@Tony Cottee: Es ging um die Mordrate pro (legalem) Waffenbesitzer, welche in den USA deutlich höher ist als in Kanada. Da habe ich in meinem Gedächtnis etwas durcheinander gebracht.
Ich wollte auch nicht sagen das die Amerikaner dümmer sind als wir Deutsche. Natürlich gibt es da mehr Volltrottel weil da mehr Menschen leben aber der Durchschnitt ist ca der Gleiche. Und das die Amerikaner gewalttätiger sind als die Deutschen sind geben die Statistken doch her. Die Mordrate pro 1000 Einwohner (Selbstmorde, Polizei etc nirgends mit eingerechnet) ist mehr als 5 mal höher als in Deutschland, wird nur von Kriegsgebieten und/oder Drogenumschlagsplätzen übertroffen und selbst ehemalige Ostblockstaaten kommen nur vereinzelt der Mordrate nahe.
Zwar haben in den USA die meisten Morde einen Bezug zum, mehr oder weniger, organisierten Verbrechen, Hells Angels und den ganzen Kram gibt es hierzulande aber auch. Ich hab früher tief genug im dem Millieu drin gesteckt um dir sagen zu können das a) dort Waffenarsenale unterwegs sind von dennen amerikanische Waffenfanatiker feuchte Träume bekommen würden und es b) nicht unüblich ist das man eine Knarre an den Kopf gehalten bekommt wenn man sein Geschäft an der falschen Ecke aufziehen will.
Nur werden hier Schußwaffen, meistens, dazu genutzt dem eigenen Standpunkt mehr Ausdruck zu verleihen während man in den USA seinen Standpunkt dadurch deutlich macht das man dem Gegenüber direkt ein ganzes Magazin in die Brust ballert.
Und Waffen die für sowas genutzt werden sind alle illegal beschafft. Da helfen keine Backgroundchecks, Low Capacity Magazine oder sonstwas sondern nur ein Gesellschaftlicher Wandel. Die illegalen Waffen gibt es ja auch in Deutschland, besonders in Grenzregionen wie bei uns. Die Luftgewehre alle brav beim deutschen Schützenverein und alles was man sonst so hat lagert offiziell beim französischen Schützenverein, liegt aber in Wirklichkeit im eigenen Keller.
Nach dem Tod meines Großvaters hatten wir selbst noch seine Waffensammlung ohne Waffenscheine öä über 10 Jahre im Keller liegen. 9 Gewehre, 7 Pistolen, genug Munition für einen kleinen Krieg und es weder jemanden gejuckt, noch ist etwas passiert. Wenn hier alle so gewaltbereit wären wie die Amerikaner müsste, bei den Waffen die hier im Umlauf sind und der (Drogen)Kriminalität auf beiden Seiten der Grenze, hier sehr viel mehr passieren als alle paar Jahre mal ein Selbstmord.
@Splash:
Die Stand your Ground Gesetze sind weniger ein Problem und werden garnicht zu den Morden gezählt sondern die landen bei den 20.000 Toten durch Selbstmorde, Polizei etc. Viel schlimmer sind die "3 Strikes"-Laws. In Staaten und Countys in dennen man nach der dritten Verurteilung lebenslang ohne Bewährungschance ins Gefängnis geht gab es nach Einführung der Gesetze enorme Anstiege in der Mordrate, ganz besonders bei Überfällen und Einbrüchen. Wenn die Täter ermittelt werden konnten waren das überwiegend Verbrecher die schon 2 Verurteilungen hatten, in der Vergangenheit aber selten durch Gewalttaten aufgefallen sind.
Da waren auch nicht immer Schußwaffen im Spiel aber wer für einen simplen Einbruch lebenslang in den Knast geht statt nur ein paar Jahre wird eher keine Zeugen zurücklassen, auch wenn er sonst eher nicht gewalttätig ist.