Wenn ich das richtig gelesen habe, soll dieses "kanadische Modell", ein Punktesystem sein? Und mit dem Erreichen einer bestimmten Punktzahl, darf man dann einwandern?
Also darf die ausländische "Elite", hier gerne ihre Zelte aufschlagen und der Rest kann schauen, wo er bleibt?
Hier wird es erklärt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanada#Einwanderungspolitik. Wie mit Asylbewerbern verfahren wird, geht hieraus allerdings nicht hervor.
Man muss sich nur alleine die Aussagen ihrer "Gefolgsleute" (und somit auch potenziellen Wähler), bspw. bei Facebook anschauen (http://afdwaehlerstellensichvor.tumblr.com/). Es ist nunmal ein Sammelbecken jener Leute, welche bisher mit ihrer obskuren Ideologie, nirgendswo zählbaren Anklang gefunden haben. Und wenn ich mir vorstelle, dass die vier Jahre lang im Bundestag, die Meinung eines verstrahlten Mobs zu repräsentieren haben, könnte ich kotzen!
Und wie ich schon einmal schrieb, rechte Splitterparteien fordern ihre Wähler dazu auf, die AfD zu wählen!
Aber hey, es ist doch auch so: jeder Trottel hat im Schutze der Anonymität des Internets inzwischen die Möglichkeit, krudes, wirres, diffamierendes und abartiges Zeug überall im Netz zu posten. Wenn man z.B. mal Lesermeinungen zu irgendeinem Thema auf web.de liest, kann man auch verzweifeln/Angst bekommen. Von diesen (W)Irren kann man doch aber nicht auf alle potentiellen AfD-Wähler schliessen.
Kannst du mir mal einen Link nennen, auf dem darüber berichtet wird, dass die rechten Parteien ihre Wähler zur AfD-Wahl auffordern?
Die erwähnten Programmpunkte finden sich größtenteils bei allen radikalen Parteien wieder: Volksabstimmungen, Bankenkritik, stärkere Kontrolle der Nebentätigkeiten der Abgeordneten. Die NPD hat ja dazu noch eine enorm sozialpolitische Komponente und fordert z.B. auch höhere Steuern auf großen Vermögen.
Allerdings ist der AfD doch um einiges subtiler und propagiert keine eindeutig rassistischen oder völkischen Theorien. Aber es enthält die typischen Versatzstücke von elitär-rechtspopulistischen, stark national orientierten Parteiprogrammen:
- Einwanderung ja, aber nur kontrolliert und für "integrationswillige und qualifizierte".
- Asyl ja, aber nur für "ernsthaft politisch Verfolgte" (wer das ist, entscheidet dann Herr Lucke, und nicht mehr die UN-Flüchtlingskonvention)
- Prinzipielle Bejahung von Europa, aber Ablehnung sämtlicher Mechanismen, die den Nationalstaat schwächen und die Gemeinschaft stärken würden (gepaart mit typischer Kritik an der Brüsseler Bürokratie, die in Wirklichkeit extrem billig und effizient ist und weniger Beamte als jede deutsche Großstadt beschäftigt)
- Forderung, daß auch "unkonventionelle" Meinungen diskutiert werden dürfen (klassische NPD-Forderung, damit man ungestraft Auschwitz leugnen darf)
- Wunsch nach mehr "Kontrolle des Volkes" über Abstimmungen (fordert fast jede rechte Partei, seit die Schweiz per Vox populi/Rindvieh Minarette verboten hat)
- typische Kritik an Banken und Finanzsystem als weiteres Beispiel eines abzulehnenden "übernationalen" Monsters
- Betonung der Familie als Hort der kindlichen Bildung (die blonde deutsche Mutti am Herd)
- massive Steuererleichterungen ("Flat Tax" ist das Endziel), weil ja der "Bürger" zuviel für das "Soziale" zahlt und für die "Bürokratie" - wobei man hier betonen muss, daß die NPD tatsächlich Steuererhöhungen für Reiche fordert (!)
Grundsätzlich eine Rückkehr zu einer ultra-bürgerlichen, sich national einigelnden Gesellschaftsform. Genau die, die uns so wunderbare Jahre 1900 - 1945 beschert hat.
Mhm, das ist mir jetzt ein bisschen zu weit hergeholt. Gleiche oder ähnliche Programminhalte findet man nämlich bei den etablierten Parteien auch:
Auch die CDU plädiert für eine Zuwanderungspolitik, die sich an Bedürfnissen und Interessen Deutschlands ausrichtet. Zuwanderer, die sich der Integration verweigern, müssen ihrer Meinung nach mit Folgen für ihren Aufenthaltsstatus und ihre Sozialleistungen rechnen.
Auch die FDP will die EU-Kommission verkleinern, dafür soll diese effizienter arbeiten ... und die Linkspartei ist dagegen, dass die EU-Kommission die Haushaltspolitik der Mitgliedsländer kontrolliert und sanktioniert. Die nationalen Parlamente sollen nicht weiter entmachtet werden.
Auch die SPD möchte mehr Mitwirkungsrechte der Menschen bei der politischen Willensbildung durch Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide einführen und die Piraten wollen die Mitbestimmungsmöglichkeiten durch Volksabstimmungen steigern.
Die SPD und die Grünen wollen die Finanzmärkte umfassend regulieren und die Linkspartei will Finanzmärkte und Banken wirksam kontrollieren und in den Dienst der Gesellschaft stellen.
Wachsamkeit ist wichtig, aber nur weil z.B. die NPD für ein Genverbot ist, ist diese Forderung nicht gleich rechtsradikal.