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Autor Thema: Allgemeine Nachrichten  (Gelesen 2049748 mal)

Kaliumchlorid

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #800 am: 12.März 2011, 22:42:30 »

Japan ist aber nun mal auf Atomkraftwerke angewiesen. Die haben keine großen Flüsse für Wasserkraftwerke, kein Land für Windkraftanlagen und erst recht keine Kohle, Öl und Gas.

Bis lang gibt es auch bei uns keine wirkliche Alternative. Wir sind zur Zeit einfach noch auf Atomkraft und fossile Brennstoffe angewiesen. Weder Sonne, Wind und Wasser können unseren aktuellen Energiebedarf decken.
Die einzige Alternative momentan ist, wesentlich weniger Strom verbrauchen.
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austdevil

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #801 am: 12.März 2011, 23:07:52 »

Was wiederum schwierig wird. Im privaten Bereich kann man viel einsparen, allerdings schlägt sich dass dann global gesehen mit einer Ersparniss von maximal 5% zu Buche. Die Industrie kann nicht einfach einsparen da die Maschinen einfach eine gewisse Menge an Strom brauchen.
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Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #802 am: 12.März 2011, 23:59:57 »

Denn die 1400 Toten oder 10.000, wieviele es letztlich auch immer sind, sind nichts gegen einen einzigen verdammten Reaktorunfall.

 ??? Meinst wohl andersrum oder???

Meint er natürlich so wie er es geschrieben hat.
Die Auswirkungen eines ernstzunehmenden Reaktorunfalls dürfte wohl die Opferzahl von 10.000 bei Weitem übersteigen, zumal dies ja auch langzeitig Folgen nach sich zieht
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Takticator

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #803 am: 13.März 2011, 00:06:21 »

Ja hast Recht. Hab das irg. wie grad komplett in den falschen Hals bekommen.

Bin auch gegen Atomkraft, aber bis wir irg. wann ohne Atomkraftwerke und der bestehenden Gefahr leben, wird es noch ein hart Kampf sein .
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austdevil

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #804 am: 13.März 2011, 00:10:37 »

Wir in Österreich haben zwar keine Atomkraftwerke, verbrauchen aber so einiges an Atomstrom (auch wenn die wenigsten das bei uns wissen)....
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Herr_Rossi

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #805 am: 13.März 2011, 00:45:32 »

Japan ist aber nun mal auf Atomkraftwerke angewiesen. Die haben keine großen Flüsse für Wasserkraftwerke, kein Land für Windkraftanlagen und erst recht keine Kohle, Öl und Gas.

Bis lang gibt es auch bei uns keine wirkliche Alternative. Wir sind zur Zeit einfach noch auf Atomkraft und fossile Brennstoffe angewiesen. Weder Sonne, Wind und Wasser können unseren aktuellen Energiebedarf decken.
Die einzige Alternative momentan ist, wesentlich weniger Strom verbrauchen.

Das ist nicht ganz richtig. Alternative Energie könnte derzeit durchaus noch einen grösseren Anteil unseres Strombedarfs decken.
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Emanuel

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #806 am: 13.März 2011, 00:56:48 »

Japan ist aber nun mal auf Atomkraftwerke angewiesen. Die haben keine großen Flüsse für Wasserkraftwerke, kein Land für Windkraftanlagen und erst recht keine Kohle, Öl und Gas.

Bis lang gibt es auch bei uns keine wirkliche Alternative. Wir sind zur Zeit einfach noch auf Atomkraft und fossile Brennstoffe angewiesen. Weder Sonne, Wind und Wasser können unseren aktuellen Energiebedarf decken.
Die einzige Alternative momentan ist, wesentlich weniger Strom verbrauchen.

Das ist nicht ganz richtig. Alternative Energie könnte derzeit durchaus noch einen grösseren Anteil unseres Strombedarfs decken.

Hat er auch nie bestritten. Er hat lediglich festgestellt, dass unser aktueller Energiebedarf in absehbarer Zeit nicht aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden kann, was auch durchaus richtig ist.
Ich habe zwar keine aktuellen Zahlen im Kopf, doch würde ich einfach mal von einem weiterhin steigenden Energieverbrauch ausgehen und schätzen, dass wir innerhalb der nächsten 50 Jahre maximal 40% unseres Energiebedarfs durch regenerative Energien decken können.
Was durchaus optimistisch ist...
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Herr_Rossi

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #807 am: 13.März 2011, 01:31:10 »

Drum das "nicht ganz". :)

Ich bin schon der Meinung, dass man in 50 Jahren einen Großteil des Strombedarfs mit regenerativen Engergien decken könnte. Weit mehr als die Hälfte. Aber so wie überall, wenn Geld und Macht im Spiel sind, wird das leider Wunschdenken bleiben.
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Konni

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #808 am: 13.März 2011, 02:45:51 »

Aber doch nur, weil es für die Energiegiganten so gut wie keine Anreize/Zwang dafür gibt, in regenerative Energien zu investieren. Die haben vor 20 Jahren die teuren Atomkraftwerke gebaut, vorher haufenweise Geld in die Atomenergieforschung und die PR gesteckt und haben damit gerechnet, dass so ein Kraftwerk mindestens 40 Jahren am Netz bleiben kann. Das ist keine Frage der Forschung, man ist heute schon in der Lage äußerst energieeffiziente Anlagen zu bauen.

Zitat
Ich habe zwar keine aktuellen Zahlen im Kopf, doch würde ich einfach mal von einem weiterhin steigenden Energieverbrauch ausgehen und schätzen, dass wir innerhalb der nächsten 50 Jahre maximal 40% unseres Energiebedarfs durch regenerative Energien decken können.
Was durchaus optimistisch ist...

Das ist doppelt Quark. Deutschland hat seit 1990 einen relativ konstanten Energieverbrauch. Seit 2005 nimmt er sogar etwas ab.
Nichts gegen deine Meinung, aber der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung (ein unabhängiger Sachverständigenrat, nicht von der Industrie beauftragt) kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland bereits 2050 zu 100%, also zu jeder Jahres-,Tages- und Uhrzeit von erneuerbaren Energien versorgt werden kann. Die haben sich mehrere Jahre damit auseinandergesetzt. Es ist bloß die Frage, ob man das will. Die Energiekonzerne wollen es nicht, weil sie viel Geld für die Weiterentwicklung und den Bau der Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien ausgeben müssten. Und das ist das einzige Problem an der Sache: Die Atomkraftwerke sind bereits gebaut und man möchte gerne den letzten Cent aus ihnen herausquetschen, also sie solange laufen lassen, wie es geht. Und solange erzählt man dir, dass erneuerbare Energie einfach noch nicht den Bedarf decken kann. Ja ist ja auch kein Wunder, wenn man den Ausbau nicht vorantreibt.
Die massive Förderung von Solarernergie in den letzten 10 Jahren hat dazu geführt, dass die installierte Leistung von Solaranlagen von 0,1GW (Jahr 2000) auf 1,8GW (2005) bis auf 16GW(2010) angewachsen ist. Das entspricht der Bruttoleistung von 12 Kernreaktoren. Die haben nur den Vorteil, dass sie auch nachts laufen und wenn keine Sonne scheint (aber auch nicht 365 Tage im Jahr). Praktisch hat die gesamte Solarenergie im letzten Jahr soviel Energie eingespeißt, wie das KKW Unterweser. Und das quasi aus dem Nichts, denn vor 10 Jahren konnte man nichtmal soviel Solarenergie ins Netz einspeisen, um irgendein KKW auch nur eine Stunde zu ersetzen.
Da sieht man also, wozu ein bisschen Subventionierung führen kann. Es ist nur schade, dass die Energiekonzerne mit großem Geld gelockt werden müssen. Würde man jedenfalls die Wind-, Wasserkraft- und Geothermiepotentiale auch nur annährend so fördern wie die Solarenergie, wäre es laut Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020 möglich, 47% der Stromversorgung auf regenerative Basis zu stellen. Das erscheint mir nur logisch, wenn man bedenkt, dass der Anteil an regenerativen Energien heute schon 10% ausmacht, wo er vor 7 Jahren knapp über 2% ausmachte. Für diese Ziele muss man eben nur mal die Energiekonzerne unter Druck setzen oder am besten verstaatlichen. Die Energieversorgung ist zu wertvoll, um sie privaten Kapitalinteressen zu unterstellen, denn diese Interessen sind nicht von Langfristigkeit geprägt, was gerade jetzt unheimlich wichtig wird.
Übrigens, wenn man die Erzeugung an regenerativen Energien abzieht, dann produzieren alle Atomreaktoren in Deutschland fast genau die Menge an Strom, die exportiert wird. Wenn man also für den kompletten Eigenbedarf produzieren wollte (Stichwort Verstaatlichung), dann könnte man in den nächsten 5 Jahren bequem jedes KKW abschalten. In dieser Zeit sollte der Zuwachs an regenerativen Energien stark genug sein, um die Schwankungen im Netz, die durch Nacht, Flaute oder Bewölkung entstehen, auszugleichen...wenn nicht, dann meinetwegen 10 Jahre. Es gibt absolut keinen Grund, nach 2020 irgendein KKW in Deutschland am Netz zu haben.

Mal so ein paar Fakten nebenbei:
Die Volksrepublik China gibt soviel Geld für die Erforschung von erneuerbaren Energien aus, wie die USA und die EU zusammen.
1990 betrug der Anteil an erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung 3,1%. 1999 5,4% und 2009 ganze 16,4%.
Japan hat 35.000km Küstenlinie...beste Bedingungen, um Off-Shore Windparks zu bauen.

Hier die zentrale Erkenntnis des Sachverständigenrates für Umweltfragen in kürzester Kurzform: http://www.umweltrat.de/cln_137/sid_1D14DCCAB5B6DCF0865F9031675BC1AF/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/AktuellePressemitteilungen/2010/2010_02_PM_100_Prozent_erneuerbare_Stromversorgung_bis_2050.html?nn=395730
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Octavianus

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #809 am: 13.März 2011, 04:09:03 »

Allerdings ist diese Subventionierung der Solarenergie ein zweischneidiges Schwert. So sehr ich die positiven Seiten sehe, so sehr sehe ich auch die negativen Seiten. Die massiven Subventionen haben dazu geführt, dass viele Solarunternehmen sich nur dank dieser Subventionen in Deutschland auf dem Markt halten. Der (positive) Entwicklungsdruck ist bei weitem nicht so groß. Und das macht es in meinen Augen gefährlich. Man muss da mehr Konkurrenz zulassen, sonst könnte eine mögliche Blase platzen. Und irgendwo habe ich noch Berichte im Hinterkopf, die von sehr starken chinesischen Konkurrenten erzählen, die den Deutschen den Markt sehr schnell, sehr schwer machen könnten. Muss ich nochmal meine Quellen studieren...

Und natürlich wollen Konzerne den Ausbau verhindern. Ein flächendeckendes Netz an Solarzellen in Deutschland wäre ja gleichbedeutend mit einem dezentralen Stromnetz. Da haben die Multis ja so gut wie gar keinen Zugriff mehr und wenn erst noch die Unternehmen anfangen, auf andere Stromarten zu gehen, dann bleibt als lukrativer Markt ja nur noch das Stromnetz.
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Ständig im Einsatz für einen besseren FM und für ein tolles Forum :)

Du hast FRAGEN? Hier gibt es ANTWORTEN rund um den FM!

ReggieD

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #810 am: 13.März 2011, 05:41:56 »

Bis lang gibt es auch bei uns keine wirkliche Alternative. Wir sind zur Zeit einfach noch auf Atomkraft und fossile Brennstoffe angewiesen. Weder Sonne, Wind und Wasser können unseren aktuellen Energiebedarf decken.

Nein! Auch wenn ich keine sicheren Quellen angeben kann, ist Deutschland eines der wenigen Länder, dich komplett mit regenerativen Energielieferanten unseren Strombedarf decken kann. Wir erzeugen momentan soviel Strom, dass wir nicht wissen, welchem Land wir zum besten Strom unseren "Überschuss" zum besten Preis verkaufen sollen. Und nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen KLändern würde es die Möglichkeit geben , wenn es finanzierbar wäre... aber ich träume wohl alleine von einer geldlosen Gesellschaft.....

Aber für alle interessierten teile ich gerne immer wieder diesen Link: Money as dept
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Tankqull

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #811 am: 13.März 2011, 09:12:51 »


Hier die zentrale Erkenntnis des Sachverständigenrates für Umweltfragen in kürzester Kurzform: http://www.umweltrat.de/cln_137/sid_1D14DCCAB5B6DCF0865F9031675BC1AF/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/AktuellePressemitteilungen/2010/2010_02_PM_100_Prozent_erneuerbare_Stromversorgung_bis_2050.html?nn=395730

der SRU geht dabei von einem zusammenspiel von über 40 staaten aus(von island bis zur sahelzone...) die ihre bedürfnisse für deutschland zum teil hinten anstellen müssten. das is total unrealistisch was die damen und herren sich da ausgedacht haben. um die krux der regenerativen energien zu kompensieren den starken tagesgang der einspeisung.
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Kaliumchlorid

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #812 am: 13.März 2011, 10:26:27 »

Habe mir zum Energieverbrauch mal ein paar Tabellen angeschaut, die die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. herausgegeben haben. Quelle

Im Jahr 2009 war die Energieverteilung danach:
Steinkohle                     11,0%
Braunkohle                    11,3%
Mineralöl                       34,9%
Erdgas                          21,9%
Kernenergie                   11,0%
erneuerbare Energie         8,7%

Und noch eine Aufschlüsselung der erneuerbaren Energien:
Wasserkraft                    0,5%
Windkraft                       1,0%
Photovoltaikanlagen         0,2%
Biomasse                       6,0%
erneub. Abfälle               0,7%
Geothermie                    0,0%
Solarthermie                  0,1%
Wärmepumpen               0,1%


Wie man sieht, könnte man zwar in absehbarer Zeit auf die Kernenergie verzichten, durch eine Verdopplung der bisherigen Nutzung erneuerbaren Energien (EE). Aber der Beitrag der EE hat sich in den letzten 3-4 Jahren kaum geändert, so dass da gewaltige Investitionen nötig wären.
Außerdem wird der größte Teil unserer Energie aus fossilen Brennstoffen gewonnen und diesen Anteil wird man nicht so einfach mit EE auffangen können.
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Konni

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #813 am: 13.März 2011, 11:35:46 »

Wir müssen jetzt hier erstmal Energie und Strom voneinander trennen. Deine Aufschlüsselung bezieht sich auf den Energieverbrauch. Da hat das Mineralöl natürlich einen enormen Anteil wegen des Verbrauchs durch die Industrie und vor allem durch das Benzin. Das sind getrennte Felder, am Stromerzeugungsmix hat Mineralöl einen erheblich kleineren Anteil. Dadurch verschieben sich auch die Relationen. Der Anteil der Stromerzeugung liegt dann beispielsweise für Braunkohle bei 24%, Steinkohle bei ca. 22% und Kernnergie bei 22,4%. Die erneuerbaren Energien haben da in den letzten 10 Jahren den Sprung von knapp 4% auf 16,4% geschafft.
Und selbst in deiner Darstellung der Energieverteilung gab es in den letzten Jahren doch erhebliche Sprünge. Schau doch mal nach, was die AG-Energiebilanzen (übrigens eine Lobbygruppe für fossile Stromerzeugung, vor allem Kohle) für Zahlen im Jahr 2000 hat. Da war der Anteil der EE am Energieverbrauch (also komplett jede Energie, die wir gebraucht haben, für Industrie, Autos, Haushalte, Flugzeuge, Hubschrauber etc) bei 2,7%. Also in den letzten 9 Jahren (wenn man von den Werten von 2009 ausgeht) hat sich der Wert verdreifacht. Das muss man sich mal vor Augen halten, schließlich sprechen wir ja von einer enormen Ausgangsgröße, also unserem Gesamtenergiebedarf. Dieser ganze Trend wird jetzt aber durch die Atomlaufzeitlängerung aufgehalten und durch den Bau neuer Kohlekraftwerke vollkommen untergraben.

Zitat
der SRU geht dabei von einem zusammenspiel von über 40 staaten aus(von island bis zur sahelzone...) die ihre bedürfnisse für deutschland zum teil hinten anstellen müssten. das is total unrealistisch was die damen und herren sich da ausgedacht haben. um die krux der regenerativen energien zu kompensieren den starken tagesgang der einspeisung.

Das stimmt nicht. Der SRU ist erstmal von den einzelnen Selbstverpflichtungen verschiedener Länder ausgegangen (die genauso schon existieren). Die EU will ja den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 20% im Durschnitt bringen. Jedes Land musste sich selbst für bestimmte Ziele verpflichten. In Österreich liegt der Anteil EE am Energieverbrauch ja schon bei 30%, in Schweden sogar noch höher (über 40%, ähnlich wie Finnland und Lettland). Jedenfalls geht es bei den Zusammenspiel mehrerer Länder darum, Speicherpotenziale auszunutzen, um eine 100%ige (!!) Deckung des Stromverbrauchs durch EE sicherzustellen (also Öl und Gas würden in der Gesamtenergieverteilung immernoch eine Rolle spielen, denn da muss die Automobilindustrie für Innovationen zu EE-angetriebenen Fahrzeugen schaffen). Deutschland hat nicht viele Speicherpotenziale, Länder wie die Schweiz, Österreich, Schweden, Norwegen und Finnland allerdings schon (von Island ist im ganzen Bericht nie die Rede). Ich zitiere einfach mal aus dem Gutachten:

Zitat
Regionale Stromverbünde: Beispiele aus einer Vielzahl möglicher Lösungen. Die in Kapitel 3 vorgestellten Szenarien zeigen beispielhaft, wie Deutschland im Verbund mit Nachbarländern seinen Strombedarf vollständig auf der Basis erneuerbarer Energien decken könnte. Dabei werden ein relativ kleiner regionaler Verbund (Deutschland, Dänemark und Norwegen) sowie ein großer europäisch-nordafrikanischer Verbund dargestellt. Diese beiden Szenariofamilien (Details s. Kap. 2) stehen dabei beispielhaft für eine Reihe anderer möglicher Lösungen. Die kleine Verbundlösung mit Norwegen und Dänemark wurde gewählt, weil die großen norwegischen Wasserkraft- und Pumpspeicherpotenziale gute Möglichkeiten für den Ausgleich fluktuierender Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien bieten. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass eine engere Energiekooperation mit Norwegen bereits absehbar ist: ein schweizerisch-norwegisches Konsortium plant derzeit den Bau eines neuen Kabels von Norwegens Küste in die Wesermarsch („NorGer“-Projekt); die Nordsee-Anrainer wollen mit der Nordsee-Offshore-Initiative (Seatec) die Offshore Windkraftanlagen besser vernetzen und die Voraussetzungen für die Integration erneuerbaren Stroms in die Netze verbessern. Potenziale für Pumpspeicherung existieren aber beispielsweise auch in Schweden oder in den Alpenländern. Andere Ausprägungen eines regionalen Stromverbundes bzw. die Einbeziehung zusätzlicher Länder sind deshalb selbstverständlich ebenfalls denkbar. Welche Entwicklung tatsächlich eintreten wird, hängt nicht nur von technischen, sondern auch von politischen Gesichtspunkten ab. Regionale Stromverbünde müssen selbstverständlich europarechtskonform ausgestaltet werden.
(aus Drucksache Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbh, Erich-Schmidt-Verlag GmbH, SRU Stellungnahme Nr. 15 "100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar", Seite 7).

Der SRU hat also 2 Szenarien ausgearbeitet, wodurch man das Problem der Fluktuation, der in Deutschland vorhandenen "EE-Resourcen" ausgleichen könnte. Im kleinen Staatenverbund sollen dabei Verträge mit Anreinerstaaten getroffen werden, die Speicherungsfähige EE-Resourcen haben (Wasserkraft vor allem). Das wären die Schweiz, Österreich und die skandinavischen Staaten. Das greift aber erst bei einer 100%igen Umstellung auf EE, vorher stellt sich das Problem nicht.
Ein zweites Szenario ist der große Staatenverbund, in den auch Nordafrika mit einbezogen werden soll (Island wie gesagt nicht). Nochmal: Auch das ist nur zur Ausnutzung der Speicherkapazitäten (Geothermie vor allem) bei 100%iger Umstellung auf EE. Jedenfalls sieht das Modell vor, dass eine Vielzahl europäischer Staaten Nordafrika tagsüber sehr günstig mit Strom beliefern und dann nachts von den Speicherkapazitäten von Nordafrika, den Alpenländern und Skandinavien versorgt wird. Dieses Modell ist gerade nicht so stark auf Deutschland fixiert, wie das erste, sondern kommt einer realitischeren EU-Lösung sehr viel näher, als ein Vertragsschluss nur von Deutschland mit anderen Ländern.

Das, was dort erarbeitet wurde, ist überhaupt nicht unrealistisch. Der SRU ist keine Lobbygruppe, sondern ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern unterschiedlichster Coleur und unterschiedlichster Politinteressen. Das Gutachten wurde nicht von Interessenverbänden von regenerativer Energie in Auftrag gegeben und enthält ganz verschiedene Szenarien zur regenerativen Stromversorgung (nicht nur mit 100%iger Umstellung). Der SRU arbeitet unabhängig, wurde 1971 von der Bundesregierung eingerichtet und forscht wirtschaftsunabhängig.
« Letzte Änderung: 13.März 2011, 11:38:37 von Konni »
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Kaliumchlorid

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #814 am: 13.März 2011, 12:25:37 »

Konni, ich hatte bewusst die Energieverteilung gewählt, da wir ja nicht nur unseren Strom, sondern unsere komplette Energie irgendwann aus erneuerbaren Rohstoffen beziehen wollen.
Und auch die 20%-Vorgabe der EU bezieht sich auf den Energieverbrauch. Und Deutschland will diese Vorgabe ja auch mit Einsparungen im Mineralölbereich erzielen.

Aber auch eine Aufteilung nach der Stromerzeugung ändert nicht viel daran, dass wir momentan noch auf Kohle und Kernenergie angewiesen sind. Daten ebenfalls von 2009.

fossile Brennstoffe      58,3%   
     Steinkohle           18,1%
     Braunkohle          26,3%
Kernenergie              28,0%
EE                          13,7%


Natürlich haben die EE in den letzten 10 Jahren einen gewaltigen Sprung gemacht, aber in den letzten 2-3 Jahren war der Zuwachs doch eher gering. Nun ist die Frage, geht nicht mehr oder will man nicht mehr ausbauen.

Und so toll die Szenarien des SRU klingen, werden sie nur realisierbar sein, wenn die Länder dies auch wollen und ihre eigenen Interessen hinten an stellen. Bei der aktuellen Lage in Nordafrika ist dies aber eher unwahrscheinlich.
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austdevil

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #815 am: 13.März 2011, 12:30:19 »

Österreich hat den höchsten Schnitt was Energiegewinnung aus regenerierbaren Energieträgern betrifft, liegt bei knapp über 60% aus erneuerbaren Energien. Das Problem dabei ist aber auf der anderen Seite dass wir nur knapp 30% des Strombedarfs in Österreich selber erzeugen können und die mögliche Anzahl an weiteren regenerativen Kraftwerken gleich 0 tendiert.

In den nächsten 30 Jahren wird man es ohne Atomkraft nicht schaffen, es sei denn man baut weitere thermische Kraftwerke was aber auf Grund der geplanten Einsparungen beim CO2 Ausstoß auch nicht sinnvoll ist.
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JCash3000

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #816 am: 13.März 2011, 12:49:29 »

Es wird immer schlimmer... ???????????????
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Konni

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #817 am: 13.März 2011, 13:22:21 »

Hm, da wir auf das Thema ja durch die Kernenergie beziehungsweise das KKW in Japan gekommen sind, ging ich von Stromerzeugung aus.

Ich weiß aber nicht, wo du deine Daten hernimmst. 28% Kernenergie bei der Stromerzeugung? Wollen wir uns auf die Bundesnetzagentur verlassen? Oder der Übersichtlichkeit halber bleiben wir mal bei den Daten der AG Energiebilanzen. (http://www.ag-energiebilanzen.de/viewpage.php?idpage=65 Dort unter "Stromerzeugung nach Energieträgern von 1990 bis 2010 (in TWh) Deutschland insgesamt").
Dort schauen für 2009, die 2010er Daten sind vorläufig, bis die Bundesnetzagentur den gültigen Daten veröffentlicht. Die vorläufigen Daten sind Schätzungen der AG Energiebilanzen, die bekanntlich eine Lobbyorganisation für fossile Brennstoffe ist, das sollte man bei der Interpretation der vorläufigen Zahlen berücksichtigen.
Unter 2009 steht dort:
Braunkohle   24,5%
Steinkohle   18,2%
Kernenergie 22,7%
Erdgas        13,3%
Mineralöl       1,6%

Die erneuerbaren Energien nehmen 16% ein. Das macht einen Unterschied zur Kernenergie von nur noch 6,7%. Vor 10 Jahren waren es noch 23%. Vor 3 Jahren (2006) waren es noch 15%. Das nennst du keinen Zuwachs? Warum? Dabei muss man auch immer beachten, dass die Stromerzeugungsmenge in den letzten Jahren gestiegen ist, was die Relationen nochmal verschiebt. Die Realsteigerung ist also noch höher. (Vorsicht: Die Erzeugungsmenge ist gestiegen, nicht der Verbrauch. Die gestiegene Erzeugungsmenge wird komplett ins Ausland verscherbelt, damit machen die Stromkonzerne unheimliche Gewinne.)

Nochmal: Die SRU-Szenarien mit der Einbeziehung anderer Länder sind für den Fall, dass Deutschland irgendwann (2050 frühestens) seine Stromerzeugung 100%ig von EE abhängig macht. Für die Zeit davor sieht der SRU vor, dass die vorhandenen Kapazitäten der fossilen Stromerzeugung genutzt werden, um die Fluktuationen der EE abzufangen. Der SRU verlangt einfach nur, dass keine Fossilbrennstoffkraftwerke mehr gebaut werden. Die EE bekommen Einspeisepriorität vor Atom- und Fossilstrom. Damit werden laut Berechnungen des SRU spätesten 2020 alle Atomkraftwerke überflüssig (was eine pessimistische Schätzung ist, wenn man sich die Sprünge mal anschaut, die EE im Gegensatz zur Kernenergie in den letzten 10 Jahren gemacht hat, siehe oben). Danach wird die Fossilenergie nach und nach abgelöst, tagsüber wird die Stromversorgung komplett über regenerative Energiequellen vorgenommen und nachts eben solange durch Fossilenergie, bis man entweder Verträge mit anderen Ländern mit Möglichkeiten der Potenzialenergiegewinnung geschlossen hat oder selbst über die technologischen Voraussetzungen verfügt, um die tagsüber gewonnene Energie in großen Massen ausreichend zu speichern. Was ist denn daran nicht realisierbar?
Schließlich sind wir ja bei der heutigen Energiegewinnung auch von anderen Ländern abhängig. Woher kommt denn das Gas, das Öl, das Uran? Wo ist denn jetzt der Unterschied, ob wir uns für die Energie nachts von der Schweiz, Österreich, Schweden und Nordafrika abhängig machen oder für die Energie von Russland, der Ukraine, Irak, Iran, Libyen und Saudi Arabien abhängig sind?

Zitat
Österreich hat den höchsten Schnitt was Energiegewinnung aus regenerierbaren Energieträgern betrifft, liegt bei knapp über 60% aus erneuerbaren Energien. Das Problem dabei ist aber auf der anderen Seite dass wir nur knapp 30% des Strombedarfs in Österreich selber erzeugen können und die mögliche Anzahl an weiteren regenerativen Kraftwerken gleich 0 tendiert.

Meine Zahlen von E-Control sagen für 2010 (entgültige Zahlen) einen Anteil an der Stromerzeugung von 70% und einen Anteil am Stromverbrauch von 45%. (Bei wikipedia stehen dieselben Zahlen). Aber trotzdem ist das natürlich ein Problem. Die Wasserkraft ist in Österreich vermutlich voll ausgeschöpft, aber nach einer vom österreichischen Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie, beschreibt ein Lehrstuhl unter Prof. Streicher an der Uni Innsbruck die großen Reserven in Windenergie und Biomasse.

Übrigens ist Kernenergie alles andere als CO2-Neutral, wie es die Propaganda immer aussagt. Allein der enorme Aufwand, der mittlerweile betrieben werden muss, um Uran abzubauen (in dem Zusammenhang möchte ich den sehr ausgeglichenen Doku-Film "Yellow Cake" empfehlen, der unter anderem den Uranabbau im Niger beschreibt) verursacht eine Menge CO2.
Außerdem muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass Atomkraftwerke 5% der von ihnen hergestellten Energie selbst zum Betrieb benötigen. Bei Kohlekraftwerken sind es übrigens 10%. Das vergessen sehr viele Menschen.
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austdevil

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #818 am: 13.März 2011, 13:40:19 »

Biomasse ist ebenfalls nicht CO2 neutral, aber neutraler als so manch andere Energiequelle. Das kann man noch ausbauen, bei der Windenergie geht allerdings nicht mehr viel bei uns und auch die bestehenden Anlagen sind sehr anfällig da wir keine konstanten Winde haben.

Die Statistik von 2010 trügt übrigens, den die Fakten beziehen sich auf 2009 wo die Industrie fast ein Drittel weniger Energie brauchte aufgrund der Wirtschaftskrise (Voest hatte zB den Hochofen über zwei Monate stillgelegt, etwas was sonst nie passiert).
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Kaliumchlorid

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Re: Allgemeine Nachrichten
« Antwort #819 am: 13.März 2011, 14:20:07 »

Habe die Daten ja ebenfalls von der AG Energiebilanzen. Aber meine beziehen sich auf den Stromverbrauch und deine auf die Erzeugung, deswegen variieren die etwas. Aber man wird wahrscheinlich nirgends die genauen Daten finden, da diese immer von einer Interessengruppe erstellt werden, welche die Ergebnisse in die eine oder andere Richtung entsprechend schönt.

Ich habe nicht gesagt, dass es keinen Zuwachs gab, allerdings ist dieser aber nicht mehr so stark wie in den ersten Jahren. Daraus schließe ich, dass es eine momentane Sättigung an EE gibt.
Und es ist ja nicht so, dass nur Strom verkaufen wird, sondern er wird ebenfalls importiert. Und das in etwa den selben Mengen.

Ich bin nicht unbedingt ein Befürworter der Kernenergie, aber aktuell sind wir noch mindestens 10 Jahre darauf angewiesen. Und eine Verbrennung von Getreide und anderer Biomasse, sehe ich auch nicht als die Lösung an. Denn die dafür benötigten Landflächen sind nicht überall vorhanden. Außerdem brauchen auch Windräder und Solaranlagen Platz.
Übrigens sind diese Anlagen und ihre Herstellung auch nicht energieneutral.
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