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[FM 20 bis 24] Lavayeuxs Europatour - Die Geschichte eines Luxemburgers

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Noergelgnom:

(click to show/hide)Ja, aktuell hab ich tatsächlich ne Menge zeit zum spielen und schreiben.
Keine Ahnung, wie lange mein Dienstplan, mein Familienleben und meine FM-Karriere sich noch so gut unter einen Hut bringen lassen.
Aber so lange es andauert, werd ich es auch ausnutzen. :D

Und danke für die Glückwünsche!




Saisonstart und Europapokalspiele 2040

Die Saison beginnt unter alles andere als perfekten Vorzeichen.
Noch vor dem Trainingsauftakt melden sich Nicolas Vincent und Laszlo Vitelki mit nachdrücklichen Wechselwünschen bei mir und sind weder mit Geld noch guten Worten von ihrer fixen Idee abzubringen.
Es dauert auch nicht lange, da melden sich die ersten Vereine mit konkreten Angeboten für meinen Mittelfeldstar und meinen Abwehrchef.
Insgeheim kann ich ihnen eigentlich nicht verdenken, dass sie wechseln wollen - bei den Gehaltsangeboten, die für beide im Raum stehen, würden sie sich dermaßen deutlich verbessern, dass sich eigentlich gar nicht die Frage stellt, OB sie wechseln, sondern lediglich das WANN noch fraglich erscheint.
Ich markiere dennoch erstmal den Starken Max und lehne alles ab, was mir auf den Tisch flattert. Das gemurre der beiden nehme ich notgedrungen in Kauf - denn ich kann schlicht und ergreifend nicht auf die beiden verzichten, wir haben in zwei Wochen bereits unser erstes Champions-League-Qualifikationsspiel.
Und es geht gegen "alte Bekannte", sozusagen.

Wir wurden nämlich erneut - wie schon vor zwei Jahren - gegen die Kasachen von FK Astana gelost.
Die sind natürlich auch diesmal wieder haushohe Favoriten und wir sind - auch das nicht neu - entschlossen, uns so teuer wie nur irgend möglich zu verkaufen.





Wir laufen wieder in unserem flachen 442 auf und wollen, da wir diesmal dankenswerterweise erst auswärts spielen, wengistens Chancen fürs Rückspiel wahren.
Und das schaffen wir auch. Aber wir fahren dennoch ein wenig frustriert und enttäuscht nach Hause.
Denn während wir mehrfach am Gebälk, dem Keeper oder unseren Nerven scheitern, können die Gastgeber eine ihrer sensationell wenigen Chancen leider verwerten.
Überdies verlieren wir kurz vor Schluß noch unseren Rechtsverteidiger mit Gelb-Rot.

Das Rückspiel ist dadurch natürlich noch nicht verloren, aber leichter wird es nicht. Wir brauchen zwei Tore und dürfen keins kassieren.
Ich versuche unsere Gäste auszucoachen und stelle das 442 auf flache Raute um - während sich Hentze eher im defensivem Mittelfeld einordnet und schon vor der Abwehr wegräumen soll, was immer möglich ist, spielt Vincent ein wenig offensiver und hat die Anweisung, aus allen Lagen die Schußchancen, die sich hoffentlich bieten, zu nutzen.

Kurz vor der Halbzeit ermöglicht er mit einem solchen Gewaltschuß unserem Kapitän Azevedo, den unvermeidlichen Abpraller zum umjubelten 1:0-Pausenstand einzuschieben.
Nach der Pause können wir also etwas geduldiger spielen und auf den einen Konter, die eine Gelegenheit lauern.

In der 72. Minute ist es dann soweit. Unsere beiden Stürmer pressen die Innenverteidiger wieder mal so konsequent, dass einer von ihnen in Bedrängnis einen etwas zu hastigen Pass spielen muß ... Karabegovic spritzt dazwischen, läuft alleine aufs Tor zu, lupft ...
... und das ganze Stadion steht kopf, denn mit einem Mal führen wir tatsächlich 2:0 und stehen kurz vor dem Einzug in die nächste Runde!

Bis zur 89. Minute.
Astana schafft es zum ersten Mal in der zweiten Hälfte vor unseren Strafraum, ihr Mittelstürmer sieht eine winzige Lücke, zieht sofort ab, Zorec sieht den Ball zu spät, um noch rechtzeitig unten zu sein und läßt die Kugel unter dem Oberköprer durchrutschen.
2:1.

Es folgen sechs Minuten wildes Anrennen unsererseits und konsequenten Ballrausschlagen und Zeitschinden seitens der Gäste.
Dann ist der Champions-League-Traum für diese Saison schon wieder ausgeträumt und wir werden in die Conference League durchgereicht.





Bei allem Frust ob der Art dieses Ausscheidens dürfen wir aber dennoch stolz sein - denn wenn wir uns mal die anderen Ergebnisse dieser Qualifikationsrunde anschauen, dann haben wir doch eigentlich eine ziemlich gute Figur abgegeben.





Drei Tage nach dem Rückspiel gegen Astana muß ich dann meinen Widerstand gegen einen Abgang von Nicolas Vincent aufgeben. Wir sind schon lange nicht mehr so solvent wie noch in der Vorsaison - und die Tatsache, dass wir definitiv keine riesigen Europapokaleinnahmen mehr zu erwarten haben, ruft das Präsisium auf den Plan.
Vincent verdient eine - für unsere Verhältnisse - Mondsumme von 56.000 Euro plus Prämien und als man uns den knapp dreifachen Marktwert als Ablöse plus 50% Weiterverkaufsbeteiligung anbietet, werde ich dazu verdonnert, dieses Angebot anzunehmen.
Ich könnte kotzen!
Aber Weisung ist Weisung.





Wir fahren also ohne das Herz und Hirn unseres Spiels nach Tirana, um beim wohl bekanntesten albanischen Verein Partizan um den Einzug in die nächste Runde zu spielen.
Vor der Partie sind die Medien sich einig, dass dieses Los kein Stück einfacher ist als Astana - auf dem Platz sieht das dann ein bißchen anders aus.
Tom Raths übernimmt den defensiven Mittelfeldpart von Kristin Hentze, dieser wiederum agiert ab sofort in Vincents Spielmacherrolle.
Und das funktioniert dermaßen gut, dass wir die gastgeber wohl geschlagen hätten, wenn Davidsson wenigstens ein oder zwei Mal den Ball in Rihtung Tor befördert hätte. Stattdessen jagt er die Kugel an die Latte, an den Pfosten, in einen Verteidigerbauch ... oder schlägt alleine vor dem Tor gleich ein Luftloch.
Das 0:0, das so am Ende unserer Bemühungen auf der Anzeigetafel steht, fühlt sich wie eine Niederlage an.





Immerhin: im Rückspiel brauchen wir also nicht unbedingt eine bessere Leistung, sondern einfach nur eine bessere Chancenverwertung.
Ich wechsle die Positionen imSturm - Monteiro soll den Vollstrecker geben und Davidsson darf sich diesmal als Vorbereiter versuchen - und siehe da, es funktioniert.# Monteiro bringt uns früh in Führung, als die albanischen Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas offensiver werden (müssen), verwertet Davidsson gleich den ersten unserer dadurch ermöglichten Konter zur Vorentscheidung. Eine Virtelstunde vor Schluß erzielt er gar noch ein zweites Tor zum ebenso klaren wie verdienten 3:0-Endstand.
Geht doch!





Danach ist Ligaauftakt angesagt, diesmal mit einem Auswärtsspiel bei Hamm Benfica.
Wir sind noch so voller Selbstbewußtsein vom Tirana-Spiel, dass wir die bedauernswerten Gastgeber regelrecht auseinanderpflücken. Dass bei einer 0:5-Niederlage der Torhüter der unterelgenen Mannschaft zum Spieler des Spiels gewählt wird, sagt wohl alles.





Der FC Alaschkert aus Jerewan ist unser Gegner in der dritten Qualifikationsrunde.
Unsere Scouts sind der meinung, dass die Armenier auf keinen Fall stärker einzuschätzen sind als Tirana, eher sogar etwas schwächer.
Da wir zuerst zuhause spielen, wollen wir daher auch möglichst ein Polster fürs Rückspiel schaffen.
Leider kommt es ein wenig anders - und wir dürfen uns bei dem folgenden Drama wieder einmal bei Natan Davidsson (aber nicht nur bei ihm!) bedanken.
Wir sind hochüberlegen - 35 Schüsse, davon allein 15, die den Torhüter zum Eingreifen zwingen, sprechen da eine deutliche Sprache, vor allem, wenn der Gegner ganze 5 solcher Versuche zustandebringt.
Als Olivier Raths (der Bruder von Tom) schon nach 18 Minuten das 1:0 markert, scheint unser Plan mit dem Polster aufzugehen.
Aber während unsere Angreifer - allen voran unser "Wunderstürmer", bei dem man sich allerdings ein ums andere mal wundert1! - in der Folge mal wieder zig Möglichkeiten finden, um selbst klarste Tormöglichkeiten auszulassen, demonstrieren die Gäste aus der armenischen hauptstadt, was eigentlich "Effizienz" ist.
Sie schießen in der zweiten Hälfte genau dreimal aufs Tor ... und fahren mit einem 2:1-Auswärtssieg zurück nach Hause.
Wir dagegen stehen noch Minuten nach Abpfiff völlig fassungslos auf dem Rasen.





Mit einer gehörigen Portions Wut im Bauch gehen wir das zweite Ligaspiel an - unser Gast Differdingen wehrt sich nach Leibeskräften, aber am Ende gewinnen wir dennoch 2:0.
Geht es jetzt aufwärts?





Naja, nicht so richtig. Da wir im Europapokal nun komplett vor dem Aus stehen, hat unser Schatzmeister mal rasch durchgerechnet, wo wir finanziell am Ende der Saison landen, wenn wir die Gehaltskosten so beibehalten.
Und danach hat er ausgerechnet, dass Vitelki und Davidsson mit zusammen 110.000 Euro für mehr als 20% dieser gehaltskosten verantwortlich sind.
Diese Rechnung hat er dem restlichen Präsidium präsentiert und das wiederum hat mitrerklärt, dass beide Spieler gehen müssen. Und zwar am besten gestern, spätestens jedoch bis zum Ende der Transferperiode.
Ich stelle beide also pflichtschuldigst in Schaufenster - und wie nicht anders zu erwarten, findet sich sehr schnell ein Käufer.
Vitelki wechselt für 40.000 Euro, Davidsson verläßt zwei Tage später für 50.000 Euro den Verein.
Damit haben wir durch diese insegamt drei Abgänge zwar innerhalb kürzester Zeit mehr als 160.000 Euro Gehaltskosten eingespart und diese damit auf unter 350.000 Euro gedrückt, aber uns fehlt auch die heilige Dreifaltigkeit in Abwehr, Mittelfeld und Angriff.
So jedenfalls der Tenor unsrer Fans, die diesen Ausverkauf für ein Zeichen der drohenden Insolvenz halten  - oder aber für ein Anzeichen von beginnender Verkalkung der Vereinsverantwortlichen.







Wir reisen also nun auch noch ohne Abwehrchef nach Alashkert, um irgendwie doch noch das Weiterkommen zu erkämpfen.
dass uns das schlußendlich dann doch nicht gelingt, liegt allerdings nicht an der Abwehr, sondern wie schon im Hinspiel am Sturm. Owohl Davidsson gar nicht mehr auf dem Platz steht, setzt sich der Chancenslapstick fort.
Wie schon zuhause erspielen wir uns 15 teils hundertprozentige Tormöglichkeiten, können jedoch keine davon nutzen und stehen nach dem 0:0 mit leeren Händen da.




Immerhin können wir uns jetzt komplett auf die nationalen Aufgaben konzentrieren.
Und darauf, schon mal günstige Alternativen für Hentze, Monteiro, Tom Raths, Yameogo und Azevedo zu suchen, die möglicherweise im Winter ebenfalls verkauft werden müssen, um Finanzlöcher zu stopfen. Alle genannten Spieler verdienen ab 20.00 Euro aufwärts und sind damit nach Meinung des Präsidiums zu teuer und "nicht finanzierbar".

Die Stimmung in der Mannschaft ist selbstverständlich komplett im Arsch für ein paar Tage - und beinahe hätte Esch Südwest das ausnutzen und uns nach längerer Zeit mal wieder schlagen können. Wir spielen in ihrem Stadion und es ist ein Schlagabtausch auf Augenhöhe.
Dass wir schlußendlich nicht nur nicht verlieren, sondern sogar gewinnen, ist zum ersten Mal in meiner Amtszeit pures Glück.
Egal, wir haben weiterhin eine reine Ligaweste - wenigstens eine gute Nachricht!





Gegen Niederkorn muß eine Steigerung her, da beißt die Maus keinen Faden ab. Wenn sich erstmal rumspricht, dass wir neuerdings iin der Liga schwächeln, kann das sehr schnell ungemütlich werden!
Leider sind wir dann aber auch in diesem Spiel ungewohnt fahrig und vor dem Tor fahrlässig unterwegs. Und als beim Stande von 1:1 auch noch unser eben eingewechselter Flügelspieler Freichel nach einer Notbremse glatt Rot sieht, befürchte ich das Schlimmste.
Zum Glück erstolpert Jader Monteiro ein paar Minuten später sein zweites Tor an diesem Nachmitag, so dass unsere weiße Weste gewahrt bleibt.





Gegen Aufsteiger Minerva Lentgen soll nun aber endlich endlich ENDLICH mal wieder ein überzeugender Sieg her.
Und auch wenn das 3:0 nicht allzu einseitig klingt - das Spiel war es. Wir gestatten den Gästen in 93 Minuten xakt einen Schuß aufs Tor (den der ansonsten komplett beschäftigungslose Zorec sicher hält), ansonsten spielt hier nur FOLA.
So soll es sein!






Wie es dagegen nicht sein sollte, zeigen wir eine Woche später.
So langsam verzweifele ich ob der Leistungsschwankungen unserer Mannschaft.
Diesmal ist es Mister Zuverlässig Gal Zorec, der dem gastgebenden Racing FC aus exakt null großen Chancen exakt 3 Tore schenkt. Ausgerutscht, verschätzt, getunnelt. Gebrauchter Tag für unseren Stammkeeper.
Einziger Lichtblick: unsere Offensive, allen voran Dreierpacker Monteiro, der mit seinen Toren (zwei davon nach der 80. Minute)  doch noch den schon entglitten geglaubten Sieg sichert.
Das war jetzt das zweite Spiel gegen Racing in Folge, in dem wir 3 Tore kassieren und dennoch gewinnen.
Racing plus FOLA ist gleich Spektakelgarantie?
Wird man in der Zukunft sehen.





Dann gehts auch im Pokal los - wir treten zum Aufgalopp bei US Feulen an.
Drittligist, aber souveränder Tabellenführer. Wir sind also gewarnt.
Die Jungs legen zur Abwechslung mal einen offensiv wie auch defensiv konzentrierten Auftritt auf den Rasen - der Lohn: 4:0.
Sehr schön!





An diesem Abend erhalte ich einen Anruf, der mich sehr nachdenklich zurückläßt. Ein mir nur dem Namen nach bekannter Zweitligist im Ausland bietet mir eine Vervierfachung meines Gehaltes an, wenn ich auf seinen Trainerstuhl kraxle.
Muß ich drüber schlafen.

Zumal jetzt auch erstmal das Ligaspiel bei Union Tetingen ansteht.
Wieder so eine souverände Vorstellung der Jungs, wieder 4:0.
Acht Spiele, acht Siege 24, Punkte. Krasse Ausbeute.





Das Telefon klingelt nun fast jeden Tag. irgendwann zwischendurch ist sogar Alex Frei in der Leitung. Ja DER Ex-Dortmunder Alex Frei, der den interessierten Verein auch maltrainiert hat, wie ich erfahre. Frei bekniet mich regelrecht, das Angebot anzunehmen. In Esch habe ich doch eigentlich alles Erreichbare erreicht - bei dieser neuen Stelle jedoch sei noch so viel Luft nach oben. Und er verbürge sich dafür, dass die Finanzen - jaja, man habe da Gerüchte gehört.... - auch kein solches Problem seien. Nichtmal im Ansatz.
Ich handle eine letzte Frist von zwei Wochen aus. Vor dem Duell gegen Düdelingen werde ich keine Entscheidung treffen.

Und vorher ist noch Mondorf unser Gegner. Karabegovic und Monteiro schießen einen ungefährdeten 2:0-Sieg heraus, wir steuern schon wieder auf eine nationale Sahnesaison zu, wie es scheint.





Dann Düdelingen. Seit Müller-Lüdenscheidts Abgang vor reichlich einem Jahr haben die weder in der Liga im allgemeinen noch in den Duellen gegen uns irgendwie gut aus gesehen - das soll, das DARF sich heute nicht ändern.
Tut es auch nicht.
Das Spiel ist keine solche Demütigung wie das 5:0 in der letzten Saison, aber 3:1 ist mir auch eindeutig genug.








Ich genieße nach dem Abpfiff ein letztes Mal den Jubel der Zuschauer im Stade Emile Mayrisch und begebe mich dann mit schwerem Herzen ins Verwaltungsgebäude.
Mein Ziel:
Flavio Marquez' Büro im dritten Stock.

Eine Stunde später ist der Verein um 50.000 Euro reicher - soviel Ablöse ist mein neuer Arbeitgeber bereit zu zahlen.
Marquez, Risch und ich dagegen treten auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz vor die Öffentlichkeit und ich verkünde meinen sofortigen Abschied aus Esch.
So schwer mir dieser Schritt auch fällt - es ist der perfekte Zeitpunkt. In der Liga sind jetzt 2 Wochen Pause, das heißt, der Verein hat etwas Zeit, einen geeigneten Nachfolger finden.
Dieser Nachfolger übernimmt eine Mannschaft, die in der Liga mit 30 Punkten aus 10 Spielen auf einen Titel zusteuert, deren Gehaltskosten wieder im Rahmen sind und die eigentlich nur eine Wagenladung Zielwasser braucht, um die verwunderlichen Ladehemmungen in einzelnenSpielen zu bekämpfen.
Wir beantworten keine Fragen und beenden die Pressekonferenz nach wenigen Minuten.

Ich habe ja noch den schwersten Gang überhaupt vor mir - den in die Kabine zu meinen Jungs.
Über die folgenden zwei Stunden breiten wir mal lieber den Mantel des Schweigens - nur vielleicht so viel: es fließen reichlich Tränen. Und nicht alle sind von mir.
Sieben Stunden später sitze ich mit dem einen Koffer, der alle meine Habseligkeiten enthält, bereits im Flieger nach Süden.

(click to show/hide)




shortknife:

Winterthur…… :o ::) ……. das ist doch mal was :D, da komme ich doch gerne ab und zu ins Stadion und schaue dir zu….wohne ja nicht weit davon entfernt
Da bin ich ja gespannt wie es weitergeht

Fabio:

Wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deiner neuen Station. Es ist doch föllig normal das Tränen fließen, wenn man so Erfolg hat wie du  :). Ich bleibe weiter am Ball.

Noergelgnom:

(click to show/hide)@shortknife:
Wieso bin ich nicht überrascht, dass Dir das gefällt? :D

War aber eigentlich noch nicht geplant, jetzt schon in die Schweiz zu gehen. Ich hatte eigentlich in Richtung Bulgarien geschielt, wo sowohl Lokomotiv als auch Slavia (!!!) Sofia in der zweiten Liga rumdümpeln. Oder Tschechien, wo die Bohemians Prag ebenfalls Zweitligist sind. Die haben auch alle ihre Trainer nach dem Abstieg entlassen, sich aber leider nicht bei mir gemeldet.
Ich hab ja die Regel, dass ich mich nicht proaktiv bei Vereinen bewerbe, sondern nur aus den an mich herangetragenen Angeboten auswählen kann. Macht es wenigstens ein bißchen realistischer für einen Noname aus dem Fussballniemandsland wie Gerard, finde ich.

Und dann stand plötzlich Winterthur auf der Matte.
Das ist zwar nicht direkt mein Schweizer Lieblingsverein (das ist St. Gallen, weil ich im Laufe der Jahre eine ziemliche "Club-of-Pioneers"-Obsession entwickelt habe  ::) :angel: ), aber dennoch mit weitem Abstand das spannendste Angebot des bisherigen Saves. Da konnte ich einfach nicht nein sagen, auch und gerade weil das Potential des Clubs großartig ist.

Werd mir Mühe geben, Winterthur zum verdienten Erfolg zurückzuverhelfen. :)

@Fabio:
Lieben Dank, freut mich, dass Du mitliest!  8)




Mittwoch, 19. Oktober 2039 - Ein sinkendes Schiff?

„Da hat doch jetzt tatsächlich einer eine zusätzliche Flasche aufs Spielfeld geworfen.“ (Werner Hansch kommentiert einen Grottenkick)


Das Pressezentrum des FC Winterthur wird gut gefüllt sein heute nachmittag.
Grob geschätzt zwanzig Reporter haben sich angemeldet und wollen live dabei sein, wenn der abgeschlagene Letzte der Challenge League vor aller Augen und mit der Kraft der Verzweiflung nach dem letzten Stohhalm greift und seinen neuen Übungsleiter präsentiert, um die katastrophal gestartete Saison vielleicht doch noch irgendwie zu retten.

Ich habe nicht unbedingt nur wegen meiner Loyalität zur FOLA mehrere Wochen gezögert, bevor ich hier unterschrieben habe.
Nein, ich habe die Zeit auch genutzt, um mich sowohl über den Verein und seine Geschichte als auch über die aktuelle Situation so gut wie möglich zu informieren.
Und wenn eines feststeht, dann dies:
Licht und Schatten liegen bei diesem Urgestein des Schweizer Fussballs aber mal ganz dicht beieinander.
Eine sehr sehr kurze Zusamenfassung:

Gegründet bereits vor der vorletzten Jahrhundertwende, genauer gesagt 1896, als Excelsior FC Winterthur, ist die ganz frühe Geschichte des Clubs geprägt von Studenten und Gymnasiasten, auch bedingt durch diverse Fusionen in den ersten Dekaden des Bestehens.
Ab 1898 nahm Winterthur am regulären Ligabetrieb teil, zunächst in der Zweitklassigkeit, ab 1902 dann das erste Mal an der Serie A, wie die erste Liga damals hieß.
In dieser Saison nahm mans mit den Regeln aber offenbar nicht allzu genau und wurde in der Rückrunde wegen Einsatzes eines nicht spielberechtigten Akteurs prompt vom Ligabetrieb ausgeschlossen (!).
Harte Zeiten für Betrüger im Fussball, dieses ganz frühe 20. Jahrhundert. War ja nicht alles schlecht früher...

Jedenfalls spielte der FCW dadurch nochmal zwei Saisons lang zweitklassig, bevor man sich zur Saison 1905/1906 erneut für die Serie A bewarb und angenommen wurde.
In den Vorbereitungsspielen täuschte der Verein alle Ligamitbewerber erfolgreich, indem er alle Spiele verlor.
Die regulären Ligaspiele wurden dann zur allgemeinen Überraschung - bis auf ein Unentschieden - allesamt gewonnen, wodurch der "Aufsteiger" auch gleichzeitig der Meister wurde.
Also eine Art 1. FC Kaiserslautern 1906. Nur ohne Otto halt. Und ohne Kaiserslautern.

1908 errangen die Winterthurer erneut den Meistertitel, ein Kunststück, das sie 1917, also mitten im 1. Weltkrieg, noch einmal wiederholten.
Damit sind die großen Erfolge des Vereins aber auch schon fast erschöpfend aufgezählt.
In den späten Sechziger und frühen Siebzigern des vorigen Jahrhunderts gelang es dem Club noch jeweils zweimal, in die Finals des Schweizer Pokals und des Ligacups vorzustoßen.
Vier Finals, die jedoch allesamt mehr oder minder deutlich verlorengingen.

Und von der Liga mag man nach dem ersten Weltkrieg eigentlich gar nicht mehr berichten. Ein einziges Trauerspiel, teilweise spielte der Verein gar drittklassig (ironischerweise aber wieder in der Serie A, weil die dritte Spielklasse inzwischen diesen Namen trug).

In den späten 1960ern begann mit der damals geradezu sensationellen Verpflichtung eines Stammspielers vom Ballspielverein Borussia Dortmund die bis heute letzte wirklich erfolgreiche (knappe) Dekade des Clubs.
Der Spieler hörte auf den Namen Timo Konietza und wer sich auch nur ein bißchen für den BVB oder die (deutsche) Bundesliga und ihre Geschichte interessiert, kennt diesen Namen selbstverständlich.
Stürmerlegende des BVB mit 126 Toren in 160 Pflichtspielen und selbstverständlich auf ewig in Erinnerung als Schütze des ganz offiziell ersten Bundesligatores.

Dieser Spieler also wechselte 1967 zum damaligen Zweitligisten FC Winterthur und stieg mit dem Club auf Anhieb auf. Das Pokalfinale wurde auch erreicht, aber mit 1:2 gegen den FC Lugano verloren. Konietzka erzielte insgesamt 72 Tore in 102 Erst- und Zweitligaspielen für Winterthur und ist damit aus der Geschichte des Clubs genausowenig wegzudenken wie aus der Dortmunder. Oder auch aus der des TSV 1860 München, ganz nebenbei gesagt.

1975 erreichte Winterthur zum letzten Mal ein Pokalfinale. Seitdem sind die Nordostschweizer im Pokal kaum wieder positiv in Erscheinung getreten - vom überraschenden Halbfinaleinzug 2023/2024 mal abgesehen, als man nach Verlängerung 2:3 bei den Young Boys Bern verlor.

International berühmte Spieler gibt es neben Konietzka zwar nicht allzuviele - aber die Namen Bora Milutinovic (1966/67), Uwe Rapolder (1981 - 1985) und vor allem Joachim Löw (1992-1994) kennt man dann doch in der einen oder andere Ecke des Erdballs.

Und wie sieht es heute aus?
Die Realität beim FC Winterthur heißt (wieder) Challenge League.
Und obwohl der Kader vor der Saison durchaus gehobenes Mittelfeld zu versprechen schien, sieht es im Moment reichlich duster aus.
Vor drei Wochen - also zum Zeitpunkt ihrer ersten Anfrage an mich - haben die Verantwortlichen die berüchtigte Reißleine gezogen und den Trainer entlassen.
Unter seinem Co Massimo Pilati, der auch mein Co-Trainer sein wird, holte der Verein 4 Punkte aus drei Spielen (1 Sieg, 1 Unentschieden, 1 Niederlage).
Kann sich jeder mit einem Blick auf die Tabelle ausrechnen, wie erfolgreich mein Vorgägner Levin Laudonnet hier war ...





Ich habe mich dank Pilati auch schon mal grundlegend mit den Registrierungs- und Einsatzregeln hier in der Challenge League vertraut gemacht.
Die  Liga ist offensichtlich als Ausbildungsliga für den Schweizer Fussball gedacht - anders kann ich mir die Regeln nicht erklären.
U-20-Spieler aus der EU bedürfen gar keiner Registrierung, andererseits müssen in jedem 18-Mann-Spieltagskader allerdings 11 (!) Spieler stehen, die als "in der Schweiz ausgebildet" gelten, also zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens 3 Jahre lang bei einem Schweizer Verein unter Vertrag standen.
Maximalanzahl registrierter Spieler ist 21. Das ist aber aufgrund der extrem laxen U-20-Regeln kein Problem, kommt meiner bei FOLA bereits praktizierten Philosophie sogar entgegen, wie ich erfreut feststelle.

Der aktuell registrierte Kader sieht so aus:





In der U21 tummeln sich etliche Spieler, die meisten von ihnen sind jedoch an einen Club ausgeliehen, auf den ich mir im ersten Monent gar keinen Reim machen kann.

"Massimo, wieso haben wir 15 Spieler an den Verein "Winterthur/Schaffhausen U18" ausgeliehen?"
"Ganz einfach, Chefe - das ist ein Joint-Venture-Verein. Klingt vielleicht ein bißchen komisch, weil Schaffhausen - so wie auch der FC Wil und die Grasshoppers - historisch gewachsene Rivalen von uns sind, aber auf Jugendebene war die Zusammenarbeit ein guter Ansatz, um den Junioren Spielzeit in einem konkurrenzfähigen Verein verschaffen zu können. Und die Rivalität tut bei den Jungs ihr Übriges, um sie anzustacheln. Jeder will sich gegen einen Jungen vom anderen Verein durchsetzen und spielen."
"In der Tat komisch - dann sollte ich die Partnerschaft besser nicht aufkündigen lassen, doer? Eigentlich widerstrebt es mir nämlich zutiefst, unsere Junioren nicht im eigenen Verein zu haben. Bin kein großer Feund von Leihspielern..."
"Unter uns gesagt, solltest Du diese Meinung nicht laut rausposaunen. Das Partnerprojekt U18 ist eine absolute Erfolgsgeschichte, da sind sich die beiden Vorstände einig. - Eigentlich ist das fast das Einzige, wo sie sich mal einig sind. "Er lacht, wird aber gleich wieder ernst.
"Schlag Dir mal ganz fix aus dem Kopf, diesen Partnerverein loswerden zu wollen."

'Na mal sehen', denke ich, sage aber: "Gut zu wissen, danke."


Vor der für 14:00 angesetzten Pressekonferenz habe ich Zeit für eine kurze Vorstellung beim Kader und ein erstes Brainstorming bezüglich der Taktik.
Und ich hab nicht nur Zeit dafür - es ist auch dringend nötig.
Denn irgendwie haben alle vergessen, mich zu informieren, dass heute um 19:30 ein Ligaspiel ansteht.
Gegen den FC Schaffhausen.
Grandioses Timing, was eine Kacke!
Pilati hat aber - nicht nur aus seiner Erfahrung der letzten drei Spiele als Interimstrainer - eine ziemlich gute Idee, was mit dem Kader funktionieren könnte und was nicht.
Wir beschließen - ohne dass ich da groß diskutiere, ich vertraue ihm da einfach mal - dass ein schlichtes 442 mit Betonung der Flügel in der jetzigen Situation am besten ist.
Nicht überfordern, die Spieler - sondern einfach nach ihren Stärken aufstellen. Was diese Stärken SIND?
Nun, auch da muß ich Pilati erstmal vertrauen.





Das einzige, wo ich mich durchsetze - oder besser "wo ich seine Zweifel unterstütze, bis er scheinbar von allein auf die richtige Idee kommt", ist die Besetzung der offensiven und defensiven Außenpositionen.
Mein Vorgänger hat zwar auch 442 spielen lassen, aber offenbar alle vier Außenspieler invers eingesetzt!
Ich komm aus dem Kopfschütteln nicht heraus, als ich das erfahre - insbesondere als Pilati mir erzählt, dass die Gegner in jedem Spiel mehrere gute Chancen über die völlig entblößten Außen einleiten konnten.
Kein Wunder, ey!
Wir setzen Altenfeld und Quartuccio (defensiv) sowie Faure (offensiv) auf die ihrem starken Fuß entsprechenden Seiten. Einzig Gärtner offensiv rechts bleibt nach einigem Hin und Her als Inverser  Flügelspieler übrig.
Pilati versichert mir, dass er auf diese Weise sehr wirkungsvoll im Angriffspsiel sein kann - auch wenn mein Vorgänger das in der gesamten bishergien Saison komplett ignoriert hat.

Immer noch kopfschüttelnd verabschiede ich mich erstmal und haste zum Pressezentrum.
In zehn Minuten ist Antritts-PK.

Immer dieser Streß! Aber andererseits - ich habs ja so gewollt.


Noergelgnom:

(click to show/hide)Haha, ja.
War mir gar nicht aufgefallen, stimmt aber natürlich. :D
Danke für die Wünsche!




Mittwoch, 19. Oktober 2039 - Antritts-Pressekonferenz

„Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, der läuft wirklich so langsam.“ (Werner Hansch)


Der Himmel hängt voller dunkler schwerer Regenwolken, als ich zum Pressezentrum eile.
'Hoffentlich kommt diese Ladung Wasser erst nach dem Spiel runter, sonst wird das eine Schlammschlacht!', denke ich beklommen, dann betrete ich das Gebäude.
Links runter, dann die zweite Tür ... ah, da ist ja auch schon unser Sportdirektor Michael Kälin. Der knurrige Endfünfziger (so alt würd ich ihn zumindest mal vorsichtig schätzen wollen) winkt mich heran.
"Keine Minute zu früh! Kommen Sie. Sie laufen zwischen uns", mit 'uns' meint er den Pressesprecher Jörg Zurbriggen, der mir knapp zunickt und hinter mir stehenbleibt.
"Jörg begrüßt die Anwesenden, dann moderiere ich Sie an, dann sind Sie an der Reihe. Fragen aus dem Auditorium moderiert dann Jörg. Klar?"
"Klar.", nicke ich.
"Dann los."

Wir betreten den Presseraum durch die Seitentür und erreichen auf diese Weise mit wenigen Schritten das minimal erhöhte Podium - fast zu schnell für die gut drei Dutzend Pressevertreter, die sich hier eingefunden haben.
Das hat was von der Pressekonferenz vor unserem Auswärtsspiel in Stockholm mit FOLA, meine Güte.
Mir wird schlagartig bewußt, dass die Schweiz in Sachen 'Fussball und Medien' ein völlig anderes Pflaster als Luxemburg wird.
Hinsetzen, einmal tief Luftholen, ruhig ausatmen. - Oh, und freundlich gucken, beinahe vergessen!

Kälin wartet einen Moment, bis sich das Gemurmel der Pressefritzen gelegt hat, jeder auf seinem Platz sitz und er sich sicher sein kann, die ungeteilte Aufmerksamkeit der Anwesednen zu haben.
Dann nickt er Zurbriggen zu, der sich etwas zum Mikro vorbeugt und zu sprechen beginnt.

"Guten Tag miteinand und herzlich Willkommen zur Pressekonferenz des FC Winterthur. Wir freuen uns, dass Sie so zahlreich erschienen sind. - Möchtest Du kurz das Thema umreißen, Michael?"
Er grinst zu Kälin hinüber, der mit einem minimalen Grunzknurren auf den kleinen Spaß reagiert und sich dann den Reportern zuwendet.

"Wir sind heute hier, um das Ende unserer Trainersuche zu verkünden und Ihnen ..."
Ein kapitaler Lichtblitz, der den fast stockfinsteren Nachmittag draußen für einen Moment fast taghell erleuchtet und durch die großen Fenster auch bei uns nicht unbemerkt bleibt und ein nahezu sofort darauf folgendes markerschütterndes Donnergrollen lassen ihn überrascht verstummen.
Zusammengezuckt sind wir wohl alle, das muß direkt in der Nähe eingeschlagen haben.
Jörg findet seine Sprache als erster wieder.
"Nanu, ich wußte gar nicht, dass wir Spezialeffekte für diese PK bestellt hatten!"

Vereinzeltes Kichern im Raum, dass sich nach und nach zu einem erleichterten Lachen auswächst, mit dem - so wirkt es jedenfalls - etliche der Anwesenden über den Schrecken hinwegtäuschen wollen, der sie soeben befallen hatte.
Kälin knurrt ein "Scherzbold!" in Richtung des Pressesprechers und nimmt den Faden dann wieder auf - nicht ohne sich vorher zu räuspern.

"Wie gesagt, wir möchten Ihnen heute unseren neuen Trainer vorstellen. Der hier neben mir sitzende Herr ist Gerard Lavayeux aus Esch in Luxemburg. Er wird ab sofort die Geschicke unserer Herrenmannschaft leiten und sie, so sind wir überzeugt, vor dem Abstieg bewahren. Herr Lavayeux kommt mit der Empfehlung von drei Titeln in drei Jahren beim luxemburgischen Verein FOLA Esch zu uns. Darüber hinaus hat er das Kunststück fertiggebracht, in diesen drei Jahren mehr Europacupspiele mit FOLA zu gewinnen als der Verein in seiner gesamten vorherigen Geschichte insgesamt. Wir trauen ihm zu, hier trotz der widrigen Umstände erfolgreiche Arbeit zu leisten. Herr Lavayeux hat heute morgen einen Dreijahresvertrag ohne Ausstiegsklausel unterzeichnet.
Soweit die kurze Vorstellung von mir - Jörg, übernimmst Du bitte die Fragen?"

Der Angesprochene nickt und schaut - genauso erwartungsvoll wie ich - Richtung der Reporter.
Es dauert auch nicht lang, da melden sich die ersten.

Pressefritze 1: "Herr Lavayeux, Sie wirken sehr jung. Haben Sie außer den drei Jahren bei FOLA Esch weitere Erfahrungen als Fussballtrainer vorzuweisen?"
Lavayeux: "Das habe ich in der Tat. Vor meiner FOLA-Zeit war zwei Jahre lang bei den Red Boys Aspelt, einem Amaturverein und bin mit dieser Mannschatf in beiden Jahren aufgestiegen. Im zweiten Jahr haben wir darüber hinaus den luxemburgischen Amateurpokal geholt."
Pressefritze 1: *nickt, murmelt ein Danke und kritzelt mit sorgenvoller Miene seinen Notizblock voll*

Wieder ein Blitz, gefolgt von Donner.

Pressefritze 2: "Herr Lavayeux, warum haben Sie FOLA so Knall auf Fall mitten in der Saison verlassen? Soweit ich das in der Kürze der Zeit recherchieren konnte, haben Sie gestern abend noch bei einem Derby gegen Trötelingen ... ist das richtig ausgesprochen? ... an der Seitenlinie gestanden?"
Lavayeux: "Es ist korrekt, dass ich gestern im Derby gegen Düdelingen noch gecoacht habe. Das war auch meine Bedingung an die Verantwortlichen hier - und ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie zugestimmt und mir diesen Aufschub gewährt haben. Ich wollte die FOLA-Jungs auf gar keinen Fall vor diesem Derby verlassen. Es war mir wichtig, eine Mannschaft zu hinterlassen, die es dem neuen Übungsleiter leicht machen wird, sich einzufinden. Und das habe ich .... haben wir ....  geschafft. FOLA steht mit zehn Siegen aus zehn Spielen an der Tabellenspitze, die Derbies gegen Esch Südwe ... äh  ... gegen Jeunesse Esch und gegen F91 Düdelingen wurden gewonnen, die Europapokalreise war ja leider vorher schon beendet."
Pressefritze 2: "Und Sie denken, dass Sie in der Lage sind, innerhalb eines halben Tages den Schalter umlegen und komplett hier beim FC Winterthur zu sein? Immerhin steht bereits heute abend ein vorentscheidendes Spiel an, noch dazu ein ebenfalls brisantes Derby gegen Schaffhausen!"
Lavayeux: "Wäre ich nicht überzeugt davon, hätte ich nicht unterschrieben."
Pressefritze 2: *nickt, murmelt ein Danke und kritzelt mit sorgenvoller Miene seinen Notizblock voll*

Der nächste Blitz, der nächste Donner - ausserdem hört es sich so an, als ob es zu tröpfeln begänne.

Pressefritze 3 (mit Käppi einer großen Boulevardzeitung auf dem Schädel): "Herr Lavayeux, bei allem Respekt vor Ihrer Leistung im luxemburgischen Fussballniemandsland - aber halten Sie sich wirklich für fähig, einen professionellen Verein, dessen erste Mannschaft unter massivem Druck steht, erfolgreich zu führen?"
Lavayeux: *denkt 'Arschloch!'* - "Gleiche Antwort wie eben - wäre ich nicht überzeugt davon, wäre ich nicht hier. Fussball ist zwar nicht unbedingt gleich Fussball, aber das Grundprinzip dieses Sports haben wir auch in Luxemburg verstanden, soviel kann ich Ihnen versichern. Ich bedanke mich jedoch ausdrücklich dafür, dass Sie Ihre Sorge mit mir geteilt haben."
Lavayeux: *spürt unter dem Tisch einen Fuß, der mit beachtlicher Geschwindigkeit, aber dennoch zielgenau von links kommend sein Schienbein trifft*
Pressefritze 3: *grummelt ein Danke und kritzelt inm Notizblock herum*

Inzwischen regnet es in Strömen, selbst wenn es blitzt, kann mandraußen kaum etwas erkennen.

Pressefritze 4: "Haben Sie die Mannschaft schon getroffen? Wie ist Ihr Ersteindruck? Und können Sie schon etwas zu Taktik heute abend sagen?"
Lavayeux: "Ja, die Mannschaften habe ich glücklicherweise heute morgen schon kennenlernen dürfen. Ich muß sagen, dass ich positiv überrascht bin - ich hatte ob der Tabellensituation mit mehr Niedergeschlagenheit, vielleicht sogar mit dem einen oder anderen Fatalisten gerechnet. Stattdessen scheinen mir hier alle hochmotiviert zu sein, die Rote Laterne so schnell wie möglich weiterzugeben. Das paßt sehr gut, ist nämlich auch mein Ziel. - Und zur taktik möchte ich nicht allzuviel verraten, nur soviel vielleicht: Winterthur spielt seit mehr als zwei Saisons mäßig erfolgreich mit inversen Außenspielern, habe ich erfahren. Das Prinzip an sich finde ich sehr interessant und ich möchte natürlich gerade bei so wenig Vorbereitungszeit nicht zu viel ändern. Gehen Sie also mal davon aus, dass die Formation so bleibt wie gewohnt."
(Damit habe ich kein Stück gelogen - denn die FORMATION bleibt natürlich ein 442! Und dass wir diese Formation mit einer völlig anderen taktischen Ausrichtung auf den Platz zu schicken gedenken, müssen wir ja niemandem sagen...)
Pressefritze 4: *bedankt sich und kritzelt ebenfalls in seinem Notizblock herum*

Nach ein paar weiteren Fragen ebbt das Interesse dann langsam, aber sicher ab und wir beenden die PK.
Gehen mag trotzdem gerade keiner, denn draußen geht immer noch die Welt unter.
Es dauert noch fast eine halbe Stunde, bis der Regen soweit abflaut, dass sich der Raum endlich leert.

Kälin erhält kurz darauf einen Anruf.
Fluchend legt er auf.
"Spiel fällt aus, wir müssen es absagen - der Platz ist absolut unbespielbar."

IHN mag das ärgern - ich freu mir ein zweites Loch in die Rückseite, denn das gibt uns eine Woche Zeit, um mit der Mannschaft wenigstens die allergrundsätzlichsten taktischen Dinge zu klären bzw einzuüben.

Pilati und ich erstellen noch am gleichen Abend drei grundsätzlich ähnliche Formationen, denen allerdings durchaus unterschiedliche Taktiken zugrundeliegen (oben die Standardtaktik):









Dieser Boulevardschmierfink wird sich noch umgucken!
Arroganter Fatzke!

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