Leute, ihr duskutiert teilweise wie Mädchen. Da werden Dinge verwechselt, Halbwissen präsentiert oder auch einfach nur kompletter Unsinn verzapft.
Ich finde es erstaunlich, dass bisher niemand zu Paul_13s Beitrag Stellung bezogen hat, den ich persönlich sehr gut finde und dem ich mich nur anschließen kann.
OK, dann will ich mal...
Die Werkself von Leverkusen wurde auch nicht mit großer Freude begrüßt, holte aber bereits wenige Jahre nach dem 1.Liga-Aufstieg den UEFA-Pokal und war bis weit in die 90er mehr geduldet als wirklich als vollwertiges Bundesliga-Mitglied angesehen. All die Vorwürfe von fehlender Tradition und Fanbasis kann man dort auch anbringen - genau wie beim VW-Team aus Wolfsburg. Hier wurde ebenfalls mit etlichen Millionen einen Bundesligaverein künstlich etabliert ohne das es eine gewachsene Vereinsstruktur, Fanbasis... Tradition, gab.
Das ist so absolut nicht richtig.
Falsch ist:
- dass Leverkusen keine Tradition hat. Natürlich kann man die Unterstützung seitens Bayer kritisch sehen (tue ich auch), aber was hat das mit Tradition zu tun? Die spielen seit 30 Jahren erstklassig, zudem wurde der Verein nunmal 1904 gegründet. Bereits in den 50ern tauchte der Club in der legendären Oberliga West - DAS Symbol für die gute alte Fußballzeit - auf. Also bitte... einfach mal an die Fakten halten.
- dass Wolfsburg eine vollwertiger, etablierter Bundesligaverein ist. Beim ran-Publikum vielleicht. Aber sonst? Wer nimmt die denn bitte ernst? Dennoch hat auch WOB in den 50ern in der OL Nord gespielt, in den 70ern in der RL (damals zweithöchste Klasse), danach OL und vor dem großen Engagement von VW in den 90ern einige Jahre in der 2. BL.
1. Fazit: Sowohl WOB als auch LEV haben bereits in der Nachkriegszeit ihre Spuren in der damals höchsten deutschen Spielklasse hinterlassen und haben danach zumindest immer auf gehobenem Amateurlevel agiert. Die kannst du sowohl von ihrer Geschichte, als auf vom gewachsnen Umfeld absolut nicht mit 1492 vergleichen, welches in 17 Jahren sieben Aufstiege geschafft hat (von der Kreisliga bis in die 1. Liga). Wenn du Hoffenheim schon unbedingt vergleichen willst, dann vielleicht eher mit der SpVgg Unterhaching, die einen ähnlichen Werdegang gegnommen hat.
Es ist doch etwas anderes wenn man zu dem Verein und der Region einen gewissen Bezug hat. Welchen Bezug haben die Ölscheichs von ManCity zu dem Verein? Gar keinen. Der Club ist einzig und allein ein Statussymbol, wo jetzt nicht mehr dicke Autos oder riesige Hotelanlagen oder Privatjets als Statussymbol ausreichen, muss eben ein Fußballclub her. Das erinnert mich irgendwie immer an den berüchtigten "Schwanzvergleich" den diese Herren da vornehmen.
Was die Scheichs da bei ManCity machen, ist scheisse, aber wenigstens ehrlich (siehe auch Abramotisch, Roman).
Ich würde den Didi ja cool finden, wenn er so etwas sagen würde wie: "Mir kommt das Moos zu den Ohren raus und deshalb hab ich einfach Bock auf nen Real-Life-FM. Einfach irgendnen Murmelverein aus der KReisklasse in die CL führen. Was andere dazu sagen ist mir scheissegal."
Aber so? Ich bitte euch...
Hopps Außendarstellung ist so dermaßen bescheiden, und dennoch gehen ihm so viele auf den Leim. Warum? Ich kann mir das nur mit mangeldner Bildung und Medienkompetenz erklären.
1. Es ging ihm nie um "seinen geliebten Heimatverein". Bereits vor Jahren wollte der Didi groß bei Waldhof einsteigen. Hat nich geklappt, warum auch immer. Vielleicht wollte man ihm dort nicht die Alleinherrschaft zusichern, vielleicht hat die Stadt Mannheim auch etwas gegen eine Umbenennung ihres Grounds in "Dem-Dietmar-Hopp-sein-Carl-Benz-Stadion" gehabt...
Im Jahr 2006 wollte er erreich, dass die Vereine Astoria Walldorf (wo er wohl auch ordentlich Kohle reinbuttert), TSG Hoffenheim und der SV Sandhausen zum FC Heidelberg fusionieren. Sieht so Liebe aus?
Siehe z.B. auch hier:
http://www.fussball.com/news-view-13805/fusion-hoffenheimwalldorfsandhausen-verschoben.html2. Sein tolles soziales Engagement. Wer als reicher Mensch wirklich den Armen und Schwachen dieser Welt helfen will, der tut das einfach. Wenn darüber berichtet wird, OK. Aber stätndig damit hausieren gehen und sich feiern zu lassen... einfach nur ekelhaft!
3. Wie armseelig muss jemand sein, der von ihm finanzierte Bauwerke noch zu Lebzeiten nach sich selbst benennt? Bäääääh...
4. Die angeblich so tolle Jugendarbeit: Kein einziger Spieler, der in der Vorrunde im Einsatz kam, hat je in der Hoffenheimer Jugend gespielt.
Richtig ist, dass di B-Jugend aktuell deutscher Meister ist. Wenn man aber weiss, dass Hoffenheim ganze Jahrgänge anderer Vereine (VfL Neckerau, siehe:
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,553961,00.html) leerkauft, dann hat das schon einen faden Beigeschmack. Sicher, auch andere große Vereine bedienen sich im Umkreis, das war schon immer so, und wir auch immer so bleiben. Aber diese Dimension ist neu, gleiches gilt für die Penetranz mit der im Kreichgau auf die Qualität der eigenen Jugendarbeit hingewiesen wird.
5. Da heult sich ein superreicher Mäzen vor öffentlich-rechtlichen Kameras aus, weil er ja so übel, übel beleidigt worden ist… und nahezu sämtliche Medien drehen am Rad. Ein spätpubertierender Jugendlicher ist mit dem Motiv eines selbstgebastelten Doppelhalters übers Ziel hinausgeschossen, keine Frage. Aber wie daraus eine Morddrohung konstruiert wird, das ist schon arg lächerlich.
Jeder BuLi-Torwart wurde während seiner Laufbahn schon Tausende male bei Abstößen als Anus, Onanist und Stammhalter einer Prostituierten verunglimpft. Was darf sich ein Uli Hoeneß regelmäßig in fremden Stadien anhören? Schalker werden in Dortmund beleidigt und Dortmunder auf Schalke. Und alle zusammen möchten nicht selten eine schwarze Sau am Galgen baumeln sehen. Das beste daran ist: jeder weiss es, keinen juckts. Bislang zumindest. Nun gibt es da einen dunnhäutigen Milliardär, für den der DfB-Präsident eine eigene "Lex Hopp" (
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,579967,00.html) erlässt. Komischer Zufall, dass ausgerechnet Theos Sohn (ist für den Frauenfußball bei der TSG zuständig) auf Didis Gehaltsliste steht...
2. Fazit: Hopp ist profilneurotischer Superreicher, der seinen Namen gerne in der Zeitung liest und ein sportliches Spielzeug in der ersten Liga haben möchte. Der Begriff "Schwanzvergleich", den du verwendet hat, passt da wie Arsch auf Eimer.
Von der ganzen Diskussion losgelöst: Hoffenheim spielt einen absolut geilen Ball und ist verdient Herbstmeister geworden. Das kann ich anerkennen, auch wenn ich "Das Konzept" ansonsten zum Kotzen finde.