@Fussballmonster : Das hieße dann keine 3 Jahre, sondern knappe 8 Monate.
Wie seht ihr das denn? Wo sollte die Grenze sein und wie sollte man mit der afD umgehen? Hofft ihr auch wie bei Grünen und den Linken dass sie sich (zumindest teilweise) entradikalisieren und die Realos die Zügel übernehmen?
Bei den 3 Jahren habe ich an die Bundesregierung gedacht. Auf Länderebene wird es in diesem Jahr wahrscheinlich schon so sein.
Wie mit der Afd umgehen? Zuerst wurden Afd Sympathisanten selbstherrlich als Wutbürger, Mecker Ossis und Nazis dargestellt. Als Menschen die zu dumm sind um zu verstehen wie es läuft. Das war der erste große Fehler. Zu Beginn der Flüchtlingswelle 2015 haben diese Leute gesagt, dass wir es eben nicht schaffen werden, das sich die Sicherheitslage drastisch verschlechtern wird und auch es auch finanziell nicht stemmbar ist. Sie haben es gesagt, viele andere haben es nur gedacht, wollten aber nicht als Nazi beschimpft werden.
Kurzum: die Sorgen von sehr vielen Menschen wurden nicht ernstgenommen. Von mir übrigens auch nicht. Ich war zu der Zeit Jugendtrainer und entsetzt warum grade die Eltern aus dem Kosovo, Polen, der Türkei gegen die Einwanderungswelle aus der arabischen Welt war/ist.
Das der unkontrollierte Zuzug von Millionen Menschen nicht problemlos von statten gehen kann, ist klar. Außer ein "wir schaffen das" kam allerdings wenig von der Berliner Politik. Die Städte wurde und werden weiterhin allein gelassen mit der Unterbringung und dem finanziellen Aspekt. Zu Beginn der Welle gab es wahnsinnig viele Freiwillige die ihre Freizeit eingesetzt haben. Das hat sich auch recht schnell wieder geändert.
Das, wie TNDO beschrieb, die Vollverpflegung, das direkte zur Verfügung stellen von Wohnungen und Häusern, irgendwann auch von Migranten hinterfragt wird, die sich alles selbst aufbauen und aktiv werden mussten, ist verständlich.
Das subjektive Sicherheitsgefühl, gepaart mit der täglichen Messerkriminalität, hat stark nachgelassen. Während der WM 2014 wurde auf den Straßen noch unbeschwert gefeiert. Heute haben die Meisten, selbst bei einem Weihnachtsmarktbesuch, ein schlechtes Gefühl. Wer sich mal privat mit Polizisten unterhält weiß, dass nur ein Bruchteil der Straftaten und Messerstechereien in die Zeitungen kommen. All das beschert der Afd weitere Wähler. Die Untätigkeit der alten Parteien ist ein Hauptproblem.
Weitere Beschleuniger der Politikverdrossenheit und des Misstrauens in die alten Partien:
Bürokratieabbau. In den letzten 40 Jahren hat sich keine Partei dafür interessiert, ganz im Gegenteil.
Rente: auch hier, keine Planung für die Zukunft.
Digitalisierung: in Zeitlupe
Bahn: privatisiert und runtergewirtschaftet. Auch hier keine langfristige Planung. Selbst große Bahnfans steigen wieder auf den PKWs um. Keine Besserung in Sicht.
Migration: seit Jahrzehnten keine klare Linie, keine Umsetzung von Recht und Gesetz. Aus Angst als Fremdenfeindlich zu gelten.
Bildung und Bildungseinrichtungen: auch hier wurde über Jahrzehnte gespart und weggeschaut.
Wie mit der Afd umgehen? Das war die ursprüngliche Frage. Es ist unausweichlich mit ihr zusammenzuarbeiten, leider. Ein Viertel der Wähler hat sich für die Afd entschieden. Je länger die aktuelle Koalition braucht um sichtbare Erfolge zu erzielen, desto schneller werden aus 25% 30% und mehr.
Es wäre gar nicht so schwer sie sehr schnell überflüssig zu machen. Dafür müssten die Altparteien aber ins Handeln kommen.
Dänemark hat es sehr schnell geschafft, die rechte Dänische Volkspartei von 21% auf 2% einzudampfen.
Afd verbieten? Da halte ich wenig von. Abgesehen davon, sind die Hürden für ein Parteiverbot, zu Recht, sehr hoch.
Was würde nach dem Verbot kommen? Eine neue Partei mit den gleichen Themen.
Beim Kernthema der Afd - Migration - wird sich in den nächsten Jahren grundsätzlich vieles stark ändern. So wie in unseren Nachbarländern. Die Frage ist nur, überlässt man das Feld weiterhin der Afd oder gestalten es die demokratischen Parteien?