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Bundesliga Diskussionsthread
Henningway:
Mir war das nie so bewusst, weil München nachweislich einer der am besten geführten Vereine weltweit sind oder waren: seit Pep Guardiola hat nur noch Hansi Flick seinen Vertrag erfüllt und ist dennoch mit Misstönen gegangen. Ancelotti und Kovac blieben beide etwas über ein Jahr, ebenso wie die erklärte Wunschlösung Tuchel am Ende. Nagelsmann hat es auf eindreiviertel Jahre gebracht. Und man lese richtig: Ancelotti und Tuchel dürften im Bereich Weltklasse zu finden sein, Nagelsmann (war zumindest) auf dem Weg dorthin, für den außerdem eine horrende Ablösesumme gezahlt wurde. Also "gut geführt" würde ich das jetzt nicht betrachten. Und die Bayerninsider hier möchten mir gerne erklären, wie es kommt, dass so ausgewiesene Fachleute offensichtlich hier regelmäßig scheitern.
neps90:
Naja es klingt vielleicht komisch aber seit Hoeneß ins Gefängnis musste (war glaub ich 2014) ist nichts mehr bei Bayern wie es war? Der “starke Mann” weg, der Ersatz nicht so geeignet. Dann kam Hoeneß zwar zurück aber insgesamt war es nicht mehr die gleiche Situation und im Endeffekt fingen doch nach Peps Vertragsende die Probleme richtig an.
Mein Vater ist Bayern Fan was mich natürlich nicht qualifiziert eine Aussage zu machen. Ist nur der Eindruck den ich so habe von den letzten 10 Jahren.
Bayerns bisherige “Rettung” waren die 40 Jahre davor in denen gut gearbeitet wurde.
Edit: Andere Vereine in denen es lange Zeit 1 starken qualifizierten Menschen an der Spitze hatten haben insgesamt auch bessere Ergebnisse gehabt. Siehe Gladbach unter Eberl, Werder unter Lemke etc pp. Sobald es an wichtigen Positionen Wechsel gibt wird es schwierig da die neue Person selten direkt ein 1:1 Ersatz ist, Ungeduld reinkommt etc pp. Hoeneß hat zu Beginn seiner Managerkarriere bestimmt auch eine Menge Fehler gemacht und in der Regel wächst man an seinen Herausforderungen allerdings benötigt das immer Zeit
Henningway:
Aber sind die Strukturen der beiden Zeiträume so vergleichbar? Fußballvereine dieser Größe sind Wirtschaftsunternehmen und in der Regel ist das Management keine One-Man-Show mehr. Je nach Vereinsstruktur und auch Persönlichkeit kann das natürlich immer noch sehr stark individualisiert passieren, beispielsweise in Hamburg oder Hannover. Aber generell sollten Fehler im Management nicht mehr einer einzelnen Person anzulasten, sondern vermutlich eher struktureller Natur sein.
j4y_z:
--- Zitat von: Henningway am 21.Februar 2024, 13:28:42 ---Mir war das nie so bewusst, weil München nachweislich einer der am besten geführten Vereine weltweit sind oder waren: seit Pep Guardiola hat nur noch Hansi Flick seinen Vertrag erfüllt und ist dennoch mit Misstönen gegangen. Ancelotti und Kovac blieben beide etwas über ein Jahr, ebenso wie die erklärte Wunschlösung Tuchel am Ende. Nagelsmann hat es auf eindreiviertel Jahre gebracht. Und man lese richtig: Ancelotti und Tuchel dürften im Bereich Weltklasse zu finden sein, Nagelsmann (war zumindest) auf dem Weg dorthin, für den außerdem eine horrende Ablösesumme gezahlt wurde. Also "gut geführt" würde ich das jetzt nicht betrachten. Und die Bayerninsider hier möchten mir gerne erklären, wie es kommt, dass so ausgewiesene Fachleute offensichtlich hier regelmäßig scheitern.
--- Ende Zitat ---
Falsche Leute in entscheidungsrelevanten Positionen.
Noergelgnom:
--- Zitat von: neps90 am 21.Februar 2024, 15:55:47 ---Naja es klingt vielleicht komisch aber seit Hoeneß ins Gefängnis musste (war glaub ich 2014) ist nichts mehr bei Bayern wie es war? Der “starke Mann” weg, der Ersatz nicht so geeignet. Dann kam Hoeneß zwar zurück aber insgesamt war es nicht mehr die gleiche Situation und im Endeffekt fingen doch nach Peps Vertragsende die Probleme richtig an.
Mein Vater ist Bayern Fan was mich natürlich nicht qualifiziert eine Aussage zu machen. Ist nur der Eindruck den ich so habe von den letzten 10 Jahren.
Bayerns bisherige “Rettung” waren die 40 Jahre davor in denen gut gearbeitet wurde.
Edit: Andere Vereine in denen es lange Zeit 1 starken qualifizierten Menschen an der Spitze hatten haben insgesamt auch bessere Ergebnisse gehabt. Siehe Gladbach unter Eberl, Werder unter Lemke etc pp. Sobald es an wichtigen Positionen Wechsel gibt wird es schwierig da die neue Person selten direkt ein 1:1 Ersatz ist, Ungeduld reinkommt etc pp. Hoeneß hat zu Beginn seiner Managerkarriere bestimmt auch eine Menge Fehler gemacht und in der Regel wächst man an seinen Herausforderungen allerdings benötigt das immer Zeit
--- Ende Zitat ---
Ich wär der letzte, der sich beschwert, wenn die Bayern mal dauerhaft ein kleines bißchen zurechtgestutzt würden. >:D
Aber der Abgesang, der im Moment in den Medien (mal wieder) angestimmt wird, wird wie üblich verfrüht sein.
Dellen durch Umbrüche hatten die Bayern immer mal wieder.
Um die Jahrtausendwende, Anfang der Zehnerjahre, jetzt halt wieder. Die werden danach wieder da sein, genauso stark wie vorher.
Wie immer.
Die infrastrukturellen und finanziellen Vorteile, die sie sich in den letzten Jahrzehnten durch zum einen gute Arbeit (das muß man schlicht anerkennen) und zum anderen durch geschicktes Ausnutzen aller Möglichkeiten (gern auch jenseits der Legalität, Stichwort Kirch, Stichwort CSU und eventuell sogar Stichwort Schwarzgeldkonto*) aufgebaut habem, sind einfach zu massiv, als dass der Verein je wieder ein "normaler" Bundesligaverein werden wird.
Das ist etwa das gleiche wie bei Real Madrid oder ManUnited - ein Größenordnung, die weit über den "Konkurrenten" schwebt.
Selbst wenns dann mal sportlich nicht läuft (siehe United nach Fergusons Abgang), bleibt der CLub an der Spitze der nahrungskette und erst, wenn es eine Deakde oder länger wirklich herausragend schlecht läuft, wirds langsam brenzlig.
(Insofern fürchte ich, dass United dank Ratcliffe in den kommenden Jahren auch wieder eine dominantere Rolle in England und international spielen wird. Leider.)
* (click to show/hide)Ich glaube einfach nicht, dass dieses riesige Schweizer Vermögen Hoeneß' Privatvermögen gewesen ist. Allein, wenn man sich mal grob ausrechnet, wieviel hinterzogene Steuern da zur Debatte standen, kommt eine Wahnsinnssumme an eigentlichem Vermögen raus. Viel zuviel für ein "Zockvermögen" eines Mittelständlers. Und der Prozess war ja wohl auch ein Witz.
Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Summe X an, er kommt mit einer größeren Summe um die Ecke, die Staatsanwaltschaft und die Richter prüfen das nichtmal nach, weils (wenn ich mich recht erinnere) "kompliziert nachzuverfolgen und sowieso viel zuviele Akten" sind - milder Richterspruch und gut ist.
Ich bin heute noch sprachlos, dass kein einziges größeres Medium da mal ernsthaft versucht hat, diese Story aufzudröseln. Alle haben nur von "massiven Ungereimtheiten" gesprochen und ansonsten die Füße stillgehalten.
Mein Verdacht ist und bleibt, dass Hoeneß sich vor "seinen" Verein gestellt und die Strafe auf sich genommen hat - wahrscheinlich auch, weil dank guter Anwälte klar war, dass er entgegen aller Gepflogenheiten mit einer vergleichsweise sehr milden Strafe davon kommt. Man kann von Hoeneß halten, was man will - aber dass er sich eher selbst unter den Bus wirft als auch nur den kleinsten Dreckfleck an seinem Herzensverein zuzulassen, ist wohl jedem klar.
Und zum Dank wurde er nach der Haftstrafe sofort wieder Präsident.
Ist aber auch egal - wenn man sich ein bißchen mit Fussballvereinen beschäftigt, findet man sowieso bei jedem einzelnen mittlere und größere Sauereien. Bei "meinem" BVB wäre das zB die Insolvenzverschleppung 2005. (Bei Lautern kurz vor bzw während Corona das gleiche.) >:(
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