Wann ist bei uns der Einfluss der Kirchen zurück gegangen?
Es begann, als Luther seine These an die Tür der Wittenberger Kirche nagelte. Danach gab es knapp zwei Jahrhunderte Unruhen und Krieg und die Aufklärung hatte gesiegt, die Kirche war ein großer Teil ihrer Macht beraubt (was aber einen "Gotteskrieger" Hitler nicht hinderte, weiterhin "Gott mit uns" auf die Koppelschlösser der Wehrmacht schreiben zu lassen. Auch GW Bush hielt sich ja für jemanden, der Gottes Willen auf Erden umsetzt, der religiöse Wahn kann vielfältige Formen annehmen). Der Islam verharrt im prä-Lutherischen Zustand, schlimmer noch, er entwickelt sich weiter zurück zu mehr Konservatismus und Orthodoxie.
Der These, dass mehr Wohlstand den Terrorismus besiegen könnte, halte ich nur in Teilen haltbar. Die RAF-Terroristen waren oft Kinder aus gutbürgerlichem Hause, bin Laden war Multimillionär, Radikalisierung lässt sich nicht unbedingt mit Not und Armut erklären, da schlägt man dann doch imho eher eine Karriere als Krimineller ein. Meiner Meinung nach handelt es sich um Leute, die von ihrem Standpunkt aus die Welt verbessern wollen, Hitler und seine Nazis waren imho 100%ig davon überzeugt, dass eine Welt ohne Juden eine bessere sein wird, so wie islamistische Terroristen 100%ig davon überzeugt sind, dass die Welt ohne Ungläubige eine bessere sein wird. Wie will man solchen Leuten ihren Irrglauben austreiben? Das geht imho nicht, man muss sie besiegen und brechen und je früher man das tut, desto weniger Opfer wird es geben. Um nochmal Hitler zu erwähnen: hätte man den 1938 (bzw. ihn nach seinem Putschversuch gar nicht mehr aus der Haft entlassen) gestoppt, hätte es deutlich weniger Menschenleben gekostet.
Aber wie gesagt, es geht ja nicht nur um Islamisten, die LRA ist kein bisschen besser, evangelikale Hassprediger in den USA muss man ebenso stoppen wie Neonazi-Hassprediger in Deutschland, es gibt so viele Irre und Bekloppte auf der Welt, die ihren Hass auf Menschen nur zu gerne ausleben würden, man muss diese Leute einfangen und zur Not weg sperren. Ja, ich weiß, das ist total unmenschlich, ein paar hundert Millionen Tote wegen eines erneuten Weltkrieges sind aber noch ein bisschen unmenschlicher. Wehret den Anfängen, an allen Fronten.
Man sieht es doch in Syrien und dem Irak: da kocht jeder sein eigenes Süppchen, würde man sich einig sein und mit vereinten Kräften gegen den IS vorgehen, wäre der Krieg längst beendet. Warum macht man nichts gegen Boko Haram und die LRA? Zu weit weg, die Opfer dort interessieren hier kein Schwein, das wird in den Zeitungen höchstens mal als Randnotiz auf Seite 12 gebracht. Und selbstverständlich müsste man dann auch irgendwann mal etwas gegen die weltweite Armut und Verzweiflung unternehmen, aber das wird dann noch schwieriger, alle Interessengruppen zu einem konzertierten Handeln zu bringen. Der Mensch ist leider immer noch nicht altruistisch, sondern egoistisch, im Kleinen wie im Großen, jeder versucht für sich das Meiste herauszuholen, so machen das die Nationalstaaten (die Verteilungspolitik der EU hat schon viel Gutes bewirkt, ist aber vielen ein Dorn im Auge), so machen das Terrorgruppen (die neben ihrem Terror ja auch noch viel Geld verdienen), so machen das Unternehmen wie KBR aka Halliburton und so macht es jeder einzelne, der dem bedürftigeren Kollegen den besser dotierten Job wegschnappt.
Und man darf keinesfalls den Islam als Religion verteufeln.
Warum eigentlich nicht? Man darf doch auch den Katholizismus als Religion verteufeln. Ich finde alle Religionen gleichermaßen scheiße, soll ich jetzt für den Islam eine Ausnahme machen? Falls ja: warum? Ich bin der Meinung, dass die Welt ohne Religionen eine bessere sein würde.
Das Problem am Islam ist meiner Meinung, dass man ihn radikal auslegen und man sich damit immer noch auf Allahs Wort berufen kann. Da es im Islam keine Instanz wie den Papst gibt, der die herrschende Meinung vorgibt, kann jeder Imam den Koran auslegen, wie er das für richtig hält. Und wenn dann "Tod allen Ungläubigen" wortwörtlich ausgelegt wird, dann stehen liberalen Imamen zwar die Haare zu Berge, aber ändern können sie es nicht.