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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 956649 mal)

Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3220 am: Gestern um 20:52:42 »

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3221 am: Gestern um 21:01:05 »

...aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen...
Schnell aus der Hüfte, ohne groß nachzudenken: verbindliche internationale Abkommen (mit horrenden Strafen für "Sünder") mit für alle Industriestaaten gleichen CO2-Dealines, weltweit gleiche CO2-Steuern/Abgaben in den Industriestaaten, diese Mittel müssen dann zwingend für den weiteren Aufbau von EE-Anlagen und Stromtrassen verwendet werden. Deadlines mit Augenmaß, damit die Weltwirtschaft nicht abgewürgt wird, ob die Welt jetzt 2060 oder 2080 CO2-neutral wird ist völlig wurscht, weil der CO2-Ausstoß ja kontinuierlich sinken würde.
Wird aber sowieso nicht passieren, die EU und Deutschland werden weiter hypermoralisch agieren und sich wirtschaftlich ruinieren.
« Letzte Änderung: Gestern um 21:03:03 von Signor Rossi »
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3222 am: Gestern um 22:24:09 »

Ja, die  Geschichte mit der Wärmepumpe in der Parteizentrale der Grünen ist mir auch noch sehr präsent im Gedächtnis. Die Nachbarn von meinem Bruder haben auch früh umgerüstet und ärgern sich heute. Im aktuell kalten Winter mussten sie sich ein zusätzliches Heizgerät besorgen, weil sie die Bude bei Minusgraden nicht warm genug bekommen haben. Das kann aber auch schlechte Planung, Umsetzung oder Beratung gewesen sein. Dass Wärmepumpen generell funktionieren, dass steht für mich außer Frage. Dass sie überall geeignet sind passt jedoch nicht.

Warum man nicht zuerst öffentliche Gebäude und dann Arbeitsplätze in Angriff genommen hat, habe ich auch nie verstanden. Wäre doch praktisch die halbe Miete gewesen, weil wir uns alle zu 50 % der wachen Zeit ohnehin außer Haus befinden.

LG Veni_vidi_vici
Ja, es kommt eher auf das Haus an, bei Neubauten könnte man dann gezielt darauf achten die Wärmepumpe optimal einzubauen, mit allen Leitungen usw usf. die Pumpen an Sich entwickeln sich ja auch weiter und werden mit der Zeit robuster werden,ich denke nicht das eine heutige Wärmepumpe mit einem ähnlichen Anschaffungspreis wie eine Ölheizung dann auch so lange hält. Die Ölheizung hier ist auch schon recht alt, müsste ich umstellen wird es wahrscheinlich teuer. Ich habe auch noch einen Holzofen aber da bin ich auch nicht sicher wie lange man noch damit heizen darf, der bringt an sehr kalten Tagen schon einiges an zusätzlicher Wärme.

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?
Ich wäre dafür die meisten Regeln zu kippen und die Wirtschaft anzukurbeln, Deutschland erfüllt schon eine Menge was Klimaschutz angeht, es ist aber Global auch keinem geholfen wenn wir hier Wirtschaftlich abrüsten und z.B die komplette Industrie in andere Länder zieht und dann eben da produziert, dazu sollte man dafür sorgen, das die Menschen mehr Geld in der Tasche haben um regionale Produkte zu kaufen und nicht die billigen Sachen die dann durch das Mercosur abkommen hier ankommen.
Ich bin inzwischen überzeugt, das ein Deutschland mit weniger Klimaregeln,dass mehr auf Wirtschaft setzt so mehr zum Globalen Klimaschutz beitragen kann.
Man sollte auch Atommkraftwerke bauen um nicht von Import aus dem Ausland abhängig zu sein. Außerdem sollte viel mehr Geld und Aufmerksamkit in den Katastrophenschutz und Vorbeugung gehen, weil ich es allgemein nicht für realistisch halte irgendwelche gesteckten Ziele zu erreichen.

Man muss ja im Moment aus Klimaschutz Sicht darauf hoffen, das Trump die nächste Wahl nicht manipuliert und die USA sich wieder an den Klimatisch setzen aber auch sonst finde ich es naiv mit Erwartungen daran zu gehen die sich einfach nicht erfüllen werden, Kanada hat ja beispielsweise bei der letzten Wahl auch den CO2 Steuer mit abgewählt.
Wenn einem Politiker, die offensichtlich nie Geldprobleme haben werden,dazu noch in den Urlaub fliegen,dicke Autos fahren, einem etwas von Verzicht erzählen wollen aber nicht begründen und beziffern können was der Verzicht bringt, müssen die sich nicht wundern,dass die Mehrheit nicht mitzieht. Klimaschutz gegen wirtschaftliche Absicherung der Bürger in ein Rennen zu schicken wird nie funktionieren, da wird der Klimaschutz verlieren, darum muss man das anders denken und anders verkaufen und vernünftige,realistische Lösungen anbieten.
« Letzte Änderung: Gestern um 23:09:00 von Viking »
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veni_vidi_vici

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3223 am: Heute um 08:43:16 »

Bin auch der Meinung, dass es nur mit einer global koordinierten Abstimmung beim Umweltschutz etwas werden kann. Sehe hier aber auch schwarz. Lange Zeit hatten die Grünen für mich einen Punkt: "Wenn es bei uns funktioniert, dann werden es die Leute in aller Welt nachmachen." So war zumindest der Gedanke. Spätestens mit der Ampel, wenngleich das Dilemma natürlich schon wesentlich früher begonnen hat, hat auch dieses Argument keinen Wert mehr. Deutschland wurde zum Gespött der weltweiten Presse. Energiepreise künstlich in die Höhe getrieben, die heimische Industrie vor die Wand gefahren und bei der Energie halt dennoch abbhängig von anderen Ländern (Atom aus Frankreich und ?Fracking?-Gas aus Amerika - was hier aber sonst pfuipfui ist). Amerika, China und Indien werden genau hingeschaut haben und genau so werden die größten Umweltverschmutzer es jetzt mit Sicherheit nicht machen. Daher hat dieses Argument für mich keinen Wert mehr. Leider.

Eine Alternative wäre ein technologischer Ansatz. Gelder, die aktuell in den Klimaschutz fließen, könnten in die Entwicklung gesteckt werden. Dann werden die Forschungsgelder in die Universitäten gesteckt, Forschungspreise unter Schülern erhöht. Die Regierung kann die großen Baustellen fraglos benennen und hier gezielt fördern. Findet natürlich schon statt. Aber eine Ausweitung wäre eine Überlegung. Neue Produkte müssen nicht nur der Umwelt helfen, sondern auch den Bürgern oder Unternehmen. Wenn sie nicht nur grün sind, sondern auch wirtschaftlich, dann läuft so ein Produkt von alleine. Wenn zum Beispiel jemand eine Außenfarbe entwickelt, die die gleiche dämmende Wirkung hat wie eine Fassadendämmung, die würde ich mir besorgen und selber aufpinseln. In diese Richtung, wenngleich Erfolg hier natürlich nicht garantiert ist, könnte es auch gehen.

Wenn einem Politiker, die offensichtlich nie Geldprobleme haben werden,dazu noch in den Urlaub fliegen,dicke Autos fahren, einem etwas von Verzicht erzählen wollen aber nicht begründen und beziffern können was der Verzicht bringt, müssen die sich nicht wundern,dass die Mehrheit nicht mitzieht. Klimaschutz gegen wirtschaftliche Absicherung der Bürger in ein Rennen zu schicken wird nie funktionieren, da wird der Klimaschutz verlieren, darum muss man das anders denken und anders verkaufen und vernünftige,realistische Lösungen anbieten.

Ein wichtiger Punkt. Klimaschutz funktioniert nur dann, wenn du den Bürger abholst und ihn nicht voll Karacho gegen eine grüne Wand laufen lässt.

Beispiel: Ich heize in meinem Haus hauptsächlich drei Räume: Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Badezimmer. Küche nach Bedarf. Warum? In den anderen Räumen (z.B. Schlafzimmer) mag ich es kühler. Auch Arbeitszimmer und Wohnzimmer eigentlich nie über 19 Grad hinaus. Ich will nicht müde werden oder beim Fernsehen wegpennen. Reich völlig hin. Wenn du den Leuten moralisch einreden willst, dass diese Taktik dem Klimaschutz hilft, dann wird niemand mitziehen. Wenn du ihnen die positiven Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel aufzeigst, dann vielleicht schon eher. Wobei ich eine etwas niedrigere Temperatur als viele Menschen eher als angenehm empfinde (ist aber halt auch Gewohnheit). Wenn ich Besuch erwarte heize ich immer etwas höher. Auch in Sachen Gemütlichkeit ist für mich die Reihenfolge: Pullover (ggf. dickerer Pullover), Decke und erst dann die Heizung. Kenne aber auch Leute, die laufen im Winter im T-Shirt durch die Wohnung. Entsprechend warm ist es da halt.

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?

Die Abhängigkeit von fossilen Energien ist ja auch so ein Ding. Wenn wir in Deutschland weniger verbrauchen, dann sinkt der Weltmarktpreis und anderswo wird mehr verbraucht. Gutes Beispiel ist der Russland-Krieg. Seitdem halb Europa kein Öl/Gas mehr aus Russland bezieht, geht das Zeug halt nach Asien. China hat vermutlich schon Bauchschmerzen wegen des vielen Lachens und unter anderem deshalb auch kein gesteigertes Interesse ein Kriegsende positiv zu beeinflussen. Wobei ich die Entscheidung Russland wirtschaftlich zu isolieren trotzdem richtig finde.

Worauf will ich hinau? Auch hier müssen wir global denken. Es gibt halt kein deutsches Klima, was an der Landesgrenze aufhört. Auch hier sehe ich technischen Fortschritt aktuell als beste Chance. Dafür müssen E-Produkte oder andere Entwicklungen aber preislich aufholen. Politisch ließe sich auch steuern... Warum nicht alle jungen Menschen bis 22 Jahre umsonst Öffis fahren lassen? Vielleicht tritt ein Gewohnheitseffekt ein und Autos sind generell weniger gefragt. Könnte man bei Rentnern auch machen. Dann müssten die Öffis aber entsprechend gefördert werden.

LG Veni_vidi_vici