Bei mir herrscht auch weiterhin Chaos im real life - aber diese Story ist nicht tot.
[Man denke in diesem Zusammenhang an Oma Wetterwachs' berühmten Zettel auf ihrem leblosen Körper: "Ich binne nich tot!"

]
@Karagounis:
Nach dem Transfersommer ist vor dem Transfersommer - ich warte auch im vierten Jahr bei Antwerpen noch auf den ersten "Pärchenbalken" zwischen zwei Spielern. Wann immer ich was zusammenpassendes gefunden habe, gibts entweder ne lange Verletzung oder einen nachdrücklichen Wechselwunsch.

@Bayernfahne:
Ja, ich hatte das Tempo irgendwie zu optimistisch eingeschätzt, da ist wirklich nicht allzuviel mit dem üblichen Lava-(Konter-)Ball. Und das macht es mir ganz und gar nicht einfach, denn wie wir alle wissen, kann Lava (und vor allem dessen Schreiberling) ja nur eins wirklich gut: four four fckn' two and counter!

Die Paquays sind beide große Talente - und Luc sogar ein riesiges, ja. Was mich automatisch zu der bangen Frage bringt, wann er wohl wechselt...
@Muffi:
Ja, kannte ich vorher auch noch nicht, ist ganz witzig, auch wenns natürlich tierisch nervt. "Glücklicherweise" muß ich meine Spieler nicht aktiv anbieten, weil sowieso ständig irgendwer ankommt und sie haben will...

Den letzten Satz unterschreib ich sofort. Ich hatte und hab auf einigen Positionen wirklich große Probleme, die Idealkombination "jung, home-grown, gut, bezahlbar" zu finden und habe ein paar Mal auf das Kriterium "gut" verzichtet, damit die Vorstandsvorgabe ("zwei Drittel belgisch") nicht ganz außer Sicht gerät

@KoniCutShot:
Nunja, rein technisch gesehen war Gerard ja schon mal in Belgien, aber das hat er sich erstens ja nur ausgedacht und zweitens war das unterklassig.

Ich muß gestehen, dass ich noch immer nicht so richtig durchgestiegen bin, inbesondere die Frage, wie sich die Endtabelle nach den beiden Playoffrunden (Meisterschaft und Abstieg) errechnet, erschließt sich mir so überhaupt nicht.
Aber das macht nix, ich will ja sowieso Meister ... äh ... also ich will im oberen Tabellendrittel landen.

"Ich weiß, was Du letztes Jahr getan hast..."(Sommer 2039, vormittags, Büro des Präsidenten) "Ist das Ihr Ernst?? - Dann gestatten Sie mir eine Frage: ist das eigentlich noch verstecktes Sportdirektorinnen-Mobbing oder schon offene Vereinssabotage, was Sie hier betreiben?!"Ich habe diese Worte kaum ausgesprochen, da bereue ich sie schon.
Die anderen Anwesenden schauen mich mich mit einer Mischung aus Unglaube und Verärgerung an.
Präsident Petrocheilos schnappt nach Luft und gewinnt in Sekundenbruchteilen eine eher ungesunde Gesichtsfarbe, Finanzdirektor Signorini erstarrt mitten in der lässigen Kaubewegung, mit der er in den vergangenen Minuten einen hilflosen Kaugummi gequält hat, der Technische Direktor Langevin schaut mich an, als hätte ich gerade die Hose heruntergelassen und auf den Tisch uriniert ... Werbefuzzi Dubois reißt in wortlosem Entsetzen die Augen auf ...
... und meine Sportdirektorin Eloïse zuckt leicht zusammen und wirft mir einen Blick zu, der mir sehr deutlich macht, für wie dämlich sie diese Unbeherrschtheit meinerseits hält.
Und ich?
Ich halte ob der Reaktion (und weil ich auch selbst ein bißchen erschrocken über meine Worte bin), erstmal den Mund.
Mein wunderbarer Präsident holt ein, zwei Mal tief Luft und sagt dann, sich offensichtlich mühsamst beherrschend:
"Ich bin ja inzwischen eine Menge Unverschämtheiten von Ihnen gewöhnt, Lavayeux - aber das ist selbst für Ihre Verhältnisse unglaublich! Wie kommen Sie dazu, eine solch ungeheuerliche Unterstellung zu äußern?"'Jetzt hab ich das Fass einmal aufgemacht,' denk ich mir so,
'jetzt muß ich auch dazu stehen.'Ich antworte also - in einem, wie ich hoffe, ruhigen Ton:
"Nun, es ist einfach nicht zu verstehen, dass Sie - nachdem wir in der abgelaufenen Saison durch sportlichen Erfolg und durch eine herausragende Transferpolitik von Frau Mertens über 50 Millionen Nettogewinn erwirtschaftet haben und nachdem Sie gerade vor 5 Minuten das Gehaltsbudget für die neue Saison von 11 auf 35 Millionen angehoben haben - dass Sie unter diesen Umständen erneut einen Transferüberschuß von mehreren Millionen Euro fordern, zum dritten Mal in 12 Monaten ... ungeachtet der Tatsache, dass wir in den letzten drei Jahren insgesamt bereits über 50 Millionen Euro allein an Transfergewinnen erwirtschaftet haben und dass wir erneut für die Gruppenphase der Champions League qualifizert sind und allein dadurch über ..."Langevin unterbricht mich lautstark.
"Das mag ja alles sein, aber die Finanzen unseres Clubs sehen dennoch nicht gut aus!""Ach wirklich? Welchen Teil von '80 Millionen Euro auf dem Konto und ein prognostizierter Saisongewinn von 25 Millionen Euro' ist es denn, den Sie als so ungünstig empfinden? Ja, Überraschung: ich hab Ihren Finanzbericht gelesen!"Mein Ton ist in Sekundenschnelle von 'ruhig zu' 'ätzend sarkastisch' gewechselt - gar keine gute Idee, wie mir gleich darauf klar wird.
Petrocheilos übernimmt wieder:
"Sie scheinen zu glauben, Ihre zugebebenermaßen ordentlichen Saisonergebnisse berechtigen Sie zu...""ORDENTLICH?!", ereifere ich mich.
"Sie nennen die zweite überlegene Meisterschaft in Folge 'ordentlich'?! Was hätte ich denn besser machen sollen? Die verdammte Champions League gewinnen vielleicht?!"El Presidente erhebt nun auch die Stimme - und das trifft mich absolut unvorbereitet, macht er nämlich eigentlich nie.
"JETZT REICHTS ABER!", blafft er mich an.
Ich bin derart erschrocken, dass ich unwillkürlich Haltung annehme (im Sitzen, versteht sich).
"Sie sind Angestellter dieses Vereins und als solcher dürfen Sie zwar sehr gern Vorschläge einbringen und auch eine Meinung zu den Entscheidungen der Verantwortlichen haben - aber das wars dann auch!
Und wenn Herr Dr. Langevin Ihnen mitteilt, dass Sie einen Transferüberschuß in einer bestimmten Höhe zu erwirtschaften haben, bevor Sie an weitere Verpflichtungen oder die Erhöhung der Erfolgsprämien für die Spieler auch nur denken dürfen - dann ist das so und dann setzen Sie das gefälligst um ... habe ich mich klar ausgedrückt?!!"Ich beschließe, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen und nicke.
"Ja."Petrocheilos beruhigt sich daraufhin ebenfalls wieder ein wenig und knurrt nur noch:
"Gut - Ihnen ist wahrscheinlich gerade klargeworden, dass solche Frechheiten Ihre Chancen auf eine Vertragsverlängerung nicht gerade steigern... und IHRe übrigens auch nicht, Sie haben uns diesen renitenten Menschen schließlich angeschleppt!", setzt er mit Blick auf Eloïse hinzu.
Ich sage dazu nichts, soll er doch ruhig noch eine Weile glauben, dass ich hier verlängere!
Auch ohne diesen erneuten Budget-Tiefschlag habe ich längst beschlossen, dass die kommende Saison - meine vierte in Antwerpen - meine letzte wird. Soviel Spaß die Arbeit mit der Mannschaft auch macht und so großartig ich den Verein insgesamt finde ... die Rahmenbedingungen sind einfach nur zum Kotzen.
Und zu wissen, dass es dabei einfach nur darum geht, Eloïse eine reinzuwürgen, machts noch schlimmer.
Wenn der Verein wirklich am Hungertuch nagte, wär ich der Letzte, der sich in irgendeiner Form gegen einen Konsolidierungskurs sperrt.
Aber so?!
Als ich hier anfing, stand der Verein ja bereits auf einer relativ sicheren Grundlage.
Und in den letzten 3 Jahren hat unsere gute Arbeit dafür gesorgt, dass wir kurz davor stehen, eine neustellige Summe auf dem Festgeldkonto liegen zu haben.
Zwei komplette Saisons sind also selbst dann durchfinanziert, wenn wir nicht einen einzigen Cent einnehmen.
(Was völlig unrealistisch ist, denn allein die bereits sicheren Einnahmen in der Champions League belaufen sich auf etwa 17 Millionen Euro, dazu kommen mindestens 3 Millionen Euro aus Dauerkarten und mindestens 5 Millionen Euro Sponsorengelder sowie 2 Millionen Euro TV-Gelder für die Liga.
Und dann haben wir immer noch nicht eine einzige Prämie aus den verschiedenen Wettbewerben eingerechnet, keine Kartenverkäufe an der Tageskasse ... und natürlich auch keine Spielerverkäufe, die auch in dieser Saison wieder so sicher wie das Amen in der Kirche kommen werden.
Denn noch bevor die neue Saison auch nur am Horizonz zu sehen war, hatten wir ja schon wieder ein Dutzend Anfragen für unsere Senkrechtstarter des letzten Jahres.
Wie ich es auch drehe und wende, rein wirtschaftlich und auch sportlich betrachtet macht der finanzielle Hemmschuh, den uns Langevion da anzieht, überhaupt keinen Sinn.
Aber darum geht es ja auch gar nicht, wie alle Teilnehmer dieses Meetings nur allzugenau wissen - auch wenn wir weiterhin alle in jedem Meeting so tun, als hätten wir keine Ahnung.
Petrocheilos schaut sich in der kleinen Runde um und beginnt dann mit der "kurzen Zusammenfassung", die er jedesmal zum besten gibt - selbst wenn sich die Anwesenden nur darüber verständigt haben sollten, wer nächste Woche den Kaffee mitbringt.
Während unser oberster Leithammel also zu einem voraussichtlich halbstündigen Monolog ansetzt, merke ich, wie meine Gedanken abschweifen ... mein ganz privater Rückblick auf eine Saison, die etwas anders lief als von mir erwartet...
Also die Saison 2038/39 angepfiffen wird, hat sich unser Kader gezwungenermaßen von vorne bis hinten runderneuert.
Die Abgänge aus der Stammelf waren so zahlreich, dass keiner so genau weiß, wo "The Great Old" sich stärkemäßig einordnen wird.
Nicht zuletzt aufgrund der Nebengeräusche, die den einen oder anderen Wechsel begleiteten, herrscht außerdem eine gewisse Unruhe im Verein und im Umfeld.
Eine klassische "Der Saisonbeginn wird zeigen, wohin die Reise diesmal geht"-Situation!
Und eine Reise, die mit einem echten Knaller beginnt - mit dem Supercup zwischen Royal Antwerpen und KRC Genk nämlich.
Auf dem Papier eins der schwersten Spiele der Saison, ist die Partie aber schnell zusammengefaßt:
Wir haben den Kontrahenten nahezu komplett im Griff, das geduldige 4231 erweist sich als defensiv ziemlich sicher - und vorne schlagen wir dreimal genau in den richtigen Momenten zu.
In die erste Drangphase Genks hinein erzielt Linksaußen Wagner von der Strafraumkante eine schön anzusehende Führung, als der Druck unseres Gegners nach etwa einer Stunde wieder zunimmt, veredelt Sturmspitze Holiqov eine Muller-Ecke zum 2:0 - und als Genk gegen Ende der Partie alles nach vorn wirft, zuletzt mit 4 nominellen Stürmern auf dem Platz gegen unser Bollwerk anläuft und kurz vor Ende der regulären Spielzeit sogar den Anschluß erzielt ... da macht sich der für Wagner eingewechselte Sarp Yilmazer bei einem Konter auf eine sehr einsame Schnellreise, die mit der Entscheidung in Form des 3:1 endet.
Eine Minute später preift der Schiedsrichter ab und Royal Antwerpen hat im ersten Pflichtspiel gleich den ersten Titel geholt.
Darf so weitergehen!
Geht es allerdings leider nicht - denn im ersten Ligaspiel der Saison kassieren wir einen kleinen Dämpfer.
Beim RSC Anderlecht sind wir nämlich die gesamte Spielzeit hindurch zwar defensiv relativ gefestigt - kassieren allerdings durch einen unglaublichen Sololauf ihres Zehners dennoch das 0:1 kurz vor der Pause - finden allerdings offensiv überhaupt kein Mittel gegen die Gastgeberdefensive.
Erst mit der allerletzten Aktion des Spiels kann Abwehrhüne Daniel Camara in einem seiner letzten Spiele für Antwerpen völlig überraschend und leidlich unverdient ausgleichen.
Punkt der Moral, klar - aber die 93 Minuten vorher waren ein reichlich ernüchternder Realitätscheck.
Das muß besser werden!
Wird es im nächsten Spiel auch - wobei der Beginn dieses zweiten Ligaspiels gegen die KV Mechelen auch ein ziemlich zähes Gewürge ist.
Wir geraten sogar erneut in Rückstand, weil wir bei einer Ecke nicht dicht genug an den Gegenspielern sind.
Zum Glück können wir relativ schnell mit einer der wenigen gelungenen Aktionen des ersten Durchgangs ausgleichen.
In der Halbzeitpause geben wir unseren Zehner Vandeputte-Somers alle Freiheiten und weisen die Mannschaft an, die ganze Breite des Spielfeldes zu nutzen - denn auch wenn das gegnerische 442 nominell gut für die Flügelabdeckung geeignet ist - beide Außenverteidiger der Gäste sind nur durch Verletzungen der etatmäßigen Spieler ins Team gerutscht und einfach ein bißchen schwächer (vor allem langsamer) als unsere Außenspieler.
Funktioniert klasse - kurz nach dem Wiederanpfiff erzielt Vandeputte-Somers nach Muller-Flanke die Führung.
Und spätestens nach Kearneys Doppelschlag nach einer Stunde sind die Messen hier gelesen.
Guter Saisonbeginn.
Der August erweist sich dann etwas zu speckig (lies: durchwachsen) für unseren Geschmack.
Auf souveräne Vorstellungen wie die Ligaspiele bei Lommen und bei Zulte Waregem folgen Durchhänger wie bei CLub Brugge ... oder das letzte Spiel des Monats zuhause gegen KRC Genk.
Am Tag nach dem Spiel dort titelt Meyseen:
"Eine absolute Schande! Muß der Trainer jetzt gehen?"Und auch wenn das natürlich grundsätzlich auch wieder "tendenziöser Mist" ist - zumindest mit der Bewertung des Spiels hat sie leider recht.
Nach einer halben Stunde liegen wir mit 0:2 hinten, nach einer Stunde mit 0:4.
Und am Ende heißt es, ohne dass wir auch nur eine einzige wirklich klare Torgelegenheit gehabt hätten, 0:5.
NULL ZU FÜNF!
Zuhause!
Ja, Genk ist einfach unglaublich effentiv an diesem Tag - von sechs Schüssen, die aufs Tor kommen, sind fünf drin.
Ja, das liegt nicht zuletzt daran, dass Ersatzkeeper Callebaut (der den leicht angeschlagenen Yenoussi vertritt) vor lauter Nervosität mehrere haltbare Schüsse durchrutschen läßt...
.. und dennoch ist das mein bisher schwärzester Tag hier in Antwerpen und erinnert mich sehr unangenehm an die 0:6-Packung, die ich mit den Bohemians gegen Sparta Prag ertragen mußte.
Der grundsätzlich ordentliche Monat endet also mit einer Totalblamage, die vom Boulevard natürlich genüßlich ausgenutzt wird...
Zum Glück haben wir danach anderthalb Wochen Zeit, um die bis zum Deadline Day noch weiter durcheinandergewürfelte Mannschaft ein bißchen aufzurichten und den einen doer anderen Automatismus einzuüben - denn das nächste Pflichtspiel ist ein unglaublich wichtiges und zusätzlich eine Partie, die europaweite Aufmerksamkeit auf uns ziehen wird - denn dieses nächste Pflichtspiel lautet "Royal Antwerpen gegen Hajduk Split" und eröffnet unsere Europareise.
Auf dem Papier sind die Mannschaft etwa gleichstark einzuschätzen, befinden die Buchmacher, wir sind aufgrund des Heimspiels jedoch ein bißchen im Vorteil.
Man traut uns ein Unentschieden, eventuell sogar einen knappen Sieg zu.
Und genau so kommt es dann auch.
Wobei sich die Zuschauer möglicherweise gefragt haben, warum sie Geld für 96 Minuten Spiel bezahlen mußten - 4 hätten doch auch gereicht.
In der ersten Halbzeit passiert nämlich exakt nichts - wir neutralisieren uns im Mittelfeld gegenseitig, beiden Abwehrreihen haben beide Sturmreihen komplett im Griff.
Taktisch super - aber eben auch super langweilig.
Die Gäste haben sich - wie schon Mechelen vor einigen Wochen - im flachen 442 einsortiert und wir versuchen daher in der zweiten Halbzeit den gleichen Trick wie "damals".
Und im Endeffekt funktioniert es auch wie gegen Mechelen - zweimal Flanke (einmal durch Yilmazer von links, einmal durch Muller von rechts) und zweimal sagt in der Mitte ein Rotweißer "dankeschön!".
Direkt nach unserer Führung jubeln wir allerdings ein bißchen zu ausgiebig und gestatten Split damit leider einen blitzschnellen Angriff, der zum Ausgleich führt.
Nach diesem drei Toren in 4 Minuten verlegen wir uns wieder auf die konzentrierte Abwehrarbeit aus der ersten Halbzeit, die Gäste finden erneut kein Mittel dagegen und am Ende haben wir die ersten drei Punkte auf dem Weg zu Platz 24 im Sack.
YES!
Gegebn Leuven in der Liga müssen wir ein bißchen umstellen, weil beide Zehner (Vandeputte-Somers und Dhont) mit Blessuren ausfallen.
Das 433 erweist sich als offensivstark, leider allerdings auch als defensivschwach.
Das 3:2 muß als glücklich angesehen werden.
Das gleiche gilt auch für die zweite CL-Partie in Aberdeen, wo wir (im inzwischen relativ ungewohnten 442) aber zumindest defensiv sicherer unterwegs sind als gegen Leuven.
Wir kehren gegn Standard Lüttich zum 433 zurück, haben die Gäste jederzeit im Griff, gewinnen anch grottigster Chancenverwertung jedoch "nur" 2:0.
In der Folgenden Länderspielpause setzen wir daher zwei Freundschaftsspiele gegen unterklassige Gegner an.
Insgesamt ein richtig guter Monat, muß man so sagen - vor allem wenn wir uns den zwischenstand in der Champions League anschauen, kriegen wir das große Grinsen - während in Manchester, Leipzig, Leverkusen, Salzburg oder gar Dortmund wohl jetzt schon der Blues Einzug hält ...
Die Längerspielpause endet mit zwei klaren, torreichen Siegen für uns - ist also der Knoten jetzt geplatzt?
Nö, natürlich nicht.
In den folgenden drei Pflichtspielen (davon zwei zuhause) erzielen wir insgesamt genau ein Tor - und das ist auch noch ein schmeichelhafter Elfmeter in der Nachspielzeit!
Allerdings - und das ist die gute Nachricht - stehen wir immerhin defensiv sicher.
Und während die so erzielten Unentschieden bei Union Sint-Gilloise und gegen Eendracht Aalst in die Kategorie "Enttäuschuing" gehören, klopfen wir uns nach dem 0:0 in der Chanpions League gegenseitig auf die Schultern.
Null zu Null bei den Tottenham Hotspurs fühlt sich fast wie ein Sieg an.
Es stellt sich heraus, dass die Punkt in London Kräfte freigesetzt hat - denn in den folgenden drei Partien schießen wir 8:2 Tore (inklusive Kearney-Hattrick und Torpremiere von Neuzugang Etomba Samba), kommen damit im Pokal weiter, holen 6 (zugegebenermaßen fest eingeplante) Punkte und setzen uns in der Tabelle endgültig oben fest. Die Meisterschaft läuft bereits jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Vierkampf hinaus.
Der November beginnt damit, dass der Vorstand verkündet, in die Planungsphase für eine "moderate Stadionerweiterung" eingetreten zu sein.
Etwa 2000 Plätze sollen in der Sommerpause dazukommen.
Die nötigen Mittel - etwa 7,5 Millionen Euro - sollen durch "sorgfältige Finanzplanung freigemacht werden".
Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 35 Millionen ungeplanter Zusatzeinnahmen in dieser Saison zu verzeichnen haben, könnte der neutrale Leser natürlich auf die Idee kommen, diese 7,5 Millionen werden aus eben diesen Zusatzeinnahmen bezahlt.
Eloïse und ich wissen aber jetzt schon, dass die Realität anders aussehen wird...
Fussball spielen wir im elften Monat des Jahres natürlich auch - und unglaublich erfolgreich noch dazu!
Im vierten Champions-League-Gruppenspiel bei RB Leipzig reißt der heute zurückgezogen spielende Rechtsaußen Loïc Muller die Gastgeber spät aus allen Siegesträumen und wir nehmen, gar nicht mal unverdient, einen weiteren Punkt mit.
Gegen Charleroi und in Mechelen spielt Abwehrchef Paulo Sergio zweimal den Dosenöffner, indem er jeweils eine Muller-Ecke ins kurze Eck wuchtet.
Danach fahren wir nach Bulgarien und versalzen CSKA Sofia die Suppe: absolut verdienter 3:1-Auswärtssieg!
Das letzte Highlight dieses fantastischen Monats dürfen die Zuschauer dann wieder in unserem "Wohnzimmer" bejubeln - wir nehmen den RSC Anderlecht beim 4:1 nach allen Regeln der Fussballkunst auseinander.
Zwei frühe Tore durch Luc Paquay (der zweimal von der Strafraumgrenze abzieht) sowie ein später Doppelschlag besiegeln die bisher höchste Anderlechter Saisonniederlage.
Abgesehen davon sorgen Eloïse und ich dafür, dass der erst vor kurzem aufgestellte Transferrekord (6,5 Millioen für Alphonse Dhont) im Winter gleich wieder Makulatur wird und sichern uns ab der Rückrunde die Dienste eines der größten belgischen Defensivtalente:
der 20jährige Basile Gallez kommt für schlappe 9,5 Millionen Euro vom Rivalen RSC Anderlecht und ist als neuer Abwehrchef vorgesehen.
Insbesondere seine Beidfüßigkeit finden wir super - denn bisher haben wir jedesmal heftig umbauen müssen, wenn Coosemans mal nicht verfügbar war.
Der Neuzugang ist zwar nomineller Sechser, aber dort sehen wir ihn ehrlich gesagt nur im Notfall.
Er mag die dynamischen Läufe nach vorn, die wir von unserer Sechs oft erwarten, nämlich so gar nicht.
Muß er bei uns auch nicht - hinten den Laden dichthalten und vorne ab und zu eine Ecke einköpfen reicht uns völlig!
Damit sind meine Gedanken bereits im Dezember angelangt und der beginnt traditionell mit einer überschwänglichen Lobeshymne der Jugendabteilung auf die von ihr betreuten Jungspunde.
Traditionen soll man ja bekanntlich gut hegen und pflegen - und deswegen ist die Lobeyhymne auf die Jungspunde auch in diesem Jahr wieder... genau: überschwänglich.
Mal sehen, was am Ende aus der U17 so angehumpelt kommt ....
Davon abgesehen läßt sich der Dezember sehr kurz folgendermaßen zusammenfassen.
wir schießen in sechs Pflichtspielen 10 Tore, kassieren leider aber auch 5.
Das reicht insgesamt aber erstaunlicherweise dennoch für eine makellose 12-Punkte-Ausbeute in der Liga, für einen weiteren nicht unbedingt eingeplanten Punkt in der Champions League (zuhause gegen Ajax Amsterdam) und fürs Weiterkommen im Pokal, wo wir Genk düpieren und uns (ein bißchen) für das 0:5 rächen.
Und damit sind wir in der kurzen Winterpause angekommen und die wird von einer weiteren Folge "Neues aus Schilda" eröffnet.
Im Neujahrsmeeting eröffnet uns Präsident Petrocheilos nämlich, dass die bisherigen Saisonziele ("obere Tabellenhälfte in der Liga, CL-gruppenphase erreichen, Pokalviertelfinale") aufgrund unserer guten Performance in der Hinrunde nach oben angepaßt wurden.
Weil die Vorstände sehr großzügige und verständnisvolle Menschen sind, dürfen wir das neue Saisonziel sogar selbst wählen - Titelgewinn in der Liga oder doch nur Top 6 erreichen?
Wir wählen Top 6 - und wie wir daraufhin erfahren, beinhaltet unser gewähltes Saisonzielpaket eine erneute Negativisierung des Transferbudgets!
Bedeutet im Klartext, dass Langevin uns grinsend mitteilt, dass jetzt zusätzlich zu den bisher erwirtschafteteten Millionen weitere knapp 3,6 Millionen Euro an Einnahmen durch Verkäufe erwartet werden.
Oh und idealerweise gern deutlich mehr, der Stadionausbau müsse ja auch noch "restfinanziert" werden.
Während ich noch damit kämpfe, ob ich meinem Ärger Luft mache oder nicht, spüre ich eine leichten Stoß unter dem Meetingtisch und als ich daraufhin leicht verwundert meine wunderbare Sportdirektorin anschaue, sehe ich ein verräterisches Funkeln in ihren ebenso wunderbaren smaragdgrünen Augen und ein genauso verräterisches Zucken um ihre Mundwinkel.
Ich hab zwar keine Ahnung, was los ist, aber ich schlucke meinen Frust herunter, wir stimmen der erneuten Einschränkung zu und einen Petrocheilos-Endlosmonolog namens "kurze Zusammenfassung" später sind wir wieder in Eloïses Büro.
Meine Frage, was denn an diesem erneuten Knüppel des Vorstandes so lustig gewesen sei, quittiert sie mit einem Kichern und klappt ihren Laptop auf.
Mit Verwunderung lese ich dort, fein säuberlich untereinander aufgeführt, welche Vereine in den nächsten zwei Wochen welche Summe für welchen unserer Ex-Spieler zahlen werden.
"Alles bereits in Sack und Tüten, Gerard", lacht Eloïse.
"Ich habe so viele Klauseln für die vielen Verkäufe ausgehandelt, dass wir in jeder Transferperiode mit ein bißchen Extrageld rechnen können. Und das Schönste ist - rein bilanziell kommen alle diese Summen erst zum jeweiligen Zahlungszeitpunkt zum tragen.
Das heißt...""...das negative Transferbudget wird dadurch ausgeglichen?""Besser. Wir sind schon wieder mit etwa 2 Millionen Euro im Plus - noch bevor ich auch nur einen Handschlag gemacht habe. Diverse Weiterverkaufsklauseln werde ich auch noch verkaufen, so dass wir im Winter auch nochmal in die Mannschaft investieren können, wenn das nötig sein sollte."Jetzt kichere ich auch.
Das Kichern vergeht uns dann allerdings schnell, denn unser Mittelfeldjuwel Luc Paquay (den immer größere Teile der Anhängerschaft nur noch "Maschine" nennen) wird im Winter nach und nach mit etlichen großen Namen der europäischen Ligen in Verbindung gebracht - inklusive Topadressen wie Bayern München oder Manchester City!
Ein offizielles Angebot haben wir zwar noch nicht erhalten, aber das kann eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein.
Wahrsacheinlich ist es besser, wenn ich schonmal damit anfange, mir eine Taktik zu überlegen, in der er nicht
der Mittelfeldanker ist.
Das sich außerdem die Anzeichen verdichten, dass uns Sturmtank Aziz Aylioglu schon wieder verlassen wird, verpflichten wir ein weiteres großes belgisches Talent, diesmal für den Angriff.
Pierre Weibel ist leider nicht ansatzweise auf Aylioglus Leistungslevel - allerdings hätten wir ihn sonst auch nicht vergleichsweise preiswert verpflichten können.
Der Januar beginnt sportlich gesehen mit drei absoluten Krachern.
Als erstes empfangen wir KAA Gent zum Pokalviertelfinale und setzen uns nach völlig verschlafener Anfangsviertelstunde (samt 0:2-Rückstand) und trotz eines von Luc Paquay verschossenen Elfmeters durchaus verdient mit 3:2 durch.
Als drittes müssen wir uns im Ligaspitzenspiel in Genk mit einem 0:0 begnügen.
Und zwischen diesen beiden Spielen kommt es zum aus meiner Sicht schwierigsten, aber auch aufregendsten Spiel, das wir in dieser Saison zu absolvieren haben:
Wir fahren ins Camp Nou!
Barcelona muss nach einer durchwachsenen Gruppenphase inzwischen sogar Sorge haben, dass es nichtmal für die Playoffs reichts, sie sind gegen uns zum siegen verdammt und wir erwarten sie daher sehr offensiv und druckvoll.
Unser Gegenrezept lautet: massierte Deckung, Doppelsechs aus Paquay und Loi, wobei der eine ausschließlich den Abräumer gibt, der andere (Loi) immer wieder Vorstöße unternehmen und Angriffe einleiten soll (was in Fachkreisen wohl "Segundo Volante" heißt).
Auf den Außenverteidigerpositionen bieten wir unsere defensivstärksten Spieler auf, so dass wir im Endeffekt einen kompakten Verbund aus fünfeinhalb nominellen Verteidigern
auf den Platz schicken.
Vorne lautet der Plan "lange Bälle auf Muller rechts und Paquay, in diesem Falle Matteo, die ihrerseits Kearney mit Flanken füttern sollen. Außerdem: Ecken rausholen!"
Im Endeffekt würde uns ein Punkt völlig reichen, wenn wir uns die Tabelle so anschauen.
Vor über 98.000 Zuschauern entwickelt sich ein Spiel, in dem wir wie erwartet defensive Schwerstarbeit verrichten müssen.
Gallez ist immer noch angeschlagen, daher stemmen sich Sergio und Coosemans in der Innenverteidigung gegen die ständigen Angriffswellen.
Aber es ist vor allem einem Spieler zu verdanken, dass wir nicht schon nach 10 Minuten hinten liegen: Kwami Yenoussi!
Unser togolesischer Keeper wird an diesem Abend zur Antwerpener Lokallegende und zum katalanischen Alptraum. Er wird danach als Spieler des Spiels geehrt und mit der Note 8,2 bedacht, das sagt wohl alles.
Der finale xG-Wert dieses Spiels liegt bei 2,99 (Barcelona) zu 0,89 (Antwerpen).
Wir haben 28% Ballbesitz und spielen nur 284 Pässe (verglichen mit Barcelonas knapp 600)...
... und dennoch gewinnen wir dieses Spiel sensationell mit 2:0, weil nicht nur Yenoussi ein Spiel für die Geschichtsbücher absolviert, sondern auch Rechtsaußen Loïc Muller einen Sahnetag erwischt hat. Kearney ist zwar völlig abgemeldet, aber Muller findet gleich zweimal eine Lücke im Barca-Abwehrverbund und schockt die vielen Fans im Stadion mit seinen beiden Treffern.
Wahnsinn!
Die Zeitungen überschlagen sich am nächsten Tag mit Superlativen und der Name "Royal Antwerpen" ist nun wohl auch in Spanien etlichen Menschen ein Begriff!
Auch das vierte Spiel im Januar ist ein echtes Highlight, denn zum Abschluß der Gruppenphase in der Champions League empfangen wir den FC Kopenhagen.
Die Dänen haben sogar noch Chancen auf Platz 1 (!), können mit dem daruas resultierenden Druck jedoch nicht wirklich umgehen und so gewinnen wir dieses Spiel ein bißchen glücklich mit 2:1.
Der 2:0-Auswärtssieg bei OH Leuven komplettiert einen völlig surrealen Monat, der sich in grandios anzuschauenden Tabellenständen niederschlägt.
Wir umgehen also sensationell die Playoffs, in dem wir in acht CL-Partien "einfach mal" ungeschlagen bleiben.
Die Auslosung fürs Achtelfinale ist natürlich heftig, aber hey - dass der Gegner nicht übermächtig ist, haben wir in diesem Jahr ja selbst schon festgestellt...
Der Februar beginnt mit einigen Wermutstropfen - zum Beispiel dem nach dem Spielverlauf sehr enttäuschenden 3:3 bei Standard Lüttich.
Klar, die sind ne gute truppe, aber wenn man nach 9 Minuten 2:0 und nach einerStunde 3:1 führt, darf man sich eigentlich nicht mehr so amateurhaft die Butter vom Brot nehmen lassen!
Das 1:1 gegen Sint-Gilloise ist womöglich gar noch enttäuschender, wir kommen nie wirklich in dieser partie an und müssen am Ende über den einen Punkt sogar noch froh sein. Auch eine Niederlage wäre hier nicht unglücklich, sondern folgerichtig gewesen.
Vier Tage später erkämpfen wir uns beim RSC Anderlecht ein 1:1 im Halbfinalhinspiel des Pokals.
Kämpferisch und auch spielerisch eine deutliche Steigerung, ist das Ergebnis natürlich erneut nicht ganz zufriedenstellend.
Aber es gibt ja noch ein Rückspiel bei uns zuhause - "alles noch offen", wie der geneigte self-claimed expert sagt.
Die beiden Ligaspiele in Aalst und gegen Kortrijk sind dann wieder nahezu so souverän, wie ich das von meiner Mannschaft gegen Abstiegskandidaten erwarte.
Wir scheinen gerade rechtzeitig wieder in die Spur zu finden, denn als nächstes folgt das Rückspiel gegen Anderlecht.
In dieser partie sind wir leicht feldüberlegen, aber genausowenig zwingend wie die Gäste - logische Folge: Verlängerung.
Und als die Konzentration dort langsam nachlässt, gestatten wir dem RSC genau die eine Chance, die nötig ist und liegen in der 108. Minute nach einem zugegebenermaßen tollen Spielzug plötzlich mit 0:1 hinten.
Von diesem Rückschlag erholen wir uns leider nicht mehr und scheiden damit im Halbfinale aus.
Mist!
Das 3:1 bei Cercle Brügge zum Monatsabschluß ist da höchstens ein bißchen versöhnlich - zumal es uns auch weiterhin im Meisterrennen hält.
Genaugenommen erklimmen wir mit diesem Sieg sogar wieder die Tabellenspitze.
Immerhin!
Der März beginnt mit dem Achtelfinale der Champions League.
Dass wir da überhaupt mitspielen, ist natürlich eine große Überraschung - dennoch sind wir nach den beiden Spielen gegen Tottenham vor allem enttäuscht.
Denn obwohl wir eigentlich beide Male ganz gut im Spiel sind, bringen uns individuelle Fehler um den Lohn.
Ein 1:2 in London und auch ein 0:2 zuhause gegen die Hotspurs sind natürlich keine Schande, aber wir werden ein paar Tage lang das Gefühl nicht los, dass wir eine große Chance leichtfertig weggeworfen haben...
Unseren Blues nutzt Charleroi, das ziemlich unverdient einen Punkt aus der Partie mitnimmt.
Da Genk zum Ende der Vorrunde hin allerdings auch ein bißchen schwächelt, gehen wir dennoch als Erster des Tableaus in die Meisterschafts-Playoffs.
Da die Liga unsere einzige verbliebene Titelchance darstellt, schwören sich die Jungs darauf ein, "dann wenigstens diese eine Überraschung zu schaffen und den Meistertitel zu verteidigen!"
Es gibt im März aber auch gute Nachrichten.
Wir haben Sturmtalent Aguie Anfang der Saison nach Rotterdam verliehen - und der Junge macht dort mit einer Klasseleistung nach der anderen auf sich aufmerksam.
Inzwischen ist er wohl soweit, dass wir ihn nächste Saison für den Herrenkader einplanen können.
Und insbesondere seine Geschwindigkeit wird unserem Sturm bestimmt gut tun!
"April, April!"
So machen sich die östlichen Nachbarn gern über einen Mitmenschen lustig, dem sie am ersten Tag dieses Monats einen Streich gespielt haben.
Da wir keine Deutschen sind, müssen wir uns natürlich nicht an die Beschränkung "erster Tag" halten - und so kommt es, dass sich unsere fünf Konkurrenten um den Titel wohl im April permanent verar...albert vorkommen.
Denn während wir in den bisherigen Monaten immer mal wieder wenigstens einen Punktverlust irgendwo einstreuten, läuft Royal Antwerpen pünktlich zu Beginn der Meisterrunde zu einer derartiogen Hochform auf, dass den Kontrahenten Hören und Sehen vergeht.
Sechs Spiele, sechs Siege - mit dem Höhepunkt eines 3:0
in Anderlecht - machen die Meisterrunde zu einer sehr schnell spannungsarmen Angelegenheit.
Und da wir auch im Mai nicht nachlassen, steht nach Spieltag 37 quasi und nach Spieltag 38 auch rechnerisch fest, dass Royal Antwerpen zum zweiten Male nacheinander belgischer Meister ist.
Zusammen mit dem Supercup-Gewinn zu Beginn der Saison feiern wir nach Journalistenmeinung also das "kleine Double".
Wenn man sich die offizielle Endtablle anschaut, sieht es übrigens fast knapp aus - aber ein Blick auf die Abschlußtabelle der Meisterrunde macht klar, wie unglaublich überlegen Antwerpen diese Titelverteidigung am Ende gestaltet hat.
Gnaz "nebenbei" krönt sich auch unsere U18 zum belgischen Meister und wird damit die Sorgenfalten der Konkurrenten wohl vertiefen - denn offensichtlich ist auch unser Nachwuchs herausragend.
Vielleicht können wir eventuelle Abgänge in der Ersten sogar ohne externe Neuzugänge auffangen?
Nun, das bleibt abzuwarten.
In der Saisonnachschau stellen wir dann fest, dass der Kontostand des Vereins auf über 80 Millionen Euro angewachsen ist, das Transferbudget ist binnen eines halben Jahres von minus 3,5 auf 15 Millionen angewachsen, die Sponsorenzahlungen werden sich erhöhen, beim Dauerkartenabsatz wird ein Anstieg von 50% (!) auf dann etwa 18.000 prognostiziert ... es sieht also großartig aus, rein finanziell.
Dachten wir zumindest, bis heute.
Womit meine Gedanken wieder in der Gegenwart angekommen sind, wo Präsident Schwafelinski inzwischen die Steinzeit verlassen hat und in seiner "kurzen Zusammenfassung"gerade zum Ende kommt.
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Zwanzig Minuten später sitze ich mit Eloïse in ihrem Büro und wir rekapitulieren die uns übergeholfene Finanzsituation.
"Also...
Erstens: Wir sind finanziell derart gesund, dass das Gehaltsbudget von 10 auf 35 Millionen angehoben wird, Umverteilung auf beispielsweise Prämienzahlungen für Spieler wurde unter fadenscheinigsten Vorwänden untersagt.""Zweitens: Stadionausbau wird deutlich größer und dauert deutlich länger, kostet etwa das Dreifache des bisherigen Plans und wird, warum auch immer, komplett vom Vorstand bezahlt. Wir ziehen für die kommende Saison in ein 40.000-Sitze-Stadion um.""Drittens: Transferbudget ist natürlich erneut negativ, diesmal fünf Millionen."Eloïse grinst ein bißchen gequält.
"Es wird innerhalb der nächsten 2 Wochen wieder deutlich positiv sein. Zum einen wegen verschiedener Klauseln, zum anderen, weil wir leider den Kapitän verlieren...""Abgesehen von irgendwelchen Finanztricks des Vorstands war es natürlich ein herausragendes Jahr.
Und das Wichtigste:
ich muß Dein Gegrummel nicht mehr ertragen, dass Du schon wieder nicht Trainer des Jahres geworden bist.""Haha, sehr komisch!" - Aber Du hast recht, sportlich war das überragend.""Selbst die UEFA hat uns als größte positive Überraschung ausgezeichnet, das muß man auch erstmal schaffen!
Und das hat nicht nur für uns, sondern für die ganze belgische Liga positive Konsequenzen.""Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass mein Riecher bezüglich der Basile-Gallez-Verpflichtung goldrichtig war!""Jaja, Du bist Diamantauge-Lava. Zufrieden?" *kicher*
"Und außerdem müssen wir irgendwie einen Weg finden, den U18-Staff trotz eingefrorener Prämien irgendwie zu belohnen. Wir stellen einfach mal ein Drittel der belgischen U21 bei der EM! Wahnsinn!"Als wir an dieser Stelle angekommen sind, strecke ich mich, ein bißchen selbstzufrieden.
"Das wars dann für heute, oder?
Alles andere können wir nächste Woche bespre..."Eloise unterbricht mich mit einer Handbewegung.
"Nein, noch nicht ganz.
Du solltest die drei Mails noch beantworten.""Welche drei... oh."Sie hat den Laptop bereits aufgeklappt und mir herübergeschoben.
"Die drei Mails", wie sie das so lapidar ausdrückt, haben wir durchaus ein bißchen Kopfzerbrechen bereitet, denn es handelt sich um drei Vertragsangebote, bei denen ich wirklich überhaupt nicht weiß, was ich machen soll.
Sie schaut mir einen Moment dabei zu, wie ich unschlüssig vor dem Rechner sitze, dann sagt sie in sehr ruhigem, professionellen Ton:
"Wir wissen beide, dass Du diese Angebote Du einfach nicht abschlagen kannst.
Und wir wissen auch beide, welches dieser Angebote Du annehmen wirst."Ich schaue ein bißchen hilflos zu ihr.
"Aber ich kann doch nicht ...""Doch, Du kannst.""Und was wird mit Dir?""Na was wohl? Ich zeige den Herren Vorständen, was eine Harke ist. - Gerard, vor drei Jahren, als ich Dich hierhergelotst habe, wäre ich ohne Dich womöglich mit fliegenden Fahnen untergegangen. Aber inzwischen bin ich fest davon überzeugt, dass ich dieses letzte Vertragsjahr auch ohne Dich meistern werde.
Und danach such ich mir sowieso einen Job, wo man mich mehr zu schätzen weiß!
Es gibt nicht den geringsten Grund, warum Du Dich ebenfalls noch für ein Jahr hier festketten solltest. Dank Deiner Ausstiegsklausel können Sie Dich ja auch nicht festketten."Ich seufze und schaue zwischen ihr unden drei Angeboten hin und her...