In Hoffenheim will man jetzt offenbar doch den schnellen Erfolg und gibt dafür das Konzept der konsequenten Nachwuchsförderung (irgendwo) auf. Das macht den Verein für andere Fans nicht gerade sympathischer. Und ich frage mich auch, warum die so ungeduldig sind. Die haben deutschlandweit mit die besten Jugendeinrichtungen und hochmoderne Trainingsanlagen. Wenn man sich anhört, wie exzessiv bei anderen Vereinen im Jugendbereich gewildert wird (andere Teams machen das auch, aber Hoffenheim übertreibt es da wohl zuweilen), dann macht sie das noch unsympathischer.
Eigentlich könnte sich Hoffenheim das sparen. Der Kader ist viel zu gut, um in Abstiegsgefahr zu geraten und wenn ein Trainer dem Team endlich mal Konstanz beibringt, dann reicht es auch für die Europa League. Abwarten und die Früchte der Jugendarbeit einfahren. Allerdings werden durch solche (Trans)Aktionen falsche Anreize gesetzt. Wie groß ist denn die Motivation für einen junge Spieler, wenn gestandene Neuzugänge verpflichtet werden? Nehmen wir das Beispiel Sven Schipplock (übrigens kein Eigengewächs). Er wird sicher kein Mario Gomez werden, aber er hat doch das Zeug zu einem ordentlichen Bundesligaprofi. Ihm setzt man nun Derdiyok vor die Nase. Dazu kommen Wiese und Delpierre, die schon einiges erreicht haben und nun (höchstwahrscheinlich) einen Rentenvertrag bekommen haben.
Das ist nicht das Jugendkonzept, das immer so groß propagiert wird und das ist einfach nur sehr schade.
Wer hat es aus der eigenen Jugend denn bislang geschafft?
Einzig Vukcevic, wenn man so will. Alle anderen sind nämlich erst mit Ü19 zum Verein gekommen. Auch Weis und Compper haben nie ein Spiel für die U19 absolviert.
Hoffenheim hat ein paar Talente (z.B. Thomalla), ja sogar welche, die schon relativ lange für die U-Mannschaften spielen. Aber die sind aktuell außen vor.
Ich sehe da keinen Mut, sein eigenes Konzept konsequent einzuhalten. Das ist schon enttäuschend.