@GameCrasher:
Ja, klar. Das ist eine Grundsatzdiskussion. Ob der Kollege Hermann sich da jetzt besonders glücklich oder unglücklich und in welchem Kontext geäußert hat, ist mir ziemlich egal. Ich will das auch überhaupt nicht skandalisieren oder seinen Rücktritt fordern o.ä.
Mich berührt allerdings das grundsätzliche Thema "Alltagsrassismus" und daher interessieren mich die Meinungen und Haltungen hier. Dein Vergleich mit "Auto" ist natürlich ungeeignet, das weißt Du selbst. Und ob das Wort "Neger" für Dich eine Beleidigung ist, spielt ja keine Rolle, sondern meine Frage zielt darauf ab, warum man es nutzen sollte, wenn es doch offensichtlich für viele "Betroffene" eine Beleidigung darstellt. Der Grund erschließt sich mir nicht.
Und ja, die Hautfarbe ist wegzuignorieren. Welchen Grund gibt es die Hautfarbe nicht zu ignorieren?
@kertonson: Ich will mich nicht im Antirassismus profilieren, oder mich irgendwie hervorheben. Ich habe ein grundsätzliches Interesse an der Thematik.
@all: Ich habe z.B. eine gute Freundin, in Coventry geboren, Engländerin und Schwarze. Sie wohnt und arbeitet seit 10 Jahren in Deutschland und spricht fast akzentfrei Deutsch. Sie wird immer wieder gefragt: "Woher kommst Du?" Antwort: "Coventry." Frage: "Und ursprünglich?" Ein ähnliches Beispiel ist auch im Artikel erwähnt.
Ich musste das auch erst lernen, habe aber begriffen, dass das keine "unschuldige Neugier" ist, sondern tatsächlich Rassismus. Aus meiner Sicht sind wir halt in solchen oder ähnlichen Fällen unbedarft und gar nicht böswillig, müssen aber doch verstehen und akzeptieren, dass damit Menschen herabgewürdigt werden. Und da ich das ganz grundsätzlich nicht möchte (andere Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten herabwürdigen), muss ich mich damit beschäftigen, wie ich das vermeiden kann. Ich finde das selbstverständlich und keine aufgebauschte und unnötige Diskussion.
Es geht dabei halt nicht um mich, mein Wohlbefinden oder meine Intentionen, sondern darum, wie mein Verhalten von anderen Personen aufgenommen wird. Da kann man dann die Einstellung haben: "Ist mir doch egal...", oder man fängt an sein Verhalten zu reflektieren. Ich finde zweiteres halt angebracht.