Ich habe keine Ahnung ob Du in dem Alter ebenfalls mit Geld erschlagen wurdest und trotzdem Deinen Arbeitgeber wechseln möchtest? Man muß mal die Relationen sehen, wie alt ist er, was hat er bisher für den Verein geleistet, was leistet er aktuell und vor allem: Was verlangt er in Zukunft für noch nicht annähernd erbrachte Leistungen? Das paßt nicht! Dazu das ständige Geschwätz wo er hin will, wenn Du das (ich unterstelle hier mal) bei Deinem Arbeitgeber ein paar mal bringst dann gehst Du und zwar heim.
Die einzig entscheidende Messlatte für die Bezahlung in einer kapitalistischen Welt sind nicht deine moral-ethischen Kategorien, sondern der simple Grundsatz: Was sind andere bereit, für meine Arbeit zu bezahlen? Danach richten sich die Gehaltsforderungen aus. Wenn ein Verein bereit ist, Holtby für in Zukunft erwartete Leistungen 50% mehr zu bezahlen als Schalke, dann hat Holtby doch das Recht, bei seinem Arbeitgeber diesen Wert als Gehaltsvorstellung für die Verlängerung seines Arbeitsverhältnisses in den Raum zu stellen. Wenn Schalke, die ihre Gehaltsvorstellung im Übrigen auch ausschließlich an der zu erwartenden Zukunft ausrichten, diesen Wert als ungerechtfertigt oder nicht bezahlbar ansieht, dann hat Holtby die Option dort zu bleiben, wo er sich bisher ganz wohlgefühlt hat oder zu einem Arbeitgeber zu wechseln, der ihm verlockende Arbeitsbedinungen (Premier League) verspricht.
Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ich bisher 1mio€ verdient habe oder 20.000 im Jahr. 1,5mio€ und 1mio€ ist ein erheblicher Unterschied. Wenn du als 22-jähriger die Chance gehabt hättest, statt 20.000€ 30.000€ zu verdienen, weil dir ein anderes Unternehmen diese Summe angeboten hat, hättest du doch nicht gesagt: "neee, das verdiene ich ja gar nicht, weil ich ja in meinem Alter für meinen bisherigen Arbeitgeber noch nicht soviel geleistet habe und 30.000Ökken auch zuviel verlangt wären für noch nicht erbrachte Leistungen". Das ist doch albern, du würdest dich über die gehaltsmäßige Wertschätzung deiner Arbeit freuen, die immer auch ein Vertrauensbeweis für die Zukunft ist, mit dem Angebot bei deinem jetzigen Arbeitgeber aufschlagen und sagen: "Bietet mir dasselbe oder ich bin weg".
Und auch diese fehlgeleitete Unterwürfigkeit dem Arbeitgeber gegenüber ("wenn du das bei deinem Arbeitgeber ein paar mal bringst, bist du schnell weg") hat mit der Realität nicht immer was zu tun. Auf den untersten Anspruchsebenen der Arbeit mag das vielleicht noch funktionieren, aber ich kenne ein paar Selbstständige und Bereichsleiter in Unternehmen, die würden eine Menge tun, um ihre Arbeitskräfte nicht zu verlieren. Denn neue Arbeitskräfte müssen eingearbeitet werden und mensch weiß nie, welche Qualifikation die neuen wirklich haben. Selbst ein Bekannter, der 2 Gastronomiebetriebe in Berlin führt, sagt, dass er Kellner recht beliebig austauschen kann, bei den Barkeepern und Oberkellnern wird es dann aber schon sehr viel schwieriger und da ist er sogar bereit, leicht überzogene Lohnvorstellungen zu bedienen, wenn die Leute gute Arbeit machen.
Wenn mensch gute Arbeit macht, dann sollte er/sie nicht in duckmäuserischer Haltung alles hinnehmen (es sei denn, er arbeitet in einem Ausbluterunternehmen, dem die Qualität der Leistung völlig wurscht ist - wobei sich dann dort die Frage nach Unterbezahlung und Arbeitsklima stellt).
Ich frage mich auch gerade, wer denn die ganzen Ex-VfBler auf Schalke sein sollen. Das sind doch nur Marica und Hildebrand, wenn ich mich nicht täusche?! Hildebrand war ja nach Stuttgart noch bei ein paar anderen Vereinen, aber per Definition ist er natürlich trotzdem Ex-VfBler. 2 Regentropfen machen ja noch keine Sintflut, zumal der Schalker Tim Hoogland im Moment in Stuttgart "rumturnt".