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Autor Thema: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread  (Gelesen 973678 mal)

Pico

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3220 am: 26.Februar 2026, 20:52:42 »

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3221 am: 26.Februar 2026, 21:01:05 »

...aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen...
Schnell aus der Hüfte, ohne groß nachzudenken: verbindliche internationale Abkommen (mit horrenden Strafen für "Sünder") mit für alle Industriestaaten gleichen CO2-Dealines, weltweit gleiche CO2-Steuern/Abgaben in den Industriestaaten, diese Mittel müssen dann zwingend für den weiteren Aufbau von EE-Anlagen und Stromtrassen verwendet werden. Deadlines mit Augenmaß, damit die Weltwirtschaft nicht abgewürgt wird, ob die Welt jetzt 2060 oder 2080 CO2-neutral wird ist völlig wurscht, weil der CO2-Ausstoß ja kontinuierlich sinken würde.
Wird aber sowieso nicht passieren, die EU und Deutschland werden weiter hypermoralisch agieren und sich wirtschaftlich ruinieren.
« Letzte Änderung: 26.Februar 2026, 21:03:03 von Signor Rossi »
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Viking

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3222 am: 26.Februar 2026, 22:24:09 »

Ja, die  Geschichte mit der Wärmepumpe in der Parteizentrale der Grünen ist mir auch noch sehr präsent im Gedächtnis. Die Nachbarn von meinem Bruder haben auch früh umgerüstet und ärgern sich heute. Im aktuell kalten Winter mussten sie sich ein zusätzliches Heizgerät besorgen, weil sie die Bude bei Minusgraden nicht warm genug bekommen haben. Das kann aber auch schlechte Planung, Umsetzung oder Beratung gewesen sein. Dass Wärmepumpen generell funktionieren, dass steht für mich außer Frage. Dass sie überall geeignet sind passt jedoch nicht.

Warum man nicht zuerst öffentliche Gebäude und dann Arbeitsplätze in Angriff genommen hat, habe ich auch nie verstanden. Wäre doch praktisch die halbe Miete gewesen, weil wir uns alle zu 50 % der wachen Zeit ohnehin außer Haus befinden.

LG Veni_vidi_vici
Ja, es kommt eher auf das Haus an, bei Neubauten könnte man dann gezielt darauf achten die Wärmepumpe optimal einzubauen, mit allen Leitungen usw usf. die Pumpen an Sich entwickeln sich ja auch weiter und werden mit der Zeit robuster werden,ich denke nicht das eine heutige Wärmepumpe mit einem ähnlichen Anschaffungspreis wie eine Ölheizung dann auch so lange hält. Die Ölheizung hier ist auch schon recht alt, müsste ich umstellen wird es wahrscheinlich teuer. Ich habe auch noch einen Holzofen aber da bin ich auch nicht sicher wie lange man noch damit heizen darf, der bringt an sehr kalten Tagen schon einiges an zusätzlicher Wärme.

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?
Ich wäre dafür die meisten Regeln zu kippen und die Wirtschaft anzukurbeln, Deutschland erfüllt schon eine Menge was Klimaschutz angeht, es ist aber Global auch keinem geholfen wenn wir hier Wirtschaftlich abrüsten und z.B die komplette Industrie in andere Länder zieht und dann eben da produziert, dazu sollte man dafür sorgen, das die Menschen mehr Geld in der Tasche haben um regionale Produkte zu kaufen und nicht die billigen Sachen die dann durch das Mercosur abkommen hier ankommen.
Ich bin inzwischen überzeugt, das ein Deutschland mit weniger Klimaregeln,dass mehr auf Wirtschaft setzt so mehr zum Globalen Klimaschutz beitragen kann.
Man sollte auch Atommkraftwerke bauen um nicht von Import aus dem Ausland abhängig zu sein. Außerdem sollte viel mehr Geld und Aufmerksamkit in den Katastrophenschutz und Vorbeugung gehen, weil ich es allgemein nicht für realistisch halte irgendwelche gesteckten Ziele zu erreichen.

Man muss ja im Moment aus Klimaschutz Sicht darauf hoffen, das Trump die nächste Wahl nicht manipuliert und die USA sich wieder an den Klimatisch setzen aber auch sonst finde ich es naiv mit Erwartungen daran zu gehen die sich einfach nicht erfüllen werden, Kanada hat ja beispielsweise bei der letzten Wahl auch den CO2 Steuer mit abgewählt.
Wenn einem Politiker, die offensichtlich nie Geldprobleme haben werden,dazu noch in den Urlaub fliegen,dicke Autos fahren, einem etwas von Verzicht erzählen wollen aber nicht begründen und beziffern können was der Verzicht bringt, müssen die sich nicht wundern,dass die Mehrheit nicht mitzieht. Klimaschutz gegen wirtschaftliche Absicherung der Bürger in ein Rennen zu schicken wird nie funktionieren, da wird der Klimaschutz verlieren, darum muss man das anders denken und anders verkaufen und vernünftige,realistische Lösungen anbieten.
« Letzte Änderung: 26.Februar 2026, 23:09:00 von Viking »
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veni_vidi_vici

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3223 am: 27.Februar 2026, 08:43:16 »

Bin auch der Meinung, dass es nur mit einer global koordinierten Abstimmung beim Umweltschutz etwas werden kann. Sehe hier aber auch schwarz. Lange Zeit hatten die Grünen für mich einen Punkt: "Wenn es bei uns funktioniert, dann werden es die Leute in aller Welt nachmachen." So war zumindest der Gedanke. Spätestens mit der Ampel, wenngleich das Dilemma natürlich schon wesentlich früher begonnen hat, hat auch dieses Argument keinen Wert mehr. Deutschland wurde zum Gespött der weltweiten Presse. Energiepreise künstlich in die Höhe getrieben, die heimische Industrie vor die Wand gefahren und bei der Energie halt dennoch abbhängig von anderen Ländern (Atom aus Frankreich und ?Fracking?-Gas aus Amerika - was hier aber sonst pfuipfui ist). Amerika, China und Indien werden genau hingeschaut haben und genau so werden die größten Umweltverschmutzer es jetzt mit Sicherheit nicht machen. Daher hat dieses Argument für mich keinen Wert mehr. Leider.

Eine Alternative wäre ein technologischer Ansatz. Gelder, die aktuell in den Klimaschutz fließen, könnten in die Entwicklung gesteckt werden. Dann werden die Forschungsgelder in die Universitäten gesteckt, Forschungspreise unter Schülern erhöht. Die Regierung kann die großen Baustellen fraglos benennen und hier gezielt fördern. Findet natürlich schon statt. Aber eine Ausweitung wäre eine Überlegung. Neue Produkte müssen nicht nur der Umwelt helfen, sondern auch den Bürgern oder Unternehmen. Wenn sie nicht nur grün sind, sondern auch wirtschaftlich, dann läuft so ein Produkt von alleine. Wenn zum Beispiel jemand eine Außenfarbe entwickelt, die die gleiche dämmende Wirkung hat wie eine Fassadendämmung, die würde ich mir besorgen und selber aufpinseln. In diese Richtung, wenngleich Erfolg hier natürlich nicht garantiert ist, könnte es auch gehen.

Wenn einem Politiker, die offensichtlich nie Geldprobleme haben werden,dazu noch in den Urlaub fliegen,dicke Autos fahren, einem etwas von Verzicht erzählen wollen aber nicht begründen und beziffern können was der Verzicht bringt, müssen die sich nicht wundern,dass die Mehrheit nicht mitzieht. Klimaschutz gegen wirtschaftliche Absicherung der Bürger in ein Rennen zu schicken wird nie funktionieren, da wird der Klimaschutz verlieren, darum muss man das anders denken und anders verkaufen und vernünftige,realistische Lösungen anbieten.

Ein wichtiger Punkt. Klimaschutz funktioniert nur dann, wenn du den Bürger abholst und ihn nicht voll Karacho gegen eine grüne Wand laufen lässt.

Beispiel: Ich heize in meinem Haus hauptsächlich drei Räume: Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Badezimmer. Küche nach Bedarf. Warum? In den anderen Räumen (z.B. Schlafzimmer) mag ich es kühler. Auch Arbeitszimmer und Wohnzimmer eigentlich nie über 19 Grad hinaus. Ich will nicht müde werden oder beim Fernsehen wegpennen. Reich völlig hin. Wenn du den Leuten moralisch einreden willst, dass diese Taktik dem Klimaschutz hilft, dann wird niemand mitziehen. Wenn du ihnen die positiven Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel aufzeigst, dann vielleicht schon eher. Wobei ich eine etwas niedrigere Temperatur als viele Menschen eher als angenehm empfinde (ist aber halt auch Gewohnheit). Wenn ich Besuch erwarte heize ich immer etwas höher. Auch in Sachen Gemütlichkeit ist für mich die Reihenfolge: Pullover (ggf. dickerer Pullover), Decke und erst dann die Heizung. Kenne aber auch Leute, die laufen im Winter im T-Shirt durch die Wohnung. Entsprechend warm ist es da halt.

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?

Die Abhängigkeit von fossilen Energien ist ja auch so ein Ding. Wenn wir in Deutschland weniger verbrauchen, dann sinkt der Weltmarktpreis und anderswo wird mehr verbraucht. Gutes Beispiel ist der Russland-Krieg. Seitdem halb Europa kein Öl/Gas mehr aus Russland bezieht, geht das Zeug halt nach Asien. China hat vermutlich schon Bauchschmerzen wegen des vielen Lachens und unter anderem deshalb auch kein gesteigertes Interesse ein Kriegsende positiv zu beeinflussen. Wobei ich die Entscheidung Russland wirtschaftlich zu isolieren trotzdem richtig finde.

Worauf will ich hinau? Auch hier müssen wir global denken. Es gibt halt kein deutsches Klima, was an der Landesgrenze aufhört. Auch hier sehe ich technischen Fortschritt aktuell als beste Chance. Dafür müssen E-Produkte oder andere Entwicklungen aber preislich aufholen. Politisch ließe sich auch steuern... Warum nicht alle jungen Menschen bis 22 Jahre umsonst Öffis fahren lassen? Vielleicht tritt ein Gewohnheitseffekt ein und Autos sind generell weniger gefragt. Könnte man bei Rentnern auch machen. Dann müssten die Öffis aber entsprechend gefördert werden.

LG Veni_vidi_vici

Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3224 am: 27.Februar 2026, 08:54:47 »

Dafür müssen E-Produkte oder andere Entwicklungen aber preislich aufholen.
Angeblich gibt es im Rheingraben massenhaft Lithium, damit könnte man eine deutsche Batteriefertigung auflegen. Man schafft Arbeitsplätze, die Autoindustrie bekäme heimische Produkte, anstatt in China kaufen zu müssen und wir wären ein Stückchen autarker geworden.
Ich kann mir aber auch lebhaft vorstellen, welche Farben der Protest gegen solch einen Abbau tragen würde.

Um unabhängiger von Russland und den USA zu werden, wäre es auch in Deutschland möglich, Fracking zu betreiben, die Horrorstories aus den USA stammen noch aus den Anfangszeiten des Frackings, das hat technisch längst im Griff. Aber auch hier ist klar, wer dagegen ist.

Dem Klima nutzt das halt alles nichts, es kostet "nur" Geld, von dem dt. Politiker anscheinend meinen, es fiele gratis und unbegrenzt vom Himmel.
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Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3225 am: Heute um 08:15:13 »

Noch nix zum Thema Irankrieg?

Wenn ich mir die Preise an den Zapfsäulen so ansehe, würde ich mir von unserer Regierung wünschen, dass sie zumindest temporär die Energiesteuern senken würden. Und dass sie der Gier der Gas-, Öl- und Spritkonzerne einen Riegel vorschieben, die jetzt verkauften Öl- und Gasprodukte wurden wesentlich billiger eingekauft als zum derzeitigen Preis. Nichts gegen Marktwirtschaft, aber es gibt nicht umsonst den Wucherparagraphen im deutschen Recht.
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maturin

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3226 am: Heute um 14:12:02 »

Die aktuellen Ölpreise zeigen mir mal wieder, wie schwer es ist Leute zum vorrausschauenden Denken zu bewegen. Ist erst ein paar Jahre her, dass wir schonmal so einen Schock hatten. Trotzdem kenne ich massenweise Leute die weiter bei Ölheizungen geblieben sind, Gasheizungen einbauen und mich für das achso alltagsuntaugliche E-Auto ausgelacht haben...

Ich bin bei dir das der Stadt die Gier echt jetzt unterbinden sollte. Ich finde aber auch, dass man die Leute, die sich bewusst in den letzten Tagen gegen E-Autos entschieden haben, jetzt ruhig den Mehrpreis bezahlen lassen kann. Das war ja jetzt kein völlig unvorstellbares Risiko das der Preis wieder hochgeht.

Man könnte ja auch kurzeitig einfach das Deutschlandticket wieder auf 9 Euro runtersetzen.  Dann fällt es leichter auf die Öffis umzusteigen.


Edit: Nochmal der Disclaimer, dass ich weis das es viele gibt, die sich ein E-Auto in der Zeit nicht leisten konnten. Fair wäre es, wenn man es z.B. vom Alter des Autos / Kaufzeitpunkt abhängig machen würde, aber fair ist da jetzt auch verdammt schwer umzusetzen.
« Letzte Änderung: Heute um 14:14:06 von maturin »
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Folge meiner irrsinnigen Reise als deutscher Gründer, Fotograf und Dokumentarfilmer, wenn ich im Van mit Freundin und Hund Brasilien abseits der bekannten Wege erkunde. Wahrend unserer Expedition suchen wir die besten lokalen Guides für Peabiru, stürzen uns in Abenteuer in unangetasteter Natur und erzählen die Geschichten des ursprünglichen Brasiliens.

peabiru.de

veni_vidi_vici

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3227 am: Heute um 15:10:10 »

Die aktuellen Ölpreise zeigen mir mal wieder, wie schwer es ist Leute zum vorrausschauenden Denken zu bewegen. Ist erst ein paar Jahre her, dass wir schonmal so einen Schock hatten. Trotzdem kenne ich massenweise Leute die weiter bei Ölheizungen geblieben sind, Gasheizungen einbauen und mich für das achso alltagsuntaugliche E-Auto ausgelacht haben...

Edit: Nochmal der Disclaimer, dass ich weis das es viele gibt, die sich ein E-Auto in der Zeit nicht leisten konnten. Fair wäre es, wenn man es z.B. vom Alter des Autos / Kaufzeitpunkt abhängig machen würde, aber fair ist da jetzt auch verdammt schwer umzusetzen.

Hier, ich bin bei der Ölheizung geblieben. Gut, die tut ihren Dienst ja auch noch. Und Austauschen ohne Zwang macht ohnehin keinen Sinn. Ich habe aber vor wenigen Postings schon einmal vorgerechnet, warum sich eine Elektroheizung bei mir nicht rechnen.

Immerhin scheint das Heizgesetz jetzt wirklich in der vorherigen Form Geschichte zu sein. Gut so!

Was war an dem Gesetz konkret schlecht?

Unnötige Belastung privater Haushalte. Mein konkretes Beispiel: 60er-Jahre Haus, mäßig gedämmt. Um eine Wärmepumpe effektiv betreiben zu können, müsste ich hier locker 50.000+ aufwänden - die neue Heizungsanlage nicht eingerechnet. Und das ist eher optimistisch gerechnet. Denn dabei wäre kein Einbau einer Fußbodenheizung (was empfohlen ist) oder der Austausch von Radiatoren (was ggf. sogar notwendig wäre) inbegriffen.

Von grüner Seite kommt dann immer das Argument, dass sich das mit der Zeit ja lohnt - was in den meisten Fällen aber nicht stimmt. In den 13 Jahren die ich hier wohne habe ich Heizkosten von 900 bis 1.800 (eine Tankladung) gehabt. Meist waren das 12 bis 15 Monate. Gehen wir mal von 1.500 Euro aus (weil es künftig ja eher nicht günstiger wird). Heißt ich könnte über 33 Jahre Heizöl bezahlen, bis sich das ggf. amortisiert. Moment! Ich spare ja gar nicht die gesamten Heizkosten. Zumindest die Hälfte wird wohl noch anfallen. Sagen wir also 66 Jahre. Vielleicht ein wenig weniger, weil die Kosten noch mehr steigen. Dann wäre ich ca. 110 Jahre alt.

Aber warte! Wenn ich 50.000 Euro zu nur 3 % Zinsen anlege (sollte ggf. über Tagesgeld gerade noch so zu machen sein), dann sind das 1.500 Euro im Jahr. Andere Anlageprodukte versprechen sogar eine höhere Rendite. Geld was mir entgeht, wenn ich das Haus entsprechend aufrüste.

Nein, da hilft auch keine Förderung. Die ich als Freiberufler, der von zu Hause arbeitet und sich für schlechte Zeiten ein paar Rücklagen aufgebaut hat, auch gar nicht im nennenswerten Umfang bekommen würde.

Und dann heißt es ja gerne - Einzelfall! Erneut m.M.n. nein. Denn 60 Prozent der Gebäude in Deutschland wurden vor 1978 gebaut und damit vor der ersten Wärmeschutzverordnung.

Ich bin persönlich betroffen, weshalb mir das Thema wichtig war. Kenne aber auch diverse Personen, wo es genauso ist. Eine finanzielle Mehrbelastung der Eigentümer und Mieter (denn Vermieter legen sowas natürlich um), die politisch verschuldet ist. Immerhin hat man jahrelang Gas als Übergangstechnologie angepriesen, nur um hier später (durchaus aus Gründen) einen Rückzieher zu machen. Da hatten aber viele schon einen Gasanschluss gelegt. Bei so wichtigen Fragen darf Politik nicht sprunghaft agieren.

Vielleicht nochmal etwas überspitzt. Wenn ich 100.000 Euro aufwänden müsste, um mein Haus E-Heizungs-fit zu bekommen und ich hier noch 40 Jahre leben will, dann müsste ich jährlich 2.500 Euro einsparen können, damit sich das lohnt. Und da ist nur der reine Finanzbedarf gerechnet und nicht etwaige Zinsen, die ich bei einem Darlehen zu begleichen habe und die mir bei Eigenkapital entgehen. Selbst die aktuell gestiegenen Kosten würden die notwendigen Renovierungen nicht decken.

Falls es irgendwann aber soweit kommt, dann werde natürlich auch ich Alternativen prüfen. Selber kenne ich halt Leute, die sind mit ihrer Wärmepumpe unzufrieden und bereuen den Tausch. In der Regel auch Altbauten, so wie meines. Fairer Weise: Kenne auch Leute, die damit zufrieden sind. Experten haben mir persönlich aber immer abgeraten, sofern ich sie außerhalb ihrer Verkaufsräume befragt habe.

Dein Disclaimer @maturin, den du nur auf E-Autos beziehst, passt also auch auf Wärmepumpen. Wenn die Anschaffungs- und Renovierungskosten zu hoch sind (Grundausgabe), dann lohnt sich auch der günstigere Betrieb nicht.

Ich fahre mein Auto jetzt ca. 23 Jahre. Früher schon zum Studium, heute noch für ca. 3.000 Kilometer im Jahr. Auch hier kann ich mir ein E-Auto definitiv nicht schönrechnen.

Worauf will ich hinaus: Pauschale Aussagen helfen nicht. Eine E-Heizung oder ein E-Auto ist nicht pauschal besser oder schlechter. Es kommt immer auf den Einzelfall an.

Wir können auch Fragen wie ökologisch es ist, dass alle Menschen aus dem Grenzgebiet jetzt 20 Kilometer extra zum tanken ins Ausland fahren. Bei meiner geringen Fahrtreichweite tangiert mich der gestiegene Preis an der Tankstelle wenig. Aber ich verstehe den Ärger vieler, die das Auto täglich benötigen. Zumal der Preis politisch, durch Steuern und Abgaben, viel höher ausfällt, als bei unseren Nachbarn. Und die aktuellen Preise machen ohnehin keinen Sinn, weil das Öl hier noch günstiger eingekauft wurde.

Aber worüber reden wir hier. Der (Heiz-)ölpreis ist doch seit 2022 sicherlich schon zweimal, zumindest aber einmal noch höher gewesen. Solche Ausschläge gibt es. Der geht auch wieder runter und später langsam, weil politisch gewollt, wieder hoch. Womit wir wieder bei dem von dir angesprochenen vorausschauenden Denken sind. Ich habe, obwohl ich locker bis April/Mai hingekommen wäre, Ende Januar/Anfang Februar (weiß ich aktuell gar nicht mehr genau) getankt - also Heizöl. Das Dilemma war ja abzusehen.

LG Veni_vidi_vici

Signor Rossi

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Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
« Antwort #3228 am: Heute um 18:08:03 »

Nochmal der Disclaimer, dass ich weis das es viele gibt, die sich ein E-Auto in der Zeit nicht leisten konnten. Fair wäre es, wenn man es z.B. vom Alter des Autos / Kaufzeitpunkt abhängig machen würde, aber fair ist da jetzt auch verdammt schwer umzusetzen.
Es gibt auch viele Leute, die zur Miete wohnen, sich keine wallbox installieren können und entweder hohe Öl-/Gaspreise zahlen oder an der teuren Sanierung des MFH beteiligt werden. Zumal Strom ja auch nicht wirklich billig ist, hier reißt es dann nur niedriger Verbrauch des eAutos raus, man muss dann aber auch entsprechend schleichen, 130 auf der BAB kann man im Grunde schon knicken.

Zum angedeuteten "Selber Schuld": das Ökoleben muss man sich erstmal leisten können, das ist für Menschen in "normalen" Jobs einfach unerreichbar teuer. Auch, weil das politisch so gewollt ist, mir hallt immer noch der Spruch im Ohr: "Wir werden den Deutschen den Traum vom Auto und vom Eigenheim nehmen". 50% bereits erfüllt, am Auto arbeitet man noch. 2028 gibt es den nächsten "Preisschock" an der Tankstelle, wenn die Politiker die CO2-Abgabe verdreifachen.

Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis die Strompreise wieder durch die Decke gehen, weil wir ja dank AKW-Ausstieg auf die teuren Gaskraftwerke angewiesen sind. Da ist es dann auch mit der Wärmepumpe oder dem eAuto nicht mehr so schön.
« Letzte Änderung: Heute um 18:11:09 von Signor Rossi »
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