Der Vergleich hinkt auch in Anbetracht, dass es sich hier ums eigene Volk handelte. Ich glaube als Südkoreaner würde ich bei einer Wiederverenigung auch ohne wenn und aber helfen. Hier und jetzt handelt es sich aber um eine komplett andere Kultur, andere Sitten und diese sind meines Erachtens absolut inkompatibel. Unsere "Nächstenliebe" wird nicht erwiedert (hab Familiär bedingt Verbindungen zu der Agentur, welche jetzt für die Asylanträge zuständig ist ... zB heißt die große Mehrheit der Männer Mohamed und ist am 1. Januar eines von den Beamten geschätzten Jahres geboren, danach rennen sie in den Westen oder nach Schweden und stellen den nächsten Antrag, Kontrolle darüber hat derzeit eh keiner). Diejenigen, die dies (nächstenliebe) evtl. tun würden, befinden sich noch jetzt in Lagern in Grenznähe und haben nicht die Möglichkeiten hier her zu kommen.
Zunächst einmal finde ich es wirklich schön, dass du als potenzieller Südkoreaner solch eine Hilfsbereitschaft zeigen würdest. Dafür Daumen hoch! Daraufhin wird es aber etwas unübersichtlich. Dass ein Zusammenleben mit diesen Menschen nicht möglich ist, ist hoffentlich exklusiv deine Meinung. Aber deine Ausführungen über Nächstenliebe sind einfach nur komplett unverständlich. Wir zeigen also Nächstenliebe indem wir den Menschen erlauben Asylanträge zu stellen, aber diese Nächstenliebe wird nicht erwiedert? Abgesehen davon, dass ich als Flüchtling auch nicht im Osten bleiben wollen würde, verstehe ich nicht was du nun von ihnen erwartest. Sollen sie Dankeskarten schreiben, Kuchen backen oder dir nen Döner machen?
Wenn ich vor einem Krieg flüchten würde, dann ins nächstgelegene sichere Lager und nicht durch die halbe Welt. ... in dem Zuge hat mir meine Großmutter gleich mal ihre Geschichte von ZWEI Vertreibungen aus ihrer Heimat (Schlesien) erzählt, von der zweiten konnte sie nicht wieder zurück, seit der Geschichte hab ich noch weniger Mitleid mit denen die da kommen. Nach ihrer Auffassung sind das alles keine richtigen Kriegsflüchtling, sie weiß nicht was sie davon halten soll, dass da gut ernährte Männer mit Smartphone in die Kamera winken/grinsen.
Der syrische Bürgerkrieg geht im kommenden März in das sechste Jahr. Auf dem Staatsgebiet kämpfen Truppen aus einer Vielzahl von Ländern, im letzten Monat ist nun noch Russland auf die Seite Assads getreten und hat mit Luftschlägen begonnen. Expertenmeinungen zufolge wird dies nicht ausreichen den Krieg zugunsten Assads zu entscheiden, aber zumindest ein weiteres Vorrücken der Rebellen und des IS verhindern. Ein Ende des Krieges wurde also hierdurch eher unwahrscheinlicher als wahrscheinlicher. Die Anekdoten deiner Großmutter in Ehren, aber Smartphones bekomme ich mittlerweile hinterhergeworfen und haben Kriegsflüchtlinge, die endlich an einem sicheren Ort ankommen, von dem sie erwarten, dass sie sich hier ein neues Leben aufbauen können, ihr Recht auf Glück verwirkt und müssen nun auf ewig mit gesenktem Kopf durch die Gegend laufen?
Wenn du als Kriegsflüchtling ins nächstgelegene Land fliehen würdest, spricht das nun auch nicht gerade für deine Weitsicht. Nehmen wir mal an, dass du bei Ausbruch des Bürgerkrieges 18 Jahre alt warst und gerne Kunstgeschichte studieren möchtest. Nun gehörst du aber zu den ersten Jammerlappen, die das Land schon im ersten Jahr des Bürgerkrieges verlassen wollen, nur weil mal eine kleine Handgranate im Vorgarten hochgegangen ist. Wo gehst du nun hin? (hiermal ein kleiner Exkurs in die Geographie, das sind die Nachbarländer von Syrien)

Den Irak und Israel streichen wir gleich mal von der Liste deiner Uralubsziele. Im Irak hat der IS auch die Kontrolle über weite Gebiete des Staates und in Israel bist du in etwa so willkommen wie ein Schwarzer in Dresden während einer Kundgebung der PEGIDA. Bleiben nur noch der Libanon, Jordanien und die Türkei. In absoluten Zahlen, verglichen mit dem Wohlstand der Länder oder auch gemessen an Flüchtlingen pro Einwohner, haben alle diese Länder mehr Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland. Anscheinend reißen sich nicht alle Leute darum unbedingt nach Zwickau zu kommen. Aufgrund dieser Flüchtlingswelle haben nun aber diese Länder die Flüchtlinge größtenteils in Camps untergebracht und ihre Arbeitsmärkte abgeschottet. Einwanderungswellen wie diese erhöhen natürlich das Arbeitsangebot und senken dadurch vorraussichtlich das aktuelle Lohnniveau (gilt natürlich nur für niedrig qualifizierte Tätigkeiten, eventuell mit ein Grund wieso vor allem der Osten Deutschlands sich so fürchtet).
Nun sitzt du also in deinem 4-Sterne Hotel in der Türkei und genießt deinen Urlaub. Dein Studium der Kunstgeschichte musst du natürlich erstmal hinten an stellen, aber das macht ja erstmal nichts, damit hattest du es sowieso nicht so eilig. Nach 5 Jahren Bürgerkrieg (nun bist du 23) und hast die letzten 5 Jahre nur von der Hand in den Mund gelebt, konntest nur in prekären Verhältnissen beschäftigt werden, etc. kommt dein Cousin in die selbe Unterkunft. Erst kürzlich wurde der Krieg auch in seine Stadt getragen, wohlgenährt und mit Smartphone in der Hand taucht er vor dir auf. Du erzählst ihm wie du die letzten 5 Jahre verbracht hast und er entschließt sich dies nicht durchmachen zu wollen und macht sich mit ein paar Verwandten auf den Weg in ein besseres Land, wo es ihm erlaubt ist selbst Arbeit zu suchen und er dafür fair bezahlt wird. Als er nach mehreren Wochen endlich ankommt, wird er von einem Fernsehteam begrüßt, er ist erleichtert und findet endlich sein Lachen wieder.
und irgendwo im osten bekommt eine alte frau einen tobsuchtsanfall...
Nimm das bitte nicht zu persönlich. Ich bin nach wie vor ein Bewunderer deines Einsatzes für die koreanische Wiedervereinigung!
Falls jemand Anstoß an diesem Text nimmt, dem sei gesagt, dass mir das Lesen der letzten Seite dieses Threads auch keinen Spaß gemacht hat. Zwischendurch wurde es von jemandem begrüßt, dass die Diskussion in Deutschland nun "rationaler" werden würde. Ich weiß nicht was genau daran rational sein soll gebetsmühlenartig auf "Unvereinbarkeiten" der Kulturen und auf Gefahren der "unkontrollierten Einwanderung" hinzuweisen. Es wurde einmal ausgesprochen, es wurde zweimal gesagt, und mittlerweile kann ich dieses dumme Gefasel nicht mehr hören. Die EU sollte zügig ihre Asylrichtlinien vereinheitlichen, Frontex gestärkt werden und den Menschen aus Kriegsgebieten uneingeschränkt geholfen werden. Die EU als Ganzes kann dies bewerkstelligen. Dass diese Einigung mit Konsorten wie Orban schwer wird, werden hoffentlich die meisten wissen, aber genau für solche Aufgaben ist die EU da. Wenn sie die Flüchtlingskrise nicht lösen kann, dann ist das leider ein Armutszeugnis und entwertet viele andere gute Dinge. Aber solange die EU keine Lösung findet, bin ich für jeden Flüchtling den Deutschland aufnimmt, umso stolzer Deutscher zu sein. Die Geschichte kennt viele schlechte Episoden über unser Land, aber nun gehen wir einmal mit gutem Vorbild voran. Aber natürlich:
Die Integration wird scheitern, wenn das deutsche Volk diese Flüchtlinge nicht integrieren will. Wer selbst einmal in einem fremden Land gewesen ist und die Sprache nicht gesprochen hat, bekommt vielleicht einen kleinen Eindruck wie sich diese Menschen fühlen müssen.