Ich würde nicht unbedingt pauschal einen lebenslangen Führerscheinentzug fordern. Denn es gibt leichte und schwere Fälle. Fährt man mit 80 auf der Überholspur in die falsche Richtung, ist das ein extremer Akt. Aber es ist was anderes, auf dem Standstreifen zu rollen. Soll das Thema nicht abschwächen. Aber wenn Selbstmordversuche mit nur 12 Monaten Führerscheinentzug und 500 Euro bestraft werden, ist ein Fahrer, der "nur" rückwärts fährt, eigentlich ungerecht bestraft, wenn es dann heißt, den Lappen lebenslang herzugeben.
Wenn es mir in diesem Moment möglich gewesen wäre, hätte ich den Autofahrer angehalten. Hätte ich die Polizei gerufen? Vielleicht... Aber viel mehr hätte mich interessiert, was er (oder sie) dann gesagt hätte. Ich bin ein Mensch, der bereit ist, eine zweite Chance zu geben. Weil eine Richterin auch mir vor zwei Jahren eine zweite Chance gegeben hat. Es hat mich zum Positiven verändert. War meine Strafe zu mild? Ja, als "Täter" denke ich selbst, dass es mehr hätte sein müssen! Trotzdem war die Entscheidung im Ganzen nur positiv. Für mich und auch für jeden Anderen. Selbst die direkt Betroffenen haben das genauso gesehen.