Gezwungenermassen gibt es eine kleine Planänderung bei den Regeln - ich habe dem Sportdirektor Transferziele vorgeben müssen und werde das auch zukünftig tun.
Der Computer-DoF ist weder in der Lage, die Kaderregeln (min 15, max 25 Spieler, min 3 U21-Spieler auf der Bank, min 4 im Verein ausgebildete Spieler, min 8 in Dänemark ausgebildete Spieler) im Blick zu behalten noch kann er abschätzen, ob ein Spieler überhaupt eine Arbeitserlaubnis bekommt ... nach anderthalb Monaten hatte der Computer-DoF für 7 Torhüter geboten (alle aus dem nichteuropäischen Ausland

), obwohl ich 3 im Kader habe - aber sonst für nicht einen einzigen Spieler!
Ich machs jetzt so: sobald ein Vorschlag durch einen Spielervermittler unterbreitet wird, kommt der auf die Scoutliste, in der die Berichte aktuell gehalten werden sollen - so dass unser einer Scout dann nach und nach die Leute scoutet. Auch auffällige Gegenspieler aus der Liga kommen auf die Scoutliste.
Sobald einer gescoutet und aus meiner Sicht tauglich ist, wird er dem DoF als Transferziel unterbreitet.
Zusätzlich hab ich mir in der ersten Transferperiode etliche Vorschläge vom DoF machen lassen, von denen ich dann auch einige als Transferziel ausgegeben habe.
Das wird sowieso noch spannend mit dem DoF - Verträge verlängern bekommt er nämlich auch grundsätzlich nicht hin.

Und er hat auch keine Ahnung, wie nachteilig es für die Moral und Zufriedenheit eines Kaders sein kann, fast allen Neuzugängen das Spielzeitversprechen "important player" oder gar "star player" zu geben

Zum Ausgleich spiele ich nun doch wieder mit dem Mustermann Skin, also ohne Attribute. ^^)

Aller Anfang ....
2. Division, Herbst 2045, Valby/Kopenhagen
Das Web-Interview mit Yvonne, Hannes und mir ist eine sterbenslangweilige Bullshit-Bingo-Veranstaltung.
Nachdem ich einmal verstanden habe, dass es allen Beteiligten im Endeffekt nur darum geht, verschiedene Checkpoints abzuhaken und ein paar bestimmte "buzzwords" unterzubringen, kann ich das Ganze quasi im zerebralen Leerlauf absolvieren, ohne dass ich dabei negativ auffalle.
Ich hoffe, das bleibt zukünftig so - dann kann ich meine Hirnkapazitäten nämlich für Wichtigeres nutzen.
Zum Beispiel dafür, mir Möglichkeiten auszudenken, wie ich die zahlreichen Neuzugänge, die Mads Høi nach und nach verpflichtet, in die Mannschaft einbaue.
Im Laufe der ersten zwei Monate meiner Tätigkeit hier in Kopenhagen schleppt mir mein wunderbarer Sportdirektor nämlich schlappe FÜNFZEHN neue Spieler an - und fast zwei Drittel davon für die "Erste".
Den Anfang macht er mit einem baumlangen Stürmer, der nicht nur als Zielspieler im gegnerischen Strafraum brauchbar ist, sondern auch als ... Freistoßschütze!
Hat man in den unteren Ligen jetzt auch nicht so oft, das nehme ich gern als Bonus mit.
Am nächsten Tag kommt er mit einer dringend nötigen Verstärkung für die Abwehr um die Ecke.
Auch dieser Neuzugang hat wieder mehr Schwächen als Stärken - aber immerhin beherrscht er die absoluten Kernkompetenzen eines Innenverteidigers auf einem akzeptablen Niveau. Und darüber, das er auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann (zumindest wenn man ihn nicht zu Passorgien zwingt), werd ich mich auch nicht beschweren.
Wiederum nur drei Tage später schleppt er einen südländisch wirkenden, permanent verwirrt grinsenden Typen aufs Traininsgelände, der glücklicherweise genügend spanisch und englisch spricht, dass ich mich mit ihm verständigen kann. Unser neuer Quoten-Portugiese heißt Andre und fühlt sich im Sturmzentrum zuhause, kann aber auch leidlich gut auf den Flügeln rumturnen.
Erwähnte ich schon, dass Polyvalenz gerade bei zahlenmäßig beschränkten Kadern wie dem unseren ein wirklich signifikanter Vorteil ist?
(Warum Høi ihm allerdings das kombinierte Gehalt von gleich vier Stammspielern in den weit geöffneten Rachen wirft, weiß auch nur er.)
Während wir noch versuchen, Almeida unser Taktikkonzept zu erklären, schlurft bereits der nächste hoffnungsfrohe Neuzugang aufs Gelände - und der wird zwar kein Sprinter mehr, gibt uns aber immerhin ein bißchen mehr Kadertiefe im Defensivdrittel.
Und er ist derartig fit, dass wir zumindest keine Sorge haben müssen, er könne sich vielleicht wundsitzen auf der Ersatzbank.
(Genau dort wird nämlich aller Voraussicht nach seine Stammposition sein.)
Und dann geht plötzlich, ganz ohne Vorwarnung, die Saison los.
Die 2. Division spielt dabei zunächst eine Vorrunde, in der alle 12 Mannschaften je zweimal gegeneinander spielen. Nach diesen 22 Spieltagen bilden die ersten 6 der Tabelle die Aufstiegsrunde, der Rest die Relegationsrunde.
Alle Statistiken der Vorrunde werden dabei übernommen.
Erneut geht es in Hin- und Rückspiel nach dem Motto "jeder gegen jeden" zur Sache - und am Ende steigen die beiden Erstplatzierten der Aufstiegsrunde in die NordicBet Liga auf (gut so, sonst müßte man die Aufstiegsrunde wohl auch umbenennen) - und die beiden Letzten der Relegationsrunde verstärken in der Folgesaison die 3. Division.
Wir wollen natürlich in der Vorrunde so viele Punkte wie möglich hamstern - denn jeder Punkt, den wir vor der Teilung holen, erleichtert ja den Klassenerhalt.
Und die Mission "Punktehamster" starten wir mit einem Derby gegen Brønshøj.
Wobei der Begriff "Derby" hier in Dänemark ein bißchen albern wirkt.
BK Frem, Brønshøj, FA 2000, Hellerup, B93 - knapp die Hälfte der Vereine in der Liga stammen aus der dänischen Hauptstadt.
Insgesamt nennen schwindelerregende 26 (!) Vereine aus den ersten 4 Ligen des Landes Kopenhagen ihr Zuhause.
Im Durchschnitt wird also fast jedes zweite Ligaspiel der Saison ein "Derby" sein.
Sei es wie es sei, die Saison startet jedenfalls mit einem eng umkämpften Nachbarschaftsduell gegen den Aufsteiger.
Gewinnen ist hier eigentlich schon (fast) Pflicht, da Brønshøj eine von nur 2 Mannschaften sind, mit denen wir auf Augenhöhe gesehen werden.
Und auch wenn es über eine Stunde dauert - wir schaffen es, durch einen Ingvardsen-Freistoß in Führung zu gehen. Mehr noch, wir verteidigen den knappen Vorsprung bis zum Abpfiff und können uns danach über drei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten freuen.
Drei Tage später fahren wir zum Viertligisten AB Tärnby nach Kastrup zum Erstrundenduell im Pokal.
Zwei-Meter-Mann Friis und Rechtsaußen Fisker vor der Pause, Zielspieler Hermansen direkt nach der Pause, dann ein kurzes Aufflackern von Widerstand der Gastgeber, das wir in Gestalt des eingewechselten Almeida mit der endgültigen Entscheidung beantworten.
Klingt klar, war klar.
Eine Runde weiter, sehr schön!
Als wir zurück aufs Vereinsgelände kommen, steht dort ein langer (und blutjunger) Lulatsch, den ich noch nie gesehen habe.
Ich schnappe mit den vorbeihastenden Sportdirektor: "Hoi Mads, wer ist denn das dort drüben?"
"Der? - Ach, das ist Tobias, ein neuer für die Abwehr. Absolut fit, mutig und sprunggewaltig!"
"Oh klasse, und was sind seine Stärken?"
"Die habe ich gerade erschöpfend aufgezählt."
Sprichts und hastet weiter.
Der Ligaspielplan meint es wirklich gut mit uns - denn jetzt haben wir das zweite (beziehungsweise - Pokal mitgerechnet - sogar das dritte!) Spiel am Stück vor der Brust, in dem wir nicht als Aussenseiter in die Partie gehen.
Wir schwören die Mannschaft darauf ein, dass wir hier die große Chance haben, auch den zweiten Mitabstiegskandidaten schonmal um drei Punkite zu distanzieren und schicken sie erneut im 442 mit Doppelsechs (und Kapitän Ingvardsen als Dreh- und Angelpunkt unseres Spiels) auf den Rasen.
90 Minuten später grinsen wir alle wie die Honigkuchenpferde, weil der Plan absolut perfekt aufging und dieses Spiel wohl auch unseren Anhängern ein bißchen länger im Gedächtnis bleiben wird....
Die bedauernswerten Gastgeber wissen überhaupt nicht, wie ihnen geschieht, als wir über sie hinwegfegen.
Am Ende lassen wir es zwar etwas ruhiger angehen, aber dennoch: so irre es klingt - dieser Sieg ist um nicht ein einziges Tor zu hoch ausgefallen.
Am Sonntag nach dem Spiel bringt Mads Høi den nächste Neuen vorbei, diesmal für den rechten Flügel, wo wir bisher nur Fisker haben, der außerdem bei jedem Einsatz auf dieser Position permanent flucht, weil er lieber Mittelstürmer wäre.
Nun, in Zukunft kann er wohl eher über seinen Bankplatz fluchen, denn Lund Larsen ist ein sehr deutliches Upgrade.
Spieltag 3 - und zum ersten Mal eine Partie, in der uns eine deutliche Niederlage vorhergesagt wird. Middelfart, vor zwei Jahren aus der NordicBet abgestiegen, gehört zu den Aufstiegsfavoriten und hat sich in den letzten Wochen nochmal kräftig verstärkt.
Aber alle Verstärkung nutzt nichts, wenn man den Start verschläft.
Wir stoßen an, Hermansen erhält den Ball, spielt zurück zu Ingvardsen und setzt sofort zum Sprint Richtung gegnerischem Strafraum an. Die Gäste, noch gar nicht richtig da, lassen ihn gewähren ... und schauen dann verdutzt dem 50-Meter-Pass hinterher, den Ingvardsen genau im richtigen Moment auf Hermansen schlägt. Dieser nimmt die Kugel gar nicht erst an, sondern verlängert einfach am Keeper vorbei....
Das Spiel ist 16 Sekunden alt, als wir 1:0 in Führung gehen.
Midelfart ist ein wenig geschockt, wird dann aber immer stärker und kommt nach einer reichlichen halben Stunde per (völlig berechtigtem) Elfmeter zum Ausgleich.
Danach neutralisieren sich beide Mannschaften auf überschaubarem Niveau gegenseitig.
Aber die Gäste gönnen sich leider (oder aus unserer Sicht: zum Glück) auch in der zweiten Halbzeit nochmal eine kurze Verschnaufpause ... die wir wiederum nutzen! Diesmal gleich doppelt, damit das mit dem Ausgleichen hoffentlich schwieriger wird.
Wird es auch - genaugenommen wird es sogar unmöglich.
Als der Referee abpfeift, blicken wir ein bißchen ungläubig auf die Tabelle - Erster!
Auch wenn wir inzwischen offensichtlich eine konkurrenzfähige Mannschaft haben - unser Sportdirektor sieht noch immer Verbesserungspotential und schleift weitere Spieler zum Vereinsheim.
Palanci ist dabei allerdings bestenfalls eine Kaderbreiten-Option. Selbst im Kontext der dritten dänischen Liga ist sein Fähigkeitenpaket mit "schmal" noch extrem wohlwollend umschrieben...
In Brabrand sitzt er jedenfalls nichtmal auf der Bank, sondern auf der Tribüne. In der Liga dürfen nur sieben Ersatzspieler nominiert werden, davon 1 Torhüter und wie erwähnt 3 U21-Feldspieler. Da müssen mitunter harte Entscheidungen getroffen werden. Auch das gehört zum Trainerjob dazu.
Was ebenfalls zum Trainerjob gehört, ist das ausgelassene Jubeln über völlig unerwartete Ligasiege, die durch zwei Tore in den jeweiligen Nachspielzeiten der beiden Halbzeiten zustandekamen.
Der Sieg an sich ist insgesamt nichtmal unverdient - aber aufgrund der Zeitpunkte, zu denen die Tore fielen, schon eindeutig glücklich, da gibts nix zu diskutieren.
Ist zum Glück halt völlig wurscht - wir haben weitere 3 Punkte im Sack.
Wenn Trainer und Mannschaft auf der Erfolgswelle surfen, will der Sportdirektor natürlich auch mal - und zurrt kurzerhand einen weiteren Neuzugang fest, der uns auf der Doppelsechs offensivere Optionen bieten soll.
Macht er auch - trotz all der Fehler und Schwächen, die auch bei ihm wieder im Gesamtpaket inbegriffen sind.
Solcherart verstärkt, freuen wir uns nun auf das Duell mit einem weiteren (erweiterten) Aufstiegsanwärter - der FC Fredericia (keine 10 Kilometer vom FC Middelfart entfernt auf dem dänischen Festland beheimatet) möchte endlich mal wieder in die zweite Liga, auch sie haben kräftig investiert.
Nutzt nur nix, wenn beim BK Frem gleich mehrere aktuell wirklich in Topform spielende Kicker sind - Ingvardsen, Hermansen und Lund Larsen benötigen exakt 13 Minuten und 43 Sekunden, um den Gästen jegliche Punkteträume für dieses Spiel eindrücklich zu vergällen.
In der zweiten Halbzeit passiert nicht mehr viel - außer dass wir vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit noch einen Elfmeter versenken und die Gäste ebenfalls noch mal elfmetern dürfen.
Ein hochüberlegener Heimsieg - mit einem xG von 4,69!
Leider ist der teuer erkauft - denn ein Grund für die Langeweile in Halbzeit zwei ist der Ausfall von Ingvardsen und Lund Larsen, die bei Fredericias verzweifelten Abwehrbemühungen derart auf die Socken bekommen haben, dass wir sie zur Halbzeit in der Kabine lassen müssen.
Beide fallen etwa einen Monat aus - und das ist echt bitter, denn für beide haben wir keinen auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz im Kader.
Das wird - im negativen Sinne - spannend.
Spielen müssen wir natürlich trotzdem - und zwar zunächst mal bei FA2000, auch wieder ein Verein aus der Hauptstadt(region).
Auch FA2000 haben (leise) Aufstiegshoffnungen und sind auch gut aus den Startlöchern gekommen.
Ein Grund dafür - ihr wirklich in Topform befindlicher Keeper.
Nun, den haben wir mit Støckel aber auch.
Und was passiert, wenn zwei gute Abwehrreihen mit jeweils überragendem Keeper aufeinandertreffen?
Na?
Genau.
Für uns ein gewonnener Punkt, für die Gastgeber eher zwei verlorene.
Am Montag (und Dienstag) danach folgt ein Kapitel aus dem allseits beliebten Buch "Einfache Wege, um Slapstick zwanglos in Ihr Leben einzubauen!".
Schritt 1: Mads Høi kommt freudestrahlend um die Ecke und teilt mir mit, dass er endlich die aus seiner Sicht dringend nötige Verstärkung fürs defensive Mittelfeld gefunden habe. Vladmimir Fernandes, der eigentlich auf Sao Tome & Principe wohnt, aber "endlich mal Urlaub in einem kühleren Land machen" wollte, wurde von unserem Sportdirektor überredet, den Urlaub ein Jahr zu verlängern, "Arbeit" zu nennen und sich bezahlen zu lassen.
Isser mit einverstanden, der Vladimir, im Training bringt er unsere Offensivkräfte reihenweise zur Verzweiflung, ich freu mir n Keks und der Vertrag wird noch am gleichen Tag unterzeichnet.
Schritt 2: die DBU teilt uns mit, dass die Arbeitserlaubnis für Vladimir Fernandes nur für den Fall galt, dass er keine Arbeit aufnimmt.
Schritt 3: Vladimir Fernandes ist nun der bestbezahlte Spieler in unserer Reservemannschaft und einer der bestbezahlten Urlauber in der Geschichte der 2. Division.
Versteh ich bis jetzt nicht, wie ich so blind sein konnte. Der Spieler wurde mir vom DoF als "transfer suggestion" angeboten, ich hab ihn angewiesen, ihn zu verpflichten - und ich könnte schwören, da war bis nach der Vertragsunterzeichnung keinerlei Hinweis auf ein nötiges "work permit". Die Regel gibt es in Dänemark, sagt der FM - ich müßte non-EU players 54k pro Jahr zahlen ... aber die Zeile hatte ich im "rules" Abschnitt der Ligaübersicht natürlich übersehen....
Naja, schade, der würde uns echt weiterhelfen.
Die nachfolgende 2. Pokalrunde (erneut gegen einen Viertligisten) ist nicht nur eine in der zweiten Halbzeit klare und souveräne Angelegenheit ... nein, es ist auch mein 1000. Pflichtspiel als Coach.
Un-fass-bar!
Das erste Spiel nach diesem Meilenstein führt uns mal wieder in die nähere Umgebung, nach Roskilde nämlich.
Der Name weckt bei mir als erstes Assoziationen im musikalischen Bereich - in Roskilde findet ein ziemlich berühmtes und bunt gemischtes Festival statt - aber die Fussballer sind, wie sie uns beweisen, so schlecht auch nicht.
Wir finden in der ersten Halbzeit offensiv kaum statt, weil wir defensiv alle Hände voll zu tun haben - und zur Halbzeit liegen wir auch völlig verdient hinten.
In der Pause gibts ein kurzes Donnerwetter von mir - und ich tausche die Flügelzange aus. Links Søren Poulsen für Kim Nielsen, rechts Jens Fisker für Kim Lund Larsen.
Und 45 Minuten später darf ich mich zum wiederholten Male selbst beglückwünschen, weil das genau die richtigen Wechsel waren.
Gegen Helsingør zuhause sind wir etwa 120 Sekunden lang die bessere Mannschaft, danach plätschert das Spiel so vor sich hin und wir passen gegen Ende der Halbzeit einmal nicht auf.
Ergebnis: ein einzelner Punkt, den wir mitnehmen, der aber mit etwas mehr Konzentration auch zwei Freunde mit auf unser Konto gebracht hätte.
Hellerup IK, unser nächster Gegner, ist zum einen DER Topfavorit auf den Aufstieg, da die Mannschaft sogar drei Vor-kurzem-noch-Erstliga-Spieler in ihren Reihen hat. Und zum anderen sind sie die lautesten Kritiker meiner Anstellung hier.
Und es ist ein Derby.
Und auswärts!
Beste Voraussetzungen also für eine Klatsche?
Nö.
Erstens erwischen wir den besseren Start und zweitens sind wir effektiv wie nichts gutes.
Wir haben exakt zwei gute Torchancen...
Der dicke Wermutstropfen: Ingvardsen wird mal wieder umgetreten und und ist einen weiteren Monat raus.
Mist!
Pokalrunde 3 - bei einem wirklich grossen Namen in Dänemarks Fussballkosmos.
Esbjerg fB war zwischen 1960 und 1980 eine der erfolgreichsten dänischen Mannschaften, gewann fünfmal die Meisterschaft und zweimal den Pokal. Letzteres gelang ihn 2013 nochmal, aber alles in allem sind die letzten 30 Jahre eher eine Zeit des Abstiegs für den Verein gewesen, aktuell spielen sie gar in der vierten Liga.
Das Spiel ist dann entschieden ungewöhnlich - wir gehen schnell in Führung, Esbjerg gleicht in der 22. Minute aus.
90 Sekunden später kassieren sie eine Rote Karte ... und zwischen der 29. und 32. Minuten ändert sich das Ergebnis von 1:1 auf 3:2 für uns.
Danach passiert nichts ergebnisrelevantes mehr.
Seltsames Spiel - aber wir sind in der 4. Runde!
Auch hier wieder ein Wermutstropfen:
Diesmal erwischt es unseren Portugiesen Almeida, der vier Wochen ausfällt.
Zehnter Spieltag. Heimderby gegen Aufsteiger Aarhus Fremad.
Geht da was?
Japp, und wie da was geht - unsere famose Ungeschlagenserie nämlich. Und zwar zum Teufel.
Ist aber folgerichtig - wir nehmen eigentlich nur in der letzten Viertelstunde vor der Halbzeit wirklich am Spiel teil (und gleichen da auch die frühe 2:0-Führung der Gäste aus), danach spielen sie uns wieder schwindlig und gewinnen auch in dieser Höhe völlig verdient mit 4:2.
Høi reagiert in der Folgewoche auf die diversen Ausfälle vor allem in der Offensive und holt mit Kim Thomsen einen neuen Stürmer, der uns mit seiner (für diese Liga) erstaunlichen Geschwindigkeit vielleicht einen Vorteil bieten kann.
Beim Kellerkind B93 (das nächste Derby) will ich auf jeden Fall eine Reaktion auf die pomadige Vorstellung zuhause sehen.
Klappt auch, die Gastgeber haben zwar mehr vom Spiel, unser "neuer" Stammkeeper Jonathan Nielsen läßt aber keinen Ball durch. Und vorne sind wir wieder mal effektiv wie nix Gutes.
Wieso Nielsen Støckel im Tor abgelöst hat? Weil Letzterer die Inkonstanz in Person ist und außerdem bei hohen Bällen (mit denen auf diesem Level natürlich viele Teams operieren) immer wieder Schwächen aufweist.
Damit ist der September vorbei und exakt die Hälfte der Vorrunde absolviert - Zeit für eine erste Zwischenbilanz: wie schlägt sich der Abstiegskandidat BK Frem Kopenhagen denn so?
Nun ja.
Geht so, würde ich sagen.
Das sieht natürlich auf den ersten Blick absolut krass aus - schwächste Mannschaft der Liga und dann relativ souverän Tabellenführer.
Zur Wahrheit gehört aber, dass die Saisonprognose aus der Zeit vor den vielen Neuzugängen stammt. Und Neuzugänge zu finden, die sternetechnisch eine deutliche Verbesserung darstellen, ist auf diesem Level offensichtlich sehr einfach. Alle Vorschläge des DoF haben mindestens 4 Sterne, die Vorschläge der Spielerberater (die ich aufgrund von "Non-EU"-Regeln oder der Gehaltsvorstelungen bisher aber alle sofort ablehnen lassen musste) haben sogar durch die Bank glatte 5 Sterne.
Und wenn wir schon mal dabei sind - was treibt der Initiator dieser oh-so-grandiosen Idee, der Hannes nämlich ... was treibt der in Italien so?
Kann man auch nicht meckern, leider.
Zwar ist von seiner Ankündigung, 4231 zu spielen, nix übrig geblieben, aber bis auf die unglückliche Heimniederlage gegen Perugia sieht das dummerweise ziemlich souverän aus.
In der Serie C sind bisher allerdings erst 8 Partien gespielt, da ist noch nichtmal im Ansatz etwas entschieden - in der 2. Division in Dänemark dagegen ist die Wahrscheinlichkeit jetzt schon hoch, dass BK Frem eher in die Aufstiegs- als die Abstiegsgruppe rutscht.
Die "Vor-Rückrunde" beginnt und wir duellieren uns zum zweiten Mal in dieser Saison mit Næsby.
Nach dem fulminanten 7:1 auswärts begnügen wir uns diesmal damit, einfach nur souverän unseren Stiefel runterzuspielen.
Reicht auch, wie sich herausstellt.
Und weiter gehts - in Brønshøj entwickelt sich ein wildes Spiel, das die Trainer rapide altern läßt und die Zuschauer entzückt.
Dabei erwischen die Gastgeber zwar den deutlich besseren Start, nach einer Viertelstunde führen wir dann aber dennoch 2:1 und lassen uns dem Sieg (der am Ende vielleicht ein Tor zu hoch ausfällt) auch nicht mehr nehmen.
Aber auch hier gibt es wieder einen Wermutstropfen - unser Sturmtank Hermansen fällt für anderthalb Monate aus!
Wie wir den wirklich gleichwertig ersetzen sollen, wissen wir im ersten Moment nicht.
Seine Luftpräsenz ist eine absolute Waffe in beiden Strafräumen, wie überhaupt seine physische Stärke dafür sorgt, dass gegnerische Abwehrreihen ein ums andere Mal in Verwirrung gestürzt werden....
14. Spieltag, wir steuern mit großen Schritten auf die etwa dreimonatige Winterpause zu.
In Middelfart sieht es bis kurz vor Schluss nach einem weiteren Frem-Sieg der Effizienz aus - denn während die Gastgeber ein ums andere Mal an Aluminium, einem Verteidigerbein oder ihrem Unvermögen scheitern, machen wir aus null klaren Chancen 2 Tore.
Leider muss ich etwa eine Viertelstunde vor Schluss Ingvardsen auswechseln, weil der gelb-rot gefährdet ist ist.
Und falls ich noch einen Beweis hätte haben wollen, dass ihm im defensivem Mittelfeld keiner im Kader das Wasser reichen kann, ist das Endergebnis alles, was es dazu braucht...
Mist mal wieder!
Vierte Pokalrunde - und hier ist zum ersten Mal seit längerer Zeit eine Niederlage fest eingeplant. Zum einen steht unser Gegner Næstved im Mittelfeld der ersten Liga, ist also sowieso schon klarer Favorit - und zum anderen fallen uns nahezu alle Stürmer gleichzeitig aus, so dass wir notgedrungen auf ein 433 wechseln.
Und angesichts dieser Voraussetzungen schlagen wir uns wirklich achtbar, finde ich!
Ligaspiel 15 überschreiben wir am besten mit "Sieg der Moral"!
Wüßte nicht, was da besser passt.
Almeida ist glücklicherweise wieder fit geworden, so dass wir wieder ein bißchen Spielraum im Sturmzentrum haben.
Die erste Halbzeit ist sehr intensiv, geht aber ohne Zählbares zuende.
Die zweite Hälfte ist kaum angepfiffen, da entscheidet sich Mittelfeldanker Grønn, mal ein Zeichen zu setzen.
Gesagt, getan - einen gellenden Schmerzensschrei des Gegenspielers später sind wir nur noch zu zehnt.
Danke auch!
Erstaunlicherweise sind wir in Unterzahl besser als zuvor und nach einer reichlichen Stunde bringt uns Almeida in Führung.
Jippieh!
Direkt im Gegenzug holt er im eigenen Strafraum allerdings einen Brabrander Spieler ungeschickt von den Beinen - Elfmeter, Tor, Ausgleich.
Dreck!
Zehn Minuten vor dem Ende erläuft er nochmal einen Sahnepass aus dem Mittelfeld und netzt zur erneuten Führung ein.
Jippieh!
Nur drei Minuten später stößt er einen Gegenspieler im Strafraum derart ungestüm um, dass Brabrand den zweiten Elfmeter an diesem Tag erhält.
Und da darf er sich bei Keeper Nielsen bedanken, dass der den hält!
Sonst wärs nämlich nix geworden mit "Spieler des Spiels"...
Ausweislich der Statistiken verdienter, aber dennoch glücklicher Sieg.
Die Disziplinarkommision der DBU sperrt Lasse Grønn danach für 2 Spiele, weil er mit seiner Roten Karte die Grenze von 36 Disziplinarpunkten erreicht hat.
What?!
Wie sich mir nun in voller epischer Breite erschließt, gilt in Dänemark ein ziemlich raffinierter Punktekatalog, nach dem Unsportlichkeiten aller Art mit Sperren geahndet werden, die ein ziemlich gerechtes System bilden.
Auch wenn wir dank Lasses Eselei diesmal die Leidtragenden sind - das System an sich find ich super, muß ich zugeben.
Apropos "super" - die Jugendarbeit meines vorherigen Vereins Real Saragossa wird - ebenfalls anhand eines Punktesystems - aktuell als die drittbeste der Welt (!) eingestuft.
Was für eine grandiose Bestätigung des Lava-Wegs!
Noch zwei Spiele bis zum langen Urlaub.
Beim FC Fredericia entwickelt sich ein eher langweiliges Spiel mit zwei Mannschaften, die statistisch sehr ähnlich unterwegs sind.
Der Unterschied: die Gastgeber haben eine echte Chance und einen xG von knapp unter eins - und schießen ein Tor (per Elfmeter in der Nachspielzeit).
Der BK Frem hat ebenfalls eine klare Chance und einen xG von kanpp unter eins und schießt drei Tore.
Effizienzmonster!
Letztes Spiel im Jahres 2045 für den Boldklubben Frem aus Valby in Kopenhagen.
Es steht bereits fest, dass diese Halbserie (a) den Fans des Vereins sehr schmecken wird und (b) die Kritiker an dieser "Wettbewerbsverzerrung" wohl nicht verstummen lassen wird.
Das jederzeit souveräne und überlegene 4:1 gegen den (vor dem Spiel) Tabellenzweiten FA2000 wird die Kritiker auch nicht beruhigen, denke ich mal...
Bilanz der ersten 17 Spiele unter Gerard Lavayeux:
eine gewisse Overperfomance kann nicht geleugnet werden.
Bereits 5 Spiele vor Ende der Vorrunde sind die Hauptstädter des BK Frem (als bisher einziges Team) für die Aufstiegsplayoffs qualifiziert.
In Italien sieht es nicht ganz so rosig aus, aber zumindest ist Ascoli Calcio noch im Soll:
Gabs sonst noch was?
Ach ja - unser Sportdirektor schlägt Mitte Dezember vor, die Jugendeinrichtungen auszubauen, ein Vorschlag, der vom bekanntermassen jugendbegeisterten Coach vollauf unterstützt wird.
Høis Vorschlag wird angenommen und in die Tat umgesetzt, das Vereinsvermögen schrumpft auf unter 1,5 Millionen Euro.
(Böse Zungen behaupten übrigens, der Grund für Høis Vorstoß sei ein Besuch bei der aktuellen U17 gewesen, von dem er aschfahl und "ach du Scheiße!" stammelnd zurückgekehrt sei...)