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Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2006348 mal)

White

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1520 am: 29.August 2011, 22:35:38 »

http://web.de/magazine/nachrichten/panorama/13544850-vater-schwaengert-14-jaehrige-tochter.html#.A1000107

Auch die duetschen sind nicht besser - der letzte Satz des Artikels nimmt mich schon etwas mit...
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Ensimismado

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1521 am: 30.August 2011, 10:20:12 »

@octa:

Es geht hier nicht um Lobhudelei. Es geht darum, dass man ihn schassen will, weil er EINMAL seinen Job gemacht hat.

Hätte man ihm einen Rücktritt nahegelegt, als er die Hoteliers mit 7% (Steuer) beglückt hat....hätte ich nix gesagt. Naja, vielleicht sogar ein "gut so".  ;)

Hätte man ihm einen Rücktritt nahegelegt, als er den "Harzern" mit "spätrömischer Dekadenz" ins Gesicht gespuckt hat...."gut so".

Aber jetzt, wo er einmal was richtig gemacht hat.....nee, das begreife ich nicht.
Er hat jetzt einmal seinen Job richtig gemacht und sich direkt danach mit etwas gebrüstet, das er überhaupt nicht erreicht hat. Das ist respektlos, was er da abzieht und zeigt wunderbar, wie Westerwelle immer nur versucht, Politik für SICH zu machen.
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smedhult

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1522 am: 30.August 2011, 10:43:38 »

Er hat jetzt einmal seinen Job richtig gemacht und sich direkt danach mit etwas gebrüstet, das er überhaupt nicht erreicht hat. Das ist respektlos, was er da abzieht und zeigt wunderbar, wie Westerwelle immer nur versucht, Politik für SICH zu machen.

Versucht das nicht jeder Politiker?  ::)
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"En del människor tror att fotboll är en fråga om liv och död. Jag avskyr den inställningen. Jag kan försäkra er om att det är mycket allvarligare än så." (Bill Shankley)

pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1523 am: 30.August 2011, 15:21:23 »

@octa:

Es geht hier nicht um Lobhudelei. Es geht darum, dass man ihn schassen will, weil er EINMAL seinen Job gemacht hat.

Hätte man ihm einen Rücktritt nahegelegt, als er die Hoteliers mit 7% (Steuer) beglückt hat....hätte ich nix gesagt. Naja, vielleicht sogar ein "gut so".  ;)

Hätte man ihm einen Rücktritt nahegelegt, als er den "Harzern" mit "spätrömischer Dekadenz" ins Gesicht gespuckt hat...."gut so".

Aber jetzt, wo er einmal was richtig gemacht hat.....nee, das begreife ich nicht.
Er hat jetzt einmal seinen Job richtig gemacht und sich direkt danach mit etwas gebrüstet, das er überhaupt nicht erreicht hat. Das ist respektlos, was er da abzieht und zeigt wunderbar, wie Westerwelle immer nur versucht, Politik für SICH zu machen.

Mir ist wichtiger was Leute tun, als was sie sagen. Lieber das richtige tun, und das falsche sagen, als andersherum.

Respektlos? Gegenüber wem? Den "Waffenbrüdern" aus FRA/USA?  ;D
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"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft."

J.P. Sartre

Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1524 am: 30.August 2011, 18:43:08 »

Kleine Anekdote zum Engagement der Bundespolizei in Afghanistan:

Kurz nach der Eröffnung der Polizeischule in Afghanistan mussten neue Gelder zur Sanierung der Sanitäreinrichtungen bewilligt werden, da sämtliche Toiletten im Gebäude mit Steinen verstopft waren. Wie sich herausstellte, kannten ein Großteil (alle?) der afghanischen Auszubildenenden keine Toiletten in dieser Form und benutzten anstatt Toilettenpapier ganz einfach Steine, die sie sich von draußen mitnahmen.

 ;)
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wAvE

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1525 am: 03.September 2011, 14:43:35 »

Die benutzen steine statt toilettenpapier ??

Gibts sonst noch leute hier die sich das ned vorstellen können ? :D
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Uwe

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1526 am: 03.September 2011, 14:52:48 »

 ;D

Was würden wir machen in Steinwüsten ohne Pflanzenwuchs und ohne Wasserleitung?

In irgendeinem anderen asiatischen Land gibt man sich zur Begrüßung nur die linke Hand, weil die rechte aus einem gewissen Grund als unrein gilt. (oder andersrum).

Andere Meldung:

Heute (kann auch gestern gewesen sein) vor 21 Millionen Jahren explodierte ein Stern in der Messier-Galaxie. Diese Supernova kann man angeblich mit einem Fernglas in der Abenddämmerung beobachten können, weil sie außergewöhnlich hell ist.

http://skyweek.wordpress.com/2011/08/26/closest-type-ia-supernova-in-decades-explodes-in-galaxy-messier-101-brightening-rapidly-should-read-10-11-mag-soon/

Wie man die am besten ortet? Ganz einfach: es ist der Stern, der da normalerweise nicht hingehört.
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Omegatherion

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1527 am: 03.September 2011, 16:33:56 »


In irgendeinem anderen asiatischen Land gibt man sich zur Begrüßung nur die linke Hand, weil die rechte aus einem gewissen Grund als unrein gilt. (oder andersrum).

Indien.

Mit der Rechten entfernt man u.a. die "Reste" nach dem Stuhlgang, weil die dort auch kein Toilettenpapier kennen. Man isst aus disem Grund auch nur mit einer Hand. Besteck ist nämlich auch eher unüblich, zmindest in einfachen Haushalten.
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Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1528 am: 03.September 2011, 17:06:20 »

Die benutzen steine statt toilettenpapier ??

Gibts sonst noch leute hier die sich das ned vorstellen können ? :D

Ich mach ja gern mal meine Witze hier im Forum, aber dafür leg ich die Hand ins Feuer.
Ist keine Ente  ;)
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Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1529 am: 03.September 2011, 19:04:17 »

http://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,13509.msg373833.html#msg373833

Meldung aus Italien. Bisschen nach unten scrolle, auf Höhe des F.A.Z. Logos geht die Meldung los. Keine Ente!
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1530 am: 05.September 2011, 15:17:33 »

Falls es jemanden interessiert, WER hinter den Rebellen in Libyen steckt:

Wie al-Qaeda in Tripolis an die Macht kam
Von Pepe Escobar


Sein Name ist Abdelhakim Belha. Manche im Nahen Osten dürften von ihm
gehört haben. Aber nur wenige im Westen und in der restlichen Welt
dürften seinen Namen kennen.

Zeit dies nachzuholen. Weil die Geschichte, wie ein al-Qaeda Mitglied
zum Top Militär Befehlshaber im immer noch kriegszerissenen Tripolis
wurde, die Wildnis an Spiegeln zerschmettern wird, aus denen der "Krieg
gegen den Terror" besteht. Außerdem wird diese Geschichte die
sorgfältig aufgebaute Propaganda der"humanitären" NATO Intervention in
Libyen aufs Schwerste kompromittieren.

Muammar Gaddafis Festung Bab-al-Aziziah wurde letzte Woche
hauptsächlich von Belhajs Männern angegriffen und erobert - die an der
Spitze einer Miliz aus Berbern von den Bergen südwestlich von Tripolis
standen. Heimlich 2 Monate lang trainiert durch US Special Forces. Es
stellte sich heraus, dass dies die effektivste Miliz der Rebellen
während des 6 Monate dauernden Stammes-/Bürgerkriegs war.

Schon letzten Dienstag berichtete Belhaj stolz wie die Schlacht
gewonnen wurde, als Gaddafis Soldaten "wie Ratten" flüchteten (man
beachte, dass dies die gleiche Metapher ist, mit der Gaddafi selbst
die Rebellen bezeichnet).

Abdelhakim Belhaj, auch als Abu Abdallah al-Sadeku bekannt, ist ein
libyscher Jihad Kämpfer. Geboren im Mai 1966, perfektionierte er in den
1980er Jahren seine Fähigkeiten bei den Mujaheddin im
Anti-Sowjetischen Jihad in Afghanistan.

Er ist der Gründer der Lybian Islamic Fighting Group (LIFG) und ist
ihr de fakto Führer - mit Khaled Chrif und Sami Saadi als sein
Stellvertreter.

Nachdem die Taliban in Kabul im Jahr 1996 die Macht übernommen
hatten, leitete die LIFG 2 Trainingscamps in Afghanistan; eines von
ihnen, 30 km von Kabul entfernt, war ausschließlich für Jihadkämpfer
reserviert, die der al-Qaeda verbunden waren.

Nach 9/11 ging Belhaj nach Pakistan und in den Irak wo er sich mit
niemand anderem als dem ultra-bösen Abu Musab al-Zarqawi anfreundete -
dies alles, bevor al-Qaeda im Irak die Verbundenheit mit Osama bin
Laden und Ayman al-Zawahiri verkündete und ihre grausamen Praktiken
anwendete.

Im Irak waren die Libyer nach den Saudis das größte ausländische Sunni
Kontingent der Jihad-Kämpfer. Mehr noch waren die Libyschen
Jihad-Kämpfer immer die Superstars in den Top Rängen der
"historischen" al-Qaeda - von Abu Faraj al Libi (bis zu seiner
Verhalftung im Jahr 2005 Militärkommandeur, jetzt einer von 16
wertvollen Häftlingen im US Lager in Guantanamo) bis zu Abu al-Laith
al-Libi (ein anderer Militärkommandeur, der Anfang 2008 in Pakistan
getötet wurde).

Zeit für eine außerordentliche Auslieferung
Seit 9/11 war die LIFG auf den Radarschirmen der CIA. Im Jahr 2003 wurde
Belhaj schließlich in Malaysia verhaftet und dann ganz im Stil einer
außerordentlichen Auslieferung in ein geheimes Gefängnis in Bangkok
transportiert und gründlich gefoltert.

Im Jahr 2004 entschlossen sich die Amerikaner Belhaj als ein Geschenk
an den libyschen Geheimdienst zu schicken - bis er durch das Gaddafi
Regime im März 2010 mit 211 anderen "Terroristen" in einer groß
angekündigten Public Relations Aktion befreit wurde.

Der Verkünder der Aktion war kein geringerer als Saif Islam al-Gaddafi
- das modernisierende/London School of Economics Gesicht der Regimes.
LIFGs Führer - Belhaj und seine Stellvertreter Chrif und Saadi -
veröffentlichten ein 417-Seiten Geständnis genannt "corrective
studies" in dem sie den Jihad gegen Gaddafi für beendet (und illegal)
erklärten, bevor sie endgültig in Freiheit entlassen wurden.

Ein faszinierender Bericht über den ganzen Prozess findet sich in
einem Report, "Combating Terrorism in Libya through Dialoge and
Reintegration". [1] Man beachte, dass die Autoren, in Singapur
beheimatete Terrorismus-"Experten" die durch das Gaddafi-Regime da
festlich bewirtet wurden, ihre "tiefste Dankbarkeit gegenüber Saif
al-Islam Gaddafi und der Gaddafi International Charity ausdrücken, die
diesen Besuch möglich gemacht haben".

Wichtig ist, dass noch im Jahre 2007, damals al-Qaeda Nr.2 Mann
Zawahiri die offizielle Vereinigung von LIFG und al-Qaeda im
Islamischen Mahgreb (AQIM) verkündete. So war seitdem LIFG/AQIM ein
und dieselbe Organisation - und Belhaj war ihr Führer.

Im Jahr 2007 rief LIFG den Jihad gegen Gaddafi aber auch gegen die USA
und andere ausgewählte westliche "Ungläubige" aus.

Schnellvorlauf zum Februar letzten Jahres als sich ein freier Mann,
Belhaj dazu entschloss, wieder zurück in den Jihad Modus zu schalten
und seine Kräfte mit dem angezettelten Aufstand in der Cyrenaika zu
vereinen.

Jeder Geheimdienst in den USA, Europa und in der arabischen Welt weiß,
woher Belhaj kommt. Er machte in Libyen bereits klar, dass er und
seine Miliz das Gesetz der Scharia einführen wird.

Da geht es nicht um "pro-Demokratie" - nicht einmal mit der größten
Phantasie. Und trotzdem konnte so ein Leistungsträger beim Krieg der
NATO nicht außen vor gelassen werden. Nur weil er etwas gegen
"Ungläubige" hatte.

Die Tötung von Rebellen Kommandeur General Abdel Fattah Younis Ende
Juli - durch die Rebellen selbst - scheint auf Belhaj hinzudeuten,
oder zumindest auf Leute, die ihm Nahe stehen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Younis - bevor er vom Regime überlief -
verantwortlich war für Libyens Special Forces, welche die LIFG von
1990 bis 1995 in der Cyrenaika auf das heftigste bekämpft hatten.

Der Transitional National Council (TNC) hat laut einem seiner
Mitglieder, Ali Tarhouni, verbreiten lassen, dass Younis durch eine
lichtscheue Brigade, bekannt als Obaida ibn Jerrah (einer der
Begleiter von Prophet Mohammed) getötet wurde. Doch nun scheint sich
die Brigade in Luft aufgelöst zu haben.

Halts Maul oder ich schneide Dir den Kopf ab
Es dürfte kein Zufall sein, dass alle Top Militärkommandeure der Rebellen
Mitglieder der LIFG sind. Von Belhaj in Tripolis angefangen bis zu einem
Ismael as Salabi in Benghazi und einem Abdelhakim al-Assadi in Derna. Nicht zu
vergessen eine Schlüsselstellung, Ali Salabi, der im Zentrum des TNC sitzt.

Es war Salabi, der mit Saif al-Islam Gaddafi das "Ende" des LIFG Jihads
aushandelte. Und damit die strahlende Zukunft dieser wiedergeborenen
"Freiheitskämpfer" sicher stellte.

Man benötigt keine Glaskugel um sich vorzustellen was passieren wird.
LIFG/AQIM haben militärische Macht erobert und sind nun unter den
Kriegs-"Gewinnern" - sie haben keinerlei Interesse die Macht wieder abzugeben,
nur um den Wünschen der NATO zu entsprechen.

Derzeit ist es im Pulverdampf des Krieges unklar, ob Gaddafi plant, die
Tripolis Brigade durch Städtekampf zu besiegen oder die
Mehrheit der Rebellen zwingen will, die riesigen Stammesgebiete des Warfallah
Stamms zu betreten.

Die Frau Gaddafis ist eine Warfallah, Libyens größter Stamm mit bis zu 1 Mio
Menschen und 54 Unterstämmen. Insider in Brüssel sprechen davon, dass die NATO
erwartet, dass Gaddafi für Monate, wenn nicht für Jahre kämpfen wird. Daher
das Kopfgeld im texanischen George W. Bush Stil und die verzweifelte Rückkehr
zu Plan A, der immer darin bestand Gaddafi zu töten.

Libyen könnte sich nun mit dem Gespenst einer doppelköpfigen Guerilla Hydra
konfrontiert sehen. Die Kräfte Gaddafis gegen eine schwache TNC
Zentralregierung und NATO Stiefel auf dem Boden. Und der LIFG/AQIM Nebel in
einem Jihad gegen die NATO (falls sie von der Macht abgeschnitten werden).

Gaddafi mag ein diktatorisches Relikt aus vergangenen Tagen sein. Doch Du
monopolisiert nicht Macht über 4 Jahrzehnte für nichts und ohne dass Dein
Geheimdienst das eine oder andere gelernt hat.

Von Anfang an behauptete Gaddafi, dass dies eine vom Ausland
unterstützte/al-Qaeda Operation sei. Er hatte Recht (auch wenn er zu erwähnen
vergaß, dass dies vor allem ein Krieg des neo-napoleonischen Französichen
Präsidenten Nicolas Sarkozy war. Aber das ist eine andere Geschichte),

Er sagte auch, daß dies ein Vorspiel für eine ausländische Besetzung sei,
deren Ziel die Privatisierung und Übernahme der libyschen Naturschätze sei. Es
kann sein, dass er auch diesmal Recht hat.

Die "Experten" aus Singapur, welche die Entscheidung des Gaddafi Regimes
lobten, die LIFG Jihadkämpfer zu entlassen, bewerteten dies als "eine
notwendige Strategie um die Gefahr für Libyen zu vermindern".

Jetzt ist LIFG/AQIM endlich bereit um seine Optionen als eine "einheimische
politische Macht" auszuspielen.

Zehn Jahre nach 9/11 ist es schwer sich nicht vorzustellen, wie ein gewisser,
skelletierter Schädel auf dem Grunde der Arabischen See grinsend das neue
Königreich begrüßt.


Original aus AsiaTimes Online: http://www.atimes.com/atimes/middle_east/mh30ak01.html
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"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft."

J.P. Sartre

pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1531 am: 05.September 2011, 15:18:29 »

Und hier nochmal ein Resumee, wie und warum es zum Krieg in Libyen kam:


Warum Gaddafi die rote Karte bekam
von Pepe Escobar


Die libyschen Wüstenlandschaften betrachtend, saß der Geliebte Führer der
Demokratischen Volksrepublik Korea, Kim Jong-il, in einem klimatisiertem, mit
hauchdünnen LCDs vollgepackten Raum eines Palastes in Pyongyang.

Er muss ziemlich erstaunt gewesen sein, als er über die Schwierigkeiten von
Colonel Muammar Gaddafi nachdachte. Man kann sich vorstellen, wie der
Geliebte Führer vor sich hinmurmelt. "Was für ein Volltrottel". Kein Wunder.
Er weiß wie Big G praktisch an diesem Tag im Jahr 2003 sein Todesurteil
unterschrieb. Als er die Empfehlung seiner außer Rand und Band geratenen
Sprösslinge akzeptierte - allen hatte Europa den Kopf verdreht -
und sein Massenvernichtungsprogramm stoppen ließ und die Zukunft der Regimes
in die Hände der NATO legte.

Zugegebenermaßen kannten Saif al-Islam, Mutassim, Khamis und der Rest des
Gadaffi Clans damals noch nicht den Unterschied zwischen einer bombigen Party
in Saint-Tropez und einer Bombardierung durch Mirages und Rafales.

Trotzdem dürfte Big G, egal wo er sich jetzt gerade befindet, in Sirte,
mitten in der Wüste oder in einer stillen Karawane in Richtung Algerien,
seine Sprösslinge bis in alle Ewigkeit verfluchen.

Er glaubte, er sei ein NATO Partner. Statt dessen will ihm die NATO jetzt
seinen Schädel wegblasen. Was für eine Partnerschaft ist denn das?

Der königliche Sunni Diktator in Bahrain bleibt; keine "humanitären" Bomben
wegen Manama, kein Kopfgeld. Der Saudische Diktatoren Club bleibt;
keine "humantären" Bomben wegen Ryadh, Dubai oder Doha - kein Kopfgeld auf ihre,
den westlichen Luxus liebenden Schädel. Sogar der Syrische Diktator bekommt
eine Atempause - bis jetzt wenigstens.

Daher ist die Frage, die sich viele Asia Times Online Leser stellen, unausweichlich:
Was war die entscheidende rote Linie, die Gaddafi überschritten hatte,
die ihm die rote Karte bescherte?

'Revolution' made in France
Es gibt genug rote Linien, die Big G überschritten hat - und genug rote Karten -
um seinen ganzen Computer Bildschirm blutrot zu färben.
Fangen wir mal mit den Grundlagen an. Die Franzmänner haben es getan.
Es lohnt sich immer zu wiederholen: dies ist ein Französischer Krieg.

Die Amerikaner nennen es nicht einmal einen Krieg. Es ist eine "kinetische Aktion"
oder sowas. Der Nationale Übergangsrat der "Rebellen" ist eine französische Erfindung.
Und ja - dies ist vor allem ein Krieg des neo-napoleonischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.
Er ist der George Clooney Darsteller in diesem Film (armer Clooney).

Alle anderen, angefangen von David von Arabien Cameron bis zum Nobel Preis Gewinner
und mehrfachem Kriegsplaner Barack Obama, sind Nebendarsteller.
Wie bereits von Asia Times Online berichtet, begann dieser Krieg im Oktober 2010
als Gaddafis Protokoll-Chef Nuri Mesmari, der sich nach Paris abgesetzt hatte, vom
französischen Geheimdienst kontaktiert wurde und ein militärischer Staatstreich unter
Einschluss von Überläufern aus der Cyrenaika geplant wurde.

Sarko hatte einen ganzen Sack voller Motive, um Big G eine zu verpassen..

Französische Banken hatten ihm gemeldet, dass Gaddafi gerade dabei war,
seine Milliarden von Euros zu chinesischen Banken zu transferieren. Daher durfte
Gaddafi auf keinen Fall zu einem Vorbild für andere arabische Staaten oder
Staatsfonds werden.

Französische Firmen hatten Sarko berichtet, dass Gaddafi entschieden hatte,
keine weiteren Rafale Kampfjets mehr zu kaufen. Und er würde auch keine Franzosen
beauftragen, um ein Kernkraftwerk zu bauen. Er befasste sich mehr damit,
in das Sozialwesen zu investieren.

Energieriese TOTAL wollte eine viel größere Schnitte aus der libyschen Energie-Torte
- die auf der europäischen Seite schon zum großen Teil von Italiens ENI gegessen
worden war. Insbesonders weil Premier Silvio "bunga bunga" Berlusconi,
ein zertifizierter Big G Fan, ein komplexes Geschäft mit Gaddafi unter Dach und
Fach gebracht hatte.

So war der Militärputsch bis zum Dezember in Paris fertig durchgeplant;
die ersten Demonstrationen in der Cyrenaika im Februar hauptsächlich angestiftet
durch die Verschwörer - wurden für die eigenen Zwecke umgebogen.

Der sich selbst vermarktende Philosoph Bernard Henri-Levy flog mit seinem weißem
T-Shirt über dem nackten Oberkörper nach Benghazi, um die "Rebellen" zu treffen
und um Sarkozy anzurufen und um ihn zu aufzufordern, die Rebellen als legitim
anzuerkennen (es war nicht so, dass bei Sarko irgend eine Ermunterung nötig gewesen wäre).

Der TNC wurde in Paris erfunden. Aber die UNO hat den TNC als “legitime” Regierung
von Libyen geschluckt. Genauso wie die NATO kein UN Mandat hatte, von einer no-fly Zone
überzugehen zu “humanitären” Bombardierungen ohne Rücksicht auf Verluste.
Und als Höhepunkt die Belagerung von Sirte.

Die französische und die britische Seite haben den Text bearbeitet,
der dann schließlich die UN Resolution 1973 wurde. Washington hat dann nur bei der
Party mitgefeiert. Das US State Department vermittelte einen Deal mit dem
Saudischen Königshaus, durch den die Saudis eine Abstimmung der Arabischen Liga
garantieren würden, welche als Vorspiel für eine UN Resolution dienen würde.
Zum Ausgleich würde keiner die Saudis daran hindern, jegliche Pro-Demokratie Proteste
in der Golfregion zu unterdrücken. Wie es die Saudis dann auch auf brutalste
Art und Weise in Bahrein gemacht haben.

Der Golf Cooperation Council (GCC - damals schon in den Golf Gegen-Revolutions Club mutiert),
hatte auch jede Menge Gründe, um Gaddafi los zu werden.
Den Saudis hätten gerne ein ihnen freundlich gesonnenes Emirat in Nord Afrika beherbergt.
Dies insbesonders um die ausgesprochen bösen Streitigkeiten zwischen Gaddafi und
König Abdullah los zu werden. Die Emirate suchten eine neue Gegend um zu investieren und
um dadurch Qatar “voran zu bringen”.
Qatar kuschelte mit Sarko und wollte richtig Geld verdienen - in dem man zum Beispiel die
Ölverkäufe der “legitimen” Rebellen abwickelte.

Die US Außenministerin Hilary Clinton dürfte mit dem Saudischen Königshaus oder den mordenden
al-Khalifas in Bahrein auf Kuschelkurs sein. Es war aber das State Department,
das Gaddafi wegen seiner “zunehmend national geprägten Politik auf dem Energiesektor”
und seiner “Libyanisierung” der Wirtschaft angriff.

Als gerissener Spieler hätte Big G den aufziehenden Sturm eigentlich erkennen müssen.
Seit der Zeit, als Premierminister Mohammad Mossadegh hauptsächlich durch die CIA im Iran
im Jahre 1953 abgesetzt worden war, galt die Regel, dass man den globalisierten Ölkonzernen
besser nicht auf den Schlips steigt..
Ganz zu schweigen vom internationalen Finanz- und Banking-Systen - die Verbreitung
subversiver Ideen wie zum Beispiel, dass Du Deine eigene Wirtschaft zum Vorteil der
eigenen Bevölkerung nutzt...

Wenn Du auf der Seite Deines eigenen Landes stehst, dann bist Du automatisch gegen diejenigen,
welche das Sagen haben - westliche Banken, Großkonzerne und lichtscheue “Investoren”,
die darauf aus sind, von dem zu profitieren, was Dein Land produziert.

Gaddafi hatte nicht nur alle diese roten Linien überschritten, sondern er versuchte auch,
sich heimlich vom Petrodollar zu verabschieden. Er versuchte, Afrika die Idee einer gemeinsamen Währung,
dem Gold-Dinar, nahe zu bringen (die meisten Afrikanischen Länder unterstützten diese Idee).

Er investierte in ein Multmilliarden-Projekt - den Großen Menschengemachten Fluss.
Ein Netzwerk von Pipelines, die Süßwasser von der Wüste an die Küste des Mittelmeeres pumpten
- und das ohne vor dem Altar der Weltbank auf die Knie zu fallen.

Er investierte in Sozialprojekte in armen Ländern südlich der Sahara; er finanzierte die
Afrikanische Bank und ermöglichte dadurch vielen Nationen, wieder einmal,
die Weltbank und insbesonders den Internationalen Währungsfonds zu umgehen.

Er finanzierte ein afrikaweites Telekommunikationssystem, das die westlichen Netzwerke umging.
Er erhöhte den Lebensstandard in Libyen. Die Liste ist endlos.

Warum habe ich nur Pyongyang nicht angerufen.
Und dann gibt es da diesen wichtigen militärischen Pentagon/Africom/Nato Gesichtspunkt.
Niemand in ganz Afrika wollte einen Africom Stützpunkt beherbergen.
Africom war während der Amtszeit von George W. Busch als ein Hilfsmittel erfunden worden,
um Afrika an Ort und Stelle unter Kontrolle zu halten und um verdeckt den kommerziellen
Vormarsch Chinas zu bekämpfen.

Schließlich war Africom gezwungen, sich am afrikanischsten aller Plätze,
nämlich in Stuttgart, Deutschland nieder zu lassen.

Die Tinte auf der UN Resolution 1973 war noch nicht richtig trocken,
als Africom mit der Bombardierung Libyens durch mehr als 150 Tomahawks begann
- noch bevor das Kommando auf die NATO übertragen worden war.

Dies war Africoms erster Afrikanischer Krieg und ein Vorspiel der Dinge, die noch kommen werden.
Der Aufbau einer permanenten Basis in Libyen ist praktisch schon beschlossene Sache
- Teil einer neo-kolonialen Militarisierung nicht nur Nordafrikas, sondern des ganzen Kontinents.

Die Absicht der NATO, das gesamte Mittelmeer zu beherrschen ist genauso forsch,
wie der Spielplan von Africom, das gerne Afrikas Robocop werden möchte.
Die einzigen Problemzonen waren Libyen, Syrien und der Libanon
- drei Länder die keine NATO Mitglieder sind oder durch ein Geflecht von NATO
“Partnerschaften” eingebunden sind.

Um die globale Robocop Rolle der NATO zu verstehen - legitimiert durch die UNO
- muss man nur auf die Informationen direkt aus der Quelle,
nämlich NATO Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, achten.

Als Tripolis noch bombardiert wurde, sagte er: “Wenn Sie es nicht schaffen,
Truppen außerhalb Ihrer Landesgrenzen einzusetzen, dann können Sie international
keinen Einfluss ausüben. Und diese Lücke wird dann von aufstrebenden Mächten ausgefüllt werden,
die nicht notwendigerweise Ihre Werte und Ihr Denken teilen”.

So, da haben wir es, in aller Öffentlichkeit. Die NATO ist eine westliche Hi-Tech Miliz,
um Amerikanische und Europäische Interessen zu verteidigen, um die Interessen der auftstrebenden
BRIC Länder und anderer zu isolieren und um die “Eingeborenen”, seien es Afrikaner oder Asiaten,
unter Kontrolle zu halten. Das Ganze ist viel einfacher zu erreichen,
weil der Betrug durch R2P “responsiby to protect”, getarnt ist.
Und zwar geht es nicht darum, Zivilisten zu schützen, sondern den kommenden Beutezug.

Kein Wunder, dass Big G unter diesen Umständen keine Chance hatte und reif war für eine Rote Karte,
die ihn vom großen Spiel für immer verbannen würde.

Nur wenige Stunden, bevor Big G beginnen würde, um sein Leben zu kämpfen,
trank der Geliebte Führer russischen Sekt mit Präsident Dmitry Medvedev.
Man unterhielt sich über das bevorstehende Pipelineistan Gambit.
Außerdem erwähnte der Geliebte Führer beläufig, dass er gerne zu Gesprächen über sein
immer noch aktives Nukleararsenal bereit sei.

Dies fasst zusammen, warum der Geliebte Führer nach oben kommen wird,
während Big G untergehen wird.


Original: http://atimes.com/atimes/Middle_East/MI01Ak02.html
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"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft."

J.P. Sartre

Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1532 am: 05.September 2011, 15:47:19 »

Ist das Satire?
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Kaliumchlorid

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1533 am: 05.September 2011, 16:21:52 »

Ist das Satire?

Ne, scheint echt zu sein.

Bin übrigens auch der Meinung, dass es den Westen nur darum geht Gaddafi abzusetzen, da er der westl. Politik mehr schadet als nützt. Und dass die Rebellen, von wem auch immer sie gesteuert werden, dabei ein gutes Werkzeug sind bzw. ein willkommener Anlass.
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Zu weit exitiert nur in deinem Kopf

pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1534 am: 07.September 2011, 08:39:56 »

Hier noch ein wenig "Satire"!  ::)

ESM-Vertrag! Das neue Ermächtigungsgesetz



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J.P. Sartre

pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1535 am: 07.September 2011, 11:36:29 »

Bundesverfassungsgericht weist Klage gegen EURO-Rettung ab

Verstehe gar nicht, warum überhaupt irgendwelche Verträge geschloßen werden, wenn sich eh keine Sau daran hält und sogar das höchste Gericht Deutschlands diese Vertragsbrüche abnickt.

Naja, sollen mal so weitermachen.  :blank:

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J.P. Sartre

Charlz

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1536 am: 07.September 2011, 11:46:52 »

Wen wundert das Urteil? Mich nicht wirklich, die stecken doch alle unter einer Decke.
Da kamen die letzte Zeit einige fragwürdige Urteile.
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El_Pocho

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1537 am: 07.September 2011, 14:14:18 »

Die Kritik am ESM ist berechtigt. Er stellt eine massive Einschränkung der nationalen Souveränität dar. Prinzipiell habe ich damit kein Problem, daß man eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik einführt. Allerdings sollte diese in die richtige Richtung gehen, d.h. festlegen eines gemeinsamen Mindestlohnes, von gemeinsamen, ausreichenden Sozialstandards, Regulieren des Finanzmarktes etc. Politik sollte tatsächlich Werte und Leben vor den spekulativen Langfingern und der Börsenmafia schützen. 

Aktuell allerdings gibt man den "Märkten" (was auch immer dieses Konstrukt sein soll, mit Realwirtschaft hat es nichts zu tun) einen Persilschein, weitere Länder über Spekulation in die "Schuldenkrise" (die eigentlich eine Finanzmarktkrise ist) zu stürzen und ihnen dann den gewünschten politischen Kurs aufzuzwingen, der latürnlich in Privatisierungen und "Sparmaßnahmen" besteht, die Konjunktur weiter abwürgt und die sozialen Gräben weiter aufweitet.
Dadurch, daß man Ammenmärchen erzählt (Beispiel: Die faulen Griechen ruhen sich unter dem Schirm aus), statt die Wahrheit zu sagen (nämlich daß die anscheinend so arbeitsscheuen Südstaaten laut OECD-Daten vor 2008 noch als Musterländer in Sachen Schuldenreduktion galten, bevor sie den "systemrelevanten" Haien das Geld in Bündeln zuwarfen), kultiviert man zudem fremdenfeindliche Klischees - besonders absurd: man will Europa retten, benutzt aber Ausländerfeindlichkeit und das Märchen vom "faulen Südländer", um von den tatsächlich notwendigen Maßnahmen und davon, daß unser Führungsriege von Finanzmarktlobbies bereits vor langem gekauft wurde, abzulenken.. Da sieht man schon wie weit her es mit der europäischen Idee ist....

Ich bin gerne Europäer. Ich mag die offenen Grenzen, die Durchmischung der Kulturen, die Möglichkeiten, überall zu arbeiten, wo man denn will. Ich finde es großartig, daß ich von hier nach Portugal fahren kann, ohne eine einziges Mal einen Ausweis zeigen zu müssen. Trotzdem: angesichts der Richtung, die dieses Europa im Moment nimmt, kann ich mir nur wünschen, daß dieses Konstrukt, daß offensichtlich nur der Sicherung des Reichtums und der Macht gewissen Kreise dient, krachend in sich zusammenbricht. Es ist traurig.






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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1538 am: 07.September 2011, 21:12:51 »

Zitat
Prinzipiell habe ich damit kein Problem, daß man eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik einführt. Allerdings sollte diese in die richtige Richtung gehen, d.h. festlegen eines gemeinsamen Mindestlohnes, von gemeinsamen, ausreichenden Sozialstandards, Regulieren des Finanzmarktes etc. Politik sollte tatsächlich Werte und Leben vor den spekulativen Langfingern und der Börsenmafia schützen.

Das hat man doch jetzt 12 Jahre lang probiert und es hat NICHT funktioniert. Die Wettbewerbsfähigkeiten der einzelnen Länder sind einfach viel zu unterschiedlich. Früher wurde das eben über die eigene Währung geregelt. Die starken Staaten werten auf und die schwachen werten ab und gut ist. Durch die gemeinsame Währung ist es doch erst zu dem Dilemma gekommen. Es ist totaler Unsinn, dass nur den Banken(Finanzwirtschaft) in die Schuhe  zu schieben. Bis weit über 100% ihres BIP's verschuldet haben sich einige Staaten von ganz alleine. War ja auch total easy. Sie konnten jahrelang Kredite quasi zum Nulltarif aufnehmen. Das hätten sie niemals gekonnt mit ihren eigenen Währungen. Aus gutem Grund.

Zitat
Aktuell allerdings gibt man den "Märkten" (was auch immer dieses Konstrukt sein soll, mit Realwirtschaft hat es nichts zu tun) einen Persilschein, weitere Länder über Spekulation in die "Schuldenkrise" (die eigentlich eine Finanzmarktkrise ist) zu stürzen und ihnen dann den gewünschten politischen Kurs aufzuzwingen, der latürnlich in Privatisierungen und "Sparmaßnahmen" besteht, die Konjunktur weiter abwürgt und die sozialen Gräben weiter aufweitet.

Was heisst denn über Spekulation in die Krise getrieben? Ein Land was mit 120% seines BIP's verschuldet ist, würde ich auch kein Geld geben und wenn, dann eben nur zu sehr hohen Zinsen (Risikoprämie). Das Problem ist doch nur, das unsere dämlichen Regierungen gesagt haben, ja okay, wenn einer nicht zahlen kann, springt ein anderer ein. Das heisst das Risiko für die Banken ist NULL. Im Normalfall geht Griechenland Bankrott und die Banken können sich ihre Kredite in die Haare schmieren. DAS WIRD ABER VON UNSEREN REGIERUNGEN VERHINDERT. Warum weiss ich nicht. Vielleicht weil alle total verblödet sind. Ich bin da echt ratlos. Die Banken lachen sich jedenfalls kaputt. Das kann man ihnen noch nichtmal zum Vorwurf machen.

Zitat
Dadurch, daß man Ammenmärchen erzählt (Beispiel: Die faulen Griechen ruhen sich unter dem Schirm aus), statt die Wahrheit zu sagen (nämlich daß die anscheinend so arbeitsscheuen Südstaaten laut OECD-Daten vor 2008 noch als Musterländer in Sachen Schuldenreduktion galten, bevor sie den "systemrelevanten" Haien das Geld in Bündeln zuwarfen), kultiviert man zudem fremdenfeindliche Klischees - besonders absurd: man will Europa retten, benutzt aber Ausländerfeindlichkeit und das Märchen vom "faulen Südländer", um von den tatsächlich notwendigen Maßnahmen und davon, daß unser Führungsriege von Finanzmarktlobbies bereits vor langem gekauft wurde, abzulenken.. Da sieht man schon wie weit her es mit der europäischen Idee ist....

Sorry, aber es ist bekanntermaßen erwiesen, dass die Bilanzen, zumindest von Griechenland vor dem Euro-Eintritt gefakt waren, sozusagen aufgehübscht unter politischem Druck. Griechenland hätte niemals in die EURO Währung mitreingedurft. Sie haben die Kritierien von Angang an nicht erfüllt.

Zitat
Ich bin gerne Europäer. Ich mag die offenen Grenzen, die Durchmischung der Kulturen, die Möglichkeiten, überall zu arbeiten, wo man denn will. Ich finde es großartig, daß ich von hier nach Portugal fahren kann, ohne eine einziges Mal einen Ausweis zeigen zu müssen. Trotzdem: angesichts der Richtung, die dieses Europa im Moment nimmt, kann ich mir nur wünschen, daß dieses Konstrukt, daß offensichtlich nur der Sicherung des Reichtums und der Macht gewissen Kreise dient, krachend in sich zusammenbricht. Es ist traurig.

Du tust ja gerade so, als wenn das nicht mehr möglich wäre, wenn die Südstaaten keinen Euro mehr haben. Musst halt wieder Geld tauschen und deinen Ausweis zeigen....na und? Ich kann damit leben. Einen klinisch toten Staat jahrelang mit Hunderten von Milliarden Steuergeldern vollzupumpen und damit noch nichtmal irgendetwas zu ändern.....damit kann ich nicht leben. Zumindest mein Verstand kann das nicht. Wenn man in Deutschland keine eigenen Probleme hätte und nicht wohin wüßte mit der Kohle, dann ja.....dem ist leider aber überhaupt nicht so.
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El_Pocho

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1539 am: 08.September 2011, 11:36:02 »

Zitat
Das hat man doch jetzt 12 Jahre lang probiert und es hat NICHT funktioniert. Die Wettbewerbsfähigkeiten der einzelnen Länder sind einfach viel zu unterschiedlich. Früher wurde das eben über die eigene Währung geregelt.

In welcher Hinsicht hat man dies probiert? Hat man versucht, die unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeiten abzupuffern, indem man z.B. Lohn- und Sozialstandards festsetzt? In Deutschland durfte man die Reallöhne quasi einfrieren, einen Billiglohnsektor schaffen, Sozialabbau betreiben. Die deutsche Kaufkraft reduziert sich, die Binnenwirtschaft wächst kaum, der Staat lebt eigentlich nur noch durch seinen Export. Und der Exportüberschuss des einen ist das Defizit des anderen, dadurch geraten vermeintlich "schwächere" Staaten unter Druck und verschulden sich. Hat man in der EU irgendetwas unternommen, um diesen Kreislauf zu durchbrechen? In dieser Hinsicht hätten wir - auch wenn es einen Verlust an nationaler Souveränität bedeutet hätte - viel früher viel mehr Europa mit zentralen Regulierungsmechanismen gebraucht.


Zitat
Es ist totaler Unsinn, dass nur den Banken(Finanzwirtschaft) in die Schuhe  zu schieben. Bis weit über 100% ihres BIP's verschuldet haben sich einige Staaten von ganz alleine. War ja auch total easy. Sie konnten jahrelang Kredite quasi zum Nulltarif aufnehmen. Das hätten sie niemals gekonnt mit ihren eigenen Währungen. Aus gutem Grund.

Zitat
Was heisst denn über Spekulation in die Krise getrieben? Ein Land was mit 120% seines BIP's verschuldet ist, würde ich auch kein Geld geben und wenn, dann eben nur zu sehr hohen Zinsen (Risikoprämie)

Ich weiss, daß es gegen daß die deutsche "Schulden sind böse"-Gebetsmühe verstößt, aber das ein Staat Kredite aufnimmt, ist nichts per se anormales. Anormal wird es dann, wenn er sich über die Maße verschulden muss, um ein Bankensystem zu retten, daß sich gnadenlos verzockt hat. Wir erleben hier keine Schuldenkrise, sondern die Nachwehen der Finanzkrise von 2008. Davor waren viele Staaten - auch Griechenland oder die USA - dabei, ihre Schuldenstände zu reduzieren. Ich denke mal, daß die OECD-Zahlen durchaus seriös und von eventuellen Fälschungen oder Beschönigungen bereinigt sind.

Anormal ist es zudem, wenn auf Staatspleiten gewettet werden kann, und zwar es nicht aufgrunde von realwirtschaftlichen Vorgängen, sondern wegen des finanzmarkttypischen Herdentriebes. Natürlich kommen dann im Verlauf die "seriösen" Ratingagenturen ins Spiel, die die Anleihen abwerten und dadurch natürlich den Zockern einen Steilpass spielen.  Hier liegt eines der Hautprobleme, und es wäre unglaublich lachhaft, zu meinen, Deutschland könne dies nicht passieren, weil wir ja ach so fleissig sind (dabei ist die Wahrheit doch die: die Deutschen sind mittlerweile durch das Propagandabombardement von sogenannten "Ökonomen" dermaßen gehirngewascht, daß sie Rentenprivatisierungen, Lohnstagnation und 3-Klassen-Medizin als "alternativlos" akzeptieren, während der Grieche wenigstens noch auf die Straße geht...). Es reicht, daß einer, der ausreichend Macht und Einfluss hat, mit Sepkulationen gegen deutsche Anleihen Rendite erhofft und ein ausreichend Wind erzeugt, dann kannst du von ausgehen, daß die restliche Herde folgt - et voilà. Provozierend könnte man sagen: warte mal ab, was passiert, wenn es hier mal Rot-Rot gibt. Dann kannst du die Tage zählen, bis wir hier wieder "auf Linie" spekuliert werden.

Natürlich machen aber unsere Staaten nicht alles richtig. Sicherlich ist es viel zu einfach, Steuern zu hinterziehen oder sich semilegal an der Steuer vorbeizumogeln. Natürlich haben die südlichen Staaten ein Korruptionsproblem, daß aber nicht größer ist als unseres (bei uns heisst heisst die Korruption Lobbyismus und Parteispende). Das Hauptproblem, daß alle Staaten haben, liegt aber nicht, wie im Falle Griechenland gerne behauptet wird, in den Ausgaben, sondern in den mangelnden Einnahmen.Und hier kommen wiederum die Finanzmärkte und "Wirtschaftsexperten" ins Spiel, die seit Jahren die Lüge verbreiten, daß Steuersenkungen die Wirtschaft "in Schwung" bringen. 

Aber ging es in dieser sogenannten Krise in irgendeiner Form darum? Hat irgendeine Ratingagentur deswegen abgewertet? Nö. Stattdessen: Privatisierungen, Sozialabbau, weniger Regulierung. Man soll also den gleichen Mist wieder machen, der einen in die Situation gebracht hat.

Zitat
Du tust ja gerade so, als wenn das nicht mehr möglich wäre, wenn die Südstaaten keinen Euro mehr haben. Musst halt wieder Geld tauschen und deinen Ausweis zeigen....na und? Ich kann damit leben. Einen klinisch toten Staat jahrelang mit Hunderten von Milliarden Steuergeldern vollzupumpen und damit noch nichtmal irgendetwas zu ändern.

Dir ist schon klar, daß wenn die "Südstaaten" die Grenzen zuknallen und aus dem Euro aussteigen, das gesamte deutsche Luftschloss aus Export in sich zusammendonnert und uns dann hier die Rezession (die wir faktisch ehr schobn haben) um die Ohren fliegt?? Wir hängen im Moment von ab, daß manche Staaten über ihre Verhältnisse leben. Wenn diese die Türen zuknallen, rutschen wir mit in den Sumpf. Ich frage mich immer, ob überhaupt noch jemand in solch gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen denkt, oder ob wir noch in allen Ewigkeiten das Märchen vom faulen Griechen und vom fleissigen deutschen Arbeiterbienchen kultivieren wollen.

Zudem finde ich die europäische Idee sinnvoll und es wäre ein gnadenloses Versagen, wenn wir uns die Idee eines geeinten Kontinentes durch die "Märkte" und die Dummheit unserer aktuellen politischen Riege ruinieren lassen.



« Letzte Änderung: 08.September 2011, 12:40:47 von El_Pocho »
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