Nochmal zum Thema "Sammer - der wichtigste Bayern-Transfer". Die Zeit widerspricht dieser These ziemlich vehement.
http://www.zeit.de/sport/2013-05/matthias-sammer-bayern-hoeness/seite-1
Komischer Artikel. Im Schlusswort suggeriert er ja, dass Sammer geholt wurde, damit Hoeneß die Alleinherrschaft über den Verein zurückbekommt. Das ist doch Quatsch, Nerlinger dürfte einfacher zu instrumentalisieren gewesen sein, als Sammer. Die Bedeutung von Sammer für die Bayern kann schwer abgeschätzt werden, das gilt für die "positive", wie auch für die "negative" Richtung. Da der Artikel aber erstaunlich einseitig und auch in der Quellenangabe vielsagend dünn ist, würde ich dieser Darstellung spontan sehr skeptisch gegenübertreten. Dass Sammer lediglich als Strohmann verpflichtet wurde, mag ich nicht so recht glauben. Andererseits waren Nerlingers Tage auch spätestens nach der Entlassung van Gaals durch Hoeneß gezählt. Nerlinger hatte dem Holländer ja bis zuletzt vertraut. Wie auch immer, ich habe beispielsweise die Sache mit Badstuber damals ganz anders in Erinnerung, da erschien Sammer gar nicht so hilf- und machtlos, wie im Artikel dargestellt.
Dazu dann noch ein paar problematische Sätze.
"Unwahrscheinlich allerdings, dass sich Guardiola von Sammer etwas sagen lassen wird. Die beiden gelten als Gegensätze." Das ist eine rein plakative Aussage. Genauso könnte ich behaupten, dass Guardiola depressiv werden wird, da das Wetter in München nicht so gut werden wird, wie in Barcelona. Was soll der Quark? Sammer ist immerhin Mitglied des Aufsichtsrates geworden, eine Funktion, die Nerlinger immer verwehrt wurde. Niemand holt einen Strohmann in den Aufsichtsrat. Da Sammer im Aufsichtsrat ist, hat er schon nicht gerade wenig zu melden (im Gegensatz zu Nerlinger). Guardiola muss sich also schon etwas von Sammer sagen lassen. Zumal Sammer ja das Verbindungsglied zwischen Vorstand und Mannschaft sein soll, insofern hat er teilweise auch Vorstandsentscheidungen dem Trainer mitzuteilen, woran dieser sich halten muss. Guardiola hat sich auch von Begiristain etwas sagen lassen und mit Zubizarreta harmonisch zusammengearbeitet.