Können sich nicht einfach alle Streithähne darauf einigen, dass Dortmund ihn nicht gehen lassen müsste, aus rein finanzieller Sicht, aber die Geschäftsführung natürlich eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen muss. Auch wenn sie die 20mio+x für Lewandowski vllt nicht brauchen, so sind 20mio+x nunmal 20mio+x. Geld kann mensch immer irgendwie gebrauchen. Im Moment kalkulieren Watzke und Zorc vermutlich so, dass der sportliche Mehrwert (auch in Marketinghinsicht) des Spielers Lewandowski (vermutlich auch noch mit recht niedrigen Vertragsbezügen) die zu erwartende Ablösesumme übersteigt. Aber da Watzke und Zorc (vor allem Watzke) keine Anfänger sind, die nur oberflächliche Entscheidungen treffen, werden sie vermutlich eine Risikoanalyse durchführen. Diese Risikoanalyse beinhaltet verschiedene Szenarien. Ein Worst-Case-Scenario wäre sicherlich: Spieler verletzt sich und Schieber wäre der einzige Stürmer im Kader. Dafür ist ja nichtmal eine langfristige Verletzung notwendig, es reicht ja, wenn er fürs Achtelfinale der Champions League ausfällt, das Worst-Case-Scenario würde sich aber sicherlich mit einer langfristigen Verletzung befassen. In diesem Fall würde der Plan, Lewandowski zu halten, einen finanziellen Schaden von 20mio+x anrichten. Das wäre ein immenser Verlust, auch für einen umsatzstarken Verein wie Dortmund. So, nun wird dieses Worst-Case-Scenario mit einer Wahrscheinlichkeit versehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Scenario eintritt ist recht gering, Lewandowski ist jung und hat keine besorgniserregende Vorgeschichte von Verletzungen. Allerdings hat das im Sport nicht viel zu bedeuten. So ein Kreuzband ist schnell mal durchgerissen. Das wiederum, kann auch jedem Sturmersatz und generell jedem Spieler passieren, auf die Lewandowski wegen der Torvorlagen angewiesen ist.
Nachdem verschiedene Szenarien der Risikoanalyse durchgespielt und übersichtlich aufgeschrieben wurden, wiegen Watzke und Zorc die Risiken dann eben gegeneinander auf. Vieles hängt vermutlich auch von den Alternativen für Lewandowski ab. Wenn Dzeko für einen akzeptablen Preis kommen könnte, wird Lewandowski vermutlich eher abgegeben. Aber Dortmund lässt sich nicht in die Karten schauen beim Thema Lewandowski und das ist auf jeden Fall sehr gut. Das ist doch mal ein absolut grandioser Transferpoker, der diesen Namen auch verdient. Wer zuckt zuerst? Sind es die Bayern, die dann eben doch 20mio+x auf den Tisch legen, Geld, dass sie aus ihren Augen Dortmund, einem direkten Konkurrenten, schenken würden, da Lewandowski vllt auch ablösefrei zu haben wäre? Oder ist es Dortmund, die sich sagen, dass es Wahnsinn wäre, 20mio+x nicht anzunehmen und mehr oder weniger herzuschenken.