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Frust-Ablass-Thread für das Real Life

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kn0xv1lle:
Noergelgnom bringt gute Punkte die bei der Schuldenbremse immer von den Gegner gebracht werden aber nicht zuende gedacht sind. Man darf also zukünftigen Generationen nicht Schulden mitgeben aber sorgt damit dafür das diese zukünftigen Generationen schlechtere Lebensbedingungen haben als unserere Generationen. Was ist denn die Alternative zu den nötigen Investitionen in Schulen, Infrastruktur, Straßen und Schienen ? Man baut alles zurück ? Klar damit spart man die Kosten aber das ganze passiert dann auf kosten zukünftigerer Generationen. Es ist an perversion nicht zu überbieten das man so tut als würde man zukünftigen Generationen damit etwas gutes tun.
Man verschiebt die Probleme immer weiter in die Zukunft bis sie dann akut werden und entweder mit viel Geld saniert werden müssen oder man reißt Schulen, Straßen etc. wieder ab und legt Strecken still. Ist ja auch in der Vergangenheit schon bei der Bahn passiert in Folge der Privatisierung. Wie man jetzt nach den stillgelegten Trassen schreit.  ::)
Deutschland kann sich diese Schulden leisten und muss sie sich leisten damit wir nicht noch schlimmere Zustände bekommen.

@m4 Inflation will man nicht bekämpfen, man will sie auf einen vernünftigen level halten. Und das ist bei 2% wo sie momentan liegt defintiv der Fall. Allgemein wird mit der Angst vor Inflation in den letzten Jahren etwas zuviel Presse gemacht.
 
Allgemein lesen sich die Wahlprogramme von CDU und SPD aber auch anderer Parteien wie ein Wunschzettel. Das meiste nicht finanzierbar und am Ende des Tages hofft man, dass man dann dem Koalitionspartner den schwarzen Peter zu schieben kann, wenn man etwas nicht umsetzen kann. Es ist ehrlich gesagt ziemlich frustrierend zu sehen wie man derart dreist versucht sich noch irgendwie Stimmen zu erkaufen. Die Quittung wird es dann bei der Bundestagswahl geben. Die AFD bekommt sicher über 20%. Letztlich wird es dann auf eine Regierung aus SPD,CDU und Grüne hinauslaufen, wenn nicht sogar auf eine Minderheitsregierung. Die FDP fliegt mit Sicherheit aus dem Bundestag. Auch denke ich wird es einen neuen Rekord der Prozentzahl der Stimme für sonstige Parteien geben.
Und damit hat man dann letztlich die Quittung für die Politik der letzten 20 Jahre bekommen.

Mal davon ab finde ich es unsäglich wie die Weidel versucht mit Musk ins Bett zu steigen. Von Ihren Aussagen in dem Gespräch mal ganz zu schweigen. Ich glaube auch das sie da innerhalb der AFD nicht gerade für Begeisterung sorgt und an ihrem eigenen Ast sägt.
Jeden unentschlossenen der eventuell doch mit der AFD sympathisiert hat sie aber ihr wahres Gesicht gezeigt. Alleine die Aussagen zu Hitler sind an Wahnsinn nicht zu überbieten und zeigt das die Dame ganz gehörig einen an der Waffel hat.

Noergelgnom:

--- Zitat von: KI-Guardiola am 13.Januar 2025, 15:53:13 ---
--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 14:32:35 ---
Meine ganz persönliche Antwort: wir belügen uns alle gegenseitig und auch noch selbst.
Denn eigentlich heißt die Antwort auf die komplexe Gemengelage des 21. Jahrhunderts:
"Die reichen 10% der Weltbevölkerung müssen auf MINDESTENS 50% ihres Wohlstands verzichten, damit die ärmeren 90% wenigstens genug zum überleben haben und gleichzeitig nicht der Planet vor die Hunde geht."

Das kann man allerdings wirklich gar niemandem in diesem Land verkaufen - noch nichtmal der extremen Linken.
(Jedenfalls nicht als realen Vorschlag. Frei nach Pispers: "Klar: FORDERN muss man das. Aber das kann doch niemand ernsthaft MACHEN wollen!")

--- Ende Zitat ---

Gegenargument (und ja, wir belügen uns):


Das geht nicht ans Kernproblem ran. Es bekämpft nur Symtpome. Indem man sich Geld holt, das man woanders über Jahrzehnte auf Kosten zukünftiger Generationen verzockt hat. Das geht dann solange gut, bis nichts mehr zu holen ist. Und wird zum Teufelskreis. Das Kernproblem ist Politik, die stets so kurzfristig wie der Spielplan der Fußball-Bundesliga gedacht ist. Beim Sozialstaat muss man sich ja alleine nur mal anschauen, was mit Abstand der größte Posten ist. All das war wie gesagt bekannt, wohin die Reise geht -- seit Jahrzehnten. "Wir schaffen das." Und bereits am Anfang stand eine Lüge -- zumindest eine ganz große Spekulation: "Kinder kriegen die Leute immer."

Natürlich wollte sich das niemand eingestehen. Denn dazu gehörten nicht nur Politiker. Sondern auch wir und unsere Vorfahren, die diese Politik legitimiert hatten. Das mit der Schuldenbremse sehe ich aber ähnlich. Hier muss man differenzieren: Investitionen SIND Zukunftsprojekte. Entsprechend bestraft man hier zukünftige Generationen quasi doppelt, wenn man sie aussitzt. Nicht nur hat sich das Land unter ihren Vorgängern immer weiter verschuldet (und das auch in besseren Zeiten). Jetzt riskiert man auch noch Rahmenbedingungen und Infrastruktur, indem man rigoros auf eine Schuldenbremse pocht.

--- Ende Zitat ---

Wenn wir so anfangen, dann arbeitest Du Dich aber auch nur an einem Symptom ab.
Das Kernproblem ist nämlich ein systemimmanent zu unendlichem Wachstum zwingender Finanzsektor, dessen Grundlage aufgrund von Naturgesetzen endliche Ressourcen sind.
Womit übrigens auch die Stammtischparole (sorry, aber mehr ist es nicht) des "jahrzehntelang auf Kosten der künftigen Generationen verzockten Geldes" in sich zusammenfällt.
Richtiger hättest Du schreiben sollen: "Nachdem die 90% der Weltbevölkerung, von denen wir in den westlichen Industriestaaten uns jahrhundertelang parasitär ernährt haben, plötzlich mehr und mehr ihren Anteil vom endlichen Kuchen verlangen, fällt das Schneeballsystem unendlichen Wachstums zum Behufe unendlich wachsender Zinsen in sich zusammen."
(Wäre es aufgrund der Zinseszinsproblematik aber sowieso früher oder später, selbst wenn die übergroße Mehrheit Menschheit auch weiterhin brav ihre Hälse aufs Schafott gelegt hätten, polemisch ausgedrückt.)

Und genau diese (Zinses-)Zinsen sind das Kernproblem, keine gierigen Politiker, keine Wahlversprechen und keine Subventionsbetrüger. All das sind Folgeerscheinungen.
Die verschlimmern und beschleunigen den Prozess, den der Zinseszins und das Mantra vom "Es muß immer noch ein bißchen mehr werden als dieses Jahr." hervorgerufen haben.

(Weil Du die Rente andeutest - wie oben schon gesagt, ist auch das ein Problem, das lösbar gewesen wäre: wenn die veränderten Einkommensrealitäten (immer höherer Anteil von Mieteinnahmen, Dividenden etc am Durchschnittseinkommen, immer geringerer Anteil von Löhnen und gehältern) berücksichtigt worden wären... seufz.
Bei der Privaten Pflegeversicherung genauso.
Seit Maschmeyer Schröder bei dessen politischer Karriere "unterstützt" und dafür die Pflegeversicherung zum Fraß vorgeworfen bekommen hat, hat sich dieser eine Riesenhai dumm und dusselig verdient, während die versicherte Bevölkerung in die Röhre schaut.)

Solange unsere Gesellschaft darauf besteht, dass das Guthaben auf der Bank, im Depot oder im Lohnzettel jedes Jahr mehr werden muß, muß es jedes Jahr jemanden geben, der entweder entsprechend weniger bekommt oder wir brauchen Zulauf (Geld oder Ressourcen) von außen.
Ersteres setzt voraus, dass wir den Rest der Weltbevölkerung jedes Jahr noch ein bißchen weiter ausquetschen (oder, wenn das schon nicht geht, die Reichen in den Industrieländern ihre ärmeren Mitbürger - von den 5% meiner Mitmenschen, die das für eine tolle Idee halten, lebt die FDP ganz gut), Letzteres setzt voraus, dass wir über den Planeten hinaus "auf Einkaufstour" gehen.
Eine gangbare Lösung ist beides nicht.

Und da auf den Zinseszins natürlich auf gar keinen Fall verzichtet werden kann, erleben wir jetzt wahrscheinlich den Beginn von Verteilungskämpfen, deren Heftigkeit wir uns nichtmal im Ansatz ausmalen können.
Es geht ja nicht nur um seltene Erden oder Öl.
Von Nahrung über trinkbares Wasser und atembare Luft  bis hin zu einem Platz zum (Über-)leben wird inzwischen alles knapp - und der Prozess beschleunigt sich.
Und gleichzeitig gibt niemand freiwillig etwas her.

Pispers: "Natürlich müssen Subventionen abgebaut werden - aber doch nicht bei denen, die welche kriegen!"
Carlin: "We are NIMBYs - 'not in my backyard!' "

Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt, da hast Du recht.
Aber es sind nicht die bekannten Probleme, über die wir sprechen und für die wir Lösungen suchen.
Wir suchen lieber immer neue Sündenböcke, denen wir die Schuld an der selbstverursachten Katastrophe geben können, die da auf uns zurast.

GameCrasher:

--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 16:35:03 ---Das Kernproblem ist nämlich ein systemimmanent zu unendlichem Wachstum zwingender Finanzsektor, dessen Grundlage aufgrund von Naturgesetzen endliche Ressourcen sind.
Womit übrigens auch die Stammtischparole (sorry, aber mehr ist es nicht) des "jahrzehntelang auf Kosten der künftigen Generationen verzockten Geldes" in sich zusammenfällt.
Richtiger hättest Du schreiben sollen: "Nachdem die 90% der Weltbevölkerung, von denen wir in den westlichen Industriestaaten uns jahrhundertelang parasitär ernährt haben, plötzlich mehr und mehr ihren Anteil vom endlichen Kuchen verlangen, fällt das Schneeballsystem unendlichen Wachstums zum Behufe unendlich wachsender Zinsen in sich zusammen."

--- Ende Zitat ---

Das klingt fast wie mein Lieblingsstiriker Volker Pispers zu seinen Bestzeiten! :)

EDIT:
Ich hätte weiterlesen sollen :D


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 16:35:03 ---Pispers: "Natürlich müssen Subventionen abgebaut werden - aber doch nicht bei denen, die welche kriegen!"
Carlin: "We are NIMBYs - 'not in my backyard!' "

--- Ende Zitat ---

KI-Guardiola:
Ich fand Pispers auch mal witzig. Vor so zwanzig Jahren.  :P Aber letztlich hat er mir auch nur das erzählt, was ich damals hören wollte.

Noergelgnom:

--- Zitat von: GameCrasher am 13.Januar 2025, 17:12:34 ---
--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 16:35:03 ---Das Kernproblem ist nämlich ein systemimmanent zu unendlichem Wachstum zwingender Finanzsektor, dessen Grundlage aufgrund von Naturgesetzen endliche Ressourcen sind.
Womit übrigens auch die Stammtischparole (sorry, aber mehr ist es nicht) des "jahrzehntelang auf Kosten der künftigen Generationen verzockten Geldes" in sich zusammenfällt.
Richtiger hättest Du schreiben sollen: "Nachdem die 90% der Weltbevölkerung, von denen wir in den westlichen Industriestaaten uns jahrhundertelang parasitär ernährt haben, plötzlich mehr und mehr ihren Anteil vom endlichen Kuchen verlangen, fällt das Schneeballsystem unendlichen Wachstums zum Behufe unendlich wachsender Zinsen in sich zusammen."

--- Ende Zitat ---

Das klingt fast wie mein Lieblingsstiriker Volker Pispers zu seinen Bestzeiten! :)

EDIT:
Ich hätte weiterlesen sollen :D


--- Zitat von: Noergelgnom am 13.Januar 2025, 16:35:03 ---Pispers: "Natürlich müssen Subventionen abgebaut werden - aber doch nicht bei denen, die welche kriegen!"
Carlin: "We are NIMBYs - 'not in my backyard!' "

--- Ende Zitat ---

--- Ende Zitat ---

Ich hab ihn im Endeffekt nur deswegen zitiert, weil er mit manchen (nicht mit allen!) Dingen einfach recht hat - immer noch. :)
(Aber ja, er ist neben Schramm und Hildebrandt auch einer der besten Satiriker/Kabarettisten, die dieses Land je gesehen hat.)



--- Zitat von: KI-Guardiola am 13.Januar 2025, 17:21:43 ---Ich fand Pispers auch mal witzig. Vor so zwanzig Jahren.  :P Aber letztlich hat er mir auch nur das erzählt, was ich damals hören wollte.

--- Ende Zitat ---

Und heute möchtest Du einfach nicht mehr hören, was Pispers' Quellen (er hat sich die Sachen ja nicht aus den Fingern gesogen, weil er unbedingt noch ne bissige Pointe brauchte...) wie der Club of Rome oder so ziemlich jeder halbwegs unabhängige Volkswirt zu solchen Themen wie "Verteilungskämpfe" oder "Ressourcenendlichkeit" zu sagen haben? Oder hast Du bessere Erklärungen gefunden und diese Quellen widerlegt?

Wenn Ersteres: verständlich. Kopf in den Sand ist natürlich kein tragfähiges Konzept für die Zukunft, aber absolut verständlich. Ich hab oft genug Momente, wo ich von dieser ganzen verfahrenen Kiste einfach nichts mehr hören möchte, weil es einfach keine Lösung zu geben scheint.
Wenn Letzteres: wer hat Dich womit überzeugt, dass Kapitalismus super und Zinseszins doch kein Problem ist? Ernstgemeinte Frage, ich hab nämlich noch kein überzeugendes Argument gehört.

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