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Varaviksne heißt übrigens "Regenbogen" auf deutsch bevor hier jemand noch in die Endung Viksne irgendwas falsches reininterpretiert. Kapitel 1: Der ganz große Plan Wenn du bei einem Verein wie AGOVV Apeldoorn 10 Verletzte hast, ist das kein Problem. Aber hier in Lettland brennt die Hölle wenn sich auch nur ein Einziger verletzt. Dann müssen der Platzwart und die Oma vom Torwart mitspielen. Die gute Nachricht war: Der Rasen war so gut, dass du dir damit den Arsch abwischen konntest. Die schlechte Nachricht: Mit diesem Stadion konntest du nicht Champions League spielen. Das Stadion muss ausgebaut werden. platzte ich heraus. Jaja, da kommt bald noch ein höherer Zaun hin. Nein ich rede von mehr Sitzplätzen. Auf 2,000 können wir uns noch steigern aber - Na dann hängen Sie an die Zahl noch eine Null ran und nehmen Sie es mal Zwei. Der Präsident fing herzhaft an zu lachen. Okay, wenn wir mal die Platzprobleme hier einkalkulieren vielleicht 35,000 Sitzplätze. Wir wären erstmal froh, wenn wir das jetzige Stadion vollkriegen. Ich glaube ausverkauft war es noch nie. Aber wenn wir aufgestiegen sind und in der Champions League spielen brauchen wir mehr Sitzplätze! Sie legen an ihrem ersten Arbeitstag ganz schön los. Normalerweise ist der Vorstand für völlig übertriebene Erwartungen zuständig. Tatsächlich hatte ich heimlich bereits auf der Reise meinen perfiden und teuflischen Rachefeldzug gegen meinen Exklub geplant. Ich wollte mit Varaviksne in die Champions League damit man es bitter bereuen würde, mich abgeschoben zu haben. Wollen Sie sich nicht erstmal mit unserer Mannschaft vertraut machen? Viktors Lukasevics hat als einziger Spieler internationale Erfahrung. Außerdem sind alle Spieler ausnahmslos aus Lettland. Lediglich Aziz hat einen Vater aus Tanzania, wurde aber auch in Lettland geboren. Wie heißen Sie eigentlich? Viktor Lukin - der Mann im Jogginganzug ist Ihr Co-Trainer Imants Bleidelis. Okay, schön. Wie soll es jetzt weitergehen? Morgen haben wir unseren Tag des offenen Fußballplatzes. Da können Sie mit unserem Fanclub reden. Außerdem gibt es eine Tombola wo als Hauptpreis ein VW Fox auf den Gewinner wartet. Danach stehen dann standesgemäß unsere Vorbereitungsspiele an. Als erstes gibt es ein vereinsinternes Testspiel gegen die Reservemannschaft. Dann kommen Spiele gegen Electron Riga, Kuldiga, Preilu, Jauniba Riga, Vilan-D und die AS Rom Reserve. Die Reservemannschaft des AS Rom? Nicht übel! Haben Sie denen auch so eine Knebelvertragsklausel aufgezwungen? Wir waren das nicht! Ihre Vertragssache hat ganz allein ihr Ex-Klub zu verantworten. 26.05.2011 Obwohl ich lieber im Bett geblieben wäre, zwang ich mich zum Tag des offenen Fußballplatzes zu gehen. Jetzt wollte ich doch mal sehen, ob die Zuschauersituation wirklich so armselig war. Als ich ankam, musste ich feststellen, dass der Andrang gar nicht so übel war. Wobei mir schon auffiel, dass sich die meisten Leute um den Tombolatisch versammelten. Deshalb entschied ich mich, da gleich als erstes hinzugehen. Um mich unbemerkt unter die Menge zu mischen, setzte ich meine Sonnenbrille auf. Am tisch angekommen sah ich eine hübsche Blondine mit eisblauen Augen, die vielleicht so um die 25 Jahre alt war und somit genau mein Beuteschema. Was muss ich machen um an der Tombola teilzunehmen? fragte ich sie. Einfach nur den Zettel ausfüllen mit Name und Adresse. Tja apropos Adresse... noch war ich im Hotel eingebucht. Ich kritzelte die Adresse vom Hotel drauf und gab ihr den Zettel. Sie prüfte ihn und wollte ihn in die Lostrommel stecken, als ihr mein Name auffiel. Sie sind ja unser neuer Trainer! sagte sie aufgeregt. Sofort begann ein Tumult und scheinbar jeder auf dem Platz stürmte nun auf mich zu. Ich wurde tausend Mal gefragt, ob ich Autogramme geben könne. Erst lehnte ich ab aber als ich schließlich der Menge nicht mehr Herr werden konnte, gab ich klein bei und schrieb solange Autogramme mit dem Tombola-Kugelschreiber, bis der Stift nicht mehr schrieb. Irgendwie war das alles sehr komisch. Da war ich gestern noch ein Trainer eines Berliner Vororts wo mir die Fans nur den Rücken zudrehten und heute war ich gefeierter Trainer eines lettischen Zweitligisten. Noch dazu war Liepaja die drittgrößte Stadt des Landes und trotzdem kam ich mir hier vor wie im Dorf. Ich begann, immer mehr Gefallen an der Sache zu finden. Als mein Co-Trainer mich endlich aus der Menschenmasse befreien konnte, blieb ich noch an der Tombolatrommel stehen und schaute gedankenverloren die junge Losfee an. Ist was? Nein, alles gut. Sind Sie in mich verliebt? Ach Quatsch, das brauchen Sie gar nicht erst zu hoffen. Ihnen gefallen meine blauen Augen nicht wahr? Darauf stehen alle Männer. Und wenn schon, Sie sind trotzdem nicht mein Typ. Ich heiße Anita. Jetzt lassen Sie das doch mal. Ich will nichts von Ihnen. Schnell machte ich mich von dannen und lief zur Stelle, die am Weitesten von Anita weg war. Da war ein Imbiss und das konnte ich gut als Vorwand benutzen, zu flüchten. Anita war schon ganz nett und hübsch. Aber ich stand nicht so auf Beziehungen während der Arbeit. Neben dem Imbisswagen war auch auf einer großen Tafel eine Tabelle mit allen Vereinen der aktuellen Saison aufgestellt worden. Interessiert las ich mir die klangvollen Namen durch: Ein harter Gegner in dieser Saison würde sicher der Hauptstadtverein FK Riga sein. Alle anderen Gegner waren eher schwer einzuschätzen. Im Pokal mussten wir gegen FK Ditton Daugavpils. Der lettische Pokal bestand in jeder Runde aus Hin- und Rückspiel, sodass wir uns also gleich zweimal anstrengen mussten wenn wir weiterkommen wollten. Am Ende der Veranstaltung stand die Verlosung des kleinen weißen VW Fox an, der mit den Vereinslogos auf den Türen bedruckt war. Außerdem war ein roter Löwe aufgemalt. Völlig überraschend zog Losfee Anita meinen Namen aus dem Topf, sodass der VW fürs erste mein neuer Dienstwagen wurde. Also konnte ich endlich den Lada wieder bei Sixt abgeben. 11.07.2011 - 01.08.2011 Freundschaftsspiele Unsere Freundschaftsspiele sollten weniger als Training dienen sondern mehr zum Kennenlernen. Denn ich kannte überhaupt keinen meiner Spieler und konnte nicht einschätzen wer gut oder schlecht war. Im Spiel gegen die Reservemannschaft zeigte sich auf jeden Fall, dass die richtigen Spieler in der Reserve waren :D SFK Varaviksne - SFK Varaviksne Reserve: 3 - 1 (Tore: Lahovs, Aziz, Shappo) Elektron Riga - SFK Varaviksne: 0 - 4 (Tore: Romanov, Semjonovs, Riherts, Fjodorovs) SFK Varaviksne - FK Kuldiga: 4 - 0 (Tore: Putans, Uljanovs, Rimkus, Kozjalkins) Zwischenzeitlich verkaufte ich Ersatztorwart Jans Polakovs an FC Dinaburg Daugavpils. Preilu BJSS - SFK Varaviksne: 1 - 5 (Tore: 2x Laizans, Putans, Semjonovs, Riherts) Um wieder drei Torhüter im Team zu haben holte ich den Letten Deniss Komelciks in die Heimat zurück. Er hatte in Litauen bei FK Banga Gargzdais gespielt. Man verlangte 95,000 Euro und das blieb auch der teuerste Einkauf in dieser Transferphase. Unser fünftes Testspiel war gegen den Erstligisten FK Jauniba Riga. Da machte ich mir aber keine allzu großen Hoffnungen. SFK Varaviksne - FK Jauniba Riga: 0 - 0 Vilan-D - SFK Varaviksne: 0 - 3 (Tore: 2x Uljanovs, Romanov) Dann folgte unser Kracher gegen die Reserve von AS Rom. Unser "Spitzenduell" lockte aber nur 25 Zuschauer an, die bei Nieselregen in ihren Autos sitzen blieben und das Spiel vom Parkplatz aus verfolgten. SFK Varaviksne - AS Rom Reserve: 0 - 3 Mein Fazit zur Vorbereitung: Die Drittligisten haben wir ganz klar dominiert. Gegen Jauniba Riga sogar ohne Gegentor zu bleiben war definitiv ein Erfolg und Roms Reserve war einfach zu stark für uns. Alles in allem hatten wir unsere und meine Erwartungen weit übertroffen. 02.08.2011 Es war soweit, auch unseren zweiten Ersatztorwart loszuwerden. Das Universitätsteam von FS Metta/LU Riga konnte sich für Anatolijs Kalinins begeistern lassen. Zwar zahlten sie nur schlappe 1,000 Euro aber das passte gut in meine Pläne. Unser knappes Gehaltsbudget forderte sowieso einen kleineren Einkauf. 04.08.2011 Zwei Tage später musste auch Aleksandrs Maksimenko gehen, um Platz und Geld für unseren Neuzugang zu schaffen. Er wurde von der Rigas Futbol Skola (kurz RFS) gekauft. Mit diesem Transfer hatte ich genug Geld, um so richtig auf den Putz zu hauen. Bei Fortuna Sittard in den Niederlanden wurde ich fündig und kaufte den 17-jährigen Niederländer Ryan Soetelmans. Damit hatte ich den ersten Ausländer in unserer Mannschaft. Fünf Ausländer waren in Lettlands zweiter Liga erlaubt. Wirklich teuer war er nicht aber er verlangte eben ein hohes Gehalt. Die Lücke im Mittelfeld durch den Verkauf von Maksimenko ließ ich mit Edijs Blekte füllen, der von FS Metta kam. 17.08.2011 Noch bevor endlich der Ligaalltag begann, stand der Pokalknaller gegen FK Ditton Daugavpils auf dem Programm. Wir schafften ein 1 - 1, was uns zumindest schon mal den Auswärtsvorteil sicherte. Vadims Laizans verletzte sich im Spiel und würde uns etwa eine Woche lang fehlen. FK Ditton - SFK Varaviksne: 1 - 1 Latvijas kauss 1. Runde Hinspiel Bespalovs (16.) - Uljanovs (34.) 21.08.2011 Schließlich hatten wir unseren ersten Spieltag und ich war total aufgeregt. Seltsamerweise hatte ich in den letzten Wochen diese seltsame Anita gar nicht mehr gesehen. Doch ausgerechnet heute entdeckte ich sie auf der Tribüne. Ich starrte sie an, aber als sie dann zurückstarrte und winkte, drehte ich mich verlegen weg. Zum Einstand gab es leider nur ein langweiliges Null-Null. Spartaks - SFK Varaviksne: 0 - 0 Aufregender war es, als Anita nach dem Spiel zu meiner Trainerbank kam. Hast du es dir nochmal überlegt? Keine Ahnung wovon du redest. Na mit unserem Date! Es gibt kein Date und schon gar kein "uns"! Was muss ich tun um dich zu überzeugen? Du würdest bei mir punkten wenn du jetzt ganz schnell nach Hause verschwindest. Mehr verärgert als enttäuscht über die Absage wandte sie sich ab und ging zu ihrem Wagen. Sie fuhr einen schwarzen Chrysler Voyager mit zwei breiten weißen Rallyestreifen. Der ganze Verein ist nicht bloß wie auf dem Dorf sondern auch die Frauen. sagte ich kopfschüttelnd. 27.08.2011 SFK Varaviksne - FK Vairogs: 2 - 0 Savinovs (4.,54.) 10.09.2011 Daugava Riga - SFK Varaviksne: 0 - 0 Leider holten wir gegen die Hauptstädter nur einen Punkt, was sich später noch großer Nachteil im Kampf um den Aufstieg heraus stellen sollte. 13.09.2011 Dann kam endlich unser Pokalrückspiel. Durch viele verletzte Spieler hatte ich einen Mangel an Stürmern, also schob ich Antons Beinarovics von der Reserve hoch in die A-Mannschaft. Das zahlte sich prompt aus, denn Antons brachte uns in Führung. Leider schaffte FK Ditton schon 10 Minuten danach den Ausgleich. Dieses Ergebnis hielten wir 120 Minuten lang was nur eins bedeuten konnte: Elfmeterschießen! Glücklicherweise war unser Torwart Vladislav Zabolotsky eine Macht auf der Torlinie. Obwohl er sich in der regulären Spielzeit verletzt hatte, hielt er den Schuss von Deividas Lukosius perfekt. Unsere Männer schossen derweil drei Tore, während FK Dittons Arturs Bruders zumindest ein Tor schießen konnte. Allerdings schoss Aivar Daudezhans seinen Elfmeter gegen den Pfosten. Dies hatte zur Folge, dass mein Mann Aleksejs Rudenko nur noch treffen musste und wir wären weiter. Das schaffte er problemlos. SFK Varaviksne - FK Ditton: 5 - 2 nach Elfmeterschießen Latvijas kauss 1. Runde Rückspiel Beinarovics (16.), Aziz (Elfmeter), Romanov (Elfmeter), Efimov (Elfmeter), Rudenko (Elfmeter) - Vasiljevs (26.), Bruders (Elfmeter) Anmerkung des Autors: Hab mir leider vergessen aufzuschreiben gegen wen wir in der 2. Runde spielen. Das trage ich im nächsten Teil nach. 17.09.2011 Doch nach dem Pokalspiel ging dann für Zabolotsky wirklich nichts mehr und er fiel für 3 Wochen aus. Mit dem Pokalsieg im Nacken ging es gegen FK Kvarcs aus Madona. Kvarcs bedeutete Quarz auf Deutsch und war ein Verweis auf die vielen Quarzminen in Lettland. Die Stadt Madona hatte eine eigene Biathlonarena, eine Basketballhalle, eine Gokart-Strecke, einen BMX-Kurs und ein Leichtathletikstadion, in dem auch die Volleyballspiele ausgetragen wurden. Obwohl all diese Spielstätten eine beachtliche Größe hatten, durfte der Fußballverein nur in dem winzigen Madonas pilsetas stadions mitten im Wald spielen. Wer hier zu Gast war, dem wurde klar, welche Priorität Fußball in Lettland hatte. Nämlich gar keine. Selbst für Volleyballevents konnten mehr Zuschauer Platz nehmen als beim Fußball. Dazu dann aber mehr Info wenn das Rückspiel in Madona anstand. Für unseren verletzten Torwart setzte ich erstmals Soetelmans ein. Sein junges Alter machte sich sofort negativ bemerkbar, denn gegen das schuldengeplagte Kvarcs kassierten wir ein Tor. SFK Varaviksne - FK Kvarcs: 2 - 1 Romanov (38.), Uljanovs (49.) - Sergejevs (50.) 25.09.2011 Ersatztorwart Deniss Komelciks spielte etwas besser als Soetelmans, sah aber trotzdem nicht überragend aus. Rigas futbol skola - SFK Varaviksne: 1 - 3 Riherts (65.) - Uljanovs (9.,70.,72.) 01.10.2011 Glücklicherweise scheiterte Auseklis nicht an unserem Torwart sondern an ihrem eigenen Unvermögen. Die Gäste konnten nur einen einzigen Schuss aufs Tor bringen und deshalb war es für uns ein leichter Sieg. SFK Varaviksne -Auseklis: 3 - 0 Romanov (42., 50.), Laizans (67.) 16.10.2011 Jetzt war Zabolotsky wieder gesund aber es fehlten ihm drei Wochen Spielpraxis und Training. Deshalb durfte noch einmal Komelciks im Tor aushelfen. Gegen Tranzits Ventspils fielen aber zuviele Gegentore was leider meinen Eindruck von Komelciks schmälerte. Tranzits Ventspils - SFK Varaviksne: 2 - 2 Gogo (13.), Danilovs (86.) - Laizans (65.,74.) Fazit: Nach 7 Spieltagen hatten wir vier Siege, 3 Unentschieden und null Niederlagen. Das war ein tolles Ergebnis, brachte uns aber nur den dritten (Nichtaufstiegs-)Platz ein. Wenn wir jetzt noch Chancen auf den Aufstieg haben wollten, mussten wir fast alle Spiele gewinnen, denn Tabellenführer FK Riga war zu stark, um sie noch einzuholen und der Zweitplatziete FK Venta Kuldiga spielte ebenfalls eine sensationelle Saison. Sie hatten 6 Siege und ein Unentschieden geschafft. Wollten wir an Venta Kuldiga vorbei, zählten also nur Siege. |
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Kapitel 2: Im siebten Himmel Der Wald ist nicht genug. 19.10.2011 SFK Varaviksne - FK Jauniga Riga Latvijas kauss 2. Runde Hinspiel Unsere zweite Runde im lettischen Landespokal stand an und wir wurden mit einem noch schwierigeren Gegner konfrontiert. Wir wurden gegen den Erstligisten FK Jauniga Riga gelost, die sich zurzeit auf Platz 3 befanden und sich ernsthafte Meisterschaftschancen ausrechneten. Bei unserem Heimspiel waren wir nicht bloß Außenseiter, wir waren schlechter als das. Auf dem Papier konnten wir dieses Spiel gar nicht gewinnen. Aber wie sagte schon Toyota? Nichts ist unmöglich. Noch vor dem Anpfiff meckerte der Trainer unseres Gegners rum, dass der Rasenzustand so schlecht war. Tatsächlich musste ich resigniert feststellen, dass unser Platzwart seine Arbeit nicht zufriedenstellend erledigt hatte. Aber was sollte ich machen? Ich bekam ja kein neues Stadion. (Man beachte übrigens auch die Anzahl der Zuschauer auf den Tribünen) Als es dann losging, hatten wir fast das ganze Spiel über Ballbesitz und Laizans brachte uns schon nach 7 Minuten in Führung. Jaunigas einzige nennenswerte Chance (siehe Bild oben) konnte von unserem Torwart über die Latte gelenkt werden. Aber sicherheitshalber erhöhte Alexei Romanov noch auf 2:0. Zum Schluss stand ein völlig wahnwitziger Sieg unserer Mannschaft auf dem Tableau. Wir hatten damit gute Voraussetzungen in die nächste Runde weiter zu kommen. Im Rückspiel musste Jauniga mindestens zwei Tore schießen. Wir hatten aber den Vorteil der Auswärtsregel, falls wir im Rückspiel noch einen Treffer erzielen sollten. SFK Varaviksne - FK Jaunigas Riga: 2 - 0 Nach dem Spiel feierte unsere Mannschaft, als ob wir bereits Pokalsieger waren. Präsident Lukin kam zu mir und gratulierte mir. Ich habe nochmal über ihre ambitionierten Stadionausbaupläne nachgedacht und- plauderte Viktor drauf los. Okay ich gebs zu, ich habe etwas übertrieben. - aufgrund ihrer aktuellen Leistungen - Mir klappte der Mund auf noch bevor er seinen Satz beendete. :o - haben wir uns entschieden, ein komplett neues Stadion mit 15,745 Sitzplätzen zu bauen. Ich fiel um und wurde bewusstlos. Das war zu viel für mich. Danach wachte ich erst wieder im Krankenhaus auf. Viktor und Anita standen neben meinem Bett und schauten mich an. Sind Sie bereit, den Rest der guten Neuigkeiten zu hören oder kippen Sie dann wieder um? Ja, ich denke schon. Darf ich ein Glas Wasser vorher haben? Der Präsident nahm eine Flasche vom Beistelltisch und goss mir kohlensäurehaltiges Wasser in mein Glas. Dann reichte er mir das Glas und ich nippte genüsslich daran. Wenn das neue Stadion im Juni 2013 fertig gestellt ist, wird es das größte Stadion in Lettland sein. Vor lauter Schreck verschluckte ich mich und musste husten. Ich spuckte Wassertropfen über die Bettwäsche. Wie bitte!? Ja, dann wird unser Stadion 15,745 Zuschauer fassen können. Das aktuell größte Stadion ist das Skonto-Stadion in Riga und das hat nur 10,000 Plätze. Sie machen doch Witze oder? Nein schauen Sie, hier ist sogar ein Zeitungsartikel. Vielleicht wird dann sogar die Nationalmannschaft ihre Heimspiele in unserem Stadion austragen. Das alles haben wir Ihnen zu verdanken! Aber ich hab doch gar nichts gemacht! Die Mannschaft war scheinbar bereits so gut als ich sie übernommen habe! Außerdem hat Beinarovics gleich voll zugeschlagen obwohl er bei ihrem Vorgänger nur in der Reservemannschaft gespielt hat. Ich denke schon, dass zu einer guten Mannschaft auch ein guter Trainer gehört. Das sind Sie auf jeden Fall. Übrigens möchte Frau Dobelis Sie etwas fragen. Nicht schon wieder Anita, dachte ich im Stillen. Also ich wollte fragen, ob wir zusammen was essen gehen können. Es gibt in der Altstadt ein deutsches Restaurant und das ist richtig gut. Ich möchte aber nicht mit Ihnen essen gehen. Sie werden mit ihr essen gehen müssen, immerhin ist Frau Dobelis die Präsidentin unseres Fanclubs und wird unser neues Stadion teilweise mitfinanzieren. Das ist ja klasse, schon wieder hatte mich jemand unfreiwillig in eine Sache hineingeknebelt. Allerdings diesmal ohne meine Unterschrift. Das sollte ein Nachspiel haben! Na gut und wann? Am Besten morgen. Da Sie nur einen kleinen Schwächeanfall hatten, werden Sie morgen früh wieder entlassen hat der Arzt gesagt. 20.10.2011 Wie angekündigt wurde ich tatsächlich am nächsten Tag entlassen nachdem man noch ein letztes Mal meinen Blutdruck gemessen hatte. Die Ärzte konnten sich den plötzlichen Schwächeanfall aufgrund einer unerwarteten positiven Neuigkeit nicht gänzlich erklären. Aber sie freuten sich, von mir zum Abschluss ein Autogramm auf ihre Arztkittel geschrieben zu bekommen. Wie ich bereits sagte, das ist eine verrückte Welt hier in Lettland. Absichtlich kam ich zu unserem Date im Restaurant Zum frischen Fisch ein paar Minuten zu spät. Anita wartete bereits auf mich und hatte sich als Vorspeise einen köstlichen Rotwein aus der Region geholt, den sie gedankenverloren in ihrem Glas schwenkte. Da bist du ja endlich! Es gab einen Stau auf dem Weg hierher. Einen Stau? Ich hab keinen gesehen. Ist wahrscheinlich grade erst entstanden. - Da war ein Unfall! setzte ich etwas zu hastig hinzu. Ein Unfall? fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen. Also ist ja auch egal. So dann stell mir mal die Fragen, die der Fanklub von mir beantwortet haben möchte. Bist du verheiratet? Das hat doch nichts mit meiner Trainerarbeit zu tun! Oh doch, das wollen unsere Fans immer ganz besonders gerne wissen. Hast du Kinder? Sehe ich so aus? Ich hab bloß einen 11 Jahre älteren Bruder. Steht außerdem alles auf Wikipedia. Was isst du am Liebsten? Alles außer Fisch! antwortete ich sarkastisch. Plötzlich spürte ich, wie ihr Fuß meine Beine berührte. Ganz unauffällig verlor sie ihren linken Schuh und näherte sich meinem rechten Oberschenkel während ich das zarte Nylon fühlen konnte. Für einen Moment genoss ich die Situation bis ich mich wieder darauf besann, wie bekloppt diese Sache hier war. Hören Sie auf damit! Na du willst mir ja nicht die Antworten geben, die ich hören will! Das ist Erpressung! Inzwischen hatten sie den oberen Teil meines rechten Oberschenkels erreicht. Langsam wurde mir heiß. In einer Beziehung mag ich es lieber etwas langsamer! sagte ich noch bevor mir klar wurde, dass das leider die falsche Antwort war. Na ich denke wir sind noch in keiner Beziehung, Michael. Können wir das ein anderes Mal klären? Vielleicht kann ich Sie ja mal zuhause besuchen. Ich würde jetzt gerne die offenen Fragen beantworten. Dann los, ich warte! Ich meine die Fragen, die mit FUßBALL zu tun haben. Sie seufzte - dann holte sie einen Notizblock und einen Kugelschreiber aus ihrer weißen Handtasche. Also schön, wenn du es auf die harte Tour willst... Wie zufrieden bist du mit dem Stadionneubau? Es war weniger als ich erwartet hatte aber mehr als ich gehofft hatte. Ich denke, der Neubau wird unseren Vereinsambitionen gerecht. Wo wir beim Thema Ambitionen sind: Was ist dein Ziel? Dieses Jahr werden wir versuchen so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Einen guten Anfang haben wir bereits gemacht. Aber ein Aufstieg wird erst nächste Saison realistisch sein. Werden für einen Aufstieg personelle Veränderungen nötig sein? Ich glaube, das Problem ist nicht die Kaderstärke sondern die Kaderbreite. Wenn drei Spieler verletzt sind geraten wir schon in Schwierigkeiten. Deshalb habe ich auch Beinarovics in den A-Kader hochgezogen. Nebenbei haben wir fünf Spieler die noch nicht volljährig sind. Diese fünf Spieler kann man in diese Kalkulation also nicht einmal einbeziehen. Trotzdem hast du mit Soetelmans einen 17-jährigen Torwart verpflichtet. Ist sein Transfer eine Planung für den Kader der nächsten Saison gewesen? Ein Torwart ist standesgemäß erst dann gut, wenn er bereits ein hohes Alter erreicht hat. Bis wir mit Soetelmans wirklich konkret planen können, steht noch viel Arbeit vor uns. Vielleicht werden wir ihn ausleihen müssen oder in der Jugendmannschaft spielen lassen. Aha und was ist dir bei Frauen wichtig? Ich finde Blondinen mit eisblauen Augen attraktiv aber ich mag es nicht, wenn sie so aufdringlich sind. Ich werde daran arbeiten. Aber versprich mir, dass du mir noch eine zweite Chance gibst. Habe ich eine andere Wahl? Sie zog sich ihren linken Schuh wieder an und dann wurde unser Essen serviert. Während wir aßen, gab ich nicht viel über mein Leben preis. Stattdessen ließ ich Anita die ganze Zeit erzählen. Sie war ein Waisenkind, hatte einen drei Jahre alten Dalmatiner namens "Rubber Duck" und lebte seit ihrer Kindheit in Liepaja. Als Hobby hatte sie außer Fußball noch Snowboarding. ". Neben Lettisch und Englisch konnte sie auch bereits einige Wortfetzen Deutsch verstehen. Nachdem sie mit ihren verführerischen Tricks aufgehört hatte, entschied ich mich, ihr eine zweite und letzte Chance zu geben. |
| Bayernfahne:
--- Zitat von: Mieguy am 11.September 2014, 00:24:54 --- Anita wartete bereits auf mich und hatte sich als Vorspeise einen köstlichen Rotwein aus der Region geholt, den sie gedankenverloren in ihrem Glas schwenkte. --- Ende Zitat --- In Lettland wird Rotwein angebaut? :o ;D |
| Stefan von Undzu:
Sehr coole Story bislang - aber wie lange wirst Du der holden Weiblichkeit noch widerstehen können? |
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