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| Henningway:
--- Zitat von: Wiebke am 17.Dezember 2022, 21:44:21 ---Ich verstehe nicht, warum man das mißverstehen will. Ich habe es doch eundeutig beschrieben, was ich meinnte. Ich habe auch keine Lust, mich mit einer Strohmanndiskussion zu beschäftigen --- Ende Zitat --- Ich möchte als Mod dazu auch nochmal kurz anmerken, dass das hier wirklich unnötig ist, liebe Wiebke. Wie schon erwähnt, wurde auf Teile Deiner Argumente sachlich eingegangen. Deshalb behalte diese durch alle gewünschte Form selbst auch bei und bringe nicht unnötige Aggression in die Diskussion. Dafür schon mal im Voraus herzlichen Dank :) @Topic Die Jugendtrainerproblematik wird ja auch schon seit Jahren hie und da thematisiert. Vor allem Sammer, wie ich meine, ist da doch ein großer Verfechter. Deshalb hoffe ich, dass hier ebenfalls umstrukturiert wird. |
| DeDaim:
Was Scp_Floh beschreibt kann ich aus eigener Jugendtrainer-Erfahrung bestätigen. Wie stark sich die Verhältnisse im Breitensport aber auf den Leistungssport auswirken und inwiefern das überhaupt vergleichbar ist, kann ich allerdings nicht sagen. Mir scheint, dass man in der Talentausbildung oft einfach einem Mangel hinterherrennt. Nach dem Rumpelfußball Ende der 90er, Anfang 2000er hat man z. B. festgestellt, es fehlen Fußballer, die spielerische Lösungen suchen. Die Ausbildung wurde darauf verlagert und seit Jahren kommen entsprechend ausgebildete Spieler aus den Jugendmannschaften und in die Nationalmannschaft. Eigentlich fast schon ein Überangebot. Dafür hat man offenbar einen Mangel an Vollstreckern und Außenverteidigern auf Top-Niveau, der letzte auf konstant internationalem Niveau war Klose. Ich hoffe, man schiebt jetzt nicht die Ausbildung auf diese Schwerpunkte und vernachlässigt andere Aspekte. Ist ein rein subjektiver Eindruck, aber offenbar ist es verdammt schwer eine gute Durchmischung von qualitativ hochwertigen Spielern mit verschiedenen Eigenschaften auszubilden. Und das bei einem großen Land wie Deutschland. Oder es werden einfach falsche Schlüsse gezogen und Akzente gesetzt. |
| Henningway:
--- Zitat von: DeDaim am 18.Dezember 2022, 11:37:09 ---Was Scp_Floh beschreibt kann ich aus eigener Jugendtrainer-Erfahrung bestätigen. Wie stark sich die Verhältnisse im Breitensport aber auf den Leistungssport auswirken und inwiefern das überhaupt vergleichbar ist, kann ich allerdings nicht sagen. Mir scheint, dass man in der Talentausbildung oft einfach einem Mangel hinterherrennt. Nach dem Rumpelfußball Ende der 90er, Anfang 2000er hat man z. B. festgestellt, es fehlen Fußballer, die spielerische Lösungen suchen. Die Ausbildung wurde darauf verlagert und seit Jahren kommen entsprechend ausgebildete Spieler aus den Jugendmannschaften und in die Nationalmannschaft. Eigentlich fast schon ein Überangebot. Dafür hat man offenbar einen Mangel an Vollstreckern und Außenverteidigern auf Top-Niveau, der letzte auf konstant internationalem Niveau war Klose. Ich hoffe, man schiebt jetzt nicht die Ausbildung auf diese Schwerpunkte und vernachlässigt andere Aspekte. Ist ein rein subjektiver Eindruck, aber offenbar ist es verdammt schwer eine gute Durchmischung von qualitativ hochwertigen Spielern mit verschiedenen Eigenschaften auszubilden. Und das bei einem großen Land wie Deutschland. Oder es werden einfach falsche Schlüsse gezogen und Akzente gesetzt. --- Ende Zitat --- Man hätte sich ja mal die Systeme in den Niederlanden und später Frankreich und Belgien anschauen können. Ich kann mir nicht vorstellen, warum das in Deutschland nicht auch funktionieren könnte. |
| Scp_Floh:
--- Zitat von: DeDaim am 18.Dezember 2022, 11:37:09 ---Was Scp_Floh beschreibt kann ich aus eigener Jugendtrainer-Erfahrung bestätigen. Wie stark sich die Verhältnisse im Breitensport aber auf den Leistungssport auswirken und inwiefern das überhaupt vergleichbar ist, kann ich allerdings nicht sagen. Mir scheint, dass man in der Talentausbildung oft einfach einem Mangel hinterherrennt. Nach dem Rumpelfußball Ende der 90er, Anfang 2000er hat man z. B. festgestellt, es fehlen Fußballer, die spielerische Lösungen suchen. Die Ausbildung wurde darauf verlagert und seit Jahren kommen entsprechend ausgebildete Spieler aus den Jugendmannschaften und in die Nationalmannschaft. Eigentlich fast schon ein Überangebot. Dafür hat man offenbar einen Mangel an Vollstreckern und Außenverteidigern auf Top-Niveau, der letzte auf konstant internationalem Niveau war Klose. Ich hoffe, man schiebt jetzt nicht die Ausbildung auf diese Schwerpunkte und vernachlässigt andere Aspekte. Ist ein rein subjektiver Eindruck, aber offenbar ist es verdammt schwer eine gute Durchmischung von qualitativ hochwertigen Spielern mit verschiedenen Eigenschaften auszubilden. Und das bei einem großen Land wie Deutschland. Oder es werden einfach falsche Schlüsse gezogen und Akzente gesetzt. --- Ende Zitat --- Der leistungssport brauch den breitensport. Die lokalen klubs sind immens wichtig. Die ziehen mit ihren jugendteams auch spieler an die nicht von beginn an in einem jugendteam eines großen klubs landen. Ein freund trainiert eine oberliga mannschaft in der b jugend und da klopfen ständig nlz an. Der verein hat bis auf die b jugend maximal 2 teams die in der bezirksliga mit aufstieg spielen. Es baut alles aufeinander auf. Natürlich ist das wichtigste attribut das eigene Talent, dann kommt die förderung und dann natürlich glück, Gegebenheiten und natprlich lebensumstände wie schule. Hier in hamburg und gerade in meiner ecke sterben die sportplätze ziemlich aus und durch die langen schultage haben die kids nur noch den vereinssport oder flitzen mit 16 ins gym. Früher konntest du das beim bolzen mit den kumpels kompensieren. Deswegen find ich das gerade von der G - D Jugend darauf geachtet werden sollte das den kindern altersgerechte förderung geboten wird und dies nicht verschenkt wird durch Unwissenheit und falsche ansätze im training verschenkt wird. Ab der D jugend entscheidet sich dann ob es für die aufnahme ins NLZ, Sichtungstraining reicht. Da sind die Vereine die hauptsächlich U regio spielen eig. Ziemlich schnell. Denke es ist zwischen leistung und breitensport schon wichtig eine symbiose zu haben. Das ist zwar schon besser geworden aber leider immernoch weit weg vom Optimum. Der freund von mir der b jugend oberliga trainiert kriegt für 32 stunden training im monat 100€... Ein problem ist, wenn du die ausbildung in den nlz/ obrliga / leistungsbezogen Sport änderst wird sich das erst in 5-8 jahren zeigen. Der fehler ist das versteifen auf einen weg. In den 2000ern wurde wie richtig gesagt mehr auf pass starke, technisch starke spieler gesetzt. Das war auch nicht verkehrt und hat der Nationalmannschaft gut geholfen. Das ist die Generation die seit 2010 in deutschland spielt und die wir jetzt noch haben. Du wirst nie eine elf mit top top ausgebildeten Spielern haben. Der Fußball wandelt sich auch und kannst einfach pech haben bei den talenten. Für mich wirkt es nur auch so, dass man immer versucht das neueste system im Fußball zu perfektionieren anstatt breit zu streuen und variabel zu sein. Halte uns für zu perfektionistisch und das schießt uns ins knie. Geändert wird da wenig. |
| idioteque3:
Ich sehe die Probleme mit der Jugendausbildung auch, aber bis auf den fehlenden bulligen Mittelstürmer auf europäischem Spitzenniveau ist der Mix in der Nationalmannschaft aktuell doch ziemlich gut mMn. Gnabry und Sane sind doch genau die Spielertypen, die auch mal was individuell lösen und nicht abspielen. Wer gesehen hat, was Sane damals bei Schalke für absurde Solos hingelegt hat, kann mir nicht erzählen, dass der durch die Jugendausbildung zu sehr glattgebügelt worden ist. Aus zentraler Position kommt jetzt noch ein Musiala dazu, der absolute Unberechenbarkeit verströmt, und mit Havertz und Wirtz kommen da auch noch spannende Spieler nach. Mit Werner hat man auch nen sehr ordentlichen Mittelstürmer, der halt von seiner Anlage besser zu Umschaltmannschaften passt und nicht zur Nationalmannschaft, die ständig tiefe Blöcke knacken muss. Ich sehe das fundamentale Problem irgendwie nicht (bis auf den fehelenden Mittelstürmer). Nationalmannschaftsfußball ist durch das gestiegene Niveau bei Mannschaften aus der zweiten Reihe einfach unberechenbarer geworden. Da reichen dann drei Spiele mit Abschlussschwäche und einmal ab der 60. Minute ausgecoacht worden zu sein und schon fährt man nach der Gruppenphase nach Hause. Klar kann man Flick vielleicht noch vorwerfen, vor dem Turnier immer Dreierkette gespielt zu haben und dann zum Turnier eine wenig eingespielte Viererkette aufzustellen, aber auch das hätte genügt, wenn man gegen Japan zur Halbzeit 3:0 geführt hätte, was durchaus möglich war. Bei der EM hatte man das Pech schon im Achtelfinale auf eins der zwei Teams zu treffen, das mit seiner B-Elf noch Titelfavorit gewesen wäre, und auch das Spiel hätte mit etwas Glück anders ausgehen können. Wenn man nicht wie Frankreich oder England 20 Weltklassespieler im Aufgebot hat, muss man sich irgendwie abheben. Man kann wie Kroatien, Marokko diese WM oder Portugal 2016 einen extremen Stabilitätsfokus setzen und sich dann bis zum Halbfinale immer im Elfmeterschießen durchwurschteln und dafür nur noch todöde Spiele abliefern, oder es wie Italien mit einer guten Spielanlage versuchen. Und die haben sich dieses Jahr nicht mal qualifiziert, auch weil sie extrem Pech mit der Chancenverwertung hatten. Einer der Gründe, warum es mir dieses Jahr sehr leicht gefallen ist, quasi keine WM zu schauen, und warum sich das auf Sicht auch nicht ändern wird, ist, dass sich der Fußball auf Nationalmannschaftsebene mehr und mehr in die Richtung verschiebt, wo er Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger war: extremer Stabilitätsfokus und vorne regeln die Superstars. Ab und zu kommt mal jemand mit einem anderen Ansatz durch, konstanten Erfolg wie von Frankreich gibt es anscheinend nur noch so. KI-Guardiola schreibt doch immer darüber, wie groß die Rolle von Zufall bei einer kurzen Reihe von Spielen in einem Low-Scoring-Game ist, und die Antwort, die erfolgreiche Teams gefunden haben, ist, die Anzahl an Zufallsereignissen (ergo Chancen) noch weiter zu drücken. Flick hat bei dieser WM den umgekehrten Weg gewählt und dann schlecht gewürfelt. |
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