warum den "Reichen" 75% ihres Erwirtschafteten zu nehmen eine gute Idee sei. Ich gehöre sicherlich nicht dazu; aber auch ich kann nachempfinden, dass das alles wäre, nur eines nicht: gerecht.
Den Reichen 75 % ihres Erwirtschafteten zu nehmen ist ja richtig human. Das hat sich vor einiger Zeit noch ganz anders angehört.
https://www.youtube.com/watch?v=J6uB8CYwiS0Auf diesem Strategietreffen wurde noch davon gesprochen, 1% der Reichen zu erschießen bzw. in Arbeitslager zu stecken. Da kann man nur froh sein, wenn man wie ich als ehemaliges Dissidentenkind (Vater 2 Jahre politischer Häftling in Naumburg an der Saale) sozusagen natürliche Antikörper gegen diesen Schützenverein entwickelt hat. Ist eh so ein obskurer Club. Ich habe Leute (in meiner Familie), die bekennende Linksparteiwähler sind (O-Ton: Ich bin Kommunist). Dieselben Leute sagen mir dann aber im selben Atemzug, dass wenn sie wählen gehen und auf der Kandidatenliste bei der Linkspartei jemand mit ´nem türkisch oder ausländisch klingenden Nachnamen steht, sie dann nicht die Linkspartei wählen sondern die Piraten.
Ja, was sagt man denn dazu? Rassismus, oder? Gibt also offensichtlich auch Rassisten bei der Linkspartei. Das wird noch dadurch deutlich, dass die Linkspartei und die SPD zusammen bei der letzten Bundestagswahl, fast so viele Wähler an die AFD verloren haben wie die CDU.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article168989573/Welche-Parteien-die-meisten-Stimmen-an-die-AfD-verloren.htmlAuf Landesebene sogar teilweise die meisten Wähler an die AFD verloren.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-07/afd-linke-rechts-links-waehler-gemeinsamkeitenJa, man mag es kaum glauben aber Linke wählen Rechte sprich Linkspartei speist die AFD. Ist doch auch relevant in Bezug auf die Kontaktschuld, die heute so oft zur Anwendung kommt. Man macht sich doch nicht mit Rechten gemein, oder? Also wem das, keine Kopfschmerzen bereitet, der sollte es mal mit Astra Zeneca probieren.
Ach ja Astra Zeneca und Corona: das Thema hat sich leider längst von einer Sach- zu einer Glaubensfrage entwickelt, gut dargestellt durch das Stern Cover vom letzten Dezember. Wo es um Glaubensfragen geht, klinke ich mich aus. Deswegen diskutiere ich auch nicht mehr darüber sondern kommentiere nur noch.
https://www.pdfmagaz.in/02052306-der-stern-23-dezember-2020/Impfen als Akt der Nächstenliebe. Erstaunlich wie hoch urplötzlich Nächstenliebe und Solidarität wieder im Kurs stehen und ihr Revival erleben. Genau das wurde doch von der Politik und Gesellschaft in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt.
Wer kennt ihn noch den Müntefering, der in der Harz4 Debatte Äußerungen wie ´Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen´ vom Stapel ließ. Nun sei ihm zugute gehalten, dass es sich dabei nicht um seinen Sprech sondern vielmehr um ein Bibelzitat vom Apostel Paulus handelt, mit dem aber fleißig gegen Sozialhilfeempfänger polemisiert wurde. Also gegen die sozial Schwachen der Gesellschaft, die doch unsere Solidarität brauchen oder? Schlimmer noch, der alte Münte hat es sogar noch abgewandelt im Original heißt es nämlich: Wer nicht arbeiten
will, der soll auch nicht essen. Müntes Version ist also eine Verallgemeinerung, dass also alle Hartzer, auch die Arbeitswilligen, nicht essen sollen. Ist das nicht solidarisch?
Oder der leidige Solizuschlag für den Osten... Mehr Solidarität geht doch nicht oder? Wenn es schon im Namen steht.... Was hat der Plebs dagegen gewettert, dass das doch langsam mal aufhören sollte mit der Bevorteilung des Ostens nach 30 Jahren, obwohl sich die Löhne dort trotz gleicher Arbeit immer noch nicht auf West Niveau befinden. Der Bund der Steuerzahler rüstet gerade wieder kräftig auf für einen Prozess gegen das Finanzministerium. Ist das nicht solidarisch?
Dann noch diese renitenten Impfunwilligen. Denken nur an sich und nicht an die Gemeinschaft. Aber ist es nicht auch so, dass die Impfunwilligen letztlich mit ihren Steuergeldern die Impfungen der Impfwilligen mitfinanzieren? Ist das nicht solidarisch?
Apropos solidarisch...Gerade gestern hatte ich wieder so ein Erlebnis hier auf der Straße. Eine Mutter mit Kinderwagen raunzt mich an, dass ich auf der Straße keine Maske trage (was in Spanien seit Juni auch nicht mehr vorgeschrieben ist). Da ich bei unfreundlichen Menschen prinzipiell auf Durchzug schalte, machte ich einen auf nix verstehen und sage nur: Sorry, English? Ich dachte jetzt bin ich raus aus der Nummer, da hier eh so gut wie keiner Englisch kann aber dann sagte sie das doch alles nochmal extra für mich auf Englisch auf, was ich sehr beachtlich fand. So ein Mist aber auch... :-) Bin dann einfach weiter und bekam von ihr noch hinterhergerufen : ´Wir sind hier in Spanien!´ und ´Scheiß Ausländer!´
Bin ich dieser Frau jetzt böse? Natürlich nicht. Warum? Weil sie mir leid tat. Auf Leute, die einem leid tun, kann man nicht böse sein. Das kennt ihr sicher auch.
Ja und die Meinungsfreiheit. Die meisten verstehen darunter, dass man sagen darf was man möchte, oder? Nein, das greift zu kurz. ich sage immer: Meinungsfreiheit ist nicht das, was man sagen darf, sondern was man jemanden sagen lässt. Meinungsfreiheit gibt es auf der ganzen Welt und in allen Ländern. Der Unterschied ist nur, dass man in bestimmten Ländern dafür Sanktionen erwarten muss und in anderen nicht. Meinungsfreiheit ist also nicht nur die Freiheit etwas zu sagen, sondern, es sagen zu können , ohne dafür persönliche Konsequenzen in Kauf nehmen zu müssen. Da trennt sich die Spreu vom Weizen.
Und dann noch etwas @ Henningway Ich schreibe das jetzt bewusst hier und nicht als PN. Mir missfällt die Art und Weise deiner Moderation in diesem Subforum. Wie du sicher gesehen hast gibt es den Thread ´ In eigener Sache: Ein Wort zum Umgang in diesem Forum´ den du auch selber unterzeichnet hast. Vor allem die Worte
sachlich und
zurückhaltend solltest du dir zu Herzen nehmen. Vor ein paar Wochen hattest du im Zusammenhang mit Impfskeptikern noch den Euphemismus ´Ungebildete´ benutzt. Da hattest du dich noch im Griff gehabt, obwohl du sicher ein anderes Wort im Kopf hattest. Jetzt bist du im Zusammenhang mit Meinungsfreiheit schon bei ´Idioten´ und ´abfucken´ angekommen. Du bist Moderator und solltest daher auch dementsprechend moderat auftreten. Du als Moderator schaffst mit Ausdrücken wie´ Idioten´ eine Atmosphäre, die nicht zur Diskussion einlädt, sondern eher abschreckend wirkt. Stell dir mal vor in der Schule sagt ein Lehrer: Wir wollen heute über das Thema x diskutieren. Ich hoffe mal, dass kein Idiot hier in der Klasse ist, der eine andere Meinung zum Thema hat als diese hier. Wirkt das einladend auf dich?
Wir alle haben unsere Ansichten und Meinungen und schießen auch mal über das Ziel hinaus. Das ist völlig normal. Aber Moderatoren sollten sich dazu nicht hinreißen lassen. Zum Thema der ´gefühlten nicht Meinungsfreiheit ´ habe ich hier einen Artikel, der dich wahrscheinlich richtig ´abfucken´ wird.
https://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/kurzberichte_dokumentationen/FAZ_Juni2021_Meinungsfreiheit.pdf
Wenn mittlerweile fast die Hälfte der Bevölkerung Sorge hat, für seine Meinungsäußerung persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen, ist das sicherlich ein Thema , das man nicht nur bei den Querdenkern abladen kann, denn so groß wie diese Bewegung in den Medien gemacht wird, ist sie in der Realität auch wieder nicht.