Altersarmut ist ein schlimmes Schicksal in Deutschland, dass viel zu viele Menschen betrifft. Allerdings sitzen Rentner und Arbeitslose im gleichen Boot. Wenn der Rentner kein Vermögen hat und sein Einkommen nicht ausreicht hat er Anspruch auf das sozialrechtliche Existenzminimum über die Grundsicherung im Alter. Der Arbeitslose erhält es über das Bürgergeld. Beides sind Leistungen die den Regelbedarf für den Lebensunterhalt, Kosten für Unterkunft und Heizung und gegebenenfalls Mehrbedarfe wegen Behinderungen oder Krankheiten betreffen. Das wird von beiden Gruppen in manchen Fällen leider aus Unwissenheit und Scham nicht eingefordert.
Das das immer mal wieder als Argumentationspunkt hoch kommt, amüsiert mich trotzdem. Vor allem, weil es ein moralisches Bild ist, dass doch sonst so verpöhnt zu sein scheint.
Ein Mensch kann 40 Jahre arbeitslos sein, weil er ne faule Socke war. In diesem Thread und anderen Diskussionen wird dieser Person stellenweiße nichts gegönnt. Kürzungen (Auch von vertretern der CDU mit ihrer linken Politik). Prüfungen. Kontrolle, wie das Geld verwendet wird, dass die Personen bekommen. Zwang zu Arbeit. Der Staat kann gar nichts. Dabei wird gar nicht beachtet, dass man zum Beispiel mit einer Kürzung der Regelbedarfe im Bürgergeld auch die Grundsicherung im Alter senkt und die Situation für ältere Menschen noch prekärer macht.
Wird dieser Mensch dann 67 ist er Rentner und plötzlich ändert sich das. Oh nein, ein Rentner in Armut, der Flaschen sammeln muss. Der Staat kann gar nichts. Über Nacht wird man vom faulen Schmarotzer zur bedauernswerte Figur und ein Mahnmal für alles was schlecht läuft im Land. Das der Mensch gestern noch ein fauler Arbeitsloser war, der dem Staat nur auf der Tasche lag und heute aber das gleiche Geld bezieht wird vergessen.
Man stelle sich vor eine Person ist unverschuldet arbeitslos und verhält sich ihr Leben lang korrekt. Sie wird trotzdem mit der faulen Socke über einen Kamm geschert und von allen Represalien mitbetroffen. Aber sie muss nur bis 67 durchhalten. Die Represalien bleiben. Aber das Bild ändert sich.
Was auch interessant ist: Wenn jemand jahrelang den Staat beim Bürgergeld betrügt, wird er damit bei der Grundsicherung im Alter aufhören?
Und dabei ist doch egal, wie hoch die Quote der Falschangaben bei Arbeitslosen ist. Der Renter der sich was dazu verdient ist wie der Arbeitslose, der schwarz arbeitet. Und als ob nicht genug Rentner auch schwarz arbeiten. Es ist nunmal auch die Aufgabe des Sozialstaates dann die Zuschüsse für das Minimum zu begrenzen. Das Minimum heißt Minimum, weil das der Staat einem gibt, damit man das Minimum erreicht. Das ist etwas anderes als das Minium senken oder einschränken zu wollen. Wieso sollte der Staat bei Menschen eine Ausnahme machen, weil er alt ist? Das Alter sagt doch überhaupt nichts über das Verhalten und die Vergangenheit des Menschen aus und lässt einordnen, wie der Mensch gelebt hat und wie selbst- oder unverschuldet er in seine Situation kam. Ich wünsche mir, dass niemand dem Sozialstaat auf der Nase herumtanzt und das gleichzeitig jeder Mensch das bekommt, was ihm zusteht, um ein Leben in Würde führen zu können. Egal wie alt er ist.
In Deutschland gilt man schon als reich und gehört zu den oberen 5%, wenn man 722.000 EUR auf der hohen Kante hat, inkl. dem Häuschen, das sind die "Reichen", an die man ran will: https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-wie-sind-die-vermoegen-in-deutschland-verteilt-3579.htm Nicht die Milliardäre oder deren Erben, sondern gut verdienende Führungskräfte, Spitzenfachkräfte, Unternehmer.
Du belegst zwar die Zahl. Aber die Behauptung belegst du nicht. So lange du nicht bennenst "wer" an die Reichen ran will ist das sehr stark verkürzt. Gefühlt hat ja jeder einzelne Politiker jeder Partei seine eigene Vorstellung, wie man das machen sollte.
Die Grüne als Partei fordert zum Beispiel ein Freibetrag von pauschalen 1 Million Euro bei der Erbschaft. Damit könnte ein Mensch die komplette von dir genannte Kante erben. Steuerfrei. Das ist, soweit ich weiß, sogar mehr Freibetrag als heute. Die kannst du also schonmal nicht meinen. Die SPD fordert auch einen Freibetrag von 1 Million Euro. Ein Elternhaus wäre sogar steuerfrei, wenn der Erbe darin wohnt. Der Steuersatz soll glaube ich leicht über der Forderung der Grünen liegen. Da ginge also die Kante und ein Haus. Die sind es also auch nicht, oder? Die Linke ist natürlich wesentlich restriktiver. Falls du die meinst. Und da würde ich dir recht geben. Aber ich bin mir nicht sicher, ob du dich nur auf die Linke beziehst. Das was du schreibst klingt so allgemein.
Forderungen bei der Einkommensteuer oder eine pauschale Steuer auf Vermögen sind mir gerade nicht im Kopf.
Wer fordert den gerade, dass den Wohlhabenden mit ungefähr 1 Million auf der hohen Kante so ans Leder wollen, dass es nicht tragbar wäre?
Edit:
@TNDO: Ich hatte deine Antwort übersehen. Die Theorie ist , dass jede Partei mit einem guten Programm Wähler finden wird, weil sie gute Politik plant. Ich traue das der FDP zu.
Du sprichst richtigerweiße an, bei welchen Entscheidungen man sagen kann, dass die CDU sich nach links bewegt hat. Da habe ich auch Beispiele genannt. Aber wo ist den die linke Politik der CDU, von der du sprichst, die Maßnahmen trifft für die Bessere Verteilung von Arm und Reich?
Ich finde man muss schon fair einordnen, wo eine Partei steht und einzelne Entscheidungen versetzt sie nicht direkt im Spektrum. Darzustellen, dass die CDU wegen einiger Entscheidungen durchgehend linke Politik macht und eine linke Partei sei finde ich falsch und stark vereinfacht. Sich in einem Feld, in dem die CDU nicht sehr viel linke Politik macht hinzustellen und zu sagen, dass man als Liberaler gegen linke Politik ein Thema der linken Politik lösen möchte finde ich haarsträubend.
Zum Rest gebe ich dir recht. Deine Ideen sind gut. Ich denke man könnte noch viel mehr machen. Ich denke auch, dass es Parteien gibt die wiederum maßlos übertreiben und mit ihren Ideen die Gesellschaft spalten. Aber aktuell passiert einfach zu wenig.