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| [FM 20 bis 24] Lavayeuxs Europatour - Die Geschichte eines Luxemburgers |
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| Karagounis:
Also wenn Harry Fischer in einer semi-profesionellen Liga, wo alles sehr eng beieinander ist, überperformt, weiss ich auch nicht was ich bei deiner Leistung für Wörter brauchen soll. Solche Superlative fehlen in meinem Wortschatz :o Absolute Hammerrunde! Gerne weiter so! |
| Noergelgnom:
(click to show/hide)@Karagounis: Danke! Aber naja, die Vorhersagen stimmen ja ziemlich oft eher nicht - wenn man sich die Stärketabellen/Vorhersagen und dazu die Endplatzierungen anschaut, sind wir beileibe nicht der einzige signifikante "Overperformer". :angel: Aber das ändert nichts daran, dass das ein bißchen überraschend für mich kommt... ;D Frühsommer 2057, Sheffield, England --- Zitat von: Therese Daunton, Sheffield Evening Standard, Online-Ausgabe ---Wenn man Fussballfans in Lüttich, Metz oder Sheffield nach ihrer Meinung zu Gerard Lavayeux fragt, erntet man in der Mehrzahl der Fälle leuchtende Augen und begeisterte Reaktionen. Vom 'Erfolgsgaranten' ist dann die Rede, vom 'Taktikgenie' oder gar vom 'Menschenfänger'. Keine Frage, der Luxemburger hat viele Menschen in der Fussballwelt begeistert. Aber eben nicht alle - nicht einmal im Ansatz. Glauben Sie nicht? Dann sollten Sie sich einmal den Spaß gönnen und in einer Suchmaschine Ihrer Wahl seinen Namen eingeben. Sie werden wahrscheinlich überrascht sein, denn außerhalb der Fanbases von beispielsweise RFC Liege, FC Metz oder aktuell den Owls genießt der Mittsechziger inzwischen einen zwar ebenso legendären, aber deutlich negativeren Ruf. 'Nervenbündel', 'Axt im Walde', 'arroganter Narzist' - gerade unter Kollegen und Journalisten gibt es viele, die keinen gesteigerten Wert auf seine Gegenwart legen. Ein französischer Lokalreporter, der Lavayeux' Wirken beim FC Metz eng begleitete, hat ihn einmal einen 'Wüterich mit der Impulskontrolle eines Dreijährigen' genannt. Geradezu legendär ist die Pressekonferenz, die er als Trainer des damaligen Drittligisten IFK Eskilstuna nach einem Pokalspiel in Schweden gab. Er verstieg sich nach einigen kritischen Anmerkungen des gegnerischen Trainers zu einer derart ausfallenden Verbalinjurie, dass er vom schwedischen Verband für sage und schreibe 12 (!) Spiele aus dem Innenraum verbannt wurde - bis heute die mit Abstand höchste derartige Sperre, die in Schweden jemals verhängt wurde. Auch von verschiedenen Ex-Kollegen hört man (hinter vorgehaltener Hand) immer wieder einmal kritische Töne über einen der profiliertesten Fussballtrainer, den das kleine Luxemburg je hervorgebracht hat. Kompetent sei er, natürlich - aber auch ein zum Haareraufen starrköpfiger, in Diskussionen oft genug beleidigender, arroganter Mensch, ein 'von sich selbst besoffener Wirrkopf' - kurz: eine 'ziemliche Nervensäge'. Seit 35 Jahren dirigiert, leidet, motiviert, gestikuliert und wütet Lavayeux nun schon als Trainer an der Seitenlinie von Fussballplätzen und auf den Trainingsplätzen der Fussballwelt - und es scheint, als ob ihm seine streitbare, aneckende Art heuer zum ersten Mal wirklich ausbremsen könnte. Die Gerüchte mehren sich, dass die Führungsetage des Sheffield Wednesday F.C., der ständigen Reibereien innerhalb des Trainerstabs müde, Lavayeux bis auf Weiteres beurlaubt habe - und das, so ein Insider, mit Billigung und sogar auf ausdrücklichen Wunsch seines Stiefsohns und Co-Cheftrainers Lucas Goossens, der nunmehr den alleinigen Cheftrainer gebe. Es sei nicht auszuschließen, dass der Vertrag des Luxemburgers in den nächsten Wochen aufgelöst werde. Auslöser und mithin der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, sei ein Streit zwischen Lavayeux und dem Torwarttrainer der Owls, dem Italiener Mario Orlandoni, gewesen. Dieser ist übrigens pikanterweise ein entfernter Verwandter des Vereinseigners Gianni Verhaegen... Ob das so der Wahrheit entspricht? Das kann aktuell keiner so genau sagen. Fest steht allerdings, dass Lavayeux seit einer knappen Woche nicht mehr auf dem Vereinsgelände gesehen wurde. (Orlandoni interessanterweise ebensowenig.) --- Ende Zitat --- Seufzend lasse ich das Tablet sinken. Nicht nur, dass es ziemlich niederschmetternd ist, derart vernichtende Kritik an mir als Mensch zu lesen - nein, die Spekulationen am Ende des kurzen Artikels sind auch noch wahr. Naja, teilweise zumindest. Denn eine Vertragsauflösung ist zumindest im Moment keinerlei Option. Wahr dagegen ist der Teil über meine Beurlaubung. So peinlich das ist, aber nachdem der wacklige Waffenstillstand zwischen Mario und mir in den letzten Monaten immer und immer wieder durch kurze Phasen des gegenseitigen Anblaffens unterbrochen wurde, hatte Verhaegen Anfang März, also vor acht Wochen, die Faxen endgültig dicke und hat uns wie angedroht zur Paartherapie geschickt. Und während Mario und ich versucht haben, uns so schnell wie möglich wieder aus Sophia J. Garners Fängen zu befreien, haben die restlichen Staffmember festgestellt, dass sich viel entspannter arbeiten läßt, wenn Mario und ich nicht da sind, haben Gianni ein bißchen bearbeitet ... und jetzt sind der Chef-Trainer und der Chef-Torwarttrainer für mindestens zwei weitere Monate beurlaubt, um sich "ganz auf die Therapie konzentrieren zu können". Na herzlichen Dank auch! Und was es noch schlimmer macht - unsere Abwesenheit scheint so überhaupt gar keinen Unterschied zu machen! Was ich damit meine? Nun, ganz einfach - Lucas scheint tatsächlich völlig problemlos auch ohne meine Hilfe in der Lage zu sein, den Owls-Kahn auf Kurs zu halten. Als wir Anfang Februar, nach Schließung des Transfersfensters, auf die Tabelle schauen, hat die sich nicht signifikant verändert - was auch daran liegt, dass wir auch den Januar wieder mit dem Stempel "in diesem Monat in der Liga ungeschlagen geblieben" versehen können. Lucas hat auf ein neues, altes System umgestellt, eine Art 4411 mit Doppelsechs ... und mit leichtem Linksdrall, um unsere "Geheimwaffe" Rory Rooney möglichst gut zur Geltung zu bringen. Und es funktioniert. Rooney schießt zwar kein Tor, bereitet von den zehn Toren, die wir in der Liga schießen, jedoch glatte fünf vor (oder holt zumindest die Ecke oder den Freistoß heraus). Und das, obwohl wir weiterhin als absolutes Kanonenfutter in der Liga eingestuft werden! Im Februar, in dem wir hauptsächlich Heimspiele haben und sich die Topteams die Klinke im Hillsborough in die Hand geben, wechselt Lucas gleich mehrfach die Taktik und beweist damit - ebenfalls mehrfach - den richtigen Riecher. Grimsby, Notts County, Gillingham, Norwich - auch in diesem Monat schafft es wieder mal niemand, uns zu schlagen! Der Frühling hält Einzug - und in der League One trennt sich so ganz langsam endgültig die Spreu vom Weizen. Lucas schickt die Jungs - soweit wir das von Ferne beurteilen können - neuerdings im 4231 auf den Platz, mit Campbell als zurückgezogenem Stürmer, auf den die nominelle Sturmspitze Sheppard idealerweise ablegen soll. Und während die Konkurrenz hier und da patzt, legen wir einen nahezu perfekten Ligamonat hin! Und als wir in unserem wohl verrücktesten Ligaspiel der Saison dann auch noch Blackpool mit 5:3 (!) schlagen, steht vier Spiele vor dem Saisonende eine erneute Riesensensation fest: Sheffield Wednesday ist zurück in der Championship! Nach mehreren Dekaden des schleichenden Abstiegs haben es ein paar Enthusiasten, angeführt von Gianni Verhaegen und Scott Day, geschafft, den traditionsreichen Verein dorthin zurückzubringen, wo in den zwanziger Jahren eben jener schleichende Abstieg begann. Die letzten Saisonspiele sind nur noch eine erweiterte Ehrenrunde, die von der Mannschaft mit dermaßen viel Spaß in den Backen angegangen wird, dass wir noch einen weiteren ungeschlagenen Monat feiern können. (click to show/hide) Falls sich jemand gefragt hat, welchem Mannschaftsteil wir diesen unglaublichen Erfolg verdienen, reicht als Antwort ein Blick auf die Elf des Jahres: Und ich bin sicher, dass auch Clifford hinten rechts dort aufgetaucht wäre, wenn er nicht etliche Saisonspiele durch mehrere Blessuren verpaßt hätte. Jungspund Bree vertritt ihn allerdings glänzend. Wie herausragend gut die Jungs waren, zeigt sich auch an einigen ausgewählten Statistiken: Die wenigsten Gegentore pro Spiel, die meisten Standardtore und auch die meisten Zu-Null-Spiele - wobei letzteres auch gleich zum übergroßen Wermutstropfen (eher ein Wermutsfaß!) überleitet. Denn trotz aller Bemühungen endet diese Saison mit einem Kaderumbruch gigantischen Ausmaßes. Obwohl Scott noch einige der auslaufenden Verträge durch zumutbare Gehaltserhöhungen verlängern konnte, verlassen uns zum Saisonende dennoch gleich sieben Spieler. Und nicht irgendwer, sondern absolute Stützen: Stammkeeper Aarran Maylen, der einen riesigen Anteil an den 24 "clean sheets" (wie sie hier in England heißen) hatte, ist mit 34 Jahren nicht gewillt, nochmal für ein Butterbrot zu spielen und wechselt ablösefrei in die Wüste, um mit einem Rentenvertrag fürs Leben nach der Karriere vorzusorgen. Sturmtank Chris Sheppard zieht es in die USA, wo er ebenfalls eine gepfefferte Gehaltserhöhung erhält. Sean Lawless dagegen wird erst einmal vereinslos, nachdem wir ihm seine Forderung von 450.000 Pfund Jahresgehalt nicht erfüllen können. Seine Freistöße und Temposprints in die Spitze werden uns ebenso fehlen wie ... der wohl niederschmetterndste Abgang: Kapitän, Flügelflitzer, Topvorbereiter, Motivator und Publikumsliebling Rory Rooney besteht bis zum Schluß darauf, entweder für 600.000 Pfund pro Jahr zu verlängern - oder eben gar nicht. Zum Unmut der Fans wählen wir Option Zwei und lassen ihn schweren Herzens ziehen. Dass ihn sein Backup Brandan Chism adäquat ersetzen kann, glauben wir selbst nicht - aber da es auch in der Championship nur unwesentlich mehr Einnahmen gibt als in der League One (u.a. seit einigen Jahren auch keine Platzierungsprämien mehr!), können wir es uns schlicht nicht erlauben, ihm ein Gehalt zu zahlen, das ansonsten für 5-6 Stammspieler reichen muß. Dass uns zu allem Überfluß auch noch das Stamm-Mittelfeld (Bayleigh Bunney und Nikos Makrydimitris) sowie mit Richie Farragher der Backup auf der rechten Außenbahn verläßt, rundet einen Aderlaß ab, der uns intern mit Sorge in die Zukunft blicken läßt. Na gut, Mario und ich sorgen uns aktuell aus der Ferne, aber ich hoffe ja, dass wir demnächst wieder dabei sind. Bei den durch die mittelenglische Journalistenvereinigung UPoME vergebenen Ehrungen zum Saisonend sind wir in Abwesenheit immerhin schonmal dabei, denn ... ... das Trainerteam der Owls wird als "Staff of the year" geehrt. War sonst noch was? Naja, die Cups, stimmt. Im EFL Cup lassen wir im Auftaktspiel die Zweite Garde ran - nicht weil wir den Pokal nicht ernst nähmen, sondern weil die Spiele zu diesem Zeitpunkt so dermaßen dicht aufeinanderfolgen, dass die Stammspieler andernfalls nicht mal mehr genug Zahnfleisch zum Draufrumkriechen hätten. Zweitligist Bradford hat zwar in seinem eigenen Stadion ordentlich Mühe mit uns, aber am Ende schlagen sie unsere wacker kämpfenden Ersatzleute mit 1:0. Nicht schlimm! Im FA Cup werden wir Runde um Runde auswärts zugelost. Und während wir bei Scunthorpe United und in Altrincham noch gewinnen können, ist Premier-League-Schwergewicht Manchester City einfach zwei Klassen zu stark für uns. Zum Trost für die Klatsche nehmen wir immerhin fast 700.000 Pfund mit nach Hause. So, das wars nun aber wirklich, mehr gibt es nicht zu berichten. ... .... ..... ...... ....... naja, außer vielleicht ........ (click to show/hide) ... außer den erstmaligen Gewinn der EFL Trophy! Inklusive Halbfinalauswärtssieg bei Erzrivale Derby County! |
| Karagounis:
(click to show/hide)ÜBBERAGEND! Herzlichen Glückwünsch. Das ist ganz grosses Kino |
| Sonzee87:
(click to show/hide)Ich ziehe meinen Hut und gratuliere zu dieser Leistung. Überragend gelaufen. Tolle Nummer. :) |
| Elemotion:
Sehr schön. Jetzt in ein paar Jahren noch die Premiere League erreichen und dann hat es Gerard geschafft |
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