Wirklich, sehe ich exakt identisch. Messi nicht des Feldes zu verweisen, war zwar irgendwie offensichtlich gewollt, aber es gab doch den "benefit of a doubt". Aber das hier? Das ist unfassbar offensichtlich ein Günstlingsdienst für die großen USA. Bin mal sehr gespannt, wie deren Spiel verläuft und welche kuriosen Entscheidungen wir da wohl zu bestaunen haben werden.
Eins ist damit klar: das sportliche Ereignis hat seinen Wert immens verloren.
Es ist damit genau das eingetreten, was für mich ein Grund war (wenn auch nicht der einzige), um auch diese WM wieder insofern zu boykottieren, dass ich nicht ein einziges Spiel schaue (und auch keine Zusammenfassungen - in den Europapokalen schaue ich ja zumindest ab und zu noch die "Match Highlights" bei youtube).
Ich find an dem Vorfall vor allem eins höchst bedenklich:
Bisher wurden durch die FIFA Sperren gegen die entsprechenden Verbände verhängt, wenn sich die Politik eines Landes in den Fussball eingemischt hat.
Begründung: Integrität des Sports steht über allem.
Jetzt wirft die FIFA selbst diese angeblich so hochheilige Integrität vor den Bus, damit Infantino auch weiterhin schöne Photos mit Trump machen kann (irgendwelche finanziellen Vorteile können es ja nicht sein, Infantino ist ja nachweislich unbestechlich und moralisch unzweifelhaft - siehe den Friedenspreis für Trump).
Die Aussetzung der Balogun-Sperre ist für mich jedenfalls nicht allzu überraschend und nur ein weiterer Beweis dafür, dass diese WM genausoviel sportliche Integrität besitzt wie Argentinien '78 (oder Olympia '36, *hust* ...).
Und im Endeffekt beweist sie auch nur, dass man sich von solchen Grossveranstaltungen (und bei den Summen, die dabei umgesetzt werden) einfach keine sportliche Integrität erwarten sollte.
Ob es nun Real Madrid ist, die im Europapokal immer wieder von höchst erstaunlichen Schiedsrichterfehlentscheidungen profitieren oder ob es die USA sind, bei denen Trump auf dem kurzen Dienstweg die bestmögliche Besetzung für ein WM-Spiel sicherstellt - wer von so etwas überrascht ist, hat meines Erachtens einfach nur eine ernsthaft (!) beneidenswert naive Vorstellung vom Fussball als Ganzes.
Ernsthaft beneidenswert deswegen, weil mir das Wissen darum, wie wenig Sport und wieviel Gemauschel und Ungerechtigkeit in diesem "business" stecken, den Spass daran ziemlich vergällt... und weil ich manchmal gerne meine eigene naive Sichtweise zurückbekommen würde (die die ersten Risse ja schon 1986 im Skandal-Rückspiel von Bayer Uerdingen gegen Dynamo Dresden und 1989 in den Duellen zwischen Juventus Turin und dem FC Karl-Marx-Stadt bekam).