MeisterTrainerForum

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  
Seiten: 1 ... 65 66 [67] 68 69 ... 672   Nach unten

Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2071398 mal)

Herr_Rossi

  • Co-Admin
  • Lebende Legende
  • ******
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1320 am: 27.Juli 2011, 15:46:44 »

Naja... WoW wird in jedem Alter und in jeder Gesellschaftsschicht gespielt.

In Deutschland spielen geschätzt 400 Tausend Leute WoW, davon ist der Grossteil unter 30 Jahre. Da bleibt nicht viel potenzielle Leserschaft übrig.
Gespeichert

Friedel Funkhelm

  • Vertragsamateur
  • ***
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1321 am: 27.Juli 2011, 16:06:57 »

Denen geht's doch eher um Auflage (welcher Zeitung denn nicht?). Die wissen ganz genau, dass das Thema "Killerspiele" emotional enorm aufgeladen ist, und klinken sich halt mit ein. Das geistert doch schon tagelang durch die Medien. Und nur mal nebenbei bemerkt, geht's in dem Artikel ja hauptsächlich um Call of Duty 2 und nur am Rande um WoW.

Was ich hier viel bemerkenswerter finde:

Zitat von: sueddeutsche.de
"Ich vermag jetzt nicht zu sagen", so notiert er abschließend, "in welcher mentalen Verfassung ich während der Operation sein werde. Ich werde im Ephedrin-Rausch sein, der meine Aggressivität erhöht. Ich werde dabei meinen iPod auf volle Lautstärke stellen und vermutlich 'Lux Aeterna' von Clint Mansell in einer Endlosschleife hören."

Man stelle sich vor, wie der Blätterwald gerauscht hätte, wenn er vorgehabt hätte Rammstein* oder Marilyn Mansion* zu hören   ::)

*Namen beliebig ersetzbar durch jedwede andere kontroverse Rockband härterer Gangart
Gespeichert
"Ein Lothar Matthäus hat es nicht nötig von sich in der dritten Person zu sprechen." (L. Matthäus)

White

  • Lebende Legende
  • ******
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1322 am: 27.Juli 2011, 16:09:56 »



Zitat von: sueddeutsche.de
"Ich vermag jetzt nicht zu sagen", so notiert er abschließend, "in welcher mentalen Verfassung ich während der Operation sein werde. Ich werde im Ephedrin-Rausch sein, der meine Aggressivität erhöht. Ich werde dabei meinen iPod auf volle Lautstärke stellen und vermutlich 'Lux Aeterna' von Clint Mansell in einer Endlosschleife hören."

Man stelle sich vor, wie der Blätterwald gerauscht hätte, wenn er vorgehabt hätte Rammstein* oder Marilyn Mansion* zu hören   ::)

*Namen beliebig ersetzbar durch jedwede andere kontroverse Rockband härterer Gangart
Da gäbs so viele geeignetere Bands... Aber warum nicht Wagner? ;)
Gespeichert

Uwe

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1323 am: 27.Juli 2011, 16:13:19 »

*Namen beliebig ersetzbar durch jedwede andere kontroverse Rockband härterer Gangart

Im grunde kann man doch jetzt eh alles verteufeln, was der Typ je gegessen, getrunken oder geraucht hat.

Wenn man einmal damit anfängt, dann bitte aber auch konsequent:

"... bei der Operation werde ich Shorts von Calvin Klein tragen, ich rasierte mich vorher mit Wilkinson&Sword-Klingen und werde mich anschließend mit Head&Shoulders-Produkten vom Blut befreien"
Gespeichert

El_Pocho

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1324 am: 27.Juli 2011, 20:07:35 »

Er wollte einen iPod im Ohr haben. "Der Ipod als Begleitinstrumentarium zum Massenmord"
Vielleicht hat er morgens ein Lachsbrötchen gefuttert? "Das Lachsbrötchen als Vorbereitung zum Massenmord"

Bloß nicht erwähnen, daß er die gleichen Meinungen wie Broder/Sarrazin o.ä vertritt, die auf jeder größeren deutschen Medienplattform ihre Fürze lassen dürfen und für ihre vermeintlichen Tabubrüche gefeiert werden. Sonst müsste man ja noch zugeben, daß diese emotionalisierte, herabsetzende und hasserfüllte Art, Diskussionen zu führen, ein sehr viel potenteres Futter für solche selbsternannten Kreuzritter ist, als ein Egoshooter.

Oder ein Lachsbrötchen.
Gespeichert

Uwe

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1325 am: 28.Juli 2011, 00:57:30 »

Sonst müsste man ja noch zugeben, daß diese emotionalisierte, herabsetzende und hasserfüllte Art, Diskussionen zu führen, ein sehr viel potenteres Futter für solche selbsternannten Kreuzritter ist, als ein Egoshooter.

Oder ein Lachsbrötchen.


Volle Zustimmung.

Was an der Debatte nach solchen Geschehnissen vor allem nervt, ist dass sie seit Jahren auf dem gleichen Level bleibt. Knallt im Jahr 2035 eine 70jährige Omi im Supermarkt 100 Menschen ab, und findet sich auf einer schon zigmal formatierten Festplatten-Partition des Rechners ihres Schwipp-Enkels eine Spur von "Doom", ist das Rätsel gelöst. Hat dessen Stiefcousin auf der Kiste noch dazu schonmal in einem rechten Forum gepostet, puuuh, dann kann man noch erleichteter aufatmen. Ein bischen Gruseln vor der Horror-Omi, Betroffenheit mit den Opfern und wieder zur Tagesordnung übergehen und das wars.

Spannender wäre, wenn mal thematisiert werden würde, wieviele Normalomenschen tagtäglich in ihrem Alltag Gewaltphantasien haben und wie sie damit umgehen: nämlich gar nicht. Es werden nicht nur ein paar Handvoll sein, bei denen sich da Abgründe auftun, die in ihren Phantasien schonmal Mitschüler gefoltert, den Chef erdolcht, Kollegen erhängt, Peiniger kastriert oder vergewaltigt haben. Nicht bei jedem werden aus Gedanken Taten, aber prinzipiell sollte man doch erstmal davon ausgehen, dass wir alle gleich sind und nicht als Dämon auf die Welt kommen. Dazu passt ein Zitat von Max Frisch:

"Wenn Menschen, die eine gleiche Erziehung genossen haben wie ich, die gleichen Worte sprechen wie ich und gleiche Bücher, gleiche Musik, gleiche Gemälde lieben wie ich wenn diese Menschen keineswegs gesichert sind vor der Möglichkeit, Unmenschen zu werden und Dinge zu tun, die wir den Menschen unserer Zeit ... vorher nicht hätten zutrauen können, woher nehme ich die Zuversicht, dass ich davor gesichert sei"

Solange aber dieser Dämonisierungsreflex einsetzt, kann es um diese Sicherheit gar nicht gut bestellt sein.

Der gesunde Umgang mit Emotionen, erst recht nicht mit negativen, wie Stress, Aggression, Hass, Wut, Angst, wird einem schon als Kind nicht beigebracht, umso ohnmächtiger stehen dann die Erwachsenen davor, wenn sich Abgründe auftun.

Sowas müsste als Schulfach eingeführt werden: Emotionskunde, und damit meine ich jetzt nicht irgendeinen weichspül-Kuschelunterricht. Meinen Respekt dafür, wie die Menschen in Norwegen reagieren. Dagegen das volle Kontrastprogramm hierzulande.
Gespeichert

mancity

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1326 am: 28.Juli 2011, 07:14:46 »

Ein sehr toller Beitrag!

Auf jeden Fall müsste das schon in der Schule thematisiert werden. Wir leben heute in einer dermaßen komplexen, emotional stressigen Welt (da reicht z. B. schon ein Großraumbüro), dass man mentale Schulung eigentlich als Grundlagenfach lehren müsste. Lehren, wie man Vertrauen zueinander schafft oder wie man mit schwierigen Phasen und Eindrücken umgeht. Im Moment sind wir doch noch auf einer Stufe, wo man seine Probleme verdrängt, verschweigt, mit Alkohol wegspült oder sich vor dem TV zu Tode amüsiert.

Und wenn es so ein Fach gäbe, würden auch nicht so blöde Kommentare von einer Almsick kommen, bloß weil eine Schwimmerin einen Wettkampf aufgibt. Denn falls Frau Steffen ein mentales Problem haben sollte, wird das durch solche unqualifizierten Aussagen nur noch größer.

http://www.faz.net/artikel/C31105/britta-steffens-rueckzug-eine-formkrise-die-ratlos-macht-mindestens-30474774.html
« Letzte Änderung: 28.Juli 2011, 11:33:39 von mancity »
Gespeichert

mancity

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1327 am: 28.Juli 2011, 12:13:23 »

Wie krank ist das denn? Ein Lokführer verklagt die Eltern eines Selbstmörders auf Schmerzensgeld. Da muss er ja enorm unter Schuldgefühlen leiden, wenn er gleich Geld von den Leuten will, die ihr Kind verloren haben.

http://www.bild.de/news/inland/freitod/lokfuehrer-will-schmerzensgeld-19090014.bild.html
Gespeichert

Emanuel

  • Nationalspieler
  • *****
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1328 am: 28.Juli 2011, 12:49:33 »

Wie krank ist das denn? Ein Lokführer verklagt die Eltern eines Selbstmörders auf Schmerzensgeld. Da muss er ja enorm unter Schuldgefühlen leiden, wenn er gleich Geld von den Leuten will, die ihr Kind verloren haben.

http://www.bild.de/news/inland/freitod/lokfuehrer-will-schmerzensgeld-19090014.bild.html
Grundsätzlich halte ich ein Schmerzensgeld in so einer Situation für legitim. Mir kommen 15.000 Euro sehr viel vor, aber ich will jetzt nicht über die Höhe streiten.  Desweiteren will ich noch betonen, dass ich meinen Schadensanspruch (vermutlich) nicht geltend machen würde. Allein schon aus Mitgefühl für die Eltern, aber das ändert ja nichts an dem Anspruch auf ein Schmerzensgeld.
Ich frage mich allerdings, inwiefern die Eltern hier haftbar gemacht werden können. Ich dachte, dass die Haftbarkeit der Eltern mit 18 endet?
Gespeichert

mancity

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1329 am: 28.Juli 2011, 13:08:07 »

Meinetwegen soll das seine Krankenkasse zahlen. Ist mir schon klar, dass das traumatisch sein kann für Lokführer bzw. oft ist. Doch die Eltern zu verklagen? Ist der bescheuert? Die haben den Sohn ja wohl nicht auf die Schiene gebunden.  :o
Gespeichert

Friedel Funkhelm

  • Vertragsamateur
  • ***
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1330 am: 28.Juli 2011, 13:09:09 »

Sonst müsste man ja noch zugeben, daß diese emotionalisierte, herabsetzende und hasserfüllte Art, Diskussionen zu führen, ein sehr viel potenteres Futter für solche selbsternannten Kreuzritter ist, als ein Egoshooter.

Oder ein Lachsbrötchen.


Volle Zustimmung.

Was an der Debatte nach solchen Geschehnissen [...]

Ein sehr toller Beitrag!

Auf jeden Fall müsste das schon in der Schule thematisiert werden. Wir leben heute in einer dermaßen komplexen, emotional stressigen Welt [...]

Na Suuuuuper! Logisch, die Schulen müssen ran! Die Rolle der Eltern bei der Erziehung der Kinder allgemein, und speziell deren emotionaler Erziehung, wird ja ohnehin völlig überbewertet  ::) .

Ja, es ist Richtig, das wir in einer reizüberfluteten Welt mit jeder Menge sozialen Zwängen leben. Man muss immer Höchstleistung bringen auf Arbeit. Permanent wird einem suggeriert, man müsse immer perfekt aussehen, immer gut riechen, ein tolles Auto haben, ein Haus am besten auch... Die Auswirkungen auf die Psyche der Menschen ist aber weniger die, dass alle anfangen Amok zu laufen, sondern dass Erkrankungen wie Depressionen (ab und an gekoppelt mit Suizid), Burnout, etc. zunehmen - sicherlich flüchten sich auch viele in Rauschmittel.

Und dann es gibt z.B. immer mal wieder Einzelfälle, in denen z.B. ein scheinbar stets treu sorgender Familienvater lieber Frau und Kinder umbringt und das Haus abfackelt, als jenen und seinem sozialen Umfeld einzugestehen, dass seine Existenz ruiniert ist und er als Ernährer "versagt" hat.

Aber wo liegen die Ursachen? Ist es tatsächlich Unfähigkeit mit emotionalem Stress umzugehen? Liegen die Gründe nicht vielmehr in einer übersteigerten Erwartungshaltung der Gesellschaft, die jeder auf sich selbst überträgt und dann nicht darauf klar kommt, dass er diese Erwartungen offenbar nicht erfüllen kann? Wäre es nicht viel sinnvoller, entsprechenden emotionalen Stress garnicht erst entstehen zu lassen, sprich soziale Zwänge zu mildern oder sogar ganz abzubauen, sprich die Gesellschaft an sich zu verändern? Warum soll immer nur an den Symptomen rumgedoktert werden, wenn es doch viel effizienter wäre, die Ursachen abzustellen? Aber ich sag mal so: Solange es sich um Einzelschicksale handelt...

Übrigens sind situations- oder personenbezogene Mord- oder Folterfantasien nichts schlimmes, solang sie Fantasien bleiben. Sie helfen uns dabei, emotionalen Stress abzubauen und psychisch gesund zu bleiben, damit wir eben nicht Amok laufen - und dass muss einem nicht mal beigebracht werden, das machen die grauen Zellen von sich aus  ;) .

Und das Frisch-Zitat bezieht sich nicht auf psychotische Massenmörder, bei denen die hygienemechanismen der Geistes eben nicht funktionieren. Oder auf emotional gestresste Pleite-Väter oder gehörnte Ehemänner, die im Affekt Weib und Kind lynchen. Es bezieht sich auf das Phänomen, dass sich in einem hochzivilisierten Volk, als das die Deutschen ja gemeinhin gelten, Menschen fanden, die in der NS-Zeit barbarischste Dinge getan haben - und dabei obendrein geistig völlig gesund waren... Einmal mehr ein Argument für die Beispiellosigkeit der NS-Vebrechen in der Weltgeschichte.

Wie krank ist das denn? Ein Lokführer verklagt die Eltern eines Selbstmörders auf Schmerzensgeld. Da muss er ja enorm unter Schuldgefühlen leiden, wenn er gleich Geld von den Leuten will, die ihr Kind verloren haben.

http://www.bild.de/news/inland/freitod/lokfuehrer-will-schmerzensgeld-19090014.bild.html

Schuldgefühle?! Junge, was scheibts du denn manchmal für einen Müll!?*  >:( Sagt dir der Begriff "traumatisierendes Erlebnis" etwas? Was meinst du, wie der sich gefühlt hat, als ihm klar wurde, dass er kein Wildschwein sondern einen jungen Menschen überfahren hat? Wird kein schöner Anblick gewesen sein, schätze ich mal.
Es gibt so viele Möglichkeiten sich das Leben zu nehmen, Warum wählt man ausgerechnet eine Methode, bei der man noch jemand anderen, völlig unbeteiligten mit reinzieht!?

Dass der Lokführer aber jetzt die Eltern verklagt, darüber kann man sich wohl streiten, die können ja, so gesehen, auch nix dafür.

Edit: *OK, hast es im nachhinein nochmal relativiert. Das nächste mal vielleicht erstmal innehalten bevor du solche haltlosen Sachen schreibst.

Wie krank ist das denn? Ein Lokführer verklagt die Eltern eines Selbstmörders auf Schmerzensgeld. Da muss er ja enorm unter Schuldgefühlen leiden, wenn er gleich Geld von den Leuten will, die ihr Kind verloren haben.

http://www.bild.de/news/inland/freitod/lokfuehrer-will-schmerzensgeld-19090014.bild.html
[...] Ich dachte, dass die Haftbarkeit der Eltern mit 18 endet?

Kann aber sein, dass die Eltern als Erben dann die Adressaten für Regressansprüche an den Verstorbenen sind.
« Letzte Änderung: 28.Juli 2011, 13:36:45 von Friedel Funkhelm »
Gespeichert
"Ein Lothar Matthäus hat es nicht nötig von sich in der dritten Person zu sprechen." (L. Matthäus)

mancity

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1331 am: 28.Juli 2011, 13:41:39 »

@Friedel Funkhelm

Ich weiß nicht, warum Du Dich so aufregst. Vielleicht hast Du meinen Text deswegen auch falsch verstanden.

Nur ein paar Beispiele:

Dass gerade wenn man in der Schule ein seriöses Fach (und das wäre es wissenschaftlich) "Gefühls- und Glückskunde" (wozu es in Österreich schon Projekte an Schulen gibt) einführte, dann würde sich die Gesellschaft ja verändern. Alles auf die Eltern abzuschieben, die in immer größerer Zahl nicht mal mit sich selbst zurechtkommen, ist genauso Quatsch. Wir haben immer noch ein Bildungssystem wie 19. Jahrhundert. Und das Wissen, dass man im 21. Jahrundert braucht, besteht eben nicht nur in Informatik und Medienwissenschaften, sondern auch in Psychologie und den Künsten. Vielleicht auch in marxistischer Ökonomie. Könnte auch nicht schaden, sich mal über die Produktionsverhältnisse klarzuwerden.

Mordfantasien helfen uns emotionalen Stress abzubauen? Nenn mir einen Psychologen, der solchen Schwachsinn behauptet! *kopfschüttel*

Und wieso kann man das Frisch-Zitat heute nicht mehr anbringen?

Zu dem Lokführer: Ich bin nicht doof. Ich weiß, was Traumatisierung bedeutet. Gerdae deswegen würde ich auch nicht, so wie es der Lokführer tut, andere Traumatisierte verklagen.

PS: Wenn Du meine Argumente schon abwertest, was eh schon nicht koscher ist, dann beleg Deine Meinung wenigstens ordentlich, und schreib nicht noch größeren Unsinn. In diesem Sinne werde ich mich jetzt für ein paar Stunden zurückziehen, weil ich keine Lust habe mich hier mit Missverstehern herumzuschlagen.
Gespeichert

White

  • Lebende Legende
  • ******
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1332 am: 28.Juli 2011, 14:46:06 »

Ich muss ganz ehrlich sagen, was der Lokführer da macht ist shcon ziemlich scheiße. Aber ich bin der Meinung, dass ihm Schmerzensgeld definitiv zusteht. Wer das zahlen müsste ist auch eigentlich klar. Wenn der junge Mann keine anderen Erben hinterlässt sind es nunmal die Eltern. Ich weiß nicht, ob ich in einer solchen Sitation das gelcihe machen würde, aber wenn einem Schmerzensgeld zusteht will man das in der Regel schon haben...
Gespeichert

Uwe

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1333 am: 28.Juli 2011, 15:07:14 »


Aber wo liegen die Ursachen? Ist es tatsächlich Unfähigkeit mit emotionalem Stress umzugehen? Liegen die Gründe nicht vielmehr in einer übersteigerten Erwartungshaltung der Gesellschaft, die jeder auf sich selbst überträgt und dann nicht darauf klar kommt, dass er diese Erwartungen offenbar nicht erfüllen kann? Wäre es nicht viel sinnvoller, entsprechenden emotionalen Stress garnicht erst entstehen zu lassen, sprich soziale Zwänge zu mildern oder sogar ganz abzubauen, sprich die Gesellschaft an sich zu verändern? Warum soll immer nur an den Symptomen rumgedoktert werden, wenn es doch viel effizienter wäre, die Ursachen abzustellen?

Ja was sollte es denn sonst sein? Unfähigkeit, Nutellabrote zu schmieren, oder den rechten großen Zeh zu einem Kamel mutieren zu lassen? Warum überträgt man denn die übersteigerten Erwartungshaltung der Gesellschaft auf sich selbst und kommt dann ggf. nicht damit klar? Warum hat sich seit 2001 die Zahl der psychisch bedingten Krankenhausaufenthalte bis heute verachtfacht? Weil es so leicht fällt, mal eben Stress nicht so nah an sich ran zu lassen und falls doch, mal eben die Gesellschaft zu verändern?

Wohl eher, weil man es seit Kindesbeinen lernt, sich zusammenzureißen, Arschbacken zusammenzukneifen, um eben auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen, Es sind ja keine Einzelfälle mehr, die sich solange selbst übergehen, ablenken, ignorieren, verdrängen, bis sie von Burnout und Depression aus der Bahn geworfen werden.

Ich glaube übrigens auch nicht, dass sich die Gesellschaft verändern wird, nur, wenn sie es tun sollte (Wunschdenken) dass es dann bei der Erziehung der Individuen beginnen müsste und man damit am besten früh anfängt. Du kannst es für Dich ja gerne anders handhaben.

Gruß
MMM
Gespeichert

El_Pocho

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1334 am: 28.Juli 2011, 15:28:39 »

Zu der Schmerzensgeldklage - mir wirkt es da eher so, als würden da 2 verzweifelte und emotionale verstörte Parteien aufeinandertreffen und die Bild-Zeitung macht mal wieder einen Reisser draus.....

Gespeichert

Der Baske

  • Lebende Legende
  • ******
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1335 am: 28.Juli 2011, 15:33:27 »

ich traue der Bild sogar zu das Ganze irgendwie ins Rollen gebracht zu haben :police:
Gespeichert
Botschafter des Quan!
MTF U20 Weltmeister 2011 + MTF AfricaCup Sieger 2011
No Social Media & No Laubbläser
'A sports called football but it's mainly played by hands, sorry but i don't get it.

Friedel Funkhelm

  • Vertragsamateur
  • ***
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1336 am: 28.Juli 2011, 15:57:56 »

@mancity:
Schmollen brigt uns aber auch nicht weiter. Sorry, falls ich dich zu sehr angegriffen habe. Ich denke aber nicht, dass ich dich missverstanden habe. Du (und MMM) sagst: Emotionale Erziehung soll in der Schule stattfinden. Ich sage: das gehört zu den Aufgaben der Eltern. Eigentlich traurig genug, dass selbst grundlegende ethische Werte mittlerweile über die Schulen vermittelt werden (müssen.)

Für Schüler, die im regulären Schulsystem aufgrund ihrer unkontrollierten Aggressionen gegnüber Mitschülern und Lehrern gescheitert sind, gibt es ja sogar in Deutschlad bereits Spezialschulen, in denen sie u.a. Entspannungstechniken lernen und soziales Kompetenztraining erhalten. Paradoxerweise sind das meist Kinder, deren Eltern langzeitarbeitslos sind und eigentlich genug Zeit für die Erziehung ihrer Kinder haben sollten. Aber wie wir alle wissen, bringt Langzeitarbeitslosigkeit andere Probleme mit sich, die letzlich bei vielen dazu führen, dass die Kinder vernachlässigt werden.
Das andere Extrem sind die Eltern, die viel zu stark ins Arbeitsleben eingebunden sind (oft angetrieben von Jobverlustangst) und sich deshalb nicht adäquat um ihre Kinder kümmern können.
Meiner Ansicht nach wäre hier ein viel effektiverer Lösungsansatz zu suchen. Weniger Arbeit für den Einzelnen brächte gleichzeitig mehr Menschen wieder in ein Arbeitverhältnis bzw. reduzierte auch die Ängste bei Arbeitstätigen ihren Job zu verlieren. Für überlastete Eltern bedeutete das Entlastung zugunsten der Kinder. Erziehungsprobleme bedingt durch Arbeitslosigkeit nähmen ab. Ich denke, die Einführug des einen oder anderen neuen Schulfaches wäre vielleicht nicht das verkehrteste, könnte aber bei weitem nicht das leisten oder ersetzen was Eltern bei der emotionalen Erziehung versäumt haben. Niemand hat m.E. mehr Einfluss auf ein Kind als die eigenen Eltern. Kein Lehrer und kein Psychologe.

Mordfantasien: Ich kenne sogar zwei Psychologen persönlich, die solchen "Schwachsinn" behaupten. Sicherlich ist es wesentlich effektiver sich in irgendeiner Form körperlich abzureagieren (Sport z.B.), aber das ist ja wohl kaum immer und sofort möglich. Niemand, der ab und an seinem Chef oder Nachbarn gedanklich den Hals umdreht, muss sich darüber gedanken machen, ob er psychische Probleme hat.  ;)

Das Frisch-Zitat: ist aus dem Kontext gerissen. Es mag zwar vom reinen Wortlaut auch auf einzelne Ottonormalbürger passen, die plötzlich und unerwartet ihre (manchmal engsten) Mitmenschen dahinschlachten, beschreibt Ursprünglich aber etwas anderes, etwas, dass man eher in die Rubrik Gruppendynamik einordnen müsste. Das heißt natürlich nicht, dass es in dem Kontext, in dem es ursprünglich steht, heute nicht mehr passen würde (siehe z.B. Jugoslawien oder Ruanda in den 90ern).

Und ich hab deine Argumente nicht abgewertet sondern lediglich etwas polemsiert. Ich hoffe, mein Diskussionsstil in diesem Posting kommt deinen Erwartungen etwas näher.  :)


Aber wo liegen die Ursachen? Ist es tatsächlich Unfähigkeit mit emotionalem Stress umzugehen? Liegen die Gründe nicht vielmehr in einer übersteigerten Erwartungshaltung der Gesellschaft, die jeder auf sich selbst überträgt und dann nicht darauf klar kommt, dass er diese Erwartungen offenbar nicht erfüllen kann? Wäre es nicht viel sinnvoller, entsprechenden emotionalen Stress garnicht erst entstehen zu lassen, sprich soziale Zwänge zu mildern oder sogar ganz abzubauen, sprich die Gesellschaft an sich zu verändern? Warum soll immer nur an den Symptomen rumgedoktert werden, wenn es doch viel effizienter wäre, die Ursachen abzustellen?

Ja was sollte es denn sonst sein? Unfähigkeit, Nutellabrote zu schmieren, oder den rechten großen Zeh zu einem Kamel mutieren zu lassen? Warum überträgt man denn die übersteigerten Erwartungshaltung der Gesellschaft auf sich selbst und kommt dann ggf. nicht damit klar? Warum hat sich seit 2001 die Zahl der psychisch bedingten Krankenhausaufenthalte bis heute verachtfacht? Weil es so leicht fällt, mal eben Stress nicht so nah an sich ran zu lassen und falls doch, mal eben die Gesellschaft zu verändern?

Wohl eher, weil man es seit Kindesbeinen lernt, sich zusammenzureißen, Arschbacken zusammenzukneifen, um eben auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen, Es sind ja keine Einzelfälle mehr, die sich solange selbst übergehen, ablenken, ignorieren, verdrängen, bis sie von Burnout und Depression aus der Bahn geworfen werden.

Wie gesagt, die eigentlichen Ursachen sind nicht der emotionale Stress, sondern die Faktoren, die erst zu diesem Stress führen. Um die abzustellen muss die Gesellschaft sich verändern. Bevor eine Gesellschaft sich aber verändern kann, muss erstmal der Mehrheit in dieser Gesellschaft bewußt sein, dass es dafür überhaupt bedarf gibt. Das Problem ist aber dass es eben dieses Bewußtsein genau nicht gibt. In den deutschen Massenmedien wird nie nach den wirklichen Ursachen für solche Phänomene gefragt, denn dies bedeutete unsere Gesellschaft und unser System in Frage zu stellen, womit die Massenmedien, in ihrer heutigen Form, sich letztlich selbst in Frage stellen müssten. Folglich gibt es kein Bewußtsein für die wirklichen Probleme unserer Gesellschaft, oder es ist nicht sonderlich ausgeprägt. Was bleibt einem da anderes Übrig als von sich aus im kleinen ein solches Bewußtsein zu schaffen und wenn es nur bei den Usern einer Fußballmanagersimulation ist. Wenn du in dieser Gesellschaft glücklich sein kannst oder nicht zum wandelnden Pulverfass wirst, wenn dir nur einer in der Schule beibringt, wie du das am besten anstellst, dann bitte. Mir reichte das nicht.


Zitat von: Mbhiarh Mwkhunle Mhnunwnjakhu link=topic=11456.msg365311#msg365311

Ich glaube übrigens auch nicht, dass sich die Gesellschaft verändern wird, nur, wenn sie es tun sollte (Wunschdenken) dass es dann bei der Erziehung der Individuen beginnen müsste und man damit am besten früh anfängt. Du kannst es für Dich ja gerne anders handhaben.

Meinst du nicht, dass sich die Gesellschaft am ehesten dann zum positiven Verändert, wenn den Eltern bewußt ist was falsch läuft und ihre Kinder dann entsprechend erziehen? Nenne mir bitte ein Beispiel, wo gesellschaftliche Umwälzungen dadurch ausgelöst wurden, dass entsprechende Ideen in den Schulen gelehrt wurden...
Gespeichert
"Ein Lothar Matthäus hat es nicht nötig von sich in der dritten Person zu sprechen." (L. Matthäus)

Uwe

  • Gast
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1337 am: 28.Juli 2011, 17:13:01 »

Sorry, das ich bei meiner Aussage "sowas müsste an Schulen unterrichtet werden" nicht dazu gesagt habe "und im Elternhaus auch". Das hatte ich für selbstverständlich gehalten. Muss aber dazu sagen, dass wahrscheinlich auch die Eltern dazu erstmal in die Lage versetzt werden müssten, und damit meine ich nicht nur die von Dir herausgegriffenen arbeitslosen Assi-Eltern irgendwelcher vernachlässigten Rotzlöffel, sondern die ganz gewöhnlichen Heerscharen Berufstätiger, die ihre Kinder nach der derzeit vorherrschenden Erziehungs-Idee "Wegen Globalisierung und Pipapo fängt der KLarinettenunterricht schon mit 2 an" noch früher für einen noch härteren konkurrenzkampf fit machen wollen.

Gewisse Stress-Faktoren werden sich nicht ändern, eher verschärfen. Dieses Jahr z.b. wird mal wieder eine neue Höchstmarke an Studienanfängern aufgestellt, zwar auch befeuert durch die Abschaffung der Wehrpflicht und die Angleichung der Schuldauer auf 12 Jahre in 3 großen Bundesländern, aber wohl auch allgemein wegen zunehmender medialer Dauerbespottung gestiegener Angst, sich ohne höherwertigen Abschluss mal einreihen zu müssen in die Reihe von Gesellschaftsversagern aka Harz-IV-Empfängern. Letztendlich wird das nur einen weiteren Schwall von Psychowracks generieren.

Das Bewusstsein muss sich ändern, nur ist das Wort "Bewusstsein" bzw. wie es hier verstanden wird, an sich schon Teil des Problems, weil es eine zu verkopfte Vorstellung davon vermittelt, was eigentlich das Problem ist: dass der Mensch in seiner Gesamtheit, also nicht nur seinem Bewusstsein, sondern seinen Sinnen und Gefühlen nicht geeignet ist für so eine Massenmenschhaltung.

Ich glaube nicht, dass sich eine Gesellschaft verändert, nur weil der Gesetzgeber ein bischen an Steuerprozenten dreht oder hier und da durch Gesetze Erleichterungen schafft, so dass eine Mutti eine Stunde mehr Zeit, in der sie ihrem Kapitalistenkind dann ein weiteres Angeber-Spielzeug kaufen kann, damit dieses damit in der Schule protzen und auch widerum nur fehlende Anerkennung/Liebe kompensieren kann.

Wenn Millionen Schulkinder heute genauso selbstverständlich wie 1+1=2 lernen würden: zuviel Stress=fühlt sich nicht gut an = mach ich nicht und "ich bin auch ohne Bausparvertrag was wert" und "mein Mitschüler ist kein Konkurrent sondern fühlt jetzt gerade so und so", wäre künftigen Ausbeutern mal sowas von der Zahn gezogen, müsste man Menschen anderer Rasse/Kultur/Ideologie nicht mehr als Bedrohung empfinden und diese daher abknallen.

Meinst du nicht, dass sich die Gesellschaft am ehesten dann zum positiven Verändert, wenn den Eltern bewußt ist was falsch läuft und ihre Kinder dann entsprechend erziehen? Nenne mir bitte ein Beispiel, wo gesellschaftliche Umwälzungen dadurch ausgelöst wurden, dass entsprechende Ideen in den Schulen gelehrt wurden...

Das ist Haarspalterei, meinst Du nicht? Wenn eine Famile ihre Kinder anders erzieht, wird sich genausowenig gleich die Gesellschaft ändern, wie wenn eine Dorfschule "Was fühlen wir heute?" in ihr Unterrichtsprogramm aufnimmt. Ersteres nutzt nichts, wenn in der Schule, letzteres nutzt nichts, wenn zuhause das Kontrastprogramm gefahren wird. Es müsste irgendwie Hand in Hand gehen, damit sich eine ganze Gesellschaft dahingehend verändern würde, aber hab ja gesagt, dass es Wunschdenken ist & wer weiß, vielleicht würde so eine Generation erst recht ganz großen Bockmist veranstalten. Was weiß denn ich. Lass gut sein.
Gespeichert

Friedel Funkhelm

  • Vertragsamateur
  • ***
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1338 am: 28.Juli 2011, 17:37:35 »

Das mit dem Bockmist kann ich mir nicht vorstellen. Alles andere kann ich durchaus so stehen lassen.  :)
Gespeichert
"Ein Lothar Matthäus hat es nicht nötig von sich in der dritten Person zu sprechen." (L. Matthäus)

mancity

  • Profi
  • ****
  • Offline Offline
Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #1339 am: 28.Juli 2011, 19:32:40 »

@mancity:
Schmollen brigt uns aber auch nicht weiter. Sorry, falls ich dich zu sehr angegriffen habe. Ich denke aber nicht, dass ich dich missverstanden habe. Du (und MMM) sagst: Emotionale Erziehung soll in der Schule stattfinden. Ich sage: das gehört zu den Aufgaben der Eltern. Eigentlich traurig genug, dass selbst grundlegende ethische Werte mittlerweile über die Schulen vermittelt werden (müssen.)


Ich zitier jetzt nur diese Sätze, weil ich heute keine Energie hab, den Rest zu beantworten. Nicht weil ich ihn schlecht finde, sondern ich lieber im ausgeruhten Zustand darauf antworten möchte.

Ja, Schmollen bringt uns nicht weiter. Einfach einen Forumsbeitrag, den man bei zwei Gläsern Wein hingeschrieben hat, und nicht alle Für und Wider abgewogen hat, einfach abzukanzeln, finde ich aber auch etwas unpassend von Dir (damit beziehe ich mich auch auf Deine Kritik zu meiner Israel-Erfahrung). Und heute das Gleiche: "So ein Quatsch! Für Erziehung schließlich Eltern verantwortlich." Ohne meine restlichen Argumente zu betrachten. Natürlich sind die Eltern verantwortlich, doch sie sind, wie eigentlich immer schon, maßlos hinter der Zeit. Mein vater ist noch von seinem Vater windelweich geschlagen worden, während in den DDR-Schulen die Prügelstrafe meines Wissens verboten war. Ginge es nach Deiner Logik, könnte man sagen: Solange die Eltern prügeln, dürfen wir Lehrer das auch. Das ist doch absurd, nicht? Entspringt aber der Logik Deines Arguments.

Um noch mal auf die emotionale Erziehung zurückzukommen. Ich bin deswegen dafür, weil ich mich ein bisschen mit Positiver Psychologie beschäftigt habe. Das ist eine Wissenschaft, die sich erst seit ca. 15 Jahren etabliert. Und ich finde sie sehr wichtig. Da liegt die Orientierung nicht so sehr auf den Defekten der menschlichen Seele, sondern es geht darum, was relativ normale Menschen tun können, um mit dem Leben gut zurecht zu kommen. Wie man sozusagen vorbeugt, um gar nicht erst in eine tiefe Krise zu stürzen. Ich möchte Dir da zum Beispiel Tal Ben-Shahar als Lektüre empfehlen. Doch das sind halt Wissensgebiete, die eben oftmals nicht mal normale Erwachsene so gut kennen. Selbst in der Wissenschaft hat man sich da lange keine Gedanken drüber gemacht. Deshalb wäre es m. M. nach wichtig, sie an Schüler im Unterricht zu vermitteln.

Ich hab auch das Gefühl, dass es immer noch in der öffentlichen Wahrnehmung eine Unterscheidung zwischen soft und hard science gibt. Alles, was technisch ist, gilt als solide, und Fächer wie Psychologie gelten als Quatscherei und wird als nebensächlich abgetan. Deshalb lehrt man es auch nicht an Schulen. Ich bin da eher der umgekehrten meinung. Die harten Fächer sind meistens sehr rückschrittlich, weil sie immer den Menschen selbst in seiner Kompliziertheit ausklammern müssen, um auf einfache Antworten zu kommen. Die "weichen" Fächer dagegen stellen sich ihrem Gegenstand in seiner Komplexität, und liefern deswegen auch Antworten, die man nur dann verstehen kann, wenn man selbst zu komplexem Denken in der Lage ist. Doch dieses komplexe Denken wurde den meisten von uns schon als Kindern ausgetrieben. Mir übrigens auch. Ich brauchte exzellente Freunde und ein Unistudium, um es halbwegs wieder zu erlernen.
« Letzte Änderung: 28.Juli 2011, 19:50:01 von mancity »
Gespeichert
Seiten: 1 ... 65 66 [67] 68 69 ... 672   Nach oben