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| Miro, Miro, HSV - (vormals: 1. FC Kaiserslautern) |
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| Texas Alaska:
Foto: Ungry Young Man, CC BY 2.0 Bundesliga-Hinrunde 2020/2021: Harte Zeiten für Rote Teufel Um es vorweg zu nehmen: Nein, der FCK hat nicht wirklich die Kurve gekriegt. Wie schon in den ersten Wochen der Saison eiern wir weiter durch die Spiele und bis zur Winterpause wird der vielzitierte Bock nicht umgestoßen. Aber der Reihe nach. Zunächst einmal kommt der VfB zu uns auf den Betzenberg und das ist für die Fans ein echter Freudentag. Die beiden Fanszenen verbindet nämlich eine sogenannte Fanfreunschaft, die sich, wenn ihr mich fragt, eher aus einem gemeinsamen Feind (KSC) als echter Seelenverwandschaft speist. Der VfB ist ein durch und durch schwäbischer Verein, dem die Pfälzer Seele mit all ihren Höhen und Tiefen eher fremd ist. Und die Hingabe und Leidensfähigkeit des FCK-Anhangs kann man sich nur schwer in den Reihen der Heimfans des Stuttgarter Neckarstadions vorstellen, wenn man einmal erlebt hat, wie schnell dort die eigene Mannschaft wegen kleinster Fehler ausgepfiffen wird. Die sogenannten Fans des VfB würden meiner Meinung nach eigentlich eher zu den Bayern oder zu RB Leipzig passen. Ihr großes Problem: Der VfB hat als Verein bei weitem weder die finanziellen Mittel noch die fußballerische Kragenweite dieser beiden Clubs. Merkt man irgendwie, dass ich eine persönliche Antipathie gegen den größeren der beiden Stuttgarter Clubs hege? Egal. In diesem Save ist das Spiel FCK gegen VfB Abstiegskampf pur, wie ein Blick auf die Tabelle im letzten Post verrät. 3 Punkte sind hier und heute für uns enorm wichtig. Entsprechend engagiert gehen meine Jungs auch zu Werke. Wieder einmal belohnen wir uns dafür aber leider nicht und müssen bis zur 60. Minute warten bis Hendrick Zuck einen Querpass von Dick volley annimmt und in den Maschen versenkt. 1:0. In den letzten 30 Minuten des Spiels gibt es ein Dutzend Gelegenheiten, bei denen das Spiel ganz kurz davor steht zu kippen - tut es dann aber doch nicht. Und so gehen wir nach Abpiff als Sieger vom Platz und gewinnen nach einer ganz, ganz langen Durstrecke (seit dem zweiten Spieltag) endlich mal wieder ein Spiel. Das verschafft uns zwar ein bisschen Luft in der Tabelle, der erhoffte Umschwung in den Ergebnissen bleibt aber in den folgenden Partien leider aus. Schon in der Woche drauf gegen Schalke verlässt uns wieder das Glück. Bereits nach 20 Minuten führt Königsblau nach zwei für uns mehr als unglücklichen Toren, einschließlich eines meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigten Elfmeters. Danach machen wir ein richtig gutes Spiel, es reicht aber nur zu einem Tor und damit zu einer 1:2 Niederlage. Hier wäre locker ein Unentschieden drin gewesen. Das Selbstvertrauen aus dem Heimsieg gegen den VfB ist danach natürlich verpufft und so quälen wir uns im zweiten Abstiegskrimi, dieses Mal gegen den 1. FC Köln mit der Chancenverwertung herum. Das Ergebnis (0:0) lässt es kaum vermuten, aber die Zuschauer die an diesem Tag im Stadion waren, haben ein echt aufregendes und chancenreiches Spiel gesehen. Auf beiden Seiten. Leider ohne Tore. Ebenfalls auf beiden Seiten. Die gibt es dann gegen die Bayern zu Hauf. Leider auf der falschen Seite. Was umso ärgerlicher ist, weil es sich um ein Heimspiel handelt und ein Besuch der Bayern auf dem Betzenberg nicht nur an sich schon ein Knaller ist, sondern auch eine gewisse Historie hat, in der einige schmerzhafte Niederlagen für den großen FCB vorkommen. Heute ist das anders, heute siegt der FCB ziemlich souverän. Trotzdem machen wir wieder einmal ein richtig gutes Spiel, das auch durchaus anders hätte ausgehen können, wenn wir nicht so fahrlässig mit unseren Chancen umgehen würden. Hätte, hätte, Fahrradkette. Beim HSV gehen wird dann richtig unter. Hier passt das Ergebnis ausnahmsweise mal zum Spielverlauf. Wir gehen früh in Führung uns stellen danach den Spielbetrieb komplett ein. Der HSV hat leichtes Spiel und gewinnt das Ding ohne große Anstrengung. Tja und damit ist die Krise mal so richtig da in Kaiserslautern. Vier Spiele, ein Punkt. Wir stehen mit einem Bein auf einem Abstiegsplatz (nur noch ein Punkt Abstand) und die Stimmung im Team ist im Keller. Aber wie es eben manchmal so ist: Wenn Du denkst, es geht nicht mehr… ...kommt von irgendwo ein Sieg gegen Gladbach daher. Es scheint als hätte mein Team die desolate Niederlage gegen den HSV gebraucht, um den Kopf frei zu kriegen. Quasi, wie Anlauf nehmen. Gegen Gladbach sind wir vom ersten Moment an blitzwach, schießen schnell zwei Tore und lassen uns auch vom prompten Anschlusstreffer nicht aus der Ruhe bringen, sondern erhöhen in Halbzeit Zwei auf 3:1. Auch der erneute Anschluss kurz vor Schluss ist dann kein Problem mehr. Wir schaukeln das Ding nach Hause und gewinnen gegen einen Champions-League-Aspiranten. Nett. Aus taktischer Perspektive bin ich übrigens wieder bei meiner Ausgangsformation gelandet, einem 4-2-4. Allerdings sind die beiden zentralen Mittelfeldspieler einen Schritt weiter nach hinten gezogen und stehen auf dem Taktiscreen nun als DM direkt vor der Abwehr. Damit trotzdem Dynamik ins Spiel kommt, haben sie beide die Rolle Segundo Volante und das funktioniert ganz gut. Was die Anweisungen betrifft bin ich ebenfalls wieder bei altbewährten Rezepten gelandet. Heißt: Gegenpressing, Konter, lange Bälle. Unterschied zu der Vorgehensweise aus Liga 2 und 3 ist nur, dass wir nun vor allem über die Flügel aufbauen. Das wars eigentlich auch schon. Mit diesem Vorgehen haben wir die letzten beiden Spiele bestritten, also die fatale Niederlage gegen den HSV und den überraschenden Sieg gegen Gladbach. Interessanterweise war zwischen der gegnerischen Taktik des HSV und der Gladbacher kein allzu großer Unterschied festzustellen. Beide nutzten die gleiche Formation (4-3-2-1), haben früh gestört und im Ballbesitz auf schnelle Kurzpässe gesetzt. Ich werde jetzt erstmal an dem System festhalten. Das viele Hin und Her hat ganz offensichtlich mehr geschadet als genutzt. In der Tabelle sieht es durch den Sieg gegen Gladbach auch wieder besser aus und wir sind im Hinblick auf unser Saisonziel (Klassenerhalt) auch wieder im Soll. Welchen Unterschied manchmal drei Punkte ausmachen können: |
| knufschu:
--- Zitat von: Texas Alaska am 14.September 2021, 16:49:28 --- Merkt man irgendwie, dass ich eine persönliche Antipathie gegen den größeren der beiden Stuttgarter Clubs hege? --- Ende Zitat --- Nein, merkt man nichts von :-) Schön, dass du wieder schreibst und nicht Fifa zockst ;) |
| surgeon2k:
sehr schöne storie . habe das buch von miro auch gelesen und bin gespannt wie es weiter geht. |
| Texas Alaska:
--- Zitat von: knufschu am 16.September 2021, 19:48:25 --- --- Zitat von: Texas Alaska am 14.September 2021, 16:49:28 --- Merkt man irgendwie, dass ich eine persönliche Antipathie gegen den größeren der beiden Stuttgarter Clubs hege? --- Ende Zitat --- Nein, merkt man nichts von :-) Schön, dass du wieder schreibst und nicht Fifa zockst ;) --- Ende Zitat --- Jou, manchmal tut ja auch ein bisschen Abstand zwischendurch ganz gut. Hab z.B. meine Taktikeinstellungen in dem Save nach monatelanger Pause mit völlig anderen Augen gesehen ("Was zum Teufel hab ich mir dabei nur gedacht?!") Und Fifa war es zuletzt kaum noch, hab mich auf Konsole dann total in den weiten des Ödlands von Boston (Fallout 4) verloren. Aber das ist ein anderes Game bzw. Genre... |
| Texas Alaska:
Zwischenfazit: Winterpause 2020/2021 Winterpause auf dem Betzenberg: Zeit für ein erstes Fazit nach der ersten Bundesligahinrunde seit 2011. Wie erwartet hat es der FCK schwer in der Beletage des deutschen Profifußballs. Wir treten mit einer Mannschaft an, die zwar als Gefüge über zwei Spielzeiten zusammen gewachsen ist, aber eben auch zu wichtigen Teilen aus Spielern besteht, die bereits in der 3. Liga für Lautern gekickt haben. Unser Goalgetter Lukas Spalvis etwa, der Mittelfeldmotor Mads Albaek oder Innenverteidiger Kevin Kraus - um nur mal die Wichtigsten zu nennen. Allesamt Spieler die zwar damals fast zu gut für die Dritte Liga waren und sich seitdem auch weiterentwickelt haben. Aber dennoch besteht zwischen ihren spielerischen Fähigkeiten und denen der meisten Konkurrenten in dieser Liga dann doch noch mal ein deutlicher Unterschied. Ein Unterschied, den wir in den vergangenen Monaten schmerzhaft zu spüren bekommen haben. Am Ende stehen wir zur Winterpause zwar deutlich über dem Strich. Mit gerade einmal 3 Siegen und schmalen 15 Punkten ist aber auch klar, dass wir in der Rückrunde eine Steigerung brauchen, wenn wir drin bleiben wollen. Wie schon im letzten Posting beschrieben habe ich auf taktischer Seite einiges probiert, um das Maximum rauszuholen, nicht immer mit dem erwünschten Erfolg. Mein Problem ist ehrlich gesagt auch, dass ich das im realen Fußball häufig von Underdogs praktizierte Spiel noch nie richtig im FM umgesetzt gekriegt habe. Defensiver Mauerfußball mit Kontertoren und/oder Toren nach Standards klappt schlicht nicht. Wahrscheinlich bin ich zu doof oder vielleicht ist mir in den entscheidenden Situationen das Würfelglück nicht hold, aber immer wenn ich versuche zu spielen wie z.B. Chelsea damals im CL-Finale gegen die Bayern, kriege ich die Hucke voll. In englischsprachigen Foren geht ja das Gerücht um, dass die Matchengine des FM defensive Underdog-Taktiken einfach nicht gescheit umgesetzt kriegt, weil der Favorit eben doch immer wieder Chancen erhält und die aufgrund der technischen Überlegenheit dann eben öfter auch reingehen - keine Ahnung ob da was dran ist. Ich habe für meinen Teil jedenfalls aufgegeben, mich hinten reinzustellen und nur auf Konter zu setzen. Das Maximum an Defensive, das ich mit dem FCK in diesem Save spielen kann ohne völlig den Kasten vollgeballert zu bekommen, ist eine Mentalität auf mindestens “ausgewogen” und eine Defensiv-/Pressinglinie auf mindestens “Standard”. Alles darunter führt zum Chancen- und meist auch Torefestival für den Gegner. Und das obwohl meine Defensive im mannschaftsinternen Vergleich eigentlich noch am ehesten Bundesligaformat hat. Ich komme bei meinem Resumée zur ersten Hälfte unseres Bundesliga-Abenteuers deshalb nicht umhin festzustellen, dass mein Kader einfach nicht wirklich konkurrenzfähig ist. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt wo wir herkommen, nämlich letzendlich aus der Drittklassigkeit. Wir waren schlicht zu lange weg von den Fleischtöpfen der großen Fußballbühne, als das wir auch nur annähernd konkurrenzfähige Gehälter zahlen könnten. Ein Blick auf den ligainternen Budgetvergleich spricht Bände: Wie ihr seht sind wir in der Gehaltstabelle abgeschlagen Letzter. Schon der Verein auf Rang 15 zahlt doppelt so hohe Gehälter, von den Clubs in der oberen Hälfte ganz zu schweigen. Da liegen Welten dazwischen. Und wir sprechen hier nur von Gehältern, nicht von Transferbudgets. Was die Lösung meines Problems nicht gerade einfacher macht. Eigentlich müsste ich diesen Winter auf dem Transfermarkt nachlegen und in jedem Mannschaftsteil mindestens einen Spieler verpflichten, der uns ein bisschen mehr in Richtung Bundesliganiveau bringt, bzw. für zumindest etwas mehr Breite im Kader sorgt. Dumm nur: Ich kann mir das schlicht nicht leisten. Also nicht mal einen Spieler, einen pro Manschaftsteil schon gar nicht. Schon die Wünsche der vorhandenen Spieler nach Vertagsverlängerungen und damit Höherdotierung würden mein Budget komplett sprengen, würde ich sie alle umsetzen. Neue Spieler verpflichten ist da nicht drin. Und in der Jugend gibt es zwar ein paar ganz nette Talente, bis auf den bereits mehrfach erwähnten Tom Bartel (der auch regelmäßig Einsätze erhält) ist da aber nix, was man guten Gewissens in der Bundesliga aufs Feld lassen könnte. Und so kommt es, dass dieses Transferfenster komplett ereignislos am FCK vorübergeht. Gezwungenermaßen. Wir gehen mit dem bestehenden Kader in die Rückrunde und setzen voll auf das Prinzip Hoffnung. Wenn es uns in der Rückrunde gelingt, das ein oder andere enge Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden und vor allem gegen die Konkurrenz im Abstiegskampf zu punkten, dann könnten wir es schaffen - und drin bleiben. In der kommenden Saison müssen wir dann “aus Nüscht wat machen” und darauf setzen, dass wir mit den Fernsehgeldern das Gehaltsbudget wenigstens ein bisschen ausdehnen können. Vielleicht gelingt uns ja auch nochmal sowas wie nach dem Zweitliga-Aufstieg und wir verkaufen ein oder zwei Altgediente zu überhöhten Preisen, aber darauf will ich nicht setzen. Zur Not müssen eben Leihen herhalten. Aber das sind Probleme, mit denen ich mich beschäftige, wenn es soweit ist. Jetzt gilt es erstmal den Klassenerhalt zu sichern. Das wird schon schwer genug. |
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