Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat sich zumindest vorübergehend vom Transfermarkt zurückgezogen. Vorstandschef Heribert Bruchhagen begründete dies am Dienstag damit, dass „wir nicht bereit sind, uns mit nur einer Personalie in eine finanziell wacklige Lage zu begeben.“ Man habe zuletzt mit drei, vier Spielern gesprochen, aber die Verhandlungen beendet, „weil anscheinend einige Mitbewerber ein anderes Lohnniveau besitzen als wir.“ Außerdem sei der Vorstand überzeugt davon, auch mit dem jetzigen Kader erneut die Liga zu halten.
Bruchhagen verdeutlichte die Situation an einem Beispiel. Ein Spieler, der fünf Millionen Ablöse koste, wolle mindestens 2,5 Millionen pro Jahr verdienen: „Das sind 12,5 Millionen für drei Jahre, und das Gehaltsniveau zu unseren bisherigen Leistungsträgern würde sich mindestens verdoppeln.“ Auch betrachtet die Eintracht die Entwicklung auf dem Pay-TV-Markt mit Sorge. Niemand könne derzeit sagen, dass der Vertrag mit Arena wirklich drei Jahre lang halte, da Premiere vehement versuche, dem neuen Anbieter das Wasser abzugraben. Es bestünde durchaus die Gefahr, dass bei dem „Kampf zwischen Premiere und Arena alles zerbröselt“.
Bruchhagen wies darauf hin, dass die Bundesligisten mit insgesamt 680 Millionen Euro verschuldet seien: „Dadurch wird der Markt verfremdet, bei fast jedem Transfer wird ein nicht realer Gegenpreis gefordert.“ Diesen „ruinösen Wettbewerb“ wolle man nicht mitmachen.