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Saddam gefasst!?!??!?!?!
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Henningway:
@Midi:

Interessante Ansicht von Finkielkraut. Jedoch sehe ich das wenige zusammenhängend als er. Demokratie ist, seine Meinung sagen und vertreten zu dürfen, auch gegen Widerstände. Damit ist diese Staatsform nahezu die einzige, die eine freie Meinung erlaubt, gar fordert. Progressivität ist meines Erachtens ein logischer Schritt aus der freien Meinung. Was Medikamentenhilfslieferungen an Afrika damit zu tun haben, erschliesst sich mir nicht ganz.
Das, was Finkielkraut daraus schlussgfolgert, halte ich viel eher für ein Problem des niedergehen Respekts anderen gegenüber. Demokratie ist nämlich nicht nur das Vertreten der eigenen Meinung; Demokratie ist auch, sich in gewissem Maße einer Mehrheit zu beugen. Genau das jedoch findet faktisch kaum mehr statt.

Ich gebe Midi Recht, was die Rolle des Landes USA in der Weltgeschichte angeht.
Nordamerika war quasi ein großes Überdruckventil in geschichtlichem Rahmen, denn es erlaubte die Aufnahme aller Andersdenkenden und Verfolgten aus Europa, ein riesiges Refugium. Somit gab es auf der Erde einen Ort der freien Entfaltung, und das hat unbestritten dem sozialen Fortschritt grossen Schub verliehen. Daß deswegen nicht alles gut ist, was von dort her kommt, ist unbestritten, ebenso wie die Rolle der USA im Wiederaufbau Deutschlands. Hier jedoch eine kleine Anmerkung: nach Meinung der meisten amerikanischen Politiker sollte Deutschland zu nichts anderem als einem gigantischen Weizenlager der USA aufgebaut werden, bis sich Marshall schliesslich durchsetzte und diese Vorhaben in eine andere Richtung lenkte. Geschichte, auch das ist unbestritten, wird nachwievor von Siegern geschrieben. Wir Deutsche haben den USA jedoch einiges zu verdanken.
midi70:
@Henningway:
Das ich hier Finkielkraut anführe, ist nicht damit gleichzusetzen, das ich ihn in allem folge. Ich fand nur, wie du übrigens auch, das da einige interessante Überlegungen waren. Wenn man darüber nachdenkt, kann man in der Tat auf einen Niedergang des Respekts schliessen. Die (in meinen Augen wichtige) Liberalisierung der Gesellschaft hat als Nebeneffekt den Niedergang von Normen und Werten mit sich gebracht. Meines Erachtens auch durch eine Erziehungspolitik der 70er Jahre in der alles Alte und teils auch Bewährte als falsch und reaktionär abgetan und - daraus schlussfolgernd - abgelehnt wurde.
illuminaut:

--- Zitat ---


wollen wir hoffen das die dokumente die bei ihm gefunden wurden, nicht auch einiges über beste amerikanische, russische, deutsche und französiche ko-operation ans tageslicht bringen werden.

ich denke nicht, ansonsten würde die verhaftung saddams (ist es eigentlich erlaubt jdm in einem land zu verhaften, in welches man völkerrechtswidrig eingebrochen ist...naja...schwamm drüber) keinerlei vorteile bringen, im gegenteil. daher denke ich, das eine ordentliche gerichtsverhandlung wohl utopisch sein wird. wenn der "arme kerl" saddam h. auspacken würde, dürften wohl einige leute nicht gut aus der weissgewaschenen wäsche schauen.
und das wollen WIR ja nicht.



--- Ende Zitat ---

Ich denke mal es ist weitreichend bekannt dass da einige Regierungen schmutzige Wäsche mit dem Irak gewaschen haben, allzu grosse Geheimnisse die ein ganzes Land zum Wackeln bringen könnte kann es da eigentlich nicht geben. Sicherlich wird es einige Einzelpersonen geben die jetzt ganz schön schwitzen aber ich denke mal die USA oder andere Länder als ganzes haben nicht so viel zu befürchten.

Die Wähler sind nicht allzu irritiert wenn sie erfahren dass der Feind von Heute mal Verbündeter war oder Nationen gegeneinander aufgewiegelt wurden - letztendlich ging es ja immer um das eigene Nationalinteresse und damit kann man das Volk schon beruhigen. Amerikaner (wie auch Europäer) sind einen gewissen Lebensstandard gewohnt, und man ist bereit diesen mit allen Mitteln (auch unlauteren oder unmoralischen) zu verteidigen, speziell in einer Zeit nach 9-11 wo dieser Way of Life ganz bewusst attackiert wurde. Dafür muss man auch mal ein bisschen Verständnis aufbringen.
Henningway:
@midi: stimme Dir voll und ganz zu.
Somit obliegt es uns als Generation junger Eltern oder solcher, die es werden wollen ;) Respekt und einiger der alten Normen wieder zu beleben. Ich denke vor allem an Höflichkeit und Manieren, aber da wird sicher jeder seine eigene Ansicht mit sich tragen.

@Dale: auch Dir stimme ich zu.
Daß man heute gegen den Freund von gestern agieren muss und umgekehrt hat es immer gegebn und wird es immer geben. Im Grunde genommen funktioniert das ganze wie das allseits beliebte Risiko-Spiel.
pudel:

--- Zitat ---@Henningway:
Das ich hier Finkielkraut anführe, ist nicht damit gleichzusetzen, das ich ihn in allem folge. Ich fand nur, wie du übrigens auch, das da einige interessante Überlegungen waren. Wenn man darüber nachdenkt, kann man in der Tat auf einen Niedergang des Respekts schliessen. Die (in meinen Augen wichtige) Liberalisierung der Gesellschaft hat als Nebeneffekt den Niedergang von Normen und Werten mit sich gebracht. Meines Erachtens auch durch eine Erziehungspolitik der 70er Jahre in der alles Alte und teils auch Bewährte als falsch und reaktionär abgetan und - daraus schlussfolgernd - abgelehnt wurde.
--- Ende Zitat ---


dazu ein beispiel aus dem daily reckoning, 7.1.04:

King Report:

"Baghdad's October murder rate is 6 murders per 100,000
people. In the U.S., the murders/100,000 rate are 17 in Los
Angeles, 19 in Philadelphia, 22 in Chicago and 46 in D.C."



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