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| Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread |
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| KI-Guardiola:
Generelle verdrossenheit ist eine Sache, aber hier würde ich vom Stimmrecht Gebrauch machen. Die erwähnten Freihandelsabkommen sind kein Witz, in dem es wie oft suggeriert nicht um vergleichbare Banalitäten wie die Chlorhähnchen ab sofort auch in Deufschland geht. Sondern sie können und werden jeden betreffen, weil sie Konzerne enorm stärken und damit den Sozialstaat gefährden, Einfluss auf Arbeitnehmerrechte haben und einiges mehr. Die Verhandlungen an sich sind schon undemokratisch ohne Ende, und die Beteiligten müssen wohl wissen, warum sie niemanden daran teilhaben lassen. Heißt konkret: Der Einfluss von Staat, das heißt im Endeffekt des Volkes, wird weiterhin massiv beschnitten werden. Die Welt wird noch mehr eine Welt der Unternehmer und Banken. Ein Punkt, der verhandelt wird, ist zum Beispiel: Konzerne sollen Staaten (und damit uns und alle Steuerzahler) auf Schadenersatz verklagen können, das muss man sich mal vorstellen: http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-03/investitionsschutz-klauseln-beispiele Hauptsache Wachstum, Wachstum, Wachstum, da stehen Regulierungen doch nur im Weg -- wie doof oder maßlos muss man eigentlich sein, um das mitzutragen? Wer in der Schule aufgepasst hat, müsste eigentlich die Exponentialkurve kennen. Und die Endlichkeit der Ressourcen. Aber auch wenn man nicht alle über einen Kamm scheren sollte: Dass das einigen bewusst und völlig egal ist, ist bekannt. Und sie sind richtig gefährlich. Verkauft wird das uns natürlich damit, dass es Arbeitsplätze schaffen würde - wie üblich, mit Arbeitsplätzen nach Wirtschaftskrisen köderten schon ganz andere Parteien in Deutschland. Das mit den Arbeitsplätzen ist sowieso umstritten. Und selbst wenn: Wer die Realität kennt, weiß auch, dass auch die letzten Versprechen nach Arbeitsplätzen vor allem durch Kürzungen der Sozialleistungen erreicht wurde, durch Schwächung der Arbeitnehmerrechte. Hunderttausende arbeiten in prekären Arbeitsverhältnissen, manch einer malocht 60 Stunden die Woche und muss trotzdem Stütze kriegen, ich war nach Tätigkeit im Öffentlichen Dienst kurz in selbst kurz selbst in freie Wirtschaft und an einen Unternehmens-Standort gewechselt, an dem von 30 Mitarbeitern fünf, sechs fest angestellt waren, und der Rest über Leiharbeit für 8,50 Euro und importierte Polen lief, die nach eigener Aussage über Wochen teilweise täglich bis zu 12 Stunden dort malocht hatten. Und selbst im Öffentlichen Dienst setzen sich befristete Verträge durch. Derweil machen Deutschlands renommierteste Unternehmen Rekordgewinne -- was kein Wunder ist. Den Rahmen gibt nunmal ein Staat vor -- sind die lasch, werden sie auch absolut ausgenutzt. Gerade auf diesem Markt mit weltweitem Konkurrenzdruck, Preis- und Lohndumping inklusive. TTIP ist ein Angriff auf eure Rechte, der jeden hier betreffen kann und betreffen wird, ob parteiverdrossen oder nicht. |
| Octavianus:
--- Zitat von: Svenc am 20.Mai 2014, 11:18:53 ---Generelle verdrossenheit ist eine Sache, aber hier würde ich vom Stimmrecht Gebrauch machen. --- Ende Zitat --- Sehe ich auch so. Und wenn du nur deine Stimme ungültig machst, weil du dich mit keiner Partei und ihren Zielen anfreunden kannst. Das ist ja auch ein Zeichen. |
| Starkstrom_Energie:
Wen interessieren Bürger- und Arbeiterrechte, wenn der Staat doch immer weiter wachsen kann und die Arm-Reich-Schere weiter auseinander gehen kann. ;) Aber nicht, indem die Armen noch ärmer werden, sondern die Reichen noch wohlhabender. Ich persönlich habe mit hier (glaube ich) nicht im TTIP-Inhalt verankerten Dingen wie Vorratsdatenspeicherung oder Videoüberwachung von öffentlichen Orten kein Problem, befürworte dies sogar. Tierrechte und Umweltschutz sind mir auch ziemlich egal. Aber man sollte schon die Belange aller Arbeitnehmer im Blick haben. Es wird nicht ohne Grund so oft das Bild vom Arbeitgeber als Ausbeuter benutzt. Das stimmt nur bedingt, aber die positiven Beispiele nimmt man nicht wahr. Denn wer zufrieden ist, sagt nichts. Wer jedoch ungerecht behandelt wird (oder sich so fühlt), der meckert und jammert. Es ist wie bei Bewertungen bei Amazon. Wichtig ist auf jeden Fall, am Sonntag wählen zu gehen. Und wenn man eine Schwachsinnspartei wählt, die nie genug Stimmen bekommen wird, um ins Europaparlament einziehen zu dürfen. Oder man wählt ungültig. Nur so kann man jedenfalls verhindern, dass der rechts- und linksextreme Rand soviel Zulauf bekommt, dass diese überproportional vertreten sind. Bedenken sollte man, dass die extremen Bürger ihre Parteien immer wählen, während der besonnene Bürger nicht wählt, da sich eh nichts ändere. So gewinnen die Randparteien eben Prozente, ohne dass das Volk in dem Verhältnis so denkt oder gar eine solche Politik will. |
| giZm0:
Du hast mich da vielleicht falsch verstanden, ich bin nicht verdrossen, keineswegs. Ich bin ein sehr politikinteressierter Mensch. Mein Stimmrecht hab ich nicht nur alle Jubeljahre um eine Partei zu wählen, im Gegenteil ich brauch dafür keine Wahlen um zu wissen, dass ich eine Stimme habe. Für mich ist es ein schlechter Deal zu den Wahlen zu rennen und die Verantwortung für Veränderung an Menschen zu geben, die mich nicht mal kennen, geschweige denn sich für meine Belange interessieren. Du zählst so viele richtige Punkte auf, aber den wichtigsten lässt du aus: Keine der Parteien hat eine richtige Lösung und keiner der Politiker wird irgendwas an alle dem ändern. Die einzigen die etwas ändern können, sind jene die ein Stimmrecht haben, denn sie sind die Konsumenten dieser Wirtschaft. Wer an den Misständen etwas ändern will, kann das also nur bei sich selbst tun und für sich selbst Verantwortung übernehmen: Weg von den großen Energieanbietern rein in den regionalen Anbieter. Einkauf nicht bei den Großkonzernen sondern beim regionalen Händler. Wechsel zu einer Ökobank, welche alle Kreditvergaben und Anlagen transparent offenlegt. Verzicht darauf sich jedes Jahr ein neues Iphone oder die neueste Technik zu kaufen, verflixt was will ich mit nem Iphone 5 wenn mein Iphone 4 noch funktioniert? Wieso braucht heute jeder einen Flachbildfernseher obwohl die alte Röhre immernoch funktioniert? Dieses System funktioniert nur, solange jeder mitmacht im Konsumwahn und sich jeden Abend die ZDF oder ARD-Nachrichten anschaut und anschließend bei GYNTM, DSDS usw den Kopf abschaltet, irgendwann einschläft und morgens auf dem Weg zur Arbeit seine Zeitung liest. (plakativ ich weiß, dient nur der Veranschaulichung) Die Antwort auf die Auswüchse der Globalisierung heißt: Zurück in die Kommunen und sich dort unabhängig machen. Wie ich bereits vorhin zitiert habe. --- Zitat ---Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht. --- Ende Zitat --- So zumindest meine Meinung |
| KI-Guardiola:
giZm0: http://know-ttip.eu/europa-wahl/ --- Zitat von: Starkstrom_Energie am 20.Mai 2014, 11:36:40 ---Aber man sollte schon die Belange aller Arbeitnehmer im Blick haben. Es wird nicht ohne Grund so oft das Bild vom Arbeitgeber als Ausbeuter benutzt. Das stimmt nur bedingt, aber die positiven Beispiele nimmt man nicht wahr. Denn wer zufrieden ist, sagt nichts. Wer jedoch ungerecht behandelt wird (oder sich so fühlt), der meckert und jammert. Es ist wie bei Bewertungen bei Amazon. --- Ende Zitat --- Ja. Wobei die Politik schon nach und nach Rahmenbedingungen geschaffen hat, die viele auch einfach ausnutzen. Manchmal sind das gar nicht so die Großen und kommen gar nicht an die Presse. Trotzdem sollte man das differenziert betrachten. Übrigens gibt es ja auch Unternehmer und Unternehmer. Irgendwelchen Mittelständlern wird so ein Abkommen wohl kaum groß helfen. Es stärkt wie üblich eine kleine Elite, die ganze Politik sieht fast nach systematischer Umverteilung von unten nach oben aus -- das Zins- und Zinseszinssystem tut sowieso sein Übriges. Das Wirtschaftssystem ist fast ein bisschen Krieg, an dessen Ende wahrscheinlich ein paar Siegermächte überbleiben. Desto weniger reguliert wird, desto freizügiger werden die Unternehmen. Die Klagen Unternehmen gegen Staat gab es in anderen Freihandelsabkommen ja längst: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tabakkonzern-philip-morris-verklagt-uruguay-nikotin-fuer-die-nation-1.1103407 Fragt sich nur, ob am Ende noch Menschen übrig sind, die ihre Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen werden, endloser Konsum ist der Motor unserer Zeit -- man denke an die Selbstmorde in Spanien. Einige vergleichen TTIP (TISA) mit MIA von 1998: http://de.wikipedia.org/wiki/Multilaterales_Investitionsabkommen Das ist damalsnicht durchgesetzt worden wegen Widerstands aus Frankreich. |
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