Zugriff auf relevante Schülerinformationen (vergessene HAs, Notenstand usw.)
- im Vergleich zum Notebook: man kann Bilder/Videos machen, die Akkulaufzeit ist im Normalfall um ein Vielfaches länger, das lästige Hochfahren etc. ist beim Tablet quasi gar nicht gegeben
- mit dem richtigen Eingabestift macht auch die handschriftliche Eingabe am Tablet Spaß (da ich nicht den richtigen Stift habe für mein privates Tablet, macht es eher weniger Spaß

)
Derzeit bin ich auf der Suche nach der perfekten App fürs Class Room Management und Notenverwaltung. Leider kosten fast alle Apps aus diesem Bereich gleich mal 15 Euro und ich kaufe ungern die Katze im Sack. Tapucate soll gut sein, ich muss mir das mal in den Sommerferien näher anschauen und wenn die App gut ist, ersetzt sie vielleicht meinen klobigen DINA4-Schulplaner, so dass ich wirklich nur noch mein Tablet mitnehmen muss und vielleicht mal das Buch (sofern nicht schon digital) und Unterlagen für die Schüler.
Summasummarum habe ich für eine gehobene Grundausstattung etwa 500 Euro je Tablet veranschlagt. Da ist dann aber auch wirklich viel Zubehör dabei (Tablet, USB-Connector, Streaming Stick, HDMI-Adapter für kabelgebundende Lösung, Boombox usw.).