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[FM 19 Touch] Klinsi und die alte Dame: Eine Hertha-BSC-Story
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Karagounis:
Wichtiger Sieg gegen Dortmund, jetzt seid ihr wieder voll mit dabei! Weiter so!
Texas Alaska:
@akumaru, Grärtsche, Karagounis: Danke für die Glückwünsche. Ist immer schön zu sehen, Leser zu haben!



Bundesliga 2020/2021 - Ein goldener Herbst an der Spree
Ich hatte ja in den vergangenen Spielzeiten immer wieder gehadert mit meiner Mannschaft und war tierisch ungeduldig - aktuell ist das alles wie weggeblasen. Wir marschieren quasi von Sieg zu Sieg, das Spiel gegen Dortmund hat uns scheinbar nochmal einen Extrakick gegeben und wir gewinnen mittlerweile auch Partien gegen Gegner, die sich komplett hinten reinstellen und nur durch Konter gefährlich sind. Spiele, die in den zurückliegenden beiden Spielzeiten im Schnitt eher verloren gegangen sind oder in einem mühsamen Unentschieden endeten, entscheiden wir aktuell für uns. Woran es liegt? Zum einen sicher an der guten Stimmung im Team und der Euphorie, die durch den guten Saisonstart entfacht wurde. Zum anderen hoffe ich natürlich auch, dass sowohl die Verbesserungen im Kader als auch die neue taktische Marschroute ihren Teil beigetragen haben. In den Wochen nach dem Dortmund-Spiel habe ich jedenfalls den Eindruck, dass wir zunehmend dominant auftreten und mittlerweile auch die spielerische Klasse haben, ein Spiel nicht nur in die Hand zu nehmen, sondern auch mit dem dadurch erlangten Ballbesitz etwas anzufangen wissen.




Gegen Freiburg ist das am 9. Spieltag der Bundesliga zunächst mal richtig hartes Brot. Wir starten mit unser zuletzt üblichen Herangehensweise und beginnen im 5-3-2 mit "ausgewogenem" Spiel, aggressivem Pressing, vertikalem und schnellen Fussball nach vorne. Gegen die Freiburger kriegen wir damit aber keinen Fuß auf den Boden, bzw. an den Ball. Deshalb spielt in der ersten halben Stunde fast nur der SC. Danach ordne ich ruhiges Aufbauspiel, mehr "Kontrolle" und weniger vertikale Pässe an - und sofort wird es besser. Wir haben deutlich mehr Spielanteile und auch mehr Chancen. In der 83. Minute bekommt Philipp dann nach einer abgewehrten Ecke den wiedergewonnen Ball direkt in den Fuß gespielt und hält aus 10 Metern einfach mal drauf. Tor! 1:0. Endstand. Mühsamer aber am Ende verdienter Sieg.

Danach geht es im DFB-Pokal gegen die eben erst abgestiegene Fortuna aus Düsseldorf. Wir beginnen das Spiel wie wir es zuletzt gegen Freiburg beendet haben und wüsste ich es nicht besser, ich hätte schwören können, dass ich hier nicht eine Partie der Hertha gegen Fortuna Düsseldorf sehe, sondern eher eine Paarung wie zum Beispiel des FC Bayern gegen sagen wir mal den FC Augsburg. Weniger der eigentlichen Spielweise wegen - da sind wir immer noch meilenweit weg vom Rekordmeister - sondern eher im Hinblick auf die Souveränität unseres Auftritts und wegen der Selbstverständlichkeit mit der wir das Spielgeschehen bestimmen, das Tempo vorgeben und nach zwei Toren und 60 Minuten, dann das Spiel sauber runterfahren und den Sieg völlig unbedrängt ins Ziel bringen. Wirklich klasse. Wenn ich daran denke, wie wir bei meinem Amtsantritt gegen einen Drittligisten aus dem Pokal geflogen sind, dann liegen Welten zwischen diesen beiden Auftritten.

Anschließend geht es in der Bundesliga genauso weiter. Eintracht Frankfurt kommt nach Berlin und wie schon gegen Düsseldorf bestimmen wir das Spielgeschehen. Unsere beiden Tore fallen in der ersten Halbzeit, beide nach Ecken. Für uns eher ungewöhnlich. Frankfurt versucht danach alles und kommt tatsächlich noch zum Anschlusstreffer, am Ende behalten wir die drei Punkte aber völlig verdient in Berlin.

In der Europa-League müssen wir danach nach Danzig. Und wie schon im Hinspiel, ist das für uns eher eine Fingerübung. Der 3:0-Sieg hätte auch problemlos noch ein bisschen höher ausfallen können - was umso beeindruckender ist, wenn man weiß, dass wir mir einer absoluten B-Elf aufgelaufen sind, einschließlich zweier Eigengewächse (Newgens): Martin Schmitt (16-jähriger Stürmer) und Steffen Schuster (17-jähriger Linksverteidiger). Die Nominierung von Schmitt für ein Pflichtspiel ist übrigens ein echter Vereinsrekord, behauptet die Presse. Noch nie ist ein derart junger Spieler für die Hertha aufgelaufen. Angeblich.

Danach kommt Schalke zu uns. Königsblau war in der Vorsaison Zweiter, dieses Jahr haben sie es aber etwas schwerer und sind nicht so gut in die Saison gekommen. Zuletzt haben sie aber deutlich zugelegt und gegen uns zeigen sie auch, wie ihnen das gelungen ist. Mit gutem Stellungsspiel, aggressivem Zweikampfverhalten und plötzlichen, extrem schnellen Vorstößen nach Ballgewinn. Das Gegentor kassieren wir auch in eben einer solchen Situation. Zwei Schalker gehen auf meinen ballführenden Spieler an der Mittellinie, erobern den Ball und spielen ihn blitzschnell die Linie runter. Seitenwechsel. Pass in die Mitte. Tor. Wir haben dem nur bedingt etwas entgegen zu setzen - bzw. eigentlich haben wir das schon, nur Schalke ist defensiv bockstark und kann somit das 1:0 über die Zeit retten.

Nicht weiter tragisch. Trotz der Niederlage ist es danach, als wäre nichts geschehen. Gegen den HSV kassieren wir zwar erneut einen unnötigen Gegentreffer, schießen aber auch selbst zwei Tore. Eigentlich sogar drei, aber der Videoschiedsrichter erkennt uns den dritten Treffer in einer denkwürdigen Entscheidung ab. Dem Tor vorangegangen war ein Eckball, den Maximilian Philipp ins Aus geköpft hatte. Deshalb gab es Abstoß für den HSV. Meine Mannschaft war bereits Richtung eigene Hälfte getrabt und im gegnerischen Drittel befanden sich neben dem Keeper nur noch drei Schalker. Der Keeper spielt den Ball zum ersten der drei Spieler, der weiter zum zweiten und dieser wiederum zum dritten. Da Spieler Nummer drei weiter vorne keine Anspielstation findet, will er zurück zum Keeper passen, erwischt ihn aber auf dem falschen Fuß und so kullert der Ball ins leere Tor. Meine Spieler reißen die Arme nach oben. Regulärer Treffer würde ich sagen. Aber nein! Jetzt kommt der Einsatz des VAR. Und Obacht: Treffer wird annuliert, wegen Abseitsstellung des Schützen. Immer schön, wenn sich Videoschiedsrichter in Computerspielen neue Regeln ausdenken. Hoffe, das macht nicht Schule.

Wir gewinnen trotzdem gegen den HSV und fahren entsprechend beflügelt nach Newcastle. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Wir werden dort einen denkwürdigen Europa-Pokal-Abend erleben. Eine jener Nächte, auf die man später voller Nostalgie zurück blickt und mit verklärtem Blick seufzt: “Hachja….”  Schon alleine das Stadion ist immer eine Reise wert: Einfach eine richtig geile Hütte. Wer es nicht kennt, hier mal ein Eindruck:


Foto:Dom FellowesCC BY-2.0
In dieser sensationellen Kulisse geben meine Jungs von Minute eins an Vollgas. Im Gegensatz zu den letzten Spielen in der Liga legen wir wieder weniger Wert auf Ballbesitz und spielen so, wie ich es eigentlich am liebsten mag: Direkt, schnell, überfallartig. Newcastle kommt damit überhaupt nicht zurecht. Sobald wir den Ball haben, wirds gefährlich für den Gegner und das innerhalb von Sekunden. Und auch wenn das in der ersten Phase des Spiels nicht im Torerfolg mündet, macht es einen Riesenspaß zuzuschauen. Am Ende ist es dann Lazar Samardzic der uns nach 20 Minuten das erste Mal jubeln lässt. Er ist ein Eigengewächs aus der Jugend - zu ihm später mehr. Heute macht er ein großartiges Spiel und erzielt völlig zurecht seinen ersten Treffer auf internationaler Bühne, mit gerade einmal 18 Jahren. Eigentlich wäre er Kandidat für den Titel “Spieler des Spiels”, wenn, ja wenn: Wenn da nicht Javairo Dilrosun wäre. Er spielt heute wie von einem anderen Stern und trifft in Minute 36, 41 und 45 - der schiere Wahnsinn! Wir führen zur Pause also mit 4:0 und haben ein 45-minütiges Fußballfeuerwerk gesehen. In der Pause male ich mir aus, was wohl in der Kabine loswäre, wenn das hier kein FM-Save wäre, sondern die Realität. Und ich bedauere, dass es nur ein Computerspiel ist… :-)

Halbzeit Zwei ist dann was Tore betrifft ruhiger, aber das Spiel bleibt trotzdem aufregend. Zunächst rein fußballerisch, denn meine Jungs geben weiter Gas. Newcastle hingegen scheint Angst vor dem totalen Untergang zu haben und mauert, mauert, mauert. Und foult. Und das richtig brutal. Nach einer Stunde bleibt Maximilian Philipp liegen und schlägt mit der Hand auf den Rasen. Wie ich später erfahren werde: Muskelbündelriss im Oberschenkel. Er fällt 2 bis 3 Monate lang aus. Richtig, richtig bitter. Und ein verdammt hoher Preis für diesen Sieg. Aber was will man machen?

Wie es der Zufall so will, erwischt es drei Tage später meinen Linksverteidiger Marvin Plattenhardt mit exakt der gleichen Verletzung im Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Auch diese Partie gewinnen wir souverän, allerdings “nur” mit 2:0.

Trotz der beiden wirklich bitteren Ausfälle gibt es beim Blick auf die Tabellen richtig viel Grund zur Freude. In der Bundesliga sind wir Tabellenzweiter und in der Europa League Tabellenführer und bereits jetzt für die nächste Runde qualifiziert.






UND SONST SO?

Ich hatte es weiter oben schon erwähnt: Neben der Vielzahl an tollen Spielen mit wirklich guten Ergebnissen und der Erkenntnis, dass meine Mannschaft sich spielerisch und taktisch nun wirklich deutlich weiterentwickelt hat, haben mich vor allem zwei Dinge, bzw. zwei Spieler und ihre Entwicklung ganz besonders gefreut. Zum einen ist das Eddy Salcedo, der ja schon in der Vorsaison zu uns gestoßen ist und immer wieder seine Einsätze hatte, in denen er auch durchaus zu überzeugen wusste. Er hat in den vergangenen Wochen nochmals einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht und man kann ihn jetzt mit Fug und Recht als vollwertigen Bundesligastürmer betrachten - und das mit gerade einmal 19 Jahren. Aktuell hat er zwar noch den endlich zur vollen Stärke entfalteten Maximilian Philipp sowie unseren Neuzgang Alfredo Morelos vor sich, aber wenn sich Salcedo weiter entwickelt wie bisher, dürfte er bald unser Stürmer “numero uno” werden. Kein Wunder dass die halbe Bundesliga hinter ihm her ist und bereits jetzt stolze Summen bietet. Aber ich werde den Teufel tun und ihn jetzt verkaufen.

Und dann ist da auch noch Lazar Samardzic. Er kommt aus der eigenen Jugend, ist gerade mal volljährig und braucht sicher noch ein bisschen, bis er dauerhaft die erste Elf anvisieren kann. Trotzdem hat er in den Einsätzen in dieser Saison so herausragende Leistungen gezeigt, dass er immer wieder mal von Anfang an ran durfte (in der Europa League z.B. oder in der letzten Partie gegen Wolfsburg). Und bei diesen Gelegenheiten hat er immer (IMMER!) zu den besten Akteuren auf dem Platz gezählt. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, sich bei eigenem Ballbesitz vom Gegener unbeachtet davonzustehlen und dann prima anspielbar in 20 bis 30 Metern vom gegnerischen Tor ungedeckt zu positionieren und den Ball sofort aufs Tor zu ballern, sobald er ihn bekommt. Auf diese Art hat er schon den ein oder anderen Treffer erzielt. Auch sonst hat er ein paar tolle Moves drauf und leitet den Ball gerne in einer Art und Weise weiter, die gute Torchancen produziert. Ich bin sehr sehr gespannt auf seine weitere Entwicklung. Immer schön, wenn solche Jungs aus der eigenen Jugend kommen.


Grätsche:
Sieht doch gut aus.
OppaChonk:
Bombensaison! Wie geht's Arne Maier?
JohnJameson:
Sauber. Durchhalten. Vielleicht schaffst dus in die CL.
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