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Der MTF-Kurzgeschichtenwettbewerb

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Octavianus:

Die vielen Kategorien kann man einführen, aber da wir hier Kurzgeschichten bewerten wollen, spielen gewisse Aspekte teilweise keine Rolle. Da ist manchmal eben keine echte Handlung vorhanden oder der Ort ist vollkommen irrelevant. Ob wir nun 30 oder 20 Punkte geben, ist letztlich egal. Ich nehme auch gerne veni_vidi_vicis Skala, aber ich würde nicht unbedingt immer detailliert in Punkten aufschlüsseln, sondern plädiere für eine klare schriftliche Beurteilung, in der man dann auf die genannten Unterpunkte eingeht und eben begründet, was einen am Inhalt ganz besonders gestört hat oder was besonders lobenswert war.
Ich hatte die Gewichtung 2:1 für den Inhalt gegenüber der Sprache im Sinn, gerne kann man die Sprache auch weiter aufwerten und eine Gewichtung von 3:2 machen, darüber sollten wir uns für künftige Wettbewerbe verständigen und zu einer Übereinkunft kommen.

Die ursprünglichen 25 Punkte kamen ja auch nur zustande, weil wir 4 Juroren waren und somit auf die gewünschten 100 Prozentpunkte kamen. Natürlich kann man das hinterher immer noch umrechnen.

DeDaim:

Hmm, ich muss zugeben, die Argumente von Rejsinho und Louis überzeugen mich. Ein zu striktes Bewertungsschema würde den kreativen Freiraum nehmen. Die Stichwörter bzw. einen festen Rahmen (mehr als nur Zeit und Ort) innerhalb dessen man sich austoben kann würde ich schon behalten, gerade weil das ja auch nochmal eine Herausforderung darstellt.

Wenn ich dem Verlauf der Diskussion folgen konnte, geht es mehr oder weniger darum, wie die Gewichtung von Inhalt und Stil ist (oder wie man das auch immer bennen mag) und welchen Maßstab man bei den Stichwörtern anlegt, richtig?

veni_vidi_vici:

Gut, die Argumente haben mich auch zum großen Teil überzeugt. Unterschiedliche Geschichten setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Andererseits setzt jede Geschichte Schwerpunkte. Bei einer Bewertung im gleichen Maßstab wäre eine Aufschlüsselung also wieder denkbar.

Grundsätzlich bin ich hier auch nicht festgelegt. Alternativ könnte halt einfach ein Katalog an Bewertungskriterien festgelegt werden. Anschließend wird schriftlich begründet und eine Gesamtpunktzahl vergeben. Dabei geht jeder Juror auf die Punkte ein, die die Geschichte für ihn ausgemacht haben und die ihn gestört haben. Dann ist die Frage ob überhaupt bei Inhalt und Sprache eine Punktvorgabe nötig ist. Tatsächlich kann ein schlechter Stil eine gute Story ruinieren (zumindest vom Lesegefühl). Umgekehrt mündet guter Stil nicht in einer super Story.

Vielleicht macht die von Octa vorgeschlagene Teilung 1/3 und 2/3 Sinn. Für die Verwendung von Stichworten sollte es keine Punkte geben, da Vorgabe. Je nach Bezug zur Story könnten aber je Stichwort ein bis drei Bonus-Punkte vergeben werden. Wäre ja schade, wenn die Stichworte gar nicht einfließen. Umgekehrt könnten diese wenigen Punkte vielleicht den Unterschied ausmachen und für den Autor Motivation sein, sie geschickt einzuflechten.

LG Veni_vidi_vici

DeDaim:

Wie sähe so ein Katalog dann aus? Ich sehe da da wieder das Problem, dass man dann doch nur die Kriterien abarbeitet. Letztlich verleitet es vielleicht dazu, Kriterien, die für den Autor nicht wichtig waren (wie z.B. der Handlungsort), als schlecht zu bewerten, obwohl sie für die Kurzgeschichte keine Rolle spielen. Das würde dann wiederum, trotz einer starken Geschichte, in einem schwachen Ergebnis münden. Also eigentlich das gleiche Problem, dass wir zuvor schon angesprochen hatten. Vielleicht habe ich aber auch einfach nur eine falsche Vorstellung davon, was du mit einem Katalog meinst. ;)

Im Grunde braucht man ja ein fluides System, das jede Geschichte individuell betrachten kann und da ist die bestehende Einteilung in Inhalt und Sprache schon gut so, denke ich. Es geht also um die Gewichtung. Ich würde 3:2 (Inhalt:Sprache) bevorzugen. Eine Punktvorgabe würde ich allerdings behalten. Ein schlechter Stil würde dann ja trotzdem mit wenig Punkten die Gesamtwertung runterziehen, selbst wenn der Inhalt nicht verkehrt war. Die Frage ist aber (ich glaube, das war auch dein Punkt), ob ein schlechter Stil nicht auch die Bewertung des Inhalts mit runterzieht.
Wahrscheinlich findet man so oder so kein perfektes System, aber das bestehende ist schonmal nicht so schlecht. In der zusammengefassten Kritik werden ja die Gründe für die Bewertung noch einmal erläutert. Man kann natürlich darüber reden, ob man hier einfach die Kritik aller Juroren einzeln wiedergibt (wenn einer keine Zeit hat, ist das dann ja auch kein Beinbruch).

Deinen Vorschlag zu den Stichworten finde ich super! Das würde ich genauso übernehmen. :)

veni_vidi_vici:

Der Katalog soll Autoren nicht einengen, sondern auf einzelne Aspekte hinweisen. Punkt würden nur in der Gesamtheit vergeben. Der Katalog kann Aspekte wie Charaktere, Handlungsort, etc. näher ausführen. Worauf ist zu achten (auch wenn es hier unterschiedliche Ansätze geben kann, so ist Schreiben doch ein Handwerk)... Dabei soll es aber keine fixen Punkte je Kategorie geben. Somit könnte eine Geschichte, wo die Charaktere überzeugen ebenso eine gute Benotung bekommen, wie eine Story die vom Überraschungseffekt oder den Beschreibungen lebt. Der Katalog wäre damit für die Autoren nur als Hinweis zu verstehen. Was ist zu beachten? Wo habe ich Schwächen? Was kommt bei mir sonst gar nicht vor?

Welche Aspekte könnte ein Katalog beinhalten:
-Personen/Helden/Charaktere
-Dialoge
-Roter Faden
-Aktives Schreiben
-Metaphern
-Rückblende
-Gedanken
-Perspektive
-Korrektur
-Schauplatz/Handlungsort

Ich weiß z.B. dass viele Autoren ihren Charakteren einen Lebenslauf/Werdegang geben und diesen - bei fortlaufenden Projekten - überarbeiten. Dies muss bei einer Kurzgeschichte sicherlich nicht übertrieben werden, könnte den handelnden Personen aber auch auf wenigen Seiten mehr Tiefe geben. Bei Dialogen ist mir der Widerspruch zwischen Realismus und Dramaturgie im Sinn. Ein herkömmliches Telefonat zwischen z.B. Vater und Sohn ist meistens sehr belanglos und uninteressant. So dürfen Dialoge (selbst wenn Realismus gewünscht ist) in Geschichten nicht geschrieben sein, da der Leser unterhalten werden möchte.

Solche Ratschläge würde ich in der Katalogform unterbringen. Es gibt die Stichworte und zu jedem ein paar einprägsame Tipps. Es soll der Weiterentwicklung helfen und nicht einengen. Die Bewertung wird in der Gesamtheit betrachtet und nicht anhand jedes einzelnen Katalog-Bausteins abgearbeitet. Hier habt ihr mich voll und ganz überzeugt.

LG Veni_vidi_vici

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