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Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2001721 mal)

tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1720 am: 13.Oktober 2011, 13:23:47 »

Gehälter der Bänkster in NYC mittlerweile 5,5 mal so hoch wie die von normalen Angestellten: http://economix.blogs.nytimes.com/2011/10/11/bankers-salaries-vs-everyone-elses/
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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1721 am: 13.Oktober 2011, 13:40:55 »

Das ist auch interessant:
CHARTS: Here's What The Wall Street Protesters Are So Angry About...
http://www.businessinsider.com/what-wall-street-protesters-are-so-angry-about-2011-10?op=1

Die Banken bekommen Geld kostenlos von der FED, "parken" das dann in Staatsanleihen und kassieren dafür fette Zinsen, ohne Kosten, ohne jegliches Risiko. Es wird immer perverser.
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1722 am: 13.Oktober 2011, 15:08:42 »

Ich finde weiterhin, daß es bei jedem sich nun in den Vordergrund spielenden Eurokritiker wichtig, zu beleuchten, welche "Grundeinstellung" er eigentlich hat.

Das liest sich irgendwie leicht stasi-mäßig.  ;D Du musst mal verstehen, dass unterschiedliche Ansichten über Entwicklungen der EU und der Welt auch absolut erlaubt sind. Das ist nunmal so in einer Demokratie. Du scheinst dich aber auch mit einem sozialistischem Zentralorgan in Brüssel ganz gut abfinden zu können. Zumindest macht das so ein wenig den Eindruck.  ;)

Wie ich schon mal schrieb, ist diese Krise eine Richtungsentscheidung, um die sich im Moment die Politik noch drückt.
Auch wenn du immer schreibst, daß es ja "nur" um den Euro geht: ich bin der Meinung daß hier mehr auf dem Spiel steht. Es geht um die Frage, ob ich eine WIRKLICHE übernationale Zusammenarbeit in Europa will und dementsprechend auch eine gerechte und nur der Produktivität (und nicht dem möglichst niedrigen Lohniveau) entsprechende Verteilung von Marktanteilen, was nur über eine intensivere übernationale Regulierung geht.

Was für ne Richtungsentscheidung denn? Richtung Sozialismus? Das was du vorschlägst ist zentrale Planwirtschaft.

Für dich nochmal zwei Fakten:

1. Produktivität in GR ist sehr klein ggü. Deutschland
2. Löhne in GR sind niedriger ggü. Deutschland

Wie, ausser über massive Lohnerhöhungen in Deutschland, willst du die Produktivität in der Währungsgemeinschaft ausgleichen? Oder hältst du die derzeitigen und zukünftigen Transferzahlungen für korrekt?


Es ist die Frage nach mehr oder weniger Europa. Es geht nicht "nur" um den Euro, da hängt ein Rattenschwanz dran, uns deswegen kriechen gerade so viele Nationalisten oder Kommunisten aus ihren Löchern.

Es ist erstmal die Frage nach mehr oder weniger EURO! Leider machst du die einfache Frage nach Mitgliedschaft in einer Währungsunion zu einer Frage auf Leben und Tod und eine Frage der "richtigen" Gesinnung/Ideologie. Als wenn Europa nicht mehr existieren würde, wenn jemand aus der Gemeinschaftswährung austritt. Es hat ja ökonomische Gründe! Und solange die Löhne in Deutschland nicht massivst nach oben geschraubt werden, um die Produktivitätsdefizite mit der kompletten Eurozone auszugleichen, solange ist ein Ausscheiden von den starken oder den schwachen Eurostaaten die einzigste vernünftige Lösung. Mal abgesehen von der Sozialismus Variante mit den Transferzahlungen.

Übrigens ist ein Farrage (Video von Holsten) ein wunderbares Beispiel für das ,was ich geschrieben habe. Die Fraktion "Europa der Freiheit und der Demokratie" klingt zwar wunderbar, und seine Kritik ist prinzipiell nicht falsch, die Fraktion ist aber nix weiter als eine Vereinigung von ultrakonservativen, fundamental-christlichen Rechtspopulisten wie den "Wahren Finnen", der Lega Nord oder SGP. Schön, wie er quasi der EU die Schuld für die "Krise" gibt. Du kannst mir nicht erzählen, daß so jemand "nur" für eine Exit von GR aus dem Euro ist.

Er ist der einzige der die Fresse aufmacht. Abstimmungen solange durchführen zulassen, bis das richtige Ergebniss hinten rumkommt, kann doch nicht dein Ernst sein? Gehebelte Kredite für Transferzahlungen? Der Mann hat Recht. Und wenn kein anderer was sagt, hat halt der, mit der "falschen" Ideologie, Recht.
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"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft."

J.P. Sartre

tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1723 am: 13.Oktober 2011, 15:27:53 »

Du nimmst also sinkende Produktion und höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland in Kauf, um unbedingt Transferzahlungen zu vermeiden? Was soll das bringen? Letztlich ist das europäisch gesehen ein Nullsummenspiel und in der jetzigen Krise bringt es sowieso nichts.
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El_Pocho

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1724 am: 13.Oktober 2011, 15:35:28 »

Zitat
Und wenn kein anderer was sagt, hat halt der, mit der "falschen" Ideologie, Recht.

Der Satz ist entlarvend. Hauptsache, meine Meinung, auch wenn es von einem Angehörigen einer erzkonservativen, radikal-christlichen, tendenziell fremdenfeindlichen Fraktion kommt. Ich sage nicht, daß der Euro = die EU ist. Ich stelle nur fest, daß die Parteien und Vereinigungen etc., über die wir reden, nicht nur dem Euro gegenüber, sondern generell der Idee eines Staatenbundes äußerst skeptisch gegenüber stehen. Das ist deren gutes Recht und das habe ich ihnen nie abgesprochen. Man sollte nur wissen, was man kriegt, wenn man Henkel oder diesen komischen Engländer da  ;) gut findet oder gar wählt. Man kriegt eben nicht "nur" eine vernünftige Lösung der Eurokrise. Man kriegt die von mir beschriebene krude Mischung aus diversen IMHO teils unguten Einstellungen. Hast du nicht geschrieben, daß du den Religionswahn schlecht findest? Voilá, gerade die Fraktion, der Farrage angehört, pocht auf diesem Thema rum. Schau dir mal die Wikipedia-Beschreibungen der einzelnen Parteien an. Ich gehe auch nicht hin und wähle MLPD oder ziehe meine schwarze Mütze an und renne mit den Anarchisten mit, nur weil sie in einzelnen Teilbereich ähnliche Meinungsbilder haben wie ich.

Ich denke auch definitiv nicht, daß jemand, der z.B. einen Nord- und Süd-Euro fordert, oder einen Schuldenschnitt für GR,  gleich EU-feindlich ist. Ich denke nur. daß DIESE Leute es sind. Und sie springen halt auf den Zug mit auf.

 
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1725 am: 13.Oktober 2011, 17:20:09 »

Du nimmst also sinkende Produktion und höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland in Kauf, um unbedingt Transferzahlungen zu vermeiden? Was soll das bringen? Letztlich ist das europäisch gesehen ein Nullsummenspiel und in der jetzigen Krise bringt es sowieso nichts.

Was bringen die Transferzahlungen denn? Dienen doch nur zur Ablösung laufender Kredite und Zinsen. In die Realwirtschaft geht nix. Und selbst wenn, was soll die Kohle da? Am Produktivitätsunterschied ändert sich NULL! An den riesigen Import/Export Differenzen mit Deutschland ändert sich NULL.

Mal abgesehen von dem Effekt, dass "Schenkungen" (also Transferzahlungen) nicht wirklich zum Wirtschaften anregen. Womit wir wieder beim Geldsystem wären. Ohne Zinsen kein Antrieb zum Wirtschaften. (Das ist ja das Problem des Sozialismus)
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J.P. Sartre

tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1726 am: 13.Oktober 2011, 17:44:43 »

Das beantwortet leider meine Fragen nicht. Von den Differenzen in den EU-Handels- und Leistungsbilanzen hat Deutschland in den letzten Jahren massiv profitiert, dies würde durch Transferzahlungen teilweise kompensiert. Allerdings bleibt dadurch die Produktion und die Beschäftigung in Deutschland weitgehend konstant, im Gegensatz zu deinem Vorschlag, von dem man dann nicht weiß, ob der Verlust der deutschen Produktion und deutscher Arbeitsplätze überhaupt in Griechenland kompensiert werden könnte. Von daher Nullsummenspiel, wobei das noch positiv geschätzt ist, es ist nicht abwegig anzunehmen, dass sich die Produktion und die Arbeitsplätze in China oder Indien wieder finden würden und nicht in Griechenland. Der Hebel muss nicht an der deutschen Produktivität angesetzt werden, sondern an der griechischen, die muss steigen, oder eben der gr. Lohn sinken. Und es darf dann auch nicht sein, dass in Griechenland Arbeitslose in hoch bezahlte, subventionierte und durch Schulden finanzierte Staatsjobs übernommen werden und mit Mitte 40 in eine ebensolche Rente gehen.

Transferzahlungen sind von mir nicht erwünscht, es bringt aber auch nichts, diese auf Biegen und Brechen durch Abbau der Produktion und zugunsten höherer Arbeitslosigkeit in D zu vermeiden, wenn sie denn durch die derzeit verfahrene Situation unausweichlich sind. Hätte ich das Sagen, würde ich den Griechen günstige Kredite gewähren, die sie mit langer Laufzeit zurückzahlen können, um ihre Wirtschaft nicht gänzlich abzuwürgen. Was sich in 20 Jahren aufgestaut hat, lässt sich nicht in einem oder zwei Jahren durch eisernes Sparen zurück führen, das ist nicht machbar und zeigt wieder nur einmal die Ahnungslosigkeit unserer Politiker. Durch diese Sparmaßnahmen zwingt man Griechenland in den Bankrott, weil die Wirtschaft zusammen bricht und erst Recht keine Steuereinnahmen mehr fließen, daher müsste die EU das Land mittelfristig refinanzieren und jetzt dort auch investieren, um nachhaltig sicherzustellen, dass die Schulden getilgt werden können.

Das Thema Zinsen ist schwierig, einerseits braucht man Zinsen, auf der anderen Seite ist der Zins ein Grundproblem, weil die Kapitalbesitzer durch ihn immer mehr Kapital besitzen, eine Spirale, die ab und zu durch eine Megainflation zurück gedreht werden muss. In dem Zusammenhang ist der negative Zins des Freigeldes ein interessanter Ansatz.
« Letzte Änderung: 13.Oktober 2011, 17:47:46 von tacticus »
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1727 am: 13.Oktober 2011, 19:56:24 »

Das beantwortet leider meine Fragen nicht. Von den Differenzen in den EU-Handels- und Leistungsbilanzen hat Deutschland in den letzten Jahren massiv profitiert, dies würde durch Transferzahlungen teilweise kompensiert. Allerdings bleibt dadurch die Produktion und die Beschäftigung in Deutschland weitgehend konstant, im Gegensatz zu deinem Vorschlag, von dem man dann nicht weiß, ob der Verlust der deutschen Produktion und deutscher Arbeitsplätze überhaupt in Griechenland kompensiert werden könnte.

Sorry, wenn das nicht ganz klar geworden ist. Die Antwort lautet: Ja, natürlich würde ich einen Produktionsrückgang und mehr Arbeitslosigkeit in Deutschland dafür riskieren.

1. Bezweifle ich, dass dies in großem Umfang geschehen wird. Warum? Der Konsum in GR ist bereits seit Anfang des Jahres um 40% eingebrochen.  :o Weitere Sparmassnahmen und Lohnsenkungen in GR werden wohl kaum dazu beitragen, dass sich dieser Trend umkehrt. Eher im Gegenteil.

2. Die Kohle die jetzt unnötig und ergebnisslos nach GR gepumpt wird, kann dafür genutzt werden, in Deutschlands Binnenkonjunktur zu investieren und kann so die Verluste in der Aussenwirtschaft wieder wettmachen.

Von daher Nullsummenspiel, wobei das noch positiv geschätzt ist, es ist nicht abwegig anzunehmen, dass sich die Produktion und die Arbeitsplätze in China oder Indien wieder finden würden und nicht in Griechenland.

Sorry, aber das Konkurrenzproblem mit China/Indien hat jede andere Wirtschaftsnation auf dieser Erde auch. Ein bischen den Arsch bewegen, muss man dann auch mal selbst. Deutschland ist ja nicht die Mutti von Griechenland.

Der Hebel muss nicht an der deutschen Produktivität angesetzt werden, sondern an der griechischen, die muss steigen, oder eben der gr. Lohn sinken. Und es darf dann auch nicht sein, dass in Griechenland Arbeitslose in hoch bezahlte, subventionierte und durch Schulden finanzierte Staatsjobs übernommen werden und mit Mitte 40 in eine ebensolche Rente gehen.

Naja, die Produktivität in GR zu erhöhen ist aber um einiges schwieriger, als die Produktivität in D zu verringern, bzw. die "Verluste" in der Aussenwirtschaft mit Zuwächsen in der Binnenwirtschaft auszugleichen. Bei einem Austritt aus dem Euro von GR, macht man einen Schuldenschnitt und GR wertet seine Währung ab. Damit sind die Löhne schlagartig um ein vielfaches geringer (Investionen werden wieder attraktiv), aber die Tasse Kaffee in GR kostet dann eben auch nicht mehr 7-8 EUR, sondern eben nur noch 1 EUR. Mit dickem Benz durch die Gegend prollen ist dann aber auch nicht mehr drin. Man kann nicht alles haben.

Transferzahlungen sind von mir nicht erwünscht, es bringt aber auch nichts, diese auf Biegen und Brechen durch Abbau der Produktion und zugunsten höherer Arbeitslosigkeit in D zu vermeiden, wenn sie denn durch die derzeit verfahrene Situation unausweichlich sind.

Auf Biegen und Brechen muss man gar nix. Wenn man sich an die geltenden Verträge halten würde, wäre ein Ausscheiden von GR ein no-brainer. Tut man aber nicht. Auf Biegen und Brechen (der Verträge) hält man GR im EURO.  ;)

Hätte ich das Sagen, würde ich den Griechen günstige Kredite gewähren, die sie mit langer Laufzeit zurückzahlen können, um ihre Wirtschaft nicht gänzlich abzuwürgen. Was sich in 20 Jahren aufgestaut hat, lässt sich nicht in einem oder zwei Jahren durch eisernes Sparen zurück führen, das ist nicht machbar und zeigt wieder nur einmal die Ahnungslosigkeit unserer Politiker. Durch diese Sparmaßnahmen zwingt man Griechenland in den Bankrott, weil die Wirtschaft zusammen bricht und erst Recht keine Steuereinnahmen mehr fließen, daher müsste die EU das Land mittelfristig refinanzieren und jetzt dort auch investieren, um nachhaltig sicherzustellen, dass die Schulden getilgt werden können.

Wer soll denn da investieren? Haben doch festgestellt, dass GR unproduktiv ist. DAS muss man ändern. Und das geht am einfachsten, wenn man sie aus dem EURO lässt.

Das Thema Zinsen ist schwierig, einerseits braucht man Zinsen, auf der anderen Seite ist der Zins ein Grundproblem, weil die Kapitalbesitzer durch ihn immer mehr Kapital besitzen, eine Spirale, die ab und zu durch eine Megainflation zurück gedreht werden muss.


Sieht aber nicht nach Inflation aus.

In dem Zusammenhang ist der negative Zins des Freigeldes ein interessanter Ansatz.

Habe ich mich noch nicht groß mit beschäftigt, weil ich nicht erkennen kann, dass das was ändert. Ist ja quasi ein Hortungsschutz für Geld. Nur wer hortet heutzutage noch in "bar". Die Kohle liegt bei der Bank. Dort wird es aber nicht gehortet, sondern "arbeitet" (in den Kasinos der Banken). Ausserdem wird man wohl schnell auf andere Wertsicherungsformen wechseln, die mehr Rendite versprechen und so eine Blase nach der anderen erzeugen. In einem kleinen Rahmen, mag das sicher funktionieren. Aber der Prof. Hörmann in dem verlinkten Vid meinte ja auch, dass Freigeld heutzutage nicht funktionieren kann, wenn es international wird. Muss ich mich nochmal schlau machen.  ;D
« Letzte Änderung: 13.Oktober 2011, 19:59:57 von pudel »
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J.P. Sartre

tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1728 am: 13.Oktober 2011, 20:26:16 »

Eins vorweg: ich schreibe eigentlich lieber zusammenhängend ;)

Die Antwort lautet: Ja, natürlich würde ich einen Produktionsrückgang und mehr Arbeitslosigkeit in Deutschland dafür riskieren.
Und warum würdest du das tun? Es gibt ja nicht nur Deutschland und Griechenland, da gibt es ja noch viele, viele andere Länder, die diese in D wegfallenden Jobs und Produktion mit Kusshand annehmen.

Zitat
1. Bezweifle ich, dass dies in großem Umfang geschehen wird. Warum? Der Konsum in GR ist bereits seit Anfang des Jahres um 40% eingebrochen.  :o Weitere Sparmassnahmen und Lohnsenkungen in GR werden wohl kaum dazu beitragen, dass sich dieser Trend umkehrt. Eher im Gegenteil.
Was würde in großem Umfang geschehen? Die Schwere des Einbruchs in Deutschland hinge von der Lohnsteigerung ab. Das Lohnniveau in D ist allgemein recht niedrig, damit GR davon profitiert, müsste der Anstieg schon ziemlich groß sein. Wie das aber direkt Griechendland zugute kommen soll, das ist mir schleierhaft. Ein deutsches Unternehmen, das Arbeitsplätze wegen gestiegener Lohnkosten abbaut, hat dann die freie Wahl und ist nicht gezwungen, sie in Griechenland neu zu schaffen. Zum 2. Teil wie schon gesagt: Griechenland spart sich jetzt kaputt, das halte ich für den falschen Weg.

Zitat
2. Die Kohle die jetzt nach unnötig und ergebnisslos nach GR gepumpt wird, kann dafür genutzt werden, in Deutschlands Binnenkonjunktur zu investieren und kann so die Verluste in der Aussenwirtschaft wieder wettmachen.
Welche Verluste in der Außenwirtschaft? Etwa die nach deiner Lohnsteigerung? Wie genau stellst du dir das vor und warum muss die Umverteilung immer komplizierter werden?

Zitat
Sorry, aber das Konkurrenzproblem mit China/Indien hat jede andere Wirtschaftsnation auf dieser Erde auch. Ein bischen den Arsch bewegen, muss man dann auch mal selbst. Deutschland ist ja nicht die Mutti von Griechenland.
Der Unternehmer, der mit deinen höheren Lohnkosten konfrontiert wird, bewegt ja seinen Arsch, aber wahrscheinlich nicht nach Griechenland. Wie willst du sicherstellen, dass die Arbeitsplätze, die in D verloren gehen, auch in GR ankommen?

Zitat
Naja, die Produktivität in GR zu erhöhen ist aber um einiges schwieriger, als die Produktivität in D zu verringern, bzw. die "Verluste" in der Aussenwirtschaft mit Zuwächsen in der Binnenwirtschaft auszugleichen.
Klar, etwas einzureißen ist immer einfacher als etwas aufzubauen, nur halte ich es für sinnvoller, etwas Bestehendes zu erhalten und daneben etwas Neues aufzubauen, zumal in keinster Weise sicherzustellen ist, dass die "Verluste" in D auch als "Gewinne" in GR ankommen. Es ist auch fraglich, ob und wie man den deutschen Binnenmarkt so beleben kann, dass er mit den wesentlich größeren Außenmärkten mithalten kann.

Zitat
Bei einem Austritt aus dem Euro von GR, macht man einen Schuldenschnitt und GR wertet seine Währung ab. Damit sind die Löhne schlagartig um ein vielfaches geringer (Investionen werden wieder attraktiv), aber die Tasse Kaffee in GR kostet dann eben auch nicht mehr 7-8 EUR, sondern eben nur noch 1 EUR.
Die Schulden bleiben aber trotzdem in Euro und steigen wechselkurstechnisch um den gleichen Faktor, wie die neue Währung abgewertet wird. Das bringt also nichts.

Zitat
Auf Biegen und Brechen muss man gar nix. Wenn man sich an die geltenden Verträge halten würde, wäre ein Ausscheiden von GR ein no-brainer.
Ebenso wäre dann ein Bankencrash ein "no-brainer". Fragt sich eben nur, was am Ende teurer wird. Ich tippe auf den Bankencrash, nicht umsonst deponieren große Unternehmen wie z. B. Siemens große Geldmengen bei der EZB.

Zitat
Wer soll denn da investieren? Haben doch festgestellt, dass GR unproduktiv ist. DAS muss man ändern. Und das geht am einfachsten, wenn man sie aus dem EURO lässt.
Aus einer pauschalen Behauptung wird noch keine Feststellung. Die gr. Volkswirtschaft ist im Vergleich zur deutschen weniger produktiv, da gibt es aber noch viele, viele andere Volkswirtschaften, auf die das zutrifft. Aber genau deshalb soll man ja dort investieren, damit die Produktivität der gr. Volkswirtschaft steigt und sie in der Lage sind, Steuern einzunehmen und Zinsen und Tilgung zu bezahlen. Wettbewerbsfähigkeit ist nicht nur vom Lohnniveau abhängig.

Zitat
Sieht aber nicht nach Inflation aus.
Deshalb schrieb ich "Ab und zu". Bei den Mengen an Geld, die ins System gepumpt werden (die FED veröffentlicht M3 schon gar nicht mehr), ist das nur noch eine Frage der Zeit.

Zitat
Ist ja quasi ein Hortungsschutz für Geld. Nur wer hortet heutzutage noch in "bar".
Wohl eher das genaue Gegenteil. Ich bin auch kein "Fan" von Freigeld, das Zins-und-Zinseszinssystem scheint mir aber eine Sackgasse zu sein.
« Letzte Änderung: 13.Oktober 2011, 20:32:48 von tacticus »
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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1729 am: 13.Oktober 2011, 20:54:53 »

Auch "witzig":
Dexia-Chef lebt seit drei Jahren im Luxushotel
Die Rettung der Bank kostet Belgiens Steuerzahler Milliarden. Pierre Mariani, der das Unternehmen führt, aber lebt seit drei Jahren in einer Herberge der Extraklasse - auf Firmenkosten. Dabei kriegt er bereits einen schönen Bonus.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:topmanager-im-tophotel-dexia-chef-lebt-seit-drei-jahren-im-luxushotel/60115121.html

Der nächste schamlose Versager, der wie die fette Made im Speck lebt, anstatt für den Mist, den er angerichtet hat, gerade stehen zu müssen. Aber wehe, die Bank kann einen kleinen Unternehmer oder Häuslebauer plattmachen, der lebt dann nicht im Luxushotel, sondern unter der Brücke. Einfach nur noch zum Kotzen, diese Bänkster.

Unterdessen: Die Deutschen Banken kritisieren die Pläne für Problem-Banken. Deutsche-Bank-Chef Ackermann nennt die Debatte "kontraproduktiv".
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2059174/Deutschlands-Baenker-Harsche-Kritik-am-Rettungsplan.html

Logisch, dass die Banken das kritisieren, kann man sich dann ja nicht mehr die Taschen vollstopfen und den Steuerzahler mit den Kosten belasten. Verlogenes Gesindel.

Ich war immer ein Fan der sozialen Marktwirtschaft, nur ist die leider zur asozialen Ausraubwirtschaft mutiert. So geht es nicht mehr lange weiter und wenn Politiker und Bänkster das nicht bald einsehen, wird es einen gewaltigen Knall geben.
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1730 am: 14.Oktober 2011, 01:08:32 »

Du vermischst hier zwei Szenarios.

1. Szenario:

GR und die anderen Südländer bleiben im Euro.

Dann muss D massiv teurer werden, damit die anderen im gleichen Zug günstiger werden. Sprich deutsche Produkte lohnen nicht mehr, man kann/muss eigene Produkte nehmen bzw. die Handelbilanzdefizite mit Deutschland abbauen. (Bitte nicht absolut nehmen, dass keiner mehr dt Produkte kauft. So schnell geht das nicht. Jährliche Lohnsteigerungen von 4-5% würden bedeuten, dass man in 15 Jahren ungefähr das Produktivitätslevel von Frankreich erreicht hat, wenn die eine gleichbleibende Produktivität halten!)

2. Szenario:

GR und die anderen Südländer gehen raus aus dem Euro.

Schuldenschnitt! (ganz wichtig, weil ohne gehts gar nicht, auch nicht in Szenario 1) Um alleine die derzeitigen Zinskosten abzudecken, sind 10% Wirtschaftswachstum in GR notwendig. Absolut utopisch!

Die Südländer werten mit ihren Währungen ab. Die im Euro werten auf. Deutschland muss hier dann praktisch garnix machen. Keine Lohnerhöhungen oder sonstiges. Aber natürlich gibt es einen Einbruch im Export, da für die Südländer die Produkte zu teuer werden. Auf der anderen Seite werden aber Produkte aus den Südländern für die Euro Länder günstiger. Auch klar, oder? Es gibt also Wirtschaftswachstum in den Südländern, und Schrumpfung in den Euroländern.



Da müssen wir halt durch. Ohne Verluste kommen wir eh nicht aus der Geschichte raus. Egal wie. Ob wir den Südländern jetzt die Kohle in den Hintern schieben, damit die fleissig weiter am Limit knapsen und hoffentlich weiter unser Zeug kaufen (was sie ja jetzt schon nicht mehr tun) oder ob wir einen Rückgang im Export hinnehmen und eine Schrumpfung unserer Wirtschaft, zugunsten der Südländer.

Der einzige Unterschied ist, dass Szenario "Transferzahlung" nichts ändert an den unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen. Sprich Transferzahlungen bis zum Sanktnimmerleinstag gezahlt werden müssen, solange nichts innerhalb der Währungsunion an den Produktivitätsunterschieden gemacht wird (Lohnerhöhungen in D zB). Variante "Austritt" oder "Südeuro" bedeutet Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Südländer sind wieder in der Lage zu wirtschaften, aber D muss halt auchmal negatives Wirtschaftswachstum hinnehmen. Ist für mich die eindeutig bessere und "europäischere" Lösung. Allerdings darf man natürlich nicht gleich wieder mit Lohnsenkungen anfangen, sonst verpufft der Effekt ja gleich wieder. Ausserdem kann man das Geld, was man in die Transferzahlungen stecken wollte, (das sind ja Kredite die erst in 10-30 Jahren effektiv werden, sprich vom Steuerzahler eingesackt werden müssen - Staatsanleihen) als Ausgleich in die Binnenwirtschaft stecken.

Zitat
Zitat
Sorry, aber das Konkurrenzproblem mit China/Indien hat jede andere Wirtschaftsnation auf dieser Erde auch. Ein bischen den Arsch bewegen, muss man dann auch mal selbst. Deutschland ist ja nicht die Mutti von Griechenland.
Der Unternehmer, der mit deinen höheren Lohnkosten konfrontiert wird, bewegt ja seinen Arsch, aber wahrscheinlich nicht nach Griechenland. Wie willst du sicherstellen, dass die Arbeitsplätze, die in D verloren gehen, auch in GR ankommen?

Ich rede von Handelsbilanzausgleichen innerhalb einer Währungsunion. GR wird günstiger (wirtschaflich attraktiver im Euroraum) wenn D teurer wird, oder nicht? 

Zitat
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Naja, die Produktivität in GR zu erhöhen ist aber um einiges schwieriger, als die Produktivität in D zu verringern, bzw. die "Verluste" in der Aussenwirtschaft mit Zuwächsen in der Binnenwirtschaft auszugleichen.
Klar, etwas einzureißen ist immer einfacher als etwas aufzubauen, nur halte ich es für sinnvoller, etwas Bestehendes zu erhalten und daneben etwas Neues aufzubauen, zumal in keinster Weise sicherzustellen ist, dass die "Verluste" in D auch als "Gewinne" in GR ankommen. Es ist auch fraglich, ob und wie man den deutschen Binnenmarkt so beleben kann, dass er mit den wesentlich größeren Außenmärkten mithalten kann.

Klar, ist halt alles fraglich. Ich würde es halt eher bevorzugen, wieder vernünftige und funktionierende Rahmenbedingungen zu schaffen, als einen Komapatienten künstlich am Leben zu halten, mit der Gewissheit, dass aus einem Komapatienten bald viele werden.

Zitat
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Bei einem Austritt aus dem Euro von GR, macht man einen Schuldenschnitt und GR wertet seine Währung ab. Damit sind die Löhne schlagartig um ein vielfaches geringer (Investionen werden wieder attraktiv), aber die Tasse Kaffee in GR kostet dann eben auch nicht mehr 7-8 EUR, sondern eben nur noch 1 EUR.
Die Schulden bleiben aber trotzdem in Euro und steigen wechselkurstechnisch um den gleichen Faktor, wie die neue Währung abgewertet wird. Das bringt also nichts.

Ohne Schuldenschnitt wird eh nix gehen. Egal was du machst.

Zitat
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Auf Biegen und Brechen muss man gar nix. Wenn man sich an die geltenden Verträge halten würde, wäre ein Ausscheiden von GR ein no-brainer.
Ebenso wäre dann ein Bankencrash ein "no-brainer". Fragt sich eben nur, was am Ende teurer wird. Ich tippe auf den Bankencrash, nicht umsonst deponieren große Unternehmen wie z. B. Siemens große Geldmengen bei der EZB.

Da man mit dem ESFS eh jegliche Haftung auf den europ. Steuerzahler überträgt, wird da erstmal nix crashen. Bin aber trotzdem der Meinung, dass die Banken eigentlich für ihre Geschäfte selber gerade stehen sollten, mit allen Konsequenzen. Ob das letzlich teurer wäre, ist eine Frage der Abwicklung der Insolvenz. Die Steuerzahlervariante ist natürlich teuer. Aber man könnte ja auch auf Eigentum der Bank und Privatvermögen der Inhaber zurückgreifen. Oder die höchsten bankinternen Guthabenkonten etwas "rasieren".

Zitat
Zitat
Wer soll denn da investieren? Haben doch festgestellt, dass GR unproduktiv ist. DAS muss man ändern. Und das geht am einfachsten, wenn man sie aus dem EURO lässt.
Aus einer pauschalen Behauptung wird noch keine Feststellung. Die gr. Volkswirtschaft ist im Vergleich zur deutschen weniger produktiv, da gibt es aber noch viele, viele andere Volkswirtschaften, auf die das zutrifft. Aber genau deshalb soll man ja dort investieren, damit die Produktivität der gr. Volkswirtschaft steigt und sie in der Lage sind, Steuern einzunehmen und Zinsen und Tilgung zu bezahlen. Wettbewerbsfähigkeit ist nicht nur vom Lohnniveau abhängig.

Wenn ich aber die Wahl habe zw. "teuer und gut" und "teuer und nicht so gut" , dann sollte wohl klar sein, wo investiert wird. bei "teuer und gut" und "billig und nicht so gut", sieht die Sache schon anders aus. Kein Mensch investiert irgendwo um die Produktivität zu steigern, sondern alleine wg der Rendite.

Zitat
Zitat
Sieht aber nicht nach Inflation aus.
Deshalb schrieb ich "Ab und zu". Bei den Mengen an Geld, die ins System gepumpt werden (die FED veröffentlicht M3 schon gar nicht mehr), ist das nur noch eine Frage der Zeit.

Mal schauen. Aktuell sehe ich nicht viel von dem Geld in der Realwirtschaft (also bei der großen Allgemeinheit) ankommen. Solange die Gelder also nur bei den vermögenden Guthabenhaltern und der Hochfinanz ankommen, wird auch nix inflationieren.  ;D

Zitat
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Ist ja quasi ein Hortungsschutz für Geld. Nur wer hortet heutzutage noch in "bar".
Wohl eher das genaue Gegenteil. Ich bin auch kein "Fan" von Freigeld, das Zins-und-Zinseszinssystem scheint mir aber eine Sackgasse zu sein.

Eine exponentiale Sackgasse.
« Letzte Änderung: 14.Oktober 2011, 01:13:47 von pudel »
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J.P. Sartre

tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1731 am: 14.Oktober 2011, 09:58:27 »

Wie kommst du darauf, ich würde zwei Szenarien vermischen? Damit fängst du jetzt an und bringst auch noch die restlichen "Südländer" ein. Es gibt aber noch mehr als nur zwei Szenarien, GR kannst du als Synonym für Südländer sehen.

Ich frage mich auch, wie man darauf kommt, dass D "teurer" werden muss, damit GR "günstiger" und damit produktiver werden kann? Wenn das Problem rein über die Produktionskosten gelöst werden könnte, wäre es doch ganz einfach: GR senkt die Löhne und Lohnnebenkosten und alles ist in Butter. So einfach ist es aber nicht. Auf welchen Märkten stehen D und GR in Konkurrenz? Welche dt. und gr. Produkte konkurrieren miteinander? Darüberhinaus impliziert eine solche Aussage zweierlei: 1. Deutschland überschwemmt mit Dumpingprodukten Europa so wie China die Welt und 2. diese "Dumpingproduktion" ist Schuld an der Finanzkrise. Beides ist aber falsch.

Deine Berechnung, wie die Produktivität in D durch die von dir vorgeschlagenen Lohnerhöhungen sinkt, würde ich dann gerne mal ausführlich und im Detail sehen.

Zu deinem 2. Szenario: du scheinst anzunehmen, dass ein Schuldenschnitt nur möglich ist, wenn GR aus der Eurozone ausscheidet. Warum sollte das so sein? Einen Schuldenschnitt kann man auch machen, ohne GR aus der Eurozone zu nehmen. Weiterhin scheinst du anzunehmen, dass durch Senkung der Löhne in GR und gleichzeitiger Anhebung der Löhne in D, die Probleme der Griechen gelöst wären und Deutschland fein aus der Nummer raus wäre. Wie kommst du auf so etwas? 1. ist das nicht der Grund für die Finanzkrise und 2. ist es ja nicht so, dass massenhaft gr. Produkte wie Blei in den Regalen liegen, weil sie zu teuer sind.

Es geht mir auch nicht darum, den "Südländern Kohle in den Hintern zu schieben", sondern darum, die Krise einzudämmen und händelbar zu halten. Und da unsere Banken den gr. Wohlstand großzügig finanziert haben, jetzt aber nicht Willens und in der Lage sind, eventuelle Verluste selber zu tragen, muss eben wieder der Steuerzahler bluten. Hier wird nicht den Griechen Kohle in den Hintern geschoben, sondern den Banken, damit die ihr Investment aus Griechenland zurück bekommen. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist (und vieles deutet darauf hin, dass dies bald der Fall sein wird), wird auch der von dir geforderte Schuldenschnitt kommen, wahrscheinlich inkl. gr. Staatsbankrott. Nur dass dann nicht mehr die Banken diese Verluste tragen müssen, sondern die Steuerzahler in den Geberländern.

Ich weiß auch nicht, wie du darauf kommst, dass eine Erhöhung der dt. Löhne zu einer Steigerung der gr. Produktivität führt. Wie soll das funktionieren? Nur weil dann dt. Produkte teurer werden (und zwar weltweit, das scheinst du zu vergessen), werden nicht automatisch gr. Produkte vermehrt nachgefragt, die noch nicht einmal dt. Produkte substituieren können. Dazu müsste es ja erst einmal vergleichbare gr. Industriezweige geben, die mit der dt. Industrie in direkter Konkurrenz stehen. Welche sollen das sein? Wenn die deutsche Wirtschaft schrumpft, musst du sowieso Geld in den Binnenmarkt stecken, nämlich in Form von mehr Arbeitslosengeld. Du willst die Profite, die Deutschland aus der EU zieht, abschaffen, damit keine Transferzahlungen geleistet werden müssen und dazu bist du bereit, die deutsche Wirtschaft zu schädigen und im weltweiten Wettbewerb weniger wettbewerbsfähig zu machen und nimmst in Kauf, dass Menschen ihre Arbeit verlieren. Das halte ich für irrational, wenig zielführend und auch nicht nachhaltig.

Ich rede von Handelsbilanzausgleichen innerhalb einer Währungsunion. GR wird günstiger (wirtschaflich attraktiver im Euroraum) wenn D teurer wird, oder nicht?
Ja, nur garantiert alleine "günstiger sein" keinen neuen Arbeitsplatz in GR.

Zitat
Klar, ist halt alles fraglich. Ich würde es halt eher bevorzugen, wieder vernünftige und funktionierende Rahmenbedingungen zu schaffen, als einen Komapatienten künstlich am Leben zu halten, mit der Gewissheit, dass aus einem Komapatienten bald viele werden.
Mit deinem Vorschlag massiver Lohnerhöhungen schickst du Deutschland auch auf die Intensivstation und holst GR trotzdem nicht aus dem Koma.

Zitat
Ohne Schuldenschnitt wird eh nix gehen. Egal was du machst.
Sobald die Banken ihre Schäfchen im Trockenen haben wird es auch einen Schuldenschnitt geben.

Zitat
Da man mit dem ESFS eh jegliche Haftung auf den europ. Steuerzahler überträgt, wird da erstmal nix crashen.
Ich bitte um Erläuterung.

Zitat
Bin aber trotzdem der Meinung, dass die Banken eigentlich für ihre Geschäfte selber gerade stehen sollten, mit allen Konsequenzen. Ob das letzlich teurer wäre, ist eine Frage der Abwicklung der Insolvenz. Die Steuerzahlervariante ist natürlich teuer. Aber man könnte ja auch auf Eigentum der Bank und Privatvermögen der Inhaber zurückgreifen. Oder die höchsten bankinternen Guthabenkonten etwas "rasieren".
Ja, eigentlich sollten Banken das auch tun, sobald sie aber "systemrelevant" sind, spielt das keine Rolle mehr. Teurer? Was meinst du, was mit privater Altersvorsorge passiert, wenn es einen richtigen Finanzcrash gibt? Wer steht für die Einlagen der Bürger gerade? Wer übernimmt die Darlehen an Bürger und die Wirtschaft? Welches Eigentum hat eine Bank, um auch nur annähernd die Risiken abzudecken? Und warum soll das Privatvermögen der Aktionäre einer Bank für die Risiken haften? Willst du mal eben so unser ganzes Wirtschaftssystem aushebeln? Welche bankinternen Guthabenkonten sollen das sein und warum sollen die bei einer "normalen" Insolvenz nicht in Anspruch genommen werden?

Zitat
Wenn ich aber die Wahl habe zw. "teuer und gut" und "teuer und nicht so gut" , dann sollte wohl klar sein, wo investiert wird. bei "teuer und gut" und "billig und nicht so gut", sieht die Sache schon anders aus. Kein Mensch investiert irgendwo um die Produktivität zu steigern, sondern alleine wg der Rendite.
Merkwürdig nur, dass dann nicht viel mehr in Deutschland investiert wird. Sind die denn alle dumm? Man muss dem Investor natürlich auch etwas bieten, damit er eine Rendite erreichen kann.

Zitat
Mal schauen. Aktuell sehe ich nicht viel von dem Geld in der Realwirtschaft (also bei der großen Allgemeinheit) ankommen. Solange die Gelder also nur bei den vermögenden Guthabenhaltern und der Hochfinanz ankommen, wird auch nix inflationieren.
Das kannst du ja auch gerne so sehen, ich sehe es anders. Um Staaten zu entschulden gibt es nichts besseres und einfacheres als eine kräftige Inflation.
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pudel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1732 am: 14.Oktober 2011, 23:08:42 »

Zitat
Wie kommst du darauf, ich würde zwei Szenarien vermischen? Damit fängst du jetzt an und bringst auch noch die restlichen "Südländer" ein. Es gibt aber noch mehr als nur zwei Szenarien, GR kannst du als Synonym für Südländer sehen.

Es gibt 3 Szenarios. Die dritte ist die deine. Transferzahlungen und (vergeblich) darauf zu hoffen, dass sich an der Situation Griechenlands etwas ändert. Du hast ja selbst gesagt, die Griechen sparen sich kaputt. Aber genau das willst du weiterführen und erhoffst dir dabei mittelfristig einen Wirtschaftsaufschwung. Wo soll der herkommen, wenn die noch mehr sparen müssen?

Zitat
Ich frage mich auch, wie man darauf kommt, dass D "teurer" werden muss, damit GR "günstiger" und damit produktiver werden kann?

Das gilt nicht nur für GR, das gilt für fast die gesamte Euro-Zone. D hat fast mit allen Ländern in der Euro Zone sehr hohe (und weiter steigende) Handelsbilanzüberschüsse, und umgekehrt die anderen Länder sehr hohe Handelsbilanzdefizite. Und genau das ist ja der Grund, warum man jetzt mit den Transferzahlungen anfängt. Damit die GR & Co. weiter in der Lage ist zu viel zu viel zu importieren und D weiter in der Lage viel zu viel zu exportieren. Aber es macht keinen Sinn, wenn wir den anderen Euroländern Geld geben, damit diese es uns wieder zurückgeben in Form von Wareneinkäufen.
1. Wie schon gesagt, werden die anderen Länder dadurch gar nicht mehr willens sein, ordentlich zu wirtschaften. Wenn mir einer Geld gibt, damit ich sein Produkt kaufe, mache ich das natürlich. Wäre auch schön blöd, wenn nicht. Muss mir dann ja keinen Kopf mehr machen, wie ich an das Geld komme.
2. Vergisst man dabei wieder die Zinsen. Das Geld gibt es ja nicht ganz umsonst. Selbst wenn die Transfers über die EZB bzw den EFSF laufen, muss immernoch so um die 2% Zinsen ERWIRTSCHAFTEN, sonst ist man selbst nach einem Schuldenschnitt wieder ganz schnell überschuldet.
Und 3. muss man auch sehen, das wenn man Steuergelder an die anderen Länder gibt, damit diese es wieder an private deutsche Firmen übertragen, dass das wieder eine Umverteilung von der Allgemeinheit auf ein paar wenige ist. Jetzt eben nicht auf die Banken, sondern auf die Exportfirmen. Wenn die deutsche Regierung sagen würde, okay die Gelder die in die Transferzahlungen gehen, werden einzig und allein von den Exportfirmen wiedergeholt - durch massive Besteuerung der Exportfirmen - dann würde ich sogar sagen, dass das Sinn macht. Aber das wird sich natürlich wieder auf den Export negativ auswirken, also kann man auch einen Austritt machen, kommt aufs selbe raus.

Zitat
Wenn das Problem rein über die Produktionskosten gelöst werden könnte, wäre es doch ganz einfach: GR senkt die Löhne und Lohnnebenkosten und alles ist in Butter. So einfach ist es aber nicht. Auf welchen Märkten stehen D und GR in Konkurrenz? Welche dt. und gr. Produkte konkurrieren miteinander?

Es geht nicht um Märktekonkurrenz. GR muss mehr exportieren nach D und weniger importieren von D. Welche Produkte da jetzt mehr bzw. weniger nachgefragt werden ist doch völlig egal. Durch Lohnsteigerungen in D, kann D mehr Produkte aus GR nachfragen, da aber Produkte aus D teurer werden, werden weniger Produkte von GR aus D nachgefragt.

Und das gleiche gilt für alle anderen 12 Pleitekandidaten im Euroraum.

Es sollte dir doch klar sein, dass wenn in einem gleichen WÄHRUNGSRAUM (das ist wichtig, weil es DAS Problem ist), der aus 16 Ländern besteht, ein einziges Land an ALLE ständig nur exportiert aber kaum von den anderen Ländern importiert, dass dann irgendwann dieses eine Land, ALLES GELD hat, und die anderen faktisch pleite sind. Wäre dieser Währungsraum nicht da, wäre das kein Problem, da man dieses Ungleichgewicht über Wechselkurse wieder ausgleichen kann oder zumindest eindämmen kann.

Zitat
Darüberhinaus impliziert eine solche Aussage zweierlei: 1. Deutschland überschwemmt mit Dumpingprodukten Europa so wie China die Welt

Dumpingprodukte würde ich es nicht nennen. Eher "Qualitätsprodukte zu sehr günstigen Preisen". Bei China ist es nur der unschlagbar günstige Preis (obwohl die, auch durch massive deutsche Schützenhilfe, in der Qualität besser werden). Aber ja, so ist es....D überschwemmt damit den europ. Markt und alle europ. Staaten können sich die Produkte eben auch leisten, weil sie dieselbe Währung haben wie D, deren Wert aber gar nicht ihre eigene Wirtschaftsstärke widerspiegelt, sondern eher die von D. Das die anderen Euro Staaten dann mittelfristig (jetzt sind 12 Jahre Euro rum) daran zugrunde gehen, wird jetzt ersichtlich.

Zitat
und 2. diese "Dumpingproduktion" ist Schuld an der Finanzkrise. Beides ist aber falsch.

Da hast du Recht. Das ist falsch. Weil das hier alles gar nix mit der Finanzkrise zu tun hat. Das ein ganz anderes Thema. Hier gehts einzig und allein um den Euro, die Eurozone und dumme Instrumentarien wie den EFSF. Die "globale" Finanzkrise verschärft die ganze Sache nur, die hat in der Tat, völlig andere Ursachen. 

Zitat
Deine Berechnung, wie die Produktivität in D durch die von dir vorgeschlagenen Lohnerhöhungen sinkt, würde ich dann gerne mal ausführlich und im Detail sehen.

Das simple Mathematik. Produktivität=Output/Input. Lohnerhöhungen erhöhen den Input. Also wird die Produktivität kleiner.

Zitat
Zu deinem 2. Szenario: du scheinst anzunehmen, dass ein Schuldenschnitt nur möglich ist, wenn GR aus der Eurozone ausscheidet. Warum sollte das so sein? Einen Schuldenschnitt kann man auch machen, ohne GR aus der Eurozone zu nehmen.

Habe ich nicht geschrieben. Schuldenschnitt wird auch in Szenario 1 nötig sein. Genauso wie in deinem Szenario.

Zitat
Weiterhin scheinst du anzunehmen, dass durch Senkung der Löhne in GR und gleichzeitiger Anhebung der Löhne in D, die Probleme der Griechen gelöst wären und Deutschland fein aus der Nummer raus wäre. Wie kommst du auf so etwas?

siehe oben.

Zitat
1. ist das nicht der Grund für die Finanzkrise und 2. ist es ja nicht so, dass massenhaft gr. Produkte wie Blei in den Regalen liegen, weil sie zu teuer sind.

1. Wir diskutieren hier auch nicht die Finanzkrise, sondern die völlig verblödete Wirtschaftspolitik einer EU, die nicht sieht, dass eine Währungsunion zwischen unterschiedlich wirtschaftlich starken Ländern an die Wand fährt. Wenn man nicht imstande oder willens ist, diese Unterschiede auszugleichen, muss man die Währungsunion entweder wieder auflösen oder wieder Sozialismus einführen.

2. ist doch gut. Aber was nutzt das innerhalb der Eurozone, wenn ich trotzdem massiv importiere und kaum exportiere.

Zitat
Es geht mir auch nicht darum, den "Südländern Kohle in den Hintern zu schieben", sondern darum, die Krise einzudämmen und händelbar zu halten. Und da unsere Banken den gr. Wohlstand großzügig finanziert haben, jetzt aber nicht Willens und in der Lage sind, eventuelle Verluste selber zu tragen, muss eben wieder der Steuerzahler bluten. Hier wird nicht den Griechen Kohle in den Hintern geschoben, sondern den Banken, damit die ihr Investment aus Griechenland zurück bekommen. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist (und vieles deutet darauf hin, dass dies bald der Fall sein wird), wird auch der von dir geforderte Schuldenschnitt kommen, wahrscheinlich inkl. gr. Staatsbankrott. Nur dass dann nicht mehr die Banken diese Verluste tragen müssen, sondern die Steuerzahler in den Geberländern.

Genau, das macht man ja gerade mit dem EFSF und ab 2013 mit dem ESM.

Zitat
Ich weiß auch nicht, wie du darauf kommst, dass eine Erhöhung der dt. Löhne zu einer Steigerung der gr. Produktivität führt. Wie soll das funktionieren? Nur weil dann dt. Produkte teurer werden (und zwar weltweit, das scheinst du zu vergessen), werden nicht automatisch gr. Produkte vermehrt nachgefragt, die noch nicht einmal dt. Produkte substituieren können. Dazu müsste es ja erst einmal vergleichbare gr. Industriezweige geben, die mit der dt. Industrie in direkter Konkurrenz stehen. Welche sollen das sein?

Habe ich oben ja schon erklärt, dass das mit direkter Konkurrenz in den Märkten gar nix zu tun hat.

Zitat
Wenn die deutsche Wirtschaft schrumpft, musst du sowieso Geld in den Binnenmarkt stecken, nämlich in Form von mehr Arbeitslosengeld. Du willst die Profite, die Deutschland aus der EU zieht, abschaffen, damit keine Transferzahlungen geleistet werden müssen und dazu bist du bereit, die deutsche Wirtschaft zu schädigen und im weltweiten Wettbewerb weniger wettbewerbsfähig zu machen und nimmst in Kauf, dass Menschen ihre Arbeit verlieren. Das halte ich für irrational, wenig zielführend und auch nicht nachhaltig.

Aber deine sozialistischen Transferzahlungen sind rational, zielführend und nachhaltig. Lol.

Wie gesagt, ich würde auch eher Szenario 2, den Ausstieg der Südstaaten oder der Nordstaaten, bevorzugen oder zumindest die Einführung eines Südeuros oder Nordeuros, dann kann man die europäischen Ungleichgewichte auch wieder über einen Wechselkurs beinflussen und muss nicht unbedingt die "weltweite" Konkurrenzfähigkeit Deutschlands gefährden.


Zitat
Zitat von: pudel am Heute um 01:08:32

    Ich rede von Handelsbilanzausgleichen innerhalb einer Währungsunion. GR wird günstiger (wirtschaflich attraktiver im Euroraum) wenn D teurer wird, oder nicht?

Ja, nur garantiert alleine "günstiger sein" keinen neuen Arbeitsplatz in GR.
Zitat

Garantieren tut dir keiner was. Aber es würde GR wieder Chancen geben. Noch nichtmal die haben sie ja bei deinem bevorzugten Transfermodell.

Zitat
Mit deinem Vorschlag massiver Lohnerhöhungen schickst du Deutschland auch auf die Intensivstation und holst GR trotzdem nicht aus dem Koma.

Mit deinem Modell liegt bald ganz Europa im Koma inkl Deutschland. Kann sich jeder ausrechnen, der bis drei zählen kann.

Zitat
Zitat

    Ohne Schuldenschnitt wird eh nix gehen. Egal was du machst.

Sobald die Banken ihre Schäfchen im Trockenen haben wird es auch einen Schuldenschnitt geben.

Zitat

    Da man mit dem ESFS eh jegliche Haftung auf den europ. Steuerzahler überträgt, wird da erstmal nix crashen.

Ich bitte um Erläuterung.
Zitat

Naja, was beutet ein Schuldenschnitt in GR? Die laufenden Staatsanleihen, also die Verschuldung GR's, werden wertlos, sagen wir zu 50%. Die Inhaber der Staatsanleihen, sagen: Okay, scheiss drauf, die Hälfte meiner Staatsanleihen ist jetzt nur das Papier wert auf dem sie gedruckt wurden. Die Inhaber verzichten also auf Rückzahlung. Wer sind die Inhaber der Staatsanleihen? Es waren vor einigen Monaten noch zum Großteil die privaten Banken. Jetzt sind es bereits zum Großteil entweder bereits verstaatlichte Banken oder die EZB. Mit dem EFSF werden drei Dinge festgeschrieben:

1.
Der EFSF darf in Zukunft Staatsanleihen von notleidenden Ländern kaufen (Gr & Co.) und die Kohle dafür kommt von den Mitgliedsstaaten (also 50% von D). Da das ein staatlicher Verein ist, und nicht am "Markt" arbeitet, tut man das auch gerne zu niedrigen Zinsen, obwohl man sicher sein kann, das Geld nie wieder zu sehen. Die teilweise bis zu 25% Zinsen auf griechische Staatsanleihen kamen ja nur darum zustande, dass man eigentlich wusste das die Griechen diesen Kredit (nix anderes ist eine Staatsanleihe) kaum im Stande sind zurückzubezahlen. Bei 130% Verschuldung, null Wirtschaftswachstum und kaum Rückgriff auf sonstige Vermögen der Bürger, irgendwie auch verständlich.

D.h. in Zukunft, und sollte sich nicht brachial was in GR ändern, was Wirtschaftswachstum angeht, dann sind die privaten Banken somit raus aus der üblichen Staatsfinanzierung zumindest was GR & Co. angeht. Diese Aufgabe übernimmt jetzt der EFSF, denn der kann sich ja immer sicher sein auf die Steuereinnahmen der europ. Bürger zurückzugreifen.

Der EFSF ist quasi eine gesamteuropäische Badbank, die für die Finanzierung von "kreditunwürdigen" (also sehr hohes Risiko von Kreditausfall) Mitgliedsstaaten zuständig ist durch Kauf von eben deren Staatsanleihen.

Da man ja schon ganz offen vom "fractional reserve banking" des EFSF spricht, also der Hebelung des Eigenkapitals, kann man sich vorstellen, wieviel Geld man plant an die "notleidenden" Staaten zu verleihen. Das Eigenkapital wurde auf 400 Mrd festgeschrieben (200 Mrd davon von D). Man spricht derzeit von einem Hebel von 1:5. Das heisst man plant eigentlich 2 Billionen Euro an diese notleidenden Staaten zu verleihen. (1 Billion, also tausend Milliarden, stehen dabei von Deutschland im Feuer!!!)

Also nochmal: Das sind Kredite, für die die privaten Banken bis zu 25% Zinsen verlangt haben, aufgrund des hohen Ausfallrisikos.

Ich glaube, deswegen ist Ackermann auch ein wenig "besorgt". Denn der weiss ja, was das für ein Wahnsinn ist.


2.
Der EFSF ist dazu befugt, privaten Banken Staatsanleihen abzukaufen. Das heisst, sollten noch irgendwelche dämlichen privaten Banken im Besitz von gr Staatsanleihen sein, und wollen diese verkaufen, dann ist der EFSF sofort zur Stelle und kauft ihnen diese ab. Also bevor dieses Papier nichts mehr wert ist (bzw nur die Hälfte), aufgrund eines Schuldenschnitts, nimmt der EFSF sie und überträgt damit den Verlust des Papiers auf den europ. Steuerzahler.

3.
Der EFSF kann die europ. Steuergelder nutzen um notleidende Banken mit neuem Eigenkapital zu versorgen. Das heisst, sollte es passieren, dass eine private Bank komischerweise immernoch gr. Staatsanleihen zum Zeitpunkt eines Schuldenschnitts hält, und dadurch in massive Existenznöte kommen, ist der EFSF auch zur Stelle.


Fazit: Der EFSF ist ein Rundum-Sorglos Paket im Falle eines Schuldenschnitts für private Banken, da die Verluste vom europ. Steuerzahler getragen werden.


Zitat
Ja, eigentlich sollten Banken das auch tun, sobald sie aber "systemrelevant" sind, spielt das keine Rolle mehr.

Erkläre mir mal "systemrelevant"?

Zitat
Teurer? Was meinst du, was mit privater Altersvorsorge passiert, wenn es einen richtigen Finanzcrash gibt?


Private Altersvorsorge kannst du eh in der Pfeife rauchen. Wer sowas macht ist selber schuld. (also Riester und LV's und die ganzen anderen Finanzprodukte)

Zitat
Wer steht für die Einlagen der Bürger gerade? Wer übernimmt die Darlehen an Bürger und die Wirtschaft?


Übernimmt der Staat dann. Macht er ja sowieso immer. Ohne Staat -> keine Bank -> kein Geld.
 
Zitat
Welches Eigentum hat eine Bank, um auch nur annähernd die Risiken abzudecken?

Wenn sie die Risiken nicht abdecken können, dürfen sie auch nicht solche Geschäfte machen. Zumindest dürfen sie doch nicht völlig unangetastet aus der Sache rauskommen.

Zitat
Und warum soll das Privatvermögen der Aktionäre einer Bank für die Risiken haften?

Warum soll das Privatvermögen von völlig unbeteiligten Nicht-Aktionären haften? Als Aktionär (also Teilhaber) einer Bank hat man auch Pflichten!

Zitat
Willst du mal eben so unser ganzes Wirtschaftssystem aushebeln? Welche bankinternen Guthabenkonten sollen das sein und warum sollen die bei einer "normalen" Insolvenz nicht in Anspruch genommen werden?


Der einzige der hier unser Wirtschafssystem aushebelt bist du. Bankrott und Wirtschaftsschrumpfungen gehören nunmal zu diesem Wirtschaftssystem dazu. Aber Wirtschaftsschrumpfung willst du nicht. Bankrott willst du auch nicht. Glaubst du Staaten können nicht bankrott gehen?

Wenn du meinst, dass wenn man die Verluste auf den Staat legt, die Sache aus der Welt ist, hast du dich leider geiirt. Die Frage ist doch nur, hole ich es mir von den wenigen Verantwortlichen oder hole ich es mir von der großen Masse der Nicht-Verantwortlichen.

Und eine normale Insolvenz von Banken findet doch gar nicht statt! Siehe oben, Erklärung des EFSF.

Zitat
Merkwürdig nur, dass dann nicht viel mehr in Deutschland investiert wird. Sind die denn alle dumm? Man muss dem Investor natürlich auch etwas bieten, damit er eine Rendite erreichen kann.

Wieder anderes Thema. Aber ja. Das ist auch genau der Sinn der Sache in einer WÄHRUNGSUNION.

Zitat

Zitat

    Mal schauen. Aktuell sehe ich nicht viel von dem Geld in der Realwirtschaft (also bei der großen Allgemeinheit) ankommen. Solange die Gelder also nur bei den vermögenden Guthabenhaltern und der Hochfinanz ankommen, wird auch nix inflationieren.

Das kannst du ja auch gerne so sehen, ich sehe es anders. Um Staaten zu entschulden gibt es nichts besseres und einfacheres als eine kräftige Inflation.

Ich sehe das ja gar nicht anders als du. Nur gibt es derzeit eben keine Inflation. Sondern eher Deflation. Und mit deinen Lohnsenkungen in GR und "Lohnerhöhungen in D ist scheisse"-Credo wird sich daran auch nix ändern. Denn wo kein Geld was Nachfrage erzeugt, auch keine Inflation. Da kannst du noch so viele Milliarden ins System pumpen. Wenn es bei einigen wenigen hängenbleibt, inflationieren höchstens die Preise für Flüge zum Mond oder sowas ähnlichem.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1733 am: 14.Oktober 2011, 23:53:12 »

Putin hat doch jetzt bereits schon immer aus dem Hintergrund regiert. Da Russland jedoch über sehr viel Macht verfügt, schaut der Westen ruhig zu.

Als Putin damals auf Grund der Verfassungsregel als Präsident aufhören musste und statt dessen die Graue Eminenz gab, habe ich mir schon gedacht, dass er sicher irgendwann wieder zurück kommen wird, egal, welches Gesetz dafür geändert werden muss. Dieser Mann ist ein kalt berechnender Mann, der aus Machterhalt sämtliche Gesetze einer Demokratie wegsprengt, an die er ohnehin nie geglaubt zu haben scheint.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1734 am: 15.Oktober 2011, 02:20:10 »

Welches Gesetz hat Putin denn nun konkret gebrochen in diesem Fall? Er hat eine Amtsperiode ausgesetzt und kann jetzt wieder ganz normal antreten, oder irre ich mich jetzt?
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1735 am: 15.Oktober 2011, 06:15:25 »

Er hat zwar kein Gesetz gebrochen, aber während der "Amtszeit" von Medwedew ist z.B. die Verfassung dahinhgehend geändert worden, dass der Präsident statt 4 jetzt 6 Jahre regieren kann.

Und das Medwedew nur als Strohmann fungierte, währenddessen die wichtigen Entscheidungen vom Ministerpräsidenten gefällt wurden, ist auch klar.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1736 am: 15.Oktober 2011, 10:11:35 »

Es ist unterhaltsam, zu sehen, wie die Politik auf die Demonstrationen heute am 15.10. reagiert. Sofort wird natürlich wieder die erigierte Fahne in den Wind gehalten, die Özdemirs und wie sie alle heissen, die ansonsten ja keine Gelegenheiten auslassen, die "Märkte zu beruhigen", reden jetzt plötzlich wieder von Gehaltsdeckeln und Transaktionssteuern.
Dabei wird natürlich nicht darüber diskutiert, daß wir gerade, nachdem wir das Ende völligen Staatswirtschaft bereits erlebt haben, das Ende der ungezähmt liberalisierten Privatwirtschaft erleben. Der Fehler liegt im System, darin, wie wir Gelder von den öffentlichen Haushalten abgezogen und in die Taschen der oberen 10% gefüllt haben, darin, wie die Banken mit nicht existenten Werten um sich schmeissen, darin, daß dem Kredo "Der Markt regelt sich von alleine" blind und religionsartig Glauben geschenkt wurde. Darin, daß Länder wie Deutschland sich auf dem Rücken der Arbeitnehmer Marktanteile erschummeln und Länder wie Griechenland unter der nicht vorhandenen Steuermoral und Korruption der oberen 10000 kaputt gehen.
Ich bin nicht für Kommunismus oder irgendeinen "-ismus", ich hätte gerne einfach mal Politiker mit Hirn, die nicht nur Lobbypolitik betreiben, sondern sinnvolle Dinge entscheiden und auf ein Gleichgewicht zwischen freiem Markt und staatlicher Regulation achten und sich nicht von dummdreisten Ökonomen, eigennützigen Ackermännern die Politik diktieren lassen.

Aber die Presse wird ja schon wieder ihr möglichstes tun, die Proteste entweder als "wirkungslos und desorganisiert" (SPIEGEL), linksradikal (das wird dann wohl die BILD sein) oder Ergebnis von hoffnungslosen Träumereien darzustellen.

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El_Pocho

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1737 am: 15.Oktober 2011, 10:12:35 »

Und nach soviel Pathos am frühen Morgen muss ich jetzt unbedingt wieder Dark Souls spielen, danach laufe ich dann wieder 12 Stunden mit gebücktem Haupte rum.

 ;D
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tacticus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1738 am: 15.Oktober 2011, 11:41:08 »

Es gibt 3 Szenarios. Die dritte ist die deine.
Nein, es gibt auch noch andere Szenarien.

Zitat
Transferzahlungen und (vergeblich) darauf zu hoffen, dass sich an der Situation Griechenlands etwas ändert. [..] Aber genau das willst du weiterführen und erhoffst dir dabei mittelfristig einen Wirtschaftsaufschwung. Wo soll der herkommen, wenn die noch mehr sparen müssen?
Aus dem, was ich schreibe, geht das von dir (absichtlich?) falsch interpretierte nicht hervor. Du scheinst dich jetzt, aus welchem Grund auch immer, auf Unterstellungen und Provokationen verlegt zu haben.

Zitat
Und genau das ist ja der Grund, warum man jetzt mit den Transferzahlungen anfängt.
Welche Transferzahlungen wurden bisher aus welchem Grund geleistet? Welche sollen für welchen Zweck geleistet werden? Sollen sie geleistet werden, um den gr. Konsum anzuheizen, damit die Griechen toll auf unsere Kosten leben können? Nein.

Zitat
Aber es macht keinen Sinn, wenn wir den anderen Euroländern Geld geben, damit diese es uns wieder zurückgeben in Form von Wareneinkäufen.
Macht ja auch keiner, von daher ist auch dein 1. bis 3. obsolet. Du redest über ungelegte Eier, die niemand legen will.

Zitat
Es geht nicht um Märktekonkurrenz. GR muss mehr exportieren nach D und weniger importieren von D.
Ich weiß zwar nicht, was "Märktekonkurrenz" sein soll, aber natürlich stehen die gr. und die dt. Volkswirtschaft in Konkurrenz. Wer zwingt die Griechen eigentlich, dt. Produkte zu kaufen?

Zitat
Welche Produkte da jetzt mehr bzw. weniger nachgefragt werden ist doch völlig egal.
Die gr. Produkte fallen einfach so vom Himmel, wenn nur endlich in D die Löhne steigen, oder wie muss man sich das vorstellen?

Zitat
Es sollte dir doch klar sein, dass wenn in einem gleichen WÄHRUNGSRAUM (das ist wichtig, weil es DAS Problem ist), der aus 16 Ländern besteht, ein einziges Land an ALLE ständig nur exportiert aber kaum von den anderen Ländern importiert, dass dann irgendwann dieses eine Land, ALLES GELD hat, und die anderen faktisch pleite sind.
Das ist eine theoretische Binsenweisheit. D ist nicht die Ursache der Finanzkrise in GR und den anderen "Südländern".

Zitat
Aber ja, so ist es....D überschwemmt damit den europ. Markt und alle europ. Staaten können sich die Produkte eben auch leisten, weil sie dieselbe Währung haben wie D, deren Wert aber gar nicht ihre eigene Wirtschaftsstärke widerspiegelt, sondern eher die von D.
Und der Euro fällt in diesen Ländern anscheinend (so wie die Produktion) vom Himmel, oder wie muss man sich das vorstellen?

Zitat
Weil das hier alles gar nix mit der Finanzkrise zu tun hat. Das ein ganz anderes Thema.
Ich habe über die Finanzkrise diskutiert. Wenn du das nicht diskutieren willst, können wir uns das Geschreibe schenken.

Zitat
Das simple Mathematik. Produktivität=Output/Input. Lohnerhöhungen erhöhen den Input. Also wird die Produktivität kleiner.
Ok, es gibt also keine detaillierte Berechnung von dir, um wie viel die dt. Löhne erhöht werden müssen, um die dt. auf die gr. Produktivität abzusenken.

Zitat
1. Wir diskutieren hier auch nicht die Finanzkrise...
Du hast eine merkwürdige Auffassung von "wir". Ich wollte sehr wohl über die Finanzkrise diskutieren.

Zitat
Wenn man nicht imstande oder willens ist, diese Unterschiede auszugleichen, muss man die Währungsunion entweder wieder auflösen oder wieder Sozialismus einführen.
:D Wer sagt denn, dass diese Unterschiede nicht ausgeglichen werden sollen?

Zitat
Habe ich oben ja schon erklärt, dass das mit direkter Konkurrenz in den Märkten gar nix zu tun hat.
Du hast das behauptet. Natürlich konkurriert die gr. Volkswirtschaft mit der dt. und es ist nach wie vor wenig überzeugend, dass man etwas Funktionierendes kaputt machen soll, nur damit das schon Kaputte nicht ganz so schlecht aussieht. Ich würde lieber versuchen, das Kaputte reparieren.

Zitat
Aber deine sozialistischen Transferzahlungen sind rational, zielführend und nachhaltig. Lol.
Am vielen Lachen erkennt man den Narren, besonders wenn er über seine eigenen Unterstellungen "lollt".

Zitat
Noch nichtmal die haben sie ja bei deinem bevorzugten Transfermodell.
Aber sicher haben sie mit dem "Modell" Chancen, sogar wesentlich bessere als mit deinem Lohnerhöhungsmodell, mit dem du nur D ruinierst und GR nicht hilfst. Es ist übrigens nicht "mein" Transfermodell, was ich machen würde, habe ich bereits geschrieben: günstige Kredite zur Umschuldung gewähren (die natürlich zurück gezahlt werden müssen), vernünftige Sparmaßnahmen in die Wege leiten und investieren bzw. Investitionsanreize schaffen. Nimm es zur Kenntnis.

Zitat
Mit deinem Modell liegt bald ganz Europa im Koma inkl Deutschland. Kann sich jeder ausrechnen, der bis drei zählen kann.
Du scheinst es nicht zu können, aber das macht auch nichts. Es ist übrigens immer noch nicht "mein" Modell.

Zitat
Fazit: Der EFSF ist ein Rundum-Sorglos Paket im Falle eines Schuldenschnitts für private Banken, da die Verluste vom europ. Steuerzahler getragen werden.
Du missdeutest ESM und ESFS, damit es in deine Argumentation passt. Mit diesem Instrumentarium soll die Stabilität des Euro gewährleistet und Staatsbankrotte vermieden werden, von einem "Rundum-Sorglos Paket" für private Banken kann keine Rede sein. Natürlich profitieren die Banken, die faule Staatspapiere gekauft haben, aber eben nicht nur die Banken alleine, es profitieren vor allem die EU-Bürger, insbesondere die in den betroffenen Staaten und es ist auch wieder die immer gleiche Kosten-Nutzen-Abwägung: die Politiker scheinen der Meinung zu sein, dass die Alternative "Zusammenbruch der Eurozone, Staatsbankrotte und Bankencrashs" mehr Kosten und weniger Nutzen nach sich ziehen würde, ganz abwegig erscheint mir das auch nicht zu sein. Information am Rande: ich bin auch kein Freund dieser Maßnahmen, die Alternative würde meiner Meinung nach allerdings lauten, dass etliche Staaten in der Eurozone bankrott gingen und dabei auch etliche Banken insolvent würden. Die Folgen für den Finanzmarkt und die Realwirtschaft wären unabsehbar, aber alles andere als positiv.

Zitat
Erkläre mir mal "systemrelevant"?
Sobald die Gefahr besteht, dass durch die eine Bankenpleite noch andere Banken pleite gehen, die wiederum andere Banken mit in die Tiefe reißen usw. und durch diesen Dominoeffekt der gesamte Finanzmarkt in Gefahr gerät, ist eine Bank systemrelevant.

Zitat
Private Altersvorsorge kannst du eh in der Pfeife rauchen.
Dann rauch du deine mal in der Pfeife :D

Zitat
Übernimmt der Staat dann.
Und wer gibt dem Staat das Geld? Ist ja nicht so, als würde D im Geld schwimmen.

Zitat
Wenn sie die Risiken nicht abdecken können, dürfen sie auch nicht solche Geschäfte machen.
Ach, tatsächlich? Genau das ist das Problem der Finanzkrise seit 2007 und der Grund, warum Banken überhaupt gerettet werden müssen. Bisher wurde es allerdings versäumt, daran etwas zu ändern, ein großer Fehler der Politik.

Zitat
Warum soll das Privatvermögen von völlig unbeteiligten Nicht-Aktionären haften?
Welches Privatvermögen von Unbeteiligten soll wofür haften?

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Als Aktionär (also Teilhaber) einer Bank hat man auch Pflichten!
Bitte nachlesen, was eine Aktie ist und welche Pflichten ein Aktionär hat.

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Der einzige der hier unser Wirtschafssystem aushebelt bist du.
Kinderkram.

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Aber Wirtschaftsschrumpfung willst du nicht.
Erzwungene und damit kontraproduktive Schrumpfung der Wirtschaft über deine Lohnerhöhungen in D (ist das nicht auch Sozialismus?), bei der am Ende alle dumm aus der Wäsche gucken, will ich in der Tat nicht.

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Bankrott willst du auch nicht.
Du scheinst meine Beiträge nicht zu verstehen. Ich würde den Bankrott von Banken und auch von Staaten, die schlecht wirtschaften, begrüßen, aber nicht, wenn dadurch unser gesamtes Wirtschaftssystem in Gefahr gerät. Die Banken haben das schon clever gemacht, die sind untereinander eng vernetzt, geht die eine große Bank pleite, reißt sie direkt andere Banken mit sich, sie sind "too big to fail". Leider unternimmt die Politik nichts dagegen, sorgt nicht dafür, dass die Banken ihre Systemrelevanz verlieren, den Banken kann man das nur schwerlich zum Vorwurf machen, auch dass sie diese Tatsache zu ihren Gunsten nutzen.

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Glaubst du Staaten können nicht bankrott gehen?
Ich weiß, dass Staaten zahlungsunfähig werden können. Was bezweckt deine Frage?

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Wenn du meinst, dass wenn man die Verluste auf den Staat legt, die Sache aus der Welt ist, hast du dich leider geiirt.
Du irrst in deinen merkwürdigen Unterstellungen. Wo soll ich das meinen?

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Die Frage ist doch nur, hole ich es mir von den wenigen Verantwortlichen oder hole ich es mir von der großen Masse der Nicht-Verantwortlichen.
Dann hole es dir bei den Verantwortlichen zurück. Wer ist denn eigentlich verantwortlich? Die Banken? Der gr. Staat? Der säumige gr. Steuerzahler? Der gr. Frührentner? Wer?

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Und eine normale Insolvenz von Banken findet doch gar nicht statt! Siehe oben, Erklärung des EFSF.
Das findet nicht statt, weil man Angst hat, dass dadurch der Finanzmarkt vollends crasht.

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Wieder anderes Thema. Aber ja. Das ist auch genau der Sinn der Sache in einer WÄHRUNGSUNION.
Deine Antwort geht völlig an meiner Aussage vorbei.

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Nur gibt es derzeit eben keine Inflation.
Sicher gibt es die, nur eben keine Megainflation, was ja wiederum niemand behauptet hat.

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Und mit deinen Lohnsenkungen in GR und "Lohnerhöhungen in D ist scheisse"-Credo wird sich daran auch nix ändern.
Gut nur, dass dein "Lohnerhöhung in Deutschland löst alle Probleme"-Unsinn gar nicht erst in Betracht gezogen wird :D
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tacticus

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1739 am: 15.Oktober 2011, 11:43:19 »

Ich bin nicht für Kommunismus oder irgendeinen "-ismus", ich hätte gerne einfach mal Politiker mit Hirn, die nicht nur Lobbypolitik betreiben, sondern sinnvolle Dinge entscheiden und auf ein Gleichgewicht zwischen freiem Markt und staatlicher Regulation achten und sich nicht von dummdreisten Ökonomen, eigennützigen Ackermännern die Politik diktieren lassen.
Vollste Zustimmung!
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