Bewährung gibt es nur bis maximal 2 Jahre Gefängnis. Eine Strafe darüber darf nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.
Wenn Breno zum Zeitpunkt der Tat intoxikiert war, wirkt sich das nicht zwingend strafmildern aus. Anders ist es bei einer psychischen Krankheit. Inwiefern Breno psychisch krank ist, kann ich natürlich nicht einschätzen, aber sein eigenes Haus abzubrennen ist jetzt nicht die Reaktion, die von gesunden Menschen gemeinhin erwartet wird.
Was mich nur stört ist die Bemessung der Strafe. Breno hat einen großen Sachschaden angerichtet, aber keinerzeit Menschen außer sich selbst in Gefahr gebracht, insofern ich das richtig überblicke. Den Sachschaden auszugleichen dürfte für ihn nicht so schwer werden. Es geht bei der Strafmaßzumessung aber auch immer um eine Perspektive. Breno ist noch nicht straffällig geworden, hat niemanden unmittelbar in Gefahr gebracht und seine psychische Not wurde verstärkt durch den Umstand, dass er auf Grund einer Verletzung nicht Fußball spielen konnte. Ich frage mich, warum es nicht auch eine 2-jährige Bewährungsstrafe getan hätte? Bewährung ist ja keinesfalls Straffreiheit, wie das gerne von Medien dargestellt wird. Im Gegenteil, der Druck, der durch eine Bewährung auf einen Menschen ausgeübt wird, ist oftmals sehr viel wirkungsvoller als eine Gefängnisstrafe, die oft dazu führt, dass sich Menschen aufgeben und endgültig für ein Leben in der Illegalität entscheiden/entwickeln, weil ihre Entwicklungsperspektive düster aussieht.
Breno nun einzusperren ist doch sinnlos. Dem Jungen sollte die Chance gegeben werden, seine Karriere fortzusetzen, um für seine Familie zu sorgen und den Schaden zu begleichen. Es wäre anders gewesen, wenn er jmd mit einem Messer attackiert hätte oder handgreiflich geworden wäre, aber er hat einen Sachschaden verursacht. Da fehlt mir die Verhältnismäßigkeit und vor allem die Einzellfallbetrachtung. Ich schätze Breno nicht als Gefahr für die Allgemeinheit ein, höchsten für eine Gefahr für sich selbst. Dementsprechend hätte er unter Auflage psychiatrisch betreut werden können und seine Strafe unter Bewährungsauflagen verbüßen können.