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Finde ich ein interessantes Gedankenexperiment und cooler Denkanstoß.
1) Auf welche Berufsgruppen verteilt sich das? Ich lese raus, dass es dir vor allem um der Verwaltungsapperat geht. Das sind aber nur 50% der Beschäftigen. Die anderen 50% sind Polizei, Feuerwehr, medizinischer Dienste, Lehrer und Jusitzvolzug. Jetzt mal ohne tiefe Rechnung der Gehälter kürzt du ja quasi um mehr als die gesamte Verwaltung, oder kürzt die innere Sicherheit, die medizinische Versorgung usw um einen größeren Anteil?
60% Gesetze abschaffen klingt ziemlich krass. Hast du dabei einen Fokus oder würdest du quer Beet den Rotstift ansetzen?
3) Warum ist bildende (zum Beispiel zeitgenössiche) Kunst im Museum wichtiger als Kunst auf der Bühne? Finde ich eine spannende Trennung.
Zu Bibliotheken: Mit cirka 2 Euro pro Monat sind die schon relativ niedrigschwellig. Das passt auch heute schon in jeden Regelsatz eines Bürgergeldempfängers. Aber klar, dass könnte man dann auch noch subventionieren... Wird ja bei GEZ auch gemacht und wir reden hier über 11 Millionen pro Monat.
Ich mag das deutsche Bibliothekswesen sehr. Sehr viele Bibilothek (ich würde sogar sagen fast alle) bieten heute schon Internet (an Geräten und WLAN) an und ermöglichen diesen niederschwelligen Zugang.
Viele Bibliotheken bieten mittlerweile natürlich immer mehr online und digitale Dienste an. Ich greife hier Punkt 4 vor, weil es da kein Gutschein für Telekommunikation oder auch Endgerät gibt. Die einkommensschwache Schichten haben von den Angeboten nichts. In die Bibliothek an den Rechner setzen und auf mein Ebook aus der Onleihe zugreifen ergibt nicht so viel Sinn.
4) Wäre sicher eine Motivation.

Aber ich kann den Punkt in der härter der Ausführung nicht nachvollziehen.
Was machst du mit Menschen die nachweislich nicht erwerbstätig sind, die pflegen, die arbeiten aber aufstocken müssen, oder Rentner? Das sind über 1,5 Millionen Menschen die alle Bürgergeldempfänger sind. Bekommen die etwas anderes oder werden die von der Teilnahme am öffentlichen und sozialen Leben für diese Lebensphase ausgeschlossen? Sie essen, sind nicht nackt, fahren ÖPNV und lesen.
Wird das Kindergeld für Kinder von Bürgergeldempfängern auch in Gutscheine verwandelt oder ist das dann der finanziell flexible Spielraum, den sie haben? Da kann ja dann mit den Essensgutscheinen fürs Kind querfinanziert werden, damit man mit dem Kind mal nen schönen Tag im Freibad erleben kann. Weil Freibadgutschein gibts keinen. Sie dürfen immerhin Nachmittags in Theater AGs (Punkt 12) , in denen sie ein Hobby ausführen, dass sie sich in der Freizeit aber wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen werden, weil es zu teuer ist (Punkt 3).
Kultur, Sport, Freizeit, Hobbies und sonst irgendwas findet für alle Empfänger und ihre Kinder auserhalb der Schule und Bibliothek nicht mehr statt. Wer vom vielen Lesen Kopfschmerzen bekommt hat nicht mal Geld für ne Aspirin. Man erkennt die Leute dann auch auf der Straße: Schicke Markenklamotten aber kein Geld für den Friseur.
Das war jetzt sehr überspitzt. Aber meiner Meinung nach gehen zwei zweckgebundene Gutscheine an der Lebensrealität vorbei und ist unheimlich restriktiv. Das mag jetzt vielleicht auch an der schnellen Idee in deinem langen Post liegen und du meinst das differenzierte? Falls nicht, stoße ich mich hier von deinen Punkten am meisten.
Generell: Es sind 563 Euro im Monat für ein Leben in Deutschland (ohne Miete, Heizung, GEZ und Erstausstattung einer Wohnung). Hast du Gründe zur Annahme, dass das Geld nicht zu einem überwiegenden Teil verkonsumiert wird? Findest du das eine unangebrachte Bereicherung an der Gesellschaft im Vergleich zu 400 Euro Gutscheinen?
Bei Punkt 7 hast du das Vertrauen und baust darauf, dass Menschen im Niedriglohnsektor ihr knappes Geld sofort wegkonsumieren (oder sparen könnten), wenn sie etwas mehr hätten. Wieso ändert sich das plötzlich, wenn der Mensch arbeitslos wird? Was macht der mit dem Geld anstatt davon zu leben und sich das bisschen zu leisten was mit 563 Euro nunmal möglich ist?
Die ganze Gesellschaft soll in deiner Idee, wie es mir scheint, freier, selbstbestimmter und selbstverantwortlich werden aber hier wird dagegen im Vergleich unheimlich scharf gehandelt, maximal kontrolliert und eingeschränkt.
Die Empfänger von Bürgergeld sind eine sehr unhomogene Gruppe. Hast du als Grundlage für diese Ideen einen bestimmten Teil von ihnen im Kopf oder siehst du das als generell notwendige Maßnahme für alle?
Die Minderheit, die das System betrügt schafft das auch mit Gutscheinen. Die können auch personalisiert sein. Es gibt dafür genug Beispiele.
Dafür wird die Mehrheit die mit dem Geld haushaltet unter Generallverdacht gestellt. Bei jedem Supermaktbesuch müssen 5 Millionen Menschen ein Identitätsabgleich an der Kasse machen, ob sie ihre Lebensmittel wirklich rechtmäßig haben dürfen. Inklusive öffentlicher Stigmatisierung am Fließband: "Oh, ein Bürgergeldempfänger. Na, was hat der den auf dem Band liegen? Ist das auch alles angemessen?" Frag mal Leute, wie sie sich fühlen, wenn sie an der Tafel in der Schlange stehen. Das Gefühl hat man dann in Zukunft bei jedem Einkauf.
Und wir befürchten ein paar Posts weiter oben Alterskontrollen im Internet und fühlen unsere Freiheit (zu Recht) eingeschränkt.
Das mit den 70% und was damit möglich ist ist reine Spekulation. Eignungstest mit individuellen Plänen für über 5 Millionen Menschen mit Fluktuation in einem System, dass jährlich Millionen Menschen durchspühlt klingt nach einer sehr viel größeren Menge an Bürokratie und Verwaltung als es jetzt ist. Abgesehen davon feuerst du ja 60% der Angestellten im Öffentlichen Dienst und in der Verwaltung. Die 70% die da reingehen sind teilweise die 240 Milliarden mit denen du oben rechnest. Oder setzt du als Ausnahme auf ein starkes gut besetztes Jobcenter in deiner schlanken Verwaltung?
5) Deine Quelle sagt 6,4 Millionen Euro, nicht Milliarden. Ich nehme an du meinst nur politische NGOs, oder? Für ALLEN politischen NGOs sind es wiederum mehr als 6,4 Millionen Euro, wie es in deiner Quelle heißt und zu ALLEN NGOs sind es wesentlich wesentlich mehr als 6,4 Millionen Euro. Wenn du wirklich alle NGOs meinst träfe das auch so Organisationen wie Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, Kinderhilfe und Co. Dann werden in deinem Deutschland ganz schön viele Schulen, Kindergärten, Seniorenheime und so weiter geschlossen.
Den Punkte finde ich okay, je nach dem wie du trennst. Das ist mir bei den 6,4 Millionen und der generellen Aussage zu NGOs noch nicht klar. Kannst ja nochmal erklären.
6) Jup.
Infrastruktur ist natürlich generell, auch über Schulen hinweg, ein Thema.
Zum Fond: Kann man noch nicht sehen. Die Berichtspflicht ist jährlich. Die Investitionen und Pläne des Bundes sind öffentlich, aber da sind Schulen natürlich nicht vertreten. Sind ja auch erst 3 Monate... Die ersten Milliarden sind auf jeden Fall investiert. Spürt ihr nicht auch schon den frischen Wind?

7) Sehr spannende Idee. Gibt es eine Partei die das so verfolgt? Aktuelle Debatten gehen ja eher um Steuer hoch und runter am oberen Bereich.
8 ) Ich glaube das mit DACH gibt es schon, oder? Ich meine, dass die Pumpspeicherkraftwerke in Österreich heute schon strategisch eingeplant und wichtig sind, um Spannungspitzen in Deutschland auszugleichen.
Zu den PV: Verschwenden wir den wertvolle Landflächen? Ich glaube wir sind noch nicht mal Ansatzweise in einem Bereich, wo auf vielen Dächern öffentlicher Gebäude (Mehrzweckhallen, Schuldächer, Rathäuser, Sporthallen und so weiter) Anlagen hat. Und über viele Parkplätzen, Parkhäusern, Straßen könnte man auch Solar bauen. Das würde sogar noch Verschattung geben. Ich hatte noch nie den Eindruck, dass Platz irgendwie ein Hemnis beim Ausbau wäre. Bzw, ich bin häufig in ganz Deutschland unterwegs und habe eigentlich noch nie eine Solaranlage gesehen wo ich dachte, dass man die Fläche aber wirklich für etwas besseres hätte verwenden können.
Das mit der Kühlleistung stimmt natürlich, ist eine gute Idee und klar, wenn ich sich ein passender See finden lässt... Dann haben wir halt das gleiche wie bei den Windrädern. Viele unserer Tagebauseen dienen touristisch und zur Naherholung oder sind Naturreservate. Naturschutz vs "Verschandlung von Natur" vs Klimaschutz und unterschiedliche finanzielle Interessen.
10) Ähnlich wie bei den Sozialpädagogen und Octavianus Einwand bin ich mir nicht sicher, ob man von einem persönlichen Fall auf alle Fälle schließen sollte. Es gäbe wohl keine Berufsgruppen mehr, wenn man sie für ein paar schwarze Schafe direkt abschafft. Ist für dich Diskriminierung in Deutschland nicht existent oder kein Problem? Oder findest du es gibt bessere Maßnahmen die greifen? Weil eine Alternative für die Abschaffung kommt hier nicht vor.
Es lässt eben dann auch sowas zu: Unternehmen die keine Spätschicht haben und denen deine pragmatische Lösung nicht zur Verfügung steht können bei dem Verdacht, dass er Muslim sein könnte, den jungen Azubi auch einfach nicht einstellen und umgehen dann einen Mitarbeiter, der vier Wochen im Jahr morgends müde ist. Und der Azubi muss es dann so hinnehmen, weil kein Gesetz seine Situation schützt.
Zu deinem Beispiel: Man muss ja jemanden nicht fragen, welchen Glauben er hat, wenn er Tagelang morgends müde ist. Man kann einfach Fragen warum er müde ist. Das mit dem Schichtplan verstehe ich nicht. Ist es das Problem von deinem Gleichbestellungsauftragten, dass du alle die nicht Ramadan feiern nachteilig behandelst, weil sie nicht die Möglichkeit bekommen die Spätschicht zu nehmen? Wie begründet dein Gleichbestellungsauftragte den, dass das unerhöhrt sei?
11) Wäre interessant zu sehen, ob das mit dem Abschieben so konsequent und einfach geht, wie es manchmal gefordert wird. Schon alleine, wenn das Auswanderungsland den Menschen nicht aufnimmt. Aber das wurde hier schon oft diskutiert. Ich glaube die letzte Antwort bei dem Thema war in etwa: "Wo ein Wille ist, ist ein Weg." Das ist auf jedes politische Problem anwendbar. Aber ich denke das Thema geht zu tief und wird sowieso sehr kontrovers diskutiert. Vielleicht haben wir irgendwann mal eine Regierung die es mit großem Nachdruck angeht. Dann sehen wir es.
Ich kann die Forderung nach besserer Integration (vor allem schnellere Integration, Arbeit und Sprachkurse) und konsequenter Abschiebung bei Straftaten nachvollziehen und finde sie gut. Eine sinvolle Verteilung in Europa würde mir noch fehlen. Aber das schließt dein Punkt ja nicht aus und dabei geht es auch nicht nur um Deutschland.
12) Was ist der Unterschied zu heute? AGs gibt es doch schon an fast allen Schulen in allen Facetten, oder? Schulsport als Fach ist doch schon Pflicht? Und auch das mit dem Essen gibt es meines Wissens schon bei Schulen mit Ganztagsbetreuung.
Ich finde das alles gut. Siehst du da viel Handlungsbedarf zur Realität?