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j4y_z:
Das Hauptproblem ist halt, dass die Leute nicht zwischen Wetter und Klima unterscheiden können oder wollen.
Bestes Beispiel dafür ist die AfD, die jedesmal, wenn Schnee im Winter fällt oder es -20 Grad hat, provokant nachfragt, wo denn die Erderwärmung wäre. Dass aber eigentlich viel öfter Schnee fallen sollte, das interessiert die nicht.
karenin:
Naja die Medien "dürfen" ja auch nicht. Erst kürzlich hat der ZDF Intendant den Vorstoß von "Klima vor 8" als Politisch motiviert bezeichnet, was sein Sender ja nicht sein darf (und aber Börser vor Acht bringt :D. Mal ganz davon ab, was da so an (alt-) Politiker mit drin sitzt im Vorstand etc...).
Und klar, sowieso alles das irgendwas mit Wetter/Klima zu tun hat (inzwischen werden ja sogar die Wetterfrösche auf Twitter von den äh üblichen Verdächtigen dafür angegangen), ist ja sowieso Wahlwerbung für die Grünen.. Kam so schon von FDP, AFD, CDU und so zwischen den Zeilen auch von der SPD :laugh:
Merken die das gar nicht? Oder fahren die alle nach dem "Aus irgendeinem Grund ist die Umwelt grad ein Thema" Laschet Maßstab? (Mal davon ab sind mir die Grünen auch noch in vielen Bereichen bei dem Thema eine umsetzbare/konkrete Strategie schuldig. Ist das einfach nur "Wahlkampf für Grüne" weil.... Die sich grün nennen??)
Dazu hat der Arnie übrigens einen stabilen Rat:
(click to show/hide)
Geht ihm darin zwar um Impfungen, aber ersetzt man den Teil mit den Immunologen etc mit Experten fürs Klima/Wetter, passt es genau so gut.
Edit: Und zum leidigen "was können wir schon machen, CHINA CHINA" (die übrigens Vorreiter für die Branche sind da sie Technologie u.a. von uns und Trump USA weg gekauft hat und jetzt groß aufzieht.. Wer hätte das auch ahnen können ne, dass diese Branche im Kommen ist, lass verscherbeln...): Deutschlands Ausstoß durch Braunkohle (der - mit großem Abstand - übelsten aller Arten Strom zu produzieren) ist soviel wie Russland und die USA zusammen... Find ich schon das man da ansetzen kann
DeDaim:
--- Zitat von: karenin am 09.August 2021, 21:29:00 ---Naja die Medien "dürfen" ja auch nicht. Erst kürzlich hat der ZDF Intendant den Vorstoß von "Klima vor 8" als Politisch motiviert bezeichnet, was sein Sender ja nicht sein darf (und aber Börser vor Acht bringt :D. Mal ganz davon ab, was da so an (alt-) Politiker mit drin sitzt im Vorstand etc...).
--- Ende Zitat ---
Das ist richtig und zeigt auch genau meinen Punkt: Die Klimakrise ist von vielen einfach noch nicht verstanden worden und wird auch nicht als Krise behandelt. Es ist halt "das Klima-Thema" und damit eines von vielen. Dass sich aber im Grunde alles daran aufhängt, das Klima also eine Meta-Thema ist, wird dabei nicht bedacht. Dabei wird jegliches zukunftsgerichtetes Denken und Planen, wenn es konsequent ist, vom Klimawandel beeinflusst: von der Rentenpolitik (welche Rolle spielt die überhaupt noch in einer +3°C-Welt?) über den Wohnungsbau (wie gehen wir mit unbewohnbaren Dachgeschosswohnungen im Hochsommer um? Wie kriegen wir die CO2-intensive Baubranche klimaneutral?) bis hin zur Wirtschaftspolitik (wie ermöglichen wir klimaneutrales wirtschaften? Oder im worst case: Wenn wir beim Klimaschutz versagen, wird auch die Wirtschaft nicht mehr brummen -> Klimaschutz bewahrt Wohlstand). Solange Themen weiter isoliert betrachtet werden, wird es auch schwer der breiten Bevölkerung zu erklären, was der Klimawandel wirklich bedeutet.
GameCrasher:
Ich gebe dir inhaltlich definitiv Recht, DeDaim. Allerdings ist das für mich auch weiterhin eine zu tiefe angesetzte Ebene der Betrachtung. So langsam aber sicher muss noch weiter oben angefangen werden zu denken. Nämlich bei Existenzfragen.
So wie weiterhin agiert wird, werden zunehmend irreparable Schäden an Natur und Umwelt gefördert - und ja, man muss es so sagen, von uns erzeugt!
Heißt, auf absehbare Zeit werden ganze Nationen und damit Völker ihrer Existenz beraubt. Das reicht von unzähligen kleinen Inselsstaaten bishin zu größeren afrikanischen Nationen, welche durch die zukünftigen Umstände nicht mehr dort leben können wo sie jetzt angesiedelt werden.
Das Ganze führt unaufhaltsam zu Massenflucht Richtung Norden, was eine Kettenreaktion auslöst.
Das ist nicht mehr mit der jüngsten Flüchtlingskrise vergleichbar. Oder jener vom Balkankrieg.
Zunehmend wird Wohnraum immer knapper. Viele Länder wollen diese Menschen nicht aufnehmen, was weiter zu globalen Spannungen zwischen den Bündnisstaaten führen wird. Von den austerbenden Tierarten und dem Waldsterben brauch ich nicht nochmal anfangen zu berichten.
Ich möchte nicht nur schwarzmalen oder den Weltuntergangsnostradamus geben... Ich will nur sagen, was interessiert am Ende ob eine Wirtschaftslage in einem Industrieland sich um 2% bessert oder doch die angepeilten 4%, wenn praktisch sämtliche Grundlagen die eine Wirtschaft stabil halten würden, sich grade verabschieden?
Bin mir grade unsicher diesen Text überhaupt abzuschicken... :-X
DeDaim:
Dem kann ich nur zustimmen, GameCrasher. Die Klimakrise ist die Mutter aller Krisen. Ich denke, auf diesen Satz lässt sich das alles eindampfen. Und genau dieser wesentliche Punkt ist in der Breite der Gesellschaft, aber dramatischerweise eben auch in Politik und Medien, vielfach glaube ich noch nicht wirklich begriffen worden. Australien und China haben jetzt beispielsweise schon angekündigt, an ihren Plänen zum Klimaschutz (die unzureichend sind) nichts ändern zu wollen. Viele Konservative scheinen immer noch zu glauben, man könne über den Klimawandel in irgendeiner Form verhandeln, das Problem lösen durch die Art und Weise Politik zu machen, wie man es schon immer getan hat: verhandeln, verschleppen, verzögern, um am Ende bei einem Minimalkonsens zu landen.
Und ja, alles was du oben schreibst, wird eintreten, wenn wir beim Klimaschutz nicht endlich aus dem Quark kommen (und mit "wir" meine ich die Weltgemeinschaft, denn nochmal: niemand behauptet, Deutschland könne die Welt alleine retten). Einige der genannten Folgen werden so oder so eintreten, egal was wir tun. Ich glaube aber auch, dass diese nach Panikmache anmutenden Szenarien - so fundiert sie auch sein mögen - niemanden überzeugen werden. Das ist zu abstrakt, zu weit weg. Im besten Fall erzeugt es Angst, im schlimmsten Fall halten die Leute es für übertrieben, winken ab und nehmen einen in der Diskussion nicht ernst.
Daher muss man, finde ich, konkret benennen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf unseren Alltag haben wird. Was es bedeutet, wenn Extremwetterereignisse zunehmen. Was es konkret heißt, wenn in Deutschland 3-4°C mehr sind. Welche Folgen das für unsere Energieversorgung hat (und was unsere derzeitige Energieversorgung zu so einer Situation beiträgt). Politik und Medien müssen auch besser darin werden, die Basics des Klimawandels zu vermitteln. Der von mir verlinkte Auftritt von Robert Habeck ist ein gutes Beispiel dafür: er benennt ganz klar das Problem der Trägheit des Systems. Er sagt klar, dass es nicht darum geht, eine Entwicklung umzukehren, sondern die schon eingesetzte Entwicklung so zu bremsen, dass wir uns daran anpassen können.
Ich befürchte wirklich, dass der Effekt relativ gering ist, wenn man den Leuten erklärt, der Klimawandel bedeutet das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Dann findet noch mehr Verdrängung statt (meine Vermutung/Befürchtung). In unserer Macht liegt aber tatsächlich nur noch die Entscheidung, ob der Anpassungsdruck für unsere Gesellschaften nicht zu hoch wird, um weiter mehr oder weniger in unserer jetzigen Form bestehen zu können. Der Wissenschaftsjournalist und -blogger Lars Fischer hat dazu einen sehr passenden Thread auf Twitter veröffentlicht: https://twitter.com/Fischblog/status/1425049360249888768
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