Ein ganzes Modul nur über Konjunktur? Dann hätte ich damals vielleicht auch mehr verstanden. Bei mir gab's jeweils ein Semester Mikro- und Makroökonomie. Da war dann wirklich alles mit drin und für die Klausur hatte man theoretisch 600 Seiten zu beachten. Hat weder Spaß gemacht noch habe ich wirklich etwas gelernt.
Das zeigt wieder einmal die überzogenen Erwartungen der Dozenten/Professoren, die denken ihr Kurs wäre der Einzige den man in dem Semester besucht. Hatte im dritten Semester "Gesellschaft und Behinderung" und die Anforderungen für die Klausur waren völlig unmachbar. 300 Folien der Powerpoint mussten gelernt werden, dazu zwei Bücher des Professors selbst durchgearbeitet werden, zahlreiche Ausschnitte aus Büchern und noch irgendwie drei andere Bücher (wobei an zwei von denen seine Frau mitgearbeitet hat).
Da jedoch der Prof seit Jahren die gleiche Klausur mit den gleichen 20 Fragen schreibt (bei denen sich vielleicht mal drei unterscheiden) war das Ganze dann doch gut machbar, da natürlich ein Blankoexemplar den Weg zu den Studierenden gefunden hat und immer weitergereicht wird.
Zuallererst ist die Konzeption fragwürdig, für VWL war lediglich ein Grundverständnis nötig, daher war es klar, dass man nur wenig Zeit dafür aufwenden konnte. In Zeiten des Bachelors sind die Semesterwochenstunden sehr kostbar. Nur was bringt es, in wenig Zeit die "ganze Welt" der VWL abzureissen? Mir jedenfalls wenig bis nichts.
Dann kam noch der schlechte Prof hinzu. Jedes Thema wurde von zwei Stundenten vorgetragen, im Anschluss versuchte der Prof dann zu vertiefen bzw. Unklarheiten zu beseiten, das gelang nur mäßig. Das waren wirklich die schlimmsten Vorlesungen, die ich überhaupt hatte. Dagegen war Statistik schon fast ein Genuß.

Das Ende vom Lied war, dass ich ordentlich gezockt habe. Die Präsentation zählte 50%, aber beide Teilleistungen mussten mit mindestens 4,0 bestanden werden. Für die Präsentation bekam ich jeweils eine 2,0. Für die schriftliche Prüfung gab es ca. 15 Themen von denen 3 in der Prüfung zur Auswahl standen, 2 davon konnte man sich dann aussuchen. Selbstverständlich habe ich nur ~5 Themen vorbereitet und das qualitativ unterschiedlich. In der ersten Prüfung reichte das für eine 3,0 und für die zweite 4,0, obwohl dort nur ein Thema wirklich beantworten konnte (Phillipskurve), das aber dafür nahezu perfekt. Wenn man 5 Prüfungen in 2,5 Wochen abzulegen hat, muss man halt Kompromisse machen. Zumindest wenn man ein Faulökonom ist.