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Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2001315 mal)

White

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2440 am: 22.November 2012, 21:16:22 »

Business as usual eben.
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Konni

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2441 am: 22.November 2012, 23:31:47 »

Zitat
Soviel zur rechtlichen Bewertung des Ganzen.
Die international weiterhin völlig umstritten ist, es gibt unendlich viele unterschiedliche Meinungen und Gutachten von Völkerrechtlern dazu.

Völlig umstritten ist es überhaupt nicht (http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/1682640.stm). Wenn dem so wäre, dann wären die ganzen Resolutionen, die die israelische Siedlungspolitik als völkerrechtswidrig dargestellt haben und Israel zum Siedlungsstopp aufgerufen haben, doch gar nicht durchgekommen. Die 5 Veto-Mächte hätten die Resolutionen jederzeit blockieren können. Seit Jahren vertritt die US-Regierung (Administration Obama) öffentlich die Meinung, dass die Siedlungspolitik völkerrechtswidrig sei und einzustellen ist, die EU in Person von "Außenminisiterin" Ashton hat die Siedlungspolitik wiederholt scharf verurteilt. Was willst du denn noch haben?
Natürlich sind Urteile von dieser Größenordnung immer umstritten. Eindeutige Urteile gibt es in der Rechtswissenschaft nunmal nicht und jedes Urteil unterliegt immer unterschiedlichen Meinungen. Aber der Konsens betreffend der israelischen Siedlungspolitik ist international doch total eindeutig, wenn du das Gegenteil behauptest, dann unterstelle ich dir fehlende Objektivität. Israel ist das einzige Land, das die Siedlungspolitik bisher öffentlich verteidigt hat und das Urteil des IGH offiziell anzweifelt.

Selbst der Oberste Gerichtshof in Israel sieht Siedlungen in besetztem Gebiet als verfassungswidrig an. Bitte google nach dem "Elon Moreh Ruling" in 1979. Ich habe dazu jetzt keine Daten, habe aber noch genau im Kopf, dass das Gericht festgestellt hat, dass das Land, das den Palästinensern gehört, nur für militärische Zwecke konfisziert werden darf, aber nicht für zivile Siedlungen. Was brauchst du noch um einzusehen, dass die riesengroße herrschende Meinung diese Siedlungen als rechtswidrig bezeichnet?



Zitat
Zitat
Auf Grundlage dieser "advisory opinion" hat der UN-Sicherheitsrat 4 oder 5 Resolutionen (Resolution 446 und 452 fallen mir gerade ein, die anderen kenne ich nicht aus dem Kopf) verabschiedet, die Israel dazu aufrufen, die Siedlungspolitik einzustellen.
Wie kann es denn sein, dass Resolutionen Mitte/Ende der 70er auf dieser Basis erlassen wurden, wenn es diese "advisory opinion" noch gar nicht gab? Der IGH hat sich doch erst im Juli 2004 damit befasst und wenn ich das richtig lese, wurde er von der Generalversammlung der UN damit beauftragt und nicht vom Sicherheitsrat.

Ich weiß nicht so recht, ob du mich absichtlich falsch verstehst oder ich mich unklar ausgedrückt habe. Ich habe eine advisory opinion des IGH aus dem Jahr 2004 gepostet, weil es die aktuellste war, die sich mit der Frage der Illegalität der Siedlungspolitik auseinandersetzt. In diesem Dokument wird das rechtliche Urteil des IGH von 1979 zitiert. Nämlich dass die Siedlungspolitik gegen die Genfer Konvention verstößt und deshalb völkerrechtswidrig ist. Das ist die Rechtslage und die hat sich seit 1979 nicht verändert. Das müsste Resolution 446 gewesen sein, wenn mich nicht alles täuscht war dies die erste Resolution, die sich explizit mit der Siedlungspolitik auseinandersetzte, die vorigen Resolutionen gegen Israel wurden wegen ihrer völkerrechtswidrigen Annexion des Westjordanlandes erlassen. Resolution 446 ist somit die erste von 4 oder 5 Resolutionen, die sich auf die "advisory opinion" des IGH in der Frage der Rechtmäßigkeit der Siedlungspolitik stützt. Diese advisory opinion wird vor fast jeder Resolution neu abgefragt, bleibt aber logischerweise gleich, das sich weder die Rechtslage noch die Umstände geändert haben. Zuletzt wurde sie 2004 eingeholt, als es um diesen Zaun ging, weil dieser israelische Siedlungsgebiete schützt, die außerhalb der Staatsgrenzen Israels liegen.
Du kannst aber gerne auf auf der Website des International Court of Justice (http://www.icj-cij.org/homepage/) nach der advisory opinion von 1979 suchen, wenn du mir nicht glaubst, dass die genau die gleiche ist, wie die von mir zitierte und die die Grundlage für die Resolutionen bildet, die israels Siedlungspolitik als völkerrechtswidrig bezeichnen.

Zitat
Trotzdem, wenn das israelische Militär den Gaza-Streifen unter Beschuss nimmt, dann trifft es zu 90% die falschen, die dort ermordert werden.
http://www.idfblog.com/2012/11/19/were-private-property-and-infrastructure-in-gaza-harmed/
[/quote]

So, jetzt kommt also eine Seite der israelischen Armee als Argumentationsgrundlage. Ich weiß nicht, soll ich jetzt hier Bilder von Hamas-Propaganda-Seiten posten, die tote Kinder, Greise oder wen auch immer zeigen? Selbst wenn die al-Qassam Brigaden Schulen oder Krankenhäuser nutzt, um von dort aus zu operieren (was sie zweifelsohne tun), rechtfertigt es dies, die komplette Schule in Schutt und Asche zu legen? Was können die Menschen im Krankenhaus dafür, dass die Hamas sich dort einquartiert? Sollen die riskieren von der Hamas erschossen zu werden, indem sie die zum Gehen auffordern?
Mich würde wirklich mal interessieren, ob du es für angemessen hälst, ein Haus, in dem eine Familie wohnt mit Raketen dem Erdboden gleichzumachen (dabei vllt noch andere Häuser zu treffen), weil sich dort ein Hamas-Offizieller, wer auch immer das sein soll, aufhält? Wie würdest du denn darüber urteilen, wenn die Hamas ein Haus in die Luft sprengt, in dem ein israelischer General mit seiner Frau und seinen 3 Kindern wohnt, die alle dabei sterben? Das würdest du vermutlich völlig zu Recht verwerflich finden, aber gleichzeitig postet du eine Propaganda-Seite, die Angriffe auf Unbeteiligte rechtfertigt; es sind eben nur Kolleteralschäden, das hehre Ziel war ja, die Hamas zu treffen, dass dabei ein Krankenhaus voller Ärzte und Patienten mit in die Luft fliegt, scheint nicht so dramatisch zu sein.

Sorry, dieser Auffassung kann ich einfach nicht folgen. Wenn Israel die Hamas so gut beobachten kann, dass sie genau wissen wann sich wer in welchem Haus aufhält, dann müssen die auch andere Wege finden, um diese Personen auszuschalten.
Israel tut sich mit solchen Bombardierungen selbst keinen Gefallen. Da werden Brücken in die Luft gejagt...was zum Teufel hat eine Brücke mit der Hamas zu tun? Da werden Krankenhäuser beschossen, selbst wenn dort der Hamas-Führer drin wäre, würden unzählige Unschuldige sterben, was den Hass auf Israel noch weiter steigert. Und aus diesem Hass, den Israel durch diese Bombardements säht, wächst der Nachwuchs für die al-Qassam Brigaden heran. Junge Männer, die Mutter und Vater verloren haben, vllt noch einen Bruder, die ihr Haus verloren haben...was sollen diese Menschen machen? Perspektivlosigkeit ist der Nährboden für Extremismus. Es sind die Israelis, die durch den Terror der Hamas Angehörige verloren haben, die zu Extremisten werden und jeden Palästinenser tot sehen möchten und es sind die Palästinenser, die durch den Terror Israels Angehörige verloren haben, die zur Extremisten werden und sich der Hamas anschließen.

Israel ist eine starke Militärmacht, Israel schützt sich mit einem relativ guten Raketenabwehrsystem und es liegt an Israel mit der Voranbringung der 2-Staatenlösung auf völkerrechtlichen Grundlagen einen Schritt Richtung dauerhaften Frieden zu gehen. Die Hamas wird es noch lange geben, dafür ist zuviel Leid angerichtet worden. Es wird auch immer extreme Israelis geben. Aber wenn Israel nicht bald mal einen Schritt unternimmt, sich durchringt den Palästinensern das zu geben, was sie wollen und was ihnen völkerrechtlich zusteht, dann wird diese Spirale sich ewig weiterdrehen. Wenn die Palästinenser das bekommen, was ihnen zusteht, dann wird es vielleicht in 2-3 Generationen, nachdem der Hass der Hamas aus der Gesellschaft herausgewachsen ist, ein friedliches Miteinander geben. Das klingt pathetisch, aber die Hamas wird nicht aufhören Israel vernichten zu wollen, wenn diese mit Raketen auf den Gaza-Streifen schießen. Mit Nachhaltigkeit hat das nicht das Geringste zu tun.
« Letzte Änderung: 22.November 2012, 23:33:52 von Konni »
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Signor Rossi

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2442 am: 23.November 2012, 01:53:57 »

Konni, du vergisst, dass ich darum gebeten hatte, das Thema nicht länger diskutieren zu müssen, weil es sowieso nichts bringt, darüber zu diskutieren. Du magst mehr zu dem Thema gelesen haben, du magst viele Zitate und Quellen auf Knopfdruck abrufbereit zu haben, aber auch das wird nichts daran ändern, dass beide Seiten Fehler machen und Schuld an der Lage sind. Ich könnte auch Völkerrechtsexperten zitieren, die den Siedlungsbau eben nicht als so eindeutig völkerrechtswidrig ansehen (Stichwort "defensive conquest", Schwebel), aber auch das wird nichts bringen, die Diskussion würde sich ewig im Kreis drehen, weil hier wohl kaum jemand so professionell im Völkerrecht bewandert ist, dass er eine abschließende Expertise abgeben könnte. Wie denn auch. Und was soll es bringen? Zu dem Thema wurden schon Millionen Seiten geschrieben und Millionen Sätze gesprochen, geändert hat sich trotzdem nichts.

Zwischen 1979 und heute ist auch einiges passiert: Israel ist den Resolutionen zumindest teilweise gefolgt und hat den Gazastreifen und weite Teile der Westbank geräumt, mit dem "Erfolg", dass sie aus Gaza mit Raketen- und Mörserangriffen sowie von der Westbank mit Selbstmordattentätern eingedeckt wurden. Die "moderne" Siedlungspolitik und der Mauerbau ist auch eine Reaktion auf diese Angriffe, nicht umsonst wird ja auf strategisch bedeutendem Gelände gesiedelt (was sich völkerrechtlich wiederum als präventive Verteidigungsmaßnahme auslegen ließe, ein Friedensvertrag mit den Palästinensern existiert ja meines Wissens nicht und die Hamas will Israel immer noch vernichten), die Siedlungen ziehen wieder neue Angriffe nach sich und so geht das immer weiter, ein Teufelskreis nach dem anderen.

Du kannst den Blog der IDF auch gerne als Propagandaseite ansehen, die er zu einem gewissen Grad natürlich auch ist, aber auch das ändert nichts daran, dass sich die Hamas hinter Zivilisten versteckt. Was übrigens auch ein Kriegsverbrechen ist und zwar von dem, der sich dahinter versteckt, das ist für mich nicht weniger empörend und weitaus "widerlicher" als irgendwelche Siedlungen. Die IDF schießt auch nicht einfach so in alle Gebäude, in denen sie Hamas-Leute vermutet, vorher wird die Bevölkerung gewarnt, zum Beispiel mit Flugblättern. Und wenn die Hamas die Leute dann zwingt, im Gebäude zu bleiben, wird sich trotzdem über Israel empört und nicht über die Hamas. Aber auch darüber lohnt keine Diskussion, auch darüber würde sich nur im Kreis gedreht, ich ärgere mich total über mich selber, dass ich mich hier überhaupt eingemischt habe, jede Diskussion über dieses Thema folgt dem gleichen Schema.

Und, um das Ganze jetzt hoffentlich zu beenden: auch ich bin der Meinung, dass Israel die Siedlungen aufgeben oder zumindest gegen gleichwertiges Land eintauschen sollte, auch ich bin der Meinung, dass Israel die vielen Checkpoints in der Westbank aufgeben sollte, wie ich auch der Meinung bin, dass die Palästinenser unbedingt ihren eigenen Staat haben sollen, wenn sie denn endlich bereit sind, Israel anzuerkennen und Frieden zu schließen. Das ist für mich die Grundvoraussetzung, das ist nicht Israels Aufgabe und man kann auch nicht von Israel verlangen, dass die sich noch 40 bis 60 Jahre lang tatenlos mit Raketen und Mörsern beschießen oder ihre zivilen Busse von Attentätern in die Luft jagen lassen, ehe es dann vllt. endlich eine Generation Palästinenser gibt, die Frieden schließen will.
« Letzte Änderung: 23.November 2012, 02:01:15 von favre »
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giZm0

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2443 am: 23.November 2012, 10:16:54 »

Mal vom Thema abweichend...

Kennt jemand von euch eine politische Lernsoftware mit der man spielend politische Prozesse erlernt? Hintergrund ist, dass ich vor ein paar Jahren mal bei der Polis-Veranstalung der Bundeswehr war und dieses "Spiel" sehr interessant fand. Daher hat sich für mich die Frage aufgetan gibt es etwas vergleichbares auch für den privaten Gebrauch zu Hause?

/€: bei der bpb hab ich bisher nur Planspiele gefunden, die ja bekanntlich nicht mal eben gespielt werden können.
« Letzte Änderung: 23.November 2012, 10:24:00 von giZm0 »
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2444 am: 23.November 2012, 10:45:35 »

Mal vom Thema abweichend...

Kennt jemand von euch eine politische Lernsoftware mit der man spielend politische Prozesse erlernt? Hintergrund ist, dass ich vor ein paar Jahren mal bei der Polis-Veranstalung der Bundeswehr war und dieses "Spiel" sehr interessant fand. Daher hat sich für mich die Frage aufgetan gibt es etwas vergleichbares auch für den privaten Gebrauch zu Hause?

/€: bei der bpb hab ich bisher nur Planspiele gefunden, die ja bekanntlich nicht mal eben gespielt werden können.

Mir ist nichts dergleichen bekannt, aber du kannst gerne meine 3500 Seiten haben, die ich in den Kursen für mein Grundstudium lesen musste  ;)


Zu der Israel-Thematik:
Beide Seiten, also sowohl die Regierung Israels als auch die Hamas, haben Dreck am Stecken. Weiß nicht wer das hier schon geschrieben hat, aber er hat Recht damit. Eine einfache Lösung gibt es dafür nicht und sich hier gegenseitig mit Argumenten zu kommen (die der andere nicht mal anerkennt), bringt nichts.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2445 am: 23.November 2012, 10:59:10 »

was das spiel angeht, wie wärs mit ner mail ans auswärtige amt? früher haben die Lernspiele immer auf Disketten verteilt :D
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smedhult

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2446 am: 23.November 2012, 11:28:51 »

Ich habe noch irgendwo eine Lernsoftware über politische Prozesse in Europa (speziell Skandinavien) und der Welt ab der Spätantike (Teilung des Imperium Romanum). Allerdings nur auf schwedisch, dänisch und norwegisch.  :(
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2447 am: 23.November 2012, 12:49:47 »

Guck mal hier rein: http://www.bpb.de/lernen/unterrichten/planspiele/65585/spielesammlung

/€: ich sehe gerade, das hast du schon genannt. Welche Art Software meinst du denn? Spiele wie ars regendi: http://de.ars-regendi.com/ oder PoP: www.powerofpolitics.com/Start.aspx ?
« Letzte Änderung: 23.November 2012, 13:00:03 von favre »
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giZm0

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2448 am: 23.November 2012, 16:30:13 »

Mir ist nichts dergleichen bekannt, aber du kannst gerne meine 3500 Seiten haben, die ich in den Kursen für mein Grundstudium lesen musste  ;)

Danke, davon hab ich selbst genug rumzuliegen ;)

Guck mal hier rein: http://www.bpb.de/lernen/unterrichten/planspiele/65585/spielesammlung

/€: ich sehe gerade, das hast du schon genannt. Welche Art Software meinst du denn? Spiele wie ars regendi: http://de.ars-regendi.com/ oder PoP: www.powerofpolitics.com/Start.aspx ?

Genau so etwas meine ich! Zum Erlernen von Sprachen gibts ja auch Spiele. Mir ist das auch deshalb in den Sinn gekommen, weil die meisten Jugendlichen in der Oberstufe sich nicht im geringsten für den PW-Unterricht interessieren, geschweige denn verstehen was sie da lernen. Nimmst du sie mit zu einem Planspiel sind sie aber alle begeistert und entdecken ihr politisches Interesse. Allerdings kosten solche Veranstaltungen Geld und dauern in der Regel 3-5 Tage, beides Hindernisse, welche zur Folge haben, dass diese Veranstaltung nur von den Leistungskursen besucht wird und das auch nur 1 mal. Da wäre es doch wünschenswert wenn die Schulen solche Lehrmittel für den regelmäßigen Gebrauch zur Verfügung hätten oder?

Ich bin mir allerdings nicht sicher ob es soetwas bereits gibt und da wir hier ja studierte Politikwissenschaftler haben, dacht ich mir fragste mal nach :)

/€: Problem bei Browsergames ist ja, dass sie endlos sind und man da quasi jeden Tag was einstellt vlt ne Stunde Aufwand hat (hoch geschätzt) und das war es dann. Eventuell nicht so optimal zum Lernen und Lehren oder?
« Letzte Änderung: 24.November 2012, 01:30:55 von giZm0 »
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Konni

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2449 am: 24.November 2012, 09:31:40 »

Konni, du vergisst, dass ich darum gebeten hatte, das Thema nicht länger diskutieren zu müssen, weil es sowieso nichts bringt, darüber zu diskutieren.

Mag sein, trotzdem behalte ich mir das Recht vor, wenn ich Dinge lese, die meiner Meinung nach falsch oder unvollständig sind derart zu kommentieren, dass sie in meinen Augen richtiggestellt werden. Und sorry, aber die Behauptung, dass die Verurteilung der israelischen Siedlungspolitik international völkerrechtlich hochumstritten ist, stimmt einfach nicht.
Du erwähnst Schwebel, mir fallen auch noch Stone und und Rostow ein, die Israels Politik völkerrechtlich verteidigen. Aber nun stell dir doch mal bitte die Frage, warum sich selbst Israels engste Verbündete (USA, Deutschland) sich deren Argumentation nicht zu eigen machen und Israels Politik in aller Öffentlichkeit als völkerrechtswidrig darstellen?
Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand, die Argumentation ist wenig schlüssig.

Ich versuche mal Schwebel hier wiederzugeben für diejenigen, die das vllt interessiert aber noch nichts von ihm gehört haben:
Schwebel unterscheidet zwischen offensiven Landeroberungen und defensiven Landeroberungen. Ein historisches Beispiel einer defensiven Landeroberung seien die vom Deutschen Reich an Polen abgetrenen Gebiete nach dem 1. und 2. Weltkrieg.
Im Falle von Israel besteht Schwebel darauf, dass die Landeroberung (Westjordanland [West Bank] und Gazastreifen) in einem Verteidigungskrieg errungen worden sein. Der Krieg, um den es dabei geht, ist der 6-Tagekrieg. Den 6 Tagekrieg (gegen Ägypten, Syrien und Jordanien) hat formal Israel mit Luftangriffen auf Ägypten angefangen, aber mensch würde es sich zu einfach machen, deshalb von einem Angriffskrieg zu sprechen. De facto war Israel in der Klemme, wurde von den arabischen Ländern massiv bedroht, die keinen Hehl darum gemacht haben, es ausradieren zu wollen. Daher bin ich durchaus auch der Meinung, dass diese Luftschläge Präventivangriffe waren, die Aggressionen von Ägypten ausgingen und die Argumentation, es handele sich um einen Verteidigungskrieg, durchaus schlüssig ist (ganz anders als in Afghanistan, wo Deutschland ja auch "verteidigt" werden soll, aber das ist eine andere Geschichte).
So, und für den Fall eine Verteidigungskrieges hält Schwebel es für legitim, im Akte der Selbstverteidigung erobertes Land in Besitz zu nehmen und zu besetzen, um sich selbst zu schützen und Angriffe aus dieser Region in Zukunft zu verhindern. Dies legitimiert er in dem American Journal of International Law von 1970 ausdrücklich [das ist im Folgenden wichtig, deshalb habe ich dazu auch die exakte Quelle herausgesucht: Schwebel, American Journal of International Law, vol.64, 1970 pp.344-347]. ( mit dem Vergleich zur Grenzziehung Polen-DDR und zwar auf folgender Grundlage: beim Krieg Deutschland-Polen handelte es sich aus Sicht der Polen ganz klar um einen Verteidigungskrieg. Die neue Grenze Polens zu "Deutschland" ist die Oder-Neiße-Linie und diese ist völkerrechtlich anerkannt, da ein Fluss als strategische Grenzlinie anerkannt ist; dies wird im allgemeinen mit den erheblichen Verteidigungsvorteilen, die eine Flussgrenze mit sich bringt, begründet. Polen hat also ehemals deutsches Gebiet rechtmäßig annektiert, um sich selbst in eine bessere Verteidigungsposition zu bringen.

Der 2. Teil von Schwebels Argumentation bezieht sich ebenfalls ausdrücklich auf Argumentationen für Gebietsannektierungen nach dem 2. Weltkrieg. Ich zitiere jetzt einfach mal diese beliebteste Aussage von ihm:
Zitat
Where the prior holder of territory had seized that territory unlawfully, the state which subsequently takes that territory in the lawful exercise of self-defense has, against that prior holder, better title.

Auch hierbei geht es wieder um unrechtmäßige Gebietsannektierungen Deutschlands im 2. Weltkrieg und zwar explizit um die sogenannte Annexion der der "Rest-Tschechei" vom März 1939. Schwebel argumentiert, dass die West Bank völkerrechtlich gar nicht zu Jordanien gehörte, sondern von denen 1948 unrechtmäßig einverleibt wurde. In der Tat ist es so, dass die jordanische Annektierung dieses Gebiets lediglich von 3 Ländern völkerrechtlich anerkannt wurde (GB, Pakistan und das andere fällt mir nicht ein, war aber nur ein "Minor").

Nun zur kritischen Auseinandersetzung mit Schwebels Standpunkten:
zum letzten Punkt: die Annektierung des Westjordanlands durch Jordanien war ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Was Schwebel bei seiner Argumentation, bei der er sich wie gesagt auf den Fall der Annexion der "Rest-Tschechei" bezieht aber außer Acht lässt ist, dass die "Rest-Tschechei" vorher völkerrechtlicher Eigentümer ihres Gebiets war, Israel allerdings niemals einen völkerrechtlichen Anspruch auf die Region des Westjordanlandes hatte. Im Gegenteil, einzige völkerrechtliche Grundlage über Gebietsverteilungen ist Resolution 181, ein UN-Teilungsplan von 1946 für das Gebiet. Dieser Teilungsplan sah die Schaffung 2 verschiedener Staaten vor:


Somit hatte ein damals noch fiktiver Staat Israel niemals einen völkerrechtlichen Anspruch auf dieses Gebiet. Auf diesem Gebiet sollte ein arabischer Staat geschaffen werden, was Israel nicht ist. Insofern ist dieser Punkt in Schwebels Argumentation nicht schlüssig, da Jordaniens Nicht-Anspruch auf dieses Gebiet sich nicht plötzlich zu einem Anspruch Israels an selbigem umwandelt. Und das ist nur logisch: Deutschlands Nicht-Anspruch an der "Rest-Tschechei" wandelte sich nicht plötzlich in einen Anspruch der Sowjetunion an selbiger Region um, nur weil die sowjetische Armee dieses Gebiet befreit hat. 

zum ersten Punkt: Israel könnte das Westjordanland okkupiert haben, um sich gegen zukünftige Angriffe aus der Region zu schützen, so wie Polen Schleßien und Ostpreußen annektierte, um die Deutschen hinter die Oder "zurückzudrängen". Auch hier ist die Grundlage des Vergleichs sehr schwierig, da im Falle Deutschlands 2 Staaten involviert sind, im Falle Israels allerdings 1 fiktiver arabischer Staat und ein real existierender Staat. Israel wurde ja niemals von dem Staat angegriffen, der auf der West Bank errichtet werden sollte, da es diesen Staat ja noch gar nicht gab. Insofern ist eine Rechtfertigung der Gebietsannektierung aufgrund des defensive conquest...nunja sagen wir mal "schwierig". Und hier beginnt sich Schwebels Argumentation in den eigenen Schwanz zu beißen.
Erst legitimiert er die Annektion des Westjordanlandes von Jordanien damit, dass Jordanien dieses Gebiet unrechtmäßig unter seine Kontrolle gebracht hat, da es keinen völkerrechtlichen Anspruch darauf hat, dann legitimiert er allerdings die die Annektion der West Bank ebenfalls damit, dass Jordanien von diesem Gebiet angegriffen hat. Das ist vergleichsweise so, als ob die Sowjetunion einen Anspruch auf strategisch wichtige Teile der "Rest-Tschechei" haben könnte, weil deutsche Besatzer von diesem Gebiet aus die Sowjetunion angegriffen haben. Das klingt absurd und es ist auch. Und genau dieser Punkt ist es, der Schwebel bis heute vorgeworfen wird in der internationalen Völkerrechtsliteratur, zusätzlich zu dem oben von mir erwähnten Vorbehalt.
Schwebel hat dann seine Argumentation von 1970 1994 von der "deutschen Geschichte" losgelöst und seine Überlegungen nicht mehr explizit mit den Territorialveränderungen nach dem 2. Weltkrieg begründet. Trotzdem kann ich dieser Argumentation einfach nichts abgewinnen. Laut UN Resolution 181 haben in den oben bildlich dargestellten Grenzen sowohl ein "jüdischer Staat", sowie auch ein "arabischer Staat" (vermutlich wird er den Namen Palästina tragen) einen Anspruch auf dieses Gebiet. Vom fiktiven arabischen Staat Palästina wurde Israel noch nie angegriffen, was schon einen gewaltigen Teil der Argumentationsgrundlage von Schwebel in der herrschenden Meinung für null und nichtig erklärt. Trotzdem ist sein Ansatz natürlich nicht uninteressant.

Achso übrigens: Schwebel versucht in seinen Darlegungen niemals die Annektion des Gaza-Streifens zu rechtfertigen. Es geht bei ihm lediglich um die West Bank. Auch Stone hat sich immer explizit auf das Westjordanland bezogen. Selbst wenn du also den Überlegungen von Schwebel folgen solltest, weil sie dir logischer erscheinen, ist zumindest die Annektierung des Gaza-Streifens immernoch völkerrechtswidrig.

Zitat
Du magst mehr zu dem Thema gelesen haben, du magst viele Zitate und Quellen auf Knopfdruck abrufbereit zu haben, aber auch das wird nichts daran ändern, dass beide Seiten Fehler machen und Schuld an der Lage sind.

An der jetzigen Lage auf jeden Fall, das habe ich nie bestritten. Am Siedlungsbau haben die Palästinenser aber keine Schuld. Ich frage mich ohnehin wo der Sinn dabei liegen soll, israelische Siedlungen in Gebieten zu bauen, die zum größten Teil von feindseligen Palästinensern bewohnt werden. Ich würde da gar nicht wohnen wollen, weil ich ja dauernd Angst haben müsste, Ziel von Raketenangriffen und terroristischen Attacken zu sein. Trotzdem forciert Israel ist diese Politik mal mit mehr, mal mit weniger Nachdruck. Den Grund dafür sehen Kritiker dabei, dass Israel versucht, völkerrechtliche Ansprüche auf das Gebiet durch eine Bevölkerung desselben mit dem eigenen Volk zu rechtfertigen. Wenn mensch dieser Argumentation nicht folgen möchte, dann soll er/sie sich mal darüber Gedanken machen, welche Gründe es sonst so geben könnte dafür, dass Israel Siedlungen in Gebieten baut, das nachweislich Palästinensern gehört, die dafür z.T. so langsam entschädigt werden, nachdem israelische Gerichte dieses Vorgehen als rechtswidrig betitelt hatten.

Zitat
[...] die Diskussion würde sich ewig im Kreis drehen, weil hier wohl kaum jemand so professionell im Völkerrecht bewandert ist, dass er eine abschließende Expertise abgeben könnte. Wie denn auch. Und was soll es bringen? Zu dem Thema wurden schon Millionen Seiten geschrieben und Millionen Sätze gesprochen, geändert hat sich trotzdem nichts.

Willkommen in der Rechtswissenschaft ;) Es gibt nicht umsonst diesen Spruch: 3 Juristen - 5 Meinungen. In der Rechtswissenschaft existiert kein "richtig" oder "falsch". Es gibt nur legitime Rechtfertigung und illegitime Rechtfertigung. Recht ist keine Naturwissenschaft wie Mathe oder Physik, in der es einen Zustand gibt oder nicht gibt, in der eine Gleichung stimmt oder eben nicht. Vieles ist diskussionswürdig und vor allem diskussionsbedürftig. Im deutschen Strafrecht war bis 1997 Vergewaltigung in der Ehe ausdrücklich kein Straftatbestand und dies wurde bis zuletzt von einigen Wenigen verteidigt, da diese in der Einwilligung in eine Ehe eben auch als einen Ausdruck für die permanente Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr sahen.
Ich habe mir auch nicht angemaßt, hier eine Expertise abzugeben. Ich habe lediglich die Argumentation des IGH und der überwältigenden Mehrzahl der Völkerrechtler wiedergegeben (übrigens auch bei der Beurteilung Schwebels). Im internationalen Kanon der Völkerrechtsexperten, ist die Meinung, dass Israels Siedlungspolitik völkerrechtswidrig sei, nunmal vergleichsweise unumstritten. Aus diesem Grund und natürlich auch aus bündnistaktischen Überlegungen mit den arabischen Staaten, rufen selbst die engsten Verbündeten Israels seit Jahren immer wieder zum Stopp dieser Politik auf. 

Zitat
Zwischen 1979 und heute ist auch einiges passiert: Israel ist den Resolutionen zumindest teilweise gefolgt und hat den Gazastreifen und weite Teile der Westbank geräumt, mit dem "Erfolg", dass sie aus Gaza mit Raketen- und Mörserangriffen sowie von der Westbank mit Selbstmordattentätern eingedeckt wurden.

Das ist richtig, Israel hat immer mal wieder Teile seiner Siedlungspolitik aufgegeben. Es ist aber kein linearer Prozess, bei dem Israel kontinuierlich auf Rückgang der Siedlungspolitik setzt. Es gibt immer mal Pausen in der Neubesiedelung, dann geht es plötzlich weiter und so zieht sich das seit Jahren hin. Den Gaza-Streifen hat Israel geräumt, das rechne ich ihnen sehr hoch an. Dass die Hamas daraufhin Synagogen niederbrennt und den Raketenbeschuss deutlich erhöht ist absolut widerlich und ein völlig berechtigter Grund, die Hamas zu verabscheuen. Die Hamas ist dem Friedensprozess in keiner Weise zuträglich, es handelt sich dabei um eine faschistische Organisation, die in meinen Augen ausgerottet gehört. Nur spricht die Schuld der Hamas an der Eskalierung Israel nicht von der eigenen Schuld frei. Und es ist auch so, dass es in der Vergangenheit eine Menge Entgegenkommen der Palästinenser gegeben hat, die Israel ausgeschlagen hat.
Ich möchte aber nochmal klarstellen, dass die Hamas mit den Menschen im Gaza-Streifen nicht gleichgesetzt werden darf. Die Hamas hat sich im Wahlkampf als gemäßigte Partei ausgegeben (6 Monate vor den Umfragen, als größtenteils nur die al-Qassam Brigaden im Fokus standen, erreichte die Hamas kaum 20% der Wählerstimmen!) und die Wahl knapp vor der einzigen Alternative gewonnen, die zudem führungslos war und von Korruptionsskandalen zerrüttet wurde. Nach der Wahl riss die Hamas gewaltsam die alleinige Kontrolle über den Gaza-Streifen an sich, daraus eine Generalschuld der Bevölkerung des Gaza-Streifens zu konstruieren ist in meinen Augen einfach nicht zulässig.
Zumal es im Westjordanland in den letzten Jahren merklich ruhiger geworden ist. Das Pulverfass ist der von der Hamas unterdrückte Gaza-Streifen.
 

Zitat
Die "moderne" Siedlungspolitik und der Mauerbau ist auch eine Reaktion auf diese Angriffe, nicht umsonst wird ja auf strategisch bedeutendem Gelände gesiedelt (was sich völkerrechtlich wiederum als präventive Verteidigungsmaßnahme auslegen ließe [...]

Seit wann ist eine Siedlung denn bitte eine Verteidigungsstellung oder Verteidigungsmaßnahme? Fühl dich nicht genötigt zu antworten, wenn du darüber nicht diskutieren möchtest, aber mach dir mal bitte Gedanken darüber. Eine Mauer akzeptiere ich ja noch als Verteidigungsmaßnahme, aber eine Siedlung auf fremdem Gebiet dient der Verteidigung des eigenen Volkes? Das halte ich, sorry, für lächerlich.

Zitat
Du kannst den Blog der IDF auch gerne als Propagandaseite ansehen, die er zu einem gewissen Grad natürlich auch ist, aber auch das ändert nichts daran, dass sich die Hamas hinter Zivilisten versteckt. Was übrigens auch ein Kriegsverbrechen ist und zwar von dem, der sich dahinter versteckt, das ist für mich nicht weniger empörend und weitaus "widerlicher" als irgendwelche Siedlungen.
Die IDF schießt auch nicht einfach so in alle Gebäude, in denen sie Hamas-Leute vermutet, vorher wird die Bevölkerung gewarnt, zum Beispiel mit Flugblättern. Und wenn die Hamas die Leute dann zwingt, im Gebäude zu bleiben, wird sich trotzdem über Israel empört und nicht über die Hamas.


Ja, natürlich ist das ein Kriegsverbrechen! Ich verteidige die Hamas doch auch nicht, um Himmels willen, das würde mir nie einfallen. Aber die Konsequenz, die Israel daraus zieht, diese schulterzuckende Haltung, so sinngemäß "na wenn die Hamas sich hinter Zivilisten versteckt, dann schießen wir die eben auch nieder" ist doch ebenso inaktzeptabel. Flugblätter hin oder her, effektiv ist das Ganze nicht, sonst wären wohl kaum soviele Zivilisten und vor allem Kinder getötet worden. Ich kann doch kein Wohnhaus niederballern, weil dort ein Hamas-Mensch wohnt, was sollen die übrigen Menschen machen, auf der Straße schlafen? Dann schläft der Hamas-Mensch eben auch auf der Straße. Diese Flugblatt-Aktion ist doch sinnlos, die Hamas folgt der Bevölkerung dahin, wo die sich gerade aufhält, es ist doch nicht so, dass wenn das Volk plötzlich geschlossen ans Meer rennt, die Hamas-Kämpfer plötzlich alleine in ihren Stellungen sitzen. Und ich empöre mich sehr wohl auch über die Hamas, trotzdem eben auch über Israel. Unrecht kann nicht mit Unrecht vergolten werden.
 
Zitat
Und, um das Ganze jetzt hoffentlich zu beenden: auch ich bin der Meinung, dass Israel die Siedlungen aufgeben oder zumindest gegen gleichwertiges Land eintauschen sollte, auch ich bin der Meinung, dass Israel die vielen Checkpoints in der Westbank aufgeben sollte, wie ich auch der Meinung bin, dass die Palästinenser unbedingt ihren eigenen Staat haben sollen, wenn sie denn endlich bereit sind, Israel anzuerkennen und Frieden zu schließen. Das ist für mich die Grundvoraussetzung, das ist nicht Israels Aufgabe und man kann auch nicht von Israel verlangen, dass die sich noch 40 bis 60 Jahre lang tatenlos mit Raketen und Mörsern beschießen oder ihre zivilen Busse von Attentätern in die Luft jagen lassen, ehe es dann vllt. endlich eine Generation Palästinenser gibt, die Frieden schließen will.

Wir sind nicht weit auseinander. Zum letzten Punkt gebe ich dir völlig Recht, ich würde es mir auch nicht gefallen lassen, dauernd beschossen zu werden. Aber nach 50 Jahren würde ich mir mal langsam gedanken machen, ob das unbedingt und sofortige Zurückschießen nicht dazu führt, dass garantiert auch die nächsten 50 Jahre noch geschossen wird. Irgendwann würde ich mir ernsthaft über Alternativen Gedanken machen. Israel hätte meine vollständige Sympathie und Solidarität, wenn sie eine Gründung eines palästinensischen Staates endlich zulassen und zwar in den völkerrechtlichen Grenzen, meinetwegen von 1948. Der Raketenbeschuss wird sich noch ein paar Jahre so hinziehen, dafür gibt es zuviele Extremisten. Aber dagegen kann sich Israel recht effektiv verteidigen. Entscheidend wird sein, wie sich die Palästinenser verhalten und zwar in ihrer Gesamtheit und nicht nur auf die al-Qassam Brigaden reduziert. Wenn es 20 Jahre nach der Gründung des palästinensischen Staates immernoch öffentliche Forderungen einer Vernichtung Israels gibt (und zwar von anerkannten Vertretern, nicht irgendwelchen al-Qassam Radikalen), wenn der Raketenbeschuss über die Jahre nicht nachlässt und sich das Volk nicht langsam aber sicher entschieden von der Radikalität abwendet, dann hat Israel meine volle Unterstützung und dann wäre jegliche Militäraktion sowohl völkerrechtlich, als auch moralisch in gewissem Maße nachzuvollziehen.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2450 am: 24.November 2012, 11:25:26 »

Konni neben dir kommt man sich vor, wie nen total Unwissender :laugh:

Warum wird die Gründung eines arabischen Staates denn eigentlich nicht von der UN forciert?
Man kann doch von Israel nicht erwarten, dass sie da die Federführung übernehmen oder?

Damit dass die USA und Deutschland die Siedlungspolitik als völkerrechtswidrig betiteln ist doch nichts getan, das ist doch nur nen formaler Akt dessen Wirkung verpufft?! Jetzt ist der Konflikt wieder eskaliert, nachdem sich Israel einer neuen Bedrohung ausgesetzt sieht. Die Extremisten verfügen über neue Waffentechnologien, die weit gefährlicher sind als die alten Kazam-Raketen und in Israel stehen in 2 Monaten Wahlen an. Netanjahu steht dabei in der Pflicht, er hat im Koalitionsvertrag die Zerschlagung der Hamas versprochen. Israel scheint also momentan überhaupt kein Interesse an einer Waffenruhe zu haben. Vielmehr dürfte das Ziel sein die Raketenangriffe mit allen Mitteln zu stoppen zumindestens für den Wahlzeitraum und eine kurze Zeit danach. Das stärkt Netanjahus Position, bringen tut es nachhaltig aber rein gar nichts. Die Medienberichte dieser Tage zeigen, dass dem Einsatzziel alle moralischen Grundsätze untergeordnet werden.

Wieviel Wert hat also eine von den USA und Ägypten forcierte Waffenruhe, wenn im politischen Kalkül momentan der Kampf das Ziel ist? Gestern schießen Soldaten im Grenzstreifen angeblich auf Bauern, die das erste mal wieder auf ihre Felder wollen, dabei stirbt ein 23 jähriger. Israel dementiert und sagt es würden nur Warnschüsse abgegeben. Halt moment mal, Warnschüsse? In einer Waffenruhe, ruhen doch die Waffen?! Von diesen Vorfällen gab es in den letzten 2 Tagen einige, sodass sich für mich der Eindruck auftut, dass dies bewusste Provokationen sind, um eine Rechtfertigung zu konstruieren, die Bodentruppen aufmarschieren zu lassen.

Die Palästinenser hoffen nun auf eine Intervention Ägyptens, é voila fertig ist der neue länderübergreifende Konflikt...
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Kottikoroschko

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2451 am: 24.November 2012, 12:16:45 »

Erstaunlich an der ganzen Sache finde ich vor allem die Medien. Von einem Tag auf den anderen hört man über die ganzen Konflikte in Syrien nur noch nebenbei was, da die Sache im Gaza-Streifen Vorrang hat. So wird der Bevölkerung der Eindruck impliziert, dass die Konflikte in Syrien vorbei sind, was ja nun einfach nicht stimmt.
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Signor Rossi

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2452 am: 24.November 2012, 13:00:47 »

Na schön, Konni, vergeuden wir weiter unsere Zeit. Ich möchte dich allerdings bitten, nicht weiter persönlich ("lächerlich") zu werden.

Zitat
...warum sich selbst Israels engste Verbündete (USA, Deutschland) sich deren Argumentation nicht zu eigen machen und Israels Politik in aller Öffentlichkeit als völkerrechtswidrig darstellen?
Die verurteilen Israels Politik per se als völkerrechtswidrig? Das wäre mir neu. In Sachen Siedlungspolitik gibt es unter den internationalen Rechtsgelehrten Meinungsverschiedenheiten, wie viele Völkerrechtler jetzt auf welcher Seite stehen weiß ich nicht, das halte ich auch nicht für relevant. Es gibt meines Wissens keine abschließenden Urteile oder Resolutionen des Sicherheitsrates zu den neuen Siedlungen und der Schutzmauer. Aber ich will dir gerne deine Meinung lassen, dass die Siedlungen völkerrechtswidrig sind, ich bin ja auch der Meinung, dass Israel diese Siedlungen aufgeben sollte, um Frieden zu bekommen, mir ging es eigentlich auch nur um deine Wortwahl.

Zitat
Im Gegenteil, einzige völkerrechtliche Grundlage über Gebietsverteilungen ist Resolution 181, ein UN-Teilungsplan von 1946 für das Gebiet.
Den Plan haben die Araber aber nicht anerkannt, sondern den jungen Staat Israel am Tage seiner Gründung und in den Folgejahren mit mehreren Angriffskriegen überzogen. Aber jetzt, nachdem man alle diese Kriege verloren hat und auch sonst militärisch wenig Aussicht auf Erfolg sieht, soll der Plan plötzlich doch einzige Grundlage sein? Sollen sich Angriffskriege denn wieder lohnen?

Zitat
Vom fiktiven arabischen Staat Palästina wurde Israel noch nie angegriffen
Von einem Staat, den es nicht gibt, kann man natürlich nicht angegriffen werden, damals gab es ja noch nicht einmal Palästinenser. Aber die auf dem Gebiet des noch zu gründenden arabischen Staates lebenden Araber waren zum Teil aktiv in den Angriffskrieg involviert.

Zitat
Selbst wenn du also den Überlegungen von Schwebel folgen solltest, weil sie dir logischer erscheinen, ist zumindest die Annektierung des Gaza-Streifens immernoch völkerrechtswidrig.
Was redet du denn hier jetzt von einer Annektierung des Gaza-Streifens oder der Westbank? Wer will denn sowas? Ich jedenfalls nicht, ich dachte, dass ich mich eindeutig positioniert habe, indem ich sagte, dass die Palästinenser selbstverständlich einen eigenen Staat bekommen sollen.

Zitat
Am Siedlungsbau haben die Palästinenser aber keine Schuld.
Doch, eine Teilschuld daran haben sie, nämlich durch ihre fortwährende Gewalt, wie auch Israel eine Teilschuld an der fortwährenden Gewalt hat. Ein weiterer Grund für die Siedlungen ist ein ganz profaner: dort kann man sehr günstig wohnen, während Wohnraum in Israel ziemlich knapp und teuer ist.

Zitat
Nur spricht die Schuld der Hamas an der Eskalierung Israel nicht von der eigenen Schuld frei.
Hat das jemand gesagt? Habe ich versucht, Israel von Schuld freizusprechen, wenn ich explizit sage, dass beide Seiten an der Misere Schuld haben? So eine Strohmann-Argumentation hast du doch gar nicht nötig, aber das ist genau das, was Diskussionen über Israel völlig sinnlos macht.

Zitat
Ich möchte aber nochmal klarstellen, dass die Hamas mit den Menschen im Gaza-Streifen nicht gleichgesetzt werden darf.
Auch das macht hier niemand, die ganz normalen Menschen in Gaza sind die Opfer in diesem Konflikt. Aber viele haben die Hamas gewählt und es können auch nur die Palästinenser selber schaffen, die Hamas wieder loszuwerden.

Zitat
Das halte ich, sorry, für lächerlich.
Auch solche Aussagen sind für mich ein Grund, warum ich Diskussionen über Israel vermeide. Dass feste Häuser besseren Schutz bieten als offenes Gelände, dass Hügel eine bessere Übersicht bieten als Täler, dass Israel an strategischen Stellen sehr schmal ist, ist nicht "lächerlich", sondern Fakt.

Zitat
Unrecht kann nicht mit Unrecht vergolten werden.
Nichts anderes machen die Araber aber seit über 60 Jahren. Aus ihrer Sicht war die Gründung Israels ungerecht und seit über 60 Jahren vergelten sie das mit Gewalt. Es ist die originäre Aufgabe eines Staates seine Bürger zu beschützen, die Hamas führt Krieg gegen Israel und in einem Krieg trifft es bedauerlicherweise auch immer die Zivilbevölkerung. Mehr als warnen kann man imho nicht verlangen, die einzige Alternative wäre, überhaupt nichts gegen die Angriffe aus Gaza zu unternehmen, was dann wiederum die Staatsaufgabe ad absurdum führen würde.

Zitat
Israel hätte meine vollständige Sympathie und Solidarität, wenn sie eine Gründung eines palästinensischen Staates endlich zulassen und zwar in den völkerrechtlichen Grenzen, meinetwegen von 1948.
Ohne die Gegenleistung "Gewaltverzicht und Anerkennung des Staates Israel" ist das nicht zu haben und das halte ich auch für selbstverständlich. In den Grenzen von 1948? Angriffskriege sollen sich also wieder lohnen? Und du erwartest ernsthaft von Israel, dass sie sich noch 20 Jahre lang ohne Reaktion beschießen lassen? Die Raketen- und Mörsernagriffe mögen zwar wenig Todesopfer fordern, was nicht "Schuld" der Hamas ist, aber sie sorgen in den betroffenen Gebieten für Terror, der das normale, alltägliche Leben zur Hölle macht. Auch dort leben Opfer dieses Konflikts, nicht nur in Gaza.
« Letzte Änderung: 24.November 2012, 13:09:07 von favre »
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2453 am: 24.November 2012, 13:06:02 »

Gestern schießen Soldaten im Grenzstreifen angeblich...
Richtig, "angeblich". Daraus strickst du dir aber schon wieder eine Theorie zusammen, um einzig Israel an den Pranger zu stellen.

Und das ist die Meldung:
Nach Inkraffttreten der Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern ist bei Protesten am Grenzzaun des Gazastreifens zu Israel nach Angaben aus Gaza-Stadt ein Mensch erschossen worden. Weitere 25 Palästinenser seien durch israelisches Feuer verletzt worden, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums der Enklave am Mittelmeer, Aschraf al-Kedra, mit.

Das israelische Militär betonte, seit dem Vortag habe es Unruhen mit mehreren hundert Palästinensern an dem Zaun gegeben. Einige hätten Löcher in die Absperrung geschnitten und seien auf israelisches Gebiet vorgedrungen. Sie seien festgenommen worden. Die Soldaten hätten jedoch nur Warnschüsse in die Luft abgegeben. Die Hamas warf Israel eine Verletzung der Waffenruhe vor, die am Mittwochabend in Kraft getreten war.

http://www.n-tv.de/politik/Hamas-wirft-Israel-Bruch-vor-article7835171.html

Weiter im Text ist dann die Rede von 400 durch "Siedler" entwurzelter Olivenbäume als Vergeltung. Das ist alles nur noch totaler Irrsinn.
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2454 am: 24.November 2012, 14:13:34 »

Über die Geschehnisse am Grenzstreifen steht überall was anderes, es ist somit nur schwer nachvollziehbar was da stimmt. Im RBB von diesen Protesten zum Beispiel nicht die Rede, als ein israelischer Sprecher zitiert wurde.
Daraus "stricke" ich mir aber keine Theorie.

Es ist Fakt, dass Israel gesagt hat, dass es Warnschüsse waren und Fakt ist auch, dass zu diesem Zeitpunkt Waffenruhe herrschte.
Es ist Fakt, dass in Israel im Januar Wahlen sind und es ist Fakt, dass Netanjahu im Koalitionsvertrag 2009 eine verbindliche Zusage getroffen hat, die Hamas zu stürzen.

Die Raketen auf israelisches Land schlagen schon das ganze Jahr über ein also warum kommt die Offensive genau jetzt wo die Wahl ansteht?
Da brauch ich mir doch keine Theorie stricken, Hirngespenster basteln oder sonstwas um diese Frage zu beantworten oder?

Ich möchte Israel nicht an den Pranger stellen, aber ich empfinde es als scheinheilig wenn Netanjahu sich hinstellt und das sagt:

"Wenn eine langfristige Lösung durch diplomatische Mittel erreicht werden kann, dann wäre Israel ein bereitwilliger Partner bei einer solchen Lösung."

Wenn man die Fakten von oben sieht, stelle ich in Frage ob Israel an diplomatischen Lösungen überhaupt interessiert ist. Die Hamas ist es ganz sicher nicht, die wollen Israel brennen sehen und werden nur dann zu diplomatischen Mitteln greifen, wenn es ihnen einen Vorteil bringt in der öffentlichen Wahrnehmung. Denen geht es nicht um Frieden, zumindest nicht den Radikalen, denen geht es wahrscheinlich nichtmal um die palästinensische Bevölkerung...

Wenn man sich also solch einem Feind gegenüber sieht und sich selbst für die Guten hält in diesem Konflikt, dann erwarte ich auch entsprechend ausgerichtetes Handeln.

Konni schrieb weiter oben:

Zitat
Wir sind nicht weit auseinander. Zum letzten Punkt gebe ich dir völlig Recht, ich würde es mir auch nicht gefallen lassen, dauernd beschossen zu werden. Aber nach 50 Jahren würde ich mir mal langsam gedanken machen, ob das unbedingt und sofortige Zurückschießen nicht dazu führt, dass garantiert auch die nächsten 50 Jahre noch geschossen wird. Irgendwann würde ich mir ernsthaft über Alternativen Gedanken machen.

Genau das ist es, wenn Israel an einer langfristigen Lösung interessiert ist, dann müssen sie sich doch im Klaren sein darüber, dass sich nichts ändert, wenn sie genauso handeln wie sie es in den letzten 50 Jahren gemacht haben. Auf diesem Weg ist keine friedliche Lösung möglich, auf diesem Weg gibt es nur tote Kinder, Familien und Verlierer.

Würde Netanjahu die Wahl gewinnen, wenn er eine andere Strategie fährt als Vergeltung? Oder ist es die perfekte Möglichkeit von eigenen innenpolitischen Problemen abzulenken und sich den Rückhalt des Volkes auf militärischem Weg zu sichern?


/€: Meine einseitige Betrachtung des Themas liegt wohl daran, dass ich von Israel erwarte den Frieden zu schaffen. Von der Hamas erwarte ich gar nichts, denn den traue ich alles zu aber sich keinen Beitrag zum Frieden. Wenn Israel als führende Nation im Nahen Osten nichts für den Frieden tut wer soll es denn dann?

« Letzte Änderung: 24.November 2012, 14:24:24 von giZm0 »
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2455 am: 24.November 2012, 14:33:40 »

Über die Geschehnisse am Grenzstreifen steht überall was anderes, es ist somit nur schwer nachvollziehbar was da stimmt.
Wo, in welcher Zeitung oder auf welcher website steht denn, dass es ein Bauer war, der nur zu seinem Feld wollte? Die gestrige Meldung war ja anscheinend nicht korrekt. Und wenn überall etwas anderes steht, warum verbreitest du dann die Story mit dem Bauern? Klar, so etwas eignet sich gut zur Kritik: der arme unschuldige Bauer, der nur sein Feld bewirtschaften wollte, wird einfach so erschossen.

Zitat
Daraus "stricke" ich mir aber keine Theorie.
Du strickst dir die Theorie, dass Israel gar nicht an einer Waffenruhe interessiert ist. Was ziemlich widersinnig ist, denn sonst hätten sie wohl kaum einer Waffenruhe zugestimmt.

Zitat
Es ist Fakt, dass Israel gesagt hat, dass es Warnschüsse waren und Fakt ist auch, dass zu diesem Zeitpunkt Waffenruhe herrschte.
Und das bedeutet, dass man sein Staatsgebiet nicht gegen illegale Grenzübertritte schützen darf? Nein, das bedeutet Waffenruhe nicht.

Zitat
Die Raketen auf israelisches Land schlagen schon das ganze Jahr über ein also warum kommt die Offensive genau jetzt wo die Wahl ansteht?
Bis zur Wahl sind es noch über 2 Monate, das muss also nicht der Grund sein. Der Raketenbeschuss hat in den letzten Wochen zugenommen, irgendwann wurde es dann zu viel.

Zitat
Wenn man die Fakten von oben sieht, stelle ich in Frage ob Israel an diplomatischen Lösungen überhaupt interessiert ist. Die Hamas ist es ganz sicher nicht, die wollen Israel brennen sehen und werden nur dann zu diplomatischen Mitteln greifen, wenn es ihnen einen Vorteil bringt in der öffentlichen Wahrnehmung.
Mit wem soll Israel in Gaza denn diplomatische Lösungen finden, wenn die Hamas zu diplomatischen Lösungen nicht bereit ist? Ich hatte ja auch bereits geschrieben, dass ich meine, dass beide Seiten noch nicht an einer Lösung interessiert sind.

Zitat
Wenn man sich also solch einem Feind gegenüber sieht und sich selbst für die Guten hält in diesem Konflikt, dann erwarte ich auch entsprechend ausgerichtetes Handeln.
Du meinst, je nachgiebiger Israel agiert, desto freundlicher wird dann auch die Hamas?

Zitat
Genau das ist es, wenn Israel an einer langfristigen Lösung interessiert ist...
Es braucht aber immer zwei Parteien, die an solchen Lösungen interessiert sein müssen. Kein Staat dieser Welt würde es dulden oder dulden können, dass seine Zivilbevölkerung jahrelang mit Raketen und Mörsern beschossen würde.

Zitat
Meine einseitige Betrachtung des Themas liegt wohl daran, dass ich von Israel erwarte den Frieden zu schaffen.
Auch hier gilt: it takes two to tango. Israel kann ohne die Palästinenser keinen Frieden schaffen.
« Letzte Änderung: 24.November 2012, 14:58:59 von favre »
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2456 am: 24.November 2012, 15:12:51 »

Ach ja:

Die Waffenruhe war nur ein paar Minuten alt, als am Mittwochabend erneut die Sirenen in Beerscheba heulten. Sekunden später schlug eine von mindestens fünf Hamas-Raketen in ein Haus ein. Fenster splitterten, Ziegel flogen vom Dach. Gerade noch rechtzeitig hatten sich die Bewohner in ihren Schutzraum retten können.

Dabei blieb es nicht: In der Nacht zu Donnerstag nahmen palästinensische Terroristen trotz des Abkommens mehrere Ziele im Süden Israels unter Beschuss. "Was ist jetzt mit der Waffenruhe?", zitiert die Zeitung "Ha’aretz" einen wütenden Bewohner Beerschebas nach dem Beschuss.

http://www.welt.de/politik/ausland/article111400390/Enttaeuschte-Israelis-fordern-doch-noch-Bodenoffensive.html
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2457 am: 24.November 2012, 15:14:56 »

Wo, in welcher Zeitung oder auf welcher website steht denn, dass es ein Bauer war, der nur zu seinem Feld wollte? Und wenn überall etwas anderes steht, warum verbreitest du dann die Story mit dem Bauern? Klar, so etwas eignet sich gut zur Kritik: der arme unschuldige Bauer, der nur sein Feld bewirtschaften wollte, wird einfach so erschossen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/Gaza-Israel-Palaestina-Hammas

Zitat
Und das bedeutet, dass man sein Staatsgebiet nicht gegen illegale Grenzübertritte schützen darf? Nein, das bedeutet Waffenruhe nicht.
Nein das bedeutet es nicht, aber Waffenruhe bedeutet, dass nicht geschossen wird, die Grenzsoldaten tun es trotzdem und der getötete 23 Jährige wurde erschossen, weil er nach Angaben des RBB (Radio Eins) eine Hamas-Flagge am Grenzzaun aufhängen wollte und damit die 100m Sperrzone am Zaun verletzt haben soll.
Befinde ich mich in einer Waffenruhe und dann ist es strategisch unklug als erster zu schießen, da sind die Gründe und Ursachen dann völlig irrelevant.
In diesem Fall interessiert keinen das Vergehen des jungen Palästinensers, sondern Israel muss sich rechtfertigen warum sie trotz Waffenruhe "rumballern".
 
Zitat
Du meinst, je nachgiebiger Israel agiert, desto freundlicher wird dann auch die Hamas?
Nein ich meine, dass Israel der Hamas den Nährboden entziehen muss. Mit militärischen Gegenschlägen düngen sie diesen nur und machen die Hamas stärker.
Mit jedem Angriff auf Gaza sterben Zivilisten, viele von Ihnen Kinder und das kann öffentlich wirksam präsentiert werden und somit wird der Druck und der Hass auf Israel größer.

Wenn Netanjahu die Hamas stürzen will, dann soll er Frieden schließen mit der palästinensischen Bevölkerung, ihnen ihr völkerrechtlich zugesichertes Land geben und sie beim Aufbau unterstützen. Das ganze geht natürlich nur, wenn es diverse Sicherheitsgarantien gibt, aber dafür gibts doch die UN oder?!

(click to show/hide)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/israel-gaza-netanjahu

Bei allen berechtigten Gründen die du genannt hast und die auch in dem Artikel stehen, das fett von mir markierte ist es, was bei mir einen inneren Aufschrei auslöst und was aus meiner Sicht das eigentliche Problem offenbart. Es geht nicht um Frieden, der wird gerne mitgenommen. Es geht um Macht und Selbsterhalt. Die Hamas steckt mitten in einem Machtkampf hab ich vorhin gelesen, keine Ahnung ob das stimmt. Israel steht vor einer Wahl und die Geschichte hat doch bisher schon mehrfach bewiesen, dass Machthaber dann sehr gerne die Sicherheitskeule schwingen zum eigenen Machterhalt oder?
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2458 am: 24.November 2012, 15:37:35 »

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/Gaza-Israel-Palaestina-Hammas
Du verlinkst jetzt allen Ernstes einen Artikel von VOR dem Waffenstillstand?

Zitat
Nein das bedeutet es nicht, aber Waffenruhe bedeutet, dass nicht geschossen wird...
Du widersprichst dir selber. Wenn jemand in so einer Situation nicht auf Warnschüsse reagiert und immer weiter geht oder an einem Grenzzaun rumfummelt, sollte er wissen, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt. Auch in einer Waffenruhe darf man seine Grenzen gegen Übergriffe schützen.

Zitat
Befinde ich mich in einer Waffenruhe und dann ist es strategisch unklug als erster zu schießen, da sind die Gründe und Ursachen dann völlig irrelevant.
Siehe mein voriges posting, nach nur wenigen Minuten Waffenruhe flogen schon wieder Raketen Richtung Israel. Das ist dann tatsächlich ein Bruch der Waffenruhe.

Zitat
Nein ich meine, dass Israel der Hamas den Nährboden entziehen muss.
Und wie soll Israel das machen? Bei den Raketen- und Mörserangriffen oder Terroranschlägen werden auch immer wieder israelische Zivilisten, auch Frauen und Kinder, verstümmelt oder getötet, in Südisrael ist ein normales alltägliches Leben nicht möglich, weil es dauernd Raketenalarm gibt und die Menschen in die Schutzräume flüchten müssen. Soll Israel das einfach so hinnehmen und darauf hoffen, dass das irgendwann aufhört?

Zitat
Wenn Netanjahu die Hamas stürzen will, dann soll er Frieden schließen mit der palästinensischen Bevölkerung, ihnen ihr völkerrechtlich zugesichertes Land geben und sie beim Aufbau unterstützen. Das ganze geht natürlich nur, wenn es diverse Sicherheitsgarantien gibt, aber dafür gibts doch die UN oder?!
Wie soll die UN das gewährleisten? In Gaza und in der Westbank einmarschieren und die Terrorgruppen entwaffnen? Ist die UN dazu bereit?

Zitat
Bei allen berechtigten Gründen die du genannt hast und die auch in dem Artikel stehen, das fett von mir markierte ist es, was bei mir einen inneren Aufschrei auslöst und was aus meiner Sicht das eigentliche Problem offenbart.
Das fett markierte wird ja nicht als einziger Grund genannt und niemand weiß, ob das sein tatsächlicher Grund ist. Wäre ich Israeli in Südisrael, würde ich von meiner Regierung erwarten, dass sie etwas dagegen unternimmt, dass meine Familie, meine Freunde und Nachbarn jeden Tag in Todesangst verbringen müssen.
« Letzte Änderung: 24.November 2012, 15:49:13 von favre »
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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #2459 am: 24.November 2012, 22:54:52 »

Sag mal worum geht es dir eigentlich? Ich habe den Eindruck, dass du nur auf Dinge eingehst, die du dazu verwenden kannst um andere Argumente zu entkräften bzw. um gegen mich schießen zu können. Auf andere geschriebene Dinge gehst du zum Teil gar nicht ein oder lässt sie bewusst raus, wodurch im gesamten ein anderer Kontext entsteht, warum?
Habe ich hier irgendwo in irgendeinerweise deine Meinung und deinen Standpunkt attackiert? Solltest du diesen Eindruck gehabt haben, dann tut es mir leid, es war nicht meine Absicht.





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