MeisterTrainerForum

Verschiedenes => Sonstiges => Thema gestartet von: Bodylove am 05.August 2009, 13:04:24

Titel: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bodylove am 05.August 2009, 13:04:24
Als "Ausgeländer" darf ich leider nicht wählen nur kräftig Steuern zahlen ;)

Ich würde HSP mit Horst Schlemmer wählen. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 05.August 2009, 13:07:29
Ich geb meine Stimme Angie und ich stehe dazu. Die anderen sind mir alle zu weit links. Mit Ausnahme der FDP vielleicht noch.

Allein dafür, dass Steinmeier 4 Mio Jobs "verspricht" gehört er schon abgestraft. Noch offensichtlicher kann man das Wahlvolk ja kaum verarschen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 05.August 2009, 13:17:59
Die geldsäcke von der FDP kann man ja nun mal überhaupt nicht wählen, es sei den du hast selber viel davon ... CDU genau so wenig ... mal schauen ... da wird man schon fast gezwungen die grünen zu wählen, aber soweit wird es wohl dann doch nicht kommen


HSP an die Macht  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 05.August 2009, 13:43:25
fumo


Für dein Problem bietet sich der Wahl-O-Mat an. Der für die Bundestagswahl startet im September:
http://www.bpb.de/methodik/XQJYR3


Als Beispiel mal den für die vergangene Europawahl:
http://www.wahl-o-mat.de/europa/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 05.August 2009, 14:05:08
Piratenpartei... was sonst?  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tex_Murphy am 05.August 2009, 15:01:23
Die Piratenpartei ist doch lediglich eine Möglichkeit für Protestwähler ihren Unmut kundzutun und dennoch keine Stimmkraft an extremistische Parteien zu vergeben. Tatsächlich ausrichten können und werden sie niemals etwas. Ich werde abwarten, mir die Parteiprogramme ansehen, Glaubwürdigkeit abwägen und in die Vergangenheit schauen, ehe ich mich entscheide, und mit Sicherheit wieder enttäuscht werde, weil aus irgendwelchen Gründen mit fadenscheinigen Ausreden Wahlversprechen nicht eingehalten werden.
Letztendlich geht es vor Wahlen doch nur darum, das zu versprechen, was der Mehrheit der tatsächlich wählenden Bevölkerung am Besten in den Kram passt. Also: Geringere Arbeitslosenzahlen, Wirtschaftswachstum, stabile oder gar steigende Renten. Mehr Geld für Bildung und Soziales bei sinkenden Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträgen. Kurzum: Allen soll es besser und niemandem schlechter gehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 05.August 2009, 15:03:25


Welche Partei steht wofür.



Mit solchen Fragen haust Du jeden Wahlkämpfer aus den Latschen. Genau das weiß heute keiner mehr. Und deswegen gibt es ja auch diesen traurigen Zirkus in Berlin.

Ich wollte lange gar nicht wählen dieses Jahr. Aber ich werde mich wohl für eine kleinere, mittlere Partei entscheiden. Ich meine aber nicht die SPD.  ;D


Ein Problem ist auch, dass sich die Parteien gegenseitig die Felder besetzen. Die CDU ist mittlerweile die neue SPD, was für die SPD ein Problem ist, weil links die Linken stehen, an die sie sich nicht rantrauen. FDP und Grüne halte ich da für flexibler, weil sie nicht so sehr auf Rechts-Links-Denken angewiesen sind. Da stehen Sachfragen mehr im Vordergrund. Auch deshalb, weil man nicht soviele Wähler hinter sich bringen muss, wie eine große Partei es muss. Die werden dadurch automatisch populistischer - so wie jetzt Steini mit seinem Arbeitslosentrick, den er sich wohl bei Copperfield abgeschaut hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 05.August 2009, 16:18:47
Ich finde es einigermaßen grotesk, dass die FDP als Sieger aus der Wirtschaftskrise hervorgeht.

Wofür stehen denn die? Deregulierte Märkte, Spitzengehälter, weniger Steuern für die Topverdiener...
Und die vorgeschlagenen Steuersenkungen sind noch deutlich unrealitischer als Steinmeiers Pläne.


Merkwürdiges Wahlvolk, wenn es denn wirklich so kommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 05.August 2009, 16:28:30
Ich finde es einigermaßen grotesk, dass die FDP als Sieger aus der Wirtschaftskrise hervorgeht.

Wofür stehen denn die? Deregulierte Märkte, Spitzengehälter, weniger Steuern für die Topverdiener...
Und die vorgeschlagenen Steuersenkungen sind noch deutlich unrealitischer als Steinmeiers Pläne.


Merkwürdiges Wahlvolk, wenn es denn wirklich so kommt.

Komischerweise war die FDP seit 10 Jahren weg vom Fenster, als die Krise losging. Muss also jemand anderes auch irgendwas falsch gemacht haben.

Ich sehe die eher als Mittelstandspartei. Und diese Klientel ist durchaus ehrwürdig. Die sollte man nicht mit den paar Hanseln in einen Topf werfen, die sich als Glücksritter in den Banken dumm und dämlich verdienen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 05.August 2009, 16:58:05
Komischerweise war die FDP seit 10 Jahren weg vom Fenster, als die Krise losging. Muss also jemand anderes auch irgendwas falsch gemacht haben.

Ich sehe die eher als Mittelstandspartei. Und diese Klientel ist durchaus ehrwürdig. Die sollte man nicht mit den paar Hanseln in einen Topf werfen, die sich als Glücksritter in den Banken dumm und dämlich verdienen.

Ich habe nicht über Ursachen bzw. Verursacher gesprochen, ich bezog mich auf Lösungen. Die FDP antwortet: mehr Liberalismus.

Das Volk schreit auf, wenn mal wieder Manager-Gehälter öffentlich werden, FDP lehnt Regulierung ab...


Da könnte ich noch diverse Beispiele aufzählen, und wenn ich mir dann das Parteiprogramm der FDP so anschaue, kann ich mir den Aufstieg nicht ganz erklären.


Jeder soll so wählen, wie er meint. Es gibt sicher gute Gründe die FDP zu wählen. Wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, einen guten Job bekomme und fette Kohle verdienen sollte, wird die FDP sicher eine Option. Die besser-Verdiener wollen sie schließlich noch besser stellen bzw. entlasten. Die besagten Glücksritter wählen sicherlich auch FDP.

"Mittelstands-Partei", "neue Mitte", etc kann ich nicht mehr hören. FDP und Mittelstandspartei passt für mich aber auch nicht so recht zusammen, wenn ich mir die Partei mal so auf regionaler Ebene anschaue. Da finden sich mittelständische Unternehmen ja, aber normale "mittelständische" Arbeitnehmer habe ich da bisher nicht wahrgenommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 05.August 2009, 17:26:33
Hm, apropos Spitzenverdiener sollen weniger Steuern zahlen müssen. Das Wahlprogramm der FDP sieht da aber irgendwie anders aus.
http://www.tagesschau.de/inland/fdpprogramm100.html  (http://www.tagesschau.de/inland/fdpprogramm100.html)

Und gerade in Fragen der Bürgerrechte bin ich mittlerweile ganz froh, dass es u.a. die FDP gibt.

Was die Privatisierung angeht: ich finde, man sieht an Unternehmen wie Telekom, Bahn und Post, was heraus kommt, wenn der Staat wirtschaftet. Diese Unternehmen stehen nämlich nicht so desaströs da, weil sie privatisiert wurden, sondern  weil es schlichtweg unmöglich ist, bei derartig großen Organisationen die Unternehmenskultur zu ändern. Sprich: das heutige Elend ist schlicht ein Erbe aus der Zeit der Staatswirtschaft.

Ich bin übrigens kein Großverdiener, sondern finanziell eher ein kleiner Wicht. Außerdem habe ich Erfahrung mit der Arbeitsagentur gemacht. Und wenn man erlebt hat, wie dieses von der SPD geschaffene Instrument die Menschen behandelt, verliert man jeglichen Glauben an die sozialdemokratische Gerechtigkeitsphilosophie.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 05.August 2009, 17:42:19
Außerdem habe ich Erfahrung mit der Arbeitsagentur gemacht. Und wenn man erlebt hat, wie dieses von der SPD geschaffene Instrument die Menschen behandelt, verliert man jeglichen Glauben an die sozialdemokratische Gerechtigkeitsphilosophie.


Und welche Partei bietet da gute Alternativen an? Ich bin auch zu jung, um wirklich zu beurteilen, ob es vorher besser war.
Auf jeden Fall waren wohl einige Parteien zumindest über Teile von Schröders Agenda 2010 froh, denn Einschnitte waren finanziell wohl nötig, aber wer will schon als "Bösewicht" dastehen?


Ich habe auch nichts gegen die FDP und ihre Wähler. Ich habe eher was gg Leute, die völlig konträr zu ihren sonstigen Aussagen wählen und scheinbar null Ahnung von den betreffenden Inhalten haben.
Die jungen Generationen sind noch poltik-verdrussener - ich sehe schon Italienische Verhältnisse. Welches notgeile Medienmogul wohl dann Bundeskanzler wird? ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 05.August 2009, 17:45:25
Welches notgeile Medienmogul wohl dann Bundeskanzler wird? ;)

Er hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Kirch)

Uah! Dann ist die Staatspleite unausweichlich
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 05.August 2009, 17:54:48
Außerdem habe ich Erfahrung mit der Arbeitsagentur gemacht. Und wenn man erlebt hat, wie dieses von der SPD geschaffene Instrument die Menschen behandelt, verliert man jeglichen Glauben an die sozialdemokratische Gerechtigkeitsphilosophie.


Und welche Partei bietet da gute Alternativen an?



Wenn ich das wüsste. Auf jeden Fall würde ich zu jungen, kleineren Parteien tendieren. Meinetwegen auch die Piraten. Wäre ja möglich, dass sich da eine neue politische Generation etabliert. Für die Demokratie sicher eine gute Sache.


 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: El_Pocho am 11.August 2009, 16:06:47
Bin zwar nicht Deutscher, würde aber wohl eher auch FDP wählen. Gehöre auch definitiv nicht zu den Topverdienern. Das aktuelle Problem in D ist IMHO eher immer noch ein zuviel an Regulierung und Staat. Der Grundsatz, daß die Basis einer gerechten Gesellschaft ein solides Bildungssystem und nicht hohe Hartz-IV-Sätze sind, scheint mir vernünftig.

Was Wirtschaftspolitik angeht - da lügt sowieso jede Partei, die ein mehr an Regulierung verspricht, da die großen wirtschaftspolitischen Entscheidungen eh schon lange nicht mehr auf Bundesebene getroffen werden.

Bin aber definitiv kein glühender "Parteijünger". z.B würde es mit der FDP Dinge wie die Lebensmittelampel oder ein Tempolimit, was ich alles sehr befürworten würden, nicht geben. Wahrscheinlich würde eine Ampel passen.







Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Vidukano10 am 11.August 2009, 18:09:24
Also die Argumentation kann ich leider nicht nachvollziehen. Die FDP und eine vernünftige Bildungspolitik scheinen sich ja fast kategorisch auszuschließen.

Und zu den Regulierungen: Schau dir mal die Finanzkrise an und guck wo die Kosten für uns Steuerzahler geschaffen wurden? Im öffentlichen Finanzsektor kaum, im privaten enorm.

Mit der FDP hätten wir ein noch größeres Arm-Reich Gefälle + mehr Schulden.
Also ich kann sie daher nicht empfehlen, obwohl es sich für mich persönlich lohnen würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 11.August 2009, 18:14:55
Also es ist klar das die Parteien das was sie versprechen nicht halten können, daher muss man sehen und erkennen was sie machen wenn sie an der Macht sind (nicht das was sie versprechen) und da ist die FDP mit eine der schlimmsten Parteien (nach der NPD, aber die versprechen auch nichts anderes), die man als otto normalbürger wählen kann ... sorry aber das ist so ziemlich eine Tatsache
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: El_Pocho am 11.August 2009, 19:38:41
Habt ihr schon mal das Wahlprogramm der FDP durchgelesen?

@Vidukano: Woher kommt deine Überzeugung, daß sich eine gute Bildungspolitik und die FDP kategorisch ausschliessen?

Dein Schuldenargument ist hahnebüchen. Schon mal gelesen, wieviel Geld in die ineffektiven, von SPD und CDU künstlich am Leben gehaltenen Sozialsysteme versackt? Wieviel neue Schulden aufgenommen wurden, um den ganzen Quatsch wie Abwrackprämien etc zu sponsoren und marode Betriebe zu retten (d.h. in verzweifelte Regulierungsversuche)?

Schon mal eine Steuererklärung selber gemacht? Alleine das Versprechen einer Vereinfachung des Steuersystems ist für mich ein FDP-Argument. Und wieviel Geld da in einem riesigen, Geld hin und her schiebenden Verwaltungsapparat versandet, will ich eigentlich gar nicht wissen. DAS sind die Dinge, die den Steuerzahler Geld kosten, und ich hege zumindest die kleine Hoffnung, daß diese Dinge mit der FDP besser würden.

Und welche Kosten hat denn die Finanzkrise bisher eigentlich konkret dem AKTUELLEN Steuerzahler geschaffen? Wurde irgendwelche Sätze erhöht?
Mich nervt dieses ganze Gelaber von der "bösen Wirtschaft" sowieso endlos. Vornerum regen sich alle über die Manager auf, hintenrum kaufen sie bei Aldi ein und beschäftigen ihre Putzfrauen schwarz. Und wenn was schief läuft sind es immer die anderen, die bösen Amis, die fiesen Chinesen, die Politiker, die Manager, nie fasst sich der Durchschnittdeutsche mal an die eigene Nase.

@Walde_Hugo: Ist der NPD-Vergleich ernst gemeint? Was glaubst du denn was passiert wenn die FDP an die Macht kommt?

Irgendwie komisch, daß sich so wenige mit einer liberalen Partei anfreunden können. Mit der Linken und deren Enteignungspolitik haben irgendwie weniger Leute Probleme.

Edit:
Nicht das jetzt der Eindruck entsteht ich wäre doch Parteijünger (darf ja nicht mal wählen) - ich könnte selber 100 Argumente gegen die FDP finden (bin z.B. kein Freund hemmungsloser Privatisierung, hätte gerne ein transparenteres Lebensmittelkontrollsystem, GUIDO WESTERWELLE...).

Aber das abgedroschene "Dann werden alle Reichen noch reicher blabla" nervt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 11.August 2009, 19:52:15
Aber das abgedroschene "Dann werden alle Reichen noch reicher blabla" nervt.


Aber für die meisten Menschen steht die FDP eben gerade dafür und das seit Jahren und das hat die FDP auch nicht wirklich gestört.
Da ändert auch ein neues Parteiprogramm nichts dran.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: El_Pocho am 12.August 2009, 09:03:54
Das Problem ist aber auch, daß in dem politischen Klima der letzten Jahre jede Partei, die eine mittelstandsfreundliche Politik machen will, als marktradikal, reichenfreundlich etc abgestempelt wurde. Dabei besteht die deutsche Gesellschaft größtenteils aus Mittelständlern  ::)

Aber es ist natürlich richtig, daß z.B. die chronische Gewerkschaftsallergie des Herrn W. nicht wirklich geholfen hat (und das nächste Argument contra FDP  ;D)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 12.August 2009, 09:52:46
Mit der Partei scheint es wie mit der Religion oder der Wahl des Fussballvereins zu sein. Die meisten wählen was die Eltern wählen und wählen immer das was sie immer gewählt haben. Festgelegt fürs Leben.

Wie kommt es dann, dass die SPD so erdrutschartige Verluste in der letzten Zeit hinnehmen muss? Und warum wählen dann realtiv viele Menschen die Grünen, obwohl es die noch garnicht so lange gibt?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 12.August 2009, 10:26:21
Dabei besteht die deutsche Gesellschaft größtenteils aus Mittelständlern  ::)




Genau, und am Bruttosozialprodukt mittelständische Betriebe den größten Anteil überhaupt. Viel mehr als die großen Konzerne, die allerdings ganz vorne dabei sind, wenn es um Fördergelder geht. Ich kenn das von meinem Vater. Der muss für seine 30-Mann-Bude um jeden Krümel-Kredit betteln und zusehen, wie gleichzeitig die Subventionen in Massen an Großunternehmen fließen, weil diese den Politikern mehr Prestige versprechen. Zumindest ist das hier in Sachsen so.

@Hugo: Dein FDP-NPD-Vergleich ist sowas von abwegig. Warst Du auf ner Waldorfschule?  :o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 12.August 2009, 10:56:45
Wo bitte hab ich die verglichen???

hab nur geschrieben das die NPD ihre Wahlversprechen wohl einlöst ... allerdings auf ihre weise ... und das sie für mich unwählbar sind ... gefolgt von der FDP ... kann aus meinem geschrieben keinen Vergleich erkennen  ???

(evtl etwas falsch ausgedrückt, ich meinte die NPD verspricht das, was sie im Endeffekt auch einlöst, nichts anderes ... meinte jetzt nicht das sie das selbe wie die FDP versprechen  :D)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 12.August 2009, 11:48:01
Naja, Du drückst Dich aber auch etwas ungeschickt aus. Ich versteh bis jetzt nicht so richtig, worauf Du hinaus willst. Und ob Vergleich oder nicht: Du weißt doch selber, dass die NPD inakzeptabel ist.

Und was das Versprechen angeht, ist das für mich kein hinreichendes Kriterium. Wenn zum Beispiel die Nazis versprechen, dass sie die Demokratie abschaffen, finde ich das ja nicht bloß deshalb gut, weil sie dieses Versprechen halten. Es kommt also schon auf die Inhalte an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Vidukano10 am 12.August 2009, 12:31:15
Das Forum hatte nen Fehler und nun ist leider mein seeeeehr langer Post weg, genau wie meine Motivation ihn nochmals zu schreiben, trotzdem hier die Kurzform:

Zitat
[@Vidukano: Woher kommt deine Überzeugung, daß sich eine gute Bildungspolitik und die FDP kategorisch ausschliessen?
- historisch bedingt (alle 2-4 Jahre verändert sich die Ausrichtung der FDP, immer zu dem was gerade IN sein soll^^
- hohe Strukturkosten ohne den Inhalt und damit die Bildung zu verbessern

Zitat
Dein Schuldenargument ist hahnebüchen. Schon mal gelesen, wieviel Geld in die ineffektiven, von SPD und CDU künstlich am Leben gehaltenen Sozialsysteme versackt? Wieviel neue Schulden aufgenommen wurden, um den ganzen Quatsch wie Abwrackprämien etc zu sponsoren und marode Betriebe zu retten (d.h. in verzweifelte Regulierungsversuche)?
Schuldenargument? Bitte raussuchen, hatte das zwar beim ersten Versuch ausgeführt aber nun sehe ich, dass meine Antwort eigentlich unbegründet war, habe ich doch nie in dem Bereich argumentiert ;D

Zitat
Schon mal eine Steuererklärung selber gemacht? Alleine das Versprechen einer Vereinfachung des Steuersystems ist für mich ein FDP-Argument. Und wieviel Geld da in einem riesigen, Geld hin und her schiebenden Verwaltungsapparat versandet, will ich eigentlich gar nicht wissen. DAS sind die Dinge, die den Steuerzahler Geld kosten, und ich hege zumindest die kleine Hoffnung, daß diese Dinge mit der FDP besser würden.
- ja hab ich
- Komplexität ist absolut erforderlich
- die Transparenz fehlt, da stimme ich dir zu, aber im Zeitalter die Computisierung alles garkein Problem mehr
- da traue ich der FDP nicht zu ein sinnvolles Konstrukt zu entwicklen

Zitat
Und welche Kosten hat denn die Finanzkrise bisher eigentlich konkret dem AKTUELLEN Steuerzahler geschaffen? Wurde irgendwelche Sätze erhöht?
Mich nervt dieses ganze Gelaber von der "bösen Wirtschaft" sowieso endlos. Vornerum regen sich alle über die Manager auf, hintenrum kaufen sie bei Aldi ein und beschäftigen ihre Putzfrauen schwarz. Und wenn was schief läuft sind es immer die anderen, die bösen Amis, die fiesen Chinesen, die Politiker, die Manager, nie fasst sich der Durchschnittdeutsche mal an die eigene Nase.
hach das war vorhin mein Lieblingsbereich in dem ich mich über wirtschaftliche Zusammenhänge, irrationalität usw. auslassen konnte. Aber ich werde es diesmal nicht ausformulieren, ist eigentlich auch garnicht nötig weil jeder mit etwas denken dahinter kommt wieso Milliardenausgaben die nicht mit sofortigen Steuererhöhungen darhergehen trotzdem nicht schön sind :P

Für mich jedenfalls ein typischer Postgegen das System mit der (leider) unreflektierten Hoffnung auf die Heilsbringer von der FDP.
Von mir aus kann man sie gerne wählen, aber man muss sich trotzdem damit auseinandersetzen und schauen was dahintersteckt. Da ich aus der Energiebranche komme kann ich sagen, dass die FDP dort keinerlei Kompetenz aufweist und ungefähr auf SChulniveau falsche Fakten darstellt und sie auch noch ausführt. Da ist es dann noch schwerer solch einer Partei vertrauen schenken zu können. Wie soll ich daran glauben, dass die Steuerpolitik (kenn ich mich nicht soo aus) verbessert werden kann, wenn in einem anderen Bereich Unfug erzählt wird?

Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte, die richtige Mitte zu suchen obliegt jedem alleine.


P.S: Ich hätte am liebsten eine Mischpartei aus: Piratenpartei, SPD und Grüne (vielleicht noch 1-2 weitere kleine deren Parteiinhalte ich nicht so gut kenne), leider muss man ja eher das mindere Übel wählen als die beste Partei
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: pMaldini am 12.August 2009, 23:48:29
Bis vor wenigen Jahren hätte ich nicht geglaubt, dass ich mal die FDP wählen werde.

Aber ich glaube bei der kommenden Bundestagswahl wird es wohl das erste Mal soweit sein.

Ich schließ mich den Pro-FDP vorrednern mal an. Mittlerweile glaube ich, dass die FDP "den Laden" aufmischen könnte. Und den Satz von El-Pocho
Schon mal eine Steuererklärung selber gemacht? Alleine das Versprechen einer Vereinfachung des Steuersystems ist für mich ein FDP-Argument. Und wieviel Geld da in einem riesigen, Geld hin und her schiebenden Verwaltungsapparat versandet, will ich eigentlich gar nicht wissen. DAS sind die Dinge, die den Steuerzahler Geld kosten, und ich hege zumindest die kleine Hoffnung, daß diese Dinge mit der FDP besser würden.
kann ich nur voll unterstreichen!


Kleinst- und Splitterparteien sind für mich keine Alternative.


Und der FDP traue ich momentan am ehesten zu Ihre gegeben Versprechen einzulösen (zumindest einen Teil davon). Die CDU hat es dank Zensursula bei mir völlig vergeigt und Steinmeiers Deutschlandplan ist mMn ein trauriger versuch die SPD ein paar Prozentpunkte nach oben zu hieven.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 21.August 2009, 15:25:35
Streift das Thema nur am Rande. Doch ich habe heute wieder ein schönes Beispiel dafür gefunden, wie realitätsblind auch die Medien sind in bezug auf die Stellung Deutschlands in der Welt. Beispiel Solarenergie, die wir ja nach Meinung einiger Experten erfunden zu haben scheinen.

http://www.lvz-online.de/wissenschaft/drwi.html?p=/content/22157016.html (http://www.lvz-online.de/wissenschaft/drwi.html?p=/content/22157016.html)

Dabei gibt es solche Kraftwerke seit Jahrzehnten. Habe selbst so eins in Israel gesehen - vor 18 Jahren, wohlgemerkt.

http://wis-wander.weizmann.ac.il/site/en/weizman.asp?pi=420&doc_id=732 (http://wis-wander.weizmann.ac.il/site/en/weizman.asp?pi=420&doc_id=732)

Und nebenbei: Während wir Deutschen glauben, Weltmeister in Solarenenergie zu sein, sorgen die Wahsinnssubventionen auf Solartechnik in Deutschland dafür, dass die Technik dermaßen teuer wird, dass sie nicht weltmarkttauglich ist.

http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Das-Ende-des-Solar-Maerchens/49415 (http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Das-Ende-des-Solar-Maerchens/49415)

Sorry, ist etwas unstrukturiert, aber musste unter Zeitdruck einfach mal raus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Vidukano10 am 21.August 2009, 17:59:59
Streift das Thema nur am Rande. Doch ich habe heute wieder ein schönes Beispiel dafür gefunden, wie realitätsblind auch die Medien sind in bezug auf die Stellung Deutschlands in der Welt. Beispiel Solarenergie, die wir ja nach Meinung einiger Experten erfunden zu haben scheinen.

http://www.lvz-online.de/wissenschaft/drwi.html?p=/content/22157016.html (http://www.lvz-online.de/wissenschaft/drwi.html?p=/content/22157016.html)
Ist doch nur erstmals von der Leistung her sowas in Deutschland geschaffen worden, wo ist das Problem bei dem Artikel?


Zitat
Dabei gibt es solche Kraftwerke seit Jahrzehnten. Habe selbst so eins in Israel gesehen - vor 18 Jahren, wohlgemerkt.

http://wis-wander.weizmann.ac.il/site/en/weizman.asp?pi=420&doc_id=732 (http://wis-wander.weizmann.ac.il/site/en/weizman.asp?pi=420&doc_id=732)

Und nebenbei: Während wir Deutschen glauben, Weltmeister in Solarenenergie zu sein, sorgen die Wahsinnssubventionen auf Solartechnik in Deutschland dafür, dass die Technik dermaßen teuer wird, dass sie nicht weltmarkttauglich ist.

http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Das-Ende-des-Solar-Maerchens/49415 (http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Das-Ende-des-Solar-Maerchens/49415)

Sorry, ist etwas unstrukturiert, aber musste unter Zeitdruck einfach mal raus.
Ist auch kein Problem der subvention, sondern der meisten Herrsteller. Dass andere nachziehen war doch jedem bekannt, wer dann nicht weiterentwicklet hat halt Pech gehabt. Der Großteil der Bürger möchte anscheined saubere Energie haben und dafür gibt es keinen vernünftigen Preis in Deutschland, also müssen wir den schaffen. Das kommt dabei rum wenn unbezahlbare Interesen unbedingt umgesetzt werden sollen.


P.S: Die sauberste Enegie hat übrigens Frankreich: Atom ahoi ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 22.August 2009, 17:50:53
Was ich beim Überfliegen dieses Threads und auch an anderen Stellen bei solchen Diskussionen immer wieder bemerkenswert finde:

Es wird offensichtlich die Partei präferiert, die am Meisten für "mich" tut. So nach dem Motto: Aktuell studiere ich, da wähle ich die SPD, weil die gegen Studiengebühren ist, habe ich dann mein Studium abgeschlossen und verdiene erstes Geld, dann wähle ich die Grünen, weil ich Ökologie wichtig finde. Fünf Jahre später habe ich einen Spitzenjob und wähle die FDP, weil die mir Steuerentlastungen verspricht und mit 50 wird jeder etwas konservativer und entscheidet sich dann für die CDU.

Es werden also nicht Überzeugungen, sondern "Vergünstigungen" gewählt. Wer wundert sich dann ernsthaft, dass die Parteien nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Wählergruppen ringen? Es geht nicht mehr darum, wer welche Meinung zu einem Sachthema vertritt, sondern welches Sachthema bei der "Mitte" gerade sehr beliebt ist.

"Wir sind die Mitte" - ist dann so ein schöner Wahlslogan, um den Wählern, die sich nach der "Normalverteilung" ja doch irgendwie immer der Mitte zugehörig fühlen, deutlich zu machen: "Deine Wünsche erfüllen wir auch. Wir sind für Dich da."

Ich persönlich will aber gar nicht wissen, was eine Partei für mich tut, sondern für was sie inhaltlich steht - was sie für unser Land, für Europa oder meinetwegen das globale Klima tut. Das alles weiß ich nicht mehr - weil es wie gesagt überhaupt nicht mehr um Inhalte geht.

Neueste Perversion dieser modernen Politikwelt: Die CDU ist der Meinung, dass man sich aus dem Wahlkampf mal lieber komplett heraus hält...und damit wahrscheinlich Erfolg haben wird.

Und wen ich am Ende wähle? Keine Ahnung! Ich bin Durchschnittsverdiener, lebe in einer durchschnittlich großen Stadt und bin irgendwie in fast allen Dingen genau die Mitte. Meine Stimme wollen also alle.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.August 2009, 18:38:07
Ich denke, es ist nur normal, dass man die Partei wählt, die am meisten für einen selbst tut. Vielleicht verstehe ich dich ja falsch, aber wie sollte man sonst wählen? Man sucht sich die Partei aus, mit der man die größten Schnittmengen und selben Ansichten hat. Mit der Erststimme kann man noch Personen wählen (und ich weiß wem ich in meinem Wahlkreis garantiert keine Stimme gebe).

Ich betrachte schon seit Jahren die Entwicklung der Parteien und habe für mich persönlich Schlüsse gezogen (u.a., dass die beiden "Volksparteien" nicht wählbar sind). Wenn bei dieser Wahl die beiden großen Parteien massive Einbrüche zu verzeichnen haben (und ich setze darauf), dann wird hoffentlich ein Umdenken stattfinden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 22.August 2009, 21:16:28
Was ich meine ist, dass ich nicht darauf achte, welche Partei für mich persönlich (also z.B. meine Geldbörse) am meisten bringt. Ich wähle die Partei, die meinem Weltbild und meiner grundsätzlichen politischen Einstellung am ehesten entspricht.

Ich pendele z.B. jeden Tag 75km zur Arbeit (und die gleiche Strecke zurück). Ich könnte trotdem eine Partei wählen, die die Pendlerpauschale abschaffen will, wenn sie mit den Mehreinnahmen Ziele verfolgt, die ich moralisch/sozial oder sonstwie gut vertreten kann - und das obwohl die Pendlerpauschale in meinem Portemonnaie eine sehr große Rolle spielt.

Worauf ich hinauswill: Auch ein Millionär kann aus Überzeugung für eine Vermögensteuer sein, auch ein Hartz IV-Empfänger kann aus Überzeugung für einen niedrigeren Spitzensteuersatz sein.

Ich gebe meine Stimme nicht der Partei, die mir am meisten verspricht, sondern der Partei, dessen Programm mit meiner gesamtpolitischen Meinung die größte Deckungsgleichheit ausweist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.August 2009, 21:34:06
Ok, dann habe ich dich wirklich falsch verstanden. Deine Ansicht teile ich nämlich auch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 28.August 2009, 01:11:18
Hab gerade nen, meiner Meinung nach, schönen Kommentar bei stern.de gefunden. Kenne den Schreiberling nicht, aber seine Ansichten teile ich:



Zitat
Alarm! Die Piraten kommen!


Bei vielen Vertretern der etablierten Parteien dürfte die Zahl einen kleinen Schreck ausgelöst haben: Die Piratenpartei hat mittlerweile schon fast 7.000 Mitglieder. Damit wird sie bald nach CDU, SPD, CSU, FDP, der Linken und den Grünen die siebtgrößte Partei in Deutschland sein.


Und es werden immer mehr Menschen, die sich den Piraten anschließen. Die Zeit hat unter anderem dazu in dieser Woche ein interessantes Dossier geschrieben (das, nebenbei bemerkt, im krassen Gegensatz zu den vielen netzkritischen Artikeln der vergangenen Monate steht). Demnach treten der Piratenpartei jeden Tag 80 Menschen bei, während die SPD täglich 30 Mitglieder verliert. In Meinungsumfragen liegen die Piraten nach Informationen der Zeit bei zwei Prozent.

Doch die politische Stimmung ist auf Seiten der jungen, unverbrauchten Partei. Und mit jedem Tag des Nichtwahlkampfs steigt die Chance der Piraten, vielleicht doch noch das Unmögliche möglich zu machen: in den Bundestag einzuziehen. Ich halte das persönlich nicht für wahrscheinlich - aber auch nicht für ausgeschlossen. Aus folgenden Gründen:

1. Die Schwäche der etablierten Parteien trägt zur Demobilisierung ganzer Wählerschichten bei. Eine unrühmliche Ausnahme bildet hier die CDU: Sie versucht sogar ganz bewusst, die Wahlbeteiligung zu drücken. Ziel der Nichtwahlkampf-Strategie von Angela Merkel ist es, die SPD-Wähler von der Urne fern zu halten. Durch Nullkommunikation und vage Forderungen soll den Sozialdemokraten jegliche Chance genommen werden, einen polarisierenden Wahlkampf zu führen. Die Piratenpartei dagegen schöpft aus einem Reservoir von motivierten Anhängern, die sehr wahrscheinlich zur Wahl gehen und wissen, wo sie ihr Kreuzchen machen werden.

2. Weil repräsentative Meinungsumfragen den riesigen Unmut bei den etablierten Parteien schlecht kalkulieren können (daher auch die hohe Anzahl der "unentschlossenen Wähler"), liefern sie auch keine realistischen Aussagen über die tatsächlichen Wahlchancen der Piratenpartei. Es bleibt bis zum Schluss spannend.

3. Die Piratenpartei ist die Protestwahl des jungen, gebildeten Bürgertums. Gerade wer in den 90er Jahren politisch sozialisiert wurde und daher die Zeit der ideologischen Konfrontation verpasst hat, gibt viel weniger auf die Bindung zu den etablierten Parteien. Da Nichtwählen die Ultima Ratio für jeden politischen Menschen ist und die radikalen Parteien stinken, könnte die Piratenpartei mit ihrem an freiheitlichen und bürgerrechtlichen Idealen Programm eine Ventilfunktion einnehmen.

4. Die FDP hat im Bereich Bürgerrechte versagt. Jahrelang haben es die Liberalen zugelassen, dass ihr einstiger Markenkern ausgehöhlt wurde und in der öffentlichen Wahrnehmung durch den Kampf für die freien, deregulierten Märkte überlagert wurde. Sie bieten also kein Absorptionspotenzial für die Piratenpartei.

5. Die Grünen sind im Zeitraffer gealtert. Einst als Anti-Parteien-Partei angetreten, sind sie heute Teil des Systems. Die Partei ist zwar immer noch gut darin, junge und trendfähige Themen aufzugreifen. In ihrer Struktur sind die Grünen aber längst den Altparteien allzu ähnlich geworden. Vielleicht mag da dem ein oder anderen grünen Urgestein eine Träne die Wange runter kullern, wenn er sieht, dass die Piratenpartei gründungsgrüne Verhaltensmuster in die Gegenwart transferiert hat.

6. Die Volksparteien haben nicht nur das Thema Internet verschlafen. Sie haben auch ganz allgemein zu wenig Online-Kompetenz und sind ignorant gegenüber den Ansprüchen und Wünschen der "Digital Natives". Wer mit dem Netz groß geworden ist, betrachtet es als natürlichen Teil seiner Alltagsumwelt. Und nicht als "rechtsfreien Raum".
http://www.stern.de/blog/82_wahlfisch/archive/2872_alarm_die_piraten_kommen.html




Und noch ein kleiner Seitenhieb zum Thema "Überwachunsstaat": Aus einem internen Bericht der Britischen Polizei geht hervor, das Überwachungskameras zur Aufklärung von Verbrechen faktisch nutzlos sind. Das zumindest belegen die Statistiken. Dennoch gibt es alleine in London mehr als eine Million Überwachungskameras. Dazu erklärte Member of Parliament David Davis gegenüber der BBC: “Überwachungskameras verursachen immense Kosten bei minimaler Effektivität. Sie bedeuten ein gewaltiges Eindringen in die Privatsphäre, bei kleiner oder nicht vorhandener Verbesserung der Sicherheit.”

Das hat zwar nicht direkt was mit Deutschland zu tun, aber ich denke ihr wisst worauf ich hinaus will...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 28.August 2009, 11:01:29
Gestern die Runde bei Maybritt Illner gesehen und muss sagen, dass es trotz starker Besetzung und Wahlkampf erstaunlich unpopulistisch zugegegangen ist. Einzig Gysi konnte natürlich nicht ganz ohne  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 28.August 2009, 13:59:59
Hab gerade nen, meiner Meinung nach, schönen Kommentar bei stern.de gefunden. Kenne den Schreiberling nicht, aber seine Ansichten teile ich:



Zitat
Alarm! Die Piraten kommen!


Bei vielen Vertretern der etablierten Parteien dürfte die Zahl einen kleinen Schreck ausgelöst haben: Die Piratenpartei hat mittlerweile schon fast 7.000 Mitglieder. Damit wird sie bald nach CDU, SPD, CSU, FDP, der Linken und den Grünen die siebtgrößte Partei in Deutschland sein.


Und es werden immer mehr Menschen, die sich den Piraten anschließen. Die Zeit hat unter anderem dazu in dieser Woche ein interessantes Dossier geschrieben (das, nebenbei bemerkt, im krassen Gegensatz zu den vielen netzkritischen Artikeln der vergangenen Monate steht). Demnach treten der Piratenpartei jeden Tag 80 Menschen bei, während die SPD täglich 30 Mitglieder verliert. In Meinungsumfragen liegen die Piraten nach Informationen der Zeit bei zwei Prozent.

Doch die politische Stimmung ist auf Seiten der jungen, unverbrauchten Partei. Und mit jedem Tag des Nichtwahlkampfs steigt die Chance der Piraten, vielleicht doch noch das Unmögliche möglich zu machen: in den Bundestag einzuziehen. Ich halte das persönlich nicht für wahrscheinlich - aber auch nicht für ausgeschlossen. Aus folgenden Gründen:

1. Die Schwäche der etablierten Parteien trägt zur Demobilisierung ganzer Wählerschichten bei. Eine unrühmliche Ausnahme bildet hier die CDU: Sie versucht sogar ganz bewusst, die Wahlbeteiligung zu drücken. Ziel der Nichtwahlkampf-Strategie von Angela Merkel ist es, die SPD-Wähler von der Urne fern zu halten. Durch Nullkommunikation und vage Forderungen soll den Sozialdemokraten jegliche Chance genommen werden, einen polarisierenden Wahlkampf zu führen. Die Piratenpartei dagegen schöpft aus einem Reservoir von motivierten Anhängern, die sehr wahrscheinlich zur Wahl gehen und wissen, wo sie ihr Kreuzchen machen werden.

2. Weil repräsentative Meinungsumfragen den riesigen Unmut bei den etablierten Parteien schlecht kalkulieren können (daher auch die hohe Anzahl der "unentschlossenen Wähler"), liefern sie auch keine realistischen Aussagen über die tatsächlichen Wahlchancen der Piratenpartei. Es bleibt bis zum Schluss spannend.

3. Die Piratenpartei ist die Protestwahl des jungen, gebildeten Bürgertums. Gerade wer in den 90er Jahren politisch sozialisiert wurde und daher die Zeit der ideologischen Konfrontation verpasst hat, gibt viel weniger auf die Bindung zu den etablierten Parteien. Da Nichtwählen die Ultima Ratio für jeden politischen Menschen ist und die radikalen Parteien stinken, könnte die Piratenpartei mit ihrem an freiheitlichen und bürgerrechtlichen Idealen Programm eine Ventilfunktion einnehmen.

4. Die FDP hat im Bereich Bürgerrechte versagt. Jahrelang haben es die Liberalen zugelassen, dass ihr einstiger Markenkern ausgehöhlt wurde und in der öffentlichen Wahrnehmung durch den Kampf für die freien, deregulierten Märkte überlagert wurde. Sie bieten also kein Absorptionspotenzial für die Piratenpartei.

5. Die Grünen sind im Zeitraffer gealtert. Einst als Anti-Parteien-Partei angetreten, sind sie heute Teil des Systems. Die Partei ist zwar immer noch gut darin, junge und trendfähige Themen aufzugreifen. In ihrer Struktur sind die Grünen aber längst den Altparteien allzu ähnlich geworden. Vielleicht mag da dem ein oder anderen grünen Urgestein eine Träne die Wange runter kullern, wenn er sieht, dass die Piratenpartei gründungsgrüne Verhaltensmuster in die Gegenwart transferiert hat.

6. Die Volksparteien haben nicht nur das Thema Internet verschlafen. Sie haben auch ganz allgemein zu wenig Online-Kompetenz und sind ignorant gegenüber den Ansprüchen und Wünschen der "Digital Natives". Wer mit dem Netz groß geworden ist, betrachtet es als natürlichen Teil seiner Alltagsumwelt. Und nicht als "rechtsfreien Raum".
http://www.stern.de/blog/82_wahlfisch/archive/2872_alarm_die_piraten_kommen.html




Und noch ein kleiner Seitenhieb zum Thema "Überwachunsstaat": Aus einem internen Bericht der Britischen Polizei geht hervor, das Überwachungskameras zur Aufklärung von Verbrechen faktisch nutzlos sind. Das zumindest belegen die Statistiken. Dennoch gibt es alleine in London mehr als eine Million Überwachungskameras. Dazu erklärte Member of Parliament David Davis gegenüber der BBC: “Überwachungskameras verursachen immense Kosten bei minimaler Effektivität. Sie bedeuten ein gewaltiges Eindringen in die Privatsphäre, bei kleiner oder nicht vorhandener Verbesserung der Sicherheit.”

Das hat zwar nicht direkt was mit Deutschland zu tun, aber ich denke ihr wisst worauf ich hinaus will...

Tretet ihr auch in Sachsen an?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 28.August 2009, 14:09:34
Tun sie nicht. Zum damaligen Zeitpunkt waren kaum Piraten in Sachsen vorhanden, daher ist Sachsen das einzige Bundesland in dem die Piraten nicht antreten werden.
Genauere Analyse: http://wiki.piratenpartei.de/Sachsen/Bundestagswahl
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 28.August 2009, 14:15:12
Leider ist Sachen das einzige Bundesland, in dem die Piraten zur Bundestagswahl nicht antreten. Aber jetzt am 30. August ist Landtagswahl in Sachen, dort wird die Piratenpartei mit Spitzenkandidat Mirco da Silva antreten. :)

Edit: Octavianus war da wohl schneller. Mittlerweile hat der Sächsische Landesverband aber eine swehr beachtliche Mitgliederzahl aufzuweisen, der Entwicklung der letzten Monate sei Dank.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 28.August 2009, 14:17:32
Leider ist Sachen das einzige Bundesland, in dem die Piraten zur Bundestagswahl nicht antreten. Aber jetzt am 30. August ist Landtagswahl in Sachen, dort wird die Piratenpartei mit Spitzenkandidat Mirco da Silva antreten. :)

Danke. Ich meinte auch die Landtagswahlen am 30.8. Na ich werd mir mal den Herrn da Silva anschauen.  :D

Hab mir mal den Stimmzettel im Netz gesucht. Ja, die Zweitstimme wäre für die Piraten drin. Die Erststimme kann ich ja der 31-jährigen blonden Ärztin von den Grünen geben. Aus rein inhaltlichen Gründen natürlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 28.August 2009, 22:11:47
Das klingt nach ner sehr vernünftigen Entscheidung. Eine Stimme den Grünen, eine den Piraten - Top.  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 28.August 2009, 22:54:08
Das klingt nach ner sehr vernünftigen Entscheidung. Eine Stimme den Grünen, eine den Piraten - Top.  :)

Das denke ich auch. Ich hoffe bloß, dass die NPD es nicht zum zweiten Mal schafft. Ich glaub es aber nicht. Selbst im "autonomen" Leipziger Süden, wo ich wohne, haben die bei den Kommunalwahlen fast 2 Prozent erreicht.

Hier noch ein Beitrag zur Situation der Piratenpartei in Sachsen:

http://www.kreuzer-leipzig.de/politik/909 (http://www.kreuzer-leipzig.de/politik/909)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 30.August 2009, 22:55:45
Heute großer Wahltag sowohl was Landtag, als auch Stadtrat betrifft. Schön das die CDU zum Großteil verloren hat, schön das die Piratenpartei zulegen kann. Angetreten nur in Sachen, sowie bei den Kommunalwahlen in NRW (Aachen. Münster), machen die Ergebnisse davon absolut froh. Denn in Sachsen holen die Piraten wohl 1,9%, vielleicht klappen sogar noch die 2%. In Aachen und Münster, wo man zuden Kommunalwahlen antrat, schafft man es mit jeweils einem Sitz in den Stadtrat. Wenn man bedenkt, das die Piraten bspw. in Aachen nur in 8 von 32 Bezirken angetreten sind, und in diesen acht Bezirken jeweils über 8% holten, bekommt das Ergebnis nochmal eine ganz andere Note. Noch zwei Zahlen von den Landtagswahlen: In Leipzig holten die Piraten 2,8%, in Dresden 3,4 % (im Wahlbezirk Dresden 3 sogar 4,8%). Ich bin damit wirklich mehr als zufrieden, denn wer von mehr geträumt hat, ist Tagträumer. Vor allem wenn man bedenkt, das nach aktuellen Umfragen, gerade mal knapp 50% der Bevölkerung die Piratenpartei kennen. Das zeigt aber auch, das noch einiges an Potential vorhanden ist. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Benny am 02.September 2009, 00:34:54
Wenn Wahlen wirklich etwas ändern würden, dann wären sie verboten.....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 02.September 2009, 10:47:17
Heute großer Wahltag sowohl was Landtag, als auch Stadtrat betrifft. Schön das die CDU zum Großteil verloren hat, schön das die Piratenpartei zulegen kann. Angetreten nur in Sachen, sowie bei den Kommunalwahlen in NRW (Aachen. Münster), machen die Ergebnisse davon absolut froh. Denn in Sachsen holen die Piraten wohl 1,9%, vielleicht klappen sogar noch die 2%. In Aachen und Münster, wo man zuden Kommunalwahlen antrat, schafft man es mit jeweils einem Sitz in den Stadtrat. Wenn man bedenkt, das die Piraten bspw. in Aachen nur in 8 von 32 Bezirken angetreten sind, und in diesen acht Bezirken jeweils über 8% holten, bekommt das Ergebnis nochmal eine ganz andere Note. Noch zwei Zahlen von den Landtagswahlen: In Leipzig holten die Piraten 2,8%, in Dresden 3,4 % (im Wahlbezirk Dresden 3 sogar 4,8%). Ich bin damit wirklich mehr als zufrieden, denn wer von mehr geträumt hat, ist Tagträumer. Vor allem wenn man bedenkt, das nach aktuellen Umfragen, gerade mal knapp 50% der Bevölkerung die Piratenpartei kennen. Das zeigt aber auch, das noch einiges an Potential vorhanden ist. :)

Danke für die Zahlen. In den Mainstream-Medien habe ich nichts dazu gefunden. Dass die NPD wieder den Einzug geschafft hat, ist Mist, aber sie haben viele Stimmen verloren.

Naja, und die CDU wird hier in Sachsen wohl noch ne Weile an der Macht bleiben. Das ist so ähnlich wie in Bayern mit der CSU. Ich kann damit aber leben. Mit dem Alter wird man eben konservativer. Außerdem bin ich in derselben Gemeinde geboren wie der Tillich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: pudel am 02.September 2009, 19:49:15
Habe mal die Linken angeklickt. Nicht weil ich unbedingt ein grosser Fan dieser Partei bin, sondern weil ich will, das Sie früher oder später noch eine wichtige Rolle spielen "soll". Denn eine richtige, linke, sozialdemokratische Partei gibt es ja seit Schröder nicht mehr. Und ich bin nicht der Meinung, wie jemand oben geschrieben hatte, das die CDU nach links gewandert ist und jetzt die heutige SPD sein soll. Eher andersrum. Die SPD wanderte immer mehr Richtung CDU. Und wenn ich jetzt die Linken wähle, ist die Chance grösser, das sich die SPD dann mal endlich wieder nach Links bewegt (zumindest die Option hat ^^)  und wieder ein linker Block dem derzeit übergewichtigem rechten Block ggüber steht. Denn das ist m.E. noch die beste Situation für mich als Bürger hier in Deutschland. (<- so machen die da nicht soviel kaputt!)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 02.September 2009, 23:29:40
Heute großer Wahltag sowohl was Landtag, als auch Stadtrat betrifft. Schön das die CDU zum Großteil verloren hat, schön das die Piratenpartei zulegen kann. Angetreten nur in Sachen, sowie bei den Kommunalwahlen in NRW (Aachen. Münster), machen die Ergebnisse davon absolut froh. Denn in Sachsen holen die Piraten wohl 1,9%, vielleicht klappen sogar noch die 2%. In Aachen und Münster, wo man zuden Kommunalwahlen antrat, schafft man es mit jeweils einem Sitz in den Stadtrat. Wenn man bedenkt, das die Piraten bspw. in Aachen nur in 8 von 32 Bezirken angetreten sind, und in diesen acht Bezirken jeweils über 8% holten, bekommt das Ergebnis nochmal eine ganz andere Note. Noch zwei Zahlen von den Landtagswahlen: In Leipzig holten die Piraten 2,8%, in Dresden 3,4 % (im Wahlbezirk Dresden 3 sogar 4,8%). Ich bin damit wirklich mehr als zufrieden, denn wer von mehr geträumt hat, ist Tagträumer. Vor allem wenn man bedenkt, das nach aktuellen Umfragen, gerade mal knapp 50% der Bevölkerung die Piratenpartei kennen. Das zeigt aber auch, das noch einiges an Potential vorhanden ist. :)

Danke für die Zahlen. In den Mainstream-Medien habe ich nichts dazu gefunden. Dass die NPD wieder den Einzug geschafft hat, ist Mist, aber sie haben viele Stimmen verloren.

Kein Problem. Auf der www.piraten-mv.de Seite habe ich eben übrigens einen Artikel mit den engültigen Zahlen und ein paar weiteren Infos zu den Wahlen geschrieben, der unter dem genannten Link zu finden ist. Falls jemand Interesse hat den Artikel zu lesen. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 04.September 2009, 09:59:58
Wieviel Pirat steckt in dir? Frag den Pirat-O-Meter (http://www.piratenpartei-sh.de/pom/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: -arek am 04.September 2009, 11:29:02
Hmmm...bin noch relativ unentschlossen was die Wahlen angeht.

Aber eine Partei zu wählen, die einem Holocaust-Leugner eine Bühne zur Vergügung stellt...sry aber das ist für mich nicht in Ordnung!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 04.September 2009, 11:50:21
Wieviel Pirat steckt in dir? Frag den Pirat-O-Meter (http://www.piratenpartei-sh.de/pom/)
Der Schnelltest ist mir ehrlich gesagt etwas zu schnell und oberflächlich, wie eigentlich alle Schnelltests. Es werden Fragen gestellt die im Grunde von jedem Bürger gleich beantwortet werden. Das Ergebnis ist dadurch nicht wirklich aussagekräftig.

Das ist klar. Aber es könnte zumindest anregen, sich weitergehend zu informieren, oder auch mal auf einem Stammtisch in der Nähe vorbeizuschauen, wo Gäste gerne gesehen sind und in offener und lockerer Runde diskutiert wird. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 04.September 2009, 12:54:04
Der www.wahl-o-mat.de für die Bundestagswahl ist heute gestartet. Einige Fragen sind schwierig zu beantworten, es empfielt sich vorher die Thesen der einzelnen Parteien zu den Fragen durchzulesen, da sich dann mögliche Antworten ab und an relativieren. So war es zumindest bei mir, das ich bei der ein oder anderen Frage spontan "Stimme ich zu" geklickt hätte, nachdem lesen der einzelnen Thesen aber dann doch umgeschwänkt bin. Mein Ergebnis sieht jedenfalls wenig überraschend wie folgt aus und stimmt tatsächlich komplett mit meiner politischen Meinung überein:


(http://img268.imageshack.us/img268/2554/wahlomatl.jpg)


Natürlich hätte ich auch ohne Wah-O-Mat gewußt, das am 27. September der Grünen Kandidat Harald Terpe meine Erst- und die Piraten meine Zweitstimme bekommen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 04.September 2009, 13:55:06
Die Violetten setzen sich für mehr Spiritualität in der Politik ein!  :D


Hast du eigentlich alle Parteien im Vergleich dir angeschaut? Also auch mal KPD, Piraten oder sowas dazugeklickt? Sieht nämlich nicht so aus. Man kann ja leider immer nur 8 Parteien auf einmal auswählen, so das es Sinn macht, sich erst die ersten 8 aus der Liste anzuschauen, dann die vier oder fünf erstgenannten Parteien aus dem Ergebnis drin zu lasen und die Parteien auf den letzteren Plätzen zu ersetzen mit den nächsten Parteien, bis man alle Parteien durch- und ein echtes Endergebnis hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 04.September 2009, 14:19:48
Habe über die Erstellung dieses Fragebogens einen interessanten Artikel gelesen (ich glaube StZ). Die müssen das halt wirklich runterbrechen auf ganze 38 Fragen. Insgesamt 22 Politikstudenten, Schüler und andere junge Leute haben in Zusammenarbeit mit der bpb die Wahlprogramme durchforstet und dort halt die Kernthesen rausgearbeitet und dann diese Fragen an die Parteien verschickt mit Bitte um Stellungnahme. Alles, was nicht auf Anhieb verständlich war, wurde raus genommen und übrig blieben diese 38 Thesen.

Der Wahl-O-Mat ist daher eher für Neu- und Jungwähler gedacht, die sich einen ersten Eindruck machen wollen und nicht erst die ganzen Parteiprogramme lesen wollen. Ich denke, man kann damit schon mal so etwas wie eine Vorauswahl treffen. Persönlich sollte man sich dann mit seinen Top3 oder Top5 mal auseinandersetzen. Und vielleicht auch mal den Kandidaten oder Parteien in der jeweiligen Region schreiben und sie um Stellungnahme bitten. Oder eine Wahlveranstaltung besuchen.

Wenn man wirklich interessiert an Politik ist, dann informiert man sich auch. Ich denke, Schülern und Jungwählern sollte gezeigt werden wie lebendig eine Demokratie sein kann. Das Mitmachen sollte stärker in den Vordergrund rücken. Das fördert auch den Zusammenhalt der Generationen.

Die letzten 4 Sätze spiegeln meine persönliche Meinung wider. ;)

Wen ich wähle, das weiß ich schon. Gibt bei uns im Kreis genug Pappnasen, die ich garantiert nicht wählen werde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 04.September 2009, 21:02:03
Ich gebe dir da uneingeschränkt recht Octavianus. Der Wahl-O-Mat kann natürlich nur Hinweise für die jenigen geben, die sich vielleicht nicht tagtäglich mit Politik beschäftigen und kann zeigen wo möglicherweise "Schnittmengen" mit der eigenen Meinung liegen. Es kann dazu anregen sich zu informieren und Interesse an Politik zu wecken. Durchaus interessant finde es aber schon mal so auf einen Blick, die Thesen der verschiedenen Parteien zu den einzelnen Fragen, zu lesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bodylove am 04.September 2009, 23:32:25
Da ich eh nicht wählen darf habe ich mir trotzdem den Spass erlaubt und malö mich getestet:

(http://www.eye-of-the-night.de/pics/wahl.png)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 05.September 2009, 22:30:04
Nachher um 22.45 in der ARD (nach dem Wort zum Sonntag): Der Wahlwerbespot der Piratenpartei!  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 13.September 2009, 11:01:55
Ich bin gerade zurück aus Berlin, von Freiheit statt Angst, der Demo in Berlin, die teil des weltweiten Aktionstages Freedom not Fear, der ähnliche Veranstaltungen u.a. in Wien, Stockholm oder Bueons Aires sah. Ich hatte gehofft das es gut wird, aber es war dann tatsächlich einfach nur mega, mega geil! Hammer Demo, bei der vor allem die Farbe Orange dominierte. Der Piratentruck war der Hammer und Hingucker schlechthin. Die Reaktionen der Passanten waren fast ungeteilt positiv,erstaunlicherweise auch bei der älteren Bevölkerung. Ich alleine konnte jedenfalls schon mehrere hundert Flyer in kurzer Zeit an den Mann und die Frau bringen. Die Stimmung auf der Demo war super entspannt, friedlich und ausgelassen. Die Leute hatten Spaß, haben getanzt, gemeinsam ein tolles Erlebnis genossen und sind für das gute auf die Straße gegangen. Linke, FDP und Grüne waren natürlich auch vertreten, die Antifa ebenso. Wobei die Luftballons der Grünen mit Schäuble Konterfei absolut klasse waren.

Für viele Lacher sorgte zum Start der Demo die Frage der Antifa, ob es denn nicht ein paar Freiwillige gäbe, die Lust hätten ihr Gefährt anzuschieben, damit man Benzin sparen könnte. Davon ab war völlig unnötigerweise auch unser Freund und Helfer mit Kampfanzug und Schlagstock im Anschlag jederzeit präsent und zeigte abseits der Kundgebung sein unschönes Gesicht: http://www.youtube.com/watch?v=TDYfm-NsXq8 (http://www.youtube.com/watch?v=TDYfm-NsXq8) Ein Fahrradfahrer, der die Dienstnummer eines Beamten notieren wollte, wurde schlichtweg zusammengeschlagen. Traurig, weil der Tag komplett im Zeichen von Freiheit statt Angst stand und absolut friedlich verlief. Erfreulich dagegen das Medienecho. Spiegel online schreibt:

Zitat
Die bunte Versammlung eint der Protest gegen die Vorratsdatenspeicherung, Internet-Zensur und Online-Durchsuchung. Fast sieht es so aus, als ob hier eine neue Protestbewegung wächst, die sich von den etablierten Parteien im Bundestag unverstanden fühlt, die so deutlich für mehr Bürgerrechte auf die Straße geht, wie seit den Protesten gegen die Volkszählung 1987 nicht mehr.


Insgesamt einfach ein Hammer Erlebnis, das ich bereits jetzt vermisse. Ein paar Impressionen davon nun im folgenden:


(http://img25.imageshack.us/img25/1299/pp1qh.jpg)

(http://img25.imageshack.us/img25/386/pp3z.jpg)

(http://img16.imageshack.us/img16/7463/pp8a.jpg)

(http://img7.imageshack.us/img7/692/pp4u.jpg)

 (http://img193.imageshack.us/img193/2079/pp2s.jpg)

(http://img21.imageshack.us/img21/3525/pp5e.jpg)

(http://img147.imageshack.us/img147/1432/pp6u.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pippo8081 am 14.September 2009, 00:07:32
wenn es schon eine politische Diskussion hier gibt, oute ich mich auch mal, das Ergebnis spiegelt meine Einstellung durchaus wieder, vor allem meine Abneigung zu den extremen Parteien, allerdings überrascht es mich schon, daß die NPD vor der SPD kommt. Das ist natürlich nicht so, und wer zur Hölle sind die Violetten?

naja und über die tollen Bilder kann ich nur müde lächeln, ist immer lächerlich wenn man Aufmerksamkeit erreichen will, indem man Menschen wie Schäuble hier so in den Dreck zieht. Aber wie gesagt, jedem das seine! Außerdem scheint es ja auch bei mir gewisse Gemeinsamkeiten mit dieser Piratenpartei zu geben, denke aber mal das liegt am Schutz im Internet.

(http://img9.imageshack.us/img9/3238/wahlomatue.jpg) (http://img9.imageshack.us/i/wahlomatue.jpg/)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Spriing am 14.September 2009, 07:31:27
...wusste nicht, ob ich das jetzt unter die "Lustigsten Links & Videos" stellen soll oder hier rein...

Wahlspot der CDU, die wissen, wie man junge Menschen erreicht!  ;D

http://www.youtube.com/watch?v=KDw1yqUhv7o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pippo8081 am 14.September 2009, 15:53:24
...wusste nicht, ob ich das jetzt unter die "Lustigsten Links & Videos" stellen soll oder hier rein...

Wahlspot der CDU, die wissen, wie man junge Menschen erreicht!  ;D

http://www.youtube.com/watch?v=KDw1yqUhv7o

Oh man, was ein fürchterlicher Spot....dachte erst das wäre ne Verarschung!

So ein unsympathischer Depp  ;D

Die CDU muss aufpassen, ich habe das Gefühl die ruhen sich auf den Umfragen aus, nach dem Motto wir werden eh stärkste Partei, denn richtig Wahlkampf führt die Merkel nicht! Siehe gestern das "Duell"!
Hab so ein ganz komisches Gefühl das irgenteine kleine Partei wie zum Beispiel die Piraten unheimlich überraschen werden, und CDU und SPD abgestraft werden! Aber richtig!! Leider :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 14.September 2009, 16:14:59
Wenn ich mal eine Prognose abgeben darf. Beide, sowohl CDU und SPD, werden negativ überraschen und massiv Stimmen (im Vergleich zur letzten Wahl) einbüßen.
Schauen wir uns die aktuelle Zusammensetzung mal an:
CDU/CSU 35,2%, SPD 34,2%, FDP 9,8%, Grüne 8,1%, Linke 8,7%
Es verblieben: 4% der Zweitstimmen

Hier die aktuellen Trends (nach diversen Sonntagsumfragen):
CDU/CSU 36%, SPD 23%, FDP 14%, Grüne 11%, Linke 11%

Ich denke, dass das Ergebnis wie folgt aussehen wird (ich glaub ich twitter das auch so etwa 2 Stunden vor Wahlende ;D):
CDU/CSU 32%, SPD 27%, FDP 13%, Grüne 10%, Linke 13%
Die Piratenpartei wird vielleicht 2-3% der Stimmen holen und selbst das wäre schon viel.

Da Rot-rot-grün bundesweit kaum machbar sein wird (dazu sind sich die Protagonisten nicht einig genug), wird es demnach erneut auf 4 Jahre Schwarz-Rot hinauslaufen. Toll... ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 14.September 2009, 20:47:37
wird es demnach erneut auf 4 Jahre Schwarz-Rot hinauslaufen. Toll... ::)


Davon gehe ich auch aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: pudel am 14.September 2009, 22:28:11
...wusste nicht, ob ich das jetzt unter die "Lustigsten Links & Videos" stellen soll oder hier rein...

Wahlspot der CDU, die wissen, wie man junge Menschen erreicht!  ;D

http://www.youtube.com/watch?v=KDw1yqUhv7o

Oh man, was ein fürchterlicher Spot....dachte erst das wäre ne Verarschung!

So ein unsympathischer Depp  ;D

Die CDU muss aufpassen, ich habe das Gefühl die ruhen sich auf den Umfragen aus, nach dem Motto wir werden eh stärkste Partei, denn richtig Wahlkampf führt die Merkel nicht! Siehe gestern das "Duell"!
Hab so ein ganz komisches Gefühl das irgenteine kleine Partei wie zum Beispiel die Piraten unheimlich überraschen werden, und CDU und SPD abgestraft werden! Aber richtig!! Leider :(

Aber trotzdem CDU/FDP wählen!?

[ ] logisch
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pippo8081 am 14.September 2009, 23:16:35
...wusste nicht, ob ich das jetzt unter die "Lustigsten Links & Videos" stellen soll oder hier rein...

Wahlspot der CDU, die wissen, wie man junge Menschen erreicht!  ;D

http://www.youtube.com/watch?v=KDw1yqUhv7o

Oh man, was ein fürchterlicher Spot....dachte erst das wäre ne Verarschung!

So ein unsympathischer Depp  ;D

Die CDU muss aufpassen, ich habe das Gefühl die ruhen sich auf den Umfragen aus, nach dem Motto wir werden eh stärkste Partei, denn richtig Wahlkampf führt die Merkel nicht! Siehe gestern das "Duell"!
Hab so ein ganz komisches Gefühl das irgenteine kleine Partei wie zum Beispiel die Piraten unheimlich überraschen werden, und CDU und SPD abgestraft werden! Aber richtig!! Leider :(

Aber trotzdem CDU/FDP wählen!?

[ ] logisch

Hä? Nur weil ich den Spott scheiße finde? Ich meine auch wenn ich CDU wähle, wird sie wohl kein gutes Ergebnis erreichen, da sie nichts tut, um die Unentschlossenen auf ihre Seite zu gewinnen. Ich kenne viele die sonst eher die großen Volksparteien gewählt haben, die diesmal irgenteiner kleinen Partei die Stimmen geben wollen, das mein ich mit abgestraft...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: pudel am 15.September 2009, 14:39:45
Finde es halt komisch, das wenn man es richtig findet, das CDU und SPD abgestraft gehören, trotzdem sein Kreuzchen bei Ihnen macht....mehr nicht. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 15.September 2009, 15:22:19
Finde es halt komisch, das wenn man es richtig findet, das CDU und SPD abgestraft gehören, trotzdem sein Kreuzchen bei Ihnen macht....mehr nicht. ;)

Sorry, aber er Pippo8081 findet/vermutet, dass sie richtig abgestraft werden. Er findet es aber nicht richtig, dass das passiert. So hab ich ihn verstanden.  :D

Ich selbst fände es zwar richtig, glaube aber seit der Langweildebatte am Sonntag nicht mehr daran. Wähle jedenfalls keine Regierungspartei, weil noch mal 4 Jahre Große Koalition nicht gut für die Demokratie sind. Und die SPD wäre wahnsinnig, wenn sie sich darauf noch mal einließe, weil sie endgültig jegliches Profil verlieren würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 15.September 2009, 15:25:34
Und die SPD wäre wahnsinnig, wenn sie sich darauf noch mal einließe, weil sie endgültig jegliches Profil verlieren würde.


Das werden die Politiker, die ihre Ministerposten gerne innehaben, anders sehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pippo8081 am 15.September 2009, 16:14:24
Finde es halt komisch, das wenn man es richtig findet, das CDU und SPD abgestraft gehören, trotzdem sein Kreuzchen bei Ihnen macht....mehr nicht. ;)

du verstehst mich nicht  ;)

Finde es halt komisch, das wenn man es richtig findet, das CDU und SPD abgestraft gehören, trotzdem sein Kreuzchen bei Ihnen macht....mehr nicht. ;)

Sorry, aber er Pippo8081 findet/vermutet, dass sie richtig abgestraft werden. Er findet es aber nicht richtig, dass das passiert. So hab ich ihn verstanden.  :D

Ich selbst fände es zwar richtig, glaube aber seit der Langweildebatte am Sonntag nicht mehr daran. Wähle jedenfalls keine Regierungspartei, weil noch mal 4 Jahre Große Koalition nicht gut für die Demokratie sind. Und die SPD wäre wahnsinnig, wenn sie sich darauf noch mal einließe, weil sie endgültig jegliches Profil verlieren würde.

du verstehst mich  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: pudel am 15.September 2009, 18:11:27
sorry, pippo...das hatte ich vollkommen anders gelesen und verstanden.  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: mancity am 15.September 2009, 23:05:44
Und die SPD wäre wahnsinnig, wenn sie sich darauf noch mal einließe, weil sie endgültig jegliches Profil verlieren würde.


Das werden die Politiker, die ihre Ministerposten gerne innehaben, anders sehen.

Dann sind sie aber keine guten Strategen und sorgen dafür, dass die SPD nur noch Mehrheitsbeschaffer wird. Ich finde, die einzige Alternative für die SPD ist rot-rot-grün.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Spriing am 21.September 2009, 12:50:43
Schöner Kommentar zur aktuellen Situation von FDP und den Grünen bezüglich etwaigen Koalitionsmöglichkeiten.

http://www.tagesschau.de/kommentar/wahlkampf130.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 27.September 2009, 08:23:28
Ist euch eigentlich schonmal aufgefallen das Gefahren mit Schwarz-Gelben Schlidern gekennzeichnet werden ...  ;D ... da kann man doch nicht wirklich wollen, dass wir von sowas regiert werden... ... Wer glaubt, das die FDP sich geändert hat wird nach der Wahl merken was Sache ist ...  ;) ... ... und das obwohl mir fast schon egal ist wer Deutschland kaputt macht  ::) naja ich dachte ich erwähns mal  ;D

(http://leifi.physik.uni-muenchen.de/web_ph09_g8/grundwissen/08strahlenschutz/radioaktiv.gif) (http://images.pixelio.de/data/media/25/gefahrenschild1.jpg)(http://www.lichtwerbung-klein.de/schilder/img/gefahrenschilder_01_large.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 27.September 2009, 13:49:33
Na, wer war schon alles wählen? Ich hab mich schon um halb zehn aus dem Bett gequält um meine Stimme abzugeben.

Und versucht bloß nicht euch darum zu drücken, das gehört sich nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 27.September 2009, 14:26:36
Na, wer war schon alles wählen? Ich hab mich schon um halb zehn aus dem Bett gequält um meine Stimme abzugeben.

Und versucht bloß nicht euch darum zu drücken, das gehört sich nicht.
Dem kann ich mich nur anschließen. War ebenfalls zeitig wählen um kurz nach 10.
Macht von eurem Wahlrecht Gebrauch (sofern ihr schon wählen dürft).

Bin schon sehr gespannt, wie das heute ausgeht. Ich befürchte ja weitere 4 Jahre Schwarz-Rot, aber wer weiß...  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 27.September 2009, 15:24:41
Wir waren auch grade los. In Dülmen, also aufm Land, ziehen die Männer noch Anzüge mit Krawatte und allem drum und dran an wenn sie hier in der Hauptschule wählen gehen. Weißt Bescheid.

 ;D

Das ist wahrscheinlich DAS größte Ereignis dort überhaupt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Eddy am 27.September 2009, 15:48:07
Soo ich wahr dann auch gerade zum ersten mal in meinem Leben wählen.

Was ich glaube bzw. befürchte ist ja das "Die Linken" heute einen Riesensprung machen. Zu allererst dachte ich ja das die FDP die Überraschungspartei wird, aber ich glaube das hat sich inzwischen drastisch gedreht. Naja wir werden sehen. :) ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 27.September 2009, 16:30:48
Scheinen ja hoffentlich doch noch einige gemerkt zu haben, das die FDP immernoch den selben standpunkt hat wie vor vielen jahren, leider lassen sich viel zu viele täuschen.

Und nach dem wählen noch schön nen Zettel vom ZDF ausgefüllt ... natürlich nicht mit dem was ich wirklich gewählt hab, damit die Prognosen heut auch schön falsch sind  ;D ;D ;D ;D ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 27.September 2009, 16:36:08
Die ersten (gefälschten) Zahlen sind schon unterwegs. ;D

http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/politiktestzahlenverwirrung100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snickers12312892 am 27.September 2009, 16:59:53
Na, wer war schon alles wählen? Ich hab mich schon um halb zehn aus dem Bett gequält um meine Stimme abzugeben.

Und versucht bloß nicht euch darum zu drücken, das gehört sich nicht.
Dem kann ich mich nur anschließen. War ebenfalls zeitig wählen um kurz nach 10.
Macht von eurem Wahlrecht Gebrauch (sofern ihr schon wählen dürft).

Bin schon sehr gespannt, wie das heute ausgeht. Ich befürchte ja weitere 4 Jahre Schwarz-Rot, aber wer weiß...  :)


Dein letztes Statement gefäält mir, gibt Raum für Diskussionen, ich befürchte nämlich Schwarz-Gelb  ;) wobei ich mir in letzter Zeit auch nicht so sicher bin, ob ich das befürchten muss. Die FDP als Westerwelle-One-Man-Show, einer letztens bei NTV, der da stand und gegen die SPD-Argumente meinte: Nein nein nein. Wachstum ist die Lösung, das hilft gegen alles...  Nein nein nein, sie haben nicht recht, sie müssen die Leistungsträger entlasten...

Naja, nur sind die Leistungsträger auch diejenigen, die eben Leistung bringen und damit viel Kohle verdienen. Ich sehe das skeptisch, in einer absoluten Leistungsgesellschaft zu leben, in der es in der Schule nicht um soziale Kompetenzen geht, sondern um Konkurenz und gute Noten. Wobei es in der Schule inzwischen ja um vieles geht, aber nicht um Bildung. Und wenn die nicht die Steuern bezahlen, die es sich leisten können, wer dann? Naja, abwarten, nachher waren alle Diskussionen aufgrund von nicht eingehaltener Versprechen sowieso umsonst  ;)

Ich war jedenfalls schon los und bin dieses mal wirklich gespannt, was bei rum kommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 27.September 2009, 17:57:21
Um 12 Uhr war ich wählen.

Erststimme: Peter Altmaier (CDU)
Zweitstimme: FDP
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 27.September 2009, 18:00:56
48 zu 46% für Schwarz-Gelb nach der ersten Prognose. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snickers12312892 am 27.September 2009, 18:01:36
Es wird prognostiziert:

CDU/CSU 33
SPD 23
FDP 14
Grüne 10
Linke 12

Schwatzgelb an die Macht?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 27.September 2009, 19:05:38
Das Schlimmste was passieren konnte. Die Quittung gibts in den nächsten 4 Jahren.

Gute Nacht
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bodylove am 27.September 2009, 19:09:16
Das Schlimmste was passieren konnte. Die Quittung gibts in den nächsten 4 Jahren.

Gute Nacht
Sehe ich auch so.... Traurig....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 27.September 2009, 19:11:22
Das Schlimmste was passieren konnte. Die Quittung gibts in den nächsten 4 Jahren.

Gute Nacht

ja seh ich auch so

Es stimmt wohl doch ... wer nicht hören will muss fühlen ... wie kann die völlig unglaubwürdige FDP nur soviele stimmen bekommen

ich weis ja nicht wie es bei den sonstigen verteilt ist ... aber da könnte sogar die Piratenpartei ein wörtchen mitgesprochen haben  :-\ und somit könnt eben diese sich ein eigentor geschossen haben
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cruyff am 27.September 2009, 19:39:47
ich geh kotzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Carlzeissfan am 27.September 2009, 19:58:41
Ich sage nur gute Nacht Deutschland, jetzt kann man nur hoffen das in Thüringen im Saarland und Brandenburg sich rot-rot einigt damit schwarz Gelb nicht durch regieren können. Mal schauen wann die ersten Steuererhöhungen für den kleinen Bürger kommen wird
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cruyff am 27.September 2009, 20:14:51
Nur um ein Beispiel aus aktuellem Anlass zu nennen: Die heftigsten Einschnitte wird es im Gesundheitswesen geben. Dort soll die solidarische Versicherung praktisch ganz abgeschafft werden und über Kopfpauschalen soll der Multimillionär genauso viel zahlen, wie die Verkäuferin. Selbstverständlich soll der Maßnahmenkatalog nur auf das medizinische Minimum beschränkt werden. Alles weitere soll über private Versicherungen abgedeckt werden, die sich nur reiche Leute leisten können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pippo8081 am 27.September 2009, 21:49:45
Schwarz gelb verdamme ich auch...allerdings nur wenn der BVB damit gemeint ist.
Was genau seht ihr denn negativ an schwarz-gelb in politischer Hinsicht?

glaub eher das man da nix erklären kann, ich würde bei einem Rot-roten Bündnis sofort aus Deutschland abhauen, und mit mir wohl auch sämtliche Unternehmen....und die Linken hier im Forum sehen das halt genau andersherum. Wobei das Bündnis Schwarz-Gelb ja keine Abweichung nach rechts bedeutet!
Also ich kann ab heute wieder seeeehr gut schlafen ;-)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: ScouT am 27.September 2009, 22:11:39
da ich in der Schweiz arbeite, privat versichert sein MUSS, in Deutschland durch meine Abwesenheitstage zum Wohnort kaum Steuern zahlen muss.. nunja.. *Schulterzuck*
Schlafen konnte ich schon immer gut :D ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 27.September 2009, 22:23:31
Schön, dass die Piraten sogar einen eigenen Balken bekommen (zumindest online):
http://wahlarchiv.tagesschau.de/flash/?wahl=2009-09-27-BT-DE

Fast 2%, das ist ein wirklich gutes Ergebnis.
Hätte nicht erwartet, dass die SPD so einbricht. Hätte es wesentlich knapper erwartet. Dass grün nur 5. werden, das hatte ich erwartet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 27.September 2009, 23:44:43
Schön, dass die Piraten sogar einen eigenen Balken bekommen (zumindest online):
http://wahlarchiv.tagesschau.de/flash/?wahl=2009-09-27-BT-DE

Fast 2%, das ist ein wirklich gutes Ergebnis.

Ja zwischenzeitlich waren es 2,1%, jetzt siehts nach 1,8% aus. Das ist im Rahmen des erwarteten und ich bin damit mehr als zufrieden. Vor allem hier in Mecklenburg-Vorpommern haben wir tolle Ergebnisse eingefahren. In Rostock 3,3% und in Greifswald sogar 4,3%! Der harte Kampf der letzten Tage hat sich also gelohnt.  :)

Auch in andernen Städten sah es bundesweit gut aus. In Berlin 3,4%, in Karlsruhe 3,5% und in einigen anderen Städten ebenso mehr als 3%.

Wir Rostocker Piraten haben heute abend übrigens ne schöne Wahlparty in unserer Stammlokal gemacht, per Beamer die TV Übertragung an die Wahnd geworfen und n leckeres Buffett gehabt. Später noch n bissel bei den Grünen gefeiert. Insgesamt wars ein ganz feiner Tag.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 28.September 2009, 10:35:26
Ein großer Tag für Deutschland  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Vidukano10 am 28.September 2009, 15:09:39
Um mich auf die neue Regierung einzustellen, habe ich heute mal auf meinem Arbeitsweg das Parteiprogramm der "FDP" durchgearbeitet.

Ein wirklich toller Mix aus unnützen Dingen (Abschaffung Steuerklasse V), nicht finanzierbaren Dingen und wirtschaftlich "dummen" Ideen (Reprivatisierung im Finanzssektor wird uns mehr kosten und mehr Arbeitslose verursachen als es jemals der Markt einspielen könnte (die Finanzkrise hat gerade gezeigt wie wichtig die staatlichen Eingriffe waren)^^). [natürlich sind auch ein paar Verbesserungen dabei, generell entdeckt man ja bei jeder Partei was für "sich"]

Ich finde es auch ziemlich lustig wie immer wieder vom raushalten des Staates gesprochen wird (Nachtwächterstaat) aber im nächsten Absatz ein Vorschlag über einen "besseren" Eingriff angepriesen wird... oh man das wird lustig. Schlimm genug, dass man jetzt auf die CDU bauen muss damit die FDP sich nicht zuviel durchsetzt.

Vielleicht ist ja trotzdem ein FDPler anwesend: Wie finanziert man denn die ganzen geplanten Maßnahmen? Die FDP verteilt Milliarden und möchte im Gegensatz dazu nur wenige Millionen einsparen? Mir ist klar das Westerwelle auf wirtschaftlichen Aufschwung setzen möchte, aber da brauchen wir Wachstumsraten um die 60-80% und das ist unmöglich... bin gespannt auf antworten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snickers12312892 am 28.September 2009, 16:27:59
Wie ein FDP-Parteigenosse jetzt sagen würde: Sie dürfen nicht statisch denken  :P

Naja gut, irgendwie macht man darüber keine Witze. Ich finds wirklich schade, dass die FDP mit Plakaten wie "Arbeitsplätze statt Hartz 4" oder "Mehr Brutte vom Netto" und einer wirklich platten Argumentation an die Regierung kommt.
Außerdem frag ich mich ja immer, was die "Leistungsträger" lieber haben wollen, hundert Euro mehr aufm Konto oder sichere, weil sozial stabile und ausgeglichene Städte, Schulen, in die Geld investiert wird, Infrastruktur,...



Also Jungs, wir haben uns entschieden für Leistung und Wachstum, viel Spaß beim roboten  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 28.September 2009, 23:32:41
... irgendwann ist jedes wachstum am ende ... unendliches wachstum gibt es nicht. da werden auch (lohn)steuersenkungen nix bringen ... 20% der bevölkerung zahlt sowieo keine steuern, weil sie zu wenig verdienen. vermögende werden mehr geld beiseite schaffen können und für die ist die fpd auch da.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 29.September 2009, 00:37:00
... irgendwann ist jedes wachstum am ende ... unendliches wachstum gibt es nicht. da werden auch (lohn)steuersenkungen nix bringen ... 20% der bevölkerung zahlt sowieo keine steuern, weil sie zu wenig verdienen. vermögende werden mehr geld beiseite schaffen können und für die ist die fpd auch da.

Bin mal gespannt ob der Kapitalismus schon in den nächsten 4 Jahren auf Grund des nicht möglichen, unendlichen Wachstum am Ende ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Schandmaul am 29.September 2009, 06:22:20
Tja, wie heißt es so schön? Jedes Volk bekommt die Regierung die es verdient. Aber was will man von einem Volk erwarten deren beliebteste Zeitung die BILD ist. Das Tag für Tag geistigen Suizid betreibt bzw. in die intellektuelle Insolvenz geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Texas_Rattlesnake am 29.September 2009, 09:27:57
Was die FDP und ihre Versprechungen angeht: wann war das denn Mal nicht so, daß vor der Wahl Sachen versprochen wurden, die dann nach der Wahl leider doch nicht machbar waren? Da ist keine Partei die Ausnahme oder glaubt jemand ernsthaft, daß z.B. die Linke auch nur einen Bruchteil ihrer Forderungen finanzieren könnte? Schlimm ist nur, daß es immer noch genügend Leute gibt, die auf solche leeren Versprechungen - egal von welcher Partei sie kommen - reinfallen.

Ich habe seit der Wende 3 verschiedene Regierungszusammensetzungen erlebt - und die nahmen sich alle nicht viel. Für wirklich große und mMn unumgägnliche Veränderungen hat keine Partei nen Arsch in der Hose. Stattdessen wird alles nur verschlimmbessert - egal ob Bildung, Gesundheit oder Rentenpolitik. Es ging immer weiter bergab und so wird es auch weiterhin sein - egal wer an der Macht ist.





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: robertob am 29.September 2009, 09:40:49
Guido wie er leibt und lebt: http://www.youtube.com/watch?v=dAy6SQ-LtrU

Ich glaub ich muß brechen. Diese Arroganz ist einfach nur peinlich. Und das soll dann auch noch unser neue Außenminister werden?! :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bodylove am 29.September 2009, 09:54:29
Guido wie er leibt und lebt: http://www.youtube.com/watch?v=dAy6SQ-LtrU

Ich glaub ich muß brechen. Diese Arroganz ist einfach nur peinlich. Und das soll dann auch noch unser neue Außenminister werden?! :-\
So ein arrogantes Arschloch.. "Hier in Deutschland spricht man Deutsch..." wohl auch schon vergessen das die Weltsprache Englisch ist.. und in Deutschland isst man ja auch nur Deutsch  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Spriing am 29.September 2009, 10:12:59
Zitat
Autor: Texas_Rattlesnake
Ich habe seit der Wende 3 verschiedene Regierungszusammensetzungen erlebt - und die nahmen sich alle nicht viel. Für wirklich große und mMn unumgägnliche Veränderungen hat keine Partei nen Arsch in der Hose. Stattdessen wird alles nur verschlimmbessert - egal ob Bildung, Gesundheit oder Rentenpolitik. Es ging immer weiter bergab und so wird es auch weiterhin sein - egal wer an der Macht ist.

Die SPD hat mit der Agenda 2010 wichtige Reformen auf den Weg gebracht. Ohne diese Reformen wären die sozialen Absicherungen nicht mehr finanzierbar gewesen. Die Quittung dieser Reformen hat die SPD jetzt bei dieser Wahl bekommen. Trotzdem haben sie diese Reformen durchgezogen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Texas_Rattlesnake am 29.September 2009, 11:25:13
Die SPD hat mit der Agenda 2010 wichtige Reformen auf den Weg gebracht. Ohne diese Reformen wären die sozialen Absicherungen nicht mehr finanzierbar gewesen. Die Quittung dieser Reformen hat die SPD jetzt bei dieser Wahl bekommen. Trotzdem haben sie diese Reformen durchgezogen.

Welche "sozialen Absicherungen" sind denn langfristig gesichert? Die Rente? Die muß unter dem aktuellen System bei der stetig steigenden Lebenserwartung über kurz oder lang zusammenbrechen! Gleiches gilt für den Gesundheitsfond der jetzt in der großen Koalition und demzufolge auch von der SPD mitgetragen wurde. Das Ganze ist ein Fass ohne Boden und die Versicherten zahlen die Zeche - sprich stetig steigende Zahlungen bei gleichzeitiger Kürzung der Leistungen, aber irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

@ Robertob und Body:

Guido hat sich ja damit wirklich als zukünftiger Außenminister empfohlen oder wie seht ihr das ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 29.September 2009, 11:27:52
@ Robertob und Body:

Guido hat sich ja damit wirklich als zukünftiger Außenminister empfohlen oder wie seht ihr das ;D

Das der Schwesterwelle so seine Probleme mit der englischen Sprache hat ist doch nix neues.

http://www.youtube.com/watch?v=lLYGPWQ0VjY

Einen Sprachkurs sollte er auf jeden Fall noch machen bevor er nach Obamarika reist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 29.September 2009, 12:51:23
... irgendwann ist jedes wachstum am ende ... unendliches wachstum gibt es nicht. da werden auch (lohn)steuersenkungen nix bringen ... 20% der bevölkerung zahlt sowieo keine steuern, weil sie zu wenig verdienen. vermögende werden mehr geld beiseite schaffen können und für die ist die fpd auch da.

Bin mal gespannt ob der Kapitalismus schon in den nächsten 4 Jahren auf Grund des nicht möglichen, unendlichen Wachstum am Ende ist.

tja, mal sehen ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 29.September 2009, 13:09:35
Ich habe seit der Wende 3 verschiedene Regierungszusammensetzungen erlebt - und die nahmen sich alle nicht viel. Für wirklich große und mMn unumgängliche Veränderungen hat keine Partei nen Arsch in der Hose. Stattdessen wird alles nur verschlimmbessert - egal ob Bildung, Gesundheit oder Rentenpolitik. Es ging immer weiter bergab und so wird es auch weiterhin sein - egal wer an der Macht ist.

das stimmt ... niemand will derjenige sein, der unpopuläre entscheidungen oder bittere wahrheiten verkündet. und so wird immer nur ein bisschen an den problemen herumgeschnippelt, bis sie nur noch ein ganz kleines bisserl wehtun.

es gibt keine partei die mal etwas gross verändern kann, weil keine die absolute mehrheit hat. und weil parteien schon mal prinzipiell gegen jeden vorschlag anderer parteien sind (oder zumindest viele änderungen verlangen), beginnt bei jedem thema immer wieder eine riesendiskussion die zeit und nerven kostet und das vorhaben verwässert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pippo8081 am 29.September 2009, 18:53:22
Nun ist es amtlich, die SPD hat der CDU auf Jahre hin den Rücken gestärkt! Nahles, Wowereit und Gabriel sind die neuen Starken der SPD!
Das heißt im Klartext eine Annäherung an die Linkspartei!
Klar wird das ein paar Wähler wieder von den Linken zurückholen, und auch manchem hier im Forum wird das freuen  ;)! aber der konservative Stamm der SPD wird sich nun wohl auch noch abwenden. Bei allem Respekt vor der SPD, aber Wowereit und Nahles?? Das sind wohl mit die schlimmsten Politiker der SPD....Steinmeier, Scholz und Steinbrück - die fähigen Männer werden nach links gedrängt - schade!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 29.September 2009, 19:30:30
Das heißt im Klartext eine Annäherung an die Linkspartei!

Und das ist die einzige Chance die sie noch hat, eine Annäherung an die Linkspartei denn eine Klare Position hat die SPD schon lange nicht mehr, nur könnte es schon zu spät sein ... Gysi hat es beim Raab am ende schön ausgedrückt ... bin mal gespannt Platzeck hat ja in Brandenburg auch nicht ausgeschlossen das es Rot-Rot werden könnte.

Und jetzt heißt es hoffen, dass sich Merkel gegen unserer Westerwelle behaupten kann und der nicht so viel zu sagen hat
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tex_Murphy am 29.September 2009, 20:41:40
Guido wie er leibt und lebt: http://www.youtube.com/watch?v=dAy6SQ-LtrU

Ich glaub ich muß brechen. Diese Arroganz ist einfach nur peinlich. Und das soll dann auch noch unser neue Außenminister werden?! :-\
Man mag mir verzeihen steinigt mich, verflucht mich, zieht über mich her... aber die Bitte, auf einer Pressekonferenz in Deutschland zumindest die Antwort auf Deutsch zu akzeptieren, finde ich völlig gerechtfertigt.
Dass Westerwelle sich dabei im Ton, bzw. in der Wortwahl vergriffen hat, steht dabei außer Frage. Der britische Journalist fragt höflich, und bittet "if you'd be so kind to answer in english", Guido hätte eben so höflich antworten könne, daß der Journalist eine Antwort auf deutsch bitte akzeptieren möge.
Zwar ist englisch Weltsprache, und ein Politiker, der das Amt des Aussenminsters anstrebt, sollte dieser Sprache mächtig sein, aber deutsche Journalisten stellen in England und Amerika ihre Fragen auch in der entsprechenden Landessprache. Ich glaube, dass viele (nicht alle, vielleicht nicht mal die Mehrheit) amerikanischer und britischer Korrespondenten sich nicht die Mühe machen, die Sprache des Landes, in dem sie tätig sind, zumindest in Grundzügen zu erlernen, was auch von einer gewissen Arroganz zeugt.

Wie es vorher auf der Pressekonferenz zugegangen ist, sieht man in diesem Ausschnitt ja nicht, aber ganz offensichtlich wurde die Frage nach der künftigen Aussenpolitik bereits gestellt und beantwortet, was dem britschen Journalisten entweder entgangen ist, oder er es aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nicht verstanden hat. Eine etwas genervte Reaktion ist die Folge.
Ein etwas souveränerer Politiker hätte auf diesen Umstand allerdings mit einem Augenzwinkern und Lächeln hinweisen und die Frage einfach nochmal beantworten können. Seine Bemerkung zum Schluss zeigt ja, dass ihm sein Fauxpas aufgefallen ist, aber da war es schon zu spät. Hätte er gleich zu Beginn mit einem Lächeln etwa geantwortet "Ich bitte um ihr Verständnis, daß ich Ihre Frage hier auf dieser offiziellen Pressekonferenz in deutsch beantworte, biete Ihnen aber an, nach dieser Konferenz einen Termin zu einem ungezwungenen Gespräch bei einer Tasse Tee zu vereinbaren, bei dem wir uns dann über ihre Fragen in englisch unterhalten können", wäre das Ganze deutlich besser rübergekommen.

Generell hat Westerwelle sich und uns mit seinem Verhalten natürlich keinen Gefallen getan. Man konnte hinter der Stirn des Journalisten sich förmlich das Wort "a**hole" bilden sehen ;D
Sollte das tatsächlich unser nächster Aussenminister werden, muss er noch einiges lernen. Mit so einer Aussendarstellung gewinnt man keinen Blumentopf, von Freundschaften ganz zu schweigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 29.September 2009, 21:23:46
Man sollte Westerwelles kleinen Fauxpas nicht künstlich aufbauschen. Gibt diverse Spitzenpolitiker, die nur über rudimentäres Englisch verfügen, finde ich zwar eher suboptimal, aber die vielen Simultanübersetzer wollen auch leben.


In den nächsten Monaten wird es noch genug Aufreger geben, wenn dann einige realisieren, für was die FDP tatsächlich steht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: El_Pocho am 30.September 2009, 05:22:44
Vielleicht ist es auch so, daß viele die FDP gewählt haben, weil sie wissen, wofür sie tatsächlich steht, und der Meinung sind, daß diese Dinge umgesetzt gehören.

Noch unerträglicher als Westerwelle´s Gegockele finde ich die Unterstellung, daß die Deutschen ja immer doofer werden und deswegen FDP wählen.
Das ist genauso zum Kotzen wir die Behauptung, daß die Piratenpartei nur von Nerds und die Linken nur von DDR-Nostalgikern gewählt werden.
Ist immer einfach, den Wählern des politischen "Gegners" Blödheit, Uninformiertheit etc vorzuwerfen.

Ich bin sehr gespannt wie sich die FDP schlägt und hoffe z.B. sehr auf einen liberalen Innenminister.





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 30.September 2009, 08:25:19
Vielleicht ist es auch so, daß viele die FDP gewählt haben, weil sie wissen, wofür sie tatsächlich steht, und der Meinung sind, daß diese Dinge umgesetzt gehören.



Natürlich gibt es die! Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass 15% der Wähler wirklich mit dem Programm und den Vorstellungen der FDP übereinstimmen. Warum sollten soviele Menschen dafür sein, Spitzenverdiener zu entlasten (ich höre immer, dass die Manager usw zuviel verdienen?); die Deregulierung weiter voran treiben will (seit der Weltwirtschaftskrisegibt es viele Stimmen, die da für das Gegenteil sind); den Kündigungsschutz lockern will; ein Gesundheitssystem einführen will, wo der top-Banker genausoviel zahlen muss wie die Verkäuferin(Kopfprämie); gegen Mindestlöhne ist; eine große Steuererleichterung verspricht, die viel zu teuer ist und diese alleine aus dem Wirtschaftswachstum heraus finanzieren will (lol)...


Das sind natürlich nur einige wenige Punkte, nur kann ich mir nicht vorstellen, dass das 15% tatsächlich wollen. Aber das liegt vermutlich an meinem eingeschränktem Horizont. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: El_Pocho am 30.September 2009, 22:56:58
Ach komm, das ist doch total überzeichnet, ich schreibe ja auch nicht: die Linkspartei will alle enteignen, aus der EU austreten und den Kommunismus ausrufen.

Die FDP will vor allem Mittelständler + Familien entlasten, die Lockerung des Kündigungsschutzes wäre für kleinere Betriebe ein Segen und sicher auch positiv für die Dauerarbeitslosigkeit, und ja, ich bin für weniger Staat, weniger Bürokratie und damit sicher auch für mehr Eigenverantwortung und - beteiligung, aber auch mehr Entscheidungsfreihet bei Rente + Gesundheit.
Ich glaube nicht, daß wir es uns auf Dauer noch leisten können, ein ineffizientes, überteuertes Sozialsystem zu finanzieren, daß jedes Lebensrisiko und jede Lebensweise, sei sie noch so ungesund oder unverantwortlich, auf Kosten der Gemeinschaft versucht zu decken. Die Agenda 2010 war hier nur ein Schritt und ich sehe ausser der FDP eigentlich keine Partei die im Moment bereit ist weitere zu gehen.

Und es kann auf Dauer keine Lösung sein, Banken+Betriebe zu verstaatlichen. Effiziente Kontrollsysteme ja (die hat übrigens RotGrün abgeschafft), Verstaatlichung nein.

Wie schon oft gesagt, ich kann sämtliche Bedenken gegenüber des FDP-Personals durchaus nachvollziehen. Es fehlt jemand Schlaues hinter Westerwelle.
Aber die Schreckgespenster, die hier durch das Forum gejagt werden, sind ziemlich übertrieben.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 01.Oktober 2009, 08:14:12
Ach komm, das ist doch total überzeichnet, ich schreibe ja auch nicht: die Linkspartei will alle enteignen, aus der EU austreten und den Kommunismus ausrufen.

Die Formulierungen sind evtl. etwas überspitzt, aber die Programmatik sehe ich tatsächlich so. Die FDP dagegen hat diese Punkte bewusst m Wahlkampf nicht so hochgekocht, damit sie in Milieus punkten kann, wo sie sonst eigetlich keine/kaum Stimmen bekommt.
Dein Beispiel mit der Linkspartei greift nicht, die sind zwar mindestens EU-kritisch (was alleine aus deutscher Exportsicht völlig gaga ist), aber die haben ja von Anfang an gesagt, dass sie nicht mit-regieren wollen. Da kann man natürlich alles fordern und seiner Fantasie freien Lauf lassen. Bei der FDP nehme ich das ernster.




Die FDP will vor allem Mittelständler + Familien entlasten, die Lockerung des Kündigungsschutzes wäre für kleinere Betriebe ein Segen und sicher auch positiv für die Dauerarbeitslosigkeit, und ja, ich bin für weniger Staat, weniger Bürokratie und damit sicher auch für mehr Eigenverantwortung und - beteiligung, aber auch mehr Entscheidungsfreihet bei Rente + Gesundheit.

Da habe ich schon verrückte Thesen gehört, z.B. dass vorallem durch Entlastung des Mittelstandes Jobs enstehen! ;D
Arbeitsplätze entstehen vorallem durch erhöhte Nachfrage, die lässt sich auf verschiedenen Wegen erreichen. Dass die Lockerung des Kündigungsschutzes positiv auf die Arbeitslosenquote wirkt, ist umstritten, ausser der FDP will das niemand. Weniger Bürokratie finde ich auch gut, das haben aber schon viele versprochen und nie gehalten.




Ich glaube nicht, daß wir es uns auf Dauer noch leisten können, ein ineffizientes, überteuertes Sozialsystem zu finanzieren, daß jedes Lebensrisiko und jede Lebensweise, sei sie noch so ungesund oder unverantwortlich, auf Kosten der Gemeinschaft versucht zu decken. Die Agenda 2010 war hier nur ein Schritt und ich sehe ausser der FDP eigentlich keine Partei die im Moment bereit ist weitere zu gehen.

Was meinst du mit Lebensrisiko ??? (sorry, ich will keine Endlosdiskussion, aber das interessiert mich schon)
Das ist ein schwieriger Spagat zwischen Bestrafung ungesunder Lebensweisen und absoluter Ungerechheit. Ich finde das Modell der "Pigouvian taxes" recht interessant, mal sehen, ob die Amerikaner das wirklich bzgl. ungesundem Essen durchziehen.

Bei der FDP sehe ich aber ein noch beschleunigtes Auseinanderdriften der Gesellschaft. Weniger Sozialstaat, Bildung wird noch teurer, Steuerentlastungen für die Reichen... [Achtung -> Überspitzung:] Hört sich für mich wie in den USA an, der obere Teil der Gesellschaft sitzt in schönen Vorstädten, kann sich elite-Unis leisten und der verlorene Teil der Gesellschaft sammelt sich im urbanen Teil.
Die FDP spricht ja von gefährlicher "Gleichmacherei" im Bildungsssystem, die OECD bemängelt das Gegenteil, in keinem anderen Land entscheidet die Herkunft so stark über Schulerfolg, wie in Deutschland.
Mit einem besseren Bildungssystem könnte man viele der größten Probleme lösen, gute Bildung aber noch teuerer zu machen...



Und es kann auf Dauer keine Lösung sein, Banken+Betriebe zu verstaatlichen. Effiziente Kontrollsysteme ja (die hat übrigens RotGrün abgeschafft), Verstaatlichung nein.

Absolut d'accord. Wir sind uns vermutlich auch in der Causa Opel einig. ;)
Der FDP traue ich aber kein effizientes Kontrollsystem zu, das traue ich sowieso keiner Partei zu (weil man das global lösen müssste), aber die FDP würde das vermutlich nicht mal wollen, wenn es möglich wäre.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: pudel am 03.Oktober 2009, 13:32:27
Ähm, die Banken sind doch schon verstaatlicht oder wie soll ich das verstehen, wenn der Staat hundert Milliarden Steuergelder in deren Rettung (HRE) stecken muss, weil "too big to fail" oder "systemrelevant"!!!! Ähm, hallo...diese Situation ist doch komplett untragbar. Sozialismus für die Reichen & Großen und freie Marktwirtschaft für den kleinen Mann! Darüber sollte man mal diskutieren.

Dazu auch gleich mal ein TV-Tip für heute abend auf 3-sat: "Der Schein trügt"

http://www.texxas.de/tv/Der+Schein+tr%C3%BCgt.html (http://www.texxas.de/tv/Der+Schein+tr%C3%BCgt.html)

Nimmt man einen Geldschein in die Hand, veranlasst eine Überweisung oder zahlt Zinsen, glaubt man, man wüsste, womit man es zu tun hat: mit Geld. Aber der Schein trügt. Nur zwei Prozent der Billionen Dollar, die die Finanzmärkte täglich virtuell um den Erdball pumpen, werden zum Austausch von Waren- oder Dienstleistungen benutzt. Wozu der Rest dient, dringt kaum ins öffentliche Bewusstsein. Man fragt man sich, woher die Milliarden kommen, wenn man von immer unvorstellbareren staatlichen Stützungskrediten für Banken und Industriekonzerne hört. Während die kleinen Leute mit Zins und Zinseszins ihre Kredite abstottern und Angst haben, ihr Geld könnte plötzlich nichts mehr wert sein, pokern die Reichen und Mächtigen weiter um Milliardenbeträge, von denen keiner sagen kann, wodurch sie eigentlich gedeckt sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snickers12312892 am 03.Oktober 2009, 15:24:29
http://www.youtube.com/watch?v=IBT4UhT_nIA
http://www.youtube.com/watch?v=j080Lz4_Ff4

Jaja, mal ganz abgesehen davon, dass wahrscheinlich nie jemand nachvollziehen wird, wieviel Geld insgesamt dafür ausgegeben wurde, bei den ganzen verklausulierungen, und wo es schließlich landet. Dass das letztendlich alles Steuergelder sind, die irgendwie erwirtschaftet werden müssen... oder wie wars mal gedacht?
Das Nettogesamtvermögen liegt bei 3 Billionen € und ist so verteilt: http://www.mikrocontroller.net/attachment/44932/vermoegensverteilung.gif
Wenn sollte man da wohl belasten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: pudel am 10.Oktober 2009, 19:14:31
Um nochmal auf die Frage zurückzukommen, wie die FDP Ihre Steuergeschenke bezahlen will:

Bei der Suche nach neuen Wegen zur Finanzierung von Straßen und Autobahnen greift die FDP auch das Reizthema Pkw-Maut auf. „Ich bin gegen Denkverbote“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Döring, dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“...Es gehe nicht um Abzocke der Bürger, sondern darum, die Verkehrsstrukturen langfristig zu erhalten. „


http://www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-2009/bundestagswahl/verkehr-fdp-erwaegt-pkw-maut_aid_443587.html (http://www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-2009/bundestagswahl/verkehr-fdp-erwaegt-pkw-maut_aid_443587.html)


Nee, ist natürlich keine Abzocke.  ::) Wozu bezahle ich eigentlich nochmal KFZ und Mineralölsteuer?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Namenloser am 10.Oktober 2009, 19:28:47
. „Die Maut ist eine Option“, sagte Döring. Es müsse aber sichergestellt sein, dass die Belastung der Bürger insgesamt nicht steige und die Einnahmen vollständig in Erhalt und Ausbau der Straßen flössen.

Mhh.. aha.. Wie soll die Belastung "insgesamt" nicht steigen, wenn einem mehr Geld abgeknöpft wird? Irgendwo wird Geld "abgezapft" und woanders dann als "Geschenk" präsentiert.. ist klar  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 11.März 2010, 13:11:27
mich würde mal viel mehr interessieren wieviele jetzt noch die FDP wählen würden ... Witzig wie hier einige der meinung waren das sie nicht die partei ist für die sie immer gehalten wird ... Und? Sie ist es doch!!!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 11.März 2010, 14:55:31
Ich hatte vor der Wahl eigentlich schon mit Schwarz-Gelb gerechnet. Was nun aber bislang geschehen ist, ist einfach nur traurig. Unter der von niemandem gewollten großen Koalition ging es harmonischer zu und vor allem produktiver.

Waren CDU/CSU und FDP nicht angeblich Wunschpartner? Wollten die nicht angeblich was bewegen?

Es ist eine Schande, dass da bisher überhaupt nichts geschehen ist. Ja ja, Warten auf die Landtagswahl... Hallo`? Geht's noch? Neue Gesetze, Reformen etc. werden jetzt benötigt und nicht erst dann, wenn man in einer Landtagswahl die Mehrheit im Bundesrat verliert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 11.März 2010, 15:09:10
Was wird momentan eigentlich so auf den Westerwelle und seinen Lover eingedroschen? Ist das nicht ganz normal das die Lebensgefährten des Politikers mitreisen?
Der Mronz bezahlt die Reisen ja selbst.

lesen: www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/464/505653/text/ (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/464/505653/text/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Provinz-Manager am 11.März 2010, 15:51:59
Ich hatte vor der Wahl eigentlich schon mit Schwarz-Gelb gerechnet. Was nun aber bislang geschehen ist, ist einfach nur traurig. Unter der von niemandem gewollten großen Koalition ging es harmonischer zu und vor allem produktiver.

Waren CDU/CSU und FDP nicht angeblich Wunschpartner? Wollten die nicht angeblich was bewegen?

Es ist eine Schande, dass da bisher überhaupt nichts geschehen ist. Ja ja, Warten auf die Landtagswahl... Hallo`? Geht's noch? Neue Gesetze, Reformen etc. werden jetzt benötigt und nicht erst dann, wenn man in einer Landtagswahl die Mehrheit im Bundesrat verliert.


Ich hatte vor der Wahl eigentlich schon mit Schwarz-Gelb gerechnet. Was nun aber bislang geschehen ist, ist einfach nur traurig. Unter der von niemandem gewollten großen Koalition ging es harmonischer zu und vor allem produktiver.

Waren CDU/CSU und FDP nicht angeblich Wunschpartner? Wollten die nicht angeblich was bewegen?

Es ist eine Schande, dass da bisher überhaupt nichts geschehen ist. Ja ja, Warten auf die Landtagswahl... Hallo`? Geht's noch? Neue Gesetze, Reformen etc. werden jetzt benötigt und nicht erst dann, wenn man in einer Landtagswahl die Mehrheit im Bundesrat verliert.


Dem kann man sich nur anschliessen. Wieso die FDP soviele Stimmen bekommen kann, war mir schon vor der Wahl etwas unverstaendlich. Aber das Volk hat entschieden und jetzt muss man da halt durch. Leider fehlt mir etwas der Glaube, dass es demnaechst aufwaerts geht.
Angie macht irgendwie den Schroeder ("Politik der ruhigen Hand"), der Gerhard ist ja irgendwann aus seinem Tiefschlaf aufgewacht und hat wenigstens ein bisschen was bewegt. Allerdings waren die Gruenen um Freund Joschka auch nicht so sperrig wie die Liberalen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snickers12312892 am 11.März 2010, 17:10:51
Was wurde denn bisher erreicht?
Eigentlich ziemlich wenig. Um das Steuer- und Gesundheitssystem umbauen zu wollen muss man da ein wenig mehr tun.
Nach der NRW-Wahl wird man dann mit Automaut o.ä. um die Ecke kommen...

Ich glaub die FDP merkt gerade, dass man mit so einer Klientel- und Populismuspolitik nicht regierungsfähig ist. Westerwelle als 18%-Motor ist in die Außenpolitik verschwunden, was er nicht wirklich gut kann, wenn ich das so sehe und innenpolitisch fehlt sein Wort in der FDP.

Ich wohne in NRW und denke mal, die FDP wird es hier sehr sehr schwer haben. Leider hat sich Hannelore Kraft von der SPD jedoch auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert und es ginge wohl nur Rot-Rot-Grün.
Mein Tip: Schwarz-Grün
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 11.März 2010, 18:00:30
Das Schlimme daran ist, dass sich die "etablierten" Parteien damit selber demontieren. Wenn es nun in NRW zu (Teil-)Siegen am rechten Ufer kommt, dann sollte das keinen verwundern. Schöner wären ja Zugewinne der Piraten (in Bezugnahme auf die Bundestagswahl). Aber die etablierten Parteien haben recht schnell erkannt, dass das Internet ein Wahlkampfthema sein kann. Dummerweise haben sie noch nicht erkannt, dass ihre Existenz nicht allein im Wahlkampf besteht (das beziehe ich jetzt sowohl auf die Piraten als auch auf die Etablierten). Das Regieren ist der wichtigere Teil und da versagen sie doch in letzter Zeit immer häufiger (das wiederum nur auf die Etablierten). Wirklich bedenklich. :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 08:26:35
Ein aktuelles Thema das die kommenden Wahlen in NRW mit Sicherheit beeinflussen wird: der "Krieg"/Einsatz in Arschghanistan.
Wie seht ihr das? Hat die Bundeswehr was in Arschghanistan zu suchen oder sollten sie direkt wieder abgezogen werden?

In einem englischen Fotografenforum wird viel über den Krieg diskutiert, ein User ist dort stationiert und berichtet von der Front.
Die deutschen Soldaten werden dort eher belächelt sind sie doch zu freundlich und fragen erst bevor sie schießen. Die Briten und Amerikaner
wurden anders ausgebildet und schießen schneller wenn sich eine Gefahrensituation anbahnt.
Nach dem Tod von weiteren Soldaten wird nicht nur das Ziel des Einsatzes hinterfragt sondern auch die Frage diskutiert ob die Bundeswehr
für einen "Kriegseinsatz", der offiziell ja keiner sein darf, ausgebildet und ausgerüstet ist.


Also ich wollte mich verpflichten lassen, für 12 Jahre. Afghanistan, oder wie du es nennst Arschganisthan hat mich dazu bewegt, in die freie Wirtschaft zu gehen.


Ich kenne Soldaten, Deutsche in Afghanistan, sowie welche aus der US Army.  Der deutsche ist noch in Afghanistan, die 3 Armys die ich kenne, waren im Irak und Afghanistan. Belächelt wurden die deutschen meiner meinung nach schon, dass hat sich abe rinzwischen geändert. Sie kämpfen nun aktiv. Auch die Armies haben zu mir gemeint, dass die deutschen endlich gelernt hätten...soviel dazu.

Vielleich schießt auch ein US Amerikaner schneller (oder ein Brite) der schon einmal im Irak war...

Nun, ich finde den Gedanken des Einsatzes nicht falsch, aber die Umsetzung ist eine einzige Katastrophe. Das ganze Land wird belügt, die deutschen seien gut Ausgebildet und Ausgerüstet und sowieso nicht aktiv im Krieg. Es fehlen an gepanzerten Fahrzeugen, gar an Munition.

Es ist eine schande für Deutschland meiner Meinung nach. Nicht von Kriegerischer Seite, sondern von menschlicher.

Ich wäre auch vllt. nach Afghanistan gegangen, dachte ich, du hast ja gute Ausbildung und gute Ausrüstung, das risiko minimiert sich.

Nicht nur die Soldaten, sondern auch deren Familien wurden einfach knallhart belogen. Dachte man, der Sohn oder Mann weiß, was er da tut....

Ich habe sogar von dem deutschen Soldaten gehört, dass einige deutsche Soldaten IN AFGHANISTAN!!! unterdurchschnittliche Schießübungen abgeben...

Sorry, sowas will ich doch nicht an meiner Seite haben, wenn es um leben und Tot geht.

Nun, also unter diesen umständen muss Deutschland meiner Meinung nach abziehen, passieren wird dies doch eh erstmal nicht. Man wird versuchen nachzurüsten und wieder ein gutes Bild auf die Bundeswehr scheinen zu lassen.

Für mich ist die Bundeswehr gestorben.


Edit: Achja, du kannst den Krieg getrost ohne Anführungszeichen schreiben. Afghanistan ist ein Kessel... Dieser ist schon lange übergelaufen, doch erst jetzt bekommt man das als deutscher Bürger so richtig mit...
Ich habe ehrlich gesagt sogar Mitleid mit Familien und Soldaten...


Ich bleib lieber als Bürger in Deutschland, wo wir noch sicher leben können...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 16.April 2010, 12:45:19
Die Grundausbildung der Bundeswehr ist in meinen Augen ein Witz. Heimatverteidigung wird da teilweise immer noch gepredigt (naja zumindest als ich meine 9 Monate abspulen durfte 2005) - ein Witz.
Viel schlimmer finde ich dagegen die Haltung der Bundesregierung erst jetzt von einem Krieg zu sprechen (offiziell ja immer noch nicht, aber zumindest "umgangssprachlich"). Was anderes soll es denn da unten sein? Von einem Wiederaufbau zu sprechen, das muss doch blanker Hohn für die Soldaten da unten sein.
Die Sprüche vom künftigen Wehrbeauftragten sind aber auch unter aller Kanone... sinngemäß "Wer in das Rohr eines Leopardpanzers schaut, der greift unsere Jungs gar nicht erst an." Sorry, aber das ist einfach nur dämlich.

Man hätte von Anfang an eine andere Strategie wählen sollen. Taliban vertreiben schön und gut, aber dann muss man dort ein Regierungssystem einrichten, das die Afghanen auch akzeptieren.

Außerdem hat sicher kein Mensch dort das Gefühl, dass die afghanische Regierung (haha, guter Witz) überhaupt Einfluss hat. Es drängt sich der Eindruck eines besetzten Landes auf. Und die Afghanen haben bislang noch jeden Eroberer/Besatzer vertrieben. Die Nato/USA hätte sich vorher mal bei Russland erkundigen sollen. Die haben da in den 80ern schon ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 12:49:53
s anderes soll es denn da unten sein? Von einem Wiederaufbau zu sprechen, das muss doch blanker Hohn für die Soldaten da unten sein.
Die Sprüche vom künftigen Wehrbeauftragten sind aber auch unter aller Kanone... sinngemäß "Wer in das Rohr eines Leopardpanzers schaut, der greift unsere Jungs gar nicht erst an." Sorry, aber das ist einfach nur dämlich.


Darf ich etwas ergänzen? Wurde auch schon offiziell eingeräumt. Man war sich einfach nicht bewusst, dass man es hier mit einem Gegner zu tun hat, welcher zu allem, aber auch wirklich allem bereit ist. Gegen so einen Gegner ist es nahezu unmöglich einen Krieg zu gewinnen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 13:00:58
Das ist ein verlorener Krieg der das Land hinterher nicht besser dastehen lässt als zu Beginn.

100 Prozent agree! Das schlimme ist, dass vor allem die US Amerikaner (die soldaten) das nicht einsehen. Ich hab mit einem geredet über ziemlich alle Kriege der USA, von denen ich weiß ;D

Er meinte ganz klar, Vietnam gewonnen, Irak gewonnen, Afghanistan natürlich auch gewonnen....

Blindes Volk
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 16.April 2010, 13:06:27
Für die Amis gibt es aber kein zurück mehr!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 13:08:31
Für uns eigentlich auch nicht...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 16.April 2010, 13:33:36
Na doch klar. Aber wir sind halt Bündnispartner.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 13:55:23
Nicht nur deswegen...

Deutschland würde sich lächerlich machen. Anscheinend ist das den Politikern wichtiger als Menschenleben...

Erst pro Bush arschkriecherei und dann wenns ernst wird wieder abziehen...Glaub mir, das würden die anderen Länder nicht gut finden...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 16.April 2010, 14:04:38
Na das will ich sehen, wenn hier die Bevölkerung auf die Straße geht.

Erschreckend ist, dass wir ja nur einen ganz geringen Anteil der kämpfenden Truppe dort hinschicken und es trotzdem schon über 40 gefallene Soldaten gab.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 14:12:40
Jap...Die 4 toten hätte man so einfach vermeiden können...Und wahrscheinlich auch die restlichen 40... Man weiß ja nie wie sich das so abgespielt hat...Denke die werden nicht alles rausplaudern..

Das will ich sehen, dass hier leute überhaupt mal auf die Straße gehen.... :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 16.April 2010, 14:19:03
Hä?
Vermeiden lässt sich sowas nur, wenn sie gar nicht vor Ort sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 14:20:45
Als der Panzer attackiert wurde, gabs keine unmittelbare Verstärkung. Die Patrouille ist nicht geschützt genug. Bei den Armies fliegen da meist noch Helikopter hinterher oder alle Fahrzeuge sind gepanzert...

Klar wirds immer tote geben, sobald man im Krieg ist, aber so dinge wie diese könnte man durchaus verhindern.

Ich meinte:

Die Regierung hat von anfang an nur gelogen. Ich will nicht wissen, wie die Missionen und Einsätze dort wirklich verlaufen sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 16.April 2010, 14:25:27
Momentmal, das Fahrzeg von gestern war nen Eagle oder habe ich das grade in falscher Erinnerung?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 14:26:56
Ja, von gestern schon. Vor ein oder 2 Wochen wars aber ein Panzer!
upps falscher link, rchtiger kommt sofort

Dort kam zwar "nur" einer ums leben, aber da muss man sich doch am Kopf fassen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 16.April 2010, 14:28:36
Na siehste. Ein Eagle ist ein leicht gepanzertes Fahrzeug und hat letztes Jahr auch einen IED Anschlag "überlebt", bzw die Besatzung.
Das sagt sich immer so einfach "Die Fahrzeuge sind nicht ausreichend gepanzert". Allerdings muss man auch sehen wofür diese Fahrzeuge vorgesehen sind. Wirkung gilt immer noch vor Deckung ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 14:33:53
Gestern wars eine sprengfalle und Mörserbeschuss...Da kann man wohl wirklich wenig machen..ABER:

http://www.bild.de/BILD/politik/2010/04/03/afghanistan-schockierende-propaganda-fotos-aus-kunduz/taliban-posieren-vor-zerstoertem-bw-bundeswehr-panzer.html

Das kann man verhindern...


Und wenn ich das lese, könnte ich kotzen..

http://www.stern.de/politik/ausland/rede-vor-us-studenten-merkel-haelt-am-einsatz-in-afghanistan-fest-1558946.html

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 16.April 2010, 14:59:30
Das schlimme ist, dass vor allem die US Amerikaner (die soldaten) das nicht einsehen. Ich hab mit einem geredet über ziemlich alle Kriege der USA, von denen ich weiß ;D

Er meinte ganz klar, Vietnam gewonnen, Irak gewonnen, Afghanistan natürlich auch gewonnen....

Blindes Volk
Bitte nicht den Fehler machen und ein ganzes Volk so aburteilen. Nicht alle Amerikaner sind so! Vielleicht denken so die Leute von dem New Tea Party Movement, vielleicht denken Menschen aus sozial schwachen Schichten so, vielleicht denken Menschen aus dem Süden der USA so. Aber nicht alle Amerikaner sind so!

Dieses über den Kamm scheren finde ich nicht richtig. Habt ihr jemals schon die USA besucht? Dir wird hier in Deutschland/Europa der Eindruck vermittelt, dass alle Amis zurückgebliebene Hinterwäldler wären. Das ist ganz und gar nicht der Fall (mal von Sarah Palin und ihren Tea Party Leuten abgesehen :P).

Nur noch so viel: Der Irakkrieg, der als völkerrechtswidrig eingestuft werden muss, war falsch. Aber die Lage dort hat sich in den vergangenen Monaten ganz wesentlich beruhigt. Das liegt natürlich auch an ganz anderen Strukturen vor Ort. Klar, Bombenanschläge gibt es immer wieder, aber dieses Problem werden die Iraker selber in den Griff bekommen.

Wir sind jetzt leider schon weit vom eigentlichen Thema (Wahlen in Deutschland!) entfernt, daher wäre ich für ein neues Thema für eine weitere Diskussion.

Daher kommen wir mal wieder auf das eigentliche Thema zurück. Ich glaube nicht, dass der Afghanistaneinsatz bei der kommenden NRW-Wahl großen Einfluss hat. Bei Bundestagswahlen wäre das sicher der Fall gewesen, aber nicht bei diesen Landtagswahlen. Da spielen Innen- und Wirtschaftspolitik eine viel größere Rolle!

Umfragen zufolge liegen die CDU wohl bei 39%, SPD 34%, Grüne 11%, FDP 6%, Linke 5%. Vergleicht man das mit der letzten Bundestagswahl (CDU/CSU 33,8%, SPD 23%, Grüne 10,7%, FDP 14,6%, Linke 11,9%), dann sieht man deutlich, dass die beiden Wahlen nur wenig mit einander zu tun haben. Ein Vergleich mit der letzten NRW-Wahl ist spannender:
CDU 44,8%, SPD 37,1%, Grüne 6,2%, FDP 6,2%, Linke --- (damals noch als PDS gegen die WASG angetreten, inzwischen fusioniert, beide zusammen kamen auf etwa 3,1%)

Hier sieht man deutlich, dass beide "Volksparteien" Verluste hinnehmen werden müssen. Die CDU wird dabei Wähler an die SPD verlieren und diese wiederum an Grüne und die Linkspartei. Dass die CDU und die SPD überhaupt noch so weit über 30% zu verorten sind, das überrascht mich dann doch. Offenbar traut man in NRW den kleinen Parteien nicht viel mehr zu. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: FrittenFranz am 16.April 2010, 15:13:17
Ich muss gestehen das ich es noch nicht genau weiss, aber ich werd mir den neuen Wahlomaten wieder zu Gemüte führen, gucken was der so vorschlägt, und mich dann genauer informieren!

Ist eigentlich eine gute Kombination, man engt den Kreis ein, und siebt dann aus :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Takticator am 16.April 2010, 17:29:06
Das schlimme ist, dass vor allem die US Amerikaner (die soldaten) das nicht einsehen. Ich hab mit einem geredet über ziemlich alle Kriege der USA, von denen ich weiß ;D

Er meinte ganz klar, Vietnam gewonnen, Irak gewonnen, Afghanistan natürlich auch gewonnen....

Blindes Volk
Bitte nicht den Fehler machen und ein ganzes Volk so aburteilen. Nicht alle Amerikaner sind so! Vielleicht denken so die Leute von dem New Tea Party Movement, vielleicht denken Menschen aus sozial schwachen Schichten so, vielleicht denken Menschen aus dem Süden der USA so. Aber nicht alle Amerikaner sind so!

Dieses über den Kamm scheren finde ich nicht richtig. Habt ihr jemals schon die USA besucht?


Yes, ... Einmal in Boston, wo die Leute eigentlich weniger Patriotistisch sind... Doch immer wieder waren dort diese Bush-Anhänger...
Ich sage nicht dass alle so sind, doch es sind wirklich einige...


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snickers12312892 am 16.April 2010, 21:24:18
http://www.youtube.com/watch?v=MGO4ClxBQP8
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 25.April 2010, 11:50:52
Wurd da die Freundin deines Lüdden nicht eifersüchtig?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: holsten am 25.April 2010, 12:00:12
Achja?

http://www.youtube.com/watch?v=PXID5z3GZfg&feature=related  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 25.April 2010, 20:03:55
Hannelore Kraft war am Donnerstag im Kindergarten meines Sohnes und sass mit ihm am Tisch. Er hat ihr dann seine gemalte Schatzkarte erklärt.

ist das ist ein trikot von hull city, was er da an hat?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: ede999 am 26.April 2010, 13:36:05
Die künftige niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) hat sich gegen das Kruzifix in Schulen ausgesprochen und ist damit in der CDU angeeckt.
http://news.de.msn.com/politik/politik.aspx?cp-documentid=153167856
Meiner Meinung nach haben Religionssymbole in einer Schule nichts zu suchen.

sag das mal einem herrn beckstein
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 02.September 2013, 12:22:23
Anderer Vorschlag: Vielleicht sollten wir die Diskussion mal in einen eigenen Politik oder Wahlthread auslagern. Das Thema ist ja noch ein paar Wochen interessant.

Damit wir nicht weiterhin den TV-Tipp Thread vollspamen, hole ich diesen Thread wieder hoch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 02.September 2013, 12:28:42
Naja, aber eine realistische Wahl hatten sie ja nicht. Die Politexperten von n24 und co kennt doch kein schwein, die bekannten Moderatoren von Sat1/Pro7 taugen für sowas nicht, abgesehen von Raab. Und da die anderen ja auch Prominenz entsandt haben, blieb eigentlich nur Raab.

Zum Duell der kleinen Parteien: Früher war Gysi mal gut. Mittlerweile ist er nurnoch ein nach Aufmerksamkeit heischender Nieschenpolitiker Brüderle ist ne totale Schlaftablette von Trittin halte ich auch nicht viel. Und das sollen die 5 besten sein die wir haben? oh Gott oh Gott...

Ich bin aktuell halt echt der Meinung "Merkel ist das übel was man kennt." Zudem scheint eben nur eine große Koalition wahrscheinlich, was ich auch für die fruchtbarste Lösung halte wenn sie sich nicht wieder total zerstreiten. Die Piraten hatten ja gute Ideen aber keinerlei Umsetzung, die sind für mich unwählbar. Nichtwählen ist für mich auch kein Argument, irgendwelche Protestparteien will ich auch nicht wählen. An Liberalen hat man nur die FDP die irgendwie ähnlich bescheuert agierten wie die Piraten. Da hat man den Salat, bleiben noch 3 Parteien übrig die man ernsthaft wählen kann. Und ich glaub das werde ich am Wahlsonntag mit nem Abzählreim entscheiden müssen.

Anderer Vorschlag: Vielleicht sollten wir die Diskussion mal in einen eigenen Politik oder Wahlthread auslagern. Das Thema ist ja noch ein paar Wochen interessant.

Die Spitzenkandidaten sind ja nicht unbedingt die Besten, sondern eher die Einflussreichsten/Wichtigsten in ihrer Partei. Aber du hast Recht, dieses Mal sind das alles ziemlich unsympathische Zeitgenossen. Gehe ich nach Fachkompetenz, dann wäre Steinbrück vorne.
Da ich die Grünen aus Prinzip nicht wähle (wer Wahlkampfthemen wie vegetarisches Kantinenessen aufwirft, hat meine Stimme nicht verdient) und die Linke genauso wie die Piraten nicht wählbar sind (aufgrund ihres unausgereiften Programms), bleiben nur noch CDU, SPD und FDP.
Die FDP hat mich herbe enttäuscht in den letzten Jahren und bekommt meine Stimme nicht.
Also CDU oder SPD - Zwickmühle.


EDIT: Danke Rossi
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 02.September 2013, 12:44:19
Zitat
ACHTUNG: Die Umfrage in diesem Thread ist veraltet und bezieht sich nicht auf diese Wahl. Vielleicht könnte ein Mod das ändern und evtl. eine neue Umfrage einrichten.

Erledigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Wegelagerer am 02.September 2013, 12:51:07
Mal kurz meine Eindrücke vom gestrigen TV-Duell:
Zu allererst zum Auftreten der Kontrahenten. Frau Merkel wirkte durch ihre häufigen Versprecher und ihre scheue Mimik und Gestik sehr menschlich, also nicht perfekt. Herr Steinbrück trat von Beginn an zielstrebig und rhetorisch sehr gut trainiert auf, wobei man ihm die Aufbruchstimmung die er vermitteln möchte gut abnahm und er immer wieder an Uli Hoeneß á la "Abteilung Attacke" erinnerte.
Negativ ist beiden anzulasten, dass gestellte Fragen selten direkt beantwortet wurden, wobei Herr Steinbrück weniger ausschmückte und ausholte als Frau Merkel und somit oft schneller eine Antwort bot, sodass man die Frage noch im Hinterkopf hatte.
Es war meines Erachtens nach eine Ausseinandersetzung auf sehr höflichem Niveau, welche trotzdem bei genauerem Hinhören und zwischen den Zeilen lesen immer wieder die Kritik an der anderen Person/Partei zeigte.
Zudem zeigte sich Frau Merkel im Gegensatz zu Herrn Steinbrück recht widerstandlos. Sie ließ sich nicht von seinen versuchten Provokationen aus der Ruhe bringen, während er durchaus geschickt Angriffsargumente mit nachvollziehbaren Gegenargumenten enkräftete.
Letztendlich ist es für mich schwierig zu sagen wer gewonnen oder verloren hat. Gewonnen haben vermutlich die vier übertragenden TV-Sender mit fantastischen Einschaltquoten, jedoch nicht der unentschlossene, unvoreingenommene Wähler (zu denen ich übrigens nicht gehöre), welcher am 22.09.2013 abwägen muss ob er eine Frau oder einen Mann an der Spitze der Bundesregierung haben will. Überzeugend waren sie letztendlich beide auf ihre Art und Weise. Es kommt nur die Frage auf wie das Pferd augesattelt werden soll.

Und als kleiner Nachtrag: Ein wirkliches Bekenntnis zu ihren kleinen Partnern (FDP und Grüne) gaben beide nicht zu hundert Prozent, wo es bei der Frage nach einer Großen Koalition aber auch kein klares Dementi von beiden gab. Es bleibt also spannend  :laugh:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 02.September 2013, 12:56:41
Also ich würde ja "Die PARTEI" wählen  ;D aber was wird wohl in Sachsen nicht gehen.  :(

Weil ernsthaft kann man doch nur noch seinen Wahlzettel ungültig machen ... WahloMat sagt bei mir NPD ... naja komme wohl aus Zwickau  ;D

Aber ernsthaft würde ich eine Partei, die zumindest einige rechtsgerichtete Punkte aufgreift und wo nicht so dämliche Fanatiker was zu sagen haben, gar nicht mehr so sehr ausschließen ... mir gehts etwas auf dem Sack das wir uns immernoch für was Bücken müssen, ja sogar wollen, für das wir nicht garnichts können.

Aber die sind leider alle Unwählbar...

Grüne haben sich mit dem Vegetariergelapp aus dem rennen genommen...

Mit CDU, FDP und SPD hab ich nichts am Hut...

Also bei altbewährten bleiben  :-\


Nichtwählen ist der Größte schwachsinn ... in anderen Ländern morden Menschen für das Wahlrecht und hier wird es nicht ernst genommen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 02.September 2013, 13:14:51
Naja Merkel steht für mich für personifizierten Stillstand. Ich kann mich an nichts positives Erinnern was unter Ihrer Führung beschlossen wurde. Die FDP ist einfach unwählbar und ich wünsche mir so sehr das diese Partei endlich mal die Quittung bekommt für Wahlversprechen wie wir senken die Steuern. Vor allem weil das auch nichtmal etwas bringt. Die Steuern tuen den meisten Deutschen nicht weh. Die STROMPREISE sind es wo dringend Handlungsbedarf herrscht.

Das hat als einziges die SPD erkannt ob sie das auch gescheit durchführen wenn sie an die Macht kommen, das steht in den Sternen. Trotzdem ist Steinbrück für mich jemand der Kompetenz ausstrahlt. Leider wurde er für seine Vorträge in typischer Politiker Manier runtergemacht.

Grüne sind für mich einfach unsymphatisch. Wenn ich diesen Veggie Vorschlag wieder höre könnte ich kotzen. So gut ihr restliches Programm auch sein Mag, wegen solchen Spinnereien kann ich diese Partei einfach nicht ab.

Die Linke sind genauso unwählbar und mit Ihren bescheuerten Vorschlägen werden sie auch nicht regierungsfähig sein wie immer.

Piraten/AfD haben paar gute Ideen aber besonders bei der AfD weiß ich einfach nicht was ich von denen halten soll. Regierungsfähig sind beide Parteien auf keinenfall.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 02.September 2013, 13:55:13
Für mich ist das Thema Gesundheit natürlich bestimmend, und da ist es tatsächlich so, dass keine einzige Partei tatsächlich ein gutes Konzept besitzt, wie man die Probleme (Pflegenotstand, übermächtige Krankenkassen, mangelhafte Krankenhausqualität, Ärzteschwund, unrentables Praxissystem) in den Griff bekommen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 02.September 2013, 14:14:56
Die Linke sind genauso unwählbar und mit Ihren bescheuerten Vorschlägen werden sie auch nicht regierungsfähig sein wie immer.

Mal davon abgesehen, dass sie sich in den letzten Jahren selbst ins Aus gestellt hat, hat sie im Osten schon bewiesen das sie Regierungsaufgaben wahrnehmen kann. (Hat ja auch Steinbrück erwähnt) ... daher für mich irgendwie immernoch als Protestpartei wählbar ... hätte gerne Grün gewählt aber ich lass mir nicht vorschreiben was ich zu essen hab (so dumm/kleinlich das klingen mag, zeigt aber was uns erwarten würde)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: dencay am 02.September 2013, 14:20:55
Ich darf ja dieses Jahr leider noch nicht wählen, aber verfolge alles trotzdem mit großem Interesse. Und wie schon erwähnt ist es wirklich schwer:

Bei meinem Wahl-O-Mat kam mit ca 66% Übereinstimmung "Die Linke" raus, was mich zutiefst schockiert hat :D Nicht, dass ich ihnen nicht in eben vielen Punkten und Plänen zustimme, aber die machen sich für mich durch einige Spinnereien einfach unwählbar, genau wie die Grünen. Die FDP ist sowieso ne Gurkentruppe.

Blieben noch CDU und SPD. Aber die CDU überzeugt mich einfach nicht, die stimmen nicht mit meinen Gedanken an den Vorhaben und Zielen in Deutschland überein, also käme für mich nur die SPD infrage. Aber ich lehn mich jetzt mal ausm Fenster und sage, dass sowieso nur eine große Koaltion am Ende die Mehrheit bekommen kann. Alles andere erscheint für mich unrealistisch, da für Rot/Grün die Linke zu stark ist und den beiden Partein die Stimmen wegnimmt. Gleichzeitig kann man mit den Linken auch nicht regieren. Und die FDP wird zu schwach für Schwarz/Gelb sein, weil Gurkentruppe eben.

Bin ja sowieso für ne MTF-Partei :D Hab mich mal erkundigt, was man so braucht, um ne Partei zu gründen. Sollte man hinbekommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 02.September 2013, 14:55:59
Ja das ist es eben. Die Linken, piraten nehmen sich durch ihre eigene unfähigkeit aus dem rennen, die Grünen haben eine Handvoll Punkte die einfach nur total bescheuert sind und die FDP... naja. Die FDP halt. Und dann hat man die roten und die schwarzen übrig. Die einen haben unter Schröder Hartz4 verbrochen, die andern unter Merkel exakt nichts bewegt. Sieht man mal von der halbherzigen und etwas fehlgeschlagenen Bundeswehrreform, den Debakeln bei der deutschen Verteidigung im Ausland oder so lustigen Sachen wie den diversen Milliardengräbern (EuroHawk) ab. Das ist echt keine einfach Entscheidung. Ich bin absolut kein CDU Freund, deren Einstellungen etc. passen mir garnicht, zudem droht dann auch wieder die FDP irgendwie dabei zu sein. Aber die SPD ist eben auchnicht sooo das wahre. Die grünen haben ja leider auch in BaWü bewiesen, dass sie zum regieren irgendwie auch nicht so richtig geeignet sind. Bis vor nem Jahr hätte ich die wohl noch gewählt aber aktuell sind die bei mir raus. Bleibt quasi nurnoch die SPD. Immerhin haben die mit Steinbrück einen halbwegs fähigen Mann. Stellt euch mal vor, der Gabriel wäre Kanzlerkandidat geworden.... grrrr..... Oder eben doch die Linke als Protestwahl. Ich will auch nicht ausschließen, dass die ganz gut Stimmen kriegt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 02.September 2013, 15:17:40
Das Problem bei der Linken ist einfach, dass die teilweise guten Ideen nicht zu Ende gedacht sind, v.a. bezogen darauf, wie man diese Änderung finanziert.
Ich schließe mich Don an, es wird bei mir wohl die SPD oder die Linke aus Protest.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 02.September 2013, 15:42:13
Stand letztens bei uns in der Zeitung ein Interview mit Gysi wo er mein Gefühl indirekt bestätigt hat. Er will lieber Opposition sein als Regieren (würde es aber nicht ablehnen) ... er meinte auf so eine Frage nur, dass es da zwei Meinungen in der Partei gibt, die einen würden Regieren weil sie da mehr erreichen, die anderen zu denen auch er gehört meinen, in der Opposition kann man die leute durch gezielte Kritik und gezieltes Hinterfragen viel mehr zum Nachdenken anregen (ok ich denke das kann Gysi wie kaum ein anderer).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 02.September 2013, 15:49:26
Nicht wählen kommt nicht in Frage. Ungültig machen ist eine Alternative, aber wo steht dann hinterher, dass das Absicht war?
Bleiben aus Protest noch Linke und NPD. Die einen haben gute Ideen, die aber niemals umzusetzen sind, die anderen haben ebenfalls gute Ideen - aus den falschen Gründen und dazu noch einige Schwachsinnsideen. Aus Überzeugung bliebe die FDP, aber die nehme ich seit geraumer Zeit nicht mehr ernst. Sind da noch die beiden großen, die vermutlich in einer Koalition landen werden. Ich persönlich halte von Steinbrück mehr als von Merkel. Also SPD wählen und wissen, dass die eigene Stimme etwas bewegen kann, anstatt aus Protest, der nciht gehört wird was effektloses zu machen. Deutschland ist noch nciht weit genug, als dass das so vciele machen würden, dass eine der kleinen Parteien plötzlich eine Mehrheit erreichen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 02.September 2013, 16:04:25
Nicht wählen kommt nicht in Frage.

Genau so sehe ich es auch. Wählen ist ein Recht, für das in anderen Ländern Kriege geführt werden. Allein deshalb muss man dieses Recht wahrnehmen.
Bleibt natürlich die Frage, wen man wählen sollte. Die Außenparteien (Linke und NPD) wähle ich aufgrund ihrer Haltungen nicht. Am meisten sympatisiere ich mit der FDP, aber die haben auch einige Vorstellungen, die ich nicht teilen kann. Die SPD ist auch in Ordnung, hat aber mit Gabriel, Steinbrück, Oppermann, Nahlis, etc. nur unsympatische Repräsentanten. Auch wenn man ja nach Programm und nicht nach Person wählen sollte, ist diese Partei so nicht wählbar, da ich keine Identifikation sehe. Frau Merkel mag ich, jedoch ihre Partei nicht. Zumal CDU zu wählen auch CSU wählen bedeutet und wenn ich diesen Seehofer sehe, bekomme ich das kalte Kotzen. Wie er vorhin seine überhaupt nicht mögliche Maut nur für Ausländer wiederholt verteidigte, da sträuben sich meine Nackenhaare. Die Grünen mit ihrem Veggie-Day (im Übrigen ist das nur eine freiwillige, keine verbindliche Forderung an Mensen) und ihrem Umweltschutz-Blödsinn wähle ich natürlich auch überhaupt nicht. Bleiben die mir eigentlich sympatischen Piraten, aber ein bedinungsloses Grundeinkommen ist auch nicht mein Wunsch. Die AfD ist Blödsinn, zumindest sehe ich es so.
Bleibt also wohl die Wahl zwischen der FDP und der SPD. Eine kleine, unbedeutende Partei wähle ich nicht; das wäre eine verschenkte Stimme.

EDIT: Eine MTF-Partei wäre wirklich das beste. Wir setzen uns für den Football Manager ein, bringen EA mit seinen Rechten zu Fall und errichten die octavianische Diktatur.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 02.September 2013, 16:19:04
Also wählst du SPD :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 02.September 2013, 16:31:23
Also wählst du SPD :D

 ;D ;D ;D ;D

Mal sehn was die andern heute abend zu sagen haben  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 02.September 2013, 17:10:03
Je länger ich drüber nachdenke, so untragbar die SPD bei der letzten Wahl für mich gewesen wäre (war exakt 3 Wochen zu jung. Das ist ein Bullshit....), desto mer kommt sie diesmal in Frage. Gut, das aber hauptsächlich weil die andern alle so viel schlechter sind :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 02.September 2013, 18:35:00
Aus gesundheitspolitischer Sicht kann ich das keinesfalls bestätigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 02.September 2013, 19:03:17
Aus gesundheitspolitischer Sicht kann ich das keinesfalls bestätigen.

Ich denke es ist auch richtig, dass jeder seine eigenen Ansichten hat. Es gilt auf den eigenen Beruf und auf die Familie zu schauen und schließlich legt jeder noch seinen Schwerpunkt in die Bereiche Gesundheit, Finanzen, Umwelt, Familie, etc. Wichtig ist hier nur, dass gewählt wird und dass jeder zu seiner Entscheidung stehen kann.

Ich habe meine Partei eigentlich schon länger im Blick. Es ist eine der großen Zwei. Ich bin derzeit noch am überlegen, wie ich diese am besten "anwähle".

Leider ist es schon seit Jahren so in Deutschland, dass kein Politiker mehr... bei mir eine absolute Zuversicht weckt. Irgendwie gilt es immer nur das kleinere Übel zu wählen und nicht unbedingt die Person wo man sagt, "der wird alles richtig machen, der muss es sein!" Schade.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 02.September 2013, 19:11:42
wer Wahlkampfthemen wie vegetarisches Kantinenessen aufwirft, hat meine Stimme nicht verdient

Finde ich ganz witzig. Normalerweise wird doch jedes gerade hochbrisante Thema gerne genommen, um dem Volk was zu versprechen und einen Wahlkrampf drum zu inszenieren. "Wählt uns! Mit uns wäre das alles nicht passiert!" Die NPD stürzt sich auf die vielen Einwanderer, den Euro, ihre ganze Botschaft stammt quasi direkt vom Stammtisch: "Wir gegen die Parteibonzen als einzige Alternative". Ihre Sprache und Rhetorik natürlich von 1933, so dass sie sich regelmäßig selbst als gefährliches braunes Häschen entlarvt.

Da finde ich den vegetarischen Kantinentag sehr erfrischend.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 02.September 2013, 19:24:13
Ich denke nicht, dass das Problem der "Veggie Day" an sich ist. Es ist eher der Fakt, dass die Grünen den Menschen etwas vorschreiben sollen, wie sie ihr Leben an diesem Tag im Bereich Ernährung zu gestalten haben. Damit greifen sie (wenn auch in meinen Augen nur geringfügig) in die persönliche Freiheit ein und das stört die Menschen enorm.

Vom heutigen TV-Duell erwarte ich mehr als gestern, zumal Gysi sicher einige Aussagen der anderen geschickt hinterfragen wird. Hoffentlich übertreibt er nicht. Da ich das Duell nicht sehen werde (zumindest nicht heute), da mein Verein spielt, können die drei Herren aber auch erzählen, was sie wollen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 02.September 2013, 19:29:14
Ich denke nicht, dass das Problem der "Veggie Day" an sich ist. Es ist eher der Fakt, dass die Grünen den Menschen etwas vorschreiben sollen, wie sie ihr Leben an diesem Tag im Bereich Ernährung zu gestalten haben. Damit greifen sie (wenn auch in meinen Augen nur geringfügig) in die persönliche Freiheit ein und das stört die Menschen enorm.

Ich bin kein Vegetarier, wähle vermutlich nicht die Grünen. Aber dass kein Mensch auch nur die kleinsten Kompromisse eingehen wollte (einen Tag pro Woche in der Kantine kein Fleisch, also bitte), ist natürlich ein Sinnbild für Vieles. Wir wollen immer alles, dann müssen wir wohl auch mit dem Fallout leben. Klingt etwas schwammig, aber das ist ein Aspekt, warum es auch bei dieser Wahl mal wieder auf das kleinste gemeinsame Übel hinauslaufen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 02.September 2013, 20:23:52
Ich hab ja schon mal an anderer Stelle geschrieben was ich von Politik bzw. Politiker halte.
Dieses geprabbel einen vegetarischen Tag in Kantinen einzuführen ist ja auch wieder so ein Unding.
Nicht nur, dass man so einem Bürger vorschreiben will was er in den Kantinen an diesem Tag angeboten bekommt, bzw. was eben nicht, sondern man würde so ja auch den Kantinenbetreiber vorschreiben wollen, was sie anzubieten haben. Viele Kantinen werden eben nunmal verpachtet und diese Pächter sind dann eben auch auf ihren Umsatz angewiesen. Wo sind wir, dass man vorgeschrieben bekommt was an einem normalen Wochentag angeboten werden darf und was nicht.

Dann deudet man ja indirekt auch noch an, dass man den Bürger für nicht entscheidungsfähig hält an diesem Tag eben dann nicht in die Kantine zu gehen sondern zum Imbiss um die Ecke oder direkt zum Metzger. Oder will man denen an diesem Tag auch untersagen Fleisch und Wurst anzubieten ?!
Da dies eher unwahrscheinlich ist und auch nie so gesagt wude, was würde die ganze Aktion also überhaupt bringen ?

Wer kein Fleisch/Wurst essen will lässt es einfach sein. Und wer unbedingt/ausschließlich vegetarisch essen möchte findet mittlerweile auch genügend alternativen. Es wird keiner gezwungen fleisch zu essen. Zu keiner Zeit.

Das alles zeigt doch schon wie unüberlegt die Äusserung war.
Für mich war es nicht mehr als ein plumper Versuch Die Grünen wieder etwas "Grüner" erscheinen zu lassen und um ihm Gespräch zu bleiben. Was streng genommen auch gelungen ist, denn genauso schusselig haben sie schon früher versucht Politik zu bertreiben.

Zu viele Politker sind einfach nur daher bekannt, weil sie dusselige Äusserungen von sich geben und das schon seit vielen Jahren. Nicht etwa, weil sie besonderes geleistet hätten.
Hat bisschen was von C-Promis die auch nur dauernd durch "Skandale" und rumgezicke in den Medien bekannt bleiben.

Wenn es wirklich um die Gesundheit gehen würde, dann würde man zum Beispiel vorschlagen Zigaretten komplett zu verbieten.
Aber wenn es um die Steuereinnahmen geht ist die Gesundheit der Bürger ja plötzlich nicht mehr wichtig.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 02.September 2013, 20:34:26
Wenn es wirklich um die Gesundheit gehen würde, dann würde man zum Beispiel vorschlagen Zigaretten komplett zu verbieten.
Aber wenn es um die Steuereinnahmen geht ist die Gesundheit der Bürger ja plötzlich nicht mehr wichtig.

Da ich das Thema noch mal angestoßen habe: Da gibts noch ein paar andere Faktoren. Einige große Unternehmen mit großen Kantinen bundesweit haben so etwas umgesetzt, bevor der Grünen-Shitstorm ein Thema war. Das sind dann keine kleinen Mengen mehr - dass das natürlich auch für gute PR genutzt und für ein positives Image sowie verantwortungsbewusstes Unternehmensbild mitumgesetzt wird, und dass es für die Grünen im Grunde ein passendes Wahlkampfthema ist, um sich ins Gespräch zu bringen, ist wieder ein anderes Thema.

http://www.cafe-future.net/news/pages/show.php?id=26297
http://www.sueddeutsche.de/karriere/siemens-mitarbeiter-essen-oekologisch-klimaschutz-beim-mittagessen-1.1275464
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 02.September 2013, 20:41:24
Also wenn dieser Veggie-Day, eines der größten Probleme ist, dann scheint es uns ziemlich gut zu gehen.
Wegen solch einem Tag wird keiner sterben und wer keine Lust darauf hat - scheinbar der größte Teil - geht eh zum Imbiss um die Ecke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 02.September 2013, 20:56:15
Also wenn dieser Veggie-Day, eines der größten Probleme ist, dann scheint es uns ziemlich gut zu gehen.
Wegen solch einem Tag wird keiner sterben und wer keine Lust darauf hat - scheinbar der größte Teil - geht eh zum Imbiss um die Ecke.

Also ich habe ja geschrieben, dass ich die Grünen wegen solchen Dingen nicht wählen werde. Um mich zu erklären:
Ich habe nichts gegen einen Veggie-Day, würde mich nicht stören und wenn doch gehe ich zum Imbiss. Was mich stört, ist, dass die Grünen, in diesem Fall Claudia Roth, solche Themen so groß machen und versuchen damit Wahlkampf zu betreiben, um schwierigeren Themen und deren Diskussion aus dem Weg zu gehen.
So funktioniert Wahlkampf für mich nicht, man muss sich auch mit den Themen beschäftigen, die die Bevölkerung bewegen. Das sind nunmal auch unangenehme Themen, bei denen sich alle Parteien (außer der Linken, weil die noch nie regiert haben) auch eine Teilschuld anhaften lassen müssen. Aber solche unwichtigen Wahlkampfthemen wie einen Veggie-Day neu zu erschaffen, ist für mich ein Zeichen, dass sich die Grünen den Problemen etwas entziehen wollen.
Übrigens finde ich, dass man das auch jetzt bei der Diskussion sieht, Trittin hat kaum selbst etwas gesagt, sondern meist nur reagiert oder Bilanzen der alten Regierung aufzählt.
Das Dreierduell heute finde ich eigentlich ganz gut, vielleicht etwas zu unkontrolliert, aber einen Vorschlag fande ich interessant und der kam natürlich von Gysi, was mich nicht wundert:
Die Steuern sollten an die Nationalität gebunden sein, damit sich reiche Deutsche nicht mehr entziehen können, indem sie ins Ausland ziehen.

Gysi gewohnt eloquent, Brüderle wie erwartet und Trittin wechselt ständig die Seiten, je nachdem auf wen gerade geschimpft wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 02.September 2013, 21:01:41
Also wenn dieser Veggie-Day, eines der größten Probleme ist, dann scheint es uns ziemlich gut zu gehen.
Wegen solch einem Tag wird keiner sterben und wer keine Lust darauf hat - scheinbar der größte Teil - geht eh zum Imbiss um die Ecke.

Also ich habe ja geschrieben, dass ich die Grünen wegen solchen Dingen nicht wählen werde. Um mich zu erklären:
Ich habe nichts gegen einen Veggie-Day, würde mich nicht stören und wenn doch gehe ich zum Imbiss.

Ich sehe das ähnlich. Haben wir keine wichtigeren Themen als den "Veggie-Day" - verflucht schon wieder so ein blödsinniger Anglizismus. Also warum bringen die so ein Thema überhaupt erst auf? Das macht Frau Roth und damit auch einen Großteil der partei für mich lächerlich. Die Bescheidung der Bürger in ihren Grundrechten die daraus resultiert juckt mich nur am Rande, denn ich denke nicht, dass es ein solches Gesetz jemals geben wird. Aber allein schon die Idee ist wahnsinnig Aussagekräftig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 02.September 2013, 21:02:11
Zitat
Ich bin kein Vegetarier, wähle vermutlich nicht die Grünen. Aber dass kein Mensch auch nur die kleinsten Kompromisse eingehen wollte (einen Tag pro Woche in der Kantine kein Fleisch, also bitte), ist natürlich ein Sinnbild für Vieles.

Bei uns ist das ja der Fall. Und ich verstehe halt einfach nicht wieso? Es gibt sowieso jeden Tag ein vegetarisches Alternativgericht.
Sprich es gibt 5 mal die Woche vegetarisch, 3 mal Fleisch und einmal Fisch. Wozu also einen extra vegetarischen Tag? Hatte ich ja aber schon im anderen Thread geschrieben.

Politisch gesehen hat Cubano es ja gesagt. SOWAS kann doch kein Thema im Wahlkampf sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 02.September 2013, 21:05:52
Also heute das macht doch schon mehr spaß ... so (nur mit einem weniger) stell ich mir ein Duell vor ...


Moderatoren sollten eigentlich nur eingreifen wenn zu sehr vom Thema abgekommen wird und es zu unverständlich wird  ;D

Zitat
Die Steuern sollten an die Nationalität gebunden sein, damit sich reiche Deutsche nicht mehr entziehen können, indem sie ins Ausland ziehen.

So und nicht anders, da hat er recht
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 02.September 2013, 21:10:01
Und dann gäbe es sicherlich Länder, die reichen Deutschen ihre Staatsangehörigkeit gerne anbieten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 02.September 2013, 21:16:39


Zitat
Die Steuern sollten an die Nationalität gebunden sein, damit sich reiche Deutsche nicht mehr entziehen können, indem sie ins Ausland ziehen.

So und nicht anders, da hat er recht

Und die ausländischen Facharbeiter arbeiten und leben in Deutschland, schicken ihre Kinder in deutsche KiTas und Schulen, benutzen von Steuern unterhaltene öffentliche Einrichtungen, finanzieren mit ihren Steuerabgaben aber ihr Heimatand ?
Oder wenn dies nur Deutsche im Ausland betrifft zahlen die dann Steuern in Deutschland und im Ausland ?
Oder wer untersagt es dem Ausland Steuern von in ihrem Land arbeitenden und lebenden Deutschen zu kassieren ?

Sehr durchdacht *ironie off*
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 02.September 2013, 21:18:16
Und dann gäbe es sicherlich Länder, die reichen Deutschen ihre Staatsangehörigkeit gerne anbieten.
So wie der Russe dem franz. Schauspieler..mir fällt der Name nicht ein. Und wenn könnt ich ihn nicht schreiben :p
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 02.September 2013, 21:25:25
Zitat
Die Steuern sollten an die Nationalität gebunden sein, damit sich reiche Deutsche nicht mehr entziehen können, indem sie ins Ausland ziehen.

Sorry aber was genau sollte man damit erreichen ? Wer hier nicht lebt die Deutschen Straßen nicht nutzt, seine Kinder hier nicht auf die Schule schickt usw. soll trotzdem noch Steuern hier zahlen ? Vor allem weil es auch Deutsche gibt die nicht ins Ausland ziehen weil dort die Steuern geringer sind.
Das ist wieder so ein Vorschlag von den linken der einfach realitätsfern und auch noch total ungerecht ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 02.September 2013, 21:29:09
Politisch gesehen hat Cubano es ja gesagt. SOWAS kann doch kein Thema im Wahlkampf sein.

Dann lieber die anderen Stammtischversprechungen um Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosenzahlen, Mindestlöhne und Ähnliches, stimmt.  ;D

Das Thema kam ja überhaupt erst groß auf, als die BILD im Sommerloch einen Artikel veröffentlichte. Vorher hatte sich wohl niemand darum geschert, weil es gar nicht so urig groß auf der Agenda der Grünen stand. Trotzdem: Dass der "Sturm der Entrüstung", online neuerdings als "Shitstorm" eingebürgert, die eigentlichen Kernthemen der Anregung, nämlich Ökologie, Tierhaltung, Umweltschutz, Verantwortungsbewusstsein und nachhaltiges Wirtschaften verfehlte; dass sich jeder sofort lebensbedrohlich in seiner "Freiheit" eingeschränkt fühlte, teils mit markigsten Kommentaren, sagte für mich mehr aus als die Anregung, so einen veraktionierten Tag einzuführen.

Denn wo Politik gemacht wird, gibt es seit jeher Einschränkungen und Vorschriften - aber jetzt doch bloß nicht auch noch beim Essen, nicht ein kleines bisschen, denn man will ja satter und runder werden, als man es schon ist, bitte. Unsere Großväter und Großmütter mit ihrem heiligen Sonntagsbraten hätten den Kopf geschüttelt. Man muss ja nicht mal ein Gutmensch sein, um die Maßlosigkeit zu kernnen, die hinter zumindest einem guten Teil der Empörung stand. Die Grünen-Opposition stürzte sich nicht weniger begierig darauf, aber so funktioniert halt Politik.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 02.September 2013, 21:30:57


Zitat
Die Steuern sollten an die Nationalität gebunden sein, damit sich reiche Deutsche nicht mehr entziehen können, indem sie ins Ausland ziehen.

So und nicht anders, da hat er recht

Und die ausländischen Facharbeiter arbeiten und leben in Deutschland, schicken ihre Kinder in deutsche KiTas und Schulen, benutzen von Steuern unterhaltene öffentliche Einrichtungen, finanzieren mit ihren Steuerabgaben aber ihr Heimatand ?
Oder wenn dies nur Deutsche im Ausland betrifft zahlen die dann Steuern in Deutschland und im Ausland ?
Oder wer untersagt es dem Ausland Steuern von in ihrem Land arbeitenden und lebenden Deutschen zu kassieren ?


Sehr durchdacht *ironie off*

Keiner zwingt sie im Ausland zu leben  :o

Das erstere ist ja zum teil was anderes


Jo alle deutsche im Ausland sind bekannte Schauspieler  :o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 02.September 2013, 21:36:18
Es gibt auch Deutsche die ins Ausland gehen, weil sie in Deutschland keine Arbeit finden. Nur mal so am Rande.

Und was Du sonst noch zum Ausdruck bringen wolltest, Walde_Hugo 2.0, müsstest wohl erst einmal genauer erläutern bevor ich dazu Stellung nehmen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 02.September 2013, 21:42:45
Der Sinn einer Steuer ist es Geld zu bekommen für Leistungen von denen man Leute nicht ausschließen kann also für öffentliche Güter. Nicht Geld zu bezahlen weil man Deutscher ist. Und man zwingt niemanden ins Ausland zu gehen ? Ja und soll man die Leute hier einkerkern in Deutschland ? Ich dachte die Mauer hätten wir schon lange abgeschafft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: smedhult am 02.September 2013, 21:43:27
Es gibt auch Deutsche die ins Ausland gehen, weil sie Deutschland zum Kotzen finden.  :police:

Ich besitze zwei Staatsbürgerschaften (SWE und D), lebe seit 23 Jahren in Schweden (mit 3 Jahren Unterbrechung) und würde daher mit Sicherheit keine Steuern in Deutschland zahlen. Außer, ich müsste nur die deutschen Steuern bezahlen müssen und wäre von den schwedischen befreit.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 02.September 2013, 21:47:26


Zitat
Die Steuern sollten an die Nationalität gebunden sein, damit sich reiche Deutsche nicht mehr entziehen können, indem sie ins Ausland ziehen.

So und nicht anders, da hat er recht

Und die ausländischen Facharbeiter arbeiten und leben in Deutschland, schicken ihre Kinder in deutsche KiTas und Schulen, benutzen von Steuern unterhaltene öffentliche Einrichtungen, finanzieren mit ihren Steuerabgaben aber ihr Heimatand ?
Oder wenn dies nur Deutsche im Ausland betrifft zahlen die dann Steuern in Deutschland und im Ausland ?
Oder wer untersagt es dem Ausland Steuern von in ihrem Land arbeitenden und lebenden Deutschen zu kassieren ?


Sehr durchdacht *ironie off*

Keiner zwingt sie im Ausland zu leben  :o

Das erstere ist ja zum teil was anderes


Jo alle deutsche im Ausland sind bekannte Schauspieler  :o

Es soll tatsächlich Deutsche geben, welche fernab Deutschlands leben wollen. Warum diese dann hier den vollen Steuersatz bezahlen sollen, obwohl sie von ihrem "investierten" Geld, keinen nutzen ziehen können, erschließt sich mir auch nicht!
Aber so ist nunmal Die Linke. Man hört sich das Ganze an und denkt: "gar nicht mal so verkehrt". Bis dann entweder genörgelt wird, dass ein kleinster Teil der Bevölkerung, einen großen Teil des Vermögens innehat; oder eben solche schwachsinnigen Vorschläge (eben diese Steuergeschichte) gemacht werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 02.September 2013, 22:16:00
Politisch gesehen hat Cubano es ja gesagt. SOWAS kann doch kein Thema im Wahlkampf sein.

Dann lieber die anderen Stammtischversprechungen um Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosenzahlen, Mindestlöhne und Ähnliches, stimmt.  ;D

Es geht ja nicht um Versprechen, sondern einfach um ein Thema das neben den von dir angeführten Themen mal sowas von unwichtig sind. Zumindest in meinen Augen.

Zitat
Das Thema kam ja überhaupt erst groß auf, als die BILD im Sommerloch einen Artikel veröffentlichte. Vorher hatte sich wohl niemand darum geschert, weil es gar nicht so urig groß auf der Agenda der Grünen stand.

Keine Ahnung, ich lese die BILD nicht.
Scheinbar haben sich genug drum geschert, denn sonst hätte ich es ja nicht mitbekommen. Und mir ist auch egal wie groß es auf deren Agenda steht. Für mich ist es sowas von unwichtig was in der Kantine auf'n Tisch kommt, dass ich nicht nachvollziehen kann wie man sich ernsthaft mit sowas beschäftigen kann, wenn es weit wichtigere Themen gibt.

Zitat
Trotzdem: Dass der "Sturm der Entrüstung", online neuerdings als "Shitstorm" eingebürgert, die eigentlichen Kernthemen der Anregung, nämlich Ökologie, Tierhaltung, Umweltschutz, Verantwortungsbewusstsein und nachhaltiges Wirtschaften verfehlte; dass sich jeder sofort lebensbedrohlich in seiner "Freiheit" eingeschränkt fühlte, teils mit markigsten Kommentaren, sagte für mich mehr aus als die Anregung, so einen veraktionierten Tag einzuführen.
Keine Ahnung was das damit zu tun haben soll und wie man durch einen vegetarischen Tag in der Woche die Umwelt besser schützt oder etwas für bessere Tierhaltung tut.

Zitat
Denn wo Politik gemacht wird, gibt es seit jeher Einschränkungen und Vorschriften - aber jetzt doch bloß nicht auch noch beim Essen, nicht ein kleines bisschen, denn man will ja satter und runder werden, als man es schon ist, bitte.
Was soll diese Polemik? Ich habe doch explizit geschrieben wo es mir drum geht.
Mal davon ab, dass man als Vegetarier genauso rund und satt werden kann.

Zitat
Unsere Großväter und Großmütter mit ihrem heiligen Sonntagsbraten hätten den Kopf geschüttelt. Man muss ja nicht mal ein Gutmensch sein, um die Maßlosigkeit zu kernnen, die hinter zumindest einem guten Teil der Empörung stand. Die Grünen-Opposition stürzte sich nicht weniger begierig darauf, aber so funktioniert halt Politik.
Was soll auch hier diese Polemik?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 02.September 2013, 22:18:20


Zitat
Die Steuern sollten an die Nationalität gebunden sein, damit sich reiche Deutsche nicht mehr entziehen können, indem sie ins Ausland ziehen.

So und nicht anders, da hat er recht

Und die ausländischen Facharbeiter arbeiten und leben in Deutschland, schicken ihre Kinder in deutsche KiTas und Schulen, benutzen von Steuern unterhaltene öffentliche Einrichtungen, finanzieren mit ihren Steuerabgaben aber ihr Heimatand ?
Oder wenn dies nur Deutsche im Ausland betrifft zahlen die dann Steuern in Deutschland und im Ausland ?
Oder wer untersagt es dem Ausland Steuern von in ihrem Land arbeitenden und lebenden Deutschen zu kassieren ?

Sehr durchdacht *ironie off*

Hier sprichst du genau das an, was mich an der Linken stört. Finde ich eigentlich eine gute Idee, aber ist nicht zu Ende gedacht. Bei den Linken ist leider viel zu viel nicht bis zum Ende gedacht und deswegen sind sie nicht ernsthaft wählbar, sondern nur aus Protest.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 02.September 2013, 22:55:45
Keine Ahnung was das damit zu tun haben soll und wie man durch einen vegetarischen Tag in der Woche die Umwelt besser schützt oder etwas für bessere Tierhaltung tut.

http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2013-08/veggie-day-gruene-veraenderungen-gesellschaft
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-08/gruene-fleischkonsum-wahlkampf-kantine-veggie-day

Zitat
Was soll diese Polemik? Ich habe doch explizit geschrieben wo es mir drum geht.


War nicht auf Dich gemünzt, auch wenn ich Deinen Post zitiert habe, um grundsätzlich darüber zu diskutieren. Ein guter Teil des Shitstorms dazu ging aber in die Richtung, die ich für mich kritischer sehe als die kleine Anregung an sich, die auch die Grünen sicherlich genüsslich medienwirksam ausschlachten - denn so was wurde in deutschen Kantinen ja schon vor ihnen praktiziert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 02.September 2013, 22:56:23
Wahlwerbespot der "die Partei"
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=kirUQFPEAuo

Wäre eine echte Alternative :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 03.September 2013, 01:05:11
Wahlwerbespot der "die Partei"
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=kirUQFPEAuo

Wäre eine echte Alternative :D

Obwohl ich Titanic echt schätze und auch gerne mal reinschaue, finde ich diese Aktion i.wie übertrieben und sie trifft nicht meinen Humor. Die Anspielungen auf die RAF und das Buch vom Führer sind schon humorvoll, aber die Aktion an sich, bei der Wahl anzutreten, unterstütze ich nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kewe am 03.September 2013, 01:41:38
Das wird meine erste Wahl.

Go Piratenpartei :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 03.September 2013, 04:45:19
Joa, Piraten wählen ist ungefähr wie den Wahlzettel in die Bach werfen :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 03.September 2013, 08:55:58
Und dann gäbe es sicherlich Länder, die reichen Deutschen ihre Staatsangehörigkeit gerne anbieten.
So wie der Russe dem franz. Schauspieler..mir fällt der Name nicht ein. Und wenn könnt ich ihn nicht schreiben :p
Gérard Depardieu heißt der gute Mann. Du kannst auch einfach Obelix sagen. ;)

Diese Steueridee der Grünen ist tatsächlich nicht so schlecht, aber es fällt der Tiefgang. Wenn man dann Ausnahmen einführt wie Ausländer, die deutsche steuerfinanzierte Einrichtungen mitnutzen, müssen dafür (zumindest einen Teil) Steuern zahlen, während im Ausland lebende Deutsche davon befreit werden. Dann hätte man ja fast die derzeitigen Verhältnisse.
Trittin kam gestern ganz sympatisch daher, jedoch bleibt diese Partei für mich unwählbar. Man gibt der derzeitigen Regierung gern die Schuld für alle Probleme. Dabei vergisst man, dass man selbst lange regiert hat und eigene Vorschläge diese Kritik authentisch machen. Ich war ja schon froh, dass sie entgegen der Forderung der Frauenquote nicht Frau Göring-Eckardt geschickt haben. Überhaupt ist so eine Frauenquote doch absoluter Blödsinn. Zumindest, wenn man mindestens 50% Frauen fordert. Das würde den Spieß umdrehen und Männer diskriminieren. Das Leistungsprinzip sollte auch bei Vorstandsetagen gelten. Der Bund sollte nur Kampagnen intensivieren, die typische Männerberufe für Frauen attraktiver machen. Dann kommt die Frauenquote mit der Zeit von alleine.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Aki am 03.September 2013, 09:44:22
Eine mögliche Einkommensteuerpflicht, die an die deutsche Staatsbürgerschaft gekoppelt wird, soll sich doch am amerikanischen Modell orientieren und nicht zu einer Doppelbesteuerung führen. Steuern, die am ausländischen Wohnort gezahlt werden müssen, könnten voll auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet werden. Deutsche, die in Hochsteuerländern beispielsweise in Skandinavien leben, würden somit nichts zusätzlich zahlen. Die Grünen planen außerdem mit einem Freibetrag von 100.000 $ im Jahr, der für die meisten ausreichen sollte. Deutsche Spitzenverdiener, die ihren Hauptwohnsitz nach Monaco verlegt haben um Steuern zu sparen, müssten allerdings empfindlich draufzahlen.

Begründen kann man eine solche Besteuerung damit, dass gerade Spitzenverdiener, beispielsweise durch ihre Ausbildung in Deutschland, in der Vergangenheit überdurchschnittlich von durch Steuern finanzierte öffentliche Leistungen profitiert haben.

Abgesehen davon, dass ich nicht im Detail beurteilen kann, wie und ob sich das ganze praktisch umsetzen lässt, finde ich die Idee sehr sympatisch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 03.September 2013, 10:40:13
Und dann gäbe es sicherlich Länder, die reichen Deutschen ihre Staatsangehörigkeit gerne anbieten.
So wie der Russe dem franz. Schauspieler..mir fällt der Name nicht ein. Und wenn könnt ich ihn nicht schreiben :p
Gérard Depardieu heißt der gute Mann. Du kannst auch einfach Obelix sagen. ;)

Diese Steueridee der Grünen ist tatsächlich nicht so schlecht, aber es fällt der Tiefgang. Wenn man dann Ausnahmen einführt wie Ausländer, die deutsche steuerfinanzierte Einrichtungen mitnutzen, müssen dafür (zumindest einen Teil) Steuern zahlen, während im Ausland lebende Deutsche davon befreit werden. Dann hätte man ja fast die derzeitigen Verhältnisse.
Trittin kam gestern ganz sympatisch daher, jedoch bleibt diese Partei für mich unwählbar. Man gibt der derzeitigen Regierung gern die Schuld für alle Probleme. Dabei vergisst man, dass man selbst lange regiert hat und eigene Vorschläge diese Kritik authentisch machen. Ich war ja schon froh, dass sie entgegen der Forderung der Frauenquote nicht Frau Göring-Eckardt geschickt haben. Überhaupt ist so eine Frauenquote doch absoluter Blödsinn. Zumindest, wenn man mindestens 50% Frauen fordert. Das würde den Spieß umdrehen und Männer diskriminieren. Das Leistungsprinzip sollte auch bei Vorstandsetagen gelten. Der Bund sollte nur Kampagnen intensivieren, die typische Männerberufe für Frauen attraktiver machen. Dann kommt die Frauenquote mit der Zeit von alleine.

Ah Frauenquote. Das ist ja mein Lieblingsthema. Jeder fordert mehr Frauen in den Vorstandsetagen, mehr weibliche Piloten und männliche Stewardessen etc.
Aber wenn man das mal zu Ende denkt: Wer fordert denn mehr weibliche maurer, mehr Dachdeckerinnen, mehr Metzgerinnen (und damit meine ich nicht die Verkaufsdamen) etc. Das sind doch alles typische Männerdomänen, warum wird da keine Frauenquote gefordert? Ach so, ja, da kann man nix verdienen, das sind keine coolen Berufe, schon klar. Und das weibliche Geschlecht ist ja eh viel zu schwach dafür...

Versteht mich nicht falsch. Wegen mir darfs gerne eine Frauenquote geben. Aber dann für alle Berufe. Und dann muss es auch eine Männerquote geben. Und dann müssen die Quoten auch für alle Branchen gelten. Und davon ab halte ich eine Einstellung nur des Geschlechts wegen eh für absoluten Schwachsinn. Wie ganz richtig gesagt sollte man da nach Leistungsprinzip gehen, und dann eben sehr fähige Frauen eher fördern anstatt auf einer Starren Quote zu beharren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Aki am 03.September 2013, 13:09:02
Die Idee einer Frauenquote ist ja nicht, dass alle Berufe gleichermaßen zur Hälfte von Männern und Frauen ausgeübt werden. Eine Quote wird gefordert, weil Frauen es im manchen Bereichen anscheinend immer noch schwerer haben in Führungspositionen aufzusteigen. Trotz vorhandener Qualifikation.

Und Quote heißt in der Regel auch nicht 50/50 für jede Position. Im sogenannten Kaskadenmodell wird angestrebt, jeweils den Anteil der Stellen mit Frauen zu besetzen, der ihrem Anteil an Beschäftigten auf der jeweils niedrigeren Hierachiestufe entspricht. Wenn es beispielsweise nur 10 % Absolventinnen im Maschinenbau gibt, macht es keinen Sinn 50 % Projektleiterinnen fordern, sondern eben 10 %. Langfristig gleichen sich in diesem Modell die Verhältnisse von Männern und Frauen auf allen Hierarchieebenen an.

Natürlich hat auch diese Lösung Nachteile. Ein geringer Anteil von Frauen in Führungspositionen muss ja nicht ausschließlich das Ergebnis einer Benachteiligung sein. Dennoch ist so eine Lösung für eine Übergangszeit zumindest bedenkenswert. Von alleine hat sich in den letzten Jahren schließlich nicht besonders viel getan.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 03.September 2013, 15:00:52
Die Idee einer Frauenquote ist ja nicht, dass alle Berufe gleichermaßen zur Hälfte von Männern und Frauen ausgeübt werden. Eine Quote wird gefordert, weil Frauen es im manchen Bereichen anscheinend immer noch schwerer haben in Führungspositionen aufzusteigen. Trotz vorhandener Qualifikation.

Und am Ende bekommt dann ein Mann die Führungsposition nicht, obwohl er besser qualifiziert ist, weil man sonst die Frauenquote nicht einhalten könnte. Das kann in Einzelfällen nicht funktionieren. Ich bin gegen die Frauenquote, aber nicht gegen Frauen in Führungspositionen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Aki am 03.September 2013, 15:56:11
Das ist im Einzelfall natürlich die Gefahr einer jeden Quote. Im Moment trifft aber regelmäßig das Gegenteil zu, nämlich dass die Frau benachteiligt wird. Jetzt kann man sich das kleinere Übel aussuchen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KalleRiedleIstDerBeste am 03.September 2013, 16:26:30
Das ist im Einzelfall natürlich die Gefahr einer jeden Quote. Im Moment trifft aber regelmäßig das Gegenteil zu, nämlich dass die Frau benachteiligt wird. Jetzt kann man sich das kleinere Übel aussuchen.

Ist das eigentlich beweisbar? Auch die Behauptung vieler Befürworter der Quote, dass bei gleicher Qualifikation angeblich Männer gegenüber Frauen bevorzugt werden. Ich will es nicht infrage stellen, sondern frage aus reinem Interesse. Für mich ist das irgendwie schwer vorstellbar, dass ein Arbeitgeber offen zugibt, dass für ihn das Geschlecht den Ausschlag bei der Einstellung gibt. Aber vielleicht gibt es da ja Statistiken oder Umfragen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 03.September 2013, 16:39:48
Tja, da ich kein Arbeitgeber bin kann ich ganz unverblümt sagen, warum ich lieber Männer in den Führungspositionen hätte: Karriereplannung hin oder her, Männer werden nur äußerst selten schwnager. Je nach Anforderungsprofil würde ich aber auch Frauen einstellen, weil sie Frauen sind. Finde ohnehin, dass eine Quote hier den Arbeitgeber zu sehr beschneiden würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 03.September 2013, 17:00:21
Eine mögliche Einkommensteuerpflicht, die an die deutsche Staatsbürgerschaft gekoppelt wird, soll sich doch am amerikanischen Modell orientieren und nicht zu einer Doppelbesteuerung führen. Steuern, die am ausländischen Wohnort gezahlt werden müssen, könnten voll auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet werden. Deutsche, die in Hochsteuerländern beispielsweise in Skandinavien leben, würden somit nichts zusätzlich zahlen. Die Grünen planen außerdem mit einem Freibetrag von 100.000 $ im Jahr, der für die meisten ausreichen sollte. Deutsche Spitzenverdiener, die ihren Hauptwohnsitz nach Monaco verlegt haben um Steuern zu sparen, müssten allerdings empfindlich draufzahlen.

Begründen kann man eine solche Besteuerung damit, dass gerade Spitzenverdiener, beispielsweise durch ihre Ausbildung in Deutschland, in der Vergangenheit überdurchschnittlich von durch Steuern finanzierte öffentliche Leistungen profitiert haben.

Abgesehen davon, dass ich nicht im Detail beurteilen kann, wie und ob sich das ganze praktisch umsetzen lässt, finde ich die Idee sehr sympatisch.

So klingt das schon ansprechender. Allerdings bleiben auch da noch Zweifel. Was ist mit den Menschen die zwar deutsche Staatsbürger sind aber ihre Ausbildung größtenteils im Auslang absolivert haben. Mit welcher Begründung möchte man solche besteuern ?
Was ist mit den Menschen die dann eine andere Staatsbürgerschaft annehmen um dem zu entgehen ?

Ich denke damit würde man nicht mehr Steuern generieren. Gerade für solchen mit wirklich viel Geld wird doch immer ein Weg angeboten. Erwischen würde es dann wohl überwiegend wieder nur solche die gerade so über dem Freibetrag liegen.

Ob das dann noch die Kosten und den Aufwand für die Umstellungen und Gesetzesänderungen rechtfertigt bleibt ebenso offen wie die Frage ob dadurch nicht einfach nur das Problem verlagert anstatt gelöst wird.

Vor einigen Jahren wurde mal groß und breit angekündigt, dass man alles soweit vereinfachen wölle um zukünftig die Steuererklärung auf einem Bierdeckel machen zu können. Ich warte heut noch auf die Vereinfachung dieser Bürokratie. Und bei diesen "Fähigkeiten" unser Steuresystem zu vereinfachen habe ich große bedenken was am Ende dabei rausskommt, wenn man eine so gravierende Umstellung vornehmen würde.

Thema Frauenquote:
Dazu fallen mir auch mehrere Szenarien ein die so eine Quote doch sehr in Frage stellen dürften.
Alleine schon der Gedanke, dass eine Frau in eine Position gehoben wird, nur weil es Vorgeschrieben ist und diese dann zwar die Position inne hat, aber überhaupt nicht mit den entsprechenden Aufgaben betraut wird, weil man sie insgeheim doch für nicht qualifiziert hällt. Ob das dann der Sinn der Sache ist.
Oder die Betriebe die es sich nicht "leisten können" eine Position quasi nur zwecks der Quote zu besetzen aber einfach keine ausreichend qualifizierte Frau auftreiben können und dann eine weniger geeignete person einsetzen müssen oder eben mit erhöhten Abgeben zu rechnen haben. Entsteht so nicht eine art Wettbewerbsverzerrung ?
Qualifikation für Posten in gehobenen Führungsebenen erreicht man eben nunmal nicht nur alleine durch Ausbildung.

Ich behaupte hier einfach mal, wenn es genügend Bewerberinnen auf eine bestimmte Position gibt und diese auch entsprechende Merkmale und Qualifikationen vorweisen können, dann werden auch mehr Frauen in solche Positionen eingestellt werden.

Vielleicht sollte man in dieser Richtung erst einmal entgülltig dafür sorgen, dass Frauen in selben Positionen wie Männer nicht automatisch weniger verdienen. Oder trifft das nicht mehr so zu ?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 03.September 2013, 17:11:15
Da bei dem Vorschlag des "Veggie-Days", einige eine Einschneidung ihrer Grundrechte sehen, wie wäre dies denn bei einer gesetzlichen Frauenquote?
Wäre dies nicht ebenso ein Eingriff in das Grundgesetz? Dort ist die freie Berufswahl verankert. Wenn ich allerdings meinen gewünschten Beruf nicht ausüben kann, weil von gesetzes wegen eine Frau diesen Posten übernimmt, nur um die Quote zu erfüllen, sehe ich eine Einschneidung in meinen Grundrechten. Da der jeweilige Arbeitgeber, seine Absage weder wirtschaftlich, noch strukturell begründen kann.

Außerdem würde man mit der gesetzlichen Frauenquote bspw. in "höheren" Berufen, direkt in die wirtschaftlichen Strukturen eines Unternehmens eingreifen. Die Entscheidungsgewalt, wer wo auf welchem Posten arbeitet, soll mMn dem Unternehmen selber überlassen sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 03.September 2013, 17:25:37
Da bei dem Vorschlag des "Veggie-Days", einige eine Einschneidung ihrer Grundrechte sehen, wie wäre dies denn bei einer gesetzlichen Frauenquote?
Wäre dies nicht ebenso ein Eingriff in das Grundgesetz? Dort ist die freie Berufswahl verankert. Wenn ich allerdings meinen gewünschten Beruf nicht ausüben kann, weil von gesetzes wegen eine Frau diesen Posten übernimmt, nur um die Quote zu erfüllen, sehe ich eine Einschneidung in meinen Grundrechten. Da der jeweilige Arbeitgeber, seine Absage weder wirtschaftlich, noch strukturell begründen kann.

Außerdem würde man mit der gesetzlichen Frauenquote bspw. in "höheren" Berufen, direkt in die wirtschaftlichen Strukturen eines Unternehmens eingreifen. Die Entscheidungsgewalt, wer wo auf welchem Posten arbeitet, soll mMn dem Unternehmen selber überlassen sein.
Ja, das ist einer der Gründe, warum ich strikt dagegen bin. Dass Betriebe ab Größe X Behinderte einstellen müssen ist ja noch okay und sinnvoll (wenn der Betrieb die entsprechenden Vorraussetzungen hat), aber zu sagen eine Quote von Mindestens X& Frauen in Position XY ist ein massiver Eingriff in die "unternehmerische Freiheit".

Was die Steuern betrifft: https://www.youtube.com/watch?v=ydn7eVqAWCY Mal wieder die Zaubersteuer. Man kanns eigentlich nicht oft genug posten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 04.September 2013, 15:31:16
Wie wäre mit ihm hier:

(https://fbcdn-sphotos-g-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn2/1185719_10201806211140800_583193778_n.jpg)


Nein, ernsthaft:

CDU/CSU, FDP und der rechte Rand sind absolut unwählbar, DIE LINKE ist für mich eine reine Oppositionspartei (in dieser Rolle aber wichtig!), die AfD zu dummdreist und die PIRATEN sind mir dann doch zu unseriös.

Bleiben realistisch gesehen die GRÜNEN und die SPD - was anderes habe ich mit einer Ausnahme eh noch nie gewählt...


PS: Die Ausnahme war damals die APPD und ich war laut Auszählungsübersicht in der Zeitung der einzige in meinem damaligen Wohnort, der die gewählt hat.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 04.September 2013, 16:47:56
Wölfi an die Macht!! :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 06.September 2013, 00:59:01
Ich war gestern in Gießen übrigens auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung.
Volker Bouffier entpuppte sich als begnadeter Redner, ich war schwer beeindruckt. Frau Merkel hingegen - nun, die Zeit wollte gar nicht vorbei gehen. Peer Steinbrück und Frtz-Rudolf Körper waren heute in Idar-Oberstein. Hätte ich das gewusst wäre ich in die Heimat gefahren, um mir auch von der Konkurrenz ein Bild zu machen.

Mir kam es allerdings so vor, als seien in Gießen nahezu nur Menschen gewesen, die die CDU nicht erst noch von sich überzeugen mussten. Neben Zahlreichen Merkel-Ultras waren aber auch jede Menge Klatschnomaden anwesend. Unglaublich nervig :D

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 07.September 2013, 11:47:15
http://www.gmx.net/themen/bundestagswahl/aktuell/42alvka-peer-steinbrueck-erpresst-putzfrau#.hero.Steinbr%C3%BCck%20wird%20erpresst.566.336 (http://www.gmx.net/themen/bundestagswahl/aktuell/42alvka-peer-steinbrueck-erpresst-putzfrau#.hero.Steinbr%C3%BCck%20wird%20erpresst.566.336)

Wegen einer angeblich schwarz beschäftigten Putzkraft vor ewigen Jahren wird Peer Steinbrück erpresst, seine Kanzlerkandidatur aufzugeben. Also langsam ist es echt albern. Was man alles versucht, um Politiker schlecht da stehen zu lassen im Wahlkampf. ???
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 07.September 2013, 13:07:02
Na das ist jetzt wieder eine der Meldungen die man glauben kann oder auch nicht, mit zig Möglichkeiten wie es zu der Meldung überhaupt gekommen sein könnte. Ich habe aus dem Artikel jetzt jedenfalls nicht entnehmen können woher die Bild die Geschichte hat.
Vielleicht ja von der SPD selbst...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 07.September 2013, 23:05:06
In diesem Thread sieht man das wahre Niveau und Intelligenz des Forums wohl am deutlichsten. Bisher nur 15,9 % für die CDU, Chapeau!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hank am 07.September 2013, 23:17:18
In diesem Thread sieht man das wahre Niveau und Intelligenz des Forums wohl am deutlichsten. Bisher nur 15,9 % für die CDU, Chapeau!

17% !
Ich musste das einfach korrigieren, da ich vollstes Vertrauen in Frau Merkel habe.

Ehrlich gesagt, keine Ahnung wen ich wählen soll. Ich hatte mal gehofft, dass die Piraten bedingt wählbar werden.. Vielleicht wie früher die Grünen - halt nur für IT-Themen. Aber man muss ja zu allen Themen was beitragen..  ::) Und dann der ganze Hickhack auf den Mitgliederversammlungen bzw. eigentlich immer. Damit unwählbar.

Ungültig machen? Aber dann kommt man eher in die Statistik "zu dumm zum Wählen"...

Die Wahlwerbung hier ist auch toll. "Für *Ortsname*", "Für Ihre Zukunft" oder "Für eine bessere Zukunft". Hat nur noch gefehlt, dass da irgendwo steht "Für Weltfrieden"..
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 07.September 2013, 23:23:48
Interessanter Test:
http://www.antenne.de/Mensch-Gesellschaft/Deutschland-vor-der-Wahl---Wie-kaeuflich-sind-die-Waehler__aktionen_729961_radio.html

69% der Testpersonen würden ihre Stimme für die anstehende Wahl an eine Partei verkaufen. Also nach dem Schema: Partei x zahlt dir eine Summe y und die gibst deine Stimme dieser Partei.


Im Prinzip heißt das doch nichts anderes, dass über die Hälfte der Teilnehmer bereit wären eines ihrer Grundrechte zu verkaufen. Ist die Schwäche unseres Systems also, dass wir uns unserer Grundrechte zu sicher sind und sie nicht mehr zu schätzen wissen? Wie würde mein ehemaliger Geschichtslehrer jetzt sagen: 'Damals sind da Menschen 'für gestorben!'

Ich kann aber die Stimmung nachvollziehen, wählen ist nichts Besonderes mehr, v.a. weil man oft nach der Wahl keine großen Veränderungen zu vorher wahrnimmt. Das System wird sich nicht ändern. Sind wir gefangen in der 'Demokratie', die sich langsam selbst abschafft, weil das Volk (also der eigentlich 'Herrschende' in diesem System) sich nicht mehr für das Regieren interessiert?

Hab letztens auch mit ein paar Studienkollegen diskutiert, wie es eigentlich aussieht, wenn die Wahlbeteiligung unter 50% fallen sollte - wie legitimiert sich dann die Regierung?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 07.September 2013, 23:27:16
69% würden ihre Stimme verkaufen?
Hat jemand nen Sack voll Kohle und gründet mit mir ne Partei?
Das Geld holen wir dann später über "Nebenjobs" wieder rein.

Ehrlich gesagt würde ich für eine angemessene Summe auch meine Stimme verkaufen. Letztlich ist es doch egal, wer genau den Karren an die Wand fährt. Das ist mein großen Problem aktuell. Ich hätte gerne noch die Wahloption "keinen davon" :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hank am 07.September 2013, 23:30:17
Wähl doch einfach die Partei Bibeltreuer Christen. Dann ändert sich sicher etwas.  :police:

Ich kann aber die Stimmung nachvollziehen, wählen ist nichts Besonderes mehr, v.a. weil man oft nach der Wahl keine großen Veränderungen zu vorher wahrnimmt.

Das ist doch der Grund warum immer weniger Leute wählen, es verändert sich kaum etwas bzw. gefühlt nichts.
Und man erfährt auch so recht wenig über Politik.
Worin unterscheiden sich eigentlich die großen Parteien?
Und warum sagt mir der Wahl-o-Mat, dass ich am meisten mit den Piraten und der NPD(!) übereinstimmen würde?  :'(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ryukage am 07.September 2013, 23:31:18
Ich würde White wählen, würde er eine Partei gründen :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 07.September 2013, 23:39:57
Und warum sagt mir der Wahl-o-Mat, dass ich am meisten mit den Piraten und der NPD(!) übereinstimmen würde?  :'(
Ich würde White wählen, würde er eine Partei gründen :)

Ehrlich gesagt würde ich für eine angemessene Summe auch meine Stimme verkaufen. Letztlich ist es doch egal, wer genau den Karren an die Wand fährt. Das ist mein großen Problem aktuell. Ich hätte gerne noch die Wahloption "keinen davon" :D


OMG, ich revidiere meine Meinung von vorher wohl doch  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ryukage am 07.September 2013, 23:41:42
Und warum sagt mir der Wahl-o-Mat, dass ich am meisten mit den Piraten und der NPD(!) übereinstimmen würde?  :'(
Ich würde White wählen, würde er eine Partei gründen :)

Ehrlich gesagt würde ich für eine angemessene Summe auch meine Stimme verkaufen. Letztlich ist es doch egal, wer genau den Karren an die Wand fährt. Das ist mein großen Problem aktuell. Ich hätte gerne noch die Wahloption "keinen davon" :D


OMG, ich revidiere meine Meinung von vorher wohl doch  :P

Warum? Meines Erachtens bringt White alles mit. White ist eine Ikone, ein Trend, ein Star im MTF. Was interessieren mich Merkels, Steinmeiers und Hastenichtgesehen? Ich will Leute wählen, die ich kenne. Hat Angela Merkel über 20.000 Beiträge? Nein? AHA!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.September 2013, 23:43:29
Wähl doch einfach die Partei Bibeltreuer Christen. Dann ändert sich sicher etwas.  :police:

Ich kann aber die Stimmung nachvollziehen, wählen ist nichts Besonderes mehr, v.a. weil man oft nach der Wahl keine großen Veränderungen zu vorher wahrnimmt.

Das ist doch der Grund warum immer weniger Leute wählen, es verändert sich kaum etwas bzw. gefühlt nichts.
Und man erfährt auch so recht wenig über Politik.
Worin unterscheiden sich eigentlich die großen Parteien?
Und warum sagt mir der Wahl-o-Mat, dass ich am meisten mit den Piraten und der NPD(!) übereinstimmen würde?  :'(
Ganz einfach : Sei gegen jede Quote, Autobahnmaut und Tempolimit, sowie für Datenschutz und auf einmal hast du 73% Übereinstimmung mit der NPD beim Wahl-o-Mat. Die anderen Parteien haben versagt, wenn die NPD diese Themen besetzen kann.
Des weiteren ist der Lobbyismus mittlerweile stärker als die Wähler. Das macht sich in den Wahlbeteiligungen bemerkbar. Man muss sich nur mal ansehen, was beim Thema Netzneutralität abgegangen ist, aber auch was jetzt in Sachen Geheimdienste von Politikern (Innenminister Friedrich und auch Hr. Pofalla) an Aussagen gemacht wurde.
Das ist eine ganz schwierige Situation, wenn die Menschen das Vertrauen in die Demokratie verlieren und das passiert hier gerade. Das passierte auch in der Weimarer Republik gegen Ende und niemand hatte die Republik gegen die Nazis verteidigt. Und die Politiker haben nichts daraus gelernt und rennen in die gleiche Falle wieder rein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 07.September 2013, 23:44:27
Und warum sagt mir der Wahl-o-Mat, dass ich am meisten mit den Piraten und der NPD(!) übereinstimmen würde?  :'(
Ich würde White wählen, würde er eine Partei gründen :)

Ehrlich gesagt würde ich für eine angemessene Summe auch meine Stimme verkaufen. Letztlich ist es doch egal, wer genau den Karren an die Wand fährt. Das ist mein großen Problem aktuell. Ich hätte gerne noch die Wahloption "keinen davon" :D


OMG, ich revidiere meine Meinung von vorher wohl doch  :P

Ich dachte eigentlich, dass sich die Nachricht durch sich selbst schon widerlegt hätte
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 07.September 2013, 23:47:12
Warum? Meines Erachtens bringt White alles mit. White ist eine Ikone, ein Trend, ein Star im MTF. Was interessieren mich Merkels, Steinmeiers und Hastenichtgesehen? Ich will Leute wählen, die ich kenne. Hat Angela Merkel über 20.000 Beiträge? Nein? AHA!

 :laugh: :laugh: :laugh:
Bitte hör auf, ich mach mir gleich in die Hose vor Lachen. Egal was du nimmst, du solltest die Dosis reduzieren....
Schlimm wäre es nur, wenn in deinem Beitrag keine Ironie wäre. Aber lustig allemal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 07.September 2013, 23:51:31
Bereitet euch schonmal auf die Whitetatur vor, einen treuen Wähler hab ich schonmal :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 07.September 2013, 23:53:01
Ich würde White nichtmal wählen wenn er eine Diktatur aufbauen würde... //Edit: Als ich den Satz schrieb waren die letzten 6 Posts noch nicht da. so passt das ganze nurnoch halb so gut.

Und ja. Beim wählen hat man mittlerweile halt echt die Wahl zwischen Öl-Lobbyisten, Atomkraft-Lobbyisten, oder splitterparteien die untragbar sind. und so kann man das auf viele Bereiche übernehmen. Pest, Cholera oder Vollidioten. Regen, Traufe, oder der Typ der ne Gießkanne für einen Regenschirm hält. Egal wie mans dreht und wendet, es wird nix gutes bei rumkommen. Und naja. Demokratie ist ja auch.... Naja... Es ist halt eine indirekte Demokratie, aber dass die aktuell Regierenden nicht die Mehrheitsmeinug eines Volkes widerspiegeln müssen. Letztendlich regiert die CDU. Die CDU kriegt bei 65-70% Wahlbeteiligung der Wahlberechtigten 30% der Stimmen. Das ist ein Bruchteil des Gesamtdeutschen Volkes, klar, repräsentativ ist es vermutlich die Meinung der meisten, und die die nicht wählen sind ja sowieso schuld und hier und da... Aber ich verstehe nicht wieso es bei Grundsatzentscheidungen, wie es zum Beispiel bei ACTA und Kollegen war, nicht einfach mal eine Volksabstimmung gibt. Klar, vielleicht sinkt dadurch die Wahlbeteiligung noch mehr, aber wenn die Leute so unzufrieden mit solchen Gesetzten sind, dass sie zu zigtausenden Wochenlang Demonstrieren, dann dürfte man doch auch davon ausgehen können das noch sehr viel mehr einmalig für ein paar Minuten ein Kreuzchen machen gehen. In Der Schweiz funktioniert das ja, und der enorme Verwaltungsaufwand dahinter ist für mich da einfach kein Argument.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ryukage am 08.September 2013, 00:00:36
Bereitet euch schonmal auf die Whitetatur vor, einen treuen Wähler hab ich schonmal :D

White Power :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hank am 08.September 2013, 01:00:07
Ganz einfach : Sei gegen jede Quote, Autobahnmaut und Tempolimit, sowie für Datenschutz und auf einmal hast du 73% Übereinstimmung mit der NPD beim Wahl-o-Mat. Die anderen Parteien haben versagt, wenn die NPD diese Themen besetzen kann.

Mist, ertappt. Also ist die NPD "meine" Partei, nur weil ich was gegen die Frauenquote, Autobahnmaut und Tempolimit sowie Videoüberwachung habe? Obwohl ich dafür bin, dass "Alle Kinder [...] ungeachtet ihres kulturellen Hintergrundes gemeinsam unterrichtet werden [sollen]." ? Der Wahl-O-Mat ist schon recht komisch.
Alles klar, ich geh dann mal die NPD wählen. Wahlproblem gelöst. Not.

White for President. Aber Konni wird Kanzler/in.  8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 08.September 2013, 01:50:05
Ich wollte Konni eigentlich als Außenminister. Henning wird Gesundheitsminister, Octa Bildungsminister und Don Beleidigungsminister.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 08.September 2013, 03:20:14
Was soll das denn du Schwachmat, für den Posten bin ich Hurenbock doch garnicht geeignet. Und sonst auch nur Vollpfosten. Da kannste ja gleich den Guttenberg für die Qualitätssicherung holen. Und den Loddar für Enthaltsamkeit. Und den Bohlen für Gute Musik.

Entschuldigt bitte das Offtopic hier. Musste sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 08.September 2013, 09:44:50
Interessanter Test:
http://www.antenne.de/Mensch-Gesellschaft/Deutschland-vor-der-Wahl---Wie-kaeuflich-sind-die-Waehler__aktionen_729961_radio.html

69% der Testpersonen würden ihre Stimme für die anstehende Wahl an eine Partei verkaufen. Also nach dem Schema: Partei x zahlt dir eine Summe y und die gibst deine Stimme dieser Partei.


Im Prinzip heißt das doch nichts anderes, dass über die Hälfte der Teilnehmer bereit wären eines ihrer Grundrechte zu verkaufen. Ist die Schwäche unseres Systems also, dass wir uns unserer Grundrechte zu sicher sind und sie nicht mehr zu schätzen wissen? Wie würde mein ehemaliger Geschichtslehrer jetzt sagen: 'Damals sind da Menschen 'für gestorben!'

Ich kann aber die Stimmung nachvollziehen, wählen ist nichts Besonderes mehr, v.a. weil man oft nach der Wahl keine großen Veränderungen zu vorher wahrnimmt. Das System wird sich nicht ändern. Sind wir gefangen in der 'Demokratie', die sich langsam selbst abschafft, weil das Volk (also der eigentlich 'Herrschende' in diesem System) sich nicht mehr für das Regieren interessiert? [...]

... und mindestens 50% der Befragten, reden von der "Bananenrepublik Deutschland", sind allerdings selbst kein Deut besser. Diese allgemeine Bigotterie in unserem Land geht mir schon seit längerem auf den Senkel. Ich stelle einfach mal in den Raum, dass jeder mindestens einen Missstand in unserer Republik bzw. global nennen kann. Davon aber der kleinste Teil, auch wirklich einen Lösungsvorschlag parat hätte oder - in einer vergleichbaren Position - genauso handeln würde, wie es "die da oben" machen.
 
Ich denke auch, dass eines unserer größten politischen Probleme, nicht die Politikverdrossenheit an sich ist, sondern eine langsam schleichende Demokratieverdrossenheit.
Vielleicht weil die Leute, in ihrem Alltag erleben, dass es besser ist, wenn eine einzelne Person die Richtung vorgibt, anstatt in längeren demokratischen Prozessen, gemeinsam auf einen Nenner zu kommen. Vielleicht aber auch, weil der Mensch an sich für eben solche - zum Teil sehr langatmigen - demokratischen Prozesse nicht geschaffen ist. Aber das wäre ein anderes Thema.
Die Parteien spielen dabei ebenso eine große Rolle. Schaut man sich bspw. den diesjährigen Wahlkampf an, kommt man zu der Erkenntnis, dass gar keiner stattgefunden hat. Dabei ist diese "heiße Phase" einer Legislaturperiode, die perfekte Gelegenheit für die Oppositionsparteien, die Bevölkerung auf die Verfehlungen der Regierung aufmerksam zu machen und gleichzeitig eigene konstruktive Lösungen vorzuschlagen. Dabei fällt mir nicht ein Thema ein, bei welchem dies auch wirklich gelungen ist. Der Ottonormalverbraucher vertraut der Opposition, dass diese der Regierung auf die Finger schaut. Dies scheint allerdings nur geringfügig stattgefunden zu haben, ansonsten hätte man sicherlich mehr im Repertoire gehabt. Denn das diese Regierung nicht perfekt gearbeitet hat, steht außer Frage.
Und wenn schon ein solch wichtiges demokratisches Element dermaßen versagt, darf man zweifeln, inwiefern die Demokratie noch vollkommen ausgelebt wird.

Hab letztens auch mit ein paar Studienkollegen diskutiert, wie es eigentlich aussieht, wenn die Wahlbeteiligung unter 50% fallen sollte - wie legitimiert sich dann die Regierung?

Die Regierung legitimiert sich doch, über die tatsächlich Wählenden und nicht über die insgesamt Wahlberechtigten. Leute, welche nicht zur Wahl gegangen sind, fallen dabei einfach unter den Tisch bzw. ihnen wird nachgesagt, sie seien mit dem Status quo zufrieden.


[...] Die CDU kriegt bei 65-70% Wahlbeteiligung der Wahlberechtigten 30% der Stimmen. Das ist ein Bruchteil des Gesamtdeutschen Volkes, klar, repräsentativ ist es vermutlich die Meinung der meisten, und die die nicht wählen sind ja sowieso schuld und hier und da..[...]

Aber sind solche eher geringen Mehrheitsverhältnisse nicht beruhigend?
Mir ist es so lieber, anstatt einer Koalition (oder womöglich eine alleinige Partei), mit 70% der Stimmen. Dann wäre garantiert, dass diese Machtfülle, für undemokratische Entscheidungen missbraucht wird, eben mit der Begründung der überwältigenden Legitimität durch die Wähler.

[...] Aber ich verstehe nicht wieso es bei Grundsatzentscheidungen, wie es zum Beispiel bei ACTA und Kollegen war, nicht einfach mal eine Volksabstimmung gibt.[...]

Ich persönlich bin gegen eine Volksabstimmung auf Bundesebene.
Zum einen, wird damit der ohnehin enorme Einfluss der Medien auf die Politik zunehmen und damit einhergehend Tür und Tor, für Manipulationen einer solchen Abstimmung geöffnet; und zum anderen, halte ich den größten Teil der Bevölkerung, für nicht in der Lage, komplexe politische Entscheidungen zu analysieren und nachhaltig fundiert zu entscheiden, da das hierfür notwendige Wissen fehlt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 08.September 2013, 12:04:43
@ J Conway :
Wer sich nicht von Lobbyisten beeinflussen und bestechen lässt, ist in den etablierten Parteien ganz schnell weg vom Fenster. Und ich bin nicht demokratieverdrossen, sondern politikverdrossen. Ich halte Demokratie für gut, bezweifle aber, dass der Parteienstaat und der Lobbyismus eine wirkliche Demokratie sind. Es kommt mir eher wie eine Oligarchie vor und vielen Menschen in Deutschland geht es genauso. Daher sollte man auch nicht mit dem erhobenen Finger auf Russland und Putin schauen, wenn es hier subtiler schon fast genausoweit gekommen ist.
Im Grunde genommen sammeln die alle 4 Jahre ein paar Kreuzchen und machen dann eh, was sie wollen. Das ist das Problem und es ließe sich lösen. Bei Korruption und Lobbyismus müsste man Parteien auflösen und es dürfte keine Parteienfinanzierung außer durch Wählerstimmen geben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Picard2606 am 09.September 2013, 13:41:05
Naja, der Nationalstaat als Modell befindet sich (meiner Meinung nach endlich) in Auflösung. Grobe politische Richtungsentscheidungen werden im globalem Rahmen getroffen. Ich kann meinen Staat heute nicht mehr unabhängig vom Weltmarkt und der ökonomischen und militärischen Weltpolizei führen. In Europa haben wir das Gebilde "EU" , das die Richtung vorgibt, mittlerweile bis auf die nationale Verfassungsebene (Fiskalpakt, ESM etc..).

Ich habe das Gefühl das der Bürger diese Entwicklung noch nicht richtig begriffen hat bzw. denkt, er kann sie umkehren. Dementsprechend ist er frustriert, wenn Parteien, sobald sie an der Macht sind, ihre zuvor großartigen Pläne nicht mehr umsetzen. Gleichzeitig besteht immer noch der naive Glaube an das "Kreuzchen machen und dann 4 Jahre beruhigt in die Toskana fahren". Ist auch praktisch, dann muss ich mein eigenes Konsum- und Sozialverhalten nicht mehr überdenken und bin von der Informationspflicht befreit, vor allem dann, wenn sie über den Horizont der eigenen Interessen und des eigenen Dörfchens hinausgeht. Ich habe ja "richtig gewählt".

Dementsprechend ist es für die Lobbys auch sehr einfach, Meinungen zu beeinflussen, solange die Mehrheit sich eh nicht interessiert. Was für einen Knall es gibt, wenn mal das Gegenteil passiert, war am Beispiel Pelzig - Petition gegen Wasserprivatisierung gut zu sehen. Wenn der "Kunde und Wähler" ausnahmsweise mal auf den Tisch haut, zuckt die Politik sofort zusammen.

Lobbyismus per se ist ja nichts falsches, es bräuchte nur eine breite "Gegenlobby" aus der Bevölkerung, die jeden Schritt der Politik wachsam beäugt. Solange aber die breite Mehrheit sich mit "BILD" und "Spiegel" sowie "Tagesschau" zufrieden gibt, wird sich so eine Massenbewegung kaum zusammenfinden.

Der Bürger muss begreifen, daß die Demokratie auf europäischer Ebene noch erkämpft werden muss, und das teilweise gegen die engstirnigen Interessen der Clowns, die sich hier national zur Wahl stellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: FM-Fuchs am 09.September 2013, 22:54:12
http://www.abgeordnetenwatch.de/

Hier nochmal ne gute Seite wo man auch die Kandidaten aus seinem Wahlkreis mit seinen Meinungen vergleichen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Veilchen blühen ewig am 15.September 2013, 11:52:01
Für alle SPD Wähler, welche leider noch immer nicht zur Einsicht kommen. Nicht dass es Alternativen gäbe. Vielleicht die Linke, das Wahlprogramm sieht doch recht gut aus.

http://www.youtube.com/watch?v=Ph-vHNUBUdc

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 15.September 2013, 12:40:29
Vielleicht die Linke, das Wahlprogramm sieht doch recht gut aus.

Ja, sicher. Da können wir Deutschland auch gleich selbst kaputt machen, bevor wir den kommunistischen Sauhaufen wählen. :-X
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Veilchen blühen ewig am 15.September 2013, 12:51:16
Schon klar dass die nicht über Nacht ein Land regieren können, aber ~20% linker Gesinnung, würde euch in Deutschland auch nicht schaden.

Wenn man sich ansieht was unter den Sozialdemokraten in unser beider Länder so alles gelaufen ist, ich wähle sie schon länger nicht mehr. Und ich bin von der Gesinnung irgendetwas zw. Sozialist und Kommunist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tomminator4real am 15.September 2013, 12:56:14
Vielleicht die Linke, das Wahlprogramm sieht doch recht gut aus.

Ja, sicher. Da können wir Deutschland auch gleich selbst kaputt machen, bevor wir den kommunistischen Sauhaufen wählen. :-X

approved  :laugh:   Wobei ich ja die Hoffnung habe, dass wenn irgendwann die Linke mit der SPD zusammenregieren sollte, sich erstere Partei zersplittert und in den Niederungen der Parteienlandschaften verschwindet :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Picard2606 am 15.September 2013, 17:37:51
Weil die Einheitspartei mit 4 Flügeln ja bisher auch nichts "kaputt gemacht" hat, gell?

Viele der heutigen Forderungen der Linken (z.B. Rückkehr zum Spitzensteuersatz von 53%) waren in den 80ern übrigens politischer Mainstream und wurden auch von der CDU und den linksliberaleren Flügeln der FDP (ja, sowas gabs) getragen.
Genauso wie der heute übliche und als Allheilmittel propagierte Lonhdumpings- und Privatisierungswahn nur von wenigen ökonomischen Vollflöten propagiert wurde, die man nicht ernst nahm.

"Kommunistisch" ist am Programm der Linken nichts. Es mag naiv, teils linkspopulistisch sein. Aber es ist eine Alternative und ich würde mir die Linke deswegen in einer Regierung wünschen, damit SPD und Grüne Dinge wie Mindestlohn oder Vermögenssteuer auch tatsächlich umsetzen. Zudem erhoffe ich mir von so einem Linksbündnis eine rationalere Europapolitik, die nicht davon getrieben wird, sich hierzulande weiter als Verteidiger der "nationalen Interessen" feiern zu lassen.

Aber ich stelle mich mental schon darauf ein, daß es dem Deutschen am Sonntag um die Verteidgung seiner (eingebildeten) nationalen wirtschaftspolitischen Herrlichkeit gegen die bösen "Bürokraten aus Brüssel"  und die ganzen "Sozialschmarotzer" gehen wird, zudem darum, daß weiterhin ungestört und ohne Hintergedanken gerast und gefressen werden kann.

Damit will ich übrigens nicht unterstellen, daß jeder, der die Linke ablehnt, so denkt - ich kann es aus historischen Gründen sogar verstehen. Als "neutraler Beobachter", der nicht mitwählen darf (aber seit 12 Jahren hierzulande wohnt), sehen ich allerdings in ihrem Programm keinen Untergang des Abendlandes und auch keine drohende Staatswirtschaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 15.September 2013, 18:07:06
Schlecht: Absolute Mehrheit.
Gut: FDP raus.

Diesem Drecks-Zeil gönne ich es am meisten. Dieser Kubikunsympath.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 15.September 2013, 18:35:11
Ich mag Seehofer nicht und finde eine absolute Mehrheit von einer Partei nicht förderlich. Aber Bayern ist eben CSU-verseucht-affin und das wird der CDU und FDP nächste Woche Aufwind geben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 15.September 2013, 18:36:47
Der FDP Aufwind? *hust* Ich denke die werden nun der CDU die Stimmen klauen und am Ende heißt es Schwarz - Rot!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zuzu am 15.September 2013, 19:49:25
Ich glaube auch nicht an eine schwarz-gelbe Mehrheit. Hat aber Steinbrück nicht gesagt, dass eine große Koalition nicht in Frage kommt? Wie groß stehen denn die Chancen für Rot-Rot-Grün?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 15.September 2013, 19:54:31
Vorher sagt natürlich niemand der SPD, dass man eine große Koalition in Betracht zieht. Das wäre für die meisten Bürger vielleicht das beste, aber für die Partei wohl der Vorbote für ein katastrophales Wahlergebnis, dann gehen weniger wählen oder wählen die extremen Parteien oder gleich die CDU. Und natürlich schließt man derzeit bei den Sozialdemokraten auch ein Bündnis mit den Linken aus, da es starke inhaltliche Differenzen gibt. Aber das ist nichts, was man nicht ausgleichen könnte. Wenn die Macht winkt, ist vieles möglich.
Und wenn Steinbrück für sich die große Koalition ausschließt, kann es diese bei passendem Wahlergebnis ja dennoch geben. Dann tritt Steinbrück wie damals Schröder in den Hintergrund und übernimmt keinen wichtigen Posten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Strickus am 15.September 2013, 20:03:52
Ich denke eher das man wenn man in eine grosse Koalition muss, 2 Monate warten wird bis die Basis unruhig wird um dann zu den Linken umzuschwenken und rot-rot-grün möglich machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 15.September 2013, 20:11:27
Ich denke eher das man wenn man in eine grosse Koalition muss, 2 Monate warten wird bis die Basis unruhig wird um dann zu den Linken umzuschwenken und rot-rot-grün möglich machen.

Meiner Meinung nach liegst du da falsch. Eher verzichtet die SPD-Spitze auf die Kanzlermacht, als dass sie sich inhaltlich auf die Linke zubewegt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Strickus am 15.September 2013, 20:14:51
Ich denke eher das man wenn man in eine grosse Koalition muss, 2 Monate warten wird bis die Basis unruhig wird um dann zu den Linken umzuschwenken und rot-rot-grün möglich machen.

Meiner Meinung nach liegst du da falsch. Eher verzichtet die SPD-Spitze auf die Kanzlermacht, als dass sie sich inhaltlich auf die Linke zubewegt.

Abwarten, wenn die basis erstmal unruhig wird in der grossen Koalition weil man nur Juniorpartner ist, kann das ganz schnell gehen. Linkstendenzen in der SPD sind ja da.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 15.September 2013, 20:20:15
Diese "Horrormärchen" von wegen rot-rot-grün werden gerne beschworen. Für mich aber völlig unrealistisch, weil zumindest die Grünen unter Göring-Eckardt da nicht mitmachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 15.September 2013, 20:23:34
Die erzählen doch allöe schön konsequent, dass es nicht in Frage kommt. Für mich heißt das im Umkehrschluss, dass wenn sie damit regeiren können, es sofort gemacht wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 15.September 2013, 20:30:25
Ich denke eher das man wenn man in eine grosse Koalition muss, 2 Monate warten wird bis die Basis unruhig wird um dann zu den Linken umzuschwenken und rot-rot-grün möglich machen.

Meiner Meinung nach liegst du da falsch. Eher verzichtet die SPD-Spitze auf die Kanzlermacht, als dass sie sich inhaltlich auf die Linke zubewegt.

Abwarten, wenn die basis erstmal unruhig wird in der grossen Koalition weil man nur Juniorpartner ist, kann das ganz schnell gehen. Linkstendenzen in der SPD sind ja da.

Natürlich gibt es diese Linkstendenzen, aber nur in der Basis. Die Führungsebene dagegen ist teilweise eher gegen eine fortschrittlichere und sozialere Politik, weshalb eine Aufgabe der Kanzlermacht wahrscheinlich ist. Siehe 2005 Schröder, der lieber abdankte, als dass er die neoliberale Politik sozialer gestaltete.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Romario am 15.September 2013, 20:35:01
Viel schlimmer als die Linke sind doch die Grünen in dieser Koalition. ??? Na wird eh Große Koalition. 8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 15.September 2013, 20:54:37
Viel schlimmer als die Linke sind doch die Grünen in dieser Koalition. ??? Na wird eh Große Koalition. 8)

Genau so sehe ich es auch. Ich beziehe mich nun nur auf die Energiepolitik, zu den Steuer- und Rentenplänen habe ich noch zu wenig belesen.
Wenn ich immer das Geschwafel mit dem "weg von der Kohle, hin zu den erneuerbaren Energien" höre, dann muss ich umschalten. Vielleicht liegt es daran, dass ich aus eine Region komme, wo Vattenfall mit seinen Kohlekraftwerken die meisten sicheren Arbeitsplätze stellt und auch mein Vater uns wegen der Braunkohle ernähren konnte/kann, aber ich finde, man sollte die neuen Energieformen durchaus formen, aber nicht die alten Energieformen abschalten. Kohle und auch Atomenergie versorgen uns mit sicherem Strom und das seit Jahrzehnten. Nur weil es in Fukushima eine Katastrophe gab, muss man nicht immer den Teufel an die Wand malen. Wenn in unseren Nachbarländern, wo Atomkraft weiterhin gefördert wird, ein Supergau passiert, haben wir verloren, auch wenn bei uns die Atomkraftwerke stillgelegt wurden. Und bei der Kohle nützt es nichts, wenn nur Deutschland aussteigt, wo doch viel größere Länder (und "Klimakiller") sich einen Dreck um sowas scheren. Deshalb bin ich auch gegen den Atomausstieg und gegen sowas wie eine EEG-Umlage oder Vorfahrt für erneuerbare Energien bei der Einspeisung in die Stromleitungen.
Umweltschutz kann man auch übertreiben und die Grünen tun dies. Deshalb ist diese Partei genauso unwählbar wie die NPD für mich. Außerdem stellen sie selbst kaum eigene Programme vor, sondern kupfern bei SPD/Linken ab und sind meistens nur am Kritisieren der bisherigen Regierung. Eigene Lösungsvorschläge hört man selten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Veilchen blühen ewig am 15.September 2013, 21:08:32
oder Vorfahrt für erneuerbare Energien bei der Einspeisung in die Stromleitungen.

Technisch gesehen ist es halt nicht anders machbar. Bei Kernkraftwerken kann man den Energieoutput steuern, bzw. ins leere Laufen lassen, bei Windrädern und Photo Voltaik, muss man den Strom irgendwohin verfrachten.

Erneuerbare Energiequellen sind die Zukunft, leider hinken wir bei der Energiespeicherung hinterher. Die Menge welche ihr in der Nord und Ostsee an windigen Tagen erzeugt, muss halt auch verbraucht werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 15.September 2013, 22:20:10
Ich werde nächste Woche wohl die PARTEI wählen. Daher konnte ich auch noch nicht an der Umfrage teilnehmen. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 15.September 2013, 22:22:51
die PARTEI ist ein heißer Kandidat. Ich entwickele so langsam einen Plan wie ich meine Stimmen verteile.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 16.September 2013, 02:29:32
Genau so sehe ich es auch. Ich beziehe mich nun nur auf die Energiepolitik, zu den Steuer- und Rentenplänen habe ich noch zu wenig belesen.
Wenn ich immer das Geschwafel mit dem "weg von der Kohle, hin zu den erneuerbaren Energien" höre, dann muss ich umschalten. Vielleicht liegt es daran, dass ich aus eine Region komme, wo Vattenfall mit seinen Kohlekraftwerken die meisten sicheren Arbeitsplätze stellt und auch mein Vater uns wegen der Braunkohle ernähren konnte/kann, aber ich finde, man sollte die neuen Energieformen durchaus formen, aber nicht die alten Energieformen abschalten. Kohle und auch Atomenergie versorgen uns mit sicherem Strom und das seit Jahrzehnten. Nur weil es in Fukushima eine Katastrophe gab, muss man nicht immer den Teufel an die Wand malen. Wenn in unseren Nachbarländern, wo Atomkraft weiterhin gefördert wird, ein Supergau passiert, haben wir verloren, auch wenn bei uns die Atomkraftwerke stillgelegt wurden. Und bei der Kohle nützt es nichts, wenn nur Deutschland aussteigt, wo doch viel größere Länder (und "Klimakiller") sich einen Dreck um sowas scheren. Deshalb bin ich auch gegen den Atomausstieg und gegen sowas wie eine EEG-Umlage oder Vorfahrt für erneuerbare Energien bei der Einspeisung in die Stromleitungen.
Umweltschutz kann man auch übertreiben und die Grünen tun dies. Deshalb ist diese Partei genauso unwählbar wie die NPD für mich. Außerdem stellen sie selbst kaum eigene Programme vor, sondern kupfern bei SPD/Linken ab und sind meistens nur am Kritisieren der bisherigen Regierung. Eigene Lösungsvorschläge hört man selten.

Schön, dass Vattenfall deinem Vater einen Arbeitsplatz gibt. Weniger schön ist, dass Braunkohlekraftwerke Unmengen an Schadstoffen in die Luft pusten, Flüsse erwärmen (falls keine Kühltürme vorhanden sind), radioaktive Stoffe durch die Verbrennung freisetzen und immens grosse Landflächen verbrauchen und verwüsten. Ich sehe ehrlich gesagt keinen Grund, warum man weiterhin noch Kohle abbauen sollte, wenn dann mal alternativ gewonnene Energien zur Verfügung stehen. Auch die Atomenergie kann gern in der Versenkung verschwinden, auch wenn es bisher in Deutschland hier noch keine gefährlichen Vorkommnisse gab. Für mich ist es völliger Schwachsinn eine Energiegewinnungsform zu fördern, deren Abfallprodukte hochgiftig, strahlend und somit lebensgefährlich sind und dies auch Jahrtausende bleiben. Von "sicherem Strom" kann keine Rede sein.
Wenn in einem Nachbarland ein Meiler hochgeht, könnten wir auch betroffen sein ... stimmt. Aber das ist doch kein Argument "pro Atomkraft" sondern dagegen. Niemand braucht (bald) AKWs (mehr). Es gibt schon mehr als genug atomare Abfälle, die irgendwo weggekippt oder vebuddelt wurden. Die französische Wiederaufbereitungsanlage "La Hague", darf pro Tag z.B. 400 Kubikmeter radioaktives Wasser in den Ärmelkanal leiten und am Tag fallen weltweit 12.000t radioaktiver Abfall an. Wenn man sich der Gefährlichkeit dieser Abfälle bewusst ist, dann noch Berichte über den schlimmen Zustand des Endlagers Asse liest oder erfährt, dass der blosse Erhalt des Salzstocks Gorleben 22 Mio € pro Jahr kostet (die Abwicklung von Asse 2 Millarden), muss man sich doch fragen, warum über die Kernkraft überhaupt noch nachgedacht wird. Wegen den paar Arbeitsplätzen oder dem Gewinn einiger Unternehmen soviel Risiko auf sich nehmen? Zudem: der Vorrat an spaltbarem Material ist begrenzt: je nach Preisentwicklung werden die Uranreserven in 25 bis 47 Jahren verbraucht sein.
Es nützt auch etwas, wenn Deutschland Kohlekraftwerke schliesst, denn wir haben dann keine Dreckschleudern mehr in unserem Land. Andere Länder blasen zwar weiterhin ihren Abfall in die Luft, aber auch die werden noch vernünftig werden (müssen). Selbst China wacht ja langsam auf.

Man kann ja über die Grünen denken was man will und man muss sie auch nicht gut finden, aber zu behaupten, dass sie kaum eigene Programme vorstellen, eigentlich alles bei der Linken/der SPD abkupfern und nur an der Regierung herummäkeln (was übrigens jede Oppositionspartei macht), ist hanebüchen!

Übrigens: CDU: "Die deutsche Umweltwirtschaft und -technologie belegt weltweit den Spitzenplatz. Um den Klima und Umweltschutz weiter voranzubringen, wollen wir diese führende Rolle noch weiter ausbauen. Das schafft Arbeitsplätze. Umwelttechnologien stärken so unsere Wirtschaft und helfen, knappe Rohstoffe und Energie einzusparen." Das hört sich nicht nach Ausbau von AKWs und Liebe zu Kohlekraftwerken an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: smedhult am 16.September 2013, 08:36:51
Kurz zur Kohlekraft:

Ich stimme wrdlbrmft vollkommen zu. Dazu kommt, das Kohlekraftwerke den Strom für den Kunden verteuern, da die EEG-Umlage sich bei mehr Kohlestrom erhöht.

Zu den Wahlen:

Als Außenstehender muss ich sagen, das Wahlkämpfe in Deutschland immer platter und langweiliger werden. Das CDU-Wahlprogramm kann man mit einem Wort zusammenfassen, und zwar mit "Angie". Die SPD hat schon vor Wahlkampfbeginn aufgegeben Merkel von der Spitze verdrängen zu wollen. Die Sozialdemokratie leidet nach wie vor an einem massiven Glaubwürdigkeitsproblem. Leute wie Steinbrück, Gabriel oder Steinmeier die die Neoliberalisierung der SPD mitgetragen haben, wollen nun den Turnaround, sehr unglaubwürdig.

Ich finde es auch nicht nachvollziehbar, das Grüne und SPD nicht einmal mit der Linken sprechen wollen, selbst wenn es rechnerisch zu einer rot-rot-grünen Koalition reichen würde. Zeugt für mich nicht unbedingt von der Absicht wirklich etwas ändern zu wollen.

Es läuft alles auf eine große Koalition hinaus, und vier weitere Jahre unter Merkel.  :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 16.September 2013, 09:07:47
Vor allem bin ich sowas von froh, wenn diese Wahlen vorbei sind. Dann muss ich wenigstens mit niemandem mehr über Politik reden.
Wenn ich noch länger diese neoliberalen pseudo-Argumente a la "Mindestlohn macht meinen frisörbesuch doch unbezahlbar", diese penetrante anti-Steuererhöhungs-Propaganda auf die die Leute auch noch massenhaft abfahren, dieses permanente stumpfe Grünen-Veggie-Day-bashing, dieses FDP "Einheitsschulen"-Kampfgelaber, dieses "wer die spitze der Gesellschaft schwächt macht sie als ganzes nicht stärker" - Gerede oder Behauptungen wie "Merkel hatte im Duell viel mehr Argumente, das sieht man schon daran, dass sie länger geredet hat" und so weiter höre, werde ich wahnsinnig.
Übrigens sehe ich das mit der Kohle und Atomkraft genauso.
Der gesamte CDU Wahlkampf besteht darin, Merkel Phrasen dreschen zu lassen - dass das reicht macht die Sache weiß Gott nicht besser.
Freuen wir uns einfach auf Merkels "heute war ein guter Tag für Deutschland, für Hessen und für sämtliche niedriglohnunternehmen" damit das ein Ende hat.

So: viel Spaß beim drüber herfallen. Ich weiß, dass das größtenteils etwas, ääääähm...voreingenommen und ööööhm...unsachlich formuliert ist, aber es musste mal sein.
Vielen dank für euer Verständnis (ich hab übrigens, auch wenn sich vielleicht dieser Eindruck aufdrängt, nichts gegen andere Meinungen-mir geht nur diese allgegenwärtige Stumpfheit kolossal auf die Nerven!).  ;)

Edit: diese rot-rot-Grün Verweigerung verstehe ich auch nicht. Zwar sind außenpolitisch einige Differenzen da, innenpolitisch besteht aber zumindestdem Programm nach eine große Ähnlichkeit.

Edit 2: und dann steht dieser NPD Verschnitt von "Alternative" auch noch bei vier Prozent, Tendenz steigend...(dass hier immerhin zwei Leute, wenn das ernst gemeint war, NPD wählen, bessert meine Laune jetzt auch nicht wirklich).

In diesem Sinne: es gibt tausend gute Gründe, auf dieses Land stolz zu sein...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 16.September 2013, 16:36:45
Edit 2: und dann steht dieser NPD Verschnitt von "Alternative" auch noch bei vier Prozent, Tendenz steigend...(dass hier immerhin zwei Leute, wenn das ernst gemeint war, NPD wählen, bessert meine Laune jetzt auch nicht wirklich).

Ich habe es eben auch gelesen und wollte es hier schreiben ;)
Damit werden die ziemlich sicher, in den Bundestag einziehen. "Gute Nacht, Deutschland", kann ich da nur sagen!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 16.September 2013, 17:26:21
Ich persönlich habe mich nicht rechtzeitig zur Briefwahl angemeldet und da ich auch nicht wirklich eine starke Meinung habe werde ich nicht wählen. Wenn ich allerdings höre, das die NPD tatsächlich eine Chance bekommt in den Bundestag einzuziehen ärgere ich mich, dass ich so entschieden habe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 16.September 2013, 17:49:10
Ich persönlich habe mich nicht rechtzeitig zur Briefwahl angemeldet und da ich auch nicht wirklich eine starke Meinung habe werde ich nicht wählen. Wenn ich allerdings höre, das die NPD tatsächlich eine Chance bekommt in den Bundestag einzuziehen ärgere ich mich, dass ich so entschieden habe.

Nicht die NPD wird einziehen, sondern anscheinend die AfD (Alternative für Deutschland) mit ihrem Anti-Euro-Kurs. Aber das sind Themen, die schlagen bei manchen Menschen an, viele haben das Gefühl, dass in DM-Zeiten alles besser bzw. günstiger war (teilweise stimmt das, aber nicht auf alles bezogen).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 16.September 2013, 18:25:37
Ich persönlich habe mich nicht rechtzeitig zur Briefwahl angemeldet und da ich auch nicht wirklich eine starke Meinung habe werde ich nicht wählen. Wenn ich allerdings höre, das die NPD tatsächlich eine Chance bekommt in den Bundestag einzuziehen ärgere ich mich, dass ich so entschieden habe.

Nicht die NPD wird einziehen, sondern anscheinend die AfD (Alternative für Deutschland) mit ihrem Anti-Euro-Kurs. Aber das sind Themen, die schlagen bei manchen Menschen an, viele haben das Gefühl, dass in DM-Zeiten alles besser bzw. günstiger war (teilweise stimmt das, aber nicht auf alles bezogen).

Ah, jetzt habe ich es auchmal richtig gelesen. Sollte das nächste mal aufmerksamer sein bevor ich poste. Leider wird manchmal halt auch ein kausal Zusammenhang hergestellt wo keiner ist. Zumal die Inflation wenn vorhanden ja auch im Rahmen ist. Ist halt schwieriger an die langfristigen Konsequenzen zu denken ist ja nicht gerade so, dass man durch ne Wiedereinführung der DM die Zeit zurückdrehen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 16.September 2013, 18:27:53
Ich persönlich habe mich nicht rechtzeitig zur Briefwahl angemeldet und da ich auch nicht wirklich eine starke Meinung habe werde ich nicht wählen. Wenn ich allerdings höre, das die NPD tatsächlich eine Chance bekommt in den Bundestag einzuziehen ärgere ich mich, dass ich so entschieden habe.
Nicht wählen zu gehen, halte ich für die schlechteste Lösung. Das Recht, frei, geheim und allgemein wählen zu dürfen, existiert zwar für die meisten von uns schon seit unserer Geburt, doch ich sehe es als eine Bürgerpflicht an, seine Stimme abzugeben. Und wenn man nur zur Wahlurne geht und ungültig wählt. Jeder Nichtwähler darf sich am Ende nicht darüber aufregen, wenn eine ihm unliebsame Politik betrieben wird. Natürlich ist das Abgeben des Stimmzettels nur einer von vielen Möglichkeiten, Einfluss auf die aktuelle Politik zu nehmen, aber dennoch sollte man sein Stimmrecht nicht einfach so wegwerfen.

Gerade für Nichtwähler bieten sich ja durchaus auch Alternativen. In manchen Bundesländern gibt es zum Beispiel die Partei der Nichtwähler, die man in so einem Fall wählen könnte. Oder es bleibt wie beschrieben die Option der ungültigen Wahl.

Bitte geht also wählen, sofern ihr dazu berechtigt seid!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 16.September 2013, 18:35:16
Ich persönlich habe mich nicht rechtzeitig zur Briefwahl angemeldet und da ich auch nicht wirklich eine starke Meinung habe werde ich nicht wählen. Wenn ich allerdings höre, das die NPD tatsächlich eine Chance bekommt in den Bundestag einzuziehen ärgere ich mich, dass ich so entschieden habe.
Nicht wählen zu gehen, halte ich für die schlechteste Lösung. Das Recht, frei, geheim und allgemein wählen zu dürfen, existiert zwar für die meisten von uns schon seit unserer Geburt, doch ich sehe es als eine Bürgerpflicht an, seine Stimme abzugeben. Und wenn man nur zur Wahlurne geht und ungültig wählt. Jeder Nichtwähler darf sich am Ende nicht darüber aufregen, wenn eine ihm unliebsame Politik betrieben wird. Natürlich ist das Abgeben des Stimmzettels nur einer von vielen Möglichkeiten, Einfluss auf die aktuelle Politik zu nehmen, aber dennoch sollte man sein Stimmrecht nicht einfach so wegwerfen.

Gerade für Nichtwähler bieten sich ja durchaus auch Alternativen. In manchen Bundesländern gibt es zum Beispiel die Partei der Nichtwähler, die man in so einem Fall wählen könnte. Oder es bleibt wie beschrieben die Option der ungültigen Wahl.

Bitte geht also wählen, sofern ihr dazu berechtigt seid!

Hast natürlich recht, allerdings ist der Aufwand doch ungleich höher wenn man per Briefwahl vom anderen Ende der Welt wählen muss. Da ist es eben doch ein ganz schöner Aufwand nur um ungültig zu wählen. Ist allerdings keine Entschuldigung für mein grundsätzliches Problem, dass ich mich nicht rechtzeitig mit dem Tema beschäftigt habe und entsprechend auch nicht zur Briefwahl angemeldet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 16.September 2013, 18:38:55
Stimmt, ich vergaß, du bist ja aktuell in Bolivien (oder war es Argentinien?). Da ist das natürlich ziemlich aufwendig für dich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 16.September 2013, 18:48:17
Argentinien. Für die nächste Wahl werde ich mich aber rechtzeitig damit beschäftigen. Vielleicht beruhigt es ja alle, dass die politische Situation hier deutlich schlimmer ist. Man stelle sich vor, dass die populistischen Parteien in Deutschland die einzige Option wären, dann hat man ungefähr dass, was hier passiert.

Erhöhte Sicherheit bedeutet für unsere Präsidentin, dass man die gesamte Bundespolizei von den Grenzen in die Hauptstadt schafft und in Turnhallen schlaffen lässt, damit man jetzt an jedem Bahnhof oder an jeder Strassenecke drei Bundespolizisten sieht...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snickers12312892 am 16.September 2013, 18:49:51
Ich seh das Programm der AfD auch gespalten. Einerseits sollten die ganzen Professoren dort ein bisschen Ahnung haben, andererseits sind das irgendwie auch die Lehrmeister der für die Krise verantwortlichen. Wahlrecht für Arbeitslose anzweifeln ist auch nicht gerade ein feiner Zug. Rechte Tendenzen würde ich denen jedoch nicht unterstellen, der "Euro-Austritt" ist ja nun auch mit Argumenten unterlegt.

Die Linken würden gehen, Gysi hätte Rückendeckung verdient. SPD wäre eine Schwarz-Gelb-Verhindern-Notlösung. Die Grünen können sich momentan nicht wirklich positionieren, die haben zwar viele Ziele aber wenig Wege dahin. Den Piraten und der Partei würde ich auch den Einzug wünschen, allein nur deshalb, damit sich die anderen Politiker der Volksparteien mit denen mal auseinandersetzen müssen.

Ich bin jedenfalls froh, wenn diese ganzen Schwachsinnsplakate wieder weg sind und es dann am besten ein Ergebnis gibt, dass es der CDU/SPD nur mit 2 anderen Koalitionspartnern möglich wäre zu regieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Looger am 16.September 2013, 19:31:55
Ich persönlich habe mich nicht rechtzeitig zur Briefwahl angemeldet und da ich auch nicht wirklich eine starke Meinung habe werde ich nicht wählen. Wenn ich allerdings höre, das die NPD tatsächlich eine Chance bekommt in den Bundestag einzuziehen ärgere ich mich, dass ich so entschieden habe.
Nicht wählen zu gehen, halte ich für die schlechteste Lösung. Das Recht, frei, geheim und allgemein wählen zu dürfen, existiert zwar für die meisten von uns schon seit unserer Geburt, doch ich sehe es als eine Bürgerpflicht an, seine Stimme abzugeben.

Und ich dachte, dieses Recht erwirbt man erst mit der Volljährigkeit... (okay, wir haben damals in der Schule auch "gewählt" - frei, geheim und so, aber irgendwie doch fürn Arsch)

Zitat
Und wenn man nur zur Wahlurne geht und ungültig wählt. Jeder Nichtwähler darf sich am Ende nicht darüber aufregen, wenn eine ihm unliebsame Politik betrieben wird. Natürlich ist das Abgeben des Stimmzettels nur einer von vielen Möglichkeiten, Einfluss auf die aktuelle Politik zu nehmen, aber dennoch sollte man sein Stimmrecht nicht einfach so wegwerfen.

Ich muss zugeben, ich kenne nicht den genauen Unterschied in der Statistik zwischen nicht wählen und ungültig wählen, aber das ist eben mein Problem: Es interessiert mich nicht. Das hat nichts mit Politikverdrossenheit o. Protest zu tun, sondern liegt schlicht daran, dass ich zZ andere Probleme habe und in den vergangenen Jahren hatte und mich überhaupt nicht mit den Parteien und ihren Inhalten beschäftigt habe. Da fände ich es schlicht unehrlich, "irgendwas" zu wählen.

Zitat
Gerade für Nichtwähler bieten sich ja durchaus auch Alternativen. In manchen Bundesländern gibt es zum Beispiel die Partei der Nichtwähler, die man in so einem Fall wählen könnte. Oder es bleibt wie beschrieben die Option der ungültigen Wahl.

Ja, ich gründe nur vorher schnell noch meine Internetcommunity (mit Partnervermittlungsbörse) für Misanthropen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 16.September 2013, 19:39:24
Die AfD mutiert langsam aber sicher, zum Auffangbecken rechtsgerichteter Leute. Wahlberechtigte deren rechte Splitterpartei, in ihrem Bundesland nicht zur Wahl steht, werden dazu aufgerufen, ihr Kreuz bei der AfD zu machen!
Andere werden in dieser Partei mehr Möglichkeiten sehen, ihr Gedankengut zu propagandieren, als in den einschlägigen Parteien (NPD, REP, Pro D ...).
Mir persönlich bereitet es schon ein wenig Sorgen, wenn eine Partei, welche außer der Abschaffung des Euros, keine klar definierten Ziele verfolgt, einfach mal so in den Bundestag marschiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Picard2606 am 16.September 2013, 20:38:22
Sorgen bereitet einem, daß diese Partei, die eine gruselige Mischung aus Marktradikalismus, Merkantilismus und Nationalismus propagiert (gewürzt mit einer Dosis Faschismus der "Starken" gegenüber den "Leistungsverweigern"), von den Medien teils hofiert und von einzelnen großen Unternehmen finanziell unterstützt werden.

Wenn sie es schaffen würde, ihres Geistes Kinder wie Henkel, Sinn oder Sarrazin zu rekrutieren, dann ist zu befürchten, daß sie irgendwann die 10%-Marke überschreiten.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 16.September 2013, 20:49:51
Neue Parteien haben oft das Problem, dass sie von Leuten vom linken oder rechten Rand unterwandert werden. War oder ist bei den Piraten ja auch ein Problem, hab da mal nen interessanten Artikel dazu gelesen. Finde ich schade, das stört natürlich die Entwicklung solcher neuen Parteien und dann brauchen sie länger um sich in der Parteienlandschaft zu etablieren oder schaffen es meistens überhaupt nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 16.September 2013, 21:22:24
Neue Parteien haben oft das Problem, dass sie von Leuten vom linken oder rechten Rand unterwandert werden. War oder ist bei den Piraten ja auch ein Problem, hab da mal nen interessanten Artikel dazu gelesen. Finde ich schade, das stört natürlich die Entwicklung solcher neuen Parteien und dann brauchen sie länger um sich in der Parteienlandschaft zu etablieren oder schaffen es meistens überhaupt nicht.

Aber daran sind doch die "neuen Parteien" - zum größten Teil - selbst Schuld.
Das erste Ziel ist meist, so schnell wie möglich zu wachsen. Welche politischen Ideale, die jeweiligen Mitglieder/Wähler verfolgen, scheint erstmal zweitrangig. Hauptsache sie existieren überhaupt!
Stattdessen sollte man sich den langwierigen Prozess stellen, und sorgsam abwegen, wen man mit seinen Forderungen ansprechen will und wen lieber nicht.

[...] War oder ist bei den Piraten ja auch ein Problem [...]

bspw. ist der ehemalige Pressesprecher der Kölner-Piraten Oliver Wesemann, mittlerweile als "treibende Kraft" bei "Pro Deutschland" unterwegs! (http://www.ksta.de/politik/oliver-wesemann-pirat-laeuft-zu-pro-koeln-ueber,15187246,21978310.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 16.September 2013, 21:30:31
Neue Parteien haben oft das Problem, dass sie von Leuten vom linken oder rechten Rand unterwandert werden. War oder ist bei den Piraten ja auch ein Problem, hab da mal nen interessanten Artikel dazu gelesen. Finde ich schade, das stört natürlich die Entwicklung solcher neuen Parteien und dann brauchen sie länger um sich in der Parteienlandschaft zu etablieren oder schaffen es meistens überhaupt nicht.

Aber daran sind doch die "neuen Parteien" - zum größten Teil - selbst Schuld.
Das erste Ziel ist meist, so schnell wie möglich zu wachsen. Welche politischen Ideale, die jeweiligen Mitglieder/Wähler verfolgen, scheint erstmal zweitrangig. Hauptsache sie existieren überhaupt!
Stattdessen sollte man sich den langwierigen Prozess stellen, und sorgsam abwegen, wen man mit seinen Forderungen ansprechen will und wen lieber nicht.

Aber ist es denn noch möglich ohne schnelles Parteiwachstum irgendwann eine Rolle in der Politik zu spielen? Die Gesellschaft ist heutzutage doch so schnelllebig, dass ich schon verstehen kann, wenn man als neue Partei Angst hat sofort wieder in Vergessenheit zu geraten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 17.September 2013, 12:33:41
Die AfD mutiert langsam aber sicher, zum Auffangbecken rechtsgerichteter Leute. Wahlberechtigte deren rechte Splitterpartei, in ihrem Bundesland nicht zur Wahl steht, werden dazu aufgerufen, ihr Kreuz bei der AfD zu machen!
Andere werden in dieser Partei mehr Möglichkeiten sehen, ihr Gedankengut zu propagandieren, als in den einschlägigen Parteien (NPD, REP, Pro D ...).
Mir persönlich bereitet es schon ein wenig Sorgen, wenn eine Partei, welche außer der Abschaffung des Euros, keine klar definierten Ziele verfolgt, einfach mal so in den Bundestag marschiert.

Na ja, etwas mehr an Zielen als nur "Abschaffung des Euros", haben sie in ihrem Wahlprogramm schon stehen. Sie wollen z.B.:

- Schuldenschnitt für Griechenland und dass für die Kosten der Rettungspolitik nicht der Steuerzahler gerade stehen muss,
- dass Banken ihre Verluste selbst tragen müssen,
- dass es keine zentrale Europaregierung gibt und in der EU die Bürokratie abgebaut wird,
- Volksabstimmungen nach dem Schweizer Vorbild,
- keine bezahlte Nebentätigkeit für Abgeordnete,
- Vereinfachung des Steuerrechts,
- stärkere Berücksichtigung der eigenen Kinder bei der Rentenberechnung,
- einheitliche Bildungsstandards in den Schulen,
- Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild und dass Asylbewerber arbeiten dürfen,
- ....

Klingt irgendwie nicht so sehr nach Nazi/NPD. Woher kommt denn eigentlich der Vorwurf/das Vorurteil, dass die AfD "rechts" wäre? Sie selbst bezeichnen sich ja als "rechtskonservativ" ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 17.September 2013, 13:05:18
Na ja, etwas mehr an Zielen als nur "Abschaffung des Euros", haben sie in ihrem Wahlprogramm schon stehen. Sie wollen z.B.:

- Schuldenschnitt für Griechenland und dass für die Kosten der Rettungspolitik nicht der Steuerzahler gerade stehen muss,
- dass Banken ihre Verluste selbst tragen müssen,
- dass es keine zentrale Europaregierung gibt und in der EU die Bürokratie abgebaut wird,
- Volksabstimmungen nach dem Schweizer Vorbild,
- keine bezahlte Nebentätigkeit für Abgeordnete,
- Vereinfachung des Steuerrechts,
- stärkere Berücksichtigung der eigenen Kinder bei der Rentenberechnung,
- einheitliche Bildungsstandards in den Schulen,
- Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild und dass Asylbewerber arbeiten dürfen,
- ....

Klingt irgendwie nicht so sehr nach Nazi/NPD. Woher kommt denn eigentlich der Vorwurf/das Vorurteil, dass die AfD "rechts" wäre? Sie selbst bezeichnen sich ja als "rechtskonservativ" ...

Wenn ich das richtig gelesen habe, soll dieses "kanadische Modell", ein Punktesystem sein? Und mit dem Erreichen einer bestimmten Punktzahl, darf man dann einwandern?
Also darf die ausländische "Elite", hier gerne ihre Zelte aufschlagen und der Rest kann schauen, wo er bleibt?

Man muss sich nur alleine die Aussagen ihrer "Gefolgsleute" (und somit auch potenziellen Wähler), bspw. bei Facebook anschauen (http://afdwaehlerstellensichvor.tumblr.com/). Es ist nunmal ein Sammelbecken jener Leute, welche bisher mit ihrer obskuren Ideologie, nirgendswo zählbaren Anklang gefunden haben. Und wenn ich mir vorstelle, dass die vier Jahre lang im Bundestag, die Meinung eines verstrahlten Mobs zu repräsentieren haben, könnte ich kotzen!
Und wie ich schon einmal schrieb, rechte Splitterparteien fordern ihre Wähler dazu auf, die AfD zu wählen!

Neue Parteien haben oft das Problem, dass sie von Leuten vom linken oder rechten Rand unterwandert werden. War oder ist bei den Piraten ja auch ein Problem, hab da mal nen interessanten Artikel dazu gelesen. Finde ich schade, das stört natürlich die Entwicklung solcher neuen Parteien und dann brauchen sie länger um sich in der Parteienlandschaft zu etablieren oder schaffen es meistens überhaupt nicht.

Aber daran sind doch die "neuen Parteien" - zum größten Teil - selbst Schuld.
Das erste Ziel ist meist, so schnell wie möglich zu wachsen. Welche politischen Ideale, die jeweiligen Mitglieder/Wähler verfolgen, scheint erstmal zweitrangig. Hauptsache sie existieren überhaupt!
Stattdessen sollte man sich den langwierigen Prozess stellen, und sorgsam abwegen, wen man mit seinen Forderungen ansprechen will und wen lieber nicht.

Aber ist es denn noch möglich ohne schnelles Parteiwachstum irgendwann eine Rolle in der Politik zu spielen? Die Gesellschaft ist heutzutage doch so schnelllebig, dass ich schon verstehen kann, wenn man als neue Partei Angst hat sofort wieder in Vergessenheit zu geraten.

Ja, das ist schon eine etwas idealisierende Vorstellung die ich da habe. Aber wenn ich das von mir geforderte gänzlich missachte, brauche ich mich später nicht wundern, wenn die Partei von innen zerstört wird.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Picard2606 am 17.September 2013, 14:45:26
Die erwähnten Programmpunkte finden sich größtenteils bei allen radikalen Parteien wieder: Volksabstimmungen, Bankenkritik, stärkere Kontrolle der Nebentätigkeiten der Abgeordneten. Die NPD hat ja dazu noch eine enorm sozialpolitische Komponente und fordert z.B. auch höhere Steuern auf großen Vermögen.

Allerdings ist der AfD doch um einiges subtiler und propagiert keine eindeutig rassistischen oder völkischen Theorien. Aber es enthält die typischen Versatzstücke von elitär-rechtspopulistischen, stark national orientierten Parteiprogrammen:

- Einwanderung ja, aber nur kontrolliert und für "integrationswillige und qualifizierte".
- Asyl ja, aber nur für "ernsthaft politisch Verfolgte" (wer das ist, entscheidet dann Herr Lucke, und nicht mehr die UN-Flüchtlingskonvention)
- Prinzipielle Bejahung von Europa, aber Ablehnung sämtlicher Mechanismen, die den Nationalstaat schwächen und die Gemeinschaft stärken würden (gepaart mit typischer Kritik an der Brüsseler Bürokratie, die in Wirklichkeit extrem billig und effizient ist und weniger Beamte als jede deutsche Großstadt beschäftigt)
- Forderung, daß auch "unkonventionelle" Meinungen diskutiert werden dürfen (klassische NPD-Forderung, damit man ungestraft Auschwitz leugnen darf)
- Wunsch nach mehr "Kontrolle des Volkes" über Abstimmungen (fordert fast jede rechte Partei, seit die Schweiz per Vox populi/Rindvieh Minarette verboten hat)
- typische Kritik an Banken und Finanzsystem als weiteres Beispiel eines abzulehnenden "übernationalen" Monsters
- Betonung der Familie als Hort der kindlichen Bildung (die blonde deutsche Mutti am Herd)
- massive Steuererleichterungen ("Flat Tax" ist das Endziel), weil ja der "Bürger" zuviel für das "Soziale" zahlt und für die "Bürokratie" - wobei man hier betonen muss, daß die NPD tatsächlich Steuererhöhungen für Reiche fordert (!)

Grundsätzlich eine Rückkehr zu einer ultra-bürgerlichen, sich national einigelnden Gesellschaftsform. Genau die, die uns so wunderbare Jahre 1900 - 1945 beschert hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Romario am 17.September 2013, 14:49:19
Grundsätzlich eine Rückkehr zu einer ultra-bürgerlichen, sich national einigelnden Gesellschaftsform. Genau die, die uns so wunderbare Jahre 1900 - 1945 beschert hat.

Ach das könnten wir doch ruhig nochmal machen. Dann wird endlich mal wieder ordentlich gebaut bzw. insbesondere unsere A72 hier wird mal fertig. Schließlich sollten wir damit schon 2006 nach Leipzig zu WM fahren können. ;) ;) ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 17.September 2013, 16:14:55

Wenn ich das richtig gelesen habe, soll dieses "kanadische Modell", ein Punktesystem sein? Und mit dem Erreichen einer bestimmten Punktzahl, darf man dann einwandern?
Also darf die ausländische "Elite", hier gerne ihre Zelte aufschlagen und der Rest kann schauen, wo er bleibt?


Hier wird es erklärt: http://de.wikipedia.org/wiki/Kanada#Einwanderungspolitik (http://de.wikipedia.org/wiki/Kanada#Einwanderungspolitik). Wie mit Asylbewerbern verfahren wird, geht hieraus allerdings nicht hervor.

Zitat
Man muss sich nur alleine die Aussagen ihrer "Gefolgsleute" (und somit auch potenziellen Wähler), bspw. bei Facebook anschauen (http://afdwaehlerstellensichvor.tumblr.com/). Es ist nunmal ein Sammelbecken jener Leute, welche bisher mit ihrer obskuren Ideologie, nirgendswo zählbaren Anklang gefunden haben. Und wenn ich mir vorstelle, dass die vier Jahre lang im Bundestag, die Meinung eines verstrahlten Mobs zu repräsentieren haben, könnte ich kotzen!
Und wie ich schon einmal schrieb, rechte Splitterparteien fordern ihre Wähler dazu auf, die AfD zu wählen!

Aber hey, es ist doch auch so: jeder Trottel hat im Schutze der Anonymität des Internets inzwischen die Möglichkeit, krudes, wirres, diffamierendes und abartiges Zeug überall im Netz zu posten. Wenn man z.B. mal Lesermeinungen zu irgendeinem Thema auf web.de liest, kann man auch verzweifeln/Angst bekommen. Von diesen (W)Irren kann man doch aber nicht auf alle potentiellen AfD-Wähler schliessen.
Kannst du mir mal einen Link nennen, auf dem darüber berichtet wird, dass die rechten Parteien ihre Wähler zur AfD-Wahl auffordern?

Die erwähnten Programmpunkte finden sich größtenteils bei allen radikalen Parteien wieder: Volksabstimmungen, Bankenkritik, stärkere Kontrolle der Nebentätigkeiten der Abgeordneten. Die NPD hat ja dazu noch eine enorm sozialpolitische Komponente und fordert z.B. auch höhere Steuern auf großen Vermögen.

Allerdings ist der AfD doch um einiges subtiler und propagiert keine eindeutig rassistischen oder völkischen Theorien. Aber es enthält die typischen Versatzstücke von elitär-rechtspopulistischen, stark national orientierten Parteiprogrammen:

- Einwanderung ja, aber nur kontrolliert und für "integrationswillige und qualifizierte".
- Asyl ja, aber nur für "ernsthaft politisch Verfolgte" (wer das ist, entscheidet dann Herr Lucke, und nicht mehr die UN-Flüchtlingskonvention)
- Prinzipielle Bejahung von Europa, aber Ablehnung sämtlicher Mechanismen, die den Nationalstaat schwächen und die Gemeinschaft stärken würden (gepaart mit typischer Kritik an der Brüsseler Bürokratie, die in Wirklichkeit extrem billig und effizient ist und weniger Beamte als jede deutsche Großstadt beschäftigt)
- Forderung, daß auch "unkonventionelle" Meinungen diskutiert werden dürfen (klassische NPD-Forderung, damit man ungestraft Auschwitz leugnen darf)
- Wunsch nach mehr "Kontrolle des Volkes" über Abstimmungen (fordert fast jede rechte Partei, seit die Schweiz per Vox populi/Rindvieh Minarette verboten hat)
- typische Kritik an Banken und Finanzsystem als weiteres Beispiel eines abzulehnenden "übernationalen" Monsters
- Betonung der Familie als Hort der kindlichen Bildung (die blonde deutsche Mutti am Herd)
- massive Steuererleichterungen ("Flat Tax" ist das Endziel), weil ja der "Bürger" zuviel für das "Soziale" zahlt und für die "Bürokratie" - wobei man hier betonen muss, daß die NPD tatsächlich Steuererhöhungen für Reiche fordert (!)

Grundsätzlich eine Rückkehr zu einer ultra-bürgerlichen, sich national einigelnden Gesellschaftsform. Genau die, die uns so wunderbare Jahre 1900 - 1945 beschert hat.


Mhm, das ist mir jetzt ein bisschen zu weit hergeholt. Gleiche oder ähnliche Programminhalte findet man nämlich bei den etablierten Parteien auch:

Auch die CDU plädiert für eine Zuwanderungspolitik, die sich an Bedürfnissen und Interessen Deutschlands ausrichtet. Zuwanderer, die sich der Integration verweigern, müssen ihrer Meinung nach mit Folgen für ihren Aufenthaltsstatus und ihre Sozialleistungen rechnen.
Auch die FDP will die EU-Kommission verkleinern, dafür soll diese effizienter arbeiten ... und die Linkspartei ist dagegen, dass die EU-Kommission die Haushaltspolitik der Mitgliedsländer kontrolliert und sanktioniert. Die nationalen Parlamente sollen nicht weiter entmachtet werden.
Auch die SPD möchte mehr Mitwirkungsrechte der Menschen bei der politischen Willensbildung durch Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide einführen und die Piraten wollen die Mitbestimmungsmöglichkeiten durch Volksabstimmungen steigern.
Die SPD und die Grünen wollen die Finanzmärkte umfassend regulieren und die Linkspartei will Finanzmärkte und Banken wirksam kontrollieren und in den Dienst der Gesellschaft stellen.

Wachsamkeit ist wichtig, aber nur weil z.B. die NPD für ein Genverbot ist, ist diese Forderung nicht gleich rechtsradikal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 17.September 2013, 21:44:02

Wenn ich das richtig gelesen habe, soll dieses "kanadische Modell", ein Punktesystem sein? Und mit dem Erreichen einer bestimmten Punktzahl, darf man dann einwandern?
Also darf die ausländische "Elite", hier gerne ihre Zelte aufschlagen und der Rest kann schauen, wo er bleibt?


Hier wird es erklärt: http://de.wikipedia.org/wiki/Kanada#Einwanderungspolitik (http://de.wikipedia.org/wiki/Kanada#Einwanderungspolitik). Wie mit Asylbewerbern verfahren wird, geht hieraus allerdings nicht hervor.

Zitat
Man muss sich nur alleine die Aussagen ihrer "Gefolgsleute" (und somit auch potenziellen Wähler), bspw. bei Facebook anschauen (http://afdwaehlerstellensichvor.tumblr.com/). Es ist nunmal ein Sammelbecken jener Leute, welche bisher mit ihrer obskuren Ideologie, nirgendswo zählbaren Anklang gefunden haben. Und wenn ich mir vorstelle, dass die vier Jahre lang im Bundestag, die Meinung eines verstrahlten Mobs zu repräsentieren haben, könnte ich kotzen!
Und wie ich schon einmal schrieb, rechte Splitterparteien fordern ihre Wähler dazu auf, die AfD zu wählen!

Aber hey, es ist doch auch so: jeder Trottel hat im Schutze der Anonymität des Internets inzwischen die Möglichkeit, krudes, wirres, diffamierendes und abartiges Zeug überall im Netz zu posten. Wenn man z.B. mal Lesermeinungen zu irgendeinem Thema auf web.de liest, kann man auch verzweifeln/Angst bekommen. Von diesen (W)Irren kann man doch aber nicht auf alle potentiellen AfD-Wähler schliessen.
Kannst du mir mal einen Link nennen, auf dem darüber berichtet wird, dass die rechten Parteien ihre Wähler zur AfD-Wahl auffordern?


Von den Leuten, welche das auf der AfD-Seite schreiben, kann man schon davon ausgehen, dass der größte Teil diese auch wählt!
Sicherlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren, aber das bisher noch keine klare Stellung, gegenüber solcher Meinungen bezogen wurde - soweit ich weiß, wurden lediglich die FB-Admins ersetzt, ohne nennenswerte Besserung - sagt auch einiges aus.
Die Geschichte mit der Aufforderung rechtsgesinnter Parteien, die AfD zu wählen, habe ich zum einen von einen Bekannten erfahren - welcher ansonsten recht konservative Ideale vertritt - und bspw. auf den FB-Seiten von "Pro Deutschland" und "Die Rechte" gelesen. Ich weiß selber, dass dies nicht die serlösesten Quellen sind. Allerdings kamen diese "Aufforderungen" von den jeweiligen Admins. Ein Artikel darüber ist mir nicht bekannt, könnte allerdings daran liegen, dass sich für diese "Randgruppen", eh kaum jemand interessiert.

E: http://www.sueddeutsche.de/politik/vorwurf-der-verfaelschten-umfragedaten-afd-verliert-rechtsstreit-mit-forsa-1.1772865
Solche Verschwörungstheorien kenne ich ansonsten von extremistischen Parteien/Gruppierungen!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 19.September 2013, 20:41:56
Weil es uns vielleicht etwas mehr interessiert: http://www.zeit.de/sport/2013-09/wahlprogramme-bundestagswahl-vergleich-sport-parteien/komplettansicht (http://www.zeit.de/sport/2013-09/wahlprogramme-bundestagswahl-vergleich-sport-parteien/komplettansicht)
Hier ist ein Artikel über die Pläne, die die Parteien für den Sport vorsehen. Es sind zwar keine Kernthemen, aber dennoch interessant.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 20.September 2013, 12:25:12
Die NPD hat zuletzt ein paar Briefe verschickt, in denen sie den angeschriebenen Personen nahelegt, auszuwandern. Ein türkischstämmiger Student hat daraufhin ein Antwortschreiben verfasst^^

(http://i-blogger.de/wp-content/uploads/2013/09/npdbrief.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 20.September 2013, 12:33:43
Die NPD hat zuletzt ein paar Briefe verschickt, in denen sie den angeschriebenen Personen nahelegt, auszuwandern. Ein türkischstämmiger Student hat daraufhin ein Antwortschreiben verfasst^^
...

Also diese Art von Briefen der NPD sind doch sicher nichts rechtskonform. Wenn es schon nicht ausländerfeindlich ist, dann ist es zumindest Nötigung oder Beleidigung. Sowas ist doch unfassbar. Leider wird es auch weiterhin nicht durchsetzbar sein, diese Idiotenpartei zu verbieten
(click to show/hide)
.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 20.September 2013, 22:00:00
Mich wundert das Ganze ein bisschen und könnte auch Fake sein. Denn das Wahlplakat im "Briefkopf" ist noch eins von der letzen Wahl...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Aki am 20.September 2013, 22:04:07
Die Briefe der NPD sind kein Fake, sondern tatsächlich auch 2013 (wie schon 2009) so verschickt worden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 20.September 2013, 22:08:24
Na dann guten Heimflug. Oder so ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 21.September 2013, 17:42:09
Jetzt habe ich eine kostenlose BILD-Sonderausgabe zur Wahl im Briefkasten gehabt. Man hat nie Ruhe vor der Springer-Presse. Als ob mich deren Zeitung zum Wählen bringen würde (wobei ich sowieso definitiv wähle).

EDIT @ KaCl: Ich habe nichts gelesen, weiß also nicht, für wen sie plädieren. Die Zeitung landete zu schnell im Papiermüll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 21.September 2013, 17:52:06
Jetzt habe ich eine kostenlose BILD-Sonderausgabe zur Wahl im Briefkasten gehabt. Man hat nie Ruhe vor der Springer-Presse. Als ob mich deren Zeitung zum Wählen bringen würde (wobei ich sowieso definitiv wähle).

Springer will nicht nur, dass du wählst, sondern, dass du auch die richtigen wählst. Diese Ausgabe ist nichts weiter als Wahlwerbung für Schwarz-Gelb.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 21.September 2013, 22:05:27
Ich habe Breifwahl beantragt, aber die Woche über verpeilt meine Kreuzchen zu verschicken...
Kann ich morgen noch 'normal' wählen gehen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 21.September 2013, 22:17:18
Ich habe Breifwahl beantragt, aber die Woche über verpeilt meine Kreuzchen zu verschicken...
Kann ich morgen noch 'normal' wählen gehen?

Du kannst, glaube ich, auch deine Briefwahlunterlagen im Wahllokal abgeben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 21.September 2013, 22:41:43
Oh Mann, ich gönne mir gerade ausschnittsweise diese Tv total Veranstaltung. Grässlich.
Von aigner und brüderle kriege ich eh Anfälle. Und dann dieses dämliche "grüne-wollen-alles-verbieten"-Geschwätz...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 21.September 2013, 22:57:08
Hab nur gerade ganz kurz reingeschaltet.
Rufen da die Zuschauer an und stimmen so ab oder wie? Die Linke über 30% ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 22.September 2013, 08:12:07
Oh Mann, ich gönne mir gerade ausschnittsweise diese Tv total Veranstaltung. Grässlich.
Von aigner und brüderle kriege ich eh Anfälle. Und dann dieses dämliche "grüne-wollen-alles-verbieten"-Geschwätz...

Ich fand es ganz amüsant. Dass man keine Neuigkeiten erfährt, war klar. Aber ich finde alleine Brüderle und Gysi unterhaltsam (das muss nicht unbedingt wählbar heißen), aber die Sendung war schon nicht schlecht. Aber im Publikum saßen scheinbar nur Anhänger der Linkspartei und SPD, die FDP und CDU hatten einen schweren Stand. Ganz schwach fand ich, dass bei Brüderles und Aigners Schlussstatements gebuht wurde, während die anderen ungestört reden konnten. Das ist nicht sehr unparteiisch und hätte es so wohl bei den ÖR nicht gegeben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: P-Jo am 22.September 2013, 10:11:07
So auf geht's zur Wahl.
Bei uns wird zusätzlich noch der Bürgermeister gewählt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 22.September 2013, 10:57:04
So, Kreuz gemacht. Mach weiter, Angie. 8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 22.September 2013, 11:06:43
Da bei mir der Sonntag dem Fußball gehört (selbst aktiv spielen, etc) hab ich mich bereits um halb neun ins Wahllokal geschleppt. War einer der Ersten und nach Aussage der Erste unter 60 :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 22.September 2013, 11:08:29
Werde dann auch mal das Wahllokal meines Vertrauens aufsuchen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.September 2013, 11:46:03
Auch fertig. Es gab hier im Whalkreis sogar nen Vertreter der APPD. Leider darf ich ja nur Bundestag wählen weil ich noch nicht lang genug hier wohne.

Habe mich letztlich dazu entschieden eine Partei zu wählen, die ich sonst nie wählen würde. Wir bekommen ohnehin ne große Koalition, also warum nicht mal sehen, dass jemand in den Bundestag kommt ,der da alles auf den Kopf stellt. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 22.September 2013, 12:00:31
Auch fertig. Es gab hier im Whalkreis sogar nen Vertreter der APPD. Leider darf ich ja nur Bundestag wählen weil ich noch nicht lang genug hier wohne.

Habe mich letztlich dazu entschieden eine Partei zu wählen, die ich sonst nie wählen würde. Wir bekommen ohnehin ne große Koalition, also warum nicht mal sehen, dass jemand in den Bundestag kommt ,der da alles auf den Kopf stellt. ;)

Du hast die AfD gewählt? Die anderen sonstigen Parteien inklusive der Piraten haben ja keine reelle Chance, den Bundestag zu erreichen. Ich war auch gerade wählen (erstmals in meinem Leben). Die Erststimme habe ich per Abzählreim vergeben, die Zweitstimme setzt auf ein starkes Deutschland. ;)

EDIT: Ich sehe gerade, du hast gar nicht die AfD gewählt. Deine Stimme ging an folgende Partei:
http://www.der-postillon.com/2013/09/neue-partei-ja-ich-nehme-am-gewinnspiel.html (http://www.der-postillon.com/2013/09/neue-partei-ja-ich-nehme-am-gewinnspiel.html)
(http://3.bp.blogspot.com/-hbkdiQTN564/UjxPirxTv2I/AAAAAAAAWoE/KZVM6xIdoaA/s520/Gewinnspiel2.jpg)

Wie ist das eigentlich, wenn man ein Direktmandat gewinnt, die eigene Partei aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert? Darf man dann dennoch in den Bundestag einziehen und sitzt zur Not allein?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 22.September 2013, 12:09:13
Wie ist das eigentlich, wenn man ein Direktmandat gewinnt, die eigene Partei aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert? Darf man dann dennoch in den Bundestag einziehen und sitzt zur Not allein?

Genau das. Lonesome Cowboy, quasi.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 22.September 2013, 12:48:50
Hatschi.
Tschuldigung.





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 22.September 2013, 12:58:11
Habt ihr auch so ein komisches gefühl wenn in den wahlkabinen nur bleistifte liegen? Also ich hatte zufällig nen kuli dabei und hab mit dem ausgefüllt. Fühle mich damit wohler als mit bleistift - nennen wir es gesundes misstrauen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.September 2013, 13:18:22
Etwas spät gewählt und nun geht wie immer der große Eiertanz los. Wo sind die ersten Twitter-Prognosen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 22.September 2013, 13:20:45
Oh mann. Gestern morgen um 8 Ausm haus, jetzt wieder daheim. Aber schon gewählt. Bund war ja doch recht ersichtlich, da hat sich mir in den letzten tagen doch eine klare Meinung gebildet.
Problem war irgendwie der Hessische Landtag. Der Wahlzettel war aber mal knapp doppelt so lang/groß wie auch immer. Erstaunlich was da so für Parteien zugelassen wurden. Und das wirklich dramatische: Eine war schlechter als die andere.
Meine Prognose für den Bund: FDP kriegt ~7%, allerdings auf Kosten der CDU, es gibt im Anschluss schwarz/rot, Angie darf Weitermachen und Steinbrück wird auf die Finanzen oder sowas abgeschoben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.September 2013, 13:24:22
Ich tippe auch mal den Wahlausgang: CDU/CSU 38%, SPD 27%, Grüne 9%, Linke 9%, FDP 6%, Rest unter 5%
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 22.September 2013, 13:26:31
So gewählt und nun heißt es hoffen. Heute Abend geht es dann zur Wahlparty oder zum großen Frustsaufen.

Meine Prognose: FDP landet bei 5.5 % , wird aber nicht zur Schwarz Gelben Verlängerung führen. Tipp ist weiterhin Große Koalition und für meine Grünen heißt es weiterhin Opposition.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.September 2013, 13:32:21
Oh mann. Gestern morgen um 8 Ausm haus, jetzt wieder daheim. Aber schon gewählt. Bund war ja doch recht ersichtlich, da hat sich mir in den letzten tagen doch eine klare Meinung gebildet.
Problem war irgendwie der Hessische Landtag. Der Wahlzettel war aber mal knapp doppelt so lang/groß wie auch immer. Erstaunlich was da so für Parteien zugelassen wurden. Und das wirklich dramatische: Eine war schlechter als die andere.
Meine Prognose für den Bund: FDP kriegt ~7%, allerdings auf Kosten der CDU, es gibt im Anschluss schwarz/rot, Angie darf Weitermachen und Steinbrück wird auf die Finanzen oder sowas abgeschoben.

Wenn steinbrück nicht Kanzler wird, wird er sich zurückziehen. Das ist doch eins der SPD-Ziele :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 22.September 2013, 13:38:27
Oh mann. Gestern morgen um 8 Ausm haus, jetzt wieder daheim. Aber schon gewählt. Bund war ja doch recht ersichtlich, da hat sich mir in den letzten tagen doch eine klare Meinung gebildet.
Problem war irgendwie der Hessische Landtag. Der Wahlzettel war aber mal knapp doppelt so lang/groß wie auch immer. Erstaunlich was da so für Parteien zugelassen wurden. Und das wirklich dramatische: Eine war schlechter als die andere.
Meine Prognose für den Bund: FDP kriegt ~7%, allerdings auf Kosten der CDU, es gibt im Anschluss schwarz/rot, Angie darf Weitermachen und Steinbrück wird auf die Finanzen oder sowas abgeschoben.

Wenn steinbrück nicht Kanzler wird, wird er sich zurückziehen. Das ist doch eins der SPD-Ziele :D

Der ist machtversessen genug, dass der auch einem Ministerposten nicht abgeneigt wäre.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 22.September 2013, 13:50:18
Oh mann. Gestern morgen um 8 Ausm haus, jetzt wieder daheim. Aber schon gewählt. Bund war ja doch recht ersichtlich, da hat sich mir in den letzten tagen doch eine klare Meinung gebildet.
Problem war irgendwie der Hessische Landtag. Der Wahlzettel war aber mal knapp doppelt so lang/groß wie auch immer. Erstaunlich was da so für Parteien zugelassen wurden. Und das wirklich dramatische: Eine war schlechter als die andere.
Meine Prognose für den Bund: FDP kriegt ~7%, allerdings auf Kosten der CDU, es gibt im Anschluss schwarz/rot, Angie darf Weitermachen und Steinbrück wird auf die Finanzen oder sowas abgeschoben.

Wenn steinbrück nicht Kanzler wird, wird er sich zurückziehen. Das ist doch eins der SPD-Ziele :D

Der ist machtversessen genug, dass der auch einem Ministerposten nicht abgeneigt wäre.

Er hat doch selbst durchblicken lassen, dass er sich nicht erneut zum Minister unter Merkel machen lassen wird. Ich schätze auch, dass es eine große Koalition geben würde. Das muss nicht unbedingt schlecht für Deutschland sein. Wenn AfD in den Bundestag bzw. Grüne an die Macht kommen oder es gar Neuwahlen geben würde, das wäre der Supergau.

Der Postillon ist heute ja in Hochform. Zusätzlich zum vorhin bereits geposteten Link zur neuen Abstimmmöglichkeit gibt es nun einen für die Rechtsgesinnten (http://www.der-postillon.com/2013/09/bundestagswahl-zweigeteilt.html) und einen für die Liberalen (http://www.der-postillon.com/2013/09/fairer-lohn-fur-regierungsarbeit-fdp.html) in Deutschland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.September 2013, 14:16:51
Neuwahlen wird es nicht geben. Kann ich mir nicht vorstellen. Dann wird man sich irgendwie auf eine Große Koalition einigen. Minderheitsregierungen mit Tolerierung durch die Linke oder solche Späße kann ich mir auf Bundesebene nicht vorstellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hank am 22.September 2013, 15:44:18
Wie ist das eigentlich, wenn man ein Direktmandat gewinnt, die eigene Partei aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert? Darf man dann dennoch in den Bundestag einziehen und sitzt zur Not allein?

Meines wissens benötigt man insgesamt mindestens 3 Direktmandate, um in den Bundestag einziehen zu dürfen, wenn man an der 5%-Hürde scheitert.
Allerdings sind das dann Abgeordnete 2.Klasse, weil die nur verkürzte Redezeit etc. haben..
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.September 2013, 15:54:44
Wie ist das eigentlich, wenn man ein Direktmandat gewinnt, die eigene Partei aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert? Darf man dann dennoch in den Bundestag einziehen und sitzt zur Not allein?

Meines wissens benötigt man insgesamt mindestens 3 Direktmandate, um in den Bundestag einziehen zu dürfen, wenn man an der 5%-Hürde scheitert.
Allerdings sind das dann Abgeordnete 2.Klasse, weil die nur verkürzte Redezeit etc. haben..
Um eine Fraktion bilden zu können. Wenn da drei Mandate gewonnen werden können, darf die Partei entsprechend ihrer errungenen Gesamtprozente im Bundestag vertreten sein.

Ansonsten gilt, dass jeder direkt gewählte Kandidat selbstverständlich in den Bundestag einziehen darf und sei es lediglich als Unabhängiger oder Fraktionsloser.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 22.September 2013, 16:25:45
Wie ist das eigentlich, wenn man ein Direktmandat gewinnt, die eigene Partei aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert? Darf man dann dennoch in den Bundestag einziehen und sitzt zur Not allein?
Ja, dürfen trotz der 5%-Klausel in den Bundestag einziehen.
Sollte eine Partei 3 Direktmandate oder mehr gewinnen, würde sie sogar, auch wenn sie eigentlich an der 5%-Klausel scheitern würde, in der "Stärke" entsprechend ihres Zweitstimmenanteils in den Bundestag einziehen (Grundmandatklausel)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 22.September 2013, 16:50:10
Habt ihr auch so ein komisches gefühl wenn in den wahlkabinen nur bleistifte liegen? Also ich hatte zufällig nen kuli dabei und hab mit dem ausgefüllt. Fühle mich damit wohler als mit bleistift - nennen wir es gesundes misstrauen.

Mit Bleistift überhaupt gültig?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 22.September 2013, 17:03:34
Habt ihr auch so ein komisches gefühl wenn in den wahlkabinen nur bleistifte liegen? Also ich hatte zufällig nen kuli dabei und hab mit dem ausgefüllt. Fühle mich damit wohler als mit bleistift - nennen wir es gesundes misstrauen.

Mit Bleistift über gültig?

Das sind nicht unbedingt echte Bleistifte. Soweit ich weiß gibt es extra Stifte, die nicht radiert werden können. Die sind dann aber, glaube ich, blau.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 22.September 2013, 17:04:49
Okay, hier in Hamburg sind es aber defintiv Kugelschreiber :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 22.September 2013, 17:07:05
Bei uns aufm Dorf warens auch Kulis. Außerdem fällt radieren ja schon auch iwie auf. Wenn man schon bescheißen will dann doch eher bei der Auszählung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 22.September 2013, 17:16:03
Bei uns waren es Bleistifte, das hat mich auch gewundert. Wenn ich das vorher gewusst hätte (als Erstwähler ging ich uninformiert dahin), dann hätte ich einen Kugelschreiber mitgenommen. Aber hätte, hätte, Fahrradkette :D In gut 45 Minuten wird es eine erste Hochrechnung geben, ich bin gespannt.

Danke jedenfalls für die Info zu den Direktmandaten. Das scheint es aber nicht (oft) zu geben, sonst wäre die ganze Sache bekannter. Und wenn nun ein Direktkandidat ohne Partei in den Bundestag einzieht, müssen ja nach neuem Wahlrecht die anderen Parteien entsprechend Ausgleichsmandate bekommen. So löst ein Abgeordneter viel bürokratische Arbeit aus.

Bei Google wurde sich in letzter Zeit jedenfalls viel mehr mit der Großen Koalition als mit Schwarz-Gelb beschäftigt:
(https://lh5.googleusercontent.com/-b9kj4PJqGUw/Uj780J1nRbI/AAAAAAAABuE/9Ac_LWOmZok/w1538-h865-no/130922_Infografik_gro%25C3%259Fekoalition_schwarzgelb.jpg)

Zitat
22.09.2013 16:55STEFFI DOBMEIER
Ich möchte an dieser Stelle ein paar Floskeln anbieten, mit denen sich heute ab 18 Uhr hervorragend Bullshit-Bingo spielen lässt:

"Es bleibt spannend."
"Das ist ein klares Signal."
"Unsere Themen haben sich bewährt."
"Wir haben die Wahl gewonnen."
"Wir werden das Ergebnis nun in aller Ruhe analysieren."
"Man kann da nichts beschönigen."
"Das ist ein klarer Auftrag zur Regierungsbildung."
"Ich trete zurück."
Das klingt auch nach einem interessanten Spiel. Quelle ist der Liveblog (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-09/bundestagswahl-2013-live) der ZEIT zur Wahl.

Da habe ich direkt nochmal eine Offtopic-Frage: Gilt "Große Koalition" schon als Eigenwort, sodass man "Große" groß schreiben darf? :D

EDIT: Erste Prognose: FDP mit 4,7% draußen; AfD mit 4,9% ganz knapp gescheitert. Große Koalition ;)

EDIT2: Kommafehler passieren. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 22.September 2013, 18:02:02
Nach ersten Hochrechnungen der ARD ist die FDP und die AfD nicht im Bundestag vertreten. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hank am 22.September 2013, 18:05:18
EDIT: Erste Prognose: FDP mit 4,7% draußen; AfD mit 49% ganz knapp gescheitert. Große Koalition ;)

Was, 49%? Da können die ja alleine regieren. Nicht schlecht, für eine neue Partei.  ;D

Dass die FDP wahrscheinlich rausfliegt freut mich. Sieht wohl wirklich nach großer Koalition aus, anders wird das nix..
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: smedhult am 22.September 2013, 18:11:15
Nach ersten Hochrechnungen der ARD ist die FDP und die AfD nicht im Bundestag vertreten. :D

Es sind Prognosen, die erste Hochrechnung gibt es um ca. 18.20 Uhr.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 22.September 2013, 18:19:08
Nach ersten Hochrechnungen der ARD ist die FDP und die AfD nicht im Bundestag vertreten. :D

Es sind Prognosen, die erste Hochrechnung gibt es um ca. 18.20 Uhr.  ;)

Auf der Seite der ARD steht Hochrechnung.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.September 2013, 18:21:02
Die fDP bekommt die Quittung für ihre Klientelpolitik. Und sie hat es ganz einfach nicht anders verdient. Die Piraten haben die NSA-Affäre überhaupt nicht genutzt und sind zurecht auf gerademal 2% gefallen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 22.September 2013, 18:22:33
Ich sehe schon Brüderle und Trittin zurücktreten. Für Gabriel sehe ich heute Abend auch das Ende kommen. Gysi wird sich feiern, als hätte er die absolute Mehrheit und Frau Merkel wird gechillt die Große Koalition begrüßen. Ich hoffe, diese 4,9% für die AfD fallen eher, als das sie steigen. Die FDP sollte es eigentlich schaffen, aber da ist der Ofen aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 22.September 2013, 18:24:59
Schönes ergebnis in hessen, mit etwas glück wars das mit Bouffier.
Im Bund ärgere ich mich umso mehr über diese Ausschließerei, rot-rot-grün wäre wunderbar möglich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 22.September 2013, 18:25:21
Ich hoffe die FDP zieht nicht doch noch irgendwie ein. Sie haben es einfach verdient die Quittung zu bekommen.
Ich finde es ehrlich gesagt überraschend das die CDU so stark ist. Ob das jetzt an der tollen Regierungsarbeit lag oder eher an dem Kanzlerkandidat der SPD wer weiß.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 22.September 2013, 18:35:59
Hessen :) Weiß zu gefallen. Schwarz gelb kassiert die Quittung für die Flughäfen in FFM und kassel-Calden (ja, da gibts es WIRKLICh einen flughafen, da wurden mehrere 100 mio versenkt. aktuell landet da alle 3 Tage ein Flieger oder so irgendwie.)

Die Frage ist, wie es am Ende ausgeht mit der notwendigen Mehrheit, oder obs ggf. eine Minderheiten Regierung gibt,
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 22.September 2013, 18:43:21
Starke 42%. Das nenn ich mal ein gutes Ergebnis. Wenn die FDP nicht nohc reinkommt, gibt's wohl eine große Koalition. Ist wohl auch das Beste so. Der ganze Rest taugt ohnehin nicht für eine funktionierende Regierung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.September 2013, 18:45:37
Die beiden "Großen" auch nicht. Das ist das Problem :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 22.September 2013, 18:47:40
Es ist aber immer noch die vernünftigste Lösung. Wenn man schon zwischen verschiedenen Übeln wählen muss, dann nimmt man doch bestenfalls das geringste.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 22.September 2013, 18:51:48
Als Zeichen, wie der Wind wehen wird: Die SPD-Rede wird bei der ARD für Frau Merkel unterbrochen. ;D

EDIT: Nach derzeitiger Hochrechnung hat die CDU/CSU die absolute Mehrheit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ador am 22.September 2013, 19:04:43
EDIT: Nach derzeitiger Hochrechnung hat die CDU/CSU die absolute Mehrheit.

Als SPD-Anhänger würde ich das sehr begrüßen - noch einmal Juniorpartner in einer Großen Koalition unter Merkel sehe ich als Sargnagel für die Sozialdemokratie. So könnte man wenigstens vernünftige Oppositionsarbeit (auch über den Bundesrat) machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.September 2013, 19:17:03
Jo, das wäre vermutlich das Beste. Die CDU wird ohnehin regieren - bei absoluter Mehrheit können sie dann die Schuld für die ganze Scheiße, die sie verzapfen nicht bei anderen suchen :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 22.September 2013, 19:18:37
Noch weitere 4 Jahre Stillstand in Deutschland und ne Kanzlerin die in den vergangenen 4 Jahren absolut nichts positives geschaffen hat. Jippiee
Die absolute Mehrheit wäre wohl wirklich das beste.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 22.September 2013, 19:22:55
Ein Stillstand während es allen anderen immer dreckiger geht wäre vielleicht garnicht so übel  8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 22.September 2013, 19:23:31
Fast die Hälfte der Deutschen die gewählt haben, hat sich für Angela Merkel und die CDU entschieden. AHA! Die einzig rationale Erklärung ist für mich, dass die Wähler im Hinterkopft Bayern und die CSU haben und damit ein Bundesland das die geringsten Probleme hat. Für alles andere würde mir das Verständnis fehlen, obwohl sicherlich auch ein großer Teil 'traditionell' eine gewisse Partei wählt.

Das einzig Positive an Angela Merkel finde ich, daß sie keinen Doppelnamen trägt, was mMn die lächerlichste Sache im 21ten Jahrhundert ist. Menschen mit Doppelnamen kann ich leider nicht ernst nehmen und leider haben das ja zahllose Politiker und Politikerinnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 22.September 2013, 19:24:04
Was anderes war aber nicht zu erwarten- Sämtliche Konkurrenz aus der Union haben sich selbst oder wurden durch angie abgesägt, und die andern haben aktuell einfach niemanden zu bieten. Ich will jetzt nicht sagen "Diktatur mal anders" aber naja. Ich habs ja quasi gesagt.

Union mit absoluter Mehrheit wäre für mich aber ein hartes Stück. Ich kann ja allen Parteien IRGENDWAS abgewinnen, aber Uniund und FDP... irgendwie nicht meine Parteien. Bin da vielleicht auch auf Landesebene etc. geschädigt,
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 22.September 2013, 19:52:22
Zitat
Fast die Hälfte der Deutschen die gewählt haben, hat sich für Angela Merkel und die CDU entschieden. AHA! Die einzig rationale Erklärung ist für mich, dass die Wähler im Hinterkopft Bayern und die CSU haben und damit ein Bundesland das die geringsten Probleme hat. Für alles andere würde mir das Verständnis fehlen, obwohl sicherlich auch ein großer Teil 'traditionell' eine gewisse Partei wählt.

Oder das Deutschland unter ihr sehr gut da steht.
Und nein, ich habe mein Kreuz wo anders gesetzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hank am 22.September 2013, 19:53:01
Warum tut hier eigentlich "jeder" so, als würde er die CDU/CSU nicht wählen und nahezu hassen? Rein statistisch gesehen sind hier genügend CDU/CSU Wähler unter den Postern.. :p
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.September 2013, 19:53:52
Ich jedenfalls hab sie nciht gewählt. Vermutlich sind die Wahlen getürkt :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 22.September 2013, 20:02:42
Die CDU profitiert in erster Linie durch Stimmen aus Bayern. Das ist das einzige Geheimnis.
Und wenn jemand meint das Deutschland gut dasteht finde ich das trügerisch, denn wir stehen nur besser da als andere. Nicht mehr und nicht weniger. Na ja, das Thema hat viel zu große endlose Dimensionen, als das eine Diskussion etwas bringen würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Shakespeare am 22.September 2013, 20:06:42
Die CDU profitiert in erster Linie durch Stimmen aus Bayern. Das ist das einzige Geheimnis.
Genau das ist es. Alleine die CSU hat auf Deutschland umgerechnet etwa 8 bis 9% der Stimmen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 22.September 2013, 20:19:12
...
Und wenn jemand meint das Deutschland gut dasteht finde ich das trügerisch, denn wir stehen nur besser da als andere. Nicht mehr und nicht weniger.
...

Man muss auch nicht USA-Spielen und meinen man könne die ganze Welt verändern und dafür ständig kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen.
Die blose Tatsache, dass die Anzahl an Menschen auf der Erde ständig ansteigt führt eben zwangsläufig zu immer mehr Problemen.
Da kannste in Deutschland dann wählen wen Du willst, da wird keine der Parteien bei den Amis oder in China etwas an den Umweltbedingungen verändern, in Afrika wird es weiter Brügerkriege, Hunger und Wassermangel geben und nur weil wir in Deutschland gewählt haben wird es auch trotzdem noch Selbstmordattentäter geben die meinen sie müssten einen heiligen Krieg fürhen und sich für 72 Jungfrauen im Jenseits in die Luft jagen.
Protugal, Spanien, Italien, Griechenland und noch weitere Nationen wären froh, wenn es ihnen "nur besser als anderen" ginge.
Und wenn ich dann behaupten kann, das es mir besser geht als anderen, dann finde ich, dass es schon verdammt viel ist.
Aber das ist nur meine Meinung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Shakespeare am 22.September 2013, 20:38:21
...
Und wenn jemand meint das Deutschland gut dasteht finde ich das trügerisch, denn wir stehen nur besser da als andere. Nicht mehr und nicht weniger.
...

Man muss auch nicht USA-Spielen und meinen man könne die ganze Welt verändern und dafür ständig kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen.
Die blose Tatsache, dass die Anzahl an Menschen auf der Erde ständig ansteigt führt eben zwangsläufig zu immer mehr Problemen.
Da kannste in Deutschland dann wählen wen Du willst, da wird keine der Parteien bei den Amis oder in China etwas an den Umweltbedingungen verändern, in Afrika wird es weiter Brügerkriege, Hunger und Wassermangel geben und nur weil wir in Deutschland gewählt haben wird es auch trotzdem noch Selbstmordattentäter geben die meinen sie müssten einen heiligen Krieg fürhen und sich für 72 Jungfrauen im Jenseits in die Luft jagen.
Protugal, Spanien, Italien, Griechenland und noch weitere Nationen wären froh, wenn es ihnen "nur besser als anderen" ginge.
Und wenn ich dann behaupten kann, das es mir besser geht als anderen, dann finde ich, dass es schon verdammt viel ist.
Aber das ist nur meine Meinung.
Und dafür ist dir eine Regierung, die in Europa eine Politik vorantreibt, die Länder wie Italien finanziell überhaupt erst in den Abgrund treibt, lieb?  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 22.September 2013, 20:42:32
Ja die Korruption und eigene Regierung in Italien hat damit natürlich gar nix zu tun... ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 22.September 2013, 20:45:16
Ziemlich enttäuschendes Ergebnis, aber immerhin bleiben uns die FDP und hoffentlich auch diese unsägliche AfD erspart.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 22.September 2013, 20:49:22
...
Und wenn jemand meint das Deutschland gut dasteht finde ich das trügerisch, denn wir stehen nur besser da als andere. Nicht mehr und nicht weniger.
...

Man muss auch nicht USA-Spielen und meinen man könne die ganze Welt verändern und dafür ständig kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen.
Die blose Tatsache, dass die Anzahl an Menschen auf der Erde ständig ansteigt führt eben zwangsläufig zu immer mehr Problemen.
Da kannste in Deutschland dann wählen wen Du willst, da wird keine der Parteien bei den Amis oder in China etwas an den Umweltbedingungen verändern, in Afrika wird es weiter Brügerkriege, Hunger und Wassermangel geben und nur weil wir in Deutschland gewählt haben wird es auch trotzdem noch Selbstmordattentäter geben die meinen sie müssten einen heiligen Krieg fürhen und sich für 72 Jungfrauen im Jenseits in die Luft jagen.
Protugal, Spanien, Italien, Griechenland und noch weitere Nationen wären froh, wenn es ihnen "nur besser als anderen" ginge.
Und wenn ich dann behaupten kann, das es mir besser geht als anderen, dann finde ich, dass es schon verdammt viel ist.
Aber das ist nur meine Meinung.

Genau das ist falsch, denn Stillstand ist Rückschritt. Deutschland ist das beste Land der Welt (um darin zu leben) in meinen Augen, ganzheitlich betrachtet. Jedoch machen wir zu wenig daraus, bzw. die Regierung.
Die Grundlagen hier sind so grandios, das uns die halbe Welt beneidet. Trotzdem gibt es zu viele Ungerechtigkeiten und Fehler. Fragen wir mal die Komunen oder gewisse Berufsgruppen, ob wir gut dastehen. Gucken wir uns mal unseren Schuldenstand an. Gucken wir uns mal die Subventionsungerechtigkeiten, Steuerbetrügereien bzw. Befreiungen und Sonderkonditionen an. Das einzige Glück Deutschlands ist, dass der kleine Mann nirgendwo auf der Welt breitere Schultern hat.
Das finde ich fahrlässig und man könnte mit diesem Land noch viel verantwortlicher umgehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 22.September 2013, 21:02:29
Ich habe in meinem erweiterten Umfeld vor der Wahl zuviel von diesen Sätzen gehört: "Ich wähle xxx, das hab ich schon immer gemacht" oder "Die Merkel macht das doch super, die wähl ich wieder", sowie "Wenn das Wetter gut ist, geh ich auch noch wählen"
Ein großer Teil der Bevölkerung setzt sich zuwenig bis gar nicht mit Politik auseinander. Deutschland ist zu emotional zum Wählen. Erstaunlich!
Auch daher kommt dieses hohe Ergebnis für die CDU zustande.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 22.September 2013, 21:04:15
Alleine die Tatsache das trotz angeblichen Rekordsteuereinnahmen die Regierung es nicht geschafft hat Schulden abzubauen geschweige denn die Bürger zu entlasten oder die steigenden Strompreise zu bremsen sind nur einige Punkte die mir an der Regierung Merkel nicht gefallen. Das es uns besser geht als anderen Länder ist der wirtschaftlichen Stärke Deutscher Unternehmen geschuldet und weniger den tollen neuen Gesetzen unter der Regierung Merkel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 22.September 2013, 21:08:19
Zitat
Deutschland ist zu dumm zum Wählen. Erschreckend!
Drastisch ausgedrückt, ja. Aber ich steh dazu.
Auch daher kommt dieses hohe Ergebnis für die CDU zustande.

Junge, junge ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hank am 22.September 2013, 21:15:32
Könnts mir mal jemand sagen, was die SPD so viel besser macht/gemacht hat/machen würde als CDU/CSU?
Kann mich da an nichts großartiges erinnern unter Schröder..
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bertolux am 22.September 2013, 21:16:47
Zitat
Deutschland ist zu dumm zum Wählen. Erschreckend!
Drastisch ausgedrückt, ja. Aber ich steh dazu.
Auch daher kommt dieses hohe Ergebnis für die CDU zustande.

Junge, junge ...


Die Frage wäre was bei der Wahl heraus kommt, wenn nicht die CDU ganz oben auf den Wahlzetteln steht. Ich möchte nicht wissen wie viele dort ihr Kreuz gesetzt haben ohne auch nur eine Idee davon zu haben was sie machen.


Und ja Hank hat mit seiner Aussage genauso recht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 22.September 2013, 21:25:05
...
Und wenn jemand meint das Deutschland gut dasteht finde ich das trügerisch, denn wir stehen nur besser da als andere. Nicht mehr und nicht weniger.
...

Man muss auch nicht USA-Spielen und meinen man könne die ganze Welt verändern und dafür ständig kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen.
Die blose Tatsache, dass die Anzahl an Menschen auf der Erde ständig ansteigt führt eben zwangsläufig zu immer mehr Problemen.
Da kannste in Deutschland dann wählen wen Du willst, da wird keine der Parteien bei den Amis oder in China etwas an den Umweltbedingungen verändern, in Afrika wird es weiter Brügerkriege, Hunger und Wassermangel geben und nur weil wir in Deutschland gewählt haben wird es auch trotzdem noch Selbstmordattentäter geben die meinen sie müssten einen heiligen Krieg fürhen und sich für 72 Jungfrauen im Jenseits in die Luft jagen.
Protugal, Spanien, Italien, Griechenland und noch weitere Nationen wären froh, wenn es ihnen "nur besser als anderen" ginge.
Und wenn ich dann behaupten kann, das es mir besser geht als anderen, dann finde ich, dass es schon verdammt viel ist.
Aber das ist nur meine Meinung.

Genau das ist falsch, denn Stillstand ist Rückschritt. Deutschland ist das beste Land der Welt (um darin zu leben) in meinen Augen, ganzheitlich betrachtet. Jedoch machen wir zu wenig daraus, bzw. die Regierung.
Die Grundlagen hier sind so grandios, das uns die halbe Welt beneidet. Trotzdem gibt es zu viele Ungerechtigkeiten und Fehler. Fragen wir mal die Komunen oder gewisse Berufsgruppen, ob wir gut dastehen. Gucken wir uns mal unseren Schuldenstand an. Gucken wir uns mal die Subventionsungerechtigkeiten, Steuerbetrügereien bzw. Befreiungen und Sonderkonditionen an. Das einzige Glück Deutschlands ist, dass der kleine Mann nirgendwo auf der Welt breitere Schultern hat.
Das finde ich fahrlässig und man könnte mit diesem Land noch viel verantwortlicher umgehen.

Und das ist eben Deine Meinung.
Das Erhalten des Status-Qou in einer Welt in der es immer mehr Unruhen, Querelen, Armut und Leid gibt emfpinde ich zwar nicht als Stillstand, aber so sind wir eben froh, dass wir in einem Land leben in der jeder seine Meinung frei mitteilen darf.

Davon abgesehen bin ich weiter der Auffassung, dass es keine Partei in Deutschland gibt die spürbare Änderungen/Verbesserungen innerhalb Deutschlands schaffen würde. Und alleine davon, dass Parteien etwas versprechen oder ankündigen ändert sich nunmal nichts.
Hätte eine Partei nur einen symphatischen, charismatischen Kopf mit reiner Weste würde diese Partei sicherlich einiges an Stimmen bekommen. Denn viele wählen schon lange nicht mehr nach Programm oder angekündigten Wahlversprechen die dann eh nur selten gänzlich gehalten werden, weil einfach in der Gesamtheit alles ineinander verschwimmt und jede Regierung eben das tut was getan werden muss, damit es weiter geht. Da werden die CDU zu Grünen und versprechen den Ausstieg aus der Kernkraft und die Grünen pflastern neue Autbahnen oder nehmen in Kauf wenn zig Mios für neue Bahnhöfe draufgehn. Daher wählen viele, wenn überhaupt, einzig und alleine das was ihnen symphatisch und vertrauenswürdig vorkommt. Hat man so etwas nicht, wie aktuell, dann wählt man das was man eben schon kennt und meint zu wissen woran man damit ist. So gesehen hat die Mehrheit vielleicht nicht für die CDU/CSU gestimmt sondern einfach gegen alles andere.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 22.September 2013, 21:30:56
Der erste Kopf rollt schon - wenn auch freiwillig!
Kristina Schröder steht in einem neuen Bundeskabinett nicht zur Verfügung.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 22.September 2013, 21:31:05
Deutschland ist zu dumm zum Wählen. Erschreckend!
Drastisch ausgedrückt, ja. Aber ich steh dazu.
Auch daher kommt dieses hohe Ergebnis für die CDU zustande.

Die Frage wäre was bei der Wahl heraus kommt, wenn nicht die CDU ganz oben auf den Wahlzetteln steht. Ich möchte nicht wissen wie viele dort ihr Kreuz gesetzt haben ohne auch nur eine Idee davon zu haben was sie machen.

Sorry, aber *facepalm*

Ziemlich peinliche Postings, will ich meinen. Kann ja jeder seine eigene Meinung haben, aber nur weil der Rest nicht so gewählt hat, wie man selbst das gerne gehabt hätte, denjenigen einfach mal Dummheit vorzuwerfen... Lächerlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 22.September 2013, 21:46:18
Nanana, meine Aussage wird jetzt falsch interpretiert und die Zitate so alleinstehend aus dem Zusammenhang gerissen.
Ist es schon soweit gekommen?
Ich werfe ein Großteil vor, sich nicht mit Politik zu beschäftigen und sich zu sehr über Werbekampagnen und Boulevardberichtserstattung  beeinflussen zu lassen.
Jeder soll wählen was er für richtig hält, da zwinge ich niemandem meine Meinung auf.
Aber wenn man fragt, warum wählst du die oder die Partei, dann kommen meine geschriebenen Floskeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 22.September 2013, 21:50:02
Zumal deine Aussage ja auch durch Zahlen gestützt werden. Gab diese Mal doch nur wenige %, die CDU aufgrund des Wahlprogramms gewählt haben (wird bei den anderen Parteien nicht groß anders sein). Bin gespannt, wenn die Wahl die Tage noch mehr ausgewertet wird, wird das sicher noch eklatanter aufgezeigt...

Ich finds Ergebnis auf jeden Fall eine Katastrophe bislang.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 22.September 2013, 21:52:48
Zitat
Gab diese Mal doch nur wenige %, die CDU aufgrund des Wahlprogramms gewählt haben (wird bei den anderen Parteien nicht groß anders sein).

Also sind alle dumm? :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.September 2013, 21:57:53
Fast die Hälfte der Deutschen die gewählt haben, hat sich für Angela Merkel und die CDU entschieden.
42% von etwa 75% der Deutschen haben sich für die Union entschieden. Das entspricht weniger als 1/3 der wahlberechtigten Deutschen. Für alle CDU-Hasser dürfte das ein gewisser Trost sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 22.September 2013, 21:59:05
Ich hab ja auf eine Große Koalition getippt, aber inzwischen würde ich das gar nicht mehr so gut finden. V.a. die SPD könnte sich dadurch ins eigene Fleisch schneiden. Vielleicht sollte die CDU mal mit einer absoluten Mehrheit regieren, kann sich dann aber nicht mehr hinter einem Koalitionspartner verstecken und muss wirklich für jeden Fehler gerade stehen.
Bei einer Koalition Schwarz-Grün habe ich die Befürchtung, dass sich die Grünen zu leicht abspeisen lassen würden. Dann gibt man ihnen den Veggie-Day und das Landwirtschaftsministerium und noch ein paar Kleinigkeiten und hält sie so, mit für die Masse relativ unwichtigen (bzw. nicht so im Fokus stehenden) Themen, ruhig.

Also vielleicht ist eine Absolute Mehrheit nicht so schlecht, auch wenn ich nicht verstehen kann wie und warum es so kommen konnte.

Im Übrigen bin ich selbst aus Bayern und bin der Meinung, dass eine so extrem starke CSU auch für die CDU nicht gut sein kann (Alleinregierung in Bayern + 8-9 % im Bund für die CDU gewonnen). Bin gespannt wie es v.a. mit der versprochenen und nicht umstrittenen Maut weitergeht. Aber das ist ein anderes Thema.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 22.September 2013, 21:59:46
Fast die Hälfte der Deutschen die gewählt haben, hat sich für Angela Merkel und die CDU entschieden.
42% von etwa 75% der Deutschen haben sich für die Union entschieden. Das entspricht weniger als 1/3 der wahlberechtigten Deutschen. Für alle CDU-Hasser dürfte das ein gewisser Trost sein.

Dass krasse daran ist: mit Überhangmandaten wird es wahrscheinlich trotzdem für die absolute Mehrheit reichen. (soviel zum Thema "Trost")
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 22.September 2013, 22:00:36
So, mal kurz meine Meinung dazu:

-Es ist wissenschaftlich erwiesen , das Menschen emotional wählen.
-Es ist eine Frechheit diesen deswegen Dummheit zu unterstellen.
-Die CDU hat die Wahlen gewonnen und das (bei so einem Ergebnis) absolut verdient.

Letzter Satz fällt mir als Grüner schwer, ist aber zutreffend.

Bei Wahlen ist es wie im Fußball, Meister wird wer die meisten Punkte holt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 22.September 2013, 22:06:33
Alle Menschen wählen emotional? Den Partner vielleicht.
Zu den Wahlen wurde tatsächlich mal wissenschaftlich erwiesen, dass ein Teil der Bevölkerung emotional wählt. Aber ein Teil auch rational. Und der emotionale Teil eben der ist, der sich nicht so auskennt aber sich so trotzdem eine Meinung bildet. Nichts anderes sag ich ja.
Ich habe erkannt, dass die Bezeichnung "Dummheit" nicht passend gewählt war und nehme diese Äußerung zurück.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 22.September 2013, 22:09:13
Zitat
Gab diese Mal doch nur wenige %, die CDU aufgrund des Wahlprogramms gewählt haben (wird bei den anderen Parteien nicht groß anders sein).

Also sind alle dumm? :D
Das sage ich wo genau?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LüddenDu am 22.September 2013, 22:10:22
Vergiss es
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 22.September 2013, 22:30:43

Leider geil. Jack Daniels hat allerdings mehr Prozente...

(https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash4/1233347_10153286226535010_244534743_n.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 22.September 2013, 22:33:16
Immerhin wurde endlich die "Spaßpartei"* aus dem Parlament gewählt.

(click to show/hide)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 22.September 2013, 22:42:27
Fast die Hälfte der Deutschen die gewählt haben, hat sich für Angela Merkel und die CDU entschieden.
42% von etwa 75% der Deutschen haben sich für die Union entschieden. Das entspricht weniger als 1/3 der wahlberechtigten Deutschen. Für alle CDU-Hasser dürfte das ein gewisser Trost sein.

Dass krasse daran ist: mit Überhangmandaten wird es wahrscheinlich trotzdem für die absolute Mehrheit reichen. (soviel zum Thema "Trost")

Naja, den Überhangmandate wird ja seit dieser Wahl mit Ausgleichsmandaten gegengesteuert. Keine Ahnung, wie genau das funktioniert, aber mal abwarten, wie es wirklich am Ende aussieht. Mir wäre eine Koalition auf jeden Fall lieber, als eine so knappe absolute Mehrheit. Den ein oder anderen, der auch innerhalb der Partei querschießt, kann es immer mal geben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 22.September 2013, 22:48:41
Fast die Hälfte der Deutschen die gewählt haben, hat sich für Angela Merkel und die CDU entschieden.
42% von etwa 75% der Deutschen haben sich für die Union entschieden. Das entspricht weniger als 1/3 der wahlberechtigten Deutschen. Für alle CDU-Hasser dürfte das ein gewisser Trost sein.

Dass krasse daran ist: mit Überhangmandaten wird es wahrscheinlich trotzdem für die absolute Mehrheit reichen. (soviel zum Thema "Trost")

Naja, den Überhangmandate wird ja seit dieser Wahl mit Ausgleichsmandaten gegengesteuert. Keine Ahnung, wie genau das funktioniert, aber mal abwarten, wie es wirklich am Ende aussieht. Mir wäre eine Koalition auf jeden Fall lieber, als eine so knappe absolute Mehrheit. Den ein oder anderen, der auch innerhalb der Partei querschießt, kann es immer mal geben.

Dann wird Wolfgang Bosbach, die nächsten Vier Jahre über Europa entscheiden ;)

Aber ich fühle mich eigentlich genauso "schlau", wie vor 18Uhr; und kann mit dem Ergebnis mal absolut gar nichts anfangen.
Einziger Lichtpunkt: FDP raus! Bei der AfD habe ich noch das ungute Gefühl, dass die sich irgendwie hereinmogeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 22.September 2013, 23:11:10
Naja, den Überhangmandate wird ja seit dieser Wahl mit Ausgleichsmandaten gegengesteuert. ..

Achja, das ist ja neu. Also wenn eine Partei mit ihren Direktmandaten plus dem Zweitstimmenanteil prozentual mehr Sitze im BT erhalten würde, als es dem Prozentsatz der abgegebenen Zweitstimmen entsprechen würde, dann wird ab 2013 der BT so lange aufgefüllt, bis die prozentuale Sitzverteilung (aus Zweitstimmen) wieder erreicht ist (oder so). Da fühle ich mich wie so ein Erstwähler. Aber bin heute ja auch nach 3mal Wahlzettel ungültig machen das erste Mal seit langem wieder zum Wählen wählen gegangen.




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 22.September 2013, 23:19:09
...
Mir wäre eine Koalition auf jeden Fall lieber, als eine so knappe absolute Mehrheit. Den ein oder anderen, der auch innerhalb der Partei querschießt, kann es immer mal geben.

Seh ich auch so. Wenn eine Regierung kaum oder nur sehr bedingt mehrheitsfähig ist wird jede Entscheidung zur Hängepartie oder ein paar Wichtigtuer meinen sie könnten ihre irrwitzigen Forderungen durchsetzen indem sie sich quer stellen.
Darauf spielt vermutlich auch j conway an. (?)

Das wäre unter Umständen und bei aktuellem Stand (bzw. sofern eine Mehrheit ereicht werden würde) in einer Rot/Rot/Grünen Regierung ja vermutlich noch extremer als bei einer absoluten Mehrheit der CDU/CSU.

Ich persönlich würde es ja begrüßen, wenn es jetzt zu einer Schwarz/Grünen Regierung kommen würde.
Die Grünen wollten doch immer eine Energiewende und den Ausstieg aus der Atomkraft. Dann sollens nu auch mit anpacken und zusehn wie wir das gebacken bekommen, ohne dass ich bald nen Nebenjob brauch um mir den Strom auch leisten zu können oder mein eigenes Kraftwerk im Keller aufstellen muss.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 22.September 2013, 23:30:48
...
Mir wäre eine Koalition auf jeden Fall lieber, als eine so knappe absolute Mehrheit. Den ein oder anderen, der auch innerhalb der Partei querschießt, kann es immer mal geben.

Seh ich auch so. Wenn eine Regierung kaum oder nur sehr bedingt mehrheitsfähig ist wird jede Entscheidung zur Hängepartie oder ein paar Wichtigtuer meinen sie könnten ihre irrwitzigen Forderungen durchsetzen indem sie sich quer stellen.
Darauf spielt vermutlich auch j conway an. (?)

[...]

Genau!
Gerade bei brenzligen Themen, was den Euro und Europa betrifft, gibt es zu 99,9% Abweichler in den eigenen Reihen. Und eine Mehrheit von zwei/drei "Sitzen" könnte sich dann schnell in Luft auflösen.

Die FDP steht laut "Bundeswahlleiter" mittlerweile bei 4,9% - Tendenz steigend! "Die Zeit" spricht von 4,97%.
http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/ergebnisse/bundesergebnisse/index.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 22.September 2013, 23:52:34
Fast die Hälfte der Deutschen die gewählt haben, hat sich für Angela Merkel und die CDU entschieden.
42% von etwa 75% der Deutschen haben sich für die Union entschieden. Das entspricht weniger als 1/3 der wahlberechtigten Deutschen. Für alle CDU-Hasser dürfte das ein gewisser Trost sein.

Das kannste überall anwenden. Lediglich 8% von etwa 75% der Wahlberechtigten haben grün gewählt. Wieviele Drittel der Gesamt-Wahlberechtigten sind das in etwa?  :P

Edit: der Link oben ist auch interessant...Linke oder Grüne haben bundesweit weniger Zweitstimmen gesammelt als die CSU allein in Bayern ;D Aber in den Medien trommeln und Reden schwingen als ob sie mords wen vertreten...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 23.September 2013, 01:09:36
Kommando zurück! FDP bleibt bei 4,8%, die AfD bei 4,7%!
Es fehlen lediglich noch zehn Wahlbezirke. Das vorläufige Endergebnis müsste in der nächsten Stunde veröffentlicht werden.
Einzige Koalitionsmöglichkeiten wären eine Große Koalition (+ 178) oder Rot-Rot-Grün (+2). Es bleibt also abzuwarten, wie sich die SPD entscheidet.
Heute wurde zwar - vorallem Seitens der Grünen - nochmals geäußert, man würde nicht mit der Linken koalieren. Aber wer weiß wie das in den nächsten Tagen ausschaut, wenn tatsächlich die Kanzlerschaft für die SPD möglich ist. Allerdings ging so ein Experiment schon einmal daneben (Hessen `08).
Oder geht die SPD in die Opposition, wie es Steinbrück fordert? Dann wäre nur eine Minderheitsregierung der Union möglich, um Merkel als Kanzlerin zu stellen. So wird man allerdings kaum eine Legislaturperiode "voll machen" können.
Oder es gibt Neuwahlen. Dann könnte die Union nochmals versuchen, die absolute Mehrheit zu erringen bzw. hoffen, dass die FDP sich in den wenigen Wochen wieder einigermaßen fängt. Allerdings kann man spätestens dann davon ausgehen, dass es die AfD in das Parlament schaffen würde. Also wäre man im schlechtesten Fall schlauer, als wie zuvor + hätte die AfD im Bundestag.

Ich denke, die SPD wird höchstens ein paar Pseudo-Sondierungsgespräche mit den Linken führen, um dann als "Juniorpartner" in eine Große Koalition zu gehen.
Allerdings würde ich an ihrer Stelle das Risiko eingehen, eine Regierung mit den Grünen+Linke zu bilden. Wer weiß, wann sie das nächste Mal die Möglichkeit haben, als stärkste Partei in eine Regierung zu gehen. Zu verlieren hat von den drei Parteien eh niemand etwas.

Außerdem muss ich nochmals erwähnen, dass die Oppositionsparteien ein Armutszeugnis abgegeben haben. Wenn eine Partei - vor 6 Monaten gegründet - auf Anhieb fast 5% der Stimmen holt, muss sich die Opposition auch fragen, warum man diese ~5% nicht für sich mobilisieren konnte? Diese fehlenden Stimmen hätten eine Rot-Rot-Grüne Regierung wohl um einiges realistischer gemacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 23.September 2013, 01:35:59
Schwarz-Grün ist auch noch rechnerisch möglich. Stand jetzt (297 v. 299 Wahlbezirke) kommen CDU/CSU+Grüne auf 50,1 %.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 23.September 2013, 01:42:03
Schwarz-Grün ist auch noch rechnerisch möglich. Stand jetzt (297 v. 299 Wahlbezirke) kommen CDU/CSU+Grüne auf 50,1 %.

Huch!
Natürlich! Sehr deutlich sogar (+56). Selbst CDU+Linke wäre - rein theoretisch - möglich (+56).
Aber ich weiß nicht, inwiefern die Grünen ihre Stammwähler - falls solche überhaupt noch existieren - vergraulen würden, wenn sie auf einmal mit der CDU regieren. Würde dann eigentlich auch auf dem Oktoberfest ein "Veggie-Day" eingeführt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 23.September 2013, 01:54:01
CDU+Grün würde mittlerweile nach dem Atomausstieg eigentlich gut passen. Grün könnte sich tatsächlich mal an grüner Politik beteiligen. In der Opposition könnte es schwerer sein, sich zu profilieren.
Aber nach aktuellem Stand sinds nur noch 49,9 % für die Farb-Kombi.
 
Wie funktioniert das eigentlich mit der Minderheitenregierung? ist so eine stabile Regierung möglich? Muss mich mal begoogeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 23.September 2013, 02:00:11
Jein. Irgendeine Partei (in der vergangenheit wars die Linke) muss eben die Regierung tolerieren, d.h. bei der Bildung der Regierung erstmal für sie votieren um die nötigen Stimmen zu erzeugen. Solange dann die Regierung passende Politik macht um eben eine Mehrheit zu erzeugen gehen die Abstimmungen Problemlos durch. Problematisch wird es, wenn man was durchdrücken will. Dann reicht eben nicht die Parteilinie der eigenen Abgeordnete, sondern dann müssen auch X abgeordnete aus der Opposition, die ja eine Mehrheit hat, für die Regierung stimmen. Bei strittigen Themen oder um die Regierung zu "stürzen" wird dass dann nicht klappen wenn sich auch die Oppositionsabgeordneten an die parteilinie halten. Gibts da genug "schwarze Schafe" ist das wieder eine andere Sache, aber das hängt ja auch oft vom Thema ab.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 23.September 2013, 02:27:35
Thanks Don.

.. Dann reicht eben nicht die Parteilinie der eigenen Abgeordnete, sondern dann müssen auch X abgeordnete aus der Opposition, die ja eine Mehrheit hat, für die Regierung stimmen...

... was bei einer Opposition aus rot-rot-grün eigentlich auf dem Papier so einfach sein sollte wie Spinat auf einem Kindergeburtstag unters Volk bringen. Ok ich gehe pennen und albträume hoffentlich nicht von einem Porno, indem die SPD die Beine für Mutti breit macht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 23.September 2013, 02:33:21
Um mal ein bischen zu Niveau in die Alt-Neu-Kanzlerdiskussion zu bringen:
Wie nennt man eigentlich eine Mom, die es liked, to fucken? M(om) (wh)o l(ikes to) f(uck)?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 23.September 2013, 03:24:46
...
Aber nach aktuellem Stand sinds nur noch 49,9 % für die Farb-Kombi.
...

Ich bin jetzt sicherlich kein Experte, aber mit den %-Angaben die das absolute Wahlergebnis anzeigen kommste da nicht mehr weit. Diese 49,9% entsprechen den Stimmen aller Wähler. Relevant werden bei der Sitzeverteilung des Bundestags aber nur noch die Stimmen die an Parteien gingen die auch in den Bundestag einziehen. Und da hat dann die CDU eben annähernd 50% und erhällt entsprechend schon fast die Hälfte aller Sitze. Die paar Sitze die dann noch zur Absoluten Mehrheit fehlen würde durch jede zusätzliche Partei locker erreicht werden.
Hier mal ne kleine Grafik die das verdeutlicht.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-09/koalitionen-bundestagswahl-2013
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 23.September 2013, 06:29:19
Relevant werden bei der Sitzeverteilung des Bundestags aber nur noch die Stimmen die an Parteien gingen die auch in den Bundestag einziehen.

Oje, peinlicher Denkfehler meinerseits.Sorry.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 23.September 2013, 08:26:29
Was bin ich froh, dass ich aufgestanden bin und sah, dass die AfD doch unter 5% blieb. Leider trifft das auch auf die FDP zu. So wird es sicher eine Große Koalition und damit eine stabile Regierung der Kompromisse geben. Was Europa betrifft, waren beide Parteien vor dem Wahlkampf ja in ähnlichem Fahrwasser, das bleibt hoffentlich so. Streit gibt es sicher noch zum Thema soziale Gerechtigkeit und Mindestlöhne, aber man wird sich einigen können. Es bleibt nur überraschend, wie ein vermeintliches Randthema wie eine PKW-Maut (für Ausländer) weiterhin so hohe Wellen schlägt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Picard2606 am 23.September 2013, 08:43:24
Ich sehe programmatisch eigentlich nicht so viele Gemeinsamkeiten zwischen SPD/Grünen und CDU.

Mindestlöhne, Bürgerversicherung, Steuererhöhungen für Besserverdiener, Investitionen statt Sparen, Gemeinschaftsschule; auch europapolitisch sind SPD und Grüne ja nicht komplett gegen Lösungen wie Schuldenschnitt oder Eurobonds. Ich glaube nicht, daß diese Punkte mit der CDU machbar sind.

Es ist mir unklar, warum man sich einem Linksbündnis, das sich programmatisch in oben genannten Punkten ja (zumindest auf dem Papier) einig ist, komplett versperrt. Da macht die SPD IMHO einen großen Fehler, denn als kleines Anhängsel der Übermutter kann sie nur verlieren. Gilt genauso für die Grünen.

Auch die Linke muss allerdings begreifen, daß sie ihre eher absurderen Forderungen (Abschaffen der Bundeswehr etc..) zurückstellen muss, um oben genannte Kernpunkte einer linken Politik umsetzen zu können. Auch europapolitisch muss sie konstruktiver werden.

Für die CDU könnten die nächsten 4 Jahre der politische Offenbarungseid werden. Weder innen- noch europapolitisch wird man es sich nochmals leisten können, 4 Jahre unter dem Radar zu fliegen, mit einem kleinen sozialpolitischen Zuckerstückchen hier und da. Und ich wette darauf, daß die wirtschaftspolitischen Daten (Mini-Wachstum durch Export, Niedrigzinsen) sich bald ändern werden und man dann nicht mehr davon ausgehen kann, daß sich der Schuldenabbau von alleine erledigt.
Dann muss man sich entweder kräftig nach links lehnen (die Chancen dafür sind ungefähr die gleichen wie die eines Champions-League-Gewinns vom Karlsruher SC in den nächsten 4 Jahren) oder es gibt die sozialpolitische Schocktherapie a la Agenda 2020. Da wäre dann die SPD als Koalitionspartner in Übung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zuzu am 23.September 2013, 08:51:00
Es bleibt nur überraschend, wie ein vermeintliches Randthema wie eine PKW-Maut (für Ausländer) weiterhin so hohe Wellen schlägt.
Das Thema PKW-Maut ist eben in der Bevölkerung sehr populär; zum Einen wäre eine PKW-Maut für Ausländer für viele "ausgleichende Gerechtigkeit", zum Anderen eine einfache Einnahmequelle, die uns allen zu Gute kommen würde.

Das Ergebnis der Wahl gestern hat mir persönlich gut gefallen, die AfD ist draussen, die Grünen haben gut verloren und auch die FDP ist weg.
Ich hoffe, dass die AfD wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Eine Partei, die nur davon lebt, mit dem grossen "DAGEGEN!!!"- Schild durch die Gegend zu laufen, ist sicherlich keine echte Alternative. Und die FDP, die mit einem angestaubten und zu jeder zeit von gestern wirkendem Spitzenkandidaten und ohne jegliches Profil darum gebettelt hat, die Stimmenbrotkrumen der CDU abzugreifen ist auch gerechtfertigterweise draussen Da muss auch mal gekehrt werden. Zitat Die Welt."Auch der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, übte heftige ... "Man wählt niemanden, der sich zum Wurm macht", sagte Becker." Recht hat er.

Gott sei Dank hat aber auch die CDU keine absolute Mehrheit erreicht. Durch die fehlende Unterstützung im Bundesrat wäre man wieder fast handlungsunfähig gewesen. Sollte man nun in eine große Koalition gehen, könnte man tatsächlich etwas bewegen - wenn man sich denn einig wird. Aber davon gehe ich aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 23.September 2013, 09:13:16
Das Thema PKW-Maut für Ausländer ist eine eher rechtsgerichtete Forderung und damit sicher nichts, womit ich mich anfreunden kann. Schließlich soll es nur Ausländer und nicht Inländer betreffen. Auch wenn wir im Ausland eine Maut zahlen müssen, das tun die einheimischen Bürger dort ja auch. Zumal es europarechtlich scheinbar auch nicht durchsetzbar ist. Der Horst Seehofer will nur wieder das Beste für seine Bayern herausholen. Das ist durchaus legitim, aber man sollte auch ganz Deutschland und geltendes Recht im Blick haben.

Wenn es eine Große Koalition gibt, wird die SPD auch ihre Forderungen zum Teil zurückschrauben oder revidieren müssen. Denn die stimmkräftigere Partei ist die CDU/CSU und deshalb kann man nicht alle seine wichtigen Forderungen durchsetzen, wenn diese gegen die Ideen der Union gehen. Aber da lauert auch wieder das Problem: Gibt man zuviele eigene Forderungen auf, dann droht bei der nächsten Wahl wieder ein Debakel und dann wird sich die Linkspartei freuen. Fordert man hingegen zuviel, geht die Union vielleicht auf die Grünen zu (mein Horrorszenario). Es gibt dann lange Hängepartien und das kann sich ein wirtschaftsstarkes Land wie Deutschland kaum leisten. Man wird sich also aufraffen und ein paar wichtige Forderungen der SPD durchbringen, aber an anderen Stellen auch zurecht zurückstecken müssen.

Und Rot-Rot-Grün wird es nicht geben, da sind die Gräben zu tief. Die Linke ist leider wirklich zu sehr gespalten. Die Gysi-Seite ist durchaus für Kompromisse bereit und wäre eine Regierungsoption. Aber der nicht unbedeutende Wagenknecht-Flügel beharrt auf ihren teils überzogenen Forderungen und bleibt damit nicht regierungsfähig. Man sieht es auch zum Teil an den Wahlergebnissen der Linken. Während diese im Osten stark ist (wobei das vielleicht an der Vergangenheit liegt, NPD und AfD waren auch ziemlich gut dabei), gibt es im Westen mitunter kaum Stimmen. Das kann nicht nur an der Teilung Deutschlands liegen.
Zu den Grünen brauche ich nichts sagen, da ich die Umweltpartei in so gut wie keinem Punkt unterstützen kann.

Gefreut hätte ich mich über einen Einzug der Piratenpartei in den Bundestag. Nicht weil ich mit ihnen und den Inhalten identifizieren kann, sondern weil sie eine neue Kultur in das manchmal veraltet wirkende Plenum gebracht hätten. Sie wären dann zwar aufgrund mangelnder Inhalte zugrunde gegangen, aber aus der Erfahrung hätte man lernen können.

Andere Frage: Ein Teil der Quellen behauptet, im Bundestag gibt es 598 Sitze (300 für die Mehrheit nötig), bei anderen gibt es 630 Sitze (316 braucht die Mehrheit mindestens). Die erste Zahl ist ja die Grundanzahl an Mandaten im Bundestag, dazu kommen Überhangmandate. Wie kommt man auf 630? Sind denn schon alle Überhangmandate ausgezählt und verteilt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 23.September 2013, 10:39:13
Das Thema PKW-Maut für Ausländer ist eine eher rechtsgerichtete Forderung und damit sicher nichts, womit ich mich anfreunden kann.
Wieso ist das eine rechtsgerichtete Forderung?
Ich versuche das mal kurz zusammenzufassen.
1. Der gemeine deutsche Autofahrer zahlt Kosten für Ausbau und Erhaltung des Straßennetzes über Steuern.
2. Der sich auf deutschen Straßen bewegende Ausländer zahlt diese Steuern nicht.
3. Kommt der deutsche Autofahrer in einige andere europäische Länder zahlt er dort ebenfalls Maut.

Das deutsche Straßen- (Autobahn)netz ist eines der bestausgebautesten der Welt. Um es zu erhalten und teilweise noch zu verbessern(? ;)) müssen Unsummen aufgebracht werden. Wer die bestehenden Straßen "abnutzt" kann dann gerne auch für die Kosten der Instandhaltung (mit) aufkommen.
Ich würde auch als Deutscher eine PKW-Maut in Kauf nehmen, wenn dafür andere Steuern gesenkt werden. So zahl ich dann nur für die Autobahn, wenn ich sie auch benutze. Wobei das bei mir doch zielich häufig ist und ich ein Dauerabo bräuchte. ;) 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KalleRiedleIstDerBeste am 23.September 2013, 11:13:31
Die Pkw-Maut ist doch europarechtlich gar nicht vereinbar. Ich dachte, dass die Pkw-Maut nur für Ausländer schon längst vom Tisch wäre und jetzt ein Alternativ-Modell mit Mautkosten für In- und Ausländer, dafür aber herabgesetzter Kfz-Steuer für Inländer diskutiert wird. Was wiederum das deutsche Steuersystem ad absurdum führen würde, da gemäß diesem die Kfz-Steuer Fahrer sparsamer, umweltfreundlicher Fahrzeuge weniger belangt, als die Fahrer hubraumstarker PS-Boliden. Die Maut macht keine Unterschiede, wäre also dann auf deutsche Fahrer bezogen aus umweltfreundlicher Sicht ein Rückschritt.

Der Ausländeranteil auf deutschen Straßen liegt laut "ADAC" bei 5,2 Prozent. "Ages" (ein Maut-Dienstleister) rechnet mit ca. 700 Millionen Euro im Jahr, falls eine Maut - erstmal egal welchen Typs - eingeführt würde. Das würde allenfalls die Vignette rechtfertigen, aber auf keinen Fall ein System mit elektronischer Erfassung. Da kommen ja irrsinnige Kosten heraus, wenn jeder deutsche Pkw mit so einer Erfassung ausgestattet werden müsste, die in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen.

Dies alles mal davon abgesehen, dass der Staat jährlich durch Mineralölsteuer, KfZ-Steuer und Lkw-Maut 53 Milliarden Euro einnimmt. Geld also, das ausschließlich durch autospezifische Abgaben zusammenkommt. Das Problem ist doch, dass der Staat schlicht und ergreifend nur einen geringen Teil davon in die Straßen reinvestiert. Wer sagt denn, dass sich das ändert, wenn die Pkw-Maut eingeführt wird? Das meiste Geld kommt durch die Mineralölsteuer und die Kfz-Steuer zusammen und die können - im Gegensatz zur Maut - zweckungebunden verwendet werden. Womöglich würde der Ertrag der Pkw-Maut nur von den Steuereinnahmen abgerechnet und unsere Straßen blieben marode.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 23.September 2013, 12:02:52
Als Fazit halten die Experten des Bundesjustizministeriums fest: "Europarechtlich vollkommen unbedenklich wäre lediglich eine Mehrbelastung durch die Maut in gleicher Höhe für Inländer und Ausländer ohne jegliche Kompensation, also faktisch eine Abgabenerhöhung (auch) für Inländer." Wenn also eine Maut kommen soll, dann für alle und ohne deutsche Sonderregelung: Man darf gespannt sein, wie Seehofer das seinen Bayern erklären wird. (Quelle: Die Welt)

und beim ADAC kann man sich über die "Maut-Mythen" informieren: http://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/MautIrrtum.aspx (http://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/MautIrrtum.aspx)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 23.September 2013, 21:44:43
Gibts eigtl die Piraten noch?  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 23.September 2013, 21:46:21
Erwähnte ich eigentlich schon, dass in Hessen die FDP mit dem letzten ausgezählten Wahlkreis heute Nacht um 1:20 Uhr noch in den Landtag gerutscht ist. Das heißt da geht es irgendwie um 10-20 Stimmen, so um den Dreh vermutlich, ich muss mal eine Auflistung suchen. Das ist doch scheiße. Wären da ein paar nicht-FDP-Wähler mehr wählen gegangen... Naja, wird so oder so Opposition, wir kriegen, wenn die SPD eier hat Rot-Rot-Grün (Was mein Favorit wäre), Schwarz-Grün (Was ich nicht hoffe) wenn die Grünen die Eier dazu haben, und Schwarz-Rot (Was ich auchnicht hoffe) wenn garkeiner Eier hat. Allerdings haben sowohl Bouffier (CDU, Vollpfosten) als auch Schäfer-Gümbel (SPD, doofer Name und auch nicht viel besser als Bouffier) beide signalisiert das sie mit allen Parteien, also auch der Linken sprechen werden. FDP hat eben, wie gesagt, keine Relevante Masse. Ich rechne aber hier nicht vor Dezember mit Ergebnissen. Mal sehen wohin die Reise geht.

@Baske: Japp. In Hessen haben sie stolze 2% erreicht, auf Bundesebene sah das glaube ich ähnlich aus. Dabei war doch bei uns ein Student direkt Kandidat. Wie kann man den denn nicht wählen???? [Das war Ironie.]
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ador am 23.September 2013, 23:05:53
Kuriosum: Den Wahlkreis Essen III hat der CDU-Direktkandidat gegen die SPD-Kandidatin mit einem Vorsprung von drei (!) Stimmen gewonnen --> 59043:59040.
Hier ist ein Spruch wie "es kommt auf jede Stimme an" tatsächlich mal angebracht.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 23.September 2013, 23:11:04
Soviel dann auch zum Thema "Auf meine Stimme kommt's ja eh nicht an" *schieltauffaulenichtwähler*
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 24.September 2013, 08:42:43
Erwähnte ich eigentlich schon, dass in Hessen die FDP mit dem letzten ausgezählten Wahlkreis heute Nacht um 1:20 Uhr noch in den Landtag gerutscht ist. Das heißt da geht es irgendwie um 10-20 Stimmen, so um den Dreh vermutlich, ich muss mal eine Auflistung suchen. Das ist doch scheiße. Wären da ein paar nicht-FDP-Wähler mehr wählen gegangen... Naja, wird so oder so Opposition, wir kriegen, wenn die SPD eier hat Rot-Rot-Grün (Was mein Favorit wäre), Schwarz-Grün (Was ich nicht hoffe) wenn die Grünen die Eier dazu haben, und Schwarz-Rot (Was ich auchnicht hoffe) wenn garkeiner Eier hat. Allerdings haben sowohl Bouffier (CDU, Vollpfosten) als auch Schäfer-Gümbel (SPD, doofer Name und auch nicht viel besser als Bouffier) beide signalisiert das sie mit allen Parteien, also auch der Linken sprechen werden. FDP hat eben, wie gesagt, keine Relevante Masse. Ich rechne aber hier nicht vor Dezember mit Ergebnissen. Mal sehen wohin die Reise geht.

@Baske: Japp. In Hessen haben sie stolze 2% erreicht, auf Bundesebene sah das glaube ich ähnlich aus. Dabei war doch bei uns ein Student direkt Kandidat. Wie kann man den denn nicht wählen???? [Das war Ironie.]

Bei euch in Hessen wäre doch auch die Ampel aus SPD, FDP und Grünen möglich. Aber das ist wohl noch unwahrscheinlicher als Schwarz-Grün.
Die FDP ist jetzt nur noch bei uns in der Regierung und hat auch keine so schlechten Karten, das nächstes Jahr zu bestätigen. Wenn man sich nun aufrappelt und wieder zur liberalen Politik zurückkehrt, dann könnte man den Aufschwung wählen. Da wirkt sich eine Neuaufstellung der Bundes-FDP dann positiv auf die Landes-FDP aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 24.September 2013, 11:36:09
Ja, aber die Ampel ist ja noch unwahrscheinlicher als RRG. Da glaube ich eher an ein erneutes Linkes Experiment.

Im Radio sagten sie zu RRG "...Aber Schäfer-Gümbel wird es schwer haben eine Rot-Rot-Grüne Regierung den Hessen zu verkaufen."
Ich denke, dass das einer der Knackpunkte ist. Wir waren Jahrelang, leider, eine Hochburg der CDU, sicherlich auch dank Roland Koch, den ich übrigens für deutlich kompetenter als den ganzen aktuellen Mist halte. Die Linke ist hier kaum akzeptiert, hat ja auch eher wenige Punkte. Hier gab es ja schon einen riesen Aufschrei als Darmstadt einen grünen OB bekam...
Ich befürchte halt, dass RRG daran scheitert, das die SPD nicht die Eier hat das durchzudrücken. Einerseits eben wegen kritischer Stimmen, andererseits weil die Linken nunmal auch die Linken sind. Wünschen würde ich es mir, wie gesagt, trotzdem.

Schwarz-Grün sehe ich übrigens garnicht mal als so unwahrscheinlich an. Die haben eigentlich nur einen wirklichen Knackpunkt und das ist der Flughafen. Den haben aber alle Parteien, der ist ein riesen Thema in Hessen. Ein Großteil des Rhein-Main gebietes wird mittlerweile vollgelärmt, meine Schwester wohnt nördlich von Aschaffenburg, schon in Bayern. An klaren Sommertagen sieht, und hört teilweise, man da einen Flieger nach dem anderen reinrauschen. Und da sind die noch ganz oben, je tiefer die sinken, klar, desto stärker die Lärmbelastung. Andererseits ist das eben DER Arbeitgeber und auch enorm wichtig für die Region. Regieren werden die, die sich da am ehesten einigen können. und das wird schwer, da gibt es aber eben gute Chancen auf RRG oder SG.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Wegelagerer am 25.September 2013, 11:39:29
Hier mal was ganz interessantes für alle Wähler des sozialdemokratischen Flügels:

https://www.openpetition.de/petition/online/offener-brief-gegen-eine-grosse-koalition-fuer-rot-rot-gruen-als-soziale-alternative-fuer-deutschlan

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.September 2013, 12:55:54
Mein Kumpel in Indonesien hat HEUTE seine Breifwahlunterlagen bekommen. Sagen wir einfach malk es gibt x-Tausend Deutsche, die im Ausland leben, die alle ihre Breifwahlunterlagen NACH der Wahl bekommen. Also für mich ist das ein riesiger Skandal und die Wahl gehört annuliert. Zumindest vorrausgesetz diese Masse (wobei man nicht unbedingt davon ausgehen muss, dass alle keine Benachrichtigung bekommen hat wäre nur 0,3%. Kalr, das müssten irgendwo über 100000 sein. Gibts irgendwo ne Statistik, wieviele Deutsche im Ausland leben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 25.September 2013, 13:05:26
Annulieren ? Das ist jetzt nicht Dein ernst ?!
Ich kann mir gut vorstellen, dass viele im Ausland lebenden Deutsche überhaupt nicht hinterlassen haben wo sie da leben und sie so garkeine Unterlagen zugesendet bekommen können.
Wer im Ausland lebt und trotzdem an den Wahlen in Deutschland teilnehmen will hat doch sicherlich Mögichkeiten um sicherzustellen, dass die Unterlagen frühzeitig zur Verfügung stehen. Kann ja auch die Bundesregierung nichts für, falls die Postdienste in anderen Länder nicht reibungslos funktionieren. Frage wäre da also eher wann die Unterlagen abgesendet wurden und nicht wann Dein Kumpel sie erhalten hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.September 2013, 13:10:59
Wer nicht hinterlassen hat wo er lebt will nicht wählen. Briefwahl muss man, wie du vielleicht weißt, (frühzeitig) beantragen.
Mein Kumpel lebt auf Lombok. Da gibts nen internationalen Flughafen. Aber anscheinend kam die Post MIT DEM SCHIFF.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 25.September 2013, 13:13:07
Ich sehe das auch wie Casho. Die Behörden//Gemeinden hatten in Deutschland schon alle Hände voll zu tun, um die Briefwahlunterlagen rechtzeitig an den Mann zu bringen, da der Ansturm wohl so groß wie noch nie gewesen sein soll. Und da wird sich kaum jemand dafür interessieren, ob nun jemand in Indonesien an der Wahl teilnehmen kann, oder nicht.

Muss man denn, als in Ausland lebender Deutsche, die Wahlunterlagen nicht selbst beantragen? Wer weiß, wann dein Kumpel dies gemacht hat. Und direkt darauf zu schließen, dass es allen so ergangen sein muss, ist auch ... naja ... merkwürdig!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Vidukano10 am 25.September 2013, 13:13:32
Auf die ausländische Post hat Deutschland nunmal keinen Einfluss. Ich hatte die Wahlunterlagen problemlos im Internet angefordert und einen (!!) Tag später bereits im Briefkasten.

Wer in Ländern mit solch schlechter Anbindung wohnt sollte das vorher berücksichtigen uns jemanden Vor-Ort eine Vollmacht erteilen.

@rot-rot-grün
bitte nicht. Eine Linke Regierungsbeteiligung wäre für mich mit das schlimmste was in Deutschland passieren kann. Eine große Koalition sehe ich jedoch mit guten Chancen verbunden. Die Hartz4-Ausländerpartei SPD mit dem konservativen Gedankengut der CDU könnte einige vernünftige Kompromisse hervorbringen. Auf diese Dreierkoalition ohne jegliche Fachkräfte für Wirtschaft/ und Arbeit kann ich aber gerne verzichten.

Die Grünen ohne Verbotspolitik und mit wirtschaftlichem Fachverstand, das wäre mal eine Partei für mich - leider gibt es sowas im deutschpolitischem Raum nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.September 2013, 13:27:01
Wie ich bereits erwähnte stellte mein Kumpel einen Antrag. Es ist davon auszugehen, dass der Antrag mindestens 4 Wochen vor der Wahl gestellt wurde. ER ist 1. nicht Blöd und 2. ist seine Freundin in solchen Dingen eine Nervensäge. Es muss alles sofort eerledigt werden.
Die beiden haben ihren Hauptwohnsitz in Deutshcland und halten sich in Indonesien mit Arbeitsvisum auf. Sie sind also in Deutschland lebende Deutsche und Wählen gehört zu ihren Bürgerrechten. Ist natürlich ultrademokratisch zu sagen "ist doch scheissegal, ob so ein paar Holzköpfe in Indonesien nicht wählen können". Und nein, ich habe ncih auf alle im Ausland lebenden Deutschen geschlossen, ich habe nur die Möglichkeit erwähnt. Ich sagte X-Tausend. Deutsche im Auland, die alle ihre Wahlunterlagen nach der Wahl bekommen haben. Wiegroß der Anteil X an den "Gesamtdeutschen" im Ausland ist bleibt dabei ziemlich offen. Klar kann man sagen "ja, der Anteil reicht ja eh nicht um was zu verändern.
Naja die können dann jetzt wenigstens 4 Jahre lang glaubhaft versichern, dass sie nicht Schuld sind. Sie haben ja nciht gewählt - Oh. Da war ja was...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 25.September 2013, 13:39:50
Na moment, nun vermischt Du da aber einige wohl grundlegende Dinge.
Im ersten Post zu dem Thema sprichst Du noch von im Ausland lebende Deutsche. Jetzt handelt es sich um Deutsche die hier noch gemeldet sind aber sich im Ausland aufhalten...ob und wann Dein Kumpel was eingereicht/beantragt hat oder nicht wissen wir ja nicht. Blödheit unterstellen will hier auch niemand.
Frage bleibt halt weiterhin wann der Antrag eingreicht wurde, wann abgeschickt und wieviel man für so einen Postweg dann als angebracht betrachten sollte. Wie ich die deutsche Bürokratie kenne ist das doch sicherlich alles penibl festgelegt und umschrieben.

Dass das für die Betroffenen in jedem Fall ärgerlich ist stell ich nicht in Frage. Aber dann direkt von Skandal und Annulierung zu schreiben, ohne dass die genauen Umstände überhaupt klar sind finde ich halt etwas übertrieben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Wegelagerer am 25.September 2013, 13:41:55
Ich sehe das auch wie Casho. Die Behörden//Gemeinden hatten in Deutschland schon alle Hände voll zu tun, um die Briefwahlunterlagen rechtzeitig an den Mann zu bringen, da der Ansturm wohl so groß wie noch nie gewesen sein soll. Und da wird sich kaum jemand dafür interessieren, ob nun jemand in Indonesien an der Wahl teilnehmen kann, oder nicht.

Ich kann das als Gemeindebediensteter nur bestätigen. Wir hatten bei ca. 8000 Einwohnern ca. 1500 Briefwähler.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Aki am 25.September 2013, 13:43:15
Dass die Unterlagen zur Briefwahl nicht rechtzeitig angekommen sind, ist natürlich sehr ärgerlich. In den meisten Fällen werden die Unterlagen ins Ausland wohl mit der Luftpost versandt. Wenn das in diesem Fall nicht der Fall war, würde ich die entsprechende Gemeinde kontaktieren, damit das in Zukunft nicht mehr vorkommt. Dass bei der Briefwahl leichter etwas schief gehen kann, ist klar. Es wird sich aber trotzdem um Ausnahmen handeln, insofern ist die Forderung nach einer Annulierung "ein wenig" überzogen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 25.September 2013, 13:48:41
@White: Frag deinen Kumpel doch mal, wie das mit dem Antrag und den Fristen war, ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass die Unterlagen nicht sofort nach Eingang eines Antrags verschickt werden, sondern gesammelt zu einem Stichtag. Schliesslich ist es bei der Briefwahl so, dass man die Stimme nicht mit den Unterlagen an einem fixen Tag abgibt.

Na moment, nun vermischt Du da aber einige wohl grundlegende Dinge.
Im ersten Post zu dem Thema sprichst Du noch von im Ausland lebende Deutsche. Jetzt handelt es sich um Deutsche die hier noch gemeldet sind aber sich im Ausland aufhalten...

Jetzt erkäre mir mal bitte den Unterschied, den das für dich in Bezug auf die Wahlen macht? Verliert man sein Wahlrecht wenn man im Ausland gemeldet ist? Mit welcher Begründung? Und erhalten dann auch alle Ausländer, die in Deutschland gemeldet sind sofort Wahlrecht in Deutschland?

Wenn ich wie White davon ausgehe, dass der Antrag rechtzeitig gestellt wurde finde ich es in der Tat ziemlich bescheiden, wenn die Unterlagen so spät ankommen. Die Schuld auf die inländische Post zu schieben zieht auch nicht, ich kann ja nicht einfach alles auf gut Glück auf dem günstigsten Weg verschicken.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 25.September 2013, 13:50:54
Wann wurden denn die Briefwahlunterlagen von der zuständigen Gemeinde abgesandt? Wenn dies vor dem/am 20. geschehen ist, kann man der Gemeinde nichts vorwerfen. Selbst wenn dein Kumpel seine Unterlagen erst zu Weihnachten bekommen hätte.

Und ja. Die Anzahl derer, welche ihre Unterlagen zu spät bekommen haben, wird dermaßen unrelevant sein, dass eine Annulierung der Wahl in keinster Weise gerechtfertigt wäre. Mal davon abgesehen, dass es sicherlich bei jeder Wahl, hier und da Probleme gibt, so das potenzielle "Stimmen" unter den Tisch fallen. Sollte man deswegen jedesmal eine Neuwahl ansetzen? Dann wäre die Wahlbeteiligung früher oder später bei 20% angelangt. Und dies ist nun auch nicht Sinn der Sache.


Ich sehe das auch wie Casho. Die Behörden//Gemeinden hatten in Deutschland schon alle Hände voll zu tun, um die Briefwahlunterlagen rechtzeitig an den Mann zu bringen, da der Ansturm wohl so groß wie noch nie gewesen sein soll. Und da wird sich kaum jemand dafür interessieren, ob nun jemand in Indonesien an der Wahl teilnehmen kann, oder nicht.

Ich kann das als Gemeindebediensteter nur bestätigen. Wir hatten bei ca. 8000 Einwohnern ca. 1500 Briefwähler.

Obwohl ich diesen "Ansturm" kaum nachvollziehen kann. Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zu '09 kaum gestiegen. Dafür die, der per Briefwahl wählenden umso mehr. Scheinbar scheint der Weg zum zugewiesenen Wahlraum, für einige schon zu viel ...  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 25.September 2013, 14:06:10
Verliert man sein Wahlrecht wenn man im Ausland gemeldet ist?
Nein. Es macht aber schon einen Unterschied ob die Wahlbenachritigung direkt ins Ausland geht oder den Umweg über den deutschen Wohnsitz macht.
Es kann eben zu Umständen kommen, die eine Ausübung des Wahlrechts erschweren bis unmöglich machen. Weder Astronauten, noch die Forscher auf den Stationen am Südpol können ihr Wahlrecht ausüben. Wer das Risiko, dass Wahlunterlagen durch ausländische Zusteller zu spät ankommt, kann sich in einen Flieger setzen und das Kreuz ganz altmodisch machen, vielleicht bestünde sogar die Möglichkeit die Post in eine nahegelegene deutsche Behörde (Botschaft, Konsulat etc. pp.) schicken zu lassen um die rechtzeitige Zustellung zu sichern.

Und erhalten dann auch alle Ausländer, die in Deutschland gemeldet sind sofort Wahlrecht in Deutschland?
Nein. Wahlberechtigt zur Bundestagswahl ist, wer Deutscher ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 25.September 2013, 14:36:34
Verliert man sein Wahlrecht wenn man im Ausland gemeldet ist?
Nein. Es macht aber schon einen Unterschied ob die Wahlbenachritigung direkt ins Ausland geht oder den Umweg über den deutschen Wohnsitz macht.

Nein, dass sollte ausschliesslich vom gestellten Antrag auf Briefwahl abhängen. Briefwahlunterlagen werden an eine angegebene Adresse geschickt, und nicht an die Meldeadresse.

Wegelagerer möge mich korrigieren wenn ich da falsch liege.

Ich kann das als Gemeindebediensteter nur bestätigen. Wir hatten bei ca. 8000 Einwohnern ca. 1500 Briefwähler.

Wow, das ist aber viel. Da würden mich ja folgende Statistiken interessieren:

1. % der Wahlberechtigten die Briefwahl beantragen
2. % der "falsch" gemeldeten Wähler. Es sollten ja theoretisch nur gesundheitlich verhinderte und im Ausland befindliche Personen Briefwahl nutzen, der Rest kann ja an seinem neuen, gemeldeten Wohnort wählen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.September 2013, 14:41:20
Ohnehin sinnlos darüber groß zu diskutieren, aber ich finde es ist halt schon ein starkes Stück. Die Breifwahlunterlagen waren natürlich direkt an ihn in Indonesien adressiert. Also das kam nicht erst "in der Heimat" an und wurde dann weitergeleitet.
Wie gesagt, wenn der Anteil derer, die deshalb (oder aus ähnlichen Gründen) vielleicht nicht wählen konnten auch noch so gering ist und ihre Stimmen ohnehin nichts geändert hätten ist das ja eigentlich in Ordnung. Für den oder die betroffenen selbst wird es trotzdem einen negativen Beigeschmack behalten. Und auch für mich als nicht betroffenen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Vidukano10 am 25.September 2013, 14:53:30
Wie gesagt Vollmacht ausstellen und fertig. Briefe/Pakete etc. dauern in anderen Ländern und insbesondere bei anderen Kontinenten einfach länger.

Ich kann von Tunesien sprechen, dort dauert ein Brief ca. 4-6 Wochen bis er mal durchkommt, davon entfallen ca. 2 Tage auf den Brieftransfer in Deutschland.

P.S: Wahrscheinlich wäre so die FDP noch über die 5% gekommen ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 25.September 2013, 16:35:36
...
Na moment, nun vermischt Du da aber einige wohl grundlegende Dinge.
Im ersten Post zu dem Thema sprichst Du noch von im Ausland lebende Deutsche. Jetzt handelt es sich um Deutsche die hier noch gemeldet sind aber sich im Ausland aufhalten...

Jetzt erkäre mir mal bitte den Unterschied, den das für dich in Bezug auf die Wahlen macht? Verliert man sein Wahlrecht wenn man im Ausland gemeldet ist? Mit welcher Begründung? Und erhalten dann auch alle Ausländer, die in Deutschland gemeldet sind sofort Wahlrecht in Deutschland?

Wenn ich wie White davon ausgehe, dass der Antrag rechtzeitig gestellt wurde finde ich es in der Tat ziemlich bescheiden, wenn die Unterlagen so spät ankommen. Die Schuld auf die inländische Post zu schieben zieht auch nicht, ich kann ja nicht einfach alles auf gut Glück auf dem günstigsten Weg verschicken.

Ohne es wirklich zu wissen gehe ich halt davon aus, dass es für Wähler ohne festen Wohnsitz in Deutschland, also auch ohne einer  Gemeinde anzugehören, etwas komplizierter ist vom Wahlrecht bei Bundestagswahlen gebrauch zu machen.
Welches Amt da letzendlich auch immer dafür angeschrieben werden muss, muss da dann vielleicht auch erst noch überprüfen ob das alles so seine Richtigkeit hat und welcher Wahlliste (oder was auch immer) man dann zugeteilt wird (Die Stimme muss ja sicherlich einem Kreis oder irgend einer "Bezeichnung" zugeordet werden können). Dazu kommt, dass solche Anträge dann sehr wahrscheinlich auch aus dem Ausland abgeschickt werden und dadurch ja wieder den äusländischen Zustelldiensten unterworfen sind. Kurz gesagt es vermutlich viel aufwendiger ist und auch nicht so ohne weiteres möglich sein wird. Aber eben wohl auch nur so vom Wahlrecht überhaupt gebrauch machen kann, wohingegen eben diejenigen die sich "nur" im Ausland aufhalten eben auch andere Optionen haben. Ist vielleicht nicht grundlegend, wie von mir behauptet, aber vermutlich doch zu unterscheiden was die Dauer der Bearbeitung angeht.

Sehr sarkastisch hätte ich auch einfach schreiben können, wenn die Unterlagen zu spät eingetroffen sind wurde der Antrag wohl nicht "rechtzeitig" gestellt.
Wie auch immer...Mittlerweile sind wir ja von "Skandal" und "Annulierung" auf "negativen Beigeschmack" gekommen, was ich dann sicherlich auch nie zur Diskussion gemacht hätte.  ;)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.September 2013, 16:43:43
Das geschreibene Wort ist auch immer etwas Interpretationssache. Ein Skandal wäre es, wenn es nicht auf wenige Einzelfälle sondern auf hunderte oder gar tausende Deutsche im Ausland zutreffen würde. Und dann wäre auch eine annulierung der Wahl mMn angebracht, selbst wenn diese Zahl nicht reichen würde, um am Ergebnis auch nur das geringste zu ändern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 25.September 2013, 16:49:39
Ausser dem Punkt, dass man die Gemeinde / Wahlliste festlegen muss gelten alle gemachte Annahmen unabhängig davon, ob man in Deutschland gemeldet ist oder nicht. Wie das genau gehandhabt wird weis ich nicht.

Andere Optionen sehe ich nicht, und grundsätzlich sehe ich nicht wieso es schwieriger sein darf vom Wahlrecht gebrauch zu machen. Natürlich alles so fern der Antrag rechtzeitig gestellt wurde. Die Post per Schiff zu versenden ist dabei für mich aber ein absolutes No-go.

Eigentlich gibt es dafür eine viel einfacherer Lösung, die aber so weit ich weis nicht genutzt werden kann, die Stimmabgabe in der Botschaft mit Reisepass. Wenn ich den Antrag und auch die Stimmabgabe mit der örtlichen Botschaft klären kann habe ich deutlich kürzere Wege. Natürlich kann nicht einfach jeder zur nächst besten Botschaft laufen, aber Grundsätzlich müsste das möglich sein. Mann könnte ja auch seine Briefstimme zur örtlichen Botschaft schicken.

Das wird im übrigen in anderen Ländern so gehandhabt, von Argentinien weis ich es z.B. sicher.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ador am 25.September 2013, 16:58:26
Kuriosum: Den Wahlkreis Essen III hat der CDU-Direktkandidat gegen die SPD-Kandidatin mit einem Vorsprung von drei (!) Stimmen gewonnen --> 59043:59040.
Hier ist ein Spruch wie "es kommt auf jede Stimme an" tatsächlich mal angebracht.  ;D

Nochmal als Ergänzung, weil es so herrlich bescheuert ist. Ausgerechnet in diesem Wahlkreis wurde offenbar ein Wahllokal eine halbe Stunde zu spät geöffnet, weil die Vorsitzende (mit dem Schlüssel für die Wahlurne) verpennt hatte. Daraufhin sind wohl etliche Frühaufsteher wütend wieder abgezogen und haben z.T. vor Ort ihre Wahlbenachrichtigungen zerrissen. Und das in einem SPD-dominierten Stadtteil (Essen-Frohnhausen), da fehlen mir echt die Worte.  :o

http://www.derwesten.de/staedte/essen/wahllokal-im-essener-thriller-wahlkreis-oeffnete-mit-verspaetung-id8486014.html (http://www.derwesten.de/staedte/essen/wahllokal-im-essener-thriller-wahlkreis-oeffnete-mit-verspaetung-id8486014.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 25.September 2013, 17:11:47
Ich habe gerade mal auf Wikipedia zwei Sachen nachgelesen und möchte mich selbst wiederlegen und bestätigen  :P

1. Es exisitiert das Recht die Briefwahlunterlagen in der Botschaft abzugeben.
2. Alle Briefwahlunterlagen werden 4 Wochen vor dem Wahltag verschickt. Hier besteht aber meiner Meinung nach ein Problem denn 4 Wochen und Post per Schiff funktionieren nicht. Da muss definitiv per Flugpost verschickt werden, oder aber man ermöglicht direkte Wahlen in der Botschaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Casho am 25.September 2013, 17:29:17

Andere Optionen sehe ich nicht, und grundsätzlich sehe ich nicht wieso es schwieriger sein darf vom Wahlrecht gebrauch zu machen. Natürlich alles so fern der Antrag rechtzeitig gestellt wurde. Die Post per Schiff zu versenden ist dabei für mich aber ein absolutes No-go.
...

Mit komplizierter meinte ich, dass man selbst als auch das entsprechende Amt vermutlich mehr Aufwand betreiben muss. Aber wirklich wissen tu ich da nix.
Die Post per Schiff ist natürtlich ein Unding. Ich kann mir jetzt aber auch nicht vorstellen, dass alles ausnahmslos per Schiff gesendet wurde und sehe daher auch keine Auswirkung auf grunstäzlich alle anderen im Ausland lebenden/befindlichen.

Das geschreibene Wort ist auch immer etwas Interpretationssache. Ein Skandal wäre es, wenn es nicht auf wenige Einzelfälle sondern auf hunderte oder gar tausende Deutsche im Ausland zutreffen würde. Und dann wäre auch eine annulierung der Wahl mMn angebracht, selbst wenn diese Zahl nicht reichen würde, um am Ergebnis auch nur das geringste zu ändern.
Wenn tausende davon betroffen wären, ja. Aber wir wissen aktuell ja von..öhm..einem Fall/2 Wähler ?  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.September 2013, 19:01:58
Seine Freundin ist in einem anderen Wahlkreis registriert. Deren Briefwahlunterlagen waren wohl sogar rechtzeitig da.
Aber meine ganze Aussage baute doch auf diese hypothetische Möglichkeit auf. :D
Jetzt nehmen wir mal den Wahlkreis Essen Wieauchimmer, bei dem es um 3 Stimmen ging. Angenommen er, seine Freundin und Person X wären in eben diesem Wahlkreis beheimatet, bekämen ihre Briefwahlunterlagen trotz rechtzeitiger Beantragung nach der Wahl. Sowas kann die Wahl also auf jeden Fall maßgeblich beeinflussen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 25.September 2013, 19:53:30
Wer Briefwahl macht geht eben das Risiko ein das es nicht klappt. Wer sagt denn das der Brief der Freundin rechtzeitig wieder zurück gekommen ist ... Man ist hier selbst in der Pflicht sich zu kümmern und wenn ne woche vor der Wahl immer noch nichts da ist, dann wäre ich in der Botschaft aufgeschlagen, denn man kann dann ja fast sicher sein das eine Rücksendung nicht möglich ist.

PS: ich mach eigentlich immer Briefwahl  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 16.November 2013, 11:36:59
Moment? Die Absolute Mehrheit der CDU ist also daran gescheitert, dass Steinbrück gut reden kann? Serious?

Ich finde es eher erschrecken wie viele Leute blind der CDU folgen. Beispiele gefällig?
- Da hätten wir die 700.000 von BMW. Passenderweise DIREKT NACH den Wahlen.
- Fall Edward Snowden. Ich glaube, den kann man durchaus als politischen Flüchtling bezeichnen. Wäre der ein Chinese, er wäre überall willkommen. Jetzt ist der gute Mann halt US-Bürger. Da bleibt nurnoch Russland. Ein blühendes Beispiel für Demokratie und Rechtsstaat.
- Da wäre die Abhöraffäre unserer Kanzlerin. Was sind die Aussagen "Ja, also, ne. Das finden wir jetzt nicht so toll. Aber grade deswegen können wir den Snowden doch nicht aufnehmen, dann wären die großen bösen Amis ja sauer!"
- Kommen wir direkt zu unserer Kanzlerin. Die will doch solange nichts von allem wissen bis sie selbst betroffen ist. Ganz Deutschland wird abgehört. Na und? Also, ich meine, wir haben zwar ein Grundgesetz, aber das ist ja eh völlig veraltet und naja und außerdem ist das ja fürs Gemeinwohl. Was, die Kanzlerin wird abgehört? Was soll der scheiß, die hat Rechte!
- MKilliardengrab BER, EuroHawk, S21....

Ich höre an dieser Stelle mal auf, zumal es hier auch der falsche Thread ist. Und ja, auch die anderen Parteien sind da nicht unbrfingt besser, aber die Merkel gehört dringend abgewählt. Klar, falsch gemacht hat sie kaum was, sie hat aber auch nix nennenswertes richtig gemacht

Ich antworte mal hier. Und meine Stimme hat nicht die CDU/CSU bekommen.
Die Spenden von BMW (und sicher noch weitere) hat die CDU erhalten. Aber ich denke mal, dass jede Partei ihre Gönner hat. Dennoch ist natürlich die Spendenannahme von Parteien aus der Wirtschaft bedenklich.

Wieso sollten wir Snowden aufnehmen? Wir haben die Amerikaner als Bündnispartner (auch wenn sie uns abgehört und ausgespäht haben, damit habe ich aber sowieso gerechnet). Man hat gesehen, als sie den bolivianischen Präsidenten zur Landung zwangen, zu was die fähig sind. Ich sage ehrlich, dass Snowden dann lieber in Russland bleiben soll, als wenn hier richtig Ärger heraufbeschworen wird, indem wir ihn einfliegen lassen. Im Vergleich zu den USA kann Deutschland wenig ausrichten, zumal die EU nicht geschlossen hinter uns stünde (GB, FRA, etc.).

Zum Abhören sage ich nur, dass mich das nicht schockt. Meiner Meinung nach werden wir mehr ausgespäht, als wir denken. Auch andere Nationen wie Russland, China und Co. werden uns ausspähen. Auch wenn es allgemein eher um Wirtschaftsspionage geht, kann man als Privatbürger auch gläsern sein.

Und beim Berliner Flughafen würde ich der Kanzlerin bzw. ihrer Regierung nun keine Schuld geben. Dort haben die ausführenden Personen versagt und die Regierung muss ihren Kopf hinhalten. Ein Wowereit und ein Herr Platzeck sind da fein raus, dabei haben die mindestens die gleiche Verantwortung wie die Kanzlerin (wenn nicht sogar bedeutend mehr).
Der Eurohawk ist durchaus ein Desaster, aber in jeder Legislaturperiode gibt es solche Projekte, die versanden. Und Steuergelder werden überall genug verprasst.

PS: Ich habe jetzt keine Lust, Quellen zu suchen. Das mache ich vielleicht später.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 26.November 2013, 20:23:17
So langsam scheint der Koalitionsvertrag zu stehen, über den vor Inkrafttreten aber die SPD-Mitglieder noch abstimmen müssen:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-entwurf-ueberblick/komplettansicht (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-entwurf-ueberblick/komplettansicht)
https://www.documentcloud.org/documents/842077-koalitionsvertrag-2013-3a-entwurf.html (https://www.documentcloud.org/documents/842077-koalitionsvertrag-2013-3a-entwurf.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 27.November 2013, 05:05:12
Ohnehin sinnlos darüber groß zu diskutieren, aber ich finde es ist halt schon ein starkes Stück. Die Breifwahlunterlagen waren natürlich direkt an ihn in Indonesien adressiert. Also das kam nicht erst "in der Heimat" an und wurde dann weitergeleitet.
wenns ihnen so unter den fingern gebrannt hätte, hättens auch zur nächsten deutschen botschaft und da in einer urkunden wahl wählen können, so hab ich zumindest vor 4 jahren in nairobi gemacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Volzy am 27.November 2013, 11:45:21
Der Koalitionsvertrag ist ja sehr umfangreich und das www spuckt mir noch nichts aus.
Gibt es jetzt eine steuerliche Gleichstellung zwischen homosexuellen Lebenspartnerschaften und der Ehe? Oder ist in dem Punkt alles beim Alten geblieben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Konni am 27.November 2013, 11:53:07
wegeditiert
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 27.November 2013, 13:12:31
Ohnehin sinnlos darüber groß zu diskutieren, aber ich finde es ist halt schon ein starkes Stück. Die Breifwahlunterlagen waren natürlich direkt an ihn in Indonesien adressiert. Also das kam nicht erst "in der Heimat" an und wurde dann weitergeleitet.
wenns ihnen so unter den fingern gebrannt hätte, hättens auch zur nächsten deutschen botschaft und da in einer urkunden wahl wählen können, so hab ich zumindest vor 4 jahren in nairobi gemacht.
Ist zwar schon ewig her, aber afaik ist die nächste duetsche Botschaft bei denen Singapore. Das heißt fliegen. Aber ist ja ohnehin egal ^^
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 27.November 2013, 17:38:08
Der Koalitionsvertrag ist ja sehr umfangreich und das www spuckt mir noch nichts aus.
Gibt es jetzt eine steuerliche Gleichstellung zwischen homosexuellen Lebenspartnerschaften und der Ehe? Oder ist in dem Punkt alles beim Alten geblieben?

https://www.documentcloud.org/documents/842077-koalitionsvertrag-2013-3a-entwurf.html (https://www.documentcloud.org/documents/842077-koalitionsvertrag-2013-3a-entwurf.html)
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-entwurf-ueberblick/komplettansicht (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-entwurf-ueberblick/komplettansicht)
http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-regierung-was-sie-ueber-den-koalitionsvertrag-wissen-muessen-1.1829140 (http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-regierung-was-sie-ueber-den-koalitionsvertrag-wissen-muessen-1.1829140)

Zitat
Homo-Ehe
In der in der Union umstrittenen Frage der Gleichstellung homosexueller und heterosexueller Paare hat sich die Große Koalition auf eine dehnbare Formel geeinigt. Das vom Bundesverfassungsgericht kürzlich für rechtlich zulässig erkannte Sukzessivadoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare soll nun "zügig" umgesetzt werden. Im übrigen heißt es aber:
"Wir werden darauf hinwirken, dass bestehende Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und von Menschen auf Grund ihrer sexuellen Identität in allen gesellschaftlichen Bereichen beendet werden", heißt es.

Schnellanalyse: Ähnlich flexibel hatte Schwarz-Gelb das strittige Thema angegangen. Es lässt auch der Großen Koalition Spielraum bei künftigen Entscheidungen des Verfassungsgerichts, die ohnehin anstehen - etwa zum generellen Adoptionsrecht. So hat die Union das für sie leidige Thema einfach nach Karlsruhe abgeschoben.
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/was-der-koalitionsvertrag-deutschland-bringt-a-935856.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/was-der-koalitionsvertrag-deutschland-bringt-a-935856.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Volzy am 27.November 2013, 19:40:49
Der Koalitionsvertrag ist ja sehr umfangreich und das www spuckt mir noch nichts aus.
Gibt es jetzt eine steuerliche Gleichstellung zwischen homosexuellen Lebenspartnerschaften und der Ehe? Oder ist in dem Punkt alles beim Alten geblieben?

https://www.documentcloud.org/documents/842077-koalitionsvertrag-2013-3a-entwurf.html (https://www.documentcloud.org/documents/842077-koalitionsvertrag-2013-3a-entwurf.html)
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-entwurf-ueberblick/komplettansicht (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/koalitionsvertrag-entwurf-ueberblick/komplettansicht)
http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-regierung-was-sie-ueber-den-koalitionsvertrag-wissen-muessen-1.1829140 (http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-regierung-was-sie-ueber-den-koalitionsvertrag-wissen-muessen-1.1829140)

Zitat
Homo-Ehe
In der in der Union umstrittenen Frage der Gleichstellung homosexueller und heterosexueller Paare hat sich die Große Koalition auf eine dehnbare Formel geeinigt. Das vom Bundesverfassungsgericht kürzlich für rechtlich zulässig erkannte Sukzessivadoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare soll nun "zügig" umgesetzt werden. Im übrigen heißt es aber:
"Wir werden darauf hinwirken, dass bestehende Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und von Menschen auf Grund ihrer sexuellen Identität in allen gesellschaftlichen Bereichen beendet werden", heißt es.

Schnellanalyse: Ähnlich flexibel hatte Schwarz-Gelb das strittige Thema angegangen. Es lässt auch der Großen Koalition Spielraum bei künftigen Entscheidungen des Verfassungsgerichts, die ohnehin anstehen - etwa zum generellen Adoptionsrecht. So hat die Union das für sie leidige Thema einfach nach Karlsruhe abgeschoben.
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/was-der-koalitionsvertrag-deutschland-bringt-a-935856.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/was-der-koalitionsvertrag-deutschland-bringt-a-935856.html)
Also hat die SPD - wie erwartet - so gut wie gar nichts durchgesetzt. Schade. Denn eigentlich fand ich das Programm ganz gut, und mit Kraft, Schwesig und Stegner ist auch gutes Personal vorhanden. Aber so ist die Partei für mich unwählbar und ich kenne viele SPD-Wähler, die mir zustimmen. Gut für die Linke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 27.November 2013, 20:04:37
Irgendwie musste ich an das Lied denken: http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Emanuel am 27.November 2013, 23:21:02
Also hat die SPD - wie erwartet - so gut wie gar nichts durchgesetzt. Schade. Denn eigentlich fand ich das Programm ganz gut, und mit Kraft, Schwesig und Stegner ist auch gutes Personal vorhanden. Aber so ist die Partei für mich unwählbar und ich kenne viele SPD-Wähler, die mir zustimmen. Gut für die Linke.

So gut wie gar nichts durchgesetzt?
Arbeitsmarktregulierungen, Mindestlohn, Rentenbeschlüsse, Mietbremse,...
Es mag dir vielleicht entgangen sein, aber die SPD hat bei der letzten Wahl nicht gerade berauschend abgeschnitten und ich bin gelinde gesagt etwas "entsetzt" über so manchen Punkt der Einlass in dieses Papier gefunden hat. Beim Mindestlohn habe ich wenigstens noch die Hoffnung, dass die nächste Regierung selbigen sofort wieder einkassiert. (Verbindlich wird der Mindestlohn nun erst ab 2017)
Für mich hat die CDU durch dieses Papier Sympathien verloren und kann nur darauf hoffen, dass die FDP wieder zu einer ernstzunehmenden Partei im Bund wird.

Ich kenne auch viele Studenten, die mir zustimmen, wenn ich Freibier für Bafögempfänger fordere, so what?  :laugh:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 27.November 2013, 23:51:04
Also hat die SPD - wie erwartet - so gut wie gar nichts durchgesetzt. Schade. Denn eigentlich fand ich das Programm ganz gut, und mit Kraft, Schwesig und Stegner ist auch gutes Personal vorhanden. Aber so ist die Partei für mich unwählbar und ich kenne viele SPD-Wähler, die mir zustimmen. Gut für die Linke.

So gut wie gar nichts durchgesetzt?
Arbeitsmarktregulierungen, Mindestlohn, Rentenbeschlüsse, Mietbremse,...
Es mag dir vielleicht entgangen sein, aber die SPD hat bei der letzten Wahl nicht gerade berauschend abgeschnitten und ich bin gelinde gesagt etwas "entsetzt" über so manchen Punkt der Einlass in dieses Papier gefunden hat. Beim Mindestlohn habe ich wenigstens noch die Hoffnung, dass die nächste Regierung selbigen sofort wieder einkassiert. (Verbindlich wird der Mindestlohn nun erst ab 2017)
Für mich hat die CDU durch dieses Papier Sympathien verloren und kann nur darauf hoffen, dass die FDP wieder zu einer ernstzunehmenden Partei im Bund wird.

Ich kenne auch viele Studenten, die mir zustimmen, wenn ich Freibier für Bafögempfänger fordere, so what?  :laugh:

Was gibt es den am Mindestlohn auszusetzen ?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 28.November 2013, 04:45:47
Der Koalitionsvertrag ist ein ganz klares Weiterso auf dem falschen Weg.

Ich hoffe wirklich, dass die SPD-Basis diesem Ding nicht zustimmt. Das würde zwar an der Politik nichts ändern, da bei möglichen Neuwahlen die CDU erneut gewinnen wird, aber die SPD könnte so wenigstens etwas Rückgrat zeigen. Oder sie erinnert sich endlich wo für sie eigentlich mal stand und leckt ihre Abneigung der Linken gegenüber ab.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Der Baske am 28.November 2013, 09:03:03
Der Koalitionsvertrag ist ein ganz klares Weiterso auf dem falschen Weg.

Ich hoffe wirklich, dass die SPD-Basis diesem Ding nicht zustimmt. Das würde zwar an der Politik nichts ändern, da bei möglichen Neuwahlen die CDU erneut gewinnen wird, aber die SPD könnte so wenigstens etwas Rückgrat zeigen. Oder sie erinnert sich endlich wo für sie eigentlich mal stand und leckt ihre Abneigung der Linken gegenüber ab.

Du sprichst mir aus der Seele. Ganz nach dem Motto 'Hallo meine Süße, leck meine Füße!'
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Emanuel am 28.November 2013, 11:42:49
Was gibt es den am Mindestlohn auszusetzen ?

Da die Einführung des Mindestlohns vor der Wahl, aufgrund der schlechten Aussichten für die SPD als unwahrscheinlich galt, haben sich viele Personen und Organisationen für selbigen ausgesprochen. Hinter dem Projekt standen in erster Linie auch die Gewerkschaften, welche bekanntlich für (in ihren Augen) faire Löhne für ihre Mitglieder kämpfen. Der Niedriglohnsektor wurde verteufelt und es wurden faire Löhne und somit mehr Geld für Menschen mit niedrigem Einkommen gefordert. Auch wurde postuliert, dass durch eine bessere Entlohnung die Sozialkassen entlastet werden, auch die Wirtschaft sollte profitieren, da durch höhere Entlohnung auch die Kaufkraft mitsteigt. Die Medien hielten sich zu diesem Zeitpunkt mit Kritik auch vornehm zurück.

Nach der Wahl zeichnete sich nun aber die große Koalition ab und überraschenderweise auch, dass der Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro nun doch eingeführt werden sollte. In den Medien und von Wirtschaftswissenschaftlern kommt nun Kritik auf und wer kämpft nun auch gegen den Mindestlohn? Wer möchte den Mindestlohn so unverbindlich wie möglich halten?

Die Gewerkschaften

Die befürchten nun nämlich, dass der Staat ihnen ihre Existenzgrundlage entzieht. In Tarifverträgen geht es natürlich mehr als nur um die Entlohnung, doch werden mir wohl die meisten zustimmen, dass die Entlohnung wohl ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Punkt in einem Tarifvertrag ist. Wird nun allerdings ein Mindestlohn in einer solchen Höhe (8,50 Euro) eingeführt (immerhin fast ein Viertel aller Arbeitsplätze im Osten wären betroffen!!!), dann könnten sich viele Arbeitnehmer fragen, welchen Vorteil denn nun eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft für sie hat (viele Gewerkschaften leiden sowieso schon unter schwindenden Mitgliedschaftszahlen). Desweiteren würde es für die Gewerkschaften auch schwieriger höhere Löhne durchzusetzen, wenn der Staat beispielsweise aufgrund guter Konjukturzahlen den Mindestlohn um 2% anheben sollte. Wie argumentiert man dann gegenüber dem Arbeitgeber, dass die eigenen Beschäftigten eine Lohnerhöhung um 4% verdient haben?
Jetzt befürchten die Gewerkschaften, dass ihnen ihre Felle davon schwimmen, aber vor den Wahlen hat man populistische Parolen rausposaunt und auf die Arbeitgeber eingedrescht.  ::)

Der Teil hatte nun nicht wirklich etwas mit deiner Frage zu tun, aber ich dachte, dass ich mal mit einem Witz in das Thema einsteige ^^

Das Hauptargument für einen gesetzlichen Mindestlohn ist, dass jeder Mensch in Deutschland von seiner Tätigkeit leben können soll. In einer Zeit des konjunkturellen Aufschwungs ist es widersinnig, dass ein arbeitendes Mitglied unserer Gesellschaft Mittel beim Staat beantragen muss, um die Grundsicherung zu erhalten, welche auch jemand erhält, der keiner Beschäftigung nachgeht. Es geht also (in erster Linie) darum, dass die sogenannten "Aufstocker" nicht mehr vom Staat abhängig sind und besser gestellt werden als Menschen, die eben nicht arbeiten.

Kann der Mindestlohn hier etwas ausrichten?

Kaum!

Zurzeit gibt es etwa 1,3 Millionen Aufstocker in Deutschland. Hiervon entfallen 600 000 Beschäftigungsverhältnisse auf Jobs mit 450 Euro Basis. Was passiert nun also, wenn diese Personen einen höheren Lohn erhalten? Sie müssen schlichtweg weniger arbeiten als zuvor um auf diesen Betrag zu gelangen, was natürlich angenehm ist, doch dadurch bleibt der Betrag den sie am Monatsende mit nach Hause nehmen natürlich gleich. Genauso wie die Höhe der staatlichen Beihilfe. Und das unter der Prämisse, dass ihr Arbeitgeber bereit ist den Arbeitnehmer zu diesen Bezügen weiter zu beschäftigen.

Analog hierzu gilt dieselbe Logik für Teilzeitkräfte, welche vom Staat bezuschusst werden. Desweiteren ist auch bei Vollzeitkräften zu beachten, dass sich hier die Grundsicherung auch nach der Familiengröße richtet. Bei einer vierköpfigen Familie beträgt die Grundsicherung etwa 1800 Euro. In einer Familie mit Alleinverdiener ist auch mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro dieser Wert wohl nicht zu erreichen und das monatliche Einkommen bleibt konstant. Profitieren könnten unter dem Strich wohl hauptsächlich Singles in Vollzeitbeschäftigung, welche immerhin einen Anteil von 6% der Aufstocker ausmachen.

Somit gilt es also als unwahrscheinlich, dass breite Bevölkerungsmassen nun von diesem neuen Mindestlohn profitieren werden. Nun könnte man aber damit argumentieren, dass wenn die Unternehmen höhere Löhne zahlen muss, der Staat Beträge in gleicher Höhe an die Aufstocker einsparen kann. Dieses Geld wäre frei für Bildung, Infrastruktur,... welches somit der ganzen Gesellschaft gutkommen würde.

Aber der Mindestlohn vernichtet Beschäftigungsverhältnisse

Wie im Text bereits erwähnt, wären von der Einführung des Mindestlohns 25% aller Beschäftigungsverhältnisse in Ostdeutschland betroffen (natürlich unterschiedlich stark). Zum Vergleich: Als der Mindestlohn 1999 in Großbritannien eingeführt wurde, betraf er damals nur knapp 5 % der Arbeitnehmer. In konjunkturell schwierigen Zeiten wurden Mindestlohnerhöhungen ausgesetzt und für junge Arbeitnehmer wurde der Mindestlohn niedriger angesetzt, um die Arbeitsmarkteintrittshürde für diese Gruppe niedrig anzusetzen. Der Mindestlohn ist hier als flexibel anzusehen.
In Deutschland dagegen soll der Mindestlohn dagegen für jeden gelten (sogar Azubis). Es ist anzunehmen, dass auf diese Weise eine größere Zahl an Arbeitsstellen vernichtet werden könnte, da es für den Unternehmer einfach nicht lohnt, wenn die Produktivität des Arbeitnehmers niedriger als seine Grenzkosten sind. Ich bin durchaus ein Befürworter des Mindestlohnes nach britischem Vorbild mit einer schrittweisen Einführung und gleichzeitiger Beobachtung der Beschäftigungsverhältnisse, um die Bezahlung auf ein angemessenes Niveau zu heben, doch dieser völlig willkürliche Wert von 8,50 Euro erachte ich als zu hoch und für unsere Wirtschaftskraft als zu gefährlich. Der Mindestlohn wird nun verbindlich zum 01.01.2017 eingeführt, zumindest laut Koalitionspapier. Wieso nicht dieses Zeit sinnvoll nutzen? Es sollten Studien durchgeführt werden (vor allem mit Hinblick auf die Auswirkungen auf die Beschäftigungsverhältnisse in Ostdeutschland) und dann über eine schrittweise Einführung nachgedacht werden.
Einen Mindestlohn welcher 5 % der Beschäftigungsverhältnisse betrifft zum 01.01.2015, dann eine Erhöhung zum 01.01.2016 auf beispielsweise 8 %,...
Diese Werte sind natürlich auch total willkürlich, doch hätte man so die Gelegenheit die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten und würde trotzdem mittelfristig die Durchschnittslöhne ansteigen lassen.

Von dieser 8,50 Euro Mindestlohn Hau-Ruck-Aktion halte ich nichts! 

Letztes Beispiel aus der Vergangenheit:
Als der Mindestlohn für Dachdecker durch einen Tarifvertrag auf das Vergütungsniveau des Westens angehoben wurde, hat dies 50% der Arbeitnehmer ihren Job gekostet. Reaktionen des Arbeitsmarktes in dieser Größenordnung erwarte ich natürlich nicht, doch zeigt es doch was passiert, wenn der Lohn plötzlich und unflexibel auf einen willkürlichen Wert angehoben wird.

Anmerkung: Über Tippfehler und merkwürdige Formulierungen bitte großzügig hinwegsehen, die Uni ruft und es bleibt keine Zeit zum Korrekturlesen. Werde den Text gebebenfalls heute Abend editieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.November 2013, 12:09:30
Ein Mindestlohn von 8,50 € ist gefährlich für die Wirtschaft? Kann man das irgendwie, gerne auch mit Fakten, begründen? Ich bin ganz sicher kein Sozialist oder Linker, aber ich bin der Auffassung, dass jemand, der Vollzeit arbeitet, davon auch leben können muss und da finde ich 8,50 €/h eigentlich genau richtig. Ein Single kommt da bei einer 40 Stundenwoche auf 1.360,- € brutto, das sind roundabout 1.000,- € netto, das reicht so grade. Auch für Aufstocker und Teilzeitarbeiter ist das imho eine gute Sache.

Bei Azubis halte ich aber nichts davon, die Ausbildung kommt die Unternehmen schon teuer genug, da sollte man tunlichst nichts mehr oben drauf packen, sonst jammern nachher wieder alle, dass niemand ausbilden will.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Emanuel am 28.November 2013, 12:38:10
Wenn du nicht nur die fettgedruckten Wörter liest, dann könnte es klarer werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.November 2013, 12:53:42
Toller Diskussionsstil ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Konni am 28.November 2013, 13:56:39
Ist ja ziemlich Kraut und Rüben, wenn ich das mal so sagen darf.

Zum ersten Punkt, die Gewerkschaften. Ich habe bisher keinen Vertreter/in der großen Gewerkschaften gehört, der/die gegen den Mindestlohn wäre. Sie wehren sich lediglich dagegen, dass eine Kommission jedes Jahr die Steigerung des Mindestlohns festlegen soll, wie von SPD und CDU vereinbart. Du schreibst ja auch, "Desweiteren würde es für die Gewerkschaften auch schwieriger höhere Löhne durchzusetzen, wenn der Staat beispielsweise aufgrund guter Konjukturzahlen den Mindestlohn um 2% anheben sollte." Genau darum geht es, der Staat soll den Mindestlohn überhaupt nicht anheben dürfen, nur das ist die Kritik der Gewerkschaften, da der Mindestlohn dann tatsächlich als Bremse gegen Lohnerhöhungen aus Tarifverträgen eingesetzt werden kann. Der Mindestlohn soll sich eben nicht danach richten, was irgendeine Kommission (weiß der Teufel, wer da drinsitzen soll) im Kämmerlein festlegt, sondern er soll sich an den tarifvertraglichen Löhnen orientieren und daran gekoppelt werden. Steigen die tarfiverträglichen Löhne um 2%, steigt auch der Mindestlohn um 2% (mal vereinfacht gesagt). Insofern ist es relativ billig, jetzt die Gewerkschaften als populistische Eindrescher darzustellen, "denen die Fälle davonschwimmen".

Zum Punkt mit den Kaufkraftverhältnissen:

Erstmal würde mich interessieren, wie du bei der Grundsicherung einer vierköpfigen Familie auf 1800€ kommst? Also eine 4-köpfige Familie bekommt Kindergeld und selbst wenn ich jetzt von sehr hohen 900€ Miete + 150€ Heiz- und Nebenkosten ausgehe, bei Kindern, die alt genug sind, um 90% Stütze zu bekommen, dann komme ich auf 1350€ Grundsicherung und die werden mit 8,5€ in 39,7 Wochenarbeitsstunden von einer Person erreicht.
Bei dem Abschnitt über 450€-Jobs, also geringfügig beschäftigte, rollten sich bei mir die Zehennägel hoch. Hier geht es nicht darum, dass die Beschäftigen für das gleiche Geld etwas weniger Arbeiten müssen, sondern es geht darum, dass die Jobs endlich sozialversichungspflichtig sind. Der Arbeitgeber, der 450€-Kräfte/ehemals 400€-Kräfte anstellt, zahlt somit endlich Sozialabgaben. Das entlastet den Staat massiv. Das ist doch der entscheidende Punkt und nicht die paar Stunden, die die Arbeitnehmer weniger Arbeiten müssen (real gesehen ist das meistens nichtmal eine volle Stunde weniger).


"Somit gilt es also als unwahrscheinlich, dass breite Bevölkerungsmassen nun von diesem neuen Mindestlohn profitieren werden."

Das ist doch überhaupt nicht Sinn und Zweck des Mindestlohns. Sinn und Zweck ist es, Lohndumping einzugrenzen, bzw abzuschaffen. Wenn er breite Bevölkerungsmassen ansprechen sollte, dann wäre er auf die Niedriglohngrenze gesetzt worden (in etwa 10€/h). Es geht bei der Einführung des Mindestlohns von 8,5€ nur darum, dass niemand mehr für 4€ die Stunde Arbeit verrichten muss und nicht darum, dass nun 20% der Bevölkerung eine Lohnerhöhung erhalten.

Zitat
Wie im Text bereits erwähnt, wären von der Einführung des Mindestlohns 25% aller Beschäftigungsverhältnisse in Ostdeutschland betroffen (natürlich unterschiedlich stark). Zum Vergleich: Als der Mindestlohn 1999 in Großbritannien eingeführt wurde, betraf er damals nur knapp 5 % der Arbeitnehmer.

Das ist wieder sehr billig. Du nimmst eine besonders stark betroffene und relativ dünn besiedelte Region eines Landes und vergleichst sie mit ganz Großbritannien. In Blackpool, Liverpool und Manchester waren bestimmt auch mehr als 25% der Beschäftigungsverhältnisse vom Mindestlohn betroffen. Laut iwh-halle liegt die Zahl für ganz Deutschland bei 14,1% (http://www.iwh-halle.de/d/publik/presse/19-13L.pdf (http://www.iwh-halle.de/d/publik/presse/19-13L.pdf)) Klingt trotzdem nach viel mehr als in GB. Kein Wunder, dort wurde 1999 mit 4,13€ eingeführt. Seitdem ist er auf 7,78€ angestiegen, das sagt schon alles.

Das Argument mit der schrittweisen Einführung kann ich auch nicht nachvollziehen. Es gibt ja schon etliche Branchen in Deutschland, die tarifliche Lohnuntergrenzen haben. Du sprichst ja selbst die Dachdecker an, interessanterweise als Negativbeispiel, weil der Mindestlohn dort zu Entlassungen geführt haben soll. Das ist eine Rechnung, die ich häufiger gesehen habe. Grundlage: Generelle Entlassungen seit der Einführung des Mindestlohns. Es wurde also geschaut, wieviele Menschen in Ostdeutschland seit 1997 ihren Dachdeckerberuf verloren haben. Dass schon vor der Einführung des Mindestlohns die Zahl der Dachdecker im Osten deutlich zurückging, aber seit 2 Jahren (Mindestlohn mittlerweile 11€) wieder im Aufschwung ist, wird dabei gerne weggelassen. In allen anderen Branchen in Deutschland, in denen Tarifuntergrenzen herrschen (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung, Winterdienst, Bauhauptgewerbe [neuerdings auch mit Gerüstbauern], Steinmetze, Steinbildhauer, Elektrohandwerk, Gebäudereinigung, Maler, Lackierer, Pflegebranche und Sicherheitsdienstleistungen) ist das Phänomen von häufigen Entlassungen aufgrund von Mindestlohneinführung NICHT zu beobachten gewesen. Dabei liegen die Mindesttarife in 10 von 12 Branchen teilweise deutlich über 8,50. Insofern verstehe ich auch nicht, weshalb der Mindestlohn nun schrittweise eingeführt werden sollte, um Studien durchzuführen?! Es handelt sich eben nicht um eine Hau-Ruck-Aktion, im Prinzip wird der Mindestlohn seit Jahren schrittweise eingeführt und oben genannte Branchen eignen herausragend als Studienfeld, da viele im Niedriglohn- und Dienstleistungssektor operieren. Was willst du mehr? 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 28.November 2013, 14:52:49
Das Argument der Grenzkosten ist für mich kein gültiges Argument. Logisch denkt ein Arbeitgeber nach ob er die Person anstellt, wenn er plötzlich statt 6€ 8,50 zahlen muss. Aber dadurch wird dieses elende Lohndumping verhindert. Wenn ich mir nicht mehr ansehen muss das Geschäfte wie MC Geiz, nichtmal 300€ im Monat für mehr als 40 Stunden pro Woche an ihre Auszubildenen Bezahlen, dann ist es die Einführung eines Mindestlohn Wert.
Auch wenn dadurch Arbeitsplätze verloren gehen. Von diesen Niedriglohn Arbeitsplätzen hat nun wirklich niemand etwas,  ausser dem Arbeitgeber.
Vergleiche der Deutschen Volkswirtschaft mit anderen hinken immer hinterher, denn die Auswirkungen sind bei allen gerede der Experten nicht abzusehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Aki am 29.November 2013, 21:44:08
Erstmal würde mich interessieren, wie du bei der Grundsicherung einer vierköpfigen Familie auf 1800€ kommst? Also eine 4-köpfige Familie bekommt Kindergeld und selbst wenn ich jetzt von sehr hohen 900€ Miete + 150€ Heiz- und Nebenkosten ausgehe, bei Kindern, die alt genug sind, um 90% Stütze zu bekommen, dann komme ich auf 1350€ Grundsicherung und die werden mit 8,5€ in 39,7 Wochenarbeitsstunden von einer Person erreicht.
Arbeitslosengeld II für eine vierköpfige Familie liegt bei 2 x 345 € für die Eltern plus 2 x 255 € für zwei 10-Jährige Kinder. Dazu kommen dann noch Heiz- und Wohnkosten. In Berlin sind das z.B. für eine vierköpfige Familie um die 650 € (woanders können das auch mehr sein). Das sind dann 1850 € im Monat. Aufstocker bekommen noch ein klein wenig mehr, da nicht der volle Verdienst auf das ALG II angerechnet wird. Viel ist das aber nicht. Wenn ich richtig gerechnet habe 170 € bei 1000 € Einkommen im Monat. Dann sind wir insgesamt bei 2020 € für einen Aufstocker in Vollzeit mit Partner und zwei Kindern.

Bei einer 40-Stunden-Woche kommt man mit 8,50 pro Stunde auf etwa 1470 Euro brutto. Davon bleiben bei einem Alleinverdiener mit Partner und zwei Kindern nach Abzug der Sozialabgaben noch ca. 1170 € über. Dazu kommt noch 2 x 184 € Kindergeld. Macht insgesamt 1538 € für die vierköpfige Familie im Monat. Das heisst auch mit einem Mindestlohn von 8,50 € muss in dieser Beispielrechnung noch um fast 500 € aufgestockt werden. Damit diese Familie nicht mehr aufstockt, müsste der Mindestlohn schon in Richtung 12 € steigen.

Die Ganze Rechnung taugt aber meiner Meinung nach nicht als Argument, den Mindestlohn als unnütz zu bezeichnen. Vielmehr zeigt die Rechnung, dass der Mindestlohn alles andere als besonders hoch angesetzt ist. Dumpinglöhne, die aufgestockt werden, sind in vielen Fällen Subventionen für Unternehmen mit schlechtem Geschäftsmodell oder Geschäftsgebahren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Konni am 30.November 2013, 17:04:00
Zitat
Arbeitslosengeld II für eine vierköpfige Familie liegt bei 2 x 345 € für die Eltern plus 2 x 255 € für zwei 10-Jährige Kinder. Dazu kommen dann noch Heiz- und Wohnkosten. In Berlin sind das z.B. für eine vierköpfige Familie um die 650 € (woanders können das auch mehr sein). Das sind dann 1850 € im Monat.

Ja, aber minus 370€ Kindergeld. Das sind dann nichtmal 1500€. Aber das ist ja jetzt auch egal und wird haarspalterisch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Aki am 30.November 2013, 17:24:30
Wieso minus Kindergeld? Das Kindergeld wird natürlich voll auf die 255 Euro angerechnet, aber deswegen habe ich es in meiner Rechnung ja gar nicht als Einnahme aufgeführt. Nach deiner Rechnung gäbe es pro Kind ja nur 80 €.

Und 370 € sind bei so einem Monatsbudget für 4 Personen leider alles andere als Haarspalterei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 03.Dezember 2013, 16:50:58
Endlich mal ein Argument FÜR die große Koalition:

(https://fbcdn-sphotos-c-a.akamaihd.net/hphotos-ak-frc1/1486715_558596850875471_2120622980_n.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 15.Dezember 2013, 15:41:56
http://interactive.zeit.de/bundeskabinett/#/merkel-iii/0 (http://interactive.zeit.de/bundeskabinett/#/merkel-iii/0)
http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/kabinett342.html (http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/kabinett342.html)
Hier ist das neue Kabinett Merkel zu finden. Wir haben ab sofort eine weibliche Verteidigungsministerin mit "Superfrau" von der Leyen. Ich freue mich einzig für Schäuble, da ich ihn wirklich für einen fähigen Finanzminister erachte. De Maizière hätte ein besseres Amt als das des Innenministers verdient gehabt, aber die SPD wollte ja auch absahnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Don-Muchacho am 15.Dezember 2013, 15:54:18
Schäuble, Steinmeier, Gabriel, de Maiziere sind unter den Umständen sogar recht erfreuliche Besetzungen. Und den Friedrich haben sie auch abgeschoben. Unter all den vielen horroszenarien ist das ein wirklich erfreuliches.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 15.Dezember 2013, 20:16:34
Ich stelle mir gerade die Frage, wie Manuela Schwesig Bundesfamilienministerin werden kann. Sie ist ja Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern und sitzt demzufolge dort im Landtag. Damit sie nun Bundesministerin werden kann, müsste sie ein Bundestagsmandat bekommen. Beides zusammen geht aber nicht.
Wenn sie nun einfach ihr Amt im Land für den Bundesposten aufgibt, woher bekommt sie dann ihr Mandat für den Bundestag? Jemand anderem kann man es doch nicht einfach wegnehmen oder gibt es da Zusatzmandate?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 15.Dezember 2013, 20:32:57
Ich stelle mir gerade die Frage, wie Manuela Schwesig Bundesfamilienministerin werden kann. Sie ist ja Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern und sitzt demzufolge dort im Landtag. Damit sie nun Bundesministerin werden kann, müsste sie ein Bundestagsmandat bekommen. Beides zusammen geht aber nicht.
Wenn sie nun einfach ihr Amt im Land für den Bundesposten aufgibt, woher bekommt sie dann ihr Mandat für den Bundestag? Jemand anderem kann man es doch nicht einfach wegnehmen oder gibt es da Zusatzmandate?

Man braucht nicht unbedingt ein Mandat um Minister zu werden. Tiefensee wurde zum Beispiel 2005 zum Minister ernannt und wurde erst 2009 in den Bundestag gewählt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Konni am 16.Dezember 2013, 02:53:20
Da gibt es haufenweise Beispiele für Minister ohne Bundestagsmandate. Im Prinzip kann ja jeder Mensch vom Kanzler/in zum Minister ernannt werden. Also auch ein Sozialexperte als Sozialminister wäre denkbar oder Guido Westerwelle von einer Rot-Rot-Grünen Koalition, wenn sie von seiner Fachkompetenz und Führungskompetenz überzeugt wären.
Rösler ist das jüngste Beispiel für Minister ohne Mandat, dazu kommen dann der angesprochene Tiefensee, Steinbrück, Steinmeier (in der 15. Legislaturperiode, also die vorletzte), Ursula von der Leyen, de Maizière, Clement war es mal in der LP davor, Künast, Riester, Werner Müller (der sogar parteilos war und im Kabinett von Schröder I von 1998 bis 2002) und Eichel. Da waren mit Sicherheit noch mehr, aber die fallen mir nicht ein, ist auch egal, so zeigt die Auflistung doch, dass Ministerposten nicht nur an MdB vergeben werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 16.Dezember 2013, 09:57:34
Okay, danke euch beiden für die Erklärungen. Ich wusste nicht, dass sowas geht. Dann haben die Minister ohne Bundestagsmandat aber sicher auch kein Stimmrecht bei der Gesetzgebung, denke und hoffe ich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Konni am 16.Dezember 2013, 13:14:08
Haben sie nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 29.Dezember 2013, 19:35:10
http://www.sueddeutsche.de/politik/fuenf-statt-vier-jahre-grosse-koalition-offen-fuer-laengere-wahlperiode-1.1852218 (http://www.sueddeutsche.de/politik/fuenf-statt-vier-jahre-grosse-koalition-offen-fuer-laengere-wahlperiode-1.1852218)
http://www.sueddeutsche.de/politik/moegliche-verlaengerung-der-legislaturperiode-wahltage-sind-festtage-1.1852777 (http://www.sueddeutsche.de/politik/moegliche-verlaengerung-der-legislaturperiode-wahltage-sind-festtage-1.1852777)

Ab 2017 könnte der Bundestag für fünf statt vier Jahre gewählt werden, wenn die Idee der großen Koalition umgesetzt wird. Ich bin generell gegen eine Verlängerung der Legislaturperiode, dafür sollten dann aber die untätigen Zeiten (Wahlkampf, nach der Wahl) verkürzt werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 30.Dezember 2013, 00:30:33
Der Postillion veranstaltet dazu eine Umfrage. Die Antwortmöglichkeiten:

-Gute Idee. Man hatte das Gefühl, dass Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel Großes geleistet hätte, wenn er nur ein Jahr mehr Zeit gehabt hätte.

-Ich soll freiwillig 25 Prozent meiner Macht abgeben? Geil. Wo darf ich unterschreiben?

-Ich bin erstaunt, dass die Bundesrepublik überhaupt noch regelmäßig ihre Wahlperiode hat. Immerhin ist sie schon 64 Jahre alt.

-Finde ich gut. Dann müsste ich nur noch jedes fünfte Jahr nicht wählen.

-Da mir jede neue Regierung im Schnitt nach vier Wochen auf die Nerven geht, bin ich dafür, die Legislaturperiode auf fünf Wochen zu reduzieren.

-Ich bin dagegen! Wenn nicht wenigstens alle vier Jahre plakatiert wird, habe ich ja überhaupt keine Ahnung, wer uns regiert.

-Warum nur fünf? Ich fordere die Ausweitung auf 1000 Jahre! Das hat immerhin Tradition hierzulande.


Mehr bleibt garnicht zu sagen :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 20.April 2014, 21:20:53
(http://www.schleckysilberstein.com/wp-content/uploads/2014/04/besser.jpg)
Quelle: http://www.schleckysilberstein.com/2014/04/besser-fur-karlsruhe-die-partei-schreibt-cdu-wahlplakate-zu-ende/ (http://www.schleckysilberstein.com/2014/04/besser-fur-karlsruhe-die-partei-schreibt-cdu-wahlplakate-zu-ende/)

Wahlkampf at it's best. Die CDU ohne Inhalt, Die PARTEI kontert gekonnt.
Wenn das das Niveau für die Europawahl ist, können wir diese auch absagen. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 20.April 2014, 21:51:35
ich finde DiePARTEI ja fantastisch. Aber ich bin ja auch Titanic-Abonnent
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 28.April 2014, 13:49:51
Der Wahl-O-Mat zur Europawahl am 25. Mai ist online: https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2014/ (https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2014/). Viel Spaß. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Topher am 28.April 2014, 13:59:24
Die Piraten auf der 1, gefolgt von der SPD, dann die CDU.
65,9%, 64,8% und 62,5%. Die Linke mit 55,7% auf dem achten Platz.

Aber naja, Wahl-O-Mat eben.

edit: Nicht falsch verstehen, bin mit dem Ergebnis nicht gänzlich unzufrieden, aber bei vielen Themen gibt es halt nicht nur Ja/Nein/Juckt mich nicht. Die verschiedenen Fragen sind halt teilweise auch blöd gestellt, bzw. ist undurchsichtig wie ein "Stimme nicht zu" gewertet wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 28.April 2014, 14:47:33
86% Übereinstimmung mit der PARTEI. Perfekt! ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tomminator4real am 28.April 2014, 15:08:07
Em ja.... Mein Ergebnis zeigt, dass ich niemals den Wahlomaten zu Rate ziehen sollte :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 28.April 2014, 15:37:58
CSU 73%
CDU 71%
REP 64%
PARTEI 62%

Passt schon so^^
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 28.April 2014, 15:50:46
Ich weiß auch ohne Wahl-O-Mat, wen ich wähle. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 28.April 2014, 16:23:59
SPD    72,5   
CDU    69,6   
Grüne  64,7
FDP    62,7
CSU    61,8
Linke   57,8   
AfD     47,1   
NPD    27,5


Somit stellt sich mir die Frage - wie eigentlich bei jeder Wahl - SPD oder CDU?
Bisher war ich treuer SPD-Wähler. Nur bei der letzten Bundestagswahl hatte ich mich für die CDU entschieden, weil ich mich - zugegebenermaßen - von dem SPD-Triumvirat Gabriel, Steinbrück, Nahles regelrecht angeekelt gefühlt hatte. Normalerweise bin ich bei Wahlen nicht so stur personenorientiert, aber was dort in der SPD-Spitze "geleistet" wurde, spottet jeder Beschreibung.
Zur Zeit tendiere ich wieder zur CDU bzw. EVP, da ich mit der EU-Politik - oder besser gesagt: Sanierungs-/Rettungspolitik - der letzten fünf Krisenjahre, doch recht zufrieden bin.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 28.April 2014, 18:44:50
69% Die PARTEI. Wird als treuer Titanicabonent ohnehin gewählt ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 28.April 2014, 18:49:06
69% Die PARTEI. Wird als treuer Titanicabonent ohnehin gewählt ;)

Das wäre immer eine Alternative, allerdings möchte ich meine Stimme nicht einer unernsten Partei schenken. Von den inhaltlichen Forderungen ist Die Partei sicher nicht unter dem Niveau der alteingessenen, aber diese garantieren schließlich seit Jahren Kontinuität und ein wenig Sicherheit.

FDP 72,5
CDU 66,8
AFD 64,9

Die erste Partei spiegelt meine Meinung gut wieder, danach wird es abstrus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 28.April 2014, 18:52:53
FDP hätte bei mir sicher auch nen hohen Score gebabt, aber die waren gar nciht erst in der Verlosung. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ador am 28.April 2014, 18:57:51
Grüne 87,2
Linke 86,2
Piraten 85,1
DKP 73,4
SPD 72,3
AfD 59,6
FDP 51,1
CDU 41,5

Eine der ersten fünf Parteien wird es.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: FM-Fuchs am 28.April 2014, 20:40:34
Wählt bloß nicht die "großen" 4.

Sonst kommt das auf uns zu:

https://www.campact.de/ttip/appell/teilnehmen/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 28.April 2014, 20:42:21
Die PARTEI zieht ohne eigenes Programm in den Europawahlkampf. Stattdessen wirbt sie mit dem Slogan "Europa ist uns egal!" um Wählerstimmen, da dies "rund 72 Prozent der Wähler aus der Seele spreche."

PARTEI wählen :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: matze616 am 06.Mai 2014, 21:27:26
Hab mir grade auch das Programm durchgelesen, mein Highlight:
"Markus Lanz…
…soll ab sofort Kinderpornos moderieren. Damit die niemand mehr schaut."
 :laugh:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 06.Mai 2014, 21:28:25
Hab mir grade auch das Programm durchgelesen, mein Highlight:
"Markus Lanz…
…soll ab sofort Kinderpornos moderieren. Damit die niemand mehr schaut."
 :laugh:
Das war auf Seite 3 der aktuellen Titanic, ich bin fast vom Klo gefallen vor lachen :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 19.Mai 2014, 22:04:56
Sonntag ist Europawahl, mancherorts auch Kommunalwahl. Die CDU springt nun auf jüngere Wähler an:
(https://pbs.twimg.com/media/Bn19a-aIQAANBkT.jpg)
Quelle: https://twitter.com/Ariakan79/status/467667840024444928/photo/1 (https://twitter.com/Ariakan79/status/467667840024444928/photo/1)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 19.Mai 2014, 22:15:26
Lügen im Wahlkampf ist ja schon länger okay...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 19.Mai 2014, 22:17:56
Sonntag ist Europawahl, mancherorts auch Kommunalwahl. Die CDU springt nun auf jüngere Wähler an:
(https://pbs.twimg.com/media/Bn19a-aIQAANBkT.jpg)
Quelle: https://twitter.com/Ariakan79/status/467667840024444928/photo/1 (https://twitter.com/Ariakan79/status/467667840024444928/photo/1)

Ganz ehrlich, wer sich so nen Schrott ausdenkt, der verschreckt die jungen Wähler eher noch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 19.Mai 2014, 23:20:39
Da wähle ich doch lieber die richtige Partei  ;D

(https://fbcdn-sphotos-a-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/t1.0-9/252381_458686920834008_1088537313_n.png)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Uwe am 19.Mai 2014, 23:52:26
Ganz ehrlich, wer sich so nen Schrott ausdenkt, der verschreckt die jungen Wähler eher noch.

Wieso? Emma, Laura, Alex & Co unterhalten sich doch voll toll. Wenn Tschernobülent80Ceylan, Bratze_HH, Donna Balken, Günni_Kologe666 und Hackepetra_fRom_Hell das Plakat sehen, beschliessen sie dass es ab sofort cool ist, sich unter seinem echten Vornamen in sozailen Netzwerke zu bewegen und gründen eine eigene CDU-Ortsgruppe. Das ist shon gut kalkuliert so. Respekt.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 19.Mai 2014, 23:58:12
Naja nein das hat eher whatsapp charakter und dort stehen ja die namen so, wie sie in deiner Telefonliste stehen ;) (gut ein "Bro" hätte man noch einbauen können  ;D)

Viel mehr glaube ich, dass der Gruppenname an Einfalsreichtum kaum mehr zu überbieten sein wird und den Kindern höchsten Respekt vor der CDU abfordert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 20.Mai 2014, 01:32:36
Stimmt, wir haben für unsere Gruppen nur so unkreative Namen wie "Dummgeschwätz" oder ... ach das kann ich nicht sagen :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idandt am 20.Mai 2014, 02:33:31
Weiß nicht was ihr habt. Laura wählt CDU, Alex ist scharf auf Laura und stimmt deshalb mal zu und begründet vor allem stichhaltig. Emma unterliegt dann dem Gruppenzwang. Die Stimmen von Elias und Luca dürfte die CDU auch sicher haben.
Alles in allem doch gar nicht so weit ab von der Realität (außer das vllt. der Kommentar "Sch... auf Politik, ihr Opfa" fehlt).

Ich gratuliere der CDU im übrigen dazu, dass sie erstmals seit ich den Wahl-O-Mat nutze vor der NDP stehen. Reife Leistung! Irgendwann klappt es auch mit den 50%
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 20.Mai 2014, 07:05:37
Wählt bloß nicht die "großen" 4.

Sonst kommt das auf uns zu:

https://www.campact.de/ttip/appell/teilnehmen/


TISA next.

http://konjunktion.info/2014/05/geheimverhandlungen-ttip-war-gestern-heute-ist-tisa/
http://www.youtube.com/watch?v=PZgP8mGSt8s
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 20.Mai 2014, 09:46:15
Gäbe es auf den Wahlzetteln ein Kästchen "Keine dieser Parteien wählen" würde ich auch mal ein Häckchen machen.
Ich mein irgendwie fühl ich mich wie nen mieses A*loch, wenn ich jemanden wähle und so dazu beitrage, dass diese Leute da hinkommen wo man korrumpiert wird und nicht Politiker Politik machen, sondern Konzerne und Banken. Da ist es doch völlig egal ob sie grün, blau, schwarz, bunt, rot oder sonstirgendetwas sind.

Da wähle ich doch lieber jeden Tag mein eigenes Leben und trage die Verantwortung, die ich tragen kann und sind wir doch mal ehrlich, wann wurde zuletzt Politik der Menschen gemacht?

Bevor ich jetz aber zu einem großem Rundumschlag aushole schließe ich einfach mit einem Zitat:
Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech:
Zitat
Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kottikoroschko am 20.Mai 2014, 09:55:56
Naja indem du ein Kreuz über den ganzen Wahlzettel machst kreuzt du ja quasi an, keine der aufgelisteten Parteien zu wählen.  Von daher gibt es das Kästchen schon .
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 20.Mai 2014, 09:59:02
Falsch, damit mache ich meine Stimme nur ungültig :)
Das ist etwas anderes als "keine dieser Parteien wählen" und nicht wählen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.Mai 2014, 10:24:08
Ich wähle nicht mehr. Die wählbaren Parteien sind zu 95% inhaltsgleich, die Linke und alles rechts von der Union sind für mich unwählbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 20.Mai 2014, 11:18:53
Generelle verdrossenheit ist eine Sache, aber hier würde ich vom Stimmrecht Gebrauch machen.

Die erwähnten Freihandelsabkommen sind kein Witz, in dem es wie oft suggeriert nicht um vergleichbare Banalitäten wie die Chlorhähnchen ab sofort auch in Deufschland geht. Sondern sie können und werden jeden betreffen, weil sie Konzerne enorm stärken und damit den Sozialstaat gefährden, Einfluss auf Arbeitnehmerrechte haben und einiges mehr. Die Verhandlungen an sich sind schon undemokratisch ohne Ende, und die Beteiligten müssen wohl wissen, warum sie niemanden daran teilhaben lassen. Heißt konkret: Der Einfluss von Staat, das heißt im Endeffekt des Volkes, wird weiterhin massiv beschnitten werden. Die Welt wird noch mehr eine Welt der Unternehmer und Banken.

Ein Punkt, der verhandelt wird, ist zum Beispiel: Konzerne sollen Staaten (und damit uns und alle Steuerzahler) auf Schadenersatz verklagen können, das muss man sich mal vorstellen: http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-03/investitionsschutz-klauseln-beispiele Hauptsache Wachstum, Wachstum, Wachstum, da stehen Regulierungen doch nur im Weg  -- wie doof oder maßlos muss man eigentlich sein, um das mitzutragen? Wer in der Schule aufgepasst hat, müsste eigentlich die Exponentialkurve kennen. Und die Endlichkeit der Ressourcen. Aber auch wenn man nicht alle über einen Kamm scheren sollte: Dass das einigen bewusst und völlig egal ist, ist bekannt. Und sie sind richtig gefährlich.

Verkauft wird das uns natürlich damit, dass es Arbeitsplätze schaffen würde - wie üblich, mit Arbeitsplätzen nach Wirtschaftskrisen köderten schon ganz andere Parteien in Deutschland. Das mit den Arbeitsplätzen ist sowieso umstritten. Und selbst wenn: Wer die Realität kennt, weiß auch, dass auch die letzten Versprechen nach Arbeitsplätzen vor allem durch Kürzungen der Sozialleistungen erreicht wurde, durch Schwächung der Arbeitnehmerrechte. Hunderttausende arbeiten in prekären Arbeitsverhältnissen, manch einer malocht 60 Stunden die Woche und muss trotzdem Stütze kriegen, ich war nach Tätigkeit im Öffentlichen Dienst kurz in selbst kurz selbst in freie Wirtschaft und an einen Unternehmens-Standort gewechselt, an dem von 30 Mitarbeitern fünf, sechs fest angestellt waren, und der Rest über Leiharbeit für 8,50 Euro und importierte Polen lief, die nach eigener Aussage über Wochen teilweise täglich bis zu 12 Stunden dort malocht hatten. Und selbst im Öffentlichen Dienst setzen sich befristete Verträge durch. Derweil machen Deutschlands renommierteste Unternehmen Rekordgewinne -- was kein Wunder ist. Den Rahmen gibt nunmal ein Staat vor -- sind die lasch, werden sie auch absolut ausgenutzt. Gerade auf diesem Markt mit weltweitem Konkurrenzdruck, Preis- und Lohndumping inklusive.

TTIP ist ein Angriff auf eure Rechte, der jeden hier betreffen kann und betreffen wird, ob parteiverdrossen oder nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 20.Mai 2014, 11:36:28
Generelle verdrossenheit ist eine Sache, aber hier würde ich vom Stimmrecht Gebrauch machen.
Sehe ich auch so. Und wenn du nur deine Stimme ungültig machst, weil du dich mit keiner Partei und ihren Zielen anfreunden kannst. Das ist ja auch ein Zeichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 20.Mai 2014, 11:36:40
Wen interessieren Bürger- und Arbeiterrechte, wenn der Staat doch immer weiter wachsen kann und die Arm-Reich-Schere weiter auseinander gehen kann. ;) Aber nicht, indem die Armen noch ärmer werden, sondern die Reichen noch wohlhabender.
Ich persönlich habe mit hier (glaube ich) nicht im TTIP-Inhalt verankerten Dingen wie Vorratsdatenspeicherung oder Videoüberwachung von öffentlichen Orten kein Problem, befürworte dies sogar. Tierrechte und Umweltschutz sind mir auch ziemlich egal. Aber man sollte schon die Belange aller Arbeitnehmer im Blick haben. Es wird nicht ohne Grund so oft das Bild vom Arbeitgeber als Ausbeuter benutzt. Das stimmt nur bedingt, aber die positiven Beispiele nimmt man nicht wahr. Denn wer zufrieden ist, sagt nichts. Wer jedoch ungerecht behandelt wird (oder sich so fühlt), der meckert und jammert. Es ist wie bei Bewertungen bei Amazon.

Wichtig ist auf jeden Fall, am Sonntag wählen zu gehen. Und wenn man eine Schwachsinnspartei wählt, die nie genug Stimmen bekommen wird, um ins Europaparlament einziehen zu dürfen. Oder man wählt ungültig. Nur so kann man jedenfalls verhindern, dass der rechts- und linksextreme Rand soviel Zulauf bekommt, dass diese überproportional vertreten sind.
Bedenken sollte man, dass die extremen Bürger ihre Parteien immer wählen, während der besonnene Bürger nicht wählt, da sich eh nichts ändere. So gewinnen die Randparteien eben Prozente, ohne dass das Volk in dem Verhältnis so denkt oder gar eine solche Politik will.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 20.Mai 2014, 11:43:47
Du hast mich da vielleicht falsch verstanden, ich bin nicht verdrossen, keineswegs. Ich bin ein sehr politikinteressierter Mensch.
Mein Stimmrecht hab ich nicht nur alle Jubeljahre um eine Partei zu wählen, im Gegenteil ich brauch dafür keine Wahlen um zu wissen, dass ich eine Stimme habe. Für mich ist es ein schlechter Deal zu den Wahlen zu rennen und die Verantwortung für Veränderung an Menschen zu geben, die mich nicht mal kennen, geschweige denn sich für meine Belange interessieren.

Du zählst so viele richtige Punkte auf, aber den wichtigsten lässt du aus:

Keine der Parteien hat eine richtige Lösung und keiner der Politiker wird irgendwas an alle dem ändern.
Die einzigen die etwas ändern können, sind jene die ein Stimmrecht haben, denn sie sind die Konsumenten dieser Wirtschaft.
Wer an den Misständen etwas ändern will, kann das also nur bei sich selbst tun und für sich selbst Verantwortung übernehmen:

Weg von den großen Energieanbietern rein in den regionalen Anbieter.
Einkauf nicht bei den Großkonzernen sondern beim regionalen Händler.
Wechsel zu einer Ökobank, welche alle Kreditvergaben und Anlagen transparent offenlegt.
Verzicht darauf sich jedes Jahr ein neues Iphone oder die neueste Technik zu kaufen, verflixt was will ich mit nem Iphone 5 wenn mein Iphone 4 noch funktioniert? Wieso braucht heute jeder einen Flachbildfernseher obwohl die alte Röhre immernoch funktioniert?

Dieses System funktioniert nur, solange jeder mitmacht im Konsumwahn und sich jeden Abend die ZDF oder ARD-Nachrichten anschaut und anschließend bei GYNTM, DSDS usw den Kopf abschaltet, irgendwann einschläft und morgens auf dem Weg zur Arbeit seine Zeitung liest. (plakativ ich weiß, dient nur der Veranschaulichung)

Die Antwort auf die Auswüchse der Globalisierung heißt: Zurück in die Kommunen und sich dort unabhängig machen.

Wie ich bereits vorhin zitiert habe.
Zitat
Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.

So zumindest meine Meinung
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 20.Mai 2014, 11:46:36
giZm0: http://know-ttip.eu/europa-wahl/

Aber man sollte schon die Belange aller Arbeitnehmer im Blick haben. Es wird nicht ohne Grund so oft das Bild vom Arbeitgeber als Ausbeuter benutzt. Das stimmt nur bedingt, aber die positiven Beispiele nimmt man nicht wahr. Denn wer zufrieden ist, sagt nichts. Wer jedoch ungerecht behandelt wird (oder sich so fühlt), der meckert und jammert. Es ist wie bei Bewertungen bei Amazon.

Ja. Wobei die Politik schon nach und nach Rahmenbedingungen geschaffen hat, die viele auch einfach ausnutzen. Manchmal sind das gar nicht so die Großen und kommen gar nicht an die Presse. Trotzdem sollte man das differenziert betrachten.

Übrigens gibt es ja auch Unternehmer und Unternehmer. Irgendwelchen Mittelständlern wird so ein Abkommen wohl kaum groß helfen. Es stärkt wie üblich eine kleine Elite, die ganze Politik sieht fast nach systematischer Umverteilung von unten nach oben aus -- das Zins- und Zinseszinssystem tut sowieso sein Übriges. Das Wirtschaftssystem ist fast ein bisschen Krieg, an dessen Ende wahrscheinlich ein paar Siegermächte überbleiben. Desto weniger reguliert wird, desto freizügiger werden die Unternehmen. Die Klagen Unternehmen gegen Staat gab es in anderen Freihandelsabkommen ja längst: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tabakkonzern-philip-morris-verklagt-uruguay-nikotin-fuer-die-nation-1.1103407 Fragt sich nur, ob am Ende noch Menschen übrig sind, die ihre Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen werden, endloser Konsum ist der Motor unserer Zeit -- man denke an die Selbstmorde in Spanien.

Einige vergleichen TTIP (TISA) mit MIA von 1998: http://de.wikipedia.org/wiki/Multilaterales_Investitionsabkommen Das ist damalsnicht durchgesetzt worden wegen Widerstands aus Frankreich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 20.Mai 2014, 12:29:48
Netter Link sagt aber null aus über das was wirklich passiert.

Die SPD hat sogar in ihrem Parteibuch zu stehen, dass sie, wenn in der Regierungsverantwortung, keinerlei kriegerischen Handlungen zustimmen wird und dennoch waren wir im Kosovo. Die Grünen wurden gegründet als eine Partei, die sich auf die Fahnen schrieb für die Umwelt zu kämpfen, heute sind sie wie eine Wassermelone: Außen Grün und innen Rot mit Schwarzen Kernen. Die Linke, die Partei der kleinen Leute, ist nur solange links wie sie nicht mitgestalten müssen.

Egal welche Partei, egal welcher Politiker, wer in diesem System Macht haben und Macht erhalten will, muss sich anpassen, selbst wenn man dann die eigenen Ideale verrät. Was kümmert das Geschwätz von gestern? Ich will Bundesliga spielen und nicht in die 2. Liga absteigen. Wer glaubt denn bitteschön noch, dass gewählte Politiker die Macht des Volkes repräsentieren? Weiß nicht wie es dir geht, aber wenn ich die letzten 15 Jahre mir anschaue, habe ich nicht das Gefühl repräsentiert zu werden.

Mein Vertrauen darauf, dass andere für mich die Verantwortung übernehmen etwas zu ändern, ist erloschen und die Erkenntnis macht sich breit, dass genau dieses Vertrauen Schuld daran ist, das der Bürger heute eher ohnmächtig als mächtig ist.

Daher bekräftige ich nochmal, erwarte nicht von anderen, dass sie deine Interessen vertreten und für dich Verantwortung übernehmen. MEn sind wir nur solange mächtig, wie wir uns die Verantwortung selbst erhalten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.Mai 2014, 12:38:52
Spätestens seit der Bankenkrise ist für mich klar, dass die Politiker nur Marionetten der Wirtschaft sind, völlig unabhängig vom Parteibuch, das sieht man jetzt auch wieder beim Krauss-Maffei Bestechungsskandal. Klar, man könnte andere Parteien wählen, die sind aber demokratiefeindlich und scheiden damit für mich von vornherein aus. Gibt es denn eine demokratische Partei, die für die soziale Marktwirtschaft einsteht, die für sinnvolle Regulierung ist, die wirklich den Mittelstand und nicht ausschließlich die Industrie unterstützt, die sich vernünftig um Kinder und Alte kümmern will, die den Armen und Schwachen eine Lebensperspektive gibt anstatt sie immer mehr mit Hartz4-Sanktionen niederzuknüppeln (und mit dem gesparten Geld dann Banken zu retten)? Ich kenne keine.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 20.Mai 2014, 12:48:06
Wenn du bei den Parteien nachfragst, sehen sie sich alle so  ;D

Das hat nur nix damit zu tun wie sie regieren, wenn sie gewählt werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kottikoroschko am 20.Mai 2014, 12:54:25
Falsch, damit mache ich meine Stimme nur ungültig :)
Das ist etwas anderes als "keine dieser Parteien wählen" und nicht wählen.

Mit ungültig machen wählst du ja keine Partei, gehst aber trotzdem wählen. Sehe da zu deinem fiktiven Beispiel den Unterschied nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 20.Mai 2014, 13:00:47
Ungültioge Stimmen werden anscheinend wie "nie abgegeben" behandelt, setzten also nciht mal die 5%-Hürde hoch. Falls doch ist es, als würdest du deine Stimme an alle "großen Parteien" aufteilen. Ich jedenfalls wähle bei der Europawahl die Partei und kann das auch nur jedem Empfehlen. Ein eindeutigeres Statement geht gar nicht. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.Mai 2014, 13:07:37
Wenn du bei den Parteien nachfragst, sehen sie sich alle so  ;D

Das hat nur nix damit zu tun wie sie regieren, wenn sie gewählt werden.

Richtig, meine Stimme bekommt nur die Partei, die auch so regiert :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 20.Mai 2014, 13:10:02
Wenn du bei den Parteien nachfragst, sehen sie sich alle so  ;D

Das hat nur nix damit zu tun wie sie regieren, wenn sie gewählt werden.

Richtig, meine Stimme bekommt nur die Partei, die auch so regiert :D

Das weiß man aber eben erst, nachdem gewählt wurde. Vorher ist alles eine rosarote und wunderschöne Welt, von der die wählbaren Parteien vorschwärmen, wenn sie gewählt werden, und der Weltuntergang, wenn die anderen an die Macht kommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 20.Mai 2014, 13:12:30
Netter Link sagt aber null aus über das was wirklich passiert.

http://know-ttip.eu/wie-betrifft-mich-ttip/

Hier eine allgemeine Erklärung: http://www.youtube.com/watch?v=sU3Opm3NUn0

Hier das Ganze ein wenig Drastischer, Parteiischer, klar contra: http://www.youtube.com/watch?v=G1-1WWM4UAs


Zu TTIP/TISA sind die Parteien eigentlich recht eindeutig positioniert, siehe den Link von der letzten Seite. Da gibts ja nur ja oder nein, keine Katze im Sack. Ich verstehe den Standpunkt, aber wenn Du nicht kompletter Aussteiger bist, Dich selbst versorgen kannst, wird Dich das betreffen, siehe oben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.Mai 2014, 13:14:25
Das weiß man aber eben erst, nachdem gewählt wurde.

Wie Union, SPD, Grüne und FDP regieren, ist ja mittlerweile bekannt, die sind für mich in der Bringschuld, wenn sie meine Stimme wollen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 20.Mai 2014, 13:27:35
Falsch, damit mache ich meine Stimme nur ungültig :)
Das ist etwas anderes als "keine dieser Parteien wählen" und nicht wählen.

Mit ungültig machen wählst du ja keine Partei, gehst aber trotzdem wählen. Sehe da zu deinem fiktiven Beispiel den Unterschied nicht.

Wie White schon sagte: Mach ich meine Stimme ungültig zählt sie nicht, gehe ich nicht wählen wird sie aufgeteilt und wähle ich eine Partei, werd ich nicht repräsentiert. Folglich ist es egal welche der 3 Optionen ich favorisiere, es ist niemals die Wahl die ich treffen würde. Darum ist die Wahl, die ich treffe, Veränderungen die ich mir wünsche, selbst umzusetzen.

Mein Girokonto hab ich bei der GLS Bank, meine Lebensmittel besorge ich bei regionalen Händlern, Bauern und klein/mittelständischen Unternehmen aus der Region und ich verzichte sowohl auf ein Auto als auch auf modernste Technik. Ein Fernseher brauch ich nicht und meinen PC erneuer ich nur wenn was kaputt geht. Hätte ich nicht ein Smartphone geschenkt bekommen, würde ich immernoch mit meinem alten Nokia rumlaufen(gutes Teil!!! ;D), Whatsapp und dergleichen nutze ich dennoch nicht. Einzig den Stromanbieter hab ich noch nicht gewechselt. Meinen Facebook-Account hab ich gelöscht, weil ich diese Form des Netzwerks, alles andere als sozial finde und Katzenbilder kann ich mir auch anderswo anschauen. Dafür hab ich mein Netzwerk vor der Tür Nachbarn, Kollegen, Postboten, die Kassiererin im Einkaufsladen, Familie, Familie im Sportverein usw.
Das einzige virtuelle soziale Netzwerk, was ich noch nutze ist meetup.com um Gruppen mit ähnlichen Interessen zu finden, wie zum Beispiel Schach und mich mit denen zu verabreden.

Aber letztlich muss jeder selbst wissen was er tut und damit glücklich werden, insofern wer wählen will soll das tun.

Danke Svenc für deine Mühen, ich hab mich damit schon auseinandergesetzt :)
Meine Antwort darauf ist, mich so wenig wie möglich abhängig machen und so wenig wie möglich teilzunehmen an dem Riesenrad, denn mit der Wahl einer Partei verändere ich nix. Die können heute sagen, sie werden wenn ich sie wähle mit nein stimmen und dann ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen doch mit ja stimmen. Kommt TTIP werd ich außerdem auf der Straße stehen und demonstrieren und ich bin sicher, dass werden Tausende andere genauso tun.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 25.Mai 2014, 16:37:01
Wer war schon wählen? Ich habe vorhin meine Wahlpflicht ausgeübt, leider scheint die allgemeine Beteiligung bisher gering zu sein. Das spielt den Randparteien ja generell in die Karten.

Es standen bei uns auch Stadtrats- und Kreistagswahlen an. Ich war ja erschüttert, dass von sieben zur Auswahl stehenden Parteien drei extremer Natur waren. Das ist ein Armutszeugnis.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 25.Mai 2014, 16:38:56
Ich war wählen und habe wie immer grün gestimmt. Hier in Hamburg war die Wahlbeteiligung bisher bei ca. 32%, sowohl Europa als auch Bezirkswahl.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 25.Mai 2014, 17:31:03
Kleine Hilfe für Spätentschlossene - 30 Minuten sind ja noch ;)
http://www.sollichafdwaehlen.de/


E: Habe ich in Bayern etwas verpasst oder warum bricht die CSU dermaßen ein?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: smedhult am 25.Mai 2014, 18:16:39
Ich werde wie immer so gegen 21.00 Uhr wählen gehen und dort meine Stimme den Sozialdemokraten geben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 25.Mai 2014, 18:17:31
Nach ARD-Hochrechnung hat die CDU/CSU durch die CSU Stimmen verloren, die AfD ist mit 6,5% gut dabei. Wie kann man denen nur soviele Stimmen geben? >:( Die FDP taucht noch weiter ab.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 25.Mai 2014, 18:19:59
Ich werde wie immer so gegen 21.00 Uhr wählen gehen und dort meine Stimme den Sozialdemokraten geben.

Hab ich auch schon getan. Immerhin scheint ja die Beteiligung wieder leicht gestiegen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 25.Mai 2014, 18:24:56
Nach ARD-Hochrechnung hat die CDU/CSU durch die CSU Stimmen verloren, die AfD ist mit 6,5% gut dabei. Wie kann man denen nur soviele Stimmen geben? >:( Die FDP taucht noch weiter ab.

Ich denke das ist ganz einfach das Resultat der idiotischen Entscheidungen unserer Regierungen in den letzten Jahren. Mit Anti Europa Parolen und dem vorspielen man sei nicht rechtsradikal, sondern gehöre zur geistigen Elite scheint man auf jedenfall beim Wähler Punkten zu können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 25.Mai 2014, 20:15:33
FN ist stärkste Kraft in Frankreich.  >:( :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wAvE am 25.Mai 2014, 23:13:17
Schockt mich nicht, war absolut zu erwarten.
Die alte ist gefährlich... Nicht so plump wie ihr Vater, ich habe inzwischen den Kontakt zu vielen meiner franz. Bekanntschaften abbrechen müssen weil ich dieses gesülzte nicht ertrage.
Es ist tragisch wenn man sieht wer alles für FN ist (Studenten, junge Leute)

In Frankreich muss ich mir immer wieder anhören wie doof die Deutschen damals waren weil sie die nazis gewählt haben und das sowas in Frankreich ja nicht möglich wäre. genau.

heute muss ich mich für mein zweites Vaterland schämen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 25.Mai 2014, 23:42:13
Deshalb regt es mich ja auf. Klar war das zu erwarten, aber irgendwie hofft man ja doch immer noch, es könnte anders kommen.
Ich mag einfach nicht recht glauben, dass in diesem eigentlich tollen Land, in dem wir x mal im Urlaub waren und immer sehr freundlich behandelt wurden, über ein Drittel diese Schwachköpfe gewählt hat.
Sicher war es nicht das erste mal und auch nicht das letzte mal, aber trotzdem.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ador am 26.Mai 2014, 00:10:15
Kuriosum des Abends: Als Giovanni di Lorenzo bei Jauch in der Sendung sitzt und recht freimütig erzählt, dass er für die Europawahl zwei Stimmen abgegeben hat - eine mit seinem deutschen, die andere mit seinem italienischen Pass im Konsulat.
Bloß erlaubt ist das eigentlich nicht.  :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 26.Mai 2014, 01:26:09
In Frankreich muss ich mir immer wieder anhören wie doof die Deutschen damals waren weil sie die nazis gewählt haben und das sowas in Frankreich ja nicht möglich wäre. genau.

heute muss ich mich für mein zweites Vaterland schämen...

Schämen sollte sich eher die Politik, der Staat als Volksvertreter, der den Nährboden für so was geschaffen hat. Auch wenn er zunehmend entmachtet wird.

In Deutschland mag das aktuell nicht möglich sein -- aber steigende Tendenzen zeigen sich ja auch hier. Trotz damals.
Ergebnis generell, da bin ich mit Pispers. Der Deutsche ist absolut schizophren: Er will eigentlich das eine, wählt aber dann doch das komplett andere. Wenn er denn wählen geht. Aber gewissen Tendenzen, etwa der Erfolg der AfD, die sich als reine Protestpartei etabliert, sind auch hier erkennbar.

In GB gewann eine Rechtspartei: http://www.welt.de/politik/ausland/article128405939/Ukip-vor-Erdrutschsieg-in-Grossbritannien.html

Und auch in Dänemark, Finnland haben die Rechten Erfolge gefeiert. Griechenland wählte zwar stramm links, aber ebenfalls gegen die EU.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 26.Mai 2014, 01:34:10
Meine Chefin wollte mir heute erklären, dass es die Pflicht ihrer Mitarbeiter sei wählen zu gehen.
Ich bat sie sich das zu überlegen, weil ich dann gehen werde, hat sie gar nicht verstanden  ;D
Mein Kollege pöbelte mich ebenfalls an... der Junge hat ne Bildung wie drei Meter Feldweg, will mir aber erklären warum ich wählen gehen muss. Sollen se alle machen wenn es sie glücklich macht, nur glauben es würde sich was ändern weil statt x nun y in die Mikros brabbelt, dass sollte man deswegen nicht.

Am meisten genervt hat mich das Wahlspezial im Radio auf Arbeit nach jedem Lied - Hochrechnungen und "Expertenkommentare" boa war ich genervt....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 26.Mai 2014, 01:58:13

Wahrlich eine Frechheit, in einer Demokratie auch noch mitwirken zu müssen. Und dann wird auch noch darüber berichtet. Wo sind wir nur gelandet?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 26.Mai 2014, 02:12:26
Ich hab beim Volksentscheid zum Tempelhofer Feld mitgemacht, man ich bin schon ein böser Anti-Demokrat >,<

Das Mitwirken an einer Demokratie zeichnet sich nicht nur durch Wahlen aus, hierzulande hat das sogar mitlerweile nix mehr mit einem demokratischem Mitwirken zu tun meiner Meinung nach, aber ich schrieb ja bereits oben:

Wer es so sieht und damit glücklich ist, soll es tun.

Aber mir ans Bein pinkeln, weil ich das nicht so sehe und eben nicht damit glücklich bin, ist mir einfach zu hoch.
4 respektive 5 jahre lang is der deutsche Michel passiv und dann rennt er zur Wahlurne und meint er hat seinen Dienst für die Demokratie geleistet und jetzt ändert sich was. An die Logik dahinter glaub ich ehrlich gesagt nicht.

P.S: Eine solche Entwicklung ist doch nur logisch. Je bescheidener es den Menschen geht, desto mehr orientieren sie sich an dem was vor der Haustüre ist und darin finden die rechten und nationalistischen Parteien eben ihren Nährboden. Für mich direktes Ergebnis der Europapolitik.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 26.Mai 2014, 02:30:13
Das Mitwirken an einer Demokratie zeichnet sich nicht nur durch Wahlen aus

Das hatte ich auch nicht behauptet. Nur ist es ein wesentlicher Eckpfeiler einer Demokratie, dass die Volksvertreter nach dem Willen des Volkes wechseln.

4 respektive 5 jahre lang is der deutsche Michel passiv und dann rennt er zur Wahlurne und meint er hat seinen Dienst für die Demokratie geleistet und jetzt ändert sich was. An die Logik dahinter glaub ich ehrlich gesagt nicht.
Aber mir ans Bein pinkeln, weil ich das nicht so sehe und eben nicht damit glücklich bin, ist mir einfach zu hoch.

Dazu wurde ein Versammlungs- und Demonstrationsrecht eingeräumt. Inwiefern der "deutsche Michel" davon gebrauch macht, ist nun nicht Aufgabe der Parteien/Politiker.
Tut mir leid. Du kannst von mir aus zu zehn Demonstrationen und fünf Volksentscheiden im Monat rennen. Dann die elementare Möglichkeit die politische Zusammensetzung eines Landes - in diesem Fall sogar eines ganzen Kontinents (!) - direkt zu beeinflussen, absichtlich zu versäumen, ist alles andere als logisch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 26.Mai 2014, 02:41:51
Warum ist es deiner Ansicht nach eben nicht logisch?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 26.Mai 2014, 02:59:52
P.S: Eine solche Entwicklung ist doch nur logisch. Je bescheidener es den Menschen geht, desto mehr orientieren sie sich an dem was vor der Haustüre ist und darin finden die rechten und nationalistischen Parteien eben ihren Nährboden. Für mich direktes Ergebnis der Europapolitik.

Welche Entwicklung? Der Anstieg nationalistischer und eurokritischer Stimmen bei der heutigen Wahl?
In wirtschaftlich prekären Ländern wie bspw. Spanien oder Italien, wurde kaum nationalistisch (Spanien) bzw. wesentlich weniger nationalistisch als erwartet (Italien) gewählt. Einzig (bei den wirtschaftl. "Sorgenkindern") in Griechenland gehören die Rechten zu einer der stärksten Fraktionen. Dem steht allerdings auch eine starke linke Fraktion gegenüber. Es wurde eher in - vergleichsweise - wirtschaftlich solventeren Ländern, wie Frankreich oder Großbritannien, rechtspopulistisch gewählt. Ich würde dies nicht pauschal an der wirtschaftlichen Situation der Wählenden festmachen.

E: Die wirtschaftliche Situation Frankreichs ist wohl nur in Anführungsstrichen als solvent zu bezeichnen. Im Vergleich zu Portugal, Spanien, Italien, Griechenland etc. sehe ich sie allerdings nach wie vor als wirtschaftlich fluider an.

Warum ist es deiner Ansicht nach eben nicht logisch?

Auf der einen Seite scheinst du dem demokratischen System zu vertrauen, indem du an Volksentscheiden teilnimmst. Auf der anderen Seite misstraust du dem Ganzen, indem du an Wahlen nicht teilnimmst. Sehe bei beiden politischen Prozessen keine dermaßen eklatanten Unterschiede, welche dein Verhalten - in meinen Augen - erklären würden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: giZm0 am 26.Mai 2014, 03:01:12
Aus meiner Sicht ist es logisch, dass zu tun was auch etwas verändert.
Durch die Wahl von Volksvertretern und Parteien geschieht das jedenfalls nicht oder glaubst du daran, dass sich an den Problemen der Menschen etwas ändert weil jetz x statt y die Macht hat? Wenn ich mir die letzten 100 Jahre Geschichte anschaue, waren es vorallem gewählte Volksvertreter denen wir Dinge wie die Mauer zu verdanken hatten.
Auf den Tag an dem wir davon sprechen können, dass wir es einem gewählten Volksvertreter zu verdanken haben, dass nicht mehr alle 3,6 Sekunden ein Mensch an Hunger stirbt, können wir wohl ewig warten.

Ich rede nicht davon zwingend demonstrieren zu gehen, es gibt auch andere Möglichkeiten der Partizipation.
In allererster Linie fängt es damit an sich zu bilden und damit meine ich nicht das anschauen der Tagesschau, sondern echte Recherche. Dazu gehört auch sich ehrenamtlich zu engagieren oder Teil einer Bürgerinitiative zu sein. Mitwirken in Sportvereinen usw. Die kleinste Zelle einer Gesellschaft ist die Familie, hier fängt es schon an mit dem Mitwirken an einer funktionierenden Demokratie. Partizipation am politischen Willen kann auf unterschiedliche Weise geschehen und jeder sollte für sich den Weg wählen den er oder sie für den effektivsten hält und ich finde es eben nicht sonderlich effektiv über Banken und Finanzen, Armut und Hunger zu klagen, aber dann bei den Wahlen darüber abzustimmen wer denn nun als nächstes nix daran ändert.


P.S.: Ich Vertraue in die Demokratie, aber das Vertrauen in Parteien und Politiker habe ich verloren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 26.Mai 2014, 03:21:57
Aus meiner Sicht ist es logisch, dass zu tun was auch etwas verändert.
Durch die Wahl von Volksvertretern und Parteien geschieht das jedenfalls nicht oder glaubst du daran, dass sich an den Problemen der Menschen etwas ändert weil jetz x statt y die Macht hat? Wenn ich mir die letzten 100 Jahre Geschichte anschaue, waren es vorallem gewählte Volksvertreter denen wir Dinge wie die Mauer zu verdanken hatten.
Auf den Tag an dem wir davon sprechen können, dass wir es einem gewählten Volksvertreter zu verdanken haben, dass nicht mehr alle 3,6 Sekunden ein Mensch an Hunger stirbt, können wir wohl ewig warten.

Es ist schon ein Unterschied, ob - überspitzt formuliert - die Grünen oder Rechtspopulisten in einer Regierung sitzen. Oder willst du das bestreiten?
Und im Zuge des Mauerbaus von tatsächlich gewählten(!) Volksvertretern zu sprechen, finde ich ziemlich gewagt.
Das weltweite Hungerleiden ist aber nicht ausschließlich ein politisches Problem. Sondern wird eher u.a. aufgrund wirtschaftlicher Faktoren beeinflusst, in welchem die Politik keine Handhabe hat, dieses Leiden vollständig einzustellen und - in meinen Augen - eben diese Handhabe auch nicht ausschließlich besitzen sollte.

[...] ich finde es eben nicht sonderlich effektiv über Banken und Finanzen, Armut und Hunger zu klagen, aber dann bei den Wahlen darüber abzustimmen wer denn nun als nächstes nix daran ändert.

Wenn du scheinbar immer davon ausgehst, dass sich nichts ändert, frage ich mich ernsthaft, wo du die letzten zwanzig Jahre gelebt hast (ich gehe mal davon aus, dass du mindestens so alt bist) bzw. ob du den Geschichtsunterricht betreffend der letzten 70 Jahre verschlafen hast?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 26.Mai 2014, 10:39:39
Kuriosum des Abends: Als Giovanni di Lorenzo bei Jauch in der Sendung sitzt und recht freimütig erzählt, dass er für die Europawahl zwei Stimmen abgegeben hat - eine mit seinem deutschen, die andere mit seinem italienischen Pass im Konsulat.
Bloß erlaubt ist das eigentlich nicht.  :D

Ich dachte, der di Lorenzo macht einen Scherz. Aber das ist natürlich eine Frechheit. Die eine zusätzliche Stimme macht keinen Unterschied, aber wenn das jeder mit mehreren Pässen macht, geht das nicht. Die einzelnen EU-Nationen müssen sich besser abstimmen, wer wo wählt. Am besten regelt man es nach dem Wohnsitz, wenn derjenige in einem Land wohnt, wo er einen Pass hat. Das gibt sicher noch einen Aufschrei, viele werden seinen Kopf fordern, weil der deutsche Wutbürger gerne Opfer sehen will. Am besten solle der Mann sicher lange in den Knast. ::)
Wenn es so bleiben sollte, dann kann ja jeder mit Zweitwohnsitz in einem anderen Bundesland auch für mehrere Länderparlamente seine Stimme abgeben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: smedhult am 26.Mai 2014, 11:41:57
Ich habe auch zweimal gewählt, einmal gestern hier bei mir vor Ort, und einmal in Göteborg beim deutschen Konsulat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 26.Mai 2014, 12:25:55
Ich dachte, der di Lorenzo macht einen Scherz. Aber das ist natürlich eine Frechheit. Die eine zusätzliche Stimme macht keinen Unterschied, aber wenn das jeder mit mehreren Pässen macht, geht das nicht.


Schwer einzuschätzen, aber es wäre interessant, mal ein paar konkrete Zahlen dazu zu haben. Das würde die absolute Wahlbeteiligung europaweit in ein andere Licht rücken, eventuell. ;-)

Gemessen an der Wahlbeteiligung wählen jedenfalls immer weniger noch konservative, etablierte Volksparteien. In Italien könnte sich die Mitte auch deshalb behauptet haben, weil hier erst kurz vor der Europawahl für zehn Millionen Italiener Sozialpolitik spürbar gegriffen hat. Denn die haben jetzt dank genau der siegreichen Partei 80 Euro im Monat mehr in der Tasche dank gesenkter Einkommenssteuer -- und das betrifft die, für die das spürbar ist. http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2014/04/19/80-euro-mehr-in-der-brieftasche.html#.U4MVohDcvcs Aber genau habe ich die Situation auch nicht im Überblick. Dahinter folgen allerdings auch hier EU-Skeptiker; und Rechtspopulisten feiern auch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 26.Mai 2014, 12:35:27
Kuriosum des Abends: Als Giovanni di Lorenzo bei Jauch in der Sendung sitzt und recht freimütig erzählt, dass er für die Europawahl zwei Stimmen abgegeben hat - eine mit seinem deutschen, die andere mit seinem italienischen Pass im Konsulat.
Bloß erlaubt ist das eigentlich nicht.  :D

Ich dachte, der di Lorenzo macht einen Scherz. Aber das ist natürlich eine Frechheit. Die eine zusätzliche Stimme macht keinen Unterschied, aber wenn das jeder mit mehreren Pässen macht, geht das nicht. Die einzelnen EU-Nationen müssen sich besser abstimmen, wer wo wählt. Am besten regelt man es nach dem Wohnsitz, wenn derjenige in einem Land wohnt, wo er einen Pass hat. Das gibt sicher noch einen Aufschrei, viele werden seinen Kopf fordern, weil der deutsche Wutbürger gerne Opfer sehen will. Am besten solle der Mann sicher lange in den Knast. ::)
Wenn es so bleiben sollte, dann kann ja jeder mit Zweitwohnsitz in einem anderen Bundesland auch für mehrere Länderparlamente seine Stimme abgeben.
Ich habe auch zweimal gewählt, einmal gestern hier bei mir vor Ort, und einmal in Göteborg beim deutschen Konsulat.
Letztlich fällt das unter Wahlbetrug und kann zumindest nach deutschem Gesetz mit Geldstrafe bis hin zu Freiheitsentzug geahndet werden. Wobei ich da noch keine Urteile mitbekommen habe. Bei der Europawahl sollte man wohl generell mal darüber nachdenken, die Wahlmodalitäten zu ändern, um solchen Missbräuchen vorzubeugen. Ich möchte dir und di Lorenzo da auch gar keine böse Absicht unterstellen, im Endeffekt zählt meine Stimme aber weniger, wenn andere doppelt wählen. Und das kann natürlich nicht rechtens sein. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Omegatherion am 26.Mai 2014, 16:43:35
Nachdem DIE PARTEI auch einen Sitz im EU-Parlament bekommen hat, hat Martin Sonneborn nun die Ziele der Partei formuliert.

Zitat
"Wir werden versuchen, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durchzuschleusen durch das EU-Parlament. Das heißt, dass jedes dieser Mitglieder einmal für 33 000 Euro im Monat sich Brüssel anschauen kann und dann zurücktritt und noch sechs Monate lang Übergangsgelder bezieht. Wir melken also die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat." 

https://de.nachrichten.yahoo.com/europaparlamentarier-sonneborn-will-nach-einem-monat-zur%C3%BCcktreten-072444836.html

Schon geniale Idee, falls das funktionieren sollte. So kann man auch gegen den ganzen Quatsch protestieren. :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Mai 2014, 16:50:36
Toll. Für die Idee alleine gehört der den ganzen Tag mit Modern Talking beschallt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 26.Mai 2014, 17:13:15
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sonneborn-und-die-partei-interview-zum-erfolg-bei-europawahl-a-971662.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sonneborn-und-die-partei-interview-zum-erfolg-bei-europawahl-a-971662.html)

Hier erklärt Sonneborn noch ein wenig mehr sein Vorgehen. Abgesehen davon, dass die Idee mit den wechselnden Mitglieder Verschwendung von Steuergeldern ist, wenn denn das Übergangsgeld genehmigt wird, ist die Idee doch irgendwie ganz cool.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Mai 2014, 18:12:07
Als ex Titanic-Fuzzy muss er doch provozieren, damit er weiter Aufmerksamkeit bekommt ;) Und wenn so ein Schwachsinn in Brüssel möglich ist, dann ist es ganz gut so, dass er es aufdeckt. Vllt. spendet er die Kohle ja für einen guten Zweck.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wAvE am 26.Mai 2014, 18:44:37
Ich war kurz davor ihn zu wählen weil ich ihn genial finde, aber die Vernunft hat gesiegt.

wobei man natürlich sagen muss: die einzige Partei die sich an ihr Wahlprogramm hält ist die PARTEI :-)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Emanuel am 26.Mai 2014, 19:54:39
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sonneborn-und-die-partei-interview-zum-erfolg-bei-europawahl-a-971662.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sonneborn-und-die-partei-interview-zum-erfolg-bei-europawahl-a-971662.html)

Hier erklärt Sonneborn noch ein wenig mehr sein Vorgehen. Abgesehen davon, dass die Idee mit den wechselnden Mitglieder Verschwendung von Steuergeldern ist, wenn denn das Übergangsgeld genehmigt wird, ist die Idee doch irgendwie ganz cool.


Die Genehmigung von Übergangsgeldern ist in etwa so realistisch wie die Vorstellung das Sonneborn nun auch noch Präsident wird.
Das soll ein Witz sein...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 26.Mai 2014, 20:07:21
Und wenn so ein Schwachsinn in Brüssel möglich ist, dann ist es ganz gut so, dass er es aufdeckt.

Genau so sehe ich das auch. Anders merkt es wohl niemand mehr. Unkonventioneller Weg eben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: smedhult am 26.Mai 2014, 20:56:53
Als ich heute Nachmittag gelesen habe wie die Ergebnisse in meiner Gemeinde ausgefallen sind, musste ich fasst kotzen. Die Schwedendemokraten (Rechtpopulisten), haben hier tasächlich fasst 25% geholt und sind damit die stärkste Partei geworden. Ich kann meine Landsleute überhaupt nicht verstehen, aber anscheinend hat die Rattenfängerei wunderbar funktoniert.

Im September sind bei uns die Reichstagswahlen, und mir schwarnt Böses.  >:(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Emanuel am 26.Mai 2014, 23:36:21
Und wenn so ein Schwachsinn in Brüssel möglich ist, dann ist es ganz gut so, dass er es aufdeckt.

Genau so sehe ich das auch. Anders merkt es wohl niemand mehr. Unkonventioneller Weg eben.

das ist ein Witz! das ist natürlich nicht möglich!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 08.August 2014, 15:41:29
Die FDP versucht, aus ihrem Tief zu kommen. Dabei nutzt man extravagante Ideen. Mit Plakaten wie "Keine Sau braucht die FDP" (die hier (http://www.stern.de/politik/deutschland/keine-sau-braucht-die-fdp-liberale-klaeren-humor-kampagne-auf-2129404.html) erklärt und bearbeitet werden):
(http://extra3.blog.ndr.de/wp-content/uploads/sites/29/2014/08/fdp-brandenburg1.jpg)

...oder "Sachsen ist nicht Berlin":
(https://fbcdn-sphotos-e-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xap1/t1.0-9/c0.0.851.315/p851x315/10475672_10152779880832454_1003006198441508660_n.jpg)

Immerhin steht auf letzterem Plakat schon mehr Wahrheit als auf allen NPD-Plakaten zusammen. Dennoch wird das hier in Sachsen und auch in den anderen Bundesländern, wo demnächst Wahlen anstehen, ein lächerlicher Wahlkampf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 08.August 2014, 15:45:11
Bei 'Kein Sau braucht die FDP' hab ich mir gedacht: Stimmt! - Ne Stimme gibts aber nicht.
Bei 'Jeder Brandenburger braucht die FDP' würde ich mich als Brandenburger verarscht fühlen, weil da erst 'keine Sau' stand und zweitens weil es ne Lüge ist. - Keine Stimme

Wahlkampf der FDP:
Unkonventionell und unerfolgreich - Hut ab!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Topher am 08.August 2014, 15:48:24
Wahlkampf der FDP:
Unkonventionell und unerfolgreich - Hut ab!

An was machst du das fest?
Finde die Kampagne zwar auch bescheuert, aber viel lächerlichere Kampagnen/Spots, etc. finden die Menschen klasse.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 08.August 2014, 15:50:41
In Thüringen ist es auch nicht viel besser.

(http://www.fdp-thueringen.de/upload/barthmittelstand.jpg?iact=rc&uact=3&dur=348&page=1&start=0&ndsp=43&ved=0CGoQrQMwFg#ActualImage)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 08.August 2014, 15:51:50
Irgendwer findets sicher gut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 08.August 2014, 15:53:42
Der Thread ist ewig unberührt. Kaum spricht man die FDP an, geht es los. ;D
Aber die Kampagne ist wirklich etwas unglücklich. Ich glaube kaum, dass ein unentschlossener Wähler durch die etwas provokante Formulierung "Keine Sau wählt die FDP" sein Kreuz aus Trotz bei den Liberalen macht. Wenn man das wirklich glauben sollte, untergräbt man die Intelligenz des Wählers und das wird bestraft.
Die nicht ganz so schlauen Wähler gibt es hier in Sachsen zwar auch reichlich, die setzen ihr Kreuz aber seit vielen Jahren eher braun.

Ich habe ja immer zur FDP tendiert. Aber wer mit der Parole "Sachsen ist nicht Berlin" Wahlwerbung macht und sonst nichts bringt (außer ich schaue umständlich ins Wahlprogramm, was ich ein paar Tage vor der Wahl eh tun werde), ist kaum wählbar.
Ich hoffe ja, dass sich hier in Sachsen die NPD und AfD gegenseitig die Stimmen wegnehmen und keine der beiden in den Landtag kommt (bzw. die NPD rausfliegt). Es wird wohl eher nicht so kommen, aber bei einer großen Koalition könnte man es verkraften.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 08.August 2014, 15:58:52
Wahlkampf der FDP:
Unkonventionell und unerfolgreich - Hut ab!

An was machst du das fest?
Finde die Kampagne zwar auch bescheuert, aber viel lächerlichere Kampagnen/Spots, etc. finden die Menschen klasse.


Siehe Starkstrom über mir.

@Kaliumchlorid: Das Plakat finde ich gar nicht so schlecht. Provokante These mit dem Mittelstand und im Subtext wird vermittelt, dass die FDP sich für den Mittelstand einsetzen würde, wenn man sie wählt. Auf jeden Fall besser als in Brandenburg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 09.August 2014, 12:43:37
Seit wann wird man für "das Untergraben der Inelligenz des Wählers" denn bestraft?  ;)
Merkel/CDU/CSU machen das seit Jahren und sind damit erfolgreich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: quesar am 10.August 2014, 09:13:20
Seit wann wird man für "das Untergraben der Inelligenz des Wählers" denn bestraft?  ;)
Merkel/CDU/CSU machen das seit Jahren und sind damit erfolgreich.

Ich komme aus dem Ruhrgebiet, hier gibt es grundsätzlich keine Intelligenz bei Wählern. Eine Partei ist hier wie das Fußballteam, man bleibt treu, egal wie scheiße sie "spielen".

Gelsenkirchen kommt mit 35% Kinderarmut um die Ecke, Herne stellt das jugendliche Lieblichen von Münteferig (immerhin Respekt an die Dame für so viel Schmerzfreiheit) auf und dennoch kommt die SPD in beiden Städten auf ca. 50% der Stimmen.

Hier gibt es riesige Probleme an jeder Ecke und das halbe Wahlvolk bestätigt die Vögel, die den Karren seit 60 Jahren in die Scheiße fahren, erst einmal schön. Eigentlich fast schon ein Argument gegen freie Wahlen ... :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 21.August 2014, 22:59:24
Für die, die es betrifft oder die einfach mal Lust haben, ihre Meinung mit der von den Parteien zu vergleichen, ist hier der Wahl-O-Mat für die Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen: https://www.wahl-o-mat.de/ (https://www.wahl-o-mat.de/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.August 2014, 23:20:15
Brandenburg: FDP vor REP, CDU, SPD, NPD und den Piraten.
Für die andern Länder hab ich nu keine Lust, die Ergebniusse wären vermutlich ähnlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 21.August 2014, 23:24:57
Ich habe natürlich für mein Bundesland Sachsen mal die Fragen durchgespielt und bin nun AfD-Wähler. :o
AfD vor CDU, FDP, Linke, NPD, SPD, Piraten, Grüne

Manche Fragen hätte ich lieber nicht neutral beantworten sollen. Es sollte noch eine Zwischenkategorie eingeführt werden.
Nicht nur das Markieren wichtiger Punkte sondern auch das Weglassen von Punkten, die einen überhaupt nicht tangieren (Religionsunterricht in Schulen, Grundschulzeit vier oder mehr Jahre, Ausbau von Flächen für Windenergie - was interessiert mich das?). Wenn man dort aber einfach die neutrale Antwort wählt, bekommt man manchmal eine Zustimmung mit einer Partei und damit Prozentpunkte, ohne dass es gewollt ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.August 2014, 23:26:30
Stimmt, es sollte auch noch dne Puznkt "scheißegal" geben, dann würe die APD sicherlich auch beim Wahlomat imemr sehr erfolgreich ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 22.August 2014, 00:01:38
Naja in Sachsen könnte es jetzt durchaus zu rot rot grün kommen (wird aber wohl nicht ganz reichen), nachdem die FDP auch hier verschwinden wird.

Ich glaube ich werde sachsens letzte Hoffnung wählen

https://www.youtube.com/watch?v=IZ3D7wHS5Pc Radio
https://www.youtube.com/watch?v=zVdoCz3jDMg TV

Ich hoffe ja, dass sich hier in Sachsen die NPD und AfD gegenseitig die Stimmen wegnehmen und keine der beiden in den Landtag kommt (bzw. die NPD rausfliegt). Es wird wohl eher nicht so kommen, aber bei einer großen Koalition könnte man es verkraften.

Würde in Sachsen ja CDU-Linke bedeuten, auch wenn es das in machen Gemeinden/Städten geben solle, glaube ich nicht, dass es in einem Landtag möglich ist  :o

Aber denke auch CDU-SPD wird es am Ende werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 22.August 2014, 12:44:35
In Sachsen wird ja nächste Woche Sonntag und damit am letzten Ferientag gewählt. Dadurch kann man eine geringere Wahlbeteiligung unterstellen, was nicht gut für die mittigen und tendentiell positiv für die extremen Parteien zu werten ist. Hoffentlich siegt dennoch die Vernunft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 22.August 2014, 19:16:03
Schon krass das von den Parteien die im Landtag sitzen die NPD als einzige übrig bleibt,

(http://abload.de/img/11111u3owg.png) (http://abload.de/image.php?img=11111u3owg.png)

die Anderen haben noch weniger %

Sagt das jetzt etwas über mich aus?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.August 2014, 19:56:02
Das sagt eher etwas über die Parteien aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 08.Mai 2015, 00:40:33
Mal ne doofe Frage: Merkel, Altmaier und de Maizière sind in eine NSA-Kanzleramts-Affaire verstrickt. Von der Leyen und de Maizière sind in einer Affaire um einen Waffenkauf für die Bundeswehr verstrickt. Alles sind bekannte CDU-Politiker (mit anderen Worten: Da hat die SPD großes Glück gehabt bei der Ministerpostenvergabe)

Nun zur Frage: Wie kommt die Union weiterhin auf 40% Zustimmung in den Wählerumfragen...

So blöd kann doch der Wähler garnicht mehr sein. Eine Bundeskanzlerin, der die "Beziehung" zur USA wichtiger ist als unser Grundgesetz... Was soll das? Da schämt man sich doch als Wähler. Willy Brandt hatte wenigstens noch den Anstand und ist zurückgetreten.

Wieso ist die Union immer noch mit Abstand stärkste Partei? Verstehe ich nicht...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tomminator4real am 08.Mai 2015, 01:04:30
Weil es dem Durchschnittsbürger in dieser Form egal ist, da ihm diese Themen nicht direkt betreffen ( bzw. glaubt er das oder keine Ahnung). Solange seine gewisse Grundbedingungen stimmen (Sicherheit, Geld, Gesundheit, Bildung etc. etc.) sind solche Wähler eben nicht umzustimmen.  Zudem ist das Ansehen der Politiker hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit schon so oder so gering genug, da machen solche Affären bei den meisten Wählern keinen Unterschied, würde ich mal vermuten.

Brandt würde ich da als Vergleich schwer einordnen, da er ja mehr oder weniger das "Opfer" war, während hier die Politiker, so denke ich, durchaus wussten, was da im BND passiert ist.

Dennoch- solange es Deutschland nach wie vor "gut" geht wie bisher, wird sich an dem Meinungsbild wenig ändern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 08.Mai 2015, 08:33:14
Doch, der Wähler ist verrückt oder besser gesagt: desinteressiert und uninformiert, was beides ineinander geht. UNd aus diesem Grund sehe ich auch die Demokratie als Staatsform gefährdet.

Demokratie funktioniert als Macht des Volkes, wenn das Volk sich mit den Themen auseinandersetzt, für deren Bearbeitung es Vertreter wählen soll. Diese Art der Politisierung des Denkens geht aber verloren, aus vielerlei Gründen: mangelnde Bildung, volksentfernte Politiker, mangelndes Vertrauen... der Wähler macht sich auf diese Weise leicht manipulierbar, da es nicht mehr auf Inhalte (Bildung!), sondern auf die Verpackung ankommt.

Als ich in den USA gewesen bin, wurde ich recht häufig nach meiner Meinung zu politischen Themen gefragt, einfach so "out of the blue": was hälst Du von Putin, wie funktioniert Euer Gesundheitssystem, wie stehst Du zu der Waffenfrage etc. . Sowas ist mir hier noch nie passiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cooke am 08.Mai 2015, 09:03:15
Die größte Schuld haben meiner Meinung nach die Parteien selbst. Mit der Führungsspitze der SDP beispielsweise kann ich überhaupt gar nichts anfangen und bevor ich die wählen würde, würde ich eher die CDU wählen (was ich nicht tue). Zur Liste von Lumpi kann man übrigens bald Andrea Nahles hinzufügen, da das geplante Tarifeinheitsgesetz zu 99,99 % vor dem Bundesverfassungsgericht landen wird, sofern es denn im Bundestag durch die Mehrheit der großen Koallition verabschiedet wird. Die einzigen sympathischen Politiker sind für mich auf Bundesebene Cem Özdemir und Gregor Gysi, wobei ich von letzterem - abgesehen vom Bereich Bildung - inhaltlich meilenweit entfernt bin.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 08.Mai 2015, 09:11:44
Ich glaube es schonmal geschrieben zu haben. Wenn ein Politiker die Bühne betritt, von dem ich zu 100% überzeugt bin, dass er etwas zum Besseren verändern kann, würde ich ihn unabhängig von der Partei wählen. Solange ich wahlberechtigt bin, ist mir eine solche Person leider noch nicht untergekommen.

Ich persönlich informiere mich immer bezüglich meiner persönlichen Belange und Ansichten und treffe meine Entscheidung. Sogesehen bin ich kein Parteien-Wähler, die es m.E. zu viele gibt. Ich habe durchaus schon unterschiedlich gewählt.

Ob die SPD in den entsprechenden Ämtern anders gehandelt hätte, als die CDU derzeit, sei einmal dahingestellt.  ;)

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 08.Mai 2015, 09:32:17
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-05/wahl-grossbritannien-unterhaus-ukip-labour-tories-live-blog (http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-05/wahl-grossbritannien-unterhaus-ukip-labour-tories-live-blog)
David Cameron uns seine konservative Partei haben die Wahl in Großbritannien gewonnen und dürfen allein (ohne Koalitionspartner) regieren. Na dann.

Weil es dem Durchschnittsbürger in dieser Form egal ist, da ihm diese Themen nicht direkt betreffen ( bzw. glaubt er das oder keine Ahnung). Solange seine gewisse Grundbedingungen stimmen (Sicherheit, Geld, Gesundheit, Bildung etc. etc.) sind solche Wähler eben nicht umzustimmen.  Zudem ist das Ansehen der Politiker hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit schon so oder so gering genug, da machen solche Affären bei den meisten Wählern keinen Unterschied, würde ich mal vermuten.

Brandt würde ich da als Vergleich schwer einordnen, da er ja mehr oder weniger das "Opfer" war, während hier die Politiker, so denke ich, durchaus wussten, was da im BND passiert ist.

Dennoch- solange es Deutschland nach wie vor "gut" geht wie bisher, wird sich an dem Meinungsbild wenig ändern.
Ich bin erstens der Meinung, dass diese Ausspähung wie bei der NSA/dem BND eh schon Standard ist und wahrscheinlich viel konkreter durchgeführt wird, als es bekannt ist. Da wir in meinen Augen sowieso schon von sämtlichen Ländern totalüberwacht werden, ist die Affäre hier kein Problem für mich. Wenigstens ist es nun öffentlich.

Zweitens unterstütze ich deine These zum Thema "Grundbedingungen". Ich lese zwar vor den Wahlen immer die Parteiprogramme (oft auch nur stichpunktartig), bin aber nicht so pessimistisch, wie das Volk allgemein im Internet. Das will am liebstem Politiker permanent zurücktreten sehen, wenn sie wie jeder Mensch einen Fehler machen. Zumal die Unschuldsvermutung, die ja per Gesetz gilt, im Internet auch nicht existiert.

Positiv sehe ich einfach, dass wir in Frieden leben und uns, verglichen mit einem großen Teil der Erde, in Luxus befinden. Auch vermeintlich prekäre (Arbeits-)Verhältnisse sind in Relation zu bspw. Afrika immer noch blanker Luxus. Und deshalb sehe ich nicht ein, wieso manche fordern, man solle auf die Straße gehen und gegen die Zustände rebellieren. Gerechtigkeit und Gleichheit für alle wird es nie geben, dafür denkt der Mensch doch zu egoistisch. Und von Parteien wie der CDU sehe ich unseren (meinen) Wohlstand gesichert, auf lange Sicht vielleicht sogar noch ausgebaut. Solange ich nicht sehe, dass meine näheren Menschen oder ich Einbußen im Leben hinnehmen muss, werde ich keinen Groll auf die Regierung hegen, auch wenn es immer einzelne Aspekte oder Gesetze gibt, denen ich skeptisch gegenüber stehe.
Heute begeht der Bundestag das Gedenken an 70 Jahre Kriegsende. Auch da sieht man, dass es schon wesentlich schlimmere Zeiten gab, weshalb ich froh bin, in der jetzigen Zeit im jetzigen Deutschland zu leben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 08.Mai 2015, 14:25:08
Positiv sehe ich einfach, dass wir in Frieden leben und uns, verglichen mit einem großen Teil der Erde, in Luxus befinden. Auch vermeintlich prekäre (Arbeits-)Verhältnisse sind in Relation zu bspw. Afrika immer noch blanker Luxus. Und deshalb sehe ich nicht ein, wieso manche fordern, man solle auf die Straße gehen und gegen die Zustände rebellieren. Gerechtigkeit und Gleichheit für alle wird es nie geben, dafür denkt der Mensch doch zu egoistisch. Und von Parteien wie der CDU sehe ich unseren (meinen) Wohlstand gesichert, auf lange Sicht vielleicht sogar noch ausgebaut. Solange ich nicht sehe, dass meine näheren Menschen oder ich Einbußen im Leben hinnehmen muss, werde ich keinen Groll auf die Regierung hegen, auch wenn es immer einzelne Aspekte oder Gesetze gibt, denen ich skeptisch gegenüber stehe.
Heute begeht der Bundestag das Gedenken an 70 Jahre Kriegsende. Auch da sieht man, dass es schon wesentlich schlimmere Zeiten gab, weshalb ich froh bin, in der jetzigen Zeit im jetzigen Deutschland zu leben.

Da geb ich dir teilweise recht. Uns geht es weitaus besser als vielen anderen Menschen auf der Welt, dass bedeutet aber nicht das wir einfach alles hinnehmen sollten. Und das bei uns die Schere zwischen Arm und Reich aufgrund konservativer Politik immer größer wird ist wohl auch kein Geheimnis mehr. Das soll nicht heißen, dass ich es nicht zu schätzen weiß in einem wohlhabenden Land leben zu können, aber ich denke das wir als Bürger die Pflicht haben gegen Politik, die nicht gefällt, vorzugehen und auf Missstände aufmerksam zu machen. Das kann allerdings auch schnell in Gefilde abrutschen die nicht gut sind (siehe Pegida, die Merkel und der CDU eine "linke" Agenda unterstellen ::)).

Ich finde das vor allem gegen Lobbyismus was unternommen werden sollte. Wir sind eins der wenigen Länder ohne Lobbyregister, bei uns kann man nach Lust und Laune 'rumlobbieren'. Und mMn untergräbt Lobbyismus die Demokratie.

Demokratie funktioniert als Macht des Volkes, wenn das Volk sich mit den Themen auseinandersetzt, für deren Bearbeitung es Vertreter wählen soll.

Das funktioniert aber nicht solange Lobbyismus legal ist und gefördert wird. Politiker sollen Volksvertreter sein und sich nicht Lobbys beugen müssen, was aber leider der Fall ist. Da sehe ich speziell die CDU als zu sehr mit Lobbys involviert.

Nun zur Frage: Wie kommt die Union weiterhin auf 40% Zustimmung in den Wählerumfragen...

Das verstehe ich auch nicht. Aber wie Henningway sagte, die meisten Bürger sind zu desinteressiert und uninformiert. Das passiert leider, wenn eine durch Medien geförderte Scheinberühmtheit und gutes Aussehen wichtiger werden als Intelligenz (das ist halt nicht 'sexy' genug). Gerade bei Jugendlichen scheint es wichtiger zu sein Follower und Likes zu haben als Interesse an aktuellen politischen Themen. Und ohne jegliche Beteiligung an Sozialen Medien kann man schnell in ein gesellschaftliches Aus rutschen. Ich bin 27 und ernte jedesmal merkwürdige Blicke, wenn ich sage das ich nicht auf Facebook und Konsorten zu finden bin.

Außerdem befürchte ich, dass es auf lange Sicht (leider) kaum Alternativen zur konservativen Politik geben wird. Die SPD wird mMn immer mehr das Schoßhündchen der CDU und orientiert sich an deren Politik, während die AfD auch mehr Wählerzustimmung bekommt. Was bleibt da noch? Die Linke und die Grünen sind wohl nicht fähig auf Bundesebene zu regieren und einen Kanzler zu stellen, allerdings verstehe ich auch nicht die Weigerung der SPD mit der Linken in eine Koalition zu gehen. Und solange das so bleibt wird sich auch bei der nächsten Bundestagswahl voraussichtlich nichts ändern.

Gruß,
Splash
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 08.Mai 2015, 18:36:52
Der Klischee-CDU-Stammwähler (50+, ausreichendes Einkommen, 5-köpfige Familie, nettes Häuschen im Grünen, ...) hat mit dem Internet ungefähr so viel am Hut, wie ein 15-Jähriger mit dem Musikantenstadl. Da wird der "NSA-Skandal" - in der politischen Meinungsbildung - nicht die größte Rolle spielen. Nicht zu vergessen, dass gefühlte 85% aller Wählenden, ihre Stimme eher nach Krawattenfarbe und Schuhgröße der jeweiligen Kandidaten vergeben und sich kaum/gar nicht mit dem Wahlprogramm auseinandersetzen. Die FDP wurde politisch gekillt, weil ihr angesäuselter Fraktionsvorsitzende über das Dekoltee einer "Stern"-"Journalistin" schwadronierte und nicht weil ihr Wahlprogramm mies war. Steinbrück musste sich für "Stinkefinger-Fotos" und öffentliche "Tränen-Auftritte" rechtfertigen. Die Grünen bekommen eine mediale Breitseite, weil sie öffentlich über einen möglichen "Veggie-Day" nachdenken oder sich ihr Vorsitzender mit Hanf-Pflanze filmen lässt und die Linken werden - zumindest in den "alten" Bundesländern - immernoch als "Spinnerbande" angesehen; und für diejenigen, die es vergessen sollten, wird zur Not - in regelmäßigen Abständen und schön öffentlichkeitswirksam - Frau Wagenknecht von Markus Lanz und - oh Wunder - "Stern"-Schreiber Jörges zerlegt. Bei all diesem - zugegebenermaßen - einfachen Schubladen-Denken, kann ich gut nachvollziehen, warum die CDU bei aller öffentlicher Kritik (Griechenland, Ukraine, Energiewende, PKW-Maut, Flüchtlingsproblematik ....) nach wie vor bei 40+% steht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 08.Mai 2015, 18:41:06
Mal abgesehen davon wüsste ich aber aktuell auch keine Partei, die BEDEUTEND besser regieren würde. Alles der selbe abgefuckte Haufen. Die Linke würde ich mir als starke Opposition wünschen, an die Macht lassen möchte ich die aber auch keinesfalls. Ich fand über Jahre hinweg die Wahlprogramme der FDP richtig gut, aber die hatten dann meist irgendeine "Killeridee" mit drin, mit der ich mich zu 0% identifizieren konnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.Februar 2016, 11:10:51
Hier in BaWü stehen demnächst die Landtagswahlen an und ich bin sehr gespannt, wie die Sitzverteilung dann aussehen wird. Ich war schon letzte Woche wählen und habe per Briefwahl direkt im Rathaus abgestimmt.

Wenn ich eine Prognose wagen darf, so erwarte ich in etwa folgende Stimmanteile:
CDU 35%
Grüne 18%
SPD 18%
FDP 8%
AfD 10%

Und mehr Parteien dürften den Einzug in den Landtag wohl auch nicht schaffen. Am Ende dürfte es auf Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün hinauslaufen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: AndyB am 21.Februar 2016, 11:16:32
Mein Wahlbrief liegt auch schon zum Einwerfen bereit.

Das Ergebnis könnte so in etwa ausfallen, ich hoffe aber noch, dass mehr der "besorgten Bürger" an folgenden Ratschlag halten:

(click to show/hide)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: smedhult am 21.Februar 2016, 11:17:39
@Octa: Ich glaube, dass die Grünen wesentlich stärker sein werden (25-30 %). Oder Du hast "18" statt "28" bei ihnen geschrieben.  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.Februar 2016, 11:38:45
Stimmt, ich habe mir gerade mal die Umfragen angesehen und da schneiden die Grünen ja erheblich stärker ab, als ich das erwartet hätte. Dann muss ich meine Prognose wohl nochmals leicht korrigieren:
CDU 31%
Grüne 25%
SPD 15%
FDP 8%
AfD 10%

Der Wahlempfehlung von AndyB schließe ich mich vorbehaltlos an. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 21.Februar 2016, 12:47:16
In der Landespolitik will ich die AfD mit ihren teilweise kruden Forderungen auch nicht sehen, deshalb dürfen ruhig viele Menschen dem "Tipp" von AndyB folgen. Nächstes Jahr bei der Bundestagswahl erhoffe ich mir jedoch eine starke AfD, damit die Politik aufwacht und diese nicht mehr ignorieren kann. In eine Regierung kommt die AfD nicht, so kann sie ihre Thesen in der offiziellen Opposition kundtun und dann schauen wir mal, ob das wirklich alles so klug ist, wie die Partei behauptet.

Ein Landtag ohne Linke ist übrigens immer ein guter Landtag. Ich verstehe nur nicht, warum Ba-Wü eine grüne Hochburg ist. Warum ist dort das Wählerpotential (wie auch in Berlin-Mitte) so groß?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 21.Februar 2016, 13:00:41
[...]
Ein Landtag ohne Linke ist übrigens immer ein guter Landtag. Ich verstehe nur nicht, warum Ba-Wü eine grüne Hochburg ist. Warum ist dort das Wählerpotential (wie auch in Berlin-Mitte) so groß?

Das sehe ich anders. Ich sehe lieber Rot-Rot-Grün als Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.Februar 2016, 13:02:57
Weil die Grünen hier allen Unkenrufen zum Trotz den Laden nicht an die Wand gefahren haben und meiner Ansicht viel an Winfried Kretschmann hängt, der als "Landesvater" bislang überzeugend agiert hat. Damals half Fukushima enorm, 5 Jahre später sieht es so aus, als könnten sich viele nach wie vor mit einer Regierungsbeteiligung der Grünen anfreunden.

Ich halte Schwarz-Grün deshalb auch für ziemlich aussichtsreich, falls die SPD je nicht genug Stimmen liefern sollte, um Schwarz-Rot zu ermöglichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 21.Februar 2016, 13:36:04
[...]
Ein Landtag ohne Linke ist übrigens immer ein guter Landtag. Ich verstehe nur nicht, warum Ba-Wü eine grüne Hochburg ist. Warum ist dort das Wählerpotential (wie auch in Berlin-Mitte) so groß?

Das sehe ich anders. Ich sehe lieber Rot-Rot-Grün als Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün.

Da ich in Thüringen unter Rot-Rot-Grün lebe, kann ich sagen, dass die Politik sich nicht so großartig von einer CDU-geführten Regierung unterscheidet. Allerdings gibt es doch ein paar Aspekte, die sozialer umgesetzt werden, weswegen mir R2G deutlich lieber ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.Februar 2016, 14:13:07
Die Wahlempfehlung von AndyB wäre auch was für mich bei der nächsten Wahl. Statt wie die letzten Male zum Wahllokal zu stiefeln um ein großes dickes Kreuz über den Wahlschein zu machen hätten die Stimmenauszähler diesmal was zum Lachen  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.Februar 2016, 14:39:10
ISt doch letztlich FAST egal, wer am Ruder sitzt. Vernünftige Ideen kommen viel zu oft nicht durch, weil die Opposition einfach aus Prinzip dagegen ist...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 21.Februar 2016, 14:57:34
ISt doch letztlich FAST egal, wer am Ruder sitzt. Vernünftige Ideen kommen viel zu oft nicht durch, weil die Opposition einfach aus Prinzip dagegen ist...

Welche Opposition denn? Im Bundestag haben wir schon seit Jahren keine mehr, die überhaupt was bewirken/verhindern kann.

Aber ich gebe dir Recht, dass es eigentlich egal ist, wen man wählt, da es ja eh keine Alternative gibt. Und wenn mal der Funken einer wirklichen Alternative auftritt, wird der sofort niedergetrampelt. Und mit Alternative meine ich jetzt nicht die AfD, denn die ist sogar noch konservativer und neoliberaler als die CDU selber.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.Februar 2016, 15:28:33
Brauche Gründungsmitglieder für die Partei der Politikverdrossenen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.Februar 2016, 15:39:38
Brauche Gründungsmitglieder für die Partei der Politikverdrossenen...
Und dann vorm Verfassungsgericht klagen das dir die Nichtwähler als Stimmen zugesprochen werden. Damit könntest du uU die absolute Mehrheit erreichen :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.Februar 2016, 16:19:48
Gute Idee... Ich frag mich eh wo die ganzen Nichtwähler herkommen, jeder mit dem man spricht sagt er geht auf jeden Fall wählen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 21.Februar 2016, 17:10:27
Hoffentlich schaffen wir es noch auf zweistellig in Bawü :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.Februar 2016, 17:21:38
Gute Idee... Ich frag mich eh wo die ganzen Nichtwähler herkommen, jeder mit dem man spricht sagt er geht auf jeden Fall wählen.
Evtl wohnst du auch irgendwo wo die Wahlbeteiligung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sehr hoch ist. Unser Ort hat auch eine außerordentlich hohe Wahlbeteiligung. Das Wahllokal liegt direkt neben der Kirche und da die Wahlen sonntags sind können die Alten direkt von der Kirche zum Wahllokal. Der Ort ist mit nichtmal 2.000 Einwohnern auch recht klein und jeder kennt sich. Wenn man wählen geht wissen die Parteigenossen nicht wem man seine Stimme gegeben hat aber wenn man nicht zur Wahl geht können sie sich zu 100% sicher sein das sie deine Stimme nicht haben. Und wenn man dann mal was braucht  ;)

Am besten finde ich immer Leute die meinen sie würden nicht wählen gehen weil sich nichts ändern würde und dann ihr Maul aufreißen weil sich nichts ändert. Woanders gehen Menschen unter Gefahr fürs eigene Leben zur Wahl und bei uns bekommen die Leute teilweise nichtmal den Hintern hoch wenn das Wahllokal direkt um die Ecke ist.
Ich kann ja verstehen das man mit der Politik unzufrieden ist und evtl nichts wählbares für einen dabei ist. Nach dem 2. mal Schröder habe ich auch nur noch ungültig gewählt aber zumindest bin ich zur Wahl gegangen und hab einmal vom Krankenhaus aus per Briefwahl ungültig gewählt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.Februar 2016, 18:47:21
Ich wähle schon länger ungültig oder PARTEI, falls möglich. Finde einfach wichtig, auch hinzugehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.Februar 2016, 18:49:42
In Russland gab es vor einiger Zeit bei den Präsidentschaftswahlen den Kandidaten "Gegen alle", der hat sogar mal die Mehrheit in einem Bezirk geholt, weshalb dort die Wahl wiederholt werden musste. :D
Ich fände es in Sachen Politikverdrossenheit eigentlich eine tolle Sache, wenn es diese Option auch hierzulande gäbe - verbunden mit einer Wahlpflicht, wie sie in Belgien herrscht. Da kämen sicher sehr interessante Ergebnisse heraus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 22.Februar 2016, 10:36:31
Mal eine Frage an diejenigen, die wählen gehen, um ihre Stimme ungültig zu machen. Das ist etwas, was ich noch nie richtig verstanden habe: Warum macht man das? Ich meine, am Wahlergebnis ändert das nichts und ich glaube kaum, dass sich die Politiker dafür interessieren, wie viele Stimmen ungültig waren und ob die auf eine besonders charmante/witzige/innovative Art und Weise ungültig gemacht worden sind. Das meine ich absolut nicht als Kritik, ich verstehe es nur nicht und mich würden mal die Beweggründe interessieren. :)

In Russland gab es vor einiger Zeit bei den Präsidentschaftswahlen den Kandidaten "Gegen alle", der hat sogar mal die Mehrheit in einem Bezirk geholt, weshalb dort die Wahl wiederholt werden musste. :D
Kommt die Nein-Partei (https://www.youtube.com/watch?v=mF8Bs0L1V_o) etwa in die Richtung? ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 22.Februar 2016, 10:39:50
Ich mache meine Stimme zwar nicht ungültig, kann es aber nachvollziehen. Einerseits wird die eigene Verdrossenheit gegenüber der Politik und den Wahlmöglichkeiten ausgedrückt. Zudem kommst du in die Wahlstatistik.

Außerdem darf m.E. nur wer wählen geht, sich über die Regierung beschweren. Da reicht der ungültige Stimmzettel m.E. für aus.  ;)

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 22.Februar 2016, 11:40:46
Das mit ungültig wählen ist eigentlich ganz einfach. Wenn bei Hochrechnungen gesagt wird welche Parteien wieviele Prozent bekommen haben bezieht sich das immer auf die Gesamtzahl aller abgegebenen Stimmen und die ungültigen Stimmen werden unter "Andere" mit einbezogen. Man nimmt den Parteien also eine Stimme weg und macht es ihnen schwerer über die 5% Hürde zu kommen.
Geht man nicht wählen taucht man im Wahlergebnis garnicht auf und wählt damit quasi jeden.
Wenn es 1000 Wahlberechtigte gäbe und nur 60% davon wählen gehen müsste eine Partei nur 30 Stimmen bekommen um die 5% Hürde zu erreichen. Wenn alle wählen gehen oder die 40% Nichtwähler zumindest ungültig wählen wären 50 Stimmen nötig um die 5% Hürde zu erreichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 22.Februar 2016, 11:48:42
Das mit ungültig wählen ist eigentlich ganz einfach. Wenn bei Hochrechnungen gesagt wird welche Parteien wieviele Prozent bekommen haben bezieht sich das immer auf die Gesamtzahl aller abgegebenen Stimmen und die ungültigen Stimmen werden unter "Andere" mit einbezogen. Man nimmt den Parteien also eine Stimme weg und macht es ihnen schwerer über die 5% Hürde zu kommen.
Geht man nicht wählen taucht man im Wahlergebnis garnicht auf und wählt damit quasi jeden.
Wenn es 1000 Wahlberechtigte gäbe und nur 60% davon wählen gehen müsste eine Partei nur 30 Stimmen bekommen um die 5% Hürde zu erreichen. Wenn alle wählen gehen oder die 40% Nichtwähler zumindest ungültig wählen wären 50 Stimmen nötig um die 5% Hürde zu erreichen.
Das stimmt so nicht, abgesehen vom Abgeordnetenhaus in Berlin, werden zur Berechnung Prozentanteile der Parteien immer nur die gültigen, nicht die abgegebenen Stimmen berücksichtigt. http://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html

Vgl. § 6 Abs. 3 BWahlG:
Zitat
(3) Bei Verteilung der Sitze auf die Landeslisten werden nur Parteien berücksichtigt, die mindestens 5 Prozent der im Wahlgebiet abgegebenen gültigen Zweitstimmen erhalten oder in mindestens drei Wahlkreisen einen Sitz errungen haben. Satz 1 findet auf die von Parteien nationaler Minderheiten eingereichten Listen keine Anwendung.

Und selbst wenn das so stimmen würde: Was bewirkt das ganze? Es zementiert ausschließlich den status quo und kommt den großen Parteien, CDU & SPD zu Gute. Durch die Grundmandatsklausel auf Bundesebene werden diese Parteien selbst bei 99% ungültig abgegebener Stimmen in entsprechender Größe in den Bundestag einziehen. Bei einem sehr großen Anteil an ungültigen Stimmen nach dem (nicht existierenden) System, würde es sogar dazu führen, dass eine absolute Mehrheit der Sitze im Bundestag für eine Partei wahrscheinlicher wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 22.Februar 2016, 12:49:16
Übrigens sind die Grünen in BaWü nach einer aktuellen Umfrage (http://www.sueddeutsche.de/politik/baden-wuerttemberg-baden-wuerttemberg-gruene-in-umfrage-erstmals-vor-der-cdu-1.2874574) erstmals vor der CDU.

Wenn dem so wäre, wie Maddux sagt, dann hätte ich für das Abgeben einer ungültigen Stimme sogar ein gewisses Verständnis. Aber so wie der Fall anscheinend liegt, ist es ja nichts Anderes als "aktives Nichtwählen". Es macht effektiv absolut keinen Unterschied und, wie gesagt, ich glaube kaum, dass sich die Politiker der etablierten Parteien groß darum scheren, wie viele ungültige Stimmen abgegeben worden sind, so lange der status quo mehr oder weniger erhalten bleibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 23.Februar 2016, 12:52:16
Der Wahl-O-Mat für die kommenden Abstimmungen ist übrigens online. Hab den gerade mal für BaWü durchgeführt und im Endeffekt genau das Ergebnis erhalten, das ich erwartet hatte. Schön.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.Februar 2016, 12:56:53
Der Wahl-O-Mat für die kommenden Abstimmungen ist übrigens online. Hab den gerade mal für BaWü durchgeführt und im Endeffekt genau das Ergebnis erhalten, das ich erwartet hatte. Schön.

Dito.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 13.März 2016, 18:34:28
Die AfD scheint zu rocken. Ich verstehe, dass man sie wegen der Asylpolitik wählen kann. Aber auf Landesebene, wo es um ganz andere Dinge geht? Nächstes Jahr im September darf die AfD gern soviele Stimmen bekommen, wie sie will. Aber heute macht man sich damit vieles kaputt. Hauptsache verpassen die Linken wohl in RP und BW den Einzug ins Landesparlament. Koalitionsbildung kann aber allgemein schwierig werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 13.März 2016, 18:36:23
Mal sehen, wann die ersten Analysten von Weimarer Verhältnissen in Sachsen-Anhalt reden werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 13.März 2016, 18:40:55
Ob heute oder im Herbst 2017, mit der AfD macht sich immer etwas kaputt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 13.März 2016, 18:45:44
AFD kann nur Opposition sein, aktuell. Wichtig ist der Denkzettel für Mutti VOR der Bundestagswahl. Bin gespannt was nun Horsti in Bayern darauf hin machen wird.

Dass die Grünen bei mir in BW stark werden war eigentlich klar. Der Kretchmann ist der wiedergeborene, sozial-konservative Helmut Schmidt. Zumindest wird er so empfunden, und wenn die CDU halt nix auf die Kette kriegt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 13.März 2016, 18:56:19
Erfreulich aus meiner Sicht das gute Ergebnis von Malu. Über alles andere schweige ich mich lieber aus.  :-X
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 13.März 2016, 18:56:19
Mal sehen, wann die ersten Analysten von Weimarer Verhältnissen in Sachsen-Anhalt reden werden.

Eigentlich kann nur die CDU mit der AfD eine (starke) Koalition bilden. Auch wenn es mir dabei um die Bürger in Sachsen-Anhalt leid tut, würde dies sogar am besten die geringen Unterschiede zw. beiden Parteien zeigen und uns hoffentlich schnellstmöglich von der AfD erlösen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 13.März 2016, 19:04:19
Eigentlich hätte Malu Dreyer ebenfalls kräftig verlieren müssen, denn nur so hätte es für Dickmar Gabriel gefährlich werden können. Es ist einfach enttäuschend was aus der Partei eines Ferdinand Lassalle geworden ist.

Und Gabriel macht genau das was ich befürchtet habe und für grundweg falsch halte: Er redet das Ergebnis der AFD klein, indem er übersetzt sagt: allet nich so schlimm. :o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 13.März 2016, 19:13:18
Eigentlich hätte Malu Dreyer ebenfalls kräftig verlieren müssen, denn nur so hätte es für Dickmar Gabriel gefährlich werden können. Es ist einfach enttäuschend was aus der Partei eines Ferdinand Lassalle geworden ist.

Nun ja, man muss vergleichen. Im übrigen finde ich die momentane  Bundestagsarbeit der SPD alles andere als schlecht. Auch wenn ich dir dahingehend Recht gebe, dass die Partei nicht mehr links genug ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 13.März 2016, 19:14:52
Ich kenn mich in RP nicht aus. Warum hat die SPD gewonnen, doof gefragt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 13.März 2016, 19:19:20
Ich kenn mich in RP nicht aus. Warum hat die SPD gewonnen, doof gefragt?

Nun, es ist das Land von Kurt Beck und Julia Klöckner hat auch einfach einen sehr wechselhaften Wahlkampf gemacht. Außerdem steht es Frau Dreyer gut, das sie sich immer klar zu RP bekannt hat während man bei JK oft von höheren Ambitionen spricht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 13.März 2016, 19:34:28
Und sie hat ein relativ soziales Wahlprogramm. Zumindest bei manchen soll es ja auch ein bisschen auf den Inhalt ankommen.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 13.März 2016, 19:57:45
AfD mit 14,9% in BW. :o Mir ist ja bekannt, dass hier viele Deppen in den Käffern wohnen, aber das geht zu weit. In Zukunft gibt's Backpfeifen für jeden, der die AfD wohlwollend erwähnt. Manchen kommt man nur so bei. :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 13.März 2016, 19:59:05
Was der Wahlabend schon jetzt zeigt, ist, dass es nicht reicht, die AfD zu ignorieren, sondern das man gefordert ist sich argumentativ ihr auseinanderzusetzen. Tut man dies, wird man schnell merken, welches Gedankengut bei der AfD transportiert wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 13.März 2016, 20:13:33
AfD mit 14,9% in BW. :o Mir ist ja bekannt, dass hier viele Deppen in den Käffern wohnen, aber das geht zu weit. In Zukunft gibt's Backpfeifen für jeden, der die AfD wohlwollend erwähnt. Manchen kommt man nur so bei. :P

Toll. Das wird natürlich die AFD total schwächen. Sehr erwachsen und löst die Herausforderung auf sehr demokratische Art und Weise. Eher sorgt du damit für eine "jetzt erst recht AFD"-Stimmung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 13.März 2016, 20:23:21
Wieso "jetzt erst recht"? Stehen die Leute auf Backpfeifen?  ;D

Meine Fresse, man muss mittlerweile echt jeden Post mit einem Spoiler und der Warnung versehen, dass er nicht ernst gemeint ist.
Ein eindeutiger Smiley reicht wohl nicht mehr, um sich vor 08/15-Moralaposteln abzusichern.

Nun gut, ich lasse dich jetzt mal weiter erwachsen und demokratisch sein. Gute Nacht. :-*
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 13.März 2016, 20:24:35
Sry habs falsch verstanden. Zuviel Facebook heute. ;-) Vergiss was ich geschrieben habe. :-)


@Topic: Weiß von paar Rentnern dass die de Kretsche gewählt haben, weil "die CDU geht ja gar nicht mehr". Interessant.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 13.März 2016, 21:53:53
Mal sehen, wann die ersten Analysten von Weimarer Verhältnissen in Sachsen-Anhalt reden werden.

Eigentlich kann nur die CDU mit der AfD eine (starke) Koalition bilden. Auch wenn es mir dabei um die Bürger in Sachsen-Anhalt leid tut, würde dies sogar am besten die geringen Unterschiede zw. beiden Parteien zeigen und uns hoffentlich schnellstmöglich von der AfD erlösen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die CDU eine Koalition mit der AfD eingeht, dann eher eine Koalition mit SPD + Grünen bzw. mit der FDP sollte diese nicht an der 5%-Hürde scheitern. Wird sicherlich nicht einfach und man wird viele Kompromisse eingehen müssen, aber eine Koalition mit der AfD wäre - insbesondere bei der Sitzzahl - wohl nicht leichter.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 13.März 2016, 22:26:01
@BlueSnakeRD, kein Thema :)

Vorhin hat die ARD ein Schaubild gezeigt, woher die AfD ihre Stimmen bekommen hat. Dabei war natürlich die CDU oben dabei, war klar, dass deren rechter Flügel auf die AfD-Schiene springt. Am meisten hat die AfD von bisherigen Nichtwählern bekommen, auch nicht weiter verwunderlich. Krass fand ich aber, dass sie auch viele Stimmen von ehemaligen Linke-Wählern bekommen hat. :o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 13.März 2016, 23:08:57
Vielleicht sollte man aufhören, die gesamte AfD zu verteufeln, denn damit verprellt man keinen von deren Wählern. Nur die, die diese Partei eh nicht wählen, können dann wieder wohlstimmend nicken. Und lieber eine Stimme für die AfD als für linksgrünen Mist.
Es reicht ja aus, dass vor der Wahl tatsächlich offensiv Kampagnen gefahren wurden, dass AfD-Wähler doch bitte den Wahlzettel unterschreiben oder auch die NPD mit ankreuzen sollen. Wenn man pauschal jeden AfD-Wähler für dumm und recht hält, stärkt man damit diese Partei nur.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 13.März 2016, 23:17:29
Und lieber eine Stimme für die AfD als für linksgrünen Mist.
Nein. Mir sind Damen wie Claudia Roth oder Katja Kipping - denen ich beiden politisch nicht sonderlich nah bin - wesentlich lieber als ein Herr Höcke oder eine Frau Petry.
Auch ohne eine Frau oder homosexuell zu sein, sind mir die Positionen der AfD im Bereich Gleichstellung und Familienbild schlicht zu wider, da ist die CSU fortschrittlicher. Ähnlich sieht es bei Themen wie dem öffentlichen Rundfunk und Abtreibung aus, von der Flüchtlingsdebatte oder der "drohenden Islamisierung" will ich gar nicht anfangen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 14.März 2016, 00:05:43
Du verteufelst doch auch die Grünen und alles Linke, damit verprellst du und alle die genauso denken auch keinen von ihren Wählern. Wenn man ein kleines oder auch ein grösseres Problem mit der AfD und Teilen ihrer Wählerschaft hat (und da gibt es einige, die dies haben), soll man das auch sagen ... genau wie du.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 00:07:58
Vielleicht sollte man aufhören, die gesamte AfD zu verteufeln, denn damit verprellt man keinen von deren Wählern. Nur die, die diese Partei eh nicht wählen, können dann wieder wohlstimmend nicken. Und lieber eine Stimme für die AfD als für linksgrünen Mist.
Es reicht ja aus, dass vor der Wahl tatsächlich offensiv Kampagnen gefahren wurden, dass AfD-Wähler doch bitte den Wahlzettel unterschreiben oder auch die NPD mit ankreuzen sollen. Wenn man pauschal jeden AfD-Wähler für dumm und recht hält, stärkt man damit diese Partei nur.

Sag mir mal bitte, wie das gehen soll. Ich kann leider keine Menschen respektieren, die sich hinstellen und sagen, ja, ich wähle AfD, aber mit dem rechtspopulistischen Gedankengut, das von der Partei transportiert wird, habe ich nichts zu tun. Ernsthaft? Das ist absurd.
Jemand wählt eine Partei mit augenscheinlich zwielichtigem Programm, und dann beschwert er sich, wenn er als rechts dargestellt wird? Also, entweder ich stehe dazu, mit allen Konsequenzen, oder ich gehe zurück in das Loch, aus dem ich gekommen bin.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 14.März 2016, 02:18:37
Oder man behält wie früher für sich, wen man gewählt hat
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 07:52:45
Jup, das, und seine komplette politische Meinung. Denn in einem Gespräch kommt doch recht schnell zutage, in welche Richtung jemand unterwegs ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 14.März 2016, 08:02:15
In diesem Sinne übe ich jetzt Stechschritt, man muss ja mit der Zeit gehen...

Ich meine natürlich, dass das im Internet ein kleineres Problem ist (zur Not hat man dann halt nix mehr mit den Leuten zu tun), im RL kann es da zu Problemen kommen, die man mit "Maul halten" leicht hätte vermeiden können. Es gibt auffallend viele Leute, die andere Meinungen gar nicht gelten lassen wollen.

Meine Facebook-Freundesliste leert sich zusehends, da viele Leute offensichtlich vergessen haben, dass sie doch die meisten Leute in FB auch privat kennen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 14.März 2016, 08:38:23
...
Und lieber eine Stimme für die AfD als für linksgrünen Mist.
...

Jedem seine Meinung, aber die Begründung dafür würde mich dann doch interessieren. Diese Aussage ist für mich so sinnvoll wie "Lieber Werder Bremen als ein Avocado-Sandwich".

Wenn Du geschrieben hättest "lieber eine Stimme für die ÖDP oder die Magdeburger Gartenpartei als für die Linke oder die Grünen", dann kann ich das nachvollziehen, weil die Richtung die gleiche ist und man so seiner Unzufriedenheit mit der Politik der etablierten Parteien Luft gemacht hat.

Aber sich so ganz einfach in die Fänge der AfD treiben zu lassen, die für eine grundsätzlich andere Politik steht und Fremdenfeindlichkeit als Aufhänger wählt, um Wähler zu gewinnen, und zudem Meinungen und Ziele im Parteiprogramm niedergeschrieben hat, die aus meiner Sicht ziemlich asozial sind, aber aufgrund der Flüchtlingsthematik völlig untergehen. Schade, dass Themen wie Mindestlohn, Hartz IV, Gleichstellung homosexueller Beziehungen etc. diesmal so gar keine Rolle gespielt haben, denn gerade die ersten beiden Punkte hätten v. a. in Sachsen-Anhalt (eher struktur- und wirtschaftlich schwach) dem ein oder anderen Wähler womöglich doch die Augen geöffnet, denn eine Absenkung des Hartz IV-Satzes oder die Senkung/Abschaffung des Mindestlohns (wie von der AfD gefordert) ist nun nicht gerade das, was der Durchschnittsarbeitslose oder schlecht Verdienende so richtig geil findet...

Zudem ist es halt problematisch, wenn bei Landtagswahlen scheinbar nur bundespolitisch gedacht wird und danach das Kreuzchen gesetzt wird. Die politischen Programme der Parteien in den einzelnen Ländern waren offensichtlich zielmlich egal, hier in BaWü hat Kretschmann als Person gepunktet. Mich persönlich hat es gefreut, dass die Grünen zulegen konnten (auch wenn ich sie nicht gewählt habe), finde es aber insgesamt schon witzig, dass ausgerechnet hier, wo so viel Industrie angesiedelt ist, die Grünen so viel Zuspruch erhalten. Aber die Grünen hier haben mit den Grünen wie man sie sich vorstellt halt auch nur noch sehr wenig gemein; da hat sich der Fokus in den letzten Jahren extrem Richtung Wirtschaft verschoben und die Umwelt spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 14.März 2016, 10:42:21
@Wahlprogramme: Im Ernst jetzt. Ich höre "AFD-Wahlprogramm ist scheiße" von allen Seiten. Erzählt mir was Neues: Entweder sind Wahlprogramme Schrott oder weichgespülter Everyonesdarlingmist.

- Wenn Zuzugsbegrenzung Fremdenfeindlichkeit ausdrücken soll..jo mei...steh ich halt dazu. Wobei die, die laut "fremdenfeindliche AFD" schreien damit eher Rassimus unterstellen wollen, und da besteht noch ein eindeutiger Unterschied. Das ist eine Anmaßung.

- Homosexuelle Beziehungen: Wer hat gesagt dass es alle toll finden homosexuelle Beziehungen gleichzustellen? Mir ist egal wer mit wem ins Bett geht und wie und was und wo. Nur ist es mir überhaupt nicht egal ob die Ehe als "Keimzelle der Gesellschaft" durch entsprechende Änderungen abgeschafft und entwertet wird, oder nicht. Es geht doch wie immer: Ums Geld! Ehegattensplitting und so. Nö, nur weil in Köln überproportional viele Homosexuelle rumrennen, muss ich denen nicht alles gönnen.  ;D Und auch hier wird aus der Aussage "Ehe bleibt Ehe" ein "Die wollen alle Homos rauswerfen!". Jo. Super toll.  :-X

@Mindestlohn: Ich finde dazu KEINEN Punkt im aktuellen Wahlprogramm der AFD. (http://afd-bw.de/wahlprogramm/) Komisch. Aber halt mal behaupten. :-P Dafür Forderungen nach Begrenzung von Leiharbeit und Werksverträgen. Sowas aber auch. Das mit dem Mindestlohn...das war Lucke...gabs bei AFD; gibts jetzt bei Alfa. Zurecht weg.

@AFD-Bashing: Im Übrigen regt mich diese Arroganz und Besserwisserpädagogisierung aus dem tendenziell linken Spektrum auf. Genau deshalb geht der Schuss nach hinten los. Akzeptiert einfach dass es für eine "CSU auf Bundesebene" in Deutschland genügend Platz gibt. Immer mehr weiß ich die schlauen Worte zu würdigen:

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“


@Landtagswahlen Bundesthemen: Schon so.

@Grüne BW: Interessant wird, was die Bundesgrünen daraus lernen (oder auch nicht).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cooke am 14.März 2016, 11:08:55
@ BlueSnakeRD:

In diesem Blog ist meiner Meinung nach mehr als genug angeführt, das die AfD derzeit unwählbar macht:

http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/02/10/warum-die-afd-keine-konservativere-cdu-ist-6010/

Um es zusammenzufassen:

- Abtreibungsverbot
- Medienkontrolle
- Umgestaltung des Schulsystems, physische Disziplinierung durch den Lehrer
- Umwandlung des Geschichtsunterrichts zugunsten "positiver Anknüpfungspunkte"
- nur noch klassische Stücke in deutschen Theatern

Sicherlich vertritt diese Thesen eher der rechte Flügel der AfD, aber der rechte Flügel ist auch der, der derzeit viel Zuspruch findet (Höcke, Poggenburg). Zumindest in Sachsen-Anhalt würde die CDU daher auch niemals mit der AfD koallieren. Das dürfte absolut unvorstellbar sein, da kann ich mir eher eine (ebenfalls abwegige) Koalition von der CDU und der Linken vorstellen. Generell wird es interessant sein zu sehen, ob sich überhaupt eine stabile Regierung in Sachsen-Anhalt bilden kann. Für eine große Koalition reicht es nicht, keiner will mit der AfD, ohne die CDU geht es nicht, und CDU und Linke kommen garantiert nicht auf einen Nenner. Da bliebe eigentlich nur CDU - SPD - Grüne und ob das was wird, kann man auch stark anzweifeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 14.März 2016, 11:13:41
@Cooke: https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_Nocun steckt hinter dem Blog. Der Blog ist mir bekannt, wirft teils berechtigte Kritik auf, weswegen ich als Parteimitglied mit vielen anderen Kollegen dabei bin, dass in Zukunft die AFD diese "Kinderkrankheiten", analog wie damals die Grünen, hinter sich lässt.

Andererseits: Ey, bei der Katharina nachfragen was sie von der AFD hält - ist wie beim Friseur zu fragen, ob man eine neue Frisur nötige hätte.  ;)

Du hast aber recht. Koaltion wäre Mist. Die AFD wurde als Opposition gewählt. Und so wie damals die Grünen den Etablierten ENDLICH beibrachten das AKWs in Massen bauen und die Umwelt verpesten irgendwie uncool ist, muss auch der Weg der AFD sein: Als zerrbildhaftes, schlechtes Gewissen und Memo, gewisse Dinge nicht komplett aus den Augen zu lassen und zu vergessen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 11:14:17
Hoffentlich lernen die etablierten Parteien daraus und fangen wieder an, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen anstatt sich über sie lächerlich zu machen und sie zu beschimpfen und zu beleidigen. Einziger Lichtblick bei diesen Wahlen war die FDP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.März 2016, 11:42:01
Hmm, der wirkliche AfD-Schock ist ja eigentlich ausgeblieben. Schließlich gingen die Umfragen vorher ja schon in die entsprechende Richtung. Wie hier schon geschrieben wurde, ist es leider schade, dass es gar nicht mehr so sehr um Inhalte ging bzw. geht, sondern entweder um Personen (Kretschmann vs. Wolf, Dreyer vs. Klöckner), oder um das Ausschlachten des Flüchtlingsthemas - andere Punkte sind da völlig untergegangen.

Ich kann übrigens sehr gut verstehen, dass Leute mit der aktuellen Flüchtlingspolitik unzufrieden sind, dass angesichts dieser neuen "Krise" (ich nenne es einfach mal so) Ängste entstehen und sich viele von der Regierung alleingelassen fühlen. Was ich allerdings nicht verstehen kann ist, dass man aus Protest eine fremdenfeindliche Partei wählt (und ja, zumindest der rechte Flügel der AfD ist fremdenfeindlich). Damit ist doch keinem geholfen... (und ich rede nur von den Protestwählern)
Zugegeben, die etablierten Parteien haben sich auch nicht gerade darum bemüht, der AfD argumentativ zu begegnen...

@BlueSnakeRD: Machst du es dir da nicht ein bisschen zu einfach (also genau das, was du dem "tendenziell linken Spektrum" vorwirfst)?

Du pauschalisierst die Kritik an der AfD genauso, wie du den Kritikern vorwirfst, die AfD zu pauschalisieren ("Und auch hier wird aus der Aussage "Ehe bleibt Ehe" ein "Die wollen alle Homos rauswerfen!"").
Die AfD als konservative Partei rechts von der CDU mag ja eine gute Idee sein und vielleicht ist es eines Tages auch so weit. Aber der starke rechte Flügel lässt sich eben nicht wegdiskutieren und die Aussagen einiger prominenter Vertreter lassen durchaus auf fremdenfeindliches, wenn nicht sogar rassistisches Gedankengut schließen (und ich unterscheide zwischen beiden).

Daher meine Frage an dich als Parteimitglied: Besteht nicht die Gefahr, dass genau dieser rechte Flügel die Parteiausrichtung zukünftig bestimmt? Wenn man sich Poggenburg in Sachsen-Anhalt anschaut, ist das doch nicht so weit hergeholt, finde ich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 14.März 2016, 11:42:11
Schade, dass Themen wie Mindestlohn, Hartz IV, Gleichstellung homosexueller Beziehungen etc. diesmal so gar keine Rolle gespielt haben, denn gerade die ersten beiden Punkte hätten v. a. in Sachsen-Anhalt (eher struktur- und wirtschaftlich schwach) dem ein oder anderen Wähler womöglich doch die Augen geöffnet, denn eine Absenkung des Hartz IV-Satzes oder die Senkung/Abschaffung des Mindestlohns (wie von der AfD gefordert) ist nun nicht gerade das, was der Durchschnittsarbeitslose oder schlecht Verdienende so richtig geil findet...

Zudem ist es halt problematisch, wenn bei Landtagswahlen scheinbar nur bundespolitisch gedacht wird und danach das Kreuzchen gesetzt wird. Die politischen Programme der Parteien in den einzelnen Ländern waren offensichtlich zielmlich egal, hier in BaWü hat Kretschmann als Person gepunktet. Mich persönlich hat es gefreut, dass die Grünen zulegen konnten (auch wenn ich sie nicht gewählt habe), finde es aber insgesamt schon witzig, dass ausgerechnet hier, wo so viel Industrie angesiedelt ist, die Grünen so viel Zuspruch erhalten. Aber die Grünen hier haben mit den Grünen wie man sie sich vorstellt halt auch nur noch sehr wenig gemein; da hat sich der Fokus in den letzten Jahren extrem Richtung Wirtschaft verschoben und die Umwelt spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.
Da auch die Linke in Sachsen-Anhalt sehr stark war und ich die AfD-Wähler nicht überwiegend für arbeitslose Penner halte, sondern dort viel mehr unzufriedene und neidische Besserverdiener vermute (zu Lucke-Zeiten war die AfD mal eine "Professoren-Partei", auch wenn sich mittlerweile viel getan hat), sind eben eine Absetzung von Hartz IV-Niveau und andere Dinge, die für die untere BV-Schicht nicht gut sind, keine No-Go's für viele. Parteien, die eine Vermögensabgabe und höhere Reichensteuern fordern und am besten den Kapitalismus abschaffen wollen, werden wohl bei der reichen Schicht keine so große Zustimmung finden.
Es ist aber grundsätzlich schade, dass bei den Landtagswahlen vor allem Personenkult und Bundesthemen im Vordergrund standen (vor allem bei öffentliche Auftritten der Spitzenkandidaten). Dadurch leidet dann vor allem die Landespolitik.

Und für die, die denken, dass ich die AfD wähle(n würde), nur weil ich sie hier verteidige: Ich finde die Landespolitik der AfD nicht besonders gut. In Sachsen treiben sie nichts an und sind nicht besonders produktiv. Das können sie aber auch kaum, da sie sogar innerhalb der Opposition isoliert sind. Ich teile mit dem nicht so rechten Spektrum der AfD die Asylpolitik und auch das Argument "Lügenpresse", welches jedoch eher bei Pegida zu finden ist. Man sieht auch deutlich, dass der Journalismus in Deutschland im Durchschnitt doch eher links denn mittig ist.
Der Euro-Ausstieg und das Ende von Europa jedoch sind für mich Ausschlusskriterien für diese Partei. Jedoch bin ich als eigentlicher CDUler eher bei Seehofer denn bei Merkel. In meinen Augen sollte Verstand vor Humanismus in vielen Fragen gehen, denn sonst geht es zwar einigen besser, aber nur für kurze Zeit und dann gibt es große Probleme, die eben solche Parteien wie das rechte Spektrum der AfD stark machen.

Man sieht auch, dass die Bevölkerung gespalten ist. Einerseits büßt die SPD immer mehr ein (Umfragen sowie Landtagswahlen), obwohl sie auf Bundesebene mehr anschieben als die CDU. Die Parteimitte um beispielsweise Freu Dreyer schneidet besser ab als die Linken um unter anderem Stegner, da letztere dann doch gleich die Linken wählen (oder gar nicht).
Die AfD wird immer stärker und hoffentlich zieht sie nächstes Jahr in den Bundestag ein.
Die FDP darf auch gern wiederkommen, denn dann wird alles außer einer großen Koalition immer unwahrscheinlicher, diese ist dann aber nicht mehr so überwältigend wie derzeit im Bundestag vertreten.
Die Grünen punkten auch nur mit CDU-Anstrich wie bei Kretschmann, die Linken gewinnen bei den Humanisten und behalten ihre antikapitalistischen Wähler bzw. verlieren ein paar zur AfD. Ob alle linken Wähler, die nun AfD wählen, auch alles Rassisten sind? ;)
Ich studiere zwar keine Politik und habe mich auch nicht in alle Zusammenhänge hereingelesen, deshalb kann der Großteil dieses Textes auch Blödsinn sein, aber das alles erscheint mir sinnig, auch wenn es vielen Pressemedien nicht passen will.

Was ich allerdings nicht verstehen kann ist, dass man aus Protest eine fremdenfeindliche Partei wählt (und ja, zumindest der rechte Flügel der AfD ist fremdenfeindlich). Damit ist doch keinem geholfen... (und ich rede nur von den Protestwählern)
Dann sage mir doch mal, welche Partei (außerhalb Bayerns) jemand wählen soll, dem die Asylpolitik über alles geht und der eine Alternative zur AfD sucht, die ähnliche politische Richtungen vertritt? Merkels CDU macht da nicht den Eindruck wie die CSU zu ticken. Die SPD wechselt ihre Meinung jeden Tag. Da bleibt dann eigentlich nichts mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 14.März 2016, 12:02:24

@Mindestlohn: Ich finde dazu KEINEN Punkt im aktuellen Wahlprogramm der AFD. (http://afd-bw.de/wahlprogramm/) Komisch. Aber halt mal behaupten. :-P Dafür Forderungen nach Begrenzung von Leiharbeit und Werksverträgen. Sowas aber auch. Das mit dem Mindestlohn...das war Lucke...gabs bei AFD; gibts jetzt bei Alfa. Zurecht weg.


Nur mal kurz, weil ich gerade leider keine Zeit habe, genauer auf deinen Post einzugehen:

Das mit dem Mindestlohn war nicht nur Lucke, sondern auch Petry und das Europawahlprogramm:

    “Wir sind gegen einen gesetzlich festgelegten allgemeinen Mindestlohn”, so AfD-Chefin Petry im Interview mit der Thüringischen Landeszeitung. Nach Ansicht der AfD könne der Mindestlohn keine verlässliche soziale Absicherung für Geringverdiener leisten “[…] da viele Menschen in prekären Arbeitsmarktsituationen nur wenige Stunden Arbeit haben. Zudem sind diese Arbeitsplätze gerade durch den Mindestlohn gefährdet.” (Europawahlprogramm der AfD 2014, S.14)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 12:03:33
@Wahlprogramme: Im Ernst jetzt. Ich höre "AFD-Wahlprogramm ist scheiße" von allen Seiten. Erzählt mir was Neues: Entweder sind Wahlprogramme Schrott oder weichgespülter Everyonesdarlingmist.

- Wenn Zuzugsbegrenzung Fremdenfeindlichkeit ausdrücken soll..jo mei...steh ich halt dazu. Wobei die, die laut "fremdenfeindliche AFD" schreien damit eher Rassimus unterstellen wollen, und da besteht noch ein eindeutiger Unterschied. Das ist eine Anmaßung.

- Homosexuelle Beziehungen: Wer hat gesagt dass es alle toll finden homosexuelle Beziehungen gleichzustellen? Mir ist egal wer mit wem ins Bett geht und wie und was und wo. Nur ist es mir überhaupt nicht egal ob die Ehe als "Keimzelle der Gesellschaft" durch entsprechende Änderungen abgeschafft und entwertet wird, oder nicht. Es geht doch wie immer: Ums Geld! Ehegattensplitting und so. Nö, nur weil in Köln überproportional viele Homosexuelle rumrennen, muss ich denen nicht alles gönnen.  ;D Und auch hier wird aus der Aussage "Ehe bleibt Ehe" ein "Die wollen alle Homos rauswerfen!". Jo. Super toll.  :-X

@Mindestlohn: Ich finde dazu KEINEN Punkt im aktuellen Wahlprogramm der AFD. (http://afd-bw.de/wahlprogramm/) Komisch. Aber halt mal behaupten. :-P Dafür Forderungen nach Begrenzung von Leiharbeit und Werksverträgen. Sowas aber auch. Das mit dem Mindestlohn...das war Lucke...gabs bei AFD; gibts jetzt bei Alfa. Zurecht weg.

@AFD-Bashing: Im Übrigen regt mich diese Arroganz und Besserwisserpädagogisierung aus dem tendenziell linken Spektrum auf. Genau deshalb geht der Schuss nach hinten los. Akzeptiert einfach dass es für eine "CSU auf Bundesebene" in Deutschland genügend Platz gibt. Immer mehr weiß ich die schlauen Worte zu würdigen:

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“


@Landtagswahlen Bundesthemen: Schon so.

@Grüne BW: Interessant wird, was die Bundesgrünen daraus lernen (oder auch nicht).

Bei deinem Punkt über Homosexuelle musste ich herzhaft würgen, sorry.
Du bezeichnest die Ehe als "Keimzelle der Gesellschaft". Joah, und wieviele Ehen werden denn bitte wieder geschieden? Auch wenn dir das vielleicht nicht gefällt, aber nochmal: Homosexuelle suchen sich nicht aus, homosexuell zu sein, sie sind so geboren. Genauso wenig wie man sich aussucht, scheiße auszusehen, man ist auch so geboren worden. (Keine Ahnung, ob du scheiße aussiehst, aber du verstehst hoffentlich, worauf ich hinaus will.)
Wenn "die Keimzelle der Gesellschaft" also sowieso schon versagt (mit Scheidungsraten von fast 50%), warum ist sie dann für dich so erhaltenswert? Du gönnst "denen" die Steuererleichterung nicht? Willst du sie also für ihre (angeborene) Homosexualität bestrafen/benachteiligen? Und dann wunderst du dich?

@Arroganz und Besserwisserpädagogisierung: natürlich sollte man akzeptieren, dass viele Bürger von der AfD und ihrem Wahlprogramm angezogen werden. Gleichermaßen sollte die AfD aber auch akzeptieren, dass sie immer noch eine kleine Partei ist und mit ihrem Wahlprogramm ziemlich viel Gegenwind produziert. Anstatt mit Argumenten zu kommen, beschwert man sich dann aber über "die Linken", "Gutmenschen" und den Flüchtling von nebenan, dass die ja so böse sind und arrogant auf einen herunterblicken und alles besser wissen würden. Dann noch einen schlauen Spruch hingeklatscht, der wahrscheinlich völlig unreflektiert von irgendeiner Facebook-Seite runterkopiert wurde (zum Hintergrund: https://lagushkin.wordpress.com/2013/06/04/uber-untergejubelte-aber-gern-verwendete-zitate/). Jo, geiles Ding, meinen Respekt dafür.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 14.März 2016, 12:06:40

Und für die, die denken, dass ich die AfD wähle(n würde), nur weil ich sie hier verteidige: Ich finde die Landespolitik der AfD nicht besonders gut. In Sachsen treiben sie nichts an und sind nicht besonders produktiv. Das können sie aber auch kaum, da sie sogar innerhalb der Opposition isoliert sind. Ich teile mit dem nicht so rechten Spektrum der AfD die Asylpolitik und auch das Argument "Lügenpresse", welches jedoch eher bei Pegida zu finden ist. Man sieht auch deutlich, dass der Journalismus in Deutschland im Durchschnitt doch eher links denn mittig ist.
Der Euro-Ausstieg und das Ende von Europa jedoch sind für mich Ausschlusskriterien für diese Partei.

[...]

Die AfD wird immer stärker und hoffentlich zieht sie nächstes Jahr in den Bundestag ein.


Und warum hoffst du, dass die AfD in den Bundestag einzieht?
Und wo kann man denn deutlich sehen, dass der Journalismus in D im Durchschnitt eher links ist?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 14.März 2016, 12:10:04
Dann sage mir doch mal, welche Partei (außerhalb Bayerns) jemand wählen soll, dem die Asylpolitik über alles geht und der eine Alternative zur AfD sucht, die ähnliche politische Richtungen vertritt? Merkels CDU macht da nicht den Eindruck wie die CSU zu ticken. Die SPD wechselt ihre Meinung jeden Tag. Da bleibt dann eigentlich nichts mehr.

This! Das ist der entscheidende Punkt.



@Fuchs: Ja, das war pauschal. Würde ich im konkreten Fall nicht so stehen lassen, sieh es einfach als "ganz ganz ganz grobe Beschreibung" an. Es ist manchmal sonst zu ausholend, wenn man alle Variablen der Gleichung inklusive Nebenbedingungen darstellt, nur um eine "einfache Aussage" zu tätigen.

Um konkret zu werden: Abseits der Medien ist die Kritik an der AFD durchaus konstruktiver (Aktuell sehe ich es aber so, dass egal was man sagen würde, es sowieso in den Medien meist in eine bestimmte Richtung gelenkt wird. Als die "Schießbefehldebatte" begann, hat sich plötzlich keiner daran erinnert, dass der grüne Tübinger Oberbürgermeister genau das selbe sagte. Dass Grenzen notfalls bewaffnet gesichert gehören.)


Ich sehe auch die latente Herausforderung dass der rechte Block der AFD zu mächtig wird. Die Frage ist: Wer beurteilt was noch okay ist und was nicht? Die Medien (ich pauschalisiere) maßen sich das an, ging halt in die Hose. Das muss also der Wähler entscheiden und viel viel viel was Intern so geredet wird fällt - wenn man genau hinschaut - unter "jahrelang durft ich das nicht sagen jetzt muss das mal raus und deshalb zügle ich mich jetzt verbal nicht". Wohlgemerkt: Ich lege nicht bei allen meine Hand ins Feuer, dass dies der Grund ist.

Und deshalb ist es gut dass die AFD eine Rolle spielt, aber nicht eine große Mehrheit hat oder in der Regierungsverantwortung ist. Dafür ist sie inhaltlich und personell noch nicht soweit.

SachsenAnhalt maße ich mir als BWler nicht an zu beurteilen. Ich weiß davon echt zu wenig. Auch intern. Man ist allerdings über manche Äußerungen wirklich nicht glücklich hier in BW.

In BW wurde die AFD auch wegen der Schulpolitik gewählt, wenn man so mit den Leuten redet. Da haben einige Angst wegen Frühsexualisierung der Kinder und so. Besonders stark war sie in MannheimNord und PforzheimGesamt - relativ "verarmte" Arbeiterstädte mit brutal hohem Ausländeranteil - und zwar SOLCHEN, die seit 20 Jahren in der BRD leben und kaum deutsch können. Das pisst die Leute auf gut Deutsch an, dass da nix geschieht. Keine Arbeit und fremd im eigenen Land ist ne Mischung...die Leute dort haben AFD gewählt, weil die Gegend klassisch eigentlich SPD-Gebiet war und deshalb die NPD nicht in Frage kommt - die nationalkonservative AFD allerdings plötzlich schon. Das hat sich aber die SPD unter dem "kleinen Nils" wie er genannt wird selbst zuzuschreiben, da sie ihren rechten Flügel nicht mehr ernst nimmt.

Als Gedankenexperiment: Wäre die CSU in BW angetreten, hätte die AFD an der 5% Hürde zu knabbern. FDP ebenso (die in erstaunlich vielen Punkten auf der AFD-Linie ist).

@j4y_z:

- Mindestlohn: Touchée. Grad nachgesehen und bin auch froh, dass dieser Mist diesmal nicht dabei stand.
- Ehe: 50% Scheidungsraten ist ein weites Feld, dass mit dem Themenkomplex Rollenbilder/Erziehung/Scheidungsrecht zu tun hat, nicht mit Homosexuellen.
- Steuererleichterung: Die Steuererleichterung ist für mich ein Instrument, die Familie und das Kinderkriegen zu fördern. So war es damals vom Adolf gedacht, der das eingeführt hat. Deshalb wurds auch nach dem Krieg beibehalten, aus genau diesem Grund.
- Arroganz und Gegenwind: Selbstverständlich. Nur der Ton macht die Musik. So wie mich aus der AFD das "Lügenpresse" durchaus nervt (weil es ein schlechter Stil ist), stört mich der unkonstruktive Ton auf der anderen Seite. Beides find ich unerwachsen.
- Zitat: Der Spruch ist gut. Wer in tatsächlich gesagt haben soll, ist mir eigentlich sowas von Latte. Die Facebookunterstellung hab ich mal überlesen. ;-)

@wrdlbrmft: http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/umfrage-bestaetigt-72-der-journalisten-sind-links-oder-gruen/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 14.März 2016, 12:17:46
...
FDP ebenso (die in erstaunlich vielen Punkten auf der AFD-Linie ist).
...

Finde ich gar nicht so erstaunlich, ehrlich gesagt. Was die Wirtschaftsthemen betrifft (gerade auch noch zu Lucke-Zeiten), fand ich die damals schon nicht so arg weit auseinander.


...
- Arroganz und Gegenwind: Selbstverständlich. Nur der Ton macht die Musik. So wie mich aus der AFD das "Lügenpresse" durchaus nervt (weil es ein schlechter Stil ist), stört mich der unkonstruktive Ton auf der anderen Seite. Beides find ich unerwachsen.
...

"Unerwachsen", fahrlässig und einfach nur armselig und hilflos finde ich vor allem, dass es die Etablierten nicht für nötig hielten, sich vor der Wahl mit der AfD bzw deren Vertretern zusammenzusetzen und sie in Grund und Boden zu diskutieren. Wenn Gabriel, Merkel etc. der Meinung sind, das Richtige zu tun, dann sollten sie es doch auch begründen können. Das scheint aber leider genau das Problem zu sein, denn Lösungsansätze sind offensichtlich rar.

Versteht mich nicht falsch: ich gehöre definitiv zum linken Spektrum und lehne Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ab, bin aber durchaus bereit, mir andere Meinungen anzuhören und mir Gedanken dazu zu machen. Mich wundern die Wahlergebnisse von gestern auch keineswegs, aber sie lassen in mir einmal mehr Alarmglocken schrillen und ich könnte kotzen, wenn Politiker jetzt sagen, man müsse "sich nun mit der AfD beschäftigen." Wieso denn jetzt? Nur weil die Wahlen das bestätigt haben, was vorher schon klar war? Diese Politik des Wegschauens ist einfach zum Kotzen und das ist das Ergebnis.

Ich bin schon der Meinung, dass die bisherige Flüchtlingspolitik Deutschlands (und da sind wir wieder auf Bundesebene, was ja eigentlich völlig fehl am Platz ist...) durchaus nachvollziehbar war, aber man muss da halt einem "Wir schaffen das" auch ein "und zwar so: ...." folgen lassen, weil es andernfalls die logische Konsequenz ist, dass Menschen unzufrieden und unruhig werden. Das heißt aber noch lange nicht, dass die deswegen Ausländer beleidigen, bedrohen oder attackieren müssen - aber das möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen.

Ich will auch gar nicht auf Deutschland rumhacken, denn ich bin wahnsinnig froh, hier geboren und aufgewachsen zu sein, das deutsche Schulsystem durchlaufen zu haben und hier mit all den bestehenden Rechten und Pflichten leben zu dürfen. Andere hatten deutlich weniger Glück.

Beispiele? Gerne!

Wir haben Autobahnen, auf denen wir ohne Geschwindigkeitsbeschränkung fahren dürfen und zwar mit Autos, die wir selbst hergestestellt haben - woher die Kleinteile kommen, will keiner wissen. ;) Auf diesen Autobahnen fahren wir übrigens kostenlos.
Genauso kostenlos ist unsere Universitätsbildung. Wir haben eine halbwegs geregelte Rente - auch wenn ich zugebe, dass sie nicht mehr so hoch ist wie vor der Ansage, dass doch bitte jeder Bürger für sich selbst zusätzlich vorsogen sollte. Wir haben Kindergärten und soviele Ärzte, dass halb Arabien im Jahr zu uns fliegt, um sich operieren zu lassen. Wie haben einen Mindestlohn pro Stunde, der das Tagesbudget eines ecuadorianischen Bergarbeiters bei weitem übersteigt und wir haben einen Hartz IV-Regelsatz, der das 10fache des Monatslohns eines Kambodschaners darstellt.
Wir sagen, wir brauchen das. Wir brauchen das, z. B. um uns Nutella, Adidas und BMW leisten zu können. Wir sagen, das darf sich kein anderer leisten, weil wir es uns erarbeitet haben.

Bitte nicht falsch verstehen: Niemand erwartet, die Welt komplett verstehen zu können. Es geht nicht. Die Welt ist nicht schwarz und weiß. Die Welt ist schön bunt und sie will angesehen werden.

Ich will nur, dass wir allesamt etwas Verständnis aufbringen. Es geht nicht jedem so gut wie uns. Und ob wir wollen oder nicht, wir (damit meine ich nicht nur Deutschland als Land, sondern auch jeden Einzelnen von uns) sind leider daran nicht unschuldig. Ich weiß, dass sich die Lebensgewohnheiten nicht ändern können und werden und schließe mich da auch gerne mit ein. Ich weiß, dass ich nicht an Nutella (Stichwort "Palmöl") oder Adidas (Stichworte "Kinderarbeit" und "Ausbeutung") rütteln kann. Darum gehts mir nicht.

Mir gehts darum:

Wenn ich in Peru bin und ich mich mit Einheimischen darüber unterhalte, dass der Hauptwahlkampfpunkt nun die Einführung von Rente für Leute über 65 oder alternativ die Todesstrafe für Drogenschmuggel ist, dann bin ich ziemlich froh darüber, dass ich mich in Deutschland nicht mehr grundsätzlich über die Rente unterhalten muss.
Wenn ich in Indien bin und in den Großstädten sehe, wie Armut, Verschmutzung und Krankheiten einhergehen mit der fehlenden Infrastruktur, dann bin ich froh darüber wenn ich in Deutschland eine vernünftigte Trinkwasserversorung haben, eine vernünftige Abwasserentsorung, Medizinversorung und verschiedene Grundleistungen.
Wenn ich in Myanmar bin und mich Kinder darum anbetteln, sie würden gerne Englisch lernen, wissen, wo Deutschland liegt und warum Amerika nicht Hauptstadt von Frankreich ist (kein Witz), dann bin ich froh um unser ausgewogenes Bildungssystem.

Und dann freue ich mich, wenn ich zurück nach Deutschland komme. In das Land, das alles hat und alles kann! Und dann kommen irgendwelche Wichser daher und erklären mir: "Die Regierung hat versagt"

Und nein - sie hat nicht versagt! Sie tut das, was sie kann! Und zwar nicht nur für uns, sondern auch für Euorpa und den Rest der Welt. Dazu ist sie verpflichtet! Sie macht es leider nicht transparent und agiert mitunter rhetorisch unglücklich, aber sie hat nicht versagt!

Nennt mich von mir aus "linken Gutmenschen", einen "Blinden" oder "Ignoranten" - das kann ich ab. Ich selber sehe mich nicht so und viele andere auch nicht. Was ich will ist, dass jeder Mensch das Leben führen darf, das er verdient.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 14.März 2016, 12:19:20
Das gestrige Wahlergebnis macht mich sehr nachdenklich.

Meine Hoffnung, dass die AfD sich selbst zerfleischt, wurde beinahe erhört - bis das Thema Flüchtlinge "ausgeschlachtet" wurde.
Meine Hoffnung, dass das Thema Flüchtlinge nur von kurzer Dauer sein wird, wurde nicht erhört.
Meine jetzige Hoffnung ist, dass die AfD nur eine Protestwahlpartei ist.

Mich persönlich würde interessieren, wie viele der AfD-Wähler überhaupt über das restliche Parteiprogramm der AfD Bescheid wissen. Denn da stecken in meinen Augen noch weitere "Knaller".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 12:28:53
@Rossi:
Ich finde, dass die AfD als Protestwahlpartei sogar noch viel schlimmer ist. Wie gesagt, wenn die Menschen zu ihrer Überzeugung stehen würden und aus diesem Grund die AfD wählen, hätte ich weit weniger Probleme damit.
Aber dieses "ich wähl mal die AfD, weil mich die Flüchtlinge nerven" und sonst keine Ahnung haben, was die Partei sonst noch so macht, das geht mir gehörig auf den Sack.

@BlueSnake:
Die Facebookunterstellung solltest du aber kommentieren, denn in seriösen Medien kommt dieses Zitat nicht vor. Ich habe deshalb extra Facebook genommen, denn dort verbreitet ein gewisser HC Strache das Zitat gern. Ich hätte auch Metapedia nehmen können, aber diese Unterstellung hätte dir noch viel weniger gefallen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 14.März 2016, 12:31:25
@Rossi:
Ich finde, dass die AfD als Protestwahlpartei sogar noch viel schlimmer ist. Wie gesagt, wenn die Menschen zu ihrer Überzeugung stehen würden und aus diesem Grund die AfD wählen, hätte ich weit weniger Probleme damit.
Aber dieses "ich wähl mal die AfD, weil mich die Flüchtlinge nerven" und sonst keine Ahnung haben, was die Partei sonst noch so macht, das geht mir gehörig auf den Sack.

@BlueSnake:
Die Facebookunterstellung solltest du aber kommentieren, denn in seriösen Medien kommt dieses Zitat nicht vor. Ich habe deshalb extra Facebook genommen, denn dort verbreitet ein gewisser HC Strache das Zitat gern. Ich hätte auch Metapedia nehmen können, aber diese Unterstellung hätte dir noch viel weniger gefallen.

- Flüchtlinge sind halt DAS Thema aktuell. Mit dem Rest des Parteiprogrammes braucht man sich keine Illusionen machen: Das zielt auf den CSU-Bereich außerhalb Bayerns an, sobald da die schlimmsten Auswüchse wegdebattiert wurden. Kann und soll ja nicht allen Gefallen.

- Ach j4y_z, who fucking cares?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.März 2016, 12:42:14
Was ich allerdings nicht verstehen kann ist, dass man aus Protest eine fremdenfeindliche Partei wählt (und ja, zumindest der rechte Flügel der AfD ist fremdenfeindlich). Damit ist doch keinem geholfen... (und ich rede nur von den Protestwählern)
Dann sage mir doch mal, welche Partei (außerhalb Bayerns) jemand wählen soll, dem die Asylpolitik über alles geht und der eine Alternative zur AfD sucht, die ähnliche politische Richtungen vertritt? Merkels CDU macht da nicht den Eindruck wie die CSU zu ticken. Die SPD wechselt ihre Meinung jeden Tag. Da bleibt dann eigentlich nichts mehr.
Das entkräftet aber doch nicht die Aussage. Mag zwar rhetorisch geschickt gedreht sein, aber nur weil mir die Asylpolitik der anderen nicht passt, wähle ich nicht aus Protest die AfD, wenn sonst keine inhaltlichen Übereinstimmungen da sind (das wäre ja in etwa der Protestwähler). Trotzdem wähle ich die Partei mit der größten inhaltlichen Schnittmenge zu meinen persönlichen Überzeugungen - gegen die Asylpolitik kann ich mich auch anders aussprechen, z.B. in Bürgerinitiativen, Petition usw... Vielleicht bin ich da ein bisschen naiv, zumal das Flüchtlingsthema ja alles überlagert hat, aber ich sehe die Gründe immer noch nicht.

Ganz kurz zum Thema Frühsexualisierung: Das ist doch nicht (allein) auf die Schule zurückzuführen. Da muss man nur mal den Fernseher anschalten und sich die Werbung ansehen (einfach mal als ein Beispiel).
Die Position der AfD, die Menschen sollten ihr biologisches Geschlecht akzeptieren, finde ich übrigens menschenverachtend. Es kann niemand etwas für seine Sexualität und das ist auch keine Krankheit, die man heilen kann. Zum Thema steuerliche Vorteile: Als Anreiz zum Kinderkriegen gibt es doch das Kindergeld. Warum also sollen Homosexuelle von sonstigen Steuerbegünstigungen ausgeschlossen werden, wenn sie eine langfristige, stabile Beziehung führen?

Zitat
- Ehe: 50% Scheidungsraten ist ein weites Feld, dass mit dem Themenkomplex Rollenbilder/Erziehung/Scheidungsrecht zu tun hat, nicht mit Homosexuellen.
Aber du nutzt doch die Ehe als "Keimzelle der Gesellschaft" als Gegenargument zur Ehe für Homosexuelle (ob man das dann gleich nennt ist wieder eine völlig andere Diskussion). Von daher finde ich den Einwand schon berechtigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 14.März 2016, 12:44:50
 @Frühsexualisierung: Stimme dir uneingeschränkt zu. Ich wollte nur beschreiben, was manche dazu bewogen hat.

@Ehe: Kindergeld erhöhen und Ehegattensplitting abschaffen (als Beispiel) und dafür "Ehe für Alle" - damit könnte ich leben.


Bin übrigens auch noch Gewerkschaftsmitglied. Manchmal fühle ich mich schon etwas schizophren.  8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 13:14:49
@Rossi:
Ich finde, dass die AfD als Protestwahlpartei sogar noch viel schlimmer ist. Wie gesagt, wenn die Menschen zu ihrer Überzeugung stehen würden und aus diesem Grund die AfD wählen, hätte ich weit weniger Probleme damit.
Aber dieses "ich wähl mal die AfD, weil mich die Flüchtlinge nerven" und sonst keine Ahnung haben, was die Partei sonst noch so macht, das geht mir gehörig auf den Sack.

@BlueSnake:
Die Facebookunterstellung solltest du aber kommentieren, denn in seriösen Medien kommt dieses Zitat nicht vor. Ich habe deshalb extra Facebook genommen, denn dort verbreitet ein gewisser HC Strache das Zitat gern. Ich hätte auch Metapedia nehmen können, aber diese Unterstellung hätte dir noch viel weniger gefallen.

- Flüchtlinge sind halt DAS Thema aktuell. Mit dem Rest des Parteiprogrammes braucht man sich keine Illusionen machen: Das zielt auf den CSU-Bereich außerhalb Bayerns an, sobald da die schlimmsten Auswüchse wegdebattiert wurden. Kann und soll ja nicht allen Gefallen.

- Ach j4y_z, who fucking cares?

Das Thema Flüchtlinge wird einzig und allein von Angst geschürt. Mal ehrlich, wieviele von denen, die gegen die Flüchtlinge wüten, hatten schon wirklich Kontakt mit selbigen? Das sind dann sogar meist solche, die noch nicht mal Kinder haben, die man vor den Flüchtlingen "beschützen" müsste. In meiner Stadt gibt es mehrere Flüchtlingsunterkünfte, und ich habe noch keinen einzigen (offensichtlichen) Flüchtling auf der Straße gesehen. Einzig in meinem Fussballverein trainieren aktuell 2, ja ZWEI, mit.
Und dann kommt einer und will mir weismachen, das Flüchtlingsthema sei bei einer Landtagswahl das für ihn persönlich wichtigste Thema? Sorry, das kann ich nicht ernst nehmen.
Von wegen: "Scheißegal, was ich habe, Hauptsache es gibt jemanden, der noch weniger hat."
Man verbaut sich die Chance auf bessere Familien- und Umweltpolitik, Bildung, Weltoffenheit und konzentriert sich stattdessen darauf, das "deutsche Land rein zu halten" und etwas zurückzugewinnen, was einem nie weggenommen wurde und auch nie wird.

Nein, ich bin da ganz bei Stefan von Undzu. Seinen Post kann ich kommentarlos unterschreiben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 13:23:50
Und nein - sie hat nicht versagt!

Beim Handling der Flüchtlingskrise hat die Regierung Merkel in meinen Augen sehr wohl versagt. Sie hat die Grenzen geöffnet und neben echten Flüchtlingen auch jede Menge Menschen hereingelassen, die nie und nimmer hätten einreisen dürfen. Dann hat sie versagt, indem sie den Rest der EU gegen sich und Deutschland aufgebracht hat und das immer noch tut. Und sie versagt auch, indem sie jetzt alles auf die Karte Erdogan setzt. Die Deutschen und auch die EU-Bürger wollen keine planlose Einreise von Menschen aus aller Herren Länder mehr, das musste unterbunden werden und da kann man nur froh sein, dass die Staaten  auf der Balkanroute diese jetzt so rigoros dicht gemacht haben.

Warum geht man denn nicht wirklich hin und holt Flüchtlinge aus den Flüchtlingslagern in Syrien, dem Libanon und der Türkei ab? Warum finanziert man nicht endlich das UNHCR dort vor Ort? Warum unterstützt man Griechenland nicht finanziell bei den Flüchtlingen? DAS würde sofort helfen und würde auch die Akzeptanz der Bürger finden. Und man sollte bitte den Leuten endlich reinen Wein einschenken. Sind die Neuankömmlinge jetzt Flüchtlinge, die irgendwann wieder nach Hause gehen oder sind es Neubürger, die wir integrieren müssen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 14.März 2016, 13:25:21
1. Die Vermischung zwischen Flüchtlingen und (Wirtschafts-)Migranten gibts auch nur in Deutschland. Das stört die Leute. Das hindert auch meines Erachtens massiv die Hilfe für die Flüchtlinge, die mit den Glücksrittern in eine Topf geworfen werden.

2. Jo mei, die Leute sitzen im Flüchtlingsheim und haben keinen Kontakt zur Außenwelt. Ob das gut ist, sei dahingestellt. Nur bedingt dass noch lange nicht, dass ich es toll finden muss überhaupt diese dazu haben.

3. Die Leute machen sich nicht sorgen über "die paar die gekommen sind"; vielmehr ist die Angst um die, die "noch kommen werden" der bestimmende Faktor.

4. Bezahlen muss den Spaß auch Jemand. Tipp: Das wird nicht der Berlin-Mitte-Altbausaniertachwietollistdiewelt-Bewohner sein, sondern eben die Unterschicht.



Es ist doch so: Die Konservativen wollten sich schon immer defensiv abschotten und Keinen reinlassen, die Linken haben schon immer an die Selbstintegrationsfähigkeit der Zugezogenen geglaubt (Pauschalisierung). Heraus kam eine deutsche Integrationspolitik, die sich durch Desinteresse und Schulternzucken, sowie gegenseitige Schuldzuweisungen beiderseits ausgezeichnet hat - seit mehreren Jahrzehnten.

Wenn jetzt nicht endlich ideologiefrei an diese Thematik herangegangen wird und ein tragfähiger Konsens gefunden wird, dann streiten wir uns noch in 10 Jahren über die Sache, ohne das sich irgendetwas verbessert hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 13:48:35
Sagen wir so: wir werden uns sowieso noch 10 Jahre über die Sache streiten, nämlich bei der Findung dieses von dir erwähnten tragfähigen Konsens.

Zu Punkt 1: wo sind denn bitte die von dir genannten Wirtschaftsflüchtlinge? Davon sehe ich nämlich noch weniger, als von den Kriegsflüchtlingen. Du etwa?

Zu Punkt 2: so meinte ich das nicht. Diejenigen, die ich auf der Straße sehe, sind (außer dass sie kein Deutsch beherrschen) gar nicht wirklich als Flüchtlinge zu erkennen, da sie sehr wohl am Leben und der Gesellschaft teilnehmen (siehe Fussballverein, etc.)

Zu Punkt 3: das Problem löst man aber ganz sicher nicht mit Rechtspopulismus, wie es die AfD praktiziert.

Zu Punkt 4: also, ich merke aktuell nicht, dass ich weniger im Geldbeutel habe als vor den (scheinbar) vielen Flüchtlingen. Und ich bin garantiert kein Großverdiener.

Und, wie ich so oft zu sagen pflege: das Problem ist nicht, dass die Menschen zu uns fliehen. Das Problem ist, dass sie überhaupt fliehen müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.März 2016, 13:49:58
Also erstmal stimme ich Stefan von Undzu zu. Ein guter Kommentar, der nicht nur mit Herz, sondern auch mit Hirn geschrieben ist. ;)

@BlueSnakeRD:
1.) Der Unterschied zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen (Glücksritter finde ich sehr verharmlosend) ist nicht so groß. Ob die Menschen vor Krieg, oder vor Hunger und Armut fliehen (an beidem tragen wir eine Mitschuld) ist für mich nicht so wichtig. Wichtig ist aber, dass diese Menschen in ihrer Heimat akut an Leib und Leben bedroht sind und keine Perspektive in ihrem Heimatland sehen.

2.) Trotzdem musst du die Menschenrechte akzeptieren. Das Asylrecht ist Teil davon. Das muss einem nicht passen, aber an den Menschenrechten rütteln, will glaube ich keiner.

3.) Siehe 2. Abgesehen davon werden die Menschen kommen, das lässt sich nicht mehr aufhalten, auch nicht mit einer "Das Boot ist voll"-Rhetorik. Viel wichtiger ist doch, wie man mit den Menschen umgeht, die kommen.

4.) Die Flüchtlinge lösen sich fast von selbst aus:http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/frickes-welt-fluechtige-kosten-1.2890242 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/frickes-welt-fluechtige-kosten-1.2890242)
Abgesehen davon: Wir geben jedes Jahr 30Mrd. für die Folgen von Diabetes und 40Mrd. für die Folgen von Übergewicht aus (oder anders herum, bin mir da gerade nicht mehr 100% sicher). Darüber regt sich aber keiner auf...

Versteht mich nicht falsch: Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass nur hilfsbedürftige, harmlose Menschen unter den Flüchtlingen sind. Denjenigen, die aber wirklich Hilfe brauchen und suchen, denen sollte geholfen werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 14.März 2016, 14:03:31
Naja, dass man mehr Menschen auf der Straße sieht, die offensichtlich nicht aus Deutschland stammen, ist nicht von der Hand zu weisen. In größeren Städten wie Stuttgart, München, Köln usw. mag das nicht auffallen, aber hier in Friedrichshafen mit seinen 60.000 Einwohnern merkt man das schon.

Aber was ist schlimm daran?


...
Versteht mich nicht falsch: Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass nur hilfsbedürftige, harmlose Menschen unter den Flüchtlingen sind. Denjenigen, die aber wirklich Hilfe brauchen und suchen, denen sollte geholfen werden.

Richtig. Und für die Menschen, die meinen, sich nach ihrer Flucht wie Schwein Harry aufführen zu müssen und straftätig werden, habe ich auch kein Verständnis. Da darf man dann auch gerne über eine Verschärfung der Gesetzgebung nachdenken, aber zuerst einmal sollte schon das Asylrecht gelten, das besagt, dass die Menschen kommen dürfen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 14:12:04
Es geht doch überhaupt nicht darum, ob man Flüchtlinge auf den Straßen sieht oder nicht. Sie sind hier und sie kosten eine Menge Geld. Ich bin bereit, meinen Teil mit meinen Steuern dazu beizutragen, aber eben auch nur für die Menschen, die vor Krieg oder politischer Verfolgung fliehen. Und wenn solche Leute, die gar nicht hier sein dürften, dann straffällig werden oder sich unter zig verschiedenen Namen registrieren, dann sinkt meine Hilfsbereitschaft ganz rapide.

Ich habe Verständnis für Wirtschaftsflüchtlinge, ich würde wahrscheinlich auch versuchen aus irgendwelchen heruntergekommenen Staaten, in denen es keine Perspektive gibt, abzuhauen. Allerdings sehe ich Deutschland nicht in der Pflicht, diese Menschen aufzunehmen, Deutschland ist auch nicht Schuld an jedweder Armut und Hunger weltweit. Gäbe es diese Pflicht, müssten wir schätzungsweise 5 Milliarden Menschen aufnehmen, denen es allesamt schlechter geht als unseren Langzeitarbeitslosen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.März 2016, 14:27:50
Es geht doch überhaupt nicht darum, ob man Flüchtlinge auf den Straßen sieht oder nicht. Sie sind hier und sie kosten eine Menge Geld. Ich bin bereit, meinen Teil mit meinen Steuern dazu beizutragen, aber eben auch nur für die Menschen, die vor Krieg oder politischer Verfolgung fliehen. Und wenn solche Leute, die gar nicht hier sein dürften, dann straffällig werden oder sich unter zig verschiedenen Namen registrieren, dann sinkt meine Hilfsbereitschaft ganz rapide.
Wie im obigen Post erwähnt, ist der finanzielle Aspekt der Flüchtlingskrise halb so wild. Da wird auch wieder Panik gemacht, wo es eigentlich keinen Grund dazu gibt. Die viel größere Aufgabe ist die Integration der Flüchtlinge - vor allem derer, die langfristig hierbleiben wollen (das sind beileibe auch nicht alle).

Ich habe Verständnis für Wirtschaftsflüchtlinge, ich würde wahrscheinlich auch versuchen aus irgendwelchen heruntergekommenen Staaten, in denen es keine Perspektive gibt, abzuhauen. Allerdings sehe ich Deutschland nicht in der Pflicht, diese Menschen aufzunehmen, Deutschland ist auch nicht Schuld an jedweder Armut und Hunger weltweit. Gäbe es diese Pflicht, müssten wir schätzungsweise 5 Milliarden Menschen aufnehmen, denen es allesamt schlechter geht als unseren Langzeitarbeitslosen.
Es behauptet ja auch niemand, dass alle Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland kommen müssen. Übrigens finden die meisten Fluchten in einem regional begrenzten Raum statt... Aber zurück zum Thema: gerade weil Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen kann, die nach Europa kommen, ist eine europäische Lösung wichtig. Die Haltung einiger EU-Profiteure (UK, Polen, Ungarn,...) ist diesbezüglich gefährlich, naiv und dreist.
Es behauptet auch niemand, dass Deutschland Schuld ist am weltweiten Hunger. Nur zu den "heruntergekommenen Staaten" haben auch wir unseren Teil beigetragen und allein aus humanitärer Sicht, muss man den Menschen helfen (nicht allein Deutschland). Wie gesagt, für mich macht es keinen Unterschied, ob das Leben dieser Menschen durch Hunger, oder durch Krieg bedroht ist.

Es hilft übrigens in dieser Situation auch nicht, wenn man sich selbst in die Tasche lügt und die Zahl der "sicheren" Herkunftsstaaten erhöht, aber das nur am Rande...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 14:32:05
Naja, dass man mehr Menschen auf der Straße sieht, die offensichtlich nicht aus Deutschland stammen, ist nicht von der Hand zu weisen. In größeren Städten wie Stuttgart, München, Köln usw. mag das nicht auffallen, aber hier in Friedrichshafen mit seinen 60.000 Einwohnern merkt man das schon.

Aber was ist schlimm daran?


...
Versteht mich nicht falsch: Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass nur hilfsbedürftige, harmlose Menschen unter den Flüchtlingen sind. Denjenigen, die aber wirklich Hilfe brauchen und suchen, denen sollte geholfen werden.

Richtig. Und für die Menschen, die meinen, sich nach ihrer Flucht wie Schwein Harry aufführen zu müssen und straftätig werden, habe ich auch kein Verständnis. Da darf man dann auch gerne über eine Verschärfung der Gesetzgebung nachdenken, aber zuerst einmal sollte schon das Asylrecht gelten, das besagt, dass die Menschen kommen dürfen.

Ravensburg ist nicht weit weg. ;)

Wieso Verschärfung? Straffällige Asylanten werden auch jetzt schon ausgewiesen, so geschehen in meinem Bekanntenkreis.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 14.März 2016, 14:44:18
...
Wieso Verschärfung? Straffällige Asylanten werden auch jetzt schon ausgewiesen, so geschehen in meinem Bekanntenkreis.

Aber an der Tagesordnung ist dieses Vorgehen nicht, bzw. eine einheitliche Handhabung ist hier nicht zu erkennen.

Ich komme ja ursprünglich aus dem Norden Münchens und dort gibt es in Freising eine Asylantenunterkunft, in der einige Menschen seit Monaten untergebracht sind, die schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind und immer noch in Deutschland bleiben dürfen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 14:50:06
...
Wieso Verschärfung? Straffällige Asylanten werden auch jetzt schon ausgewiesen, so geschehen in meinem Bekanntenkreis.

Aber an der Tagesordnung ist dieses Vorgehen nicht, bzw. eine einheitliche Handhabung ist hier nicht zu erkennen.

Ich komme ja ursprünglich aus dem Norden Münchens und dort gibt es in Freising eine Asylantenunterkunft, in der einige Menschen seit Monaten untergebracht sind, die schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind und immer noch in Deutschland bleiben dürfen.

Sind das Kriegsflüchtlinge? Wenn ja, wohin will man sie denn ausweisen? Dorthin, von wo sie geflohen sind, und wo sie bei ihrer Rückkehr Folter und Tod erwartet? Das ist nicht im Sinne des Asylrechts. Zudem ist der Asylantrag in fast allen Fällen vor den Ermittlungen abgeschlossen. Hier bedarf es also keiner Gesetzesänderung, sondern einer Prozessoptimierung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 14.März 2016, 14:54:05
...
Wieso Verschärfung? Straffällige Asylanten werden auch jetzt schon ausgewiesen, so geschehen in meinem Bekanntenkreis.

Aber an der Tagesordnung ist dieses Vorgehen nicht, bzw. eine einheitliche Handhabung ist hier nicht zu erkennen.

Ich komme ja ursprünglich aus dem Norden Münchens und dort gibt es in Freising eine Asylantenunterkunft, in der einige Menschen seit Monaten untergebracht sind, die schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind und immer noch in Deutschland bleiben dürfen.

Sind das Kriegsflüchtlinge? Wenn ja, wohin will man sie denn ausweisen? Dorthin, von wo sie geflohen sind, und wo sie bei ihrer Rückkehr Folter und Tod erwartet? Das ist nicht im Sinne des Asylrechts. Zudem ist der Asylantrag in fast allen Fällen vor den Ermittlungen abgeschlossen. Hier bedarf es also keiner Gesetzesänderung, sondern einer Prozessoptimierung.

Das kann ich Dir gar nicht sagen, wo die Herrschaften herkommen. Wenn sie aber aus einer Kriegsregion stammen, der sie entfliehen wollten, dann sollte es ihnen umso wichtiger sein, hier in einer friedlichen Umgebung zu leben und ihren Teil dazu beitragen. Wenn sie daran kein Interesse haben und gewalttätig werden (wollen), dann muss das ja nicht zwingend hier sein...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 15:00:57
...
Wieso Verschärfung? Straffällige Asylanten werden auch jetzt schon ausgewiesen, so geschehen in meinem Bekanntenkreis.

Aber an der Tagesordnung ist dieses Vorgehen nicht, bzw. eine einheitliche Handhabung ist hier nicht zu erkennen.

Ich komme ja ursprünglich aus dem Norden Münchens und dort gibt es in Freising eine Asylantenunterkunft, in der einige Menschen seit Monaten untergebracht sind, die schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind und immer noch in Deutschland bleiben dürfen.

Sind das Kriegsflüchtlinge? Wenn ja, wohin will man sie denn ausweisen? Dorthin, von wo sie geflohen sind, und wo sie bei ihrer Rückkehr Folter und Tod erwartet? Das ist nicht im Sinne des Asylrechts. Zudem ist der Asylantrag in fast allen Fällen vor den Ermittlungen abgeschlossen. Hier bedarf es also keiner Gesetzesänderung, sondern einer Prozessoptimierung.

Das kann ich Dir gar nicht sagen, wo die Herrschaften herkommen. Wenn sie aber aus einer Kriegsregion stammen, der sie entfliehen wollten, dann sollte es ihnen umso wichtiger sein, hier in einer friedlichen Umgebung zu leben und ihren Teil dazu beitragen. Wenn sie daran kein Interesse haben und gewalttätig werden (wollen), dann muss das ja nicht zwingend hier sein...

Das ist schon richtig. Allerdings ist das etwas einseitig gedacht, bzw. nicht differenziert genug. Angenommen, in einer Flüchtlingsunterkunft kommt es zu einer Schlägerei (mehrfach wirklich passiert), die Justiz schreitet ein, verurteilt mehrere Asylanten wegen versuchter Körperverletzung. Die stehen jetzt natürlich als Straffällige da und tauchen in der Statistik auf, obwohl sie sich "nur" wegen der Enge in solchen Unterkünften mehrfach in die Haare bekommen haben. Sollen die jetzt abgeschoben werden?

Passiert aber sowas wie in Köln, wird's schon schwieriger. Das Asylrecht muss also eigentlich von Fall zu Fall entscheiden, und das dauert bei der deutschen Bürokratie ziemlich lange.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 14.März 2016, 15:04:26
Nein, natürlich nicht. Da würde es auch scheppern, wenn Du 150 ach so zivilisierte Deutsche zusammen in eine Turnhalle sperrst...

Bei den von mir genannten Personen handelt es sich jedoch um Gewaltdelikte außerhalb der Flüchtlingsunterkünfte, also im öffentlichen Raum, in diesem speziellen Fall um mehrere Überfälle und gewalttätige Übergriffe in der Münchner S- und U-Bahn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 15:09:55
Ja, da wird's dann eben happig. Bist du dir sicher, dass die Personen "bleiben dürfen", oder warten die nur auf ihre Abschiebung. Wie gesagt, die deutsche Bürokratie ist da ziemlich langatmig, vor allem in Großstädten, wo das Flüchtlingsaufkommen sowieso größer ist, man aber nicht unbedingt mehr Personal zur Verfügung hat.

Und noch was: sind die überhaupt schon verurteilt, oder wird da noch ermittelt/verhandelt? Denn auf Verdacht wird niemand ausgewiesen, das wäre rechtsstaatlich nicht zulässig, von wegen "im Zweifel für den Angeklagten".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 14.März 2016, 15:21:16
Da muss ich mich nochmal schlau machen und recherchieren; wohne ja nun nicht mehr dort und hab somit auch keine regionale Zeitung, um das gezielt weiterzuverfolgen.

Kann mich aber daran erinnern, dass es sogar Videoaufnahmen von den Übergriffen gab, die Täter eindeutig identifiziert wurden und die Behörden meldeten, dass die Herren keine Unbekannten, sondern seit Monaten "auffällig" seien. Schöne Umschreibung eigentlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 15:27:01
Okay, ja, wie gesagt, sobald das Herkunftsland als "nicht sicher" eingestuft wird, bleiben auch Straftäter hier.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 15:29:09
Wie im obigen Post erwähnt, ist der finanzielle Aspekt der Flüchtlingskrise halb so wild.
Das ist eine ziemliche Milchmädchenrechnung, der Staat muss das Geld zuerst einmal aufbringen.

Zitat
Die viel größere Aufgabe ist die Integration der Flüchtlinge - vor allem derer, die langfristig hierbleiben wollen (das sind beileibe auch nicht alle).
Wie schon geschrieben: man sollte den Bürgern reinen Wein einschenken. Flüchtlinge haben übrigens nicht das Recht zu entscheiden, ob sie bleiben wollen oder nicht ;)

Zitat
Es behauptet ja auch niemand, dass alle Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland kommen müssen.
In deinem Punkt "1.)" an BlueSnakeRD kam das schon so rüber.

Zitat
Aber zurück zum Thema: gerade weil Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen kann, die nach Europa kommen, ist eine europäische Lösung wichtig. Die Haltung einiger EU-Profiteure (UK, Polen, Ungarn,...) ist diesbezüglich gefährlich, naiv und dreist.
Ja, eine europäische Lösung wäre wichtig, aber da muss ein Konsens gesucht und gefunden werden. Merkel wollte bestimmen, was gemacht wird, sie hat auf die normative Kraft des Faktischen vertraut, aber das ging nach hinten los. Auch weil die meisten Flüchtlinge nach Deutschland wollen und nicht nach Ostpolen oder in die ungarische Pampa.

Zitat
Wie gesagt, für mich macht es keinen Unterschied, ob das Leben dieser Menschen durch Hunger, oder durch Krieg bedroht ist.
Fürs Asylrecht macht es aber einen sehr großen Unterschied und wie schon geschrieben, Deutschland kann nicht alle Menschen retten, denen es dreckig geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 15:35:55
Flüchtlinge haben übrigens nicht das Recht zu entscheiden, ob sie bleiben wollen oder nicht ;)

Doch, das haben sie. Wenn sie bleiben wollen, stellen sie einen weiteren Antrag, wenn nicht, gehen sie wieder.
Was du meintest, ist: "Flüchtlinge haben übrigens nicht das Recht zu entscheiden, ob sie bleiben dürfen oder nicht ;)"

 ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 15:43:48
Ich meinte, nachdem der Grund für ihre Flucht beendet ist. Ich finde das aber nichtmal wichtig, wichtig wäre es, dass von der Regierung eine klare Ansage kommt. Sollen die Menschen bleiben oder sollen wie wieder gehen? Wenn sie bleiben sollen, dann muss ein Plan her, wie man sie bestmöglich integrieren kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 15:57:08
Es gibt eine klare Ansage, und zwar das geltende Asylrecht. Dies besagt, dass ein Asylbewerber, dessen Asylantrag angenommen wurde (sowohl nach Art. 16a GG als auch nach § 4 Absatz 1 AsylG), eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, welche ihm fast die gleichen Rechte wie ein normaler deutscher Bürger gewährt.
Ergo: ob sie bleiben oder nicht ist ihre eigene Entscheidung. Sie "sollen" weder bleiben, noch "sollen" sie gehen. Sie dürfen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 16:09:51
Ich bin kein Experte für Asylrecht, aber meiner Ansicht nach sollte es der Regelfall sein, dass jemand, der Asyl gewährt bekommen hat, wieder nach Hause geht, sobald es dort wieder sicher ist, ob er will oder nicht kann da keine Rolle spielen. Asyl ist meiner Meinung nach temporär, alles andere ist Einwanderung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 17:35:10
Jein. Asyl beschert dir eine Aufenthaltserlaubnis von 3 Jahren. Wenn diese nach 3 Jahren nicht vom Bundesamt widerrufen wird, erhält der Asylant von der Ausländerbehörde eine unbefristete Niederlassungserlaubnis. Grund für den Widerruf ist zB eine geänderte Sicherheitslage im Herkunftsland. Hat ein Asylant die Niederlassungserlaubnis, hat er die gleichen Rechte wie ein Deutscher. Die Niederlassungserlaubnis erfordert aber übrigens u.a. Straffreiheit. https://de.wikipedia.org/wiki/Niederlassungserlaubnis
In 95% aller Fälle hat das BAMF den Schutzstatus der Asylanten nicht widerrufen. Warum? Weil die meisten Krisen einfach länger als 3 Jahre dauern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 18:32:49
Einwanderung durch die Hintertür, ganz toll gemacht. Dann weiß ich jetzt auch, warum die Flüchtlinge so dringend integriert werden müssen: man kann davon ausgehen, dass sie bleiben werden. Ob diese Regelung viele Bürger kennen? Ich wage es zu bezweifeln. Im wiki steht allerdings etwas von 5 Jahren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 18:50:51
Das gilt nicht für Asylsuchende, soweit ich weiß. Nagel mich aber nicht drauf fest, ich hab auch nur in dem Wald an Informationen versucht, den Baum zu finden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2016, 19:24:50
...ich hab auch nur in dem Wald an Informationen versucht, den Baum zu finden.

Das ist ein großes Problem, google quillt über und man findet kaum wirklich Informatives.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 14.März 2016, 19:51:52
Wenn ich es noch zusammen bekomme:

Ein angenommener Asylantrag bedeutet, dass die Person eine Aufentahltserlaubnis für drei Jahre erhält. Innerhalb dieser drei Jahre wird entschieden, ob der Grund für den Asylantrag weiterhin besteht (droht noch die Verfolgung?). Ist dem so, erhält der Asylsuchende eine unbefristete Niederlassungserlaubnis, die nicht mehr (ohne weiteres) widerrufen werden kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.März 2016, 20:09:08
Ja, auf dem Stand war ich auch. Die unbefristete Niederlassungserlaubnis hat aber eben noch weitere Abhängigkeiten als "nur" die Sicherheit des Herkunftslandes. Soviel ich weiß kann nämlich auch nur die Aufenthaltserlaubnis verlängert werden.

Die Seite ist ziemlich gut: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/FAQs/DE/Themen/Migration/Auslaenderrecht/02.html
Die Punkte 2, 3 und 4 im Speziellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.März 2016, 08:54:04
Wie im obigen Post erwähnt, ist der finanzielle Aspekt der Flüchtlingskrise halb so wild.
Das ist eine ziemliche Milchmädchenrechnung, der Staat muss das Geld zuerst einmal aufbringen.

Zitat
Die viel größere Aufgabe ist die Integration der Flüchtlinge - vor allem derer, die langfristig hierbleiben wollen (das sind beileibe auch nicht alle).
Wie schon geschrieben: man sollte den Bürgern reinen Wein einschenken. Flüchtlinge haben übrigens nicht das Recht zu entscheiden, ob sie bleiben wollen oder nicht ;)

Zitat
Es behauptet ja auch niemand, dass alle Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland kommen müssen.
In deinem Punkt "1.)" an BlueSnakeRD kam das schon so rüber.

Zitat
Aber zurück zum Thema: gerade weil Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen kann, die nach Europa kommen, ist eine europäische Lösung wichtig. Die Haltung einiger EU-Profiteure (UK, Polen, Ungarn,...) ist diesbezüglich gefährlich, naiv und dreist.
Ja, eine europäische Lösung wäre wichtig, aber da muss ein Konsens gesucht und gefunden werden. Merkel wollte bestimmen, was gemacht wird, sie hat auf die normative Kraft des Faktischen vertraut, aber das ging nach hinten los. Auch weil die meisten Flüchtlinge nach Deutschland wollen und nicht nach Ostpolen oder in die ungarische Pampa.

Zitat
Wie gesagt, für mich macht es keinen Unterschied, ob das Leben dieser Menschen durch Hunger, oder durch Krieg bedroht ist.
Fürs Asylrecht macht es aber einen sehr großen Unterschied und wie schon geschrieben, Deutschland kann nicht alle Menschen retten, denen es dreckig geht.

1.) Nein, das ist keine Milchmädchenrechnung. Der Staat gibt 20 Mrd. aus und davon kommt ein großer Teil (über Umwege) wieder zurück. Deswegen sind die Nettoausgaben eben nicht bei 20 Mrd. sondern eher unter 10 Mrd. - diese Zahlen werden aber von denen, die über die Kosten für die Flüchtlingskrise stöhnen, nicht berücksichtigt. Wie ich außerdem schon erwähnte geben wir für andere Dinge wesentlich mehr aus, die deutlich ärgerlicher und in jedem Fall unnötiger sind, als die Hilfe für Flüchtlinge. Da fehlt einfach die Verhältnismäßigkeit, wenn solche Zahlen in den Raum geworfen werden... Ich will das nicht schönreden. Klar sind auch 10 Mrd. pro Jahr immer noch viel Geld, aber ins Verhältnis mit anderen Ausgaben gesetzt, ist das doch gar nicht mehr so wild.

2.) Zum Asylrecht wurde ja schon einiges geschrieben. Als "Einwanderung durch die Hintertür" würde ich es allerdings nicht zwangsläufig bezeichnen (auch wenn es sicherlich genug Menschen gibt, die das ausnutzen). Es gibt durchaus Menschen, die nach Beendigung der Krise in ihrem Heimatland, wieder zurück wollen. Da sehe ich durchaus eine große Herausforderung, diese Menschen zumindest temporär zu integrieren.

3.) Dann habe ich mich da vielleicht missverständlich ausgedrückt. ;) Mir ging es lediglich darum, dass Wirtschaftsflüchtlinge nicht bagatellisiert werden.

4.) Hoffen wir mal, dass sich eine Lösung findet, mit der alle leben können, die aber auch aus humanitärer Sicht akzeptabel ist. Die Türkei-Lösung halte ich jedenfalls für keine gute Idee. Habe übrigens vor kurzem einen Artikel über einen Helfer in der Türkei gelesen, der meinte, dass 90% der Flüchtlinge dort, gar nicht nach Europa wollen, sondern so schnell wie möglich wieder in ihr Heimatland zurück. Die Gefahr, dass die alle zu uns rüber kommen ist also nicht so riesige, wie uns weißgemacht wird. Auch wenn das zugegebenermaßen natürlich eine subjektive Einschätzung des Flüchtlingshelfers war.

5.) Da hast du leider recht, dass es einen Unterschied für das Asylrecht macht - und dass ich nicht erwarte, dass hier in Deutschland alle Menschen gerettet werden, habe ich ja schon geschrieben. Ich wollte auch nur noch einmal zum Ausdruck bringen, dass für mich die akute Bedrohung von Leib und Leben entscheiden ist, ob ein Mensch hilfsbedürftig ist. Übrigens sind die Grenzen zwischen Wirtschafts- und Kriegsflüchtling auch nicht so leicht und eindeutig zu ziehen. Oder um es präziser zu fomulieren: Wirtschaftliche und umweltbedingte Krisen erhöhen die Gefahr für gewalttätige Konflikte (http://www.taz.de/!161233/).
Ich bin absolut kein Experte im Asylrecht, aber meiner Meinung nach sollte man sich schon jetzt Gedanken darüber machen, wie man z.B. mit Klimaflüchtlingen umgeht. Auch die aus Syrien fliehenden Menschen sind über mehrere Schritte letztlich nichts Anderes.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2016, 10:05:13
1.) Nein, das ist keine Milchmädchenrechnung. Der Staat gibt 20 Mrd. aus und davon kommt ein großer Teil (über Umwege) wieder zurück.
Sicher ist das eine Milchmädchenrechnung. Der Staat könnte mir auch 20 Mrd € geben, darauf würde ich gerne den höchsten Steuersatz zahlen. Dürfte dann ja kein Problem sein, kommt ja wieder zurück, ich geb auch viel davon aus... Der Staat muss das Geld ausgeben, das Geld wird sich vorher entweder von den Steuerzahlern geholt oder auf spätere Generationen verlagert, indem höhere Schulden gemacht werden. Es geht auch nicht darum, ob es "wild" ist oder nicht und ob Politiker sonst noch Geld, das ihnen nicht gehört, verschwenden ohne Ende, es ist und bleibt sehr viel Geld, das Deutschland ausgeben muss, weil Merkel eine verantwortungslose Politik betreibt. Und nein, ich bin nicht gegen Flüchtlinge, ich bin der Meinung, dass echten Flüchtlingen bedingungslos geholfen werden muss. Ich bin gegen Merkels Politik in dieser Sache.

Zitat
Als "Einwanderung durch die Hintertür" würde ich es allerdings nicht zwangsläufig bezeichnen (auch wenn es sicherlich genug Menschen gibt, die das ausnutzen).
Wenn jeder, der hier als Asylant anerkannt wurde, nach 3 bzw. 5 Jahren uneingeschränkt in Deutschland bleiben darf, wenn er denn will, dann ist das für mich Einwanderung unter dem Deckmantel des Asylrechtes. Das hat mit Asyl dann nichts mehr zu tun.

Zitat
Da sehe ich durchaus eine große Herausforderung, diese Menschen zumindest temporär zu integrieren.
Wozu muss man jemand integrieren, der wieder in seine Heimat zurück geht? Warum muss ein syrisches Kind in eine deutsche Schule gehen?`Wenn das Kind dann nach ein paar Jahren nach Syrien zurück ginge und dort in die Schule müsste, wäre es doch völlig unvorbereitet und der Kulturschock wäre - zum wiederholten Male - enorm. Und warum müssen syrische Erwachsene jetzt für den deutschen Arbeitsmarkt fit gemacht werden (was überwiegend sowieso nicht klappen wird, nebenbei bemerkt)? Wäre es nicht viel wichtiger, ihnen Berufe beizubringen, mit denen sie ihre Heimat wieder aufbauen können?

Zitat
Mir ging es lediglich darum, dass Wirtschaftsflüchtlinge nicht bagatellisiert werden.
Was meinst du mit "bagatellisiert"?

Zitat
Die Türkei-Lösung halte ich jedenfalls für keine gute Idee.
Da sind wir uns mal einig :)

Zitat
Auch die aus Syrien fliehenden Menschen sind über mehrere Schritte letztlich nichts Anderes.
Wenn sie denn überhaupt aus Syrien kommen. Und ja, du hast Recht, Schutz vor Krieg und Verfolgung hätten sie überall außerhalb Syriens bekommen, sie wollten aber unbedingt nach Deutschland. Warum wohl? Weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Das ist legitim, wie gesagt, ich würde es in der Lage auch versuchen, nur mit Asyl im Sinne des Menschenrechts hat das nicht mehr wirklich etwas zu tun.

Und das macht mich auch wütend, weil dadurch vielen Menschen nicht geholfen werden kann, die wirklich Asyl bräuchten. Warum holt man die Menschen denn nicht direkt aus Syrien oder den Flüchtlingslagern in der Türkei oder dem Libanon? Dafür hätten wohl die meisten Deutschen Verständnis und man würde den Schleppern das Geschäft versauen, anstatt es zu fördern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 15.März 2016, 12:16:40
Kann ich mal frech zusammenfassen, dass unser "Problem" ist, dass in der Causa Flüchtlinge weder "Hü" noch "Hott" gemacht wird sondern, "watchful waiting"?


http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-nach-den-landtagswahlen-die-revolution-frisst-ihre-eltern-14124761.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Guter Artikel zur AFD.


Im Übrigen bin ich als Bürger dafür, dass wir als Land - im Zeichen der Zeit - endlich mit einem Einwanderungsgesetz auseinandersetzen, anstatt uns darum zu drücken. Das würde für alle Seiten Klarheit schaffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.März 2016, 13:59:31
@Signor Rossi:
Für mich wäre es eine Milchmädchenrechnung, wenn ich sagen würde "2016 bringen die Flüchtlinge 10-15 Mrd. nach Deutschland" - vielleicht haben wir da einfach eine unterschiedliche Auffassung des Begriffs. ;) Richtig ist, dass das Geld erst mal aufgebracht werden muss. Aber es macht halt schon einen Unterschied, ob die 20 Mrd. weg sind, oder ob ein Teil davon wieder zurück in die Staatskasse fließt.

Zitat
Wozu muss man jemand integrieren, der wieder in seine Heimat zurück geht? Warum muss ein syrisches Kind in eine deutsche Schule gehen?`Wenn das Kind dann nach ein paar Jahren nach Syrien zurück ginge und dort in die Schule müsste, wäre es doch völlig unvorbereitet und der Kulturschock wäre - zum wiederholten Male - enorm.
Weil man die Leute nicht 5 Jahre (oder wie lange es auch immer dauern mag) in einem Asylantenheim versauern lassen kann. Dann braucht man sich über Gewaltausbrüche etc. nicht wundern. 5 Jahre sind eben doch eine lange Zeit.
Was schadet es dem syrischen Kind, eine deutsche Schule zu besuchen. Die deutschen Kinder lernen etwas über Syrien bzw. syrische Kultur und umgekehrt sowieso. Dem Kind schadet es ja nicht, wenn es Deutsch, Mathe, Biologie usw. lernt. Die Alternative wären reine Flüchtlingsschulen - das wäre wieder nur Abschottung und die Schaffung von Parallelgesellschaften (selbst wenn diese nur temporär sein mögen).

Zitat
Was meinst du mit "bagatellisiert"?
BlueSnakeRD (du hast dich ja auf meine Antwort an ihn bezogen) sprach von "Glücksrittern", die ins Land kämen. Meiner Meinung nach verharmlost das die Situation von Wirtschaftsflüchtlingen, die vor dem Hungertod fliehen. Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.

Zitat
Und ja, du hast Recht, Schutz vor Krieg und Verfolgung hätten sie überall außerhalb Syriens bekommen, sie wollten aber unbedingt nach Deutschland. Warum wohl? Weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Das ist legitim, wie gesagt, ich würde es in der Lage auch versuchen, nur mit Asyl im Sinne des Menschenrechts hat das nicht mehr wirklich etwas zu tun.
Jain. Klar erhoffen sie sich in Deutschland ein besseres Leben und sicherlich kommen auch viele in der Hoffnung dauerhaft hierbleiben zu dürfen. Man darf aber wie gesagt auch nicht die Zahl derer vernachlässigen, die nach dem Ende des Bürgerkriegs (bleiben wir einfach mal bei Syrien) wieder zurück wollen. Die kommen dann vielleicht nach Deutschland, weil die Situation in den türkischen Auffanglagern für sie unerträglich und menschenunwürdig war.

Der Ansatz, die Leute direkt vor Ort abzuholen ist natürlich nicht verkehrt. Ob die Akzeptanz dann aber auch tatsächlich so hoch wäre, weiß ich nicht. Schließlich bedarf es da dann eines großen organisatorischen und logistischen Aufwands, der sehr viel Geld verschlingen würde (wo wir wieder beim Anfangsthema wären ;))

@BlueSnakeRD:
Das darfst du. ;) Der Artikel ist gut, offenbart aber auch nicht viel Neues. Trotzdem interessant. Deinen Vorschlag, sich mit einem Einwanderungsgesetz auseinanderzusetzen kann ich nur unterschreiben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 15.März 2016, 15:14:04
Die "Kosten" und der "Nutzen" eines Flüchtlings/Migranten der hier bleibt kann man natürlich berechnen.

Ich machs mal sehr einfach. Pauschalisierung und so. Mathe "quick and dirty". Mit viel Zynismus versehen.

Annahmen: - Die Meisten erwartet ein Leben als Hilfsarbeiter, da ungebildet. Sagen wir 8/10. Wir rechnen vereinfacht mit 10/10.
                  - Durchschnittsalter sei 25.
                  - Renteneintritt sei 65.

==> 40 Jahre Erwerbstätigkeit möglich, faktisch 35 Jahre (fünf Jahre Sprachkurse etc ==> "Unproduktiv") als Annahme.

==> Da Hilfsarbeiter: Mindestlohn 8,50€*40h-Woche*4=1360€ Bruttoverdienst im Monat * 12 = 16320€ Bruttoverdienst im Jahr.

Jetzt einfach 16320*35 zu machen wäre sehr...gewagt. Wir müssen ein bisschen die "Zeit" als Faktor berücksichtigen. Die ersten 16320€ die der gute Mensch
verdient sind was anderes, als das die mit 64. Und überhaupt die Inflation? Und Lohnsteigerungen/Kürzungen? Ohje, also alles viele Unbekannte.

Machen wir uns es etwas. einfach und setzen einen Zinssatz von 3% (sprich: 3% Lohnsteigerung jährlich, wobei sich wahrscheinlich Inflation und Lohnsteigerungen damit im Mittel ausgleichen werden) an über 35 Jahre und rechnen den Barwert (Sprich: Den "heutigen" Wert aller in Zukunft reinfließenden Zahlungsströme) aus:

K0= r* ((1+p)^n - 1))/p*(1+p)^n, wenns interessiert.

350.671€. (zum Vergleich die "reinen" Einnahmen mit 3% Lohnsteigerung: ca. 980.000€)

Wir können also in heutigem "Preis" ausdrücken, dass der Nutzen eines Durchschnittsmigranten der hierbleibt in Form von Einnahmen seinerseits von irgendwo zwischen 300.000-400.000€ seinerseits in seinem Erwerbsleben hier sein wird. Das ist also ganz ganz ganz ganz grob mal das, was er finanziell zur Gesellschaft beiträgt. Wir gehen nämlich davon aus, dass "irgendwie" all das eingenommen Geld "irgendwo" in der BRD umgesetzt wird und auftaucht - sei es durch Steuern, Rentenversicherungsbeiträgen oder Sky-Abonnenments.

Das könnten wir nun den angenommenen Ausgaben, die je Migrant umgerechnet mit dem Barwert auf heute betrachtet anfallen, vergleichen. Wir können auch die Werte mal verändern, da nicht jeder nur zum Mindestlohn arbeiten wird. Oder auch absenken, da nicht jeder arbeiten wird. Ist auch wayne. Aber wir haben ne Berechnungsgrundlage. Je nach Betrachtungsweise kann man erstmal sagen, dass "mein" Durchschnittsmigrant Einnahmen von 1mio€ in seinem Erwerbsleben durch Arbeit erzeugen wird, die in heutiger Kaufkraft rund 350.000€ darstellen.

Das kann man den Ausgaben gegenüberstellen.


Ergo lautet die Gretchenfrage:Wie ist das Verhältnis zwischen Kosten/Nutzen dieser Zuwanderung? Ist es eklatant auseinanderdriftend, oder ist es erstmal so nah beieinander, das eine tatsächlich genaue Rechnung nötig wird?


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 15.März 2016, 15:41:10
Ich merke gerade das ich mich in meinem eigenen Land vielleicht nicht mehr wohlfühlen würde wenn ich jetzt zurück kehre. Wenn wir jetzt schon Business Cases aufstellen um über Flüchtlingspolitik zu diskutieren wird mir fast schlecht. Zu mal mit willkürlichen Kriterien.

Ich kann verstehen das man versucht so ein Modell zu basteln, aber was wenn ich jetzt sage das ich gut eingebürgerte Migranten als Referenz nehme und sage, dass mein Schulsystem alle unter 20 Jährigen zu Hochschulabgängern mit Top Berufsaussichten macht? Dann geht die Rechnung plötzlich ganz anders aus und ist genauso falsch.

Wieso überhaupt bei Flüchtlingen aufhöhren? Wieso mache ich die Rechnung nicht auch bei Hauptschulabgängern? Oder körperlich/geistig Benachteiligten und versuche die dann abzuschieben oder sonst wie loszuwerden?

In der aktuellen Debate wird so extrem viel ducheinander geschmissen. Flüchtlinge / Einwanderer. Krieg / Wirtschaft. Kriminalität und Fussball im Dorfverein. So eine extrem verquere Diskussion von allen Seiten ist schon extrem heftig.

Ich würde mir zur Zeit wünschen, dass ein wenig mehr Realpolitik mit gutem Deutschen Arbeitswillen und weniger Erhaltungszwang betrieben wird. Die Flüchtlinge sind da und kommen weiter. Realpolitik kann heissen das ich das versuche zu regeln und gerecht zu verteilen und bei allem was da ist einfach das beste draus zu machen.

Das ist wie Stefan gesagt hat eben ein "Wir schaffen es" - "und zwar so".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2016, 16:32:39
Weil man die Leute nicht 5 Jahre (oder wie lange es auch immer dauern mag) in einem Asylantenheim versauern lassen kann.
Das sollen sie nicht, sie sollen aber etwas lernen, womit sie ihr Land wieder aufbauen können.

Zitat
Was schadet es dem syrischen Kind, eine deutsche Schule zu besuchen.
Es schadet dem Kind dann, wenn es wieder zurück geht und womöglich überhaupt kein Arabisch mehr kann.

Zitat
Meiner Meinung nach verharmlost das die Situation von Wirtschaftsflüchtlingen, die vor dem Hungertod fliehen.
Sei mir nicht böse, aber wer tausende Dollar für Schlepper aufbringen kann, der flieht sicher nicht vor dem Hungertod.

Zitat
Die kommen dann vielleicht nach Deutschland, weil die Situation in den türkischen Auffanglagern für sie unerträglich und menschenunwürdig war.
Dann wäre es für alle einfacher und sicherer gewesen, die Verhältnisse vor Ort zu verbessern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 15.März 2016, 16:32:56
Ich merke gerade das ich mich in meinem eigenen Land vielleicht nicht mehr wohlfühlen würde wenn ich jetzt zurück kehre. Wenn wir jetzt schon Business Cases aufstellen um über Flüchtlingspolitik zu diskutieren wird mir fast schlecht. Zu mal mit willkürlichen Kriterien.
Danke, ich finde die obrige Rechnung ziemlich menschenunwürdig und ekelig. Ich sehe durchaus einen Wert darin, die hier ankommenden Syrer nicht in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern im Libanon oder in Griechenland unter menschenunwürdigen Bedinungen zu lassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 15.März 2016, 16:36:30
Weil man die Leute nicht 5 Jahre (oder wie lange es auch immer dauern mag) in einem Asylantenheim versauern lassen kann.
Das sollen sie nicht, sie sollen aber etwas lernen, womit sie ihr Land wieder aufbauen können.
Die Jobampel für Maurer und dergleichen in Syrien steht auf Grün.

Zitat
Was schadet es dem syrischen Kind, eine deutsche Schule zu besuchen.
Es schadet dem Kind dann, wenn es wieder zurück geht und womöglich überhaupt kein Arabisch mehr kann.[/quote]
Weil sicherlich alle Syrischen Eltern plötzlich auf deutsch mit ihnen sprechen und sie keine arabischen Medien mehr konsumiert werden.

Zitat
Die kommen dann vielleicht nach Deutschland, weil die Situation in den türkischen Auffanglagern für sie unerträglich und menschenunwürdig war.
Dann wäre es für alle einfacher und sicherer gewesen, die Verhältnisse vor Ort zu verbessern.
[/quote]
Hat man ja auch im Libanon versucht und hat unheimlich gut geklappt, die warten doch bis heute auf die zugesagten Gelder.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 15.März 2016, 17:33:42
Ich merke gerade das ich mich in meinem eigenen Land vielleicht nicht mehr wohlfühlen würde wenn ich jetzt zurück kehre. Wenn wir jetzt schon Business Cases aufstellen um über Flüchtlingspolitik zu diskutieren wird mir fast schlecht. Zu mal mit willkürlichen Kriterien.
Danke, ich finde die obrige Rechnung ziemlich menschenunwürdig und ekelig. Ich sehe durchaus einen Wert darin, die hier ankommenden Syrer nicht in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern im Libanon oder in Griechenland unter menschenunwürdigen Bedinungen zu lassen.

Wenn man die Kosten eben nicht anschauen möchte, dann bitte schön. Verschwinden werden die dadurch nicht. Ob man diese dann tragen will ist eine andere Frage.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 15.März 2016, 17:56:05
Ja. Ich will sie tragen. Deshalb wähle ich auch dementsprechend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 15.März 2016, 18:52:55
Ich merke gerade das ich mich in meinem eigenen Land vielleicht nicht mehr wohlfühlen würde wenn ich jetzt zurück kehre. Wenn wir jetzt schon Business Cases aufstellen um über Flüchtlingspolitik zu diskutieren wird mir fast schlecht. Zu mal mit willkürlichen Kriterien.
Danke, ich finde die obrige Rechnung ziemlich menschenunwürdig und ekelig. Ich sehe durchaus einen Wert darin, die hier ankommenden Syrer nicht in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern im Libanon oder in Griechenland unter menschenunwürdigen Bedinungen zu lassen.

Wenn man die Kosten eben nicht anschauen möchte, dann bitte schön. Verschwinden werden die dadurch nicht. Ob man diese dann tragen will ist eine andere Frage.

Dann verifiziere doch bitte (mit seriöser Quelle), was ein Flüchtling denn "kostet"? Und wenn wir schon bei Kosten- / Nutzenrechnung sind - netto, also unter dem Strich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 15.März 2016, 18:56:50
Solange der Migrant nicht arbeitet/arbeiten darf: 1000€/Monat

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/453565/umfrage/kosten-pro-fluechtling-und-monat-in-deutschland/


Ich stimme zu, dass es gar nicht so einfach ist, seriöse Daten zu finden. Entweder in die ein oder andere Richtung hin "gelifteter" Mist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 15.März 2016, 19:02:45
Jup, und das sind exakt 3 Monate. Danach darf er nämlich arbeiten, sofern er denn einen Job findet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 15.März 2016, 19:05:06
Jup, und das sind exakt 3 Monate. Danach darf er nämlich arbeiten, sofern er denn einen Job findet.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Presse/imported/downloads/xcms_bst_dms_23656_23671_2.pdf

Genau daran hapert es.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 15.März 2016, 19:16:26
Jup, und das sind exakt 3 Monate. Danach darf er nämlich arbeiten, sofern er denn einen Job findet.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Presse/imported/downloads/xcms_bst_dms_23656_23671_2.pdf

Genau daran hapert es.

Und in welchem Umfang unterscheiden sich die 1000€ von dem was ein Hartz 4 Empfänger den Deutschen Staat kostet ? Mal davon ab das eine Volkswirtschaft wie Deutschland keine Probleme haben sollte die Kosten die da anfallen zu tragen. Aber sowas wie moralische Verantwortung verstehen solche "Kostenreiter" wie du leider nicht. Würde solchen Leuten ja gerne wünschen das sie mal genau das gleiche durchmachen müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 15.März 2016, 19:22:50
Solange der Migrant nicht arbeitet/arbeiten darf: 1000€/Monat

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/453565/umfrage/kosten-pro-fluechtling-und-monat-in-deutschland/


Ich stimme zu, dass es gar nicht so einfach ist, seriöse Daten zu finden. Entweder in die ein oder andere Richtung hin "gelifteter" Mist.

Wie kommt man dann zu einer Kosten- / Nutzenrechnung, wenn man die Kosten nicht verifizieren kann?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 15.März 2016, 19:30:13
Man nehme einen Finger und sauge daran.  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 15.März 2016, 19:41:54
Jup, und das sind exakt 3 Monate. Danach darf er nämlich arbeiten, sofern er denn einen Job findet.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Presse/imported/downloads/xcms_bst_dms_23656_23671_2.pdf

Genau daran hapert es.

Und in welchem Umfang unterscheiden sich die 1000€ von dem was ein Hartz 4 Empfänger den Deutschen Staat kostet ? Mal davon ab das eine Volkswirtschaft wie Deutschland keine Probleme haben sollte die Kosten die da anfallen zu tragen. Aber sowas wie moralische Verantwortung verstehen solche "Kostenreiter" wie du leider nicht. Würde solchen Leuten ja gerne wünschen das sie mal genau das gleiche durchmachen müssen.

Der Unterschied ist, dass ein deutscher Hartz IV-Empfänger aus diesem Land ist und deshalb auch nciht abgeschoben werden kann. Einen Asylbewerber muss man erstmal aufnehmen bzw. er kommt von selbst aus externen Bereichen.
Ich sehe keine moralische Verantwortung von uns. Und ich sehe auch keinen Grund, warum ich auch nur einen Cent dafür zahlen sollte, dass es manchen Wirtschaftsflüchtlingen besser geht. Dass sie in Armut leben, ist bedauerlich, aber doch nicht mein Problem. Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Pech gehabt, dass sie nicht wie ich hier geboren wurden. Deutschland kann doch nicht den Samariterbund für alle armen Menschen spielen. Entweder man findet eine weltweite Lösung (inklusive China, Russland, USA, EU, etc.), was ich präferiere, oder man lässt den Status Quo so, wie er ist. Dann gibt es eben viele armen Menschen, die dann eben sehen sollen, wo sie bleiben. Mir fehlt irgendwie das Verständnis für moralische und linke Ideen. Wer das jetzt rechts findet, kann es tun. Ich nenne es lieber egoistisch oder realistisch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 15.März 2016, 19:53:55
Vom Rechtsstaat profitieren, aber jede moralische Verantwortung abgeben. So hab ichs gerne. Ich empfehle mal ein wenig philosophische Grundbildung, was so etwas wie Staatlichkeit, Recht, Ethik, Moral (ja, zwischen den beiden Bereichen gibt es Unterschiede), etc. betrifft. Dann schau dir vielleicht noch einmal an, wie so etwas wie Europa oder weltweiter Handel funktioniert, und ganz eventuell erkennst du dann, wieso wir (so wie alle anderen auch) eine gewisse Verantwortung tragen.

edit: Selbst rechte(re) Ideen integrieren im Übrigen durchaus solche Konzepte wie Moral. Aber wenn Du selbst das nicht verstehen magst, ist es wohl nicht das Problem, dass Du rechts oder links oder sonstetwas bist, sondern schlicht menschenverachtend.

Ernsthaft, ich kann nicht so viel essen wie ich kotzen möchte, wenn ich deinen letzten Beitrag lese.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Snake am 15.März 2016, 19:56:48
Bei Menschen wie Starkstrom_Energie frage ich mich immer wie man so Empathielos, so zynisch und menschenverachtend durch sein Leben gehen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 15.März 2016, 20:01:05
Jup, und das sind exakt 3 Monate. Danach darf er nämlich arbeiten, sofern er denn einen Job findet.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Presse/imported/downloads/xcms_bst_dms_23656_23671_2.pdf

Genau daran hapert es.

Und in welchem Umfang unterscheiden sich die 1000€ von dem was ein Hartz 4 Empfänger den Deutschen Staat kostet ? Mal davon ab das eine Volkswirtschaft wie Deutschland keine Probleme haben sollte die Kosten die da anfallen zu tragen. Aber sowas wie moralische Verantwortung verstehen solche "Kostenreiter" wie du leider nicht. Würde solchen Leuten ja gerne wünschen das sie mal genau das gleiche durchmachen müssen.

Der Unterschied ist, dass ein deutscher Hartz IV-Empfänger aus diesem Land ist und deshalb auch nciht abgeschoben werden kann. Einen Asylbewerber muss man erstmal aufnehmen bzw. er kommt von selbst aus externen Bereichen.
Ich sehe keine moralische Verantwortung von uns. Und ich sehe auch keinen Grund, warum ich auch nur einen Cent dafür zahlen sollte, dass es manchen Wirtschaftsflüchtlingen besser geht. Dass sie in Armut leben, ist bedauerlich, aber doch nicht mein Problem. Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Pech gehabt, dass sie nicht wie ich hier geboren wurden. Deutschland kann doch nicht den Samariterbund für alle armen Menschen spielen. Entweder man findet eine weltweite Lösung (inklusive China, Russland, USA, EU, etc.), was ich präferiere, oder man lässt den Status Quo so, wie er ist. Dann gibt es eben viele armen Menschen, die dann eben sehen sollen, wo sie bleiben. Mir fehlt irgendwie das Verständnis für moralische und linke Ideen. Wer das jetzt rechts findet, kann es tun. Ich nenne es lieber egoistisch oder realistisch.

Flüchtlinge allgemein als Wirtschaftsflüchtlinge zu bezeichnen ist einfach nur frech. Man tut einfach so als würden die meisten Flüchtlinge nur hier herkommen, weil hier Milch und Honig für sie fließt. Ausserdem wird immer gerne so getan als wenn die Leute froh wären ihre Heimat verlassen zu können, um in unseren absolut tollen Land leben zu dürfen. Wer schon einmal sich bemüht hat mit beispielsweisen Syrischen Studenten zu sprechen, ja die gibt es nämlich auch, der weiß das viele von denen gerne in ihr Land nach dem Studium zurück wollen würden. Und das obwohl sie dort nicht im entferntesten das verdienen würden, was sie hier verdienen könnten. Aber dort herrscht nun einmal Krieg. Und die Islamistischen Fanatiker, nicht Assad wobei der auch Teil des Problems war, wurden schon zu Beginn des Konfliktes als großes Gefahr von denen identifiziert. Zu einem Zeitpunkt als man in Deutschland Großkotzig den Rücktritt von Assad und die Unterstützung von Rebellen gefordert hat. Also soviel zu wir haben keine Verantwortung. Noch dazu die Waffenlieferungen an Kurden usw..

Eine Weltweite Lösung wird es niemals geben. Wäre zwar wünschenswert aber diese Rechtfertigung mit ja die anderen tun auch nichts deswegen müssen wir doch auch nichts machen ist absolut bescheuert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 15.März 2016, 20:05:02
Ich nenne es egoistisch, aber gebt meiner Meinung die Adjektive, die euch passen.
Meine Meinung war etwas überspitzt formuliert, aber das war bewusst so geplant. In meiner Heimat erlebe ich, dass diese Meinung viel verbreiteter ist, als man denkt. Nur wenn es offen ausspricht oder irgendwo im Internet wie auch in Leserbriefen diese Meinung vertritt, wird man schnell niedergebrüllt, weil jeder Mensch Flüchtlinge gut und wirtschaftliche Interessen, die moralischen Grundsätzen widerstreben, schlecht finden soll. Schnell steht man in der rechten Ecke, die dann das Aus für jede Diskussion bedeutet.

Jup, und das sind exakt 3 Monate. Danach darf er nämlich arbeiten, sofern er denn einen Job findet.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Presse/imported/downloads/xcms_bst_dms_23656_23671_2.pdf

Genau daran hapert es.

Und in welchem Umfang unterscheiden sich die 1000€ von dem was ein Hartz 4 Empfänger den Deutschen Staat kostet ? Mal davon ab das eine Volkswirtschaft wie Deutschland keine Probleme haben sollte die Kosten die da anfallen zu tragen. Aber sowas wie moralische Verantwortung verstehen solche "Kostenreiter" wie du leider nicht. Würde solchen Leuten ja gerne wünschen das sie mal genau das gleiche durchmachen müssen.

Der Unterschied ist, dass ein deutscher Hartz IV-Empfänger aus diesem Land ist und deshalb auch nciht abgeschoben werden kann. Einen Asylbewerber muss man erstmal aufnehmen bzw. er kommt von selbst aus externen Bereichen.
Ich sehe keine moralische Verantwortung von uns. Und ich sehe auch keinen Grund, warum ich auch nur einen Cent dafür zahlen sollte, dass es manchen Wirtschaftsflüchtlingen besser geht. Dass sie in Armut leben, ist bedauerlich, aber doch nicht mein Problem. Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Pech gehabt, dass sie nicht wie ich hier geboren wurden. Deutschland kann doch nicht den Samariterbund für alle armen Menschen spielen. Entweder man findet eine weltweite Lösung (inklusive China, Russland, USA, EU, etc.), was ich präferiere, oder man lässt den Status Quo so, wie er ist. Dann gibt es eben viele armen Menschen, die dann eben sehen sollen, wo sie bleiben. Mir fehlt irgendwie das Verständnis für moralische und linke Ideen. Wer das jetzt rechts findet, kann es tun. Ich nenne es lieber egoistisch oder realistisch.
Flüchtlinge allgemein als Wirtschaftsflüchtlinge zu bezeichnen ist einfach nur frech.
Ui, böser Fehler meinerseits. Ich habe explizit Wirtschaftsflüchtlinge geschrieben, weil ich mir nur auf diese beziehen wollte. Dass einem Kriegsflüchtling geholfen werden soll, solange der Krieg herrscht, ist klar.

Übrigens finde ich Rechnungen wie die von BlueSnakeRD zu den Kosten und den Einnahmen gar nicht schlecht (solange sie stimmen), damit ein paar Fakten die unklare Lage erhellen. Ich wüsste auch nicht, was daran unmoralisch ist, Kosten und Nutzen von Flüchtlingen zu errechnen. Bei Hartz IV-Sätzen tut man es doch auch, indem man den Grundbedarf eines Menschen schätzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 15.März 2016, 20:13:41
Ich nenne es egoistisch, aber gebt meiner Meinung die Adjektive, die euch passen.
Meine Meinung war etwas überspitzt formuliert, aber das war bewusst so geplant. In meiner Heimat erlebe ich, dass diese Meinung viel verbreiteter ist, als man denkt. Nur wenn es offen ausspricht oder irgendwo im Internet wie auch in Leserbriefen diese Meinung vertritt, wird man schnell niedergebrüllt, weil jeder Mensch Flüchtlinge gut und wirtschaftliche Interessen, die moralischen Grundsätzen widerstreben, schlecht finden soll. Schnell steht man in der rechten Ecke, die dann das Aus für jede Diskussion bedeutet.
Ja, die Meinung ist verbreiteter als mir lieb ist, das ist mir schon klar. Ich unterstelle diesen Leuten mal netterweise, dass sie hauptsächlich nicht verstehen, wie sehr sie von der Position, die Deutschland in der Welt hat, profitieren, und wie sehr diese Position u.a. darauf aufbaut, dass es anderen Nationen schlechter geht (da reicht im Übrigen schon ein Blick innerhalb Europas aus). Jeder, der nur einigermaßen versteht, welche Zusammenhänge dort wirken (ich meine gar nicht im Detail, sondern grundsätzlich), der kann schlichtweg aus rationalen Gründen nicht so etwas wie eine gewisse Kausalität leugnen. Wer moralische Verpflichtung davon trennt, der müsste in konsequenter Manier auch akzeptieren, wenn er vom Staat geopfert wird, wenn es diesem dient. Aber das, mein lieber Starkstrom, würdest du ja wohl nicht wollen, nehmen ich an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 15.März 2016, 20:17:14
By the way profitiert Europa und damit auch Deutschland von der EU-Politik, die massiv auf Kosten anderer Länder geht. Solange wir eine entsprechende Subventionspolitik betreiben und Dritte-Welt-Staaten in Freihandelsabkommen zwingen, die Armut in diesen Ländern billigend in Kauf nehmen, braucht hier keine über (vermeintliche oder tatsächliche) "Wirtschaftsflüchtlinge" zu jammern. Wenn man ein winziges bisschen bereit dazu ist, lassen sich meiner Meinung nach also durchaus Anhaltspunkte für eine moralische Verpflichtung finden.
Dass es einfacher ist, das zu ignorieren, ist natürlich eine andere Sache.  ;)

Edit: ich sehe, Ensimismado war schneller und schlägt in dieselbe Kerbe.  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 15.März 2016, 20:18:55
Jup, und das sind exakt 3 Monate. Danach darf er nämlich arbeiten, sofern er denn einen Job findet.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Presse/imported/downloads/xcms_bst_dms_23656_23671_2.pdf

Genau daran hapert es.

Und in welchem Umfang unterscheiden sich die 1000€ von dem was ein Hartz 4 Empfänger den Deutschen Staat kostet ? Mal davon ab das eine Volkswirtschaft wie Deutschland keine Probleme haben sollte die Kosten die da anfallen zu tragen. Aber sowas wie moralische Verantwortung verstehen solche "Kostenreiter" wie du leider nicht. Würde solchen Leuten ja gerne wünschen das sie mal genau das gleiche durchmachen müssen.

Der Unterschied ist, dass ein deutscher Hartz IV-Empfänger aus diesem Land ist und deshalb auch nciht abgeschoben werden kann. Einen Asylbewerber muss man erstmal aufnehmen bzw. er kommt von selbst aus externen Bereichen.
Ich sehe keine moralische Verantwortung von uns. Und ich sehe auch keinen Grund, warum ich auch nur einen Cent dafür zahlen sollte, dass es manchen Wirtschaftsflüchtlingen besser geht. Dass sie in Armut leben, ist bedauerlich, aber doch nicht mein Problem. Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Pech gehabt, dass sie nicht wie ich hier geboren wurden. Deutschland kann doch nicht den Samariterbund für alle armen Menschen spielen. Entweder man findet eine weltweite Lösung (inklusive China, Russland, USA, EU, etc.), was ich präferiere, oder man lässt den Status Quo so, wie er ist. Dann gibt es eben viele armen Menschen, die dann eben sehen sollen, wo sie bleiben. Mir fehlt irgendwie das Verständnis für moralische und linke Ideen. Wer das jetzt rechts findet, kann es tun. Ich nenne es lieber egoistisch oder realistisch.

Ich würde gerne wissen, wie die allgemeine Stimmung wäre wenn z. B. Elektronik und Mode hier in Deutschland mit deutschen Lohnkosten hergestellt würde statt in Billiglohnländern. Aber Nehmen ist seliger denn Geben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 15.März 2016, 20:21:00
...
Der Unterschied ist, dass ein deutscher Hartz IV-Empfänger aus diesem Land ist und deshalb auch nciht abgeschoben werden kann. Einen Asylbewerber muss man erstmal aufnehmen bzw. er kommt von selbst aus externen Bereichen.
Ich sehe keine moralische Verantwortung von uns. Und ich sehe auch keinen Grund, warum ich auch nur einen Cent dafür zahlen sollte, dass es manchen Wirtschaftsflüchtlingen besser geht. Dass sie in Armut leben, ist bedauerlich, aber doch nicht mein Problem. Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Pech gehabt, dass sie nicht wie ich hier geboren wurden. Deutschland kann doch nicht den Samariterbund für alle armen Menschen spielen. Entweder man findet eine weltweite Lösung (inklusive China, Russland, USA, EU, etc.), was ich präferiere, oder man lässt den Status Quo so, wie er ist. Dann gibt es eben viele armen Menschen, die dann eben sehen sollen, wo sie bleiben. Mir fehlt irgendwie das Verständnis für moralische und linke Ideen. Wer das jetzt rechts findet, kann es tun. Ich nenne es lieber egoistisch oder realistisch.
Und ich finde diese Einstellung in höchstem Maße bedenklich und nenne sie menschenverachtend und zynisch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2016, 20:52:19
Fühlt ihr euch wirklich alle verantwortlich für das Elend auf dieser Welt? Lebt ihr denn dann auch konsequent danach und verzichtet auf alles, was durch die Ausbeutung eines anderen Menschen entstanden ist? Glaube ich nicht. Ich finde es auch furchtbar, dass es vielen Menschen auf der Erde sehr schlecht geht. Deswegen habe ich aber keine schlaflosen Nächte und ich sehe auch nicht, wie ich persönlich oder selbst ein reiches Land wie Deutschland daran dauerhaft etwas ändern könnte. Von Moral und vom Moralisieren alleine wird niemand satt. Um das Elend in der 2. und 3. Welt zu beenden, bräuchte es gewaltige Militäreinsätze, die wahrscheinlich Millionen Todesopfer fordern würden. Wollt ihr das? Würdet ihr für die gute Sache auch in den Krieg ziehen? Oder wie sonst würdet ihr IS, Boko Haram, Hamas und wie diese ganzen Spinner weltweit noch alle heißen mögen, entmachten? Wie würdet ihr Diktatoren und Despoten wie Putin oder die chin. KP entmachten? Wie würdet ihr den vielen befreiten Menschen dann Arbeit und Wohlstand bringen? Vorm PC ist das alles leicht geschrieben, an der Umsetzung hapert es meistens, was ja auch völlig normal ist, weil es für solche komplexen Probleme keine einfachen Lösungen gibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Flyinguwe am 15.März 2016, 21:00:54
Fühlt ihr euch wirklich alle verantwortlich für das Elend auf dieser Welt? Lebt ihr denn dann auch konsequent danach und verzichtet auf alles, was durch die Ausbeutung eines anderen Menschen entstanden ist? Glaube ich nicht. Ich finde es auch furchtbar, dass es vielen Menschen auf der Erde sehr schlecht geht. Deswegen habe ich aber keine schlaflosen Nächte und ich sehe auch nicht, wie ich persönlich oder selbst ein reiches Land wie Deutschland daran dauerhaft etwas ändern könnte. Von Moral und vom Moralisieren alleine wird niemand satt. Um das Elend in der 2. und 3. Welt zu beenden, bräuchte es gewaltige Militäreinsätze, die wahrscheinlich Millionen Todesopfer fordern würden. Wollt ihr das? Würdet ihr für die gute Sache auch in den Krieg ziehen? Oder wie sonst würdet ihr IS, Boko Haram, Hamas und wie diese ganzen Spinner weltweit noch alle heißen mögen, entmachten? Wie würdet ihr Diktatoren und Despoten wie Putin oder die chin. KP entmachten? Wie würdet ihr den vielen befreiten Menschen dann Arbeit und Wohlstand bringen? Vorm PC ist das alles leicht geschrieben, an der Umsetzung hapert es meistens, was ja auch völlig normal ist, weil es für solche komplexen Probleme keine einfachen Lösungen gibt.

Darum geht es doch nicht.
Es geht darum, dass wir/unsere Regierung vom Elend profitieren oder sogar Mitschuld tragen. Unser Wohlstand basiert ja nicht nur auf unseren Fleiß, sondern auch zu einem großen Teil auf Ausbeutung.
Und dann zu sagen, Pech gehabt, ist tatsächlich etwas bedenklich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 15.März 2016, 21:03:08
Fühlt ihr euch wirklich alle verantwortlich für das Elend auf dieser Welt? Lebt ihr denn dann auch konsequent danach und verzichtet auf alles, was durch die Ausbeutung eines anderen Menschen entstanden ist? Glaube ich nicht. Ich finde es auch furchtbar, dass es vielen Menschen auf der Erde sehr schlecht geht. Deswegen habe ich aber keine schlaflosen Nächte und ich sehe auch nicht, wie ich persönlich oder selbst ein reiches Land wie Deutschland daran dauerhaft etwas ändern könnte. Von Moral und vom Moralisieren alleine wird niemand satt. Um das Elend in der 2. und 3. Welt zu beenden, bräuchte es gewaltige Militäreinsätze, die wahrscheinlich Millionen Todesopfer fordern würden. Wollt ihr das? Würdet ihr für die gute Sache auch in den Krieg ziehen? Oder wie sonst würdet ihr IS, Boko Haram, Hamas und wie diese ganzen Spinner weltweit noch alle heißen mögen, entmachten? Wie würdet ihr Diktatoren und Despoten wie Putin oder die chin. KP entmachten? Wie würdet ihr den vielen befreiten Menschen dann Arbeit und Wohlstand bringen? Vorm PC ist das alles leicht geschrieben, an der Umsetzung hapert es meistens, was ja auch völlig normal ist, weil es für solche komplexen Probleme keine einfachen Lösungen gibt.
Weil es also keine Lösung für alle Probleme gibt, einfach gar nichts tun? Natürlich kann ich als einzelner nicht das Leid der Welt verhindern und bin auch nicht für alles Leid verantwortlich. Ich bin mir aber sehr wohl bewusst, dass der priviligierte Status, den Deutschland einnimmt, durchaus bestimmte Konsequenzen mit sich bringt. Und diese kann ich in einem gewissen Maß beeinflussen, indem ich beispielsweise bei Wahlen die Partei wähle, bei der ich den Eindruck habe, dass sie nicht die Wirtschaftlichkeit als obersten Maßstab wählt. Ebenso kann ich im Alltag (und mache ich auch), drauf achten, ob ich bewusst Unternehmen unterstütze, die ihre komplette Produktion in 3. Welt-Ländern hat oder nicht. Ich kann die regionale Wirtschaft unterstützen, ich kann an Projekten mit arbeiten, die der sozialen Gerechtigkeit förderlich sind, etc. Vor allem kann ich aber zumindest die Grenze ziehen und sagen: Unsere (Welt)Politik hat Konsequenzen, und die kann ich nicht einfach ignorieren, wenn ich mich nicht dumm stellen will. Im Übrigen ist es gerade die Unsitte, in andere Staaten einzufallen und ihnen "Frieden" zu bringen, die vieles schlimmer gemacht hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2016, 21:39:55
Es geht darum, dass wir/unsere Regierung vom Elend profitieren oder sogar Mitschuld tragen. Unser Wohlstand basiert ja nicht nur auf unseren Fleiß, sondern auch zu einem großen Teil auf Ausbeutung.
Dann sei auch so konsequent und höre auf, vom Elend zu profitieren und verschenke deinen Wohlstand an die Hilfsbedürftigen. oder tausche deinen Platz an der Sonne mit einem armen Menschen aus der dritten Welt. Wirst du nicht tun, schon klar. Wir haben einfach unglaubliches Glück gehabt, hier geboren zu sein und hier zu leben.


Weil es also keine Lösung für alle Probleme gibt, einfach gar nichts tun?
Nein, ich möchte nur konkrete Vorschläge hören, wie das Elend auf dieser Welt beseitigt werden kann und wie weit der Einzelne dafür gehen würde. Das was du schreibst, liest sich ja schön und gut, ändert aber überhaupt nichts. Es gibt auch keine Partei, die für globale Gerechtigkeit und Wohlstand eintritt, auch die Dunkelroten machen alles nur immer schlimmer, neuestes Opfer: Venezuela.

Zitat
Im Übrigen ist es gerade die Unsitte, in andere Staaten einzufallen und ihnen "Frieden" zu bringen, die vieles schlimmer gemacht hat.
Dann schlag eine bessere Vorgehensweise vor. Wie kann man ohne Waffengewalt Boko Haram besiegen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 15.März 2016, 21:39:59
Ich finde es immer wieder amüsant, wie sich jemand selbst in die rechte Ecke bugsiert und sich dann darüber beschwert bzw. wundert, wenn er genau so wahrgenommen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2016, 21:41:06
Wen meinst du?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 15.März 2016, 21:47:06
Nicht dich, das ging in Richtung Starkstroms Post. Meine Leitung hier ist irgendwie gar nicht privilegiert heute.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.März 2016, 21:59:09
Es sind genau diese Postings von Starkstrom, die mich mehr und mehr zum Misanthropen werden lassen. Ich frage mich dann: hatte ich einfach nur unsagbares Glück, dass man mich die Werte Menschlichkeit, Nächstenliebe und einen gewissen Altruismus gelehrt hat? Oder sterben diese tatsächlich nach und nach aus? Wie kann denn ein hier lebender Mensch tatsächlich so menschenverachtend daherreden? Mir geht das einfach nicht in den Kopf. Ja, ich fühle mich durchaus mitverantwortlich dafür, dass Menschen in Bangladesh 16 Stunden arbeiten und befürchten müssen, die Fabrik stürzt jede Minute zusammen. Und auch dafür, dass es vielen Landwirten nicht so gut geht, wie es ihnen gehen sollte. Und, um es etwas lokaler werden zu lassen, dass Innenstädte aussterben, weil man immer nur billig, billig, billig im Internet einkauft. Ich würde es gerne anders machen, beispielsweise näht meine Frau immer mehr Kleidungsstücke selbst.

Alleine dadurch, dass ich viel Glück im Leben hatte (zum Beispiel darin, zu völligen Friedenszeiten aufgewachsen zu sein), habe ich die Verpflichtung, denen zur Seite zu stehen, die dieses Glück nicht hatten. Nur so kann eine Gemeinschaft funktionieren´oder umgekehrt, eine Gesellschaft, die sich als nicht mehr sozial erweist, wird letzten Endes zerfallen. Meinungen wie diese, um die es geht, lassen mich daher erzittern vor Sorge.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 15.März 2016, 22:48:34
Es geht darum, dass wir/unsere Regierung vom Elend profitieren oder sogar Mitschuld tragen. Unser Wohlstand basiert ja nicht nur auf unseren Fleiß, sondern auch zu einem großen Teil auf Ausbeutung.
Dann sei auch so konsequent und höre auf, vom Elend zu profitieren und verschenke deinen Wohlstand an die Hilfsbedürftigen. oder tausche deinen Platz an der Sonne mit einem armen Menschen aus der dritten Welt. Wirst du nicht tun, schon klar. Wir haben einfach unglaubliches Glück gehabt, hier geboren zu sein und hier zu leben.
Du machst hier genau den Fehler, den ich dir oben schon aufzeigen wollte: Es gibt für dich nur schwarz oder weiß. Der Einzelne kann natürlich nicht die Verhältnisse ändern und es ins Lächerliche ziehen, wie du es hier mit deinen Vorschlägen machst, ist eine Strategie, das Problem für die eigenen Handlungen als irrelevant abzutun. Wie Henningway schon schrieb, wie ich in meinem Vorschlag schrieb, es gibt Möglichkeiten, im Kleinen Dinge zu ändern und vor allem nicht einfach alles als gottgegeben aufzufassen, sondern vor allem auf Veränderungen in der Zukunft hin zu wirken.


Zitat
Weil es also keine Lösung für alle Probleme gibt, einfach gar nichts tun?
Nein, ich möchte nur konkrete Vorschläge hören, wie das Elend auf dieser Welt beseitigt werden kann und wie weit der Einzelne dafür gehen würde. Das was du schreibst, liest sich ja schön und gut, ändert aber überhaupt nichts. Es gibt auch keine Partei, die für globale Gerechtigkeit und Wohlstand eintritt, auch die Dunkelroten machen alles nur immer schlimmer, neuestes Opfer: Venezuela.
Erkläre mir mal, wieso Handlungen im Kleinen nichts ändern? Natürlich ändern sich die wirtschaftlichen Bedingungen, wenn konsequent Produkte gekauft werden, die einem bestimmten ethischen Maßstab genügen. Nicht, wenn ich das mache, aber wenn das viele (und die kommen nur zustande, wenn nicht jeder so denkt, dass es eh nichts ausmacht, wie er handelt) machen schon. Ja, es gibt tatsächlich keine Partei, die alles besser macht, aber es gibt Abstufungen. Und mir ist es lieber, dass eine Partei beispielsweise die globale Verantwortung nicht negiert, sondern anerkennt und in diesem Rahmen zumindest versucht, sich dieser Verantwortung zu stellen. Du wirst mir ja wohl zustimmen, dass es da gewaltige Unterschiede gibt.

Zitat
Zitat
Im Übrigen ist es gerade die Unsitte, in andere Staaten einzufallen und ihnen "Frieden" zu bringen, die vieles schlimmer gemacht hat.
Dann schlag eine bessere Vorgehensweise vor. Wie kann man ohne Waffengewalt Boko Haram besiegen?
Das Problem ist hier doch die verknappte Perspektive. Es wird so getan, als ob Gruppen die Boko Haram oder der IS einfach so entstehen. Vielleicht können wir Gruppen wie Boko Haram mit Waffengewalt besiegen. Wenn wir dafür aber die nächstbeste Gruppe mit Waffen ausrüsten, haben wir das nächste Problem gleich mitverkauft. Es geht mir darum, dass es hier langfristige Pläne braucht, die auch Sinn machen. In Syrien die Opposition zu stärken und damit mehr Instabilität zu schaffen als vorher, kann nicht gewollt sein. Es muss viel mehr darum gehen, Staaten eine Option zu schaffen, sich selbst in eine Situation zu bringen, dass sie das Regime bekommen, was sie auch wollen und solche Gruppen gar nicht erst entstehen (das ist derzeit absolut utopisch, ist mir klar). Wenn in diesen Staaten Unrecht herrscht, dann ist es erst einmal eigentlich Aufgabe des jeweiligen Staates, dieses abzuschaffen. Sobald wir intervenieren, müssen wir auf jeden Fall jedes Resultat mittragen - und das erstere tun wir (sowie Europa allgemein und die USA vorneweg) ganz aktiv, das zweite nur sehr unwillig.
Es gibt philosophisch ganz interessante Ansätze, die darauf abzielen, dass Staaten tatsächlich Ungerechtigkeit nur im eigenen Staat aktiv verändern können, alles andere maximal durch Intervention, beispielsweise Handlungsboykott beeinflussen. Nimmt man solche Theorien zur Grundlage und passt sie an aktuelle Gegebenheiten an, akzeptiert also, dass Staatenbündnisse da natürlich anders funktionieren, muss man zumindest anerkennen, dass Intervention in kriegerischer Hinsicht immer eine Form von Unrecht darstellen. Lustigerweise sehen wir uns gerne als Weltpolizei, nur die Konsequenzen sind dann die, welche das Volk (was auch immer das sein mag), auf die Barrikaden gehen lässt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 15.März 2016, 23:07:39
Zitat
Dann sei auch so konsequent und höre auf, vom Elend zu profitieren und verschenke deinen Wohlstand an die Hilfsbedürftigen. oder tausche deinen Platz an der Sonne mit einem armen Menschen aus der dritten Welt. Wirst du nicht tun, schon klar. Wir haben einfach unglaubliches Glück gehabt, hier geboren zu sein und hier zu leben.
Und Menschen in Not hilft man dann nicht? Möchtest Du dann Sozialleistungen etc. abschaffen?

Zitat
Nein, ich möchte nur konkrete Vorschläge hören, wie das Elend auf dieser Welt beseitigt werden kann und wie weit der Einzelne dafür gehen würde. Das was du schreibst, liest sich ja schön und gut, ändert aber überhaupt nichts. Es gibt auch keine Partei, die für globale Gerechtigkeit und Wohlstand eintritt, auch die Dunkelroten machen alles nur immer schlimmer, neuestes Opfer: Venezuela.
1. Vorschlag: Keine Waffenexporte.
2. Vorschlag: Kriegsverbrechen verfolgen, ohne wenn und Aber.
3. Vorschlag: Menschen in Not so gut es geht helfen.
4. Vorschlag: Mehr Menschlichkeit.
Genügt das als Anfang?

Zitat
Dann schlag eine bessere Vorgehensweise vor. Wie kann man ohne Waffengewalt Boko Haram besiegen?
Deine Vorgehensweise wäre: Zerbomben, Einmarschieren, Aufräumen? Greifst Du persönlich dann auch zur Waffe?
Die Geschichte hat ja gezeigt, was solche Vorgehensweisen bringen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Giuseppe Meazza am 15.März 2016, 23:08:07
Ich knall hier mal unverblümt meine Meinung zu den Landtagswahlen, in Punkto AFD raus.

Die Wahlen haben gezeigt welches Potential eine fehlgesteuerte, Bürgerfremde und kapitalistisch durchtriebene Politik haben kann. Ein politischer Erdrutsch wie dieser wird nicht nur durch Hetze erzielt, es bedarf schon weitaus mehr um einen Wandel der Parteienlandschaft zu erleben, der eigentlich keiner ist.

Mit der Stimme zur AFD wurde auch mehrheitlich die Ignoranz der Altparteien abgestraft und klar kommuniziert das ein Wechsel und Wandel in der Gesellschaft erwünscht ist. Die Gunst der Stunde hatte die Alternative, weil sie eben auch die einzige kompakte Partei in ihrem Auftreten war um sich der alteingesessenen Parteien zu entledigen.

Im Endeffekt steht diese Partei aber weniger für Innovation, als vielmehr als neoliberaler Flügel gescheiterter CDU Existenzen für ein zentralisiertes Deutschland in Eigenregie. Soweit ist das nicht schlimm, Wirtschaftlichkeit für die eigenen Grenzen stehen dem Leitbild eines friedlichen Europas in keinster Weise entgegen.

Schlimm daran ist nur, das die AFD sich klar dem Dogma der Privatisierung und Abbau des Sozialem verschrieben hat und eine dermaßen starke Leistungsorientierung anstrebt. Was die Agenda 2010 für den Arbeitsmarkt bedeutete (klare Subventionierung der Wirtschaft, Ausverkauf der Menschlichkeit) ist für die AFD nur der Anfang einer kompletten Freien Wirtschaft. Dieser hat sich der Bürger unterzuordnen und steht dem eigtl. Ziel des Wandels und Wunsches der Wähler wahrscheinlich eindeutig entgegen. Vielmehr wird eine Maximierung der wirtschaftsdogmen Einzug halten und den Turbokapitalismus fördern anstelle ihn zu entzerren. Gerade im Bereich der Absicherung in Krankheit und Rente scheint man das bestreben zu haben auf den Spuren des amerikanischen Modells zu wandeln und dem Bürger diese Last komplett zu Grunde zu legen. Was als Antrieb und Selbstbestimmung verkauft wird entpuppt sich spätestens dann bei der Umsetzung der Idee für jeden von uns als Risiko in der Existenz weil man in massiver Abhängig zur Wirtschaft und Arbeit steht.

Mit Abschaffung der Mindestlöhne und einer klar erkennbaren Entlastung reicher sollte auch dem letzten Klar sein was das Motiv ist. Wir haben in unserer Gesellschaft ein klares Problem der Verteilung von Kapital, die AFD möchte aber eher jenes für die Profiteure sichern. Analog der FDP, aber die war so Doof das zu offensiv zu formulieren.

Inhaltlich gesehen konnte ich jedenfalls nichts erkennen was mich aufatmen lässt. Eher beschleicht mich das Gefühl einer CDU 2.0 mit starker Ausrichtung auf Sozialabbau mit Staat als Interessenvertreters elitärem Klientel.

Das die CDU und SPD jetzt gemeinsam die Stimmen zurückkämpfen will setzt dem Ganzen schließlich die Krone auf. Erst waren es verirrte Schaffe, dann ein rechtes Spektrum oder Pack (Gabriel) und nun doch wieder eine lohnende Zielgruppe. Wer dieses Kasperle Theater nicht erkennt, dem kann nicht geholfen werden. Letztlich müssen die etablierten Parteien all das revidieren für was sie gestanden haben und mit all ihren Möglichkeiten Goodies verteilen um auch noch dem zu widersprechen für was geworben, geheuchelt haben oder im Aufrag der Lobby´s umsetzten.

Ein Dilemma, weder Fisch noch Fleisch, Idee oder Innovation. Machtgeile Säcke ohne Matchplan die lieber Luftschlösser aus Bilanzen bauen anstelle sich wahrer Probleme anzunehmen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Shels am 15.März 2016, 23:24:43
@Giuseppe Meazza
Ich würde diesen Beitrag liken! Guter Post.
Ein Problem dabei ist auch, dass es gefühlt für viele nur "Rechts oder Links" gibt und "linke Politik" mit der Flüchtlingsproblematik verbunden wird. Dabei hat eine soziale, also linksorientierte Wirtschaftspolitik damit nichts zutun. Nach dem inhaltlichen Ableben der SPD gibt es ohnehin nur noch die Linke, welche tatsächlich für soziale Werte einsteht, und die ist vielen aufgrund der Vergangeheit zu krass.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2016, 00:00:21
Glaubt ihr ernsthaft, ihr würdet etwas ändern, wenn ihr fair gehandelten Kaffee kauft und eure Hemden selber näht? Ja, ich weiß, das ist überspitzt ausgedrückt, ich will damit auch niemand zu nahe treten. Es leben Milliarden Menschen in der Scheiße, mit so etwas ändert sich nichts, weder für den Bangladeshi, noch für den Südafrikaner oder den Inder oder den Malier. Im Gegenteil, wenn wir jetzt alle anfangen, unsere Sachen selber zu nähen, verstärken wir das Elend nur noch, weil die Menschen dann arbeitslos werden. Es würde nur etwas helfen, wenn die Menschen dort kaufkraftbereinigt das gleiche verdienen würden, wie die Menschen hier oder in den USA oder in Skandinavien. Das geht aber nicht, weil es ein Überangebot an Arbeitskräften gib, besonders solchen, die wenig oder gar nicht qualifiziert sind.

Tut mir Leid, es ist schon spät, deshalb picke ich mir nur gerade das hier raus, um exemplarisch zu zeigen, dass es so nicht funktioniert.

1. Vorschlag: Keine Waffenexporte.
Wie willst du denn ein internationales Verbot für den Waffenhandel durchsetzen? Wenn Deutschland keine Waffen mehr verkauft, gibt es genügend andere Staaten, die einspringen. Und wenn wirklich niemand mehr Waffen verkauft, schlagen sie sich die Schädel mit Macheten ein. Und wenn es keine Macheten mehr gibt, dann werden Knüppel und Steine genommen.

Zitat
2. Vorschlag: Kriegsverbrechen verfolgen, ohne wenn und Aber.
Wie willst du das z.B. in der Ostukraine oder für Boko Haram durchsetzen? Ohne Gewalt, versteht sich.

Zitat
3. Vorschlag: Menschen in Not so gut es geht helfen.
Wie? Rein technisch könnte Europa ganz Afrika durchfüttern. Aber was dann? Löst man damit auch nur ein Problem? Oder schafft man nur mehr Probleme, indem man diese Menschen von uns abhängig macht?

Zitat
4. Vorschlag: Mehr Menschlichkeit.
Super, dafür bin ich auch. Wie schafft man es aber, dass die USA keine Todesstrafe mehr vollziehen, der Iran keine Homosexuellen mehr an Baukränen hochzieht und in China niemand mehr in den Gefängnissen gefoltert wird?

Zitat
Deine Vorgehensweise wäre...
Wie kommst du darauf? Außerdem beantwortet deinen Gegenfrage meine Frage nicht.

Ich hätte ja auch gerne eine Welt, in der sich alle Menschen gut verstehen, in der es keinen Rassismus gibt, in der alle mit vernünftiger Arbeit so viel verdienen, dass sie sich und ihrer Familie ein gutes Leben ermöglichen können. Aber ich sehe keine Möglichkeit, das auch nur im Ansatz zu verwirklichen. Wenn ihr für euch meint, dass ihr sehr wohl etwas ändern könnt, dann soll das so sein, ich will auch niemand sein Engagement madig machen.

@Ensimismado: ich will nichts ins Lächerliche ziehen, ich würde nur mal gerne sehen, dass auch wirklich jemand die Konsequenzen zieht. Auf den Rest gehe ich dann morgen noch ein, wenn gewünscht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: merlinium am 16.März 2016, 00:19:44
Zitat
3. Vorschlag: Menschen in Not so gut es geht helfen.
Wie? Rein technisch könnte Europa ganz Afrika durchfüttern. Aber was dann? Löst man damit auch nur ein Problem? Oder schafft man nur mehr Probleme, indem man diese Menschen von uns abhängig macht?

Wie lächerlich ist diese Aussage? ::)
Menschen verhungern in Afrika. Ihnen was zu essen zu geben wäre also ein Problem, weil ... ???
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 16.März 2016, 00:25:21
Menschen verhungern in Afrika. Ihnen was zu essen zu geben wäre also ein Problem, weil ... ???

Es sowieso schon viel zu viel von der "Krankheit" Mensch auf unserem ehemals grünblauem Planeten gibt.
Das allerdings die Verhungernden eher nicht diejenigen sind, die das Krankheitsbild entscheidend prägen ist selbstverständlich nur in einem Nebensatz und gnaz am Rande zu erwähnen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: merlinium am 16.März 2016, 00:44:19
Ich hätte ja auch gerne eine Welt, in der sich alle Menschen gut verstehen, in der es keinen Rassismus gibt, in der alle mit vernünftiger Arbeit so viel verdienen, dass sie sich und ihrer Familie ein gutes Leben ermöglichen können. Aber ich sehe keine Möglichkeit, das auch nur im Ansatz zu verwirklichen. Wenn ihr für euch meint, dass ihr sehr wohl etwas ändern könnt, dann soll das so sein, ich will auch niemand sein Engagement madig machen.

Nichts wofür es sich zu kämpfen lohnt, ist einfach. Selbst wenn etwas mehrere Generationen von uns benötigt um etwas Gutes zu erreichen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, bedeutet das nicht, dass deren Engagement sinnlos ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 16.März 2016, 01:18:53
Fällt euch eigentlich auf, dass ihr hier nur zwischen Teufelskreisen hin und her springt? Ein Bsp:

Zitat
Wie lächerlich ist diese Aussage? ::)
Menschen verhungern in Afrika. Ihnen was zu essen zu geben wäre also ein Problem, weil ... ???

... hier an einer Stelle aufgehört wird zu denken

Wie wird die Verteilung geregelt?
1. Über den Staat selbst? Der bereichert sich solange bis ein putsch nen neuen ranspühlt.
2. Über Hilfsorganisationen? Die bekommen unglaublich viele Steine vom entsprechenden Staat in den Weg gelegt.

Sollte es doch gelingen, welche Auswirkung hat dies auf das arme Volk?
1. Es bekommt etwas, was man ihm wegnehmen kann.
2. verstärkte Unterdrückung durch diverse Gruppierungen (oder sogar Regierung), Entführung und Erpressung, Einschüchterung ... Gesetz des Stärkeren
3. Das Volk sieht noch stärker, dass es irgendwo einen Ort gibt, an welchem es zu viel Essen gibt.

Was folgt daraus?
1. noch mehr Flüchtlinge
2. Stärkung diverser Gruppierungen

Wenn dann noch einer in der westlichen Welt sieht, dass er mit diesen Hilfslieferungen direkt an diverse Gruppen Geld machen kann, ist es ganz aus.

Fakt ist, es wird nur ein Bruchteil beim Ziel, dem Volk, ankommen und ob es diesem dadurch besser geht ist fraglich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: merlinium am 16.März 2016, 02:37:41
...
3. Das Volk sieht noch stärker, dass es irgendwo einen Ort gibt, an welchem es zu viel Essen gibt.

Was folgt daraus?
1. noch mehr Flüchtlinge
...

Klar, lieber verhungern lassen als dass sie auf die Idee kommen hierhin zu kommen. Das nenn ich mal äußerst "besorgt" :laugh:

...
Und selbst wenn nur ein Bruchteil ankommt. Was für eine große Mühe ist es denn bitte Nahrungsmittel zu verschiffen.
Ich möchte nur mal daran erinnern, dass die schlimme Situation in Afrika durch die Kolonialisierung und Jahrzentelange Ausbeutung durch die Europäer erstanden ist.

Und ja, Jeder hat eine historische Verpflichtung. Wir leben immerhin ganz gut dadurch...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 16.März 2016, 02:44:44
Ich hab keine historische Verpflichtung. Trotzdem ist mir das nicht egal. Aber ich fühle mich absolut nicht verpflichtet (zumindest nciht aus historischen Gründen) eine bestimmte Meinung zu haben oder bestimmte Dinge zu tun. Sonern einfach nur weil es "richtig" ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.März 2016, 07:16:38
Glaubt ihr ernsthaft, ihr würdet etwas ändern, wenn ihr fair gehandelten Kaffee kauft und eure Hemden selber näht? Ja, ich weiß, das ist überspitzt ausgedrückt, ich will damit auch niemand zu nahe treten. Es leben Milliarden Menschen in der Scheiße, mit so etwas ändert sich nichts, weder für den Bangladeshi, noch für den Südafrikaner oder den Inder oder den Malier. Im Gegenteil, wenn wir jetzt alle anfangen, unsere Sachen selber zu nähen, verstärken wir das Elend nur noch, weil die Menschen dann arbeitslos werden.

Ja, das glaube ich ernsthaft. Fair gehandelt heißt schließlich, dass die Menschen auch menschenwürdig für ihre Arbeit bezahlt werden und nicht, dass sie arbeitslos werden (ich weiß, das ist ebenso stark vereinfacht, wie deine Antwort, aber ich habe gerade auch nicht so viel Zeit ;)). Und nur, weil Menschen arbeitslos würden, heißt das doch nicht, dass man das bestehende System weiter unterstützen muss, oder? Abgesehen davon sind die Menschen in der dritten Welt auch nicht dumm und hilflos und wissen dann nicht mehr, was sie machen sollen.

Die Antwort auf die Frage, was wir als Einzelpersonen ausrichten können heißt tatsächlich Konsum. Das hat sowohl soziale, als auch ökologische Konsequenzen. Niemand braucht 5 Jacken und 10 Paar Schuhe, nur um alles nach zweimal tragen wieder wegzuschmeißen (überspitzt gesagt). Wir müssen auch nicht 1/3 aller Lebensmittel wegschmeißen (von der Produktion, über den Supermarkt bis in die heimische Küche).
Das Problem dabei ist, wenn wir alle konsequent handeln würden, dann würde das bestehende Wirtschaftsmodell nicht mehr funktionieren und wir müssten uns von dem Wachstumsfetischismus (der übrigens die Wirtschafts- und Finanzkrise erst ermöglichst hat) verabschieden. Das will momentan keiner, aber angesichts der begrenzten Belastbarkeit unseres Planeten wird es früher oder später dazu kommen. Ich sehe das ähnlich wie Nico Paech, der sagt, dass wir entweder die Möglichkeit haben, diesen Weg gelenkt und überlegt einzuschlagen, oder früher oder später dazu gezwungen werden. Ihr dürft mich jetzt gerne als extrem links abstempeln, aber ich bin ein großer Anhänger des Postwachstumsgedankens. Leider ist das jetzt alles sehr knapp gehalten, aber ich muss jetzt zur Arbeit. Heute Abend werde ich eventuell mehr Zeit dafür haben. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 16.März 2016, 07:35:38
Ich glaube, in der Gesellschaft ist insgesamt in den letzten 200 Jahren einiges schief gelaufen. Das löst Du nicht, indem Du und ich ab heute Fairtrade einkaufen. Aber man könnte es lösen, wenn man dadurch ein Bewusstsein schafft für den Wert einer Ware. Das geht nicht schnell, aber lohnt es sich etwa nicht? Es lohnt sich in jedem Fall mehr, als sich hinzustellen in seiner Komfortzone, zu sagen, dass das alles nichts bringt und einfach so weitermacht wie bisher. Das ist einfach, weil die Komfortzone auf der Gewinnerseite liegt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2016, 09:20:13
Tut mir wirklich leid, aber mir ist das zu inkonsequent. Hier wird stark moralisiert, nur so wirklich will niemand Konsequenzen ziehen, aber den anderen dann die "Komfortzone" vorhalten. Belassen wir es dabei, es führt sowieso zu nichts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Khlav Kalash am 16.März 2016, 10:09:58
...
3. Das Volk sieht noch stärker, dass es irgendwo einen Ort gibt, an welchem es zu viel Essen gibt.

Was folgt daraus?
1. noch mehr Flüchtlinge
...

Klar, lieber verhungern lassen als dass sie auf die Idee kommen hierhin zu kommen. Das nenn ich mal äußerst "besorgt" :laugh:
Ich habe auch geschrieben: "... hier an einer Stelle aufgehört wird zu denken"

wzbw ... aber keine Lust jetzt weiter Folgeketten aufzubauen, nur um dir das Denken abzunehmen (Leider baut auch die Politik keine diese Ketten auf, daher werden auch nie Ursachen bekämpft, sondern nur Resultate)
 

... leider wird eine "Nichteinmischung" noch nicht einmal annähernd in Betracht gezogen und auch daran krankt es, da muss ich meinem Nachfolger Recht geben
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 16.März 2016, 10:10:47
Es geht gerade um zwei Themenkomplexe:

- Die Welt retten
- Die Welt in der Teilmenge Deutschland retten

Da der erste Punkt aktuell aus praktikablen Gründen leider flachfällt* bzw. wir nur begrenzt was machen können, finde ich, sollten wir wenigstens den zweiten Punkt umsetzen.

Dazu gehört ein tragfähiges System. Das wird weder durch Masseneinwanderung von Leuten bei denen erst jahrelange Vorleistungen nötig sind, noch durch Bankenrettungen und den EZB-Rettungsschirm gelingen können.

Ich möchte unsere kleine Welt HIER erstmal "retten". Dazu gehört z.B. ganz grob, unseren Millionen Arbeitslosen und Aufstockern ein Leben in Würde und Lohn zu ermöglichen. Diskussionen über Reichensteuern etc. gehören da eindeutig dazu.

Warum ich die AFD wähle? Weil ich in Deutschland in Europa wohne - nicht in Bangladesh. In erster Linie interessiert mich damit das Wohlergeben meiner Landsleute und der Europäer. In genau dieser Reihenfolge.

Was die Anderen angeht, haben die Linken durchaus recht: Ausbeutung etc. ist Moppelkotze. Nur sehe ich da eher ein pragmatisches "Nichteinmischen" (was ja schonmal verdammt viel wäre!) als erfolgsversprechender an, als eine Veränderung von Außen einfach so erzwingen zu wollen. Wir haben ja gesehen, wie "erfolgreich" die Demokratisierung des Irak verlaufen ist. So Veränderungen müssen aus den Ländern SELBST kommen. So ein bissl wie bei Star Trek, wo sich die Föderation bei prä-Warp-Zivs raushält.**


*Wer das nicht so sieht, dem empfehle ich http://www.amazon.de/gp/product/B0058GV0UA/ref=dp-kindle-redirect?ie=UTF8&btkr=1

**Selbstverständlich muss dann ne IS ausgeschaltet werden, allerdings wäre es ja mit Nichteinmischung gar nicht zum IS gekommen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 16.März 2016, 11:03:35
Warum ich die AFD wähle? Weil ich in Deutschland in Europa wohne - nicht in Bangladesh. In erster Linie interessiert mich damit das Wohlergeben meiner Landsleute und der Europäer. In genau dieser Reihenfolge.

Dann hättest Du Dir aber vorher mal das Parteiprogramm der AfD durchlesen sollen.

Tut mir wirklich leid, aber mir ist das zu inkonsequent. Hier wird stark moralisiert, nur so wirklich will niemand Konsequenzen ziehen, aber den anderen dann die "Komfortzone" vorhalten. Belassen wir es dabei, es führt sowieso zu nichts.

Ich reagiere nur auf das von Dir geschriebene und da musst Du Dir den Vorwurf eben gefallen lassen, wenn Du sagst "interessiert mich alles nicht" und dabei in einem der reichsten Länder der Erde lebst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2016, 11:43:46
Ich reagiere nur auf das von Dir geschriebene und da musst Du Dir den Vorwurf eben gefallen lassen, wenn Du sagst "interessiert mich alles nicht" und dabei in einem der reichsten Länder der Erde lebst.

Wo schreibe ich denn bitte, dass mich das alles nicht interessiert? Diese Rhetorik ist absolut unnötig. Mich interessiert das sehr wohl und wie bereits geschrieben, finde ich es furchtbar, wie Milliarden Menschen auf dieser Welt leben müssen, allerdings lasse ich das nicht so an mich ran, dass ich deswegen schlaflose Nächte hätte und ich mache mir auch keinerlei Vorwürfe dafür, weil ich weder Schuld an diesen Zuständen bin noch Verantwortung dafür trage. Ich kann es nicht ändern, mein Beitrag wäre allerhöchstens ein Wassermolekül in einem Vulkanausbruch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 16.März 2016, 11:49:45
Tut mir wirklich leid, aber mir ist das zu inkonsequent. Hier wird stark moralisiert, nur so wirklich will niemand Konsequenzen ziehen, aber den anderen dann die "Komfortzone" vorhalten. Belassen wir es dabei, es führt sowieso zu nichts.

Deine Haltung ist aber der typische Teufelskreis von "ich kann eh nichts ändern also kümmere ich mich nur um mich selbst". Nur weil das was ich machen kann die Welt im ganzen nicht verändert, heisst das ja nicht das es nutzlos ist.

Nur weil ich / wir vieles nicht ändern können heisst das nicht das es falsch ist wenn ich kleine Dinge tue weil meine Wertvorstellungen mir sagen, dass ich Mitverantwortung habe oder es einfach aus Nächstenliebe tue.

Es geht gerade um zwei Themenkomplexe:

- Die Welt in der Teilmenge Deutschland retten

Da der erste Punkt aktuell aus praktikablen Gründen leider flachfällt* bzw. wir nur begrenzt was machen können, finde ich, sollten wir wenigstens den zweiten Punkt umsetzen.

Ich möchte unsere kleine Welt HIER erstmal "retten". Dazu gehört z.B. ganz grob, unseren Millionen Arbeitslosen und Aufstockern ein Leben in Würde und Lohn zu ermöglichen. Diskussionen über Reichensteuern etc. gehören da eindeutig dazu.


Du machst da einen sehr schönen Zirkelschluss auf:

1. Wir verursachen mit unserer Wirtschafts- und Aussenpolitik Probleme in der Welt und uns geht es gut.
2. Anderen geht es schlecht und sie wollen zu uns kommen um ein besseres Leben zu finden.
3. Wir können die Probleme die wir in ihren Ländern verursacht haben ja eh nicht mehr lösen also schupsen wir sie lieber vom Boot oder trampeln sie nieder während wir weiter aufsteigen.

Im Grunde ist das doch ganz klar Verantwortung von sich weisen und nach mir die Sinnflut. Wenn ich die verursachten Probleme nicht ändern kann muss ich die konsequenzen tragen.

Ein zweiter persönlicher Punkt für mich ist, das in meiner idealen Welt alle mit den gleichen Chancen starten und durch harte Arbeit ein besseres Leben erreichen können. Flüchtlinge versuchen genau das durch ihren beschwehrlichen Weg zu erreichen und ich kann mir echt nicht vorstellen, dass Sie das nur tun um danach von Harz 4 zu leben. Die von dir angesprochenen Arbeitslosen hatten viel bessere Chancen und haben nichts draus gemacht, da hält sich mein Mitleid in Grenzen und ich habe lieber ein paar Einwanderer die sich für harte Arbeit nicht zu schade sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2016, 11:58:35
Deine Haltung ist aber der typische Teufelskreis von "ich kann eh nichts ändern also kümmere ich mich nur um mich selbst".

Auch falsch, denn ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich mich nur um mich selber kümmere. Ich habe schon mit Flüchtlingen aus der Ex-DDR und Polen meine Wohnung geteilt, da waren hier viele noch nicht geboren und später habe ich geholfen, Flüchtlinge aus Jugoslawien und dann dem Irak unterzubringen und zu versorgen. Diesmal habe ich mich allerdings nicht beteiligt, weil ich diese Merkel-Politik nicht unterstützen wollte.

Hier geht es aber mittlerweile um viel mehr, hier wird getan, als könne man die Welt zu retten und das sogar noch ohne jede Gewalt. Wie genau das funktionieren soll, kann aber niemand so wirklich erklären, da bleibt es nebulös. Man erhebt sich lieber moralisch über den vermeintlichen Bösmenschen, der ganz egoistisch in seiner Komfortzone hockt und seinem Konsum frönt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 16.März 2016, 12:03:29
Hier geht es aber mittlerweile um viel mehr, hier wird getan, als könne man die Welt zu retten und das sogar noch ohne jede Gewalt. Wie genau das funktionieren soll, kann aber niemand so wirklich erklären, da bleibt es nebulös. Man erhebt sich lieber moralisch über den vermeintlichen Bösmenschen, der ganz egoistisch in seiner Komfortzone hockt und seinem Konsum frönt.

Genau darauf wollte ich gestern heraus, habe aber vielleicht die falschen Beispiele gewählt. Im Gegensatz zu dir bin ich aber auch nicht wirklich ein Menschenfreund, deshalb formuliere ich es etwas krasser.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.März 2016, 12:14:46
Deine Haltung ist aber der typische Teufelskreis von "ich kann eh nichts ändern also kümmere ich mich nur um mich selbst".
Hier geht es aber mittlerweile um viel mehr, hier wird getan, als könne man die Welt zu retten und das sogar noch ohne jede Gewalt. Wie genau das funktionieren soll, kann aber niemand so wirklich erklären, da bleibt es nebulös. Man erhebt sich lieber moralisch über den vermeintlichen Bösmenschen, der ganz egoistisch in seiner Komfortzone hockt und seinem Konsum frönt.

Sagen wir so: wir konnten die Welt bisher mit Gewalt nicht retten, also können wir es auch mal ohne versuchen. Viel verkehrter kann es nicht laufen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 16.März 2016, 12:33:46

(http://cdn.meme.am/instances2/500x/4800089.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Schnorrer am 16.März 2016, 12:38:00
Warum ich die AFD wähle? Weil ich in Deutschland in Europa wohne - nicht in Bangladesh. In erster Linie interessiert mich damit das Wohlergeben meiner Landsleute und der Europäer. In genau dieser Reihenfolge.

Das Problem ist doch, dass es in DE nicht nur externe Probleme gibt. Bisher konnte ich von der AFD noch nichts lesen, wie sie interne Probleme lösen möchten.

Die AFD stand bisher nur parat, wenn es um externe Themen geht, welche dann auch DE betreffen.

Bildung, Soziales, usw. Fehlanzeige.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 16.März 2016, 13:15:36
Um hier mal ein paar Zahlen ins Spiel zu bringen.

Zum einen eine kleine Anfrage der Linken zu Zahlen der in Deutschland lebenden Flüchtlinge zum 31.12.2015 http://taz.de/static/pdf/KA_18_7344_IST_Zahlen_Fluechtlinge.pdf
 
Zum anderen die Daten von Eurostat zu den gestellten Asylanträgen im letzten Jahr EU-weit. http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7203837/3-04032016-AP-DE.pdf/9fcd72ad-c249-4f85-8c6d-e9fc2614af1b
  Natürlich wurden in Deutschland mit 441.800 die meisten Erstanträge gestellt, aber pro Kopf haben Ungarn und Schweden die meisten Antragssteller, sogar deutlich mehr als Deutschland.
  Allerdings arbeiten unsere Behörden zu langsam oder sind zu überlastet, dass da noch knapp die Hälfte der Anträge nicht bearbeitet wurden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.März 2016, 13:34:50
@BlueSnakeRD

Ja, kommt, lasst uns alle mit Memes argumentieren, dann wird das Forum hier schön bunt. :o

Du kennst Gewalt wohl nur in Form von irgendwelchen behelmten Vollpfosten, die mit ner Knarre rumeiern, oder?

Ist es für dich keine Gewalt, wenn wir den afrikanischen Kontinent mit unserem Müll beladen?
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/uno-studie-zu-elektroschrott-europas-gift-verseucht-spielplaetze-in-afrika-a-794843.html

Ist es für dich keine Gewalt, wenn sich die Menschheit, allen voran die Industrienationen, einen Scheißdreck um die Weltmeere kümmert?
https://reset.org/knowledge/plastic-ocean-plastikinseln-im-meer

Ist es für dich keine Gewalt, wenn unser Wohlstand teilweise auf der Ausbeutung armer Länder basiert?
https://www.tagesschau.de/inland/mueller-ausbeutung-afrika-101.html (der Herr ist übrigens CSU-Politiker)

Für mich schon.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 16.März 2016, 13:53:58
Das ist für mich Ausbeutung. Gewalt? Nein.

Zu den Memes (die doch manchmal durchaus Auflockerung bringen  :angel: ):


(http://cdn.meme.am/instances2/500x/4800899.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.März 2016, 14:14:02
Tja, dann kennst du die Definition des Wortes "Gewalt" nicht, oder eben nur einen Teil davon.

Zitat
Als Gewalt (von althochdeutsch waltan „stark sein, beherrschen“) werden Handlungen, Vorgänge und soziale Zusammenhänge bezeichnet, in denen oder durch die auf Menschen, Tiere oder Gegenstände beeinflussend, verändernd oder schädigend eingewirkt wird. Gemeint ist das Vermögen zur Durchführung einer Handlung, die den inneren oder wesentlichen Kern einer Angelegenheit oder Struktur (be)trifft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 16.März 2016, 14:19:54
Ich sags doch. Typisch linke Besserwisserpädagogisierung. (yeah, pauschalisieren ist geil)
Eine unnötige Diskussion, ob man das nun Gewalt oder Ausbeutung nennt.

We agree to disagree. I guess...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Shels am 16.März 2016, 14:22:09
Immer diese Linken mit Moral oder Bildung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 16.März 2016, 14:40:09
Als Einzelner kann man sicher nicht die Welt retten, wie sollte das auch funktionieren (es sei denn, dieser Einzelne drückt auf den roten Knopf, um den Parasiten Mensch mit einem nuklearen Desaster zu vernichten)? Vielmehr geht es in erster Linie um einen Bewusstseinswandel und den daraufhin einsetzenden Willen, nachhaltiger zu leben und zu wirtschaften. Hunderte Jahre Ausbeutung und das dadurch entstandene Ungleichgewicht auf der Welt lassen sich nicht in einer Generation ungeschehen machen, sehr sicher lässt es sich wohl niemals ungeschehen machen. Es wird vermutlich immer Unterdrückte und Benachteiligte geben, aber man kann die negativen Auswirkungen zumindest minimieren.

Ist es weltfremd zu fordern, dass wir uns intensiv Gedanken über Nachhaltigkeit machen sollten? Aufgrund unseres technologischen Vorsprungs liegt es an uns (dem reichen Westen), Vorreiter zu sein und langfristig Ungleichgewichte abzubauen.

Habe ich persönlich konkrete Lösungsvorschläge für aktuelle Krisen auf der Welt und in Deutschland? Nein, aber ich kann zur Problemminimierung beitragen, wenn ich reflektiert mit den vorhandenen Waren umgehe. Wenn ich eben nicht Hauptsache billig kaufe, wenn ich ab und an mal darüber nachdenke, wie und was ich da eigentlich konsumiere.

Habe ich deswegen schlaflose Nächte oder permanente Gewissensbisse? Natürlich nicht, denn ich habe viele andere Dinge und Sorgen im Kopf, um die ich mich kümmern muss und die mir näherliegen, da sie mich persönlich und direkt betreffen, während andere Dinge mich nur indirekt beeinflussen. Dennoch halte ich es für wichtig, dass man eben nicht sagt Nach mir die Sintflut, sondern zunächst im kleinen Rahmen nachhaltiger lebt, lokale Produzenten unterstützt und positiv auf andere einwirkt, um ein Umdenken zu erzielen.

@ BlueSnakeRD
Lies mal Hannah Arendt, Macht und Gewalt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.März 2016, 14:49:53
Immer diese Linken mit Moral oder Bildung.

Richtig schlimm, nicht?  :D

@BlueSnakeRD

Mir ist es eigentlich auch wurst, wie du das nennst, vielmehr stört mich, dass es dir latte zu sein scheint, was unsere ach so tolle Gesellschaft mit der Welt anrichtet.
maturin hatte es schon erwähnt: "Nach mir die Sintflut!". Ironischerweise verkennst du dabei, dass man auch Deutschland nur retten kann, wenn sich die Lage in den anderen Ländern verbessert, denn der Klimawandel zB geht auch uns Deutsche an. Stattdessen versteifst du dich auf die Flüchtlingsdebatte und erweckst den Eindruck, dass es reichen würde, den IS, Boko Haram usw mit Waffengewalt niederzuzwingen und die Welt (bzw. Deutschland) wäre wieder in Ordnung.
Du sagst, dass du wenigstens Deutschland retten willst, weil die ganze Welt ja unmöglich sei. Dass aber die "alleinige Rettung Deutschlands" nur auf Kosten der Staaten geht, die sowieso schon in der Scheiße sitzen, verlierst du dabei aus dem Blickfeld.

Aber wie du schon sagtest: We agree to disagree. Aus einem Hammel wird kein Steinbock (Edit: kennt das jemand, oder ist das ein rein lokales Sprichwort?).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 16.März 2016, 19:00:37
Wenn ich erstmal als böser Herrscher die Welt übernommen hab wird alles besser. Für mich...
Das musste jetzt mal sein.

Ihr dreht euch wirklich schön im Kreis.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.März 2016, 19:55:01
White hat recht, die Diskussion dreht sich im Kreis.

Bei folgenden Punkten möchte ich trotzdem gerne noch einhaken:
- Einerseits wird nach konkreten Lösungen gefragt, diese dann aber als nichtig abgetan. Ich schließe mich nochmals einigen hier an, dass man im Kleinen eben doch was bewirken kann. Wenn man die Folgen des eigenen Konsums negiert stiehlt man sich aus der Verantwortung, die Folgen dafür zu tragen (die Verantwortung für Folgen des ganz individuellen Konsums, nicht die Verantwortung für das Elend der ganzen Welt).
- Zum Thema Lösungsansätze: Tim Jackson - Wohlstand ohne Wachstum. Man muss ja nicht einer Meinung sein, aber Jackson bringt einige interessante Ansätze zur Sprache und führt sehr deutlich auf, wo die Probleme des derzeitigen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells liegen. Zugegebenermaßen wird er auch in letzter Konsequenz nicht konkret genug, wenn es um die Umsetzung geht, das liegt aber auch einfach daran, dass zum Postwachstumsgedanken erst in den letzten Jahren wirklich intensiv gearbeitet wird. Lesenswert ist das Buch allemal und auch nicht zu trocken geschrieben. :)
- Die Lösung weltweiter Probleme von der Lösung deutscher Probleme abzukoppeln ist wenig sinnvoll. Auch damit stiehlt man sich nur aus der Verantwortung und ignoriert die Konsequenzen, die das eigene Handeln auf andere Weltregionen hat. Das Stichwort Globalisierung sollte hierzu ausreichen. Grundsätzlich ist es aber natürlich nicht falsch, erst einmal vor der eigenen Haustür zu kehren, nur sollte das überlegt geschehen.
- Ich finde Octa hat das sehr schön gesagt und das kann ich nur unterschreiben. Die wenigsten werden so naiv sein, zu glauben, dass man jetzt sofort eine perfekte Welt schaffen kann. Aber man kann eben als einzelner einen Grundstein dafür legen, indem man reflektiert über das eigene Verhalten nachdenkt und Konsequenzen zieht (und die kann man als Individuum sehr wohl ziehen). Getreu nach Ghandi "Sei der Wandel, den du in der Welt sehen willst" (da braucht jetzt auch keiner mit linksideologischen Gelaber kommen ;)). Es geht halt nur in kleinen Schritten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 16.März 2016, 20:56:35
Zitat
Warum ich die AFD wähle? Weil ich in Deutschland in Europa wohne - nicht in Bangladesh. In erster Linie interessiert mich damit das Wohlergeben meiner Landsleute und der Europäer. In genau dieser Reihenfolge.

Verstehe. Dich interessiert also in erster Linie das Wohlergehen der Roma in Serbien? Ach Moment, Serbien ist ein sicheres Herkunftsland...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.März 2016, 21:34:25
Zitat
Wie willst du denn ein internationales Verbot für den Waffenhandel durchsetzen? Wenn Deutschland keine Waffen mehr verkauft, gibt es genügend andere Staaten, die einspringen. Und wenn wirklich niemand mehr Waffen verkauft, schlagen sie sich die Schädel mit Macheten ein. Und wenn es keine Macheten mehr gibt, dann werden Knüppel und Steine genommen.



Und weil in der Schule die Rädelsführer in der Schule auf das Mobbingopfer mit Stiften werfen und alle anderen Stifte geben, gibts du denen dann auch Stifte als Munition?
Nur weil die anderen das machen, ist das doch kein Grund, warum man das selber machen muss.

Das ist auch ne tolle Logik, die schlagen sich eh mit Macheten die Köpfe ein, also geben wir ihnen doch Maschinengewehre.
Der eine Unterschied ist schonmal, dass man gegen austickende Diktatoren mit Macheten wohl deutlich besser einschreiten kann, als gegen welche, die man gerade eben noch munter mit schwerem Kriegsgerät unterstützt hat. Außerdem sorgen doch die Waffen viel mehr noch dafür, dass jemand unterdrückt werden kann. Gegen jemand mit Knüppel und Stein kannst du dich halt noch wehren, wenn hingegen der mitm G36 vor dir steht, viel Spaß beim wehren...
Mir würde es schon reichen, wenn wir uns daran nicht mehr beteiligen. Die Folgen für uns wären überschaubar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 17.März 2016, 20:31:28
Es geht um eine Grundstimmung. Es geht darum, dass Menschen, die Maschinengewehre verkaufen wollen, es schwerer haben. Das klingt jetzt natürlich nach Utopia, aber ist es deshalb weniger erstrebenswert? Mir ist natürlich klar, dass das philosophische Prinzip des Utilitarismus Schwächen hat, aber die Grundidee ist doch wohl nachvollziehbar. Große Zusammenhänge mit Hinblick auf fehlende Perspektive zu vernachlässigen, wird die Gesellschaft früher oder später (wie im übrigen aktuell zu beobachten) aushöhlen. Der Mensch ist ein Sozialtier.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 19.März 2016, 19:04:50
Schade, dass hier das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt kaum debattiert wurde.
Mal sehen, wann die ersten Analysten von Weimarer Verhältnissen in Sachsen-Anhalt reden werden.
Ich glaube seit der NSDAP hat keine Partei bei einer Wahl mal eben 25 Prozentpunkte zugelegt. Wenn man bedenkt, dass die 'Ost-AfD' um einiges radikalisierter auftritt, als die 'West-AfD' ist das - in meinen Augen - eine mehr als besorgniserregende Entwicklung, welche nicht zu ignorieren ist. In sechs Monaten - ich weiß, bis dahin kann viel passieren - steht in Mecklenburg-Vorpommern die nächste Landtagswahl an, in der sich das Ergebnis aus Sachsen-Anhalt wiederholen kann. Dann hätte man bereits zwei Landtage, welche eben an diese 'Weimarer Verhältnisse' erinnern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: merlinium am 19.März 2016, 22:25:52
Das in meinen Augen schlimmste, das die AfD durchsetzen möchte:

-Änderung der Lehrpläne in Schulen wie mehr Deutschideologie fördernder Geschichtsunterricht und weniger Aufklärung aus der NS-Zeit.
-Pflege der deutschen Leitkultur. D.h. Kontrolle und Verbote von Theateraufführungen.
-Ein veraltertes Familienbild erschaffen. "Vermeidung" von Homosexualität und Scheidungen.
-Bürgerwehr.

Die 24% sind noch harmlos verglichen was in dem Fall, vorallem im Osten, in Zukunft kommen könnte...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 20.März 2016, 04:15:45
Ich habe mich ein wenig durch die Posts der letzten Tage hier durchgelesen und gebe auch mal eine Meinung ab.

Ich war doch ziemlich schockiert von dem relativ starken Ergebnis der AfD. Gerade die Menschen die diese Partei nur aus Protest gewählt haben sollten ihre Art zu wählen vielleicht nochmal überdenken. Die AfD ist Fremdenfeindlich und Nationalistisch, und ist dies mittlerweile in einer Art und Weise, dass es vom Populismus eher in die Extremismus Schiene geht. Dazu ist ihr Programm weit davon entfernt für sogenannten "normal Bürger" zu wirken und entfernt sich immer mehr von den Grundsätzen einer freien demokratischen Gesellschaft (Sozialleistungen kürzen, Zwangsarbeit für AlG 2 Empfänger, im Bereich Kunst und Kultur vorschreiben wollen was zu präsentieren ist, Universitäten vorschreiben wollen was sie zu lehren haben usw. - mal abgesehen davon das die beiden letzten Punkte Verfassungswidrig sind, kommen ja auch noch solch unmenschliche Forderungen, wie auf Menschen die hier Schutz suchen zu schießen, dazu). Konservative Werte zu vertreten ist eine Sache, das macht die CDU/CSU auch, aber bei der AfD wird ein Weg eingeschlagen, bei dem man sich über Vergleiche zur NS-Politik nicht mehr wundern muss - Björn Höcke hat ja bereits eine Rhetorik die stark an einen gewissen Reichspropagandaminister erinnert.

Die Frau als eine reine Gebärmaschine zurück haben zu wollen, die Jugend nicht mehr über Nazideutschland aufklären und stattdessen "Nationalstolz" fördern zu wollen, die Abneigung gegen Homosexuelle (in Thüringen forderte die AfD ja bereits Homosexuelle zu zählen und registrieren zu lassen), die generelle Anfeindungen gegenüber Ausländern, die Forderung nach mehr Einfluss bei öffentlich-rechtlichen - sowas ist reiner Faschismus. Das lässt sich auch nicht damit schön reden, dass manche Parteimitglieder versuchen radikale Kräfte zu entfernen/unterdrücken. Diese Partei ist längst Nationalsozialistisch und das bekommt man auch nicht mehr weg, dafür sind diese Teile der AfD bereits viel zu stark. Wer von den Ideen und Zielen der AfD weiß und diese dennoch ruhigen Gewissen wählt und/oder unterstützt (oder auch einfach nur hofft das dadurch die etablierten Parteien "aufwachen") der hat sich anscheinend schon von unserer Demokratie verabschiedet.

Ich will nicht behaupten das die anderen "großen" (oder besser "größeren") Parteien ein Segen seien - konservative Politik interessiert sich ohnehin mehr für Lobbyisten als für den Normalbürger, die SPD hat sich schon lange von ihren einstigen Werten verabschiedet und die linke Mitte verlassen, während man bei dem Rest nicht genau weiß wie eine große Regierungsverantwortung auf Bundesebene sich entwickeln würde bzw. ihnen dies (noch) nicht zutraut. Aber ist die AfD tatsächlich eine Alternative? Nein! Ich weiß, man kann mit den Anhänger dieser Partei diskutieren wie man möchte, beide Seiten haben stets dieselben Argumente und man bewegt sich kein Stück vorwärts. Aber so geschichtsvergessen kann doch niemand sein, dass er hier keine Parallelen zur NSDAP und deren Idealen erkennt. Ich jedenfalls möchte die AfD niemals in einer Regierung sehen und hoffe das es auch nie so kommt. Nennt es von mir aus Schwarzmalerei, aber hier entsteht eine große Gefahr für unsere Demokratie und unsere Gesellschaft. Als ich gesehen habe wie die AfD ihren Wahlerfolg gefeiert hat, kam mir im Hinblick auf die Bundestagswahl unweigerlich ein Satz aus Star Wars in den Sinn: "Und so geht die Freiheit zugrunde - mit donnerndem Applaus."

https://www.youtube.com/watch?v=eRkYP6N92Kw
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Chris_2010 am 20.März 2016, 10:40:00
Ich gebe dir im Grunde auf jeden Fall Recht.Nur was mir persönlich halt Sorgen bereitet, sind so Dinger wie in Köln etc.Das geht auf keine Kuhhaut.Deswegen die Afd zu wählen wäre Quatsch, ich weiss.Aber das komplette Gegenteil, alle Flüchtlinge willkommen ist auch nicht das wahre.Warum?Auch da gibt es einige schwarze Schafe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 20.März 2016, 10:43:14
Ganz interessanter Link übrigens: http://www.celebritytypes.com/de/politischen-koordinaten/test.php (http://www.celebritytypes.com/de/politischen-koordinaten/test.php)

Ich stehe zwischen Obama und Clinton. Kann man so stehen lassen:

Zitat
Linksliberalismus (Sozialliberalismus): Personen in diesem Quadranten streben danach, individuelle Freiheiten zu wahren, während sie den Markt besteuern, umden Bedürftigen Sozialleistungen zu bieten. Sie neigen dazu, sich selbst als Suchende für die Balance zwischen individueller Freiheit und sozialer Gerechtigkeit zu sehen, und sie treten ein für Multikulturalismus, für einen säkularer Staat und internationale Zusammenarbeit. Während sie in der Regel skeptisch gegenüber einer staatlichen Beteiligung im Sozialwesen sind, so sehen sie doch eine legitime Rolle für den Staat in der Bekämpfung von Diskriminierung und der Gewährleistung der Gleichstellung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 20.März 2016, 11:43:26
Ich stehe fast komplett in der Mitte.

Zitat
Ihre politische Koordinaten sind:

Ganz in der Mitte zwischen Rechts und Links, 2.8% Kommunitarist

Wahrscheinlich gleichen sich meine Wünsche zur Begrenzung der Einwanderung, stärkeren Kontrolle der Bürger mit denen zur positiven Meinung zum Mindestlohn wie auch Diplomatie (usw.) aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 20.März 2016, 11:57:02
Da ich früher ganz viel Benjamin Blümchen gehört habe, bin ich natürlich ein Anarchist und sprenge damit das Koordinatensystem.

http://www.bpb.de/publikationen/2RQI2Y,2,0,Politik_bei_Benjamin_Bl%FCmchen_und_Bibi_Blocksberg.html

;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 20.März 2016, 11:58:28
Ich gebe dir im Grunde auf jeden Fall Recht.Nur was mir persönlich halt Sorgen bereitet, sind so Dinger wie in Köln etc.Das geht auf keine Kuhhaut.Deswegen die Afd zu wählen wäre Quatsch, ich weiss.Aber das komplette Gegenteil, alle Flüchtlinge willkommen ist auch nicht das wahre.Warum?Auch da gibt es einige schwarze Schafe.
Die Vorfälle in Köln haben wenig mit der aktuellen Einwanderungspolitik zu tun. Schaut man sich die genauen Zahlen an, vergleicht das mit vorigen Jahren, etc. fällt auf, dass das Problem der kriminellen Banden schon länger existiert, solche Vorfälle nicht minder häufig (auch in dem Ausmaß) von Deutschen verursacht werden und wurden (Stichwort Oktoberfest, Karneval, etc.). Ich will die Vorfälle nicht verharmlosen, ich will nur davor warnen, sie zu instrumentalisieren. Wir müssen die Frage nach möglichen (auch kulturellen, werteorientierten) Veränderungen/Einflüssen durchaus stellen dürfen, aber bitte nicht suggestiv.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Chris_2010 am 20.März 2016, 12:17:17
Ok.Da das die Problematik sehr vielseitig ist, ist es schwierig, das ganze richtig einzuordnen.Ich gebe zu, dass ich da mich auch nicht soo viel mit beschäftige.Aber das es unter den Flüchtlingen auch einige/viele schwarze Schafe gibt, dabei bleibe ich.Das sagte mir letztens auch jemand, der türkischer Herkunft ist.Um das ganze zu verdeutlichen, dass es bei mir zumindest nichts mit Rassismus zu tun hat, das alte leidige Thema.Ich finde das muss auch deutlich mal so gesagt werden und dazu stehe ich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 20.März 2016, 12:37:08
Ich gebe dir im Grunde auf jeden Fall Recht.Nur was mir persönlich halt Sorgen bereitet, sind so Dinger wie in Köln etc.Das geht auf keine Kuhhaut.Deswegen die Afd zu wählen wäre Quatsch, ich weiss.Aber das komplette Gegenteil, alle Flüchtlinge willkommen ist auch nicht das wahre.Warum?Auch da gibt es einige schwarze Schafe.
Die Vorfälle in Köln haben wenig mit der aktuellen Einwanderungspolitik zu tun. Schaut man sich die genauen Zahlen an, vergleicht das mit vorigen Jahren, etc. fällt auf, dass das Problem der kriminellen Banden schon länger existiert, solche Vorfälle nicht minder häufig (auch in dem Ausmaß) von Deutschen verursacht werden und wurden (Stichwort Oktoberfest, Karneval, etc.). Ich will die Vorfälle nicht verharmlosen, ich will nur davor warnen, sie zu instrumentalisieren. Wir müssen die Frage nach möglichen (auch kulturellen, werteorientierten) Veränderungen/Einflüssen durchaus stellen dürfen, aber bitte nicht suggestiv.

This. Hier sind eben meiner Meinung nach aber auch die Medien in der Pflicht, über diese Ereignisse entsprechend unvoreingenommen und differenziert zu berichten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 20.März 2016, 12:37:48
Ich gebe dir im Grunde auf jeden Fall Recht.Nur was mir persönlich halt Sorgen bereitet, sind so Dinger wie in Köln etc.Das geht auf keine Kuhhaut.Deswegen die Afd zu wählen wäre Quatsch, ich weiss.Aber das komplette Gegenteil, alle Flüchtlinge willkommen ist auch nicht das wahre.Warum?Auch da gibt es einige schwarze Schafe.
Die Vorfälle in Köln haben wenig mit der aktuellen Einwanderungspolitik zu tun. Schaut man sich die genauen Zahlen an, vergleicht das mit vorigen Jahren, etc. fällt auf, dass das Problem der kriminellen Banden schon länger existiert, solche Vorfälle nicht minder häufig (auch in dem Ausmaß) von Deutschen verursacht werden und wurden (Stichwort Oktoberfest, Karneval, etc.). Ich will die Vorfälle nicht verharmlosen, ich will nur davor warnen, sie zu instrumentalisieren. Wir müssen die Frage nach möglichen (auch kulturellen, werteorientierten) Veränderungen/Einflüssen durchaus stellen dürfen, aber bitte nicht suggestiv.

Silvester in Köln mit Karneval oder dem Oktoberfest gleichzustellen halte ich für sehr gewagt.
Ja, auch bei den beiden letztgenannten werden mit Sicherheit Frauen genötigt, bedrängt, es kommt zu Körperverletzungen und Diebstählen.
Aber mit Sicherheit nicht in der Intensität, Steuerung und Koordination wie in der Silvesternacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 20.März 2016, 13:12:55
Die Polizeiberichte und Einschätzungen von Psychologen etc. sprechen da eine etwas andere Sprache. Alleine was sexuelle Übergriffe angeht, steht das tatsächlich in keinem Verhältnis, da ist jeder Karneval zehnfach schlimmer. Selbst wenn wir annehmen, dass - warum auch immer - in Köln weniger Übergriffe gemeldet wurden als an Karneval, steht das in keinem Verhältnis. Was die Koordination im Vorhinein angeht, wüsste ich nicht, dass es da bisher belastbares Material gibt, dass sich das nicht eher ergeben hat, als wirklich koordinativ geplant war.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 20.März 2016, 13:56:34
Ist die Frage was wie man "koordinativ" interpretieren möchte.
Es ist wahrscheinlich nicht von langer Hand geplant, aber via Handy und facebook, whatsapp etc. lässt sich eine gewaltige Menge gewisser Volksgruppen recht schnell sammeln.

Dass Polizei und Politik bei diesem Thema ein eher zweifelhaftes Bild abgegeben haben, ist glaube ich bekannt.

Dennoch sollte man Köln nicht instrumentalisieren, aber eben auch nicht bagatellisieren.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 20.März 2016, 15:12:14
Ganz interessanter Link übrigens: http://www.celebritytypes.com/de/politischen-koordinaten/test.php (http://www.celebritytypes.com/de/politischen-koordinaten/test.php)

Interessanter Test. Demnach bin ich 47,2% Links und 75,0% Liberalist.

(click to show/hide)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ryukage am 20.März 2016, 15:36:11
Mein Ergebnis:
(click to show/hide)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Shels am 20.März 2016, 15:54:46
44.4% Links, 63.9% Liberalist.

Nichtmal so links wie Splash! Ich bin erschüttert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tardelli am 20.März 2016, 16:41:39
 
Ihre politische Koordinaten sind:
 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 20.März 2016, 16:46:05
Wenn wir die bisherigen Ergebnisse mal auf die Bevölkerung im Ganzen übertragen, erklärt das einiges. Die meisten stehen links der Mitte. Dann ist man als jemand, der genau mittig steht, natürlich rechts (vom Durchschnitt). Besonders mit dem Link vor einigen Seiten, wonach 70+X% der Journalisten links seien, ergibt sich natürlich die Angst vor dem Rechten, das schon ab der Mitte beginnt. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 20.März 2016, 16:55:17
Na dann bring das mit den Wahlergebnissen der letzten Jahre in Einklang. Und ich hab keine Angst vor Rechten bzw, Konservativen im Allgemeinen, eher vor Nationalsozialisten und ewig gestrigen - und so dürfte das den Meisten gehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j conway am 20.März 2016, 18:53:23
[...] via Handy und facebook, whatsapp etc. lässt sich eine gewaltige Menge gewisser Volksgruppen recht schnell sammeln.
[...]

Wer soll denn mit 'gewisse Volksgruppen' gemeint sein?

Ich nehme das Zitat mal als exemplarisches Beispiel - und möchte dir gleichzeitig keinerlei 'böse Absichten' unterstellen!
Allerdings fällt es schon sehr auf, dass zum Einen bestimmte 'Redewendungen' und 'Slogans', welche ansonsten überwiegend in stark deutschnationalen bis rechtsradikalen Kreisen Verwendung fanden (die üblichen Verdächtigen: 'Heimreise statt Einreise', 'Wir sind nicht das Weltsozialamt', 'Muslim = potentieller Terrorist' bis hin zu oberflächlich harmlos wirkenden 'gewisse Volksgruppen' etc.), immer mehr von einem größer werdenden Teil der Gesellschaft - z.T. in abgewandelter Form - ebenso verwendet werden. Die Verrohung der Sprache ist schon länger ein leidiges Thema, umso erschreckender, dass dies nun auch zur Stigmatisierung - vornehmlich - muslimisch geprägter Menschen(!!) herhält. Um es mal ebenso in einen Slogan zu packen: 'Wildlederschuhe statt Springerstiefel'.

In der gesamten 'Anti-Flüchtlingsthematik' geht es mMn nicht darum, die eigene Bevölkerung zu schützen, 'Wirtschaftsflucht' zu vermeiden oder eine Terrorgefahr abzuwenden, sondern einzig darum auf perfideste Art und Weise - und was ist bitte perfider, als wirtschaftlich/sozial ausgegrenzte Menschen, als 'Sündeböcke' zu deklarieren? - Wählerstimmen zu ergattern, um eine bereits als scheinbar längst überwundene 'Politik' wiedereinzuführen. Gerade mit Blick auf 'unsere' Geschichte, kann man dabei nur das kalte Grausen bekommen.

Und wer der Meinung ist, es müsse doch eine Alternative zur 'europäischen Lösung' der Flüchtlingsthematik geben: Diese Alternative - namentlich Grenzschließungen, Obergrenzen bis zum Aufnahmestopp, bis zur Kleinstaaterei usw. - darf es im 21. Jahrhundert nicht mehr geben!

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man der Meinung ist, die Welt gerate aus den Fugen und 'unsere' Regierung habe daran ihren Anteil. Dafür gibt es allerdings zig Formen seinen Protest sachlich(!) kundzutun. Seine Wählertimme einzig und allein aus Protest, einer offen fremdenfeindlich agierenden Partei - und dies ist keine Pauschalisierung, man schaue sich bitte Reden von 'Ost-AfD'lern' (bspw. https://www.youtube.com/watch?v=ezTw3ORSqlQ) an und die Beziehungen von Poggenburg und Höcke zur 'Neuen Rechten' um Götz Kubitschek etc. - ist sicherlich der falscheste Weg seinen Unmut zu äußern.

Passend dazu: Ein hochinformatives 'Arbeitspapier' zur AfD -> https://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/AP20_AFD.pdf
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 20.März 2016, 19:05:55
Ein Problem ist doch, dass das ganze Warnen und Stigmatisieren der AfD nutzlos ist. Wäre ich ein Wähler dieser Partei, würde ich keinen Penny auf eure Warnungen oder die der Presse und sonstwem geben, da sie doch nur meine Meinung bestätigen. Wäre ich der Meinung, es müsse Grenzschließungen zur Flüchtlingsabwehr geben und die AfD biete da etwas (was sie niemals einhalten könne, aber als potentieller Wähler könnte ich das ausblenden), dann interessiert es mich doch nicht, dass viele andere meinen, solche Maßnahmen dürfe es nicht geben. Eine Alternative zur AfD in der Flüchtlingsfrage gibt es eben nicht und wer nationale Lösungen favorisiert und die EU ablehnt, findet in der AfD ein Zuhause, da die NPD viel zu dummradikal ist, während (Teile der) AfD professionell auftreten. Wer findet, dass die Presse lüge, der schwenkt doch nicht durch eben jene Presseberichte von der AfD weg. Das wäre ein Logikfehler im System, wodurch die Medien eben machtlos seien. Eher könnten der Bekanntenkreis (der jedoch wahrscheinlich auch die ähnliche politische Richtung einschlägt oder es nicht thematisiert) oder die blanke Realität etwas bewegen, aber dann kämen Wahlversprechen dem Parteiwechsel wieder in den Weg.
Diejenigen, die andererseits die AfD ablehnen, fühlen sich durch die Warnungen und Medienberichte bestätigt, aber sie hätten eben eh nie dieser Partei ihre Stimme gegeben. Die Presse bedient dadurch genau das Klientel, welches sie bereits hat.

Man sollte den Leuten viel klarer machen, was die AfD neben der Flüchtlingsproblematik noch will. Außerdem sollte deutlich gemacht werden, dass sich Landtagswahlen für einen Wechsel in der Flüchtlingsfrage weniger eignen als Bundestagswahlen.
Vielleicht würde es auch helfen, wenn man im gleichen Maße, wie man rechte Gewalt verteufelt, auch mal über linke Gewalt urteilt. Das sollten alle Parteien tun (auch die Linke). Nur weil es beispielsweise anscheinend Usus ist, am 1. Mai Steine zu schmeißen, muss es auch nicht gleich gut oder eben normal sein. So lache beispielsweise ich über jeden übertriebenen Bericht, wenn ein Stein auf ein Flüchtlingsheim fliegt, während nicht erwähnt wird, dass zeitgleich zehn Autos von vermeintlichen bösen Kapitalisten angezündet wurden oder Polizisten angegriffen wurden.
Man könne ja mal recherchieren, ob die definitiv kleinere Zahl an linken Vergleich zu rechten Angriffen bzw. Taten auch so präsent in den Medien ist (Prozentsatz an Taten, die in den Nachrichten kommen bspw.) und auch so publikumswirksam präsentiert werden (Steine auf Asylunterkunft - Topmeldung, linke Ausschreitungen - im Newsflash).

EDIT hat noch Grammatik- und Konjunktivfehler korrigiert. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Chris_2010 am 20.März 2016, 19:17:44
Sehr guter Beitrag Starkstrom und nein, keine Ironie meinerseits  :laugh:

Edit: Das Thema ist sehr heikel, dennoch steckt in vielen Beiträgen hier ein wahrer Kern.Nur wir können lange diskutieren, jeder hat seine Meinung dazu und das ist auch okay so.Man darf bzw sollte halt weder das eine oder andere pauschalisieren noch verharmlosen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 20.März 2016, 19:33:40
[...] via Handy und facebook, whatsapp etc. lässt sich eine gewaltige Menge gewisser Volksgruppen recht schnell sammeln.
[...]

Wer soll denn mit 'gewisse Volksgruppen' gemeint sein?

Mit gewissen Volksgruppen meine ich in diesem Fall vermehrt jugendliche / heranwachsende und oder junge Erwachsene größtenteils mit Migrationshintergrund.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 20.März 2016, 21:09:32
Wenn wir die bisherigen Ergebnisse mal auf die Bevölkerung im Ganzen übertragen, erklärt das einiges. Die meisten stehen links der Mitte. Dann ist man als jemand, der genau mittig steht, natürlich rechts (vom Durchschnitt). Besonders mit dem Link vor einigen Seiten, wonach 70+X% der Journalisten links seien, ergibt sich natürlich die Angst vor dem Rechten, das schon ab der Mitte beginnt. ;)

Naja, ich denke so pauschal kann man das auch wieder nicht sagen. Das "Quiz" ist schon ein sehr vereinfachender, theoretischer Ansatz (wenn auch interessant). Die Fragen decken auch nur einen winzigen Bruchteil dessen ab, was relevant ist (oder sein sollte). Z.B. Umweltpolitische Themen werden nicht wirklich aufgegriffen, auch die Frage nach einer Bankenregulierung fehlt (nur so als spontane Beispiele). Von daher halte ich es für gewagt daraus Schlüsse auf die politische Einstellung der Bevölkerung zu ziehen - mal davon abgesehen, dass die hier geposteten Ergebnisse auch nicht repräsentativ sind. Ich bin sowieso kein Freund von Schubladen wie "rechts" und "links", aber das nur am Rande... ;)

Deinem anderen Post kann ich aber größtenteils zustimmen. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: ADRamone am 18.September 2017, 06:57:09
Das Miniaturwunderland Hamburg zur anstehenden Bundestagswahl an alle Nichtwähler:

http://www.spiegel.de/video/miniaturwunderland-nichtwaehler-an-die-urne-video-1797606.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 18.September 2017, 07:27:04
Nettes Video. 8) Habe gestern meine Briefwahlunterlagen ausgefüllt und das erste Mal "Die Partei" gewählt. Eigentlich hatte ich vor Links zu wählen, aber in den letzten Tagen war ich davon nicht mehr so überzeugt. Also sind das meine "Protestwahl-Kreuzchen". Wer weiß, vielleicht wird Somuncu dann Kancler und Sonneborn darf das bedingungslose Grundeinkommen auch im Bundestag ausprobieren. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 18.September 2017, 19:33:01
Ist halt jetzt die Frage, was einen Partei-Protestwähler von einem AfD-Protestwähler unterscheidet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 18.September 2017, 19:41:01
Ganz einfach: Die Partei versteht sich auch selbst als Protestwählerpartei, während die AfD sich ernst nimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 18.September 2017, 19:42:07
Ich hab nicht nach dem Unterschied der Parteien gefragt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bloody am 18.September 2017, 19:52:49
Der eine drückt friedlich Protest aus, der andere unterstützt Nazis im Bundestag.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 18.September 2017, 19:54:04
Der AfD-Protestwähler riskiert, dass die AfD am Ende eine starke Stimme in Deutschland hat.
Der Partei-Protestwähler ist gar kein Protestwähler sondern möchte die Partei wirklich im Bundestag sehen.

Das aus meiner Sicht als zukünftiger Partei-Wähler.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 18.September 2017, 20:05:19
Gute Antwort. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: FM-Fuchs am 18.September 2017, 21:33:50
Der eine drückt friedlich Protest aus, der andere unterstützt Nazis im Bundestag.

Genau,alle die eine andere Meinung haben sind Nazis.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 18.September 2017, 21:42:52
Der eine drückt friedlich Protest aus, der andere unterstützt Nazis im Bundestag.

Genau,alle die eine andere Meinung haben sind Nazis.  ::)

Er hat ja nicht gesagt dass die Linke Nazis sind. Oder die grünen. Oder welche Partei auch immer mit welcher er nicht einer Meinung ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ryukage am 18.September 2017, 21:44:00
Der eine drückt friedlich Protest aus, der andere unterstützt Nazis im Bundestag.

Genau,alle die eine andere Meinung haben sind Nazis.  ::)

Also ich finde schon, dass das AfD-Parteiprogramm sehr braun angehaucht ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bloody am 18.September 2017, 21:46:28
Nö, aber wer eine türkischstämmige Politikerin in Anatolien "entsorgen" will, das Holocaust-Mahnmal als Schande bezeichnet, in WhatsApp Verläufen von der Erweiterung der Außengrenzen redet ( http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-06/whatsapp-protokolle-afd-andre-poggenburg-polizist-disziplinarverfahren )...ich weiß nicht, wie würdest du das bezeichnen?

Andere Meinung haben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 18.September 2017, 22:43:46
Genau,alle die eine andere Meinung haben sind Nazis.  ::)

Nein, aber wer sich Nazivokabular bedient, ist einer. Und wer sie wählt, oder auch nur darüber nachdenkt, ist zumindest sehr weit nach rechts offen.

Und da diskutiere ich nicht drüber - die AfD besteht in großen Teilen aus Neo-Nazis. Ende der Durchsage.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 19.September 2017, 00:20:58
Das halte ich für übertrieben. Die AfD hat definitiv ein braunes Problem, aber ob das so große Teile der Partei sind, oder nur die, die am lautesten schreien? Für mich sind die nicht wählbar, aber ich glaube nicht, dass da nur "Nazis" rumrennen.
Mit dem Begriff Nazi habe ich allgemein ein Problem. Es gibt keine Nazis mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 00:22:27
Sorry, aber da gehe ich nicht konform. Aber meinetwegen kann man sie halt Neo-Nazis nennen. Das Ding ist doch aber - es gibt das menschenverachtende Gedankengut der Nazis immer noch, und es kocht dieser Tage wieder derart hoch, dass es mir teilweise übel wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 19.September 2017, 00:27:56
Ist nur eine Frage der Sichtweise denke ich. Dass es Idioten sind, da sind wir uns wohl einig ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 00:33:06
Ja, das auf jeden Fall. ;) Ich mag halt diese etwas pauschalisierte Aussage von "Es gibt keine Nazis mehr" nicht. ^^
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 19.September 2017, 04:07:50
Wird hier nicht eine ganze Partei verurteilt wegen den Entgleisungen einiger Mitglieder? Das ist genauso wenn man über alle Flüchtlinge schimpft nur weil sich einige nicht benehmen können.

Wie kann das eine falsch und das andere richtig sein?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idandt am 19.September 2017, 05:34:29
Wird hier nicht eine ganze Partei verurteilt wegen den Entgleisungen einiger Mitglieder? Das ist genauso wenn man über alle Flüchtlinge schimpft nur weil sich einige nicht benehmen können.

Einen Unterschied sehe ich da doch, Denn dass man Flüchtling ist sucht man sich nicht aus, dass man Mitglied einer Partei ist hingegen schon.
Wenn sich einige Flüchtlinge nicht an die Regeln halten, kann man als Flüchtling das nur verurteilen, hat aber sonst keine Handhabe. Wenn sich hingegen die Mitglieder der Partei in der man ist daneben benehmen - und das nun nicht zum ersten Mal und auch über einen längeren Zeitraum - dann habe ich Mittel die ich nutzen könnte. Ich könnte versuchen die Partei in eine andere Richtung zu steuern, die "Schwarzen Schafe" aussortieren oder wenn das nicht hilft, die Partei verlassen. Der Neo-Liberale Flügel um Lucke hat genau das getan - und damit keinen Erfolg gehabt. Der "Erfolg" der Rest-AFD nach der Abspaltung von Luckes Alpha zeigt, dass sich Mitglieder und Wähler der AFD doch offensichtlich ganz wohl fühlen am rechten Rand und jenseits davon. Auch das ein Herr Gauland nach seinen Äußerungen noch Spitzenkandidat ist, bzw. eine Frau von Storch an der Spitze mit dabei ist, spricht in meinen Augen Bände.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 19.September 2017, 05:49:25
Passend dazu: https://www.heise.de/tp/features/AfD-Keiner-kann-mehr-sagen-von-alldem-nichts-gewusst-zu-haben-3834973.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.September 2017, 07:48:04
Hui, da ist ja jetzt was losgetreten worden. :o ;D

Ist halt jetzt die Frage, was einen Partei-Protestwähler von einem AfD-Protestwähler unterscheidet.
Ganz ehrlich, stellt sich die Frage überhaupt? Ich meine nicht, denn die Antwort liegt auf der Hand: Indem ich "Die Partei" wähle, wähle ich eine Partei, die sich selbst als (sartirische) Protestpartei versteht, aber weder Fremdenhass, Nationalismus, oder gar NS-Gedankengut verbreitet. Mal abgesehen davon, dass ich meine, dass "Die Partei" dem Bundestag gut zu Gesicht stehen würde und womöglich tatsächlich den Finger auf einige wunde Punkte im Politikbetrieb legen könnte, ist diese Wahl ein Ausdruck friedlichen Protests.
Die AfD aus Protest zu wählen, um "denen da oben" zu zeigen, dass "wir da unten" verstimmt sind - um es mal ganz vorsichtig neutral auszudrücken - halte ich schlicht und ergreifend für dumm. Wenn man sich mit deren Wahlprogramm identifiziert ist das eine Sache (die meiner Meinung nach besorgniserregend genug ist), aber immerhin ein logischer Grund, die AfD zu wählen. Wenn es aber reiner Protest ist, ist es einfach nur dumm, weil man damit direkt die Verbreitung oben genannten Gedankenguts unterstützt. Der Artikel von Kaliumchlorid fasst da ja einiges zusammen.

Wird hier nicht eine ganze Partei verurteilt wegen den Entgleisungen einiger Mitglieder? Das ist genauso wenn man über alle Flüchtlinge schimpft nur weil sich einige nicht benehmen können.

Wie kann das eine falsch und das andere richtig sein?
Pauschalisierungen sind immer schwierig, weil sie nicht differenzieren - und sie helfen auch nicht gerade dabei, die Positionen der AfD argumentativ zu entkräften. Natürlich tragen nicht alle AfD-Mitglieder nationalsozialistisches Gedankengut in sich und sicherlich gibt es da auch viele, die einfach nur sehr, sehr konservativ eingestellt sind. Man kann aber schon den Eindruck gewinnen, dass der Parteiflügel, der das tut, nach und nach die Oberhand gewinnt. Sei es, weil er am lautesten brüllt, oder weil er tatsächlich dabei ist, die Mehrheit der Partei auszumachen, das kann ich nicht beurteilen. Besorgniserregend ist es allemal, wenn die Unterstützung für die AfD, trotz dieser Entwicklung, nahezu ungebrochen ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 19.September 2017, 07:54:54
Wird hier nicht eine ganze Partei verurteilt wegen den Entgleisungen einiger Mitglieder? Das ist genauso wenn man über alle Flüchtlinge schimpft nur weil sich einige nicht benehmen können.

Einen Unterschied sehe ich da doch, Denn dass man Flüchtling ist sucht man sich nicht aus, dass man Mitglied einer Partei ist hingegen schon.
Wenn sich einige Flüchtlinge nicht an die Regeln halten, kann man als Flüchtling das nur verurteilen, hat aber sonst keine Handhabe. Wenn sich hingegen die Mitglieder der Partei in der man ist daneben benehmen - und das nun nicht zum ersten Mal und auch über einen längeren Zeitraum - dann habe ich Mittel die ich nutzen könnte. Ich könnte versuchen die Partei in eine andere Richtung zu steuern, die "Schwarzen Schafe" aussortieren oder wenn das nicht hilft, die Partei verlassen. Der Neo-Liberale Flügel um Lucke hat genau das getan - und damit keinen Erfolg gehabt. Der "Erfolg" der Rest-AFD nach der Abspaltung von Luckes Alpha zeigt, dass sich Mitglieder und Wähler der AFD doch offensichtlich ganz wohl fühlen am rechten Rand und jenseits davon. Auch das ein Herr Gauland nach seinen Äußerungen noch Spitzenkandidat ist, bzw. eine Frau von Storch an der Spitze mit dabei ist, spricht in meinen Augen Bände.

Frage nicht verstanden? Es ging nicht darum ob man Flüchtling ist oder Mitglied einer Partei sondern das eine ganze Gruppe wegen Einzelner verurteilt wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 19.September 2017, 08:31:13
Die Aktionen und Äußerungen von Parteimitgliedern der AfD sind auf dem Papier Einzelmeinungen. Ich als Privatperson kann auch meine ganz eigene Meinung haben. Stehe ich jedoch zur Wahl oder arbeite in der Politik, haben meine Äußerungen ein anderes Gewicht. Dann vertrete ich eben nicht nur meine Meinung, sondern auch die meiner Partei und ihrer potentiellen Wähler. Durch meine Aussagen vertrete ich die Überzeugungen, für die meine Partei steht. Das ist ein Wesenszug des politischen Diskurses. Wenn ich in Grundfragen eine abweichende Meinung von den Parteileitlinien habe, dann ist es meine Pflicht, eben dies deutlich und klar zu sagen.

Wenn Einzelne sich als Abgeordnete (verbale) Fehltritte leisten, werden sie dafür im Normalfall zur Rechenschaft gezogen (Rüge seitens der Partei, Entzug der Unterstützung, Parteiausschluss, die Möglichkeiten sind da vielfältig). Diese Aufarbeitung findet jedoch in der AfD offenkundig nicht statt, was für viele den Schluss zulässt, dass Gedankengut aus dem völkischen bis rechtsextremen Spektrum in der AfD toleriert wird. Das rechtfertigt den kritischen Umgang mit dieser Partei seitens der Medien und seitens einiger User.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 09:39:28
Wenn Einzelne sich als Abgeordnete (verbale) Fehltritte leisten, werden sie dafür im Normalfall zur Rechenschaft gezogen (Rüge seitens der Partei, Entzug der Unterstützung, Parteiausschluss, die Möglichkeiten sind da vielfältig). Diese Aufarbeitung findet jedoch in der AfD offenkundig nicht statt, was für viele den Schluss zulässt, dass Gedankengut aus dem völkischen bis rechtsextremen Spektrum in der AfD toleriert wird. Das rechtfertigt den kritischen Umgang mit dieser Partei seitens der Medien und seitens einiger User.

Danke, Octa. Und um das anhand einiger Beispiele nochmal zu verdeutlichen, hier einige der "Fehltritte" von AfD-Politikern, die ungerügt blieben.

- Bernd "Björn" Höcke, thüringischer Landesvorsitzender der AfD und ehemaliger Geschichtslehrer (!), der vom Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" spricht, und damit sicherlich NICHT meint, dass der Holocaust eine Schande gewesen sei.

- Jens Maier, Direktkandidat der AfD in Dresden und ehemaliger Richter, der Verständnis für den fremdenfeindlich motivierten Terroristen Anders Breivik äußerte und sagte, Breivik habe aus Angst vor Überfremdung seine Anschläge verübt, bei denen 77 größtenteils junge Menschen ums Leben kamen

- Ulrich Oehme, Direktkandidat im Wahlkreis Erzgebirge II, warb auf Plakaten mit dem verbotenen SA-Spruch "Alles für Deutschland" und will angeblich nichts davon gewusst haben, dass dieser Spruch verboten sei. Seine Sprecherin sagte dazu, dass man die "Einschränkung der Redefreiheit bekämpfen" werde

- Markus Frohnmaier, Sprecher der Spitzenkandidatin Alice Weidel, der den "linken Gesinnungsterroristen" im Falle eines Einzugs der AfD ins Parlament damit drohte, "ausgemistet" zu werden. Fun Fact - Frohnmaier ist in Rumänien geboren und wurde von deutschen Eltern adoptiert, ist also nach dem von der AfD geforderten "ius sanguinis" gar kein Deutscher

- Alexander Gauland, der zuletzt forderte, man müsse auf die Leistungen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wieder stolz sein dürfen

- Alice Weidel, die in einer mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihr verfassten E-Mail von der Bundesregierung 2005 als "Schweine" und "Marionetten der Siegermaechte" (sic!) gesprochen hat; gleichzeitig übrigens eine syrische Asylbewerberin in dem mit ihrer aus Sri Lanka stammenden (!) Lebensgefährtin (!!) bewohnten Haus in der Schweiz (!!!) schwarz hat arbeiten lassen (!!!!)

Ich könnte diese Liste beliebig fortsetzen. Und es sind alles keine Partei-"Hinterbänkler" (von Oehme abgesehen), die sich solche Dinger geleistet haben, sondern die Gesichter, die Menschen, die die Partei prominent repräsentieren, Spitzenkräfte. Und dann soll es nicht in Ordnung sein, die Partei als Gesamtkonstrukt zu verurteilen?

EDIT: Und ich empfehle den von Kaliumchlorid verlinkten Artikel von Heise.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 10:15:54
Stimme eurer Argumentation weitestgehend zu. Was die AfD in meinen Augen (gut?) macht, ist, dass sie das Themenspektrum erweitert, das sich in den Jahren der Merkel-Regierung zugezogen hat. Angefangen beim Thema EU, über die Flüchtlingskrise bis hin zu der Frage nach dem Eigenen. Das kann man gut oder schlecht finden, jedenfalls spricht es m.E. für die Demokratie in Deutschland, dass (in diesem Fall von der CDU) aufgegebene Themenfelder besetzt werden.

Dass eine junge Partei auch eine Menge zwielichtiger Gestalten anzieht, ist ebenfalls nicht neues (vgl. die Grünen und ihre pädophilen Strömungen) - hier gilt es auf die Selbstheilungskräfte zu achten und diese auch einzufordern. Es gab ja schon den ein oder anderen Parteiausschluss, der ein oder andere ist am Laufen. Ob das nur Bauernopfer sind oder es die AfD irgendwann in Richtung gesellschaftlichen Konsens führt, bleibt abzuwarten.

- Bernd "Björn" Höcke, thüringischer Landesvorsitzender der AfD und ehemaliger Geschichtslehrer (!), der vom Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" spricht, und damit sicherlich NICHT meint, dass der Holocaust eine Schande gewesen sei.

Woher weißt du, dass Höcke "damit sicherlich NICHT meint, dass der Holocaust eine Schande gewesen sei"? Hast du die Rede gehört/nachgelesen - oder nur die Headlines dazu?
Er hat nach meiner Erinnerung davon gesprochen, dass Deutschland als einziges Land in sein Zentrum ein "Denkmal der Schande" stellt - d.h. seinem Totalversagen den zentralen Erinnerungsort (topographisch und geistig) einräumt, wohingegen alle anderen Nationen positive Momente ihrer Vergangenheit ins Zentrum rücken. (Arc de Thriomphe etc.) So wie ich die Rede verstanden habe, ging es ihm um die Frage, ob aus einer negativen Identität etwas positives (ein positives Selbstbild, wenn man so will) entstehen kann.

Die Frage finde ich im Übrigen sehr interessant und fällt für mich in die eingangs erwähnte Erweiterung des Spektrums, die ich - in diesem Fall - als wohltuend empfinde. Welche Schlüsse man daraus zieht, ist dann eine andere Frage.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 10:33:46
Weil Höcke ein verdammter Rassist ist. Ich würde mich nicht wundern, wenn er den Holocaust privat leugnet. Ich kann dem Typen nur schlechte Absichten unterstellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.September 2017, 10:43:14
@Tery: Ich hoffe, die meisten hier können deinen Beitrag auch so differenziert auffassen, wie du ihn (meiner Interpretation nach) gemeint hast. Sonst wirst du ganz schnell als AfD-Versteher (noch besser: Nazi-Versteher) abgestempelt. Wie gesagt, ich hoffe das nicht, denn ich finde, dein Post beleuchtet nochmal Komponenten, die in der bisherigen Diskussion außer Acht gelassen worden sind.

Sicher ist die AfD eine "junge Partei", in der erst einmal alle möglichen politischen Kräfte und Strömungen versuchen, sich zu profilieren. Es stellt sich aber eben auch die Frage nach der Dominanz. Ich wüsste nicht, dass bei den Grünen jemals das Parteiprogramm von Pädophilen innerhalb der Partei geprägt worden wäre (ich lasse mich auch eines Besseren belehren). Bei der AfD kann man ja schon eindeutig eine Entwicklung von der ursprünglichen Anti-Euro-Partei hin zu einer völkisch-nationalistischen Ausprägung benennen - und das an zahlreichen Beispielen und sicherlich auch konkret an der Entwicklung des Wahlprogramms (ich habe mir diesmal nicht den "Spaß" gemacht, es zu lesen, wie ich das bislang getan habe). Das wurde hier ja auch alles schon ausführlich geschildert. Von daher bin ich da ziemlich skeptisch, was "gesellschaftskonforme" Selbstheilungskräfte anbelangt.

Zum Höcke-Zitat: Ich denke, es gibt mindestens zwei zulässige Interpretationen, die sich auch nicht zwangsläufig widersprechen. 1.) Das wäre deine Interpretation: die "Schande" (=der Holocaust) bekommt einen zentralen Erinnerungsort (Höcke zu zentral). 2.) Das Denkmal an sich ist eine Schande, bzw. es ist eine Schande, dass dieses mitten in Berlin steht.
Beide Interpretationen zeugen, meiner Meinung nach, von einem sehr bedenklichen Geschichtsbild und der Art und Weise, wie Höcke (und offenbar auch der ihn in Schutz nehmende Gauland) Erinnerungskultur auffasst. Es lässt sich nunmal nicht wegdiskutieren, dass der Holocaust ein zentraler Bestandteil deutscher Geschichte ist, insbesondere der vergleichsweise jungen Geschichte des vereinten Deutschland. Man kann ja gerne darüber diskutieren, ob man nicht auch positive Anknüpfungspunkte an die deutsche Geschichte ins Licht rücken möchte (wobei auch hier noch darüber zu reden wäre, was Höcke und Co. damit meinen), aber der Ausspruch Höckes hat durchaus einen geschichtsrevisionistischen Touch, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Im Übrigen erscheint mir die Suche nach positiven Anknüpfungspunkten in der deutschen Geschichte, der Ausdruck eines künstlich heraufbeschworenen, nationalen (oder nationalistischen?) Minderwertigkeitsgefühls dieser Leute zu sein.

Edit: Persönlich glaube ich übrigens, dass Lupus Immortalis mit seiner Einschätzung richtig liegt. Nachweisen kann ich es Höcke aber nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 10:45:14
...
- Alice Weidel, die in einer mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihr verfassten E-Mail von der Bundesregierung 2005 als "Schweine" und "Marionetten der Siegermaechte" (sic!) gesprochen hat; gleichzeitig übrigens eine syrische Asylbewerberin in dem mit ihrer aus Sri Lanka stammenden (!) Lebensgefährtin (!!) bewohnten Haus in der Schweiz (!!!) schwarz hat arbeiten lassen (!!!!)
...

Die Dame, die von Extra3 als "Nazischlampe" bezeichnet werden darf, ist übrigens im Bodenseekreis (Überlingen) gemeldet, lebt aber laut Schweizer Behörden in der Schweiz und zahlt da Steuern. Flüchtling. Steuerflüchtling. Großer Sport. "Hol Dir Dein Land zurück" mal anders...

Hier nachzulesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Weidel


Gott, wie ich dieses braune Gschwerl hasse!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 10:48:49
Wird ja immer besser mit der. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 19.September 2017, 10:56:18
Zu der Holocaust-Mahnmal-Geschichte sag ich besser nix, sosnt steh ich auch gleich wieder als Nazi da. Aber da ich das nun geschrieben habe, muss ich wohl doch was dazu sagen.
Die BRD, und mit ihr ihre Bewohner identifizieren sich viel zu sehr über diese 12 dunklen Jahre. Die deutsche Geschichte ist aber wenn man es eng auffasst tausende Jahre alt.
Ich persönlich bleibe dabei: Ich kann nix dafür, mir ist bewußt was da passoert ist und wie extrem schlimm das war und ja, es ist ein Schandfleck und es muss und soll daran erinnert werden. Trotzdem hat es nix mit meiner Identität zu tun und auch in der "deutschen Identität" mMn nix verloren. Es ist nicht mein Schandfleck. Es sollte eher dazu dienen aufzuzeigen, was passieren kann, wenn ein (ob das deutsche oder irgendein anderes) Volk blind folgt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 11:00:13
@Tery: Ich hoffe, die meisten hier können deinen Beitrag auch so differenziert auffassen, wie du ihn (meiner Interpretation nach) gemeint hast. Sonst wirst du ganz schnell als AfD-Versteher (noch besser: Nazi-Versteher) abgestempelt. Wie gesagt, ich hoffe das nicht, denn ich finde, dein Post beleuchtet nochmal Komponenten, die in der bisherigen Diskussion außer Acht gelassen worden sind.

Ich hoffe auch. Aber da das MTF bislang das einzige Forum ist, das ich kenne, in dem solche und ähnlich schwierige Diskussionen (Religion) sachlich geführt werden können, bin ich da ganz optimistisch. Der Umgangston hier gehört nach wie vor zu den Oasen des von mir aufgesuchten Teils des Internets - insofern befürchte ich hier wenige unreflektierte Beißreflexe (die ich aber auch abkönnte). :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 11:01:29
Ich identifiziere mich auch 0,0 mit der Zeit des Dritten Reiches und sehe bei mir keine Schuld. Mich nervt es auch, dass von außen (und innen) immer wieder per se mit dem Zeigefinger auf Deutschland gedeutet wird. Dennoch sollte das gerade im Bewusstsein Deutschlands einen Platz haben, denn es war nun mal Deutschland, dass damals für sehr viele Gräueltaten verantwortlich war.

Soll heißen: man kann das Geschehene nicht mehr ändern, aber man sollte aus der Vergangenheit lernen und frühzeitig reagieren, wenn wieder solche Strömungen aufkommen. Deswegen "NEIN" zur AfD!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 11:11:39
Bin da vollkommen bei dir - allerdings heißt aus der Vergangenheit lernen auch, dass man gegen jede totalitäre Doktrin (egal welcher Richtung und Eigenart) skeptisch bis abwehrend sein sollte.

Es wird schon aus biologischen Gründen kein zweites Drittes Reich geben - dazu fehlt es an der Masse, die verheizt werden könnte*. Und Masse braucht man; nichtmal als Befürworter, als Mitläufer reicht schon.


* EDIT: Da in dem Zusammenhang äußerst unglückliche Wortwahl (Danke für den Hinweis!): Mir geht es um die Anzahl an Unterstützern/Profiteuren, die bereit sind, sich für die "Idee" zu opfern bzw. aus irgendwelchen Motiven mitlaufen - und dementsprechend von der Parteiführung benutzt werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.September 2017, 11:19:07
Dann sage ich auch nochmal kurz was zum Holocaust Gedenken, weil ich befürchte, dass meine persönliche Position in meinem Beitrag etwas untergegangen ist.

Ich sehe das wie Stefan und White: Mich persönlich trifft deswegen keine Schuld und ich empfinde deswegen auch keine Scham, Schande, oder sonstwas. Trotzdem ist es ein sehr zentraler, da (im negativen Sinne) herausragender Bestandteil der Geschichte eines vereinten Deutschlands seit 1871 (White hatte ja schon angedeutet, dass man den zeitlichen Rahmen auch anders fassen kann, aber das wäre nur ein weitere Fass, das ich jetzt nicht öffnen möchte). Ich empfinde es übrigens überhaupt nicht so, dass von außen und innen ständig mit dem Zeigefinger auf Deutschland gezeigt wird. Es mag sein, dass das Thema etwas überrepräsentiert ist und vermutlich ist es z.B. nicht gerade hilfreich, dass die NS-Zeit im Geschichtsunterricht gefühlt jedes Jahr erneut totgekaut wird (ein Dozent von mir bemerkte mal zynisch, dass die Deutschen ebenso gründlich bei der Aufklärung des Holocaust, wie bei dessen Ausführung waren). Das ändert aber nichts an der Relevanz des Themas für eine deutsche Erinnerungskultur.
Mal ganz davon abgesehen, dass die Bundesrepublik sozusagen aus den Trümmern des 3. Reichs entstanden ist und damit eben auch in besonderer Art und Weise ein Bezug zu dieser Phase deutscher Geschichte hergestellt ist.

Wie gesagt, ich habe nichts dagegen, positive Entwicklungen stärker in den Vordergrund zu rücken, aber man darf deswegen z.B. den Holocaust nicht vergessen. Für mich macht dieser deswegen aber noch lange nicht Deutschland und die deutsche Geschichte aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 19.September 2017, 11:38:34
Ich habe die Diskussion (Interessante Videos) mal ausgelagert und an diesen klassischen Thread gehängt. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 11:49:16
Es wird schon aus biologischen Gründen kein zweites Drittes Reich geben - dazu fehlt es an der Masse, die verheizt werden könnte.

Uff, die Wortwahl finde ich gerade etwas problematisch in dem Zusammenhang. ;)

Aber das Problem ist - es gibt diese Mitläufer ja. Die AfD hat alle Chancen, als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzuziehen, und dass sie völkisch-nationalistische Ziele verfolgt, haben wir ja in der Diskussion inzwischen herausgestellt. Und man wird nicht potentiell drittstärkste Kraft, indem man sich nur auf seine Basis verlässt, da muss es genug Leute geben, die das mittragen.

Und natürlich sind wir, unsere Generation, nicht dafür verantwortlich, welche Gräueltaten die Nazis begangen haben, aber ich finde, wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung uns selbst und der Welt gegenüber, damit es sich nicht wiederholt. Und dementsprechend kann nicht genug daran erinnert und gemahnt werden.

Aber es ist ja nicht so, als würde ich die deutsche Geschichte darauf reduzieren. Gerade im Bereich der Kultur hat Deutschland einiges zu bieten, Schiller, Goethe, diverse Komponisten und so weiter. Und ich sehe mir selbst gerne Burgen und Schlösser an und erfahre mehr über deren Geschichte, und das sind alles Dinge, die zu unserer Kultur gehören.

Okay, anders ausgedrückt - das, was Fuchs sagt. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 11:56:07
Es wird schon aus biologischen Gründen kein zweites Drittes Reich geben - dazu fehlt es an der Masse, die verheizt werden könnte.

Uff, die Wortwahl finde ich gerade etwas problematisch in dem Zusammenhang. ;)

Oh Gott, das fällt mir jetzt erst auf :blank: - danke, dass du mich trotzdem richtig verstanden hast. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 19.September 2017, 12:00:48
Es wird schon aus biologischen Gründen kein zweites Drittes Reich geben - dazu fehlt es an der Masse, die verheizt werden könnte.

Uff, die Wortwahl finde ich gerade etwas problematisch in dem Zusammenhang. ;)

Fällt mir jetzt erst auf :blank: - aber danke, dass du mich trotzdem richtig verstanden hast. :)

Das habe ich mir auch sofort gedacht... Ich habe mich aber dagegen entschieden es zu thematisieren. Nichtsdestotrotz war das ein Fehlgriff, Tery. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 19.September 2017, 12:06:08
Zu AfD, Nazi und Co schreib ich später, wenn ich denn die Zeit dazu finde, das geht nicht so schnell, hab aber eine ähnliche Sicht wie Tery.

Nur kurz so viel, also ich finde das Thema des Holocausts jetzt nicht allgegenwärtig und im Alltag eigentlich kaum, außer eben es geht explizit darum. Ein oben beschriebener Fingerzeig ist mir eigentlich noch überhaupt nie aufgefallen
Der Holocaust hat mit mir genauso wenig zu tun wie "die Missionierung" der Neuen Welt, Progrome oder ähnliches. Ob da in Berlin ein Denkmal steht betrifft mich genauso wenig.

Und vielleicht noch ein Satz, für den ich vermutlich von einigen Missgunst ernten werde:
Wenn wir mal ehrlich sind -
seien es die, die sich persönlich die Bekehrung der tiefbraunen AfD, die eh alles Nazis sind, auf die Fahne geschrieben haben
Oder die, die in Merkel und den Eliten den Untergang Deutschlands sehen
(natürlich beide bequem auf der Couch daheim)
Oder die irgendwo in der Mitte
- wenn wir ehrlich sind, sind wir doch froh, dass wir nicht die sein müssen, die entscheiden müssen, wie viele Flüchtlinge ins Land dürfen, wie viel wir wegsehen, oder ob wir nicht gleich noch große Schiffe nach Afrika schicken um sie zu uns zu holen oder sie doch zurückzuschicken
Hmm war doch n längerer Satz, ich hoffe ihr versteht was ich meine  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 19.September 2017, 12:07:37
...
- Alice Weidel, die in einer mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihr verfassten E-Mail von der Bundesregierung 2005 als "Schweine" und "Marionetten der Siegermaechte" (sic!) gesprochen hat; gleichzeitig übrigens eine syrische Asylbewerberin in dem mit ihrer aus Sri Lanka stammenden (!) Lebensgefährtin (!!) bewohnten Haus in der Schweiz (!!!) schwarz hat arbeiten lassen (!!!!)
...

Die Dame, die von Extra3 als "Nazischlampe" bezeichnet werden darf, ist übrigens im Bodenseekreis (Überlingen) gemeldet, lebt aber laut Schweizer Behörden in der Schweiz und zahlt da Steuern. Flüchtling. Steuerflüchtling. Großer Sport. "Hol Dir Dein Land zurück" mal anders...

Hier nachzulesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Weidel


Gott, wie ich dieses braune Gschwerl hasse!

Kein Wunder dass auf AFD-Wahlplakaten mit diesem Spruch das Matterhorn zu sehen war ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 12:14:44
Dann sage ich auch nochmal kurz was zum Holocaust Gedenken, weil ich befürchte, dass meine persönliche Position in meinem Beitrag etwas untergegangen ist.

Ich sehe das wie Stefan und White: Mich persönlich trifft deswegen keine Schuld und ich empfinde deswegen auch keine Scham, Schande, oder sonstwas. Trotzdem ist es ein sehr zentraler, da (im negativen Sinne) herausragender Bestandteil der Geschichte eines vereinten Deutschlands seit 1871 (White hatte ja schon angedeutet, dass man den zeitlichen Rahmen auch anders fassen kann, aber das wäre nur ein weitere Fass, das ich jetzt nicht öffnen möchte). Ich empfinde es übrigens überhaupt nicht so, dass von außen und innen ständig mit dem Zeigefinger auf Deutschland gezeigt wird. Es mag sein, dass das Thema etwas überrepräsentiert ist und vermutlich ist es z.B. nicht gerade hilfreich, dass die NS-Zeit im Geschichtsunterricht gefühlt jedes Jahr erneut totgekaut wird (ein Dozent von mir bemerkte mal zynisch, dass die Deutschen ebenso gründlich bei der Aufklärung des Holocaust, wie bei dessen Ausführung waren). Das ändert aber nichts an der Relevanz des Themas für eine deutsche Erinnerungskultur.
Mal ganz davon abgesehen, dass die Bundesrepublik sozusagen aus den Trümmern des 3. Reichs entstanden ist und damit eben auch in besonderer Art und Weise ein Bezug zu dieser Phase deutscher Geschichte hergestellt ist.

Wie gesagt, ich habe nichts dagegen, positive Entwicklungen stärker in den Vordergrund zu rücken, aber man darf deswegen z.B. den Holocaust nicht vergessen. Für mich macht dieser deswegen aber noch lange nicht Deutschland und die deutsche Geschichte aus.


Mit einer "betrifft mich nicht"- oder "war vor meiner Zeit"-Einstellung betreibt man aber auch schnell so etwas wie patriotische Rosinenpickerei, denn mit dem Argument dürften die Dichter und Denker nicht mehr Teil der deutschen Kultur sein (sind ja größtenteils noch viel länger tot als die Nazis und ihre Opfer), und auch sonst hatten die meisten Leute, die heute am Leben sind, herzlich wenig mit den Dingen zu tun, die man als deutsche Kulturerrungenschaften ansehen könnte, auch mit solchen in der Gegenwart. Man muss also entweder das komplette Paket als relevant akzeptieren, wo das Dritte Reich als eine der größten menschengemachten Katastrophen der Geschichte nun mal ein wichtiger Bestandteil ist, oder man lehnt alles davon ab, singt die Nationalhymne nicht mehr, freut sich nicht mehr über Erfolge der deutschen Nationalmannschaft usw.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.September 2017, 12:15:06
Okay, anders ausgedrückt - das, was Fuchs sagt. :D

Können wir das nicht als allgemeingültige Forenregel einführen? ;D

@Hindi: Ist schon richtig, die meisten hier dürften froh sein, dass sie nicht in politischer Verantwortung stehen. Da ist es dann auch einfacher, es "besser" zu wissen. Trotzdem finde ich es gut und wichtig, dass man sich über solche Themen Gedanken macht und darüber spricht. Letztlich kann man sich nur so eine fundierte Meinung bilden und davon lebt Demokratie ja letztlich auch. Und sei es nur, um alle paar Jahre mal sein Kreuzchen zu setzen (oder eben auch nicht)... ;)

Edit: @idioteque: Das widerspricht auch gar nicht dem was ich geschrieben habe. Da sind wir uns vollkommen einig. :)
Um das nochmal etwas detaillierter auszuführen: Ich schrieb "mich persönlich trifft deswegen keine Schuld", nicht, dass es mich nicht betreffe. Natürlich besteht die von dir benannte Gefahr patriotischer Rosinenpickerei (schöne Bezeichnung und das ist durchaus etwas, das ich Höcke und Co. unterstellen würde). Ich habe aber, glaube ich, ausreichend die Relevanz "dunkler Seiten" der Geschichte betont, um es mal ganz allgemein zu formulieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 12:18:55
@idioteque: Volle Übereinstimmung, allerdings hatte ich den von dir zitierten Post von Fuchs auch so verstanden. Er sieht das als elementaren Bestandteil der Geschichte, empfindet aber keine Scham oder Schuld. Ich bin mir sicher, dass er auch die Dichter und Denker als wichtigen Bestandteil der Vergangenheit ansieht, ohne morgens vor Stolz nicht aus dem Bett zu kommen, weil hier mal ein Goethe rumgelaufen ist ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.September 2017, 12:20:33
Danke Tery. Genau so. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 12:20:50
War auch gar nicht als Widerspruch gemeint, ich wollte nur klar machen, an welchen Teilstrang der Diskussion ich anknüpfe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.September 2017, 12:22:44
Dann hatte ich deinen Post falsch interpretiert. Sorry!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 12:25:24
@idoteque: Okay, dann stimmen wir völlig überein :)


Um einen weiteren Aspekt des "Lernen aus der Vergangenheit" oder der "Verantwortung aufgrund der Vergangenheit" ins Feld zu führen: Ich finde es äußerst problematisch, dass man als Jude z.B. in Berlin wieder Angst haben muss, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen oder dass auf Demonstrationen regelmäßig judenfeindliche Parolen inkl. Hitlergruß zu sehen sind. Da wünsche ich mir von der Politik deutlich mehr als nur verbale Betroffenheit oder Verurteilungen der Vorfälle (was z.B. auch auf die Terroranschläge zutrifft).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 13:54:26
Hihi...

https://www.youtube.com/watch?v=LEoImE7Waqo
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 19.September 2017, 13:59:14
Ich tue mich dieses Mal sehr schwer eine Entscheidung zu treffen, wen ich wählen soll.

Das Dilemma ist ja, dass wohl nur zwei Möglichkeiten realistisch sind. Große Koalition oder vielleicht Jamaika.

Da ich schon will, dass sich die Zusammensetzung der Regierung zumindest ändert, wäre ich für Jamaika. Doch da fallen für mich zwei Parteien weg. Die andere Partei steckt in einem Dilemma und muss vielleicht in dieser Koalition zu viele Kompromisse eingehen.
http://www.politico.eu/article/german-greens-caught-in-coalition-dilemma-germany-election-spd-fdp/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.September 2017, 14:02:51
Ich bin der Meinung, die Regierung müsste viel offensiver mit dem Flüchtlingsproblem umgehen und auch echte Probleme offen thematisieren anstatt sie unter den Tisch kehren zu wollen. Die Kriminalität hat seit der Flüchtlingswelle zu genommen, das kann man doch zugeben und gleichzeitig Maßnahmen in die Wege leiten (und auch darüber berichten), wie man das Problem einzudämmen gedenkt. Gleichzeitig sollte man viel besser darüber informieren, was derzeit mit vielen Flüchtlingen geschieht: wie viele machen einen Deutschkurs, wie viele machen eine Ausbildung, wie viele gehen zur Schule oder Uni, wie viele haben einen Job gefunden. Selbst wenn man proaktiv nach solchen Dingen im WWW sucht findet man nichts, was wirklich aussagekräftig wäre und wenn man mal eine Statistik findet, dann ist die so kompliziert verfasst, dass man ohne Mathe-/Statistikstudium als Otto Normalo nichts richtig interpretieren kann.

Und wenn da Scheißzahlen bei rauskommen, dann muss man eben das Rückgrat haben und dazu stehen, gleichzeitig aber weiter am Problem arbeiten. Die Aufgaben sind zu groß, als dass man sie einfach nur mit der Floskel "wir schaffen das" lösen und Probleme aussitzen könnte. Ich denke mal, das ist ein großer Punkt, weswegen sich viele Bürger (auch in meinem Umfeld, fast alles Selbständige und oder Akademiker) verarscht vorkommen und die Nase voll haben. Die AfD will in meinem Umfeld trotz allem keiner wählen, ich werde das auch nicht tun, die Bande ist einfach unwählbar, trotz allen Ärgers auf die Regierung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 14:16:06
Das ist viel Richtiges dabei, Signor Rossi. Dieses argumentativ doch recht dünne "wir schaffen das" hat sich zum Eigentor Merkels entwickelt, weil eben nicht aufgezeigt wurde, wie das funktionieren soll. Ich denke, dass durchaus mehr Verständnis und Nachsicht seitens der Bevölkerung gegeben wäre, wenn man über die Pläne und Wege ins Bild gesetzt worden wäre, wie die Integration der Flüchtenden geplant ist und was dazu notwendig ist.

Zugegebenermaßen eine romantisierte Ansicht meinerseits, aber so war es halt in der Tat recht bescheiden. Ich werfe Merkel auch keinesfalls vor, dass man so viele Flüchtende aufgenommen hat (ganz im Gegenteil: ich fand das richtig und wichtig!), nur die Herangehensweise war naiv und amateurhaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.September 2017, 14:29:07
Dem kann ich eigentlich auch nur zustimmen. Ein offener Umgang mit Problemthemen - im Moment ist wohl das mit der höchsten Sprengkraft, die Flüchtlingsthematik - wäre nicht nur verantwortungsvoll, sondern würde der Demokratie insgesamt auch gut tun, denke ich. Der Bürger hätte eben wieder mehr das Gefühl einbezogen zu werden.
Ich vermute aber, das geschieht nicht, weil die Parteien Angst haben, den Menschen Angst zu machen. Denn solche gewaltigen Problemstellungen sorgen eben erstmal für Unbehagen und das zu beseitigen erfordert einen erheblichen Aufwand an Er- und Aufklärung, verbunden mit Glaubwürdigkeit und Integrität (dazu müsste das entsprechende Personal her). Dazu kommt, dass man womöglich Angst hat, im Kampf um die öffentliche Meinung gegen Populisten ins Hintertreffen zu geraten - wobei gerade die sich ja durch nackte Zahlen leicht entlarven lassen müssten.

Im Übrigen finde ich den ganzen Wahlkampf ziemlich lachhaft, was für mich mit ein Grund war, diesmal "Die Partei" zu wählen. Die wirklich wichtigen Themen, die aus meiner Sicht früher oder später mit massiven gesellschaftlichen Umwälzungen verbunden sein werden, werden nicht wirklich - oder wenn, dann rückwärtsgewandt - aufgegriffen: zum einen die Flüchtlingsthematik, zum anderen stehen wir an der Schwelle der Digitalen Gesellschaft und zum dritten gibt es da immer noch so etwas wie den Klimawandel und drohende Umweltkrisen.
Das sind alles Themen, bei denen es Mut erfordert, sie klar anzusprechen (siehe oben) und man bräuchte Ideen und Visionen, für eine zukünftige Gesellschaft, die man a) vermitteln kann und für die man b) Lösungsvorschläge hat, wie man da hinkommen kann. Ich sehe aktuell keine Partei, die derartige (zukunftsorientierte) Visionen hat und den Mut aufbringt, den Menschen trotz all der Probleme, auch die Chancen aufzuzeigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Emanuel am 19.September 2017, 15:00:04
Das allgemeine Verständnis von Demokratie und Politik ist in unserer Gesellschaft über die Jahrzehnte extrem verkümmert. Ein Großteil der Bevölkerung sieht die Politik aus der Rolle des Konsumenten. Man wirft einen oberflächlichen oder auch genauen Blick auf das Angebot der Parteien (bei der FDP hat man die eigenen politischen Botschaften mit dem Label C.L. versehen und so aus dem Nichts einen Verkaufsschlager generiert) und wählt dann alle paar Jahre eine Partei für sich aus. Scheint das Angebot nicht zu den eigenen Vorstellungen zu passen, dann zieht man sich zurück auf die Position des passiven Beobachters, tut eventuell noch seinen Unmut kund und verfällt wieder in seinen Winterschlaf. Sich aber aktiv am politischen Diskurs zu beteiligen und sich darauf zu besinnen, dass auch Parteiprogramme nicht gottgegeben sind sondern stets zur Debatte stehen, fällt den wenigten ein. Dann lieber wieder zurück auf die Couch und am Sonntag "Die Partei" wählen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 19.September 2017, 15:08:25
"Die Partei" zu wählen ist Protestwahl. Ich sehe darin keinen Mehrwert. Für mich fast dasselbe wie nicht wählen zu gehen. Was passiert denn, wenn die Partei wirklich in den Bundestag einzöge oder gar in die Regierung aufgenommen werden würde?
Sie haben kein umsetzbares Programm (wie auch manch andere Parteien, die es ernst meinen).

Wahlen in Deutschland waren schon immer sich für das kleinere "Übel" zu entscheiden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 15:11:49
Die Kriminalität hat seit der Flüchtlingswelle zu genommen

Quellen? Statistiken? Zahlen?

Ich lese dieses Argument immer wieder, aber es hat noch nie einer geschafft, mir das mal zu belegen - weil die Kriminalstatistik diesbezüglich einfach nicht aussagekräftig genug ist, da sie auch Dinge umfasst, die beispielsweise nur von Ausländern begangen werden können (Verstöße gegen das Melde- oder Asylbewerbergesetz sind auch Straftaten, die in der Kriminalstatistik erfasst werden), oder auch Delikte, die von Durchreisenden oder Touristen begangen werden. Randalierende ausländische Hooligans zum Beispiel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 19.September 2017, 15:34:20
Die Kriminalität hat seit der Flüchtlingswelle zu genommen

Quellen? Statistiken? Zahlen?


TAZ klick (http://www.taz.de/!5399643/)
Welt klick (https://www.welt.de/politik/deutschland/article163918666/Zahl-der-tatverdaechtigen-Zuwanderer-steigt-um-52-7-Prozent.html)
Stern klick (http://www.stern.de/panorama/stern-crime/warum-der-anteil-von-fluechtlingen-an-gewaltverbrechen-so-hoch-ist-7421808.html)

Zitat von: Welt
Denn die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 52,7 Prozent auf 174.438 gestiegen. Um einen Vergleich mit der übrigen Bevölkerung zu ermöglichen, sind Straftaten, die nur Zuwanderer begehen können, etwa die unerlaubte Einreise, schon herausgerechnet.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 15:35:48
Ganz abgesehen von der fehlenden Transparenz in der Flüchtlingsfrage sehe ich in Deutschland nun wirklich keinen Grund, "Protest" zu wählen. Ich finde "Die PARTEI" ja auch witzig und liebe deren PR-Aktionen, aber im Endeffekt möchte ich meine Stimme doch jemandem geben, von dem ich mir erhoffe, dass er meine Vorstellungen auf politischer Ebene umsetzt.

Und nein, die AfD sehe ich absolut nicht als Protest-Partei. Für mich ist das eine Partei, die auf die billigste und erbärmlichste Art und Weise Fremdenfeindlichkeit und Rassismus hoffähig macht und Ängste schürt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 15:40:03
Zitat von: Welt
Denn die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 52,7 Prozent auf 174.438 gestiegen. Um einen Vergleich mit der übrigen Bevölkerung zu ermöglichen, sind Straftaten, die nur Zuwanderer begehen können, etwa die unerlaubte Einreise, schon herausgerechnet.


Ebenfalls dort:

Zitat
Auf der anderen Seite klettern auch rechtsextreme Straftaten auf einen neuen Höchststand seit dem Start der Erhebung 2001. 23.555 Taten zählte die Polizei hier, zumeist Propagandadelikte – ein Anstieg um 2,6 Prozent. Es ist die höchste Marge im Feld politischer Straftaten, links gab es 9.389 Delikte.


Und sowas wird m.E. durch etliche AfD-Funktionäre und deren Äußerungen durchaus begünstigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 19.September 2017, 15:44:01
Stimmt schon Stefan. Dass durch die Flüchtlingswelle auch die Straftaten der Rechtsextremen zunehmen, finde ich wenig überraschend. Das ist die logische und traurige Folge.

Persönlich halte ich die Flüchtlingswelle auch für problematisch, allerdings fühle ich mich dadurch nicht bedroht. Eher müssen Lösungen gefunden werden den Menschen zu helfen und nicht Lösung, die Menschen davon abzuhalten zu flüchten.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 15:44:47
Die Kriminalität hat seit der Flüchtlingswelle zu genommen

Quellen? Statistiken? Zahlen?


TAZ klick (http://www.taz.de/!5399643/)
Welt klick (https://www.welt.de/politik/deutschland/article163918666/Zahl-der-tatverdaechtigen-Zuwanderer-steigt-um-52-7-Prozent.html)
Stern klick (http://www.stern.de/panorama/stern-crime/warum-der-anteil-von-fluechtlingen-an-gewaltverbrechen-so-hoch-ist-7421808.html)

Zitat von: Welt
Denn die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 52,7 Prozent auf 174.438 gestiegen. Um einen Vergleich mit der übrigen Bevölkerung zu ermöglichen, sind Straftaten, die nur Zuwanderer begehen können, etwa die unerlaubte Einreise, schon herausgerechnet.

Allerdings ist auch die Anzahl der Zuwanderer zwischen 2015 und 2016 deutlich gestiegen, insofern ist der Anstieg kein Wunder. Wenn mehr Menschen im Land sind, gibt es natürlich auch mehr Straftaten. Außerdem ist ein Großteil der "neuen" Straftaten innerhalb der Flüchtlingsheime registriert worden. Für Leute außerhalb der Heime ist das Leben also nicht wirklich unsicherer geworden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 15:47:58
Stimmt schon Stefan. Dass durch die Flüchtlingswelle auch die Straftaten der Rechtsextremen zunehmen, finde ich wenig überraschend. Das ist die logische und traurige Folge.
...

Traurig ja. Logisch nein. Also nicht wirklich. Eher beschämend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 19.September 2017, 15:49:05
Zum letzten Zitat aber bitte den vollständigen Text:

Zitat von: TAZ
Schaut man nur auf die Gewalttaten, liegen Rechte und Linke gleichauf: bei je rund 1.700 Delikten.

Wenn man schon den Anstieg "Straftaten Zuwanderer" mit "Straftaten rechts" in einen Topf wirft (was kausal vermutlich ebenfalls einen gewissen Zusammenhang hat), würde ich da genauer hingucken. Lieber 5000 Propagandadelikte als 10 Gewalttaten. Egal durch wen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 15:52:15
Nix für Ungut @idioteque, aber was ist mit der Silvesternacht in Köln, den Terroranschlägen in Würzburg, Berlin, Paris, Barcelona, England ... von denen nachweislich einige der Attentäter durch unsere offenen Grenzen eingereist sind?

Damit will ich nicht Migranten unter Generalverdacht stellen - aber politisch muss sowas deutlich anders organisiert werden. Im Interesse der Flüchtlinge, der eigenen Bevölkerung und auch unserer Nachbarstaaten, welche davon ja auch betroffen sind. Der Westen (= wir) hat nun mal Feinde, da verstehe ich die Naivität nicht, dass man offenkundig damit rechnet, dass offene Grenzen ohne negative Folgen bleiben...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 15:59:49
Und genau das kann man Merkels Politik vorwerfen: es wurde nicht darauf geachtet, wer da einreist. Bei der Masse verständlicherweise auch schwer, aber dennoch notwendig. Das meinte ich vorher u.a. auch, als ich schrieb, dass "wir schaffen das" keine Probleme löst.

Nochmal: ich fand und finde es richtig, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt, nur das "wie" war und ist ausbaufähig. Dass Gewalt gegen Ausländer dann aber eine logische Konsequenz sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 17:04:18
Nix für Ungut @idioteque, aber was ist mit der Silvesternacht in Köln, den Terroranschlägen in Würzburg, Berlin, Paris, Barcelona, England ... von denen nachweislich einige der Attentäter durch unsere offenen Grenzen eingereist sind?

So blöd das klingt, aber das ist rein statistisch ein Promillesatz gemessen an der Gesamtzahl an Straftaten, wenn überhaupt. Die Bedrohung wirkt nur deutlich größer dadurch, dass so viel über diese Taten berichtet wird. Wenn eine Person auf einen Schlag hundert Menschen umbringt, wird darüber sehr viel mehr berichtet als über hundert einzelne Morde. Die Gefahr, bei einem Autounfall zu sterben, ist immer noch um ein Zigfaches höher, als von einem Asylbewerber ermordet zu werden.
In Würzburg z.B. gab es einen Verletzten. Es gibt pro Jahr sicher Hunderte von Fällen, in denen jemand mit einer Waffe eine andere Person verletzt, über die nicht berichtet wird, weil der Täter nicht "Allahu Akbar" ruft.


Bevor das hier vergessen wird: Die Grenzen sind längst zu. Der allergrößte Teil aller Flüchtlinge wird in der Türkei, in Libyen oder auf dem Mittelmeer festgehalten. Dazu wurde der Familiennachzug aus Kriegsgebieten radikal eingeschränkt und Leute werden wieder nach Afghanistan abgeschoben. Das fällt nur niemandem auf, weil die EU und die Bundesregierung Autokraten dafür bezahlen, die Drecksarbeit zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 19.September 2017, 17:08:58
Die Grenzen sind zu? Also ich konnte mich tagelang im Dreiländereck Deutschland - Österreich - Schweiz bewegen ohne auch nur eine Uniform zu sehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 17:18:41
Die Außengrenze der EU natürlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 17:19:11
@idioteque: Ob das ein Promillesatz ist oder Autofahren gefährlicher ist, ist völlig irrelevant. Es geht mir nicht darum, dass meine Lebenserwartung dadurch statistisch beeinträchtigt wäre - sondern darum, dass es hier Straftaten von einer Art und in einer Häufung gibt, die es vorher so nicht gab. Es werden ja nicht nur Menschenleben angegriffen (was schlimm genug ist), sondern auch Lebensweisen.
Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, bevor ich auf einen Weihnachtsmarkt, ein Konzert (= in den öffentlichen Raum) gegangen bin. Das ist deutlich anders geworden. Und während sich das bei mir auf Menschenansammlungen beschränkt, geht es vielen Frauen in meinem Umfeld generell im öffentlichen Raum so. Das mögen jetzt diffuse Ängste sein und von mir aus - statistisch - völlig unbegründet, dennoch haben sie eine konkrete Einschränkung von Lebensqualität zufolge, die so (von Terroristen) gewollt und (von der Politik) zugelassen wird.

Und zu den Abschiebungen: Wir haben hunderttausende illegale Einwanderer im Land, die nicht abgeschoben werden können. Gleichzeitig haben sie hier keine Zukunft. Das ist politisch einfach Murks - für alle Beteiligten (ein paar Profiteure ausgenommen).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 19.September 2017, 17:21:13
Ich kehre nach 2009 am Sonntag mit meiner Stimme wieder zur FDP zurück. Die CDU wird sowieso gewinnen und die anderen Parteien sind für mich nicht wirklich eine Option. Eine drittstärkste Kraft FDP wäre wünschenswert, da sie bei einer großen Koalition dann die Oppositionsführer wären oder es für schwarz-gelb reicht und die SPD demnach dann die Opposition anführen würde. Eine Rolle, in welcher ich nicht wirklich gerne die AfD sehen möchte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 19.September 2017, 17:24:58
Nur mal rein aus Interesse: was macht die FDP denn jetzt anders bzw. besser als zu der Zeit, als Du sie nicht gewählt hast? Oder setzt Du Dein Kreuzchen tatsächlich rein taktisch?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 17:37:08
@idioteque: Ob das ein Promillesatz ist oder Autofahren gefährlicher ist, ist völlig irrelevant. Es geht mir nicht darum, dass meine Lebenserwartung dadurch statistisch beeinträchtigt wäre - sondern darum, dass es hier Straftaten von einer Art und in einer Häufung gibt, die es vorher so nicht gab. Es werden ja nicht nur Menschenleben angegriffen (was schlimm genug ist), sondern auch Lebensweisen.
Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, bevor ich auf einen Weihnachtsmarkt, ein Konzert (= in den öffentlichen Raum) gegangen bin. Das ist deutlich anders geworden. Und während sich das bei mir auf Menschenansammlungen beschränkt, geht es vielen Frauen in meinem Umfeld generell im öffentlichen Raum so. Das mögen jetzt diffuse Ängste sein und von mir aus - statistisch - völlig unbegründet, dennoch haben sie eine konkrete Einschränkung von Lebensqualität zufolge, die so (von Terroristen) gewollt und (von der Politik) zugelassen wird.

Und zu den Abschiebungen: Wir haben hunderttausende illegale Einwanderer im Land, die nicht abgeschoben werden können. Gleichzeitig haben sie hier keine Zukunft. Das ist politisch einfach Murks - für alle Beteiligten (ein paar Profiteure ausgenommen).

Was ich eben meine: diese Angst ist nicht wirklich rational, weil auch Konzert- und Weihnachtsmarktbesuche statistisch kaum gefährlicher geworden sind. Durch Terroranschläge sind in den letzten zwei Jahren europaweit vielleicht 300 Menschen gestorben. Wenn man das auf die Besucherzahlen dieser Veranstaltungen hochrechnet, ist die Gefahr quasi nicht existent. Terror funktioniert eben nur, weil er den Leuten Angst macht, nicht weil er wirklich so bedrohlich wäre.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 19.September 2017, 17:40:54
Nur mal rein aus Interesse: was macht die FDP denn jetzt anders bzw. besser als zu der Zeit, als Du sie nicht gewählt hast? Oder setzt Du Dein Kreuzchen tatsächlich rein taktisch?

Die FDP war 2013 am Ende und gab sich eine Woche nach der Landtagswahl in Bayern mit dem Slogan "Jetzt geht's ums Ganze" o.ä. dann noch selbst den Gnadenschuss, bevor sie dann von den Wählern aus dem Bundestag gewählt wurde. Für mich war diese Partei zu der Zeit ein führungsloser Haufen, der nicht mehr wusste, was er tat - Philipp Rösler war seinerzeit die denkbar schlechteste Option als Vorsitzender, das tat sein Übriges dazu.

Nun, vier Jahre später ist die FDP für mich wieder eine Option: Ich glaube durchaus, dass man in den letzten Jahren aus den verheerenden Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und sich Stück für Stück wieder in den Diskurs zurückgekämpft hat - in den Landtagswahlen seit 2015 wurden positive Ergebnisse erzielt und die Fraktionen scheinen vernünftige Arbeit zu leisten - zumindest werden nicht mehr kübelweise Häme bis hin zu schäumendem Hass (so kam es mir zumindest 2012-14 vor).

Nach vier Jahren GroKo ohne nennenswerte Opposition braucht es neuen Schwung, um das Land fit zu machen für die Aufgaben der kommenden Jahre und Jahrzehnte: Mir sagt der Auftritt der Partei in den letzten Monaten sehr zu und ich nehme es ihnen ab, wenn sie sich entsprechend dann für eine Modernisierung Deutschlands ausspricht und diese in den Fokus ihrer Kampagne stellt.

Ich hoffe nur, dass unabhängig etwaiger Optionen nach der Wahl all das ab dem 25. September nicht mehr wahr ist und sich in alte Muster verfällt. Von daher ist meine Wahl eine Mischung aus Überzeugung und Taktik.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 19.September 2017, 17:48:22
Abgesehen davon, dass ich die FDP aufgrund ihrer Vorstellungen und "Ziele" weiterhin für nicht wählbar halte (selbst als "Arbeitgeber"), muss mir dennoch die Frage gestattet sein:
Welche Punkte oder Thesen dieser Partei sind denn nun anders, als sie es zu der Zeit waren, wo sie von dir nicht gewählt wurden? Sie gehen doch praktisch mit selben Parolen erneut ins Rennen, mit denen sie zuletzt gnadenlos abgewatscht wurden und daraus "lernen" wollten..
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 19.September 2017, 17:56:55
Lernen wollte man sicherlich in der soliden Fraktions- und Regierungsarbeit und sich zukünftig demütig zeigen - aber gleichzeitig sich nicht mehr über den Tisch ziehen zu lassen für ein paar Pöstchen; ich gehe nicht davon aus, dass sie aus ihrem Programm lernen wollten, die Inhalte mögen sicherlich noch zu einem Großteil die selben sein.

So gesehen war meine Stimmabgabe 2013 rein taktischer Natur. Ich war mir nicht sicher, ob die FDP weiterhin Teil des Bundestags sein würde. Und da ich meine Stimme nicht "verschenken" würde bzw. sie nachher in der parlamentarischen Repräsentation nicht vorkommen würde, habe ich CDU gewählt. Ich persönlich würde mir nicht vorstellen können, eine Splittergruppierung zu wählen - dann doch lieber ungültig wählen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 18:14:01
@idioteque: Ob das ein Promillesatz ist oder Autofahren gefährlicher ist, ist völlig irrelevant. Es geht mir nicht darum, dass meine Lebenserwartung dadurch statistisch beeinträchtigt wäre - sondern darum, dass es hier Straftaten von einer Art und in einer Häufung gibt, die es vorher so nicht gab. Es werden ja nicht nur Menschenleben angegriffen (was schlimm genug ist), sondern auch Lebensweisen.
Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, bevor ich auf einen Weihnachtsmarkt, ein Konzert (= in den öffentlichen Raum) gegangen bin. Das ist deutlich anders geworden. Und während sich das bei mir auf Menschenansammlungen beschränkt, geht es vielen Frauen in meinem Umfeld generell im öffentlichen Raum so. Das mögen jetzt diffuse Ängste sein und von mir aus - statistisch - völlig unbegründet, dennoch haben sie eine konkrete Einschränkung von Lebensqualität zufolge, die so (von Terroristen) gewollt und (von der Politik) zugelassen wird.

Und zu den Abschiebungen: Wir haben hunderttausende illegale Einwanderer im Land, die nicht abgeschoben werden können. Gleichzeitig haben sie hier keine Zukunft. Das ist politisch einfach Murks - für alle Beteiligten (ein paar Profiteure ausgenommen).

Was ich eben meine: diese Angst ist nicht wirklich rational, weil auch Konzert- und Weihnachtsmarktbesuche statistisch kaum gefährlicher geworden sind. Durch Terroranschläge sind in den letzten zwei Jahren europaweit vielleicht 300 Menschen gestorben. Wenn man das auf die Besucherzahlen dieser Veranstaltungen hochrechnet, ist die Gefahr quasi nicht existent. Terror funktioniert eben nur, weil er den Leuten Angst macht, nicht weil er wirklich so bedrohlich wäre.

D.h. Terror ist für dich in Ordnung bzw. kein gültiges Kriterium für politisches Handeln, solange er sich statistisch nicht signifikant bemerkbar macht? Welche Größenordnung würde das ändern?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 19.September 2017, 18:15:37
"Die Partei" zu wählen ist Protestwahl. Ich sehe darin keinen Mehrwert. Für mich fast dasselbe wie nicht wählen zu gehen. Was passiert denn, wenn die Partei wirklich in den Bundestag einzöge oder gar in die Regierung aufgenommen werden würde?
Sie haben kein umsetzbares Programm (wie auch manch andere Parteien, die es ernst meinen).

Wahlen in Deutschland waren schon immer sich für das kleinere "Übel" zu entscheiden.
Ich stiefele schon seit Jahren zum Wahllokal und wähle ungültig weil für mich nichts Wählbares dabei ist. Blöderweise werden ungültige Stimmen nicht ins Wahlergebnis eingerechnet, eine Stimme für Die Partei oder andere Kleinparteien hingegen schon. Und damit steigt die Chance das Parteien wie die AfD unter 5% bleiben. Wenn man den etablierten Parteien seine Stimme nicht geben, gleichzeitig aber verhindern will das die AfD nicht in den Bundestag kommt, dann ist Die Partei eine gute Wahl.

Und Die Partei im Bundestags würde die Bundestagsdebatten sehr viel lustiger machen.

Einige von euch werden es sicher schon bei Fefe gesehen haben aber für die Anderen hier ein kleines Quiz bei Die Zeit. Es geht darum wer die Aussage getätigt hat.
http://quiz.zeit.de/#/quiz/2088
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 19.September 2017, 18:37:27
@idioteque: Ob das ein Promillesatz ist oder Autofahren gefährlicher ist, ist völlig irrelevant. Es geht mir nicht darum, dass meine Lebenserwartung dadurch statistisch beeinträchtigt wäre - sondern darum, dass es hier Straftaten von einer Art und in einer Häufung gibt, die es vorher so nicht gab. Es werden ja nicht nur Menschenleben angegriffen (was schlimm genug ist), sondern auch Lebensweisen.
Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, bevor ich auf einen Weihnachtsmarkt, ein Konzert (= in den öffentlichen Raum) gegangen bin. Das ist deutlich anders geworden. Und während sich das bei mir auf Menschenansammlungen beschränkt, geht es vielen Frauen in meinem Umfeld generell im öffentlichen Raum so. Das mögen jetzt diffuse Ängste sein und von mir aus - statistisch - völlig unbegründet, dennoch haben sie eine konkrete Einschränkung von Lebensqualität zufolge, die so (von Terroristen) gewollt und (von der Politik) zugelassen wird.

Und zu den Abschiebungen: Wir haben hunderttausende illegale Einwanderer im Land, die nicht abgeschoben werden können. Gleichzeitig haben sie hier keine Zukunft. Das ist politisch einfach Murks - für alle Beteiligten (ein paar Profiteure ausgenommen).

Was ich eben meine: diese Angst ist nicht wirklich rational, weil auch Konzert- und Weihnachtsmarktbesuche statistisch kaum gefährlicher geworden sind. Durch Terroranschläge sind in den letzten zwei Jahren europaweit vielleicht 300 Menschen gestorben. Wenn man das auf die Besucherzahlen dieser Veranstaltungen hochrechnet, ist die Gefahr quasi nicht existent. Terror funktioniert eben nur, weil er den Leuten Angst macht, nicht weil er wirklich so bedrohlich wäre.

D.h. Terror ist für dich in Ordnung bzw. kein gültiges Kriterium für politisches Handeln, solange er sich statistisch nicht signifikant bemerkbar macht? Welche Größenordnung würde das ändern?
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr. Mit den Toten durch islamistischen Terror in Deutschland seit 9/11 bekommst du gerade mal so eine Fussballmannschaft zusammen und selbst wenn man die Verletzten mitrechnet ist es noch nichtmal dreistellig. Die politischen Reaktionen auf die Anschläge waren Unsummen für Polizei, Geheimdienste etc, Überwachung und Gesetze die sich selbst Orwell nur schwer vorstellen konnte und weitere Beschneidungen des grundgesetzes sind geplant.
Und alles nur dafür das sich die Bürger sicherer fühlen, nicht dafür das sie sicherer sind. Weil sicherer als es schon ist geht es nur noch mit der totalen (Gedanken)Überwachung. Gleichzeitig sterben jedes Jahr in Deutschland tausende Menschen im Straßenverkehr, zehntausende Menschen sterben an Krankenhauskeimen oder einer gewöhnlichen Grippe und wieviele Menschen jeden Winter erfrieren weil für sie nichtmal ein Bett in einer Notunterkunft da ist interessiert keine Sau.

Die Chance das dich auf der Straße eine Frau anspricht und zu einem spontanen Blowjob einläd ist größer als Opfer einer Terrorattacke zu werden. Deswegen rasiert sich auch jeder die Eier und meckert über den Überwachunsstaat  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 19.September 2017, 18:50:26
@idioteque: Ob das ein Promillesatz ist oder Autofahren gefährlicher ist, ist völlig irrelevant. Es geht mir nicht darum, dass meine Lebenserwartung dadurch statistisch beeinträchtigt wäre - sondern darum, dass es hier Straftaten von einer Art und in einer Häufung gibt, die es vorher so nicht gab. Es werden ja nicht nur Menschenleben angegriffen (was schlimm genug ist), sondern auch Lebensweisen.
Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, bevor ich auf einen Weihnachtsmarkt, ein Konzert (= in den öffentlichen Raum) gegangen bin. Das ist deutlich anders geworden. Und während sich das bei mir auf Menschenansammlungen beschränkt, geht es vielen Frauen in meinem Umfeld generell im öffentlichen Raum so. Das mögen jetzt diffuse Ängste sein und von mir aus - statistisch - völlig unbegründet, dennoch haben sie eine konkrete Einschränkung von Lebensqualität zufolge, die so (von Terroristen) gewollt und (von der Politik) zugelassen wird.

Und zu den Abschiebungen: Wir haben hunderttausende illegale Einwanderer im Land, die nicht abgeschoben werden können. Gleichzeitig haben sie hier keine Zukunft. Das ist politisch einfach Murks - für alle Beteiligten (ein paar Profiteure ausgenommen).

Was ich eben meine: diese Angst ist nicht wirklich rational, weil auch Konzert- und Weihnachtsmarktbesuche statistisch kaum gefährlicher geworden sind. Durch Terroranschläge sind in den letzten zwei Jahren europaweit vielleicht 300 Menschen gestorben. Wenn man das auf die Besucherzahlen dieser Veranstaltungen hochrechnet, ist die Gefahr quasi nicht existent. Terror funktioniert eben nur, weil er den Leuten Angst macht, nicht weil er wirklich so bedrohlich wäre.

D.h. Terror ist für dich in Ordnung bzw. kein gültiges Kriterium für politisches Handeln, solange er sich statistisch nicht signifikant bemerkbar macht? Welche Größenordnung würde das ändern?

Die Beurteilung dieses fängt schon damit an, zu definieren was Terror für einen ist. Reicht schon jemand der "Allahu Akbar" ruft und mit einem Messer rumläuft oder muss man dafür mit einem LKW in eine Menschenmenge fahren?

Hängt vielleicht mit dem Wohnort zusammen, aber meiner Meinung nach sind Terroranschläge direkt kein Grund für politisches Handeln. Man könnte aber diese als Grund nehmen seine Außen- (Syrien, Irak) und Innenpolitik zu hinterfragen. Allerdings mMn darf man nicht nur wegen eines Terroranschlages Gesetze ändern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 18:54:09
@idioteque: Ob das ein Promillesatz ist oder Autofahren gefährlicher ist, ist völlig irrelevant. Es geht mir nicht darum, dass meine Lebenserwartung dadurch statistisch beeinträchtigt wäre - sondern darum, dass es hier Straftaten von einer Art und in einer Häufung gibt, die es vorher so nicht gab. Es werden ja nicht nur Menschenleben angegriffen (was schlimm genug ist), sondern auch Lebensweisen.
Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, bevor ich auf einen Weihnachtsmarkt, ein Konzert (= in den öffentlichen Raum) gegangen bin. Das ist deutlich anders geworden. Und während sich das bei mir auf Menschenansammlungen beschränkt, geht es vielen Frauen in meinem Umfeld generell im öffentlichen Raum so. Das mögen jetzt diffuse Ängste sein und von mir aus - statistisch - völlig unbegründet, dennoch haben sie eine konkrete Einschränkung von Lebensqualität zufolge, die so (von Terroristen) gewollt und (von der Politik) zugelassen wird.

Und zu den Abschiebungen: Wir haben hunderttausende illegale Einwanderer im Land, die nicht abgeschoben werden können. Gleichzeitig haben sie hier keine Zukunft. Das ist politisch einfach Murks - für alle Beteiligten (ein paar Profiteure ausgenommen).

Was ich eben meine: diese Angst ist nicht wirklich rational, weil auch Konzert- und Weihnachtsmarktbesuche statistisch kaum gefährlicher geworden sind. Durch Terroranschläge sind in den letzten zwei Jahren europaweit vielleicht 300 Menschen gestorben. Wenn man das auf die Besucherzahlen dieser Veranstaltungen hochrechnet, ist die Gefahr quasi nicht existent. Terror funktioniert eben nur, weil er den Leuten Angst macht, nicht weil er wirklich so bedrohlich wäre.

D.h. Terror ist für dich in Ordnung bzw. kein gültiges Kriterium für politisches Handeln, solange er sich statistisch nicht signifikant bemerkbar macht? Welche Größenordnung würde das ändern?


Natürlich ist Terror Kriterium für politisches Handeln, es geht aber um das Maß der Reaktion und ein wie großes Thema das im gesamtpolitischen Diskurs einnimmt. Ein Großteil der aktuellen politischen Debatte dreht sich um ein Thema, das auf die Lebenswirklichkeit in Deutschland kaum Einfluss hat. Und je mehr das in den Brennpunkt gekommen, desto mehr wird überreagiert, um Stimmen einzufangen. Es gibt bestimmt 10 Themenkomplexe, die für die Zukunft Deutschlands wichtiger sind, u.a. auch, was man mit den ganzen friedlichen Asylbewerbern macht, die im Land sind.


edit: Und was meine zwei Vorschreiber gesagt haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 19.September 2017, 19:11:31
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr. Mit den Toten durch islamistischen Terror in Deutschland seit 9/11 bekommst du gerade mal so eine Fussballmannschaft zusammen und selbst wenn man die Verletzten mitrechnet ist es noch nichtmal dreistellig. Die politischen Reaktionen auf die Anschläge waren Unsummen für Polizei, Geheimdienste etc, Überwachung und Gesetze die sich selbst Orwell nur schwer vorstellen konnte und weitere Beschneidungen des grundgesetzes sind geplant.
Und alles nur dafür das sich die Bürger sicherer fühlen, nicht dafür das sie sicherer sind. Weil sicherer als es schon ist geht es nur noch mit der totalen (Gedanken)Überwachung. Gleichzeitig sterben jedes Jahr in Deutschland tausende Menschen im Straßenverkehr, zehntausende Menschen sterben an Krankenhauskeimen oder einer gewöhnlichen Grippe und wieviele Menschen jeden Winter erfrieren weil für sie nichtmal ein Bett in einer Notunterkunft da ist interessiert keine Sau.

Die Chance das dich auf der Straße eine Frau anspricht und zu einem spontanen Blowjob einläd ist größer als Opfer einer Terrorattacke zu werden. Deswegen rasiert sich auch jeder die Eier und meckert über den Überwachunsstaat  ;D

<3 Danke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 19:28:12
Einfluss auf die Lebenswirklichkeit wird aber in dem Moment hergestellt, wo das Thema irgendeine Relevanz bekommt - und nicht in dem Moment, wo ich dran sterbe. Über die Gefahr der Altersarmut, Berufsunfähigkeit, Autounfällen etc mache ich mir doch auch Gedanken, bevor ich davon betroffen bin. Nur kann ich da geeignete Vorkehrungen treffen, die es im Falle des Terrors nicht gibt (es sei denn ich meide die Öffentlichkeit).

Bezüglich des Überwachungsstaats bin ich völlig bei euch und ich sehe es mit großer Bestürzung und Sorge, dass seit 9/11 der Terror hauptsächlich dazu missbraucht wurde, Bürgerrechte zu beschneiden - also instrumentalisiert wurde. Mir geht es darum, dass der Terror durch politische Entscheidungen importiert wurde - und das kann halt nicht sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 19.September 2017, 19:51:04
Einfluss auf die Lebenswirklichkeit wird aber in dem Moment hergestellt, wo das Thema irgendeine Relevanz bekommt - und nicht in dem Moment, wo ich dran sterbe. Über die Gefahr der Altersarmut, Berufsunfähigkeit, Autounfällen etc mache ich mir doch auch Gedanken, bevor ich davon betroffen bin. Nur kann ich da geeignete Vorkehrungen treffen, die es im Falle des Terrors nicht gibt (es sei denn ich meide die Öffentlichkeit).

Bezüglich des Überwachungsstaats bin ich völlig bei euch und ich sehe es mit großer Bestürzung und Sorge, dass seit 9/11 der Terror hauptsächlich dazu missbraucht wurde, Bürgerrechte zu beschneiden - also instrumentalisiert wurde. Mir geht es darum, dass der Terror durch politische Entscheidungen importiert wurde - und das kann halt nicht sein.

<3 Danke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bloody am 19.September 2017, 19:59:37
Einfluss auf die Lebenswirklichkeit wird aber in dem Moment hergestellt, wo das Thema irgendeine Relevanz bekommt - und nicht in dem Moment, wo ich dran sterbe. Über die Gefahr der Altersarmut, Berufsunfähigkeit, Autounfällen etc mache ich mir doch auch Gedanken, bevor ich davon betroffen bin. Nur kann ich da geeignete Vorkehrungen treffen, die es im Falle des Terrors nicht gibt (es sei denn ich meide die Öffentlichkeit).

Dann darfst du aber auch nicht rausgehen, um nicht vom LKW oder Bus überfahren zu werden. Machst du dir auch Gedanken darüber, von einer giftigen Schlange gebissen zu werden (könnte ja irgendwo ausgebrochen sein), von einem abstürzenden Flugzeug getroffen zu werden oder von einem zu großen Hagelkorn getroffen zu werden? Das ist alles gleich wahrscheinlich, aber nur der Terror-Gedanke betrifft dein Leben.

Altersarmut und Berufsunfähigkeit haben bei der Wahrscheinlichkeit gegenüber Terror nunmal ein wesentlich höheres Risiko zuzutreffen, weswegen das auch durchaus berechtigt, sich damit auseinanderzusetzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 19.September 2017, 20:12:12
Dann darfst du aber auch nicht rausgehen, um nicht vom LKW oder Bus überfahren zu werden. Machst du dir auch Gedanken darüber,

Sorry Bloody, das geht nicht gegen dich persönlich (ehrlich nicht), aber ich kann diesen Schwachsinn einfach nicht mehr lesen/hören...
Dieses Argument kommt wirklich IMMER wenn das Thema Terror aufkommt. Der "Busfaktor"...

Ja sicher macht man sich darüber Gedanken, und auch die Politik. Für sowas gibt es Geschwindigkeitsbregrenzungen, Führerscheine, TÜV, Geschwindigkeitskontrollen, gesetzlich geregelte Ruhezeiten und noch hunderte andere Regelungen, die für die maximale Sicherheit sorgen sollen. Deshalb ist dieser Vergleich für mich einfach totaler Käse, denn genau da wird ja etwas dafür getan.

Keines der beiden Themen finde ich unwichtig und keines der beiden Themen sollte weniger Aufmerksamkeit bekommen. Weder sozialkritisch, noch zwischenmenschlich oder politisch.
Panik ist der falsche Weg - es weg zu disktutieren, halte ich aber ebenso für Unsinn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 20:30:44
Dann darfst du aber auch nicht rausgehen, um nicht vom LKW oder Bus überfahren zu werden. Machst du dir auch Gedanken darüber,

Sorry Bloody, das geht nicht gegen dich persönlich (ehrlich nicht), aber ich kann diesen Schwachsinn einfach nicht mehr lesen/hören...
Dieses Argument kommt wirklich IMMER wenn das Thema Terror aufkommt. Der "Busfaktor"...

Ja sicher macht man sich darüber Gedanken, und auch die Politik. Für sowas gibt es Geschwindigkeitsbregrenzungen, Führerscheine, TÜV, Geschwindigkeitskontrollen, gesetzlich geregelte Ruhezeiten und noch hunderte andere Regelungen, die für die maximale Sicherheit sorgen sollen. Deshalb ist dieser Vergleich für mich einfach totaler Käse, denn genau da wird ja etwas dafür getan.

Und gegen Terror wird weniger getan? Dafür müssen Händler sprengstofffähiger Substanzen Auffälligkeiten an die Behörden melden, durchsuchen Polizeispezialeinheiten Foren, tauschen sich mit ausländischen Behörden aus, usw.

Man kann ein Problem auch anerkennen und trotzdem aufgrund seiner Größenordnung der Meinung sein, dass es maßlos übertrieben wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 19.September 2017, 20:51:59
Die Kriminalität hat seit der Flüchtlingswelle zu genommen

Quellen? Statistiken? Zahlen?


TAZ klick (http://www.taz.de/!5399643/)
Welt klick (https://www.welt.de/politik/deutschland/article163918666/Zahl-der-tatverdaechtigen-Zuwanderer-steigt-um-52-7-Prozent.html)
Stern klick (http://www.stern.de/panorama/stern-crime/warum-der-anteil-von-fluechtlingen-an-gewaltverbrechen-so-hoch-ist-7421808.html)

Zitat von: Welt
Denn die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 52,7 Prozent auf 174.438 gestiegen. Um einen Vergleich mit der übrigen Bevölkerung zu ermöglichen, sind Straftaten, die nur Zuwanderer begehen können, etwa die unerlaubte Einreise, schon herausgerechnet.

Sorry, dass ich das nochmal hoch hole, aber da steht: "die Zahl TATVERDÄCHTIGER Zuwanderer". Hab ich euch missverstanden oder seid ihr bei eurer Diskussion wirklich schon von verurteilten Straftaten ausgegangen, einfach mal so pauschal, weil ein tatverdächtiger Flüchtling ja auch automatisch ein schuldiger Flüchtling ist?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bloody am 19.September 2017, 21:17:26
Dann darfst du aber auch nicht rausgehen, um nicht vom LKW oder Bus überfahren zu werden. Machst du dir auch Gedanken darüber,

Sorry Bloody, das geht nicht gegen dich persönlich (ehrlich nicht), aber ich kann diesen Schwachsinn einfach nicht mehr lesen/hören...
Dieses Argument kommt wirklich IMMER wenn das Thema Terror aufkommt. Der "Busfaktor"...

Ja sicher macht man sich darüber Gedanken, und auch die Politik. Für sowas gibt es Geschwindigkeitsbregrenzungen, Führerscheine, TÜV, Geschwindigkeitskontrollen, gesetzlich geregelte Ruhezeiten und noch hunderte andere Regelungen, die für die maximale Sicherheit sorgen sollen. Deshalb ist dieser Vergleich für mich einfach totaler Käse, denn genau da wird ja etwas dafür getan.

Keines der beiden Themen finde ich unwichtig und keines der beiden Themen sollte weniger Aufmerksamkeit bekommen. Weder sozialkritisch, noch zwischenmenschlich oder politisch.
Panik ist der falsche Weg - es weg zu disktutieren, halte ich aber ebenso für Unsinn.

Naja, was heißt wegdiskutieren. Natürlich ist es dein gutes Recht, dir um Terror Sorgen zu machen, aber nur weil ein Thema medial übermäßig präsent ist, ist es nicht automatisch auch wirklich relevant. Schaut man sich einfach nur die nackten Zahlen von Terroropfern in Deutschland an, ist wie weiter vorn schon geschrieben das Thema Terror alles andere als lebensbedrohlich für den Einzelnen.

Bei knapp 100 Millionen Leuten im Land gibt es immer irgendwelche Idioten, die frei drehen. Ob die sich nun Religion oder Hass auf andere oder wasauchimmer als Legitimation dafür nehmen, ist völlig egal. Wer unbedingt durchdrehen will, findet Mittel und Wege. Das ist einfach das Risiko in einer großen Gesellschaft zu leben. Und dafür braucht es auch keine Einreise als Flüchtling oder offene Grenzen, wenn man sich als einziges Ziel im Leben gesetzt hat, in einen Weihnachtsmarkt mit einem LKW zu fahren, geht das irgendwie. Ob nun als Flüchtling legal eingereist oder im Frachtwaggon eines Zuges ist doch egal. Es ist doch naiv zu glauben, dass "geschlossene" Grenzen daran etwas ändern.

Damit will ich gar nicht sagen, dass man nicht über Terror reden sollte. Aber was momentan getan wird, ist mehr als genug und die Gegenmaßnahmen, was sowohl die reinen Kosten als auch die Beschränkung der Freiheit sind, ist dafür wirklich schon genug.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 19.September 2017, 21:39:25
Dann darfst du aber auch nicht rausgehen, um nicht vom LKW oder Bus überfahren zu werden. Machst du dir auch Gedanken darüber,

Sorry Bloody, das geht nicht gegen dich persönlich (ehrlich nicht), aber ich kann diesen Schwachsinn einfach nicht mehr lesen/hören...
Dieses Argument kommt wirklich IMMER wenn das Thema Terror aufkommt. Der "Busfaktor"...

Ja sicher macht man sich darüber Gedanken, und auch die Politik. Für sowas gibt es Geschwindigkeitsbregrenzungen, Führerscheine, TÜV, Geschwindigkeitskontrollen, gesetzlich geregelte Ruhezeiten und noch hunderte andere Regelungen, die für die maximale Sicherheit sorgen sollen. Deshalb ist dieser Vergleich für mich einfach totaler Käse, denn genau da wird ja etwas dafür getan.

Keines der beiden Themen finde ich unwichtig und keines der beiden Themen sollte weniger Aufmerksamkeit bekommen. Weder sozialkritisch, noch zwischenmenschlich oder politisch.
Panik ist der falsche Weg - es weg zu disktutieren, halte ich aber ebenso für Unsinn.

Und trotz dieser ganzen Regelungen kommen etliche Leute bei Verkehrsunfällen ums Leben. Es ist halt nun mal so: wenn irgendjemand Schaden anrichten will, tut er das. Egal wie viel da getan wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 19.September 2017, 21:44:50
Mit Sicherheit ist dem so. Aber deshalb muss man doch nicht aufhören dafür zu sorgen und das Beste dafür tun, dass es weniger werden.
Und genau so kommt es mir vor, wenn es eben heißt, dass das Diskutieren über weitere Sicherheitsmaßnahmen gegen Terror, sinnfrei oder überflüssig oder überzogen ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 22:07:05
Wir reden da wohl eine gehörige Portion aneinander vorbei. Ich kann eure Argumentation völlig nachvollziehen und teile sie weitestgehend auch.

Mir ging es jedoch nicht (ausschließlich) um den Einfluss von Terroranschlägen auf die Lebenserwartung, sondern darum, dass unsere Gesellschaft Feinde hat. Und dass es angesichts dessen unfassbar naiv ist (um nicht zu sagen verantwortungslos), Grenzen unkontrolliert zu öffnen. Darüber hinaus kann eine Gefahr statistisch so minimal sein, wie sie will - so lange sie Symbolcharakter besitzt, entfaltet sie ihre Wirkung. Und es findet eben auch (oder vor allem?) ein Kampf um Bilder statt - vgl. auch die hochprofessionell gebrandeten Videos des IS.

Während "unsere" Politiker zu Zeiten des RAF-Terrorismus klar gesagt haben, dass der Terror kein Platz in diesem Land hat, sagen die von uns gewählten Vertreter heute, dass wir uns an den Terror gewöhnen müssen. Das ist meines Erachtens ein Offenbarungseid sondergleichen.


Mit den Toten durch islamistischen Terror in Deutschland seit 9/11 bekommst du gerade mal so eine Fussballmannschaft zusammen und selbst wenn man die Verletzten mitrechnet ist es noch nichtmal dreistellig.
Alleine bei dem Anschlag in Berlin sind 12 Menschen ums Leben gekommen. Unabhängig davon befremdet mich die Gleichgültigkeit/Abgebrühtheit (oder was empfindet ihr da?), mit der ihr Terroropfer hinnehmt, als wäre ihr Tod unausweichlich gewesen und nichts weiter als eine statistische Größe ...


Damit danke ich euch fürs erste für eine faire und anregende Diskussion - ich freue mich auf die Fortsetzung morgen. Gute Nacht :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 19.September 2017, 22:07:53
Einfluss auf die Lebenswirklichkeit wird aber in dem Moment hergestellt, wo das Thema irgendeine Relevanz bekommt - und nicht in dem Moment, wo ich dran sterbe. Über die Gefahr der Altersarmut, Berufsunfähigkeit, Autounfällen etc mache ich mir doch auch Gedanken, bevor ich davon betroffen bin. Nur kann ich da geeignete Vorkehrungen treffen, die es im Falle des Terrors nicht gibt (es sei denn ich meide die Öffentlichkeit).

Bezüglich des Überwachungsstaats bin ich völlig bei euch und ich sehe es mit großer Bestürzung und Sorge, dass seit 9/11 der Terror hauptsächlich dazu missbraucht wurde, Bürgerrechte zu beschneiden - also instrumentalisiert wurde. Mir geht es darum, dass der Terror durch politische Entscheidungen importiert wurde - und das kann halt nicht sein.

Das ist der Punkt wo sich dann unsere Auffassung unterscheidet. Für dich hat das Thema Relevanz, während andere einsehen können dass die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines terroristischen Anachlags zu werden, so gering ist, dass es keinen Einfluss auf das eigene, persönliche Leben hat. Die Gefahr der Altersarmut, Berufsunfähigkeit und eines Autounfalls ist für einen Menschen in Deutschland nunmal deutlich höher als die Opfer eines Terroranschlags zu werden.
Und das so viele Menschen Angst vor Terroranschlägen haben in Deutschland (da bist du nicht alleine), liegt vor allem daran wie überproportional und panikmachend von den Medien berichtet wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 19.September 2017, 22:18:16
Wir reden da wohl eine gehörige Portion aneinander vorbei. Ich kann eure Argumentation völlig nachvollziehen und teile sie weitestgehend auch.

Mir ging es jedoch nicht (ausschließlich) um den Einfluss von Terroranschlägen auf die Lebenserwartung, sondern darum, dass unsere Gesellschaft Feinde hat. Und dass es angesichts dessen unfassbar naiv ist (um nicht zu sagen verantwortungslos), Grenzen unkontrolliert zu öffnen. Darüber hinaus kann eine Gefahr statistisch so minimal sein, wie sie will - so lange sie Symbolcharakter besitzt, entfaltet sie ihre Wirkung. Und es findet eben auch (oder vor allem?) ein Kampf um Bilder statt - vgl. auch die hochprofessionell gebrandeten Videos des IS.

Während "unsere" Politiker zu Zeiten des RAF-Terrorismus klar gesagt haben, dass der Terror kein Platz in diesem Land hat, sagen die von uns gewählten Vertreter heute, dass wir uns an den Terror gewöhnen müssen. Das ist meines Erachtens ein Offenbarungseid sondergleichen.


Teile sind von mir schon ein post zuvor beantwortet worden, aber bei einer Sache muss ich nachhaken. Auch ich bin kein Befürworter grenzenloser Zuwanderung, aber das Gleichstellen von offenen Grenzen = mehr Terrorismus finde ich sehr bedenklich, vor allem wenn man sich die Anzahl im Inland radikalisierter Islamisten in der Vergangenheit ansieht.

Zum zweiten Teil: Jein. Das Ziel des IS ist vor allem Angst- und Panikmache, und um die zu verhindern ist es hilfreich schnell zum Alltag zurückzukehren. Dass der Terrorismus keinen Platz in Deutschland hat sollte klar sein.

Mit den Toten durch islamistischen Terror in Deutschland seit 9/11 bekommst du gerade mal so eine Fussballmannschaft zusammen und selbst wenn man die Verletzten mitrechnet ist es noch nichtmal dreistellig.
Alleine bei dem Anschlag in Berlin sind 12 Menschen ums Leben gekommen. Unabhängig davon befremdet mich die Gleichgültigkeit/Abgebrühtheit (oder was empfindet ihr da?), mit der ihr Terroropfer hinnehmt, als wäre ihr Tod unausweichlich gewesen und nichts weiter als eine statistische Größe ...


Damit danke ich euch fürs erste für eine faire und anregende Diskussion - ich freue mich auf die Fortsetzung morgen. Gute Nacht :)

Das Problem hier ist, dass eine übermäßige Emotionalisierung dieser Debatte ihr nicht zuträglich sein kann. Deswegen muss man so kühl argumentieren. Glaub mir wenn ich sage dass es mir zuweilen auch schwer fällt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 19.September 2017, 22:30:06
Ich melde mich dann doch nochmal kurz zu Wort  ;D

Teile sind von mir schon ein post zuvor beantwortet worden, aber bei einer Sache muss ich nachhaken. Auch ich bin kein Befürworter grenzenloser Zuwanderung, aber das Gleichstellen von offenen Grenzen = mehr Terrorismus finde ich sehr bedenklich, vor allem wenn man sich die Anzahl im Inland radikalisierter Islamisten in der Vergangenheit ansieht.
Was ist an der Aussage bedenklich, wenn es nachgewiesen ist, dass der IS gezielt als Flüchtlinge getarnte Attentäter über die geöffneten Grenzen ins Land bringt? Ich finde es bedenklich, dass das so hingenommen wird. Oder dass bekannte "Gefährder" wie der Berliner Attentäter nicht vorher dingfest gemacht werden. Oder dass Migranten plötzlich untertauchen und keiner weiß, wo die sich aufhalten.

Zum zweiten Teil: Jein. Das Ziel des IS ist vor allem Angst- und Panikmache, und um die zu verhindern ist es hilfreich schnell zum Alltag zurückzukehren. Dass der Terrorismus keinen Platz in Deutschland hat sollte klar sein.
Das sollte in der Tat klar sein. Umso skandalöser finde ich die genannten Aussagen der Politik.

Das Problem hier ist, dass eine übermäßige Emotionalisierung dieser Debatte ihr nicht zuträglich sein kann. Deswegen muss man so kühl argumentieren. Glaub mir wenn ich sage dass es mir zuweilen auch schwer fällt.
Mmh, der Wesenszug fehlt mir mitunter. Da hab ich dann einfach SO einen Hals! ;) Und ich mag mich an solche Bilder auch nicht gewöhnen müssen ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 19.September 2017, 23:18:35
Es nimmt hier denke ich niemand Terroropfer einfach hin. Niemand wird hier dagegen argumentieren, dass man Terroristen bekämpfen sollte. Die Frage ist, was man darunter versteht. Sollten Ämter ihre Methoden verbessern, Gefährder von vornherein herauszufiltern? Sicher. Sollte sichergestellt werden, dass Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus möglichst nicht untertauchen können? Natürlich.
Aber sollte man dafür das Menschenrecht auf Asyl angreifen, indem man z.B. den Familiennachzug verhindert? Das Recht auf körperliche Unversehrtheit, dass der Staat nicht sicherstellen kann, wenn er Menschen nach Afghanistan abschiebt? Das sind mMn Rechte, die man nicht dafür abschaffen darf, dass man bei einer Bevölkerung mit über 80 Mio. Millionen vielleicht 50 Todesfälle pro Jahr verhindert, wenn überhaupt. Das ist eben der Preis, den eine freiheitliche Gesellschaft zahlen muss.


Mit den Toten durch islamistischen Terror in Deutschland seit 9/11 bekommst du gerade mal so eine Fussballmannschaft zusammen und selbst wenn man die Verletzten mitrechnet ist es noch nichtmal dreistellig.
Alleine bei dem Anschlag in Berlin sind 12 Menschen ums Leben gekommen. Unabhängig davon befremdet mich die Gleichgültigkeit/Abgebrühtheit (oder was empfindet ihr da?), mit der ihr Terroropfer hinnehmt, als wäre ihr Tod unausweichlich gewesen und nichts weiter als eine statistische Größe ...

Anders herum gefragt: Sind Opfer von Terroranschlägen schlimmer als solche, die durch andere unnatürliche Ursachen umgekommen sind? Muss ich mit den Hinterbliebenen der Toten von Berlin mehr Mitleid haben als mit denen des Autofahrers, dem jemand auf der Autobahn mit 190 km/h hinten aufgefahren ist?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.September 2017, 23:54:49
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr.

Es kommt immer drauf an, wer vom Terror betroffen ist. Die RAF war für die Bevölkerung so gut wie keine Bedrohung, noch geringer als der islamistische Terror heutzutage, wohl aber für Bonzen und auch für Politiker, daher wurde Himmel und Hölle in Gang gesetzt, um diese Gruppe zu zerschlagen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.September 2017, 23:58:59
Und trotz dieser ganzen Regelungen kommen etliche Leute bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Ein Terroranschlag ist aber kein Unfall oder Schicksal, sondern er wird von einer oder mehreren Personen willentlich herbeigeführt. Sowas einfach unter Lebensrisiko abzuhaken ist genauso falsch wie übermäßige Panik zu schieben.

Es ging mir gar nicht um Terrorismus, sondern darum, dass steigende Kriminalität unser Leben negativ beeinflusst, zB.: "Polizei rät Frauen nicht mehr alleine zu joggen" oder "Bad Kreuznach erlässt ein nächtliches Aufenthaltsverbot für mehrere öffentliche Anlagen" Dabei ist es völlig unerheblich, wer die Täter sind, es muss etwas dagegen getan werden, mit aller Konsequenz.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 20.September 2017, 02:50:57
Anders herum gefragt: Sind Opfer von Terroranschlägen schlimmer als solche, die durch andere unnatürliche Ursachen umgekommen sind? Muss ich mit den Hinterbliebenen der Toten von Berlin mehr Mitleid haben als mit denen des Autofahrers, dem jemand auf der Autobahn mit 190 km/h hinten aufgefahren ist?

Warum hier mit Opfern durch Verkehrsunfällen argumentiert wird erschliesst sich mir nicht ganz. Der eine steigt in sein Auto und hat nicht vor jemanden zu töten/verletzten, der Andere steigt mit genau diesem Ziel ins Auto.
Mehr Mitleid muss man mit keinem Hinterbliebenen haben oder gehe ich da nach Nase wer mehr bekommen sollte? Dieser ganze Schmu kommt doch von Politikern die bei solchen Anschlägen plötzlich alle mit Beileidsbekundungen um die Ecke kommen, machen die doch bei einem Verkehrstoten auch nicht.

Zu den Opfern von Terroranschlägen sollte man auch neben Toten und Verletzten vll. auch die zählen die dadurch traumatisiert sind und nicht mehr auf Konzerte, Weihnachtsmärkte usw. gehen und da sind wir nicht mehr knapp im 3stelligen Bereich sondern deutlich drüber.

Und mal ehrlich, wer Frau Merkel abnimmt das ihr "Wir schaffen das" überzeugend ist glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 20.September 2017, 11:29:00
Das Motiv des Täters hat doch keinen Einfluss darauf, wie traurig/tragisch ein Tod ist oder wie sicher die Menschen im Land sind. Sollte es bei der Beurteilung nicht eher darum gehen, wie leicht Risiken vermeidbar sind und welchen Preis man als Gesellschaft dafür zahlt? Ist es dann ein fairer Preis, die Rechte von ca. 1 Millionen Menschen dafür einzuschränken, dass man 20 Menschen rettet?

Traumatisierte hat man bei jedem anderen Unglück auch, egal ob der Täter bösartig oder fahrlässig gehandelt hat oder die Ursache nicht menschengemacht war.


Dass sich alle immer an diesem blöden "Wir schaffen das" aufhängen. Als ob eine der Volkswirtschaft der Größe Deutschlands nicht im Stande wäre, eine Millionen zusätzliche Menschen aufzunehmen und die Ressourcen aufzubringen, sie in die Gesellschaft zu integrieren. Da hat das Land schon ganz andere Probleme geschultert. Die Frage ist nur, ob es den politischen Willen dazu gibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 20.September 2017, 13:37:39
Sogar heise.de stellt ihre politische Meinung zur AfD ins Netz:

Zitat
Die Parallelen zu Trump sind offensichtlich[...] Es ist blanker, sich von der Realität lösender Verschwörungswahn, der hier in den Bundestag drängt.

Quelle (https://www.heise.de/tp/features/AfD-Die-Masken-fallen-3830717.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 20.September 2017, 15:39:20
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr.

Es kommt immer drauf an, wer vom Terror betroffen ist. Die RAF war für die Bevölkerung so gut wie keine Bedrohung, noch geringer als der islamistische Terror heutzutage, wohl aber für Bonzen und auch für Politiker, daher wurde Himmel und Hölle in Gang gesetzt, um diese Gruppe zu zerschlagen.

Bei RAF-Anschlägen kamen denke ich genauso viele Menschen ums Leben oder wurden verletzt wie bei islamistischen Anschlägen in Deutschland seit der Jahrtausendwende.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 20.September 2017, 15:49:31
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr.

Es kommt immer drauf an, wer vom Terror betroffen ist. Die RAF war für die Bevölkerung so gut wie keine Bedrohung, noch geringer als der islamistische Terror heutzutage, wohl aber für Bonzen und auch für Politiker, daher wurde Himmel und Hölle in Gang gesetzt, um diese Gruppe zu zerschlagen.

Bei RAF-Anschlägen kamen denke ich genauso viele Menschen ums Leben oder wurden verletzt wie bei islamistischen Anschlägen in Deutschland seit der Jahrtausendwende.

Also bei der RAF waren es insgesamt 34 oder 35 Opfer, wenn ich mich recht erinnere.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 20.September 2017, 15:54:15
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr.

Es kommt immer drauf an, wer vom Terror betroffen ist. Die RAF war für die Bevölkerung so gut wie keine Bedrohung, noch geringer als der islamistische Terror heutzutage, wohl aber für Bonzen und auch für Politiker, daher wurde Himmel und Hölle in Gang gesetzt, um diese Gruppe zu zerschlagen.

Bei RAF-Anschlägen kamen denke ich genauso viele Menschen ums Leben oder wurden verletzt wie bei islamistischen Anschlägen in Deutschland seit der Jahrtausendwende.

Also bei der RAF waren es insgesamt 34 oder 35 Opfer, wenn ich mich recht erinnere.

Und lt. Wikipedia starben seit der Jahrtausendwende in Deutschland 18 Menschen (inkl. Attentäter) durch islamistische Angriffe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 20.September 2017, 16:15:04
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr.

Es kommt immer drauf an, wer vom Terror betroffen ist. Die RAF war für die Bevölkerung so gut wie keine Bedrohung, noch geringer als der islamistische Terror heutzutage, wohl aber für Bonzen und auch für Politiker, daher wurde Himmel und Hölle in Gang gesetzt, um diese Gruppe zu zerschlagen.

Bei RAF-Anschlägen kamen denke ich genauso viele Menschen ums Leben oder wurden verletzt wie bei islamistischen Anschlägen in Deutschland seit der Jahrtausendwende.

Also bei der RAF waren es insgesamt 34 oder 35 Opfer, wenn ich mich recht erinnere.
Davon aber 7 außerhalb Deutschlands
1/3 der Gesamtopfer waren Polizisten/Zollbeamte
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 20.September 2017, 19:13:46
"Die Partei" zu wählen ist Protestwahl. Ich sehe darin keinen Mehrwert. Für mich fast dasselbe wie nicht wählen zu gehen. Was passiert denn, wenn die Partei wirklich in den Bundestag einzöge oder gar in die Regierung aufgenommen werden würde?
Sie haben kein umsetzbares Programm (wie auch manch andere Parteien, die es ernst meinen).

Wahlen in Deutschland waren schon immer sich für das kleinere "Übel" zu entscheiden.
Ich stiefele schon seit Jahren zum Wahllokal und wähle ungültig weil für mich nichts Wählbares dabei ist. Blöderweise werden ungültige Stimmen nicht ins Wahlergebnis eingerechnet, eine Stimme für Die Partei oder andere Kleinparteien hingegen schon. Und damit steigt die Chance das Parteien wie die AfD unter 5% bleiben. Wenn man den etablierten Parteien seine Stimme nicht geben, gleichzeitig aber verhindern will das die AfD nicht in den Bundestag kommt, dann ist Die Partei eine gute Wahl.

Und Die Partei im Bundestags würde die Bundestagsdebatten sehr viel lustiger machen.

Auch wenn es gerade die aktuelle Diskussion sprengt, hole ich das nochmal vor. Maddux hat schon eine starke Begründung genannt, "Die Partei" zu wählen. Ich möchte aber einfach mal darlegen, warum ich diesmal, "Die Partei" wähle, vielleicht trägt das ja zum Verständnis bei.

Eigentlich ist meine politische Heimat, wenn man so will, bei den Grünen. Ich bin, grob umrissen, linksliberal orientiert und für mich sind ökologische Themen sehr, sehr wichtig. Leider finde ich gerade letzteres bei den Grünen nicht mehr prominent genug besetzt (dazu hat sicherlich auch Herr Kretschmann seinen Teil zu beigetragen...). Meiner Meinung nach entfernen sich die Grünen immer mehr von dem, was eigentlich ihr Kern sein sollte und jammern unsinnigerweise dabei rum, dass die anderen Parteien, ihre Themen geklaut hätten - und das in einer Zeit, in der es genug "grüne" Themen gäbe, die man energisch verfolgen könnte. Kurz gesagt: die Grünen sind mir nicht mehr grün genug und im Moment kann ich sie einfach nicht mehr ernst nehmen.
Was also tun? Eine kleine Öko-Partei zu wählen kam für mich nicht infrage, mal absehen davon, dass dort wirklich 0 Chancen bestehen, dass die irgendwie im Bundestag repräsentiert sein werden. Von den etablierten Parteien wären mir wohl die Linken am nächsten gestanden (hatte glaube ich auch geschrieben, dass ich vorhatte, Links zu wählen) - das hat auch der Wahl-O-Mat bestätigt (was auch immer man davon halten mag). Aber irgendwie bin ich davon auch nicht so wirklich überzeugt, so dass ich dort auch nicht mein Kreuzchen setzen möchte.
Soll ich deshalb nicht wählen gehen? Oder ungültig (den Sinn habe ich immer noch nicht ganz verstanden, aber lassen wir das)? Das hätte ich auch blöd gefunden, ganz abgesehen davon, dass es mir wichtig ist, eine Stimme gegen die AfD abzugeben. Also war meine Wahl "Die Partei" - ich drücke damit einerseits meine Unzufriedenheit mit der Politik der Etablierten aus, stimme gegen Rechts und wähle auch noch eine Partei, die zumindest marginale Chancen hat, in den Bundestag einzuziehen.
Was dann passieren würde? Nun, ich denke zum einen würde es den Unterhaltungsfaktor steigern (man kann darüber streiten, ob das in der Politik sein muss), zum anderen glaube ich tatsächlich, dass "Die Partei" auf sartirische Art und Weise den Finger auf einige Wunden Punkte im Politikbetrieb legen könnte.
Wenn man das als Protestwahl bezeichnen möchte, kann man das gerne tun, ich habe damit kein Problem - sehe es aber zumindest nicht als reine Protestwahl an, zumal es in diesem Fall auch niemandem weh tut. Als Bürger habe ich grundsätzlich aber auch das Recht, aus Protest mal was anderes zu wählen, um meine Unzufriedenheit auszudrücken. Diese Möglichkeit befindet sich ja innerhalb meines demokratischen Handlungsspektrums. Ich finde es nur schwachsinnig, wenn man dann eine Partei wählt, die überhaupt nichts mit den eigenen Vorstellungen zu tun hat, sondern die eben gerade als "Protestpartei" en vogue ist (=AfD, zumindest wird sie auch so gesehen).

Und zum Thema "aktiv am politischen Diskurs teilnehmen" (Emanuel hatte dazu glaube ich was geschrieben): Wer hat denn heute noch Bock, sich in einer Partei zu engagieren? Das wäre ja die naheliegendste Form, um Parteiprogramme zu ändern. Ich habe vor einigen Jahren mal überlegt, bei den Grünen einzutreten. Erfahrungsberichte von anderen Leuten (aus verschiedenen Parteien) haben mich dann aber davon abgehalten, denn gerade dann, wenn man etwas ändern möchte, wenn man seinen eigenen Kopf hat, kommt man nicht sehr weit. Um in eine Position zu gelangen, in der man etwas ändern kann, muss man erstmal zu allem Ja und Amen sagen, schleimen was das Zeug hält und sich ein braunes Näschen holen (es mag da Ausnahmen geben, aber ich habe das eben wiederholt mitbekommen). Ne, Sorry, da engagiere ich mich lieber woanders ehrenamtlich, aber unpolitisch.

Edit: Hui, sollte eigentlich nur ein kurzer Text werden und ist doch länger geworden. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 20.September 2017, 19:52:52
Wer hat denn heute noch Bock, sich in einer Partei zu engagieren? Das wäre ja die naheliegendste Form, um Parteiprogramme zu ändern. Ich habe vor einigen Jahren mal überlegt, bei den Grünen einzutreten. Erfahrungsberichte von anderen Leuten (aus verschiedenen Parteien) haben mich dann aber davon abgehalten, denn gerade dann, wenn man etwas ändern möchte, wenn man seinen eigenen Kopf hat, kommt man nicht sehr weit. Um in eine Position zu gelangen, in der man etwas ändern kann, muss man erstmal zu allem Ja und Amen sagen, schleimen was das Zeug hält und sich ein braunes Näschen holen (es mag da Ausnahmen geben, aber ich habe das eben wiederholt mitbekommen). Ne, Sorry, da engagiere ich mich lieber woanders ehrenamtlich, aber unpolitisch.

Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen - ich war ein halbes Jahr bei den Linken aktiv. Es geht selten um Inhalte, fast nur um Personen, und wessen Nase nicht passt, der wird schnell aussortiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 20.September 2017, 21:40:27
Das ist halt sehr traurig, finde ich. Das kann ja auch nicht Sinn des politischen Prozesses sein, wenn interessierte und motivierte Leute dadurch abgehalten werden, sich in einer Partei einzubringen. Wenn man das Ganze gedanklich mal auf die Spitze treibt, hat man nur noch profillose Schleimer in der Politik. Das ist jetzt sehr überzeichnet und stimmt so natürlich nicht, aber ein wahrer Kern ist da bestimmt dran.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 20.September 2017, 22:32:51
Das ist halt sehr traurig, finde ich. Das kann ja auch nicht Sinn des politischen Prozesses sein, wenn interessierte und motivierte Leute dadurch abgehalten werden, sich in einer Partei einzubringen. Wenn man das Ganze gedanklich mal auf die Spitze treibt, hat man nur noch profillose Schleimer in der Politik. Das ist jetzt sehr überzeichnet und stimmt so natürlich nicht, aber ein wahrer Kern ist da bestimmt dran.

Definitv. Und zieht sich leider quer durch die Parteilandschaft, habe das schon von verschiedenen Seiten so berichtet bekommen.

Wir können ja die MTF-Partei gründen und alles besser machen ;)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.September 2017, 08:12:07
Klingt nach einer super Idee, dann machen wir aber bitte das hier zur Maxime ;D:
Okay, anders ausgedrückt - das, was Fuchs sagt. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.September 2017, 08:14:53
Mit der Einstellung bist du aber halt einfach politisch, bzw. demokratisch, untauglich.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.September 2017, 08:16:47
Meinst du die aus meinem langen Post von gestern, oder den Blödsinn von gerade eben? ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 21.September 2017, 08:22:58
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr.

Es kommt immer drauf an, wer vom Terror betroffen ist. Die RAF war für die Bevölkerung so gut wie keine Bedrohung, noch geringer als der islamistische Terror heutzutage, wohl aber für Bonzen und auch für Politiker, daher wurde Himmel und Hölle in Gang gesetzt, um diese Gruppe zu zerschlagen.

Bei RAF-Anschlägen kamen denke ich genauso viele Menschen ums Leben oder wurden verletzt wie bei islamistischen Anschlägen in Deutschland seit der Jahrtausendwende.

Also bei der RAF waren es insgesamt 34 oder 35 Opfer, wenn ich mich recht erinnere.
Davon aber 7 außerhalb Deutschlands
1/3 der Gesamtopfer waren Polizisten/Zollbeamte

Ouh. Und letztere gehören ja genauso wie ihre Familien und ihr Freundes- und Bekanntenkreis nicht zur Bevölkerung. Die sympathische RAF hat ja nur Bullen und Bonzen weggemacht, Robin Hood der Neuzeit. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.September 2017, 08:22:58
Meinst du die aus meinem langen Post von gestern, oder den Blödsinn von gerade eben? ;D

Darfst du dir raussuchen.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.September 2017, 08:26:16
Ich nehme den 50:50-Joker. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.September 2017, 08:31:26
Pling! Der lange Post von gestern ist weg. Der Blödsinn von gerade eben steht noch zur Auswahl.  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.September 2017, 08:31:40
Statt den demokratischen Publikumsjoker zu nehmen... Erklärt einiges. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 21.September 2017, 08:49:14
Terror ist etwas bei dem politisches Handeln gefragt ist, nur stehen bei dem Thema die Aktionen in keinem annehmbaren Verhältnis mit der Gefahr.

Es kommt immer drauf an, wer vom Terror betroffen ist. Die RAF war für die Bevölkerung so gut wie keine Bedrohung, noch geringer als der islamistische Terror heutzutage, wohl aber für Bonzen und auch für Politiker, daher wurde Himmel und Hölle in Gang gesetzt, um diese Gruppe zu zerschlagen.

Bei RAF-Anschlägen kamen denke ich genauso viele Menschen ums Leben oder wurden verletzt wie bei islamistischen Anschlägen in Deutschland seit der Jahrtausendwende.

Also bei der RAF waren es insgesamt 34 oder 35 Opfer, wenn ich mich recht erinnere.
Davon aber 7 außerhalb Deutschlands
1/3 der Gesamtopfer waren Polizisten/Zollbeamte

Ouh. Und letztere gehören ja genauso wie ihre Familien und ihr Freundes- und Bekanntenkreis nicht zur Bevölkerung. Die sympathische RAF hat ja nur Bullen und Bonzen weggemacht, Robin Hood der Neuzeit. ::)

Es ging ihm denke ich darum, wie viele der Opfer durch Terroranschläge umgekommen sind. Einige der Polizisten sind auf der Flucht ermordet worden und passen damit nur bedingt zum Vergleich der Anschlagsopfer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.September 2017, 09:04:05
Pling! Der lange Post von gestern ist weg. Der Blödsinn von gerade eben steht noch zur Auswahl.  :)

Puh, ich war kurz davor, die falsche Antwort einzuloggen. ;D

@White: Klar, bei mir würde das über Hinterzimmerdeals und Münzwürfe laufen. Vielleicht wäre Jauch mein Berater? ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 21.September 2017, 09:50:10
Durch das aktuelle Wahlsystem bedeutet eine Stimme für die PARTEI leider effektiv, dass man sein Stimme wegwirft. In Zeiten, in denen eine Partei mit Aussicht auf einige Sitze einige mehr oder weniger offen rassistische Kandidaten aufstellt, finde ich das ziemlich problematisch.
Das Problem ist da aber mMn das Wahlsystem mit der Fünfprozenthürde. Die abzuschaffen, wäre auch nicht gut, aber dass dadurch Millionen Stimmen aktuell wertlos sind, kann auch keine Lösung sein. Auf Zeit Online gab es letztens ein ganz interessantes Interview, wo vorgeschlagen wurde, dass es entweder im Parlament einen Ombudsmann für die Kleinparteien geben sollte oder es wie z.B. in Australien eine Ersatzstimme gibt für den Fall, dass die gewählte Partei nicht ins Parlament einzieht. Im aktuellen Bundestag gibt es eine rot-rot-grüne Mehrheit, obwohl mehr als 50% der Wähler für Parteien rechts der SPD gestimmt haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.September 2017, 10:00:49
Genau das sehe ich anders. Die Stimme ist eben nicht weggeworfen, sie findet sich mit großer Wahrscheinlichkeit nur nicht im Bundestag repräsentiert. Es ist aber trotzdem eine Stimme z.B. gegen die AfD. Eine Stimme, die die Chance marginal vergrößert, dass diese Partei unter der 5%-Hürde bleibt.
Natürlich ist diese Hürde problematisch und ein Stück weit undemokratisch, da eben viele Wähler nicht im Parlament repräsentiert werden. Wenn man die Hürde abschafft, oder heruntersetzt (z.B. auf 3%), bekämen wir Verhältnisse wie in den Niederlanden, wo eine Regierungsbildung verdammt schwierig ist - das ist insgesamt zwar demokratischer, da repräsentativer, aber bringt eben auch einige Nachteile mit sich. Die Diskussion über die 5%-Hürde ist ja aber nichts Neues. Ideal ist die Lösung mitnichten, ob das in anderen Ländern besser gelöst ist, wage ich nicht zu beurteilen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 21.September 2017, 10:01:08
Durch das aktuelle Wahlsystem bedeutet eine Stimme für die PARTEI leider effektiv, dass man sein Stimme wegwirft.

Mit dem Argument darfst du dann aber überhaupt keine der kleinen Parteien wählen - egal, wie schlecht du dich von den großen Parteien, die in den Bundestag einziehen, vertreten fühlst. Das finde ich halt problematisch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.September 2017, 10:01:29
Ich persönlich glaube und hoffe, dass die Partei die 5%-Hürde knacken wird. Ich habe mit extrem vielen Menschen gesprochen, die die Partei wählen wollen... Natürlich sind ich und mein Freundeskreis kein Gradmesser, da ich mich ja auch mit Menschen umgebe, die ähnlich denken und ticken wie ich, aber wären wir repräsentativ würde die Partei eher bei 50% der Stimmen landen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 21.September 2017, 10:23:49
Ich persönlich glaube und hoffe, dass die Partei die 5%-Hürde knacken wird. Ich habe mit extrem vielen Menschen gesprochen, die die Partei wählen wollen... Natürlich sind ich und mein Freundeskreis kein Gradmesser, da ich mich ja auch mit Menschen umgebe, die ähnlich denken und ticken wie ich, aber wären wir repräsentativ würde die Partei eher bei 50% der Stimmen landen.

Die gute, alte Filterblase :D

Für eine Überraschung ist die Partei allemal gut, die 5%-Hürde heißt aber nicht umsonst so. Kann mir nicht vorstellen, dass mehr Menschen die Partei wählen als z.B. die Grünen (die ja potenziell auch in der Größenordnung unterwegs sind).

Unabhängig davon zählt, wie Lupus sagt, die Stimme für die Partei (oder wen auch immer man unterhalb der 5%-Hürde wählt) immer noch mehr, als wenn man gar nicht oder ungültig wählt. Für mich stellt die Partei zwar keine Option dar, aber eine attraktive Option für Protestwähler oder bisherige Nichtwähler ist sie allemal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.September 2017, 10:42:57
@Fuchs:
Warum ich ungültig wähle? Ich habe das Glück in einem Land zu leben wo ich frei wählen darf und solange das so ist gehe ich auch wählen. Aber wenn keine Partei dabei ist der ich guten Gewissens meine Stimme geben kann muss ich ungültig wählen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.September 2017, 10:45:42
Die Argumentation kann ich durchaus nachvollziehen. In meinen Augen ist das zwar tatsächlich eine verschenkte Stimme, weil sie meines Wissens in keiner (größeren) Statistik auftaucht und ich vermuten würde, dass es die Politiker auch nicht großartig interessiert. Aber die Argumentation macht Sinn und ich kann dem nicht widersprechen. Danke für deine Erläuterung. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 21.September 2017, 10:46:07
@Fuchs:
Warum ich ungültig wähle? Ich habe das Glück in einem Land zu leben wo ich frei wählen darf und solange das so ist gehe ich auch wählen. Aber wenn keine Partei dabei ist der ich guten Gewissens meine Stimme geben kann muss ich ungültig wählen.

Rein interessehalber: Macht das effektiv einen Unteschied zum Nicht-Wählen? Oder ist das für dich ein symbolischer Akt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.September 2017, 10:57:06
@Fuchs:
Warum ich ungültig wähle? Ich habe das Glück in einem Land zu leben wo ich frei wählen darf und solange das so ist gehe ich auch wählen. Aber wenn keine Partei dabei ist der ich guten Gewissens meine Stimme geben kann muss ich ungültig wählen.

Das macht aber, wenn überhaupt, nur einen statistischen Unterschied zum Nichtwählen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.September 2017, 11:00:23
Für einen persönlich macht es sicher einen Unterschied, ob man gar nicht wählt oder bewusst seinen Stimmzettel ungültig macht. Nichtwähler finde ich sehr problematisch, da diese Gruppe auf ein wichtiges Recht komplett verzichtet und sich im Anschluss eigentlich nicht beklagen darf, wenn Politik nicht so gemacht wird, wie man das vielleicht gerne sähe. Dabei will ich gar nicht auf gebrochene Wahlversprechen eingehen, denn Politik ist immer mit Kompromissen verbunden und damit muss man sich am Ende des Tages arrangieren. Aber gar nicht wählen, das wäre für mich keine Option.

Die Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger sollten einerseits deutlicher aufgezeigt und andererseits noch weiter gestärkt werden. Auf kommunaler Ebene sollte man da noch mutiger sein, denn viele der dringendsten Anliegen sind lokale oder regionale Sorgen. Die Probleme der Welt spielen natürlich eine Rolle für das allgemeine Wohlbefinden und Sicherheitsgefühl, dafür haben wir dann aber auch die gewählte Bundesregierung. Um Vertrauen zurückzugewinnen, muss man meiner Ansicht nach auf kommunaler Ebene noch stärker den Austausch/Dialog zwischen Bürgern und Abgeordneten fördern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.September 2017, 12:00:36
Für das Endergebnis ist Ungültig genauso wie nicht zur Wahl gehen. Aber solange ich das Recht habe zu wählen werde ich auch davon Gebrauch machen.
Diesmal werde ich aber Die Partei oder eine andere Kleinpartei wählen um meinen Teil dazu beizutragen das die AfD nicht in den Bundestag kommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 21.September 2017, 12:30:24
@Fuchs:
Warum ich ungültig wähle? Ich habe das Glück in einem Land zu leben wo ich frei wählen darf und solange das so ist gehe ich auch wählen. Aber wenn keine Partei dabei ist der ich guten Gewissens meine Stimme geben kann muss ich ungültig wählen.

Rein interessehalber: Macht das effektiv einen Unteschied zum Nicht-Wählen? Oder ist das für dich ein symbolischer Akt?

Nein, eher profitieren davon (wie vom Nicht-Wählen allgemein) die großen Parteien
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bloody am 21.September 2017, 13:01:46
Für das Endergebnis ist Ungültig genauso wie nicht zur Wahl gehen. Aber solange ich das Recht habe zu wählen werde ich auch davon Gebrauch machen.
Diesmal werde ich aber Die Partei oder eine andere Kleinpartei wählen um meinen Teil dazu beizutragen das die AfD nicht in den Bundestag kommt.

Das Problem ist, dass sie ja nichtmal knapp an der 5% Hürde kratzen, sondern sehr sicher reinkommen. Da wäre es in dem Fall sinnvoller, eine andere Partei zu wählen, die auch im Bundestag ist, um der AfD wenigstens so wenig Sitze wie möglich zu geben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lumpi am 21.September 2017, 13:03:27
So richtig profitiert niemand bei einer ungültigen Stimmabgabe, es drückt alle mehr oder minder in ihrem Ergebnis nach unten:

Wenn auf A bei 100 Stimmen insgesamt 51 fallen, hat A die absolute Mehrheit. Wenn du jetzt hingehst und ungültig wählst, ist die absolute Mehrheit plötzlich wieder weg. Es bringt also schon was.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 21.September 2017, 13:12:48
So richtig profitiert niemand bei einer ungültigen Stimmabgabe, es drückt alle mehr oder minder in ihrem Ergebnis nach unten:

Wenn auf A bei 100 Stimmen insgesamt 51 fallen, hat A die absolute Mehrheit. Wenn du jetzt hingehst und ungültig wählst, ist die absolute Mehrheit plötzlich wieder weg. Es bringt also schon was.

Wenn die ungültige Stimme nicht ins Gesamtergebnis einberechnet wird (wie ich das bisher immer gelernt habe), dann trifft das nicht zu:
- Wenn du zu den Nicht-A-Wählern gehört hast, hätte A dann 51 von 99 Stimmen = 51,5 %
- Wenn du zu den A-Wählern gehört hast, hätte A dann 50 von 99 Stimmen = 50,5 %
=> Jeweils trotzdem die absolute Mehrheit

Wenn stattdessen aber drei Leute, die vorher nicht gewählt haben, stattdessen eine Splitterpartei wählen, dann ist die absolute Mehrheit weg: 51 von 103 Stimmen = 49,5 %.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.September 2017, 13:19:07
So richtig profitiert niemand bei einer ungültigen Stimmabgabe, es drückt alle mehr oder minder in ihrem Ergebnis nach unten:

Wenn auf A bei 100 Stimmen insgesamt 51 fallen, hat A die absolute Mehrheit. Wenn du jetzt hingehst und ungültig wählst, ist die absolute Mehrheit plötzlich wieder weg. Es bringt also schon was.
Leider nein. Für das Endergebnis zählen nur die gültigen abgegebenen Stimmen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.September 2017, 14:45:22
So richtig profitiert niemand bei einer ungültigen Stimmabgabe, es drückt alle mehr oder minder in ihrem Ergebnis nach unten:

Wenn auf A bei 100 Stimmen insgesamt 51 fallen, hat A die absolute Mehrheit. Wenn du jetzt hingehst und ungültig wählst, ist die absolute Mehrheit plötzlich wieder weg. Es bringt also schon was.

Wo hast du denn das gelernt? Ungültig = wird nicht gezählt = ist das Gleiche wie nicht wählen.

http://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html

Für das Endergebnis ist Ungültig genauso wie nicht zur Wahl gehen. Aber solange ich das Recht habe zu wählen werde ich auch davon Gebrauch machen.
Diesmal werde ich aber Die Partei oder eine andere Kleinpartei wählen um meinen Teil dazu beizutragen das die AfD nicht in den Bundestag kommt.

Das Problem ist, dass sie ja nichtmal knapp an der 5% Hürde kratzen, sondern sehr sicher reinkommen. Da wäre es in dem Fall sinnvoller, eine andere Partei zu wählen, die auch im Bundestag ist, um der AfD wenigstens so wenig Sitze wie möglich zu geben.

So sieht's aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 21.September 2017, 15:06:22
So richtig profitiert niemand bei einer ungültigen Stimmabgabe, es drückt alle mehr oder minder in ihrem Ergebnis nach unten:

Wenn auf A bei 100 Stimmen insgesamt 51 fallen, hat A die absolute Mehrheit. Wenn du jetzt hingehst und ungültig wählst, ist die absolute Mehrheit plötzlich wieder weg. Es bringt also schon was.
Leider nein. Für das Endergebnis zählen nur die gültigen abgegebenen Stimmen.
Und für die Sitzverteilung und damit die Mehrheit nur die gültigen Stimmen für Parteien über der 50%-Hürde (plus evtll Direktmandate)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.September 2017, 15:10:53
Ob die AfD sicher über 5% kommt werden wir sehen. Ich bin der Meinung das es sehr knapp wird. Wenn die AfD wirklich in den Bundestag einzeiht ist es egal ob mit 5.5%, 6% oder 7%. An der Regierungskoalition werden sie nicht beteiligt sein und für mich hat keine der "sicheren" Parteien meine Stimme verdient.
Dann lieber Die Partei oder eine andere Kleinpartei als den etablierten Parteien das Gefühl zu geben ich wäre mit ihrer Politik zufrieden obwohl ich nur die AfD verhindern will.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 21.September 2017, 15:25:46
Darf ich mal in die Runde fragen, was euer Hauptanliegen bei der Wahl ist (außer die AfD zu blockieren) - sprich: Welche Themen findet ihr besonders wichtig oder ausschlaggebend?
Wirtschaftspolitik, Sicherheit, Europa-Politik, Flüchtlinge, Energie, Umwelt, Steuern, ... ?

Beim Wahl-O-Mat z.B. ist die höchste Zustimmung, die ich zu einer Partei erhalte, bei sagenhaften 60% - d.h. da ist bei allen extrem viel Luft. Die einen sind wirtschaftlich nah bei mir, dafür in anderen Themen weit weg - und umgekehrt. Wie ist das bei euch? Habt ihr politisch eine "Heimat" (klang bei den meisten ja nicht so) - oder gibt es Themen, die von Wahl zu Wahl den Unterschied ausmachen? Welche sind das aktuell?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 21.September 2017, 15:39:39
Darf ich mal in die Runde fragen, was euer Hauptanliegen bei der Wahl ist (außer die AfD zu blockieren) - sprich: Welche Themen findet ihr besonders wichtig oder ausschlaggebend?
Wirtschaftspolitik, Sicherheit, Europa-Politik, Flüchtlinge, Energie, Umwelt, Steuern, ... ?

Beim Wahl-O-Mat z.B. ist die höchste Zustimmung, die ich zu einer Partei erhalte, bei sagenhaften 60% - d.h. da ist bei allen extrem viel Luft. Die einen sind wirtschaftlich nah bei mir, dafür in anderen Themen weit weg - und umgekehrt. Wie ist das bei euch? Habt ihr politisch eine "Heimat" (klang bei den meisten ja nicht so) - oder gibt es Themen, die von Wahl zu Wahl den Unterschied ausmachen? Welche sind das aktuell?

Kampf gegen Armut und niedrige Renten, eine Erhöhung des Mindestlohns (oder anders ausgedrückt: Arbeit muss sich wieder lohnen), Waffenexporte stoppen, Abrüsten statt den Militäretat zu erhöhen, Entspannungspolitik statt Wettrüsten und/oder Auslandseinsätze der Bundeswehr, Wiedereinführung der Vermögenssteuer, Legalisierung - Regulierung - Besteuerung von Drogen (zusammen mit der Vermögenssteuer entstehen so neue Steuereinnahmen die wiederum in die Infrastruktur gesteckt werden können, ebenfalls ein wichtiges Thema), Krankenversicherung reformieren und Beseitigung des Pflegenotstands, Asylrecht & Kampf gegen aufkommenden Rassismus, sozialen Wohnungsbau stärken, stärkere Zusammenarbeit innerhalb der EU, Umweltschutz.

Alles Themen die für mich wichtig sind und der Grund warum ich die Linke wähle.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 21.September 2017, 15:40:38
- Umweltpolitik (Der "Raubbau" an der Umwelt muss forciert ein Ende finden, sowohl im privaten als auch wirtschaftlichen Bereich.)
- Rentenpolitik (hier muss ENDLICH Etwas transparentes und wirksames geschaffen werden, das auch noch nach der ominösen Grenze 2030 stand halten kann.)
- Rüstungsindustrie (Ich bin strikt gegen Waffenexporte, kann aber auch das Gejammer verstehen, dass bei einem Verbot dessen, Arbeitsplätze verloren gingen, die man politisch abfangen müsste.)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.September 2017, 15:56:24
Die aus meiner Sicht drängendsten Themen habe ich ja an anderer Stelle schonmal aufgelistet:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 21.September 2017, 15:56:49
Darf ich mal in die Runde fragen, was euer Hauptanliegen bei der Wahl ist (außer die AfD zu blockieren) - sprich: Welche Themen findet ihr besonders wichtig oder ausschlaggebend?
Wirtschaftspolitik, Sicherheit, Europa-Politik, Flüchtlinge, Energie, Umwelt, Steuern, ... ?

Beim Wahl-O-Mat z.B. ist die höchste Zustimmung, die ich zu einer Partei erhalte, bei sagenhaften 60% - d.h. da ist bei allen extrem viel Luft. Die einen sind wirtschaftlich nah bei mir, dafür in anderen Themen weit weg - und umgekehrt. Wie ist das bei euch? Habt ihr politisch eine "Heimat" (klang bei den meisten ja nicht so) - oder gibt es Themen, die von Wahl zu Wahl den Unterschied ausmachen? Welche sind das aktuell?

Kampf gegen Armut und niedrige Renten, eine Erhöhung des Mindestlohns (oder anders ausgedrückt: Arbeit muss sich wieder lohnen), Waffenexporte stoppen, Abrüsten statt den Militäretat zu erhöhen, Entspannungspolitik statt Wettrüsten und/oder Auslandseinsätze der Bundeswehr, Wiedereinführung der Vermögenssteuer, Legalisierung - Regulierung - Besteuerung von Drogen (zusammen mit der Vermögenssteuer entstehen so neue Steuereinnahmen die wiederum in die Infrastruktur gesteckt werden können, ebenfalls ein wichtiges Thema), Krankenversicherung reformieren und Beseitigung des Pflegenotstands, Asylrecht & Kampf gegen aufkommenden Rassismus, sozialen Wohnungsbau stärken, stärkere Zusammenarbeit innerhalb der EU, Umweltschutz.

Kann ich so unterschreiben. Ich werde dennoch dieses Jahr nicht die Linke wählen, weil ich ein massives Problem mit Sahra Wagenknecht als Spitzenkandidatin habe. Aber genau diese Themen sind für mich auch (in unterschiedlicher Gewichtung) von Belang. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich für die Einführung eines BGE bin, mindestens aber für die Abschaffung der Hartz IV-Sanktionen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.September 2017, 16:03:13
Darf ich mal in die Runde fragen, was euer Hauptanliegen bei der Wahl ist (außer die AfD zu blockieren) - sprich: Welche Themen findet ihr besonders wichtig oder ausschlaggebend?
Wirtschaftspolitik, Sicherheit, Europa-Politik, Flüchtlinge, Energie, Umwelt, Steuern, ... ?

Beim Wahl-O-Mat z.B. ist die höchste Zustimmung, die ich zu einer Partei erhalte, bei sagenhaften 60% - d.h. da ist bei allen extrem viel Luft. Die einen sind wirtschaftlich nah bei mir, dafür in anderen Themen weit weg - und umgekehrt. Wie ist das bei euch? Habt ihr politisch eine "Heimat" (klang bei den meisten ja nicht so) - oder gibt es Themen, die von Wahl zu Wahl den Unterschied ausmachen? Welche sind das aktuell?

Kampf gegen Armut und niedrige Renten, eine Erhöhung des Mindestlohns (oder anders ausgedrückt: Arbeit muss sich wieder lohnen), Waffenexporte stoppen, Abrüsten statt den Militäretat zu erhöhen, Entspannungspolitik statt Wettrüsten und/oder Auslandseinsätze der Bundeswehr, Wiedereinführung der Vermögenssteuer, Legalisierung - Regulierung - Besteuerung von Drogen (zusammen mit der Vermögenssteuer entstehen so neue Steuereinnahmen die wiederum in die Infrastruktur gesteckt werden können, ebenfalls ein wichtiges Thema), Krankenversicherung reformieren und Beseitigung des Pflegenotstands, Asylrecht & Kampf gegen aufkommenden Rassismus, sozialen Wohnungsbau stärken, stärkere Zusammenarbeit innerhalb der EU, Umweltschutz.

Kann ich so unterschreiben. Ich werde dennoch dieses Jahr nicht die Linke wählen, weil ich ein massives Problem mit Sahra Wagenknecht als Spitzenkandidatin habe. Aber genau diese Themen sind für mich auch (in unterschiedlicher Gewichtung) von Belang. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich für die Einführung eines BGE bin, mindestens aber für die Abschaffung der Hartz IV-Sanktionen.

Habe wie die letzten Male wieder Die Linke gewählt, aus den gleichen Gründen wie Splash. Ich mag Wagenknecht auch nicht sooo besonders, aber ich wähle immer die Partei, niemals eine Person.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 21.September 2017, 16:07:31
Jetzt, wo ich mich hier mal ein wenig durchgelesen habe, möchte ich mal zum Thema nicht bzw. ungültig wählen Heinrich von Treitschke zitieren:

Zitat
Wenn bei irgendeiner Gelegenheit, wo das allgemeine Stimmrecht gebraucht wird, kaum zwei Drittel, ja vielleicht nicht einmal die Majorität der Stimmberechtigten an die Urne kommt, so ist dies ein Votum gegen das ganze System überhaupt.

Kann ich so unterschreiben. Ich werde dennoch dieses Jahr nicht die Linke wählen, weil ich ein massives Problem mit Sahra Wagenknecht als Spitzenkandidatin habe. Aber genau diese Themen sind für mich auch (in unterschiedlicher Gewichtung) von Belang. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich für die Einführung eines BGE bin, mindestens aber für die Abschaffung der Hartz IV-Sanktionen.

Ich kann durchaus verstehen warum man Wagenknecht nicht gerade sympathisch findet, aber wenn du für ein BGE und die Abschaffung von Hartz4 (oder zumindest der Sanktionen) bist, dann ist die Linke doch eigentlich genau die Partei die man wählen sollte. Zumal ich den ganzen Hype um Spitzenkandidaten sowieso nicht nachvollziehen kann, wir wählen ja hauptsächlich die Parteien und die Standpunkte die sie vertreten - da ist es mir egal wer mir da als Kandidat vorgesetzt wird, solange sie auch für ihre Ideale einstehen. Leider wurde der Wahlkampf in den letzten Jahren immer mehr von Personen und nicht von politischen Themen oder gar Diskussionen dominiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 21.September 2017, 16:11:20
Na ja - es gibt da durchaus andere Möglichkeiten. Bündnis Grundeinkommen oder Demokratie in Bewegung sind Kleinparteien die durchaus auch in Frage kämen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 21.September 2017, 16:15:24
Leider wurde der Wahlkampf in den letzten Jahren immer mehr von Personen und nicht von politischen Themen oder gar Diskussionen dominiert.

Genau über dieses Thema haben wir heute erst bei der Arbeit diskutiert.
Es geht immer mehr auf die Präsentation der einzelnen Persönlichkeiten. Siehe TV-Duell, oder das Schlagwort "Spitzenkandidat", etc..

Es sollte (und eigentlich tut es das Ganze ja auch) sich letztendlich um die Parteien drehen und im Besonderen um deren Wertevorstellungen, bzw. politischen Ziele.
Was ich allerdings sehr nachvollziehen und auch vertreten kann (denn auch ich habe genau so eine Begründung heute vorgebracht, warum ich die Grünen nicht wählen KANN) ist, wenn es innerparteilich Personen gibt und das vielleicht sogar führende Politiker, die in bestimmten Punkten absolut konträr zu den Grundidealen der Partei stehen und das auch so geduldet wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 21.September 2017, 16:32:40
[...]
Es sollte (und eigentlich tut es das Ganze ja auch) sich letztendlich um die Parteien drehen und im Besonderen um deren Wertevorstellungen, bzw. politischen Ziele.
Was ich allerdings sehr nachvollziehen und auch vertreten kann (denn auch ich habe genau so eine Begründung heute vorgebracht, warum ich die Grünen nicht wählen KANN) ist, wenn es innerparteilich Personen gibt und das vielleicht sogar führende Politiker, die in bestimmten Punkten absolut konträr zu den Grundidealen der Partei stehen und das auch so geduldet wird.

Da hast du schon Recht, aber dieses Problem sehe ich bei den Grünen nicht so extrem (vielleicht mit Ausnahme von Kretschmann, der passt mMn wirklich nicht zu den Grünen). Schlimmer finde ich da eher das jemand wie Sarrazin jahrelang in der SPD aktiv war, der die Ideale seiner Partei in keinster Weise vertreten hat (aber die Ideale der SPD sind ja sowieso irgendwie verschwommen, wenn nicht gar ganz über Bord geworfen worden - zumindest bei den "großen" Namen).

Na ja - es gibt da durchaus andere Möglichkeiten. Bündnis Grundeinkommen oder Demokratie in Bewegung sind Kleinparteien die durchaus auch in Frage kämen.

Die Chance das eine dieser Parteien diese Ziele aber tatsächlich erreichen kann ist doch eher gering, zumal ein Einzug in den Bundestag auch wohl kaum realistisch ist. Deswegen bleibe ich auch dabei, die Linke wäre in deinem Fall die bessere Alternative.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 21.September 2017, 16:41:06
Da bin ich weitestgehend bei euch, was im großen und ganzen auch den SPD-Kernthemen entspricht
-Rente: wir brauchen dringend eine vernünftige Reform, sonst sind wir bald unter 30% Rentenniveau bei steigenden Beiträgen (hier hat die Union, wie eigentlich bei jedem relevanten Thema, übrigens rein gar nichts anzubieten, außer Rente mit 70)
-Steuern: ich bin absolut für die sozialdemokratische Umverteilungspläne, da kommt wirklich was für Familien bei rum anstatt nur davon zu reden wir gewisse andere Parteien und bewahrt uns auch den Haushaltsüberschuss, welcher dann investiert werden kann anstatt für Steuergeschenke verschenkt zu werden (wie es die liebe Union vorhat)
-Investitionen: wir müssen dringend in Bildung und Infrastruktur investieren sowie Kommunen entlasten (anstatt den Rüstungsetat zu erhöhen, wie es die CDU gerne hätte), notfalls auch auf Kosten der schwarzen Null (die momentan ohnehin niemandem etwas nutzt außer dem Ego unseres Finanzministers)
-Europapolitik: die fehlgeleitete Austeritätspolitik von Merkel und Schäuble hat uns die ganze Misere eingebrockt, wer könnte besser geeignet sein, dem entgegnzuwirken als Martin Schulz?
-Umwelt: bin ich ebenfalls bei euch, aber dazu muss eben investiert werden (s.o.)
-weg mit dieser bescheuerten Maut (danke, CDU/CSU)
-eine humane Flüchtlingspolitik (wer CDU wählt bekommt auch CSU)
-Mindestlohn erhalten: der Mindestlohn ist m.E. die größte Errungenschaft der letzten Legislaturperiode (by the way durchgesetzt von der SPD gegen vehementen Widerstand des CDU-Wirtschaftsflügels) und muss dringend so erhalten bleiben wie er jetzt ist (mit schwarz-gelb ist das gute Gesetz schneller ausgehöhlt als hier jemand "Hungerlohn" sagen kann)

Alles Themen, die man ohne eine starke SPD vergessen kann und daher alles Gründe, weshalb ich dort MItglied bin und natürlich auch entsprechend wähle. Wobei mir persönlich eher zweitrangig ist, ob jemand SPD oder Linke wählt -Hauptsache rot.  ;)

Edit:
@ Splash
Nur weil ich hier gerade Sarrazin lese: "jahrelang aktiv" ist nicht so wirklich richtig. Der Mann hatte Parteiintern praktisch keinen Einfluss und niemand hat einen Zweifel daran gelassen, dass er keine Parteipositionen vertritt. Er konnte nur so lange Mitglied bleiben, weil die Anforderungen für ein erfolgreiches Ausschlussverfahren nunmal (zurecht) sehr hoch sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 21.September 2017, 16:48:47
Das Problem das ich mit der SPD habe hat der Postillon schon auf den Punkt gebracht.

http://www.der-postillon.com/2017/02/traditionelles-linkes-halbjahr.html (http://www.der-postillon.com/2017/02/traditionelles-linkes-halbjahr.html)

Das ist allerdings auch ein Grund warum ich die Linke wähle. Rot-Rot-Grün wäre mir als Koalition am liebsten, auch damit die SPD wieder zu ihren eigentlichen Werten zurück findet.

Edit:

[...]
@ Splash
Nur weil ich hier gerade Sarrazin lese: "jahrelang aktiv" ist nicht so wirklich richtig. Der Mann hatte Parteiintern praktisch keinen Einfluss und niemand hat einen Zweifel daran gelassen, dass er keine Parteipositionen vertritt. Er konnte nur so lange Mitglied bleiben, weil die Anforderungen für ein erfolgreiches Ausschlussverfahren nunmal (zurecht) sehr hoch sind.

Das war jetzt auch nur das erste Beispiel das mir eingefallen ist. Mitglied in der Partei war er trotzdem und für ein Mitglied das offensichtlich nicht mit den Idealen seiner Partei übereinstimmt sollte ein Ausschlussverfahren eigentlich kein Problem sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 21.September 2017, 16:55:30
[...](vielleicht mit Ausnahme von Kretschmann, der passt mMn wirklich nicht zu den Grünen).

Und schon hast du mich entlarvt. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 21.September 2017, 17:02:18
@Splash
So extrem sehe ich das halt nicht. Sicher, ich verstehe, was du meinst, und ja, "wir" haben, wenn auch lange vor meiner Mitgliedschaftszeit, die Agenda verbrochen (wobei auch hier kurz angemerkt sei, dass die einzige realistische Alternative zu Schröder Merkel gewesen wäre - mit der wir die Agenda auch bekommen hätten, nur wohl noch unsozialer, und nebenbei noch den Irak-Krieg mitgemacht hätten).
Aber in der jüngeren Vergangenheit hat sich die SPD aus meiner Sicht glaubhaft bemüht, die Folgen einzudämmen. Die letzte Legislaturperiode enthielt mit Mindestlohn, Rente mit 63 und Mietpreisbremse (auch wenn die Verbesserungspotential hat) definitiv soziale und arbeitnehmerfreundliche Politik (und wäre noch besser gewesen, wenn man das Steruerprogramm hätte umsetzen dürfen, das die Union aber natürlich blockiert hat).
Und Freihandel ist eben ein Thema für sich...

Aber ich denke, wir brauchen uns hier nicht die Köpfe heiß zu reden, wenn wir uns doch im Grunde zu 90% einig sind.  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 21.September 2017, 17:15:43
[...]
Aber ich denke, wir brauchen uns hier nicht die Köpfe heiß zu reden, wenn wir uns doch im Grunde zu 90% einig sind.  :)

Das ist richtig ;). Wollte auch nur klar machen warum ich die SPD nicht wähle, zumindest nicht momentan. Besser als die Union finde ich sie allemal und ich sehe ein generelles Problem auch eher im Lobbyismus, durch den die Werte/Ideale einer Partei verloren gehen. Deutschland, als eins der wenigen Länder in der EU ohne Lobbyregister und mit extrem wenigen Regelungen für Lobbyisten, hat hier ein massives Problem. Und da ist die SPD leider auch nicht ganz unschuldig dran (und "Rent-A-Sozi" wird ja wohl auch keiner schon vergessen haben).

http://taz.de/LobbyControl-ueber-Bundesregierung/!5424288/ (http://taz.de/LobbyControl-ueber-Bundesregierung/!5424288/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 21.September 2017, 20:50:33
Ich hatte damals 2 mal den Schröder gewählt als ich noch jung war und es nicht besser wusste. Vom Programm her würde ich am ehesten den Linken oder den Piraten meine Stimme geben, beide Parteien sind für mich aber nicht wählbar wegen einigen Personen auf entscheidenden und oft führenden Positionen.
Katja Kippings Haltung zu Kriegen ist ja in vielen Punkten richtig. Aber wenn sie Politikerin in den USA gewesen wäre hätte sie noch um April 1944 davon geredet das man die Ursachen bekämpfen muss statt gegen Hitler in den Krieg zu ziehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 21.September 2017, 20:53:44
Na ja - wäre Kipping Spitzenkandidatin statt Wagenknecht, müsste ich nicht lange nachdenken, die Linke zu wählen. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 21.September 2017, 21:11:08
Auch wenn ich mit einigen Zielen der Linken konform gehe (über die Mittel lässt sich streiten), gehört sie für mich zu den absolut unwählbaren Parteien. Die politische Linke hat in ihrer Geschichte leider mehrfach bewiesen, dass sie viel Verständnis für die einfachen Leute hat, aber keinen Funken Sympathie. Die Krawalle von Hamburg haben das nur einmal mehr unterstrichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 22.September 2017, 08:40:48
Für mich ist Die Linke als (führende) Oppositionspartei elementar wichtig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 09:04:04
Für mich ist Die Linke als (führende) Oppositionspartei elementar wichtig.

Kann ich sogar nachvollziehen. Ich habe trotzdem ein Problem damit, dass zum einen die Nachfolge-Partei der SED hier munter mitmischt und zum anderen eine Distanzierung zu linksextremen Gruppen vollkommen ausbleibt (es würde mir ja schon reichen, wenn diese nicht unterstützt und deren Mitglieder/Sympathisanten aus der Partei ausgeschlossen würden).


Unabhängig davon: Ich habe gestern diese Spitzenkandidaten-Runde gesehen (ARD?), was ich sonst meist vermieden habe - fand ich aber recht interessant. Und arg dürftig. Außer Herr Lindner, der halt auch ein begnadeter Rhetoriker ist, war das ja wie im Kindergarten. Die Flinten-Uschi hat alles richtig gemacht, Bayern ist das geilste Land der Welt, alle sind für mehr Polizei und immer schon gewesen (fragt sich nur, wer die Stellen abgebaut hat) ...

Was mit völlig fehlt (bzw. Lindner hatte da leichte Ansätze) ist ein Bild für das große Ganze. Da wird Thema nach Thema abgegrast und alle haben für jedes die perfekte Lösung - anstatt einfach mal zu sagen, dass man Kompromisse eingehen muss und das Thema XY gegenüber dem superdringenden Thema Rentenreform (oder was auch immer) zurückstehen muss, weil das Geld halt erst mal dorthin fließen muss, damit man nicht die nächsten sechs Legislaturperioden weiterhin mit Flickschustern beschäftigt ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.September 2017, 10:33:18
Auch wenn ich mit einigen Zielen der Linken konform gehe (über die Mittel lässt sich streiten), gehört sie für mich zu den absolut unwählbaren Parteien. Die politische Linke hat in ihrer Geschichte leider mehrfach bewiesen, dass sie viel Verständnis für die einfachen Leute hat, aber keinen Funken Sympathie. Die Krawalle von Hamburg haben das nur einmal mehr unterstrichen.

Was hat Die Linke mit den Krawallen in Hamburg zu tun?

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-07/krawalle-g20-gipfel-hamburg-gewalttaeter

Klar, alles Mitglieder und Wähler der Linkspartei.

Zudem: in der CDU gibt bzw gab es genauso viele Altnazis wie in der Linken ehemalige SEDler. Würdest du die CDU deshalb als Nachfolgepartei der NSDAP bezeichnen?
Das Argument "SED-Nachfolgepartei" ist dermaßener Schwachsinn, echt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 22.September 2017, 10:36:57
Sehe ich auch so, j4y_z.

Es wird ja auch ned ständig betont, dass die NSDAP ohne Zutun des Vorgängers der jetzigen CDU nie so einfach an die Macht gekommen wäre und dass der ein oder andere stramme Nazi nach dem Krieg bei der CDU eine neue Heimat fand.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 10:58:17
Zur Hamburg: Ich habe doch nicht gesagt, dass die Krawallmacher identisch mit der Partei "Die Linken" sind - es gibt aber jede Menge gegenseitige Sympathie und auch Unterstützung aus der politischen Linken. DAS ist mein Problem. Vor allem, wenn sich hinterher so Leute wie Ralf Stegner (SPD) hinstellen und die Gewalt umdeuten: "Ideologisch gesehen ist die Verherrlichung von Gewalt eher rechte Gesinnung. Schwarzer Block und Hooligans sind Kriminelle - keine Linken" oder Kipping, die die Schuld einzig bei der Polizei sucht etc pp.

Zur SED-Nachfolge: Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen ...
https://www.welt.de/politik/article3649188/Die-Linke-Wir-sind-Rechtsnachfolgerin-der-SED.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.September 2017, 11:12:38
Natürlich besteht von der Linken aus Sympathie für fir G20-Gegner. Aber eben nur für den Protest gegen diesen, keinesfalls für die Gewalt.

Klar ist die Linke die Rechtsnachfolgerin, was nichts anderes bedeutet, als dass Die Linke den Platz der SED (bzw korrekter, der PDS) in der Parteienlandschaft einnimmt. Mehr nicht. Du kannst mir und anderen ja mal erläutern, inwiefern das heutige Programm der Linken mit dem der SED übereinstimmt. Wirst sehr schnell feststellen, dass die ganze Nachfolger-Geschichte nur auf dem Papier besteht.

Die Nazi-Keule ist hier übrigens verpönt. Die SED-Keule geht aber irgendwie immer, oder?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 11:28:49
Wie gesagt, habe ich bzgl. der Gewalt da so meine Zweifel - aber da hänge ich mich jetzt vermutlich auch an Einzelpersonen/-äußerungen auf, die nicht für die gesamte Partei repräsentativ sind. Dass die Linke sich seit 1989 weiterentwickelt hat, bestreite ich gar nicht - wie eingangs geschrieben, teile ich auch einige der Positionen. Dennoch zieht sich durch die Geschichte der politischen Linken ein roter Faden, der mich sehr skeptisch zurücklässt.

Ich denke, dass ich einige Gründe genannt habe, die (für mich) gegen die Linke spricht. Da du freudig - und schlüssig - dagegen andiskutierst, verstehe ich nicht, wieso du meine Punkte als Keule empfindest. Ein Totschlagargument müsste m.E. aus anderem Holz geschnitzt sein - oder?

Zumindest empfinde ich es als gewinnbringend, die Gegensicht auf die Dinge, die mich beschäftigen/stören, zu erfahren :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 22.September 2017, 11:44:47
Vor allem, wenn sich hinterher so Leute wie Ralf Stegner (SPD) hinstellen und die Gewalt umdeuten: "Ideologisch gesehen ist die Verherrlichung von Gewalt eher rechte Gesinnung. Schwarzer Block und Hooligans sind Kriminelle - keine Linken"

Das ist doch anders gemeint. Kern der Aussage ist m.E., dass dieses Verhalten mit "linken Werten" unvereinbar ist und so gesehen die klare Distanzierung, deren Ausbleiben du oben bemängelst. ;)
Auch wenn mir schon klar ist, dass du dabei eher die Linkspartei im AUge hattest.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 12:03:08
Vor allem, wenn sich hinterher so Leute wie Ralf Stegner (SPD) hinstellen und die Gewalt umdeuten: "Ideologisch gesehen ist die Verherrlichung von Gewalt eher rechte Gesinnung. Schwarzer Block und Hooligans sind Kriminelle - keine Linken"

Das ist doch anders gemeint. Kern der Aussage ist m.E., dass dieses Verhalten mit "linken Werten" unvereinbar ist und so gesehen die klare Distanzierung, deren Ausbleiben du oben bemängelst. ;)
Auch wenn mir schon klar ist, dass du dabei eher die Linkspartei im AUge hattest.

Mit ganz viel gutem Willen kann ich deiner Interpretation folgen. Sein erster Satz ist dennoch völliger Unsinn; Gewalt insgesamt lässt sich nicht ideologisch verorten, sie wurde schon immer von den Extremen beider Seiten gerne und in hohen Dosen eingesetzt ... Die Umdeutung finde ich halt völlig daneben. Wenns friendlich gegen G20 geht, sind es Linke - und wenn es ausartet plötzlich Rechte (oder zumindest keine Linken). Klar  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.September 2017, 12:03:59
Mal ganz abgesehen von der Diskussion: Ideologisch gesehen ist Gewalt und die Vereherrlichung eben dieser denke ich weder rechte noch linke Gesinnung.
Beide Extreme sehen Gewalt als probates Mittel zur Errichtung ihrer ganz eigenen Traumwelten. Ob das jetzt ein linker oder ein rechter Vollidiot ist, beide verherrlichen Gewalt irgendwie, aber würden sie in ihrem ganz eigenen Utopia leben denke ich würden beide keine Gewalt wollen. Also kann ich nur vermuten. Außer halt die Deppen, denen Gewalt Spaß macht. Und die sind auf beiden Seiten in den Extremen sicherlich reichlich zu finden.

Ich weiß worauf Herr Stegner hinaus wollte, unglücklich ausgedrückt hat er sich trotzdem. Ich denke nicht, dass der Tritt gegen Rechts notwendig gewesen wäre. Wenn du die SPD bist, dann meinst du mit rechts ja auch die FDP und die CDU.

Edit: Tery war schneller.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 22.September 2017, 12:24:41
Vor allem, wenn sich hinterher so Leute wie Ralf Stegner (SPD) hinstellen und die Gewalt umdeuten: "Ideologisch gesehen ist die Verherrlichung von Gewalt eher rechte Gesinnung. Schwarzer Block und Hooligans sind Kriminelle - keine Linken"

Das ist doch anders gemeint. Kern der Aussage ist m.E., dass dieses Verhalten mit "linken Werten" unvereinbar ist und so gesehen die klare Distanzierung, deren Ausbleiben du oben bemängelst. ;)
Auch wenn mir schon klar ist, dass du dabei eher die Linkspartei im AUge hattest.

Mit ganz viel gutem Willen kann ich deiner Interpretation folgen. Sein erster Satz ist dennoch völliger Unsinn; Gewalt insgesamt lässt sich nicht ideologisch verorten, sie wurde schon immer von den Extremen beider Seiten gerne und in hohen Dosen eingesetzt ... Die Umdeutung finde ich halt völlig daneben. Wenns friendlich gegen G20 geht, sind es Linke - und wenn es ausartet plötzlich Rechte (oder zumindest keine Linken). Klar  ;D

Ist halt die Frage, ob das tatsächlich "ausartet". Mein Eindruck ist eher, dass da Leute eben schlicht einen Vorwand nutzen, um mal Krawall machen zu können - das sind dann für mich in der Tat keine Linken. Genauso wie Leute, die zum Fußball gehen, um einen einen "Grund" zum prügeln zu haben, keine Fußballfans sind.
Aber klar, ich kann absolut nachvollziehen, dass du, insbesondere bezüglich des ersten Satzes, ein Störgefühl hast. Glücklich war die Aussage alles in allem sicher nicht.

Ich denke nicht, dass der Tritt gegen Rechts notwendig gewesen wäre. Wenn du die SPD bist, dann meinst du mit rechts ja auch die FDP und die CDU.

In parlamentarischem Zusammenhang ja, und das auch zu recht. Aber in diesem Kontext? Kaum.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 12:39:04
Wir steuern geradewegs auf eine Richtungsdiskussion zu ;)

=> Wieso sollen es keine Linken sein, sobald sie Krawall machen? Vielleicht (in meinen Augen sogar sehr wahrscheinlich) haben sie linke Einstellungen, nutzen aber halt andere/falsche Methoden zum Erreichen ihrer Ziele. Gewaltanwendung als Kriterium für Nicht-Linkssein herzunehmen, ist ein bisschen kurz gegriffen. Von mir aus sind es dann kriminelle Linke - und von mir aus hat das nichts mit der offiziellen Partei zu tun, aber trotzdem sind es Linke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 22.September 2017, 12:53:08
...
Wieso sollen es keine Linken sein, sobald sie Krawall machen? Vielleicht (in meinen Augen sogar sehr wahrscheinlich) haben sie linke Einstellungen, nutzen aber halt andere/falsche Methoden zum Erreichen ihrer Ziele. Gewaltanwendung als Kriterium für Nicht-Linkssein herzunehmen, ist ein bisschen kurz gegriffen. Von mir aus sind es dann kriminelle Linke - und von mir aus hat das nichts mit der offiziellen Partei zu tun, aber trotzdem sind es Linke.

Klar können das tatsächlich Linke sein, keine Frage. In diesem Zusammenhang sind es aber in erster Linie Kriminelle. Hooligans werden ja auch in erster Linie als Kriminelle wahrgenommen, Fußballfans sind sie aber ja in den meisten Fällen trotzdem

Um die Brücke zurückzuschlagen: die Solidarisierung der Partei Die Linken hinsichtlich der Geschehnisse in Hamburg bezog sich meines Erachtens nicht auf die Personen, die gewalttätig wurden, sondern in erster Linie auf die friedlichen Demonstranten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 22.September 2017, 13:09:27
Ich finde auch interessant, wie die öffentliche Reaktion in die Richtung geht, dass man sich bei Gewalttaten von links auch nicht mehr mit den Positionen der friedlichen Mitdemonstranten auseinandersetzen muss, während auf der anderen Seite die Sorgen der Pegidisten ernst genommen werden müssen, und man die Asylgesetze verschärft, weil die Sorge vor islamisierenden, bombenden und vergewaltigenden braunen Menschen soo viel rationaler ist als die davor, dass Großkonzerne Gesetze mitschreiben und ihren Einfluss dafür nutzen, Bürgerrechte einzuschränken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 22.September 2017, 13:16:15
Wir steuern geradewegs auf eine Richtungsdiskussion zu ;)

Bitte nicht, ich kapituliere!  :D

Ich habe eben nur oft den Eindruck, dass ein großteil dieser Leute nicht bis drei zählen kann, sich einfach über einen "Grund" zum Autos anzünden freut und insoweit eben nur sehr bedigt tatsächlich ideologisch motiviert handelt. Aber das kann natürlich auch ein Wahrnehmungsfehler ( :P) sein. Spinner sind es so oder so, da sind wir uns denke ich einig.
Eigentlich wollte ich ursprünglich eh nur meine Interpretation von Herrn Stegners Aussage loswerden.


@idioteque3
Wo du recht hast, hast du recht. [In der öffentlichen Wahrnehmung ist Blockupy ja auch einer Versammlung randalierender Irrer, weil hunderte friedliche Demonstranten rechtswidrig stundenlang eingekesselt wurden.]
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 13:21:04
Den Eindruck von idioteque teile ich nur bedingt. Zum einen wurde Pegida (bzw. die Anliegen) erst in dem Moment ernst genommen, in dem sich die Anliegen in Wahlergebnissen niedergeschlagen haben und die etablierten Parteien ihr Felle haben wegschwimmen sehen. Also eher Selbsterhaltungstrieb, um das Abwandern der Wählergruppen zu verhindern (und damit gut dotierte Posten zu behalten).

Im Umfeld des G20-Gipfels hatte ich durchaus den Eindruck, dass die Anliegen der Demonstranten diskutiert wurden - dass das hinterher natürlich von den spektakulären Bildern überblendet wird, dürfte wenig überraschend sein. Über die TTIP-Demo wurde ja seinerzeit auch relativ fair und ausführlich berichtet. (Dass es immer Gegenmeinungen und andere Blickwinkel gibt, sollte klar sein und positiv verbucht werden - da unterscheidet sich die "öffentliche Meinung" nicht vom MTF ;)).


@aragorn99werder: Da sind wir uns einig - und kapitulieren gemeinsam ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 22.September 2017, 15:03:04
Zur Hamburg: Ich habe doch nicht gesagt, dass die Krawallmacher identisch mit der Partei "Die Linken" sind - es gibt aber jede Menge gegenseitige Sympathie und auch Unterstützung aus der politischen Linken. DAS ist mein Problem. Vor allem, wenn sich hinterher so Leute wie Ralf Stegner (SPD) hinstellen und die Gewalt umdeuten: "Ideologisch gesehen ist die Verherrlichung von Gewalt eher rechte Gesinnung. Schwarzer Block und Hooligans sind Kriminelle - keine Linken" oder Kipping, die die Schuld einzig bei der Polizei sucht etc pp.

Zur SED-Nachfolge: Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen ...
https://www.welt.de/politik/article3649188/Die-Linke-Wir-sind-Rechtsnachfolgerin-der-SED.html

Auch wenn die Polizei nicht alleine schuldig ist, darf man ihr aber sicher schlechtes Krisenmanagement, vor allem auch vor der Eskalation, vorwerfen.
Zumal sich Kipping mWn sofort von der Gewalt distanziert hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 22.September 2017, 16:06:40
Ich halte nicht nur das Parteisystem für überholt, sondern eigentlich diese politischen Schablonen dazu. Es gibt weder ein links noch ein rechts, sondern nur Vernunft und Unvernunft. Und dazwischenzuschießen, bloß weil man Angehöriger einer anderen Sekte Partei ist und ja Opposition und so erfüllen soll, ist ebenso ganz, ganz schlimm. Genau das ist aber (Partei-)Politik. Es geht nicht um die Sache, es geht um die Partei. Dass es in jeder Partei Spacken wie auch gute Menschen gibt, versteht sich von selbst. Okay, außer vielleicht in der NPD und so.

Das ist aber nicht nur auf höchster Ebene so. Eine zeitlang ein bisschen Presse über Kreistagssitzungen gemacht. Kindergarten für Erwachsene, ohne Quatsch. Eine Lösung habe ich aber auch nicht. Aber wie das eben in der Politik auch so ist: Missstände aufzeigen ist leicht, sie beheben was anderes.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 22.September 2017, 16:28:59
[...]
Die Nazi-Keule ist hier übrigens verpönt. Die SED-Keule geht aber irgendwie immer, oder?

Das irritiert mich auch jedesmal. Ich hatte erst kürzlich eine Diskussion mit einem Bekannten der mir sagte er wolle die AfD wählen. Nachdem ich ihm dann erklärt habe das in der AfD ganz klar rechtes Gedankengut vorherrscht (Zitate von Höcke & Gauland, Parteiprogramm usw.) kam nur die Antwort: "Die Nazi-Keule, war ja klar das sowas von einem SED-Wähler kommt" ::)

Ich finde auch interessant, wie die öffentliche Reaktion in die Richtung geht, dass man sich bei Gewalttaten von links auch nicht mehr mit den Positionen der friedlichen Mitdemonstranten auseinandersetzen muss, während auf der anderen Seite die Sorgen der Pegidisten ernst genommen werden müssen, und man die Asylgesetze verschärft, weil die Sorge vor islamisierenden, bombenden und vergewaltigenden braunen Menschen soo viel rationaler ist als die davor, dass Großkonzerne Gesetze mitschreiben und ihren Einfluss dafür nutzen, Bürgerrechte einzuschränken.

+1

Ich habe das Gefühl das liegt vor allem an den grundverschiedenen Ansätzen der politischen Richtungen. Rechte bzw. konservative Positionen sind im Kern mehr für die Wirtschaft und Konzerne ausgerichtet (höhere Gewinne erlauben mehr Geld mittels Lobbyismus in die Politik zu stecken, was wiederum mehr Einfluss ermöglicht, was wiederum weitere wirtschaftsfreundliche Politik ermöglicht, wodurch noch höhere Gewinne eingefahren werden können), linke Positionen wenden sich vor allem eher den sozial schwachen zu. Die Politiker, und teilweise auch die Medien, werden sich nicht mit Themen befassen die ihnen keinen eigenen Vorteil bringen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 16:31:08
Ich halte nicht nur das Parteisystem für überholt, sondern eigentlich diese politischen Schablonen dazu. Es gibt weder ein links noch ein rechts, sondern nur Vernunft und Unvernunft. Und dazwischenzuschießen, bloß weil man Angehöriger einer anderen Sekte Partei ist und ja Opposition und so erfüllen soll, ist ebenso ganz, ganz schlimm. Genau das ist aber (Partei-)Politik. Es geht nicht um die Sache, es geht um die Partei. Dass es in jeder Partei Spacken wie auch gute Menschen gibt, versteht sich von selbst. Okay, außer vielleicht in der NPD und so.

Das ist aber nicht nur auf höchster Ebene so. Eine zeitlang ein bisschen Presse über Kreistagssitzungen gemacht. Kindergarten für Erwachsene, ohne Quatsch. Eine Lösung habe ich aber auch nicht. Aber wie das eben in der Politik auch so ist: Missstände aufzeigen ist leicht, sie beheben was anderes.


Leider wahr ...

Meines Erachtens bräuchte man eine "riesengroße Koalition" - alle im Boot. Die Bürger wählen statt Parteien die Themen, die ihnen wichtig sind. Dann erstellen alle beteiligten Politiker einen Fahrplan für die nächsten 10, 20, 30 Jahre inklusive Priorisierung von Themen und den Wegen, wie diese Ziele umgesetzt werden. Darauf werden alle Beteiligten verpflichtet; die Öffentlichkeit wird regelmäßig darüber informiert, inwieweit die Ziele erreicht werden etc.

Wenn es starke Abweichungen gibt (oder neue Themen aufploppen), gibt es eine Sonder-Wahl, in der die Bürger die Themen entsprechend einordnen können. (Konstruiertes) Beispiel Eurokrise: Sollen die Banken gerettet werden? O Nein O Ja, dafür die Rentenreform um 5 Jahre aussetzen O Ja, dafür die geplante Erhöhung des Bildungsetats aussetzen, etc.

Dann könnten sich die Politiker mal in der Sache beweisen und die Debatten könnten sich vornehmlich mal auf Themen beziehen. Die durch Legislaturperioden getaktete und durch das Parteiensystem zerklüftete Politik ist m.E. für eine langfristig positive Entwicklung einfach abträglich - egal, wer die Regierung bildet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 22.September 2017, 16:55:29
Gefällt mir ganz gut, der Vorschlag.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.September 2017, 17:20:29
Ich wär sofort dabei...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 22.September 2017, 18:00:11
Hört sich für mich auch interessant an. Aber die Intelligenz des Durchschnittswählers und deren Schwerpunkte können natürlich von den tatsächlichen Anforderungen eines Landes abweichen. Was weiß Mr. X schon darüber was für Konsequenzen eine Bankenrettung (oder eben nicht) hätte.

Vielleicht würde das funktionieren, wenn die Politiker die Schwerpunkte schon vorgeben, die Bürger diese aber gewichten.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 22.September 2017, 18:36:59
Wo kann man dafür wählen?  ;D

Das -- ernsthaft -- vorzuschlagen würde übrigens auch diejenigen entlarven, die lediglich an ihren Partei-Sitzen kleben und das System schon deshalb erhalten wollen, weil es ihnen ums System geht. Kennt man auch aus anderen Bereichen....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 22.September 2017, 19:49:52
Einzelthemenwahlen sind dann ja recht nah am Volksentscheid.

Was ich besser fände, das näher an der ursprünglichen Demokratie aus dem antiken Griechenland wäre: Dass man zu bestimmten Grundsatzfragen ein Parlament auslost. Es werden zufällig, aber möglichst repräsentativ für die Bevölkerung, 100 Bürger ausgelost, die zu einem Thema Experten aus möglichst vielen Fachbereichen anhören und dann eine (verpflichtende) Empfehlung an die Regierung aussprechen. So wird der politische Entscheidungsprozess transparenter, Bürger lernen, wie viele Aspekte man bei politischen Entscheidungen eine Rolle spielen, und es wird verhindert, dass politische Entscheidungen nur aus parteipolitischen Gründen gefällt werden. In Irland hat man das erfolgreich getestet.
Hier (http://www.zeit.de/2017/04/rechtspopulismus-demokratie-wahlen-buergerversammlungen-politisches-system-griechenland/komplettansicht) ist ein sehr ausführlicher Artikel dazu, der sich zusätzlich noch mit grundsätzlichen Problemen der repräsentativen Demokratie beschäftigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 22.September 2017, 21:17:33
Das hört sich auch gut an, den Artikel werd ich mir durchlesen.

@vvv: Intelligenz schützt leider vor Dummheit nicht, insofern bin ich da nicht allzu besorgt. Dennoch stimme ich dir insofern zu, als dass die Themen entsprechend vorbereitet werden müssten. Vielleicht ja von einem Expertengremium wie in idioteques Vorschlag.
Kern meiner Idee ist vor allem, dass man die ganze Chose mal ganzheitlich betrachtet und dadurch eine dauerhafte Besserung herbeiführt, anstatt überall nur zu flickschustern. Das setzt jedoch nach meiner Einschätzung voraus, dass die Ressourcen gebündelt eingesetzt werden. Hier wäre eine Priorisierung nötig, die ich wiederum den Bürgern überlassen würde. Eventuell kann man auch verschiedene Möglichkeiten der Priorisierung zur Wahl stellen.

@KI-Guardiola: Das wäre ein SEHR netter Nebeneffekt. Wenn man auf der Basis Politik machen kann, wird das noch was mit der MTF-Partei. :laugh:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 22.September 2017, 22:05:37
[...]
@KI-Guardiola: Das wäre ein SEHR netter Nebeneffekt. Wenn man auf der Basis Politik machen kann, wird das noch was mit der MTF-Partei. :laugh:

Als das letzte Mal das Thema einer MTF Partei aufkam drohte White bereits mit einer Schreckensherrschaft. Obwohl, es war wohl eher ein Versprechen als eine Drohung ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.September 2017, 09:44:33
Klingt nach einem absolut vielversprechenden Vorschlag. :) Man müsste einfach mal sammeln, was es für demokratische Alternativmodelle gibt und dann das beste, oder eine Synthese aus den besten Alternativen wählen (geht's euch auch so, dass ihr bei Alternative jetzt immer an die AfD denken müsst? :(). Ich finde auch die Idee von Bürgerräten, die repräsentativ aus der Bevölkerung ausgewählt sind, als Ergänzung zum "normalen" Parlament nicht schlecht (nein, ich rede nicht von der Wiedereinführung der Räterepublik).
Es bräuchte halt für so eine grundlegende Veränderung den Mut zur Veränderung, mal abgesehen davon, dass eine neue Verfassung geschrieben werden müsste. Das wird wohl auf absehbare Zeit nicht passieren, es sei denn, immer mehr Bürger erkennen die Notwendigkeit und machen sich dafür stark...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 23.September 2017, 10:05:10
Ich sehe zwei Szenarien (zwischen denen es sicherlich Abstufungen geben wird):
Das eine ist, dass die "Bürger" das in die Hand nehmen - das andere ist, dass man in ein totalitäres System abrutscht (welcher Coleur und vom wem gesteuert auch immer). Aber die Diskrepanz ist mittlerweile so groß - Tendenz steigend - dass es entweder eine Reform von unten geben wird oder der politische Apparat sich nur weiter auf Machterhalt fokussiert, gestützt von den Großkonzernen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.September 2017, 10:33:30
Ich halte nicht nur das Parteisystem für überholt, sondern eigentlich diese politischen Schablonen dazu. Es gibt weder ein links noch ein rechts, sondern nur Vernunft und Unvernunft.
Das sehe ich grundsätzlich auch so, aber es gibt dabei grundsätzliche Probleme, die der Vernunft im Weg stehen: Macht und Geld. Was ich an Parteien ganz besonders übel finde: man muss, wenn man nach oben kommen will, immer mit den Granden der Partei auf einer Linie sein, man muss Ärsche lecken und Füße küssen, nach unten muss man treten, man muss sich verbiegen und bloß keine unpopulären Meinungen vertreten. Ein Förderer oder Gönner aus der Parteispitze kann auch nicht schaden. Heraus kommt dabei dann auch eine ähnliche Politik, Ja, es läuft im Moment für Deutschland nicht schlecht, möglich macht das aber einzig und alleine die überragende Konjunktur, die es Merkel ermöglicht, mit den Milliarden nur so um sich zu werfen. Dieser Zustand wird aber nicht ewig währen, die nächste Wirtschaftskrise kommt so sicher wie das Amen in der Kirche und dann werden es viele Millionen Hartz4er mehr sein, die mit weniger Geld versorgt werden müssen. Die Zeiten sind schon deutlich rauer geworden, im kommenden Bundestag sitzen rechts- und linksextreme Parteien, Rechts- und Linksradikale prügeln sich auch schon wieder auf den Straßen und mittendrin die Muslime, die - wenn die Zeiten dann wirklich schlecht werden - als Sündenbock geradezu prädestiniert sind. So extrem weit weg sind wir nicht mehr von Weimarer Verhältnissen und ich denke, dass die kommende Merkelregierung die kommende Wirtschaftskrise noch einmal mit vielen Schulden wird überstehen können, danach wird es dann aber wohl duster werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 23.September 2017, 11:27:15
[...]
Die Zeiten sind schon deutlich rauer geworden, im kommenden Bundestag sitzen rechts- und linksextreme Parteien, Rechts- und Linksradikale prügeln sich auch schon wieder auf den Straßen und mittendrin die Muslime, die - wenn die Zeiten dann wirklich schlecht werden - als Sündenbock geradezu prädestiniert sind. So extrem weit weg sind wir nicht mehr von Weimarer Verhältnissen und ich denke, dass die kommende Merkelregierung die kommende Wirtschaftskrise noch einmal mit vielen Schulden wird überstehen können, danach wird es dann aber wohl duster werden.

Wo siehst du denn bitte eine Linksextreme Partei im Bundestag? Und die derzeitige Situation mit der Weimarer Republik zu vergleichen halte ich auch für übertrieben. Es ist mit Sicherheit nicht alles perfekt, aber zu implizieren Rechte und Linke würden sich offen Straßenschlachten liefern ist doch sehr weit hergeholt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 23.September 2017, 12:31:54
[...]
Die Zeiten sind schon deutlich rauer geworden, im kommenden Bundestag sitzen rechts- und linksextreme Parteien, Rechts- und Linksradikale prügeln sich auch schon wieder auf den Straßen und mittendrin die Muslime, die - wenn die Zeiten dann wirklich schlecht werden - als Sündenbock geradezu prädestiniert sind. So extrem weit weg sind wir nicht mehr von Weimarer Verhältnissen und ich denke, dass die kommende Merkelregierung die kommende Wirtschaftskrise noch einmal mit vielen Schulden wird überstehen können, danach wird es dann aber wohl duster werden.

Wo siehst du denn bitte eine Linksextreme Partei im Bundestag? Und die derzeitige Situation mit der Weimarer Republik zu vergleichen halte ich auch für übertrieben. Es ist mit Sicherheit nicht alles perfekt, aber zu implizieren Rechte und Linke würden sich offen Straßenschlachten liefern ist doch sehr weit hergeholt.
So wie Teile der AfD rechtsextrem sind, gibt es in Reihen der Linken (und vielleicht auch der Grünen?) einige linksextreme Personen bzw. Leute, die solche Strömungen unterstützen. Wer das vehement abstreitet, hält die Augen geschlossen. In jeder Partei gibt es Chaoten, auch die CDU und die SPD sind davon nicht frei. Es ist die Frage, wie viel Macht man den einzelnen Leuten dann gibt.

Ich finde es amüsant, dass der Kernpunkt dieser Wahl zu sein scheint, die Macht der AfD einzuschränken. Wenn Partei X damit wirbt, sie zu wählen, um die AfD zu schwächen, dann kann ich auch Partei Y oder Z wählen, da auch sie der AfD Stimmen abnehmen. Ein nicht ganz schlüssigen Konzept ist das für mich.
Da sehe ich viel größere Punkte (Rentensystem, innere Sicherheit, Kooperationsverbot aufheben, etc.), die angegangen werden sollten. Im Parlament hat die AfD als Opposition nicht so viel Macht und koalieren wird niemand mit denen. Deshalb ist es ganz gut, dass es auch Rechtspopulisten im Bundestag gibt, damit das Meinungsspektrum der Bevölkerung (und diese Meinungen gibt es, sonst würde sie keiner wählen) auch repräsentiert wird. Ich selbst kann eine Partei, die aus dem Euro aussteigen will (oder die EU zum Negativen reformieren will), nicht wählen, jedoch verstehe ich, warum sie für manche Menschen attraktiv scheint.

Ich werde morgen der CDU meine Stimmen geben, da sie für mich die beste Alternative bei den Parteien ist, die die Chance auf den Bundestagseinzug haben. Die Hoffnung besteht auf eine weitere große Koalition, da ich mich die letzten vier Jahre sehr gut regiert fühlte und die ganzen Abgesänge auf Deutschland aus Richtung der Opposition nicht nachvollziehen kann. Fehler gab und gibt es immer, aber die Ideen der anderen sind für mich noch schlechter. Meine Stimme könnte auch an die SPD gehen, da sie sich von der CDU eh kaum unterscheidet. Jedoch drehen sich mir beim Gedanken an Rot-Rot-Grün die Fußnägel um, sodass ich doch beim Marktführer bleibe.

Das Lustigste am ganzen AfD-Bashing ist ja, dass die ganzen negativen Berichte über sie genau das Gegenteil bewirken von dem, was sie bezwecken. Die Medien verhärten die Fronten und schaffen der AfD immer mehr Stimmen (das Phänomen Trump). Manchmal dachte ich gar, dass das eine bewusste (von der AfD oder Sympatisanten finanzierte) Kampagne in den größeren Medienhäusern war, um diese Partei zu stärken. Außerdem wurde das Kabarett gestärkt, denn wenn einem nichts mehr einfällt, haut man auf die AfD drauf. Das sind einfache Gags, die bei der Masse ziehen, aber nicht viel Kreativität brauchen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 23.September 2017, 13:23:02
Der Umgang mit der AFD ist grundsätzlich fragwürdig. Hier in meiner Gegend ist gerade ziemlich Wirbel, weil ein Burger-Restaurant auf einem Schild vor dem Laden geschrieben haben, dass die AFD in diesem Laden nicht bedient wird. In ihrem Facebookpost dazu haben sie geschrieben, dass 50% der Angestellten nicht 100% Deutsch sind und deshalb die AFD unerwünscht ist. Von der AFD werden die gehatet, von vielen anderen gefeiert. Ich habe absolut nichts mit der AFD am Hut, ABER: Findet ihr diesen Umgang damit nicht auch gänzlich falsch? Personen in einem Laden wegen irgendwelcher Merkmale nicht zu bedienen? Diese quasi als Feinde der Gesellschaft und Demokratie hinzustellen? Sollten diese nicht 100% deutschen Angestellten nicht erst recht diese Menschen mit solchen Vorurteilen bedienen und zeigen, dass in einer Demokratie alle Meinungen akzeptiert werden und ihnen so zeigen, welche guten Seiten das haben kann, was sie verachten? Eben erst recht diese Leute bedienen? Wäre das nicht ein viel logischerer Ansatz?
Nun. In Gedanken sicher. Im Endeffekt kann man zu solch einer Aktion nur sagen: Tolle Marketingkampagne und durch extrem populistische Methoden die öffentliche Meinung über das eigene Unternehmen gesteigert. Die paar AFD Wähler kann man verschmerzen, wenn dadurch andere kommen.
Politik ist überall und wird auch subtil missbraucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 23.September 2017, 14:21:06
Ja, bei den Grünen wimmelt es vor Linksextremisten.  ;D
Dass sich SPD und CDU nicht unterscheiden würden, höre ich zwar oft - stimmt aber schlicht nicht, egal wie häufig es wiederholt wird.

@Rejsinho
Ich verstehe einerseits deinen Punkt, denn man spielt der Partei damit sicherlich ein Stück weit in die Karten. Aber auf der anderen Seite sind AfDler m.E. Feinde der Gesellschaft - zumindest, der Gesellschaft, die wir momentan haben und in der ich leben möchte. Ich finde nicht, dass "die Gesellschaft" Menschen, die vollkommen inakzeptable Ansichten vertreten und diese Gesellschaft bekämpfen, Toleranz schuldet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 23.September 2017, 14:31:59
Sollten diese nicht 100% deutschen Angestellten nicht erst recht diese Menschen mit solchen Vorurteilen bedienen und zeigen, dass in einer Demokratie alle Meinungen akzeptiert werden...

Ich möchte diesen Gedanken mal weiter spinnen. Angenommen, dies würde so passieren - bei den häufig getätigten Aussagen von AfDlern und ihren "Fans" in den sozialen Netzwerken ist ein herablassender Kommentar oder eine rassistische Äußerung durchaus wahrscheinlich. Natürlich kann (und sollte) der Betreiber dann sein Hausrecht nutzen und die Leute vor die Tür setzen - sein/e Mitarbeiter/in ist aber mit der Aussage konfrontiert worden und muss damit klar kommen, zusätzlich zu Alltagsrassismus, dem Nicht-Weiße ausgesetzt sind.

Aber warum seine Mitarbeiter/innen überhaupt dieser Belastung aussetzen und die Rassisten nicht einfach gleich vor der Tür stehen lassen?

Um also deine Frage zu beantworten - ich finde den Umgang genau richtig. Natürlich muss man sich auch inhaltlich mit der AfD auseinandersetzen, aber viele Mitglieder und Anhänger der Partei sind erfahrungsgemäß nicht an Fakten interessiert. Somit kann dort auch kein Austausch stattfinden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 23.September 2017, 15:07:48
Es stellt sich halt die Frage nach der Grenze. Wenn ein Unternehmer diese Entscheidung trifft, fällt das für mich in seinen Zuständigkeitsbereich/Hausrecht. Wenn er aber von Dritten (d.h. politischen Gegnern) dazu erpresst wird, stimmt was nicht. Ebenso, wenn Büroräume/Gebäude/Autos oder gar Personen selbst angegriffen werden.

Entweder man hat so viel Zutrauen in die Demokratie, dass sich unliebsame Positionen im Diskurs als die unterlegenen erweisen - oder man hilft halt nach.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 23.September 2017, 16:09:53
Toleranz fordern aber selber nicht wirklich tolerant sein. Wenn die AFD die absolute Mehrheit bekommen würde würde doch keiner, der die nicht gewählt hat, die Wahl akzeptieren. Es gibt überall Menschen die klar sagen das sie was gegen AFDler haben, diese nicht wollen und ablehnen und dann gibts AFDler die Ausländer nicht wollen und ablehnen. Im Grunde doch alles das selbe Gesocks nur die Fahnen die sie schwingen sind anders.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 23.September 2017, 16:12:51
Es ist ein Unterschied, ob man Menschen ablehnt, weil diese Ausländer nicht mögen, oder ob man Menschen ablehnt, weil sie Ausländer sind.

Das eine entsteht aus etwas Positivem (Toleranz ggü Ausländern), das andere aus etwas Negativem (Intoleranz ggü Ausländern).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 23.September 2017, 17:28:18
Toleranz fordern aber selber nicht wirklich tolerant sein. Wenn die AFD die absolute Mehrheit bekommen würde würde doch keiner, der die nicht gewählt hat, die Wahl akzeptieren. Es gibt überall Menschen die klar sagen das sie was gegen AFDler haben, diese nicht wollen und ablehnen und dann gibts AFDler die Ausländer nicht wollen und ablehnen. Im Grunde doch alles das selbe Gesocks nur die Fahnen die sie schwingen sind anders.

Selten so einen Sch*** gelesen. Warum muss ich jetzt nicht ernsthaft erklären, oder?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 23.September 2017, 18:36:00
Es stellt sich halt die Frage nach der Grenze. Wenn ein Unternehmer diese Entscheidung trifft, fällt das für mich in seinen Zuständigkeitsbereich/Hausrecht. Wenn er aber von Dritten (d.h. politischen Gegnern) dazu erpresst wird, stimmt was nicht. Ebenso, wenn Büroräume/Gebäude/Autos oder gar Personen selbst angegriffen werden.

Entweder man hat so viel Zutrauen in die Demokratie, dass sich unliebsame Positionen im Diskurs als die unterlegenen erweisen - oder man hilft halt nach.

Woher kommt dein Ansatz? Ich denke das was Fett gemacht habe vom G20 Gipfel?
z.B.:
Anschlag auf Frauke Petrys Firma: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/frauke-petry-anschlag-auf-firma-von-chefin-der-afd-a-1047038.html
Tätlicher Angriff auf Wahlwerber: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-01/afd-angriff-karlsruhe-wahlwerber-beschuss
Auto von Petry abgefackelt: http://www.focus.de/politik/deutschland/kriminalitaet-auto-von-afd-chefin-petry-brennt_id_5952553.html
Auto demoliert und Haus beschmiert: https://www.waz.de/staedte/essen/auto-von-afd-politiker-guido-reil-demoliert-haus-beschmiert-id210317491.html
Wirt muss nach Antifa-Attacken dicht machen: http://www.mopo.de/umland/nach-antifa-attacken-afd-wirt-muss-seinen-laden-dichtmachen-27015776
...

Es ist ein Unterschied, ob man Menschen ablehnt, weil diese Ausländer nicht mögen, oder ob man Menschen ablehnt, weil sie Ausländer sind.

Das eine entsteht aus etwas Positivem (Toleranz ggü Ausländern), das andere aus etwas Negativem (Intoleranz ggü Ausländern).
Deine Aussage stimmt soweit - nur, dass die Welt leider (?) nicht so schwarz/weiß ist. Toleranz gegenüber Ausländern ist positiv - was ist aber, wenn der Ausländer selbst intolerant ist und nicht Teil unserer Gesellschaft sein, sondern sie ausbeuten will? Intoleranz gegenüber Ausländern ist negativ - aber was ist, wenn sich die Intoleranz gegen die Gruppen von Ausländern richtet, die Intoleranz gegenüber unseren westlichen Werten sind? (Intoleranz den Intoleranten ist ein anerkanntes Prinzip - auch gegen Nazis.)

Das ist das, was ich die Tage auch beim Thema Terrorismus versucht habe darzustellen: Unsere Gesellschaftsordnung ("der Westen") hat Feinde. Das fängt mit Formen zivilen Ungehorsams an (wenn man es so nennen will), wie im Falle des algerischen Millionärs, der Burka-Strafen bezahlen will (und damit potenziell die Gesetzgebung eines souveränen Staates aushebelt):
https://www.waz.de/staedte/essen/auto-von-afd-politiker-guido-reil-demoliert-haus-beschmiert-id210317491.html

Und das geht bis zum IS, der Europa offen mit der Überflutung Europas mit Migranten und Terroristen gedroht hat:
http://www.focus.de/politik/ausland/islamischer-staat/terroristen-nehmen-rom-ins-visier-erster-schritt-is-will-europa-mit-fluechtlingen-ueberfluten_id_4487068.html


Wie gesagt: Die Welt ist nicht schwarz/weiß - und wir als Gesellschaft täten gut daran, die Debatten zu versachlichen und uns unvoreingenommen auch mit Gegenpositionen zu befassen. Am Ende lernt man noch was dabei (so wie ich die letzten Tage).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 23.September 2017, 20:35:53
Oh Boy. Was ist nur aus dem schönen, alten MTF geworden? Selbst hier sind - und das drücke ich jetzt bewusst freundlich aus und schwinge nicht die sonstigen Keulen - populistische und inhaltsarme Beiträge nun auch schon nicht mehr die bedauerliche Ausnahme.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 23.September 2017, 20:36:08
Toleranz fordern aber selber nicht wirklich tolerant sein. Wenn die AFD die absolute Mehrheit bekommen würde würde doch keiner, der die nicht gewählt hat, die Wahl akzeptieren. Es gibt überall Menschen die klar sagen das sie was gegen AFDler haben, diese nicht wollen und ablehnen und dann gibts AFDler die Ausländer nicht wollen und ablehnen. Im Grunde doch alles das selbe Gesocks nur die Fahnen die sie schwingen sind anders.

Ich habe habe nur meine Meinung gesagt. Ich halte diesen Verein für mich bedenklich und das ist meine Meinung. Nicht mal das ich das eine oder andere nicht verstehen kann. Oder auch auch so sehen würde. Aber es ist für mich keine Alternative, weil ich die Akteure für mich nicht tragbar halt.

Was und warum einer wählt ist eine persönliche Sache. Hier geht es doch um Meinungen und die Vertrete ich.

Ich würde mir Politik auch einfacher wünschen. Wenn es eine Politik FM geben würde, dann wäre in meiner Mannschaft: Karl-Theodor zu Guttenberg, Cem Özdemir und Alexander Graf Lambsdorff.

Das was ich geschrieben habe war nicht direkt auf dich bezogen.


Es ist ein Unterschied, ob man Menschen ablehnt, weil diese Ausländer nicht mögen, oder ob man Menschen ablehnt, weil sie Ausländer sind.

Das eine entsteht aus etwas Positivem (Toleranz ggü Ausländern), das andere aus etwas Negativem (Intoleranz ggü Ausländern).

Tery Whenett hat sich dazu ja schon geäußert, ich denke er hat verstanden was ich meine.

Ich habe etwas gegen Ausländer die unter falschen Tatsachen hierher kommen, gegen Ausländer die hier kriminellen Machenschaften nachgehen, gegen Ausländer die das Sozialsystem ausnutzen und betrügen. Bin ich jetzt ein Nazi oder muss die AFD wählen? Meine Ablehnung gilt nämlich für deutsche Staatsbürger, ich mache da keinen Unterschied in Hautfarbe oder Herkunftsland. Was bin ich jetzt?

Toleranz fordern aber selber nicht wirklich tolerant sein. Wenn die AFD die absolute Mehrheit bekommen würde würde doch keiner, der die nicht gewählt hat, die Wahl akzeptieren. Es gibt überall Menschen die klar sagen das sie was gegen AFDler haben, diese nicht wollen und ablehnen und dann gibts AFDler die Ausländer nicht wollen und ablehnen. Im Grunde doch alles das selbe Gesocks nur die Fahnen die sie schwingen sind anders.

Selten so einen Sch*** gelesen. Warum muss ich jetzt nicht ernsthaft erklären, oder?

Wenn du etwas nicht verstehst dann frag ruhig nach ob es dir nochmal langsam erklärt wird. Was dein Standpunkt ist hast du ja bereits erklärt, was nicht deiner Meinung entspricht wird nicht akzeptiert und erst recht nicht toleriert. Du bist also im Grunde kein bisschen besser als die Sorte Menschen die du ablehnst.

@Rejsinho
Ich verstehe einerseits deinen Punkt, denn man spielt der Partei damit sicherlich ein Stück weit in die Karten. Aber auf der anderen Seite sind AfDler m.E. Feinde der Gesellschaft - zumindest, der Gesellschaft, die wir momentan haben und in der ich leben möchte. Ich finde nicht, dass "die Gesellschaft" Menschen, die vollkommen inakzeptable Ansichten vertreten und diese Gesellschaft bekämpfen, Toleranz schuldet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 23.September 2017, 21:17:05
Toleranz fordern aber selber nicht wirklich tolerant sein. Wenn die AFD die absolute Mehrheit bekommen würde würde doch keiner, der die nicht gewählt hat, die Wahl akzeptieren. Es gibt überall Menschen die klar sagen das sie was gegen AFDler haben, diese nicht wollen und ablehnen und dann gibts AFDler die Ausländer nicht wollen und ablehnen. Im Grunde doch alles das selbe Gesocks nur die Fahnen die sie schwingen sind anders.

Ich habe habe nur meine Meinung gesagt. Ich halte diesen Verein für mich bedenklich und das ist meine Meinung. Nicht mal das ich das eine oder andere nicht verstehen kann. Oder auch auch so sehen würde. Aber es ist für mich keine Alternative, weil ich die Akteure für mich nicht tragbar halt.

Was und warum einer wählt ist eine persönliche Sache. Hier geht es doch um Meinungen und die Vertrete ich.

Ich würde mir Politik auch einfacher wünschen. Wenn es eine Politik FM geben würde, dann wäre in meiner Mannschaft: Karl-Theodor zu Guttenberg, Cem Özdemir und Alexander Graf Lambsdorff.

Das was ich geschrieben habe war nicht direkt auf dich bezogen.


Es ist ein Unterschied, ob man Menschen ablehnt, weil diese Ausländer nicht mögen, oder ob man Menschen ablehnt, weil sie Ausländer sind.

Das eine entsteht aus etwas Positivem (Toleranz ggü Ausländern), das andere aus etwas Negativem (Intoleranz ggü Ausländern).

Tery Whenett hat sich dazu ja schon geäußert, ich denke er hat verstanden was ich meine.

Ich habe etwas gegen Ausländer die unter falschen Tatsachen hierher kommen, gegen Ausländer die hier kriminellen Machenschaften nachgehen, gegen Ausländer die das Sozialsystem ausnutzen und betrügen. Bin ich jetzt ein Nazi oder muss die AFD wählen? Meine Ablehnung gilt nämlich für deutsche Staatsbürger, ich mache da keinen Unterschied in Hautfarbe oder Herkunftsland. Was bin ich jetzt?

Toleranz fordern aber selber nicht wirklich tolerant sein. Wenn die AFD die absolute Mehrheit bekommen würde würde doch keiner, der die nicht gewählt hat, die Wahl akzeptieren. Es gibt überall Menschen die klar sagen das sie was gegen AFDler haben, diese nicht wollen und ablehnen und dann gibts AFDler die Ausländer nicht wollen und ablehnen. Im Grunde doch alles das selbe Gesocks nur die Fahnen die sie schwingen sind anders.

Selten so einen Sch*** gelesen. Warum muss ich jetzt nicht ernsthaft erklären, oder?

Wenn du etwas nicht verstehst dann frag ruhig nach ob es dir nochmal langsam erklärt wird. Was dein Standpunkt ist hast du ja bereits erklärt, was nicht deiner Meinung entspricht wird nicht akzeptiert und erst recht nicht toleriert. Du bist also im Grunde kein bisschen besser als die Sorte Menschen die du ablehnst.

@Rejsinho
Ich verstehe einerseits deinen Punkt, denn man spielt der Partei damit sicherlich ein Stück weit in die Karten. Aber auf der anderen Seite sind AfDler m.E. Feinde der Gesellschaft - zumindest, der Gesellschaft, die wir momentan haben und in der ich leben möchte. Ich finde nicht, dass "die Gesellschaft" Menschen, die vollkommen inakzeptable Ansichten vertreten und diese Gesellschaft bekämpfen, Toleranz schuldet.

Dann würde ich dir raten, dich einfach verständlicher auszudrücken, damit du nicht alles zweimal erklären musst. In einem Internetforum hat man keine Ahnung, wer du bist, was du machst, und was du wie meinen könntest. Es haben dich mehrere Personen falsch verstanden.

@Tery:
Wenn ein Mensch unsere Gesellschaft ausbeuten will und dabei kriminell wird, dann ist er in erster Linie ein Straftäter. Und hat, sofern er die Straftat hier beging, nach unserem Rechtssystem gerichtet zu werden. Nicht mehr, nicht weniger. Hat er die Erlaubnis, hier zu wohnen, kann er hierbleiben. Wenn nicht, dann eben nicht. Das hat aber nichts mit Toleranz zu tun, sondern mit Rechtsstaatlichkeit. Die Frage ist nur, ob ihm das Recht, hier zu leben, wegen einer Straftat entzogen werden darf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 23.September 2017, 23:16:25
Also wenn man sich gegen Rassismus engagiert ist man genau so schlimm wie die Rassisten, weil man die Rassisten nicht toleriert. Geniale Logik. Klingt plausibel. Ist ja eh alles das Gleiche. ;D
Anders formuliert: ja, es gibt in einer modernen, offenen und liberalen Gesellschaft Werte, die meiner Meinung nach nicht diskutabel sind. Nein, innerhalb dieser Grenzen bin ich nicht intolerant gegenüber anderen Meinungen, sondern setze mich sogar sehr gerne mit ihnen auseinander. Ja, diesen Werten steht die AfD mitunter diametral entgegen. Nein, ich möchte niemandem seine Meinug vorschreiben, solange sie mit dem Grundgesetz vereinbar ist (eine Grenze, welche die AfD nebenbei mehr als ein Mal überschritten hat). Aber ja, ich möchte mit Menschen, die diesen Werten widersprechende Auffassungen vertreten oder unterstützen, nichts zu tun haben. Nein, das sich hieraus vermeintlich ergebende Paradoxon stellt mich nicht mit diesen Ansichten auf eine Stufe.
Oder noch anders ausgedrückt: mag sein, dass wir unterschiedliche Fahnen schwenken. Aber manchmal ist die Frage, welche Fahne es ist, die geschwenkt wird, der entscheidende Punkt. Denn mit dem Paradoxie-Argument kann man für jede denkbare Meinung Toleranz fordern. Dass dies gerne mal zu dem Ende jedweder Toleranz führt, ist dann, wenn man so will, wiederum ein Paradoxon.
Auf ähnlichen Gedanken beruht auch das Grundprinzip der wehrhaften Demokratie.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.September 2017, 23:36:32
Ich würde es nicht auf Muslime reduzieren.
Als Sündenbock sind sie für Rechtsextreme halt prädestiniert.

Wo siehst du denn bitte eine Linksextreme Partei im Bundestag? Und die derzeitige Situation mit der Weimarer Republik zu vergleichen halte ich auch für übertrieben.
Die Linkspartei ist in meinen Augen linksextrem, deren Absichten sind imho nicht mit der FDGO kompatibel. Gemeint war vor allem die Situation in einer kommenden Wirtschaftskrise. Und auch danach, weil sich die Industrie in Krisen neu aufstellt und durch die dann mit voller Wucht umgesetzte "Industrie 4.0" viele Jobs verloren gehen werden. Erst in einer wirklichen Krisensituation, wenn Merkel Probleme nicht mehr nur mit Milliarden an Steuergeldern wird lösen können, wird sich zeigen, ob sich wirklich eine große Politikerin ist. Ich denke, sie ist es nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 23.September 2017, 23:51:32
WAS genau ist denn bitte an den Absichten der Linkspartei nicht mit der FDGO vereinbar? Waffenexporte verbieten? Fluchtursachen bekämpfen? Soziale Gerechtigkeit?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 23.September 2017, 23:58:16
So, noch eine halbe Stunde bis zum Wahltag und ich hab immer noch keine Ahnung, wen ich wählen soll  ;D
Von den Spitzenkandidaten ist mir keiner sympathisch, die SPD in der großen Koalition fand ich nicht so überzeugend, CSU und AFD will ich nicht wählen.
Bleibt noch FDP, Grüne und Linke. Grüne sind zwar prinzipiell meiner Einstellung recht ähnlich, aber die wichtigsten Themen, die - vermute ich zumindest - bei Koalitionsverhandlungen die zentrale Rolle spielen werden, nämlich der "zu extreme" Umweltschutz, ist eher für mich nicht so übergeordnet. Finde es zwar prinzipiell gut, aber nicht um jeden Preis.
Und so komme ich zu der Situation zwischen FDP und Linken zu schwanken, da deren zentrale Themen meinen Ansichten entsprechen (Bildung, bzw Arbeit). Allerdings ist mir die Linke wiederum in einigen Punkten zu extrem, während FDP in Sachen Umweltschutz wieder zu wenig macht
Hach schwierig, naja mal ne Nacht drüber schlafen :D Wenn jemand grobe Denkfehler auffallen, nur zu  :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 24.September 2017, 00:34:55
@Hindi
Bzgl. SPD: Also ich fand Mindestlohn und Rente mit 63 ziemlich überzeugend. 
Ansonsten wähl Linke, wenn du FDP wählst gibt's schwarz-gelb inklusive CSU.
 ;)

WAS genau ist denn bitte an den Absichten der Linkspartei nicht mit der FDGO vereinbar? Waffenexporte verbieten? Fluchtursachen bekämpfen? Soziale Gerechtigkeit?

Tu's nicht. Die selbe Diskussion gab es mit Signor Rossi vor einer Weile schonmal. Sie war damals sinnlos und ist es heute mit Sicherheit immer noch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 24.September 2017, 01:23:55
So, noch eine halbe Stunde bis zum Wahltag und ich hab immer noch keine Ahnung, wen ich wählen soll  ;D
Von den Spitzenkandidaten ist mir keiner sympathisch, die SPD in der großen Koalition fand ich nicht so überzeugend, CSU und AFD will ich nicht wählen.
Bleibt noch FDP, Grüne und Linke. Grüne sind zwar prinzipiell meiner Einstellung recht ähnlich, aber die wichtigsten Themen, die - vermute ich zumindest - bei Koalitionsverhandlungen die zentrale Rolle spielen werden, nämlich der "zu extreme" Umweltschutz, ist eher für mich nicht so übergeordnet. Finde es zwar prinzipiell gut, aber nicht um jeden Preis.
Und so komme ich zu der Situation zwischen FDP und Linken zu schwanken, da deren zentrale Themen meinen Ansichten entsprechen (Bildung, bzw Arbeit). Allerdings ist mir die Linke wiederum in einigen Punkten zu extrem, während FDP in Sachen Umweltschutz wieder zu wenig macht
Hach schwierig, naja mal ne Nacht drüber schlafen :D Wenn jemand grobe Denkfehler auffallen, nur zu  :D


Ich dachte du gehörst der arbeitenden Bevölkerung an. Wie kannst du dann ernsthaft FDP in Betracht ziehen? :-X
Ich will nicht sagen, dass sie das Land zu Grunde richten würden, aber mit Sicherheit ist deren Wahlprogramm nicht im Interesse deiner Arbeiterexistenz. Hast du denn die beiden Wahlprogramme eigentlich angesehen? Also FDP und Linke? Denke danach ginge es dir besser. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 24.September 2017, 06:29:24
So, noch eine halbe Stunde bis zum Wahltag und ich hab immer noch keine Ahnung, wen ich wählen soll  ;D
Von den Spitzenkandidaten ist mir keiner sympathisch, die SPD in der großen Koalition fand ich nicht so überzeugend, CSU und AFD will ich nicht wählen.
Bleibt noch FDP, Grüne und Linke. Grüne sind zwar prinzipiell meiner Einstellung recht ähnlich, aber die wichtigsten Themen, die - vermute ich zumindest - bei Koalitionsverhandlungen die zentrale Rolle spielen werden, nämlich der "zu extreme" Umweltschutz, ist eher für mich nicht so übergeordnet. Finde es zwar prinzipiell gut, aber nicht um jeden Preis.
Und so komme ich zu der Situation zwischen FDP und Linken zu schwanken, da deren zentrale Themen meinen Ansichten entsprechen (Bildung, bzw Arbeit). Allerdings ist mir die Linke wiederum in einigen Punkten zu extrem, während FDP in Sachen Umweltschutz wieder zu wenig macht
Hach schwierig, naja mal ne Nacht drüber schlafen :D Wenn jemand grobe Denkfehler auffallen, nur zu  :D


Ich dachte du gehörst der arbeitenden Bevölkerung an. Wie kannst du dann ernsthaft FDP in Betracht ziehen? :-X
Ich will nicht sagen, dass sie das Land zu Grunde richten würden, aber mit Sicherheit ist deren Wahlprogramm nicht im Interesse deiner Arbeiterexistenz. Hast du denn die beiden Wahlprogramme eigentlich angesehen? Also FDP und Linke? Denke danach ginge es dir besser. ;)

Hindi wird doch Mediziner, die FDP war schon immer die Ärztepartei.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 24.September 2017, 07:42:45
Da sitze ich nun... Eigentlich stand meine Entscheidung für die Partei ja schon fest. Ich hab mir gestern nochmal Gedanken gemacht und werde vermutlich auch bis ich den Zettel ausfülle nicht wissen, wen ich letztlich wählen werde.
Will ich meine Stimme wirklich einer "undemokratischen" Partei ohne wirkliches Ziel geben? Was bleibt mir alternativ übrig, wenn ich keine der etablierten Parteien an der Macht sehen will?
Linke? AfD? Beide "realpolitischen" Flügel sind größtenteils vernünftig, beide extremen Flügel machen die Parteien unwählbar. Beide haben Ideen und Vorstellungen um Probleme zu lösen, die nicht umsetzbar sind.
SPD? CDU? FDP? Grüne? Ist quasi völlig wurscht. Am Ende tritt Frau Merkel eine weitere Legislaturperiode als Kanzlerin an. Gäbe es einen anderen Spitzenkandidaten würde ich vermutlich CDU wählen. Und ja ich weiß, das ist ziemlicher Quatsch, da die Figur da an der Spitze ziemlich austauschbar ist.
Also dann doch Partei?
Es wäre wirklich fantastisch, wenn es die Option "keine von diesen" gäbe, um die 5%-Hürde zu erhöhen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Waldi98 am 24.September 2017, 08:28:12
Zwischen der Linken und der FDP zu schwanken, kann ich nachvollziehen.
Mal ein vereinfachtes Beispiel:

Steuern auf Aktiengewinne so erhöhen, als wäre es normales Einkommen und nicht wie bisher quasi 25%:
Klingt erst mal vernünftig. Aber: Wenn die Aktien Verlust machen, zahlt der Staat ja auch keine 25% an den Aktieninhaber zurück.
Von daher ist das Risiko allein beim Aktienbesitzer, vom eingefahrenen Gewinn profitiert aber die Allgemeinheit.


Stichwort Bankkrise:
Banken gingen ins Risiko und haben stets von Gewinnen profitiert. Als es aber schiefging, hatte die Allgemeinheit zu haften. Das Risiko wurde also zu großen Teilen auf Leute abgeschoben, die mit den Geschäften nichts am Hut hatten.


Generell halt das Problem:
Vermögen in Deutschland ungleicher verteilt. So sollen ja vor einigen Jahrzehnten die reichsten 10% der Deutschen 40% des Vermögens besessen haben. Jetzt besitzen sie so 60-70%. Das klingt einfach nicht gut und erinnert mich immer wieder an die Jahrtausende, in denen sich das Vermögen und die Macht bei der kleinen Adelsschicht geballt hat.
Diese Entwicklung hat halt sozialen Sprengstoff in sich. Ob das jetzt die Linke (selbst im utopisch angenommenen Fall, sie würde die Regierung bilden) irgendwie halbwegs vernünftig entschärfen könnte, ist natürlich die andere Frage.

Und die FDP jetzt mit den ganz Großkopferten gleichzustellen, mag ihr vielleicht auch nicht immer voll gerecht werden.
Na ja, so weit meine unsortierten Gedanken...

Ich werde dieses Mal wegen der sozialen Frage mal die Linken wählen. Mein Bruder wählt wohl die FDP - dann gleich sich das aus  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 24.September 2017, 09:13:32
Zitat
Und so komme ich zu der Situation zwischen FDP und Linken zu schwanken
Das nenne ich dann ein Problem... Linke und FDP, na weiter auseinander geht ja fast nicht  ;D

Das dacht ich mir auch ;D

@aragornwerder: das ist auch eine meiner Überlegungen, die für die Linke soricht. Allerdings siehts aktuell eh nach entweder GroKo oder Jamaika aus.

Ich dachte du gehörst der arbeitenden Bevölkerung an. Wie kannst du dann ernsthaft FDP in Betracht ziehen? :-X
Ich will nicht sagen, dass sie das Land zu Grunde richten würden, aber mit Sicherheit ist deren Wahlprogramm nicht im Interesse deiner Arbeiterexistenz. Hast du denn die beiden Wahlprogramme eigentlich angesehen? Also FDP und Linke? Denke danach ginge es dir besser. ;)
Noch arbeite ich nicht wirklich. Und irgendwann wird die Selbstständigkeit kommen. Hab mir alle Wahlomatantworten durchgelesen und die Zusammenfassungen der Wahlprogramme. Das Problem ist halt, dass keine Partei passt. Grüne insgesamt am besten, aber falsche Kernthemen in Koalitionsverhandlungen. Zu den anderen beiden siehe Ausgangspost.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 10:11:09
WAS genau ist denn bitte an den Absichten der Linkspartei nicht mit der FDGO vereinbar?
Die Abschaffung der Marktwirtschaft aka "Strukturbestimmende Großbetriebe der Wirtschaft wollen wir in demokratische gesellschaftliche Eigentumsformen überführen und kapitalistisches Eigentum überwinden."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 10:17:00
Sie war damals sinnlos und ist es heute mit Sicherheit immer noch.

Naja, mir ist schon klar, dass ein Sympathisant, Wähler oder gar Mitglied der Linkspartei nicht gerne sieht, wenn man sie angreift. Wer Eigentum massiv einschränken oder gar abschaffen will, der propagiert das Gegenteil von dem, was in unserer Verfassung steht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 10:22:29
Stichwort Bankkrise:
Dir ist aber schon klar, dass die wichtigsten Gesetze zur Deregulierung der Finanzmärkte von der Regierung Schröder erlassen worden? Der Koalitionspartner hieß damals "Bündnis90/Die Grünen" nicht FDP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 24.September 2017, 11:13:50
So, meine Stimmen sind abgegeben. Wenn am Ende herauskommt, dass die CDU in meinem Wahlkreis null Stimmen erhalten hat, werde ich Wahlfälschung anprangern. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 24.September 2017, 12:09:47
Sie war damals sinnlos und ist es heute mit Sicherheit immer noch.

Naja, mir ist schon klar, dass ein Sympathisant, Wähler oder gar Mitglied der Linkspartei nicht gerne sieht, wenn man sie angreift. Wer Eigentum massiv einschränken oder gar abschaffen will, der propagiert das Gegenteil von dem, was in unserer Verfassung steht.

Nein. Es gibt im Grundgesetz zig verschiedene Rechte, die gegeneinander abgewogen werden müssen, weil sie teilweise kollidieren. Andersherum könnte man auch sagen, dass unkontrollierte Besitzrechte das Recht auf politische Teilhabe einschränken, weil Menschen/Firmen mit mehr Ressourcen viel mehr Möglichkeiten haben, ihre Meinung zu bewerben und durchzusetzen. Genauso wie die CSU meint, dass sich das Recht auf körperliche Unversehrtheit und der Staatshaushalt nur durch die Obergrenze adäquat schützen lassen, die auch offensichtlich gegen die Verfassung geht. Ist die CSU jetzt rechtsextrem? Oder die Bundesregierung, weil sie für CETA und TTIP sind, die beide durch den Investitionsschutz und Schiedsgerichte das Recht auf einen fairen Prozess für Staaten und Firmen untergraben und Investitionen von Firmen höher bewerten als das Recht eines Staates, seine eigenen Gesetze zu verabschieden? Oder die Union, weil sie es wiederholt nicht geschafft hat, ein verfassungskonformes Erbrecht zu verabschieden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Waldi98 am 24.September 2017, 12:15:27
Stichwort Bankkrise:
Dir ist aber schon klar, dass die wichtigsten Gesetze zur Deregulierung der Finanzmärkte von der Regierung Schröder erlassen worden? Der Koalitionspartner hieß damals "Bündnis90/Die Grünen" nicht FDP.
Auf die Schuldigen der Bankenkrise wollte ich eigentlich gar nicht raus. Da sind ja auch ganz andere Länder involviert gewesen.

Aber natürlich ein guter Punkt!
Andererseits: Wir wählen ja nicht Regierungen von anno dazumal (ab), sondern die künftige. Zudem weiß man ja letztlich eh nie, ob es mit Union/FDP nicht noch schlimmer geworden wäre, was den Punkt angeht.
Bei der Linken muss man sich um Deregulierung zumindest am wenigsten Sorgen machen... aber generell wohl durchaus um Überregulierung...

Na ja, letztlich habe ich bisher noch nie eine Partei aus voller Überzeugung gewählt. Kann ich mir zumindest alle paar Jahre sagen: Was haste denn damals für einen Blödsinn gewählt...

Scheint mir das Gebot der Stunde "Die Schere zwischen arm und reich" wieder zu verkleinern? Ja.
Wo ist die Grenze, dass nicht durch Umverteilung (und die entsprechenden Gesetzte und ihre Folgen dazu) Innovationen zu sehr gehemmt werden und dadurch letztlich langfristig z.B. Arbeitsplätze zerstört werden etc. pp.: Ich weiß es nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 12:48:55
Nein.

Doch. Das Grundgesetz schützt das Eigentum in Art. 14 und das beißt sich nunmal mit Abschaffung der Marktwirtschaft und der Wieder-Einführung des Sozialismus in Deutschland.

Ob die von der CSU geforderte Obergrenze verfassungskonform ist oder nicht kann ich nicht bewerten, weil das nicht so offensichtlich ist. Allerdings dürfte kaum ein Flüchtling in Deutschland Asyl beantragen, denn:
"Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist." (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_16a.html)

Hier geht es aber gerade mal nicht um Flüchtlinge und die CSU, sondern um die Linkspartei. Die toleriert auch weiterhin Extremisten in ihren Reihen bzw. in ihrem Dunstkreis: Vom Verfassungsschutz beobachtet: 7 Gruppierungen am extremen Rand der Linkspartei (http://www.focus.de/politik/videos/debatte-um-linksextremismus-vom-verfassungsschutz-beobachtet-7-gruppierungen-am-extremen-rand-der-linkspartei_id_7354042.html)

Ich bin kein Linkenhasser, es gibt sehr viele Positionen, die ich mit der Linkspartei teile, zB. Banken müssen für sich selber haften, nicht der Steuerzahler, die Armut in D muss bekämpft werden, es wurde auch nicht Griechenland gerettet (die Griechen sehen keinen Cent des Geldes), sondern Banken und Investoren, aber das alles muss im Einklang mit dem "Kapital" geschehen, es bringt auch nichts, wenn in Deutschland nicht mehr investiert wird und ganze Industrien in andere Staaten abwandern, Arbeitsplätze sind wichtig, der Lohn muss aber auch stimmen, das ist kein so einfacher Balanceakt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 24.September 2017, 12:59:07
[...]
WAS genau ist denn bitte an den Absichten der Linkspartei nicht mit der FDGO vereinbar? Waffenexporte verbieten? Fluchtursachen bekämpfen? Soziale Gerechtigkeit?

Tu's nicht. Die selbe Diskussion gab es mit Signor Rossi vor einer Weile schonmal. Sie war damals sinnlos und ist es heute mit Sicherheit immer noch.

WAS genau ist denn bitte an den Absichten der Linkspartei nicht mit der FDGO vereinbar?
Die Abschaffung der Marktwirtschaft aka "Strukturbestimmende Großbetriebe der Wirtschaft wollen wir in demokratische gesellschaftliche Eigentumsformen überführen und kapitalistisches Eigentum überwinden."

Sie war damals sinnlos und ist es heute mit Sicherheit immer noch.

Naja, mir ist schon klar, dass ein Sympathisant, Wähler oder gar Mitglied der Linkspartei nicht gerne sieht, wenn man sie angreift. Wer Eigentum massiv einschränken oder gar abschaffen will, der propagiert das Gegenteil von dem, was in unserer Verfassung steht.

Nein.

Doch. Das Grundgesetz schützt das Eigentum in Art. 14 und das beißt sich nunmal mit Abschaffung der Marktwirtschaft und der Wieder-Einführung des Sozialismus in Deutschland.
[...]

Ich muss da aragorn99werder zustimmen. Die Diskussion gab's hier schon mal und es ist dir bereits damals erklärt worden, dass das nicht stimmt. Und ich bin mir ziemlich sicher das du Gegenargumente dir die nicht gefallen auch jetzt wieder ignorieren wirst, persönlich und teils beleidigend wirst während du anderen genau das unterstellst. Du bist mit deiner Sicht auf Linke zu voreigenommen, eine sachliche Diskussion mit dir macht da keinen Sinn und ist auch kaum möglich. Daher verweise ich einfach nur auf einige der zahlreichen Antworten die dir bereits vor einigen Monaten zu dem Thema gegeben worden, dann kannst du alles was dir nicht gefällt weiterhin ignorieren.

(click to show/hide)

Du darfst dann jetzt gerne anfangen den Argumenten aus dem Weg zu gehen und wieder persönlich zu werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 24.September 2017, 13:11:29
Nein.

Doch. Das Grundgesetz schützt das Eigentum in Art. 14 und das beißt sich nunmal mit Abschaffung der Marktwirtschaft und der Wieder-Einführung des Sozialismus in Deutschland.

An welcher Stelle fordert die Linke die Abschaffung von Eigentum? Außerdem genehmigt das GG prinzipiell Enteignungen zum Wohle der Gesellschaft. Ich teile auch Positionen wie die Verstaatlichung der Banken nicht, aber man kann prinzipiell argumentieren, dass deren Enteignung dem Gemeinwohl dienen würde.

Dass es auch Linksextreme in der Partei gibt, bestreite ich gar nicht, macht mir auch Sorgen, aber das Risiko, dass deren Positionen in der Partei Mainstream werden, sehe ich im Gegensatz zur AfD nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.September 2017, 13:11:29
Was die Diskussion um die Linkspartei und die gegenseitigen Vorwürfe anbelangt, muss ich mal dazwischen grätschen. Ich hatte im Anschluss an die letzte Diskussion mit Signor Rossi noch eine absolut sachliche Diskussion per PN (ich hoffe, er ist mir nicht böse, wenn ich das hier sage, ansonsten tut es mir aufrichtig Leid). Wir teilen in der Sache absolut nicht die gleiche Position, aber es war eine anregende und, wie gesagt, sachliche Diskussion bei der ich noch was gelernt habe. Bevor es hier also wieder persönlich wird: Man muss ja nicht gleicher Meinung sein, aber zu einem Streit gehören immer zwei Seiten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 13:36:03
An welcher Stelle fordert die Linke die Abschaffung von Eigentum?
An der Stelle, wo die Einführung des Sozialismus gefordert wird.

Ergänzung: "Wir wollen einen neuen Sozialismus, einen demokratischen, ökologischen, feministischen und lustvollen Sozialismus." (https://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm/einfuehrung/)

Zitat
Dass es auch Linksextreme in der Partei gibt, bestreite ich gar nicht, macht mir auch Sorgen, aber das Risiko, dass deren Positionen in der Partei Mainstream werden, sehe ich im Gegensatz zur AfD nicht.
Ich sehe diese Gefahr sehr wohl.

Zitat
Außerdem genehmigt das GG prinzipiell Enteignungen zum Wohle der Gesellschaft.
Ja, das macht das GG, allerdings gegen Entschädigung zum Marktwert. Alleine der Wert der 30 DAX-Unternehmen liegt bei über einer BILLION Euro.

Bevor es hier also wieder persönlich wird...
Danke dir. Es ist aber schon persönlich, dafür hat Splash gesorgt, ich werde aber versuchen, diese erneute versuchte Rufschädigung zu ignorieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 24.September 2017, 14:15:29
Die letzten Diskussionen sind übrigens einer der besten Belege dafür, warum das Parteiensystem für den Popo ist.  ;D Die Themen an sich werden reflektiert gesehen -- aber dann stecken ja dann auch noch diese Parteien dahinter.

Nebenbei, viele Wahlkrampf-Slogans sinds natürlich auch. "Wir sind entschieden gegen X." "Uns wählen heißt Y abwählen." "Jede Stimme für uns ist eine Stimme gegen Z." "Wählen's mich, ich bin der entschiedenste Gegner von A." Wer braucht Themen und Inhalte, gar langfristig, wenn er passend zur nächsten Wahlperiode wieder seine alten Feindbilder rausholen kann, die garantiert aus der Kiste kommen wie ein Springteufelchen, ganz ohne eigenes Zutun. Konsens ist nicht möglich, die Diskussionen finden um Personen und Parteien statt, die Sache an sich ist ideologisch aufgeladen bis unmöglich zu diskutieren. Fast wie zwischen zwei Kids, der eine trägt ein Pauli-Trikot, der andere macht Werbung für Real Madrid. Problematisch nur, da gehts nur um bescheuerten Fußball. Bei Diskussionen, die die Ordnung einer Gesellschaft betreffen, kann man sich solchen Balast eigentlich unmöglich leisten, sie sind ein Unding. Und bei manchen der Herrschaften fragt man sich echt manchmal: Wo wärt ihr, hättet ihr eure Feindbilder und Gegenspieler nicht mehr? Wo stündet ihr ohne die Stützen eurer Sekte?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 24.September 2017, 14:37:10
An welcher Stelle fordert die Linke die Abschaffung von Eigentum?
An der Stelle, wo die Einführung des Sozialismus gefordert wird.

Ergänzung: "Wir wollen einen neuen Sozialismus, einen demokratischen, ökologischen, feministischen und lustvollen Sozialismus." (https://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm/einfuehrung/)

[...]
Zitat
Außerdem genehmigt das GG prinzipiell Enteignungen zum Wohle der Gesellschaft.
Ja, das macht das GG, allerdings gegen Entschädigung zum Marktwert. Alleine der Wert der 30 DAX-Unternehmen liegt bei über einer BILLION Euro.


Ähm, Sozialismus und Abschaffung von Eigentum sind nicht dasselbe. In Frankreich und zig anderen Staaten heißt die Arbeiterpartei auch "Sozialisten". Von denen hat trotzdem noch keine privaten Besitz verboten. An keiner Stelle im Wahlprogramm der Linken wird eine Abschaffung von Eigentum gefordert. Nicht einmal mal die Verstaatlichung von Banken ist noch Teil des Wahlprogramms.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 15:17:30
Ähm, Sozialismus und Abschaffung von Eigentum sind nicht dasselbe.
Natürlich ist das nicht dasselbe, dem Sozialismus ist aber die Abschaffung von Privateigentum inhärent:
Wirtschaftspolitische Grundlage ist die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und dessen Verstaatlichung sowie die zentrale Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses, um negative soziale Auswirkungen des Wirtschaftens zu verhindern. (http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20648/sozialismus)
Wer also Sozialismus einführen will, der will o.g. Eigentum abschaffen und das ist nunmal Grundgesetzfeindlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 24.September 2017, 15:45:50
Dass der Begriff seit dem 19. Jahrhundert zigfach die Bedeutung geändert hat bzw. auch nie ganz klar war und man sich in der Forschung immer noch nicht einig ist, wie er gnau zu verstehen ist, wird in dem Beitrag ignoriert. Der Wikipedia-Artikel hat einen eigenen Absatz (https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus#Definitionsproblematik) zur Definitionsproblematik. Der Text des BPB beschreibt eher den Realsozialismus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 24.September 2017, 15:49:19
Ich finde es schade, dass der Ton der Debatte sich vom anfangs sachlichen Austausch in den letzten Beiträgen immer mehr zu einem persönlichen Schlagabtausch entwickelt hat. Daher bitte ich euch eindringlich darum, persönliche Angriffe sein zu lassen, auch wenn das mitunter reizvoll erscheinen mag. Es sollte letztlich um die Sache gehen, auch wenn für den ein oder anderen Sachthemen auch mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen zu tun haben. Das ist oft schwer voneinander zu, bemüht euch bitte dennoch darum, sonst müssen wir hier administrativ eingreifen, um die Diskussion eben nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Danke für eure Aufmerksamkeit!

Und jetzt noch einen schönen Wahlsonntag euch allen. Ich hoffe, dass jeder von euch sein Wahlrecht wahrgenommen hat und falls jemand noch zögern sollte, hier mein Appell: Geht wählen!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Flyinguwe am 24.September 2017, 16:10:13
Ich kann nur jedem abraten wählen zu gehen!  :(
Portmonee in Wahlkabine liegen gelassen, 10 Minuten später zurück gewesen um nachzufragen - weg war es. 5 Minuten später ruft die Polizei an, wurde abgegeben.
Ich hole es ab, Geld weg.
Ich habe wirklich so gut wie nie Bargeld, aber diesmal zufällig 200€ drin gehabt.
Dazu iPhone runtergefallen, Display kaputt.

Nie wieder gehe ich wählen ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 24.September 2017, 16:13:51
Wie bitter :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Flyinguwe am 24.September 2017, 16:37:54
Ich hab da mal eine ernst gemeinte Frage.
Wonach geht es eigentlich wer wo was aufhängen darf?
Gilt das wer zuerst kommt mahlt zuerst Prinzip?
Und wer entscheidet über die großflächigen Plakate?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 16:55:21
Der Wikipedia-Artikel hat einen eigenen Absatz (https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus#Definitionsproblematik) zur Definitionsproblematik. Der Text des BPB beschreibt eher den Realsozialismus.
Ja und was lesen wir da: "kollektiver Besitz", "Überwindung des Kapitalismus" und "Gegenmodell zum Kapitalismus". Man kann es drehen und wenden wie man will, Sozialismus ist ohne "Überwindung des Privateigentum an Produktionsmitteln" (aka Kapital) nicht zu bekommen. Und das ist und bleibt verfassungsfeindlich.

Daher bitte ich euch eindringlich darum, persönliche Angriffe sein zu lassen, auch wenn das mitunter reizvoll erscheinen mag.
Bedeutet das jetzt, dass der persönliche Angriff in meine Richtung stehen bleibt, ich aber nicht mehr antworten soll/darf?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 24.September 2017, 17:20:33
Kollektiver Besitz ist nicht das gleiche wie Abschaffung von Privateigentum und der Kapitalismus nicht das einzige Wirtschaftssystem mit Privatbesitz.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 24.September 2017, 17:21:47
Ich hab da mal eine ernst gemeinte Frage.
Wonach geht es eigentlich wer wo was aufhängen darf?
Gilt das wer zuerst kommt mahlt zuerst Prinzip?
Und wer entscheidet über die großflächigen Plakate?

Ich vermute, da werden über Agenturen Pakete gebucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 24.September 2017, 17:24:03
Ich hab da mal eine ernst gemeinte Frage.
Wonach geht es eigentlich wer wo was aufhängen darf?
Gilt das wer zuerst kommt mahlt zuerst Prinzip?
Und wer entscheidet über die großflächigen Plakate?

Ja, wer zuerst kommt, plakatiert zuerst.
Und es gibt Regeln, wie viel Fläche insgesamt eine Partei innerhalb einer Gemeinde nutzen darf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 24.September 2017, 17:30:06
Zitat
Bedeutet das jetzt, dass der persönliche Angriff in meine Richtung stehen bleibt, ich aber nicht mehr antworten soll/darf?
Ist das denn wichtig?
Ich werd sowas nicht verstehen, aber mir gibt das auch nix jemand zu beleidigen o.Ä.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 17:38:13
Kollektiver Besitz ist nicht das gleiche wie Abschaffung von Privateigentum und der Kapitalismus nicht das einzige Wirtschaftssystem mit Privatbesitz.

Kollektiver Besitz bedeutet das Gegenteil von individuellem Besitz. Sozialismus ist ohne "Überwindung des Privateigentum an Produktionsmitteln" (aka Kapital) nicht zu bekommen, sonst ist es kein Sozialismus mehr.

Ist das denn wichtig?
Nein, es ist nicht wirklich wichtig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 24.September 2017, 17:46:19
Mein Tipp

CDU/CSU     37
SPD             23
FDP             11
AFD             10
Grüne            9
Linke             7
Andere          3

Das habe ich vorgestern auch mal getippt:

CDU/CSU     32
SPD             24
FDP             10
AFD             12
Grüne            6
Linke             9

Ansonsten eine größtenteils sehr interessante Diskussion hier, die meine heutige Wahlentscheidung allerdings nicht beeinflusst hat.
Auch ich muss gestehen, dass ich mich eher gefragt habe, bei welcher Partei mich am wenigsten stört, anstatt mit einem Wahlprogramm vernünftig d'accord zu gehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 24.September 2017, 17:57:37
Wahlbeteiligung wohl so hoch wie vor vier Jahren. Hätte gedacht (gehofft), dass das höher ausfällt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 24.September 2017, 17:58:36
Kollektiver Besitz ist nicht das gleiche wie Abschaffung von Privateigentum und der Kapitalismus nicht das einzige Wirtschaftssystem mit Privatbesitz.

Kollektiver Besitz bedeutet das Gegenteil von individuellem Besitz. Sozialismus ist ohne "Überwindung des Privateigentum an Produktionsmitteln" (aka Kapital) nicht zu bekommen, sonst ist es kein Sozialismus mehr.

[...]

Kollektiver Besitz und privater Besitz sind nicht exklusiv. Man kann z.B. die Telekom und die Bahn in staatlicher Hand haben, ohne dass VW auch verstaatlicht wird.
Kapital und Privateigentum sind nicht dasselbe. Außerdem ist bei dem von mir verlinkten Artikel "kleinsten gemeinsamen Nenner" die Abschaffung von Kapital nicht genannt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 24.September 2017, 18:15:16
SPD geht in die Opposition - damit gibts wohl Jamaika, wenn nicht mehr viel passiert. (Und FDP/Grüne mitmachen.)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 24.September 2017, 18:17:08
Die Ankündigung, dass die SPD in die Opposition gehen will und damit einer Neuauflage der großen Koalition eine Absage erteilt, finde ich interessant. Sollten die Sozialdemokraten das wirklich durchziehen, dürfte die Regierungsbildung kompliziert werden. Jamaika auf Bundesebene?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 24.September 2017, 18:21:25
So, ich war last Minute wählen. 17:33 Uhr hier los marschiert. Und das Ding war ziemlich voll muss ich sagen.
Eine Dame hielt noch den Verkehr extrem auf, weil sie noch jemanden suchte, der ein Foto macht, während sie ihren Stimmzettel einwirft. Sie war hübsch, geht schon klar.
Meine Stimme wurde zwei mal Maßgeblich beeinflusst.
Schon Zuhause wurde mir klar, dass ich die Partei nicht wählen werde. Da Linke und AfD für mich von vorneherein raus waren steht da also Grün vs FDP vs SPD vs CDU.
Gegen Mama Merkel spricht Mama Merkel, gegen Grün spricht, dass die entscheidenden Unterschiede, die sie interessant machen als "Juniorpartner" nicht durchzusetzen sind. Was gegen die SPD sprach, das hört ihr gleich...
Zurück zu den maßgeblichen Einflüssen. Ich bin also um kurz vor halb 6 hier los marschiert. Kaum bin ich um die Ecke werd ich von ner Bande arabischstämmiger Jugendlicher dumm angemacht. Sowas passiert mir quasi nie und und ich dachte schon an eine AfD-Verschwörung, trotzdem rückte meine Stimme ein gutes Stück Richtung rechts. Glücklicherweise hatte ich noch eine weitere Begegnung. Deutscher, Mitte 20. Ziemlicher Milchbubi in Hip Hop Klamotten, nem Retro-Baseballshirt mit der Nr. 1 und "Tschabo" drauf. Sogar falsch geschrieben. Dazu hatte er nen Handtaschenhund dabei. Mein Gehirn macht daraus also fix ein "Idioten gibt es überall" und die Stimme rückt dahin wo sie vorher war. SPD oder FDP? Das Wahllokal ist in einer Schule, die letzte Tür im Außenzaun um aufs SChulgelände zu kommen ziert das Gesicht von Martin Schulz. Ihr dürft euch denken was das auslöste... Genau: "Den wählst du mal gerade nicht!".
Ergebnis: Erststimme CDU, den Mann kenne ich, habe mich schon mit ihm unterhalten, ist ein Guter.
Zweitstimme: FDP. Eine Wahl für die Zukunft in der Hoffnung, dass ich bald Arbeit habe.

Fazit: Letztlich habe ich genau das gewählt, was ich eigentlich nicht wollte. Aber in der Politik sind manchmal Kompromisse nötig. Und letztlich wohl das mMn best Verfügbare für den Job. Auch wenn ich mich in den kommenden 4 Jahren oft ärgern werde, so weiß ich wenigstens, dass ich auch selbst schuld bin.
(Jetzt mal davon ausgehend, dass es für Schwarz-Gelb reicht.)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 24.September 2017, 18:26:22
Jamaika bedeutet ja Regierungsbeteiligung der Grünen. Das muss doch nicht sein. Liebe SPD, überlegt es euch doch nochmal. Nochmal vier Jahre GroKo und dann 17% bei der nächsten Wahl, sodass es wieder für Schwarz-Gelb reicht. Das ist ein Deal, oder?

Ich sehe hier das Forum nicht repräsentativ vertreten. Zu viele Linke bei zu wenig Konservativen oder AfD-Anhängern. Am besten losen wir jetzt untereinander, wer welche Parteimeinungen vertritt, damit hier in Relation zum Votum der Wähler diskutiert wird. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.September 2017, 18:28:59
Kollektiver Besitz und privater Besitz sind nicht exklusiv.
Doch. Was dem Kollektiv gehört, kann nicht einer Einzelperson gehören.

Zitat
Man kann z.B. die Telekom und die Bahn in staatlicher Hand haben, ohne dass VW auch verstaatlicht wird.
VW gehört ja teilweise dem Staat, trotzdem haben wir den Dieselskandal. Warum sollte bei der Einführung des "neuen Sozialismus" VW als "strukturbestimmender Großbetrieb" verschont werden?

Und nochmal: mit einigen Positionen der Linkspartei gehe ich durchaus konform, die Infrastruktur gehört in die Hand des Staates, die damals stattgefundene Privatisierung sollte korrigiert werden.

Zitat
...sind nicht dasselbe.
Weil mir das jetzt vermehrt aufgefallen ist: wo habe ich denn behauptet, dass das alles immer dasselbe wäre? Nirgends.

Im Grunde diskutieren wir hier eh über Eier, die nie gelegt werden.

Zur Wahl: katastrophales Ergebnis. Über 13% für die AfD, mich schüttelt es gerade richtig durch :'( Die Regierungsbildung wird auch schwierig, falls die SPD wirklich in die Opposition will, dann geht ja nur Jamaica. Naja, hoffen wir das Beste, Grokos sind meist Zeiten des Stillstands, vllt. können FDP und Grüne der Union mal etwas Feuer machen. Ich glaube es aber nicht so wirklich, zumal die Ansichten von gelb und grün in wesentlichen Punkten doch sehr stark differieren. Ein erfolgreiches Misstrauensvotum oder eine gescheiterte Vertrauensfrage in ~2 Jahren oder so halte ich für ein durchaus realistisches Szenario.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 24.September 2017, 18:30:18
Die SPD will doch in die Opposition, damit sie in 4 Jahren an die Macht kommt. Macht für mich auch Sinn aus deren Sicht. Jeder weiß doch quasi, dass es nicht "besser" wird. Dann wird die SPD aber ihre hände in Unschuld waschen können. Taktisch ein kluger Zug. Und ich sehe mit Jamaika gute Chancen, dass die Regierung nahezu alles durchdrücken kann, da in der Opposition genug Leute aus dem rechten und linken Rand sitzen werden um je nachdem wo es gerade knapp wird geug "Fremdstimmen" zu liefern. Wenn sie denn nicht gerade aus Prinzip dagegen sind...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 24.September 2017, 18:31:40
Jamaika wäre für mich okay. Mit Linder, Alexander Graf Lambsdorff und Cem Özdemir gibt es 3 interessante Politiker. Wenn man vielleicht einen  zu Guttenberg in eine Regierungsmannschaft bekommen kann, dann hat man Leute denen ich zutraue was für unser Land zu bewirken.
Was hat Guttenberg denn geleistet, dass du ihm eine solche Wirkung zutraust?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 24.September 2017, 18:49:16
Es sagt viel über ein Volk aus, wenn es einem Betrüger, der diesen Betrug noch nicht einmal einsehen mag, solch ein Vertrauen entgegen bringt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 24.September 2017, 19:01:04
Naja, ob man jetzt Rossos Meinung nun so verallgemeinern kann?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.September 2017, 19:07:15
Ich halte es von der SPD auch richtig, in die Opposition zu gehen - hoffentlich führt das ein wenig zur Selbstbesinnung. Natürlich ist Jamaika nicht ideal, aber vielleicht sorgen gerade die Reibungen unter den Koalitionspartnern für neue Impulse?

Dass die SPD in die Opposition geht hat übrigens noch einen weiteren Vorteil, über den ich heilfroh bin: Die AfD übernimmt nicht die Oppositionsführung. Schlimm genug, dass die ein zweistelliges Ergebnis eingefahren haben. Ich bin mal gespannt, ob es Studien/Umfragen geben wird, aus denen ersichtlich wird, wie viele Intelligenzbolzen aus Protest rechts gewählt haben...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 24.September 2017, 19:08:44
Wisst ihr was? Ich will gerade nicht mehr sachlich sein, ich möchte einfach nur ein herzliches "Fickt euch!" an die AfD und ihre Wähler loswerden. Sorrynotsorry.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 24.September 2017, 19:13:12
Ich bin mal gespannt, ob es Studien/Umfragen geben wird, aus denen ersichtlich wird, wie viele Intelligenzbolzen aus Protest rechts gewählt haben...

Ca. 60% der AfD-Wähler haben eher aus Unzufriedenheit AfD gewählt; ca. 40% aus inhaltlicher Übereinstimmung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 24.September 2017, 19:52:03
Wisst ihr was? Ich will gerade nicht mehr sachlich sein, ich möchte einfach nur ein herzliches "Fickt euch!" an die AfD und ihre Wähler loswerden. Sorrynotsorry.
Verständlich (zumindest aus meiner persönlichen Sicht), dennoch muss die Wortwahl nicht sein.

Die AfD hat es (leider) verstanden, Wählermassen zu mobilisieren, die sich abgehängt fühlen oder der Politik einfach nur einen gewaltigen Denkzettel verpassen wollten. Die Ängste (ob begründet oder nicht) dieser breiten Wählerschaft der AfD müssen angeschaut und von der nächsten Regierung entsprechend angegangen werden. Das heißt für mich nicht, dass jetzt ein Rechtsruck erfolgen muss, sondern dass man in der Politik noch transparenter werden muss, um Vertrauen zurückzugewinnen.

Die AfD-Wähler pauschal zu verdammen, ist in meinen Augen nicht der richtige Weg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 24.September 2017, 20:00:29
Ich finde, dem ist nicht viel hinzuzufügen.
Meiner Meinung nach wurde die "Gefahr" AfD erst viel zu spät als real wahrgenommen, nachdem man sie zuerst nur belächelt hat.
Nachdem man sie ernst genommen hat, hat man sie verdammt, anstatt sie argumentativ bloßzustellen.

Wundern muss man sich über das Ergebnis der Wahl mMn nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Shels am 24.September 2017, 20:04:54
Klingt wie nach der Trump-Wahl.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Topher am 24.September 2017, 20:09:15
Bin mal gespannt welche Partei sich als erstes auf Deals mit der AfD einlässt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 24.September 2017, 20:17:39
Bin mal gespannt welche Partei sich als erstes auf Deals mit der AfD einlässt.

In Bayern ist nächstes Jahr Landtagswahl. Bin gespannt, was da passiert, falls es nicht für Schwarz-Gelb reichen sollte.

Edit: Die große Gefahr sehe ich aber erst wenn Merkel nicht mehr antritt. Bei einem Kanzlerkandidaten De Maiziere oder Spahn kann ich mir z.B. nicht vorstellen, dass sie auf das Amt verzichten würden, wenn sie dafür die AfD brauchen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 24.September 2017, 20:24:36
Jamaika wäre für mich okay. Mit Linder, Alexander Graf Lambsdorff und Cem Özdemir gibt es 3 interessante Politiker. Wenn man vielleicht einen  zu Guttenberg in eine Regierungsmannschaft bekommen kann, dann hat man Leute denen ich zutraue was für unser Land zu bewirken.
Was hat Guttenberg denn geleistet, dass du ihm eine solche Wirkung zutraust?

Ich denke es steckt viel Potenzial in ihm. Leider hat ihn ja die Dr. Affäre einmal aus gebremst. Jung dynamisch und ein Mann dem viele Menschen Vertrauen entgegen bringen. Ich kenne viele die sich eine Rückkehr von Guttenberg begrüßen würden.

Und ich kenne viele Leute, die diesen Betrüger nicht haben möchten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: ADRamone am 24.September 2017, 21:11:24
87 Abgeordnete der AfD im Deutschen Bundestag. Ich fasse es nicht !  >:(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 24.September 2017, 21:17:27
Bin mal gespannt welche Partei sich als erstes auf Deals mit der AfD einlässt.

In Bayern ist nächstes Jahr Landtagswahl. Bin gespannt, was da passiert, falls es nicht für Schwarz-Gelb reichen sollte.

Edit: Die große Gefahr sehe ich aber erst wenn Merkel nicht mehr antritt. Bei einem Kanzlerkandidaten De Maiziere oder Spahn kann ich mir z.B. nicht vorstellen, dass sie auf das Amt verzichten würden, wenn sie dafür die AfD brauchen.

Hier in Niedersachsen ist am 15. Oktober Landtagswahl. Ich bin auch gespannt ob das Ergebnis der Bundestagswahl dort irgendeinen Einfluss hat.

Was die AfD betrifft sehe ich auch viele Parallelen zur US-Wahl im letzten Jahr. Das eigentliche Programm war kaum ein Thema, es ging mehr um die grotesken Sätze die da teilweise Gefallen sind. Die AfD konnte sich dadurch gut in die Opferrolle drängen ohne wirklich irgendwo konkret zu werden. Da werden, zwar zu Recht, Aussagen von Höcke oder Gauland thematisiert, dass die AfD aber u.a. das gesetzliche Renteneintrittsalter abschaffen will (https://www.tagesschau.de/inland/afd-rentenkonzept-101.html) oder das Grundrecht auf Religionsfreiheit einschränken möchte (https://www.tagesschau.de/inland/glaser-afd-islam-religionsfreiheit-101.html) wird kaum behandelt.

Auch bei den Wahlwerbespots, bzw. dem Wahlkampf allgemein, sehe ich Ähnlichkeiten. Ich kenne die genauen Zahlen zur Bundestagswahl nicht, TV Spots von Clinton beschäftigten sich aber nur mit knapp 25%  mit politischen Themen (https://www.vox.com/policy-and-politics/2017/3/8/14848636/hillary-clinton-tv-ads). Während in den USA der "Grab 'em by the pussy"-Skandal eins der Haupthemen war und Sätze wie "we have to bring back torture" oder "we have to kill the families of terrorists" ignoriert wurden, ging es hierzulande hauptsächlich um die Aussagen und rechtsextremen Tendenzen einiger Mitglieder ohne dabei das eigentlich Programm und die Ideen der AfD anzugreifen. So konnten sie halt schön auf der "Nazi-Keule" rumreiten und sich als Opfer darstellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 24.September 2017, 22:39:04
Wisst ihr was? Ich will gerade nicht mehr sachlich sein, ich möchte einfach nur ein herzliches "Fickt euch!" an die AfD und ihre Wähler loswerden. Sorrynotsorry.

Sind die restlichen 87% der Wähler denn besser?

Ganz ehrlich, wären die politischen Parteien heutzutage auch fähig genug das Land so zu führen, damit ein Großteil des Volkes mehr oder weniger zufrieden ist, dann würden solche Parteien wie die AFD lange nicht so eine Strahlkraft besitzen!

Im Endeffekt kann man sich diesses F**** euch! auch schön selbst zuschieben, da man in gewisser Weise mit seiner Stimme selbst dafür verantwortlich ist/war, dass man so eine Politik gewählt hat, die für so ein Umdenken bei vielen Wählern geführt hat!

Im Grunde ist keine Partei fähig genug ihre Wahlversprechen so umzusetzen, damit man nach 4 Jahren sagen kann ''Oh ja, das hat es wirklich gebracht!''. In der heutigen Zeit haben politische Ämter, vor allem in so einem Land wie Deutschland, auch ihre gewissen Grenzen. Da wird auch keine AFD, CDU, SPD und wie sie nicht alle heißen, was dran ändern. Der Dumme ist am Ende immer das Volk, da dieses nur gutgläubig wählen und bei jeder Wahl hoffen kann das zumindest ein kleiner Teil von dem umgesetzt wird, wofür man überhaupt seine Stimme vergeben hat.

Persönlich halte ich es auch für ziemlich geschmacklos in einer Demokratie, die Stimmen die für gewisse Parteien abgegeben wurden als niederer Einzustufen und sogar noch anzufeinden. Im Endeffekt könnte man genauso gut sagen, dass jeder der mit dem (angeblich) ''vernünftigeren'' Strom schwimmt, genauso dunkel hinter der Birne ist!


Auf weitere schöne 4 Jahre!

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 24.September 2017, 22:52:22
Wisst ihr was? Ich will gerade nicht mehr sachlich sein, ich möchte einfach nur ein herzliches "Fickt euch!" an die AfD und ihre Wähler loswerden. Sorrynotsorry.

Sind die restlichen 87% der Wähler denn besser?

Ganz ehrlich, wären die politischen Parteien heutzutage auch fähig genug das Land so zu führen, damit ein Großteil des Volkes mehr oder weniger zufrieden ist, dann würden solche Parteien wie die AFD lange nicht so eine Strahlkraft besitzen!

Im Endeffekt kann man sich diesses F**** euch! auch schön selbst zuschieben, da man in gewisser Weise mit seiner Stimme selbst dafür verantwortlich ist/war, dass man so eine Politik gewählt hat, die für so ein Umdenken bei vielen Wählern geführt hat!

Im Grunde ist keine Partei fähig genug ihre Wahlversprechen so umzusetzen, damit man nach 4 Jahren sagen kann ''Oh ja, das hat es wirklich gebracht!''. In der heutigen Zeit haben politische Ämter, vor allem in so einem Land wie Deutschland, auch ihre gewissen Grenzen. Da wird auch keine AFD, CDU, SPD und wie sie nicht alle heißen, was dran ändern. Der Dumme ist am Ende immer das Volk, da dieses nur gutgläubig wählen und bei jeder Wahl hoffen kann das zumindest ein kleiner Teil von dem umgesetzt wird, wofür man überhaupt seine Stimme vergeben hat.

Persönlich halte ich es auch für ziemlich geschmacklos in einer Demokratie, die Stimmen die für gewisse Parteien abgegeben wurden als niederer Einzustufen und sogar noch anzufeinden. Im Endeffekt könnte man genauso gut sagen, dass jeder der mit dem (angeblich) ''vernünftigeren'' Strom schwimmt, genauso dunkel hinter der Birne ist!


Auf weitere schöne 4 Jahre!

Danke! +1
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 04:13:13
In einem Studienblog habe ich gelesen, dass man die normalen Ostdeutschen mit den westdeutschen Neonazis einfach tauschen könnte und dann wieder schön 'ne Mauer drum herum zieht. Fänd ich jetzt nicht so schlecht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 07:14:45
In einem Studienblog habe ich gelesen, dass man die normalen Ostdeutschen mit den westdeutschen Neonazis einfach tauschen könnte und dann wieder schön 'ne Mauer drum herum zieht. Fänd ich jetzt nicht so schlecht.

Ich versteh die Witze/Sprüche ja durchaus, aber als AFD-Wähler muss ich sagen, dass dies für mich ein Ansporn ist "erst recht" (oder "erst Rechts hahahaha") AFD zu wählen. Viele AFD-Wähler werden dir sinngemäß sagen "wenn es bei mir die CSU gäbe, tät ich die wählen". Diesen Teil der AFD-Wähler kann man durchaus als rechtsgerichtet bezeichnen, wohl aber nicht als Nazi. Das beides zu vermengen stärkt nur unnötig den "Trumpeffekt". Die Gleichsetzung "AFD-Wähler = Nazi" ist genauso sinnbefreit wie "Linke = Kommunisten" oder "Grüne = Kinderficker" oder "FDP = Wirtschaftshure". Was will man damit gewinnen? Glaubt man damit wirklich irgendjemand überzeugen zu können?

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die AFD drin ist - in homoöpathischen Dosen, denn...wie so oft...macht die Dosis das Gift. An der Regierung oder gar als stärkste Partei wäre sie ein NoGo. Mit diesem Ergebnis kann sie hier und da den Finger in die Wunde legen und vielleicht die CDU dran erinnern dass es ein Leben abseits Mutti gibt - und wenn die SPD nun tatsächlich in die Opposition geht und damit der Oppositionsführer (anstatt die AFD) wird und sich sozialdemokratisch ausgerichtet erneuert...soll mir das recht sein. Eine Arbeiterpartei die die Arbeiter wieder im Sinn hat wäre nicht verkehrt.

Bis dahin freue ich mich jedoch auf einige "kleine Anfragen" seitens AFD die Licht ins Dunkel bringen (was ja bisher die Domäne der Linken war, die die einzige Partei war, die auch mal "unangenehme" Anfragen gestellt hat).

FDP wurde es bei mir letztendlich nicht, da ich dem Braten nicht traue. Der Lindner war Wahlkampfchef vom Guido...ob die wirklich aus der letzten Wahl gelernt haben?

Schade, dass die Grünen für mich nicht wählbar gewesen sind, da ich gerne unsere BW-Grünen unterstützt hätte - aber eben nicht bereit bin, damit auch die Berlin-NRW-Grünen zu supporten.

Alles in allem ein interessantes Ergebnis. Bin ein wenig überrascht ob der grünen Stärke. Der Rest lief wie erwartet.

@Guttenberg: Er hat doch seinem Volk verziehen :-D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 07:39:23
Zitat
Viele AFD-Wähler werden dir sinngemäß sagen "wenn es bei mir die CSU gäbe, tät ich die wählen".

Das kann man so unterschreiben. Ich würde mich auch dazu zählen. Nur ist und war das kein Grund AFD zu wählen. Wer von anderen Menschen verlangt sich hier rechtsstaatlich zu verhalten, sollte dies auch selber tun!

Ich stimme Dir insofern zu, dass das AFD-Ergebnis deutlich heftiger ausgefallen wäre, wenn man die Höckes tatsächlich komplett losgeworden wäre.

Lustig fand ich ja die Elefantenrunde...wo sie sich gegenseitig mit Zitaten bashen...vollkommener Humbug...weder hat die Integrationsministern tatsächlich gesagt "Keine deutsche Kultur außerhalb der Sprache" (sie sagte sinngemäß "Außerhalb der Sprache muss man definieren was deutsche Kultur ist, wenn man was verändern will"), noch hat Höcke "Denkmal der Schande" (sondern "man setzt der Schande ein Denkmal") verlautbaren lassen. Auf diesem niedrigen Niveau bewegen wir uns leider...gegenseitige Zitatverfremdung...da bin ich ganz beim Lindner im Talk: Blödsinnige heiße Luft, die von der konstruktiven Arbeit ablenkt.

Schulz war auch lustig...Merkel hat mich insofern beeindruckt, dass sie weiß was sie wann und wo sagen muss. Der CSUler war ja komisch drauf...beschimpft die ÖR...und Katrin war zwischen Genie und Wahnsinn alles dabei...hat mich eigentlich positiv überrascht. Lustig war, als die Moderatoren zurückgepampt haben, nachdem ihnen das ÖR-Bashing zuviel wurde. :-D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 07:52:24
Kann ich so auch unterschreiben. Ich denke mal dass auch einige die FDP als Alternative zur Alternative genommen haben, die gerne "CSU außerhalb Bayerns" gewählt hätten.

Jo, anyway....spannend wird nun, ob Jamaika kommt. Ich nehme an vor der Niedersachenwahl in drei Wochen passiert nix.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maradonna am 25.September 2017, 08:25:05
Zitat
Viele AFD-Wähler werden dir sinngemäß sagen "wenn es bei mir die CSU gäbe, tät ich die wählen".

Das kann man so unterschreiben. Ich würde mich auch dazu zählen. Nur ist und war das kein Grund AFD zu wählen. Wer von anderen Menschen verlangt sich hier rechtsstaatlich zu verhalten, sollte dies auch selber tun!

Ich stimme Dir insofern zu, dass das AFD-Ergebnis deutlich heftiger ausgefallen wäre, wenn man die Höckes tatsächlich komplett losgeworden wäre.

Stimmt, davon gehe ich auch aus. Was mir zeigt, dass unser Land noch nicht ganz krank ist. Was mich aber gestern sehr gestört hat, dass die CDU es immer noch nicht wahrhaben will, dass ihre Flüchtlings- und Ausländerpolkit daran einen sehr großen Anteil haben.

Ich fühle mich auch nicht mehr wohl in meinem Land. Meine Lebenssituation ist recht ordentlich und ich gehören zu den Menschen die sich weniger Sorgen machen müssen. Aber es gibt nun mal ein Überfremdung in Deutschland. Und Straften laste ich nicht nur islamisch stämmigen Menschen an. Ich denke da besonders auch an unsere Freunde aus den osteuropäischen Länder. Und die Plünderungen unsere Sozialkassen ist auch keine Erfindung von Abgehängten. Ich bin und fühle mich sicher nicht als Abgehängt, aber als nicht wahrgenommen. Und dabei war ich seit meiner Jugend sehr politisch aktiv und in der JU und der CDU. Ich kenne selbst Herrn Gauland noch aus meiner Zeit bei der JU. Ich habe damals in Hessen Wahlkampf für Walter Wallmann gemacht.

Aber selbst das bewog mich nicht AFD zu wählen.   
Die Frage ist ja ob das ein Problem ist. Beziehungsweise wo fängt Überfremdung an? Mag aber auch sein, dass das regional und altersbedingt ist. Ich bin schon bevor ich in die Schule kam mit Indern, Afghanen, Iranern, Russen, Serben, Polen, Chinesen und ganz normalen deutschen in Kontakt gekommen. Wenn ich an meine Klasse in der weiterführenden Schule denken war da sicher 1/3 mit Migrationshintergrund bzw. Migrantenkinder der 1. Generation. Wenn man vernünftige Strukturen hat und die Leute auch ein wenig an die Hand nimmt, dann kriegt man viele vernünftig integriert. Deutschland hat sich historisch da aber nunmal verweigert und die Leute einfach mal machen lassen.

Für mich ist es aber auch wieder bezeichnend Deutsch, dass das Hauptthema immer ist "Wieviele lassen wir noch rein", anstatt, "Wie kümmern wir uns um die ~1M Leute die hergekommen sind, damit nicht noch mehr soziale Brennpunkte entstehen". Es werden Probleme weggeschoben, anstatt sie anzugehen, weil es dafür keine einfache Lösung gibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 25.September 2017, 08:25:15
Ich bin mal gespannt, ob es Studien/Umfragen geben wird, aus denen ersichtlich wird, wie viele Intelligenzbolzen aus Protest rechts gewählt haben...

Ca. 60% der AfD-Wähler haben eher aus Unzufriedenheit AfD gewählt; ca. 40% aus inhaltlicher Übereinstimmung.

Das glaube ich gerade im Osten nicht. Man hat sich einfach nicht mit dem kompletten Parteiprogramm der AfD auseinandergesetzt, sondern lediglich deren Haltung in der Ausländerfrage gewählt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 08:33:52
@Maradona: Ja, das ist in der Tat ein Problem. Pauschal gesagt, wollte die Linke historisch alle rein lassen und die Rechte keinen...Kompromis = Null. Ergo kein Einwanderungsgesetz etc...

Habe das Buch vom Palmer Boris gelesen. Es ist natürlich auch viel Selbstlob drin, aber erklärt einiges an der "Stimmung". Seine Wahlergebnisse TROTZ AFD sprechen ja für sich. Der hat sinngemäß geschrieben, dass das Hauptproblem 2015/2016 für ihn und andere Bürgermeister war, dass man theoretisch viel mehr Leute hätte aufnehmen können, aber die Bürokratiehürden wie ein Fels in der Brandung unverrückbar feststanden (Baurecht etc.) und wie so oft der Bund einfach gesagt hat "hier sind die Leute. Viel Spaß. Euer Problem." Desweiteren hatte er immer dann Probleme, wenn berechtigte Einwände mit der Nazikeule von oben oder außen weggewischt wurden. Das hätte zu Verstimmungen geführt, insbesondere da er als OB aufgrund der normativen Kraft des "Vor Ort Handeln müssen" schlecht auf eine ideologische Position zurückziehen kann. Insbesondere sei ihm die Androhung im Winter notfalls Zwangseinquartierungen in leerstehende Immobilien anzuordnen übel genommen worden...auf die Idee dass sonst die Leute obdachlos erfroren wären, hätten die Leerstandseigentümer nicht doch eingelenkt, kam "von oben" natürlich keiner. Dass er (und andere) diese "vor Ort"-Herausforderungen ansprachen und angingen wurde ihm übel genommen...und genau dieses Übelnehmen realer Herausforderungen stärkt die Afd unnötig. Ansonsten sind die meisten Migranten in Tübingen im Rahmen der Möglichkeiten auskömmliche Mitmenschen gewesen und wenige haben sich daran gestört...weil die Bedenken der Bürger berücksichtigt wurden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 08:46:32
Ich bin mal gespannt, ob es Studien/Umfragen geben wird, aus denen ersichtlich wird, wie viele Intelligenzbolzen aus Protest rechts gewählt haben...

Ca. 60% der AfD-Wähler haben eher aus Unzufriedenheit AfD gewählt; ca. 40% aus inhaltlicher Übereinstimmung.

Das glaube ich gerade im Osten nicht. Man hat sich einfach nicht mit dem kompletten Parteiprogramm der AfD auseinandergesetzt, sondern lediglich deren Haltung in der Ausländerfrage gewählt.

Kann ja nicht viel drinstehen. Bei Anne Will wurde Herr Gauland auf einen Plan für die Rente angesprochen. Erstaunt habe ich gelernt das die AFD keine Plan haben muss. Man sei ja noch eine junge Partei und hätte nicht die Aufgabe sich mit solchen Dingen zu befassen. Und wenn könnte man über die Modelle Österreichs oder Schweiz nachdenken.

Sauber! Keinen Plan und dann nicht mal ein deutsches Konzept entwickeln. Das nenne ich mal national  ::)

Liegt unter Anderem daran, dass intern zwischen FDP und SPD Positionen bezüglich Rente kein Konsens vorherrscht. Böse Zungen würden sagen: Man hat sich nicht entscheiden können, ob man national-sozialistisch oder national-trump sein möchte bezüglich Sozialpolitik.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 08:58:50
Ich bin mal gespannt, ob es Studien/Umfragen geben wird, aus denen ersichtlich wird, wie viele Intelligenzbolzen aus Protest rechts gewählt haben...

Ca. 60% der AfD-Wähler haben eher aus Unzufriedenheit AfD gewählt; ca. 40% aus inhaltlicher Übereinstimmung.

Das glaube ich gerade im Osten nicht. Man hat sich einfach nicht mit dem kompletten Parteiprogramm der AfD auseinandergesetzt, sondern lediglich deren Haltung in der Ausländerfrage gewählt.

Kann ja nicht viel drinstehen. Bei Anne Will wurde Herr Gauland auf einen Plan für die Rente angesprochen. Erstaunt habe ich gelernt das die AFD keine Plan haben muss. Man sei ja noch eine junge Partei und hätte nicht die Aufgabe sich mit solchen Dingen zu befassen. Und wenn könnte man über die Modelle Österreichs oder Schweiz nachdenken.

Sauber! Keinen Plan und dann nicht mal ein deutsches Konzept entwickeln. Das nenne ich mal national  ::)

Liegt unter Anderem daran, dass intern zwischen FDP und SPD Positionen bezüglich Rente kein Konsens vorherrscht. Böse Zungen würden sagen: Man hat sich nicht entscheiden können, ob man national-sozialistisch oder national-trump sein möchte bezüglich Sozialpolitik.

Man hätte sich mal mit den Themen der Menschen im Land beschäftigen müssen. Aber man hat sich nur mit der AFD beschäftigt. Die AFD interessiert doch keinen Menschen. Rente, Miete, Gesundheit, Bildung, Digitalisierung, die Kluft zwischen Arm und Reich... das wären die Themen gewesen. Aber nicht die AFD. Um so mehr man sich für sie interessiert, umso besser für den Verein.

*Zustimm*
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 25.September 2017, 09:14:17
Gab es ja. Ist nur nicht bis in nationweite Medien durchgedrungen. Schulz hat ja versucht, mit Themen wie Pflege Wahlkampf zu machen. Er kann halt nicht so viel machen, wenn Merkel sich weigert, auf seine Position einzugehen,  die Bild am nächsten Tag "So kriminell sind die Einwanderer wirklich" titelt und er beim TV-Duell 60% Fragen zum Thema Flüchtlinge gestellt bekommt. Dadurch ist die AfD u.a. so stark geworden. Weil es im Wahlkampf nur ein großes Thema gab und der Stinkefinger ans "Establishment" genau da eine andere Position hatte als die anderen Parteien.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.September 2017, 09:48:13
Desweiteren hatte er immer dann Probleme, wenn berechtigte Einwände mit der Nazikeule von oben oder außen weggewischt wurden.
Das halte ich für einen gewaltigen Bremsklotz bei der Bewältigung von Problemen mit Migranten. Man muss Probleme erkennen und sie ansprechen, damit man sie lösen kann, auch wenn das dann unangenehm wird. Es lässt sich nicht immer alles unter den Teppich kehren, das funktioniert gerade heutzutage in unserer Kommunikationsgesellschaft nicht mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.September 2017, 09:51:51
Erstaunt habe ich gelernt das die AFD keine Plan haben muss.
Muss sie denn? Erstens kommt die AfD sowieso nicht an die Regierung und zweitens ist die Rente voll im Eimer, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, da kann eine Partei Pläne machen, wie sie will. Sobald die Babyboomer in Rente gehen, wird das richtig teuer, viele Stellen bleiben dann auch aus vielerlei Gründen unbesetzt, die Einzahlungen sinken, die Ausgaben steigen. Das bedeutet: höhere Steuern und mehr Schulden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 25.September 2017, 09:55:50
Ich bin mal gespannt, ob es Studien/Umfragen geben wird, aus denen ersichtlich wird, wie viele Intelligenzbolzen aus Protest rechts gewählt haben...

Ca. 60% der AfD-Wähler haben eher aus Unzufriedenheit AfD gewählt; ca. 40% aus inhaltlicher Übereinstimmung.

Das glaube ich gerade im Osten nicht. Man hat sich einfach nicht mit dem kompletten Parteiprogramm der AfD auseinandergesetzt, sondern lediglich deren Haltung in der Ausländerfrage gewählt.
Allerdings ging es ja letztendlich nur darum
Wie die AfD z.B. zur Rente steht ist eigentlich völlig belanglos, weil eh niemand mit ihr koaliert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 10:03:41
Bezüglich Rente glaube ich, dass eh kein Weg an der gesetzlichen Rente vorbeiführt...die private Vorsorge wurde ja entweder durch Provisionen (Riester) oder wahlweise durch den Niedrigzins pulverisiert. Da kann man nix erwarten.

Einzig positive am Ende der Babyboomergeneration wäre, dass nun auch langsam sagen wir "Dreier-Schüler" eine Chance auf eine Festanstellung ohne Leiharbeitsknebelei bekommen - weil man eben nicht mehr den Einser-Schüler-Abi-Bub als "einfachen Bankkaufmann" einstellen kann.

Habe mir nochmal jetzt Anne Will gegeben...es geht immer nur um die AFD...alles dreht sich um die AFD...dabei hat die doch nur 13% geholt, ergo haben sie 87% der Wählenden nicht gewählt. Mann, sind das Pfeifen.

Wobei dem Gauland ein Maulkorb umgelegt gehört. Schade, dass die gemäßigtere Petry diesem Schreiorgan weichen musste. Immerhin wird der Phoenixlivestream aus dem Parlament in Zukunft interessanter.

Bin gespannt wie die Linke nun reagiert - insbesondere der rechte Flügel um Wagenknecht. Die Grünen und FDP bekommen jetzt ja ganz schön den Todeskuss des Dementors Merkel angeboten, doch mit ihr in die Kiste zu steigen, um bei der nächsten Wahl an der 5%-Hürde scheitern zu dürfen. Und bei der CSU wird bestimmt gerade (erneut?) die Möglichkeit eines Königsmordes ausgelotet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 25.September 2017, 10:04:11
Spannend werden die nächsten Landtagswahlen in Sachsen etc.  :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 25.September 2017, 10:24:56
Rechte in Homöopathische Dosen sind gut ja - allerdings reden wir hier von einer Partei bei der es rechtes, völkisches und nationalistisches Gedankengut selbst in der Basis und Führung gibt.  Wenn man sie wählt, wählt man damit auch zu großen Teilen Neonazis und Alternative Rechte mit. Und solche haben im Parlament (welches sie teilweise selber eigentlich nicht anerkennen) nichts verloren und macht die AFD deswegen unwählbar, selbst als Protestpartei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 10:28:14
Spannend werden die nächsten Landtagswahlen in Sachsen etc.  :-\

AFD-Ministerpräsident oder zumindest eine Koalition zwischen AFD, CDU und eventuell FDP. Vllt. auch SPD-CDU-FDP-Koalition und AFD als Oppositionsführer.

Entscheidender wird die Wahl bzw. die Reaktion in Bayern. Die CSU ist in einem strategischem Dilemma. Jamaika mit den Grünen? Dann wird Bayern AFD- und FDP-Land. Bruch mit der Union? Dann tritt die CDU in Bayern an und die CSU wird zwischen der AFD (Stichwort: Momentum) und CDU aufgerieben. Merkel stürzen und eine Minderheitsregierung im Bund anstreben? Dann ist man immer wieder auf Stimmen der AFD angewiesen.


@LucaBall: Jetzt sind sie nunmal drin. Ist ja alles schön und gut...ich gehe mit dir auch konform, dass es fragwürdige Elemente in der Partei gibt. Was mir jedoch zu denken gibt: Die Göring-Eckart meinte gestern, dass man die AFD inhaltlich stellen möchte, nur um im nächsten Satz wieder mit der Nazikeule auf persönlicher Ebene gegenüber Meuthen (nicht Höcke oder Konsorten) zu kommen. Mag ja "berechtigt" sein, aber: Ist das inhaltliches Stellen? A reden und dann doch B machen...insofern pfeift eine bedeutende Minderheit auf so Tipps wie "wer AFD wählt, bringt Nazis ins Parlament"...

...die ARD hat vor der Wahl eine gute Doku über "Nichtwähler" gebracht und wieso die AFD (und auch die Linke) in den Bundestag wohl einziehen wird: Da wurde in Mecklenburg oder glaub Rügen eine Polyklinik/Amtsgericht geschlossen....und dann bei der nächsten Wahl AFD und Linke gewählt, nachdem alle Bürgerinitiativen zum Erhalt der Institutionen gescheitert ist. Dann nach der Wahl "plötzlich" konnte man sich doch bewegen und der Klinikrückbau wurde teilrückgenommen. Die Bürgerinitiativleute wurden gut zitiert: "Es gibt einem zu Denken, wenn nur durch die Wahl der AFD man Gehör bekommt."

Vergleiche Österreich: Ein Grüner ist nun Präsident, die FPÖ in der Opposition. Ergebnis: Kurskorrektur der SPÖ in Maßen, ohne freilich gleich Großösterreich auszurufen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 25.September 2017, 10:46:42
...
Vergleiche Österreich: Ein Grüner ist nun Präsident, die FPÖ in der Opposition. Ergebnis: Kurskorrektur der SPÖ in Maßen, ohne freilich gleich Großösterreich auszurufen.

Da ich in Österreich arbeite, bekomme ich die Politik hier natürlich ein wenig mit. Schön ist das allerdings nicht. Gegen den Strache schaut Gauland aus wie ein Waisenknabe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 10:50:05
...
Vergleiche Österreich: Ein Grüner ist nun Präsident, die FPÖ in der Opposition. Ergebnis: Kurskorrektur der SPÖ in Maßen, ohne freilich gleich Großösterreich auszurufen.

Da ich in Österreich arbeite, bekomme ich die Politik hier natürlich ein wenig mit. Schön ist das allerdings nicht. Gegen den Strache schaut Gauland aus wie ein Waisenknabe.

Ernsthafte Frage: Kannst du kurz zusammenfassen, was sich aus Sicht eines Österreichers seit der Präsidentenwahl geändert hat?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 25.September 2017, 10:53:35
Das mit dem Protestwählen ging hier aber auch schon mal gut in die Hose. Ich sehe auch nix Bereicherndes daran, dass da demnächst unter anderem wohl auch Holocaust-Leugner bis Verharmloser, Aluhutträger, Kleinadolfs, Kackbraun-Populisten und Pegida-Bengels querschießen. Dass es denen um Inhalte geht, ist ausgeschlossen, der ganze Sprachduktus im Wahlkampf stimmt da auch eher, sagen wir, bedenklich. Hoffe da auch auf die eher gemäßigten Elemente. Aber wie man gesehen hat, Inhalte hats schon beim Wahlkrampf nicht gebraucht. Hauptsache Finger in Wunde legen, auf andere zeigen und "Dagegen!" schreien. Alles natürlich hausgemacht. Wichtig ist jetzt, wie man damit umgeht. Damals nahm das auch niemand so richtig ernst... und bei politischem Diskurs muss das auf der sachlichen Ebene passieren. Dass das gut geht, hat man ja letztens gesehen bei der Gauland-Anfrage von wegen Rentenprogramm: "Ähm."

Die Linke sehe ich nicht mehr als reine Protestpartei. Die haben Themen vereinnahmt, die früher ganz klar SPD-Thema waren. Gerade hier im Saarland dann mit Oskar hinter natürlich mit entsprechend Zusatzschub. Mutti z.b. war schon immer Oskar-Fan.  ;D Die Diskussionsrunde von gestern war für mich als Gegner dieses ganzen Sektensystems aber auch schwer erträglich. Wieder mal gings nicht um die Sache, sondern um die Partei, um Versäumnisse -- und um den ÖR.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.September 2017, 11:01:30
Zitat
"Es gibt einem zu Denken, wenn nur durch die Wahl der AFD man Gehör bekommt."

Stimmt natürlich bedenklich, was BlueSnake aus dieser Doku-Berichtet. Meine vage Hoffnung ist ja, dass durch den Einzug der AfD in den Bundestag ein positiver Wandel bei den sogenannten etablierten Parteien stattfindet. Sprich, die Politik wird transparenter, es findet ein Dialog mit den Bürgern statt und politische Entscheidungen bzw. Debatten werden vernünftig vermittelt. Das wäre zumindest das Beste was passieren könnte, sofern es in den entsprechenden Parteien ausreichend Personen mit entsprechendem Weitblick gibt. Auf das Niveau der Schreihälse, Lautsprecher und National-Populisten in der AfD darf man sich nicht hinablassen, es geht tatsächlich nur über inhaltliche Auseinandersetzung. Mit der AfD und mit den Sorgen der Menschen, die diese Partei gewählt haben. Hoffentlich ist das endlich mal in den Köpfen angekommen. >:(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.September 2017, 11:02:41
Die Linke sehe ich nicht mehr als reine Protestpartei. Die haben Themen vereinnahmt, die früher ganz klar SPD-Thema waren.

Bezeichnend (oder positiv dem Linken gegenüber ausgedrückt wäre das Wort "beachtlich") war auch, dass in den diversen TV-Debatten, die ich ansah, lediglich die Linken immer mit einem konkreten Lösungsvorschlag für angesprochene Themen ankam.
Grade CDU/CSU, SPD und Grüne waren da immer nur mit aalglatten Aussagen, die nichts mit einer Lösung zu tun hatten.
Als Protestwahl würde ich Die Linke definitiv nicht sehen.

Extrem überraschend fand ich tatsächlich den starken Zuwachs der FDP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.September 2017, 11:05:40
Extrem überraschend fand ich tatsächlich den starken Zuwachs der FDP.

So wenig ich den Lindner und die FDP ja mag und deren Positionen teile: Bei Lindner hatte ich wenigstens den Eindruck, er verliert sich nicht ständig im Klein-Klein, sondern hat auch einen Blick für das große Ganze, ohne dabei im luftleeren Raum zu schweben, wie Mutti. Könnte mir auch gut vorstellen, dass die FDP sich als "Digitalisierungspartei" ein zukunftsfähiges Profil schaffen könnte, das Potential wäre wenigstens da.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.September 2017, 11:08:11
Könnte mir auch gut vorstellen, dass die FDP sich als "Digitalisierungspartei" ein zukunftsfähiges Profil schaffen könnte, das Potential wäre wenigstens da.

Definitiv! Da hat grade die CDU eine riesen Vorlage geliefert, die ja über nun bereits 12 Jahren hinweg bewiesen hat, dass sie in der Richtung völlig unbefähigt und unwillig ist.
Selbst die medialen Auftritte endeten hier zumeist in Gelächter jener, die wissen um was es geht. Ich sage nur "'Deutschland braucht breites Internet!".

Und andere Parteien, die wirklich an diesem Thema interessiert sind, bekamen so wenig Stimmen, dass sie nicht von Bedeutung für den Bundestag wären.

Ich denke, da ist einfach noch nicht angekommen, dass die "Digitalisierung" der Welt viel mehr erfordert als Reaktion.
Aber grade Reaktion statt Aktion ist ja das Steckenpferd der aktuellen und zukünftigen Regierung. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 11:08:46
Die FDP hat einerseits CDU-Wähler aufgesogen, die Merkel nicht wollen - andererseits ist sie auch die Partei für all jene gewesen, denen die AFD "zu krass drauf" ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 25.September 2017, 11:09:20
Jamaika wäre für mich okay. Mit Linder, Alexander Graf Lambsdorff und Cem Özdemir gibt es 3 interessante Politiker. Wenn man vielleicht einen  zu Guttenberg in eine Regierungsmannschaft bekommen kann, dann hat man Leute denen ich zutraue was für unser Land zu bewirken.
Was hat Guttenberg denn geleistet, dass du ihm eine solche Wirkung zutraust?

Ich denke es steckt viel Potenzial in ihm. Leider hat ihn ja die Dr. Affäre einmal aus gebremst. Jung dynamisch und ein Mann dem viele Menschen Vertrauen entgegen bringen. Ich kenne viele die sich eine Rückkehr von Guttenberg begrüßen würden.

Und ich kenne viele Leute, die diesen Betrüger nicht haben möchten.

Die soll es auch geben. Ich denke er würde dem Land gut tun. Egal ist eh nur ein Gedankenspiel.

Jetzt muss man sehen wie und ob sich eine Regierung bilden lässt. Die SPD ist raus und lässt das Land mal wieder im Stich. Gut kann ich sogar etwas verstehen. Ich bin gespannt ob man CDU, CSU, Grüne und die FDP zusammenbekommt. Einfach ist das nicht geworden, nachdem Debakel der CSU.

Inwiefern lässt die SPD das Land im Stich, wenn gerade mal 20% des Landes sie gewählt hat? Vielmehr zeugt doch dieses Ergebnis davon, dass nur ein kleiner Teil des Landes eine sozialdemokratische Komponente in der Regierung haben möchte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 25.September 2017, 11:12:23
Die Linke sehe ich nicht mehr als reine Protestpartei. Die haben Themen vereinnahmt, die früher ganz klar SPD-Thema waren.

Bezeichnend (oder positiv dem Linken gegenüber ausgedrückt wäre das Wort "beachtlich") war auch, dass in den diversen TV-Debatten, die ich ansah, lediglich die Linken immer mit einem konkreten Lösungsvorschlag für angesprochene Themen ankam.
Grade CDU/CSU, SPD und Grüne waren da immer nur mit aalglatten Aussagen, die nichts mit einer Lösung zu tun hatten.
Als Protestwahl würde ich Die Linke definitiv nicht sehen.

Du kannst im Saarland den "Niedergang" der SPD eigentlich direkt mit dem Aufkommen der Linken verknüpfen, mehr oder weniger. Im Prinzip ist für mich das "Wählerpotenzial" der SPD, als "Sozialpartei" hier ziemlich genau SPD-Wählerschaft plus Linke-Wähler. https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahlen_im_Saarland
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.September 2017, 11:14:05
Inwiefern lässt die SPD das Land im Stich, wenn gerade mal 20% des Landes sie gewählt hat?

Man muss sich auch erstmal vor Augen führen, dass selbst die Partei, welche "gewonnen" hat, von nichtmal einem Drittel der Bevölkerung gewollt ist.
Sprich, mehr als Doppelt so Bürger in Deutschland wollen diese Partei nicht und dennoch wird sie regieren.

Völlig wertfrei, stimmt mich so etwas schon irgendwie nachdenklich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 11:14:48
Ok, Petry als Vertreter des "linken" AFD-Flügels will fraktionslos sein und der bayerische Tiger stellt tatsächlich die Fraktionsfrage gegenüber der CDU. Schau'n mer mal.

@SPD: Die macht jetzt das einzig richtige. Nochmal Groko, und die SPD ist tot. Freilich ist es natürlich noch nicht klar, wohin deren Reise selbst in der Opposition geht.

WENN die SPD in eine Groko geht, dann kann ich mir das höchstens nach einer CSU-Revolution und einem Sturz Merkels vorstellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 11:16:15
In einem Studienblog habe ich gelesen, dass man die normalen Ostdeutschen mit den westdeutschen Neonazis einfach tauschen könnte und dann wieder schön 'ne Mauer drum herum zieht. Fänd ich jetzt nicht so schlecht.

Ich versteh die Witze/Sprüche ja durchaus, aber als AFD-Wähler muss ich sagen, dass dies für mich ein Ansporn ist "erst recht" (oder "erst Rechts hahahaha") AFD zu wählen. Viele AFD-Wähler werden dir sinngemäß sagen "wenn es bei mir die CSU gäbe, tät ich die wählen". Diesen Teil der AFD-Wähler kann man durchaus als rechtsgerichtet bezeichnen, wohl aber nicht als Nazi. Das beides zu vermengen stärkt nur unnötig den "Trumpeffekt". Die Gleichsetzung "AFD-Wähler = Nazi" ist genauso sinnbefreit wie "Linke = Kommunisten" oder "Grüne = Kinderficker" oder "FDP = Wirtschaftshure". Was will man damit gewinnen? Glaubt man damit wirklich irgendjemand überzeugen zu können?

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die AFD drin ist - in homoöpathischen Dosen, denn...wie so oft...macht die Dosis das Gift. An der Regierung oder gar als stärkste Partei wäre sie ein NoGo. Mit diesem Ergebnis kann sie hier und da den Finger in die Wunde legen und vielleicht die CDU dran erinnern dass es ein Leben abseits Mutti gibt - und wenn die SPD nun tatsächlich in die Opposition geht und damit der Oppositionsführer (anstatt die AFD) wird und sich sozialdemokratisch ausgerichtet erneuert...soll mir das recht sein. Eine Arbeiterpartei die die Arbeiter wieder im Sinn hat wäre nicht verkehrt.

Bis dahin freue ich mich jedoch auf einige "kleine Anfragen" seitens AFD die Licht ins Dunkel bringen (was ja bisher die Domäne der Linken war, die die einzige Partei war, die auch mal "unangenehme" Anfragen gestellt hat).

FDP wurde es bei mir letztendlich nicht, da ich dem Braten nicht traue. Der Lindner war Wahlkampfchef vom Guido...ob die wirklich aus der letzten Wahl gelernt haben?

Schade, dass die Grünen für mich nicht wählbar gewesen sind, da ich gerne unsere BW-Grünen unterstützt hätte - aber eben nicht bereit bin, damit auch die Berlin-NRW-Grünen zu supporten.

Alles in allem ein interessantes Ergebnis. Bin ein wenig überrascht ob der grünen Stärke. Der Rest lief wie erwartet.

@Guttenberg: Er hat doch seinem Volk verziehen :-D

Ich mag die CSU und die AfD überhaupt nicht über einen Kamm scheren. Mich würde nur interessieren, welche Themen die beiden Parteien für dich aufgreifen, außer der Angst vorm Schwarzen Mann? Und ich sowie die meisten anderen auch sehen sehr wohl Parallelen in der Rhetorik der AfD und der NSDAP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.September 2017, 11:17:06
Ich finde den Schritt der SPD gut und richtig.
Sie haben erkannt, dass man an der Seite Merkels oder besser gesagt CDU/CSU nur verlieren kann. Und das teils so weit, dass man im Niemandsland verschwindet.
Der FDP erging es ähnlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 25.September 2017, 11:17:57
...
Petry als Vertreter des "linken" AFD-Flügels...

Das alleine muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 25.September 2017, 11:18:20
Mein Fazit: wenn die Union in den nächsten vier Jahren auf Basis aktuell zu ziehender Lehren ihre Politik so ändert, dass eine weitere Partei rechts von ihr im Parlament nicht mehr notwendig ist, war der gestrige Wahlabend ein voller Erfolg.

Ich bin in den 90ern aufgewachsen, da war die CDU noch die CDU und die SPD noch die SPD. Letztere scheinen schnell begriffen zu haben was nun Sache ist - Rückbesinnung auf die eigentlichen, traditionellen Werte ihrer Partei. Wobei es sich aus der Opposition heraus nun natürlich einfach vier Jahre lang trommeln lässt, in der Regierungsverantwortung stehen ist halt doch nochmal was anderes. Dann schickt auch ein Grüner deutsche Soldaten in den Krieg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.September 2017, 11:21:38
Man muss sich auch erstmal vor Augen führen, dass selbst die Partei, welche "gewonnen" hat, von nichtmal einem Drittel der Bevölkerung gewollt ist.

Sogar weniger, man muss ja noch die Wahlbeteiligung mit einrechnen. Zur Digitalisierung: Da hoffe ich einfach mal, dass die FDP sich in einer potentiellen Jamaika-Koalition für die entsprechenden Themen stark macht und die Aufgabe nicht wieder bei irgendeinem CSU-Minister im Verkehrsministerium hängen bleibt...

Eine Trennung von CDU und CSU halte ich schon seit längerem für richtig. Inhaltlich passt da ja auch nicht mehr so viel zusammen und mich hat es schon immer gestört, dass, sozusagen, ein Bundesland in Form der CSU einen überdurchschnittlichen Einfluss auf die Bundespolitik genommen hat. Irgendwie finde ich das nicht sehr demokratisch...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 11:22:04
In einem Studienblog habe ich gelesen, dass man die normalen Ostdeutschen mit den westdeutschen Neonazis einfach tauschen könnte und dann wieder schön 'ne Mauer drum herum zieht. Fänd ich jetzt nicht so schlecht.

Ich versteh die Witze/Sprüche ja durchaus, aber als AFD-Wähler muss ich sagen, dass dies für mich ein Ansporn ist "erst recht" (oder "erst Rechts hahahaha") AFD zu wählen. Viele AFD-Wähler werden dir sinngemäß sagen "wenn es bei mir die CSU gäbe, tät ich die wählen". Diesen Teil der AFD-Wähler kann man durchaus als rechtsgerichtet bezeichnen, wohl aber nicht als Nazi. Das beides zu vermengen stärkt nur unnötig den "Trumpeffekt". Die Gleichsetzung "AFD-Wähler = Nazi" ist genauso sinnbefreit wie "Linke = Kommunisten" oder "Grüne = Kinderficker" oder "FDP = Wirtschaftshure". Was will man damit gewinnen? Glaubt man damit wirklich irgendjemand überzeugen zu können?

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die AFD drin ist - in homoöpathischen Dosen, denn...wie so oft...macht die Dosis das Gift. An der Regierung oder gar als stärkste Partei wäre sie ein NoGo. Mit diesem Ergebnis kann sie hier und da den Finger in die Wunde legen und vielleicht die CDU dran erinnern dass es ein Leben abseits Mutti gibt - und wenn die SPD nun tatsächlich in die Opposition geht und damit der Oppositionsführer (anstatt die AFD) wird und sich sozialdemokratisch ausgerichtet erneuert...soll mir das recht sein. Eine Arbeiterpartei die die Arbeiter wieder im Sinn hat wäre nicht verkehrt.

Bis dahin freue ich mich jedoch auf einige "kleine Anfragen" seitens AFD die Licht ins Dunkel bringen (was ja bisher die Domäne der Linken war, die die einzige Partei war, die auch mal "unangenehme" Anfragen gestellt hat).

FDP wurde es bei mir letztendlich nicht, da ich dem Braten nicht traue. Der Lindner war Wahlkampfchef vom Guido...ob die wirklich aus der letzten Wahl gelernt haben?

Schade, dass die Grünen für mich nicht wählbar gewesen sind, da ich gerne unsere BW-Grünen unterstützt hätte - aber eben nicht bereit bin, damit auch die Berlin-NRW-Grünen zu supporten.

Alles in allem ein interessantes Ergebnis. Bin ein wenig überrascht ob der grünen Stärke. Der Rest lief wie erwartet.

@Guttenberg: Er hat doch seinem Volk verziehen :-D

Ich mag die CSU und die AfD überhaupt nicht über einen Kamm scheren. Mich würde nur interessieren, welche Themen die beiden Parteien für dich aufgreifen, außer der Angst vorm Schwarzen Mann? Und ich sowie die meisten anderen auch sehen sehr wohl Parallelen in der Rhetorik der AfD und der NSDAP.

De Gaulle: Europa der Vaterländer. Qualifizierte Einwanderung, Asyl für Verfolgte, Realpolitik, Soziale Marktwirtschaft. Die AFD ist das Mittel der Wahl (Wortspiel haha), dass die CDU-CSU sich diesem Erbe erneut besinnt - und die SPD sich daran erinnert, mal eine Arbeiterpartei gewesen zu sein. Wären die BW-Grünen bundesweit angetreten, hätte ich die aufgrund ihres ökologisch-konservativen Weltbildes als Alternative zur Alternative gerne gewählt. Rhetorik interessiert mich nicht - mich interessieren Fakten. Wie schonmal erwähnt, reißen sowohl Afdler als auch alle Anderen Zitate dauernd aus dem Zusammenhang... Rhetorisch rüsten alle unnötig auf - durchaus auch die AFD (Gauland sollte einfach mal die Klappe halten).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 25.September 2017, 11:23:22
...
Vergleiche Österreich: Ein Grüner ist nun Präsident, die FPÖ in der Opposition. Ergebnis: Kurskorrektur der SPÖ in Maßen, ohne freilich gleich Großösterreich auszurufen.

Da ich in Österreich arbeite, bekomme ich die Politik hier natürlich ein wenig mit. Schön ist das allerdings nicht. Gegen den Strache schaut Gauland aus wie ein Waisenknabe.

Ernsthafte Frage: Kannst du kurz zusammenfassen, was sich aus Sicht eines Österreichers seit der Präsidentenwahl geändert hat?

Nur mal ganz kurz mit meinen Büro-Leuten hier zusammengeschustert:

bei den schwarzen ist wieder mal ein vizekanzler abgetreten, dann große diskussion um nachfolger
kurz wollte das erbe nur antreten, unter der bedingung, dass es einen neustart gibt, deshalb schön gezündelt und neuwahlen ausgerufen (weil es sonst nicht fair wäre, den österreicherinnen und österreichern gegenüber)

gleichzeitig dem kern vorgeworfen, nie als kanzler gewählt worden zu sein = wahlkampfauftakt
kurze diskussionen über die führungsposition bei den blauen, aber hc schickt den hofer jetzt eh auch schön zu gesprächen
den roten gehts zu gut, um wirklich zu straucheln, aber zu schlecht um was zu reißen, deshalb auch die teils annäherung an blau, da werden aber strache und kurz schon per bruderkuss die koalition vereinbart haben

auch wenn der kern selbst der sympatischte der spitzenkanditaten ist
da hängt so ein rattenschwanz dran und jeder steckt ein bisschen was ein
schwarz-light, dass sich teilweise an blau anbiedert

grün ist die glawischnig leider zurückgetreten, danach pilz ausgetreten, der einer der besten aufklärer war, und eigene liste hat

deshalb wirds äußerst schwierig, überhaupt in den nationalrat einzuziehen
dazu die liason von den jungen grünen mit der kpö
da gehen 1-2 prozent hin
also bitter

neos durch die verjüngungskur bei den schwarzen quasi unsichtbar
der rest nicht erwähnenswert

glaub dass da kurz durch die populistischen äußerungen zuletzt mehr holen wird

hätte gesagt kurz macht so 35%, die blauen werden wohl um die 20 haben (hoffentlich nicht viel mehr) und sich mit den roten um platz 2 streiten
damit schwarz-blau locker eingetütet

eine umfrage im profil von vor 3 tagen

(https://www.profil.at/_storage/asset/8328776/storage/vgnat:twocolumn_930:x/file/123896499/61558486.jpg)

das ist es immer bei den blauen, erst nach einer regierungsbeteilung gehts abwärts
dann setzt das vergessen ein


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 11:28:32
Thx für den Überblick. Hmm...drei Parteien, von denen zwei für eine Mehrheit reichen...

Gedankenspiel: Schulz könnte mit Rot-Rot-Grün-FDP Kanzler werden. :-D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 11:47:19
Jamaika wäre für mich okay. Mit Linder, Alexander Graf Lambsdorff und Cem Özdemir gibt es 3 interessante Politiker. Wenn man vielleicht einen  zu Guttenberg in eine Regierungsmannschaft bekommen kann, dann hat man Leute denen ich zutraue was für unser Land zu bewirken.
Was hat Guttenberg denn geleistet, dass du ihm eine solche Wirkung zutraust?

Ich denke es steckt viel Potenzial in ihm. Leider hat ihn ja die Dr. Affäre einmal aus gebremst. Jung dynamisch und ein Mann dem viele Menschen Vertrauen entgegen bringen. Ich kenne viele die sich eine Rückkehr von Guttenberg begrüßen würden.

Und ich kenne viele Leute, die diesen Betrüger nicht haben möchten.

Die soll es auch geben. Ich denke er würde dem Land gut tun. Egal ist eh nur ein Gedankenspiel.

Jetzt muss man sehen wie und ob sich eine Regierung bilden lässt. Die SPD ist raus und lässt das Land mal wieder im Stich. Gut kann ich sogar etwas verstehen. Ich bin gespannt ob man CDU, CSU, Grüne und die FDP zusammenbekommt. Einfach ist das nicht geworden, nachdem Debakel der CSU.

Inwiefern lässt die SPD das Land im Stich, wenn gerade mal 20% des Landes sie gewählt hat? Vielmehr zeugt doch dieses Ergebnis davon, dass nur ein kleiner Teil des Landes eine sozialdemokratische Komponente in der Regierung haben möchte.

Wenn eine Partei über 20 Jahre über die Hälfte seiner Wählerschaft verliert, sollte das schon Anlass zu Überlegungen geben. Ich denke, die meisten Menschen wollen von der SPD in erster Linie nichts anderes hören, als dass die Agenda 2010 zurück genommen wird.

An zweiter Stelle hat man den Eindruck, die SPD verweigere sich ein bisschen der Zukunft, konkretisiert sind das Themen wie Beitragsbemessungsgrenze und das bedingungslose Grundeinkommen. Wenn man aus Deutschland kein zweites China machen möchte, das Märkte flutet und auf Kosten der sozialen Bedürfnisse andere Volkswirtschaften zerstört, sollte man schon so vorausschauend sein und sehen, was die digitale Automatisierung der Arbeit mit sich bringt. Ein Großteil der jüngeren Arbeitnehmer weiß heute schon, dass er nie und nimmer 45 Jahre Beiträge zahlen wird und selbst dann sollen sie als Verdienst für deren Lebenswerk 'ne magere Grundsicherung erhalten. Wo ist da die Fairness?

An dritter Stelle - das halte ich allerdings für nachrangig - ist es auch ein Glaubwürdigkeitsproblem, das die SPD mit sich seit der Konsensgemeinschaft GroKo herumschleift.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 11:52:33
Die Gretchenfrage: Möchten Nahles und Co. überhaupt die Agenda 2010 zurücknehmen? Ich sehe nicht das Spitzenpersonal dazu...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 25.September 2017, 11:54:32
...
Gedankenspiel: Schulz könnte mit Rot-Rot-Grün-FDP Kanzler werden. :-D

Könnte er. Aber damit wäre nun wirklich niemandem geholfen in dieser Konstellation.

Der SPD fehlt es halt (leider) auch ganz klar an Konturen und einer Persönlichkeit. Schulz war doch auch nur kurz der Heilsbringer, der den "Bonus" hatte, in der Bundespolitik bisher noch nicht so arg in Erscheinung getreten zu sein. Mit Gabriel und Nahles wirst halt keinen Blumentopf gewinnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 12:12:53
In einem Studienblog habe ich gelesen, dass man die normalen Ostdeutschen mit den westdeutschen Neonazis einfach tauschen könnte und dann wieder schön 'ne Mauer drum herum zieht. Fänd ich jetzt nicht so schlecht.

Ich versteh die Witze/Sprüche ja durchaus, aber als AFD-Wähler muss ich sagen, dass dies für mich ein Ansporn ist "erst recht" (oder "erst Rechts hahahaha") AFD zu wählen. Viele AFD-Wähler werden dir sinngemäß sagen "wenn es bei mir die CSU gäbe, tät ich die wählen". Diesen Teil der AFD-Wähler kann man durchaus als rechtsgerichtet bezeichnen, wohl aber nicht als Nazi. Das beides zu vermengen stärkt nur unnötig den "Trumpeffekt". Die Gleichsetzung "AFD-Wähler = Nazi" ist genauso sinnbefreit wie "Linke = Kommunisten" oder "Grüne = Kinderficker" oder "FDP = Wirtschaftshure". Was will man damit gewinnen? Glaubt man damit wirklich irgendjemand überzeugen zu können?

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die AFD drin ist - in homoöpathischen Dosen, denn...wie so oft...macht die Dosis das Gift. An der Regierung oder gar als stärkste Partei wäre sie ein NoGo. Mit diesem Ergebnis kann sie hier und da den Finger in die Wunde legen und vielleicht die CDU dran erinnern dass es ein Leben abseits Mutti gibt - und wenn die SPD nun tatsächlich in die Opposition geht und damit der Oppositionsführer (anstatt die AFD) wird und sich sozialdemokratisch ausgerichtet erneuert...soll mir das recht sein. Eine Arbeiterpartei die die Arbeiter wieder im Sinn hat wäre nicht verkehrt.

Bis dahin freue ich mich jedoch auf einige "kleine Anfragen" seitens AFD die Licht ins Dunkel bringen (was ja bisher die Domäne der Linken war, die die einzige Partei war, die auch mal "unangenehme" Anfragen gestellt hat).

FDP wurde es bei mir letztendlich nicht, da ich dem Braten nicht traue. Der Lindner war Wahlkampfchef vom Guido...ob die wirklich aus der letzten Wahl gelernt haben?

Schade, dass die Grünen für mich nicht wählbar gewesen sind, da ich gerne unsere BW-Grünen unterstützt hätte - aber eben nicht bereit bin, damit auch die Berlin-NRW-Grünen zu supporten.

Alles in allem ein interessantes Ergebnis. Bin ein wenig überrascht ob der grünen Stärke. Der Rest lief wie erwartet.

@Guttenberg: Er hat doch seinem Volk verziehen :-D

Ich mag die CSU und die AfD überhaupt nicht über einen Kamm scheren. Mich würde nur interessieren, welche Themen die beiden Parteien für dich aufgreifen, außer der Angst vorm Schwarzen Mann? Und ich sowie die meisten anderen auch sehen sehr wohl Parallelen in der Rhetorik der AfD und der NSDAP.

De Gaulle: Europa der Vaterländer. Qualifizierte Einwanderung, Asyl für Verfolgte, Realpolitik, Soziale Marktwirtschaft. Die AFD ist das Mittel der Wahl (Wortspiel haha), dass die CDU-CSU sich diesem Erbe erneut besinnt - und die SPD sich daran erinnert, mal eine Arbeiterpartei gewesen zu sein. Wären die BW-Grünen bundesweit angetreten, hätte ich die aufgrund ihres ökologisch-konservativen Weltbildes als Alternative zur Alternative gerne gewählt. Rhetorik interessiert mich nicht - mich interessieren Fakten. Wie schonmal erwähnt, reißen sowohl Afdler als auch alle Anderen Zitate dauernd aus dem Zusammenhang... Rhetorisch rüsten alle unnötig auf - durchaus auch die AFD (Gauland sollte einfach mal die Klappe halten).

Fakten und AfD? Das schließt sich komplett aus.

Europa der Vaterländer - vergangenes Jahrhundert
Qualifizierte Einwanderung - wird von allen Parteien angestrebt
Asyl für Verfolgte - Deutschland betreibt Asylpolitik nach den Genfer Konventionen; damit sind politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge abgedeckt
Realpolitik, Soziale Marktwirtschaft - vergangenes Jahrhundert und keineswegs sozial sondern komplett neoliberal

Und wenn dir die Nazi-Rhetorik, sowie die gesamte perfide Präsenz der AfD im Netz nicht zu denken gibt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Ich will kein Deutschland der Progrom-Nächte und ethnischen Säuberungen und sehe es auch nicht als Land, auf das Wutbürger 'nen alleinigen Anspruch hätten. Das ist genau das, was uns mit Rechtspopulisten jeglicher Natur ins Haus stehen würde.
Und aus Protest die AfD zu wählen, ist wie aus dem Klo zu saufen, wenn einem das Bier nicht schmeckt. Es gibt genug Alternativen zu Rassendiskriminierung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 12:22:36
Vergangenes Jahrhundert: Was ist das für ein Argument?

Qualifizierte Einwanderung: Dann ist doch alles gut. :-P

Asyl: Auch gut.

Realpolitik/Soz. Marktwirtschaft: Nur weil die neoliberale Scheiße Mitte 2000er sich "neue soziale Marktwirtschaft" nannte, hat das noch lange nix mit Sozialer Marktwirtschaft zu tun. Siehe Ludwig Erhardts ordoliberales Werk "Wohlstand für Alle", was soz. Marktwirtschaft bedeutet.

@Rhetorik: Im Netz? Da schreiben sich alle um Kopf und Kragen. Ja, die Pogrome und Ausschreitungen. Gäbe es ja ohne die AFD nicht. In Hamburg wäre alles ruhig geblieben bei der G20-Konferenz...ja nee, is klar. Soll ich jetzt anfangen der Linkspartei und SPD zu unterstellen, dass wer sie wählt die G20-Ausschreitungen mitwählt, so wie du AFD = Nazipogrome? Was soll das bringen?

Ja, Fakten und AFD schließt sich aus...siehe gestern...es will ja keiner über die Fakten der AFD reden - außer die CSU, die darüber redet aber nichts tut. Das ist doch des Pudels Kern. Hätte man die negativen Begleiterscheinung von 2015 nicht anfangs totgeschwiegen und später nicht angegangen, würd heut kein Hahn nach der AFD krähen. Hat man aber nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 12:29:57
Die Gretchenfrage: Möchten Nahles und Co. überhaupt die Agenda 2010 zurücknehmen? Ich sehe nicht das Spitzenpersonal dazu...

Das hätte Schulz ja zu seinem Wahlkampfthema machen können. Hier greift Die Linke bei der SPD die Wähler ab. Ich persönlich würde die auch wählen, wenn's bei denen nicht förmlich nach kompletter Verstaatlichung müffeln würde. Die sozialen Reformen für die die GroKo noch genug Mumm hatte basieren ja größtenteils auf "Ideen" eines Herrn Lafontaine.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 25.September 2017, 12:39:53
Was sind denn die Fakten der AFD?
Gestern Abend zum Beispiel ist der einzige "Fakt" der hängen blieb Meuthens Angst vor "der Vermischung der Rassen"

Nebenbei: Wie soll man den Mitgliedern ihr nationalistisch-rechtes Denken anders nachweisen als mit ihren eigenen Zitaten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 12:43:05
Was sind denn die Fakten der AFD?
Gestern Abend zum Beispiel ist der einzige "Fakt" der hängen blieb Meuthens Angst vor "der Vermischung der Rassen"

Nebenbei: Wie soll man den Mitgliedern ihr nationalistisch-rechtes Denken anders nachweisen als mit ihren eigenen Zitaten?

Hab ich dem irgendwo widersprochen, dass es Spinner gäbe? Nein.

Die Fakten sind das was die CSU unter Seehofer immer anspricht und dann nicht umsetzt. Obergrenze und Co.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 12:53:49
Vergangenes Jahrhundert: Was ist das für ein Argument?

Qualifizierte Einwanderung: Dann ist doch alles gut. :-P

Asyl: Auch gut.

Realpolitik/Soz. Marktwirtschaft: Nur weil die neoliberale Scheiße Mitte 2000er sich "neue soziale Marktwirtschaft" nannte, hat das noch lange nix mit Sozialer Marktwirtschaft zu tun. Siehe Ludwig Erhardts ordoliberales Werk "Wohlstand für Alle", was soz. Marktwirtschaft bedeutet.

@Rhetorik: Im Netz? Da schreiben sich alle um Kopf und Kragen. Ja, die Pogrome und Ausschreitungen. Gäbe es ja ohne die AFD nicht. In Hamburg wäre alles ruhig geblieben bei der G20-Konferenz...ja nee, is klar. Soll ich jetzt anfangen der Linkspartei und SPD zu unterstellen, dass wer sie wählt die G20-Ausschreitungen mitwählt, so wie du AFD = Nazipogrome? Was soll das bringen?

Ja, Fakten und AFD schließt sich aus...siehe gestern...es will ja keiner über die Fakten der AFD reden - außer die CSU, die darüber redet aber nichts tut. Das ist doch des Pudels Kern. Hätte man die negativen Begleiterscheinung von 2015 nicht anfangs totgeschwiegen und später nicht angegangen, würd heut kein Hahn nach der AFD krähen. Hat man aber nicht.

Ich könnte auch sagen altmodisch, wenn dir das mehr zusagt. Mag ja sein, dass du dir "alte Zustände" zurück wünschst, in denen der Gordon Gekko-Lifestyle mit den gesellschaftlichen Interessen vereinbar war und die Arbeitgeber die Arbeitnehmer an der Haustür akquirierten, aber in der heutigen Zeit, in der sich Unternehmen immer mehr von kosten-"lästigem" Personal befreien und die Regierung ohnehin schon viel zu liberal aufgestellt ist, braucht man nicht anzufangen, von irgendwelchen blühenden Landschaften zu halluzinieren, wenn eine Partei den Sozialstaat gleich mal komplett abschafft.
Und ein Europa im alten Gewand wird es so schnell nicht geben. Ich weiß auch nicht, welche Vorteile das bringen sollte, außer dass Leute wie du sich in ihrem Nationalstaatsempfinden bestätigt fühlen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 12:58:41
Ich wäre auch mit einem Grundeinkommen und Robotern als unsere Arbeiter zufrieden. Ebenso können wir auch gerne die United Nations of Earth machen, denn der Nationalstaat ist im Grunde im großen Lauf der Dinge (Hunderte, Tausende Jahre) verdammt von einem Supranationalstaat ersetzt zu werden.

Insofern ist das für mich alles nur eine "Arbeitskrücke", damit wir nicht durch Beliebigkeit und dem Kapital noch mehr zu Lohnsklaven werden, oder anders gesagt: Mir ist ein soziales Nationalstaat "wie früher" lieber als die (aus meiner Sicht) fragwürdigen Verlockungen dir mir aktuell ansonsten angeboten werden...Stichwort: Geringeres Übel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.September 2017, 13:18:59
Fakten und AfD? Das schließt sich komplett aus.

Schließt sich nicht aus, heißt nur etwas anders. ;) => alternative Fakten
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 13:43:42
Ich wäre auch mit einem Grundeinkommen und Robotern als unsere Arbeiter zufrieden. Ebenso können wir auch gerne die United Nations of Earth machen, denn der Nationalstaat ist im Grunde im großen Lauf der Dinge (Hunderte, Tausende Jahre) verdammt von einem Supranationalstaat ersetzt zu werden.

Insofern ist das für mich alles nur eine "Arbeitskrücke", damit wir nicht durch Beliebigkeit und dem Kapital noch mehr zu Lohnsklaven werden, oder anders gesagt: Mir ist ein soziales Nationalstaat "wie früher" lieber als die (aus meiner Sicht) fragwürdigen Verlockungen dir mir aktuell ansonsten angeboten werden...Stichwort: Geringeres Übel.

Ich biete hier überhaupt nichts an. Dass die AfD ihre Wählerschaft über etwas anderes abholte, als rechtsnationale Propaganda; Dämonisierung einer Religionsgemeinschaft, Heroisierung der Deutschen im Stile der 20er und 30er, scheint dich ja nicht zu tangieren. Bei dir dreht sich ja alles nur um den tugendhaften Traum, Europa wieder in seinen alten Grenzen zu sehen.
"Wie früher" - was  meinst du damit genau?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 13:48:54
Du hast mich erwischt. In Wahrheit ist mein Masterplan und der meiner treuen, völkischen Genossen, dass Guttenberg die doitschä Kaiserkrone annimmt und das Lied wahr wird: "Wir wollen unseren guten Kaisern Wilhelm wieder haben..." oder so ähnlich.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 25.September 2017, 14:48:22
Was sind denn die Fakten der AFD?
Gestern Abend zum Beispiel ist der einzige "Fakt" der hängen blieb Meuthens Angst vor "der Vermischung der Rassen"

Nebenbei: Wie soll man den Mitgliedern ihr nationalistisch-rechtes Denken anders nachweisen als mit ihren eigenen Zitaten?

Hab ich dem irgendwo widersprochen, dass es Spinner gäbe? Nein.

Die Fakten sind das was die CSU unter Seehofer immer anspricht und dann nicht umsetzt. Obergrenze und Co.

Du sagtest, dass, zum Beispiel, gestern niemand über die Fakten der AfD sprechen wollte.
Selbst wenn wir das gestern weglassen würde ich gerne von dir hören was die Fakten der AfD sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 14:57:37
Touché.

Die Fakten: 2015 wurde die Grenze geöffnet, ohne das man einen Plan hatte was man mit all den Leuten macht, weil Zitat Merkel heute "man mit Wasserwerfern an der Grenze stehen hätten müssen", nachdem man jahrelang z.B. Italien mit der Krise im Stich gelassen hat. Das ging dann soweit gut, dass man eben das bestmöglich auf lokaler-regionaler Ebene gelöst hat. Die Frage ob und wer, der nicht unter das Asylgesetz fällt, bleibt sowie wie man dies in Zukunft in einer ähnlichen Situation handhaben will, wird von der Afd angesprochen.

Ebenso der Punkt bezüglich eines Einwanderungsgesetzes. Die AFD schlägt hier das kanadische als Vorbild vor. Meines Erachtens eine Möglichkeit, wobei es schön wäre, wenn wir überhaupt ein Einwanderungsgesetz hätten, gleich wessen Inhaltes (das entscheidet ja die politische Mehrheit, die die AFD deutlich nicht hat).

Darüberhinaus ist die Eurokrise (Nullzinsen, Staatsverschuldung, Sparerenteignung) nur verschoben und nicht aufgehoben.

Ich sehe da die AFD bei den Punkten deutlich positioniert, ebenso die FDP und die Linke (wenn auch aus anderem Blickwinkel). Da mir diese Themen wichtig sind und die SPD/CDU/CSU offensichtlich keine Meinung oder eine mir entgegenstehende einnehmen, waren diese für mich keine Wahl. Da rücken andere Themen (z.B. Grüne mit Umweltschutz, FDP mit Digitalisierung) in den Hintergrund, zumindest temporär.

Abseits des Thema Flüchtlinge und der Thematik Eurorettung halte ich die AFD - Stand Heute - für nicht voll zurechnungsfähig. Sozusagen eine Zweithemenpartei. Schau'n mer mal was daraus wird. Erledigen sich diese zwei Themen, dann ist die AFD weg. Schwelen diese Themen weiter, bleibt die AFD. Sollte die AFD bleiben und sich dann der rechte Flügel in anderen Themenbereichen komplett durchsetzen, dann haben wir ein Problem.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 25.September 2017, 15:23:56
...
Abseits des Thema Flüchtlinge und der Thematik Eurorettung halte ich die AFD - Stand Heute - für nicht voll zurechnungsfähig. Sozusagen eine Zweithemenpartei.
...

Und das hat gereicht, um sie zu wählen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 25.September 2017, 15:24:15
Touché.

Die Fakten: 2015 wurde die Grenze geöffnet, ohne das man einen Plan hatte was man mit all den Leuten macht, weil Zitat Merkel heute "man mit Wasserwerfern an der Grenze stehen hätten müssen", nachdem man jahrelang z.B. Italien mit der Krise im Stich gelassen hat. Das ging dann soweit gut, dass man eben das bestmöglich auf lokaler-regionaler Ebene gelöst hat. Die Frage ob und wer, der nicht unter das Asylgesetz fällt, bleibt sowie wie man dies in Zukunft in einer ähnlichen Situation handhaben will, wird von der Afd angesprochen.

Ebenso der Punkt bezüglich eines Einwanderungsgesetzes. Die AFD schlägt hier das kanadische als Vorbild vor. Meines Erachtens eine Möglichkeit, wobei es schön wäre, wenn wir überhaupt ein Einwanderungsgesetz hätten, gleich wessen Inhaltes (das entscheidet ja die politische Mehrheit, die die AFD deutlich nicht hat).

Darüberhinaus ist die Eurokrise (Nullzinsen, Staatsverschuldung, Sparerenteignung) nur verschoben und nicht aufgehoben.

Ich sehe da die AFD bei den Punkten deutlich positioniert, ebenso die FDP und die Linke (wenn auch aus anderem Blickwinkel). Da mir diese Themen wichtig sind und die SPD/CDU/CSU offensichtlich keine Meinung oder eine mir entgegenstehende einnehmen, waren diese für mich keine Wahl. Da rücken andere Themen (z.B. Grüne mit Umweltschutz, FDP mit Digitalisierung) in den Hintergrund, zumindest temporär.

Abseits des Thema Flüchtlinge und der Thematik Eurorettung halte ich die AFD - Stand Heute - für nicht voll zurechnungsfähig. Sozusagen eine Zweithemenpartei. Schau'n mer mal was daraus wird. Erledigen sich diese zwei Themen, dann ist die AFD weg. Schwelen diese Themen weiter, bleibt die AFD. Sollte die AFD bleiben und sich dann der rechte Flügel in anderen Themenbereichen komplett durchsetzen, dann haben wir ein Problem.

Zu 2. und 3. stimme ich dir zu, über ein Einwanderungsgesetz wurde tatsächlich selten diskutiert. Fairerweise muss man allerdings auch die SPD zu den Parteien mit Kanada als Vorbild zählen.
Soll dein erster Punkt auf die fehlgeleitete Integration hindeuten?
Wenn ja, dann spricht die AFD das Thema zwar oft an, allerdings ohne eigene Ideen zu liefern, wie man selber das Problem lösen kann.

Edit: +1 für das was Stefan sagt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 16:48:13
...
Abseits des Thema Flüchtlinge und der Thematik Eurorettung halte ich die AFD - Stand Heute - für nicht voll zurechnungsfähig. Sozusagen eine Zweithemenpartei.
...

Und das hat gereicht, um sie zu wählen?

Ja. Mit dem Gedanken, dass die anderen Parteien die sinnvollen Aspekte aufnehmen und die AFD damit mittelfristig überflüssig wird.

Ja, ein Einwanderungsgesetz fehlt. Mit einem fehlenden Einwanderungsgesetz hängt ja auch zusammen, wen wir integrieren wollen. Es kann ja weder sein, dass wir jeden ablehnen und gefühlt das Asylrecht abschaffen wollen, noch wir jeden einfach "dulden" statt konsequent abschieben. Ebenso ist es befremdlich, dass - wenn ich da Palmers Buch folge - die Balkan"flüchtlinge" zügig abgeschoben werden, obwohl diese die fachlichen und sozialen Eignungen für eine Integration hätten...da war wohl das Kuriosum, dass man die mit den "einfachsten/schnellsten" Integrationserfolgsmöglichkeiten gleich loswurde. *facepalm*

Die AFD möchte ja Stand Heute keinen außerhalb des Asylrechtes integrieren, sondern sofort bzw. bei Kriegsflüchtlingen nach Konfliktende fortschicken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.September 2017, 17:38:36
Einzig positive am Ende der Babyboomergeneration wäre, dass nun auch langsam sagen wir "Dreier-Schüler" eine Chance auf eine Festanstellung ohne Leiharbeitsknebelei bekommen - weil man eben nicht mehr den Einser-Schüler-Abi-Bub als "einfachen Bankkaufmann" einstellen kann.

Bankkaufmann/-frau ist ein aussterbender Beruf, das geht doch jetzt schon alles online oder per Telefon.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maradonna am 25.September 2017, 18:29:23
Verstehe immer noch nicht warum man AfD wählt, nur um zu zeigen, dass man gerne CSU wählen will. Zumal je nachdem wo du herkommst nie die CSU wählen kannst, weil die sich meines Wissens nach nur auf Bayern beschränken. Da wäre noch die logische Wahl die CDU, weil CSU und CDU immer als Union auftreten. Zudem, wenn man schon Protestwählen will, dann gab es mit "Die Partei" doch eine hervoragende "Ihr könnt mich mal"-Partei. Man stelle sich vor die hätten mehr als 5% gekriegt. Wäre politisch nicht so gefährlich, aber umso unterhaltsamer und vielleicht sogar auch konstruktiver.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 18:42:45
Bankkaufmann, ja. Aussterbend. Ist als Beispiel für einen Realschulberuf gedacht, wo man sich vor zehn Jahren die Abiturienten geholt hat, anstatt den Realschülern ne Chance zu geben.

Ja, die Partei hab ich mir auch kurz überlegt. Hat seinen Reiz.

Die CDU als CSU-Ersatz außerhalb Bayerns geht nicht, da der konservative Flügel der CDU tot ist. Da sind mir die BW-Grünen näher...die habe ich durch das Wohnen in Freiburg liebgewonnen: Grün-konservativ hat was. Anyway: Damit blieb realistisch als Konservativer für mich nur FDP oder AFD übrig, wenn man die Grünen außerhalb BW nicht will.

Sollte die FDP ihre Versprechen halbwegs - im Rahmen der Möglichkeiten - einhalten, dann wären die nächstes Mal die "korrekte" Wahl - weil ich mir dann die rechtsradikale Mitgift in der AFD nicht geben muss.

Ich verstehe durchaus, dass dies manchem als Spiel mit dem Abgrund (Spieltheorie. Brinkmanship) vorkommen kann, analog Brüning.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 20:34:14
Bankkaufmann, ja. Aussterbend. Ist als Beispiel für einen Realschulberuf gedacht, wo man sich vor zehn Jahren die Abiturienten geholt hat, anstatt den Realschülern ne Chance zu geben.

Ja, die Partei hab ich mir auch kurz überlegt. Hat seinen Reiz.

Die CDU als CSU-Ersatz außerhalb Bayerns geht nicht, da der konservative Flügel der CDU tot ist. Da sind mir die BW-Grünen näher...die habe ich durch das Wohnen in Freiburg liebgewonnen: Grün-konservativ hat was. Anyway: Damit blieb realistisch als Konservativer für mich nur FDP oder AFD übrig, wenn man die Grünen außerhalb BW nicht will.

Sollte die FDP ihre Versprechen halbwegs - im Rahmen der Möglichkeiten - einhalten, dann wären die nächstes Mal die "korrekte" Wahl - weil ich mir dann die rechtsradikale Mitgift in der AFD nicht geben muss.

Ich verstehe durchaus, dass dies manchem als Spiel mit dem Abgrund (Spieltheorie. Brinkmanship) vorkommen kann, analog Brüning.

Ich bin kein Hellseher, bin aber mit dem marktradikalen Kurs der FDP bestens vertraut.
Mit der FDP wird TTIP und CETA auf jeden Fall wieder ein Thema, das Kartellrecht und der Kündigungsschutz wird weiter aufgelockert, die Steuerlast wird noch mehr auf die Unterschicht verlagert, der Mindestlohn abgeschafft etc.
Die FDP verspricht sich dadurch ähnlich wie die CDU, dass Deutschland für Investoren attraktiver wird. Ich meine, in anderen Ländern brechen unter dem Druck der Deutschen Wirtschaftsmacht bereits heute alle Dämme. Lass dir von mir deine zukünftigen Urnengänge nicht madig machen, aber wenn es dann irgendwann in allen Teilen der Welt nur noch Krisenherde gibt, während bei uns die Arbeitnehmer wie die Chinesen ackern, sag nicht, dich hätte niemand gewarnt. Unsere Volkswirtschaft kann auf ohnehin übersättigten Märkten nur noch auf Kosten anderer Volkswirtschaften wachsen. Ich stütze mich dabei auf Expertenmeinungen, die man leider nur zu später Stunde in den Öffentlich-Rechtlichen bzw. auf den letzten Bildungskanälen wie 3Sat (Die Kehrseite des Wirtschaftswachstums) oder Arte (Wachstum, was nun?) und Analytikern zu hören bekommt (z.B. Precht, Lesch), sowie dem, was ich während meines BWL-Studiums gelernt habe. Also selbst bei einigen BWLern ist man zu der Einsicht gelangt, dass grenzenlose Expansion auf globaler Ebene mehr Schaden als Nutzen nach sich zieht. Mit diesen Zukunftsaussichten sollte man sich arrangieren, bevor man "konservativ" wählt.
Ein "wie früher" ist m.E. unwahrscheinlich, es sei denn, es findet sich eine große Mehrheit, denen ihr Vermächtnis völlig gleichgültig ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 20:43:37
Ich bin nicht blind. Du hast durchaus Recht. Die FDP hat sich oft vom Ordoliberalismus zugunsten krasser neoliberaler Marktwirtschaft verabschiedet. Ein echtes Problem. Von der sozialliberalen FDP ist wenig übrig. Schau'n mer mal. Ich bin da ganz ein Schüler des Debitismus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 21:56:26
Ich bin nicht blind. Du hast durchaus Recht. Die FDP hat sich oft vom Ordoliberalismus zugunsten krasser neoliberaler Marktwirtschaft verabschiedet. Ein echtes Problem. Von der sozialliberalen FDP ist wenig übrig. Schau'n mer mal. Ich bin da ganz ein Schüler des Debitismus.

Ich find's faszinierend und gleichwohl erschreckend, dass die Probleme, die nicht erst seit P.C. Martin einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind - er greift den Keynesianismus wieder auf, formuliert die Krux des Finanzkapitalismus und den daraus entstehenden Abhängigkeiten wirklich verständlich -, kaum Beachtung finden. Schuldenmoral zählt ja nicht unbedingt zu den positiveren Lebensgefühlen. Da kommt mir direkt ein exzellenter Film in den Sinn, der fast schon prophetisch auf die heutige Zeit wirkt. Ich weiß nicht, wahrscheinlich kennst du ihn bereits: https://de.wikipedia.org/wiki/Network_(Film) (https://de.wikipedia.org/wiki/Network_(Film))
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 25.September 2017, 22:01:44
Nope, wird morgen geguckt. Danke für den Tipp.

Ohja, Keynes. "The economic consequences of peace" und Paul Martins Kommentar "Wenn Deutschland nicht nationasozialistisch geworden wäre, wäre es selbstverständlich kommunistisch geworden" sind zwei Hammersachen.

Letztendlich hab ich mich mit den Worten von Max Otte insofern abgefunden: "Alle 70 Jahre kracht es, dann gehts wieder weiter, nachdem alle enteignet wurden. Schauen wir, dass wir die 70 Jahre dazwischen erträglich gestalten."

TNG, also die Überwindung von Schuldgeld, bleibt ja leider...Fiktion.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 25.September 2017, 22:39:44
Nope, wird morgen geguckt. Danke für den Tipp.

Ohja, Keynes. "The economic consequences of peace" und Paul Martins Kommentar "Wenn Deutschland nicht nationasozialistisch geworden wäre, wäre es selbstverständlich kommunistisch geworden" sind zwei Hammersachen.

Letztendlich hab ich mich mit den Worten von Max Otte insofern abgefunden: "Alle 70 Jahre kracht es, dann geht's wieder weiter, nachdem alle enteignet wurden. Schauen wir, dass wir die 70 Jahre dazwischen erträglich gestalten."

TNG, also die Überwindung von Schuldgeld, bleibt ja leider...Fiktion.

Kein gutes Plädoyer für die Menschheit... Ich kann deinen Pessimismus nachvollziehen. Wünsch dir trotzdem eine gute Nacht.
PS: In der "antifaschistischen" DDR gab's den gleichen elitären Lynchmob wie in der Hitlerdiktatur. Insofern triffst du den Nagel auf den Kopf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.September 2017, 08:34:31
Also selbst bei einigen BWLern ist man zu der Einsicht gelangt, dass grenzenlose Expansion auf globaler Ebene mehr Schaden als Nutzen nach sich zieht.

Interessant. Ich bin leider mit der Materie nicht so vertraut, deswegen wäre ich um Aufklärung dankbar. :)

Ist Expansion in diesem Zusammenhang mit Wirtschaftswachstum gleichzusetzen? Falls ja, wie würde Expansion auf regionaler/nationaler Ebene aussehen?

Wie sieht man in den Wirtschaftswissenschaften Postwachstums-Ansätze? Ich weiß, unser aktuelles Wirtschaftssystem braucht Wachstum, alleine schon, um stabil zu sein. Es gibt auch stichhaltige Argumente, die sich durchaus historisch belegen lassen, dass ein Null-Wachstum zu Innovationsstau führen könnte und dergleichen mehr. Aber wie sehen denn die Pro-Argumente aus wirtschaftlicher Sicht aus?
Mich interessiert das aus der Perspektive nachhaltiger Entwicklung, denn ich kann mir ein "grünes Wachstum" nicht vorstellen, alle Argumente, die ich dafür bisher gelesen habe, konnten mich nicht überzeugen. In einem endlichen System (Erde) kann man eben nicht endlos wachsen, auch nicht digital. Ich hatte mich damit mal im Rahmen einer Hausarbeit beschäftigt (Ansätze von Green Growth und Degrowth in Bezug auf Menschenrechte), deswegen bin ich da gerade so interessiert. ;)

Klar ist, dass eine Postwachstumsgesellschaft und -wirtschaft radikal anders aussehen würde, als unsere jetzige. Aber vielleicht sind die kommenden, herausfordernden Jahrzehnte ja eine Chance, neue Pfade einzuschlagen. In der Geschichte war ja noch nie irgendwas in Stein gemeißelt. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 26.September 2017, 08:57:59
BWL würd mich auch interessieren was der neuste Stand ist, hätte das jetzt als VWL eingeschätzt.

Ich formuliere es mal umgangssprachlich: Vorallem in der Banklehre lernt man, dass der Kapitalismus ein Kettenbrief ist. Es braucht immer Neuverschuldung. Es gibt "dumme" Neuverschuldung (Saufen, Feiern) und es gibt "gute" Neuverschuldung (Investitionen). Das Ziel muss im Gesamtsystem betrachtet sein, dass die Neuverschuldung für Wirtschaftswachstum verwendet wird, damit dann wiederrum die gesteigerte Wirtschaftskapazität einerseits die Zinsen bedienen kann, andererseits die Grundlage für eine neue Neuverschuldung gelegt wird. Das "Nicht-Neuverschuldungsgeld" darf natürlich gerne "versoffen" werden, denn wir arbeiten ja um zu leben, nicht leben um zu arbeiten.

Ergo: Deutsches Modell nach dem Krieg - Marschallgelder (= Die "Urschuld" der Bundesrepublik, besichert durch Grundstücke) und die Wirtschaft aufbauen, damit es "unseren Kindern mal besser geht" ==> Wachstum.
Griechisches Modell nach der Euroeinführung - Eurogelderschulden um sie zu versaufen ==> Problem.

Würde man Morgen systemweit mit der Schuldentilgung anfangen, dann gäbe es bald keinen einzigen Euroschein mehr. Da eine Summe X an Geld zu jedem Zeitpunkt existiert, aber eine Summe X + Zins zurückgezahlt werden muss, würde dem Gesamtsystem (nicht dem Einzelnen!) nach Adam Riese schlicht die Kohle ausgehen. Das kann man nur durch einen "Schuldenschnitt" oder Verwässerung (=Inflation = Entwertung der Schulden) bekämpfen, wenn man kein Wirtschaftswachstum produziert. Das heißt das Geheimnis der kapitalistischen Dynamik liegt in der Schuldenkeule gepaart mit einem rechtssicheren Raum. Es muss sich immer zumindest einer der Akteure Staat, Private oder Unternehmen neuverschulden, damit der Spaß weiterläuft.

Die neuen Schulden können nur bedient werden, wenn der entstandende Kredit wachstumsfördernd (= Ermöglichung der Schuldenbedienung, weil nach der Erfindung des Iphone jede Hausfrau sich bei EasyCredit Kohle freiwillig holt, um sich eines zu kaufen...Gesamtsystembezogen) verwendet werden. Relevant ist hierbei die Gesamtsystembetrachtung. Der einzelne "darf" auch mal pleite gehen, das gehört dazu. Problem: 1. Wachstum = Physikalische Grenzen, quo vadis? 2. "Es gibt bei der Bank kein Recht auf Kredit" und 3. "Erstmal ne gute Idee haben".

Das ist genauso bescheuert wie es klingt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 09:51:52
Wie sieht man in den Wirtschaftswissenschaften Postwachstums-Ansätze?

Wozu? Erstens befeuert die technische Innovation das Wirtschaftswachstum, den neuen OLED-Fernseher oder das eBike mit eingebauter Obsoleszenz braucht keiner, da spielt dann "Haben will!" eine große Rolle. Und zweitens gibt es auf diesem Planeten Unmengen Menschen, die gerade mal das nötigste zum Überleben haben, der Markt für Güter aller Art ist gewaltig groß.

Das ist genauso bescheuert wie es klingt.

Naja, dieses "bescheuerte" System hat weiten Teilen der Welt großen Wohlstand beschert. Dass im Geldsystem einiges falsch läuft ist unbestritten, aber das System an sich funktioniert hervorragend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 26.September 2017, 10:31:20
Naja, dieses "bescheuerte" System hat weiten Teilen der Welt großen Wohlstand beschert. Dass im Geldsystem einiges falsch läuft ist unbestritten, aber das System an sich funktioniert hervorragend.

Stimmt, war nicht wertend gemeint. Eher "ich hab keine Ahnung warum es so gut läuft, aber es funktioniert - also machen wir es so."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.September 2017, 10:56:28
Wie sieht man in den Wirtschaftswissenschaften Postwachstums-Ansätze?

Wozu? Erstens befeuert die technische Innovation das Wirtschaftswachstum, den neuen OLED-Fernseher oder das eBike mit eingebauter Obsoleszenz braucht keiner, da spielt dann "Haben will!" eine große Rolle. Und zweitens gibt es auf diesem Planeten Unmengen Menschen, die gerade mal das nötigste zum Überleben haben, der Markt für Güter aller Art ist gewaltig groß.

Der Markt für Güter mag unendlich groß sein, die Ressourcen unseres Planeten sind es nicht. Man kann auch nicht unendlich Ressourcen recyclen (Stichwort "Downcycling") und die Effizienz der Ausnutzung steigern - ein Ressourcenverbrauch wird bleiben. Dazu kommen etwaige Ressourcennutzungen bei der Produktion dieser Güter, allein schon um die notwendige Energie herzustellen.
Und was die Menschen in aller Welt anbelangt, die am Rande des Existenzminimums (oder weit darunter) leben: Diese Menschen leben unter anderem so, weil unser Wirtschaftswachstum auf Kosten anderer Teile der Welt geht. Postwachstumskonzepte liefern da interessante Ansätze zur Behebung dieser Probleme, über die man zumindest mal intensiver nachdenken könnte - z.B. Null- oder Negativwachstum ermöglicht nachhaltiges(!) Wachstum in Entwicklungsländern, als ein Beispiel.

Der entscheidende Punkt bleibt für mich aber der erstgenannte: Wir leben in einem endlichen System namens Erde und, allein schon logisch, ist es nicht möglich innerhalb eines endlichen Systems unendlich zu wachsen. Das bedeutet meiner Ansicht nach, dass wir über den Tellerrand hinausschauen und uns nach alternativen Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepten umsehen müssen, wollen wir eine Welt hinterlassen, in der auch noch kommende Generationen gut leben können. In solchen Diskussionen ist aktuell die Vorstellung vom "grünen Wachstum" dominierend (kurz gesagt: das Wachstum wird in die digitale Welt verlagert), das mich persönlich bislang aber nicht überzeugen konnte. Unter anderem aus oben genannten Gründen. Alternativ gibt es Postwachstumskonzepte, die außerhalb der bislang gedachten Bahnen denken und die, meiner Meinung nach, mal ernsthaft in größerem Rahmen diskutiert werden sollten. Deshalb meine Frage, ob und wie Postwachstumskonzepte in den Wirtschaftswissenschaften diskutiert und im Studium behandelt werden.

Hierzu empfehlenswert:
- Tim Jackson: Wohlstand ohne Wachstum. Leben und Wirtschaften in einer endlichen Welt. (hat mich damals sehr beeindruckt)
- Meadows et al: Grenzen des Wachstums - Das 30-Jahre-Update: Signal zum Kurswechsel. (Bei aller berechtigter Kritik immer noch sehr, sehr lesenswert).

Um das noch einmal klar zu stellen: Ich will keine Panik machen, oder Untergangsszenarien entwerfen, aber es gibt nun einmal natürliche Grenzen, an die wir früher oder später stoßen werden und ich bin immer dafür, rechtzeitig zu agieren und gestalten, statt sehenden Auges ins Messer zu laufen und dann nur noch spät und schlecht reagieren zu können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 26.September 2017, 10:59:22
Naja, dieses "bescheuerte" System hat weiten Teilen der Welt großen Wohlstand beschert. Dass im Geldsystem einiges falsch läuft ist unbestritten, aber das System an sich funktioniert hervorragend.

Stimmt, war nicht wertend gemeint. Eher "ich hab keine Ahnung warum es so gut läuft, aber es funktioniert - also machen wir es so."

Es funktioniert deshalb so gut, weil es auf Kosten anderer geht. Mit ein Grund, warum zB in Afrika keine Chance besteht, eine sich lohnende, lokale Landwirtschaft aufzubauen, ist, dass die EU ihr Saatgut so billig nach Afrika verkauft, dass die lokalen Bauern gar nicht so weit mit den Preisen runter gehen können, um da mitzuhalten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Lupus Immortalis am 26.September 2017, 11:05:33
Es funktioniert deshalb so gut, weil es auf Kosten anderer geht. Mit ein Grund, warum zB in Afrika keine Chance besteht, eine sich lohnende, lokale Landwirtschaft aufzubauen, ist, dass die EU ihr Saatgut so billig nach Afrika verkauft, dass die lokalen Bauern gar nicht so weit mit den Preisen runter gehen können, um da mitzuhalten.

An dieser Stelle ein oft genutztes Zitat von Gregor Gysi: "Europa lebt auf Kosten der dritten Welt, und wir wundern uns dann, dass das Elend bei uns anklopft." Könnten einige im Thread hier mal drüber nachdenken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 26.September 2017, 12:02:11
Also selbst bei einigen BWLern ist man zu der Einsicht gelangt, dass grenzenlose Expansion auf globaler Ebene mehr Schaden als Nutzen nach sich zieht.

Interessant. Ich bin leider mit der Materie nicht so vertraut, deswegen wäre ich um Aufklärung dankbar. :)

Ist Expansion in diesem Zusammenhang mit Wirtschaftswachstum gleichzusetzen? Falls ja, wie würde Expansion auf regionaler/nationaler Ebene aussehen?

Wie sieht man in den Wirtschaftswissenschaften Postwachstums-Ansätze? Ich weiß, unser aktuelles Wirtschaftssystem braucht Wachstum, alleine schon, um stabil zu sein. Es gibt auch stichhaltige Argumente, die sich durchaus historisch belegen lassen, dass ein Null-Wachstum zu Innovationsstau führen könnte und dergleichen mehr. Aber wie sehen denn die Pro-Argumente aus wirtschaftlicher Sicht aus?
Mich interessiert das aus der Perspektive nachhaltiger Entwicklung, denn ich kann mir ein "grünes Wachstum" nicht vorstellen, alle Argumente, die ich dafür bisher gelesen habe, konnten mich nicht überzeugen. In einem endlichen System (Erde) kann man eben nicht endlos wachsen, auch nicht digital. Ich hatte mich damit mal im Rahmen einer Hausarbeit beschäftigt (Ansätze von Green Growth und Degrowth in Bezug auf Menschenrechte), deswegen bin ich da gerade so interessiert. ;)

Klar ist, dass eine Postwachstumsgesellschaft und -wirtschaft radikal anders aussehen würde, als unsere jetzige. Aber vielleicht sind die kommenden, herausfordernden Jahrzehnte ja eine Chance, neue Pfade einzuschlagen. In der Geschichte war ja noch nie irgendwas in Stein gemeißelt. ;)

Genau mit diesen Nachhaltigkeitsgedanken sollten sich angehende Betriebswirte der Zukunft idealerweise auseinandersetzen und das schliesst auch volkswirtschaftliche Betrachtungen mit ein, z.B. was sozial, politisch, umweltverträglich ist, welche Lehren man aus den globalen Disparitäten zieht, welche Lebensstandards erstrebenswert sind usw. Teile der Volkswirtschaft sind schon so lange in dem abstrakten Zustand, dass eine Preisbildung im klassischen Sinne überhaupt nicht mehr statt findet. Da kann man keine Smithsche Schablone mehr drüberziehen, weil der Staat massiv regulieren muss und davor hat auch Smith schon gewarnt ("Der Wettbewerber hat es am Liebsten, wenn es keine Wettbewerber gibt.").
Ich kann dir kein Postwachstums-Szenario aufzeigen, da ich damit Neuland betrete. Nach meiner Ansicht ist aber Grün alternativlos und dass sich bei vielen Global Playern die verkrusteten Denkstrukturen in der Ökopolitik so lange aufrecht hielten, finde ich höchst seltsam. Ich persönlich habe den Eindruck, man will die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen aufrecht erhalten, eben genau aus dem Grund weil sie nur in begrenzten Mengen vorhanden sind. In den U.S.A. schlagen sich Unternehmen schon heute um die Trinkwasserreservoirs, weil sie sehen, dass in diesem Land durch das rücksichtslose Wirtschaften Trinkwasser zu einem begrenzten Gut wird. So weit sollte es bei uns gar nicht erst kommen.
Alternativ käme ein Weltkrieg infrage, damit man eine Basis hat, auf der sich wieder Wachstum generieren lässt.
Wie sieht man in den Wirtschaftswissenschaften Postwachstums-Ansätze?

Wozu? Erstens befeuert die technische Innovation das Wirtschaftswachstum, den neuen OLED-Fernseher oder das eBike mit eingebauter Obsoleszenz braucht keiner, da spielt dann "Haben will!" eine große Rolle. Und zweitens gibt es auf diesem Planeten Unmengen Menschen, die gerade mal das nötigste zum Überleben haben, der Markt für Güter aller Art ist gewaltig groß.

Das ist genauso bescheuert wie es klingt.

Naja, dieses "bescheuerte" System hat weiten Teilen der Welt großen Wohlstand beschert. Dass im Geldsystem einiges falsch läuft ist unbestritten, aber das System an sich funktioniert hervorragend.

Noch scheint es so, obwohl diese Motorik in Anbetracht der derzeitigen Situation genug Anlass zur Sorge geben sollte. Wenn über 1/3 der im Jahr produzierten Lebensmittel der BRD weg geworfen werden, ist das nicht nur eine Wertschätzungsfrage, sondern auch eine Frage, wer das subventioniert und warum man die Agrarflächen ohne Not weiter verseucht. Das wird erst dann ein Thema, wenn in Kitas die Kinder an multiresistenten Keimen sterben. Mit der Autoindustrie ist es ganz ähnlich. Die Kapazitäten an Neuwagen-Käufern sind überhaupt nicht gegeben. Wir leben wirklich noch in einer Märchenwelt. Man kann nicht von Konsumkolonien schwärmen, auf die man sein Wirtschaftsterritorium ausweitet, während der Konsument am anderen Ende stirbt bzw. gar nicht erst den Status eines bilateralen Partners erreicht. Ein Konsument ist ja in erster Linie auch Arbeitnehmer.
Was heute sozio-ökonomische Probleme sind, sind morgen globale Flüchtlingskrisen und hier schließt sich nämlich der Kreis zum unternehmerischen Handeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 26.September 2017, 12:29:09
Alternativ käme ein Weltkrieg infrage, damit man eine Basis hat, auf der sich wieder Wachstum generieren lässt.

Oder der Griff nach den Sternen. Wäre mir (innerhalb des Systems betrachtet) lieber. Mir fehlt der Glaube für eine Lösung außerhalb des Systems, vllt. weil es auch schwierig ist innerhalb des Systems außerhalb zu denken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.September 2017, 13:12:24
@Tremonianer: Danke für deine Ausführungen. :) Dem entnehme ich aber, dass zumindest im Studiengang BWL, alternative Wirtschaftskonzepte, die nicht auf Wachstum setzen, nicht wirklich behandelt werden. Das ist bedenklich, andererseits auch Ausdruck unseres Bildungssystems, meiner Meinung nach (ohne da jetzt ein neues Fass aufmachen zu wollen).

Alternativ käme ein Weltkrieg infrage, damit man eine Basis hat, auf der sich wieder Wachstum generieren lässt.

Oder der Griff nach den Sternen. Wäre mir (innerhalb des Systems betrachtet) lieber. Mir fehlt der Glaube für eine Lösung außerhalb des Systems, vllt. weil es auch schwierig ist innerhalb des Systems außerhalb zu denken.
Ich glaube nicht, dass der Griff nach den Sternen in den kommenden 50 Jahren eine ausreichende Entlastung für die Erde bringen wird und ich glaube auch nicht, dass wir noch 50 Jahre so weiter machen können, wie bisher.

Was das Denken innerhalb und außerhalb des Systems anbelangt: Na gut, mache ich das Fass halt doch auf, in der Hoffnung dich richtig verstanden zu haben. Aktuell ist unser Bildungssystem darauf ausgelegt, vergleichend und gezielt Wissen abzufragen. Wer das gefragte Wissen am besten wiedergibt, bekommt eine 1. Außerhalb der vorgegebenen Bahnen zu denken ist nur möglich, wenn der Lehrer das auch zulässt. Oft habe ich das während meiner Schulzeit allerdings nicht erlebt. So bekommt man am Ende eben auch Leute heraus, die innerhalb von Bahnen und Mustern denken, die über Jahre angelegt wurden. Eine der wichtigsten menschlichen Gaben, die Vorstellungskraft, verkümmert da meiner Meinung nach. An dieser Stelle als Disclaimer: Ich möchte damit keinesfalls die Lehrer angreifen, im Gegenteil, ich ziehe meinen Hut vor jedem, der diesen Beruf ausübt. Ich denke nur, man müsste Bildung und den Erwerb von Wissen offener gestalten (sprich mehrere Pfade ermöglichen), um wieder mehr Kreativität zu fördern. Dazu gehört meines Erachtens die Förderung alternativer Bildungskonzepte und die Einführung einer Bildungs- statt einer Schulpflicht, wie es in vielen Ländern der Fall ist. Damit würde den individuellen Bedürfnissen der Kinder mehr Rechnung getragen werden. Aber eigentlich wollte ich gar keine Bildungsdiskussion lostreten, wenngleich das spannend werden dürfte, sondern nur meine allgemeine Beobachtung zur "Systemfrage" teilen. ::) ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 26.September 2017, 13:37:07
Aktuell ist unser Bildungssystem darauf ausgelegt, vergleichend und gezielt Wissen abzufragen. Wer das gefragte Wissen am besten wiedergibt, bekommt eine 1. Außerhalb der vorgegebenen Bahnen zu denken ist nur möglich, wenn der Lehrer das auch zulässt. Oft habe ich das während meiner Schulzeit allerdings nicht erlebt. So bekommt man am Ende eben auch Leute heraus, die innerhalb von Bahnen und Mustern denken, die über Jahre angelegt wurden. Eine der wichtigsten menschlichen Gaben, die Vorstellungskraft, verkümmert da meiner Meinung nach.

Bin da ganz deiner Meinung. Sehe das seit Jahren ebenso. Bin auch der Meinung, dass wir (Deutschland) da nicht mit dem drehen an einigen Stellschrauben etwas bewirken können. Da muss eine ausführliche Reform her, die ganz neue Wege geht. Ähnlich wie dem von dir geforderten Verlassen der üblichen Denkweisen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 26.September 2017, 13:57:52
@Tremonianer: Danke für deine Ausführungen. :) Dem entnehme ich aber, dass zumindest im Studiengang BWL, alternative Wirtschaftskonzepte, die nicht auf Wachstum setzen, nicht wirklich behandelt werden. Das ist bedenklich, andererseits auch Ausdruck unseres Bildungssystems, meiner Meinung nach (ohne da jetzt ein neues Fass aufmachen zu wollen).

Alternativ käme ein Weltkrieg infrage, damit man eine Basis hat, auf der sich wieder Wachstum generieren lässt.

Oder der Griff nach den Sternen. Wäre mir (innerhalb des Systems betrachtet) lieber. Mir fehlt der Glaube für eine Lösung außerhalb des Systems, vllt. weil es auch schwierig ist innerhalb des Systems außerhalb zu denken.
Ich glaube nicht, dass der Griff nach den Sternen in den kommenden 50 Jahren eine ausreichende Entlastung für die Erde bringen wird und ich glaube auch nicht, dass wir noch 50 Jahre so weiter machen können, wie bisher.

Was das Denken innerhalb und außerhalb des Systems anbelangt: Na gut, mache ich das Fass halt doch auf, in der Hoffnung dich richtig verstanden zu haben. Aktuell ist unser Bildungssystem darauf ausgelegt, vergleichend und gezielt Wissen abzufragen. Wer das gefragte Wissen am besten wiedergibt, bekommt eine 1. Außerhalb der vorgegebenen Bahnen zu denken ist nur möglich, wenn der Lehrer das auch zulässt. Oft habe ich das während meiner Schulzeit allerdings nicht erlebt. So bekommt man am Ende eben auch Leute heraus, die innerhalb von Bahnen und Mustern denken, die über Jahre angelegt wurden. Eine der wichtigsten menschlichen Gaben, die Vorstellungskraft, verkümmert da meiner Meinung nach. An dieser Stelle als Disclaimer: Ich möchte damit keinesfalls die Lehrer angreifen, im Gegenteil, ich ziehe meinen Hut vor jedem, der diesen Beruf ausübt. Ich denke nur, man müsste Bildung und den Erwerb von Wissen offener gestalten (sprich mehrere Pfade ermöglichen), um wieder mehr Kreativität zu fördern. Dazu gehört meines Erachtens die Förderung alternativer Bildungskonzepte und die Einführung einer Bildungs- statt einer Schulpflicht, wie es in vielen Ländern der Fall ist. Damit würde den individuellen Bedürfnissen der Kinder mehr Rechnung getragen werden. Aber eigentlich wollte ich gar keine Bildungsdiskussion lostreten, wenngleich das spannend werden dürfte, sondern nur meine allgemeine Beobachtung zur "Systemfrage" teilen. ::) ;D

Nun ja, man muss aber auch berücksichtigen, dass eine Gesellschaft ohne Normen/kleinste, gemeinsame Nenner nicht existieren kann. Insofern bewegt sich auch unser Bildungssystem innerhalb gewisser Normen und in Deutschland; zumindest war es zu meiner Zeit so, ist das Bildungssystem vergleichsweise schon sehr individualfördernd. An den Fakultäten kann man dann ja in breitere Spektren vorstoßen. BWL ist z.B. nicht das gleiche wie Wirtschaftswissenschaft und beschränkt sich größtenteils auf mikroökonomische Betrachtungen. Themen wie Postwachstums (-kapitalismus)-theorie haben ihren Schnittstellenbereich eher in Philosophie bzw. o.g. Wirtschaftswissenschaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.September 2017, 14:28:47
Ich hatte unter Wirtschaftswissenschaften VWL und BWL subsumiert. Sorry, wenn das undeutlich bzw. nicht korrekt ausgedrückt war. ;)

Ja, ein Gesellschaft braucht einen kleinsten gemeinsamen Nenner. In unserem Fall wären das die Werte, die im Grundgesetz festgelegt sind. Eine umfassende Reform der Bildung spricht da ja keinesfalls dagegen.
Ich nehme unser Bildungssystem eben nicht als individualfördernd wahr. In meinen Augen geht es nicht darum, die individuellen Stärken und Interessen der Kinder zu stärken und deren angeborene Neugierde zu unterstützen, sondern darum, vorgegebene Wissensstapel in den Kindern abzuladen, damit am Ende alle möglichst gleich sind. Das hat, meiner Meinung nach, auch viel mit Kontrolle zu tun, um eben eine (an dieser Stelle völlig unnötige) Normierung vornehmen zu können. Sieht auf dem Papier gut aus, ist in der Praxis aber Quatsch.
Ein Beispiel, wie diese Neugierde abgetötet wird: Eine Schulstunde geht 45 Minuten. Wenn sich ein Schüler aber für, sagen wir mal Geschichte begeistert, ihn das interessiert und er gerade voll im Thema ist dann... kommt nach 45 Minuten der Gong, 5 Minuten Pause und Mathe ist dran. Ich finde sowas fatal und antiquiert.
Ich möchte jetzt keinen Roman schreiben, deshalb versuche ich mich kurz zu halten: In meinen Augen müsste man die Schule, so wie sie jetzt ist, ja nichtmal zwingend abschaffen. Man müsste nur mehr Möglichkeiten schaffen, andere Pfade öffnen und alternative Konzepte auch staatlich (mehr) fördern. Das erfordert ein Stück weit Kontrollabgabe vom Staat, die aber an der Stelle notwendig wäre. Warum soll nicht alles möglich sein, vom heutigen "Standardschüler", über den Montessori-Schüler, bis zum Homeschooling oder gar Freilernen? Ich denke, gerade diese Diversifizierung würde der Gesellschaft gut tun und sie zukunftsfähig machen. An Universitäten könnten dann immer noch Eignungstests durchgeführt werden, wenn einer kein Standard-Abitur hat. Man hat ja mittlerweile schon vielerorts begriffen, dass ein Abiturschnitt nichts über die Eignung eines Schülers für bestimmte Studiengänge oder Berufe aussagt. Eine solche Öffnung wäre jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit den beiden mitgehe, finde ich diese Diskussion mit Richard David Precht und Gerald Hüther (https://www.youtube.com/watch?v=yxKuSS_qn28) sehr aufschlussreich, da zumindest viele wichtige Punkte angesprochen werden, über die man mal nachdenken müsste. Wer sich also 45 Minuten Zeit nehmen möchte, dem kann ich das als Einstieg nur empfehlen. :) Schade nur, dass Hüthers 6-Jahre-Prognose sehr wahrscheinlich nicht eintreffen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 14:58:35
Dass "unser" westlicher Wohlstand nur auf Kosten anderer Kontinente möglich ist, halte ich für nicht konsistent faktisch belegbar, "unsere" Volkswirtschaften wachsen ja nur noch recht gering. Zudem haben die letzten Jahrzehnte eindrucksvoll gezeigt, dass sich Staaten auch außerhalb des Westens prächtig entwickeln können, wie früh Japan und später die Tigerstaaten (Südkorea, Taiwan, Hong Kong und Singapur), auch China, Indien, Brasilien und Vietnam haben sich gut entwickelt, sogar in Afrika gibt es positive Entwicklungen, fast der gesamte ehemalige Ostblock hat einen großen Sprung nach vorne getan.

Die Grenzen des Wachstums habe ich damals gelesen, fand das eigentlich auch ganz schlüssig, es hat sich aber trotzdem nicht bewahrheitet. Der Planet Erde hat zwar endliche Rohstoffvorkommen, der menschliche Erfindergeist ist aber riesengroß und findet oft eine Lösung und selbst wenn der Menschheit irgendwann mal der momentan wichtigste Rohstoff, das Rohöl, ausgeht, wird das nicht das Ende des Wachstums bedeuten. Und wenn dann irgendwann mal in ferner Zukunft alle Menschen alles haben können, wird es Wachstum geben, dann wird auf den Mond und die andere Planeten expandiert, ein Ende des Wachstums ist mMn. nicht in Sicht.

Die größten Gefahren für einen großen Rückschritt in der Entwicklung sehe ich im Klimawandel und der Überbevölkerung oder in einem thermonuklearen Winter ausgelöst durch einen Atomkrieg wegen Nordkorea oder dem Iran.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 15:06:27
Man kann nicht von Konsumkolonien schwärmen, auf die man sein Wirtschaftsterritorium ausweitet, während der Konsument am anderen Ende stirbt bzw. gar nicht erst den Status eines bilateralen Partners erreicht. Ein Konsument ist ja in erster Linie auch Arbeitnehmer.
Ein Konsument braucht ein so hohes Einkommen, dass er sich die produzierten Waren auch leisten kann, das hat schon Henry Ford erkannt und seine Leute anständig bezahlt. Was spricht denn gegen eine VW-Fabrik in Afrika für den afrikanischen Markt? Nichts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.September 2017, 16:05:47
Vor deinem Fortschrittsoptimismus kann ich nur den Hut ziehen, Signor Rossi, denn ich teile diesen nicht. :)

Zum Thema:
Dass "unser" westlicher Wohlstand nur auf Kosten anderer Kontinente möglich ist, halte ich für nicht konsistent faktisch belegbar, "unsere" Volkswirtschaften wachsen ja nur noch recht gering. Zudem haben die letzten Jahrzehnte eindrucksvoll gezeigt, dass sich Staaten auch außerhalb des Westens prächtig entwickeln können, wie früh Japan und später die Tigerstaaten (Südkorea, Taiwan, Hong Kong und Singapur), auch China, Indien, Brasilien und Vietnam haben sich gut entwickelt, sogar in Afrika gibt es positive Entwicklungen, fast der gesamte ehemalige Ostblock hat einen großen Sprung nach vorne getan.
Ich interpretiere deine Aussage mal so, dass du nicht verneinst, dass unser jetziger Wohlstand (nicht unwesentlich) auf Kosten anderer Weltregionen geht, sondern, dass du grundsätzlich eine Möglichkeit siehst, das Wachstum und Wohlstand nicht grundsätzlich auf Kosten anderer gehen müssen. Ist das soweit korrekt?
In der Annahme, ich verstehe dich richtig: Das bedürfte eines massiven Umdenkens unserer Wirtschaftsweise. Im Moment ist es doch so, dass Europa (um mal bei uns zu bleiben) beispielsweise den afrikanischen Markt mit Produkten flutet, und das zu preisen, mit denen die lokalen Anbieter nicht konkurrieren können. Umgekehrt erhebt Europa Schutzzölle gegen afrikanische Produkte (Stichwort: einseitige Handelsabkommen) - da ist mit einem Wachstum, das auch der dortigen Bevölkerung zugute kommt, nicht vereinbar.

Die Grenzen des Wachstums habe ich damals gelesen, fand das eigentlich auch ganz schlüssig, es hat sich aber trotzdem nicht bewahrheitet. Der Planet Erde hat zwar endliche Rohstoffvorkommen, der menschliche Erfindergeist ist aber riesengroß und findet oft eine Lösung und selbst wenn der Menschheit irgendwann mal der momentan wichtigste Rohstoff, das Rohöl, ausgeht, wird das nicht das Ende des Wachstums bedeuten. Und wenn dann irgendwann mal in ferner Zukunft alle Menschen alles haben können, wird es Wachstum geben, dann wird auf den Mond und die andere Planeten expandiert, ein Ende des Wachstums ist mMn. nicht in Sicht.
Das Argument bzgl. des Meadows-Berichts läuft doch ins Leere, oder nicht? Die Szenarien, die damals entwickelt wurden, wurden aufgrund der damals möglichen Prognosemodelle, sowie des damals verfügbaren Wissen erstellt. Nur weil diese nicht eingetroffen sind, macht es die Argumentation insgesamt nicht unschlüssig, das heißt nur, dass die Modelle nicht genau genug waren (und vermutlich auch nie sein werden). Man kann eben nicht alles in Nullen und Einsen ausdrücken und erwarten, dass man präzise Vorhersagen erhält.

Der menschliche Erfindergeist mag viele Herausforderungen bewältigen können, aber am Ende bleibt das ein Wettlauf mit der Zeit und damit ein hochriskantes Spiel. Sollten extraterrestrische oder alternative irdische Ressourcen nicht rechtzeitig erschlossen werden können, dann gibt das eine Katastrophe. Daher gebietet es alleine schon die Verantwortung und Vernunft, auf Basis unseres jetzigen Wissens, verantwortungsvoller mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. Daher sollten wir, meiner Meinung nach, unsere Wirtschaft danach ausrichten, die vorhandenen, bekannten Ressourcen noch möglichst lange und nachhaltig nutzen zu können. Eine wachstumsorientierte Wirtschaft wird da früher oder später an ihre Grenzen stoßen. An vielen Stellen pfeift die Biosphäre ja jetzt schon aus dem letzten Loch, es geht da schließlich auch um Umweltfragen, nicht nur um den Klimawandel, auf den leider zu viel reduziert wird.

Es geht ja nicht nur um Ressourcen wie Erdöl, dass man in vielerlei Hinsicht auf absehbare Zeit ersetzen können wird (Energie, Mobilität). Die vielzitierten Seltenen Erden halten auch nicht ewig und noch viel bedrohlicher erscheint mir, die Abnahme der irdischen Phosphorvorkommen, ohne die eine Ernährung von über 7 Milliarden Menschen gar nicht möglich wäre. Da ist auch absehbar, dass es nicht ewig reichen wird. Insofern bin ich bei dir, Überbevölkerung könnte sich zu einem sehr bedrohlichen Szenario entwickeln.

Wobei sich das Problem lösen lassen würde. Nur mal ein paar Zahlen zum Umgang mit Lebensmitteln:
Von den 4 Milliarden Tonnen Lebensmitteln, die weltweit jedes Jahr produziert werden, werden über 1,3 Milliarden Tonnen verschwendet. In den Industriestaaten bestehen ca. 40% der Nahrungsmittelverluste aus genießbaren Lebensmitteln. Weltweit werden über 90% der Sojaernte und mehr als 50% der Getreideernte für Tierfutter genutzt- um ein Kilo Fleisch herzustellen, werden zwischen 3-12kg Lebensmittel verbraucht. Zumindest das Nahrungsmittelproblem ließe sich, fürs Erste, durch eine sinnvollere Verteilung in den Griff bekommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 26.September 2017, 16:11:22
Man kann nicht von Konsumkolonien schwärmen, auf die man sein Wirtschaftsterritorium ausweitet, während der Konsument am anderen Ende stirbt bzw. gar nicht erst den Status eines bilateralen Partners erreicht. Ein Konsument ist ja in erster Linie auch Arbeitnehmer.
Ein Konsument braucht ein so hohes Einkommen, dass er sich die produzierten Waren auch leisten kann, das hat schon Henry Ford erkannt und seine Leute anständig bezahlt. Was spricht denn gegen eine VW-Fabrik in Afrika für den afrikanischen Markt? Nichts.

In erster Linie brauchen die afrikanischen Staaten erst mal entwickelte, stabile Volkswirtschaften und möglichst demokratische  Strukturen, was in Anbetracht der klimatischen Veränderungen ein Wettlauf gegen die Zeit ist. Allein hier ist schon ein Interessenskonflikt mit Exportunternehmen gegeben. Lassen wir mal entwickelte Länder wie bspw. Angola, Nigeria und Südafrika (ist glaube ich schon VW-Standort) außen vor; zieht man heute ein VW Unternehmen in einem afrikanischen Entwicklungsland hoch, produziert es fast ausschließlich für den Export. Als Folge hätte VW in seinen anderen Standorten wiederum Stellenabbau und eine Verschlechterung der Binnenwirtschaft. Ich vertrete auch die Ansicht, dass es mittelfristig noch Wachstum geben kann, allerdings nicht unter marktfundamentalistischen, quantitativen Standpunkten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 26.September 2017, 16:46:14
Dass "unser" westlicher Wohlstand nur auf Kosten anderer Kontinente möglich ist, halte ich für nicht konsistent faktisch belegbar, "unsere" Volkswirtschaften wachsen ja nur noch recht gering. Zudem haben die letzten Jahrzehnte eindrucksvoll gezeigt, dass sich Staaten auch außerhalb des Westens prächtig entwickeln können, wie früh Japan und später die Tigerstaaten (Südkorea, Taiwan, Hong Kong und Singapur), auch China, Indien, Brasilien und Vietnam haben sich gut entwickelt, sogar in Afrika gibt es positive Entwicklungen, fast der gesamte ehemalige Ostblock hat einen großen Sprung nach vorne getan.

Die Ausgangssituation war allerdings auch eine andere. Diese Staaten konnten noch aus ihrer volkswirtschaftlichen Schutzzone heraus ihre eigenen Binnenmärkte und ungesättigte Marktstrukturen erschließen. Heutzutage ist man entweder Teilnehmer im Globalen Handel oder man ist raus.
Speziell Brasilien, China und die U.S.A. sind Paradebeispiele für, wie der Wachstumsgedanke ein Land zersetzen kann; keineswegs positiv, wenn du mich fragst.

Edit: Ich teile im Übrigen Bluesnakes Ansichten insofern, dass wir heute noch das Privileg genießen, aus unserer Komfortzone heraus den Niedergang der westlichen Kultur diskutieren bzw. erforschen zu dürfen. In 20, 30, vielleicht 50 Jahren befürchte ich eine derartige Ohnmacht angesichts des bevorstehenden ökologischen Supergaus, dass nachhaltige Visionen, selbst auferlegte Ideale wie z.B. die Genfer Konvention völlig irrelevant werden. Das wird dann wohl auch der point of no return sein. Die ersten Instinktwähler haben wir ja schon und, was hier als Flüchtlings-"krise" artikuliert wird, war erst ein seichtes Vorbeben zu dem was uns noch bevorsteht. Ich würde mir natürlich wünschen, dass man sich damit arrangiert und einsieht, dass dieser Überfluss, in welchem  wir heute koexistieren, nicht von dauerhaftem Bestand sein kann. Allein der Glaube dazu fehlt mir. Für mich persönlich ist es ärgerlich, dass Politiker immer als Sündenböcke für unsere Habgier herhalten müssen. Dieses Gefühl der Distanziertheit vom politischen Mitbestimmungsprozess ist hausgemacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 26.September 2017, 17:06:26
Grundsätzlich können wir auch ohne Afrika (auf begrenzte Zeit) ein kapitalistisches System fahren. Afrika macht es "nur" leichter.

Afrika, selbst wenn wir uns raushalten, hat ein Problem: Kapitalismus ohne halbwegs stabile Strukturen (und seien sie auch korrupt, aber wenigstens verlässlich) ist nicht machbar.

Die Überbevölkerung...siehe "verlorene Söhne und Weltmacht", das Buch. Sehen wir ja jetzt schon in Afrika und im nahen Osten, wie man das "regelt": Wir Europäer können es uns bei 1,4 Kindern halt einfach nicht "leisten", unsere Nachkommen sinnlos zu "verheizen"...ein unterentwickeltes Land mit hoher Geburtenrate muss Wohlstand generieren (wodurch die Geburtenrate empirisch sinkt) und/oder zu diktatorischen Maßnahmen a la China greifen. Die Alternative ansonsten: Krieg.

Insofern sind agrarische Kapazitäten etc. aufrechterhalten durchaus strategische Fragestellungen. Wir können uns auch als Deutschland nicht bei allem auf das Ausland verlassen, siehe russisches Gas für die warme Stube im Winter.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 26.September 2017, 17:25:33
Ich hatte unter Wirtschaftswissenschaften VWL und BWL subsumiert. Sorry, wenn das undeutlich bzw. nicht korrekt ausgedrückt war. ;)

Ja, ein Gesellschaft braucht einen kleinsten gemeinsamen Nenner. In unserem Fall wären das die Werte, die im Grundgesetz festgelegt sind. Eine umfassende Reform der Bildung spricht da ja keinesfalls dagegen.
Ich nehme unser Bildungssystem eben nicht als individualfördernd wahr. In meinen Augen geht es nicht darum, die individuellen Stärken und Interessen der Kinder zu stärken und deren angeborene Neugierde zu unterstützen, sondern darum, vorgegebene Wissensstapel in den Kindern abzuladen, damit am Ende alle möglichst gleich sind. Das hat, meiner Meinung nach, auch viel mit Kontrolle zu tun, um eben eine (an dieser Stelle völlig unnötige) Normierung vornehmen zu können. Sieht auf dem Papier gut aus, ist in der Praxis aber Quatsch.
Ein Beispiel, wie diese Neugierde abgetötet wird: Eine Schulstunde geht 45 Minuten. Wenn sich ein Schüler aber für, sagen wir mal Geschichte begeistert, ihn das interessiert und er gerade voll im Thema ist dann... kommt nach 45 Minuten der Gong, 5 Minuten Pause und Mathe ist dran. Ich finde sowas fatal und antiquiert.
Ich möchte jetzt keinen Roman schreiben, deshalb versuche ich mich kurz zu halten: In meinen Augen müsste man die Schule, so wie sie jetzt ist, ja nichtmal zwingend abschaffen. Man müsste nur mehr Möglichkeiten schaffen, andere Pfade öffnen und alternative Konzepte auch staatlich (mehr) fördern. Das erfordert ein Stück weit Kontrollabgabe vom Staat, die aber an der Stelle notwendig wäre. Warum soll nicht alles möglich sein, vom heutigen "Standardschüler", über den Montessori-Schüler, bis zum Homeschooling oder gar Freilernen? Ich denke, gerade diese Diversifizierung würde der Gesellschaft gut tun und sie zukunftsfähig machen. An Universitäten könnten dann immer noch Eignungstests durchgeführt werden, wenn einer kein Standard-Abitur hat. Man hat ja mittlerweile schon vielerorts begriffen, dass ein Abiturschnitt nichts über die Eignung eines Schülers für bestimmte Studiengänge oder Berufe aussagt. Eine solche Öffnung wäre jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit den beiden mitgehe, finde ich diese Diskussion mit Richard David Precht und Gerald Hüther (https://www.youtube.com/watch?v=yxKuSS_qn28) sehr aufschlussreich, da zumindest viele wichtige Punkte angesprochen werden, über die man mal nachdenken müsste. Wer sich also 45 Minuten Zeit nehmen möchte, dem kann ich das als Einstieg nur empfehlen. :) Schade nur, dass Hüthers 6-Jahre-Prognose sehr wahrscheinlich nicht eintreffen wird.

Wie gesagt, ich halte unser Bildungssystem für relativ individualfördernd und habe auch nicht den Eindruck, dass die Schulabgänger von heute auf irgendeine Art und Weise dogmatisiert sind. Wovon du sprichst, ist sicherlich als Konzept diskutierbar, im Grunde genommen aber purer Luxus. In erster Linie sollte man m.E. erst mal die schulische Infrastruktur auffrischen, bevor man derartige Überlegungen überhaupt erst in Erwägung zieht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 17:50:38
In der Annahme, ich verstehe dich richtig: Das bedürfte eines massiven Umdenkens unserer Wirtschaftsweise.
Ich sehe die Anpassung nicht massiv, sondern nur punktuell und in Nuancen. Es reicht doch schon, subventionierte Lebensmittel nicht nach Afrika zu exportieren, damit verzichtet man vernünftigerweise auf den letzten Profit und lässt den afrikanischen Bauern Luft zum atmen. Du sprichst auch die Überproduktion von Lebensmitteln an, das ist mir auch ein Gräuel, man sollte dann einfach weniger produzieren, die nicht mehr produzierenden Bauern in der EU werden dann eben für Landschaftspflege bezahlt.

Zitat
Man kann eben nicht alles in Nullen und Einsen ausdrücken und erwarten, dass man präzise Vorhersagen erhält.
Es ist bestimmt dreißig Jahre her, dass ich das gelesen habe, aber die Vorhersagen lagen wimre meilenweit daneben. Ich erlaube mir daher, solche Katastrophenszenarien mit mehr Gelassenheit anzusehen.

Zitat
Seltene Erden ... Phosphor
Wie gesagt, ich bin sicher, dass schlauen Menschen etwas einfallen wird, um diese Engpässe zu umgehen. Und wenn ich mir das hier ansehe, sind diese Metalle nicht so selten und auch im Weltraum zu finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Metalle_der_Seltenen_Erden#Vorkommen Beim Phosphor muss Grundlagenforschung betrieben werden, beim Stickstoffmangel war es ja auch so.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 26.September 2017, 17:54:51
Bezüglich Rohstoffmangel: Ist halt auch eine Frage des Preises, welche Reserven man wann anzapft. Theoretisch brauchen wir auch kein Öl importieren, wir bauen einfach Hydrierwerke und machen den Pott wieder kohleschwarz. Das geht schon, ist halt nur bei aktuellen Ölpreises (noch) Mumpitz.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 26.September 2017, 17:59:04
Irgendetwas mit der AfD um Klicks zu generieren (http://www.der-postillon.com/2017/09/afd-klicks.html?m=1)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.September 2017, 18:04:19
@Signor Rossi: Soweit sind wir ja dann gar nicht auseinander. Ob man das jetzt als massiv, oder als punktuell bezeichnet ist Ansichtssache. Zu den Grenzen des Wachstums: Wie gesagt, ein ungenaues Modell macht ja noch nicht die Grundthese hinfällig. Aber du hast sicher Recht damit, dem mit etwas mehr Gelassenheit zu begegnen. Dennoch bin ich der Meinung, dass man sich eben auch ernsthaft mit Alternativen beschäftigen kann, die nicht auf technologische Innovationen und ein "weiter-so" setzen.

@Tremonianer: Ich spreche ja nicht davon, dass die Schüler in irgendeiner Form dogmatisiert werden, oder das das Ganze bewusst so passiert, um eine Herde Lemminge heran zu züchten. Das was ich geschildert habe ist aber, meiner Meinung nach, systemimmanent. Über Änderungen diesbezüglich nachzudenken halte ich auch nicht für Luxus, sondern für notwendig, schließlich geht es da um die Zukunft. Natürlich brennt es infrastrukturell vielmehr unter den Nägeln, wenn man sich die Zustände in vielen Schulen anschaut, das reduziert ja aber nicht die Relevanz, sich über den Aufbau des Bildungssystems im Allgemeinen Gedanken zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 18:06:55
In erster Linie brauchen die afrikanischen Staaten erst mal entwickelte, stabile Volkswirtschaften und möglichst demokratische  Strukturen...
Das fällt aber nicht vom Himmel, dafür muss man arbeiten und kämpfen, haben die Menschen in Europa ja auch getan, angefangen mit der Reformation. Auch in Asien musste sich das alles hart erarbeitet werden, Südkorea war mal Asiens Armenhaus, heute ist das eine demokratische High Tech-Gesellschaft mit dem elftgrößten BIP weltweit.

Zitat
...was in Anbetracht der klimatischen Veränderungen ein Wettlauf gegen die Zeit ist.
Dann sollten die afrikanischen Staaten schonmal loslaufen, der Klimawandel ist nicht aufzuhalten.

Zitat
Allein hier ist schon ein Interessenskonflikt mit Exportunternehmen gegeben. Lassen wir mal entwickelte Länder wie bspw. Angola, Nigeria und Südafrika (ist glaube ich schon VW-Standort) außen vor; zieht man heute ein VW Unternehmen in einem afrikanischen Entwicklungsland hoch, produziert es fast ausschließlich für den Export.
Die Ausgangsthese war, dass VW in Afrika für Afrika produziert, du drehst die These jetzt einfach um und verneinst sie damit. In Afrika muss industriell produziert werden, damit sich die Afrikaner die Waren auch leisten können, das werden die globalen Konzerne auch irgendwann kapieren und vor Ort fertigen.

Zitat
marktfundamentalistischen, quantitativen Standpunkten.
Marktfundamentalismus ist imA. ein politischer Kampfbegriff. Die soziale Marktwirtschaft ist als Wirtschaftsordnung imho unübertroffen, man muss aber mit Argusaugen darüber wachen, dass sie nicht ausgehöhlt wird, was in den letzten Jahren seit dem Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes leider schon zu stark geschehen ist, Schröder hat da ganz massiv das Beil angesetzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 18:12:09
Diese Staaten konnten noch aus ihrer volkswirtschaftlichen Schutzzone heraus ihre eigenen Binnenmärkte und ungesättigte Marktstrukturen erschließen.
Warum konnten die afrikanischen Staaten das nicht?

Zitat
Speziell Brasilien, China und die U.S.A. sind Paradebeispiele für, wie der Wachstumsgedanke ein Land zersetzen kann; keineswegs positiv, wenn du mich fragst.
Inwiefern sind diese Staaten "zersetzt"?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 18:21:15
Wie gesagt, ein ungenaues Modell macht ja noch nicht die Grundthese hinfällig.
Die Grundthese ist ja auch völlig korrekt, bei endlichen Ressourcen und exponentiellem Wachstum kommt das Ende eher früher als später. Und es ist ja auch nicht falsch, gegenzusteuern, nur bekommt man dann ein moralisches Problem: man wird insbesondere vielen afrikanischen Staaten aber auch Staaten mit großer Bevölkerung wie Bangladesch oder Indonesien Wohlstand für große Bevölkerungsschichten verweigern müssen. Von Geburtenkontrolle oder gar Eugenik ganz zu schweigen.

Zitat
Dennoch bin ich der Meinung, dass man sich eben auch ernsthaft mit Alternativen beschäftigen kann, die nicht auf technologische Innovationen und ein "weiter-so" setzen.
Welche Alternativen wären denn das konkret für Deutschland?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 26.September 2017, 18:24:12
Bitte keine Doppel- bzw. Triple-Postings.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 26.September 2017, 18:46:16
Diese Staaten konnten noch aus ihrer volkswirtschaftlichen Schutzzone heraus ihre eigenen Binnenmärkte und ungesättigte Marktstrukturen erschließen.
Warum konnten die afrikanischen Staaten das nicht?

Zitat
Speziell Brasilien, China und die U.S.A. sind Paradebeispiele für, wie der Wachstumsgedanke ein Land zersetzen kann; keineswegs positiv, wenn du mich fragst.
Inwiefern sind diese Staaten "zersetzt"?

Diese drei Staaten befinden sich inmitten ihres hausgemachten ökologischen Kollaps. Dieser hat zwar kein Alleinstellungsmerkmal für den Zersetzungsprozess; dieser fusst viel mehr auf der rücksichtslosen, meritokratischen Gesellschaftskultur, wirkt allerdings m.E.n. wie ein Brandbeschleuniger für die gesellschaftliche Spaltung, die man heute in Brasilien, Amerika und zu Teilen auch im autoritären China beobachten kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 19:15:33
Diese drei Staaten befinden sich inmitten ihres hausgemachten ökologischen Kollaps.
Wie genau äußert sich dieser hausgemachte ökologische Kollaps in diesen drei Staaten? Und wird nichts dagegen unternommen?

Zitat
...rücksichtslosen, meritokratischen Gesellschaftskultur...
Der Leistungsgedanke herrscht in den USA schon sehr lange, aber erst jetzt soll die Gesellschaft im Zusammenspiel mit einem hausgemachten ökologische Kollaps "zersetzt" werden? Gibt es dazu links, wo man das nachlesen kann?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 26.September 2017, 19:28:48
Diese drei Staaten befinden sich inmitten ihres hausgemachten ökologischen Kollaps.
Wie genau äußert sich dieser hausgemachte ökologische Kollaps in diesen drei Staaten? Und wird nichts dagegen unternommen?

Zitat
...rücksichtslosen, meritokratischen Gesellschaftskultur...
Der Leistungsgedanke herrscht in den USA schon sehr lange, aber erst jetzt soll die Gesellschaft im Zusammenspiel mit einem hausgemachten ökologische Kollaps "zersetzt" werden? Gibt es dazu links, wo man das nachlesen kann?

Ja gerne. Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen sind dir hoffentlich bekannt.

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article119466683/Groesster-Grundwasserspeicher-der-USA-bedroht.html
https://www.welt.de/politik/ausland/article144559090/Daran-koennte-das-maechtige-China-wirklich-scheitern.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/brasilien-steckt-in-der-schwersten-krise-seit-jahrzehnten-14014746.html
https://www.welt.de/vermischtes/article153437478/In-allen-US-Staaten-ist-Wasser-bleiverseucht.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.September 2017, 20:48:38
Ja gerne. Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen sind dir hoffentlich bekannt.

Danke für die links, Kollaps würde ich das aber noch nicht nennen. Trump ist nur ein Intermezzo so wie es auch die AfD sein wird, linksliberale Ideen sind längst durch alle Institutionen durch und lassen sich nicht mehr revidieren. Meiner Meinung nach ist auch die US-Gesellschaft gespalten in "Kosmopolitismus" und "Kommunitarismus", hier zwei ganz interessante Aufsätze zu dem Thema: https://democracy.blog.wzb.eu/2016/02/01/gesellschaftlicher-zusammenhalt-wirtschaft-kultur-und-diskurs-die-spd-in-der-kosmopolitismus-falle/ und https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0ahUKEwivj7GrxMPWAhWEmbQKHVFwDIUQFggrMAA&url=http%3A%2F%2Fwww.springer.com%2Fcda%2Fcontent%2Fdocument%2Fcda_downloaddocument%2F9783658174453-c2.pdf%3FSGWID%3D0-0-45-1605985-p180693673&usg=AFQjCNHp1FBoFpZ56M1572wyIy6AFN10eQ Dazu passt auch, dass Trump sich als Kämpfer gegen das Establishment positionierte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 27.September 2017, 08:30:18
Wie gesagt, ein ungenaues Modell macht ja noch nicht die Grundthese hinfällig.
Die Grundthese ist ja auch völlig korrekt, bei endlichen Ressourcen und exponentiellem Wachstum kommt das Ende eher früher als später. Und es ist ja auch nicht falsch, gegenzusteuern, nur bekommt man dann ein moralisches Problem: man wird insbesondere vielen afrikanischen Staaten aber auch Staaten mit großer Bevölkerung wie Bangladesch oder Indonesien Wohlstand für große Bevölkerungsschichten verweigern müssen. Von Geburtenkontrolle oder gar Eugenik ganz zu schweigen.

Zitat
Dennoch bin ich der Meinung, dass man sich eben auch ernsthaft mit Alternativen beschäftigen kann, die nicht auf technologische Innovationen und ein "weiter-so" setzen.
Welche Alternativen wären denn das konkret für Deutschland?
Nur in aller Kürze, weil ich gerade nicht viel Zeit habe: Wir haben ja schon in anderen Diskussionen festgestellt, dass wir unterschiedliche Denkansätze haben. Du bist z.B. der Meinung, das wir bzw. Deutschland nicht verantwortlich für das Elend in der Welt ist und es nicht unsere Aufgabe sein kann, sich darum zu kümmern - bitte korrigiere mich, wenn ich deine Meinung falsch wiedergebe. Ich bin dagegen der Meinung, dass wir genau das, als reicher Industriestaat in die Hand nehmen können und denke da vielleicht eher im Sinne einer Weltgemeinschaft. Das nur vorweg, warum ich dir keine konkreten Lösungen für Deutschland nennen kann. Ich möchte unsere Denkansätze übrigens keiner Bewertung unterziehen, das sollte nur als kurze Erklärung vorweg dienen.

Ich möchte in der gebotenen Kürze mal Tim Jacksons Modell vorstellen: Er schlägt vor, das Wirtschaftssystem der hochentwickelten Industriestaaten auf ein Postwachstums-System umzustellen, d.h. Null- oder leichtes Negativwachstum. Mit allen Folgen, die, knapp gebündelt, den Übergang von einer materiellen hin zu einer Wertegemeinschaft bedeuten - was nicht bedeutet, dass es uns materiell schlechter geht, als jetzt.
Das Ende des Wachstums in den Industriestaaten wiederum, ermöglichst es Entwicklungsländern "aufzuholen" und das auf eine nachhaltige Art und Weise. Der Raum für umweltverträgliches Wachstum wird sozusagen frei gemacht.

Das ist, wirklich sehr knapp zusammengefasst, ein Modell der Postwachstumsökonomie - ausführlicher eben nachzulesen bei Jackson. Das mag erstmal utopisch erscheinen, ist es aber meines Erachtens nur, weil niemand darüber redet und es in den Köpfen der Leute keine Rolle spielt und damit abwegig wird.

Ich denke, wir können uns aber zumindest auf eines einigen: Wirtschaftliches Wachstum sollte wieder eingehegt werden in eine Ordnung der sozialen Marktwirtschaft, die sozial- und umweltverträglich ist. Gerade bei letzterem sehe ich aber eben, wie zuvor ausgeführt, langfristig ein Problem, was dann auch direkte Auswirkungen auf den sozialen Part haben dürfte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 27.September 2017, 08:51:22
Ich denke, wir können uns aber zumindest auf eines einigen: Wirtschaftliches Wachstum sollte wieder eingehegt werden in eine Ordnung der sozialen Marktwirtschaft, die sozial- und umweltverträglich ist.

+1

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.September 2017, 10:38:21
Du bist z.B. der Meinung, das wir bzw. Deutschland nicht verantwortlich für das Elend in der Welt ist und es nicht unsere Aufgabe sein kann, sich darum zu kümmern - bitte korrigiere mich, wenn ich deine Meinung falsch wiedergebe.
Ja, das möchte ich korrigieren. Deutschland sollte selbstverständlich schwachen Nationen dabei helfen, dass es ihnen besser geht, das steht völlig außer Frage. Ich sehe allerdings keinen Sinn darin, das bis zur Selbstaufgabe zu tun oder die eigene Wettbewerbsfähigkeit künstlich einzuschränken und nichts damit zu erreichen. Rupert Neudeck hat zur Entwicklungshilfe etwas Interessantes verfasst: https://www.brandeins.de/wissen/das-buch-der-fragen/das-versagen-der-helfer/ Wir müssen Unternehmer nach Afrika schicken, keine Entwicklungshelfer.

Zitat
Ich möchte in der gebotenen Kürze mal Tim Jacksons Modell vorstellen: Er schlägt vor, das Wirtschaftssystem der hochentwickelten Industriestaaten auf ein Postwachstums-System umzustellen, d.h. Null- oder leichtes Negativwachstum.
Das bedeutet dann mehr Arbeitslosigkeit, das bedingt höhere Sozialausgaben bei gleichzeitig geringeren Einnahmen für die Sozialversicherungen und weniger Steuereinnahmen, die Folge wird eine höhere Neuverschuldung sein. Die Wirtschaftskrise kommt also nicht mehr von außen, sondern wird hausgemacht, sorry, das klingt für mich nicht nach einem schlauen Plan. Es ist auch leicht geschrieben: "das Wirtschaftssystem der hochentwickelten Industriestaaten auf ein Postwachstums-System umstellen". Wie genau soll das funktionieren? Und inwiefern sollten die Unternehmen da mitmachen?

Zitat
Das Ende des Wachstums in den Industriestaaten wiederum, ermöglichst es Entwicklungsländern "aufzuholen" und das auf eine nachhaltige Art und Weise. Der Raum für umweltverträgliches Wachstum wird sozusagen frei gemacht.
Warum sollte Wachstum in den Entwicklungsländern nachhaltiger verlaufen als in den Industriestaaten?

Zitat
Das ist, wirklich sehr knapp zusammengefasst, ein Modell der Postwachstumsökonomie - ausführlicher eben nachzulesen bei Jackson.
Gibt es eine Zusammenfassung online zu lesen?

Zitat
Ich denke, wir können uns aber zumindest auf eines einigen: Wirtschaftliches Wachstum sollte wieder eingehegt werden in eine Ordnung der sozialen Marktwirtschaft, die sozial- und umweltverträglich ist. Gerade bei letzterem sehe ich aber eben, wie zuvor ausgeführt, langfristig ein Problem, was dann auch direkte Auswirkungen auf den sozialen Part haben dürfte.
Können wir ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 27.September 2017, 13:06:31
Okay, dann entschuldige, dass ich deine Meinung falsch wiedergegeben habe. Der Artikel von Rupert Neudeck war übrigens sehr lesenswert, danke für den Link. :)

Ich habe hier mal eine Buchrezension vom Institut für Wachstumsstudien gefunden, die einen groben Überblick über die Inhalte von "Wohlstand ohne Wachstum" bietet: http://www.wachstumsstudien.de/Inhalt/Zeitschrift/Heft6/Buchbesprechung_Wohlstand_ohne_Wachstum.pdf (http://www.wachstumsstudien.de/Inhalt/Zeitschrift/Heft6/Buchbesprechung_Wohlstand_ohne_Wachstum.pdf)
Ich muss allerdings dazu anmerken, dass Jackson mir in einigen Punkten zu vage geblieben ist, wobei er auch darauf hinweist, dass zum Thema noch nicht sehr viel Literatur erschienen ist, die Konkreteres liefern könnte (das war allerdings 2009 bzw. 2011, wie es jetzt aussieht, weiß ich nicht). Zugegeben, ich müsste mir das Buch auch mal wieder zur Hand nehmen, um da einiges nachzulesen... ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 28.September 2017, 01:35:19
Okay, dann entschuldige, dass ich deine Meinung falsch wiedergegeben habe. Der Artikel von Rupert Neudeck war übrigens sehr lesenswert, danke für den Link. :)

Ich habe hier mal eine Buchrezension vom Institut für Wachstumsstudien gefunden, die einen groben Überblick über die Inhalte von "Wohlstand ohne Wachstum" bietet: http://www.wachstumsstudien.de/Inhalt/Zeitschrift/Heft6/Buchbesprechung_Wohlstand_ohne_Wachstum.pdf (http://www.wachstumsstudien.de/Inhalt/Zeitschrift/Heft6/Buchbesprechung_Wohlstand_ohne_Wachstum.pdf)
Ich muss allerdings dazu anmerken, dass Jackson mir in einigen Punkten zu vage geblieben ist, wobei er auch darauf hinweist, dass zum Thema noch nicht sehr viel Literatur erschienen ist, die Konkreteres liefern könnte (das war allerdings 2009 bzw. 2011, wie es jetzt aussieht, weiß ich nicht). Zugegeben, ich müsste mir das Buch auch mal wieder zur Hand nehmen, um da einiges nachzulesen... ::)

Ich bin durchaus offen für Visionen. Problematisch am Nullwachstum ist meiner Ansicht nach das Individuum. Der Mensch braucht i.d.R. einen Status, mit dem er sich an der Gesellschaft messen kann. Was stünde eigentlich einer radikalen Umkanalisierung der Wirtschaftskraft auf Nachhaltigkeit unter dem Aspekt geopolitischer Reformbereitschaft im Wege? Vielleicht übersehe ich etwas.
Mit dem Blick nach Südkorea (hier gleichermaßen kritisch) oder Freiburg gewandt, sind das eigentlich großartige Chancen, die man nur beim Schopf packen muss.

https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_City
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 28.September 2017, 08:45:23
Ich bin durchaus offen für Visionen. Problematisch am Nullwachstum ist meiner Ansicht nach das Individuum. Der Mensch braucht i.d.R. einen Status, mit dem er sich an der Gesellschaft messen kann.
Dem würde ich widersprechen. Wir sind kulturell so geprägt, weil wir in einer Zeit aufgewachsen sind, in der Statussymbole zum definieren des sozialen Status' benötigt werden. Gerade diese sind ja aber irgendwo auch Ausdruck unserer Konsumgesellschaft, nach dem Motto "seht her, was ich mir leisten kann". Sozialer Status lässt sich aber doch auch umdeuten - z.B. wie bringe ich mich in der Gesellschaft ein, wie bewege ich mich innerhalb meines sozialen Umfelds, wie sieht es mit Familie aus, welche Leistungen habe ich erbracht usw.? Mit dem Bedeutungsverlust des Statussymbols würde zwar ein Umdenken (notwendigerweise, als Voraussetzung) stattfinden müssen, aber das Individuum würde dabei nicht aufgelöst. Sowas kann natürlich nur in einem gesellschaftlichen Dialog und Prozess erfolgen und nicht "von oben" bestimmt werden.
Kurzer historischer Exkurs: Für die alten Griechen spielte das Individuum nur eine sehr untergeordnete Rolle (ich bin mir gerade nicht sicher, ob die einen Begriff dafür hatten). Es gab zwar soziale Hierarchien, aber im Vordergrund stand die Gesellschaft der Polis als Ganzes. Daran sieht man doch, dass unsere Mindsets kulturell geprägt sind und keinesfalls im menschlichen Wesen von vornherein angelegt. Ich bin sicher mit etwas intensiverer Beschäftigung würde man noch mehr Beispiele anderer Verhältnisse von Individuum und Gesellschaft finden (und möglicherweise auch auf solche kommen, in denen der soziale Status nahezu unbedeutend ist).

Was stünde eigentlich einer radikalen Umkanalisierung der Wirtschaftskraft auf Nachhaltigkeit unter dem Aspekt geopolitischer Reformbereitschaft im Wege? Vielleicht übersehe ich etwas.
Ich denke nicht, dass du das tust. Es stellt sich vielmehr die Frage nach dem Wie, also welches wirtschaftliche Konzept soll gewählt werden? Ich könnte jetzt natürlich als Widersacher einer nachhaltigen Wirtschaftsweise die bösen Großkonzerne anführen, deren einziges Ziel es ist, so lange wie möglich, so viel Geld wie möglich zu verdienen und dabei sehenden Auges in die Katastrophe zu rennen. An der Bankenkrise hat man ja gesehen, dass es solche rücksichtslosen Zocker gibt. Allerdings glaube ich, dass man selbst in den Führungsebenen der großen Konzerne früher oder später einsehen wird, dass nachhaltiges wirtschaften das oberste Gebot sein muss, will man weiterhin Geld verdienen können. Die Frage ist nur wann und wie intensiv dann die Bestrebungen sein werden, nachhaltig zu handeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.September 2017, 09:31:46
Ich habe hier mal eine Buchrezension vom Institut für Wachstumsstudien gefunden, die einen groben Überblick über die Inhalte von "Wohlstand ohne Wachstum" bietet: http://www.wachstumsstudien.de/Inhalt/Zeitschrift/Heft6/Buchbesprechung_Wohlstand_ohne_Wachstum.pdf (http://www.wachstumsstudien.de/Inhalt/Zeitschrift/Heft6/Buchbesprechung_Wohlstand_ohne_Wachstum.pdf)

Danke für den Link. Mal sehen, ob ich das Buch irgendwo leihen kann.

Mit dem Bedeutungsverlust des Statussymbols würde zwar ein Umdenken (notwendigerweise, als Voraussetzung) stattfinden müssen, aber das Individuum würde dabei nicht aufgelöst.

Ich glaube nicht, dass so viele Menschen einzig nach einem Statussymbol streben, der dicke Benz hat ja auch noch andere Vorteile, eine Rolex ist robust und hält gut und gerne 30 Jahre, auch das neueste iphone bringt seine Vorteile mit, im ollen C-Netz will auch keiner mehr telefonieren, gerade im Technikbereich ist der Fortschritt und die Innovation rasant. Sicher könnten wir uns in den reichen Ländern bei den Konsumgütern ziemlich stark einschränken, ohne viel an Lebensqualität zu verlieren, aber das ginge nunmal auch auf Kosten von Arbeitsplätzen, besonders in China, die ja gerade dabei sind, eine breite Mittelschicht zu entwickeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 28.September 2017, 11:14:16
Ich muss sagen, dass sich mein Blick auf "Statussymbole" über die Jahre sehr gewandelt hat.
Zum einen hat es was mit der Verfügbarkeit bzw. nicht-mehr-Verfügbarkeit nahezu grenzenloser finanzieller Mittel zu tun, zum anderen aber auch mit dem "erwachsen/älter" werden.
Ein geiles Auto musste es eigentlich immer sein. Jetzt hab ich seit ein paar Jahren gar keins mehr und muss sagen, dass ich mein nächstes Auto irgendwann nach praktischen Maßstäben und Einsatzgebiet wählen werde.
Auch bei anderen Dingen, sei es Handy oder sonstige Geräte. Nachdem ich zu dem Schluß kam, dass irgendwas extrem toll und der Hammer ist kaufe ich es nciht einfach, wie ich das früher gemacht hab sondern stelle mir erstmal die Frage, ob ich das überhaupt brauche. Ich hab so viel Kram, der einfach nur rumsteht und keinen Zweck erfüllt angehäuft über die Jahre... Und als Statussymbol sehe ich mittlerweile eigentlich gar nix mehr davon. Dinge sind entweder nützlich oder unbrauchbar.
Früher wollte ich immer ein riesiges palastartiges Haus. Heute frage ich mich eher wieso. Es reicht doch wenn es genug Wohnraum für mich und (irgendwann mal) meine Familie bietet. Alles andere ist verschwendeter Platz und mehr zu putzen.
Handy? Ich hab ein Handy, was nen Preis von fast 800 € damals hatte. Ich telefoniere, benutze Whatsapp und schau ab und zu was bei Google nach. Eins für 150 hätte es auch getan. Der Gedanke "du kannst damit PS2-Spiele spielen" war der Hammer damals. Wie oft hab ich das wohl gemacht? Genau, nie.
Kleidung? Es musste immer allerbeste Markenware sein. Mittlerweile achte ich auf Preis/Leistung. Gute Qualität für möglichst wenig Geld.
Klar, je nach Beruf und mit welchen Menschen man geschäftlich zu tun hat sollte das Auto was hermachen, da ist es dann ein Statussymbol, aber es erfüllt auch einen Zweck damit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 28.September 2017, 13:00:24
[...]und muss sagen, dass ich mein nächstes Auto irgendwann nach praktischen Maßstäben und Einsatzgebiet wählen werde.

Wenn es doch nur mehr von deiner Sorte geben würde. :D

Ich erkenne mich aber auch in all den anderen Punkten wieder. Nur mit dem Unterschied, dass ich immer so drauf war.
Einzig als 10jähriger fragte ich mich, warum die Leute immer so alte Autos fahren und ich werde das nie. Mein erstes Auto war dann ein VW Polo 2 mit 44 PS. Ein Auto, das 80% allen Bürgern mehr als reichen würde.
Ich würde es wohl auch heute noch fahren, wenn ich nicht meinen Hund gekauft hätte, den ich "sicher" transportieren wollte und für eine Transportbox nicht genügend Platz war. :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 28.September 2017, 13:20:55
Würde mir jetzt jemand ne Pistole auf die Brust setzen und sagen "kauf ein Auto oder du bist tot, ich geb dir aber auch 10000 €" würde es ein gebrauchter Smart werden. :D
Kann mir in der Stadt kein nützlicheres Auto vorstellen... 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 28.September 2017, 13:26:53
Wohl ein Stück weit auch Alterungsfrage. "Früher" war mal ein Schulkamerad richtig "cool", weil er einen DVD-Brenner für 500 Mark gekauft hat....in der Retrospektive sagt selbst er lachend bei nem Bier, für was für nen Mist man Geld ausgegeben hat.

Auto ist ja dasselbe Spielchen, nur drei Stufen teurer.

Mein nächstes Auto wird ein Stinkediesel, wegen depressiver Preise.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.September 2017, 15:10:59
Ich fahre seit Jahren immer einen gebrauchten Kleinwagen (Benziner) vom Händler. Die Dinger brauchen wenig Sprit wegen wenig Gewicht, haben alles, was ich brauche (das Statussymbol Auto interessiert mich nicht, da gehe ich lieber mal schick essen) und ich komme in der Stadt gut zurecht. Einen Neuwagen brauche ich nicht, der Wertverlust ist mir zu hoch.
Ich kann aber auch Leute verstehen, die ein größeres Auto brauchen, weil sie sehr viel fahren, die großen Karren sind einfach sicherer und man auf der BAB auch mal ordentlich Gas geben und schneller am Ziel sein kann, wenn denn mal freie Fahrt ist. Nicht verstehen kann ich irgendwelche Muttis, die ein 200 PS SUV "brauchen", um die lieben Kleinen in den Kindergarten zu kutschieren und doch nur rumzockeln oder den Rentner, der mit seinem fetten 7er BMW gleich zwei Fahrspuren und drei Parkplätze braucht, weil er nicht mehr fahren kann.
Ich freue mich jedenfalls schon auf mein erstes eAuto, ich durfte mal kurz einen Tesla Roadster fahren, das war schon ein ganz anderes Farhgefühl. Klar, ein elektrischer Kleinwagen wird sicher wieder anders fahren, aber vllt. kauf ich mir dann ein sportliches Modell :laugh: Gebraucht, natürlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 28.September 2017, 18:04:42
Ja, wenn es finanziell und örtlich passt wird es bei mir auch ne eKarre geben...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 29.September 2017, 15:39:06
Na gut, das mit den Statussymbolen war vielleicht etwas hart formuliert. Ich würde es vielleicht anders ausdrücken: Einerseits gibt es sicherlich Personenkreise/Soziale Milieus in denen Statussymbole eine hohe Bedeutung besitzen (ich denke mal, wenn ein Top-Bänker mit einem alten Twingo ankommt, wird er ausgelacht ;D). Andererseits werden viele Dinge gekauft, die weder nötig sind, noch einen sonstigen Mehrwert besitzen, dafür aber z.B. eine hohe Umweltbelastung erzeugen. Wenn wir schon bei Autos sind: SUVs schlucken eine Menge Sprit und das Platzangebot würde man in sparsameren Autos auch bekommen.

Zur "Autozukunft": Ich bin mal gespannt, wie sich der Individualverkehr in den kommen Jahrzehnten entwickeln wird, ob es dann überhaupt noch private Autos gibt, oder ob man halt in autonome Taxen steigt, die jederzeit verfügbar sind (das Szenario wurde ja durchaus schon entwickelt). Außerdem bin ich gespannt, ob sich dauerhaft nicht doch beispielsweise die Brennstoffzelle durchsetzen wird. Gibt ja einige interessante Gedankenspiele die man anstellen kann.

Dazu mal ein bisschen kontrafaktische Geschichte: Was wäre z.B., wenn sich das E-Auto durchgesetzt hätte, als die Autoentwicklung noch in den Kinderschuhen steckte? Die Autos gab es ja, ein anderer Entwicklungspfad wäre durchaus möglich gewesen. Wie würde der Verkehr heute aussehen? Spannende Frage...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 29.September 2017, 22:11:08
Ich weiß nicht, ob es schon gepostet wurde, aber hier sind die Ergebnisse der Kleinparteien (< 1,1%):
https://www.facebook.com/jungundnaiv/photos/a.639951416016810.1073741828.573823342629618/1914182745260331/?type=3&theater

Die PARTEI hat fast eine halbe Million Stimmen bekommen.

Bezeichnend auch, dass die "Partei der Vernunft" abgeschlagen letzter ist  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 29.September 2017, 22:14:24
Kommt halt auch drauf an, wie man Vernunft definiert :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 29.September 2017, 22:17:54
Kommt halt auch drauf an, wie man Vernunft definiert :D
Und wo man zur Wahl antritt ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 30.September 2017, 01:56:06
MLPD bundesweit keine 30.000 Stimmen. Wo kommt bei denen das Geld her um einfach mal jede Stadt mit Plakaten zuzupflastern? Die Piraten können sich eigentlich auch wieder auflösen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 30.September 2017, 02:31:50
Die MLPD finanziert sich aus Großspenden von zu Geld gekommenen Altkommunisten bzw. von Stalinisten, die geerbt haben, aber das Konzept des Erbens ablehnen und das Geld dann komplett der Partei überweisen. Der Spiegel  (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mlpd-die-grossspender-der-kommunisten-a-1069871.html)hat da schon vor zwei Jahren (und 2011 auch schon mal) nachgeforscht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 30.September 2017, 08:20:49
Interessant, danke!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tery Whenett am 30.September 2017, 09:51:10
Die MLPD finanziert sich aus Großspenden von zu Geld gekommenen Altkommunisten bzw. von Stalinisten, die geerbt haben, aber das Konzept des Erbens ablehnen und das Geld dann komplett der Partei überweisen. Der Spiegel  (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mlpd-die-grossspender-der-kommunisten-a-1069871.html)hat da schon vor zwei Jahren (und 2011 auch schon mal) nachgeforscht.

Was es nicht alles gibt :o Danke für die Info!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 30.September 2017, 10:12:40
Ihr müsst euch mal das Wahlprogramm der MLPD durchlesen. Das ist beste Comedy. Mein Mitbewohner und ich haben und schlapp gelacht. Wir dachten erst, wir seien bei der PARTEI gelandet. :D Sollte die MLPD das jedoch alles ernst meinen, dann spreche ich denen klar den Verstand ab.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: idioteque3 am 30.September 2017, 12:14:16
Allein der Wikipedia-Artikel hält schon einige Schmankerl bereit. Die MLPD glaubt, dass die Sovietunion bis zum Ende Stalins toll gewesen sei und danach die reine Lehre durch eine neue Bürokratenklasse zerstört worden sei. Außerdem ist sie vom Innenministerium NRW und diversen Politikwissenschaftlern als politische Sekte eingestuft worden. Sehr seltsamer Verein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cubano am 30.September 2017, 19:46:25
War im Rahmen meines Studiums mal auf nem Parteitag der MLPD. War wirklich wie Standup-Comedy.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 02.Oktober 2017, 08:51:08
Jetzt sperren sich die anderen Parteien im Bundestag, den AfD-Kandidaten Glaser zum Bundestagsvizepräsidenten zu wählen (was traditionell jeder Partei zusteht). Die Parteien wollen wohl nicht begreifen, dass die AfD doch genau solche Situationen haben möchte: Jetzt kann man sich wieder in der Opferrolle wälzen. Wenn die Parteien so weitermachen, wird die AfD nicht schwächer, sondern stärker.
Und ja, ich weiß, dass Glaser wegen islamkritischer Äußerungen abgelehnt wird. Jedoch bin ich mir sicher, dass sie bei jedem AfD-Kandidaten irgendwelche Gründe anführen würden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 02.Oktober 2017, 09:05:23
Ich verstehs auch nicht. Das ist DIE Chance, sich den Kollegen um Kopf und Kragen reden zu lassen. Die Menschen sollen schließlich mitkriegen, wen sie da gewählt haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 03.Oktober 2017, 19:50:02
Jetzt sperren sich die anderen Parteien im Bundestag, den AfD-Kandidaten Glaser zum Bundestagsvizepräsidenten zu wählen (was traditionell jeder Partei zusteht). Die Parteien wollen wohl nicht begreifen, dass die AfD doch genau solche Situationen haben möchte: Jetzt kann man sich wieder in der Opferrolle wälzen. Wenn die Parteien so weitermachen, wird die AfD nicht schwächer, sondern stärker.
Und ja, ich weiß, dass Glaser wegen islamkritischer Äußerungen abgelehnt wird. Jedoch bin ich mir sicher, dass sie bei jedem AfD-Kandidaten irgendwelche Gründe anführen würden.
Die AfD schlägt Glaser vor um zu provozieren und die anderen Parteien gehen voll drauf ein - aber will man so jemanden wirklich zum Bundestagvizepräsidenten wählen? Man wird den während der gesamten Legislatur nicht mehr los wenn er einmal im Amt ist.

Die Grünen stellten 3 Legislaturperioden lang überaupt keinen Vizepräsidenten, ebenso wurde der Kandidat der Linken Lothar Bisky wegen seiner Stasi-Verstrickung in 4 Wahlgängen abgelehnt und so schlug die Linke letzten Endes Petra Pau vor, die vom Bundestag auch angenommen wurde.

Es wird sich sicher ein Abgeordneter der AfD finden, den der Bundestag annimmt, aber eines der höchsten Ämter im Staat, dem die Sitzungsleitung obliegt und der somit während Plenarsitzungen durchaus eine wichtige Rolle hat, durch einen ungeeigneten Kandidaten besetzen zu lassen nur um der AfD kein Stöckchen hinzuhalten halte ich schlicht für falsch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 03.Oktober 2017, 19:52:04
Ich verstehs auch nicht. Das ist DIE Chance, sich den Kollegen um Kopf und Kragen reden zu lassen. Die Menschen sollen schließlich mitkriegen, wen sie da gewählt haben.
Um ihn dann 4 Jahre lang an der Backe zu haben? Der Mann leitet Sitzungen im Plenum und entscheidet darüber, auf welche Aussagen oder Aktionen mit Ordnungsrufen oder sonstigen Sanktionen reagiert wird - meines erachtens nach ein schlechter Platz um die AfD zu entzaubern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 03.Oktober 2017, 21:06:45
Ich verstehs auch nicht. Das ist DIE Chance, sich den Kollegen um Kopf und Kragen reden zu lassen. Die Menschen sollen schließlich mitkriegen, wen sie da gewählt haben.
Um ihn dann 4 Jahre lang an der Backe zu haben? Der Mann leitet Sitzungen im Plenum und entscheidet darüber, auf welche Aussagen oder Aktionen mit Ordnungsrufen oder sonstigen Sanktionen reagiert wird - meines erachtens nach ein schlechter Platz um die AfD zu entzaubern.

Ja.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 03.Oktober 2017, 21:56:26
Ein Politiker der AfD als Bundestagsvizepräsident ist garnicht so unproblematisch wie ihr denkt, da er der Rangfolge nach der drittmächtigste Mensch im Land wäre.
Ganz oben steht Steinmeier als Bundespräsident und direkt dahinter der Bundestagspräsident und sein Vize, welche der Rangfolge nach auch Vertretter des Bundespräsidenten sind, sollte diesem etwas zustoßen oder sollte er verhindert sein.
Erst danach kommen der Bundesratspräsident, der/die Bundeskanzler/in und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts.
Offiziell festgeschrieben ist diese Rangfolge in Deutschland nicht aber es ist die allgemein anerkannte Rangfolge und nicht nur wenn dem Bundespräsidenten oder Bundestagspräsidenten etwas passiert wäre die AfD am Drücker. Es kommt nicht gerade selten vor das der Bundestagsvize Aufgaben für den Bundestagspräsidenten übernimmt und da will man dann echt niemanden sitzen haben der oder dessen Partei dafür bekannt ist zu blockieren und jede Möglichkeit zum Streit zu nutzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 03.Oktober 2017, 22:06:11
Ein Politiker der AfD als Bundestagsvizepräsident ist garnicht so unproblematisch wie ihr denkt, da er der Rangfolge nach der drittmächtigste Mensch im Land wäre.
Ganz oben steht Steinmeier als Bundespräsident und direkt dahinter der Bundestagspräsident und sein Vize, welche der Rangfolge nach auch Vertretter des Bundespräsidenten sind, sollte diesem etwas zustoßen oder sollte er verhindert sein.
Erst danach kommen der Bundesratspräsident, der/die Bundeskanzler/in und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts.
Offiziell festgeschrieben ist diese Rangfolge in Deutschland nicht aber es ist die allgemein anerkannte Rangfolge und nicht nur wenn dem Bundespräsidenten oder Bundestagspräsidenten etwas passiert wäre die AfD am Drücker. Es kommt nicht gerade selten vor das der Bundestagsvize Aufgaben für den Bundestagspräsidenten übernimmt und da will man dann echt niemanden sitzen haben der oder dessen Partei dafür bekannt ist zu blockieren und jede Möglichkeit zum Streit zu nutzen.

Es geht nicht darum, ob er unproblematisch ist oder nicht. Es geht darum, dass die AfD demokratisch zur drittstärksten Partei in Deutschland gewählt wurde. In einer Demokratie ist dies zu respektieren, fertig. Da gibts gar nichts zu diskutieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 03.Oktober 2017, 23:09:06
Ein Politiker der AfD als Bundestagsvizepräsident ist garnicht so unproblematisch wie ihr denkt, da er der Rangfolge nach der drittmächtigste Mensch im Land wäre.
Ganz oben steht Steinmeier als Bundespräsident und direkt dahinter der Bundestagspräsident und sein Vize, welche der Rangfolge nach auch Vertretter des Bundespräsidenten sind, sollte diesem etwas zustoßen oder sollte er verhindert sein.
Erst danach kommen der Bundesratspräsident, der/die Bundeskanzler/in und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts.
Offiziell festgeschrieben ist diese Rangfolge in Deutschland nicht aber es ist die allgemein anerkannte Rangfolge und nicht nur wenn dem Bundespräsidenten oder Bundestagspräsidenten etwas passiert wäre die AfD am Drücker. Es kommt nicht gerade selten vor das der Bundestagsvize Aufgaben für den Bundestagspräsidenten übernimmt und da will man dann echt niemanden sitzen haben der oder dessen Partei dafür bekannt ist zu blockieren und jede Möglichkeit zum Streit zu nutzen.

Es geht nicht darum, ob er unproblematisch ist oder nicht. Es geht darum, dass die AfD demokratisch zur drittstärksten Partei in Deutschland gewählt wurde. In einer Demokratie ist dies zu respektieren, fertig. Da gibts gar nichts zu diskutieren.

So ist es. Die ganzen islamfeindlichen Äußerungen sind (leider) nicht strafrechtlich verurteilt worden, damit haben sich die Leute von der AfD rechtlich größtenteils nichts zu schulden kommen lassen. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Auch wenn ich diese Aussagen des Herrn Glaser oder anderer (AfD-)Politiker nicht teile, sollte man zwischen Moral und Fakt unterscheiden.
Es reichte ja schon, dass der Bundestag die gängige Praxis des Alterspräsidenten noch in alter Zusammensetzung dazu änderte, dass es nun der dienstälteste Parlamentarier und nicht der lebensälteste macht. Ich finde die neue Regelung schon sinnvoller (und frage mich, warum man das nicht von Beginn so gemacht hat), aber das ist auch nur geschehen, damit keiner von der AfD den Bundestag eröffnet und dieses symbolische Amt bekleiden darf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 03.Oktober 2017, 23:31:58
Und genauso muss die AFD akzeptieren, wenn in einer Demokratie ihr Vorschlag abgelehnt wird und man stattdessen einen akzeptablere Person vorschlägt. Darauf zu beharren zeigt einfach nur wieso diese Partei nicht dort hingehört.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Oktober 2017, 08:42:48
Und genauso muss die AFD akzeptieren, wenn in einer Demokratie ihr Vorschlag abgelehnt wird und man stattdessen einen akzeptablere Person vorschlägt. Darauf zu beharren zeigt einfach nur wieso diese Partei nicht dort hingehört.

Das stimmt, ich muss mich hier etwas korrigieren, da mir nicht bewusst war, dass der Vizepräsident wirklich offiziell gewählt werden muss.
Da die Fraktionen angehalten sind, mehrheitsfähige Kandidaten vorzuschlagen, ist es das gute Recht der anderen, diesen abzulehnen.
Da kann die AfD nichts machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DocSnyder am 04.Oktober 2017, 16:17:57
Und genauso muss die AFD akzeptieren, wenn in einer Demokratie ihr Vorschlag abgelehnt wird und man stattdessen einen akzeptablere Person vorschlägt. Darauf zu beharren zeigt einfach nur wieso diese Partei nicht dort hingehört.

Joah. Siehe Bisky. Vier mal in Serie von der Linken vorgeschlagen und jedes mal abgelehnt. Auch schon im Vorfeld. Ob man das damals auch als Indiz für Demokratiefeindlichkeit wertete?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 04.Oktober 2017, 18:51:21
Und genauso muss die AFD akzeptieren, wenn in einer Demokratie ihr Vorschlag abgelehnt wird und man stattdessen einen akzeptablere Person vorschlägt. Darauf zu beharren zeigt einfach nur wieso diese Partei nicht dort hingehört.

Joah. Siehe Bisky. Vier mal in Serie von der Linken vorgeschlagen und jedes mal abgelehnt. Auch schon im Vorfeld. Ob man das damals auch als Indiz für Demokratiefeindlichkeit wertete?
Man war sich in Kreisen der Linken sicherlich bewusst, dass die Person Bisky mehr oder wenige reine Provokation darstelle und von den anderen Parteien abgelehnt werden würde. Man hätte Frau Pau auch direkt vorschlagen können - hat sich die Fraktion aber gegen entschieden.

Ein Politiker der AfD als Bundestagsvizepräsident ist garnicht so unproblematisch wie ihr denkt, da er der Rangfolge nach der drittmächtigste Mensch im Land wäre.
Ganz oben steht Steinmeier als Bundespräsident und direkt dahinter der Bundestagspräsident und sein Vize, welche der Rangfolge nach auch Vertretter des Bundespräsidenten sind, sollte diesem etwas zustoßen oder sollte er verhindert sein.
Die Bundestagsvizepräsidenten müssten - der Logik nach - allerdings hinter dem Bundesratspräsidenten kommen, dieser hat schließlich die Funktion des Vize Bundespräsidenten, da dieser über dem Bundestagspräsidenten steht, muss auch der Bundestagsvizepräsident unter dem Bundesratspräsidenten einzuordnen sein.

Gibt es in den Reihen der Bundestagsvizepräsidenten (jede Fraktion dürfte ja wie zuletzt üblich) wenigstens einen stellen, eine interne Rangfolge? Oder sind die Vizes quasi gleichberechtigt?

So ist es. Die ganzen islamfeindlichen Äußerungen sind (leider) nicht strafrechtlich verurteilt worden, damit haben sich die Leute von der AfD rechtlich größtenteils nichts zu schulden kommen lassen. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Auch wenn ich diese Aussagen des Herrn Glaser oder anderer (AfD-)Politiker nicht teile, sollte man zwischen Moral und Fakt unterscheiden.
Es besteht seitens der AfD kein Anspruch darauf, einen Bundestagsvizepräsidenten zu stellen, wenn ein Kandidat durch den Bundestag abgelehnt wird, hat die Fraktion das als legitimen Entschluss zu akzeptieren. Für mich reicht es nicht aus, sich nichts zu schulden kommen lassen haben um für das Amt geeignet zu sein, da gehört ein gewisses Maß an Überparteilichkeit und Diplomatie zu.

Ich finde die neue Regelung schon sinnvoller (und frage mich, warum man das nicht von Beginn so gemacht hat), aber das ist auch nur geschehen, damit keiner von der AfD den Bundestag eröffnet und dieses symbolische Amt bekleiden darf.
Die Praxis sieht seit bestehen des Bundestags so aus, dass der älteste Abgeordnete die Sitzung eröffnet - anders war es bei der ersten Sitzung 1949 schlicht nicht regelbar, kein Abgeordneter war je Teil des Bundestags, es konnte nur das Alter entscheiden. Bei den folgenden Legislaturperioden wird es eine zu große Zahl an Abgeordneten gegeben haben, deren Amtszeit identisch war, sprich es wäre wieder aufs Alter hinausgelaufen als entscheidendes Kriterium.
Inwiefern die Änderung der Geschäftsordnung des Bundestags nun wirklich bindend für die kommende Legislaturperiode ist, sei mal dahingestellt. Man hätte das ganze Handwerklich sauber lösen sollen - Verfassungsänderung beispielsweise - und gut wäre gewesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 05.Oktober 2017, 07:44:47
Den Typ hat man unter Anderem auch wohl deswegen vorgeschickt, weil er abgelehnt werden würde wegen seiner Äußerungen - diese aber gleichzeitig nicht "sooo schlimm" sind, dass es justiziabel wird. So kann man ja auch taktisch gut den Betroffenen spielen und in die Grauzone des "Vertretbaren" gehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 08.Oktober 2017, 01:13:38
Ich bin durchaus offen für Visionen. Problematisch am Nullwachstum ist meiner Ansicht nach das Individuum. Der Mensch braucht i.d.R. einen Status, mit dem er sich an der Gesellschaft messen kann.
Dem würde ich widersprechen. Wir sind kulturell so geprägt, weil wir in einer Zeit aufgewachsen sind, in der Statussymbole zum definieren des sozialen Status' benötigt werden. Gerade diese sind ja aber irgendwo auch Ausdruck unserer Konsumgesellschaft, nach dem Motto "seht her, was ich mir leisten kann". Sozialer Status lässt sich aber doch auch umdeuten - z.B. wie bringe ich mich in der Gesellschaft ein, wie bewege ich mich innerhalb meines sozialen Umfelds, wie sieht es mit Familie aus, welche Leistungen habe ich erbracht usw.? Mit dem Bedeutungsverlust des Statussymbols würde zwar ein Umdenken (notwendigerweise, als Voraussetzung) stattfinden müssen, aber das Individuum würde dabei nicht aufgelöst. Sowas kann natürlich nur in einem gesellschaftlichen Dialog und Prozess erfolgen und nicht "von oben" bestimmt werden.

Sorry, Missverständnis: Mir ging es nicht nach den Vorstellungen, unter welchen wir heute Statussymbole definieren, sondern um den Sachverhalt, dass so gut wie jeder Mensch eine natürliche Bestrebung dazu hat, seinen Stellenwert in der Gesellschaft zu verbessern. Wenn ich die Theorien zum Null- bzw. Negativwachstum grob unter einen Deckel bringe, zielen die tendenziell Richtung Planwirtschaft, was in etwa soviel bedeutet dass alle unter Zwang stehen und keiner die Freiheit besitzt, sich mit seinem Know-How zu etablieren. Ich halte das für wesentlich utopischer als einen alternativen Wachstumstrend einzuschlagen.

Zitat
Kurzer historischer Exkurs: Für die alten Griechen spielte das Individuum nur eine sehr untergeordnete Rolle (ich bin mir gerade nicht sicher, ob die einen Begriff dafür hatten). Es gab zwar soziale Hierarchien, aber im Vordergrund stand die Gesellschaft der Polis als Ganzes. Daran sieht man doch, dass unsere Mindsets kulturell geprägt sind und keinesfalls im menschlichen Wesen von vornherein angelegt. Ich bin sicher mit etwas intensiverer Beschäftigung würde man noch mehr Beispiele anderer Verhältnisse von Individuum und Gesellschaft finden (und möglicherweise auch auf solche kommen, in denen der soziale Status nahezu unbedeutend ist).

Na ja, das Gesellschaftsmodell der attischen Demokratie kann man mit den heutigen Definition v. Demokratie kaum vergleichen, da sie gegenüber der breiten Bevölkerung äußerst restriktiv ausgerichtet war. Es handelte sich hierbei vielmehr um eine Scheindemokratie bzw. Feudalherrschaft. Und dass es damals auch Wachstumsbestrebungen gab, ist nicht von der Hand zu weisen. Bis zur Absteckung der Nationalstaatsgrenzen stand für jede halbwegs entwickelte Zivilisation Expansion auf dem Tagesplan; damit einhergehend auch Modernisierungen im Agrarbereich und der Infrastruktur. Nach der heutigen Zeitrechnung schaut die Entwicklung der Sense, die Dreifelderwirtschaft, Brandrodungen, Pferdepflug etc. rückblendend natürlich sehr behäbig aus, aber auch wenn es nicht so sprunghaft von statten ging wie Anfang/Mitte des 19. Jh., nahm die Weltbevölkerung nicht zuletzt dank des technologischen Fortschritts kontinuierlich zu.

Zitat
Was stünde eigentlich einer radikalen Umkanalisierung der Wirtschaftskraft auf Nachhaltigkeit unter dem Aspekt geopolitischer Reformbereitschaft im Wege? Vielleicht übersehe ich etwas.
Ich denke nicht, dass du das tust. Es stellt sich vielmehr die Frage nach dem Wie, also welches wirtschaftliche Konzept soll gewählt werden? Ich könnte jetzt natürlich als Widersacher einer nachhaltigen Wirtschaftsweise die bösen Großkonzerne anführen, deren einziges Ziel es ist, so lange wie möglich, so viel Geld wie möglich zu verdienen und dabei sehenden Auges in die Katastrophe zu rennen. An der Bankenkrise hat man ja gesehen, dass es solche rücksichtslosen Zocker gibt. Allerdings glaube ich, dass man selbst in den Führungsebenen der großen Konzerne früher oder später einsehen wird, dass nachhaltiges wirtschaften das oberste Gebot sein muss, will man weiterhin Geld verdienen können. Die Frage ist nur wann und wie intensiv dann die Bestrebungen sein werden, nachhaltig zu handeln.

Man sollte allerdings nicht außer acht lassen, dass die bösen Konzerne nur repräsentativ für unsere Bedürfnisse stehen. Natürlich wird uns suggeriert, dass wir all den Plastikmüll, Billigflüge, technische Gadgets, Fleisch ohne Ende, nicht zuletzt Automobile etc. brauchen, aber der Großteil der Konsumenten weiß eigentlich, wann er der Umwelt schadet, müsste es jedenfalls wissen.
Wenn sich jemand bspw. statt 'nem teuren Benz 'nen weniger teuren Macintosh zulegt - weil auf dem alten Acer 'ne Taste klemmt - und drei Mal im Jahr auf Phuket die Sau raus lässt, ist das im Prinzip die gleiche pure, umweltschädigende Dekadenz und kaum befriedigend - zumindest nicht nachhaltig.
Was mich persönlich auch stört (ich gehe jetzt ein bisschen ins Detail und werde vermutlich auch etwas ausschweifend), ist dass es keinen zu interessieren scheint, was mit all den Lebensmitteln; insbesondere Frischobst & -Gemüse passiert, wenn bei Kaufland Samstag Abends um zehn das Wochenende eingeleutet wird oder warum beim Autohändler die Stellflächen mehr Ladenhüter zu verzeichnen haben als tatsächlich wechselnde Modelle. Ich bin als in der DDR-Geborener schon ganz glücklich damit, dass nicht mehr alles so rationiert ist, allerdings wenn man so vom Überfluss erschlagen wird, dieser sich weiter und weiter auftürmt, stelle ich mir immer öfter die Frage, ob ich das wirklich noch brauche und inwiefern ich von der Angebotsvielfalt als Individuum Gebrauch mache. Promillebereich ist da bereits viel zu hoch angesetzt. Das war vor knapp 30 Jahren vielleicht mal so. Wenn ich heute in der Heimat in unser "Schnitzelhaus" eingeladen werde; 'nem Restaurant mit 50 verschiedenen Schnitzelsorten, frage ich mich; denken die Gäste über Themen wie Plusenergiehäuser, autonome Kleinstädte, Flüssigsalzreaktoren, Ökobauernhöfe in Verbindung mit Tourismus, Elektroflugzeuge nach und falls ja, was haben die hier überhaupt verloren und was habe ich hier eigentlich verloren?
Ich denke, hier fehlt es in der Gesellschaft an Initialkraft und niemand traut sich, den Wenigen, die sich ausschließlich über ihren Konsum definieren, zu sagen, dass sie es lassen sollen und dass ihre Projektionsfläche durch der damit einhergehenden Vergänglichkeit letztlich immer der Enttäuschung weicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 08.Oktober 2017, 01:16:27
@Fuchs ...um das Doppelposting zu vermeiden; ich bin übrigens ein absoluter Fan von Precht und dessen bzw. Dr. Hübners Ideen zur Reformierung des Schulsystems sind großartig. Inwiefern das dem konservativen Kern unserer Gesellschaft schmackhaft zu machen ist, ob sich dafür überhaupt ein politisches Spektrum findet, ist leider eher zweifelhaft. Du hast höchstwahrscheinlich auch die Aufzeichnung mit der Frau Wagenknecht gesehen.
Ohne Lafontaines Einfluss würde die vermutlich heute noch auf die marxistische Bibel schwören. Also selbst Opposition steckt mental noch im 20. Jh. fest.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 08.Oktober 2017, 19:08:10
Sorry, Missverständnis: Mir ging es nicht nach den Vorstellungen, unter welchen wir heute Statussymbole definieren, sondern um den Sachverhalt, dass so gut wie jeder Mensch eine natürliche Bestrebung dazu hat, seinen Stellenwert in der Gesellschaft zu verbessern. Wenn ich die Theorien zum Null- bzw. Negativwachstum grob unter einen Deckel bringe, zielen die tendenziell Richtung Planwirtschaft, was in etwa soviel bedeutet dass alle unter Zwang stehen und keiner die Freiheit besitzt, sich mit seinem Know-How zu etablieren. Ich halte das für wesentlich utopischer als einen alternativen Wachstumstrend einzuschlagen.
Da beschreibst du ja genau die Umdeutung des sozialen Status, wie ich sie gemeint habe. Bezüglich des Statussymbols bin ich ja einige Posts später auch zurück gerudert. ;)
Postwachstumskonzepte haben sicherlich, in der Regel, planwirtschaftliche Elemente, wenn es eben darum geht, das Wirtschaftswachstum zu bremsen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich an der Stelle überfragt bin, wie genau das im Detail aussehen sollte. Mir ging es dabei aber in erster Linie darum, dass solche Konzepte in der breiten Öffentlichkeit überhaupt nicht diskutiert werden und auch innerhalb der wissenschaftlichen Disziplinen scheinbar kaum Anklang finden. Dementsprechend dünn gesät sind die Erkenntnisse und Konzepte (so war es jedenfalls vor 3-4 Jahren noch). Das finde ich einfach gefährlich, da so mögliche Alternativen einfach außer Acht gelassen werden und man sich in eine unnötige Pfadabhängigkeit begibt.

Na ja, das Gesellschaftsmodell der attischen Demokratie kann man mit den heutigen Definition v. Demokratie kaum vergleichen, da sie gegenüber der breiten Bevölkerung äußerst restriktiv ausgerichtet war. Es handelte sich hierbei vielmehr um eine Scheindemokratie bzw. Feudalherrschaft. Und dass es damals auch Wachstumsbestrebungen gab, ist nicht von der Hand zu weisen. Bis zur Absteckung der Nationalstaatsgrenzen stand für jede halbwegs entwickelte Zivilisation Expansion auf dem Tagesplan; damit einhergehend auch Modernisierungen im Agrarbereich und der Infrastruktur. Nach der heutigen Zeitrechnung schaut die Entwicklung der Sense, die Dreifelderwirtschaft, Brandrodungen, Pferdepflug etc. rückblendend natürlich sehr behäbig aus, aber auch wenn es nicht so sprunghaft von statten ging wie Anfang/Mitte des 19. Jh., nahm die Weltbevölkerung nicht zuletzt dank des technologischen Fortschritts kontinuierlich zu.
Dass die Demokratiebegriffe völlig andere sind und die auch in antiken Gesellschaften Wachstum bzw. Expansion die Regel war möchte ich auch gar nicht bestreiten - habe ich auch nicht behauptet. Mir ging es einzig und allein um den Punkt des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft. Da stand eben im antiken Griechenland die Gesellschaft im Fokus, während es bei uns eben das Individuum ist. Man kann das ja bewerten, wie man mag und ob man das gut findet, darüber lässt sich sicher streiten. Mir ging es einzig und allein darum, dass gesellschaftliche Verhältnisse und Gedankenwelten nicht in Stein gemeißelt sind und wir nicht Angst davor haben sollten, Utopien zu entwickeln, die außerhalb unseres Mindsets liegen.

Man sollte allerdings nicht außer acht lassen, dass die bösen Konzerne nur repräsentativ für unsere Bedürfnisse stehen. Natürlich wird uns suggeriert, dass wir all den Plastikmüll, Billigflüge, technische Gadgets, Fleisch ohne Ende, nicht zuletzt Automobile etc. brauchen, aber der Großteil der Konsumenten weiß eigentlich, wann er der Umwelt schadet, müsste es jedenfalls wissen.
Theoretisch müsste es jeder wissen. Aber a) habe ich nicht den Eindruck, dass es jeder weiß (vllt. schonmal gehört, aber wieder vergessen) und es b) vielen Leuten schlichtweg egal ist bzw. die eigene Verantwortung gut ignoriert werden kann. Letzteres ärgert mich persönlich massiv.

Was mich persönlich auch stört (ich gehe jetzt ein bisschen ins Detail und werde vermutlich auch etwas ausschweifend), ist dass es keinen zu interessieren scheint, was mit all den Lebensmitteln; insbesondere Frischobst & -Gemüse passiert, wenn bei Kaufland Samstag Abends um zehn das Wochenende eingeleutet wird oder warum beim Autohändler die Stellflächen mehr Ladenhüter zu verzeichnen haben als tatsächlich wechselnde Modelle. Ich bin als in der DDR-Geborener schon ganz glücklich damit, dass nicht mehr alles so rationiert ist, allerdings wenn man so vom Überfluss erschlagen wird, dieser sich weiter und weiter auftürmt, stelle ich mir immer öfter die Frage, ob ich das wirklich noch brauche und inwiefern ich von der Angebotsvielfalt als Individuum Gebrauch mache. Promillebereich ist da bereits viel zu hoch angesetzt. Das war vor knapp 30 Jahren vielleicht mal so. Wenn ich heute in der Heimat in unser "Schnitzelhaus" eingeladen werde; 'nem Restaurant mit 50 verschiedenen Schnitzelsorten, frage ich mich; denken die Gäste über Themen wie Plusenergiehäuser, autonome Kleinstädte, Flüssigsalzreaktoren, Ökobauernhöfe in Verbindung mit Tourismus, Elektroflugzeuge nach und falls ja, was haben die hier überhaupt verloren und was habe ich hier eigentlich verloren?
Ich denke, hier fehlt es in der Gesellschaft an Initialkraft und niemand traut sich, den Wenigen, die sich ausschließlich über ihren Konsum definieren, zu sagen, dass sie es lassen sollen und dass ihre Projektionsfläche durch der damit einhergehenden Vergänglichkeit letztlich immer der Enttäuschung weicht.
Was genau meinst du mit Initialkraft? Stehe gerade auf dem Schlauch, glaube ich. ;D Zum Thema Lebensmittelüberfluss: Da gibt es einen tollen Verein. Foodsharing (https://foodsharing.de/) kümmert sich genau um solche Lebensmittel, die noch genießbar sind, aber nicht mehr verkauft werden. Bevor sie in der Tonne landen, werden sie abgeholt und verteilt (nein, es besteht keine Konkurrenz zu den Tafeln). Eine super Sache und mittlerweile der größte Verein in Deutschland, der (mit Ausnahme der Minijob-Geschäftsstelle) komplett ehrenamtlich getragen wird (ich hoffe, die kleine Werbung wird mir verziehen, ansonsten bitte aus dem Post editieren). Das ist schonmal ein Schritt in die richtige Richtung und eine immer breiter werdende Bewegung. Das zeigt doch, dass es zahlreiche Leute gibt, die über unsere Überflussgesellschaft reflektieren und, sozusagen an der Basis, bereit sind etwas zu verändern.

@Fuchs ...um das Doppelposting zu vermeiden; ich bin übrigens ein absoluter Fan von Precht und dessen bzw. Dr. Hübners Ideen zur Reformierung des Schulsystems sind großartig. Inwiefern das dem konservativen Kern unserer Gesellschaft schmackhaft zu machen ist, ob sich dafür überhaupt ein politisches Spektrum findet, ist leider eher zweifelhaft. Du hast höchstwahrscheinlich auch die Aufzeichnung mit der Frau Wagenknecht gesehen.
Ohne Lafontaines Einfluss würde die vermutlich heute noch auf die marxistische Bibel schwören. Also selbst Opposition steckt mental noch im 20. Jh. fest.
Ne, das Wagenknecht-Video habe ich noch nicht gesehen. Mir ist die Frau so unsympathisch, dass ich mich bisher davor gesträubt habe. Als Precht-Fan würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich finde einige seiner Ansätze sehr richtig und würde mir wünschen, dass solche Themen breiter diskutiert werden.
Ich denke schon, dass ich für umfassende Schulreformen eine Mehrheit finden lassen würde, wenn man entsprechend darum werben würde. Man darf nur nicht den Fehler machen, Angst zu schüren und alles zu verteufeln, was bis dato aufgebaut worden ist. Für einen konstruktiven Umgang mit Bildung, der eben (so wie ich es schon geschrieben habe) alternative Pfade öffnet, ohne alte Brücken einzureißen, könnte man die Menschen schon begeistern, würde ich sagen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Oktober 2017, 23:13:27
Das finde ich einfach gefährlich, da so mögliche Alternativen einfach außer Acht gelassen werden und man sich in eine unnötige Pfadabhängigkeit begibt.
Planwirtschaft führt halt zu nichts Gutem und ist mit unserem Verständnis von Staat und Gesellschaft nicht zu vereinbaren, eine freie Wirtschaft lässt sich nicht planen und nur in Maßen steuern. Der Wandel muss vom Verbraucher kommen, der irgendwann mal genug hat. Keine drei Kühlschränke, fünf Fernseher und mindestens zwei Autos "braucht", um ein vernünftiges Leben führen zu können. Ich kenne ein Pärchen, die haben sage und schreibe SIEBEN Staubsauger, in jedem Zimmer - auch im Bad und in der Küche - steht ein Fernseher, drei Autos (ein dicker 7er BMW aus den Endneunzigern, ein SUV für die Frau und ein Cabrio für den Sommer), er fährt zusätzlich noch Motorrad, davon hat er zwei, einen Tourer und eine "Rennmaschine", fünf Kaffeemaschinen, drei Kühlschränke, zwei Gefrierschränke, x Dampfreiniger und y Fritteusen und jede Menge anderen Mist, den sie absolut nicht brauchen. Und die sind nur zu Zweit, keine Großfamilie. Eine plausible Antwort, warum sie den ganzen Plunder kaufen, können sie nicht geben, meist wird das "tolle" Angebot vorgeschoben oder die Null Prozent Finanzierung (beide verdienen nicht schlecht, aber reich sind sie nicht). Genau das ist ja derzeit auch die Politik der EZB: mit billigem Geld den Konsum anheizen. Der Haken an der Sache: die Menschen im Norden der EU haben schon alles doppelt und dreifach, die Menschen im Süden können sich keinen noch so billigen Kredit leisten (wenn sie ihn denn überhaupt bekämen).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.Oktober 2017, 08:31:31
Planwirtschaft führt halt zu nichts Gutem und ist mit unserem Verständnis von Staat und Gesellschaft nicht zu vereinbaren, eine freie Wirtschaft lässt sich nicht planen und nur in Maßen steuern. Der Wandel muss vom Verbraucher kommen, der irgendwann mal genug hat.
Da bin ich ganz bei dir. Ich halte auch nichts davon, die Wirtschaftsordnung z.B. durch Zwang umzustellen. Das kann nur im Chaos enden, zumal sich dafür auch keine Mehrheit finden ließe. Aber gerade deshalb wäre es doch wichtig, eine öffentliche Diskussion darüber zu führen, welche Alternativen es zum aktuellen Modell gibt und wie diese umgesetzt werden könnten, oder nicht? Die Geschichte mit dem befreundeten Paar ist natürlich krass, aber ich vermute mal dass das gar keine so große Ausnahme ist, wie man vielleicht vermuten würde. Wo wir wieder bei dem Punkt sind, inwiefern den Leuten bewusst ist, welche Konsequenzen ihr Konsumverhalten hat, oder ob sie es schlichtweg ignorieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Oktober 2017, 10:34:28
Welche Alternativen gibt es denn? Planwirtschaft und Marktwirtschaft in verschiedenen Ausprägungen. Planwirtschaft ist aber keine wirkliche Alternative, weil es den Menschen dabei materiell zu schlecht geht. Man kann imho nur auf Aufklärung und Mündigkeit des Verbrauchers setzen, aber selbst dann wird es Wachstum geben, weil viele, viele andere Menschen noch viel in Sachen Konsum aufzuholen haben. Da wird dann aber die Frage sein, wie man die Arbeit verteilt, damit die auch ein Einkommen haben, mit dem sie sich Konsum leisten können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 10.Oktober 2017, 10:26:15
Kapitalismus heißt halt immer "Kettenbrief", weil Geld = verzinste Schulden bedeutet. Kommt man nur mit Crashs oder der jüdischen Lösung ("Jubeljahre") dagegen an. Oder um es in Monopolysprache zu sagen: "Neues Spiel, neues Glück".

Sozialismus...auf Großunternehmensebene haben wir den ja (BWL ist ja ein Stück weit "Planwirtschaft auf Unternehmensebene") immer stärker, in Form des guten alten Staatskapitalismus.

So doof fände ich Sozialismus gar nicht, aber da dieser de facto ohne "Zwang" nicht geht...hätte ich lieber jüdische Jubeljahre, um den Kapitalismus zu bändigen. Im Kleinen haben wir das ja schon: Privatinsolvenz ist ja im Prinzip nichts anderes. Ausbuchen der Forderungen unter gewissen Auflagen. Hemmt zwar ein Stück weit die Dynamik (der Kreditgeber ist vorsichtiger bei der Vergabe), stabilisiert aber das System.

Bedingungsloses Grundeinkommen ist zwar nur Symptomlinderei, aber ob man die Leute mit zig Auflagen und Gängeleien "durchfüttert" (Wohngeld, Sozialhilfe, Hartz IV) oder einfach nen Tausender überweist...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Oktober 2017, 13:23:27
Sozialismus...auf Großunternehmensebene haben wir den ja (BWL ist ja ein Stück weit "Planwirtschaft auf Unternehmensebene") immer stärker, in Form des guten alten Staatskapitalismus.

Könntest du das mal ein bisschen näher erläutern, was du damit meinst?

Zitat
Bedingungsloses Grundeinkommen ist zwar nur Symptomlinderei, aber ob man die Leute mit zig Auflagen und Gängeleien "durchfüttert" (Wohngeld, Sozialhilfe, Hartz IV) oder einfach nen Tausender überweist...

Naja, ein BGE stünde jedem Bundesbürger zu, nicht nur den Bedürftigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 10.Oktober 2017, 14:33:54
Naja, ein BGE stünde jedem Bundesbürger zu, nicht nur den Bedürftigen.

Das kommt auf das Modell an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 11.Oktober 2017, 03:28:28
Da beschreibst du ja genau die Umdeutung des sozialen Status, wie ich sie gemeint habe. Bezüglich des Statussymbols bin ich ja einige Posts später auch zurück gerudert. ;)
Postwachstumskonzepte haben sicherlich, in der Regel, planwirtschaftliche Elemente, wenn es eben darum geht, das Wirtschaftswachstum zu bremsen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich an der Stelle überfragt bin, wie genau das im Detail aussehen sollte. Mir ging es dabei aber in erster Linie darum, dass solche Konzepte in der breiten Öffentlichkeit überhaupt nicht diskutiert werden und auch innerhalb der wissenschaftlichen Disziplinen scheinbar kaum Anklang finden. Dementsprechend dünn gesät sind die Erkenntnisse und Konzepte (so war es jedenfalls vor 3-4 Jahren noch). Das finde ich einfach gefährlich, da so mögliche Alternativen einfach außer Acht gelassen werden und man sich in eine unnötige Pfadabhängigkeit begibt.

Das ist leider auch ein Problem unserer politischen Kultur. Die Politiker werden dazu gefordert, möglichst adhoc einen Kurs einzuschlagen, der für die Interessensgruppen im Hier und Jetzt nutzbringend ist, sonst werden sie halt mit einer riesigen Negativkampagne abgesägt wie Schröder oder verdammt wie Schäuble (nicht dass ich deren Ideale für sonderlich konstruktiv halte).
So bleibt kaum Spielraum für alternative Konzepte und trotz gravierender Abnutzungserscheinungen nichts weiter als eine ewige Rechenschieberei.

Dass die Demokratiebegriffe völlig andere sind und die auch in antiken Gesellschaften Wachstum bzw. Expansion die Regel war möchte ich auch gar nicht bestreiten - habe ich auch nicht behauptet. Mir ging es einzig und allein um den Punkt des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft. Da stand eben im antiken Griechenland die Gesellschaft im Fokus, während es bei uns eben das Individuum ist. Man kann das ja bewerten, wie man mag und ob man das gut findet, darüber lässt sich sicher streiten. Mir ging es einzig und allein darum, dass gesellschaftliche Verhältnisse und Gedankenwelten nicht in Stein gemeißelt sind und wir nicht Angst davor haben sollten, Utopien zu entwickeln, die außerhalb unseres Mindsets liegen.

Die Polis, wie auch immer man sie weiterentwickelt und modernisiert, laufen in meinen Gedankengängen immer auf ein kommunistische Gesellschaftssysteme hinaus. Kein gutes Beispiel, wenn du mich fragst.
Nach heutigem, sozialstaatlichen Verständnis werden Individualinteressen zum Gemeinwohl zusammengefasst. Vernachlässigt ist der Nachhaltigkeitsgedanke; logischerweise nicht nur einen einseitigen Generationenvertrag zu schließen und Stabilität zu propagieren. Problematisch ist u.a. zum Beispiel die demografische Entwicklung.

Theoretisch müsste es jeder wissen. Aber a) habe ich nicht den Eindruck, dass es jeder weiß (vllt. schonmal gehört, aber wieder vergessen) und es b) vielen Leuten schlichtweg egal ist bzw. die eigene Verantwortung gut ignoriert werden kann. Letzteres ärgert mich persönlich massiv.

Mich interessiert, wie viel grünes Potenzial tatsächlich in der Wählerschaft schlummert (also nicht grün wie unsere Politgrünen). Es kommen bzw. ergaunern sich ja leider viel zu oft die Falschen in die gesetzgebenden Eliten. Mag ja sein, dass sich da auch ein wenig Verdruss breitgemacht hat. Al Gore vs. Bush steht z.B. exemplarisch für "The ***hole takes it all". Je öfter diese schmutzigen Attitüden ziehen, desto mehr schürft das natürlich am Glauben.
Wie oben erwähnt; Schröder wurde über eine gezielte Pressekampagne sondergleichen aus dem Amt gesteuert, wurde immer wieder als geschickter Selbstvermarkter verrissen, anstatt sachlich beurteilt zu werden. Diese Art und Weise jemanden charakterlich zu zerfleischen, habe ich bis dahin in Deutschland noch nicht erlebt. Die Merkel hat, pragmatisch wie sie ist, vom Reformpaket des unvermögenden Ex-Kanzlers auch nichts zurück genommen.
Das Gleiche erleben wir heute im Umgang mit dem Islam. Nach 9/11 haben die Pressegrößen (Spiegel, Stern, Focus), die wohl den größten Einfluss auf das Meinungsbild der bürgerlichen Mitte haben, praktisch jeden Monat den Mythos um diese Religionsgemeinschaft gepuscht und die gesellschaftliche Spaltung forciert. Ironischerweise lassen sie das Klientel, das sie gezüchtet und bedient haben, heute im Stich und grenzen es aus. Insofern, so obskur das in Bezug auf den gängigen AfD-Jargon klingt, ist "Lügenpresse" eigentlich die gerechte Quittung für diese Verläge.
Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass diese Ignoranz und dieser Eigensinn in der Wählerschaft nicht von ungefähr herrührt bei diesem vorgelebten moralischen Kompass der Bestimmer.

Was genau meinst du mit Initialkraft? Stehe gerade auf dem Schlauch, glaube ich. ;D Zum Thema Lebensmittelüberfluss: Da gibt es einen tollen Verein. Foodsharing (https://foodsharing.de/) kümmert sich genau um solche Lebensmittel, die noch genießbar sind, aber nicht mehr verkauft werden. Bevor sie in der Tonne landen, werden sie abgeholt und verteilt (nein, es besteht keine Konkurrenz zu den Tafeln). Eine super Sache und mittlerweile der größte Verein in Deutschland, der (mit Ausnahme der Minijob-Geschäftsstelle) komplett ehrenamtlich getragen wird (ich hoffe, die kleine Werbung wird mir verziehen, ansonsten bitte aus dem Post editieren). Das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung und eine immer breiter werdende Bewegung. Das zeigt doch, dass es zahlreiche Leute gibt, die über unsere Überflussgesellschaft reflektieren und, sozusagen an der Basis, bereit sind etwas zu verändern.

Initialkraft; ganz einfach indem man pingelig nachhakt, wer von der Dekadenz letztlich profitiert, außer Stadtwerken und Ölraffinerien sei es beim Verbraucher oder Anbieter, dass man mal Druck auf die Öffentlich-Rechtlichen macht, nicht nur Flüchtlingskrisen und Nahostpolitik in die Primetime aufzunehmen, Informationsdefizite zu stopfen, dem Nachbarn, dem Bauern, dem Bankkaufmann mal ganz unangenehme Fragen stellt etc.
Foodsharing ist mir bekannt, jetzt schon größter Verein Deutschlands? Hätte ich nicht erwartet. Vor zwei Monaten habe ich darüber, auf Vice.de glaube ich, gelesen. Gestern kam irgendein Supermarkt in Bayern in die Presse, der alles ab einem Tag vor MHD verschenkt hat. Find ich klasse! Generell erfreue ich mich immer aufs Neue an den Impulsen aus unserer Hauptstadt.

Ne, das Wagenknecht-Video habe ich noch nicht gesehen. Mir ist die Frau so unsympathisch, dass ich mich bisher davor gesträubt habe. Als Precht-Fan würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich finde einige seiner Ansätze sehr richtig und würde mir wünschen, dass solche Themen breiter diskutiert werden.
Ich denke schon, dass ich für umfassende Schulreformen eine Mehrheit finden lassen würde, wenn man entsprechend darum werben würde. Man darf nur nicht den Fehler machen, Angst zu schüren und alles zu verteufeln, was bis dato aufgebaut worden ist. Für einen konstruktiven Umgang mit Bildung, der eben (so wie ich es schon geschrieben habe) alternative Pfade öffnet, ohne alte Brücken einzureißen, könnte man die Menschen schon begeistern, würde ich sagen.

Da hast Du nicht viel verpasst. Mir scheint als ob Precht bei der Wagenknecht das größte Potenzial vermutete, mal ein gemeinsames, rechtsstaatliches Zukunftsmodell zu konzipieren. Schlussendlich hatte ich den Eindruck, dass die Frau Wagenknecht aus einer defensiven Grundhaltung heraus die Regierenden an den Pranger stellt und ihre Politik verteidigt; zusammengefasst billige Wahlkampfattitüden.
Bei Precht und Lafontaine könnte ich mir einen Diskurs auf Augenhöhe ausmalen.
Zum Thema Bildung:
In erster Linie würde ich mir überhaupt erst mal eine Erhöhung des Bildungsbudgets wünschen, damit unsere Schulen in Zukunft nicht von Coca-Cola, VW etc. gesponsert werden. Hinter dem großen Teich nimmt das ziemlich besorgniserregende Züge an.  Mit motiviertem Lehrpersonal könnte man m.E. ziemlich rasch die Weichen Richtung Humboldt-Gymnasium/Gesamtschule stellen.
Ich schicke dieses Wochenende mal eine E-Mail an den Herrn Schulz. Der sucht ja händeringend nach guten Wahlkampf-/Oppositionsthemen  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tremonianer am 11.Oktober 2017, 03:51:02
Kapitalismus heißt halt immer "Kettenbrief", weil Geld = verzinste Schulden bedeutet. Kommt man nur mit Crashs oder der jüdischen Lösung ("Jubeljahre") dagegen an. Oder um es in Monopolysprache zu sagen: "Neues Spiel, neues Glück".

Sozialismus...auf Großunternehmensebene haben wir den ja (BWL ist ja ein Stück weit "Planwirtschaft auf Unternehmensebene") immer stärker, in Form des guten alten Staatskapitalismus.

So doof fände ich Sozialismus gar nicht, aber da dieser de facto ohne "Zwang" nicht geht...hätte ich lieber jüdische Jubeljahre, um den Kapitalismus zu bändigen. Im Kleinen haben wir das ja schon: Privatinsolvenz ist ja im Prinzip nichts anderes. Ausbuchen der Forderungen unter gewissen Auflagen. Hemmt zwar ein Stück weit die Dynamik (der Kreditgeber ist vorsichtiger bei der Vergabe), stabilisiert aber das System.

Bedingungsloses Grundeinkommen ist zwar nur Symptomlinderei, aber ob man die Leute mit zig Auflagen und Gängeleien "durchfüttert" (Wohngeld, Sozialhilfe, Hartz IV) oder einfach nen Tausender überweist...

Immerhin würde das die Binnenwirtschaft ankurbeln. Ich frage mich nur - das mag jetzt für den ein oder anderen kleingeistig klingen - was mit uns und unserem traditionellen Ethos geschähe, angenommen die Industrialisierung ginge in ihr letztes Stadium über. Das BGE steht irgendwie repräsentativ für die Vorhut dieses Prozess'. Nur künstlerisches Schaffen, Gartenarbeit, Konsum, sportlicher Wettbewerb - ist für uns Deutsche m.E. absolut nicht vermittelbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 20.Oktober 2017, 11:52:29
Bundestags-Kabinett-O-Mat (https://web.br.de/interaktiv/kabinett-o-mat/#ap-bt-bg-au-ad-ac-ae-bi-bv-bd-ah-bu-ao-bb-bh)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 20.Oktober 2017, 12:16:28
Bundestags-Kabinett-O-Mat (https://web.br.de/interaktiv/kabinett-o-mat/#ap-bt-bg-au-ad-ac-ae-bi-bv-bd-ah-bu-ao-bb-bh)

Alles Schlampen, außer Mutti. Wobei, die auch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 20.Oktober 2017, 12:55:36
Was für eine Geisterbahn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 21.Oktober 2017, 10:18:55
Was für eine Geisterbahn.
Sollte eher halbwegs realistische Variante sein, als Traumkabinett  :-[
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 21.Oktober 2017, 11:59:06
Hab aufgehört als ich den Kanzler nicht tauschen konnte...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: brandgefährlich am 21.Oktober 2017, 14:02:19
Hab aufgehört als ich den Kanzler nicht tauschen konnte...

Doro Bär als Kanzlerin!  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 22.Oktober 2017, 09:57:25
Hab aufgehört als ich den Kanzler nicht tauschen konnte...
Soll halt schon halbwegs realistisch bleiben...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 24.Oktober 2017, 17:14:17
Schäuble wurde vor ein paar Stunden zum neuen Präsidenten des Bundestags gewäht, seine Vizes sind momentan Friedrich, Oppermann, Kubicki, Roth und Pau, der AfD Kandidat Glaser wurde in allen drei Wahlgängen abgelehnt. http://www.sueddeutsche.de/politik/konstituierende-sitzung-afd-kandidat-auch-im-dritten-wahlgang-abgelehnt-1.3720436 (http://Link)

Besonders 'schön' hat sich Frau Storch geäußert, sinngemäß: Es ist eine Unverschämtheit, dass andere Parteien den AfD Kandidaten ablehnen, eine Enthaltung sei völlig ausreichend. Die AfD habe allerdings geschlossen gegen Petra Pau und Claudia Roth gestimmt ???
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 24.Oktober 2017, 17:32:55
Hab aufgehört als ich den Kanzler nicht tauschen konnte...
Soll halt schon halbwegs realistisch bleiben...
Ja und realistisch ist das man die Minister selbst aussuchen kann?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: apfelschorle am 24.Oktober 2017, 17:52:41
Hab aufgehört als ich den Kanzler nicht tauschen konnte...
Soll halt schon halbwegs realistisch bleiben...
Ja und realistisch ist das man die Minister selbst aussuchen kann?
Ich hab den Sinn des Tools nicht darin gesehen, sich sein Lieblingskabinett zusammen zu stellen sondern ein halbwegs realistisches Jamaika-Kabinett zu bauen.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: juve2004 am 24.Oktober 2017, 18:02:20
Ah ok, dann mach mal und am Ende vergleichen wir mit der Realität. Aber Gerd Müller muss dabei sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 27.Oktober 2017, 08:21:59
Hatte mit dem Tool viel Spaß. Konnte meine persönliche Regierung des Grauens bilden. Lindner als Familienminister, Hofreiter Außenminister, Göring-Eckardt Verteidigung, Horst Seehofer Familie...:-D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Bloody am 27.Oktober 2017, 13:59:38
Die AFD bringt einen Gesetzesantrag im Landtag Sachsen-Anhalt ein und vergisst, dabei abzustimmen. Dadurch hat der Vorschlag keinerlei Stimmen.

http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/plenarsitzungen/17-sitzungsperiode/#/?accordion=0&accordionPlenar=10&accordionVideo=7
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 27.Oktober 2017, 14:14:03
Großartig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 28.Oktober 2017, 06:40:32
höhöhöhö
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: balolympique am 22.Februar 2018, 20:08:03
Wie würdet ihr gerade wählen(nur frewillig)?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.Februar 2018, 20:10:46
Partei. Die sind wenigstens aus eigenem Bestreben lächerlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.Februar 2018, 20:19:38
Wie würdet ihr gerade wählen(nur frewillig)?

Auf welcher Ebene?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.Februar 2018, 20:20:27
Ich hab einfach mal auf Bundesebene angenommen.
Landtag würde ich CDU wählen, die machen das hier in Hessen ziemlich gut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.Februar 2018, 20:26:53
Das ist ein entscheidendes Detail, denn es würden wohl doch einige auf unterschiedlichen Ebenen unterschiedlich wählen (ich auch).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 22.Februar 2018, 20:30:12
Stimmt, auf Landesebene, ziemlich unabhängig vom Wohnort würde ich fast immer CDU wählen, während ich mit denen auf Bundesebene nix anfangen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: balolympique am 23.Februar 2018, 08:20:58
Ich meinte au Bundesebene :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 23.Februar 2018, 13:24:42
Egal auf welcher Ebene, ich stimme für die Linke. Sie ist für mich momentan die einzige vernünftige Alternative - die CDU ist mir in allen Belangen zu konservativ, die SPD hat sich schon lange von der linken Mitte entfernt, die Grünen sind auch nur allzu schnell bereit ihre Ideologie über Bord zu werfen, die FDP ist zu sehr durch Konzerne aufgekauft und die AfD ist sowieso unwählbar. Dazu ist die Linke die einzige Partei die sich seit Jahren gegen die ständigen Diätenerhöhungen einsetzt und ihre eigenen Differenzbeiträge spendet. Außerdem ist sie momentan auch die einzige Partei auf Bundesebene die sich für eine Einschränkung des Lobbyismus stark macht (sprich Lobbyregister, Karenzzeiten, Verbot von Leihbeamten usw.), und nebenbei bemerkt ist gerade vor Wahlen Lobby Control (https://www.lobbycontrol.de/) immer einen Blick wert.
Ansonsten könnte man auch die Partei wählen, würde ich aber nicht machen wenn man irgendeinen Einfluss haben und etwas verändern möchte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 23.Februar 2018, 13:32:23
Mit der Linken hab ich andere Probleme. Ich möchte sie gerne in einer starken Position in der Opposition sehen, aber regieren sollen sie bitte, bitte, bitte nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Splash am 23.Februar 2018, 13:45:51
Mir geht es auch nicht zwingend darum sie in die Regierung zu wählen, ich würde sie auch gerne in einer starken Opposition sehen. Wobei mir eine Koalition aus Linke, SPD und - so merkwürdig das klingt - FDP durchaus gefallen könnte. Die Linke kann die SPD wieder auf den Kurs den linken Mitte zurück führen und die FDP dient als konservativer(er) Ausgleich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 23.Februar 2018, 13:54:58
Das könnte tatsächlich funktionieren, klingt gar nicht so blöd.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 23.Februar 2018, 14:11:12
Ich würde wieder die CDU wählen, was ja scheinbar im Internet sonst niemand tut (obwohl sie weiterhin die stärkste Kraft ist). Eine Partei zu wählen, damit sie starke Opposition ist, geht für mich gar nicht. Meine Stimme soll schon zu einer Regierung beitragen, die Dinge ändern und nicht nur meckern kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 23.Februar 2018, 14:12:42
Und deshalb bekommt die CDU meine Stimme auf Bundesebene nicht. Denn ich bezweifle, dass sie Dinge (in meinem Interesse) ändern kann. Allerdings halte ich dafür aktuell auch keine der anderen Parteien für fähig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Starkstrom_Energie am 03.Mai 2019, 12:52:04
https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2019/ (https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2019/)
Hier ist der Wahlomat zur kommenden Europawahl.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 03.Mai 2019, 13:48:57
https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2019/ (https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2019/)
Hier ist der Wahlomat zur kommenden Europawahl.

Danke! Auch wenn ich natürlich wie jedes Mal weiß, welche Partei mein Kreuzchen erhält, ist diese Auswertung doch ganz interessant.
Nicht überraschend sind bei mir eher ökologisch/linke Parteien weit vorn, während konservativ/rechts/liberal weit abgeschlagen ist.

Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 03.Mai 2019, 13:59:04
Ich frage mich, was es über mich aussagt, wenn bei mir Die PARTEI als "beste" Option rauskommt :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 03.Mai 2019, 14:11:28
Ich frage mich, was es über mich aussagt, wenn bei mir Die PARTEI als "beste" Option rauskommt :D

Na, daß du deine Stimme der sehr guten Partei Die PARTEI gibst, damit Sonneborn in Brüssel bleibt. Und Semsrott dazu stößt.  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 03.Mai 2019, 14:47:45
...
Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.

Oh ja, danke für den Link.

Bei mir steht da eine Partei auf Platz 1, von deren Existenz ich bis eben nichts wusste: Die Violetten. Wähl ich aber trotzdem nicht.

DIE PARTEI ist aber auf Platz 4 in Schlagdistanz, während NPD, Die Rechte, III. Weg und AfD unter den letzten 6 zu finden sind, die EkelhAfDen sogar tatsächlich als Letzter.



Hab mir übrigens gerade mal ein paar der Kleinparteien näher angeschaut. Die hier haben so dermaßen einen an der Klatsche, dass es schon wieder witzig ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Bergpartei,_die_%C3%9Cberpartei
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 03.Mai 2019, 15:20:50
Von den "theoretisch wählbaren" Parteien war bei mir die FDP (69%) vorne, genau wie im Wahlomat auch. Ist sie bis auf wenige Male aber auch immer gewesen, seit ich wählen darf und solche Tests mache. Gewählt hab ich die auch schon mal, ist aber lang her. Diesmal eher nicht.
Interessant ist, dass CDU/CSU und SPD gleichauf und etwas abgeschlagen (62%) dahinter liegen. Dann kommt auch schon die Partei (55%) und die Grünen(54%), gefolgt von den Piraten (51%). Dann abgeschlagen die Linke (44%) und dann die AfD (39%)

Das wird ne schwere Wahl für mich. Könnte wohl erneut die Partei werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 03.Mai 2019, 16:32:43

Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
Wobei da ja die neutral Option fehlt. Bei dem Swiper waren meine top 3 die ÖDP,die violetten und SGP,war schon relativ lustig weil ich mit den Parteien nichts anfangen kann.
Die CDU war etwas weit oben auf der 11,ansonsten bunt gemischt. SPD und Volt dann auf dem letzten Platz.  ;D

Wird bei mir ziemlich sicher die Partei werden,auch wenn ich Nico Semsrott nicht mag.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 03.Mai 2019, 16:43:56

Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
Wobei da ja die neutral Option fehlt. Bei dem Swiper waren meine top 3 die ÖDP,die violetten und SGP,war schon relativ lustig weil ich mit den Parteien nichts anfangen kann.
Die CDU war etwas weit oben auf der 11,ansonsten bunt gemischt. SPD und Volt dann auf dem letzten Platz.  ;D

Wird bei mir ziemlich sicher die Partei werden,auch wenn ich Nico Semsrott nicht mag.

Gibt's schon: "Frage überspringen".  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BavarianLion am 03.Mai 2019, 16:56:51

Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
Wobei da ja die neutral Option fehlt. Bei dem Swiper waren meine top 3 die ÖDP,die violetten und SGP,war schon relativ lustig weil ich mit den Parteien nichts anfangen kann.
Die CDU war etwas weit oben auf der 11,ansonsten bunt gemischt. SPD und Volt dann auf dem letzten Platz.  ;D

Wird bei mir ziemlich sicher die Partei werden,auch wenn ich Nico Semsrott nicht mag.

Nico Semsrott ist der Punkt, warum ich sie nicht wähle.

Denke es wird zum ersten mal auf die SPD hinauslaufen, schwankte zwischen Linke, Grüne und SPD, hinsichtlich einige meiner gewichteten Thesen (Mehrheitsentscheidungen bei Sicherheit/Außenpolitik - Bundesstaat Europa) ist mir die SPD näher. Trotzdem ist es ein Beißen in den sauren Apfel, denn in Bezug auf die Finanzierung privater Seenotrettung stehe ich vollkommen konträr, das ist in meinen Augen Schleppertum und vernünftige/moderne Migrationspolitik sieht anders aus, als die Menschen aufs Mittelmeer zu locken, weil sie da eh in 90% der Fälle gerettet werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.Mai 2019, 17:00:08
Ich bleibe bei der FDP, das ist die einzige Partei, von der ich meine Interessen halbwegs vertreten sehe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 03.Mai 2019, 17:16:55

Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
Wobei da ja die neutral Option fehlt. Bei dem Swiper waren meine top 3 die ÖDP,die violetten und SGP,war schon relativ lustig weil ich mit den Parteien nichts anfangen kann.
Die CDU war etwas weit oben auf der 11,ansonsten bunt gemischt. SPD und Volt dann auf dem letzten Platz.  ;D

Wird bei mir ziemlich sicher die Partei werden,auch wenn ich Nico Semsrott nicht mag.

Nico Semsrott ist der Punkt, warum ich sie nicht wähle.

Denke es wird zum ersten mal auf die SPD hinauslaufen, schwankte zwischen Linke, Grüne und SPD, hinsichtlich einige meiner gewichteten Thesen (Mehrheitsentscheidungen bei Sicherheit/Außenpolitik - Bundesstaat Europa) ist mir die SPD näher. Trotzdem ist es ein Beißen in den sauren Apfel, denn in Bezug auf die Finanzierung privater Seenotrettung stehe ich vollkommen konträr, das ist in meinen Augen Schleppertum und vernünftige/moderne Migrationspolitik sieht anders aus, als die Menschen aufs Mittelmeer zu locken, weil sie da eh in 90% der Fälle gerettet werden.

SPD ist unwählbar nach der Aktion um Artikel 13. Da kannst du auch nen Sack Reis wählen, der fällt genauso oft um.
Im Gegensatz zu nationalen Wahlen sind für mich bei Europawahlen auch die Grünen wählbar, deshalb schwanke ich noch ein bisschen zwischen Links und Grün.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 03.Mai 2019, 17:17:22
Ich bleibe bei der FDP, das ist die einzige Partei, von der ich meine Interessen halbwegs vertreten sehe.
Da wir nun wissen das du Hotelier bist, gibt es bei dir einen Rabatt für Forenmitglieder? :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BavarianLion am 03.Mai 2019, 17:20:19
Ich dachte die SPD war im Gegensatz zu den Grünen zu 100% gegen Artikel 13? Dann muss ich das wohl doch nochmal überdenken und es schwankt auch bei mir zwischen Grün und Links.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 03.Mai 2019, 17:44:37
Ich bleibe bei der FDP, das ist die einzige Partei, von der ich meine Interessen halbwegs vertreten sehe.
Da wir nun wissen das du Hotelier bist, gibt es bei dir einen Rabatt für Forenmitglieder? :D
Fdp war doch immer Ärzte und Apotheker
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 03.Mai 2019, 18:13:11
Ich dachte die SPD war im Gegensatz zu den Grünen zu 100% gegen Artikel 13? Dann muss ich das wohl doch nochmal überdenken und es schwankt auch bei mir zwischen Grün und Links.

Ja sie waren dagegen, haben aber am Ende trotzdem dafür gestimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Duckn am 03.Mai 2019, 18:13:47
Ich dachte die SPD war im Gegensatz zu den Grünen zu 100% gegen Artikel 13? Dann muss ich das wohl doch nochmal überdenken und es schwankt auch bei mir zwischen Grün und Links.
Bis auf 3 Enthaltungen und einer nicht erschienen Person, hatte die SPD komplett gegen Artikel 13 beim EU-Parlament gestimmt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 03.Mai 2019, 18:25:51
Gibt's schon: "Frage überspringen".  ;)
Hat das beim Wahl O Mat dann also den gleichen Effekt? Gut zu wissen.

Nico Semsrott ist der Punkt, warum ich sie nicht wähle.

Ich denke er wird die Leute im EU Parlament bestimmt genauso nerven wie uns,spricht doch wieder für ihn  :P außerdem hat Martin Sonneborn einfach einen guten Job gemacht.
Ich dachte die SPD war im Gegensatz zu den Grünen zu 100% gegen Artikel 13? Dann muss ich das wohl doch nochmal überdenken und es schwankt auch bei mir zwischen Grün und Links.
Bei der entscheidenden Abstimmung haben Leute von der SPD dafür gestimmt und nachträglich die Stimme geändert,angeblich weil sie falsch abgestimmt haben,ändert dann aber nichts mehr am Ergebnis,sieht nur besser aus.Die SPD hätte sich auch in der Regierung dagegen stellen können,der Verzicht auf Uploadfilter stand/steht ja auch im Koalitionsvertrag und soweit ich weiß hätte Katarina Barley auch die Chance gehabt dagegen ihr Veto einzulegen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 03.Mai 2019, 19:23:47
Am besten dazu die entsprechenden Ausgaben der Lage der Nation hören, da wird einem dann wirklich schlecht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 03.Mai 2019, 20:00:52
Die CDU verkauft die Bürger für nette Pöstchen an die Industrie, SPD und Grüne verraten ihre Ideale und Wahlversprechen im Minutentakt um weiter an den Schweinetrögen fressen zu dürfen, die FDP ist halt die FDP, die Linkspartei hängt dogmatisch an vielen Punkten fest um ihre Stammwähler nicht zu vergraulen obwohl diese Dogmen nichts mit der Realität zu tun haben und Rassisten wähle ich nicht.
Da bleiben mir außer der PARTEI, diversen Kleinstparteien oder wieder ungültig zu wählen nicht viele Möglichkeiten. Ich werde wohl die PARTEI wählen weil ich sehen will wie Semsrott eine Powerpoint-Präsentation im EU-Parlament hält.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.Mai 2019, 22:37:13
Da wir nun wissen das du Hotelier bist, gibt es bei dir einen Rabatt für Forenmitglieder? :D

Wenn ich denn Hotelier wäre, könntet ihr alle umsonst wohnen O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 03.Mai 2019, 23:15:20
Ich verstehe nach wie vor nicht, was alle immer gegen die "kleinen" Parteien haben. Erst recht nicht, wenn in selben Atemzug das Tun der großen Parteien bemängelt wird.
Wählt doch einfach die Parteien, in denen sich eure Interessen am ehesten in ihren Vorhaben/Programmen niederschlägt.
Klar ist bei den etablierten Parteien und der Vertretet das ständige Vorziehen der Lobbyinteressen vor denen der Bürger, völlig elendig und es muss eine Veränderung her.
Allerdings weiß ich nicht wie das passieren soll, wenn man zwar die gleichen oder ähnliche Kritikpunkte anbringt, dann aber jenen Parteien, die es zumindest potenziell anders machen könnten, die Chance verwehrt und die Stimmzettel ungültig macht. Am Besten noch mit der Einstellung "Hah! Hab ichs den großen wieder gezeigt, in dem ich meine Stimme einfach nicht vergab.". So wird sich auch niemals überhaupt die Möglichkeit der Änderung ergeben.
Wenn jemand Änderung will, dann muss er für die auch seine Stimme geben.
Für rechtes Gedankengut haben sich dafür genug gefunden und es auch getan. Ich verstehe nicht, warum das bei den anderen Bereichen (soziale Gerechtigkeit oder Umweltschutz oder Anderes), die Bevölkerung nicht ebenso schafft.
Ich für meinen Teil, werde grade bei der Europawahl nicht auf die Größe der Partei oder die Anzahl an Interviews in irgendwelchen TV-Sendungen gehen, sondern nach Inhalten. Und ich werde auch meine Unterstützung in der Stimmvergabe festigen.
Ich hoffe, das machen andere auch so...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: luxi68 am 04.Mai 2019, 15:24:24
Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
"Alle" scheinbar nicht, die Partei "LIEBE" habe ich da nicht gefunden. Laut Wahl-O-Mat habe ich mit denen immerhin eine Übereinstimmung von 71,1%. ;)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Mai 2019, 18:52:43
Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
"Alle" scheinbar nicht, die Partei "LIEBE" habe ich da nicht gefunden. Laut Wahl-O-Mat habe ich mit denen immerhin eine Übereinstimmung von 71,1%. ;)

Und, wählst du sie?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 06.Mai 2019, 17:54:18
Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
Danke,
aber hilft mir kein stück weiter die zwei Parteien die ich eh in der engeren Auswahl hatte landeten "punktgleich" an der Spitze.
Wobei die Piraten nach den enthüllungen durch Julia Reda (https://juliareda.eu/2019/03/gilles_bordelais_sexuelle_belaestigung/) massiv für mich verloren haben, trau ich leider Sonneborn und Semsrott nicht zu etwas verändern zu wollen - sie geben sich leider mit dem aufzeigen zufrieden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: luxi68 am 06.Mai 2019, 20:16:12
Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
"Alle" scheinbar nicht, die Partei "LIEBE" habe ich da nicht gefunden. Laut Wahl-O-Mat habe ich mit denen immerhin eine Übereinstimmung von 71,1%. ;)

Und, wählst du sie?
Nein, ganz sicher nicht. ;) Mit "meiner" Partei hatte ich noch ein bisschen mehr Übereinstimmung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 06.Mai 2019, 21:26:04
Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
Danke,
aber hilft mir kein stück weiter die zwei Parteien die ich eh in der engeren Auswahl hatte landeten "punktgleich" an der Spitze.
Wobei die Piraten nach den enthüllungen durch Julia Reda (https://juliareda.eu/2019/03/gilles_bordelais_sexuelle_belaestigung/) massiv für mich verloren haben, trau ich leider Sonneborn und Semsrott nicht zu etwas verändern zu wollen - sie geben sich leider mit dem aufzeigen zufrieden.
Das ist auch der Grund warum die Piraten von meiner Liste sind obwohl ich sie wählen wollte weil ich weis das sie bei uns gute Arbeit leisten. Ich hatte ja die Hoffnung das es bei den Piraten wie damals bei den Grünen läuft wenn sie die Trolle und Karrierepolitiker erstmal los sind. Aber das scheint leider nichts mehr zu werden und die wenigen Lichtblicke sowie enagierten Leute auf Länderebene reichen nicht aus um die Partei auch auf Bundesebene über 5% zu bekommen.
Am meisten wundert mich ja das eine "Netzpartei" wie die Piraten im Internet so wenig stattfindet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 06.Mai 2019, 21:46:55
Edit: Gerade über Facebook den WahlSwiper (https://www.voteswiper.org/de/germany/european-election-2019) entdeckt. Dieser bezieht direkt alle Parteien mit ein, ohne nur auf "Wählen Sie 8 Parteien aus" beschränkt zu sein.
"Alle" scheinbar nicht, die Partei "LIEBE" habe ich da nicht gefunden. Laut Wahl-O-Mat habe ich mit denen immerhin eine Übereinstimmung von 71,1%. ;)

Und, wählst du sie?
Nein, ganz sicher nicht. ;) Mit "meiner" Partei hatte ich noch ein bisschen mehr Übereinstimmung.

Wieso ganz sicher nicht? So schlecht kann die Partei ja nicht für dich sein. Das ist nämlich ein Problem heutzutage: viele wählen aus der Emotion heraus und schauen nur wenig darauf, wo ihre Interessen am besten vertreten werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 07:48:46
Wenig überraschend kam bei beiden "Wahl-O-Maten" die größte Übereinstimmung mit den Grünen heraus (die AfD mit Abstand am Schluss). Nach Jahren der Unzufriedenheit mit den Grünen und Exkursen zur Partei und den Piraten werde ich wieder grün wählen und in meine eigentliche politische Wahl-Heimat zurückkehren. Ist auch schlicht und ergreifend eine Prioritätswahl: Der Klimawandel ist die größte Bedrohung unserer Zeit und den Grünen traue ich momentan als einziger Partei zu, Antworten auf die drängendsten Fragen geben zu können. Zwar scheuen sie im Moment noch davor (auch aufgrund schlechter Erfahrungen), die Bevölkerung mit den unbequemen Wahrheiten zu konfrontieren, trotzdem sehe ich hier am ehesten die Kompetenz für entschlossenes Handeln in Sachen Nachhaltigkeit. Für mich diesmal also wirklich gar keine Frage, wen ich wähle.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 07.Mai 2019, 08:02:41
Ich hoffe, dass sich die SPD ernsthaft mit den Thesen, die Kevin Kuehnert in die Diskussion eingebracht hat, auseinander setzt und das am Ende dazu fuehrt, dass die sogenannten "Volksparteien" wieder klar differenzierbare Politik anbieten.

Unabhaengig davon, ob ich eine klar "Linke" SPD oder eine klar "konservative" CDU waehlen wuerde, ist es aus meiner Sicht wichtig, dass diese beiden Parteien klare ideologische Heimaten anbieten, um so radikalen Parteien das Wasser abzugraben.

Es muss halt fuer den Waehler deutlich unterscheidbar sein, welche Konzepte und Ideen er bei welcher Partei angeboten bekommt.

Das fuehrt am Ende - zumindest meiner Meinung nach - auch dazu, dass beide Parteien wieder Waehler hinzu gewinnen.

Aus meiner Sicht koennte man dann gerne zu einem antizyklischen Wahlverhalten zurueck kehren: Geht es uns wirtschaftlich gut, waehlt die Mehrheit Sozial/Links (SPD, Gruene, Linke), um die Umverteilung nach Unten und soziale Aspekte zu staerken. Geht es uns wirtschaftlich schlecht, waehlt die Mehrheit Konservativ-Marktliberal (CDU/CSU, FDP) und unterstuetzt damit wirtschaftsfreundliche Politik.

Wenn sich dann alle der vorgenannten Parteien einig sind, dass der gemeinsame Nenner das Grundgesetz ist und dieses nicht zur Disposition steht, dann ist das fuer die langfristige Zukunft des Landes - meiner naiven Sichtweise nach - der beste Weg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Stefan von Undzu am 07.Mai 2019, 08:06:52
...
Unabhaengig davon, ob ich eine klar "Linke" SPD oder eine klar "konservative" CDU waehlen wuerde, ist es aus meiner Sicht wichtig, dass diese beiden Parteien klare ideologische Heimaten anbieten, um so radikalen Parteien das Wasser abzugraben.

Es muss halt fuer den Waehler deutlich unterscheidbar sein, welche Konzepte und Ideen er bei welcher Partei angeboten bekommt.
...

Das sehe ich ähnlich. Die großen Parteien bieten mittlerweile größtenteils Einheitsbrei, inhaltlich gibt es viel zu wenige Unterschiede, alsdass man sich da als Wähler klar positionieren könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 08:48:05
Ich hoffe, dass sich die SPD ernsthaft mit den Thesen, die Kevin Kuehnert in die Diskussion eingebracht hat, auseinander setzt und das am Ende dazu fuehrt, dass die sogenannten "Volksparteien" wieder klar differenzierbare Politik anbieten.

Innerhalb der SPD-Basis gibt es da ja durchaus Zustimmung - nicht unbedingt zu den Inhalten, aber zu der wichtigen Debatte, die Kühnert angestoßen hat. Der Parteivorstand hat das natürlich direkt abgebügelt. Aktuell ist die SPD doch eh nicht viel mehr, als ein mut- und willenloser Haufen, der von der Angst getrieben ist, noch mehr Stimmen zu verlieren. Mal gewagte Ideen vortragen, wie jetzt Kühnert, würde einer Nahles oder (haha) einem Scholz nie einfallen. Dabei müsste doch längst klar sein, dass man mit dem aktuellen Kurs nicht mehr weiterkommt. Kurz hatte man mal Hoffnung für die SPD, als Schulz einen Wimpernschlag lang klare Kante zeigte. Die Hintergründe, warum das Kartenhaus so schnell wieder zusammengefallen und Schulz sich dem indifferenten SPD-Gesabbel angeschlossen hat, werden wir wohl nie erfahren (Lag es an Schulz? Wurde er vom Parteivorstand zusammengestaucht? Hatte er schlechte Wahlkampfberater?). Schade, hätte auch alles ganz anders laufen können in 2017. Ist aber eher ein Thema für den Nachrichten-Thread...

Deiner These stimme ich übrigens auch zu, Tony.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Mai 2019, 09:21:50
Der Klimawandel ist die größte Bedrohung unserer Zeit und den Grünen traue ich momentan als einziger Partei zu, Antworten auf die drängendsten Fragen geben zu können.
Wie meinst du, würden die Grünen China, die USA, Indien und Russland davon überzeugen, den Klimaschutz wie in Deutschland umzusetzen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 07.Mai 2019, 09:27:00
Der Klimawandel ist die größte Bedrohung unserer Zeit und den Grünen traue ich momentan als einziger Partei zu, Antworten auf die drängendsten Fragen geben zu können.
Wie meinst du, würden die Grünen China, die USA, Indien und Russland davon überzeugen, den Klimaschutz wie in Deutschland umzusetzen?

Was China und Indien betrifft, braucht es die Gruenen nicht. Deren CO2 Emission pro Kopf ist bereits geringer als unsere.

Warum der Verweis auf andere Nationen auch sonst nicht hilfreich ist, kannst Du in diesem Bericht des Bundesumweltministeriums (jetzt nicht unbedingt als Radikalverfechter bekannt) nachlesen.

https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/klimaschutz_in_zahlen_2018_bf.pdf

Unabhaengig davon: China, Indien (und andere Laender wie Indonesien und Vietnam) werden in 20-30 Jahren die Weltwirtschaft dominieren und vor allem China und Indien werden uns innovationstechnisch und damit auch klimaschutztechnisch weit enteilt sein.

Die Frage der Bekaempfung des Klimawandels ist am Ende auch eine Frage der wirtschaftlichen Wettbewerbsfaehigkeit und meine Vorhersage ist, dass  Investitionen in Bildung, Innovation und Klimaschutz am Ende einen positiven "Business Case" fuer unsere Volkswirtschaft haetten. Insofern waere es aus meiner Sicht sogar wirtschaftlich dumm, darauf zu warten, dass andere uns enteilen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Mai 2019, 10:50:07
Was China und Indien betrifft, braucht es die Gruenen nicht. Deren CO2 Emission pro Kopf ist bereits geringer als unsere.
Für den Klimawandel ist aber der gesamte globale CO2-Ausstoß relevant. Die deutschen 2% machen den Braten nicht fett.

Zitat
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/klimaschutz_in_zahlen_2018_bf.pdf
Worauf genau beziehst du dich? Das PDF hat 72 Seiten.

Zitat
Unabhaengig davon: China, Indien (und andere Laender wie Indonesien und Vietnam) werden in 20-30 Jahren die Weltwirtschaft dominieren und vor allem China und Indien werden uns innovationstechnisch und damit auch klimaschutztechnisch weit enteilt sein.
Wäre es dann nicht viel sinnvoller, unser Geld in unsere Wirtschaft zu stecken anstatt es symbolisch im Kampf gegen den Klimawandel zu verplempern? Ich persönlich warne schon seit langem vor China, zu der Zeit haben wir denen sogar noch Entwicklungshilfe gezahlt.

Zitat
Insofern waere es aus meiner Sicht sogar wirtschaftlich dumm, darauf zu warten, dass andere uns enteilen.
Inwiefern enteilen? Windräder und Solarpanele, in die wir all unser Geld stecken, sind ja jetzt keine "Raketenwissenschaften".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 07.Mai 2019, 10:59:17
Wir stecken scheinbar nicht genug rein. Oder wie sonst kommt es, dass Deutschland mal wieder seine Klimaziele nicht erreicht. Das Geld in die Wirtschaft stecken? Um was zu erreichen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 11:05:18
Danke, Tony, sehr schön ausgeführt. :) Mal davon ab ist das Argument "wenn nur Deutschland was macht, bringt es nichts" auch sinnfrei (hast du so nicht gesagt, Signor Rossi, aber ist durchaus ein beliebtes Argument, das ähnliches suggeriert). Immerhin sorgen wir mit 1% der Weltbevölkerung für 2% des weltweiten CO2-Ausstoßes, wenn mich nicht alles täuscht. Das klingt erstmal nicht viel, würde bei unverändertem Ausstoß aber immerhin 0,1 Grad Celsius Erwärmung bis 2100 nur (!) durch Deutschland bedeuten. Wenn man sich das mal vor Augen führt und wirklich bewusst macht, ist das verdammt viel. Abgesehen davon halte ich auch viel von einer Vorbildfunktion - wenn wir alles daran setzen, uns an die Klimaziele von Paris zu halten, dann geraten auch andere unter moralischen (Handlungs-)Druck. Außerdem haben die Nationen der Erde das Pariser Abkommen nicht zum Spaß unterzeichnet. Wäre an der Zeit, dass die einzelnen Staaten das auch tatsächlich mal als bindend begreifen.

Und zum Verweis auf andere Länder: China investiert massiv in Nachhaltigkeit, insbesondere in der Stromversorgung. Dazu kommen ehrgeizige Aufforstungsprojekte, wie die "Große Grüne Mauer". Die genannten China und Indien sind Spitzenreiter im Begrünen der Erde. Zugegeben, das hat auch Nachteile (Düngemittel, Grundwasser etc.), ist aber nicht von der Hand zu weisen.

Zu guter letzt zu deiner eigentlichen Frage, Signor Rossi: Glaubst du umgekehrt, eine andere Partei könnte das? Oder willst du sagen, es bringt eh alles nichts? Anders gefragt, was genau willst du mit deiner Frage suggerieren? Ich habe mit meinem Wahlverhalten nur Einfluss auf die deutsche (und mit Abstrichen europäische) Politik und so wie ich meine Prioritäten setze, kommt für mich aktuell nur eine Partei infrage.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 07.Mai 2019, 11:12:05
Der Klimawandel ist die größte Bedrohung unserer Zeit und den Grünen traue ich momentan als einziger Partei zu, Antworten auf die drängendsten Fragen geben zu können.
Wie meinst du, würden die Grünen China, die USA, Indien und Russland davon überzeugen, den Klimaschutz wie in Deutschland umzusetzen?
Hoffentlich garnicht, Deutschlands CO2 ausstoss ist in den letzten 20 Jahren drastisch gestiegen und nicht gesunken...
Was auch einer der Gründe für mich ist die Grünen nichtmehr zu wählen sie sind zu dogmatisch in ihren Umweltschutzgedanken und blockieren leider wichtige Entwicklungen ausserhalb des Bereiches erneuerbarer Energien.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 11:15:50
Für den Klimawandel ist aber der gesamte globale CO2-Ausstoß relevant.
Dafür gibt es das Pariser Abkommen. Wir können mit unserem Wahlverhalten dafür sorgen, dass in Deutschland die Klimaziele eingehalten werden, was andere Länder machen, liegt nicht in unserer Hand. Übrigens liegt Deutschland in der historischen Betrachtung (kumulierter CO2-Ausstoß seit Beginn der Industrialisierung) auf Platz 4 oder 5, wenn ich mich recht erinnere. So betrachtet durchaus ein gewaltiger Beitrag.

Zitat
Worauf genau beziehst du dich? Das PDF hat 72 Seiten.
Ab S. 10.

Zitat
Wäre es dann nicht viel sinnvoller, unser Geld in unsere Wirtschaft zu stecken anstatt es symbolisch im Kampf gegen den Klimawandel zu verplempern?
Was meinst du mit symbolisch? Die CO2-Steuer ist ein nachweislich sinnvolles Instrument (in Schweden schon seit 1991). Förderung des ÖPNV, Ausbau der erneuerbaren Energien, Umbau des Verkehrssektors - alles Symbolpolitik? Ich gebe dir aber Recht: Neben den politischen Rahmenbedingungen müssen auch technologische Innovationen gefördert werden. Nur: die allein werden uns nicht retten.

Zitat
Inwiefern enteilen? Windräder und Solarpanele, in die wir all unser Geld stecken, sind ja jetzt keine "Raketenwissenschaften".
Jain. Die Effizienz der genannten zu steigern ist nicht ohne. Dazu kommt, dass viele Bausteine, die bspw. für eine nachhaltige Energieversorgung benötigt werden (z.B. Energiespeicher/Batterien) aktuell kritische Rohstoffe enthalten (z.B. Kobalt). Wir tun also gut daran, in Alternativen zu investieren - das wird auch getan, aber ob die aktuellen Investitionen reichen, wird man sehen.
Davon ab: Klimaschutz funktioniert nicht allein durch Innovationen.

Edit:
Zitat
Was auch einer der Gründe für mich ist die Grünen nichtmehr zu wählen sie sind zu dogmatisch in ihren Umweltschutzgedanken und blockieren leider wichtige Entwicklungen ausserhalb des Bereiches erneuerbarer Energien.
Magst du das näher erläutern? Bevor ich da irgendwas reininterpretiere... ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 07.Mai 2019, 11:20:20
Was China und Indien betrifft, braucht es die Gruenen nicht. Deren CO2 Emission pro Kopf ist bereits geringer als unsere.
Für den Klimawandel ist aber der gesamte globale CO2-Ausstoß relevant. Die deutschen 2% machen den Braten nicht fett.

Zitat
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/klimaschutz_in_zahlen_2018_bf.pdf
Worauf genau beziehst du dich? Das PDF hat 72 Seiten.

Zitat
Unabhaengig davon: China, Indien (und andere Laender wie Indonesien und Vietnam) werden in 20-30 Jahren die Weltwirtschaft dominieren und vor allem China und Indien werden uns innovationstechnisch und damit auch klimaschutztechnisch weit enteilt sein.
Wäre es dann nicht viel sinnvoller, unser Geld in unsere Wirtschaft zu stecken anstatt es symbolisch im Kampf gegen den Klimawandel zu verplempern? Ich persönlich warne schon seit langem vor China, zu der Zeit haben wir denen sogar noch Entwicklungshilfe gezahlt.

Zitat
Insofern waere es aus meiner Sicht sogar wirtschaftlich dumm, darauf zu warten, dass andere uns enteilen.
Inwiefern enteilen? Windräder und Solarpanele, in die wir all unser Geld stecken, sind ja jetzt keine "Raketenwissenschaften".

Der Reihe nach:

Unsere 2% machen den Braten vielleicht nicht fett (auch das hat Fuchs ja schoen in Frage gestellt), aber Deutschland hat als eine der fuehrenden Wirtschaftsnationen eine Vorbildfunktion fuer andere Nationen. Wenn wir dort nicht vorbildhaft agieren, warum sollten die vielen anderen, die kleiner sind als wir, gemeinsam aber einen grossen Prozentsatz ausmachen denn folgen, wenn wir uns einen feuchten Furz interessieren?

Das PDF hat 72 Seiten und es ist wert es zu lesen. Wenn Du nicht alles lesen willst, empfehle ich das Inhaltsverzeichnis. Dort findest Du unter Kapitel 2: Warum setzt sich Deutschland fuer eine aktive Klimapolitik ein? und unter 2.1 Globale Verantwortung als Zukunftschance.

Meine These ist, dass wir es nicht "symbolisch verplempern", sondern dass Klimaschutz eine wirtschaftlicher Megatrend wird, d.h. wenn wir hier innovativ sind, ist damit sogar gesamtwirtschaftlich Geld zu verdienen, weil Innovationen in diesem Sektor einen weltweiten Markt haben. Ich wuerde daher eher empfehlen nicht weiter reales Geld (unsymbolisch) in veralteten Technologien zu verplempern. China und Indien sind uns diesbezueglich weit voraus.

Windraeder und Solarpaneele sind sicher nicht die Innovationen, die ich meine.

Und schliesslich: Wenn ich lese "vor China warnen" wird mir ein wenig schwummerig. Das liest sich so ein bisschen nach "Feind". Aus meiner Sicht ist es in europaeischem wie deutschem Interesse mit den (kuenftigen und teilweise schon jetzigen) groessten Volkswirtschaften der Erde - China, Indien, Indonesien, bald auch Vietnam, die Philippinen und andere hier in Asien - fruchtbare und kooperative Handelsbeziehungen zu haben. In vielen Fragen koennen wir vom Know How dieser Laender massiv profitieren und wenn das am Ende dazu fuehrt, dass z.B. China in z.B. Menschenrechtsfragen im Gegenzug von uns lernt, dann haben alle gewonnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Mai 2019, 12:09:21
So, ich hoffe, ich habe alle!

Oder wie sonst kommt es, dass Deutschland mal wieder seine Klimaziele nicht erreicht.
Zumindest sinkt in Deutschland der CO2-Ausstoß, während er anderswo steigt: https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-co-ausstoss-klimaschutz-1.4385141

Zitat
Das Geld in die Wirtschaft stecken? Um was zu erreichen?
Um wirtschaftlich nicht abgehängt zu werden.

---

Das klingt erstmal nicht viel, würde bei unverändertem Ausstoß aber immerhin 0,1 Grad Celsius Erwärmung bis 2100 nur (!) durch Deutschland bedeuten. Wenn man sich das mal vor Augen führt und wirklich bewusst macht, ist das verdammt viel.
Selbst wenn die 0,1 Grad komplett wegfielen, würde das am Klimawandel nichts ändern. Ich bleibe dabei, dass sich die Klimaerwärmung nur dann begrenzen lässt, wenn zumindest die 50 größten CO2 ausstoßenden Staates konsequent mitmachen. Da sich das aber offensichtlich nicht erreichen lässt, sollte man sich besser auf die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels einstellen.

Zitat
Abgesehen davon halte ich auch viel von einer Vorbildfunktion - wenn wir alles daran setzen, uns an die Klimaziele von Paris zu halten, dann geraten auch andere unter moralischen (Handlungs-)Druck.
Gäbe es eine solche Vorbildfunktion dürfte es zum Beispiel auf der Welt keinen Krieg und keine Unterdrückung fremder Völker mehr geben. Gibt es aber, en masse, daher glaube ich nicht an eine solche Vorbildfunktion.

Zitat
Außerdem haben die Nationen der Erde das Pariser Abkommen nicht zum Spaß unterzeichnet. Wäre an der Zeit, dass die einzelnen Staaten das auch tatsächlich mal als bindend begreifen.
Offensichtlich ist es ja nicht bindend, siehe den steigenden CO2-Ausstoss weltweit, zumindest gibt es keine Sanktionen.

Zitat
Und zum Verweis auf andere Länder: China investiert massiv in Nachhaltigkeit, insbesondere in der Stromversorgung.
Jau, China baut AKW und exportiert Kohlekraftwerke nach Afrika. Wäre das ein Modell für Deutschland?

Zitat
Glaubst du umgekehrt, eine andere Partei könnte das?
Keine Partei kann das, die Frage war auch eher "ketzerisch" gemeint ;)

---

Unsere 2% machen den Braten vielleicht nicht fett (auch das hat Fuchs ja schoen in Frage gestellt), aber Deutschland hat als eine der fuehrenden Wirtschaftsnationen eine Vorbildfunktion fuer andere Nationen.
Wie schon geschrieben, glaube ich nicht an eine solche Vorbildfunktion. Die deutsche Klimaschutzpolitik taugt doch auch eher als abschreckendes Beispiel, wie man es besser nicht macht.

Zitat
China und Indien sind uns diesbezueglich weit voraus. Windraeder und Solarpaneele sind sicher nicht die Innovationen, die ich meine.
Inwiefern und welche Innovationen meinst du?

Zitat
Das liest sich so ein bisschen nach "Feind".
Ich rede von der Wirtschaft, nicht dass du das in den falschen Hals bekommst und da ist China in den letzten 20 Jahren nunmal ein riesiger Konkurrent geworden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 14:18:48
@Signor Rossi: Dass der Klimawandel nur begrenzt werden kann, wenn alle mitziehen, da stimme ich dir zu. Dass in Paris nur Ziele, aber keine Maßnahmen ausgehandelt wurden, geschweige denn Verbindlichkeiten und Möglichkeiten der Sanktionierung - leider Realpolitik. Ich formuliere es also um: Es wäre wünschenswert, würde das Pariser Abkommen als bindend erachtet werden.

Aber: Das nimmt uns doch noch lange nicht aus der Verantwortung. Man sollte erst einmal vor der eigenen Haustür kehren, bevor man mit dem Finger auf andere zeigt oder den Kopf in den Sand steckt. Dazu kommt eben doch eine Vorbildfunktion und sei sie nur wirtschaftlicher Natur (vgl. Tonys Szenario des "Wirtschaftsfaktors Nachhaltigkeit"). Es ist definitiv kein Fehler, auf nachhaltige Technologien zu setzen. Schon heute sind im Bereich der erneuerbaren Energien die Hälfte der im Energiesektor beschäftigten Arbeitnehmer tätig (bei knapp 38% Marktanteil 2018). Das ist durchaus ein Faktor - und nur ein Beispiel. Thema Wirtschaftsfaktor, auch dort, wo keine "Raketenwissenschaft" (;)) gefragt ist: Mittlerweile kommen ca. 60% der weltweit produzierten Solarzellen von chinesischen Produzenten. Dazu investiert China eben doch massiv in die erneuerbaren - innerhalb wie außerhalb Chinas waren es 2017 knapp 133 Mrd. US-Dollar. Mehr als Europa und die USA zusammen. Ich will nicht sagen, dass alles Gold ist, was glänzt, aber die Bemühungen abzutun, wäre ein Fehler und China ist nun in der Position, dass man in Sachen Solarenergie kaum mehr an ihnen vorbeikommt.

Zitat
Abgesehen davon halte ich auch viel von einer Vorbildfunktion - wenn wir alles daran setzen, uns an die Klimaziele von Paris zu halten, dann geraten auch andere unter moralischen (Handlungs-)Druck.
Gäbe es eine solche Vorbildfunktion dürfte es zum Beispiel auf der Welt keinen Krieg und keine Unterdrückung fremder Völker mehr geben. Gibt es aber, en masse, daher glaube ich nicht an eine solche Vorbildfunktion.
Der Vergleich hinkt, finde ich. Krieg ist (leider) eine Konstante der Menschheitsgeschichte, der Klimawandel aber eine nie dagewesene, existenzielle Bedrohung für sämtliche Spezies der Erde und nicht zuletzt unsere Gesellschaften in ihrer jetzigen Form. Der betrifft alle. Abgesehen davon sehe ich keine andere Möglichkeit, als mit gutem Beispiel voranzugehen. Wirklich bindende, internationale Klimaschutzverträge wird man vermutlich nicht einmal auf EU-Ebene durchbringen, auch wenn ich mir das sehr wünsche.

Die deutsche Klimaschutzpolitik taugt doch auch eher als abschreckendes Beispiel, wie man es besser nicht macht.
Richtig, denn die deutsche Klimaschutzpolitik ist meines Erachtens nicht wirklich existent. Die Umweltministerin und ihre Vorgängerin haben beide gute Vorschläge gemacht, wurden jedoch abgekanzelt und mit einem Klimaschutzgesetzt scheint es (überraschenderweise...) nichts zu werden. Die deutsche Klimaschutzpolitik ist Mist, weil sie sich nach der Maxime der Wirtschaftspolitik zu richten hat, dabei sollte der umgekehrte Fall gängige Praxis sein: Wirtschaftspolitik hat sich der Maxime des Klimaschutzes unterzuordnen. Das ist eine Frage von (falsch gesetzten) Prioritäten.

Davon ab habe ich den Eindruck, dass wir in dem, was passieren müsste (entschlossenes, internationales Handeln) gar nicht so weit auseinander liegen. Lediglich die Interpretation dessen, was daraus realpolitisch folgt, fällt bei uns unterschiedlich aus. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege. Es ist sicher kein Fehler, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen - das müssen wir so oder so, denn wir können ja jetzt nicht sofort den Stopp-Schalter umlegen. Der Klimawandel ist da und wird sich noch verschärfen, selbst wenn wir bis 2030 (völlig utopisch) sämtlichen Treibhausgasausstoß weltweit auf Null senken. Die Frage ist nicht mehr, ob wir den Klimawandel aufhalten können - der Zug ist abgefahren - sondern bei welchem Punkt wir ihn begrenzen können. Ich bin, um noch etwas auf die Tränendrüse zu drücken (;)), hier auch deshalb so vehement, weil ich möchte, dass meine Tochter in eine lebenswerten Welt aufwachsen und leben kann. In der Hinsicht finde ich übrigens den aktuellen Bericht des Weltbiodiversitätsrats einmal mehr sehr eindrücklich und erschütternd.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 07.Mai 2019, 14:32:52
Zitat
Der Vergleich hinkt, finde ich. Krieg ist (leider) eine Konstante der Menschheitsgeschichte, der Klimawandel aber eine nie dagewesene, existenzielle Bedrohung für sämtliche Spezies der Erde und nicht zuletzt unsere Gesellschaften in ihrer jetzigen Form.
Nunja, das stimmt jetzt auch wieder nicht. Erzähl das mal den Sauriern, etc.
Aber zumindest hat zum ersten Mal eine Spezies zumindest bedingten Einfluss darauf
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 14:39:15
Zitat
Der Vergleich hinkt, finde ich. Krieg ist (leider) eine Konstante der Menschheitsgeschichte, der Klimawandel aber eine nie dagewesene, existenzielle Bedrohung für sämtliche Spezies der Erde und nicht zuletzt unsere Gesellschaften in ihrer jetzigen Form.
Nunja, das stimmt jetzt auch wieder nicht. Erzähl das mal den Sauriern, etc.
Aber zumindest hat zum ersten Mal eine Spezies zumindest bedingten Einfluss darauf

Wow, der sinnvollste Debattenbeitrag seit langem. ;D

Damit die Haarspalter zufrieden sind ergänze ich: "in der Menschheitsgeschichte nie dagewesene". Abgesehen davon ist es ein Unterschied, ob es ein Massensterben aufgrund von Naturereignissen oder aufgrund des Verhaltens der dominierenden Spezies gibt, die wir Menschen auf der Erde nunmal sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 07.Mai 2019, 15:07:19
Zitat
Der Vergleich hinkt, finde ich. Krieg ist (leider) eine Konstante der Menschheitsgeschichte, der Klimawandel aber eine nie dagewesene, existenzielle Bedrohung für sämtliche Spezies der Erde und nicht zuletzt unsere Gesellschaften in ihrer jetzigen Form.
Nunja, das stimmt jetzt auch wieder nicht. Erzähl das mal den Sauriern, etc.
Aber zumindest hat zum ersten Mal eine Spezies zumindest bedingten Einfluss darauf

Wow, der sinnvollste Debattenbeitrag seit langem. ;D

Damit die Haarspalter zufrieden sind ergänze ich: "in der Menschheitsgeschichte nie dagewesene". Abgesehen davon ist es ein Unterschied, ob es ein Massensterben aufgrund von Naturereignissen oder aufgrund des Verhaltens der dominierenden Spezies gibt, die wir Menschen auf der Erde nunmal sind.
Das war den Sauriern sicherlich herzlich egal, ob das Krokodil oder der Meteor schuld war. :P
Und in der Menschheitsgeschichte gabs auch sone klitzekleine Eiszeit, die auch ein paar Spezies auf dem Gewissen haben dürfte.

Ich mein wir brauchen nicht darüber zu reden, das man was dagegen machen muss, da bin ich auch D’accord, aber der Klimawandel ist schlimm genug, das braucht man gar nicht noch mehr aufbauschen. Wenn man sich schon beschwert, dass des anderen Vergleich hinkt. Es wird genug Spezies geben, die das überleben werden, aber dennoch verändert man damit den Planeten nachhaltig in gravierender Weise und auf alle Fälle das Leben des Menschen. Kann man jetzt sagen, wenn die anderen nix machen, mach ich auch nix oder selbst seinen Beitrag leisten. Sei es individuell oder auf Staatenebene
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 07.Mai 2019, 15:10:37
Edit:
Zitat
Was auch einer der Gründe für mich ist die Grünen nichtmehr zu wählen sie sind zu dogmatisch in ihren Umweltschutzgedanken und blockieren leider wichtige Entwicklungen ausserhalb des Bereiches erneuerbarer Energien.
Magst du das näher erläutern? Bevor ich da irgendwas reininterpretiere... ;)
Ihre Fixierung auf Solarenergie egal ob primär(Solarzellen) oder sekundär (Wind) ist aufgrund der ihr innewohnenden ineffizienz sowohl was die direkte Ausbeute als auch Nutzbarkeit(Tag/Nacht) betrifft in meinen Augen ein Problem zumal sie sich auch z.B. dem Transport von sauber erzeugtem Wasserstoff aus Regionen mit dafür besser tauglichen Klimata verwehren(ähnlich den jetzigen Rohöl-Transporten wodurch sie z.b. der Wasserstoffzellen Industrie einen irreparablen Schaden zufügten).
Durch das kategorische nein zu jedweder Atomenergie und dem damit einhergehenden nein für Entwicklungszuschüsse um Thoriumreaktoren wirklich sauber zu bekommen, oder Fusionsenergie überhaupt zumlaufen zu bringen... stehen sie global verwendbaren Entwicklungen einfach zu sehr im Weg.
Und Verbrennungskraftwerke auf Basis erneuerbarer (Holz/Bio-Gas) Resourcen sind nichts als Augenwischerei die das Problem erst anheizen um dann längerfristig Co2-neutral zu werden(wobei gerade Bio-Gas wieder um adequate Mengen bereitzustellen massiv Tierzucht verlangt was ihnen auch ein Dorn im Auge ist aus unterschiedlichsten Gründen wobei deren Methanausstoß, eines der wirksamsten Klimagase, noch ihren geringsten Kritikpunkt darstellt).

Zitat
Der Vergleich hinkt, finde ich. Krieg ist (leider) eine Konstante der Menschheitsgeschichte, der Klimawandel aber eine nie dagewesene, existenzielle Bedrohung für sämtliche Spezies der Erde und nicht zuletzt unsere Gesellschaften in ihrer jetzigen Form.
Nunja, das stimmt jetzt auch wieder nicht. Erzähl das mal den Sauriern, etc.
Aber zumindest hat zum ersten Mal eine Spezies zumindest bedingten Einfluss darauf

Wow, der sinnvollste Debattenbeitrag seit langem. ;D

Damit die Haarspalter zufrieden sind ergänze ich: "in der Menschheitsgeschichte nie dagewesene". Abgesehen davon ist es ein Unterschied, ob es ein Massensterben aufgrund von Naturereignissen oder aufgrund des Verhaltens der dominierenden Spezies gibt, die wir Menschen auf der Erde nunmal sind.

Sag das nicht, gerade das Aussterben der Megafauna indiziert einen massiven globalen Klimawechsel, da sie sonnst in Form von Migranten irgendwo überlebt hätten, am Ende der letzten Dryas was grade mal ~12k Jahre her ist also deutlich innerhalb der "Menscheitsgeschichte". Und auch eine Dominante Spezies ist nur Teil der Natur und hat schon häufiger zu Massensterben und damit einhergehend gelegentlich der Ausrottung der eigenen Art bei getragen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 15:26:38
Zugegeben, an die Eiszeit bzw. das letzte große Massensterben habe ich wirklich nicht gedacht. Shame on me. :blank: Dennoch bleibt es ein entscheidender Unterschied, ob es sich um ein Naturereignis handelt oder vermeidbar, weil menschengemacht ist. Aus rein erdgeschichtlicher Sicht ist der Klimawandel natürlich ein Wimpernschlag. Selbst wenn die Menschheit das als Spezies nicht überleben sollte (was ich nicht glaube), geht das Leben auf der Erde weiter. Eine solche Perspektive relativiert natürlich vieles, ändert aber nichts an unserer realen Lebenswelt, in der wir uns alle dann eben doch ziemlich wichtig nehmen.

@Tankqull: Zum Thema Grüne, danke für deine Erläuterungen. Kann ich jetzt natürlich nicht alles auf die Schnelle nachprüfen, aber ich stimme zu, dass die Grünen in Sachen Atomkraft zu dogmatisch sind. Andererseits ist Fusionsenergie aktuell ja auch ein Zukunftsthema und nicht absehbar, wann die einsetzbar sein wird. Ich sage auch nicht, dass ich alles gut finde, was die Grünen machen - beileibe nicht. Aber ich sehe keine andere Partei, die das Thema Klimaschutz ähnlich ernsthaft und glaubwürdig vertritt und letztlich ist es dann eine Wahl der größten Schnittmenge.

Jetzt bin ich aber auch interessiert (vielleicht stehe ich auch auf dem Schlauch): Welche Spezies hat denn bislang für ein (globales) Massensterben gesorgt? Wie dem auch sei, der relativierende Blick auf die Geschichte ändert (leider) nichts an unserer jetzigen Situation und der Tatsache, dass wir handlungsfähig sind und über ausreichendes Wissen verfügen. Blind und unwissend in die Katastrophe zu rennen wäre einfach dumm, sehenden Auges muss man ja fast schon von einem Verbrechen sprechen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 07.Mai 2019, 15:57:54
Es gibt übrigens auch noch die Theorie, dass der Klimawandel ein natürlicher Vorgang ist, der allerdings durch den Menschen etwas begünstigt wird. Soll heißen: Auch ohne unser zutun ist irgendwann Wüste - nur nicht ganz so schnell.
In Anbetracht der Geschichte der Erde halte ich das für recht wahrscheinlich. Drastische Klimaveränderungen gab es immer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.Mai 2019, 16:03:23
Es gibt übrigens auch noch die Theorie, dass der Klimawandel ein natürlicher Vorgang ist, der allerdings durch den Menschen etwas begünstigt wird. Soll heißen: Auch ohne unser zutun ist irgendwann Wüste - nur nicht ganz so schnell.
In Anbetracht der Geschichte der Erde halte ich das für recht wahrscheinlich. Drastische Klimaveränderungen gab es immer.

Habe dafür leider keinen Beleg zur Hand. Bin aber der Meinung, dass das schon wissenschaftlich widerlegt ist. Also dass es schon immer Klimaveränderungen gegeben hat, stimmt natürlich. Aber glaube mich zu erinnern, dass nachgewiesen wurde, dass die aktuelle Entwicklung Menschen-gemacht ist.

Ich habe das hier schon mal irgendwann als Frage formuliert. Aber wie sieht es eigentlich mit technischen/wissenschaftlichen Möglichkeiten aus dem Klimawandel entgegenzuwirken?

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 07.Mai 2019, 16:11:34

Ich habe das hier schon mal irgendwann als Frage formuliert. Aber wie sieht es eigentlich mit technischen/wissenschaftlichen Möglichkeiten aus dem Klimawandel entgegenzuwirken?

LG Veni_vidi_vici

Überlegungen dazu gibt es einige. Von CO2-Saugern und -Speichern, über reflektierende Teilchen in der Atmosphäre bis hin zu großen Spiegeln im All. Allerdings scheitern diese bislang an der technischen Machbarkeit bzw. gibt es dadurch auch wieder ungewollte Nebeneffekte, deren Auswirkungen noch nicht untersucht wurden.


Edit: Hier mal noch eine interessante Seite, die mit einigen der Mythen rund um den Klimawandel entkräftet.
http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2017/08/10/der-klimawandel-ist-vom-mensch-gemacht-eine-uebersicht/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 16:18:48
Ich habe das hier schon mal irgendwann als Frage formuliert. Aber wie sieht es eigentlich mit technischen/wissenschaftlichen Möglichkeiten aus dem Klimawandel entgegenzuwirken?

Ich zitiere mich mal frech selbst:
Dazu mal eine Frage. Gibt es eigentlich technische Möglichkeiten/Erfindungen/etc. gegenzusteuern? Wie in der Science-Fiction einen Teil der Sonnenstrahlen ablenken, irgendwas um die Eisschmelze zu stoppen (wohl eher unmöglich oder zu aufwändig) oder gar das Klima zu kontrollieren (wenngleich ebenfalls kein beruhigender Gedanke). Ganz nach dem Motto: Wenn die Menschen das Problem sind, können wir auch die Lösung sein.

Gibt es, das sogenannte Climate oder Geo Engineering (https://de.wikipedia.org/wiki/Geoengineering). Etwas ausführlicher dazu ein Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes (https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4125.pdf) von 2011. Noch ausführlicher ein Bericht des TAB (https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab159.pdf) (Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag) von 2014. Kürzere Berichte und Übersichten findet man, wenn man "Climate Engineering ITAS" (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am KIT) googlet. Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass die Manipulation des Klimas theoretisch auch in die "andere Richtung" möglich wäre, dazu bislang aber die Technik noch nicht ausgereift und ausreichend erforscht ist und - viel wichtiger - man tatsächlich nicht genügend über die Zusammenhänge des Gesamtsystems Klima weiß, um wirklich einigermaßen zuverlässige Prognosen zu treffen, was bei welchen Maßnahmen passieren würde (nicht, dass es am Ende zu kalt wird...). Ich habe mich mit dem Thema mal im Rahmen meiner Bachelorprüfung 2014 beschäftigt. Das Fazit der damaligen Fachliteratur war, dass man Climate Engineering weiter erforschen sollte, um es als Handlungsoption anbieten zu können, sollten andere Maßnahmen nicht greifen. Der allgemeinen Einschätzung hier im Forum folgend, dürften solche Maßnahmen tatsächlich mittelfristig Aussichten haben, ernsthaft erwogen zu werden (vermutlich ohne ausreichenden Kenntnisstand über die potenziellen Folgen). Das erinnert mich irgendwie ein bisschen an jemanden der eigentlich auf seinen Cholesterinspiegel achten sollte, aber munter weiter frisst und als Ausgleich Medikamente nimmt...



@White: 97% der Fachleute sind sich einig, dass der Klimawandel auch menschengemacht ist. In Anbetracht der Korrelation von Treibhausgasen in der Atmosphäre (menschengemacht) und dem Anstieg des globalen Temperaturmittels seit Beginn der Industrialisierung ist das mehr als nur "etwas begünstigen". Natürlich gab es schon immer natürliche Klimaschwankungen und drastische -veränderungen und natürliche Faktoren (z.B. Sonnenfleckenaktivität) spielen unbestreitbar eine immense Rolle für das Weltklima. Ich zitiere mal frech aus verlinktem Zeit-Artikel (https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-08/klimawandel-globale-erderwaermung-zweifel-argumente-klimamodelle#7-der-einfluss-der-sonne-ist-nicht-entscheidend): "Wesenszug des Klimas ist Veränderung. Doch das, was wir seit wenigen Jahrzehnten beobachten, ist unnatürlich. Die Hauptursache für die Erwärmung ist die steigende Menge von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Der Anstieg von Kohlendioxid wiederum geht auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurück. Und für die ist die Menschheit verantwortlich." (weitere Infos und Verweis auf Studien im Artikel)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Mai 2019, 17:36:25
@Signor Rossi: Dass der Klimawandel nur begrenzt werden kann, wenn alle mitziehen, da stimme ich dir zu.
An der Stelle brauchen wir deshalb auch gar nicht mehr weiter zu diskutieren, das ist nämlich mMn. der große Rahmen, der erstmal gezimmert werden muss, ehe man sich dann an die Ausgestaltung macht. So wurschtelt derzeit halt jedes Land vor sich hin und es wird nichts erreicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Mai 2019, 18:08:53
Ja, die Diskussion macht hier wohl nicht mehr viel Sinn, die unterschiedlichen Standpunkte sind klar geworden. Wünschenswert wäre so eine globale Initiative ja, aber realpolitisch ist das wohl utopisch (auch hier sind wir uns ja einig).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Mai 2019, 18:24:09
Ja, utopisch. Und deswegen werden wir als Menschheit auch krachend dabei scheitern, den Klimawandel irgendwie abzumildern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 08.Mai 2019, 04:28:31
Immerhin sind wir uns einig, dass es einen Klimawandel gibt. Da sind wir ja in der Diskussion schon ein Stueck weiter, als andernorts ;-)

Wer noch etwas lesen will:

Zu Chinas Rolle im Klimawandel
https://www.nature.com/articles/s41599-018-0150-4
https://www.internationalaffairs.org.au/china-takes-the-lead-in-new-climate-change-paradigm/

Innovation und Climate Change
https://www.bbvaopenmind.com/en/articles/innovation-and-climate-change/

...und abschliessend noch ein Artikel von meinem "Lieblingsintellektuellen" in Singapur Kishore Mahbubani ueber den "vermeintlichen" China-Threat.

https://harpers.org/archive/2019/02/what-china-threat/


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 26.Mai 2019, 10:24:51
So, ich hoffe, alle mach(t)en heute brav ihr Kreuzchen.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 26.Mai 2019, 12:36:47
Nachher, ich weiß auch immer noch nicht 100%ig wo.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 26.Mai 2019, 12:39:04
Wo du, oder wo dein Kreuz hingeht? ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 26.Mai 2019, 13:03:37
Beides :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 26.Mai 2019, 16:41:55
Wo du, oder wo dein Kreuz hingeht? ;)
Ich denk mal mein Wahlbezirk wird ne geringe Wahlbeteiligung haben, durfte erstmal nach Hause zurück (Handy dahoam gelassen) um per googlemaps rauszufinden das der Zugang statt an der angegeben Adresse des Wahllokales eine Querstrasse weiter, durch den Hinterhof eines anderen Gebäudes zu erfolgen hat ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 26.Mai 2019, 16:45:36
Bei mir wars in ner Schule. Da waren Wahlräume für ganze 4 Wahlbezirke. Ausgezeichnet natürlich nur mit der Nummer des Bezirks. Als ob man sowas im Kopf hätte. Stand zum Glück auf der Wahlbenachrichtigung.
Naja, ab der nächsten Wahl mach ich dann eh Briefwahl, wollte ich eigentlich dieses mal schon.


Weltklasse fand ich die Namen der PARTEI-Kandidaten :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 26.Mai 2019, 19:26:05
15% für Sonstige Parteien sagt eigentlich alles aus. Man weiß nicht mehr was man wählen soll. Grüne mit 20 Prozent finde ich auch bemerkenswert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 26.Mai 2019, 19:51:59
Die Partei anscheinend mit nun 3 Kandidaten im Europaparlament. Meine Stimme sehe ich dort jedenfalls gut aufgehoben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 26.Mai 2019, 19:55:59
Die Partei anscheinend mit nun 3 Kandidaten im Europaparlament. Meine Stimme sehe ich dort jedenfalls gut aufgehoben.

Meine auch. Schwankt aber immer noch zwischen 2 und 3 Kandidaten. Die Bombe muß nach Brüssel!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Salvador am 26.Mai 2019, 20:21:38
Die Bombe muß nach Brüssel!

Und schon steht unser schönes, beschauliches Forum auf irgendeiner Liste... ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Mai 2019, 07:50:41
So gut ich die Berichterstattung Sonneborns auch finde, wählen kann ich ihn bzw. seine Partei nicht, aber gut, dass sie weiter im EP drin sind, wenn wohl auch zum letzten Mal. Erschreckend finde ich, dass die Rechtsaußen-Fraktionen zusammen die zweitstärkste Gruppe im Parlament bilden und wenn man dann doch sieht, dass in der EVP auch noch solche Parteien vertreten sind, dann schwant einem Übles für Europa  :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 27.Mai 2019, 10:14:34
Was waren oder sind die Gründe für eine Wahl der PARTEI?
Nach all dem was ich mitbekam, ist dort die Satire viel zu stark verankert als dass ich mir eine sinnvolle politische Mitgestaltung vorstellen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: LucaBall am 27.Mai 2019, 10:29:54
15% für Sonstige Parteien sagt eigentlich alles aus. Man weiß nicht mehr was man wählen soll. Grüne mit 20 Prozent finde ich auch bemerkenswert.
Das sagt eher etwas darüber aus, wie unterschiedlich man wählt wenn es keine 5-Prozent-Hürde mehr gibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 27.Mai 2019, 10:42:46
15% für Sonstige Parteien sagt eigentlich alles aus. Man weiß nicht mehr was man wählen soll. Grüne mit 20 Prozent finde ich auch bemerkenswert.
Das sagt eher etwas darüber aus, wie unterschiedlich man wählt wenn es keine 5-Prozent-Hürde mehr gibt.
Ich hätte mit einer 5% Hürde nicht anders gewählt, nur wäre meine Stimme dann unter den Tisch gekehrt worden denn Gewicht zu haben...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 27.Mai 2019, 15:37:38
Was waren oder sind die Gründe für eine Wahl der PARTEI?
Nach all dem was ich mitbekam, ist dort die Satire viel zu stark verankert als dass ich mir eine sinnvolle politische Mitgestaltung vorstellen könnte.
Ich habe die beim mal davor gewählt weil mich da keine andere Partei überzeugt hat und ich aber trotzdem wählen wollte,der Humor passte auch.
Sonneborn war dann immer transparent und z.B auch einer der Leute,neben Reda und Wölken,die die Aufmerksamkeit auf das Thema Uploadfilter gelenkt haben und am Ende habe ich mich von ihm besser vertreten gefühlt als von jeder anderen Person oder Partei die ich davor"ernsthaft"gewählt habe,darum hat er nochmal meine Stimme bekommen.
Ob ich jetzt eine Partei nur mit Nico Semsrott als Kandidaten wählen würde weiß ich nicht,vielleicht überzeugt er mich ja auch noch.  :D

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 27.Mai 2019, 16:52:47
Was waren oder sind die Gründe für eine Wahl der PARTEI?
Nach all dem was ich mitbekam, ist dort die Satire viel zu stark verankert als dass ich mir eine sinnvolle politische Mitgestaltung vorstellen könnte.
Ich habe die beim mal davor gewählt weil mich da keine andere Partei überzeugt hat und ich aber trotzdem wählen wollte,der Humor passte auch.
Sonneborn war dann immer transparent und z.B auch einer der Leute,neben Reda und Wölken,die die Aufmerksamkeit auf das Thema Uploadfilter gelenkt haben und am Ende habe ich mich von ihm besser vertreten gefühlt als von jeder anderen Person oder Partei die ich davor"ernsthaft"gewählt habe,darum hat er nochmal meine Stimme bekommen.
Ob ich jetzt eine Partei nur mit Nico Semsrott als Kandidaten wählen würde weiß ich nicht,vielleicht überzeugt er mich ja auch noch.  :D

Freue mich auf seine erste PP-Presentation im EU-Parlament  >:D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 08.September 2022, 09:52:27
Ich kram den Thread mal wieder vor, weil der hier noch am ehesten passt. Hier geht's ja letztlich um Politik.

Ich bin gerade auf diese Kolumne* zum "Klima-Sofortprogramm" (https://www.spiegel.de/wissenschaft/fdp-und-die-klimakrise-nichtstun-first-bedenken-second-a-37608f30-3542-47db-ae4d-8fe97a1069e0?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE) aus dem FDP-geführten Verkehrsministerium gestoßen. Das ist natürlich stark polemisierend geschrieben. Selbst wenn man berücksichtigt, dass das Sofortprogramm nicht sämtliche Einsparmaßnahmen bis 2030 beinhalten muss, zeigt es doch mehrere Dinge:
- Die FDP ist offenbar nach wie vor der Überzeugung, dass Klimaschutz nicht viel kosten dürfe und alles mehr oder weniger so bleiben könne wie es ist - oder verkauft das zumindest so. Damit unterscheidet sie sich übrigens nicht von der Union und großen Teilen der anderen Parteien. Das ist ein allgemein großes Problem im Politikbetrieb.
- Bei der FDP setzt man in Sachen Klimaschutz auf das Prinzip Hoffnung: Es wird noch die eine große Innovation kommen, die alles rettet. Diese Innovationsgläubigkeit von Lindner und Co. ist ein fataler Trugschluss. Ja, wir brauchen Innovationen, keine Frage, und es gibt vielversprechende Konzepte. Aber das alleine wird das Problem nicht lösen und dafür sorgen, dass wir einfach so weiterleben können, wie jetzt. Ich arbeite ja seit einigen Jahren in einem Forschungsumfeld, wo viel Energie- und Mobilitätsforschung betrieben wird. All die tollen (und auch die weniger tollen^^) Sachen wie Feststoffbatterien, Power-to-X, CCS usw. sind noch Jahre von der Marktreife entfernt. Das heißt, eine vorausschauende Politik muss diese Innovationen zwar im Blick haben, darf aber nicht so naiv sein, sich darauf zu verlassen. Im Gegenteil: Wir müssen jetzt mit dem arbeiten, was wir jetzt haben, anstatt mit dem, was vielleicht noch kommt.
- Verantwortung zu übernehmen, war ja in der jüngeren Vergangenheit eh ein FDP-Problem. Wir erinnern uns: lieber nicht regieren, als falsch. Nun, wenn das jetzt richtig regieren ist, indem man sich an die Sektorziele der eigenen Ministerien nicht gebunden fühlt und das von anderen ausgeglichen werden soll, die besser arbeiten - ich weiß ja nicht. Verantwortungsvolles Regieren sieht jedenfalls anders aus.

*wichtig, das zu beachten, bevor sich jemand über Meinungsmache beschwert. ;)

Mir geht es hier keinesfalls um FDP-Bashing, auch wenn ich die Partei nicht abkann. Mir geht es vielmehr um den politischen Umgang mit der Klimakrise mit der FDP als Beispiel, wie dumm oder naiv (sucht es euch aus) große Teile des Politikbetriebs damit umgehen. Wie gesagt: Auch über die Union und weite Teile der anderen Parteien kann man das sagen. Nunja, so wird es jedenfalls nichts mit der Verkehrswende, Herr Wissing.

Falls sich daraus eine Diskussion entwickelt, wäre es wünschenswert, wenn sie (ausnahmsweise mal) nicht in diese Richtungen geht:
- Aber die Grünen sind auch doof. Guck mal, der Habeck hat mit seiner Gasumlage voll ins Klo gegriffen.
- Iiih, Tempolimit. Das ist voll doof und bringt eh nichts. Lasst uns diese letzte Bastion der Freiheit!
- China ist viel böserer als wir. Solange die sich nicht bewegen, müssen wir auch nichts machen. Ätschibätsch!
 :angel:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 08.September 2022, 10:29:59
Ob dieser Post zu einer Diskussion führt kann ich nicht sagen, aber ich trage einfach meine Beobachtung bei.
Ich sehe hier 3 Grundlagen welche zu solch einer Politik führen:

Bei der FDP fällt mir immer wieder sehr stark auf, dass sie von den Regierungsparteien der letzten 20 Jahre eben die ist, die am meisten Zielgruppenpolitik vertritt bzw. unbedingt durchbringen will. Ich meine, dass die anderen Parteien das natürlich auch verfolgen, aber wenn es dann darauf ankommt etwas auf den Weg zu bringen, irgendwelche guten oder auch schlechten Kompromisse eingehen. Grade unter der Führung von Lindner sind Kompromisse eher ein schwieriges Unterfangen...
Gut, auf der anderen Seite muss man auch anerkennen, dass die Partei offenbar aus dem Sündenbockdasein neben der CDU/CSU lernte...
Dass Parteien ihren Zielgruppen die größte Aufmerksamkeit zukommen lassen ist legitim. Allerdings sollte eine regierende Partei nicht ausschließlich diese im Blick haben, sondern im Sinne aller Bürger regieren. Da hilft auch nicht wenn durch Koalitionen andere Bürgergruppen vertreten wären.

Nahe am Thema Zielgruppenpolitik ist mein 2. Punkt. Der Posten des Verkehrsministers ist durch die Inkompetenz der letzten 3-4 Minister ohnehin verschrien und eigentlich seit jeher eher eine Position in der nur verloren werden kann.
Ich glaube dass man aus Sicht der FDP hier absolut keinen Schritt aufs Glatteis machen möchte und somit das mehr als umstrittene Thema "Auto" und sämtliche damit verbundenen Dinge wie Tempolimit, Fahrverbote, Subventionen, etc., einfach erst garnicht angehen wird. Im Gegenteil, Status Quo belassen und damit die Zufriedenheit der großen Masse erhalten. Glaube neudeutsch nennt man das "merkeln". :D

Thema Verantwortung: Ich denke schon, dass die FDP Verantwortung übernehmen will. Aber leider eben sehr einseitig. Sie fordert sehr viel und kritisiert auch Koalitionspartner gerne mal öffentlich. Ist aber visionär sehr eindimensional an die deutsche Wirtschaft und Unternehmertum gebunden. Wenn dort etwas in die Wege geleitet wird, ist man doch sehr gerne vorne dabei und betont wie man dies einforderte.


Ich persönlich halte Lindner für einen sehr intelligenten und vorallem eloquenten Menschen. Und die kantige Art wird ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass er und die FDP dort sind wo sie sind.
Auch denke ich, dass diese Hardliner-Strategie, welche unter seiner Führung wieder Einzug fand, eben aus der gemeinsamen Zeit mit der CDU/CSU resultierte.
Gesamtheitliche Politik würde meiner Meinung nach dieser Partei garnicht schlecht tun, aber in absehbarer Zeit aus den hier genannten Gründen nicht stattfinden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 08.September 2022, 23:20:09
...Für den Klimaschutz wird in nächster Zeit nicht viel Geld bleiben,
wenn jetzt auch von Seiten Habecks große "Rettungsschirme" angekündigt werden,
die wahrscheinlich auch von Nöten sind
https://www.merkur.de/politik/ueber-gruenem-sonnenkind-robert-habeck-stuerzt-himmel-ein-kommentar-91776130.html

Ich sehe da bei ihm dahingehend noch weniger Verantwortung für zukünftige Generationen, denn irgendjemand muss den Pump auch später wieder bezahlen /ausbaden...wenn gleichzeitig Kohlemeiler auf Dauerlast hochgepusht werden, nur um ja nicht die grüne Wählerschaft zu verärgern und mal über die Atomkraftnutzung mittelfristig nachzudenken.

...und nur noch mal zur Einordnung, wir haben im Vergleich zu China, was auch das Finanzvolumen angeht
schon viel gemacht bzw. viel Geld in erneuerbare Anlagen gesteckt, oder würdest du sagen über 300 Milliarden € in den letzten 20 Jahren sind nix?
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/171896/umfrage/investitionen-in-anlagen-zur-nutzung-von-strom-aus-erneuerbaren-energien/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20die%20Entwicklung,Erneuerbare%2DEnergie%2DAnlagen%20investiert.

Bei dem was jetzt in Krisenzeiten bei rum kommt, sind diese Milliarden eher versandet...
Die Innovationen seitens umsetzbarer, bezahlbarer Speicher sollten längst da sein.
Also etwaiger Lösungsansatz:
Es braucht natürlich noch viel viel mehr Geld (das nun wegen der Energiekrise, Krieg nun wirklich nicht da ist), oder wie?

Edit:

- Und jetzt bitte nicht als Antwort schreiben:
...aber aber der alles-zerstörende Klimawandel wird uns in Zukunft noch viel vieeeel mehr Kosten
...aber der Habeck macht doch auch nur Fehler, wie wir alle und dabei ist er doch so charmant
...aber China gibt doch viel mehr Geld aus für EE's etc.pp.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.September 2022, 09:20:47
Also erstmal, lieber Horst, finde ich es bemerkenswert, wie du auf meinen Aufhänger ("Klima-Sofortprogramm" des Verkehrsministeriums) und dem Inhalt meines Posts (Kritik am Umgang weiter Teile des Politikbetriebs (da schließe ich übrigens die Grünen nicht aus, nur falls du auf die Idee kommen solltest) mit der Klimakrise an einem konkreten Beispiel) im Grunde kaum eingehst und auf einen ganz anderen Aspekt der ganzen Nummer eingehst. Verstehe mich nicht falsch: Die Finanzierung ist ein wichtiges Thema und darüber muss man definitiv sprechen. Nur war das nicht das, was ich geschrieben habe.

Dass du auf den Inhalt meines Posts nicht wirklich eingegangen bist, sieht man übrigens auch daran, dass du trotzdem die China-Karte gespielt hast. Ich habe diese Bitten für eine weitere Diskussion ja nicht willkürlich an meinen Post drangehängt, auch wenn sie zugegebenermaßen sehr polemisch formuliert waren. Ich habe sie in dem Versuch formuliert, die Diskussion nicht in eine Richtung abdriften zu lassen, die gar nicht meine Intention war. Aber gut, so ist es halt und ich habe daran sicher auch meinen Anteil, da ich offenbar nicht deutlich genug formuliert habe. Von daher: Alles gut, ich wollte das nur nochmal einordnen.

- Und jetzt bitte nicht als Antwort schreiben:
...aber aber der alles-zerstörende Klimawandel wird uns in Zukunft noch viel vieeeel mehr Kosten

Doch, zumindest teilweise. Einfach weil es ein valides Argument ist, dass du nicht ausblenden kannst, wenn du schon anfängst über die Finanzierung zu sprechen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass meine Tochter - wenn sie schon in dem Alter wäre, das entscheiden zu können - lieber einen intakten Planeten und einen großen Schuldenberg anstatt einen kaputten Planeten mit wenigen (oder ohne) Schulden hinterlassen bekäme. Aber darum geht's auch gar nicht, weil allein diese Entscheidung schon Quatsch ist, weil genau das Argument greift, das du gerne ausschließen möchtest: Die Kosten des Klimawandels sind teurer, als ihn zu begrenzen und Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Die finanziellen Ausgaben lassen sich also so oder so nicht vermeiden, das ist keine Option.

Und weißt du, was das "Schöne" daran ist: Ich muss nicht einmal in die Zukunft schauen, um die Kosten zu beziffern. In den Jahren 2018-2021 beliefen sich die Schäden durch Dürre und Hitze auf 34,8 Milliarden Euro, die Schäden durch Sturzflut und Überschwemmung auf 40,3 Milliarden Euro, also zusammen rund 75 Milliarden (siehe https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1323296/umfrage/extremwetterschaeden-in-deutschland-2018-bis-2021/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1323296/umfrage/extremwetterschaeden-in-deutschland-2018-bis-2021/)). In 4 Jahren, in einer Statistik, die nicht alle Extremwetterereignisse erfasst (z. B. tauchen Hagelstürme gar nicht auf). Je nachdem, wo man guckt, findet man auch noch höhere Zahlen, z. B. hier (mit Bezugnahme auf das Bundesumweltministerium): https://www.heise.de/tp/features/Folgekosten-des-Klimawandels-Mit-Kohle-Oel-und-Gas-verbrannte-Milliarden-7183421.html (https://www.heise.de/tp/features/Folgekosten-des-Klimawandels-Mit-Kohle-Oel-und-Gas-verbrannte-Milliarden-7183421.html) Selbst wenn man berechtigterweise nicht alle diese Ereignisse und Schäden auf den Klimawandel zurückführen kann, gilt: Wir hatten laut schneller Google-Suche 2021 eine Erderwärmung von 1,11 Grad Celsius erreicht. Egal, was wir jetzt tun, es wird erst einmal noch wärmer werden und in der Folge werden Extremwettereignisse stärker und länger anhaltender, die Schäden damit noch größer. Dass Klimaschutz übrigens auch wirtschaftlich mehr Sinn macht, als Nichtstun, ist jetzt auch nicht ganz neu: https://www.spiegel.de/wirtschaft/klimawandel-koennte-deutschland-730-milliarden-euro-kosten-a-a6fd8169-cc35-4e7b-9f73-c6bfdfc61352 (https://www.spiegel.de/wirtschaft/klimawandel-koennte-deutschland-730-milliarden-euro-kosten-a-a6fd8169-cc35-4e7b-9f73-c6bfdfc61352). Und dass es dazu internationale Bemühungen braucht, ist eine Binsenweisheit.

Aber wie gesagt: Das war gar nicht mein Punkt und deshalb bin ich an der Stelle auch schon wieder raus aus der Diskussion.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 09:38:23
Doch, zumindest teilweise. Einfach weil es ein valides Argument ist, dass du nicht ausblenden kannst, wenn du schon anfängst über die Finanzierung zu sprechen.
Es ist halt auch ein Totschlagargument, das jede Diskussion abwürgen kann.

Der Klimawandel ist ein globales Problem und solange jedes Land alleine vor sich hinwurschtelt - oder auch nicht - wird man scheitern, die Klimaerwärmung zu verlangsamen.

Meiner Meinung nach müsste das so laufen: die G20 zahlen entsprechend ihres BIP pro Jahr 100 Mrd. Dollar in einen Pott ein und davon werden dann EE-Anlagen gebaut. Aber nicht irgendwelche EE-Anlagen, sondern solche, die ein dreckiges Kraftwerk ersetzen können, also eine Kombination aus Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen und Speichern. Je nach Baufortschritt kann das dreckige Kraftwerk gedrosselt werden, bis es dann endgültig abgeschaltet werden kann. In bin überzeugt, dass man damit den CO2-Ausstoss viel schneller senken könnte.

Oder auch in Deutschland. Warum baut man nicht solche "EE-Verbundkraftwerke" und wenn dann eine gewisse Leistung, die der Verbund dauerhaft bereitstellen kann, erreicht wurde, schaltet man ein Braunkohlekraftwerk ab? Warum geht man mit der Gießkanne über alle Bereiche und jeder muss ein bisschen CO2 reduzieren? Wenn ich am Haus einen fetten Schaden am Fundament habe, dann repariere ich das Fundament und fange nicht an, ein paar kaputte Dachziegel zu ersetzen, eine Wand zu streichen und ein Fenster zu ersetzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 09.September 2022, 10:21:08
@DeDaim

Dadurch dass man Sachen von vorneherein als polemisch kennzeichnet, macht es aber inhaltlich nicht besser.
Du hast ja Eingangs geschrieben : "...Mir geht es vielmehr um den politischen Umgang mit der Klimakrise mit der FDP als Beispiel, wie dumm oder naiv (sucht es euch aus) große Teile des Politikbetriebs damit umgehen." und arbeitest dich davor an der FDP ab, um dann das zu schreiben
und zu schreiben, das soll kein FDP-Bashing sein?! Ja was denn sonst?
...nur in einem Nebensatz zu schreiben, jaja es sind auch andere Parteien schuld usw., um dann vornedran immer wieder FDP voran zu führen, da ist doch sehr eindeutig deinerseits.
..und da halte ich dagegen mit dem Finanzierungsaspekt/Bezahlbarkeit für fast Jedermann, wenn man nicht weiß woher aktuell das Geld dafür kommen soll, ja wie soll es dann überhaupt umgesetzt werden?

Es hängt halt alles zusammen und das was SignorRossi schreibt...

Ich habe einfach den wichtigsten Aspekt herausgegriffen und mit Belegen vertieft und da verhält sich halt der Wirtschaftsminister Habeck naiv, wenn du so willst "dümmlich".

Die kritisierst die "China-Karte" hattest aber halt was geschrieben, was ansatzweise hier keiner so behauptet hat, nämlich dass China der größte pöse global Player ist und wir erst was tun sollten, wenn die was tun...
das ist einfach falsch, selbst wenn man es als überzeichnend darstellt bzw. im Vorneherein kennzeichnet...Wir haben schon viel getan und tun schon sehr viel und es kommt so gut wie nix bei rum.
...eigentlich ist sowas doch rhetorisch nicht nötig und einfach nicht die feine Art.

Ich habe übrigens den gleichen Kniff abgewendet und am Ende genauso 3 plakative Totschlargumenete angeführt bei dem du auf einen ellenlang eingehst:
!...aber aber der alles-zerstörende Klimawandel wird uns in Zukunft noch viel vieeeel mehr Kosten!"

Merkste was?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 10:53:09
Oder auch in Deutschland. Warum baut man nicht solche "EE-Verbundkraftwerke" und wenn dann eine gewisse Leistung, die der Verbund dauerhaft bereitstellen kann, erreicht wurde, schaltet man ein Braunkohlekraftwerk ab? Warum geht man mit der Gießkanne über alle Bereiche und jeder muss ein bisschen CO2 reduzieren? Wenn ich am Haus einen fetten Schaden am Fundament habe, dann repariere ich das Fundament und fange nicht an, ein paar kaputte Dachziegel zu ersetzen, eine Wand zu streichen und ein Fenster zu ersetzen.

Der Vergleich hinkt, finde ich ein bisschen. Es ist ja so, dass man CO2 produzieren und sparen kann. Bei einem Fundament kann man nicht wirklich reparieren UND weniger langsam kaputt werden lassen.
Vergleich es eher mit deinem monatlichen finanzellen Budget. Du verdienst x aber deine Ausgaben sind y=x+200. Das ist auf Dauer nicht finanzierbar. Jetzt hast du zwei valide Möglichkeiten: x erhöhen oder y senken. Du sagst aber in dem Fall, dass die einzige Möglichkeit ist x zu erhöhen und die Potenziale bei y nicht zu nutzen.
Und wer mal ein Haushaltstagebuch geführt hat oder allgemein in schwereren finanzellen Lage war, weiß, dass man da auch im Gießkannenprinip ran geht. Man hört nicht einfach auf zu essen oder lebt plötzlich ohne Internet. Man geht 2 Wochen später zum Friseur, lässt die Markenbutter weg, stellt die Heizung 1 Grad runter, schliest nen günstigeren Handyvertrag ab. Man reduziert überall ein wenig, um nirgendwo komplett zu verzichten aber trotzdem seine Situation zu verbessern.




Ich denke für die ganze Sache wäre ein Emissionshandeln in jedem Sektor gut. Aber nicht wie er gerade existiert, mit kostenlosen Zertifikaten, dubiosen Einkäufen von Zertifikaten aus dem Ausland. Eins sauberes und sicher reguliertes System, in dem CO2 knallhart eingepreist wird und auf den kompletten Markt gelegt wird.
Dann brauchen wir keine Beschränkungen im Verkehr. Als Beispiel: Autofahren wird halt teurer. Da ist dann auch das Tempolimit aus der Diskussion. Der, der schnell fährt zahlt eben dafür. Wer übermäßig konsumiert zahlt dafür. Wer viel reist zahlt dafür. Wer in einer "zu großen" Wohnung wohnt zahlt dafür. Da alles teurer wird, wird automatisch ein Einspareffekt eintreten.
ABer nicht nur das. Das ist natürlich ein wahnsinnier Innovationstreiber für die Unternehmen. Die teuren Emissionspreise müssen an die Verbrauche weiter gegeben werden, wenn sie nicht pleite gehen wollen. Im Preiskampf wird umweltfreundlichkeit ein entscheidender Faktor. Also werden CO2 intensive Konsumgüter entweder schlicht weg teurer oder so unrentabel, dass sie vom Markt verschwinden und/oder ersetzt werden.

Das ganze muss schnell passieren, weil wir keine Zeit haben. Aber das erhöht natürlich den Innovationsdruck noch mehr und schaltet unternehmerische Drecksschleudern sehr schnell ab.
Das Importproblem muss noch gelöst werden. Natürlich muss da auch der CO2 Preis als Zoll oder so draufgeschlagen werden...

Eventuell können wir ne CO2 Ampel machen die auf dem Produkt angibt, wieviel Prozent des Produktpreises das Zertifikat ausmacht. Damit kann der Konsument noch besser kontrollieren, ob er gerade für ein tolle produziertes Produkt Geld ausgibt oder für ein Produkt das die Umwelt belastet.

Atomstrom ist dann sicher noch ein Problem, weil es zeigt, dass es nicht nur CO2 und Emissionen gibt. Die Diskussion gab es schon bei der Taxonomie der Energieproduktion dieses Frühjahr. Die Folgekosten für die Atommüll-Lagerung sollten eventuell auch eingepreist werden. Ansonsten steht der Atomstrom schon etwas sehr vorteilhaft gegenüber anderen Typen von Kraftwerken. Man kann da natürlich auch den Produktzyklus für Solar und Co mit einbeziehen, damit wirklich alle Energieproduzenten in einem fairen Vergleich stehen.

Das System kann dann auf die ganze europäische Union ausgeweitet werden. Wie man regelt, dass der Deutsche oder der Franzose für CO2 Geld zahlen muss, dass sich der Bulgare oder Rumäne aber gar nicht leisten kann und wie man da trotzdem fair abrechnet muss sich ein Politiker überlegen...
Aber wenn die ganze EU intern und sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Ausfuhr von Produkten die CO2 Preise eintütet, dann ist das noch nicht eine komplett globale, aber zumindest eine recht globale Angelegenheit.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.September 2022, 11:02:09
@Signor Rossi: Ich habe es aber nicht als Totschlagargument benutzt. ;) Meine Aussage war, dass es ein valides Argument ist, das man berücksichtigen muss, wenn man über die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen spricht. Die Diskussion abzuwürgen hatte ich gar nicht vor.

Was du sonst schreibst, ist interessant und zumindest teilweise kann ich vorbehaltlos zustimmen. Über manch anderes muss ich erst nachdenken. :D Ohnehin müssten Klima- und Außenpolitik Hand in Hand gehen, anders funktioniert es nicht. Ich denke auch, die aktuelle Regierung hätte da wichtige Dinge anstoßen können, der Ukraine-Krieg hat nun aber die Aufmerksamkeit logischerweise auf sich gelenkt. Das darf nur dauerhaft kein Argument sein, auf Ebene der internationalen Klimapolitik untätig zu bleiben. Ich fürchte aber, es passiert genau das, was du beschrieben hast: Das Fundament bröckelt und wir sind dabei, Löcher im Dach zu stopfen.

@Jäger Horst: Das Witzige ist ja, dass ich von vornherein wusste, dass wenn du reagierst, genau so reagieren würdest. Deswegen macht eine Diskussion zwischen uns beiden auch keinen Sinn. Ja, vielleicht war es nicht klug von mir, ausgerechnet die FDP als Beispiel (wichtiger Punkt, den du geflissentlich unterschlägst) zu nehmen, aber ich bin nunmal zufällig auf diese Kolumne gestolpert und wollte sie als Aufhänger nehmen. Und zugegeben: Vielleicht hätte ich etwas weniger polemisch schreiben können, da spricht einfach auch der Ärger aus mir. Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen verpassten Chancen in 16 Jahren Merkel und der Tatsache, dass sich der politische Umgang mit der Klimakrise seither wenig gewandelt hat. Aber wie gesagt: Auch wenn der Ausgangspost von mir sicher nicht optimal war, sehe ich in einer Diskussion zwischen uns beiden keinen Mehrwert. Dazu sind unsere Positionen zu unterschiedlich, wie ich aus vorangegangenen Diskussionen weiß. Und ehrlicherweise konnte ich bislang (egal ob ich beteiligt war oder nicht) bei dir wenig Willen erkennen, auf andere einen Schritt zuzugehen, um irgendwie zu einer Verständigung zu kommen. Das ist auch okay, sich da seine Haltung zu bewahren und soll kein Angriff auf dich sein, nur entspricht es nicht meinem Verständnis einer fruchtbaren Diskussion. Und fruchtbar sollte sie schon sein, um einen Mehrwert zu bieten.

Atomstrom ist dann sicher noch ein Problem, weil es zeigt, dass es nicht nur CO2 und Emissionen gibt. Die Diskussion gab es schon bei der Taxonomie der Energieproduktion dieses Frühjahr. Die Folgekosten für die Atommüll-Lagerung sollten eventuell auch eingepreist werden. Ansonsten steht der Atomstrom schon etwas sehr vorteilhaft gegenüber anderen Typen von Kraftwerken. Man kann da natürlich auch den Produktzyklus für Solar und Co mit einbeziehen, damit wirklich alle Energieproduzenten in einem fairen Vergleich stehen.

Sollte man sogar mit einbeziehen, finde ich. Man kann ja trotzdem die politische Entscheidung treffen Erneuerbare zu fördern/subventionieren im Vergleich zu anderen Energieformen wie der Atomenergie. Die im Übrigen auch nicht CO2-frei ist, wenn man hier den gesamten Zyklus betrachtet: https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/ist-atomstrom-wirklich-co2-frei (https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/ist-atomstrom-wirklich-co2-frei)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 11:09:03
ALs PS zu meinem vorherigen Post

Es führt übrigens und irgendwie zu nichts, wenn man in einer Diskussion im vorhinein ganze Argumentzweige ausschließt.  ;) Auch wenn sie abwägig erscheinen.

Zu diesem China Ding: Für einen Politiker in Deutschland ist es aktuell abwägig zu sagen, dass man in Deutschland kein Klimaschutz machen muss, weil es global eh keine Auswirkung hätte oder es Länder gibt die viel schlimmer seien. Zumindest bin ich mir relativ sicher, dass das noch niemand ernsthaft getan hat und davon auch Handlungen abgeleitet wurden. Das käme meiner Meinung nach einer Kapitulation gleich.
Das macht, wenn überhaupt, die AFD. Da es für die aber keine Ursache gibt (kein Klimwandel), gibt es sowieso keine Auswirkung und damit auch kein Handlungsbedarf. Selbst die sind dafür also kein gutes Beispiel.


Edit:
Sollte man sogar mit einbeziehen, finde ich. Man kann ja trotzdem die politische Entscheidung treffen Erneuerbare zu fördern/subventionieren im Vergleich zu anderen Energieformen wie der Atomenergie. Die im Übrigen auch nicht CO2-frei ist, wenn man hier den gesamten Zyklus betrachtet: https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/ist-atomstrom-wirklich-co2-frei (https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/ist-atomstrom-wirklich-co2-frei)

Das schreibe ich ja. Muss einbezogen werden. Kraftwerke müssen, in Bezug auf ihre Klimaverträglichkeit, gleichmäßig eingepreist und damit vergleichbar werden. Sonst machen Zertifikate keinen Sinn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 09.September 2022, 11:15:48
Ja, vielleicht war es nicht klug von mir, ausgerechnet die FDP als Beispiel (wichtiger Punkt, den du geflissentlich unterschlägst)

Ich unterschlage hier gar nix, ich meine bloß:
Du führst anfangs immer FDP in allen Punkten voran...
um dann hinterher die nur als "Beispiel" abzutun, das funktioniert so nicht

und ich schrieb halt dazu:
".nur in einem Nebensatz zu schreiben, jaja es sind auch andere Parteien schuld usw., um dann vornedran immer wieder FDP voran zu führen, da ist doch sehr eindeutig deinerseits."
das hast du jetzt geflissentlich unterschlagen.

Also ich sehe bei dir noch weniger Bereitschaft sich auf die Gegenseite "einzulassen", wenn man:
1. Schon mit einem polemischen durchwässerten Beitrag "startet"
2. Dinge aus vergangenen Diskussionen sehr verkürzt und inhaltlich falsch wiedergibt und damit direkt unterstellt
und anschließend kategorisch ausschließen will, dass ja keiner darauf eingehen sollte...
3. Wenn man Totschlagarumente, diskussionsbeerdigende Argumente als "valide" bezeichnet bekommen diese trotzdem nicht mehr Gehalt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 11:38:56
Du sagst aber in dem Fall, dass die einzige Möglichkeit ist x zu erhöhen und die Potenziale bei y nicht zu nutzen.
Nicht wirklich. Ich schreibe, dass ich es sinnvoller fände, erst die Großverschmutzer aus dem Verkehr zu ziehen, in Deutschland wären das die großen Braunkohlekraftwerke. Das Kraftwerk Neurath stößt pro Jahr ca. 22 Mio to CO2 aus, das sind schon 3,5% des gesamten deutschen CO2 Ausstoßes. Dass man nebenbei auch noch andere Maßnahmen ergreifen kann, wie zB. Wärmepumpen und PV für Wohnhäuser wird dadurch ja nicht ausgeschlossen.

Zitat
Man reduziert überall ein wenig, um nirgendwo komplett zu verzichten...
Oder es wird erstmal alles weggelassen, was nicht zum Leben benötigt wird: Reisen, Restaurantbesuche und andere Freizeitaktivitäten , teure Hobbies, Luxusartikel wie zB. Smartphones oder Uhren etc. pp.

Zitat
Autofahren wird halt teurer.
Damit triffst du dann vor allen Dingen die Pendler, die oft keine andere Wahl haben, als das Auto zu nutzen. Wenn die Alternative lautet, dass der Arbeitstag dadurch zwei-drei Stunden länger wird, könnten Niedrigverdiener auch auf die Idee kommen, den Job hinzuwerfen. Und das bedeutet auch, dass der ÖPNV teurer wird, solange er nicht mit Ökostrom läuft.

Zitat
Natürlich muss da auch der CO2 Preis als Zoll oder so draufgeschlagen werden...
Das funktioniert aber nicht bei Waren aus der EU und auch bei Waren von außerhalb muss das durch die EU abgestimmt werden. Und das zieht natürlich Strafzölle für deutsche Waren nach sich, die durch die hohen CO2-Preise im Ausland eh schon sehr teuer sind.

Aber wenn wir schon bei der Internalisierung externer Kosten sind: das müsste dann aus Gleichbehandlungsgründen auch für andere schädliche Produkte wie Alkohol, Tabak, Zucker oder Fett gelten und auch für Tätigkeiten wie Sport oder Hausputz.

Zitat
Aber wenn die ganze EU intern und sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Ausfuhr von Produkten die CO2 Preise eintütet, dann ist das noch nicht eine komplett globale, aber zumindest eine recht globale Angelegenheit.
Sowas geht nur über entsprechende Abkommen und ich glaube nicht, dass Russland, Indien und China bei sowas mitmachen werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.September 2022, 11:43:16
@Jäger Horst: Gut, dann versuchen wir es nochmal miteinander. Die Punkte 1. und 2. gebe ich dir, da hast du Recht, das war nicht klug von mir. Insofern widerspricht das dann aber hoffentlich deiner Aussage, ich würde mich nicht auf die Gegenseite einlassen. ;-)

Zu Punkt 3: Nur weil es als Totschlagargument eingesetzt werden kann, heißt es nicht, dass es eins ist. Ich sage ja nicht, dass die Kosten der Klimakrise so immens hoch sein werden, dass sich die Frage der Finanzierung nicht stellt, sondern man gefälligst alles in den Klimaschutzreinzubuttern hat. Das wäre das Totschlagargument. Ich sage lediglich, dass wenn wir über die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen sprechen, auch die Folgekosten im Blick behalten müssen, um die Kosten der Maßnahmen in Relation setzen zu können. Wo ist das jetzt ein Totschlagargument? Ich würge damit ja nicht die Diskussion ab. Findest du den Punkt, diese Kosten in die Rechnung mit aufzunehmen denn unberechtigt?

und ich schrieb halt dazu:
".nur in einem Nebensatz zu schreiben, jaja es sind auch andere Parteien schuld usw., um dann vornedran immer wieder FDP voran zu führen, da ist doch sehr eindeutig deinerseits."
das hast du jetzt geflissentlich unterschlagen.
Ja, habe ich, weil ich darauf gar nicht mehr eingehen wollte. Ich sehe auch nicht, wo uns das jetzt an dieser Stelle der Diskussion weiterhelfen soll, aber gut: Es war erstens kein Nebensatz und zweitens habe ich mehrfach geschrieben, dass es auch auf andere Parteien zutrifft bzw. dass ich dass als Beispiel für den gesamten Politikbetrieb (oder zumindest weite Teile davon) sehe.

Aber lassen wir das doch einfach beiseite und tun so, als hätte ich niemals von der FDP geschrieben, sondern meinen Post von Anfang an als allgemeine Zustandsbeschreibung verfasst. Dann hattest du den Punkt der Finanzierbarkeit aufgebracht. Okay, sprechen wir darüber: Ich befürchte auch, dass die Gelder, die man für den Klimaschutz hätte aufwenden können, erstmal woanders landen. In Zeiten einer akuten Krise ist das ja auch berechtigt. Soweit stimme ich dir also absolut zu, aber was wäre denn mittel- und langfristig dein Vorschlag für eine wirkungsvolle Klimapolitik? Was muss national und was international passieren? Wie schaffen wir es, das alles zu finanzieren und gleichzeitig die sozialen Spannungen nicht zu groß werden zu lassen.

Persönlich bin ich der Meinung, dass es weltumspannenden, verbindliche Abkommen mit Sanktionierungsmechanismen zumindest erstmal nicht geben wird. Die wären aber genau das, was wir brauchen, um eine globale Wende herbeizuführen. Was also stattdessen tun? Eine Koalition der Willigen formen? Vielleicht sinnvoll. Die EU könnte als großer Wirtschaftsraum innerhalb ihrer Grenzen und ggf. gemeinsam mit Partnern entweder einen wirksamen Emissionshandel oder eine CO2-Bepreisung mit Lenkungswirkung einführen. Dabei dürfen dann aber die Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen nicht auf der Strecke bleiben, denn - auch da dürften wir uns einig sein - das Ganze wird nur mit und nicht gegen die Bevölkerung funktionieren. Konkret müssen wir den Ausbau der Erneuerbaren wieder in Schwung bringen, der in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Gleichzeitig brauchen wir weiter Möglichkeiten, um Stromschwankungen auszugleichen, solange Speichertechnologien noch nicht flächendeckend eingesetzt werden können. Kohlekraft? Atomkraft?

Über all das können wir gerne diskutieren, ich bin bereit, dem Ganzen nochmal einen Versuch zu geben. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 11:46:50
Für einen Politiker in Deutschland ist es aktuell abwägig zu sagen, dass man in Deutschland kein Klimaschutz machen muss, weil es global eh keine Auswirkung hätte oder es Länder gibt die viel schlimmer seien.
Naja, der deutsche Anteil am CO2-Ausstoss leistet keinen maßgeblichen Beitrag zur Klimaerwärmung. Trotzdem muss natürlich auch Deutschland "Klimaschutz" machen, die Klimaerwärmung  zu verlangsamen wird aber nur gelingen, wenn ALLE großen CO2-Verschmutzer (deswegen mein Verweis auf die G20) ernsthaft mitmachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 11:51:22
Du sagst aber in dem Fall, dass die einzige Möglichkeit ist x zu erhöhen und die Potenziale bei y nicht zu nutzen.
Nicht wirklich. Ich schreibe, dass ich es sinnvoller fände, erst die Großverschmutzer aus dem Verkehr zu ziehen, in Deutschland wären das die großen Braunkohlekraftwerke. Das Kraftwerk Neurath stößt pro Jahr ca. 22 Mio to CO2 aus, das sind schon 3,5% des gesamten deutschen CO2 Ausstoßes. Dass man nebenbei auch noch andere Maßnahmen ergreifen kann, wie zB. Wärmepumpen und PV für Wohnhäuser wird dadurch ja nicht ausgeschlossen.

Dann habe ich dich da falsch verstanden. Klar ist das Braunkohlekraftwert y und x. An der Stelle hinkt mein Beispiel.  ;) Ich wollte nur das Gießkannenprinzip an der Stelle einbringen, an der es nicht um die Erzeugung geht.

Zitat
Man reduziert überall ein wenig, um nirgendwo komplett zu verzichten...
Oder es wird erstmal alles weggelassen, was nicht zum Leben benötigt wird: Reisen, Restaurantbesuche und andere Freizeitaktivitäten , teure Hobbies, Luxusartikel wie zB. Smartphones oder Uhren etc. pp.

Das verstehe ich nicht. Will man das? Also in welcher Situation meinst du das?


Zitat
Autofahren wird halt teurer.
Damit triffst du dann vor allen Dingen die Pendler, die oft keine andere Wahl haben, als das Auto zu nutzen. Wenn die Alternative lautet, dass der Arbeitstag dadurch zwei-drei Stunden länger wird, könnten Niedrigverdiener auch auf die Idee kommen, den Job hinzuwerfen. Und das bedeutet auch, dass der ÖPNV teurer wird, solange er nicht mit Ökostrom läuft.

Richtig. Sehe ich auch so.

Zitat
Natürlich muss da auch der CO2 Preis als Zoll oder so draufgeschlagen werden...
Das funktioniert aber nicht bei Waren aus der EU und auch bei Waren von außerhalb muss das durch die EU abgestimmt werden. Und das zieht natürlich Strafzölle für deutsche Waren nach sich, die durch die hohen CO2-Preise im Ausland eh schon sehr teuer sind.
Stimmt. Aber dann muss es eben schon an der Stelle eine europäische Lösung geben. Das es dann wiederum von extern Strafzölle an uns gibt (oder sogar auch CO2 Preise) ist klar... Ich schrieb ja, dass alles teurer wird. Auch der Export. Preise für CO2 sind nunmal Preise für CO2.

Aber wenn wir schon bei der Internalisierung externer Kosten sind: das müsste dann aus Gleichbehandlungsgründen auch für andere schädliche Produkte wie Alkohol, Tabak, Zucker oder Fett gelten und auch für Tätigkeiten wie Sport oder Hausputz.
Was sind den Gleichbehandlungsgründe? Es sterben x Personen wegen Zigaratten und das kostet ein paar viele Millionen. Aber deswegen geht der Planet nicht hopps.
Aber klar. Warum nicht. Ich sehe keinen thematischen Zusammenhang, will das aber auch nicht ausschließen. Lass uns die Gesamtkosten für all das zusammenfassen und umlegen. Auch hier wird der Markt durch Innovationsdruck und Käuferwille und Kaufkraft regeln.  ;)

Zitat
Aber wenn die ganze EU intern und sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Ausfuhr von Produkten die CO2 Preise eintütet, dann ist das noch nicht eine komplett globale, aber zumindest eine recht globale Angelegenheit.
Sowas geht nur über entsprechende Abkommen und ich glaube nicht, dass Russland, Indien und China bei sowas mitmachen werden.
Müssen sie ja nicht. Sie müssen nur die Kosten bei Einfuhr zahlen, weil unsere Werte und Moral der Umweltverschmutzung die sie bei uns verkaufen wollen einen Preisstempel gegeben hat. Dann bleibt es eben bei der Straftzoll-Aktion bei Import und Export. Die EU + ein paar andere Länder, die sich vielleicht anschließen, sind allerdings schon groß genug, um da einen Stich zu machen.


Für einen Politiker in Deutschland ist es aktuell abwägig zu sagen, dass man in Deutschland kein Klimaschutz machen muss, weil es global eh keine Auswirkung hätte oder es Länder gibt die viel schlimmer seien.
Naja, der deutsche Anteil am CO2-Ausstoss leistet keinen maßgeblichen Beitrag zur Klimaerwärmung. Trotzdem muss natürlich auch Deutschland "Klimaschutz" machen, die Klimaerwärmung  zu verlangsamen wird aber nur gelingen, wenn ALLE großen CO2-Verschmutzer (deswegen mein Verweis auf die G20) ernsthaft mitmachen.
Jup. Aber aus dem nichts heraus wird sich die G20 eben nicht zu so etwas zusammentreffen. Ich halte das für utopisch. Das haben die letzten Jahrzehnte von Gipfeln an allen möglichen Orten mit allen möglichen Teilnehmern gezeigt. Leider.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 11:57:33
Die EU könnte als großer Wirtschaftsraum innerhalb ihrer Grenzen und ggf. gemeinsam mit Partnern entweder einen wirksamen Emissionshandel oder eine CO2-Bepreisung mit Lenkungswirkung einführen. Dabei dürfen dann aber die Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen nicht auf der Strecke bleiben, denn - auch da dürften wir uns einig sein - das Ganze wird nur mit und nicht gegen die Bevölkerung funktionieren.
Das ist das altbekannte Spiel mit linke Tasche, rechte Tasche, mit den ebenso altbekannten bürokratischen Hürden, wer denn jetzt arm genug ist, um Geld vom Staat zu bekommen, um die hohen CO2-Preise auszugleichen. Warum muss in Deutschland alles immer so kompliziert gemacht werden? Und was ist mit Unternehmen, die unter solchen Preisen leiden, hilft man denen auch oder lässt man sie kaputt gehen?

Ich halte es für sinnvoller, so viel Strom aus EE bereitszutellen, dass man auf den "dreckigen Strom" verzichten kann. Wenn Gas benötigt wird, kann man das aus grünem Wasserstoff erzeugen, der wiederum aus überschüssiger EE-Stromproduktion hergestellt wird. Wenn das niemand machen will, dann macht es der Staat eben selber, es gibt schon jetzt viele Stadtwerke, die das machen. Ja, das wird auch Geld kosten, aber das kann man durch Steuern und auch neue Schulden finanzieren, allerdings sollte der Ausbau ohne jegliche Subventionen erfolgen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 12:08:00
Die EU könnte als großer Wirtschaftsraum innerhalb ihrer Grenzen und ggf. gemeinsam mit Partnern entweder einen wirksamen Emissionshandel oder eine CO2-Bepreisung mit Lenkungswirkung einführen. Dabei dürfen dann aber die Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen nicht auf der Strecke bleiben, denn - auch da dürften wir uns einig sein - das Ganze wird nur mit und nicht gegen die Bevölkerung funktionieren.
Warum muss in Deutschland alles immer so kompliziert gemacht werden? Und was ist mit Unternehmen, die unter solchen Preisen leiden, hilft man denen auch oder lässt man sie kaputt gehen?

Man lässt sie natürlich kaputt gehen, wenn es keine kritische Infrastruktur ist. Aber auch nur da im äußersten Notfall.



Deine Idee gefällt mir aber auch gut. Dann wäre die Infrastruktur in Händen des Bundes. Sehr gut.
Geht aber leider schleppend vorran und reicht wahrscheinlich gar nicht aus. ALso klar. Wenn wir jetzt 100% grün wären, wäre das Ziel erreicht. Aber die Kurve grün zu werden (aus den Vergangenheitswerten der letzten 15 Jahre) und das Ziel der paar Grad die nicht erhöht werden dürfen, passen nicht zueinander. Aber die Grundidee finde ich super.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 12:10:14
Also in welcher Situation meinst du das?
ZB. in der Situation, in der man vor Geldmangel nicht mehr weiß, wie man seine Strom- und Gasrechnung und seinen Wocheneinkauf bezahlen soll. Dann wird der Urlaub gestrichen, zumindest für dieses Jahr.

Zitat
Ich schrieb ja, dass alles teurer wird. Auch der Export. Preise für CO2 sind nunmal Preise für CO2.
Du weißt aber auch, was es bedeutet, wenn deutsche Produkte im Ausland nicht mehr gekauft werden, weil sie zu teuer werden?

Zitat
Was sind den Gleichbehandlungsgründe?
Externe Kosten entstehen nicht nur durch CO2 Ausstoß.

Zitat
Ich sehe keinen thematischen Zusammenhang, will das aber auch nicht ausschließen.
Der thematische Zusammenhang sind die externen Kosten, die beim rauchen, saufen, Sport treiben und Hausputz entstehen.

Zitat
Lass uns die Gesamtkosten für all das zusammenfassen und umlegen. Auch hier wird der Markt durch Innovationsdruck und Käuferwille und Kaufkraft regeln.
Die genannten Produkte werden dann deutlich teurer und Raucher, Säufer, Sportler und Hausputzer müssen deutlich höhere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

Zitat
Die EU + ein paar andere Länder, die sich vielleicht anschließen, sind allerdings schon groß genug, um da einen Stich zu machen.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Deutschland mal eben auf den Export nach China, Indien und die USA verzichten können wird, auch wenn wir viel in die EU exportieren.

Zitat
Ich halte das für utopisch.
Genau wie eine global gleich hohe Klimafolgen-Einpreisung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.September 2022, 12:10:27
Das ist das altbekannte Spiel mit linke Tasche, rechte Tasche, mit den ebenso altbekannten bürokratischen Hürden, wer denn jetzt arm genug ist, um Geld vom Staat zu bekommen, um die hohen CO2-Preise auszugleichen. Warum muss in Deutschland alles immer so kompliziert gemacht werden? Und was ist mit Unternehmen, die unter solchen Preisen leiden, hilft man denen auch oder lässt man sie kaputt gehen?

Ich halte es für sinnvoller, so viel Strom aus EE bereitszutellen, dass man auf den "dreckigen Strom" verzichten kann. Wenn Gas benötigt wird, kann man das aus grünem Wasserstoff erzeugen, der wiederum aus überschüssiger EE-Stromproduktion hergestellt wird. Wenn das niemand machen will, dann macht es der Staat eben selber, es gibt schon jetzt viele Stadtwerke, die das machen. Ja, das wird auch Geld kosten, aber das kann man durch Steuern und auch neue Schulden finanzieren, allerdings sollte der Ausbau ohne jegliche Subventionen erfolgen.

Das sollte das Ziel sein, da hast du recht. Aber es gibt ja auch einen Weg dahin und der muss irgendwie politisch gepflastert werden. Die Energiewende funktioniert ja nicht von selbst, irgendwer muss ja die Windkraft-, Geothermie-, Solarkraftanlagen usw. hinstellen. Wir müssen dafür sorgen, dass CO2-intensive Tätigkeiten und Produkte teuer und wirtschaftlich unattraktiv werden. Gleichzeitig können wir sie nicht einfach abschaffen, solange es keinen (flächendeckenden) Ersatz gibt. Wie regeln wir diese Übergangsphase? Hinzu kommen technologische Hürden: einige Entwicklungen brauchen noch ein paar Jahre, bis sie marktreif bzw. wirtschaftlich konkurrenzfähig sind. Sei es grüner Wasserstoff bzw. dessen Methanisierung zu synthetischem Erdgas (funktioniert wunderbar, allerdings noch nicht in den verfügbaren Mengen zu wirtschaftlichen Konditionen) oder Energiespeicher (die nach meinem Kenntnisstand zwar als Quartierspeicher schon denkbar sind, aber halt auch noch sehr teuer). Was machen wir bis dahin? Alles teurer machen ist sicher keine Lösung, aber in irgendeiner Form müssen wir ja die Emissionen (schnell) senken. Die ganze Nummer ist einfach unglaublich komplex.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 12:19:30
Man lässt sie natürlich kaputt gehen, wenn es keine kritische Infrastruktur ist. Aber auch nur da im äußersten Notfall.
Und die verlorenen Arbeitsplätze sind egal?

Zitat
Geht aber leider schleppend vorran und reicht wahrscheinlich gar nicht aus.
Richtig. Weil die komplette Energiewende politisch und bürokratisch total vermurkst ist. WKA werden abgerissen und nicht wieder neu gebaut (repowering), weil es keine Investitionsförderung und oder keine Langzeitzahlungen wie die EEG-Umlage mehr gibt. Der Wegfall der Subventionen ist meiner Meinung nach auch richtig, zeigt aber, dass man mit EE anscheinend kein Geld verdienen kann.

Also muss der Staat ran, der braucht keinen Gewinn zu machen, man muss es aber so organisieren, dass es trotzdem effizient gemanaged wird, also nicht kameralistisch. Diese Organisationen müssen wie ein Unternehmen aufgebaut und geführt werden, Verluste dürfen nur durch die Kernaufgaben entstehen, nicht durch ausufernde Personalpolitik, nicht durch irgendwelche Prachtbauten, Spekulationen an den Finanzmärkten durch gelangweilte CFOs oder andere Manipulationen zum Nachteil der Kunden und Steuerzahler.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 12:42:00
Also in welcher Situation meinst du das?
ZB. in der Situation, in der man vor Geldmangel nicht mehr weiß, wie man seine Strom- und Gasrechnung und seinen Wocheneinkauf bezahlen soll. Dann wird der Urlaub gestrichen, zumindest für dieses Jahr.

Zitat
Ich schrieb ja, dass alles teurer wird. Auch der Export. Preise für CO2 sind nunmal Preise für CO2.
Du weißt aber auch, was es bedeutet, wenn deutsche Produkte im Ausland nicht mehr gekauft werden, weil sie zu teuer werden?

Zitat
Was sind den Gleichbehandlungsgründe?
Externe Kosten entstehen nicht nur durch CO2 Ausstoß.

Zitat
Ich sehe keinen thematischen Zusammenhang, will das aber auch nicht ausschließen.
Der thematische Zusammenhang sind die externen Kosten, die beim rauchen, saufen, Sport treiben und Hausputz entstehen.

Zitat
Lass uns die Gesamtkosten für all das zusammenfassen und umlegen. Auch hier wird der Markt durch Innovationsdruck und Käuferwille und Kaufkraft regeln.
Die genannten Produkte werden dann deutlich teurer und Raucher, Säufer, Sportler und Hausputzer müssen deutlich höhere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

Zitat
Die EU + ein paar andere Länder, die sich vielleicht anschließen, sind allerdings schon groß genug, um da einen Stich zu machen.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Deutschland mal eben auf den Export nach China, Indien und die USA verzichten können wird, auch wenn wir viel in die EU exportieren.

Zitat
Ich halte das für utopisch.
Genau wie eine global gleich hohe Klimafolgen-Einpreisung.

Man lässt sie natürlich kaputt gehen, wenn es keine kritische Infrastruktur ist. Aber auch nur da im äußersten Notfall.
Und die verlorenen Arbeitsplätze sind egal?

Das alles zeigt ja wie schwer es ist.
Die Sache mit den CO2 Zertifikaten ist letztendlich die Idee der FDP und eines ihrer Hauptpunkte zum Kampf gegen den Klimawandel (https://www.fdp.de/forderung/emissionshandel-schnellstmoeglich-auf-alle-emissionen-ausweiten) (Neben der Idee einer festen CO2 Grenze, von der Wissing scheinbar nichts mitbekommen hat).
Ich habe die Idee einfach mal paraprasiert und mit ein paar Problemen gespickt, die ich dabei sehe. Du hast sie nur weiter aufgebrochen.
Die FDP will den Emissionshandel auf alles ausweiten und damit den Marktdruck und Innovationsdruck auf alles erhöhen. Gleichzeitig kennen wir die FDP und sonstige Regulierungen sind natürlich im Sinne der neoliberalen Marktwirtschaft auf ein Minimum zu reduzieren. Ob sie dabei an die Verlierer denkt... Weiß ich nicht. Macht sie wahrscheinlich im gleichen Rahmen wie sie sonst an die Verlierer denkt.
Die FDP will sie im weiteren Rahmen dann auch auf die ganze EU ausweiten. Dass das mit dem Import und Export Probleme gibt habe ich nur angesprochen und du hast es vertieft. Ich habe dafür auch keine Lösung. Das lässt das Wahlprogramm der FDP allerdings auch offen.
Gut... Ist natürlich nicht fair ein Wahlprogramm nach Machbarkeit zu berwerten. So ein bisschen Haarsträubendes steht in jedem und ein bisschen steckt da auch immer Utopie drin.  ;) Aber arg viel mehr steht da auch nicht.

Punkt 1: Emissionshandel, haben wir durch. Daran hängt halt alles.
Punkt 2: Internationale Kosten für CO2 sparenden Projekte intern aufs Konto rechnen. (Dann sieht immerhin die Bilanz besser aus...)
Punkt 3: Mehr Wald für Klima. (Spricht ja nichts dagegen... Ist halt auch nicht einfach den Brasilianer zu überreden sein Wald nicht anzuzünden. Aber kann man machen.)
Punkt 4: Innovation statt Verbot (ergibt sich aus Punkt 1)
Punkt 5: Technologieoffenheit beim Fahrzeugbau (sponsored by Porsche, ergibt sich aus Punkt 2 und 3)
Punkt 6: Striktes Limit bei CO2 Verbrauch (aber fast keine geziehlten Maßnahmen, um es einzuhalten (siehe Punkt 8 und eventuell Punkt 6))
Punkt 7: Nachhaltes Meerespolitik (klingt gut, in der Kunst würde man hier aber schon von Nische sprechen. Trotzdem wichtig.)
Punkt 8: Geo-Engineering (Kein Wahlprogramm ohne Buzzword. Stecke technisch nicht genug drin, um die Technologie zu beurteilen. Erster Punkt, an dem irgendwie CO2 gespart werden soll..)
Punkt 9: Gründung einer Wasserstoff Union (sehr gut, hat aber vor allem wirtschaftliche und sicherheitsgründe zum Ziel. Wichtig, aber spart nichts)
Punkt 10: Innovation statt Fahrverbot (E-Fuel... On-Demand-Verkehr... intelligente Verkehrsführung.... Gut. Das ist der erste Punkt, nebem dem Emissionshandel, an dem konkret CO2 gespart wird bei Konsum, den wir aktuell haben. In dem Ministerium, weshalb wir gerade die Diskussion führen.  ;))
Punkt 11: Kein pauschales Verbot von Verbennermotoren (hier nochmal Porsche, ist das gleiche wie Punkt 3, nur spezifiziert. Ich bin auch gegen ein Verbot.)

Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass 3 von 11 Punkten direkt das Auto oder zumindest den Verkehr im weiteren Sinne betreffen. Über Stromproduktion wird gar kein Wort verloren. Muss der Markt regeln.


Zitat
Geht aber leider schleppend vorran und reicht wahrscheinlich gar nicht aus.
Richtig. Weil die komplette Energiewende politisch und bürokratisch total vermurkst ist. WKA werden abgerissen und nicht wieder neu gebaut (repowering), weil es keine Investitionsförderung und oder keine Langzeitzahlungen wie die EEG-Umlage mehr gibt. Der Wegfall der Subventionen ist meiner Meinung nach auch richtig, zeigt aber, dass man mit EE anscheinend kein Geld verdienen kann.

Also muss der Staat ran, der braucht keinen Gewinn zu machen, man muss es aber so organisieren, dass es trotzdem effizient gemanaged wird, also nicht kameralistisch. Diese Organisationen müssen wie ein Unternehmen aufgebaut und geführt werden, Verluste dürfen nur durch die Kernaufgaben entstehen, nicht durch ausufernde Personalpolitik, nicht durch irgendwelche Prachtbauten, Spekulationen an den Finanzmärkten durch gelangweilte CFOs oder andere Manipulationen zum Nachteil der Kunden und Steuerzahler.

Ich stimme dir da komplett zu. Es wird am Ende kein Tempolimit richten und keine Umlage in irgendeiner Art. Das sind entweder marginale Zahlen oder nur Umwälzungen von Geld mit viel Aufwand. Wenn wir es nicht auf die Kette bekommen unsere Infrastruktur zu planen und effektiv und effizient aufzubauen wird es nichts. Und hier versagen gerade alle Regierungen seit mindestens 20 Jahren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 12:43:32
Wir müssen dafür sorgen, dass CO2-intensive Tätigkeiten und Produkte teuer und wirtschaftlich unattraktiv werden.
Das halte ich für den falschen Weg, weil es dt. Verbraucher und Unternehmen stark belastet und D keine isolierte Insel ist. Solche Energiepreise wie im Moment kann sich auch Deutschland nicht auf Dauer leisten.

Zum "irgendwer" habe ich hier etwas geschrieben: https://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,17951.msg1046818.html#msg1046818

Zitat
Die ganze Nummer ist einfach unglaublich komplex.
Ja, das ist sie sicherlich, deswegen mein Vorschlag, bei den größten und imho am "einfachsten" zu ersetzenden CO2-Verschmutzern anzufangen. Einfach in dem Sinne, dass ich erstmal "nur" ein Kraftwerk ersetzen muss, ohne gleich die halbe Gesellschaft umkrempeln zu müssen. In Sachen Stromtrassen wird der Staat aber ein Zeichen setzen müssen, da kann man auf einzelne Bedenkenträger keine Rücksicht mehr nehmen, sondern muss das Gemeinwohl in den Vordergund stellen.

Das geht natürlich nicht überall, zB. beim Verkehr werden Verbrenner und eAutos oder Wasserstofffahrzeuge längere Zeit koexistieren müssen, alleine schon wegen dem hohen Bestand an Verbrennern.

So arbeitet man sich dann von oben nach unten, ganz am Ende steht dann - überspitzt ausgedrückt - der Gartengrill, der nicht mehr mit Erdgas sondern mir grünem Gas betrieben wird. So wird eine Aufgabe nach der anderen gelöst und man hat am Anfang schon große Erfolge vorzuweisen, die einzelnen Teilaufgaben sind deutlich weniger komplex als die Gesamtaufgabe. Und wenn man an einer Aufgabe scheitert, ist das weniger schlimm, als wenn man an der Gesamtaufgabe scheitert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 13:03:26
Vorab: wenn es dir nicht wirklich um die Energiewende und deren möglichst sinnvolle Umsetzung geht, sondern darum, die FDP an den Pranger zu stellen, dann können wir die Diskussion einstellen.

Die Sache mit den CO2 Zertifikaten ist letztendlich die Idee der FDP und eines ihrer Hauptpunkte zum Kampf gegen den Klimawandel
Naja, die FDP hat den Stein der Weisen auch nicht mit Löffeln gefressen O0

Danke für deine Mühe mit dem Wahlprogramm, aber ich sehe keine wirkliche Relevanz für unsere Diskussion, die FDP ist viel zu klein, um ihre Ideen maßgeblich umsetzen zu können. Dazu kommt noch, dass der Markt nur dann etwas regeln kann, wenn er nicht zu Tode reguliert wurde und wenn es kein Oligopol oder gar Monopol  gibt. Ehe man also dem Markt also etwas überlassen kann, muss man erst mal einen "richtigen" Markt schaffen, das bedeutet, man muss jegliche Regulierungen auf den Prüfstand stellen und solche, die sich schädlich auf den Preismechanismus auswirken, entfernen und man muss dafür sorgen, dass es viele Anbieter gibt, die um die Gunst der Kunden buhlen.

Zitat
Gleichzeitig kennen wir die FDP und sonstige Regulierungen sind natürlich im Sinne der neoliberalen Marktwirtschaft auf ein Minimum zu reduzieren.
Die Verwendung von ideologischen Kampfbegriffen wie "neoliberal" oder Aussagen, dass die FDP nicht an "Verlierer" denken würde, finde ich sehr kontrapoduktiv in einer sachlich geführten Diskussion. Wir haben eine soziale Marktwirtschaft, die ist extrem weit von einer "neoliberalen Marktwirtschaft" entfernt und meines Wissens will auch die FDP die soziale Marktwirtschaft nicht abschaffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 09.September 2022, 13:14:23

Ich denke für die ganze Sache wäre ein Emissionshandeln in jedem Sektor gut. Aber nicht wie er gerade existiert, mit kostenlosen Zertifikaten, dubiosen Einkäufen von Zertifikaten aus dem Ausland. Eins sauberes und sicher reguliertes System, in dem CO2 knallhart eingepreist wird und auf den kompletten Markt gelegt wird.
Dann brauchen wir keine Beschränkungen im Verkehr. Als Beispiel: Autofahren wird halt teurer. Da ist dann auch das Tempolimit aus der Diskussion. Der, der schnell fährt zahlt eben dafür. Wer übermäßig konsumiert zahlt dafür. Wer viel reist zahlt dafür. Wer in einer "zu großen" Wohnung wohnt zahlt dafür. Da alles teurer wird, wird automatisch ein Einspareffekt eintreten.
ABer nicht nur das. Das ist natürlich ein wahnsinnier Innovationstreiber für die Unternehmen. Die teuren Emissionspreise müssen an die Verbrauche weiter gegeben werden, wenn sie nicht pleite gehen wollen. Im Preiskampf wird umweltfreundlichkeit ein entscheidender Faktor. Also werden CO2 intensive Konsumgüter entweder schlicht weg teurer oder so unrentabel, dass sie vom Markt verschwinden und/oder ersetzt werden.


Alles noch teurer zu machen halte ich gerade und auch langfristig für den falschen Ansatz, mit den seit Jahren höchsten Energiepreisen, exorbitanten Mietpreisen, knapp 13 Milllionen an der Armutsgrenze lebenden Personen...usw.
Auch in anderen Ländern wie Indien kann man den Leuten schlecht klar machen, dass wenn diese mal einen Lebensstandard (bei vielen dort: ein Kaste) erreicht haben, Verzicht zu üben, aber das nur als Beispiel.
Wenn man es mit Geboten und Verboten durchsetzt, ist halt ganz schnell ein wütender Mop auf der Straße mit Fackeln, Mistgabeln oder Schlimmerem.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 13:35:45
Vorab: wenn es dir nicht wirklich um die Energiewende und deren möglichst sinnvolle Umsetzung geht, sondern darum, die FDP an den Pranger zu stellen, dann können wir die Diskussion einstellen.

Die Sache mit den CO2 Zertifikaten ist letztendlich die Idee der FDP und eines ihrer Hauptpunkte zum Kampf gegen den Klimawandel
Naja, die FDP hat den Stein der Weisen auch nicht mit Löffeln gefressen O0

Danke für deine Mühe mit dem Wahlprogramm, aber ich sehe keine wirkliche Relevanz für unsere Diskussion, die FDP ist viel zu klein, um ihre Ideen maßgeblich umsetzen zu können. Dazu kommt noch, dass der Markt nur dann etwas regeln kann, wenn er nicht zu Tode reguliert wurde und wenn es kein Oligopol oder gar Monopol  gibt. Ehe man also dem Markt also etwas überlassen kann, muss man erst mal einen "richtigen" Markt schaffen, das bedeutet, man muss jegliche Regulierungen auf den Prüfstand stellen und solche, die sich schädlich auf den Preismechanismus auswirken, entfernen und man muss dafür sorgen, dass es viele Anbieter gibt, die um die Gunst der Kunden buhlen.

Zitat
Gleichzeitig kennen wir die FDP und sonstige Regulierungen sind natürlich im Sinne der neoliberalen Marktwirtschaft auf ein Minimum zu reduzieren.
Die Verwendung von ideologischen Kampfbegriffen wie "neoliberal" oder Aussagen, dass die FDP nicht an "Verlierer" denken würde, finde ich sehr kontrapoduktiv in einer sachlich geführten Diskussion. Wir haben eine soziale Marktwirtschaft, die ist extrem weit von einer "neoliberalen Marktwirtschaft" entfernt und meines Wissens will auch die FDP die soziale Marktwirtschaft nicht abschaffen.

Im Sinne des Gesamtdiskussion ging es um die FDP. Zumindest habe ich es so herausgelesen. Deswegen hatte ich mich über die Position informiert und sie als Vorschlag zur Lösung der Probleme als Grundlage hergenommen. Sie ähnelt ja in ihren grundsätzlichen Punkten ein wenig der Ideen der grünen Partei CO2 als Umlage zu finanzieren. Ihm Rahmen des Threads finde ich den Bezug schon in Ordnung.

Aber trotzdem muss ich mich bei dir entschuldigen. Das war natürlich ein Nebenthema, dass ich in einem direkten Quoute von dir beenden wollte und hatte mit der konstruktiven Diskussion zwischen uns darüber, wie man die Infrastruktur aufbauen kann oder wer es wie bezahlt, nichts zu tun. Ich wollte damit auch nur offen legen, dass ich die Position nicht uneingeschränkt vertrete. Oder zumindest nicht so, wie sie die FDP meiner Meinung nach vertritt. Ich hätte auch besser sichtbar machen müssen, dass das zum Teil auch zu Deims und Jägerhorsts Gesprächfaden zählte und nicht nur eine reine Antwort auf dich war.
Den "Kampfbegriff" neoliberalismus habe ich gewählt, weil er hier in der Vergangenheit bereits gefallen ist.
Das mit den Verlieren ist nunmal meine Meinung. Die mag falsch sein. Ich bin hier wahrscheinlich nicht der einzige der irgendwelche Meinungen zu Partein vertritt, wogegen andere widersprechen würden. Aber ich sehe nicht, dass die FDP viel macht, um den soziale schwächer gestelten Menschen zu helfen oder die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. Wenn man gleichzeitg etwas auf den Weg bringen will, was massiv zu Verteuerungen führt, sehe ich da eine gewisse soziale Gefahr. Es braucht kein Verbot, wenn ich mir das was verboten werden soll, ohnehin nicht leisten kann. Das ist eindeutig eine Kritik. Ich muss in dem Fall, gegenüber der FDP, nicht konstruktiv sein. Deinen Kritikpunkten am Emissionshandel stimme ich zu. Ich halte es nicht für sinnvoll das komplett den Markt regeln zu lassen.
Das heißt nicht, dass ich nicht andere Positionen der FDP sehr gut finde. Für mich ist das nunmal differenziert zu betrachten. Die perfekte Partei gibt es für mich nicht. Aber das führt zu weit vom Thema weg.
Damit können wir die FDP beiseite lassen. Ich habe dazu zumindest alles gesagt, was ich loswerden wollte und ich hoffe du siehst mir nach, dass das etwas konfus war.  :-\




Zum Thema selbst scheinen wir aber ähnlicher Meinung zu sein. Im Grunde ist es egal, ob es national oder global passiert. Global wäre schön. Aber selbst die nationale Umstellung auf erneuerbaren Energien sichert uns günstigen und unabhängige Produktion von Energien (Auch wenn wir es bei den Energieträgern wahrscheinlich nie alleine schaffen werden, siehe Kanada). Und die geht, da sind wir uns einig, zu langsam. Dafür gibt es viele Gründe. Bundesländer stellen sich quer. Chaos bei der Finanzierung. Stau in der Bürokratie. Sehe leider nicht wer das aufbrechen kann. Ministerien stecken mittlerweile, wahrscheinlich aus gutem Grund, nur noch in der Bewältigung der aktuellen Krise. Die Aufarbeitung und Struktierung des Staates fällt irgendwie immer hinten runter.
Vielleicht bräuchte es ein Arbeitsprozess-Ministerium das so trocken ist, dass es dort keine täglichen Krisen herschen und das sich einzig und alleine auf eine Strukturierung der Behördenapparats konzentriert.  :o Aber selbst das ist zeitlich gesehen ein so massives Thema, dass man darauf eigentlich nicht warten kann. Das verpennen wir schon länger als die Energiewende...

Das mit dem Bezahlen ist halt noch so ein Ding. Wenn der Staat für alles aufkommt zahlt es am Ende trotzdem der Bürger. Von daher würde ich solche Finanzierungsumlagen wie von FDP oder Grün ausgedacht, gar nicht all zu schnell vom Tisch nehmen. Ich finde daran zum Beispiel gut, dass der Konsument selbst etwas dafür tun kann und die Steuerungsmöglichkeiten in die Hand bekommt. Mit allen Nachteilen der finanziellen Überforderung und den Vorteilen des dadurch entstehenden Bildungs- und Innovationseffekts.
Das fand ich auch bei diesem drei monatigen Spritpreisrabatt ein sinnvolles Argument, auch wenn es am Ende anders kam. Bei der Gaspreisumlage ist es dann wieder mit drin...
Wenn es für den Konsumenten so aussieht, als bleibe es immer gleich, dann konsumiert er nunmal auch immer gleich und verändert sich nicht. Ist halt die Frage, ob wir der Welt ins Auge sehen wollen und akzeptieren, dass wir pro Kopf eben doch enorm viel konsumieren und uns Fragen wollen ob das sein muss. Ist ein böses Thema, weil das sofort in Richtung Verzicht geht. Ich weiß, der wütender Mob. (Ein Punkt, bei dem der Vergleich mit China übrigens sehr oft hinkt. Die USA wäre da viel schlimmer.  ;D)
Den andererseits zahlen wir halt auch, nur mit Steuern. Nur, weil für den Konsumenten nichts teuerer wird, heißt nicht das nicht, dass die Kosten plötzlich verschwinden. Wenn die Kosten gleich bleiben und auch die Steuern sich nicht erhöhen wird der Staat automatisch an anderer Stelle einsparen. Bildung, Infrastruktur, Rente, oder sonst wo.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 14:26:29
Aber ich sehe nicht, dass die FDP viel macht, um den soziale schwächer gestelten Menschen zu helfen oder die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen.
Erstens hat sie dazu gar nicht die Macht und zweitens machen andere Parteien auch nicht wirklich etwas, selbst wenn sie an der Macht sind und den Kanzler oder Vizekanzler stellen. Angeprangert wird aber die FDP...

Zitat
Damit können wir die FDP beiseite lassen.
Ich bitte darum, eine Entschuldigung ist nicht nötig ;)

Zitat
Im Grunde ist es egal, ob es national oder global passiert.
Das ist leider nicht egal, die Klimaerwärmung kann nur global gestoppt werden.

Zitat
Das mit dem Bezahlen ist halt noch so ein Ding. Wenn der Staat für alles aufkommt zahlt es am Ende trotzdem der Bürger.
Am Ende zahlt der Steuerzahler immer ALLE Staatsausgaben, egal welchen Namen man dem Kind gibt, und als Arbeitnehmer bezahlen sie auch alles andere, das geht auch gar nicht anders. Wichtig ist, dass diese Leistungsträger nicht überlastet werden und mit dem Geld staatlicherseits vernünftig umgegangen wird. Und da sehe ich leider große Defizite, alleine mit dem Geld, das die Stromkunden für die EEG-Umlage aufgebracht haben, hätte man wesentlich mehr EE-Anlagen bauen müssen. Das geschieht aber nicht, weil man damit Investoren und Konzerne bezahlt, die das Geld nicht in EE-Anlagen reinvestieren müssen.

Den Menschen einerseits viel Geld durch künstlich hohe Preise zu entziehen, um es ihnen auf der anderen Seite wieder als staatliche Hilfen zukommen zu lassen, halte ich für wenig effizient, weil das wieder ein teures, langsames, bürokratisches Monster wird. Darüber hinaus ist so eine künstliche Verteuerung mMn. völlig unnötig, Unternehmen sind daran interessiert, so wenig Kosten wie möglich zu produzieren. Wenn EE Strom also tatsächlich günstiger als fossiler Strom und gleichermaßen stabil verfügbar ist, dann werden die Unternehmen den auch annehmen. Also muss man die Produktion ausweiten, damit es immer mehr günstigen EE-Strom gibt und damit die Nachfrage auch bewältigt werden kann. Zu viel EE-Strom kann man nicht erzeugen, die Überschüsse kann man an die Nachbarn verkaufen oder man macht grünen Wasserstoff daraus, den man dann in Zeiten von zu geringer EE-Stromerzeugung zur Unterstützung verstromt oder den man auch verkaufen kann.

Zitat
Ich finde daran zum Beispiel gut, dass der Konsument selbst etwas dafür tun kann und die Steuerungsmöglichkeiten in die Hand bekommt.
Was bekommt er denn zu steuern und welche Wahl soll er haben?

Zitat
Ist ein böses Thema, weil das sofort in Richtung verzicht geht.
Man kann den Bürgern halt nicht vermitteln, dass sie verzichten sollen, wenn der Nachbar in Saus und Braus lebt.

Zitat
Nur, weil für den Konsumenten nichts teuerer wird, heißt nicht das nicht, dass die Kosten plötzlich verschwinden.
Da sind wir wieder beim Thema Internalisierung externer Effekte. Auch das kann nur global gelöst werden, der CO2-Preis muss weltweit gleich hoch sein, sonst haben die Volkswirtschaften mit einem hohen CO2-Preis einen großen Wettbewerbsnachteil.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 15:18:59
Zitat
Im Grunde ist es egal, ob es national oder global passiert.
Das ist leider nicht egal, die Klimaerwärmung kann nur global gestoppt werden.
Ich meine das im Sinne davon, dass es kein Grund ist es national nicht zu tun, nur weil es global nicht geht. Das Argument hört man verkürzt immer öfters: "Wieso sollen wir was machen, wenn Nation A, B und C entweder viel mehr CO2 verbrauchen als wird oder auch nichts machen."
Klar wäre eine globale Zusammenarbeit wünschenswert und erstrebenswert. Die ist aber gerade so weit Weg, dass es nicht mehr als ein Traum ist. Und deswegen muss es egal sein. Wenn ich den großen Schritt nicht schaffe muss ich anfangen kleine Schritte zu gehen.


Zitat
Das mit dem Bezahlen ist halt noch so ein Ding. Wenn der Staat für alles aufkommt zahlt es am Ende trotzdem der Bürger.
Am Ende zahlt der Steuerzahler immer ALLE Staatsausgaben, egal welchen Namen man dem Kind gibt, und als Arbeitnehmer bezahlen sie auch alles andere, das geht auch gar nicht anders. Wichtig ist, dass diese Leistungsträger nicht überlastet werden und mit dem Geld staatlicherseits vernünftig umgegangen wird. Und da sehe ich leider große Defizite, alleine mit dem Geld, das die Stromkunden für die EEG-Umlage aufgebracht haben, hätte man wesentlich mehr EE-Anlagen bauen müssen. Das geschieht aber nicht, weil man damit Investoren und Konzerne bezahlt, die das Geld nicht in EE-Anlagen reinvestieren müssen.

Den Menschen einerseits viel Geld durch künstlich hohe Preise zu entziehen, um es ihnen auf der anderen Seite wieder als staatliche Hilfen zukommen zu lassen, halte ich für wenig effizient, weil das wieder ein teures, langsames, bürokratisches Monster wird. Darüber hinaus ist so eine künstliche Verteuerung mMn. völlig unnötig, Unternehmen sind daran interessiert, so wenig Kosten wie möglich zu produzieren. Wenn EE Strom also tatsächlich günstiger als fossiler Strom und gleichermaßen stabil verfügbar ist, dann werden die Unternehmen den auch annehmen. Also muss man die Produktion ausweiten, damit es immer mehr günstigen EE-Strom gibt und damit die Nachfrage auch bewältigt werden kann. Zu viel EE-Strom kann man nicht erzeugen, die Überschüsse kann man an die Nachbarn verkaufen oder man macht grünen Wasserstoff daraus, den man dann in Zeiten von zu geringer EE-Stromerzeugung zur Unterstützung verstromt oder den man auch verkaufen kann.

Die Argumentation der Partein ist, dass es nicht künstlich ist. Aktuell zahlen wir einfach nicht die Umweltkosten mit. In einem geschlossenen Unternehmen ist es einfacher zu betrachten. Umweltauflagen erfordern Anpassungen in der Produktion (Luftfilter oder so). Das erhöht die Produktionskosten, der Gewinn sinkt, eventuell erhöhen sich die Preise.
Bei CO2 ist das aber nicht so einfach. Die Stahlindustrie kann nicht einfach einen CO2 Filter einbauen oder sonst wie "intern" kompensieren. Eine Spedition wird sich da auch schwer tun. Der CO2 Ausstoß mancher Industriezweige kann nicht im gleichen Industriezweig kompensiert werden. Deswegen ist das Argument ihn quer zu finanzieren.
Wenn man die Umweltkosten als gegeben ansieht, dann kann man auch argumentieren, dass gerade alles künstlich zu günstig ist, weil wir eben nicht für die Kompensation der Umweltschäden zahlen. Es spart ja auch jedes Kilo Kunststoff, dass in den Weltmeeren rumschwimmt Geld für dessen korrekte Entsorgung. Das ist nur eine Frage der Perspektive. Und die Perspektive der Politker, die das so fordern, kann ich zumindest nachvollziehen.
Das ist ein Monster wird, kann ich mir leider auch vorstellen. Und wahrscheinlich scheitert es daran auch.... Die Grundidee der Partein finde ich trotzdem gut.

Zitat
Ich finde daran zum Beispiel gut, dass der Konsument selbst etwas dafür tun kann und die Steuerungsmöglichkeiten in die Hand bekommt.
Was bekommt er denn zu steuern und welche Wahl soll er haben?
Nehmen wir den Gaspreis im Vergleich zum Tankrabatt. Der Gaspreis lässt den Konsumenten an der politischen Lage teilhaben. Der Tankrabatt verschleiert die politische Lage. Der Gaspreis kann dazu führen, dass der Konsument in angesicht der Lage und ihrer Konsequenzen beim Verbrauch spart. Ich meine damit nicht die Menschen, die es sich nicht leisten können. Viele werden im Winter einen genaueren Blick auf ihr Heizungsthermostat haben. Das ist doch eine freiwillige Wahl auf Grund der aktuellen Situation und wird einen Effekt nach sich ziehen. Der Benzinpreis vermittelt im schlimmsten Fall, dass alles wie immer sei.
Das ist natürlich auch wieder nicht schwarz weiß... Der Gaspreis wird Haushalte sozial unter Druck setzen. Es werden Hilfspakete von nöten sein und die müssen wirken. Das ist alles nicht perfekt.
Aber Preise steuern nunmal das Konsumverhalten. Steuern und Förderungen funktionieren nach dem gleichen Prinzip.

Zitat
Ist ein böses Thema, weil das sofort in Richtung verzicht geht.
Man kann den Bürgern halt nicht vermitteln, dass sie verzichten sollen, wenn der Nachbar in Saus und Braus lebt.
Welchen Nachbar meinst du?

Zitat
Nur, weil für den Konsumenten nichts teuerer wird, heißt nicht das nicht, dass die Kosten plötzlich verschwinden.
Da sind wir wieder beim Thema Internalisierung externer Effekte. Auch das kann nur global gelöst werden, der CO2-Preis muss weltweit gleich hoch sein, sonst haben die Volkswirtschaften mit einem hohen CO2-Preis einen großen Wettbewerbsnachteil.
Keine Preise sind global gleich. Das hatte ich vorhin mit dem Beispiel von Bulgarien und Rumänien geschrieben. Aber ja, global gesehen ist das ein Problem. Da gebe ich dir recht. Dafür bin ich zu wenig VWLer, um eine Antwort zu haben. Ich frage mich, ob eine der Parteien eine hat.  ;)
Das mit dem Wettbewerbsvorteil sehe ich nicht so schlimm. Unsere Volkswirtschaft wird auch ein Problem haben, wenn wir die nötigen Investitionen für CO2 auf Pump und aus Steuergeldern kompensieren. Das ist doch ein Nullsummenspiel. Wir brauchen Betrag x für Investitionen und Kompensationen. Wir reden gerade nur darüber, ob die Bevölkerung in einer Umverteilung daran beteiligt wird, oder, ob der Staat alles zahlt und die Bevölkerung über Jahre hin durch Steuern beteiligt wird...
Beides hat seine Vor- und Nachteile im Detail. Man erhofft sich von dem Bürokratiemonster und der Umverteilung ja auch etwas... Aber im Großen und Ganzen wird das Geld nachher aus der Volkswirtschaft heraus und in die Volkswirtschaft hinein finanziert. Egal, ob es mit Umverteilung oder durch Steuern und Schulden gesammelt wurde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 16:26:09
Ich meine das im Sinne davon, dass es kein Grund ist es national nicht zu tun, nur weil es global nicht geht.
Das bedeutet aber auch, dass die eigenen Anstrengungen völlig sinnlos sind, wenn es global nicht geht. Wie will man das rechtfertigen?

Zitat
Aktuell zahlen wir einfach nicht die Umweltkosten mit.
Das stimmt nicht, wir zahlen ja schon massenhaft Umweltsteuern und -abgaben:
Gebühren für die Gewässerverschmutzung, Deponiesteuern, Luftverschmutzungssteuern [..]
Mineralölsteuer, Erdgassteuer, Heizölsteuer, Flugbenzinsteuer (Kerosin), Steuern auf Pestizide, Energiesteuern, Stromsteuer. [..]
Abfallabgabe, Abwärmeabgabe, Abwasser-Abgabe, Grundwasser-Abgabe, Lärmabgabe, Waldpfennig, Wasserentnahmeentgelt, CO2-Abgabe, Naturschutz-Abgabe, Stickstoffabgabe, Verpackungsabgabe (Plastiktüten-Steuer), Energiesteuer, Stromsteuer, Deponiesteuer, Grenzsteuer-Ausgleichsabgaben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Umweltsteuer#Europ%C3%A4ische_Union

Wie viel soll es denn noch werden?

In China gibt es nichts dergleichen oder deutlich weniger. Weswegen China viel billiger produzieren kann und wir in Abhängigkeit von denen geraten.

Zitat
Wenn man die Umweltkosten als gegeben ansieht, dann kann man auch argumentieren, dass gerade alles künstlich zu günstig ist, weil wir eben nicht für die Kompensation der Umweltschäden zahlen.
Jegliche menschliche Aktivität hat Auswirkungen auf die Umwelt, man kann natürlich versuchen, diese Kosten alle zu berechnen und den Menschen aufzudrücken. Aber wo soll das enden? Soll das Leben unbezahlbar werden?

Zitat
Es spart ja auch jedes Kilo Kunststoff, dass in den Weltmeeren rumschwimmt Geld für dessen korrekte Entsorgung.
Du weißt aber schon, dass dieses Zeug größtenteils aus asiatischen Flüssen stammt?

Die erste Studie („River plastic emissions to the world’s oceans“, Juni 2017) schätzt, dass jedes Jahr zwischen 1,15 und 2,41 Millionen Tonnen Plastikmüll über Flüsse im Meer landen. Für zwei Drittel dieses Plastikmülls seien 20 Flüsse verantwortlich. Die meisten davon liegen in Asien, einige in Afrika und Südamerika. An erster Stelle steht demnach der chinesische Jangtse.

Der zweiten Studie zufolge, die im Oktober 2017 erschien, gelangen jährlich etwa 0,5 bis 2,75 Millionen Tonnen Müll pro Jahr aus Flüssen ins Meer. Demnach stammen 93 Prozent dieses Plastikmülls aus zehn besonders verschmutzten Flüssen. Acht Flüsse liegen in Asien, zwei in Afrika. Auch hier liegt der Jangtse auf dem ersten Platz.
https://utopia.de/ratgeber/die-wahren-ursachen-von-plastikmuell-im-meer/

Zitat
Das ist nur eine Frage der Perspektive.
Wenn man der Umwelt und der Natur den allerhöchsten Stellenwert beimisst und die Belange und die Bedürfnisse der Menschen hinten anstellt und unbezahlbar macht, dann bleibt der Menschheit am Ende nur noch der kollektive Selbstmord, ein "zurück zur Natur" oder "zurück in die Höhle" oder auch nur so etwas wie Nachhaltigkeit ist mit 8 Mrd. Menschen nicht machbar.
Das mag jetzt auch nach Totschlagargument klingen, aber wenn man es konsequent zu Ende denkt, dann läuft es darauf hinaus.

Zitat
Aber Preise steuern nunmal das Konsumverhalten.
Verstehe ich nicht. Was soll denn jemand mit einer Gasheizung steuern, was hat er selber in der Hand und was soll das mit dem Spritpreis zu tun haben? Derjenige hat keine Wahl, außer die hohen Preise zu zahlen. Und es ist ja jetzt auch nicht so, als hätte man seitens der Politik nicht für die Gasheizungen getrommelt.

Und gerade bei den Preisen für Energie langt der Staat in Form von Steuern und Abgaben massiv zu, da wird nichts gesteuert, das wird einfach nur abkassiert. Oder warum sind die Steuern auf Ökostrom nicht niedriger als für fossilen Strom?

Zitat
Welchen Nachbar meinst du?
Die Nachbarn, die nicht verzichten müssen.

Zitat
Das mit dem Wettbewerbsvorteil sehe ich nicht so schlimm.
Ich schon, denn das kostet Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Zitat
Unsere Volkswirtschaft wird auch ein Problem haben, wenn wir die nötigen Investitionen für CO2 auf Pump und aus Steuergeldern kompensieren.
Darum geht es aber nicht. Wenn wir unserer Wirtschaft immer mehr Kosten auferlegen, werden die Produkte immer teurer und immer mehr Menschen kaufen die Produkte der Konkurrenz, die die Kosten nicht tragen muss. Der Umwelt und dem Klima wird dadurch nicht geholfen, eher noch im Gegenteil.

Zitat
Beides hat seine Vor- und Nachteile im Detail.
Ich glaube, wir reden hier gerade massiv aneinander vorbei, ich kann jedenfalls an Wettbewerbsvorteilen für die chin. Industrie keine Vorteile erkennen, auch nicht für das Klima.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2022, 17:27:13
Zitat
Das ist nur eine Frage der Perspektive.
Wenn man der Umwelt und der Natur den allerhöchsten Stellenwert beimisst und die Belange und die Bedürfnisse der Menschen hinten anstellt und unbezahlbar macht, dann bleibt der Menschheit am Ende nur noch der kollektive Selbstmord, ein "zurück zur Natur" oder "zurück in die Höhle" oder auch nur so etwas wie Nachhaltigkeit ist mit 8 Mrd. Menschen nicht machbar.
Das mag jetzt auch nach Totschlagargument klingen, aber wenn man es konsequent zu Ende denkt, dann läuft es darauf hinaus.
Es muss meiner Meinung nach nicht darauf hinauslaufen, da es auch hier nicht nur 0 und 1 gibt. Am Ende ist es sowieso ein Kompromiss und wir landen irgendwo auf der Skala. Das mit der Höhle ist tatsächlich ein Totschlagargument.  ;D


Zitat
Aktuell zahlen wir einfach nicht die Umweltkosten mit.
Das stimmt nicht, wir zahlen ja schon massenhaft Umweltsteuern und -abgaben:
Gebühren für die Gewässerverschmutzung, Deponiesteuern, Luftverschmutzungssteuern [..]
Mineralölsteuer, Erdgassteuer, Heizölsteuer, Flugbenzinsteuer (Kerosin), Steuern auf Pestizide, Energiesteuern, Stromsteuer. [..]
Abfallabgabe, Abwärmeabgabe, Abwasser-Abgabe, Grundwasser-Abgabe, Lärmabgabe, Waldpfennig, Wasserentnahmeentgelt, CO2-Abgabe, Naturschutz-Abgabe, Stickstoffabgabe, Verpackungsabgabe (Plastiktüten-Steuer), Energiesteuer, Stromsteuer, Deponiesteuer, Grenzsteuer-Ausgleichsabgaben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Umweltsteuer#Europ%C3%A4ische_Union
Das war unpräzise ausgedrückt. Wir zahlen die CO2 Emissionen nicht in dem Wert mit, welchen sie haben könnten. Oder sollte. Der Vorschlag von Umlagen ist ja populär....
Ich weiß nicht wie hoch das ist. So, wie es die Grünen oder die FDP im Sinn haben. Keine Ahnung, um wieviel die Produkte teurer werden würden, wenn die FDP ihr Emmissionshandels-Gesetz durchbringen könnte.

Zitat
Es spart ja auch jedes Kilo Kunststoff, dass in den Weltmeeren rumschwimmt Geld für dessen korrekte Entsorgung.
Du weißt aber schon, dass dieses Zeug größtenteils aus asiatischen Flüssen stammt?
Das war ein Beispiel, um den Punkt verdeutlichen. Oder glaubst du die Asiaten zahlen für den Abfluss ins Meer und pflanzen dafür an anderen Stellen Plankton zur Kompensation?

Zitat
Aber Preise steuern nunmal das Konsumverhalten.
Verstehe ich nicht. Was soll denn jemand mit einer Gasheizung denn steuern, was hat er selber in der Hand und was soll das mit dem Spritpreis zu tun haben? Derjenige hat keine Wahl, außer die hohen Preise zu zahlen. Und es ist ja jetzt auch nicht so, als hätte man seitens der Politik nicht für die Gasheizungen getrommelt.
Ich bin Autofahrer und Gasheizungs-Heizer. Also ich habe doch wohl eine Kontrolle darüber, welche Strecken ich wie mit dem Auto fahre und wie ich wann meine Wohung heize. Natürlich spielt da bei mir der Preis eine Rolle. Es ist ja nicht so, dass wir alle auf dem absoluten Minimum konsumieren und die Alternative zwischen warm ist einfach nur kalt.

Edit: Ich habe den Tankrabatt und die Gaspreisumlage verglichen, da sie exakt die beiden Finanzierungsarten darstellen, die wir gerade diskutieren und im ähnlichen Zeitraum ähnliche Wirkung entfalten sollten. Deswegen der Spritpreis vergleich.


Zitat
Welchen Nachbar meinst du?
Die Nachbarn, die nicht verzichten müssen.
Die haben doch Tempolimit. Scherz.  ;D
Weiß nicht... Welche Nachbarn müssen den nicht verzichten? Meinst du die EU Außengrenze? Länder wie Niederlande, Belgien, Frankreich oder Österreich haben doch auch Umweltthemen auf dem politischen Tableau. Und auch wenn das Gasthema Deutschland besonders trifft, auch das ist ein europäisches Thema. In Frankreich wird der Gaspreis gedeckelt und die Speicher sind auch nicht voll.
Ich weiß nicht so recht was du meinst.

Zitat
Unsere Volkswirtschaft wird auch ein Problem haben, wenn wir die nötigen Investitionen für CO2 auf Pump und aus Steuergeldern kompensieren.
Darum geht es aber nicht. Wenn wir unserer Wirtschaft immer mehr Kosten auferlegen, werden die Produkte immer teurer und immer mehr Menschen kaufen die Produkte der Konkurrenz, die die Kosten nicht tragen muss. Der Umwelt und dem Klima wird dadurch nicht geholfen, eher noch im Gegenteil.
Zitat
Beides hat seine Vor- und Nachteile im Detail.
Ich glaube, wir reden hier gerade massiv aneinander vorbei, ich kann jedenfalls an Wettbewerbsvorteilen für die chin. Industrie keine Vorteile erkennen, auch nicht für das Klima.
Da reitest du aber auf dem Problem herum, dass du wir aus Mangel an Expertise nicht lösen können.  ;)
Was wäre, wenn man Importe damit belegen könnte. Die EU macht mit. Verzichtet China auf einen Import an knapp 500 Millionen Menschen, die einen Großteil des weltweiten Reichtums und der Kaufkraft ausmachen? Also ich kann diese Frage, im Rahmen dieses Gesprächs, nicht so einfach lösen.
Wir bewegen uns hier doch sowieso nur in Wenn und Aber. Das einzige was wir sagen könne und wo wir uns einig sind ist, dass wir den Ausbau verkackt haben und jetzt mehr machen müssten. Die Frage war ja nur, ob so eine Umlagefinanzierung Sinn ergeben würde. Ich denke nicht, dass wir beide beurteilen können, ob sie durchsetzbar wäre - und zwar vor allem der globale Aspekt.

Ich meine das im Sinne davon, dass es kein Grund ist es national nicht zu tun, nur weil es global nicht geht.
Das bedeutet aber auch, dass die eigenen Anstrengungen völlig sinnlos sind, wenn es global nicht geht. Wie will man das rechtfertigen?
Das ist aber ein sehr grundsätzliches Argument. Unter dem Aspekt lassen wir es halt.  ;D Wir wissen, dass es aktuell nicht geht. Es ging auch vor 10 Jahren nicht und es wird auch in 10 Jahren nicht funktionieren.
Für mich muss das eigentlich gar niemand rechtfertigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 19:03:29
Ich denke, wir sollten es dabei belassen, wir drehen uns im Kreis und unsere Ansichten sind wohl zu weit voneinander entfernt. Das fortzuführen bringt meiner Meinung nach keinen weiteren Erkenntnisgewinn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 09.September 2022, 19:49:12
@DeDaim

Danke für deine Bereitschaft...
habe nun erstmal nix geschrieben, da Signore und Dragon eigentlich einige interessante Punkte nochmals und/oder neu eingebracht haben.

Letztendlich dreht man sich aber im Kreis und ich finde es i-wie müßig und traurig, wie sich alles entwickelt hat, mal unabhängig von Parteien und politischen Richtungen.
Mit so Gegebenheiten wie diesem schrecklichen Ukrainie-Krieg und Corona und und und...
Ich wollte mich auch keinesfalls als Verteidiger der FDP aufführen, wie gesagt, deren Wahl war für mich das kleinste annehmbare Übel, denn wie GameCrasher es teilweise schon richtig eingeordnet hat, auch weil sie lernfähig waren im Gegensatz zu dunklen Rössler-Zeiten und einen realistischeren Ansatz versprochen haben in vielen Dingen.
Gerade weil man wirtschaftlich und klimabezogen mehr auf die Weltlage schaut und unabhängig davon trotzdem weiter in erneuerbare investieren will.
Ich kann es auch verstehen, dass du dich um die Zukunft deiner Tochter sorgst, aber bei dieser Energiepolitik und auch was sonst mit dem verbrannten Geld von Aber-und-Aber-Milliarden in erneuerbare hier passiert ist, das ist für den Normalo, der einfach ein bisschen Leben will und nein nicht in Saus und Braus einfach schlimm ... und da haben alle Parteien schuld, die größeren CDU und SPD natürlich ein bisschen mehr.
Aber allgemein gibt es halt so eine Tendenz gerade von Journalisten (Zeit, Spiegel) und von den öffentlich Rechtlichen und auch in deren Kommentarspalten
alles Schlechte nun gerade auf die FDP abzuwälzen versuchen, das ist aufgrund der Komplexität der Sache und auch im Hinblick auf den Erkenntnisgewinn einfach nicht zielführend und billig.
Ich würde es halt feiern, wenn sich die Grünen ansatzweise mal auf eine Richtung einlassen könnten, dass man mittelfristig auf Atomkraft setzen kann, um dann langfristig mit erneuerbaren leben zu können oder so. Grüne in anderen Ländern wie Finnland zum Beispiel, denken da offener.
Es hat halt immer etwas von:
bis auf's Blut so Dinge wie E-Mobilität verteidigen
Nein, wir fahren lieber die Kohlekraftwerke hoch usw.
Das macht auch mich wütend, weil man so auch Fronten verhärtet bzw. der CDU in die Karten spielt, wo Merz einfach ihm vorgesetzte Karten ausspielen kann
und das zieht gerade bei "Älteren"...wenn man Sorgen und Angst schürt...
dann setzen die halt mit alten, zittrigen Händen ihr Kreuzle wieder bei der CDU.
Gerade den "abgehängten"  Älteren ist bei unserer Demographie doch auch Gehör zu schenken, wenn die Rente zum Teil nicht mal mehr für'n Appel und Ei reicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2022, 19:59:38
Wenn es ja nur Kohlekraftwerke wären, jetzt sollen ja auch noch diese schwimmenden Ölkraftwerke aus der Türkei angemietet werden. Dreckiger als mit Öl geht Stromerzeugung mW. nicht. Aber immerhin scheint Habeck erkannt zu haben, dass wir im Winter wohl leider doch auch ein Stromproblem bekommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 09.September 2022, 20:32:37
Wenn es ja nur Kohlekraftwerke wären, jetzt sollen ja auch noch diese schwimmenden Ölkraftwerke aus der Türkei angemietet werden. Dreckiger als mit Öl geht Stromerzeugung mW. nicht. Aber immerhin scheint Habeck erkannt zu haben, dass wir im Winter wohl leider doch auch ein Stromproblem bekommen.

Eine Farce!

Zudem formuliert zum Beispiel der grüne schwedische Grüne ziemlich drastische Maßnahmen...
https://www.merkur.de/politik/habeck-akw-stresstest-strom-export-gruene-schweden-norwegen-preise-stopp-streit-91777896.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.September 2022, 22:58:01
@Jäger Horst: Bin nur am Handy, gehe daher nur kurz auf ein paar ausgewählte Punkte ein.

Dass man viel Geld verbrennt, dass anderweitig besser aufgehoben wäre, da stimme ich dir zu. Aber neu ist das ja auch nicht. Leider.

Dass ausschließlich die FDP bzw. ihre Politiker in den Medien schlecht wegkommen, sehe ich übrigens nicht so. Du selbst hast bereits zwei Habeck-kritische Artikel gepostet, auch Scholz und andere bekommen ausreichend ihr Fett weg. Solche Artikel kannst du auch mühelos bei der Zeit oder dem Spiegel finden. Hier bist du jetzt ein bisschen einseitig. ;)
Ich denke, alle drei Ampel-Parteien haben ihre Kritik verdient und die Presse kommt da schon gut ihrem Auftrag nach.

Bezüglich des Atomstroms: Da bin ich leider nicht tief genug im Thema drin, um mir da ein seriöses Urteil erlauben zu können, aber mir scheint es auch reichlich schräg, darauf nur als Notreserve zurückgreifen zu wollen. Dass es dazu aber verschiedene Positionen (auch im Ausland) gibt, zeigt dein Artikel ja ganz gut. Bei Quarks gibt's finde ich einen guten Überblicksartikel, der verschiedene Seiten beleuchtet: https://www.quarks.de/technik/energie/atomkraft-deutschland-verlaengerung-laufzeit/ (https://www.quarks.de/technik/energie/atomkraft-deutschland-verlaengerung-laufzeit/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.September 2022, 00:58:29
Ich denke, wir sollten es dabei belassen, wir drehen uns im Kreis
Ich stimme dir zu.


und unsere Ansichten sind wohl zu weit voneinander entfernt.
Da stimme ich dir nicht zu. :P  Unser Gespräch hat sich allerdings etwas zerfasert.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.September 2022, 07:53:01
Gerade den "abgehängten"  Älteren ist bei unserer Demographie doch auch Gehör zu schenken, wenn die Rente zum Teil nicht mal mehr für'n Appel und Ei reicht.

Vielleicht sollte man denen auch mal verklickern, wer mit die Reformen über all die Jahre ausgesessen hat, die nicht nur Ökonomen jetzt seit gefühlt Jahrhunderten angemahnt hatten. (M.e. hat die reine Umlagefinanzierung ausgedient; wie auch immer das aussieht, mindestens ein weiteres Finanzierungsstandbein muss her). Immerhin hatte die Politik zumindest für einige noch lange genug gewarnt: Sorgt selbst vor.

Tendenziell ist das übrigens seit jeher mit (fast) allen Reformen so: die sind was Langfristiges, von denen oft sogar erst zukünftige Wählergenerationen am meisten profitieren. Nur: Um Wahlen und Stimmen zu gewinnen, benötigts was anderes. Deshalb tendenziell auch lieber "Wahlgeschenke" und "Trostpflaster". Fatal: Jede ausgesessene Reform, egal von welcher Art,ist schon heute eine Belastung für die Generationen (und Regierungen) von morgen.

Parteien verhalten sich hier nicht viel anders als Unternehmen: sich eine Zielgruppe rauspicken, Themen besetzen; um Kunden, äh, Wähler werben. Zugegeben müssen sie das auch tun. Aber da das so ist: Nachhaltigkeitsampeln bräuchte es schon lange nicht nur für Konsumprodukte. Sondern auch für politische Maßnahmen und Versprechen. Nachhaltig dahingehend, ob sie einem Großteil der Gesellschaft langfristig und dauerhaft von Nutzen sind.

Auch die so-called "Verkehrswende" ist eigentlich ein Witz. Jetzt nix gegen das Auto an sich, aber: Den einen, oft überdimensionierten und immer tonnenschwereren Verkehrs-Klotz gegen einen anderen, oft überdimensionierten und immer tonnenschwereren Verkehrs-Klotz auszutauschen -- das war noch nie eine "Wende". Das war schon immer so, als hätte man '89 die Mauer kernsaniert, aufgehübscht und weitergeführt.

Bezeichnend: Für die Verwendung etwa von Elektro-Kleinfahrzeugen setzte der Staat noch nie Anreize. Für den Bau von XXL-Schlachtschiffen über bis heute unangepasste Dienstwagen-Subventionen hingegen schon. Der Staat regelt sie: Prestige-Kampfkolosse, die sich zunehmend nur noch Unternehmen in nennenswerten Mengen leisten können. Und die demnächst so breit sind, dass ein komplettes Fußballfeld als Parkplatz nicht mehr ausreichen wird.

Das muss diese (soziale) Marktwirtschaft sein, von der Oma und Opa immer erzählt hatten: Wo keine Nachfrage und Profite für die Hersteller mehr möglich sind, da schafft man eben welche. Selbst das 3-Liter-Auto als massentauglicher Standard-Verbrenner blieb bis zuletzt nicht sehr viel mehr als ein grüner PR-Gag aus dem letzten Jahrhundert. Verkehrswende? Das kann in Deutschland maximal ein Zwei-Einwohner-Kaff am Arsch von Nordwestfriesland sein.

#ampelnfürdieampel
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 10.September 2022, 08:46:45
Der wichtigste Punkt der Verkehrswende ist doch der Umstieg vom Auto weg?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.September 2022, 11:27:55
Der wichtigste Punkt der Verkehrswende ist doch der Umstieg vom Auto weg?

Ja, ich hab mich hier jetzt mal auf die "Individualverkehrs-"Wende eingeschossen. Zum einen ist es unrealistisch, dass ein Autoland sich plötzlich komplett wandelt. Zum anderen wird sich das alles gerade auf dem Land eh niemals eins zu eins gegen etwa ÖPNV ersetzen lassen.

Das war auch ein wenig eine Reaktion auf eine Meldung, die die Tage rund ging: https://www.presseportal.de/pm/58964/5311260

Es gibt ja noch mehr staatliche "Anreize", weniger Kleinwagen zu bauen. Zur Berechnung der erlaubten CO2-Grenzwerte wird beispielsweise ein Durchschnittsgewicht aller zugelassenen Fahrzeuge herangezogen. Das bedeutet: Es gibt für schwere Fahrzeuge einen Gewichtsbonus für die Berechnung der Grenzwerte -- und umgekehrt.

Gerade die deutsche Automobilindustrie ist sowieso eher auf Premiummodelle spezialisiert. Trotzdem ist es einfach nur absurd, wie selbst Kleinwagen über die Jahrzehnte immer nur schwerer und breiter wurden -- selbst, als Batterien für E-Mobilität noch kein Thema waren. Die ganze Infrastruktur, einschließlich der Parkplätze ist damit auch betroffen. Persönlich hätte ich bei meiner letzten Stelle innerhalb der nächsten Wochen/Monate auf einen Kabinenroller umgesattelt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.September 2022, 13:32:33
Vielleicht sollte man denen auch mal verklickern, wer mit die Reformen über all die Jahre ausgesessen hat, die nicht nur Ökonomen jetzt seit gefühlt Jahrhunderten angemahnt hatten.

Das ist eines meiner hauptsächlichen Probleme mit der Politik, über viele Themen und alle Partein hinweg. Es wird oft nicht mehr agiert, sondern nur reagiert. Es gibt Krisen und die werden auch irgendwie und oft gut bewältigt... Aber es braucht auch oft eine Krise, dass wirklich was passiert.
Die Rente wird nicht reformiert. Der Energiewandel wurde verpennt. Die Digitalisierung findet nicht statt. Die Verteidigung ist marode. Aber das Kind muss immer schon am Rand vom Brunnen hängen und dann wird irgendwie kompensiert und schnell was getan.
Krieg in der Ukraiene: Oh Schreck, jetzt aber schnell die Bundeswehr finanzieren. Dabei war das schon zig Jahre und Legislaturperiode absehbar, dass die Organisation dort nicht läuft und die Bundeswehr nicht gut aufgestellt ist.
Gaspreise sind zu hoch: Oh Schreck, jetzt aber schnell umsatteln. Wie überraschend, dass wir vom Gas aus Russland abhängig sind und nicht die Infrastruktur haben, die wir bräuchten und haben könnten.
Das geht aber auch im kleinen mit Corona: Die Bundesregierung lässt sich zwei mal vom Winter überraschen, anstatt irgendwas darauf vorzubereiten. Den ersten Winter konnte man das vielleicht noch verzeihen. Das zweite mal war peinlich.

Das Rentensystem wird so lange nicht angefasst, bis es wirklich absolut marode und nicht mehr zu finanzieren ist. Bei der Digitalisierung wird es wahrscheinlich keine sichtbare Krise geben - da sehe ich gar nicht, was den Impuls zur Handlung geben soll. Das bleibt einfach scheiße, der aktuellen Zeit nicht angemessen und einer wirtschatsführenden Nation unwürdig.

Damit will ich nicht sagen, dass die Regierung gar nichts macht. Jede Partei hat ihre Agenda und jede Legislaturperiode hat ihre Veränderungen. Aber es gibt so große Themenkomplexe wo Wirtschaft, Wissenschaftler und Experten immer wieder mit allen möglichen Warnsignalen agieren, sich aber über Jahre und Jahrzehnte nichts tut, weil der Schuh einfach noch nicht genug drückt. Das nervt. Ein Wirtschaftsunternehmen könnte nicht so lange erfolgreich auf Sicht fahren wie es die Regierung in einigen Teilen der politischen Themen macht.

Natürlich muss dann darüber gerden werden, was man macht, wenn man was macht. Kompromisse müssen getroffen werden und alles wird klein klein. Siehe das Gespräch gestern zwischen mir und Signor Rossi. Einig sind wir, dass was getan werden muss. Und dann verwickelt man sich in so ein Detail, ob man es besser links oder rechts herum finanziert.
Bei den meisten Themen ist aber klar: Es muss sich halt mal irgendwas tun. Mir wäre es dabei fast egal, ob das jetzt eine gelbe Idee mit grün rotem Anstrich ist oder eine rote Idee mit gelben grünen Verzierungen oder wie die Nuancen dann aussehen. Ich wäre froh, wenn diese Themen einfach mal anerkannt und überhaupt irgendwie bearbeitet werden.

In einigen wichtigen Themen steht die politische Entwicklung des Landes einfach still und lässt Zeit verstreichen. Da können sich alle Partein an die Nase greifen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.September 2022, 13:57:15
Aber es braucht auch oft eine Krise, dass wirklich was passiert.

Ein Wirtschaftsunternehmen könnte nicht so lange erfolgreich auf Sicht fahren wie es die Regierung in einigen Teilen der politischen Themen macht.

Ist auch meine Wahrnehmung. Wie gesagt, es gibt eigentlich einen fatalen Fehler in diesem System: Reformen = was Langfristiges. Kunden, äh, Wähleraktivierung = kurzfristig.

Bei der Rente ist es auch so, dass ein Staat, solange er Gelder hat, Reformen  auch einfach aussitzen kann. Der Rentenblock insgesamt ist eh schon der mit Abstand größte Posten im Sozialhaushalt (der wiederum der größte Posten im Gesamthaushalt ist). Ein Teil davon sind stetig steigende Renten-Subventionen über weitere Steuergelder, weil die Finanzierungslücken größer werden. (Geld, das natürlich woanders, auch für andere Sozialleistungen, fehlt).

Das ist eigentlich auf zweierlei Weise perfide: Bürgerinnen und Bürger zahlen eigentlich in die Rente mehr als das, was etwa auf der Gehaltsabrechnung abgerechnet wird. Aber mehr noch: Solange der Staat Steuereinnahmen hat, kann er auch ein unterdurchschnittliches Produkt  immer weiter am Leben halten -- ohne dass es grundlegend reformiert / erneuert werden muss. Ein Unternehmen könnte so was nie tun -- es sei denn, es ist ebenso mit Steuergeldern subventioniert.

Das geht dann im Extramfall solange, bis dem Staat das alles um die Ohren fliegt.. oder im die Steuereinnahmen ausgehen. Und selbst, wenn es das nicht tut: Für jede Folgeregierung wird es in der Regel nicht leichter, zu reformieren. Nachhaltigkeit geht anders.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 10.September 2022, 14:47:22
Der wichtigste Punkt der Verkehrswende ist doch der Umstieg vom Auto weg?

Bei der Bahn gibt es zumindest mehr als eine große Baustelle...
Hab die Reportage vorgestern gesehen und mMn hilft da nur noch weg schauen, weil's einfach so miserabel is.
https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2022/Deutsche-Bahn-Schienennetz-vor-dem-Kollaps,bahnchaos134.html

Es lässt sich eine Analogie ziehen zwischen der Bahn und vielen Bereichen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 10.September 2022, 17:31:52
Der wichtigste Punkt der Verkehrswende ist doch der Umstieg vom Auto weg?

Bei der Bahn gibt es zumindest mehr als eine große Baustelle...
Hab die Reportage vorgestern gesehen und mMn hilft da nur noch weg schauen, weil's einfach so miserabel is.
https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2022/Deutsche-Bahn-Schienennetz-vor-dem-Kollaps,bahnchaos134.html

Es lässt sich eine Analogie ziehen zwischen der Bahn und vielen Bereichen

Naja aber da kann die Bahn ja auch recht wenig für. Die Politik duldet den ganzen Spaß doch einfach. Ausbauen von Trassen ? Ja gern aber nicht in meinem Vorgarten sonst wird erstmal gestritten und protestiert. Gleiches ist doch auch bei der Energiewende zu beobachten. Nichts geht voran und man sitzt das ganze aus bis es halt zum Kollaps kommt und nichts mehr geht.
Aber ja wir wollen bis 2030 den Personenverkehr verdoppeln aber möglichst wenig dafür bezahlen.  ::) Ist eigentlich traurig wie wenig voran geht in Deutschland das sollt einem definitiv Sorgen für die Zukunft machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.September 2022, 18:25:13
Es funktioniert selten den Finger nur auf eine Seite zu schieben.

Weil freisprechen kann man die Bahn auch nicht. Investitionsstau. 850 parallele Baustellen, bei denen nichts vorran geht. Natürlich kann die Bahn auch nicht mit dem Holzhammer ran, wenn die Menschen sich quer stellen und die Politik nicht unterstützt. Aber die 850 Baustellen sind ja schon da.  ;)
Es gibt einige gute Dokumentationen und Berichte die zum Ergebniss kommen, dass die Bahn Investitionen und Koordination bei Ausbauten vernachlässigt, um bestimmte Renditenziele zu erreichen. Es darf für die Bahn, meiner Meinung nach, gar keine Renditeziele geben. Die Bahn gehört 100% dem Staat und soll ihren Auftrag erfüllen. An wenn werden den eigentlich Renditen ausgezahlt und wofür?  ???

Die Bahn ist durch die Hoheit der Infrastruktur ein defakto Monopol. Wenn es hier Druck von der Konkurenz gäbe, könnte man sich keine Unpünktlichkeit bei 25% der Verbindungen erlauben. Man muss sich nur mal irgend einen Dienstleister mit Konkurenz vorstellen, bei dem 1/4 der Aufträge einfach nicht klappt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.September 2022, 11:39:14
Gerade den "abgehängten"  Älteren ist bei unserer Demographie doch auch Gehör zu schenken, wenn die Rente zum Teil nicht mal mehr für'n Appel und Ei reicht.

Den Punkt würde ich dann doch nochmal gerne aufgreifen. Die Wahlmacht der Älteren in Deutschland ist ja immens, Tendenz wachsend (Ü60: Knapp 40%, siehe https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1498/umfrage/altersstruktur-der-wahlberechtigten-bundestagswahl/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1498/umfrage/altersstruktur-der-wahlberechtigten-bundestagswahl/)). Das heißt, an dieser großen (sehr heterogenen) Gruppe kommst du politisch nicht vorbei. Ich würde das gerne mit dem Aspekt des Klimaschutzes in Zusammenhang bringen, den wir ja angerissen hatten: Vor der letzten Bundestagswahl gab es eine Umfrage des NABU, inwiefern die Leute die Klimaschutzinteressen der jüngeren Generationen in ihre Wahlentscheidung mit einfließen lassen. Ich fand es zwar auch den Anteil unter den jüngeren Befragten erschreckend hoch, aber der nahm eben mit zunehmenden Alter noch weiter ab: Von den Ü65 wollten nur 27,9% die Klimaschutzinteressen der jüngeren Generationen berücksichtigen (Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Umfrage-Klima-spielt-fuer-aeltere-Waehler-kaum-Rolle-article22779230.html (https://www.n-tv.de/politik/Umfrage-Klima-spielt-fuer-aeltere-Waehler-kaum-Rolle-article22779230.html)).

Nun kann man sich aufregen und auf die Boomer schimpfen, die ja schließlich mit ihrem Lebenswandel einen ordentlichen Teil zum CO2-Ausstoß beigetragen haben und jetzt gefälligst nicht nur an sich denken sollen. Und ihre Schuld sollen sie eingestehen, die Alten! Aber konstruktiv ist das halt nicht. Es ist ja berechtigt, dass jede Generation ihre Interessen hat und dass Leute, die in Rente gehen auch noch ein Auskommen haben wollen, mit dem sie gut leben können. Dass aber gerade die Altersgruppe mit der größten Wahlmacht sich an der Wahlurne, sich am wenigsten darum schert, wie wir im Klimaschutz - und damit ja auch dem Schutz ihrer Kinder und Enkelkinder - vorankommen, ist möglicherweise schon ein Problem (ich sage bewusst an der Wahlurne, denn das heißt ja nicht, dass es sie grundsätzlich nicht interessiert). Wie seht ihr das, ist es ein Problem? Liegt es vielleicht gar nicht am fehlenden Interesse für den Klimaschutz, sondern schlicht daran, dass keine Partei es schafft, überzeugende Konzepte zur Generationengerechtigkeit vorzulegen? Wie könnte man das lösen? Oder fehlt gar der Austausch zwischen den Generationen, um ein Verständnis für die jeweiligen Probleme und Ängste zu entwickeln? Das führt ja dann auch weiter zu der Frage, was es bräuchte, um möglichst große Teile der Gesellschaft für diese gewaltige Kraftanstrengungen zu gewinnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.September 2022, 12:08:05
Auserdem gibt es das Problem in jeder Altersschicht. Rentner mit wenig Rente. Arbeiter mit Mindestlohn oder darunter (Geringfügige Beschäftigung und Teilzeit). Kinder und Jugendliche mit geringverdienenden Eltern.

Das Problem, dass sich manche in der Bevölkerung den Appel und das Ei nicht leisten können ist keine Frage des Alters. Klar, ist das Rentensystem ein Block für sich, bei dem es hackt. Aber, es auf die Rente zu beschränken hilft ja nicht. Die Gerinverdiener sind die armen Rentner von morgen. Und das Problem erst im Alter zu lösen kann man den 2,5 Millionen Kindern unterhalb der Armutsgrenze schlecht vermitteln: "Falls du den sozialen Aufstieg, wider allen dagegensprechenden Statistiken,  nicht schaffst, musst du nur noch 50 Jahre arm bleiben aber dann haben wir ein besseres Rentensystem.".  Die haben nicht mal ne Wahl und sind die, die am wenigsten dafür können was die letzten Jahre verpasst wurde.

Deswegen stören mich auch immer diese Gießkannen-Werkzeuge.
Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung brauchte keinen Tankrabatt. Ein großer Teil der Rentner braucht auch kein Zuschuss im Winter für Gas. Es sind immer nur Minderheiten in allen Altersgruppen, die Gefahr laufen unter die finanziellen Räder zu kommen. Denen muss geholfen werden.
Bei den Coronahilfen hat ja auch nicht pauschal jedes existierende Unternehmen etwas Geld bekommen. Die Unternehmen, die in Schieflage waren, haben geziehlt Hilfe beantragt.
So muss es eigentlich auch bei den aktuellen Hilfen laufen. Gutverdienende, die sich 30% teureres Gas leisten und dafür mal auf einen Kurzurlaub verzichten müssen, sollte meiner Meinung nach weniger Hilfe bekommen, als die Rentner und Geringverdiener die am Existenzminimum leben. Die Kinder in den jeweiligen Haushalten sind davon automatisch betroffen.
Das Harz 4 nicht von den aktuellen Maßnahmen betroffen sind, finde ich zum Beispiel absolut dämlich. Rentner und Studierenden bekommen eine Einmalzahlung, weil der Storm so teuer wird. Warum dann nicht auch Bezieher von Harz 4? Existiert für die die Inflation nicht? 38 Euro ist vom Hartz 4 Satz für Strom eingeplant. Haha.  :-\
 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.September 2022, 17:26:40
Das ist natürlich völlig richtig, nur löst das ja das "Problem" nicht, dass ein großer Teil der Wählerstimmen eben bei den Leuten liegt Rentenalter, die jetzt im Rentenalter sind oder in den nächste 5-7 Jahren in Rente gehen. Der politische Zündstoff, der sich dahinter verbirgt, ist ja nicht gerade klein: Die Alten entscheiden über Dinge, die sie nicht mehr (oder kaum noch) betreffen werden und die Jungen dürfen dann die Folgen ausbaden. Der Klimaschutz ist da ein sehr plastisches Beispiel, aber letztlich ist diese Schieflage ja universal auf alle politischen Themen anwendbar. Die Frage ist doch, kann man die verschiedenen Interessen zusammenbringen und wenn ja, wie? Eigentlich ist es ja erstmal Kerninteresse aller Eltern und Großeltern, dass es ihren Nachkommen gutgeht und umgekehrt auch. Das sollte doch eine Basis sein, oder?

Dass wir grundsätzlich eine soziale Schieflage haben, die eher schlimmer als besser wird, ist ja ein Problem, dass davon unbenommen angegangen werden muss - und keine Regierung, an die ich mich erinnern kann, bisher vernünftig geschafft hat. Bisher kann ich auch nicht erkennen, dass die neue Regierung hier über das bloße verwalten hinaus signifikante Reformen anstrebt. Das war allerdings (leider) auch nicht zu erwarten. Schon bei den Koalitionsverhandlungen war ja klar, dass Grüne und SPD sozialpolitisch der FDP sehr weit entgegen kommen müssen. Da hatte es ja durchaus Ansätze in den Wahlprogrammen gegeben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 12.September 2022, 20:11:09
Das Gießkannen-Prinzip kann man kritisieren, ich bin auch für eine gerechtere Verteilung/Anpassung zwischen Arm und Reich.
Jedoch wie sieht der Gegenentwurf aus?
Gibt es die gerechte Verteilung?
Man muss bedenken: Jede Stückelung, jede Einzelfalluntersuchung bedeutet doch mehr Bürokratie und das Schaffen von Stellen von Verwaltungsfachangestellten, die jetzigen Entlastungspakete dauern schon um die 18 Monate bis die an den Mann/ an die Frau kommen.
Eins ist gewiss, wurde man mehr nach den Einzelfällen ausschütten und manche nicht "auszahlen", zieht das auf jeden Fall auch eine Reihe Klagen nach sich,
was im Endeffekt wieder einen noch längeren Rattenschwanz heraufbeschwören würde.
Dann es gibt nun mal 1000 Mittel und Wege sein Vermögen zu verschleiern bzw. ins Ausland oder so auszulagern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.September 2022, 20:51:54
Das Gießkannen-Prinzip kann man kritisieren, ich bin auch für eine gerechtere Verteilung/Anpassung zwischen Arm und Reich.
Jedoch wie sieht der Gegenentwurf aus?
Gibt es die gerechte Verteilung?
Man muss bedenken: Jede Stückelung, jede Einzelfalluntersuchung bedeutet doch mehr Bürokratie und das Schaffen von Stellen von Verwaltungsfachangestellten, die jetzigen Entlastungspakete dauern schon um die 18 Monate bis die an den Mann/ an die Frau kommen.
Eins ist gewiss, wurde man mehr nach den Einzelfällen ausschütten und manche nicht "auszahlen", zieht das auf jeden Fall auch eine Reihe Klagen nach sich,
was im Endeffekt wieder einen noch längeren Rattenschwanz heraufbeschwören würde.
Dann es gibt nun mal 1000 Mittel und Wege sein Vermögen zu verschleiern bzw. ins Ausland oder so auszulagern.


Naja. Schon alleine die reichsten 10% rauslassen wäre ja gerechter verteilt. Oder die oberen 15%. Klar wirkt das am Ende wieder wie kalte herzlose Zahlen. Es gäbe Leute, die an der Grenze zwischen Arm und Reich leben, dabei grad drunter sind und sich wie Deppen fühlen. Wenn man die optimale Gerechtigkeit sucht, wird man scheitern.
Die Ausnahmen, die verschleihern, wird es vielleicht auch geben. Aber sein wir ehrlich... Wer macht ne große Verschleierungsaktion, schiebt sein Geld was weis ich wohin, verschleiert seine Steuerzahlungen und und und, wegen einmalig 300-500 Euro? Ist ja nicht so, das hier das bedingungslose Grundeinkommen bis zum Ende der Lebenszeit verteilt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Massen machen werden und da Unsummen an Betrug zusammen kommt.
Und auch bei den Klagen sehe ich das Thema Aufwand. Ja, es werden ein paar Klagen sein, um da Gesetz abzuklopfen oder aus Prinzip, weil sie gegen eine Verteilung sind. Es wird Grenzfälle geben, die es nötig hätten, knapp vorbei sind an der Grenze und sich trotzdem Klagen leisten können. Aber es gibt sonst, soweit ich weiß, keine massenhaften Klagen, um Sozialhilfe zu beantragen oder die daran rüttel wollen, dass die Kriterien für den Erhalt von Sozialhilfe gelockert werden.  Das es Klagen geben wird, da stimme ich dir aber vollkommen zu. Die wird es bei einer gleichmäßigen Verteilung allerdings auch geben.  ;)

Zur Ermittlung und Verteilung... Hajo. Da greift das eine ins andere. Wenn unsere Bürokratie ordentlich durchdigitalisiert wäre, könnte man das vielleicht machen.
Aber wenn ich stattdessen sowas lese....
https://winfuture.de/news,131607.html
https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/direktzahlungen-als-entlastung-lindner-haelt-sie-erst-in-18-monaten-fuer-machbar-doch-forscher-sehen-das-anders-a/
Da kommen wohl auch deine 18 Monate her. 100.000 Überweisungen pro Tag sind das Maximum, was die IT schafft...  :o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.September 2022, 10:35:46
Gibt es die gerechte Verteilung?

Nein. Oder anders gesagt: Es wird nie eine Verteilung geben, die von allen als gerecht empfunden wird, denn was man unter Gerechtigkeit versteht, kann sehr unterschiedlich sein. Beispielsweise könnte man sagen, dass es gerecht ist, wenn alle erstmal grundsätzlich die gleichen Chancen haben, man also "gerechte" Ausgangsbedingungen schafft. Man könnte aber auch sagen, dass eine Gesellschaft dann gerecht ist, wenn die Unterschiede zwischen den Reichsten und den Ärmsten nicht zu groß werden, man also umverteilt. Oder man sagt, nur wer seinen Beitrag leistet (z.B. einer Erwerbstätigkeit nachgeht), soll von den Vorzügen staatlicher Unterstützung profitieren und es ist ungerecht, wenn all die faulen Menschen von den hart arbeitenden Massen aufgefangen werden. Was ist nun gerecht?

Persönlich bin ich der Meinung, dass sich die beiden erstgenannten Sichtweisen ergänzen müssen und in beiden Fällen haben wir in Deutschland massiven Nachholbedarf: In keinem anderen europäischen Land, ist das Vermögen so ungleich verteilt (die 10 reichsten Prozent besitzen ca. 60% des Gesamtvermögens), gleichzeitig sind die Aufstiegschancen in Deutschland vergleichsweise schlecht. Es kann mir keiner erzählen, dass es in Deutschland nicht möglich wäre, diese Probleme anzugehen, ohne gleich ein bürokratisches Monster zu schaffen. Die Steuerpläne vor der Bundestagswahl haben da ja einen Hinweis gegeben, auch wie seriös das Ganze mit Blick auf die Staatsfinanzen war (https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2021-was-die-steuerplaene-der-parteien-ihnen-bringen-a-242f3a76-ed9e-4ffc-8747-2b35150425d2 (https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2021-was-die-steuerplaene-der-parteien-ihnen-bringen-a-242f3a76-ed9e-4ffc-8747-2b35150425d2)). Es wäre ja schonmal eine Lösung bei der Einkommenssteuer anzufangen: Geringverdiener entlasten, hohe Einkommen stärker belasten. Belasten will die FDP aber z. B. nicht und die haben mit Lindner den Geldbeutel in der Hand. Deshalb erwarte ich auch nicht, dass von der aktuellen Regierung hier irgendetwas passiert. Auch eine Reform der Erbschaftssteuer mit Augenmaß wäre sicher ein Ansatz, Ungleichheiten nicht weiter zu verschärfen.

Was die Verschleierung von Vermögen angeht: Das sollte ja erstmal kein Grund sein, grundsätzlich über eine Reform nachzudenken. Leute, die sich vorm Steuerzahlen drücken sind ein Fall für die Steuerfahndung und für diese Überlegungen in meinen Augen nicht so wahnsinnig relevant. Ich habe in Deutschland immer den Eindruck, es wird nach Gründen gesucht, Dinge nicht entschlossen anzupacken - zumindest nicht, solange die Probleme nciht akut werden. Weitsichtiges Handeln ist zumeist Fehlanzeige. Da kommt dann wieder das von DragonFox angesprochene, am Brunnenrand hängende Kind zum Tragen. Wenn man aber immer nur den negativen Blick darauf hat, warum etwas nicht gehen soll, übersieht man leicht die Chancen und die guten Gründe für Reformen, für Dynamik. Darin liegt auch ein bisschen eine Ironie: Die FDP ist angetreten als die Partei der Erneuerung, der Liberalisierung, der Reformen. Und ich glaube auch, dass sie das ernst gemeint hat. Die Reformen, die möglich und nötig wären, blockiert sie aber nun durch ihre Verweigerung, über Steuererhöhungen für die Reichsten im Land nachzudenken. Die FDP steckt in einer Zwickmühle: weiter als Blockierer dastehen oder als Umfaller gelten, weil man nachgibt?

P.S.: Neues aus der Klimakrise: Von wegen, unter 2 Grad ist noch okay, nach aktuellen Erkenntnissen (https://www.faz.net/aktuell/wissen/klimawandel-1-5-grad-ziel-kann-den-kollaps-wohl-nicht-verhindern-18302840.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3) kann es schon ab 1,5 Grad deutlich ungemütlicher werden und einige wichtige Kipppunkte im Klimasystem instabil werden. Das zeigt nochmal deutlich, wie dringend hier Handlungsbedarf besteht. Und wo wir schon bei Reformen sind: Hier hat der grüne Wirtschaftsminister doch bislang ordentliche Pakete auf den Weg gebracht, oder nicht?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 13.September 2022, 11:12:40
...der FDP den schwarzen Peter beim Reformstau zuzuschieben ist aber auch einfach wieder zu billig.

Wie ellenlang diskutiert im Corona-Thread haben/hatten wir schon eine Vermögenssteuer, die ausgesetzt ist und das nicht ohne Grund
und klar würde eine Einzelfalluntersuchung, und/oder so Sachen wie Übergewinnsteuern ein Bürokratie-Monster heraufbeschwören oder was denkst du,
das alles berechnet sich nicht von alleine...
und es gibt jetzt schon bei allen Steuererklärungsbohei und Abrechnungs- Antragsstellung eine riesige aufgeblasenen Staatsapparat, der nichts anderes macht als zu schauen wie jeder besteuert werden muss und ja auch alles richtig angibt usw. diese Stellen werden auch bezahlt vom Steuerzahler... das beißt sich die KAtze halt in den Schwanz i-wie
und dennoch schafft es zum Beispiel ein Uli Hoeneß jetzt als "Spitzenbeispiel" über Jahre mit großen Beträgen zu zocken, ohne erwischt zu werden.
MAn erinnere sich nur an den Einkauf dieser Steuerfahndungs-CDs usw.

Hier als Bsp zur Vermögenssteuer..und zudem allein das ganze Bundesverfassungsgericht die Untersuchung usw. hat auch was gekostet.
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/vermoegensteuer-erhebung-der-vermoegensteuer-kostet-unsummen/7653282-5.html

Auch zieht es sich wie ein Rattenschwanz mit der Bürokratie, im Endeffekt profitieren natürlich Finanzberater, Gutachter usw. hierzu aus der Quelle:
"Die Schwierigkeit einer angemessenen Bewertung führt zu hohen Erhebungs- und Befolgungskosten. Steuerberater und Gutachter müssen im Zweifel zur Bewertung hinzugezogen werden. Im Streitfall kann es zu Gerichtsverfahren kommen. Sowohl die Finanzverwaltung als auch die Steuerpflichtigen haben somit hohe Kosten zu tragen, die jährlich anfallen, da im Zweifel eine jährliche Neubewertung des Vermögens erforderlich ist. Studien gehen daher von Erhebungs- und Befolgungskosten von bis zu 20 Prozent des Aufkommens aus"
https://www.iwkoeln.de/studien/martin-beznoska-tobias-hentze-keine-steuer-ist-wirtschaftsfeindlicher-510617.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.September 2022, 11:59:37
Sorry, aber in dem Fall ist es einfach so. Schau dir doch mal die Steuerpläne der drei Ampelparteien an. SPD und Grüne liegen ziemlich nah beieinander: Entlastung kleinerer Einkommen, Belastung höherer Einkommen. Die FDP will nur Entlastungen (und damit nebenbei ein Loch in die Haushaltskasse reißen), die sogar die Reichen noch stärker entlasten als die Armen - das ist Vieles, aber keine soziale Gerechtigkeit und das war ja ein Aufhänger der letzten Posts. Ich sehe bei der FDP zwar den Willen und Pläne, Ungleichheiten bei den Bildungschancen zu reduzieren und auch das Bürgergeld ist nach meinem Dafürhalten erstmal eine gute Sache. Insofern sage ich ja gar nicht, dass die FDP das reine Böse ist. Aber was die steuerpolitischen Pläne anbelangt passt die soziale Ader der FDP auf Merz' Bierdeckel, sorry.

Von der Vermögenssteuer habe ich übrigens gar nicht gesprochen, als ich gesagt habe, das muss auch ohne Bürokratiemonster gehen. Ich habe von der Einkommensteuer und Erbschaftsteuer gesprochen. Erstere wird in der Regel mit dem Gehalt abgerechnet und anhand der Steuererklärung überprüft. Das passiert schon jetzt und wird sich auch nicht vermeiden lassen. So groß kann der Mehraufwand also nicht sein, wenn man die Steuersätze entsprechend der Einkommen anpasst. Bei der Erbschaftsteuer ist das sicher etwas Anderes und auch nicht ganz unproblematisch, das gebe ich zu. Aber auch hier wird sie ja bereits erhoben, ein spürbarer Mehraufwand würde aber wohl z.B. beim Absenken der Freibeträge anfallen, weil einfach mehr Leute die Steuer zahlen müssten.

Was wäre denn für dich ein konkreter Vorschlag? Ich lese eben immer nur, das und das geht nicht. Und bei der Vermögenssteuer gebe ich dir übrigens absolut recht. Aber was geht denn aus deiner Sicht?

Edit: Ich möchte die von mir zitierten Steuerpläne von SPD und Grünen übrigens nicht als Blaupause verstanden wissen, die ich zu 100% unterschreibe, denn die sehen ja meines Wissens eine Vermögenssteuer vor. Ich bezweifle da nämlich auch stark, dass sich das einigermaßen unbürokratisch umsetzen ließe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 13.September 2022, 13:48:13
"Soziale Gerechtigkeit" in diesem Steuersinne der SPD und den Grünen
liest sich wunderbar und auch in der Theorie mit der Einkommens- und Erbschaftssteuer
jedoch steht die Umsetzbarkeit auf einem anderen Blatt
...und einen richtigen fetten Anteil versprechen sich nun mal die Grünen und die SPD von der Vermögenssteuer
das lässt sich nicht weg- oder kleinreden.
Wie gesagt, wenn Klein- und mittelständische Unternehmer mit einem Einkommen von 100k+ noch mehr besteuert werden,
werden die eher Mittel und Wege suchen ihre Unternehmen weiter zu rationalisieren bzw. ihren Arbeitern vvlt. eher Zeitverträge geben,
die Arbeit auslagern oder an noch mehr Zeitarbeitsfirmen vergeben etc., bevor ein Unternehmer an seinem Lebensstandard was ändert, müssen im Normalfall erstmal andere "bluten"
oder das Unternehmen wird halt ausgelagert in Billiglohnländer um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Die SPD hat das gut gemacht mit dem Mindestonslohn, aber jetzt alles Schlagwortmäßig auf die "soziale Gerechtigkeit" zu eichen, kann auch dazu führen das Unternehmer abwandern und somit resultiert daraus eine "unsoziale Gerechtigkeit" wenn's dann noch mehr Arbeitslose gibt.
Gerade jetzt bräuchten wir eine Konjunktur und nicht mehr Steuern auch für "Reiche" und "Mittelreiche",
wenn man i-wie an die Milliardäre kommen könnte, das wär was, aber die spielen in ihrer eigenen Liga übrigens weltweit...
Mit viel Geld kannste einfach mal schnell abhauen oder es in der Schweiz verschwinden lassen oder du machst dir einen feinen Lenz auf den Cayman Islands etc.
dermaßen viel Geld öffnet einem Mittel- und Wege, da will ich gar nicht darüber bescheid wissen ehrlich gesagt.
Bei den neuen Gegebenheiten mit der Energiekrise und dem Ukrainiekrieg lassen sich nun auch zudem neue Steuern jedweglicher Art, parteienunabhängig sehr schwer verkaufen und das wird uns auch noch Jahre beschäftigen.

Ich weiß doch auch nicht wie man an die fetten Milliardäre rankommen könnte, aber die Steuerpläne von der SPD/Grüne sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt,
auch ohne die derzeitigen Krisen
es hätte so vllt. vor 20 Jahren ansatzweise funktionieren können, doch der Zug ist leider abgefahren.
Also kann man nicht ernsthaft mehr eine Wahl von diesen Parteien in Betracht ziehen, vor allem bei dem handelnden Personal.
Da bin ich lieber der FDP zugewandt, die erstmal keinem mehr abzwacken will, weil es einfach ein realisitscher Ansatz ist und die "vermögenden" Klein und Mittelunternehmer
mehr investieren können in den hiesigen Standort,
es gibt zwar keine Garantien dafür, aber allein dass die Möglichkeit besteht ist besser als solche Leute in die Enge zu treiben.
Außerdem ist die FDP gegenüber der SPD/Grüne sowieso in der Minderheit, ein kleines Rädchen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.September 2022, 14:28:35
Nun, die Lösung der FDP ist ja, einfach alle zu entlasten, die besonders Reichen ganz besonders stark. Inwiefern das sinnvoll ist und in irgendeiner Form zu einem Mehr an sozialer Gerechtigkeit führt, musst du mir mal erklären. Das ist doch auch Käse, oder nicht?

Da waren jetzt außerdem zwei Aussagen dabei, wo mich interessieren würde, wo das konkret herkommt:

Bei den neuen Gegebenheiten mit der Energiekrise und dem Ukrainiekrieg lassen sich nun auch zudem neue Steuern jedweglicher Art, parteienunabhängig sehr schwer verkaufen und das wird uns auch noch Jahre beschäftigen.
Es kommt eben drauf an, wen man wie besteuert. Die Reichsten 10-15 % in Deutschland kommen sicher auch jetzt über die Runden, wenn ihr Einkommen stärker besteuert würde. Wenn man dafür die große Masse der Menschen, insbesondere Geringverdiener, entlasten könnte, wäre das schon ein guter Deal, der politisch durchsetzbar wäre (im Sinne von Zustimmung bei der Bevölkerung). Ich habe ja außerdem nicht von neuen Steuern, sondern von der Anpassung bestehender Steuern gesprochen (aber gut, das hast du vielleicht auch gemeint und ist Wortklauberei meinerseits).

Wie man an die Milliarden kommt? Man könnte ja endlich mal Steuerschlupflöcher schließen. Aber seit den Panama-Papers und Co. ist da recht wenig passiert. Unter anderem Deutschland hat sich meiner Erinnerung nach auch auf EU-Ebene gegen Bemühungen gestellt, Konzerne wie Amazon stärker zu belasten. Ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, wäre aber mal ein Anfang. Stattdessen haben wir halt einen Kanzler, der irgendwie in der ganzen Cum-Ex-Geschichte mit drinhängt und sich an nichts mehr erinnern kann. Sollte vielleicht mal zum Arzt gehen, der gute Mann...

Außerdem ist die FDP gegenüber der SPD/Grüne sowieso in der Minderheit, ein kleines Rädchen.
Da ist mir nicht ganz klar, was du damit sagen willst. Die FDP hält das vermutlich wichtigste Ministerium und ist Teil der Koalition. Was meinst du, was los wäre, wenn SPD und Grüne die einfach überstimmen würden? Mal ganz davon ab, dass dann die nötige Mehrheit im Bundestag fehlen würde. Du brauchst den Einfluss der FDP nicht kleinreden. Wenn du schon einforderst, nicht nur theoretische Überlegungen anzustellen, sondern auch an die praktische Umsetzbarkeit zu denken, dann solltest du das auch selbst beherzigen. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.September 2022, 14:40:00
Da ist dann aber auch einfach die Kluft sehr weit auseinander zwischen dem was "zu viel" ist, was "gerecht" ist und wo umverteilt werden müsste. Also Milliadäre vs Multimillionäre und Einkommen von hohen sechsstelligen Gehältern. Die Konsequenzen die ihr beschreibt, macht das natürlich nicht wett. Aber das sind schonmal grundlegende andere Perspektiven auf soziale Gerechtigkeit.

@Jäger Horst
Den letzten Satz von dir verstehe ich nicht. Ich schreib das jetzt vor allem, weil das in den letzten 1-2 Wochen nochmal an zwei Stellen so ähnlich gesagt wurde und ich meine das jetzt absolut unabhängig von der Partei.
Gibt es eine Mindestgrenze für Parteien, bevor ihre Ideen kritisiert werden dürfen? Oder argumentierst du damit die Ideen der Partei klein, weil sie selbst so klein sei und sie deswegen nicht der Rede wert wäre? Was willst du damit sagen, dass man einer Partei zugewand ist, sie gute Ideen hat und sie auserdem klein sei? Das klingt wie eine Relativierung. Aber ich verstehe nicht wozu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 13.September 2022, 15:02:08
Die SPD stellt den Bundeskanzler und die Grünen den Wirtschaftsminister, das zusammen ist schon ein größeres Gewicht...
aber sei's drum
Mit der Besteuerung wäre man beim Spitzensteuersatz bei Verdiensten über 80k bei 57%
und die Vermögenssteuer wäre dann noch dazu 3%
bei dem Vermögen deuschlandweit ein nicht unerheblicher Anteil
(aber vllt. nicht mehr der fetteste)
Hier aus dem folgenden Artikel:
"Bei mehr als 50 Prozent, die der Staat vom Verdienst abkassiert, wird eine Schmerzgrenze überschritten. Für gutverdienende Personen, die sich ja nicht alle auf unanständige Weise ein hohes Einkommen erarbeiten. Für hunderttausende Familienunternehmen, die ebenso dem Einkommensteuertarif unterliegen."
https://www.wiwo.de/politik/deutschland/streit-um-spitzensteuersatz-steigen-die-steuern-scheitert-die-koalition/28411460.html

Also ich fände das "sozial" nicht gerecht und logisch träfe das kleinere und mittelständische Unternehmer.
Man muss nur 1+1 zusammenzählen können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.September 2022, 15:27:03
"Bei mehr als 50 Prozent, die der Staat vom Verdienst abkassiert, wird eine Schmerzgrenze überschritten. Für gutverdienende Personen, die sich ja nicht alle auf unanständige Weise ein hohes Einkommen erarbeiten. Für hunderttausende Familienunternehmen, die ebenso dem Einkommensteuertarif unterliegen."
https://www.wiwo.de/politik/deutschland/streit-um-spitzensteuersatz-steigen-die-steuern-scheitert-die-koalition/28411460.html

Sorry, aber das ist... nunja, sagen wir mal bis nahe an die Unwahrheit zugespitzt. Bei einem Spitzensteuersatz von 57% kassiert der Staat nicht über die Hälfte vom Verdienst ab.* Der Spitzensteuersatz wird auf den Teil des Einkommens angerechnet, der über der Bemessungsgrenze liegt. Übrigens war der Spitzensteuersatz schonmal in diesen Sphären und damals sind die Leute nicht reihenweise Pleite gegangen.

Dazu ist mir das mit den Unternehmen immer noch nicht klar: Die Einkommensteuer gilt für natürliche Personen. Also z. B. mich als Arbeitnehmer. Oder die Gesellschafter von Unternehmen, die das Einkommen versteuern, dass sie aus diesen Unternehmen erhalten. Das betrifft ja nicht die Unternehmen direkt. Oder bin ich völlig auf dem Holzweg? (Ernstgemeinte Frage).

Sei's drum: Es ist nunmal so, wenn ich mehr sozialen Ausgleich schaffen möchte, wenn ich die Lebensbedingungen für die Menschen angleichen möchte, dann muss ich a) die Gesellschaft durchlässiger machen (= Aufstiegschancen erhöhen) und b) mindestens mal diejenigen entlasten, die wenig haben und das kann ich eben am besten gegenfinanzieren durch eine Belastung der Reichsten in der Gesellschaft. Oder ich suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten, da muss man mir aber auch erstmal erklären, wo das Geld herkommen soll. Die Frage ist also nicht, ob das jetzt sinnvoll ist, oder umsetzbar oder sonstwas (ich habe bisher kein stichhaltiges Argument gelesen, dass dagegen spricht), sondern ob das meinem (bzw. deinem) Gerechtigkeitsbegriff entspricht. Und falls nicht: Wie sähe eine gerechte Gesellschaft dann aus?

Edit: *Das war Quatsch von mir. Die Einkommensteuersätze unter 80K würden dann ja auch bis sukzessive bis 56% ansteigen. Der Staat kassiert also in dem Fall doch mehr als die Hälfte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 13.September 2022, 15:55:19
Wer sitzt bei mittelständisches Unternehmen im Vorstand, ist Chef, MAnager allg. hat etwas zu sagen
schlicht die Entscheider, die halt um 80k+ verdienen,
die entscheiden dann langfristig
bevor, die selber weniger Geld haben /oder das Unternehmen weniger Profit macht
wird halt rationalisiert, Zeitarbeitsfirmen werden eingesetzt, ins Ausland verlagert etc.
und da hab ich nicht "von Pleite gehen" geschrieben.

Wenn wir eins zuviel haben, dann ist es Steuern für jeden Furz, es widerstrebt mir noch mehr zu fordern
auch wenn ich jenseits von den 80k/jahr bin. (Es wär ein Traum, aber bei den Steuern ist dieses Gehalt auch nicht erstrebenswert, das ist genauso ein Punkt...)
Weshalb sollte jemand in diese Sphären aufsteigen wollen, wenn sowieso so gut wie Hälfte der Staat kassiert?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.September 2022, 17:03:06
Sei's drum: Es ist nunmal so, wenn ich mehr sozialen Ausgleich schaffen möchte, wenn ich die Lebensbedingungen für die Menschen angleichen möchte, dann muss ich a) die Gesellschaft durchlässiger machen (= Aufstiegschancen erhöhen) und b) mindestens mal diejenigen entlasten, die wenig haben und das kann ich eben am besten gegenfinanzieren durch eine Belastung der Reichsten in der Gesellschaft. Oder ich suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten, da muss man mir aber auch erstmal erklären, wo das Geld herkommen soll. Die Frage ist also nicht, ob das jetzt sinnvoll ist, oder umsetzbar oder sonstwas (ich habe bisher kein stichhaltiges Argument gelesen, dass dagegen spricht), sondern ob das meinem (bzw. deinem) Gerechtigkeitsbegriff entspricht. Und falls nicht: Wie sähe eine gerechte Gesellschaft dann aus?

Muss ja nicht zwingend eine Lösung dafür her. Laut Zahlen wächst die Schere zwischen Arm und Reich nicht oder nur sehr langsam. Man kann also auch bei Status Quo bleiben und auf andere Bereiche gucken. Nicht jedes Problem das man sehen kann braucht zwingend eine Lösung.

Ist nur die Frage, wie weit man von diesem Standpunkt in akuten Situationen abweichen muss oder kann und wie diese Situationen die Diskussion verändern. Sei es, bei Hilfen während Corona oder jetzt bei den aktuellen Energiepreisen im Blick auf den Winter. Da liese sich am Status Quo natürlich auch festhalten. Ohne finanzielle Hilfe (und auch mit) wird sich diesen Winter schnell zeigen, ob 80k/Jahr im Jahr, trotz hoher Abgaben, erstrebenswert sind oder nicht.
Bei diesen akuten "Krisen" ist die soziale Gerechtigkeit viel interessanter aufzuhängen. Es stellen sich für die nächsten sieben Monate ganz simple Fragen: Muss im Winter Geld verteilt werden? Wer bekommt es? Wie wird es finanziert? Dabei muss man keine möglichen großen Reformen hinsichtlich Steuern und Co im Blick haben und diesen den Status Quo entgegen stellen. Zumindest, wenn man zum Schluss kommt, das Geld verteilen nötig sein wird. Ab da steckt man drin.
(Wobei ich hier nicht nur eine reine Umverteilung oder so meine. Auch eine Strompreisbremse, wie aktuell verhandelt, ist nichts anderes als eine soziale Maßnahme die man auf einer Gerechtigkeitssala einordnen kann. Und die btw massiv kompliziert zu regulieren und umzusätzen wäre, wenn sie kommt.)

Eigentlich will man aktuell auch gar nicht über große Reformen nachdenken. In Bezug auf den Winter scheitert es ja gerade schon daran überhaupt Geld an Alle zu verteilen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.September 2022, 18:54:57
@Jäger Horst: An der Stelle beginnen wir, uns im Kreis zu drehen. Zumal es auch ein bisschen albern wird: auch wenn meine Abgaben bei 80K brutto signifikant höher ausfallen als bei 40K, habe ich eben trotzdem deutlich mehr netto. Zu sagen, man wolle das nicht, wenn der Staat die Hälfte davon bekäme, empfinde ich als zynisch gegenüber Leuten, die vom Mindestlohn leben müssen.

@DragonFox: Ist halt die Frage, ob man den Status quo als gerecht bezeichnet. Ich würde sagen, nein. Ansonsten volle Zustimmung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 13.September 2022, 22:49:27
@DeDaim

Ok,
dann bleibt es aber trotzdem bei meiner Theorie, dass sich keiner dieser Klientel 80k+
gerne in seinen Lebensumständen "beschneiden" lassen will und alles dafür tut,
dass die Gewinnmarge in seinen jeweiligen Unternehmen höher wird und somit er/sie/es sein Netto-Gehaltsniveau halten kann
und sei es durch unpopuläre Maßnahmen wie Rationalisierung, Zeitarbeit, Zeitverträge, Auslagerung von Produktion in Niedrigsteuerländer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.September 2022, 23:22:28
Das mag deine Theorie sein, meine ist es nicht. Ich finde das sehr spekulativ, vom dahinerstehenden Menschenbild ganz zu schweigen.* Ich bin mir sicher, dass jemand im mittleren Management z. B. nicht mal eben ein paar Leute wegrationalisieren kann, um anschließend sein eigenes Gehalt anzuheben, damit er netto das gleiche rausbekommt. Das kann ja nur Leute mit entsprechender Entscheidungsgewalt betreffen und deren Anteil und konkreter Verdienst wäre relevant, denn ohne eine vernünftige Datengrundlage darüber, wie viele derjenigen die >80K/Jahr verdienen tatsächlich in einer Position sind, die ihnen die von dir beschriebenen Schritte ermöglicht, braucht man da auch nicht weiter zu diskutieren, weil es hier nicht mehr um Fakten, sondern um Überzeugungen geht.  Ich bezweifle aber, dass sich dazu belastbare Daten finden lassen.

*Nur so am Rande: Bei dem Menschenbild das du bei deiner Theorie voraussetzt (ich sehe da zumindest eine gute Portion Egoismus und Misanthropie), müsste dann der Staat nicht noch viel stärker regulierend eingreifen, um die ganzen gutverdienenden Egoisten im Zaum zu halten? ;) Und wer sagt denn, dass die Leute, die in der Lage sind, zu rationalisieren, auf Zeitarbeit zu setzen, Produktionen auszulagern usw. das nicht schon längst tun, auch bei 42% Spitzensteuersatz? Was hält sie jetzt davon ab, was sie bei einem höheren Steuersatz nicht mehr davon abhielte? Wird aus einem "guten" Manager mit steigendem Steuersatz ein "böser" Manager (bewusst in Anführungszeichen gesetzt)? Jetzt habe ich ja doch nochmal drüber gesprochen, aber sorry, ich finde das einfach nicht stichhaltig.

Edit: Diese Theorie wird übrigens noch unstimmiger, wenn man mal andere Steuersätze (https://de.statista.com/infografik/24976/spitzeneinkommensteuersaetze-weltweit/) anschaut. Finnland: 56,95. Dänemark: 56,5 Prozent. Österreich: 55 Prozent. Schweden: 52,85 Prozent. Ich wüsste nicht, dass die von dir beschriebenen Szenarien dort reihenweise eingetreten sind. Spannender Randaspekt hierzu: In Finnland und Dänemark leben die angeblich glücklichsten Menschen der Welt und auch Schweden ist dort immer in den Top 10 zu finden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 14.September 2022, 09:51:14
Und wer sagt denn, dass die Leute, die in der Lage sind, zu rationalisieren, auf Zeitarbeit zu setzen, Produktionen auszulagern usw. das nicht schon längst tun, auch bei 42% Spitzensteuersatz? Was hält sie jetzt davon ab, was sie bei einem höheren Steuersatz nicht mehr davon abhielte? Wird aus einem "guten" Manager mit steigendem Steuersatz ein "böser" Manager (bewusst in Anführungszeichen gesetzt)? Jetzt habe ich ja doch nochmal drüber gesprochen, aber sorry, ich finde das einfach nicht stichhaltig.

Das gleiche habe ich mir aber auch gedacht.

Und was folgt im Umkehrschluss dann, wenn man die Belastungen senkt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.September 2022, 10:33:10
Das mag deine Theorie sein, meine ist es nicht. Ich finde das sehr spekulativ, vom dahinerstehenden Menschenbild ganz zu schweigen.* Ich bin mir sicher, dass jemand im mittleren Management z. B. nicht mal eben ein paar Leute wegrationalisieren kann, um anschließend sein eigenes Gehalt anzuheben, damit er netto das gleiche rausbekommt. Das kann ja nur Leute mit entsprechender Entscheidungsgewalt betreffen und deren Anteil und konkreter Verdienst wäre relevant, denn ohne eine vernünftige Datengrundlage darüber, wie viele derjenigen die >80K/Jahr verdienen tatsächlich in einer Position sind, die ihnen die von dir beschriebenen Schritte ermöglicht, braucht man da auch nicht weiter zu diskutieren, weil es hier nicht mehr um Fakten, sondern um Überzeugungen geht.  Ich bezweifle aber, dass sich dazu belastbare Daten finden lassen.

*Nur so am Rande: Bei dem Menschenbild das du bei deiner Theorie voraussetzt (ich sehe da zumindest eine gute Portion Egoismus und Misanthropie), müsste dann der Staat nicht noch viel stärker regulierend eingreifen, um die ganzen gutverdienenden Egoisten im Zaum zu halten? ;) Und wer sagt denn, dass die Leute, die in der Lage sind, zu rationalisieren, auf Zeitarbeit zu setzen, Produktionen auszulagern usw. das nicht schon längst tun, auch bei 42% Spitzensteuersatz? Was hält sie jetzt davon ab, was sie bei einem höheren Steuersatz nicht mehr davon abhielte? Wird aus einem "guten" Manager mit steigendem Steuersatz ein "böser" Manager (bewusst in Anführungszeichen gesetzt)? Jetzt habe ich ja doch nochmal drüber gesprochen, aber sorry, ich finde das einfach nicht stichhaltig.

Edit: Diese Theorie wird übrigens noch unstimmiger, wenn man mal andere Steuersätze (https://de.statista.com/infografik/24976/spitzeneinkommensteuersaetze-weltweit/) anschaut. Finnland: 56,95. Dänemark: 56,5 Prozent. Österreich: 55 Prozent. Schweden: 52,85 Prozent. Ich wüsste nicht, dass die von dir beschriebenen Szenarien dort reihenweise eingetreten sind. Spannender Randaspekt hierzu: In Finnland und Dänemark leben die angeblich glücklichsten Menschen der Welt und auch Schweden ist dort immer in den Top 10 zu finden.

Also jagen wir unser Niveau rauf auf 57%, so dass wir on top sind und dann werden wir alle auch glücklicher?
Es geht ja nicht darum, wie es momentan ist, sondern was geplant ist (57% Spitzensteuersatz).

(Mit diesem Niveau von 57% hätten die Leute in Entscheiderpositionen halt noch viel mehr einen Grund sich darauf zu berufen, dass die solche unpopulären Maßnahmen treffen,
also das ist doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen...)

Die Bundeagentur für Arbeit hat allein im  Dezember 2021 gut 816.000 beschäftigte Leih- arbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer erfasst,
das ist eine bedrohliche Entwicklung.

...und Leute, die im Vorstand sitzen Chefs sind etc. sind nunmal Leute, die mehr (80k+) verdienen, oder willst du das generell anzweifeln?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 10:43:23
Nun, die Lösung der FDP ist ja, einfach alle zu entlasten, die besonders Reichen ganz besonders stark.

Stimmt natürlich nicht. Diese Fixierung auf die kleinste und damit machtloseste Partei ist schon sehr verwunderlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 14.September 2022, 10:54:10
Das mag deine Theorie sein, meine ist es nicht. Ich finde das sehr spekulativ, vom dahinerstehenden Menschenbild ganz zu schweigen.* Ich bin mir sicher, dass jemand im mittleren Management z. B. nicht mal eben ein paar Leute wegrationalisieren kann, um anschließend sein eigenes Gehalt anzuheben, damit er netto das gleiche rausbekommt. Das kann ja nur Leute mit entsprechender Entscheidungsgewalt betreffen und deren Anteil und konkreter Verdienst wäre relevant, denn ohne eine vernünftige Datengrundlage darüber, wie viele derjenigen die >80K/Jahr verdienen tatsächlich in einer Position sind, die ihnen die von dir beschriebenen Schritte ermöglicht, braucht man da auch nicht weiter zu diskutieren, weil es hier nicht mehr um Fakten, sondern um Überzeugungen geht.  Ich bezweifle aber, dass sich dazu belastbare Daten finden lassen.

*Nur so am Rande: Bei dem Menschenbild das du bei deiner Theorie voraussetzt (ich sehe da zumindest eine gute Portion Egoismus und Misanthropie), müsste dann der Staat nicht noch viel stärker regulierend eingreifen, um die ganzen gutverdienenden Egoisten im Zaum zu halten? ;) Und wer sagt denn, dass die Leute, die in der Lage sind, zu rationalisieren, auf Zeitarbeit zu setzen, Produktionen auszulagern usw. das nicht schon längst tun, auch bei 42% Spitzensteuersatz? Was hält sie jetzt davon ab, was sie bei einem höheren Steuersatz nicht mehr davon abhielte? Wird aus einem "guten" Manager mit steigendem Steuersatz ein "böser" Manager (bewusst in Anführungszeichen gesetzt)? Jetzt habe ich ja doch nochmal drüber gesprochen, aber sorry, ich finde das einfach nicht stichhaltig.

Edit: Diese Theorie wird übrigens noch unstimmiger, wenn man mal andere Steuersätze (https://de.statista.com/infografik/24976/spitzeneinkommensteuersaetze-weltweit/) anschaut. Finnland: 56,95. Dänemark: 56,5 Prozent. Österreich: 55 Prozent. Schweden: 52,85 Prozent. Ich wüsste nicht, dass die von dir beschriebenen Szenarien dort reihenweise eingetreten sind. Spannender Randaspekt hierzu: In Finnland und Dänemark leben die angeblich glücklichsten Menschen der Welt und auch Schweden ist dort immer in den Top 10 zu finden.

Also jagen wir unser Niveau rauf auf 57%, so dass wir on top sind und dann werden wir alle auch glücklicher?
Es geht ja nicht darum, wie es momentan ist, sondern was geplant ist (57% Spitzensteuersatz).

(Mit diesem Niveau von 57% hätten die Leute in Entscheiderpositionen halt noch viel mehr einen Grund sich darauf zu berufen, dass die solche unpopulären Maßnahmen treffen,
also das ist doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen...)

Die Bundeagentur für Arbeit hat allein im  Dezember 2021 gut 816.000 beschäftigte Leih- arbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer erfasst,
das ist eine bedrohliche Entwicklung.

...und Leute, die im Vorstand sitzen Chefs sind etc. sind nunmal Leute, die mehr (80k+) verdienen, oder willst du das generell anzweifeln?
Das beantwortet DeDaims Frage, was sie bisher davon abhält, nicht wirklich.

Geht es jetzt außerdem um den Mittelständler, dem die Firma gehört, und dessen Gehalt vom wirtschaftlichen Erfolg der Firma abhängt oder dem Vorstand, der ein festes Gehalt bekommt und dessen Gehalt unabhängig davon ist, ob er jetzt Leiharbeit verstärkt nutzt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.September 2022, 11:02:07
@Jäger Horst: Wieso weichst du immer aus, anstatt auf konkret gestellte Fragen zu antworten? Ist jetzt schon mehrfach im Laufe der Diskussion passiert, mittlerweile kann das kein Zufall mehr sein. Finde ich sehr schade.

Also jagen wir unser Niveau rauf auf 57%, so dass wir on top sind und dann werden wir alle auch glücklicher?
Es geht ja nicht darum, wie es momentan ist, sondern was geplant ist (57% Spitzensteuersatz).
Ersteres habe ich nie behauptet und auch nicht suggerieren wollen. Letzteres stimmt nicht: Es geht sehr wohl darum, wie es momentan ist, sonst würden wir nicht drüber reden, ob Änderungen notwendig oder sinnvoll sind (wir erinnern uns: Ausgangspunkt war das Stichwort "soziale Gerechtigkeit"). Davon abgesehen sind die 57% von niemandem geplant, sondern stammen aus einer Berechnung des Bundesfinanzministeriums.

(Mit diesem Niveau von 57% hätten die Leute in Entscheiderpositionen halt noch viel mehr einen Grund sich darauf zu berufen, dass die solche unpopulären Maßnahmen treffen,
also das ist doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen...)
Nochmal: Von der Einkommensteuer ist das Einkommen der Entscheider betroffen, nicht das dem Unternehmen zur Verfügung stehende Geld (jedenfalls in den allermeisten Fällen). Um sich das gleiche Nettogehalt zuzuschustern und das durch Wegrationalisieren auszugleichen, müssten sie außerdem erstmal über diese Art von Entscheidungsgewalt verfügen (siehe unten zu deinem letzten Punkt).

Die Bundeagentur für Arbeit hat allein im  Dezember 2021 gut 816.000 beschäftigte Leih- arbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer erfasst,
das ist eine bedrohliche Entwicklung.
Stimmt. Aber inwiefern ist die Anzahl der in Leih- oder Zeitarbeit beschäftigten Personen abhängig von der Einkommensteuer?

...und Leute, die im Vorstand sitzen Chefs sind etc. sind nunmal Leute, die mehr (80k+) verdienen, oder willst du das generell anzweifeln?
Nein, zweifle ich nicht an. Vorstände, Unternehmensführungen etc. verdienen oftmals sicher >80K im Jahr. Sehr oft wird das sogar noch weit darüber liegen. Nur unterschätzt du meiner Ansicht nach massiv die Anzahl derer, die einfach nur angestellt sind und >80K verdienen. Wie gesagt: Im mittleren Management z. B. (laut Google-Suche liegt hier der Schnitt in Deutschland bei ca. 90K). Die können sich nicht einfach ein höheres Gehalt geben, um eine zusätzliche Steuerlast auszugleichen, und um das wettzumachen, rationalisieren oder ganze Produktionen verlagern. Die haben überhaupt keine Entscheidungsgewalt über ihr Gehalt, sondern verhandeln das mit ihren Vorgesetzten. Auch als Ingenieur kannst du durchaus 80K verdienen und hast 0,0 Einfluss darauf, ob dein Unternehmen Leute entlässt oder nur noch in Zeitarbeit anstellt. Als Professor kannst du je nach Professur ebenfalls deine 90K pro Jahr verdienen.

Was du hier betreibst ist reine Spekulation, um vehement deinen (aus meiner Sicht nicht haltbaren) Standpunkt zu verteidigen, dass ein höherer Spitzensteuersatz zu Lasten von Unternehmen geht und Arbeitsplätze kostet. Hierfür hast du bislang keine plausible Begründung geliefert und ohne belastbare Zahlen brauchen wir hier auch nicht weiter diskutieren.

Das hier hast du übrigens auch komplett ignoriert (sowohl meinen, als auch Tims Aspekt):
Und wer sagt denn, dass die Leute, die in der Lage sind, zu rationalisieren, auf Zeitarbeit zu setzen, Produktionen auszulagern usw. das nicht schon längst tun, auch bei 42% Spitzensteuersatz? Was hält sie jetzt davon ab, was sie bei einem höheren Steuersatz nicht mehr davon abhielte? Wird aus einem "guten" Manager mit steigendem Steuersatz ein "böser" Manager (bewusst in Anführungszeichen gesetzt)? Jetzt habe ich ja doch nochmal drüber gesprochen, aber sorry, ich finde das einfach nicht stichhaltig.

Das gleiche habe ich mir aber auch gedacht.

Und was folgt im Umkehrschluss dann, wenn man die Belastungen senkt?



Nun, die Lösung der FDP ist ja, einfach alle zu entlasten, die besonders Reichen ganz besonders stark.

Stimmt natürlich nicht. Diese Fixierung auf die kleinste und damit machtloseste Partei ist schon sehr verwunderlich.
Dann schau nochmal ins Wahlprogramm 2021. Einen Artikel dazu hatte ich vor einigen Posts verlinkt. Übrigens hatte DragonFox berechtigterweise infrage gestellt, dass klein = machtloser bedeutet. Die FDP hält wie gesagt das Finanzministerium, sie hat damit sehr viel Macht und ist gleichberechtigter Partner in der Koalition. Glaubt denn wirklich einer von euch, dass SPD und Grüne sich andere Mehrheiten im Bundestag suchen und damit einen Koalitionsbruch riskieren? Die FDP redet bei jeder Entscheidung selbstverständlich mit und entscheidet mit. Davon abgesehen geht es hier doch schon länger gar nicht mehr konkret um die FDP? Warum dann jetzt der Reflex, sie verteidigen zu müssen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 11:05:08
Warum dann jetzt der Reflex, sie verteidigen zu müssen?
Weil man bei dir immer nur FDP hier, FDP da liest. Die FDP entscheidet nichts gegen den Willen der Koalitionspartner.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.September 2022, 11:08:44
Weil man bei dir immer nur FDP hier, FDP da liest. Die FDP entscheidet nichts gegen den Willen der Koalitionspartner.
Hat doch auch niemand behauptet. Aber genauso wenig entscheiden Grüne und SPD nichts etwas ohne die FDP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2022, 11:44:48
Nun, die Lösung der FDP ist ja, einfach alle zu entlasten, die besonders Reichen ganz besonders stark.

Stimmt natürlich nicht. Diese Fixierung auf die kleinste und damit machtloseste Partei ist schon sehr verwunderlich.

Das kommt dir so vor, weil du scheinbar immer die Augen zu machst, wenn es um die anderen Partein geht.  ;) Jäger Horst war schon einige Male auf und gegen Grün fixiert. DeDaim hat hier schon Grün, SPD und FDP kritisiert. Ich bin auch schon über alle Partein drüber gegangen und habe unter anderem einzelne Politiker wie Buschmann gelobt oder Lauterbach kritisiert. Und auch im breiteren Rahmen, über die komplette Corona Zeit, war die FDP gar nicht im Fokus.
Hier geht es nunmal um Themen, wo es auch im aktuellen Tagesgeschäft in der Ampel eine Kluft zwischen Grün und SPD auf der einen Seite und der FDP auf der anderen Seite gibt. Natürlich wird diese Kluft in Gespräche zu diesem Thema hineingetragen.
Auserdem ignorierst du den Gesprächsverlauf. Es wurde nicht aus dem Blauen heraus über die FDP hergezogen - das war letzte Woche  :P. Wenn Jäger Horst im Gesprächsverlauf schreibt, dass man sich eher der FDP zuwenden kann, dann führt das Gespräch nunmal zur FDP. Dann kann man auch davon ausgehen, dass das was Jäger Horst vertritt in seinen Augen eher von der FDP vertreten wird. Sonst würde er, so denke ich, seine Argumente nicht mit einer Partei verknüpfen.
In dieser Diskussion hier geht es nunmal, wie oft in poltitischen Themen, um grunlegende Ideen, Meinungen und Überzeugungen. Da Jäger Horst die Brücke zur FDP geschlagen hat, kritisiert man nunmal automatisch die Ideen der FDP, wenn man nicht seiner Meinung ist. Da kann doch die FDP nichts dafür.


Abgesehen davon ist niemand auf DeDaims und meine Anmerkung eingegangen, dass man auch die kleinste und machtloseste Partei (die wohlgemerkt immer noch eine Regierungspartei ist) kritisieren darf. Die Grünen und ihre Politik wurden hier zum Beispiel stark kritsiert. Das ist auch in Ordnung. Allerdings waren die Grünen die letzten 6 Legislaturperioden eine 8 Prozentpartei und wenn überhaupt nur Juniorpartner. Gut, eine Periode waren sie knapp über 10. Auf jeden Fall waren sie immer unter dem Wahlergebniss der aktuellen FDP. Mit diesem Argument können die auch für gar nichts verantwortlich gemacht werden und könnten von jeglicher Kritik freigesprochen werden... Das stimmt ja auch nicht.
Ich will auch die Grünen in dem Fall nicht verteidigen. Es ist einfach ein Beispiel, dass dieses Argument, dass eine Regierungspartei, die zur Mehrheit der Stimmen beiträgt, Ministerien besetzt und ihre Ideen in den Koalitionsvertrag einbringen durfte zu unbedeutend wäre, um kritisiert zu werden, einfach nicht anwendbar ist. Das die FDP nämlich nicht ohne SPD und Grün kann und andersherum ist ein politisches Patt. Das Platzen der Koalition liefe auf Neuwahlen hinaus mit weitgehend ungenauem und sehr situationsabhängigem Ausgang. Die drei Parteien setzen sich gegenseitig die Pistole auf die Brust und da hat niemand ein größeres Kaliber als der andere, so lange alle sicher an der Regierung bleiben wollen. Die Verhandlungen zum Koalitionsvertrag haben das sehr deutlich gezeigt.

Darüber hinaus wurde hier breit über soziale Gerechtigkeit gesprochen und DeDaim hat geäusert, was er darunter versteht. Unter diesem Aspekt ist die Aussage von ihm zu betrachten. Bei den Umlagen durch Steuer macht die FDP nicht mit, bei Besteuerung von Reichen im allgemeinen macht die FDP nicht mit, die kalte Progression - ein eindeutiges FDP Thema - stärk alle - aber anteilmäßig die Reichen mehr.
Gut, die FDP will eine Klimadividende im Zusammenhang mit dem Emissionshandel... Zu dieser Umverteilung hattest du, aber auch Jäger Horst eine klare Meinung. Beide waren negativ. Also selbst, wenn man einen Punkt der FDP gut findet und zur Diskussion stellt - was ich getan habe - wird dagegen diskutiert. ??? Bitte erkenn das doch als Lob an, wenn du sonst überall Kritik siehst.  :P
Also bezogen auf DeDaims Position, ohne die Perspektive wird man die Aussage nicht nachvollziehen können: Wo fordert die FDP den das was DeDaim sich unter sozialem Ausgleich vorstellt und wie wurde das in der bisherigen Diskussion geäussert?
Bisher, so kam es rüber, steht die FDP eher für Status Quo. Nicht eingreifen, keine großen Umwerfungen, eher Deregulieren. Die ganz Reichen bekommt man nicht. Die Mittelreichen will man nicht oder wird zu aufwendig (Auch wenn das in der Realität der FDP, Stichwort Klimadividende, ander aussieht.) Vielleicht weicht das Bild, dass hier von der FDP gezeichnet wird auch einfach ab, aber aus Sicht DeDaims kann ich die Kritik nachvollziehen und sehe ihr auch nicht widersprochen - außer dieses "zu klein" Argument.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 14.September 2022, 11:51:30
Nun, die Lösung der FDP ist ja, einfach alle zu entlasten, die besonders Reichen ganz besonders stark.

Stimmt natürlich nicht. Diese Fixierung auf die kleinste und damit machtloseste Partei ist schon sehr verwunderlich.
Das kleinste Zahnrad einer Uhr kann das gesamte Getriebe ruinieren wenn es "bockt".
Und die FDP zeichnet sich aktuell leider dadurch aus, wenn es um das finden für Lösungen, von der die Allgemeinheit primär profitieren würde und nicht primär die oberen 5%, geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.September 2022, 11:59:33
@DeDaim

Ich weiche überhaupt nicht aus...
nur wenn du Zusammenhänge nicht verstehen willst oder die widerrum vermehrt durcheinander bringst
und dazu noch für dich eingeordnet zum Teil rhetorische Fragen stellst...
dann konzentriere ich mich nunmal lieber auf das Wesentliche.
Aber sei's drum:

Die Berechnung des Bundesfinanzministeriums sind laut Artikel gerade was die SPD und Grüne mit "sozialer Gerechtigkeit" vorhaben...nämlich 57%...+ noch Vermögenssteuer etc.

Die letztendlichen Entscheidungen über viele Bereiche einer Unternehmensstruktur, werden nun mal überwiegend in Konferenzen von Vorstand + Managern usw. getroffen
und dass es heutzutage schon die Entwicklung hin zu vielen Zeitbefristungen gibt + Leiharbeiter + Rationalissierung, lässt nun mal nicht unter den Tisch kehren, das sind,
wenn du so willst, "real belastbare" Zahlen, wenn man den kausalen Zusammenhang sehen und verstehen kann
und diese Zustände werden durch mehr Besteuerung der Entscheider nun auf keinen Fall besser

Wenn die Einkommenssteuer/Steuern allgemein steigen ...dann entscheiden die Leute in hohen Positionen eben, dass andere (Sündenböcke) ihr Defizit ausgleichen.
Das muss nicht von heut auf morgen passieren, wie du es mir in den Mund gelegt hast...
das sind alles Prozesse, die es aber in der Vergangenheit schon zur Genüge gab, sonst gäbe es nämlich nicht so viele Leiharbeiter und und und...du verstehen?

Und klar kommt die FDP hier und anderswo oft als Bösewicht bei rum, die die "soziale" Gerechtigkeit verhindert,
das ist einfach zu billig und nicht wahr, einfach plakativ und eine Sündenbockmentalität für Verfehlungen/falsches Vertrauen der eigens gewählten Partei.
Weil's einfach einfach ist.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.September 2022, 12:09:50
Doch, du weichst aus, immer wieder. Sonst würdest du ja mal auf die Fragen, die an dich gerichtet sind eingehen. Die sind nämlich nicht rhetorisch.
Deine Argumentation wird übrigens nicht dadurch besser, dass du sie einfach wiederholst.

du verstehen?
Auf dem Niveau brauchen wir gar nicht weiter diskutieren. Übrigens habe ich auch die ein oder andere unterschwellige Spitze gegen mich, der ja nichts versteht, bislang ignoriert, weil ich Hoffnung hatte, dass wir uns auf Basis von sachlichen Argumenten Austauschen und verständigen können.

"Ich verstehen" übrigens sehr gut, was hier läuft. Nämlich genau das, wofür ich dich vor ein paar Tagen recht unschön kritisiert habe und weswegen ich eigentlich auch keine Lust hatte, weiter zu diskutieren. Beharre ruhig auf deinem Standpunkt und reflektiere deine Position nicht. Für mich ist das okay, davon geht meine Welt nicht unter. Es ist nur schade, dass die Diskussionen mit dir jedes Mal so laufen, ganz unabhängig davon, wer mit dir diskutiert. Sehr bedauerlich, weil ich dich eigentlich für deine Diskussionsfreudigkeit schätze, aber so ist das halt einfach nicht fruchtbar.

Edit: Will sagen: Für mich ist die Diskussion an der Stelle beendet, dafür sind mir Zeit und Energie zu schade.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.September 2022, 12:36:42
@De Daim

Wenn du "du verstehen" in den falschen Hals bekommen hast, dann tut es mir leid...
es ist nur wiederholt sehr müßig auf Unverständnis einzugehen.

Jedoch sind deine direkten Fragen zum Teil wirklich rhetorisch gewesen bzw. im Vorfeld schon direkt von mir beantwortet gewesen öfters.
Ich empfehle daher nochmals in Ruhe alles durchzulesen.

Eigentlich hätte ich schon längers Grund gehabt mich aus dieser "Diskussion" zurück zu ziehen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2022, 12:43:16
Ist doch schön, dass aus dieser Diskussion am Ende noch ein gemeinsamer Standpunkt hervorgegangen ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 13:05:29
Das kommt dir so vor, weil du scheinbar immer die Augen zu machst, wenn es um die anderen Partein geht.
Ja, "scheinbar".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2022, 13:11:40
Das kommt dir so vor, weil du scheinbar immer die Augen zu machst, wenn es um die anderen Partein geht.
Ja

Passt. Ich freu mich, dass wir das Missverständnis geklärt haben und einer Meinung sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 13:13:19
...
><((((*>
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 13:30:50
Ich hab mir mal den Spaß erlaubt, ab Seite 50 Wörter zu zählen O0

FDP: 107

CDU   CSU   Union: 13

Grün*: 46

SPD: 19
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.September 2022, 14:07:54
Kann mir kaum vorstellen, dass das Spaß gemacht hat. ;) Und diese Zählung seit 2017 sagt uns jetzt was genau? Auch mit Blick auf andere Threads, in denen ebenfalls über Politik geredet wurde?

Das mag ja deine Aussage unterstützen, dass wir hier oft über die FDP reden. Könnte aber schlicht daran liegen, dass die Partei oder ihre Vertreter öfters mal Kontroversen anstoßen (Vermutung, müsste man überprüfen, ob das überhaupt so ist). Sei's drum: Die Zahlen sagen ja nicht, wer wann wie und in welchem Zusammenhang über sie spricht. Oder über die anderen Parteien. Zumal ich den Mehrwert auch gar nicht verstehe. DragonFox hat ja einen durchaus differenzierten, langen Beitrag gepostet, da hätte man ja mal drauf eingehen können, anstatt nur den ersten Satz herauszunehmen und zwei Wörter dazu zu schreiben. Ganz ehrlich: Da kann man es auch bleiben lassen. So kommt doch keine Diskussion zustande und ich frage mich, welchen Zweck das dann verfolgt, außer seiner eigenen Verstimmung Ausdruck zu verleihen.

Was ><((((*> zu bedeuten hat, ist mir auch schleierhaft. Der Fisch stinkt vom Kopf? Also nieder mit den Eliten? ;) ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.September 2022, 14:09:42
Nun, die Lösung der FDP ist ja, einfach alle zu entlasten, die besonders Reichen ganz besonders stark.

Stimmt natürlich nicht. Diese Fixierung auf die kleinste und damit machtloseste Partei ist schon sehr verwunderlich.

...
In dieser Diskussion hier geht es nunmal, wie oft in poltitischen Themen, um grunlegende Ideen, Meinungen und Überzeugungen. Da Jäger Horst die Brücke zur FDP geschlagen hat, kritisiert man nunmal automatisch die Ideen der FDP, wenn man nicht seiner Meinung ist. Da kann doch die FDP nichts dafür.


Die Brücke und die überwiegende Negativdarstellung der FDP / überhaupt das Erwähnen wurde nicht von mir gestartet.
Es ist auch nicht verboten, die FDP zu kritisieren
Sie ist halt bei bestimmten Positionen im Gegensatz zur SPD und Grünen ein "kleinerer" Gegenpart, denn du bringst da Vergangenheit und aktuelle Regierung durcheinander.
Denn in vielen Punkten sind sich SPD und Grüne nun mal einig.

Die FDP wurde Eingangs von DeDaim durch den Kakao gezogen... #1238
...dann hatten wir es Diskussionstechnisch geschafft uns etwas genereller / Parteienunabhängig zu unterhalten
u.a. auch weil DeDaim es selber relativiert hat, um die Diskussion "allgemeiner" zu halten
dann kamst du Dragon mit #1257
und hast wieder die FDP bei diversen Punkten voran geschrieben
...und das nochmal verstärkt bei #1261
...dann wieder kurz "Ruhe"
...um dann wieder von DeDaim, die FDP aber nochmal wieder richtig in die Pfanne zu hauen: #1285

Also ich weiß auch nicht...ist halt schon i-wie auffällig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2022, 14:49:43
Nun, die Lösung der FDP ist ja, einfach alle zu entlasten, die besonders Reichen ganz besonders stark.

Stimmt natürlich nicht. Diese Fixierung auf die kleinste und damit machtloseste Partei ist schon sehr verwunderlich.

...
In dieser Diskussion hier geht es nunmal, wie oft in poltitischen Themen, um grunlegende Ideen, Meinungen und Überzeugungen. Da Jäger Horst die Brücke zur FDP geschlagen hat, kritisiert man nunmal automatisch die Ideen der FDP, wenn man nicht seiner Meinung ist. Da kann doch die FDP nichts dafür.

Sie ist halt bei bestimmten Positionen im Gegensatz zur SPD und Grünen ein "kleinerer" Gegenpart, denn du bringst da Vergangenheit und aktuelle Regierung durcheinander.

In dem von dir zitierten Teil kommt die SPD und die Grünen gar nicht vor und die restlichen knapp 700 Wörter ignorierst du.

Du hast mir in einem Gespräch vor einer Weile vorgeworfen, dass ich undifferenziert zitiere und auf Argumente nicht eingehen würde. Touché.

Also ich weiß auch nicht...ist halt schon i-wie auffällig.

Das fällt dir auf, weil es so ist. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich (da will ich nicht für Dedaim sprechen) nicht die FDP in einigen Punkten kritisieren. Und da wir jetzt schon eine ganze Weile über soziale Ungleicheit reden kritisiere ich die FDP schon eine ganze Weile. Weil meine Kritik an die FDP bezieht sich nunmal verstärkt auf diesen Teil der Politik. Und ich werde das weiter tun, wenn wir weiter darüber sprechen. Ich habe lediglich gesagt, dass auch andere Parteien, zu gegebener Zeit, kritisiert werden. Lass uns zum Beispiel über Energie oder Umweltpolitik reden, für den du auch deinen persönlichen Schuldigen gefunden hast. Oder die Genderthematik. Oder Maut vor ein paar Jahren. Es gab schon Diskussionen wo das ganz anders aussah mit der parteilichen Kritik.
Eine Diskussion über soziale Gerechtigkeit herzunehmen, die durchwachsen ist von einer Meta-Diskussion, ob man die FDP nennen darf und daraus abzuleiten, dass die FDP zu oft genannt wird.... Klar.  ;)


Und jetzt zu dem was ich gesagt habe:
Ich stelle mich gegen das mehrfach wiederholte Argument, dass man die FDP nicht kritisieren dürfe oder hier zu viel Platz einräume, weil sie eine kleine Partei ist.
Damit verbietet ihr einem mit diesem Totschlagargument den Mund aus der oben von dir beschriebenen Situation. Das funktioniert nicht und darauf geht ihr geziehlt nicht ein. Wenn die SPD und die Grünen eine Position gegen die FDP vertreten und ich für die Position der SPD und der Grünen (wie du erkannt hast, sind die sich in dem hier diskutierten Punkt eher einig) wäre, dann müsste ich automatisch gegen die FDP sein und sie damit kritisieren. Ihr kritisiert das aber alleine nur dadurch, weil die FDP in der Regierung die Minderheit ist. Da beist sich der Hund in den eigenen Schwanz.
Ich hab die Lösung: Dann hören wir doch auf über jeglichen Punkte von der FDP zu reden. Die FDP ist so klein und unbedeutend, das wir gar nicht ihre Positionen diskutieren müssen, weil sie es nicht wert ist - und wenn, dann nur ein ganz ganz kleines bisschen als Randnotiz, dass sie wir uns nicht vorwerfen können, dass wir sie ganz ignorieren. Aber wir müssen viel mehr über SPD, Grün und CDU reden! Und zwar gleichmäßig positiv und negativ. Sonst ist das ja unfair. Und diese Lösung ist doch Bullshit, oder? Aber darauf läuft dieses Argument in seiner Maxime hinaus, von dem kein Millimeter abgewichen wird.


SPD SPD SPD SPD SPD SPD SPD SPD SPD SPD
GRÜN GRÜN GRÜN GRÜN GRÜN GRÜN GRÜN GRÜN
CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU CDU
^ Damit ist das Gleichgewicht gewahrt und Rossi hat es einfacher: 15 für alle.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 14:52:43
Und diese Zählung seit 2017...
Ab Seite 50! "Ich kram den Thread mal wieder vor..." 2022
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 14.September 2022, 14:53:06
Sehr seltsame meta-Diskussion hier m.E. Es wird halt über Politik diskutiert, das führt fast zwangsläufig zu Auseinandersetzungen mit/über die Regierungsarbeit. Jemand, der Sympathien für im weitesten Sinne "linke" Positionen hat, stört sich natürlich primär an der FDP, weil die eben Dinge verhindert, die SPD und Grüne gerne gemacht hätten. So what?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2022, 14:55:18
Und diese Zählung seit 2017...
Ab Seite 50! "Ich kram den Thread mal wieder vor..." 2022

Ich glaube das Problem ist, dass wir alle gemeinsam unterschiedliche Einstellungen für Post/Seite eingestellt haben.  ;D
Bei mir hat der ganze Thread nur 27 Seiten. Ich konnte damit nichts anfangen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2022, 14:57:20
Sehr seltsame meta-Diskussion hier m.E. Es wird halt über Politik diskutiert, das führt fast zwangsläufig zu Auseinandersetzungen mit/über die Regierungsarbeit. Jemand, der Sympathien für im weitesten Sinne "linke" Positionen hat, stört sich natürlich primär an der FDP, weil die eben Dinge verhindert, die SPD und Grüne gerne gemacht hätten. So what?

Wenn man in Diskussionen zu lang auf einer Stelle tritt tendiert sie fast immer dazu in eine Metaebene zu wechseln. Ich stimme dir da voll zu, dass diese hier seltsam ist.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.September 2022, 15:02:45
Und diese Zählung seit 2017...
Ab Seite 50! "Ich kram den Thread mal wieder vor..." 2022

Und wieder gehst du nur auf einen winzigen Teil des Posts ein und ignorierst den kompletten Rest. :blank:
Bei mir ist Seite 50 in 2017. Offenbar kriegen wir unterschiedlich viele Posts pro Seite angezeigt. Den Teil meines Posts ignorierst du halt einfach, der wird auch nicht durch deine Relativierung der Zeitschiene beantwortet:
Sei's drum: Die Zahlen sagen ja nicht, wer wann wie und in welchem Zusammenhang über sie spricht. Oder über die anderen Parteien. Zumal ich den Mehrwert auch gar nicht verstehe. DragonFox hat ja einen durchaus differenzierten, langen Beitrag gepostet, da hätte man ja mal drauf eingehen können, anstatt nur den ersten Satz herauszunehmen und zwei Wörter dazu zu schreiben. Ganz ehrlich: Da kann man es auch bleiben lassen. So kommt doch keine Diskussion zustande und ich frage mich, welchen Zweck das dann verfolgt, außer seiner eigenen Verstimmung Ausdruck zu verleihen.

Was ><((((*> zu bedeuten hat, ist mir auch schleierhaft. Der Fisch stinkt vom Kopf? Also nieder mit den Eliten? ;) ;D

Sehr seltsame meta-Diskussion hier m.E. Es wird halt über Politik diskutiert, das führt fast zwangsläufig zu Auseinandersetzungen mit/über die Regierungsarbeit. Jemand, der Sympathien für im weitesten Sinne "linke" Positionen hat, stört sich natürlich primär an der FDP, weil die eben Dinge verhindert, die SPD und Grüne gerne gemacht hätten. So what?

Wenn man in Diskussionen zu lang auf einer Stelle tritt tendiert sie fast immer dazu in eine Metaebene zu wechseln. Ich stimme dir da voll zu, dass diese hier seltsam ist.  ;)
Exakt. Diese ganze Metadiskussion ist ziemlich schräg und ich erkenne den Sinn dahinter nicht. Zumal auf wiederholt vorgetragene, differenzierte Gegenargumente 0,0 eingegangen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 15:05:27
Es zeigt halt auf, dass man sich hier offensichtlich auf die FDP eingeschossen hat, obwohl die am wenigsten zu entscheiden hat.

Für mich ist das Thema beendet, ich habe geschrieben, was ich dazu schreiben wollte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.September 2022, 15:10:24
Es zeigt halt auf, dass man sich hier offensichtlich auf die FDP eingeschossen hat, obwohl die am wenigsten zu entscheiden hat.

Für mich ist das Thema beendet, ich habe geschrieben, was ich dazu schreiben wollte.

Aber warum schreibst du überhaupt in einem Forum, wenn du offenbar überhaupt nicht bereit bist, über das Thema zu diskutieren, zu dem du dich äußerst? Dann denke dir doch einfach deinen Teil und lass es gut sein. So führen wir eine in meinen Augen völlig unsinnige Metadiskussion, bei der die eine Seite argumentiert und die andere einfach nur ihren Standpunkt äußert und Gegenargumente völlig wurst sind.

Schade auch, dass die Frage nach dem Fisch unbeantwortet bleibt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2022, 15:44:01
Aber warum schreibst du überhaupt in einem Forum, wenn du offenbar überhaupt nicht bereit bist, über das Thema zu diskutieren, zu dem du dich äußerst?
Ich diskutiere doch, spare mir nur ewige Wiederholungen. Ich wiederhole es jetzt aber doch noch ein letztes Mal: seit deinem "Ich kram den Thread mal wieder vor..." wird hauptsächlich die FDP diskutiert und das wundert mich, weil die weder den Kanzler noch den Vizekanzler stellen und überhaupt der kleinste Koalitionspartner sind, der nur 4 der 17 Ämter stellt. Kann man natürlich machen, objektiv ist das dann aber nicht.
Wenn ich auf postings nicht eingehe, dann wegen ad personam oder weil es nichts mit meinem Thema zu tun hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.September 2022, 16:44:59
In Ordnung, dann wiederhole ich nochmal mit anderen Worten, was andere schon dazu gesagt haben: Meinen Ausgangspost, mit dem ich den Thread hervorgekramt habe, kannst du schonmal streichen, da hatte ich schon eingeräumt, dass das nicht gut war. Wir sind dann auf das Thema soziale Gerechtigkeit gekommen. Wer kann daran etwas ändern? Die aktuelle Regierung, bestehend aus SPD, Grünen und FDP. SPD und Grüne liegen hier nah beieinander, die FDP ist bei diesem Thema innerhalb der Koalition in einer Außenseiterrolle. Ich habe daraufhin die Position der FDP in diesem speziellen Fall kritisiert (es ging da um die Steuerpläne im Vorfeld der Bundestagswahl), aber im übrigen auch eingeräumt, dass nicht alles schlecht sei (z. B. Bürgergeld, Aufstiegschancen durch Bildung erhöhen). Deshalb haben wir darüber diskutiert und deshalb wurde die FDP oft erwähnt (sowohl kritisierend, als auch verteidigend). Eben weil es genau um dieses Thema geht, wo ich der FDP eine Schwäche attestiere. Ich kann ja wohl schlecht SPD und Grüne kritisieren, wenn ich größtenteils mit ihrer Position in diesem Fall übereinstimme.

Ich weiß gar nicht, was es da zu diskutieren gibt oder warum das unfair oder nicht objektiv sein soll. Und ich verstehe absolut nicht, was das mit der Größe und/oder Einfluss einer Partei innerhalb des Politiksystems zu tun haben soll. Das ist kein Kriterium, um eine Diskussion (nicht) zu führen. Jedenfalls bist du hier bislang eine Antwort schuldig geblieben, warum es das sein soll.

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 14.September 2022, 21:15:22
Es zeigt halt auf, dass man sich hier offensichtlich auf die FDP eingeschossen hat, obwohl die am wenigsten zu entscheiden hat.

Für mich ist das Thema beendet, ich habe geschrieben, was ich dazu schreiben wollte.

Vielleicht ist die FDP aber auch die Partei, bei der es am meisten Diskussionspotential hier im Forum gibt? Oder die Kritik an der SPD beispielsweise wird unisono geteilt, während bei den FDP-Positionen im Forum unterschiedliche Ansichten vertreten werden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 15.September 2022, 11:11:34
Ich  glaube aber auch nicht, dass es zu einer konstruktiven Diskussion bzw.
zu einer Diskussion beiträgt, die sogenannten Erkenntnisgewinn liefern soll,
wenn man sich am Wahlprogramm der "kleinsten" Partei systematisch abarbeitet.
Dieses Wahlprogramm, das vor der Wahl erstellt wurde, kann diese kleinste Partei niemals vollends gegen die Regierungspartei SPD und Grüne durchsetzen...
deswegen spielt die Größe/ und der Gesamteinfluss innerhalb eines Politiksystems sehr wohl eine Rolle,
gerade weil es einen Koalitionsvertrag gibt und niemals auch nur ansatzweise eine "Allmacht" der FDP,
wie das in polemischen Artikeln und zum Teil hier suggeriert wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.September 2022, 12:09:11
Und ich verstehe absolut nicht, was das mit der Größe und/oder Einfluss einer Partei innerhalb des Politiksystems zu tun haben soll.
Man pickt sich den kleinsten Koalitionspartner mit dem geringsten Einfluss raus und konzentriert seine Kritik beinahe ausschließlich auf den. Sehe ich nicht so. An der SPD (zB. Scholz Verweigerungshaltung in Sachen Waffenlieferungen an die Ukraine) und den Grünen (Habeck sinnfreies Gestammel zu Insolvenzen, das Gerede von "wir haben kein Stromproblem" etc.pp.) finde ich jedenfalls deutlich mehr zu kritisieren, als zB. der Klimaschutz (für den die FDP nicht zuständig ist, auch das ist Habecks Ressort) oder das angeblich Unsoziale an der FDP, die konstruktiv mit am Bürgergeld gearbeitet hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.September 2022, 14:41:06
Hä? :D Wir haben aber nicht über Scholz' Haltung in Sachen Waffenlieferungen oder Habecks Energiepolitik gesprochen. Das können wir gerne tun, und ja, dann gäbe es reichlich zu kritisieren. Nur haben wir darüber nicht gesprochen, sondern sind recht schnell auf das Thema soziale Gerechtigkeit gekommen und wie sich diese erreichen ließe. Und ja, in dem Zuge wurde von mir die Position der FDP kritisiert, die sich zusätzlichen Belastungen für Besserverdienende verweigert, um damit Geringverdiener zu entlasten. Der Kritik kann man sich anschließen oder widersprechen, so wie es Jäger Horst getan hat. Das nennt man dann Diskussion. Im Übrigen habe ich das Bürgergeld ausdrücklich gelobt (was ich auch in meinem letzten an dich gerichteten Post nochmal erwähnt haben). Das habe ich in nur einem Satz getan, weil ich der Meinung bin, dass es reicht, zu sagen, dass ich das eine gute Sache finde und anerkenne, dass die FDP daran mitgearbeitet hat. Das muss ich doch nicht künstlich aufblasen, um es in ein ausgewogenes Verhältnis mit meiner Kritik zu setzen.

Dass der Klimaschutz ausschließlich eine Sache von Habecks Ministerium sei, ist übrigens Bullshit. Es gibt Sektorziele und jedes Ministerium hat in seinem Sektor diese Ziele zu erreichen. So auch bspw. Wissings Verkehrsministerium, dessen Klimaschutz-Sofortprogramm Anlass für mich war, den Thread wieder hochzuholen. Und ich wiederhole mich: Da habe ich bereits eingeräumt, dass die Art und Weise, in der ich mich da geäußert habe, nicht in Ordnung war. Nicht, dass jetzt das noch aufgegriffen wird...

Ich habe übrigens, offenbar im Gegensatz zu anderen, kein Problem damit, meine Kritik auf alle Parteien auszuweiten. Das habe ich in der Vergangenheit, etwa bei der Corona-Politik, schon getan und werde es auch zukünftig tun. Naturgemäß habe ich, aufgrund meiner eigenen politischen Einstellung, an der ein oder anderen Partei (Union, FDP) mehr zu kritisieren als an anderen (SPD, Grüne). Willst du mir - oder anderen im Forum - das etwa zum Vorwurf machen? Wahrscheinlich ist es halt einfach so wie Tim schreibt: Die Positionen der FDP liefern zumindest den sich hier im Forum aktiv Beteiligenden eben mehr Diskussionspotenzial als die Positionen anderer Parteien. Wir sind hier aber halt auch nicht repräsentativ für die Gesellschaft und deswegen kannst du da keinen ausgewogenen Diskurs erwarten. Wenn du die Grünen oder die SPD kritisieren willst, dann tu das. Dann wird sich hier vielleicht jemand dazu äußern und dir entweder zustimmen oder widersprechen. Ich werde sicher nicht so einen Aufstand veranstalten, wenn jemand, diese zwei mir politisch vermutlich am nächsten stehenden Parteien kritisiert.

Also nochmal: Ich habe kein Problem mit Kritik an anderen Parteien. Ich habe auch kein Problem damit, die FDP zu loben und ihre Beiträge zu positiven Entwicklungen anzuerkennen. Dass sich ihre Politiker öffentlich so stark für die Unterstützung der Ukraine positionieren, finde ich große Klasse (dass sie die Koalitionspartner öffentlich hart kritisieren allerdings weniger). Ich nehme mir aber auch das Recht heraus, sie für Positionen zu kritisieren, an denen ich finde, dass sie auf dem Holzweg ist. Und wenn dann jemand kommt und mit meiner Kritik nicht einverstanden ist, dann nehme ich mir das Recht heraus, meine Kritik zu verteidigen und zu begründen. Das kann sich dann schonmal über ein paar Seiten erstrecken. Ist das etwa verwerflich, unfair, nicht objektiv, unsachlich?

Und jetzt mal Hand aufs Herz, Signor Rossi: Das alles brauche ich dir doch gar nicht auseinander zu setzen, du weißt diese Dinge auch selbst schon. Ich halte dich für einen intelligenten, politisch gebildeten Menschen, mit der Fähigkeit zu differenzierten Analysen und einer klaren Haltung. Dafür schätze ich dich wirklich sehr, ganz ehrlich! Wenn diese klare Haltung sich allerdings in Sturheit ausdrückt und verhindert, den Blick zu weiten und auch mal einen Schritt zurückzumachen, dann ist das sehr bedauerlich.

Und dabei lasse ich es jetzt auch bewenden. Noch klarer als so, kann ich es nicht mehr ausdrücken. Wenn du damit nach wie vor ein Problem hast, dann ist es eben so, damit kann ich leben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.September 2022, 14:55:44
...

Sehr schön auf den Punkt gebracht. Vielen Dank und 100% Zustimmung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 15.September 2022, 17:46:02
Aber warum schreibst du überhaupt in einem Forum, wenn du offenbar überhaupt nicht bereit bist, über das Thema zu diskutieren, zu dem du dich äußerst?
Ich diskutiere doch, spare mir nur ewige Wiederholungen. Ich wiederhole es jetzt aber doch noch ein letztes Mal: seit deinem "Ich kram den Thread mal wieder vor..." wird hauptsächlich die FDP diskutiert und das wundert mich, weil die weder den Kanzler noch den Vizekanzler stellen und überhaupt der kleinste Koalitionspartner sind, der nur 4 der 17 Ämter stellt. Kann man natürlich machen, objektiv ist das dann aber nicht.
Wenn ich auf postings nicht eingehe, dann wegen ad personam oder weil es nichts mit meinem Thema zu tun hat.

Und ich verstehe absolut nicht, was das mit der Größe und/oder Einfluss einer Partei innerhalb des Politiksystems zu tun haben soll.
Man pickt sich den kleinsten Koalitionspartner mit dem geringsten Einfluss raus und konzentriert seine Kritik beinahe ausschließlich auf den. Sehe ich nicht so. An der SPD (zB. Scholz Verweigerungshaltung in Sachen Waffenlieferungen an die Ukraine) und den Grünen (Habeck sinnfreies Gestammel zu Insolvenzen, das Gerede von "wir haben kein Stromproblem" etc.pp.) finde ich jedenfalls deutlich mehr zu kritisieren, als zB. der Klimaschutz (für den die FDP nicht zuständig ist, auch das ist Habecks Ressort) oder das angeblich Unsoziale an der FDP, die konstruktiv mit am Bürgergeld gearbeitet hat.


Tut mir leid, aber für mich kritisierst du das was du selbst machst.
Du möchtest nur über Sachen diskutieren, die dein Thema sind - kritisierst aber andere die evtl. genau das machen.

Ansonsten stimme ich DeDaim zu. Und die FDP ist nun einmal der kleinste Koalitionspartner. Das ist einfach Fakt. Sie haben dennoch ein gewichtiges Wörtchen bei der Bundespolitik zu sagen. Und wenn man mit deren Politik nicht einverstanden ist, dann darf man auch Kritik äußern. Nur weil in einem Beitrag keine explizite Kritik an SPD und/oder Grünen kommt heißt das nicht daß es bei denen nichts zu kritisieren gibt.

Dieser Whataboutism wird auf Dauer langweilig. Warum kritisiere ich gelb, was ist mit rot und grün? ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 15.September 2022, 21:50:43
Tut mir leid, aber für mich kritisierst du das was du selbst machst.
Du möchtest nur über Sachen diskutieren, die dein Thema sind - kritisierst aber andere die evtl. genau das machen.

Ansonsten stimme ich DeDaim zu. Und die FDP ist nun einmal der kleinste Koalitionspartner. Das ist einfach Fakt. Sie haben dennoch ein gewichtiges Wörtchen bei der Bundespolitik zu sagen. Und wenn man mit deren Politik nicht einverstanden ist, dann darf man auch Kritik äußern. Nur weil in einem Beitrag keine explizite Kritik an SPD und/oder Grünen kommt heißt das nicht daß es bei denen nichts zu kritisieren gibt.

Dieser Whataboutism wird auf Dauer langweilig. Warum kritisiere ich gelb, was ist mit rot und grün? ::)
Da die FDP aber mit Grünen und SPD in einer Regierung ist,kann man mMn schon einen Vergleich zwischen den Parteien ziehen ohne unbedingt in ein Whatboutism Argument zu fallen, gerade wenn es um die Ausgangsfrage und die Position der FDP zum Klimawandel geht.
Auch die Größe der Partei,bzw.die Verteilung der Stimmen spielt eine Rolle,dadurch ändert sich ja klar der Einfluss den die Partei auf das jeweilige Thema nehmen kann. Es wäre also wahrscheinlich fairer wenn man einen Schnitt setzt, sich bei jeder der Ampel Parteien die Position anschaut und was die jeweils bei den Themen beigetragen haben. Man könnte z.B sagen, das die FDP den9 Euro Ticket Versuch nicht blockiert hat, obwohl sie davon nicht überzeugt war.  ;)

Mich würden da auch Meinungen interessieren wie die Parteien allgemein abschneiden und was von den Erwartugen so umgesetzt wurde,passt aber wahrscheinlich eher zur Halbzeit.Bürgergeld,Selbstbestimmungsgesetz und andere Pläne laufen ja gerade erst an und wahrscheinlich kann man da die Folgen erst später abschätzen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 22.September 2022, 18:30:19
In Ermangelung eines wirklich passenden Threads kotze ich mich mal hier aus.
In meiner Stadt (Wiesbaden) wird natürlich wie allerorts über Energiesparen diskutiert. Heute dann im der Zeitung der "Plan" für die Weihnachtszeit: Beleuchtung soll halbiert werden und (trotz des geplanten Weihnachtsmarktes) früher ausgeschaltet werden. Die verantwortliche SPD Politikerin fürchtet "vorallem wie es aussieht, wenn wir Bürger zum Energiesparen aufrufen während die Kommune weitermacht wie bisher".
1. Tut sie nicht. Es wurden bereits zahlreiche Sparmaßnahmen umgesetzt.
2. Was man durch die Einschränkung der Weihnachtsbeleuchtung einspart, entspricht dem Verbrauch, eines halben Einfamilienauses, weil die Beleuchtung schon letztes Jahr auf sehr sparsame LED umgestellt wurde.

Nur falls jemand dachte, nach 2,5 Jahren Pandemie hätte man haarsträubend hirnrissigen Symbolpolitik-Nonsens hinter sich.  ::)   :-X
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.Oktober 2022, 10:13:03
Deutsche Spitzenpolitik im Spätsommer/Herbst 2022:


In was für einer tollen Zeit wir doch leben, wo Kompetenz über Posten entscheidet und nicht etwa Beziehungen und Profilierung. :angel: Und es haben sogar alle wichtigen Parteien ihre Kritik abbekommen, alles ist schön ausgewogen. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Oktober 2022, 11:13:20
Den Denkzettel gab es ja schon in Niedersachsen, wo mehr als 10% die AfD gewählt haben.

Ich bin mal gespannt, wann man in Deutschland endlich wieder Politik FÜR das Volk macht und nicht dagegen. Anstatt alle Kräfte und alle Möglichkeiten zu mobilisieren, um in der Energiekrise möglichst viel Energie zu erzeugen und dafür dann auch dieses unsägliche MOP einzukassieren, geht man hin und schaltet AKW aus und lässt WKA nicht auf voller Kapazität produzieren, es ist ein Irrenhaus.

Und dann diese Heuchelei. Man trägt die Moral wie eine Monstranz vor sich her, will dann aber in den Golfstaaten Öl und Gas einkaufen. Dabei gibt es Deutschland Gas, das man per Fracking fördern könnte, diese Methode hat sich auch fortentwickelt, die damaligen Horrorstories gibt es mW. nicht mehr. Aber nein, das geht gar nicht, da sind die Grünen genauso dogmatisch unterwegs wie in Sachen AKW, als wären die Menschen und die Umwelt dort, von wo wir dann das Gas beziehen, weniger wert.

Und dann dieses andauernde Appeasement gegenüber Putin, Scholz bremst und verzögert wo er nur kann. Jetzt mischt sich auch noch Merkel ein, neben Schröder eine der Hauptschuldigen, warum Deutschland so abhängig von russ. Gas ist.

Die deutsche Politik ist imA. ein Trümmerhaufen und das gilt leider auch für die FDP, Lindner macht in dem Zirkus auch keine gute Figur. Wir können froh und dankbar sein, dass die AfD keine charismatischen Anführer hat, sonst könnte uns ein Schicksal wie Italien blühen, in Frankreich war es für Macron ja auch ziemlich knapp.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 11.Oktober 2022, 15:52:35
Immerhin exportieren wir jetzt wieder Waffen nach Saudi-Arabien. Immerhin ein wenig ist so wie früher in der Krise.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Greeny am 12.Oktober 2022, 07:17:21
Den Denkzettel gab es ja schon in Niedersachsen, wo mehr als 10% die AfD gewählt haben.

Ich bin mal gespannt, wann man in Deutschland endlich wieder Politik FÜR das Volk macht und nicht dagegen. Anstatt alle Kräfte und alle Möglichkeiten zu mobilisieren, um in der Energiekrise möglichst viel Energie zu erzeugen und dafür dann auch dieses unsägliche MOP einzukassieren, geht man hin und schaltet AKW aus und lässt WKA nicht auf voller Kapazität produzieren, es ist ein Irrenhaus.

Und dann diese Heuchelei. Man trägt die Moral wie eine Monstranz vor sich her, will dann aber in den Golfstaaten Öl und Gas einkaufen. Dabei gibt es Deutschland Gas, das man per Fracking fördern könnte, diese Methode hat sich auch fortentwickelt, die damaligen Horrorstories gibt es mW. nicht mehr. Aber nein, das geht gar nicht, da sind die Grünen genauso dogmatisch unterwegs wie in Sachen AKW, als wären die Menschen und die Umwelt dort, von wo wir dann das Gas beziehen, weniger wert.

Und dann dieses andauernde Appeasement gegenüber Putin, Scholz bremst und verzögert wo er nur kann. Jetzt mischt sich auch noch Merkel ein, neben Schröder eine der Hauptschuldigen, warum Deutschland so abhängig von russ. Gas ist.

Die deutsche Politik ist imA. ein Trümmerhaufen und das gilt leider auch für die FDP, Lindner macht in dem Zirkus auch keine gute Figur. Wir können froh und dankbar sein, dass die AfD keine charismatischen Anführer hat, sonst könnte uns ein Schicksal wie Italien blühen, in Frankreich war es für Macron ja auch ziemlich knapp.

Tja, Signor Rossi, zum Glück sind nicht alle der Meinung, dass wir "möglichst viel Energie" erzeugen müssen oder unsere Landschaft nachhaltig mit Fracking zerstören wollen. Das Problem der Endlagerung von Atommüll ist seit Jahrzehnten nicht geklärt. Und schuld daran, dass diese Probleme wieder auf die Tagesordnung treten, sind Menschen, die wie Du denken (höher, weiter, schneller, mehr, mehr, mehr und ich, ich, ich), dass man sich an allem unendlich bedienen kann und sämtliche Vorgängerregierungen der heutigen, die meinten, dass man mit Russland einen verlässlichen Partner hat.
Eines hat der Krieg aber gezeigt. Wir müssen wieder mehr auf eigene Energieerzeugung setzen. Und das fängt mit der individuellen Stromerzeugung, Speicherung und dem Bewusstsein, dass ich nur das verbrauchen kann, was ich selbst geschaffen habe, an.
Die deutsche Politik ist nicht komplett ein Trümmerhaufen. Nur ewig gestrige Vertreter sollten nicht immer wieder ihren ewig gestrigen Müll weiter verbreiten. Lindner hat mit "Erneuerbare sind Zukunft" sehr gut angegangen und muss sich jetzt vor den AfD-nahen Deppen der eigenen Partei immer wieder eine reinwürgen lassen. So lange die FDP immer mehr am rechten Rand fischt, wird sie immer mehr untergehen.
Die Zukunft ist in der Mitte und was leider viele vergessen: Die Umwelt schert sich einen Dreck um Parteien. Die Klimakatastrophe ist nicht rechts oder links. Sie ist allgegenwärtig!
Guten Morgen!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Oktober 2022, 08:08:39
(höher, weiter, schneller, mehr, mehr, mehr und ich, ich, ich)
Der übliche Schwachsinn auf persönlicher Ebene, die Putin- und Nazi-Anspielung darf natürlich nicht fehlen. Doppelgähn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 12.Oktober 2022, 08:35:55
Diese persönlichen Anfeindungen müssen wahrlich nicht sein. Ich sehe das mit Abstrichen ähnlich wie Signor Rossi. Die über die Jahre gestiegene und zum Teil selbstverschuldete Abhängigkeit von Energieträgerimporten (Gas, Kohle, nukleare Brennstäbe usw.) aus in der Regel autokratisch geführten Staaten fällt uns in diesem Jahr mächtig auf die Füße. Ich nehme mich auch gar nicht aus, dass ich die Situation mit Putins Russland vor einigen Jahren naiver gesehen habe, als ich das heute tun würde.

Nun hilft es jedoch nicht weiter, zu jammern, sondern es müssen konkrete Pläne entworfen und dann zügig umgesetzt werden, um eine Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Dämpfung der Abgaben zu erreichen. Dass das teuer werden wird, ist klar. Dass die Maßnahmen gegenwärtig zum Teil schöngerechnet werden, ist in meinen Augen der falsche und ja sogar fatale Weg, der gemäßigte Teile der Bevölkerung eher populistischen Rattenfängern in die Arme treibt.

Das Schöne ist, nicht ich muss ein Finanzierungsmodell für all diese Probleme ausarbeiten, aber ich darf von der Politik erwarten, dass sie mir sinnvolle Angebote macht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.Oktober 2022, 11:28:36
Ich kann zwar dem meisten, was du schreibst im Großen und Ganzen zustimmen, Signor Rossi, aber da gerät ein bisschen was durcheinander: die kurz- und die langfristige Ebene. Kurzfristig muss Energie eingespart werden und zwar von allen, Privathaushalte und Industrie. Daran führt kein Weg vorbei und offenbar ist das noch nicht überall angekommen (der Gasverbrauch lag zuletzt höher als in den Vorjahren). Gleichzeitig sollten wir alle verfügbaren Energieressourcen nutzen und ausfallende Lieferungen nach Möglichkeit ersetzen. Dass man dabei moralische Bedenken zur Seite schiebt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, kann man als heuchlerisch bezeichnen oder als pragmatisch - beides ist sicher richtig. Ob und in welchem Rahmen der AKW-Weiterbetrieb sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Nach meinem Kenntnisstand scheint es mir aber auch etwas schräg, zumindest die verfügbaren Kapazitäten nicht voll zu nutzen. Ob jetzt drei Kraftwerke noch länger am Netz bleiben, macht den Endlagerbock dann auch nicht mehr fett. Hier sind die Grünen (bzw. ihre Basis) auch zu sehr ihrem Gründungsmythos verpflichtet, was ich ziemlich albern finde, angesichts einer Krise von solchem Ausmaß. Abgeschaltete AKWs aber wieder ans Netz zu nehmen, wie es die FDP vorschlägt, ist aber weder eine kurzfristige Lösung noch in meinen Augen sinnvoll. Es gibt ja gute Gründe für den Atomausstieg. Ich hoffe jedenfalls, dass Lindner und Habeck sich schnell einigen und man am Ende nicht ganz ohne AKW dasteht - dann würden nämlich alle verlieren. Habeck, Lindner, die Bevölkerung. Immerhin die Grünen-Basis wäre dann glücklich und könnte mit dem Holzofen die Feinstaubbelastung in die Höhe treiben. :D

Fracking wiederum ist eine langfristige Lösung, genau wie Geothermie (könnte 1/4 des Wärmebedarfs in Deutschland decken). Beides braucht entsprechende Infrastrukturen die aufgebaut werden müssen, bei beidem gibt es (berechtigte) Vorbehalte aus der Bevölkerung, wo man Überzeugungsarbeit leisten muss. Das hilft in einer akuten Krise nicht weiter. A propos Fracking: Ja, das ist sicherer geworden, die meisten Umweltrisiken lassen sich mittlerweile mit entsprechenden technischen Standards ausschließen oder begrenzen, aber ein Restrisiko bleibt.

Ich würde die deutsche Politik nicht als Trümmerhaufen bezeichnen, aber aktuell gibt da niemand ein gutes Bild ab. Allein, wenn man sich die drei "Führungsfiguren" der Regierung anschaut: Ein schwacher Kanzler, von dem man sich fragt, wo eigentlich die Führung in dieser Krise ist. Ein Wirtschafts- und Energieminister der herummäandert und trotz anfänglich guter Politik in dieser Krise Lehrgeld zahlt (gar überfordert wirkt?). Und ein Finanzminister, der lieber sich selbst und seine Partei profiliert und damit zockt, anstatt an pragmatischen Lösungen zu arbeiten. Dazu hat die wichtigste Oppositionspartei immer noch nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und wiederholt das Ewiggestrige. Das Bittere dabei ist: Ich traue allen genannten zu, es besser zu machen und frage mich, warum die sich gerade eigentlich so schwer tun.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 12.Oktober 2022, 14:33:45
...Abgeschaltete AKWs aber wieder ans Netz zu nehmen, wie es die FDP vorschlägt, ist aber weder eine kurzfristige Lösung noch in meinen Augen sinnvoll. Es gibt ja gute Gründe für den Atomausstieg. Ich hoffe jedenfalls, dass Lindner und Habeck sich schnell einigen und man am Ende nicht ganz ohne AKW dasteht - dann würden nämlich alle verlieren. Habeck, Lindner, die Bevölkerung. Immerhin die Grünen-Basis wäre dann glücklich und könnte mit dem Holzofen die Feinstaubbelastung in die Höhe treiben. :D...

Die FDP fordert "nur" einen Weiterbetrieb von 3 AKWs, die jetzt gerade noch betriebsbereit gemacht werden können bis 2024 und nicht für immer.
Da auch längst nicht sicher ist, was der übernächste Winter bringt.
Dazu müsste man Brennstäbe kaufen, die Chance dazu hatte man aber schon ab März...
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus239937287/Atomkraftwerke-Energie-Manager-stellten-schnellere-Brennstab-Beschaffung-in-Aussicht.html
Der ursprüngliche Ausstieg von Rot-Grün sah ja Laufzeiten bis 2030 vor, da hätte man immer noch 6 Jahre Plus gemacht.
Jetzt darauf zu pochen und den unverhältnismäßigen Sofortausstieg zu fordern (mit Streckbetrieb bis April) zeugt von keinerlei Fähigkeit zum Pragmatismus.


Habeck setzt "dreckige" Kohlekraftwerke dem entgegen
Aktuell ist auch in der Diskussion, an der Nordseeküste, 3 sog. "power barges", schwimmende Ölkraftwerke, zu betreiben...
Da verkommt der ganze Atomkraftausstieg mMn nur zur Symbolpolitik.
Auch hat Habeck nicht nur Fehler bei der Gasumlage gemacht und mittlerweile auch eingeräumt,
im Juli diesen Jahres lag er bei der Einschätzung, dass wir kein Stromproblem haben auch falsch.
Wir haben nämlich natürlich neben dem Gasproblem (auch schon vor dem Ukraine-Krieg)
ein Stromproblem,
wenn man sich die Preise mal anschaut und wie dieser Strom gewonnen wird und zukünftig gewonnen werden soll.
https://www.rnd.de/politik/robert-habeck-zur-atomkraft-wir-haben-ein-gasproblem-kein-stromproblem-HKDZQ2DNWFFA5JX63LYTAUTS3M.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.Oktober 2022, 14:42:07
Mein Kenntnisstand zum Zeitpunkt meines Posts war, dass innerhalb der FDP durchaus auch die Rede von der Wiederinbetriebnahme abgeschalteter AKW war. Glücklicherweise hat man sich nun offenbar davon verabschiedet, gut so. Wollte ich auch gerade in meinem Post ergänzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 12.Oktober 2022, 16:07:48
Mein Kenntnisstand zum Zeitpunkt meines Posts war, dass innerhalb der FDP durchaus auch die Rede von der Wiederinbetriebnahme abgeschalteter AKW war. Glücklicherweise hat man sich nun offenbar davon verabschiedet, gut so. Wollte ich auch gerade in meinem Post ergänzen.

Ich wäre eher dafür, dass man mal abwägt:
Wann kann man, für alle bezahlbar vollends auf Eneuerbare Energien umstellen, ohne das auch die Industrie auf der Strecke bleibt bzw. ins "Energiegünstige" Ausland abwandert
bzw. es weiter die Inflation antreibt und wir eventuell in Dunkelphasen zuviel Strom aus dem Ausland kaufen müssten etc.
und dass man dann erst Stück für Stück weiter umstellt (wir sind ja im Sommer schon teilweise bei 50%) anstatt auf totalitäre, unverhältnismäßige verankerte Zeitpunkte zu pochen.
Unter der Berücksichtigung von Krisen wie aktuell dem Ukrainekrieg natürlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 14.Oktober 2022, 12:14:14
die kurz- und die langfristige Ebene. Kurzfristig muss Energie eingespart werden und zwar von allen, Privathaushalte und Industrie. Daran führt kein Weg vorbei und offenbar ist das noch nicht überall angekommen (der Gasverbrauch lag zuletzt höher als in den Vorjahren). 

Da liegt, meiner Meinung nach, das Hauptproblem. Die deutsche, gat weltweite, Vollkaskomentalität, die mangelnde Weitsicht, die fehlende Demut und die tiefe, wenn auch falsche, innere Überzeugung das es doch immer gut ausgehen wird und man sich nicht ändern muss. Das Leben ist aber kein Hollywood Film wo es immer ein Happy End gibt.
 
Es können hundert Aufklärungskampagnen zum Thema Umweltschutz und Energie laufen, 80% der Menschen interessiert das nicht weil sie es als Gott gegeben ansehen das wir in Deutschland so ein luxuriöses Leben führen ( und immernoch täglich jammern  ;D  ). Da wird das Wohnzimmer weiter auf 25 Grad geheizt, selbst wenn den ganzen Tag über niemand zuhaue ist.

Diesen Artikel der SZ kann ich sehr empfehlen: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verzicht-konsum-krise-1.5630269?reduced=true (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verzicht-konsum-krise-1.5630269?reduced=true)

Wir pressen die Erde, ganz bewusst, aus wie eine Zitrone, mit dem Wissen das sie irgendwann leer ist. Was danach passiert ist egal, hauptsache wir haben Spaß.
Wir sind so an unseren hohen Lebensstandard gewöhnt das für Viele schon das zurücklegen eines zB 3km weiten Anfahrtsweges zu Fuß oder auf dem Fahrrad gar nicht in den Sinn kommt. Wir fahren die Welt vor die Wand. Irgendwann wird es eine Regierung geben müssen die klare Regeln aufstellt, das wird den Wenigsten gefallen. Schön ist es nicht, so wie es aktuell läuft wird es nicht ewig weitergehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.Oktober 2022, 17:18:04
die kurz- und die langfristige Ebene. Kurzfristig muss Energie eingespart werden und zwar von allen, Privathaushalte und Industrie. Daran führt kein Weg vorbei und offenbar ist das noch nicht überall angekommen (der Gasverbrauch lag zuletzt höher als in den Vorjahren). 

Da liegt, meiner Meinung nach, das Hauptproblem. Die deutsche, gat weltweite, Vollkaskomentalität, die mangelnde Weitsicht, die fehlende Demut und die tiefe, wenn auch falsche, innere Überzeugung das es doch immer gut ausgehen wird und man sich nicht ändern muss. Das Leben ist aber kein Hollywood Film wo es immer ein Happy End gibt.
 
Es können hundert Aufklärungskampagnen zum Thema Umweltschutz und Energie laufen, 80% der Menschen interessiert das nicht weil sie es als Gott gegeben ansehen das wir in Deutschland so ein luxuriöses Leben führen ( und immernoch täglich jammern  ;D  ). Da wird das Wohnzimmer weiter auf 25 Grad geheizt, selbst wenn den ganzen Tag über niemand zuhaue ist.

Diesen Artikel der SZ kann ich sehr empfehlen: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verzicht-konsum-krise-1.5630269?reduced=true (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verzicht-konsum-krise-1.5630269?reduced=true)

Wir pressen die Erde, ganz bewusst, aus wie eine Zitrone, mit dem Wissen das sie irgendwann leer ist. Was danach passiert ist egal, hauptsache wir haben Spaß.
Wir sind so an unseren hohen Lebensstandard gewöhnt das für Viele schon das zurücklegen eines zB 3km weiten Anfahrtsweges zu Fuß oder auf dem Fahrrad gar nicht in den Sinn kommt. Wir fahren die Welt vor die Wand. Irgendwann wird es eine Regierung geben müssen die klare Regeln aufstellt, das wird den Wenigsten gefallen. Schön ist es nicht, so wie es aktuell läuft wird es nicht ewig weitergehen.

Ich bin bei so verallgemeinernden Aussagen immer vorsichtig...
80% der Menschen würde es nicht interesssieren, dass die ein so luxeriöses Leben leben,
wo fängt Luxus an, wo hört er auf?
In meinem Bekanntenkreis lebt niemand im Luxus
(wenn man als vergleichsmoment mal einfach generell Luxus definieren würdeals: Hausbesitzer mit 2 Autos, Hund und 2 Kinder nehmen würde mit Jahreseinkommen von 30k+)
im Vergleich dazu gibt es natürlich viele Länder, in denen die Luxusdefinition immens niedriger ist, das ist mir bewusst.
Ich kenne aber niemand, der seine Wohnung gerade den ganzen Tag auf 25% heizt, wenn er/sie nicht zuhause ist oder keine 3km mitm Fahrrad fahren würde, eher im Gegenteil.
Unabhängig von meinem Umfeld, hätte ich gerne ne Quelle für diese ~80% (der verlinkte Artikel is leider hinter ner Paywall, falls es da drin stehen sollte)
Auch der Satz: "Irgendwann wird es eine Regierung geben müssen die klare Regeln aufstellt, das wird den Wenigsten gefallen."
stößt mir eher auf...
Schwebt dir da eher was totalitäres vor, oder eher Kommunismus?
Klare Regeln gibt es zum Beispiel gerade auch in der Türkei oder Russland...

Zum Bezug auf DeDaims: "der Gasverbrauch lag zuletzt höher als in den Vorjahren"
Dass der Gasverbrauch höher ist als in den Vorjahren ist auch klar, denn es sind nun einmal 1 Millionen (+Geburten) mehr Menschen im Land
als im Vorjahr.
Oder soll man den Geflüchteten keine warme Unterkunft bieten?
https://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-deutschland-ukraine-asyl-1.5650800
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Oktober 2022, 19:15:58
Zum Bezug auf DeDaims: "der Gasverbrauch lag zuletzt höher als in den Vorjahren"
Dass der Gasverbrauch höher ist als in den Vorjahren ist auch klar, denn es sind nun einmal 1 Millionen (+Geburten) mehr Menschen im Land
als im Vorjahr.
Oder soll man den Geflüchteten keine warme Unterkunft bieten?
https://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-deutschland-ukraine-asyl-1.5650800

Nein, die Geflüchteten sollen natürlich nicht frieren. Ich verstehe gar nicht, was die Frage soll. Unterstellst du mir so ein Denken? Willst du provozieren? War das einfach undurchdacht mal schnell einen flotten Spruch rausgehauen?

Der Mehrverbrauch von 10 (Privathaushalte) bzw. 2 Prozent (Industrie) im Vergleich zu den Vorjahren ist jedenfalls mit einer Million Menschen mehr im Land allein nicht erklärt. Ja, Ende September und Anfang Oktober war es kühler als gewöhnlich, aber offenbar haben ausreichend viele Menschen dann so geheizt, wie sie es all die Jahre gewohnt ware. Anders finde ich es jedenfalls schwer, für die 10 Prozent eine Erklärung zu finden. Um die 20 Prozent  Gas einzusparen, die es laut Bundesnetzagentur braucht, um gut durch den Winter zu kommen, müssen aber alle ihre Heizgewohnheiten ändern, sofern sie nicht eh schon immer sehr sparsam waren.
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100062374/bundesnetzagentur-warnt-gasverbrauch-steigt-zu-stark.html (https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100062374/bundesnetzagentur-warnt-gasverbrauch-steigt-zu-stark.html)

Und da hat fumo dann schon recht, mit dem, was er sagt. Auch wenn ich es sicher überzeichnet ist, so wie er es formuliert. Aber wir leben in Deutschland nunmal im Speckgürtel der Welt, viel besser wird's nicht mehr. Freiwilliger Verzicht fällt vielen von uns schwer, weil wir gewohnt sind, alles jederzeit zu bekommen. Das gilt auch nach gut 2 1/2 Jahren Pandemie, die ja auch viel Verzicht erzwungen hat. Ich nehme mich selbst da nicht aus, zumindest in Bezug auf bestimmte Dinge.

Zur Regierung, die klare Regeln aufstellt, fällt mir nur das hier ein: https://youtu.be/GtexSv1t0tI (https://youtu.be/GtexSv1t0tI) ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.Oktober 2022, 19:51:44
Einfache Rechnung für 1 Millionen mehr Menschen muss mehr geheizt werden
Unterkünfte / Wohnungen etc.

Der Speckgürtel der Welt wird sich bei einer Ökodiktatur eh von selber erledigen, hab da mal keine Sorge.
Egal
Anarchie is ja auch nicht so schlecht: Alle gegen alle und jeder für sich!
is ja in Teilen jetzt auch schon so!
Mono für Alle!
https://www.youtube.com/watch?v=lnxYexWpcvI&t=47s
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 14.Oktober 2022, 20:00:12
Weil also die Gesamtbevölkerung um gut einen Prozent angewachsen ist, hat sich der Verbrauch um 10 Prozent erhöht. Ja, sehr einfache Rechnung...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Oktober 2022, 20:22:15
Dass Hagen Rether Kabarettist ist, ist aber schon klar, oder?

Ansonsten: was Ensi sagt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.Oktober 2022, 20:41:33
Weil also die Gesamtbevölkerung um gut einen Prozent angewachsen ist, hat sich der Verbrauch um 10 Prozent erhöht. Ja, sehr einfache Rechnung...

Hab ich auch nie behauptet, nur die ursprüngliche Aussage sprach auch nicht von 10%
mit verschiedenen Faktoren wie dem kalten September kann man aber leicht ne e-Funktion erstellen ;)

Das ne Ökodiktatur der feuchte Traum ist von vielen Grünen-Wählern
ist ja auch nur ne satirisch angehauchte Schlussfolgerung von meiner Seite aus...
die bei totaler Umsetzung halt, "überzeichnend formuliert" unseren ach so angeblich großen Speckgürtel abschnallt und es unweigerlich in Anarchie mündet.
Viel Spaß damit,
denn gefallen lassen sich die Leute eine "Ökodiktatur" bestimmt nur begrenzte Zeit. "Hypothetisch"
Und zum Teil ist halt der Wunsch Vater des Gedankens.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: brandgefährlich am 14.Oktober 2022, 21:11:07
Weil also die Gesamtbevölkerung um gut einen Prozent angewachsen ist, hat sich der Verbrauch um 10 Prozent erhöht. Ja, sehr einfache Rechnung...

mit verschiedenen Faktoren wie dem kalten September kann man aber leicht ne e-Funktion erstellen ;)


Das war doch seine Aussage, die Mehrheit der Menschen passt ihr Heizverhalten nicht an.

Zitat
Ökodiktatur der Grünen

Keine Sorge, davon sind wir extrem weit entfernt.
Falls du es nicht mitbekommen hast: Wirtschaftsminister Habeck (B90 / die Grünen) möchte AKW nicht sofort abschalten und würde Lützerath für Braunkohle wegbaggern lassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.Oktober 2022, 21:18:26
Weil also die Gesamtbevölkerung um gut einen Prozent angewachsen ist, hat sich der Verbrauch um 10 Prozent erhöht. Ja, sehr einfache Rechnung...

mit verschiedenen Faktoren wie dem kalten September kann man aber leicht ne e-Funktion erstellen ;)


Das war doch seine Aussage, die Mehrheit der Menschen passt ihr Heizverhalten nicht an.


Ja und ich meine, das in den suggerierenden Artikeln, die sowas anführen mit keiner Silbe erwähnt wird,
dass nun mal mehr geheizt werden muss, mit mehr Menschen im Land
und exponentiell gesehen bei kalter Außentemperatur
ebend noch mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.Oktober 2022, 22:30:42
Gibt keine aussagekräftige Zahlen. Eine Woche sind wir 10% drüber. Die andere sind wir 29% drunter. Viel zu abhängig von Temperaturschwankungen.
Der Verbrauch müsste im Durchschnitt und Temperatur bereinigt vorliegen. Ansonsten lohnt der Vergleich nicht.

Ich würde dir die 20% Einsparziel gerne Mal eine Bewertung des Potentials sehen. Sind 20% überhaupt ein realistisches Ziel?
Ich kann es nur für mich persönlich einschätzen und ich glaube nicht, dass ich das schaffe.

[
Auch der Satz: "Irgendwann wird es eine Regierung geben müssen die klare Regeln aufstellt, das wird den Wenigsten gefallen."
stößt mir eher auf...
Schwebt dir da eher was totalitäres vor, oder eher Kommunismus?
Klare Regeln gibt es zum Beispiel gerade auch in der Türkei oder Russland...


Warum muss es gleich in die extremen gehen und Regeln können nur entweder totalitär oder kommunistisch sein? In jeder sozialen Marktwirtschaft gibt es klare Regeln. Zum Beispiel in Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland und jedem anderen Vertreter... Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es ohne klare Regeln kein soziale Marktwirtschaft gibt.
Worauf möchtest du mit dem Vergleich zur Türkei oder Russland in diesem Bezug hinaus?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 14.Oktober 2022, 23:29:51
Gibt keine aussagekräftige Zahlen. Eine Woche sind wir 10% drüber. Die andere sind wir 29% drunter. Viel zu abhängig von Temperaturschwankungen.
Der Verbrauch müsste im Durchschnitt und Temperatur bereinigt vorliegen. Ansonsten lohnt der Vergleich nicht.

Ich würde dir die 20% Einsparziel gerne Mal eine Bewertung des Potentials sehen. Sind 20% überhaupt ein realistisches Ziel?
Ich kann es nur für mich persönlich einschätzen und ich glaube nicht, dass ich das schaffe.

[
Auch der Satz: "Irgendwann wird es eine Regierung geben müssen die klare Regeln aufstellt, das wird den Wenigsten gefallen."
stößt mir eher auf...
Schwebt dir da eher was totalitäres vor, oder eher Kommunismus?
Klare Regeln gibt es zum Beispiel gerade auch in der Türkei oder Russland...


Warum muss es gleich in die extremen gehen und Regeln können nur entweder totalitär oder kommunistisch sein? In jeder sozialen Marktwirtschaft gibt es klare Regeln. Zum Beispiel in Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland und jedem anderen Vertreter... Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es ohne klare Regeln kein soziale Marktwirtschaft gibt.
Worauf möchtest du mit dem Vergleich zur Türkei oder Russland in diesem Bezug hinaus?

Ich hatte halt für mich die Schlüsse gezogen im Kontext der Verallgemeinerungen und vor allem mit dem Zusatz: "... das wird den Wenigsten gefallen"..."
das kam für mich so rüber, als etwaige Drohgebärde/ "Im Sinne von" totalitär...
Es hat halt was von allumfassender Reglementierung oder von: "Ihr werdet schon sehen..."
oder?
Man kann das schon so verstehen, selbst wenn man ein Auge zu drückt.
Ganz ohne Regeln und Gesetze und festgelegte Zeiträume geht es im Normalfall natürlich auch nicht, aber vor dem Hintergrund, dass die Weltlage sich ändert  mit Kriegen usw. geht es natürlich auch nicht...
Als Beispiel zu nennen sind ja auch die ganzen Beispiele mit Gas als Übergangslösung, die gebraucht werden, um das angedachte Model der Energiewende durchzusetzen bis ~2030?!, da gibt es haufenweise Verträge und Berechnungen, die vom Ideallieferanten Russland auf Jahre hinweg ausgehen.
Jetzt soll es halt die tolle "Öko"-Braunkohle sein, oder wie? Und wir als Bürger sollen ja Energie sparen oder wie?
Aber das geht sich nun auch nicht aus und ich will auch kein Gas von Putin-Russland mehr, soweit das möglich ist.
Man muss vor allem eins gerade: Pragmatische Lösungen finden!
Ob man dafür die Schuld der momentanen Regierung zuschieben will, oder den Leuten, die "zuviel" heizen, weil es eben kalt ist + der Berücksichtigung
das wir 1Milllion+ mehr Menschen mit Wärme versorgen sollten, das ist doch die Frage.
Mir geht es halt dabei auf den Sack, dass man auch berücksichtigen muss, dass bei der ganzen Energiewende und dem ganzen Bremborium drumherum nicht flexibel auf Situationen seitens der Grünen eingegangen wird, dass man halt mal überhaupt die Bereitschaft zeigt, dass man über den eigenen Schatten springen kann und es überhaupt in Erwägung ziehen könnte länger (als bis April) mit vorhandener Infrastruktur sprich AKWs den Energiehaushalt zu versorgen. Und das nicht nur, um eine "Komplettlösung" zu schaffen, sondern es geht um Eindämmung bzw. das Halten des Preisniveaus in einem (in Relation gesehen) kleineren Bereich des Energieversorgungssegments wohlgemerkt!
So totalitäre Standpunkte wie "die rote Linie" die Frau Lang auf dem Grünen-Parteitag verzählt, hat für mich halt was von angedachter Ökodiktatur.
Und dabei würde ich persönlich sogar auf so Sachen wie das Tempolimit scheißen, wenn das als wahnwitziges Gegenangebot seitens der FDP kommen sollte...
alles ohne Maß und Verstand.
Und das lässt sich auf viele Bereiche ausweiten und das macht mich wütend und traurig zugleich, das Fronten künstlich verhärtet werden, wo eigentlich gar keine sein müssten. Und da haben alle Parteien nicht das beste Bild an den Tag gelegt, da liegt auch viel an der Kommunikation, die einfach mangelhaft ist.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass bestimmte Artikel wirklich Tag für Tag den Politkern vorgelegt werden und die dann reaktionär irgendwas unbedacht raushauen, wegen öffentlichem Druck und "weil es erwartet wird". Das sind oftmals Schnellschüsse, deren weitreichende Folgen und im Bezug des allgemeinen Gedächtnisses nicht gut abgewogen werden.
Und von Leuten im Internet und in den sozialen Netzwerken wird sowas fast unreflektiert angebracht und der "Gegenseite" um die Ohren gehauen,
das prangere ich an!
Man brauch sich aber dann nicht wundern, wenn irgendwann alle durchdrehen und es wirklich Anarchie gibt.

Edit: Ich nehme mich natürlich nicht aus davon, dass ich hier mal unbedacht Artikel zu bestimmten Themenkomplexen rausgehauen habe,
ich wollte eigentlich nur meistens eine Kehrseite einer Medaille aufzeigen, sofern es in meinem Verständishorizont dazu gepasst hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 14.Oktober 2022, 23:40:07
Der Mehrverbrauch von 10 (Privathaushalte) bzw. 2 Prozent (Industrie) im Vergleich zu den Vorjahren ist jedenfalls mit einer Million Menschen mehr im Land allein nicht erklärt. Ja, Ende September und Anfang Oktober war es kühler als gewöhnlich, aber offenbar haben ausreichend viele Menschen dann so geheizt, wie sie es all die Jahre gewohnt ware. Anders finde ich es jedenfalls schwer, für die 10 Prozent eine Erklärung zu finden.
Manche Jahre ist es wärmer, andere kälter, in KW40 sind wir wieder 29% drunter, es war wieder wärmer. Da einzelne Wochen rauszupicken und zu vergleichen gibt halt schöne Schlagzeilen, hat aber nüchtern betrachtet relativ wenig Aussagekraft.

https://www.pnp.de/nachrichten/wirtschaft/Gasverbrauch-in-Deutschlands-Haushalten-ist-deutlich-gesunken-4455393.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Oktober 2022, 00:09:02
Ah. Ich hatte es eher in Richtung Verbots oder Verzichtspartei verstanden. So Klang es wie nochmal eine Drohung oben drauf.  ;)

Für die Grünen ist die geplante Verlängerung schon ein Schattensprung. Oder das aktuelle Verheizen von Kohle.
Jede Partei hat ihre Grenzen. Die Grünen kommen historisch aus dem Lager der Atomkraftgegner und haben sich stellenweise durch diese Position definiert. Das sie ein massives Problem haben, jetzt die Partei zu sein, die eine Verlängerung durchsetzen sollte, ist für mich nachvollziehbar. Man könnte auch sagen, dass sie ihren Prinzipien treu bleiben und andere Lösungen suchen... Wovon man halten kann was man will.
Wenn man dem Prinzip nicht folgt, ist es natürlich ein künstlicher Konflikt. Aber würde das nicht auf alles zu treffen? Der eigene Standpunkt ist halt immer ganz gut. Warum sehen dass die anderen nicht und wollen noch lange herum diskutieren?


Das mit den Schnellschüssen sehe ich auch so , manchmal. Ich finde aber auch, dass sie Themen ab und zu von der Allgemeinheit zu einfach diskutiert oder dargestellt werden. Die aktuelle Situation ist komplex auf der Sach- und Fakten Ebene, noch nie dagewesen, ohne Präzedenzfall und eingerahmt in ein politisches System bei dem per Definition selten die beste Lösung, sondern immer ein kaputt diskutieren und verspäteter Kompromiss herauskommt (Demokratie - das schlechteste beste System, dass wir haben). Das ganze unterfüttert von einem Parteisystem, bei dem Ideale eine große Rolle spielen und der faktisch besten Lösung (die zu definieren wäre...) sicher dass eine oder andere Mal im Weg stehen.
Zum einen bin ich bereit Fehler zu verzeihen, weil ich die auch machen würde. Zum anderen schlagen wir uns unter dem Aspekt finde ich, gar nicht so schlecht.  :angel:
Mir macht das eher sorgen, was du auch schon angesprochen hattest. Der große Plan und wo wir in 10-15 Jahren stehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.Oktober 2022, 09:17:22
Der große Plan...
Die Politik hat keinen Plan, schon gar keinen großen. Aber falls es doch einen gibt, dann hat sie ihn sehr gut versteckt, sonst gäbe es dieses Chaos in Sachen Energiewende nicht.

Ein Plan wäre es gewesen, zB. mit RWE zu vereinbaren: ihr baut soundsoviele Windräder, soundsoviele PV-Anlagen und soundsoviele Speicher, um die 4.400 MW des Braunkohlekraftwerks Neurath zu ersetzen, dafür bekommt ihr X Mrd. Euro. Sobald dieses "virtuelle Kraftwerk" steht, wird Neurath abgeschaltet bzw. sukzessive runtergefahren.
Und diesen Plan hätte man dann mit allen Kraftwerken gemacht, am Ende mit den AKW.

Ich bin sicher, dass wir bereits jetzt doppelt so viel EE-Strom erzeugen könnten als wir es jetzt tun, wenn man so einen Plan verfolgt hätte und das wäre auch für die Stromkunden deutlich günstiger geworden, dann hätte es diese unsägliche EEG-Umlage nie gegeben und man hätte sich auch diesen Quatsch mit dem Merit Order Prinzip erspart.

Oder welcher Plan soll dahinter stecken, WKA-Betreiber für Strom zu bezahlen, der aber nicht eingespeist wird? Welcher Plan soll dahinter stecken, sich auch nach der Krimannexion immer weiter von einem Diktator Putin abhängig zu machen? Tut mir leid, ich kann da keinen Plan erkennen, zumindest keinen der den Bürgern nutzen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Oktober 2022, 10:04:06
Das meinte ich ja. Den sehe ich auch nicht. Von einer Krise zur nächsten und keiner in der Politik hat scheinbar das große ganze im Blick. Zumindest wird es nicht kommuniziert. Wissenschaftler und andere "Experten" haben Prozesse die auch über 20 bis 30 Jahre erstrecken. Davon kommt aber wenig in den Parlamenten an, geschweige denn, durch.

Was meinst du damit, das wka Betreiber Geld für Strom bekommen, der nicht eingespeist wird?


Vor kurzem habe ich ein Interview von einem Ökonom gehört, der ganz gute Ansätze hatte.
Man muss nicht weniger Strom verbrauchen, sondern anders. Für die Verbraucher darf es keinen Eintrittspreise mit langen Verträgen geben. Sie müssen sich am Spottmarkt beteiligen und ihn nutzen anstatt auszuhebeln. In einigen europäischen Ländern wäre das bereits der Fall. Spanien und einige skandinavische zum Beispiel. Dadurch kann man direkt sehen, ob gerade günstiger Strom zur Verfügung steht oder ich gerade dazu beitrage, dass das Gas zur Versorgung genutzt wird. Ein bisschen erinnert dass am den Nachtstrom, den es früher gab.
Er war auch gegen einen Deckel. Zumindest keinen niedrigen. Strom müsse teuer bleiben, um wenig Manipulation am Markt zu haben und Effekte des Marktes zu unterlaufen.
Zu guter Letzt müsse Unternehmen so geholfen werden, dass sie bei einer drohenden Pleite schließen dürfen und können. Ihnen darf also kein Geld gegeben werden, damit sie auf Biegen und Brechen weiter produzieren. Die Industrie darf aber auch nicht reihenweise Pleite gehen. Wenn ein Unternehmen sich den Strom nicht mehr leisten kann, muss,bzw darf, es als Verbraucher ausgeschaltet werden. Das klang inhaltlich nach diesem Interview von habeck, allerdings sehr viel deutlicher ausgesprochen.

Für mich Klang das alles nach einem der vernünftigsten Gedankengänge, die ich dazu in letzter Zeit gehört habe. Vor allem, weil es dabei nicht um große Regularien ging, sondern im größtenteils der Markt regeln sollte und der Staat gezielt unter die Arme greift. Der Ökonom hat sich auch für einfache Direktzahlungen ausgesprochen. Ein System, das über zwei Jahre brauchen wird, um es einzurichten. Ich hoffe man hat damit in der Zwischenzeit angefangen. Ich bezweifle es allerdings.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 15.Oktober 2022, 12:02:46
Schon vor Jahren hieß es man müsse schon beim Hausbau endlich umdenken.
Jedes Haus müsse eigene Energie erzeugen. Und sei es nur geringe Mengen. Denn auf die Masse gesehen bringt das erheblich.
Es hieß es würde bereits einen riesen Unterschied machen wenn jedes Haus auf dem Dach so ein Mini-Windrad hätte. Das Teil das sie zeigten war circa 30cm hoch.
Immer noch wird aber politisch versucht alles über zentrale Versorger zu erledigen.
Ich fand die Idee super und auch nötig. So eine Installation ist kleiner als jede Hausantenne war und würde am Dach nun wirklich niemanden stören. Man würde also nicht über den nötigen Raum für den Bau von großen Windkrafträdern sprechen, denn Millionen von Häusern sind selbst Minikraftwerke.
Leider sind viel zu viele Gesetzte und Vorschriften existent die hier beabsichtigt im Wege stehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.Oktober 2022, 13:08:48
Das ist doch die ganze Krux bei der Krisenpolitik: Es wird so behandelt, als reiche normale Politik, nur eben ein bisschen mehr von allem. Dabei bräuchte es Visionen und ein Umdenken. Wege, wie Signor Rossi sie skizziert hat oder die Dezentralisierung der Energieversorgung, die GameCrasher ins Spiel gebracht hat. Das würde aber für die großen Versorger bedeuten, Marktmacht abzugeben und da haben die natürlich was dagegen. Überhaupt ist Lobbyismus ein großes Problem. Natürlich ist es berechtigt, dass Industrieinteressen auf diese Weise vertreten werden, wenn dadurch aber Entwicklungen ausgebremst und Fakten verschleiert werden (man schaue sich nur mal die Machenschaften der Ölindustrie an), dann ist das ein Riesenproblem. Ach Mann, wir könnten schon so viel weiter sein... :/

@Jäger Horst: Nochmal zum Thema "Speckgürtel", weil ich nicht so recht schlau aus deiner Reaktion daraus werden. Siehst du das nicht so? Ich wüsste jedenfalls nicht, wo auf der Welt es dem Großteil der Menschen materiell (deutlich) besser ginge, als in Zentral- und Nordeuropa. Und das trotz recht ungleich verteiltem Vermögen. Nichts Anderes wollte ich zumindest damit ausgedrückt haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Oktober 2022, 13:09:38

Zitat von: GameCrasher
...


Und das müsste nicht Mal auf privater Ebene passieren. Gerade bei kleineren Städten (bis ~15k Einwohner) gibt es massiv Potential für eigene Versorgung.
Ein Beispiel ist Wunsiedel in Bayern. 10k Einwohner, Photovoltaik,Windpark, Biogasanlage und eigene Wasserstoffproduktion. Alles nicht auf die Größe gedacht, die die Frage beantwortet wie man München oder Berlin versorgen möchte. Aber dafür eben auch nur mit der Verwaltung und den Bewohnern von Wunsiedel in den letzten 15 Jahren aufgebaut.

Das schöne ist, dass so eine Kommune viel besser verhandeln kann, als wenn bei jedem privaten Hausbau etwas aufs Dach muss. Anwohner können sich beteiligen und profitieren von niedrigen Preisen bei sichere nachhaltiger und unabhängiger Versorgung. Außerdem schafft es Arbeitsplätze vor Ort und gibt kleinen Stadtwerken einen ordentlichen Sinn.

In den 200 Kommunen in Deutschland mit solchen Projekten waren die letzten 10-20 Jahre echte Visionäre am Werk und ich hoffe, dass da einige nachziehen.

Ich kann zum Beispiel nicht nachvollziehen, warum in den letzten 20 Jahren nicht jede Gemeinde in Deutschland seine Schulhäuser, Turnhallen, Mehrzweckhallen, Bauhöfe und was weiß ich was mit Photovoltaik ausgestattet hat. Wenn man Mal von vor 15 Jahren ausgeht: Kredite gab es für lau, durch die damals garantierte hohe Vergütung machen sie sich bezahlt und gute Presse gäbe es auch. Bei jedem öffentlichen Dach, das nicht in den nächsten 20 Jahren geplant sanierter wird, wäre das ein No-Brainer gewesen... Pasiert ist aber wenig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 15.Oktober 2022, 14:49:01
@Jäger Horst: Nochmal zum Thema "Speckgürtel", weil ich nicht so recht schlau aus deiner Reaktion daraus werden. Siehst du das nicht so? Ich wüsste jedenfalls nicht, wo auf der Welt es dem Großteil der Menschen materiell (deutlich) besser ginge, als in Zentral- und Nordeuropa. Und das trotz recht ungleich verteiltem Vermögen. Nichts Anderes wollte ich zumindest damit ausgedrückt haben.

Hi@DeDaim,

erst einmal grundsätzlich habe ich, wie beschrieben Probleme mit Aussagen, die verallgemeinern bzw. Schwarz/Weiß malen:
wie bspw:
"Uns geht es doch noch so gut, warum sind 80% der Leute, dann aber nicht bereit mehr zu sparen bei ihrem Energieverbrauch...?
/nehmen sich mehr zurück in allen Lebensbereichen"
Es gibt, wie im "Viva la revoluccion/Kapitalismus-Thread" beschrieben, durchaus Leute, die versuchen auf bestimmte Weise ihr Leben in bestimmten Bereichen auch schon sehr auf Nachhaltigkeit auszurichten, sei es durch beispielsweise Ernährung: Veganismus und oder/durch absolute Plastikvermeidung beim Einkauf, sofern das möglich ist... etc.
dennoch stellt sich auch hier die Frage, kann man denen dann auch zusprechen, dass die immer das neueste Iphone oder nen SUV kaufen?
...und da verallgemeiner ich vllt. gerade, aber ich habe solche "Fälle" nun mal vermehrt kennengelernt.
Dass das kontrovers ist und Leute vielschichtiger, dabei fällt es auch mir schwer, nicht vorschnell Vorurteile zu fällen.
Da ist es eher eine philosophische Frage: Wo fängt Luxus an, wo hört er auf?
Das wir allgemein gesehen es noch sehr sehr gut haben im Vergleich zu Namibia bspw. ist auch klar!
Dennoch, wann ist es erlaubt Leute über einen Kamm zu scheren, oder wegen welchen Lebensweisen?
Sind alle, die einen Porsche fahren moralisch nicht in Ordnung in diesen Zeiten?
Oder nur die Leute, die einen Porsche fahren und gleichzeitig viel Geld an humanitäre Zwecke spenden?

Negativbeispiele von Individuen bleiben einem halt leider auch eher im Gedächtnis, als andersherum.

Im Endeffekt fahren aber die meisten Leute nen 8-10Jahre alten Golf und keinen SUV
und es gibt halt auch 13 Millionen, die an der Armutsgrenze leben hier, soll man diese "Einzelfälle" nicht berücksichtigen?
Diese Leute können wahrscheinlich wegen solcher Diskussionen nicht mal müde lächeln, weil die sich eh schon komplett verlassen fühlen von unserem Staat.
(...und ist das jetzt auch Verallgemeinerung?... Schwierig auf jeden Fall)
Also ich tue mich da sehr schwer pauschal über Mitbürger zu urteilen bzw, nach der Lebensweise zu ver- und beurteilen
,
oder zu meinen: Was ist da richtig, was falsch und "80% würden ja ey auf alles scheißen"...usw.

@DragonFox zu: "Ich kann zum Beispiel nicht nachvollziehen, warum in den letzten 20 Jahren nicht jede Gemeinde in Deutschland seine Schulhäuser, Turnhallen, Mehrzweckhallen, Bauhöfe und was weiß ich was mit Photovoltaik ausgestattet hat."

Die Kredite dazu gab es vllt. für lau...
bloß es gibt viele Gemeinden und Städte, die Altlasten infrastrukturell über Jahre hinweg abzahlen, das hat halt bei denen Prio Nr.1
ferner gibt es halt Ausgaben in Haushaltsjahren für Großprojekte, die alle dort abgeschrieben werden müssen...,
längerfristige Projekte sind immer schwierig.
Hier in BW gab es mal die reichste Stadt Deutschlands in den 80ern und 90ern über Jahre,
die wussten nicht wohin mit dem Geld, dann gab es Marmorsteinerne Zebrastreifen zum Abschreiben und Glas und Sportpaläste wurden gebaut...
nunja in den 2000ern sah das auf einmal alles anders aus,
der Daimler kam rum mit Gewerbesteuerforderungen und es hagelte Klagen, Rechtsstreite noch und nöcher usw.
https://www.deutschlandfunk.de/gewerbesteuer-rueckzahlung-sindelfingen-in-der-klemme-100.html

Naja die Glas- und Sportpaläste sind mittlerweile schwer sanierungsbedürftig und das Geld reicht hinten und vorne nicht.
Das kleine Fußballstadion dort, wo die Frauen 2.Bundesliga spielten, ist kurz vorm zusammenfallen.
Ziemlich grau und traurig, wie es dort größtenteils geworden ist.
Und
So ist es leider nicht nur dort:
https://www.lokalkompass.de/bochum/c-politik/bochum-steht-vor-truemmerhaufen_a1555415
https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/duisburg-kassenkredite-am-29-september-unter-einer-milliarde-euro_aid-63267283
https://www.capital.de/wirtschaft-politik/die-deutschen-staedte-mit-den-hoechsten-schulden

Das jetzt nur mal als Negativbeispiele, aber die haben ganz andere Sorgen als die Energiewende mit Photovoltaik zu pushen
...und das auch schon vor 10-20 Jahren zum Teil.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Oktober 2022, 15:50:27
Ich verstehe den Vergleich nicht. Eine Zebrastreifen aus Marmor ist eine teure Ausgabe. Eine Photovoltaik Anlage ist eine sich amortisierende Investition.

Man hätte dafür Kredite mit Sonderkonditionen einführen können. x Euro für 20 Jahre. Die Rückzahlung wird aus der Vergütung finanziert. Was übrig bleibt (bei den Photovoltaik Anlagen von damals konnte man von Renditen bis zu 10% ausgehen) kann in den Haushalt der Gemeinde.
Bei Totalausfall (viele Kommunen stehen schlecht da, aber wann geht wirklich Mal eine Pleite?) hätte der Bund oder die Länder gegenüber der Bank einspringen können.
Theoretisch hätte sogar der Staat das Geld direkt aus ner Anleihe mit 20 Jahren verteilen können und die Gewinne selber einstreichen.

Das alles hätte völlig unabhängig von den Budgets, Altlasten und sonstigen Problemen der Kommunen passieren können.

Die Idee damit zu kontern, dass eine Stadt Marmor auf die Straße bringt, weil das System vorschreibt, das Geld von einem Jahr in dem Jahre ausgeben werden muss und jetzt Pleite ist... Da würde ich eher die Stadt und System an und für sich kritisieren... Aber ich freue mich für Sindelfingen in den 90ern und alle budgetverantortlichen der Welt, die kurz vor Jahresabschluss auf Shoppingtour gehen, als gäbe es kein Morgen mehr. Bezogen aus ihr Budget ist das ja auch so... :-\
Und auch das, dass die Kommunen andere Dinge im Kopf haben... Erstmal sind nicht alle Kommunen Nahe dem Bankrott. Und zweitens hat man immer anderes im Kopf. Damit kann man ja immer entschuldigen, dass sich nichts bewegt. So bekommen wir im Zweifel gar nichts auf die Kette. ;)
Ich kann nachvollziehen, dass man das vielleicht nicht gesehen hat und die richtigen Köpfe nicht anwesend waren. Immerhin habe ich aus der Zukunft gut reden und weiß, dass der Photovoltaik Markt eine ganze Weile eine sehr gute Investition war.
Aber abgesehen davon wäre das ein niederschwelliger Baustein beim Ausbau der erneuerbaren Energien gewesen.


Edit: man hätte als Kommune auch einfach seine Dächer am Investoren abgeben können. Dann wäre das Risiko weg gewesen und die Flächen wären trotzdem bebaut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 15.Oktober 2022, 16:23:49
Ich verstehe den Vergleich nicht. Eine Zebrastreifen aus Marmor ist eine teure Ausgabe. Eine Photovoltaik Anlage ist eine sich amortisierende Investition.

Das mit dem Zebrastreifen ist nur ein Bsp. von vielen und das war in den 80ern oder 90er Jahren, da war es mit der Photovoltaik noch nicht soweit.
Um genauer zu sein, was auch im verlinkten Artikel steht ist es ja auch so das gerade in den 2000ern es aufgrund des Beschlusses vom Bundesverfassungsgericht viele Städte schwer hatten mit Gewerbesteuerforderungen usw., das geht einher.

Das System lässt sich kritisieren ja, wo wir wieder beim Thema Über- bzw. Unterreglementierung wären.

Aber so einfach wie beschrieben, dass man Kredite mit Sonderkonditionen einführen kann und/oder ähnliches ist es auch nicht...
theoretisch vllt.
aber praktikabel ? Ich weiß nicht.
Verklicker mal verschuldeten Stadtkassen und deren "Gläubigern" bzw. den Baufirmen, bei denen Schulden ausstehen,
dass die ihre Forderungen gegenüber Städten stunden sollen, weils es gerade das wichtigste Projekt "Photovoltaik" mit sehr günstigen Krediten gäbe,
das ist nicht so einfach, denn es gibt für so Bauvorhaben nun mal begrenzte Haushaltsmittel und Haushaltsstellen...
und da wird nach und nach abgezahlt und nicht nach günstigsten Konditionen. Zudem gibt es Verträge, oder wie stellst du dir das vor?

Das alle Kommunen nahe dem Bankrott stünden habe ich niemals behauptet...
eher nur ein paar Negativbeispiele angebracht, die es nun mal nicht wenige gibt.

Hat halt viel von hätte, hätte Fahrradkette...
aber ohne Kette kann man halt überhaupt erstma gar nicht losfahren.

Edit: Dächer an Investoren abgeben finde ich ne gute Idee,
jedoch will ich gar nicht wissen, durch wie viele Ämter so ein Beschluss mit dem good-will eines mehrheitlich-Beschlusses in einem Gemeinderat muss, bis sowas überhaupt ansatzweise umgesetzt werden kann.
Und wie viele baurechtlichen Paragraphen es gibt, die dagegen sprechen.
Ich will das Paragraphendickicht damit aber keinesfalls mehrheitlich verteidigen, falls du vor hast mir sowas zu unterstellen.

Auf größerer Ebene wird sowas immer schwer umsatzbar und es funktioniert nicht so einfach wie bei Privatpersonen oder in der freien Wirtschaft,
wo einfach bei einem guten Angebot zugeschlagen werden muss...
Sondern bis ein Beschluss durch alle zuständigen Ämter usw. geht und letztendlich umgesetzt wird vergeht oftmals vieeeel Zeit
und man braucht Mehrheiten (zum Teil absolute)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Oktober 2022, 17:11:16
Da hast du wohl Recht. Ein zu einfacher Vorschlag, der die Komplexität der Sache untergräbt.
Ich hoffe, dass sich deine Argumente nicht als zeitlos herausstellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.Oktober 2022, 18:42:55
@Jäger Horst: Nochmal zum Thema "Speckgürtel", weil ich nicht so recht schlau aus deiner Reaktion daraus werden. Siehst du das nicht so? Ich wüsste jedenfalls nicht, wo auf der Welt es dem Großteil der Menschen materiell (deutlich) besser ginge, als in Zentral- und Nordeuropa. Und das trotz recht ungleich verteiltem Vermögen. Nichts Anderes wollte ich zumindest damit ausgedrückt haben.

Hi@DeDaim,

erst einmal grundsätzlich habe ich, wie beschrieben Probleme mit Aussagen, die verallgemeinern bzw. Schwarz/Weiß malen:
wie bspw:
"Uns geht es doch noch so gut, warum sind 80% der Leute, dann aber nicht bereit mehr zu sparen bei ihrem Energieverbrauch...?
/nehmen sich mehr zurück in allen Lebensbereichen"
Es gibt, wie im "Viva la revoluccion/Kapitalismus-Thread" beschrieben, durchaus Leute, die versuchen auf bestimmte Weise ihr Leben in bestimmten Bereichen auch schon sehr auf Nachhaltigkeit auszurichten, sei es durch beispielsweise Ernährung: Veganismus und oder/durch absolute Plastikvermeidung beim Einkauf, sofern das möglich ist... etc.
dennoch stellt sich auch hier die Frage, kann man denen dann auch zusprechen, dass die immer das neueste Iphone oder nen SUV kaufen?
...und da verallgemeiner ich vllt. gerade, aber ich habe solche "Fälle" nun mal vermehrt kennengelernt.
Dass das kontrovers ist und Leute vielschichtiger, dabei fällt es auch mir schwer, nicht vorschnell Vorurteile zu fällen.
Da ist es eher eine philosophische Frage: Wo fängt Luxus an, wo hört er auf?
Das wir allgemein gesehen es noch sehr sehr gut haben im Vergleich zu Namibia bspw. ist auch klar!
Dennoch, wann ist es erlaubt Leute über einen Kamm zu scheren, oder wegen welchen Lebensweisen?
Sind alle, die einen Porsche fahren moralisch nicht in Ordnung in diesen Zeiten?
Oder nur die Leute, die einen Porsche fahren und gleichzeitig viel Geld an humanitäre Zwecke spenden?

Negativbeispiele von Individuen bleiben einem halt leider auch eher im Gedächtnis, als andersherum.

Im Endeffekt fahren aber die meisten Leute nen 8-10Jahre alten Golf und keinen SUV
und es gibt halt auch 13 Millionen, die an der Armutsgrenze leben hier, soll man diese "Einzelfälle" nicht berücksichtigen?
Diese Leute können wahrscheinlich wegen solcher Diskussionen nicht mal müde lächeln, weil die sich eh schon komplett verlassen fühlen von unserem Staat.
(...und ist das jetzt auch Verallgemeinerung?... Schwierig auf jeden Fall)
Also ich tue mich da sehr schwer pauschal über Mitbürger zu urteilen bzw, nach der Lebensweise zu ver- und beurteilen
,
oder zu meinen: Was ist da richtig, was falsch und "80% würden ja ey auf alles scheißen"...usw.

Ist ja alles schön und gut, da will ich dir auch gar nicht widersprechen. Nur habe ich nichts dergleichen behauptet. Die 80% auf die du dich z.B. immer wieder beziehst, hat Fumo in den Raum geworfen.

Ich habe gesagt, dass in unserer Gesellschaft vielen freiwilliger Verzicht schwer fällt, weil wir eben gewohnt sind, (fast) alles jederzeit haben zu können. Und ich habe geschrieben, dass es uns global gesehen sehr gut geht (Speckgürtelmetapher). Das marginalisiert weder die Probleme, die es hier im Land gibt, noch moralisiert es (gegen) irgendwelche Lebensstile. Es ist einfach nur nochmal eine andere Perspektive, die einen anderen Kontext setzt. Das auszublenden oder ironisch zu kommentieren halte ich für genauso wenig zielführend wie die Perspektive auszublenden, die du in deinem Post aufgefächert hast. Man braucht beides, um das gesamte Bild zu sehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 15.Oktober 2022, 21:14:33

Ist ja alles schön und gut, da will ich dir auch gar nicht widersprechen. Nur habe ich nichts dergleichen behauptet. Die 80% auf die du dich z.B. immer wieder beziehst, hat Fumo in den Raum geworfen.

Ich habe gesagt, dass in unserer Gesellschaft vielen freiwilliger Verzicht schwer fällt, weil wir eben gewohnt sind, (fast) alles jederzeit haben zu können. Und ich habe geschrieben, dass es uns global gesehen sehr gut geht (Speckgürtelmetapher). Das marginalisiert weder die Probleme, die es hier im Land gibt, noch moralisiert es (gegen) irgendwelche Lebensstile. Es ist einfach nur nochmal eine andere Perspektive, die einen anderen Kontext setzt. Das auszublenden oder ironisch zu kommentieren halte ich für genauso wenig zielführend wie die Perspektive auszublenden, die du in deinem Post aufgefächert hast. Man braucht beides, um das gesamte Bild zu sehen.

Also erst einmal hast du Fumo recht gegeben und dann den Speckgürtel erwähnt...
in #1347
und deinen Beitrag mit einem kaberettistischem Link geschlossen, darauf habe ich ironisch geantwortet, was legitim ist:
Denn so wie es in den Wald schreit, hallt es auch wieder raus.
Als du dann konkreter nachgefragt hast, habe ich auch konkreter geantwortet.

Die moralische Keule, das alles mit "Speckgürtel", oder sinngemäß: "Was beschwert ihr euch über bestimmte Maßnahmen und Dinge, uns geht's doch richtig gut, dreht gefälligst die Heizung runter auch wenn's sehr kalt ist" (nenn es wie du willst)
höre ich schon mein halbes Leben bzw. lese es immer wieder, wenn i-wie wieder Krisenmodus ist.

So dann Frage ich konkret, welche Leute würdest du sagen sind im Speckgürtel und nicht bereit ihr Leben für die Allgemeinheit einzuschränken und welche nicht?
Der reiche Porschefahrer, der humanitär hilft oder nicht, oder der normale Porsche-Fahrer, der gar nichts macht, ausser sein Leben zu genießen?
Die Veganerin, die immer das neueste Handy kauft?
Der Normalo, der auf sein dreiviertel leben auf ein Eigenheim spart und einen 10 Jahre alten Golf fährt?
1. Es leiden alle, ob sie wollen oder nicht
an der Inflation, ich höre immer weniger Leute, die tagtäglich Freudensprünge machen, weil es denen so gut geht,
eher im Gegenteil.
2. Speckgürtel kann man auch nicht sinnbildlich sehen und das es zu viele Leute mit Übergewicht gibt, stimmt leider auch.
Aber fett sein, ist nicht unbedingt ein Maß für Wohlstand siehe viele Leute in Brasilien zum Beispiel. (und nein das soll kein Fatshaming sein)
3. Ich kenne keinen, der sich gerade nicht im Verzicht üben muss und übertrieben dreimal im Jahr in den Urlaub fliegt oder so.

Also plakativ sagen, wir haben doch den großen Speckgürtel, da finde ich schon das man da zu schnell pauschalisiert.
Da kann man auch sehr gut den Übergang setzen zu den verschuldeten Städten, wenn man eine Ebene höher denkt.

Sry, dass ich jetzt da so nachhake, aber es ist für mich halt so eine Floskel,
die immer kommt wenn's gerade sehr schlecht läuft
im Sinne von: Ach, uns gehts doch gut.
Ich glaube aber langsam isses in Europa gefährlich, dass den Leuten tagtäglich unter die Nase zu reiben,
da die dann irgendwann durchdrehen und das äüßert sich mit Unzufriedenheit + populisten wählen +
die Hemmschwelle, die Geduld sinkt und eine negative Stimmung geht einher, man ist leichter gereizt etc. pp.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.Oktober 2022, 23:09:08
Also erst einmal hast du Fumo recht gegeben und dann den Speckgürtel erwähnt...
in #1347
und deinen Beitrag mit einem kaberettistischem Link geschlossen, darauf habe ich ironisch geantwortet, was legitim ist:
Denn so wie es in den Wald schreit, hallt es auch wieder raus.

Lies bitte nochmal genau nach, was ich wie geschrieben habe. Ich habe der Grundaussage von Fumo zugestimmt, der Zuspitzung aber nicht und dann nochmal erklärt, wie ich es meine:
Zitat
Aber wir leben in Deutschland nunmal im Speckgürtel der Welt, viel besser wird's nicht mehr. Freiwilliger Verzicht fällt vielen von uns schwer, weil wir gewohnt sind, alles jederzeit zu bekommen. Das gilt auch nach gut 2 1/2 Jahren Pandemie, die ja auch viel Verzicht erzwungen hat. Ich nehme mich selbst da nicht aus, zumindest in Bezug auf bestimmte Dinge.

Der Link zum Rether-Video hat sich auf Fumos Aussage mit den klaren Regeln und deine Reaktion (totalität? kommunistisch?) bezogen. Habe ich auch so kenntlich gemacht. Gab also überhaupt keinen Grund, ironisch auf den Speckgürtel zu reagieren, denn so habe ich in diesen Wald gar nicht hineingeschrien. ;)

Und du missverstehst glaube ich grundsätzlich meine Aussage: Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde. Den meisten Menschen hier geht es verhältnismäßig (!) gut. Das heißt nicht, dass wir alle mit dem Geld um uns schmeißen. Schon gar nicht bei der Inflation und den Energiepreisen. Und es ist auch kein Schwingen einer Moralkeule, sondern - nochmal - eine Kontextualisierung. Ob ich das jetzt Speckgürtel nenne oder eben den Reichtum in Zentral- und Nordeuropa mit dem weltweit vergleiche, läuft aufs selbe hinaus, da brauchst du dich auch nicht an der Begrifflichkeit aufhängen (bzw. niemand hat was von übergewichtigen Menschen gesagt, wtf? :D). Was folgt daraus: Dass wir (= die Mehrheit der deutschen Bevölkerung) ernsthaften materiellen Mangel nicht mehr gewohnt sind (da geht's nicht drum, ob man sich ein Handy leisten kann oder einen Porsche fährt, sondern darum, ob das Geld fürs Essen reicht oder für die Heizung - und damit negiere ich nicht die Armut, die es in Deutschland gibt, ich betone nochmal: Es geht um die Mehrheit der Menschen im Land). Und weil wir diesen Mangel nicht mehr gewohnt sind, inbesondere bei einem so abstraktem Mangel wie beim Gas, den wir ja nicht unmittelbar zu spüren bekommen, fällt es uns schwer, diesen zu begreifen und unser Handeln danach auszurichten. Das heißt selbstverständlich nicht, dass das auf alle zutrifft und ich hier den Zeigefinger erhebe. Und es heißt auch nicht, dass wir nicht lernfähig sein können oder Verzicht unmöglich ist. Aber es fällt uns eben schwer und nichts Anderes habe ich von Anfang an gesagt.

Wenn du das anders siehst oder die kontextualisierende Perspektive falsch findest, werde ich dich davon auch nicht abbringen können. In diesem Sinne: Gute Nacht und einen schönen Sonntag!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Oktober 2022, 23:27:43
Zu Punkt 1: klar leiden wir. Aber wie sehr? Und wie nennen wir es, wenn das Gas wirklich ausgeht und wir zusätzlich noch frieren. Oder wenn es eine Rezension gibt und wir massenweise Unternehmen und Arbeitsplätze verloren?

Wir leiden, wenn wir als leid beschreiben, dass wir als Gesellschaft aktuell 10% Kaufkraft Verlust und die Wahl haben, 20% Gas einsparen zu können. Ich sage können, weil wir es ja selber in der Hand haben.

Wie würden Länder ihre Situation beschreiben, die sich keine 200 Milliarden Euro Rettungsschirm leisten können?
Oder Länder die nicht neben dem Krisenherd sitzen, sondern selbst die sind, die angegriffen wurden?
Oder Länder, bei denen es nicht um eine Gas Knappheit geht, sondern das Getreide über Monate fehlt?

Im internationalen Vergleich, würde ich sagen, ist unsere Leiden zwar spürbar, aber recht gering.

Damit will ich keine Armut in Deutschland marginalisiere, oder das es Schichten gibt für die Situation nicht vor der Krise schon schlecht war und für die es jetzt nicht besser wird. Die Leiden sicher mehr, sind aber wiederum nicht "alle".

Wenn es aber darum geht, die großen Verlierer abzudämpfen gibt es bessere kurzfristige Lösungen als Umlagen, Gaspreisbremse, Tankrabatt, gleichmäßige Verteilung von Geld, oder die Abschaffung der kalten Progression : Umverteilung, gezielte soziale Hilfe, bedarfsgerechte Unterstützung.
Ich erinnere mich auch an genug Diskussionen hier zu diesem Themen.  ;D  Das Geld müsste von unten her verteilt werden, wenn man sich um "die unten" Sorgen macht. Wenn man das komplett ablehnt  kann man sich immerhin darauf ausruhen, dass wir statistisch nicht leiden, man verteilt und hilft dann ja auch nur statistisch.  ;) 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 16.Oktober 2022, 00:03:57


Der Link zum Rether-Video hat sich auf Fumos Aussage mit den klaren Regeln und deine Reaktion (totalität? kommunistisch?) bezogen. Habe ich auch so kenntlich gemacht. Gab also überhaupt keinen Grund, ironisch auf den Speckgürtel zu reagieren, denn so habe ich in diesen Wald gar nicht hineingeschrien. ;)

Und du missverstehst glaube ich grundsätzlich meine Aussage: Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde. Den meisten Menschen hier geht es verhältnismäßig (!) gut. Das heißt nicht, dass wir alle mit dem Geld um uns schmeißen. Schon gar nicht bei der Inflation und den Energiepreisen. Und es ist auch kein Schwingen einer Moralkeule, sondern - nochmal - eine Kontextualisierung. Ob ich das jetzt Speckgürtel nenne oder eben den Reichtum in Zentral- und Nordeuropa mit dem weltweit vergleiche, läuft aufs selbe hinaus, da brauchst du dich auch nicht an der Begrifflichkeit aufhängen (bzw. niemand hat was von übergewichtigen Menschen gesagt, wtf? :D). Was folgt daraus: Dass wir (= die Mehrheit der deutschen Bevölkerung) ernsthaften materiellen Mangel nicht mehr gewohnt sind (da geht's nicht drum, ob man sich ein Handy leisten kann oder einen Porsche fährt, sondern darum, ob das Geld fürs Essen reicht oder für die Heizung - und damit negiere ich nicht die Armut, die es in Deutschland gibt, ich betone nochmal: Es geht um die Mehrheit der Menschen im Land). Und weil wir diesen Mangel nicht mehr gewohnt sind, inbesondere bei einem so abstraktem Mangel wie beim Gas, den wir ja nicht unmittelbar zu spüren bekommen, fällt es uns schwer, diesen zu begreifen und unser Handeln danach auszurichten. Das heißt selbstverständlich nicht, dass das auf alle zutrifft und ich hier den Zeigefinger erhebe. Und es heißt auch nicht, dass wir nicht lernfähig sein können oder Verzicht unmöglich ist. Aber es fällt uns eben schwer und nichts Anderes habe ich von Anfang an gesagt.

Wenn du das anders siehst oder die kontextualisierende Perspektive falsch findest, werde ich dich davon auch nicht abbringen können. In diesem Sinne: Gute Nacht und einen schönen Sonntag!

... und ich finde halt gerade, wenn man von Mehrheiten schreibt, dann muss man diese auch gewissermaßen einordnen können,
sonst isses halt nur ne Floskel
bei all dem Durchschnittsgerechne und dem Wissen, dass es extem-reiche Leute gibt, die im Land wohnen
muss man halt bedenken, dass diese den Durchschnitt (die angebliche Mehrheit) mit nach oben ziehen mit ihrem Vermögen.
Also muss man bei solchen Vergleichen mMn Referenzpunkte setzen, sonst wirds zu schwammig.
Der Gasmangel ist für viele Leute als Mangel nicht abstrakt, das sieht man konkret bei den Zahlungen und allgemein was mehr gezahlt werden muss für Energie und beim Einkauf von Lebensmitteln, bei Dienstleistungen etc.
es ist also nicht "abstrakt"
Das merken die schon im Geldbeutel und verstehen doch schon genau, wo das herkommt hoffe ich...
konkret wurde im Oktober z.B. zu 29% auch weniger geheizt, wobei wir das ja als obsolet
erstmal ellenlang herbeiführen mussten, da es einfach wärmer war :P
Aber ich kenne niemand, der nun den Umständen entsprechend mehr heizt! (Ich weiß, vllt. ist das nicht repräsentativ, aber ich komme beruflich mit vielen Leuten in Kontakt aus nahezu jeder "Schicht")

Faktisch, wer steht da repräsentativ für die "Mehrheit" bzw. wer konkret?
Warum müssen immer diese Vergleiche her, nur um ins Gewissen zu reden?
Die Schallplatte ist für mich alt, sry.
Der wohlhabende Speckgürtelmittelschicht vllt. ? Naja ich weiß nicht
Vergleichen mit Namibia auf jeden Fall, verglichen mit Mittelschicht Norwegern, da wirds schon knapper. (ja ich weiß du schriebst Nord- und Mitteleuropa)
so war es aber im ursprünglichen Text ja auch nicht geschrieben, nur mal so.

...und auf den ursprünglichen Text gehe ich schon die fast ganze Zeit ein und dieser muss auch per se nicht falsch sein, ich hätte nur gern eine Konkretisierung gehabt, welche Mehrheit halt gemeint ist und wie sich diese unwillige-welche-angebliche zusammensetzt?
Denn auch mit deinem Kontext bläst du da mit der "Mehrheitsbezeichnung" ins gleiche Horn.
Wie ich das mit totalitär und kommunistisch gemeint hatte, hatte ich aber auch schon als Antwort bei Dragon ausgelöst...
also da frage ich mich, warum man auf dem Ironie-Punkt noch darauf rum reiten muss und mir das jetzt blöd auslegt?

Auch ernsthafter materieller Mangel beginnt für die einen schon beim Klopapier für andere vllt. erst beim Trinkwasser, je nach Mangelverständnis und Land
also wie ist das ernsthaft definiert dMn ? Wo setzt man da konkret einen Fixpunkt, oder ist das beliebig.
Ich kann mich auf den Konsens einigen, dass wir im Vergleich zu dritte Welt Länder im Speckmantel leben, einigen.
Aber wer von der Mehrheit soll dann hier konkret mehr Verzicht üben
und wie sieht eine Lösung dafür politisch aus?

Dabei geht es mir nicht um richtig oder falsch, sondern hauptsächlich um spezifische Einordnung welche Leute konkret das "gefälligst" tun sollten.

Schönen Sonntag wünsche ich dir auch! Und danke für die Diskussion.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Oktober 2022, 01:00:16
Aber wer von der Mehrheit soll dann hier konkret mehr Verzicht üben
und wie sieht eine Lösung dafür politisch aus?

Dabei geht es mir nicht um richtig oder falsch, sondern hauptsächlich um spezifische Einordnung welche Leute konkret das "gefälligst" tun sollten.

Schönen Sonntag wünsche ich dir auch! Und danke für die Diskussion.

Da es eine nachgewiesen Kausalität zwischen steigendem Einkommen/Reichtum und steigender Ökobilanz gibt, müsste es Mensch mit höherem Einkommen/Reichtum treffen. Wobei ich hier jetzt von generell "Einsparpotential" im Konsum ausgehe.
Wenn man jetzt die Mehrheit sucht müsste man zum Median gehen... Keine Ahnung, ab wann die Potentiale signifikant werden. Ich würde den argumentativ allerdings auch fallen lassen. Meistens ist die gedachteehrheit am Ende doch nur ein großer Teil.  :P  Auf jeden Fall gäbe es hier natürlich einen Haufen politischer Ansätze.

So gezielte einzelne Maßnahmen wie Gas ist durch alle Schichten betrachtbar, wobei ich davon ausgehe, dass hier die Ärmsten nicht die "verschwenderischen" sein werden. Da kann, wie du schon selbst die Individualität ansprichst, jeder selber entscheiden was er macht und ob er auch eingeschränkt fühlt oder andersherum, sich überhaupt einschränken kann. In dem Punkt gibt es auch keine politische Lösung. Die Lage ist bekannt und der Preis ist hoch. Damit ist ein Anreiz gesetzt. Wenn aus, dann aus.
Edit: Mir fiel gerade ein, dass das gar nicht stimmt. Gibt ja politische Maßnahmen. Private pools dürfen nicht mehr beheizt werden, keine mindesttemperatur in Wohnung und Co...

Glaube die Diskussion ist etwas Verfahren, weil wir nicht zwischen Armut und relative Armut auf der einen Seite und dem individuellen und gesellschaftlichen Empfinden zu Verzicht auf der anderen Seite unterschieden haben.

Wobei ich noch dazu sagen muss, dass ich gerade nicht der Meinung bin, das irgendwer gerade irgendwas konkretes tun sollte.

Ich wünsche auch ein schönen Sonntag.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.Oktober 2022, 10:10:48
@Jäger Horst: Wir schreiben aber auch einfach aneinander vorbei. Ich sage, es fällt uns schwer, zu verzichten, und du fragst, wer genau auf was verzichten soll. Das sind dann doch zwei sehr unterschiedliche Dinge.

Wenn du mich fragst, wer was genau tun soll, dann sage ich: alle müssen ihren Gaskonsum so weit wie möglich reduzieren. Konkret hat das aber sehr unterschiedliche Ausprägungen und da lässt sich, wie du schon angemerkt hast, nicht pauschalisieren. Das Einsparpotenzial ist eben sehr unterschiedlich, ob ich meine Wohnung im Normalfall auf knapp 20 oder auf 23 Grad heize. Oder ob ich gewohnheitsmäßig 4 Minuten oder 15 Minuten unter der Dusche stehe - oder ob ich jeden Tag bade. Hier gilt es, das eigene Verbrauchsverhalten zu optimieren, sich zu informieren, wo die größten Einsparpotenziale liegen, und sein Handeln entsprechend auszurichten.

Und da kommen wir zum Abstrakten. Ich erkläre mal an einem anekdotischen Beispiel, was ich damit meine: Ich lebe, wie rund 58% aller Haushalte in Deutschland, zur Miete. Heizung und Warmwasser laufen über Gas. Meinen Gasverbrauch sehe und spüre ich aber erstmal nicht direkt. Ich kann wie gewohnt verbrauchen, ohne irgendwelche Einschränkungen zu haben. Im Geldbeutel spüre ich das erst, wenn die Heizkostenabrechnung kommt. Und die kommt erst nach der nächsten, mutmaßlich sehr teuren, Heizperiode. Bis dahin weiß ich also nicht konkret, was mich mein Wärme- und Wasserverbrauch wirklich kostet. Will ich das ungefähr schätzen, muss ich auf die Zähler gucken, den Gaspreis checken und ausrechnen, wie meine Kosten gerade sind. Das mache ich aber sicher nicht und so bleiben mein Verbrauch und meine Kosten abstrakt, bis die Abrechnung vorliegt.

Nun befinde ich mich in der Situation, dass wir schon immer sparsam geheizt haben. Selten hat die Wohnung im Winter über 20 Grad, manche Räume deutlich weniger (Schlafzimmer, Badezimmer, Arbeitszimmer). Beim Duschen lege ich mir mittlerweile einen Timer daneben. Ich würde sagen, wir sind ziemlich nah dran an unserem maximalen Einsparpotenzial.

Wenn wir jetzt aber gewohnt wären, auf 22 Grad zu heizen und es für uns dann bei knapp 20 Grad verhältnismäßig kalt wäre, würden wir dann die Heizung nicht vielleicht doch ein Grad wärmer einstellen? Gerade, wenn das Kind vielleicht jammert, dass es friert? Ich weiß es nicht. Aber die Verlockung ist groß, weil ich ja die Kosten dieser Temperatursteigerung nicht unmittelbar zu spüren bekomme. Denn: das bleibt erstmal abstrakt. Da gehen mir dann all die schönen Waschlappen- und Pulli-Tipps sonst wo vorbei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Jäger Horst am 16.Oktober 2022, 11:22:29
@DeDaim

Nein es ging nicht darum, dass es schwer fällt zu Verzichten
sondern
dass einer "Mehrheit", die mangelnde Bereitschaft unterstellt wurde, zu Verzichten
...und dabei wollte ich wissen, wer konkret und wieviel.
das sind komplett 2 unterschiedliche Dinge.

Aber unabhängig davon,
ich finde es super, wie du das persönlich machst.
Ich persönlich habe keinen Timer beim Duschen, das ist, wenn du so willst, mein Luxus in dieser Zeit.
Bin aber wahrlich kein Warm-und Langduscher und dusche manchmal nur jeden 2ten Tag*, da meine Haut sonst austrocknet.
*also schon Waschen, aber halt nur so Katzenwäsche.
Beim Heizen handhabe ich das ähnlich wie du.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Oktober 2022, 12:42:50
Finde die Idee mit dem Timer auch gut. Es geht ja nicht nur um Gas. Es kommt auch deiner Gesundheit zu Gute. Über 250.000 Menschen in Deutschland erleiden Unfälle im Bad - häufig, weil sie ausrutschen. Gerade der Statistik kommt eine kürzere Zeit zu gute, wenn man dabei nicht unvorsichtig wird. Man sollte schnell und bestimmt, dabei aber nicht hastig Duschen. Sicher, aber nicht selbstsicher. Immer den Gaszähler im Kopf und den Gleichgewicht im Sinn.

Wieviel Minuten gönnst du dir? Und was machst du, wenn der Timer abgelaufen, du aber noch voll Seife bist, weil du dich hast gehen lassen?

 ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.Oktober 2022, 18:35:48
@DeDaim

Nein es ging nicht darum, dass es schwer fällt zu Verzichten
sondern
dass einer "Mehrheit", die mangelnde Bereitschaft unterstellt wurde, zu Verzichten

Aber nicht von mir. ;) Ich habe ja in meinem vorletzten Post erklärt, wie ich es gemeint habe und wie meine Zustimmung zu Fumos Post zu verstehen war.

Wieviel Minuten gönnst du dir? Und was machst du, wenn der Timer abgelaufen, du aber noch voll Seife bist, weil du dich hast gehen lassen?

 ;D

Ich steige als Schaummonster aus der Dusche und erschrecke meine Tochter. ;D

Spaß beiseite: Timer trifft es nicht ganz. Ich stelle eine Stoppuhr und behalte so die Duschzeit im Blick. Ich versuche, unter 5 Minuten zu bleiben und würde sagen, in 90 Prozent der Fälle klappt das sehr gut. Der Schwedenurlaub war da ein gutes Training: Auf den meisten Campingplätzen gibt es pro Zahlvorgang 3-4 Minuten warmes Wasser und der Timer läuft auch während du dich einseifst und das Wasser aus ist. Da wirst du flott. :D

Aber das wäre doch aber mal ein echter Gewinn aus der Diskussion: Energiespartipps jenseits der 2-Pulli-Ideen. Gerne im Energiekosten-Thread aufgreifen, wer Interesse hat. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Benny am 16.November 2022, 16:08:55
https://www.youtube.com/watch?v=sF20p7s6Zj8 (https://www.youtube.com/watch?v=sF20p7s6Zj8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 17.November 2022, 06:51:11
So sehr ich Lemmy als Musiker schätze, so pauschal ist dieses Urteil. Alle Politiker lügen und bestehlen dich? Das ist einfach zu billig. Macht korrumpiert, na klar, aber es gibt es da draußen auch viele Politiker, die idealistisch veranlagt sind. Auch gehört es zur bitteren Wahrheit dazu, dass Politik nicht alle zufriedenstellen kann. Es muss und wird immer Kompromisse geben und das ist ein Wesensmerkmal demokratischer Politik. Das hat nichts mit Betrug und Diebstahl zu tun, sondern ist gängige parlamentarische Praxis.

Sollten Politiker verpflichtet werden, ihre Nebeneinkünfte von sich aus offenzulegen? Aber bitte doch!
Sollten Politiker nach ihrem Ausscheiden eine Karenzzeit von sagen wir einem Jahr haben, bevor sie ein anderes (hoch dotiertes) Amt annehmen? Auf jeden Fall!
Sollten Bürger in Entscheidungsprozesse z.B. durch Bürgerräte oder andere Versammlungsformen stärker mit einbezogen werden? Dafür wäre ich auch, um die Legitimität der und das Verständnis für die Demokratie zu festigen.

Wer den Glauben an die Politik verloren hat, sollte Portale wie abgeordnetenwatch.de oder ähnliche nutzen, um zu schauen, welche Maßnahmen konkret ein Politiker seines Wahlkreises umsetzt oder welche Haltungen dieser hat. Nur auf die da oben zu schimpfen ist ein Reflex, der nicht weiterhilft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 05.Dezember 2022, 22:04:44
Der Extra3 Beitrag zur Neuwahl für das Abgeordnetenhaus in Berlin.  :D : https://www.youtube.com/watch?v=-eWhhU9BcBc

Ich frage mich da,warum nicht auch die Wahl für den Bundestag in Berlin komplett wiederholt werden muss,da hatte man ja wahrscheinlich genau die gleichen Probleme.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 08.Dezember 2022, 12:49:23
Der Extra3 Beitrag zur Neuwahl für das Abgeordnetenhaus in Berlin.  :D : https://www.youtube.com/watch?v=-eWhhU9BcBc

Ich frage mich da,warum nicht auch die Wahl für den Bundestag in Berlin komplett wiederholt werden muss,da hatte man ja wahrscheinlich genau die gleichen Probleme.


Naja, der Berlin Marathon wird ja auch nicht wiederholt. Da sollen wohl auch einige Läufer durch wild umherlaufende Wahlhelfer im Copy-Wahn behindert worden sein.  ;)

Ich könnte mir vorstellen, man will da keine schlafenden Hunde wecken. Das hätte sicher ein paar größere Auswirkungen. Aber klar, wenns bei der einen Wahl schief lief, warum soll es bei der anderen glatt gelaufen sein...


P.S.: Der Beitrag war echt klasse. Ich fand Kalkofes Laudatio auch grandios.  :laugh:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2022, 13:04:21
Nönö. Die schlafenden Hunde sind schon geweckt. CDU und AFD haben bereits letzte Woche Wahlprüfungsbeschwerde eingereicht. Das liegt, soweit ich weiß, gerade beim Bundesverfassungsgericht. Kann schon sein, dass da auch noch etwas wiederholt werden muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: brandgefährlich am 08.Dezember 2022, 13:07:23
Mich wundert, dass die Wiederholung über ein Jahr später erst stattfindet. Es war doch schon am Wahltag klar, dass es dort richtig schief ging.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2022, 13:14:42
"Nach umfassender Auswertung aller 2.256 Protokolle aus sämtlichen Berliner Wahllokalen, der von der Landeswahlleitung zur Verfügung gestellten Daten sowie Prüfung der rund hundert Schriftsätze der insgesamt über 3.000 Verfahrensbeteiligten ist der Verfassungsgerichtshof zu der Überzeugung gelangt, dass verfassungsrechtliche Standards nur durch die komplette Ungültigkeitserklärung der Berliner Wahlen gewährleistet werden können."


^ Das hat wohl ein Jahr gedauert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 08.Dezember 2022, 14:41:45
Mich wundert, dass die Wiederholung über ein Jahr später erst stattfindet. Es war doch schon am Wahltag klar, dass es dort richtig schief ging.

Wundert mich nicht. So eine Wahlwiederholung muss halt Hand- und stichfest sein. Und bei dem Ausmaß der zu prüfenden Dokumente dauert sowas halt seine Zeit. Ist ja nicht so das unsere Gerichte nicht sowieso schon überlastet sind. Natürlich kommen dann wieder die Wahlverlierer aus ihren Ecken und behaupten das dies andere Gründe hat und man den Prozess absichtlich verzögert. Aber letztlich bin ich froh das zumindest solche Sachen dann doch ein juristisches Nachspiel hat. In den USA hätte man das ganze unter den Tisch gekehrt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 09.Dezember 2022, 10:43:08
Nönö. Die schlafenden Hunde sind schon geweckt. CDU und AFD haben bereits letzte Woche Wahlprüfungsbeschwerde eingereicht. Das liegt, soweit ich weiß, gerade beim Bundesverfassungsgericht. Kann schon sein, dass da auch noch etwas wiederholt werden muss.

Oh danke für den Hinweis. Das ist mir tatsächlich entgangen. Na, da bin ich mal gespannt, wie sich das noch entwickelt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: brandgefährlich am 09.Dezember 2022, 15:23:17
Mich wundert, dass die Wiederholung über ein Jahr später erst stattfindet. Es war doch schon am Wahltag klar, dass es dort richtig schief ging.

Wundert mich nicht. So eine Wahlwiederholung muss halt Hand- und stichfest sein. Und bei dem Ausmaß der zu prüfenden Dokumente dauert sowas halt seine Zeit. Ist ja nicht so das unsere Gerichte nicht sowieso schon überlastet sind. Natürlich kommen dann wieder die Wahlverlierer aus ihren Ecken und behaupten das dies andere Gründe hat und man den Prozess absichtlich verzögert. Aber letztlich bin ich froh das zumindest solche Sachen dann doch ein juristisches Nachspiel hat. In den USA hätte man das ganze unter den Tisch gekehrt.

"Nach umfassender Auswertung aller 2.256 Protokolle aus sämtlichen Berliner Wahllokalen, der von der Landeswahlleitung zur Verfügung gestellten Daten sowie Prüfung der rund hundert Schriftsätze der insgesamt über 3.000 Verfahrensbeteiligten ist der Verfassungsgerichtshof zu der Überzeugung gelangt, dass verfassungsrechtliche Standards nur durch die komplette Ungültigkeitserklärung der Berliner Wahlen gewährleistet werden können."


^ Das hat wohl ein Jahr gedauert.

Ich will absolut niemanden Verzögerung vorwerfen. Natürlich muss das ordentlich geprüft werden.
Ich wäre nur wesensentlich zufriedener mit der Situation, wenn solche Sachen schneller zu klären wären und eine Wahlwiederholung dann auch schnell möglich gemacht wird.
Immerhin können so einige Stimmen sagen "Da ist seit über einem Jahr eine illegale Regierung an der Macht."

Es ist wieder ein Zeichen dafür, dass Gerichte entlastet werden müssen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cologne88 am 12.Januar 2023, 13:26:40
Diese negative Sichtweise von EricValhalla und Signor Rossi, die kenne ich gut und die kann man eigentlich auch nur bekommen, wenn man die Nachrichten so verfolgt. Aber das liegt dann auch wiederum daran, dass negative Nachrichten a) mehr verfangen b) weil sie dies tun erst recht von den Medien eher und größer aufgenommen werden als Positives und c) in der heutigen Zeit wir einem Nachrichtendauerfeuer unterliegen können. Deswegen gibt es inzwischen von vielen den Ratschlag seinen Nachrichtenkonsum am Tag aufs Nötigste zu reduzieren, da einen das sonst psychisch in eine Negativspirale ziehen kann. Das stelle ich teilweise auch an mir selbst fest. Es gibt Zeiten da verfolge ich Nachrichten intensiver und weniger intensiv. Wenn ich dann mal zurückblicke komme ich, in den weniger intensiven Zeiten, irgendwie im Leben allgemein besser zu recht. Daher finde ich die Postividarstellung von DragonFox sehr schön.

Ich werde mich jetzt mal richtig in die Nesseln setzen und möchte einen Punkt von DeDaim aufgreifen. Den Klimawandel.
1. Leugnen kann man den Klimawandel bei Weitem wohl wirklich nicht mehr.
2. Das weitere was folgt, das sage ich ausdrücklich ohne die wissenschaftlichen Beweise dafür wirklich im Detail zu kennen. Daher ist das auch nur meine persönliche Meinung von der ich niemand anderes überzeugen will oder behaupte das diese richtig(er) ist.
3. Mir fällt es immer noch schwer zu begreifen, dass der heutige Klimawandel vom Menschen verursacht ist oder wie hoch der Anteil des Menschen ist. Insbesondere was den Anteil der allgemeinen Bevölkerung wiederum betrifft. Warum?
4. Wenn man in die Historie des Planeten schaut, findet man Beweise für bereits geschehene extreme Klimawandel. Es gab Eiszeiten, es gab Heißzeiten usw. Dies alles ohne den Menschen, ohne vom Menschen verursachtes CO2 und Weiteres. Generell hat der Planet sich extrem verändert. Ganze Erdteile sind gewandert und haben sich verschoben.
5. Die Geschichte des Planeten ist Millionen Jahre alt, die Geschichte des Menschen auf diesem Planeten ist unfassbar kurz, insbesondere die des modernen Menschen und seitdem er Dinge messen kann etc. Können wir Menschen also wirklich sicher sagen, dass wir in der kurzen Zeit zu 100% verstanden haben (wollen) wie dieser Planet und das Klima des Planeten gänzlich funktioniert?
6. Man liest immer mal wieder davon, dass sich das Magnetfeld der Erde abschwächt, dass sich die Neigung der Erdachse und somit der Stand zur Sonne verändert hat, die Sonnenaktivität schwankt und dies auch auf längeren Zyklen. Ist es komplett ausgeschlossen, dass etwas davon auch seinen Teil zum Klimawandel beiträgt? Wie groß wäre dieser Teil, vielleicht eben doch größer als der des Menschen, der des CO2 oder gar komplett?
7. Ich weiß Wetter ist nicht gleich Klima, aber Wetter über einen langen Zeitraum macht dann doch das Klima. Diesen Einleitungssatz schreibe ich, weil ich auf den Punkt der Wettermanipulation hinaus will. Es ist bewiesen, dass die Militärs dieser Erde schon seit Jahrzehnten die Wettermanipulation erforschen. Wer sagt denn, dass dies nicht doch bereits geschieht? Einzelfälle kommen immer mal in die Presse. Bei Olympia in Peking zur Eröffnungsfeier fällt mir da als Beispiel ein. Wer sagt also, dass die Regierungen und Militärs im Geheimen nicht doch schon längst dort eingreifen bzw. versuchen einzugreifen und was das zu Folge hat bzw. schon hatte? Denn wenn ich über Jahre/Jahrzehnte das tägliche Wetter verändere, verändere ich zwangsweise auch das Klima.
8. Für mich bleibt da (meiner Unwissenheit geschuldet) erstmal einfach zu viel offen um das erfassen zu können. Und ich betone nochmal, dass ich bisher keinen IPCC-Bericht oder eine wissenschaftliche Erklärung gelesen habe, warum der Klimawandel ausschließlich am CO2 liegt. Wenn es das gibt bzw. im IPCC-Bericht steht, gerne mich darauf hinweisen.
9. Btw. habe ich nichts dagegen, dass man CO2 einspart. Schaden wird es wohl nicht. Denn die neuesten Berichte zum Ozonloch belegen ja, dass der Mensch auch Dinge heilen kann, wenn die Ursache eindeutig gefunden wurde und behoben wird.

Ich betone nochmal, dass ich weder den Klimawandel leugne noch aktiv den Anteil des Menschen leugne. Gleichzeitig finde ich es ganz subjektiv aber halt immer noch schwer zu erfassen, dass dem so sein soll aus genannten Gründen. Daher will ich mit dem Post niemanden provozieren oder vom Gegenteil überzeugen, sondern nur meiner subjektiven Sichtweise Ausdruck verleihen und mich auch gerne auf konkrete Texte/Studien hinweisen lassen, wo erklärt wird warum alle anderen Faktoren (scheinbar) keine oder keine größere Rolle beim Klimawandel spielen, sondern in der Hauptrolle nur das CO2. Die grundsätzliche Erklärung warum das CO2 (scheinbar) eine Rolle spielt, die kenne ich, die brauche ich nicht.

PS: Ich hoffe wirklich, dass der Post jetzt keine polemische Diskussion o. ä. auslöst oder auch zu sehr off topic wird. Falls das droht zu geschehen, gerne bei Zeiten löschen oder auslagern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.Januar 2023, 14:10:13
@Cologne88: Alles gut. Nur, weil es mich frustriert, dass der menschliche Einfluss auf den Klimawandel infrage gestellt wird, heißt das ja nicht, dass ich darüber zu keinem Gespräch in der Lage bin. Es ist doch völlig okay, zu zweifeln und skeptisch zu sein. Kritisches Denken ist eine wertvolle Eigenschaft.

Zum Thema: Du schreibst ja selbst von eigener Unwissenheit, die dazu führt, dass Fragen offen bleiben. Ich finde es auch super, dass du so reflektiert bist und dir das eingestehst. Ich habe durch meine Arbeit immer wieder Kontakt zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die an IPCC-Berichten mitarbeiten, teilweise Leitautoren einzelner Kapitel sind usw. Da bekommt man genug mit, um sämtliche Zweifel auszuräumen. Bei den Klimafakten wird genau deine Frage beantwortet, ob es nicht andere Ursachen für den Klimawandel geben kann, die Antwort: Nein, der aktuelle Klimawandel kann nur mithilfe menschengemachter Emissionen erklärt werden. Schau dir die Seite gerne mal an, unten sind auch wesentliche Aussagen nochmal aufgeführt sowie mit Studien und IPCC-Berichten verlinkt: https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-es-gibt-viele-moegliche-gruende-fuer-die-derzeitige-erderwaermung (https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-es-gibt-viele-moegliche-gruende-fuer-die-derzeitige-erderwaermung)

Wenn du danach noch Zweifel hast, werde ich sie dir auch nicht ausreden können. :)

Edit: Auch hier kannst du dich gerne mal durchklicken: https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist (https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist) :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Januar 2023, 14:38:02
Diese negative Sichtweise von EricValhalla und Signor Rossi, die kenne ich gut und die kann man eigentlich auch nur bekommen, wenn man die Nachrichten so verfolgt. Aber das liegt dann auch wiederum daran, dass negative Nachrichten a) mehr verfangen b) weil sie dies tun erst recht von den Medien eher und größer aufgenommen werden als Positives und c) in der heutigen Zeit wir einem Nachrichtendauerfeuer unterliegen können. Deswegen gibt es inzwischen von vielen den Ratschlag seinen Nachrichtenkonsum am Tag aufs Nötigste zu reduzieren, da einen das sonst psychisch in eine Negativspirale ziehen kann. Das stelle ich teilweise auch an mir selbst fest. Es gibt Zeiten da verfolge ich Nachrichten intensiver und weniger intensiv. Wenn ich dann mal zurückblicke komme ich, in den weniger intensiven Zeiten, irgendwie im Leben allgemein besser zu recht. Daher finde ich die Postividarstellung von DragonFox sehr schön.

Ich werde mich jetzt mal richtig in die Nesseln setzen und möchte einen Punkt von DeDaim aufgreifen. Den Klimawandel.
1. Leugnen kann man den Klimawandel bei Weitem wohl wirklich nicht mehr.
2. Das weitere was folgt, das sage ich ausdrücklich ohne die wissenschaftlichen Beweise dafür wirklich im Detail zu kennen. Daher ist das auch nur meine persönliche Meinung von der ich niemand anderes überzeugen will oder behaupte das diese richtig(er) ist.
3. Mir fällt es immer noch schwer zu begreifen, dass der heutige Klimawandel vom Menschen verursacht ist oder wie hoch der Anteil des Menschen ist. Insbesondere was den Anteil der allgemeinen Bevölkerung wiederum betrifft. Warum?
4. Wenn man in die Historie des Planeten schaut, findet man Beweise für bereits geschehene extreme Klimawandel. Es gab Eiszeiten, es gab Heißzeiten usw. Dies alles ohne den Menschen, ohne vom Menschen verursachtes CO2 und Weiteres. Generell hat der Planet sich extrem verändert. Ganze Erdteile sind gewandert und haben sich verschoben.
5. Die Geschichte des Planeten ist Millionen Jahre alt, die Geschichte des Menschen auf diesem Planeten ist unfassbar kurz, insbesondere die des modernen Menschen und seitdem er Dinge messen kann etc. Können wir Menschen also wirklich sicher sagen, dass wir in der kurzen Zeit zu 100% verstanden haben (wollen) wie dieser Planet und das Klima des Planeten gänzlich funktioniert?
6. Man liest immer mal wieder davon, dass sich das Magnetfeld der Erde abschwächt, dass sich die Neigung der Erdachse und somit der Stand zur Sonne verändert hat, die Sonnenaktivität schwankt und dies auch auf längeren Zyklen. Ist es komplett ausgeschlossen, dass etwas davon auch seinen Teil zum Klimawandel beiträgt? Wie groß wäre dieser Teil, vielleicht eben doch größer als der des Menschen, der des CO2 oder gar komplett?
7. Ich weiß Wetter ist nicht gleich Klima, aber Wetter über einen langen Zeitraum macht dann doch das Klima. Diesen Einleitungssatz schreibe ich, weil ich auf den Punkt der Wettermanipulation hinaus will. Es ist bewiesen, dass die Militärs dieser Erde schon seit Jahrzehnten die Wettermanipulation erforschen. Wer sagt denn, dass dies nicht doch bereits geschieht? Einzelfälle kommen immer mal in die Presse. Bei Olympia in Peking zur Eröffnungsfeier fällt mir da als Beispiel ein. Wer sagt also, dass die Regierungen und Militärs im Geheimen nicht doch schon längst dort eingreifen bzw. versuchen einzugreifen und was das zu Folge hat bzw. schon hatte? Denn wenn ich über Jahre/Jahrzehnte das tägliche Wetter verändere, verändere ich zwangsweise auch das Klima.
8. Für mich bleibt da (meiner Unwissenheit geschuldet) erstmal einfach zu viel offen um das erfassen zu können. Und ich betone nochmal, dass ich bisher keinen IPCC-Bericht oder eine wissenschaftliche Erklärung gelesen habe, warum der Klimawandel ausschließlich am CO2 liegt. Wenn es das gibt bzw. im IPCC-Bericht steht, gerne mich darauf hinweisen.
9. Btw. habe ich nichts dagegen, dass man CO2 einspart. Schaden wird es wohl nicht. Denn die neuesten Berichte zum Ozonloch belegen ja, dass der Mensch auch Dinge heilen kann, wenn die Ursache eindeutig gefunden wurde und behoben wird.

Ich betone nochmal, dass ich weder den Klimawandel leugne noch aktiv den Anteil des Menschen leugne. Gleichzeitig finde ich es ganz subjektiv aber halt immer noch schwer zu erfassen, dass dem so sein soll aus genannten Gründen. Daher will ich mit dem Post niemanden provozieren oder vom Gegenteil überzeugen, sondern nur meiner subjektiven Sichtweise Ausdruck verleihen und mich auch gerne auf konkrete Texte/Studien hinweisen lassen, wo erklärt wird warum alle anderen Faktoren (scheinbar) keine oder keine größere Rolle beim Klimawandel spielen, sondern in der Hauptrolle nur das CO2. Die grundsätzliche Erklärung warum das CO2 (scheinbar) eine Rolle spielt, die kenne ich, die brauche ich nicht.

PS: Ich hoffe wirklich, dass der Post jetzt keine polemische Diskussion o. ä. auslöst oder auch zu sehr off topic wird. Falls das droht zu geschehen, gerne bei Zeiten löschen oder auslagern.

Wobei mir das auch nicht so geht. Ich verbringe viel zeit mit Nachrichten und Politik. Alleine mit politischen Podcasts aller Art komme ich auf 9 Stunden pro Woche. Da wird einiges dabei sein was, auch hier im Forum, als Staatsfunk und so weiter betitelt wird. Ich sehe das einfach nicht so. Ich bin da eventuell naiv und habe ein zu gutes Menschenbild. Aber ich vertraue Mitmenschen und damit Insitutionen erstmal. Deshalb ist für mich nicht jeder Journalist ein Lügner und jeder Politker ein Betrüger. Vor allem nicht JEDER und PAUSCHAL. Ich kritisiere die öffentlich rechtlichen Medien an vielen Punkten, sehe auch gerne die Kritiken von massengeschmack.tv, sehe oder höre den Öffentlich Rechtlichen aber auch oft dabei zu wie sie sich selbst kritisieren und hinterfragen.
Ein kompletter geheimer staatsgesteuerte Medienapparat ist mir zu verschwörungstheoretisch. Genau das schwingt für mich aber in einem Wort wie Staatsfunk mit. Das Wort ist klar belegt aus dem Dritten Reich. Das die Bezeichung die Runde und mittlerweile auch in Printmedien wie dem Spiegel oder der FAZ macht ist bedauerlich.
Es gibt Länder auf der Welt die das leider haben. Aber dort gibt es klare Anzeichen. Unsere Politiker sind sich so wenig einig, dass ich mir gar nicht vorstellen könnte, wer über Jahre hinweg eine wasserdichte Manipulation der Medien unter Kontrolle halten kann, in der tausende Menschen beteiligt sind und niemand was erzählt...
Ich habe jetzt hier etwas mehr ausgeholt und das war keine Antwort für dich. Aber das Hauptproblem der Frustatration ist für mich neben den Nachrichten, dass großflächig das Vertrauen in die Insitituionen verloren geht. Das finde ich viel schlimmer.


Zum Klima muss ich kurz voranstellen, dass ich zwar kein Metereologe oder so bin. Aber ich war selbst wissenschatlich tätig, habe wissenschaftliche Arbeiten publiziert und mich auf Konferenzen in meinem Fachgebiet ausgetauscht. Ich weiß wie Wissenschaft funktioniert, wie der wissenschafltiche Prozess funktioniert und zum Teil auch wo seine Probleme liegen. Von daher gehe ich, wie oben, auch hier mit einem gewissen Grundvertrauen an die Aussagen von wissenschaftlichen Arbeiten und Wissenschaftlern zu Aussagen in ihrem Fachbereich heran. So, wie auch ich dieses Vertrauen unter fremden Experten auf der ganzen Welt eingefordert und bekomen habe.

Ich stelle einfach mal diesen zwei Links vorran: (DeDaims Links sind auch gut.  :D)
https://www.mdr.de/wissen/klimazweifel-100.html
https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimawandel-forscher-antworten-auf-die-argumente-von-skeptikern-ld.1468011#subtitle-argument-6-nicht-einmal-die-wissenschaft-ist-sich-sicher-second

Punkt 1 und 9 finde ich schonmal gut.  :)
In Punkt 2 vermute ich das Problem. Ich nehme an, dass einigen Stunden voreingenommene Literatur Recherche (bei vorgegebene Vertrauen in die Wissenschaft) eine Wirkung auf dich haben würde. Der Klimawandel gehört zu einem der best erforschten und dokumentiertesten Forschungsschwerpunkten überhaupt und wird seit über 60 Jahren stark beackert. Über 97% aller Experten weltweit sind sich seit vielen Jahrzehnten einig und das Thema ist mittlerweile durch alle Medien gesickert.
Zur Punkt 4 und 5 kann ich sagen, dass wir sehr viele wissenschaftliche Methoden haben um weit in die Vergangenheit zu sehen. Bodenproben, Eisproben, Proben von alten Bäumen, Proben von Meeresböden und so weiter.
Trotzdem kann man an der Aussagekraft natürlich zweifeln... Aber grundsätzlich kann man nie davon ausgehen, dass man alles zu 100% verstanden hat. Vor allem, wenn man so weit in die Vergangenheit sehen will. Aber man kann sich auf Basis seiner Erkentnisse gewisserweiße absichern. Den so funktionieren wir weder als Gemeinschaft noch als Inidivum. Wenn wir auch nur etwas Einsicht und Verständnis zu denken haben, handeln wir danach. Auch, wenn wir uns noch nicht 100% sicher sein können, dass wir alles wissen. Die Krux ist nämlich, dass wir das nie sein können. Im persönlichen Leben würden wir fast gar nichts mehr tun, wenn wir auf 100% Bestätigung oder Informationsgrad warten würden.
Die Links oben zeigen einige anerkannte wissenschaftliche Arbeiten auf, die genau darauf eingehen was du fragst. Vorraussetzung da einzusteigen ist, dass man vertraut, dass tausende internationale Wissenschaftler in ihrem Fachbereich, die alle auf ähnlich Ergebnisse kommen und sich im Konsens einig sind, sich nicht komplett irren oder blank lügen.
Die Frage ist, was die Alternative ist. Die Experten der Welt haben über Jahre hinweg Erkentniss gesamelt und eine klare Meinung gebildet. Auf welcher Grundlage sagt man nö? Und was müsste passieren, damit man diesen tausenden Experten vertraut?

Zu Punkt 8: Ich kann gerade den IPCC Bericht nicht heraussuchen - bin mir aber sicher, dass es darin eine Aussage dazu gibt. Es ist wissenschaftlicher Konsenz, dass der Mensch Auswirkungen auf das Klima hat und sie nicht klein sind. So weit ich weiß gibt es nicht die Behauptung, dass es gar keine Auswirkung gibt. Aber auf das worauf wir keine Auswirkung haben, haben wir keine Auswirkung. Und am Ende fragt niemand mehr, warum genau der Planet ungemütlich wurde. Wenn die progonistizierten Szenarien eintreffen hilft es nicht mehr zu sagen, dass die Sonne auch schuld war. Man kann nur versuchen zu verhindern was man verhindern kann. Auf die Sonne, das Magnetfeld und den Neigungswinkel der Erde haben wir wenig Einfluss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.Januar 2023, 15:05:20
Aber grundsätzlich kann man nie davon ausgehen, dass man alles zu 100% verstanden hat.

Danke, dass du es ansprichst. Darauf wollte ich auch noch eingehen: Wissenschaft bzw. wissenschaftliche Erkenntnisse sind dynamisch, da neue wissenschaftliche Erkenntnisse alten widersprechen können. So gesehen, können 100% wissenschaftlich nie zugesichert werden, diese Erwartungshaltung darf man an Wissenschaft nicht haben. Wir haben das ja während der Pandemie erlebt, wie schnell sich Erkenntnisse überleben. Da hat man eigentlich mal sehr transparent und massenmedial mitbekommen, wie wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn funktioniert - zumindest ungefähr. Theoretisch könnte es also sein, dass morgen jemand einen Faktor entdeckt, der den Klimawandel natürlich und ohne den Einfluss des Menschen erklärt. Nur ist das sehr, sehr unwahrscheinlich. Bei wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es ja ein paar Grundprinzipien, die absichern sollen, dass eine Entdeckung kein Zufall ist, sondern solide. Dazu gehört beispielsweise die Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen. Wer dazu mehr wissen will, kann z. B. bei der DFG zum Thema "gute wissenschaftliche Praxis" nachlesen: https://www.dfg.de/foerderung/grundlagen_rahmenbedingungen/gwp/ (https://www.dfg.de/foerderung/grundlagen_rahmenbedingungen/gwp/)

Das Verlässliche an den IPCC-Berichten ist ja übrigens, dass diese eine Konsensfassung der Studienlage darstellen. Das, was dort steht, kann man als "wissenschaftlich gesichert" betrachten. Zum Thema steht im IPCC-Bericht von 2021:
"Es ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen das globale Klimasystem seit vorindustriellen Zeiten erwärmt hat. Kombiniert man die Beweisstücke aus dem gesamten Klimasystem, erhöht sich die Gewissheit, dass der beobachteten Klimawandel auf menschlichen Einfluss zurückgeht … Großräumige Indikatoren für den Klimawandel in Atmosphäre, Ozeanen, Eisvorkommen und an der Landoberfläche zeigen deutliche Reaktionen [des Klimas] auf den menschlichen Einfluss, die mit den Ergebnissen von Klimamodellen und dem physikalischem Verständnis übereinstimmen."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 12.Januar 2023, 22:07:02
Diese negative Sichtweise von EricValhalla und Signor Rossi, die kenne ich gut und die kann man eigentlich auch nur bekommen, wenn man die Nachrichten so verfolgt. Aber das liegt dann auch wiederum daran, dass negative Nachrichten a) mehr verfangen b) weil sie dies tun erst recht von den Medien eher und größer aufgenommen werden als Positives und c) in der heutigen Zeit wir einem Nachrichtendauerfeuer unterliegen können. Deswegen gibt es inzwischen von vielen den Ratschlag seinen Nachrichtenkonsum am Tag aufs Nötigste zu reduzieren, da einen das sonst psychisch in eine Negativspirale ziehen kann. Das stelle ich teilweise auch an mir selbst fest. Es gibt Zeiten da verfolge ich Nachrichten intensiver und weniger intensiv. Wenn ich dann mal zurückblicke komme ich, in den weniger intensiven Zeiten, irgendwie im Leben allgemein besser zu recht. Daher finde ich die Postividarstellung von DragonFox sehr schön.

Ich werde mich jetzt mal richtig in die Nesseln setzen und möchte einen Punkt von DeDaim aufgreifen. Den Klimawandel.
1. Leugnen kann man den Klimawandel bei Weitem wohl wirklich nicht mehr.
2. Das weitere was folgt, das sage ich ausdrücklich ohne die wissenschaftlichen Beweise dafür wirklich im Detail zu kennen. Daher ist das auch nur meine persönliche Meinung von der ich niemand anderes überzeugen will oder behaupte das diese richtig(er) ist.
3. Mir fällt es immer noch schwer zu begreifen, dass der heutige Klimawandel vom Menschen verursacht ist oder wie hoch der Anteil des Menschen ist. Insbesondere was den Anteil der allgemeinen Bevölkerung wiederum betrifft. Warum?
4. Wenn man in die Historie des Planeten schaut, findet man Beweise für bereits geschehene extreme Klimawandel. Es gab Eiszeiten, es gab Heißzeiten usw. Dies alles ohne den Menschen, ohne vom Menschen verursachtes CO2 und Weiteres. Generell hat der Planet sich extrem verändert. Ganze Erdteile sind gewandert und haben sich verschoben.
5. Die Geschichte des Planeten ist Millionen Jahre alt, die Geschichte des Menschen auf diesem Planeten ist unfassbar kurz, insbesondere die des modernen Menschen und seitdem er Dinge messen kann etc. Können wir Menschen also wirklich sicher sagen, dass wir in der kurzen Zeit zu 100% verstanden haben (wollen) wie dieser Planet und das Klima des Planeten gänzlich funktioniert?
6. Man liest immer mal wieder davon, dass sich das Magnetfeld der Erde abschwächt, dass sich die Neigung der Erdachse und somit der Stand zur Sonne verändert hat, die Sonnenaktivität schwankt und dies auch auf längeren Zyklen. Ist es komplett ausgeschlossen, dass etwas davon auch seinen Teil zum Klimawandel beiträgt? Wie groß wäre dieser Teil, vielleicht eben doch größer als der des Menschen, der des CO2 oder gar komplett?
7. Ich weiß Wetter ist nicht gleich Klima, aber Wetter über einen langen Zeitraum macht dann doch das Klima. Diesen Einleitungssatz schreibe ich, weil ich auf den Punkt der Wettermanipulation hinaus will. Es ist bewiesen, dass die Militärs dieser Erde schon seit Jahrzehnten die Wettermanipulation erforschen. Wer sagt denn, dass dies nicht doch bereits geschieht? Einzelfälle kommen immer mal in die Presse. Bei Olympia in Peking zur Eröffnungsfeier fällt mir da als Beispiel ein. Wer sagt also, dass die Regierungen und Militärs im Geheimen nicht doch schon längst dort eingreifen bzw. versuchen einzugreifen und was das zu Folge hat bzw. schon hatte? Denn wenn ich über Jahre/Jahrzehnte das tägliche Wetter verändere, verändere ich zwangsweise auch das Klima.
8. Für mich bleibt da (meiner Unwissenheit geschuldet) erstmal einfach zu viel offen um das erfassen zu können. Und ich betone nochmal, dass ich bisher keinen IPCC-Bericht oder eine wissenschaftliche Erklärung gelesen habe, warum der Klimawandel ausschließlich am CO2 liegt. Wenn es das gibt bzw. im IPCC-Bericht steht, gerne mich darauf hinweisen.
9. Btw. habe ich nichts dagegen, dass man CO2 einspart. Schaden wird es wohl nicht. Denn die neuesten Berichte zum Ozonloch belegen ja, dass der Mensch auch Dinge heilen kann, wenn die Ursache eindeutig gefunden wurde und behoben wird.

Ich betone nochmal, dass ich weder den Klimawandel leugne noch aktiv den Anteil des Menschen leugne. Gleichzeitig finde ich es ganz subjektiv aber halt immer noch schwer zu erfassen, dass dem so sein soll aus genannten Gründen. Daher will ich mit dem Post niemanden provozieren oder vom Gegenteil überzeugen, sondern nur meiner subjektiven Sichtweise Ausdruck verleihen und mich auch gerne auf konkrete Texte/Studien hinweisen lassen, wo erklärt wird warum alle anderen Faktoren (scheinbar) keine oder keine größere Rolle beim Klimawandel spielen, sondern in der Hauptrolle nur das CO2. Die grundsätzliche Erklärung warum das CO2 (scheinbar) eine Rolle spielt, die kenne ich, die brauche ich nicht.

PS: Ich hoffe wirklich, dass der Post jetzt keine polemische Diskussion o. ä. auslöst oder auch zu sehr off topic wird. Falls das droht zu geschehen, gerne bei Zeiten löschen oder auslagern.

Der Menschengemachte Klimawandel fällt dir schwer zu begreifen, aber eine Klimaveränderung durchs Militär ist plausibel?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Cologne88 am 13.Januar 2023, 11:08:11
Zunächst einmal vielen Dank an DeDaim und DragonFox für eure sachlichen Antworten und die beigesteuerten Links. Die werde ich mir in nächster Zeit mal zu Gemüte führen.

@Tim Wain: Ich sage nicht, dass das wahrscheinlicher ist oder ich da eher dran glaube. Aber dies wird bei der Forschung komplett außer Acht gelassen, da es "Wettermanipulation" offiziell ja gar nicht gibt. Womöglich gibt es sie ja auch wirklich nicht. Das hängt dann auch mit einem anderen Aspekt, der von euch Drei nun aufgefasst wurde, zusammen: Verloren gegangenes Vertrauen in Institutionen!

Das Wirtschaftsunternehmen schon immer in der Lage sind zu lügen und betrügen um ihre Kapitalinteressen zu schützen ist hinlänglich bekannt. Doch die Historie zeigt, dass auch Regierungen und auch unsere demokratischen Regierungen und ihre Geheimdienste in der westlichen Hemisphäre ebenso schon immer lügen und betrügen um Vorteile für sich (die Nation oder aber auch schlicht individuell) zu ermöglichen. Die Medien, insbesondere die privat finanzierten, sind davor auch nicht gefeit. Aber auch der ÖRR. Auch in den Medien entscheiden Leute zu welchen Themen überhaupt recherchiert wird und was veröffentlicht wird und auch eher wie. Und natürlich versuchen auch im ÖRR Politiker im Hintergrund Einfluss zu nehmen und Fäden zu ziehen. Dennoch sind wir von extremen Auswüchsen wie Gleichschaltung usw. noch weit entfernt. Manche Auswüchse der "Cancel Culture" oder "Sprachpolizei" sind aber schon bedenklich. So wie die ARD teilweise in der Berichterstattung zu Silvester rumgedruckst hat, statt die Fakten beim Namen zu nennen. Oder das man neuerdings nicht mehr "südländisch" sondern "westasiatisch" sagen sollte. In 10 Jahren darf ich dann nicht mehr "westasiatisch" sagen, sondern nur noch Mensch oder wie? Gerade bei Täterbeschreibungen sind markante äußerliche Unterscheidungsmerkmale aber doch wichtig und sind ganz nüchterne Täterbeschreibungen. Das heutzutage selbst dort Rassismus hineininterpretiert wird...

Mit der Einschränkung der "freien Meinungsäußerung" (mir fehlt eine bessere Wortwahl) in den sozialen Medien kann bei aller Berechtigung, auch großes Schindluder getrieben werden. Gerade aktuell wird wieder ein Beispiel auf Twitter bekannt, dass ein wissenschaftlich wahrer Tweet gesperrt wurde, nachdem ein Pfizer-Vorstand dafür lobbyiert hat. Dabei wird da gar nicht gegen den Impfstoff gehetzt, sondern schlicht der wissenschaftliche Fakt geschildert, dass eine natürliche Immunität nach einer Coronainfektion besser schützt als die Impfung und abschließend noch klar gesagt, das bisher Uninfizierte sich impfen lassen sollen. Ich zitiere Dr. Brett Giroir und seinen in 2021 gesperrten Tweet: "It's now clear #COVID19 natural immunity is superior to #vaccine immunity, by ALOT. There's no science justification for #vax proof if a person had prior infection. @CDCDirector and @POTUS must follow the science. If no previous infection? Get vaccinated!"

Eine dänische Journalistin, Matilde Kimer, schildert, dass sie im Ukrainekrieg vom ukrainischen Geheimdienst dazu genötigt werden sollte nur noch das zu berichten, was der Geheimdienst vorgibt. Sie sähen sonst in ihr eine prorussische Unterstützerin. Da sie sich weigerte, wurde ihr im Dezember die Akkreditierung für die Ukraine entzogen. Das Ganze geschah nachdem Russland ihr bereits im Sommer das Visum entzogen hatte und sie ausgewiesen hatte (sie war einige Jahre Korrespondentin des dänischen Rundfunk in Russland), da sie zu westlich über den Krieg berichtet. Der dänische Rundfunk stellt sich klar auf ihre Seite und sie ist sogar aktuell für Journalistenpreise nominiert.

Gibt genügend Dokus, auch im ÖRR und auf arte, die aufzeigen wie auch der Westen historisch aus purem Eigeninteresse illegal Umstürze herbeigeführt hat und dabei sogar entgegen der Menschenrechte gehandelt hat. Sondern es wurden schnöde Marionettendiktatoren installiert.

Aber ich schweife jetzt zu weit aus. Mein Tenor soll sein, wo man hinschaut wird gelogen, betrogen, versucht Einfluss zu nehmen auf legale und illegale Weise von allen verschiedenen Interessengruppen, national und international. Da fällt es mir inzwischen schon schwer auch "offiziellen" Verlautbarungen bedenkenlos zu vertrauen. Insbesondere wenn irgendwelche NGO's, Think Tanks, Clubs etc., wie bspw. der WEF und weitere, ihre Agenden veröffentlichen wie die Welt in 30, 40, 50 Jahren aussehen soll. Oder die Agenda 2030 der UN. Gleichzeitig wird dann noch beschrieben wie das "geframed" werden soll, damit die Bevölkerungen/Menschen diese Veränderungsprozesse mitgehen... da kann man schon ins Grübeln kommen, ob uns wirklich immer und überall die Wahrheit erzählt wird von offizieller Seite.

Das ist eben mein persönliches Dilemma, dass dieses Grundvertrauen in die Politik etc. inzwischen sehr angeknackst ist, aber auch nicht gänzlich verloren ist. Denn am Ende des Tages bin ich froh hier in Deutschland zu leben!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Januar 2023, 11:37:26
Diese negative Sichtweise von EricValhalla und Signor Rossi, die kenne ich gut und die kann man eigentlich auch nur bekommen, wenn man die Nachrichten so verfolgt.
Prinzipiell bin ich ein positiv denkender Mensch und ich verfalle jetzt auch nicht in Depressionen wg. Deutschlands Zustand, es wird schon irgendwie weitergehen, nur denke ich, dass Deutschland die besten Jahre hinter sich hat. Passend dazu auch diese Meinung: https://www.focus.de/finanzen/die-focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-zahlen-zahlen-zahlen-aber-alles-ist-kaputt-wir-sollten-in-den-steuer-streik-treten_id_182314327.html

Und wenn ich mir dann das Personal angucke, welches unsere Spitzenpolitik sein soll, dann habe ich wenig Hoffnung, dass das in den nächsten 10-20 Jahren besser wird.

Hinzu kommen die großen Bildungsprobleme, Deutschland hat nur sehr wenig Rohstoffe und Bodenschätze, man war immer abhängig davon, die besten Facharbeiter und Ingenieure auszubilden, um international wettbewerbsfähig zu sein. Jetzt werden die Anforderungen schon lange immer mehr abgesenkt, um möglichst vielen Abitur zu ermöglichen, in der Uni muss dann erstmal höhere Mathematik gelehrt werden...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 13.Januar 2023, 11:53:52
Zunächst einmal vielen Dank an DeDaim und DragonFox für eure sachlichen Antworten und die beigesteuerten Links. Die werde ich mir in nächster Zeit mal zu Gemüte führen.

@Tim Wain: Ich sage nicht, dass das wahrscheinlicher ist oder ich da eher dran glaube. Aber dies wird bei der Forschung komplett außer Acht gelassen, da es "Wettermanipulation" offiziell ja gar nicht gibt. Womöglich gibt es sie ja auch wirklich nicht. Das hängt dann auch mit einem anderen Aspekt, der von euch Drei nun aufgefasst wurde, zusammen: Verloren gegangenes Vertrauen in Institutionen!
Also mal vorausgesetzt, eine Wettermanipulation in großem Stile ginge, in diesem Zusammenhang verstehe ich das auch so, dass die Militärs die Urheber des Klimawandels sind, wer sind denn diese Militärs? Ist das der Westen oder arbeiten die hier alle zusammen? Wissen nur einzelne Militärapparate von dieser Technik, aber der Rest der Welt nicht mal ansatzweise (ich beziehe mich jetzt auf eine Manipulation in Bezug auf den Klimawandel und das abseits der wissenschaftlich anerkannten Wirkung der Treibhausgase. Dass lokal das Wetter durchaus beeinflusst werden kann ist ja bekannt)? Und die eigentlich noch viel grundlegendere Frage, was hätten die überhaupt davon?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Januar 2023, 13:18:07
Aber ich schweife jetzt zu weit aus. Mein Tenor soll sein, wo man hinschaut wird gelogen, betrogen, versucht Einfluss zu nehmen auf legale und illegale Weise von allen verschiedenen Interessengruppen, national und international. Da fällt es mir inzwischen schon schwer auch "offiziellen" Verlautbarungen bedenkenlos zu vertrauen. Insbesondere wenn irgendwelche NGO's, Think Tanks, Clubs etc., wie bspw. der WEF und weitere, ihre Agenden veröffentlichen wie die Welt in 30, 40, 50 Jahren aussehen soll. Oder die Agenda 2030 der UN. Gleichzeitig wird dann noch beschrieben wie das "geframed" werden soll, damit die Bevölkerungen/Menschen diese Veränderungsprozesse mitgehen... da kann man schon ins Grübeln kommen, ob uns wirklich immer und überall die Wahrheit erzählt wird von offizieller Seite.

Ich rate ab und zu mal wo anders hinzusehen. Es gibt genug Politker, Journalisten, Unternehmen, Institutionen, Vereine, Einrichtungen und Förderer die durchweg gute Arbeit machen und dabei nie negativ auffallen. Wobei ich mir dem Problem bewusst bin, dass "gute Arbeit" jeder anders definiert.

Was ist den eine offizielle Verlautbarung? Und was spricht dagegen, dass sich Gruppen von Menschen irgendwelche Gedanken machen? Sie binden dich damit an nichts. Nur weil der Think Tank der Pinke Zebrastreifen Aktivisten das Visionspapier aufstellen in dem sie schreiben, bis 2050 alle Zebrastreifen pink einzufärben, kann es sein, dass das für dich nie eine Auswirkung haben wird. Papier ist geduldig.
Inwiefern findest du das WEF und die Agenda 30 der Vereinten Nationen für vergleichbar und was kritisierst du an letzterem?
Was meinst du damit, dass beschrieben wird wie das geframed werden soll?

Grübeln ist super und hinterfragen auch. Mach ich gerade beides.  ;)
Ich stimme dir zu. Uns wird sehr wahrscheinlich und recht häufig nicht die Wahrheit gesagt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 13.Januar 2023, 17:38:03
Für mich schwingt da auch oft ein bisschen Verklärung dee Vergangenheit mit. Klar sind wir alle genervt von Corona, Krieg etc. Aber da sollte man nicht vergessen, dass das Dinge sind, für die unsere Politiker erstmal nichts können - und die ich erstmal nicht darum beneide, damit umgehen zu müssen. Vorallem weil die Bevölkerung gerne die sofortige perfekte Lösung hättte - ohne dass es etwaa kostet selbstverständlich! Ich glaube nicht, dass Politiker "früher" pauschal kompetenter, ehrlicher oder sonst besser waren, als heute.
Aber unser Land war noch nie so lebensfroh, bunt und liberal war jetzt - und das gefällt mir ausgesprochen gut. Ich persönlich lebe hundert mal lieber jetzt als in der "alten" Spießer-BRD. Und ich werde auch hundert mal lieber von Olaf Scholz (oder wenns sein muss sogar Merkel) regiert als von Helmut Kohl.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 13.Januar 2023, 18:59:58
Dabei hat Scholz doch das gleiche Talent wie Kohl sich an manche Dinge nicht erinnern zu können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.Januar 2023, 20:14:24
Eine kleine Remineszenz an die guten alten Zeiten. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fifagarefrekes am 14.Januar 2023, 10:59:15
Ja, absolut. Die Zeit dreht sich aber auch weiter. :P ;)

https://twitter.com/FabioDeMasi/status/1614166564386873344
https://taz.de/Verdraengung-in-Berlin-Kreuzberg/!5889000&s=fehrle/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fifagarefrekes am 14.Januar 2023, 11:38:33
Und ich werde auch hundert mal lieber von Olaf Scholz (oder wenns sein muss sogar Merkel) regiert als von Helmut Kohl.

Scholz klar viel besser.  ;D
https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/olaf-scholz-und-warburg-wann-kehrt-die-erinnerung-zurueck-li.301304
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.Januar 2023, 12:46:10
Ja, absolut. Die Zeit dreht sich aber auch weiter. :P ;)

https://twitter.com/FabioDeMasi/status/1614166564386873344
https://taz.de/Verdraengung-in-Berlin-Kreuzberg/!5889000&s=fehrle/

Ich verstehe die Aussage hinter den Links nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Gesprächsverlauf. Vielleicht gibt es auch kein Zusammenhang und du willst auf etwas Neues hinaus. Deswegen: Was willst du damit sagen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 14.Januar 2023, 14:36:23
Und ich werde auch hundert mal lieber von Olaf Scholz (oder wenns sein muss sogar Merkel) regiert als von Helmut Kohl.

Scholz klar viel besser.  ;D
https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/olaf-scholz-und-warburg-wann-kehrt-die-erinnerung-zurueck-li.301304
Das kann schon mal passieren, dass man sich so ein Jahr später nicht mehr erinnern kann!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fifagarefrekes am 15.Januar 2023, 11:37:46
Ja, absolut. Die Zeit dreht sich aber auch weiter. :P ;)

https://twitter.com/FabioDeMasi/status/1614166564386873344
https://taz.de/Verdraengung-in-Berlin-Kreuzberg/!5889000&s=fehrle/

Ich verstehe die Aussage hinter den Links nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Gesprächsverlauf. Vielleicht gibt es auch kein Zusammenhang und du willst auf etwas Neues hinaus. Deswegen: Was willst du damit sagen?

Ja, absolut zu abstrakt, mein Fehler. Schätze ja, dass du gewillt bist, unvoreingenommen an Politik heranzugehen, lese ich sehr gerne. Diese Einstellung würde ich gerne teilen, gelingt mir aber immer weniger. Gemeint war eigentlich, dass früher "konservativer" Beschiss heute eben nur "linker" Beschiss ist. Muss man nicht nachvollziehen, so recht plakativ aufgeworfen, nur meine Meinung.

https://twitter.com/LuigiPantisano/status/1614206902199517188

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 15.Januar 2023, 15:19:24
Ja, absolut. Die Zeit dreht sich aber auch weiter. :P ;)

https://twitter.com/FabioDeMasi/status/1614166564386873344
https://taz.de/Verdraengung-in-Berlin-Kreuzberg/!5889000&s=fehrle/

Ich verstehe die Aussage hinter den Links nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Gesprächsverlauf. Vielleicht gibt es auch kein Zusammenhang und du willst auf etwas Neues hinaus. Deswegen: Was willst du damit sagen?

Ja, absolut zu abstrakt, mein Fehler. Schätze ja, dass du gewillt bist, unvoreingenommen an Politik heranzugehen, lese ich sehr gerne. Diese Einstellung würde ich gerne teilen, gelingt mir aber immer weniger. Gemeint war eigentlich, dass früher "konservativer" Beschiss heute eben nur "linker" Beschiss ist. Muss man nicht nachvollziehen, so recht plakativ aufgeworfen, nur meine Meinung.

https://twitter.com/LuigiPantisano/status/1614206902199517188

Entschuldigung, dass ich hier einhaken muss: das ist Desinformation.
Hört bitte auf, irgendwelchen Twitterrotz ungeprüft zu verbreiten.
Bei der Abstimmung ging es um den vorgezogenen Braunkohleausstieg von 2038 auf 2030.
Eine Nein-Stimme der Grünen hätte also einen Ausstieg 2038 zur Folge gehabt, bei gleichbleibendem Abriss von Lützerath. Der wurde nämlich erst NACH dieser Abstimmung verhandelt. Lest bitte die Drucksachen. Dort kommt das Wort Lützerath genau ein mal vor.

https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung/?id=826

Danke und Bundesgartenciao.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fifagarefrekes am 15.Januar 2023, 16:59:36
Ja das stimmt so.
https://regionalheute.de/gruenen-parteitag-in-luetzerath-frage-gespalten-1665926705/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Januar 2023, 17:39:52
Ja, absolut. Die Zeit dreht sich aber auch weiter. :P ;)

https://twitter.com/FabioDeMasi/status/1614166564386873344
https://taz.de/Verdraengung-in-Berlin-Kreuzberg/!5889000&s=fehrle/

Ich verstehe die Aussage hinter den Links nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Gesprächsverlauf. Vielleicht gibt es auch kein Zusammenhang und du willst auf etwas Neues hinaus. Deswegen: Was willst du damit sagen?

Ja, absolut zu abstrakt, mein Fehler. Schätze ja, dass du gewillt bist, unvoreingenommen an Politik heranzugehen, lese ich sehr gerne. Diese Einstellung würde ich gerne teilen, gelingt mir aber immer weniger. Gemeint war eigentlich, dass früher "konservativer" Beschiss heute eben nur "linker" Beschiss ist. Muss man nicht nachvollziehen, so recht plakativ aufgeworfen, nur meine Meinung.

Ich denke, dass heute wie früher gleich beschissen wird. Da waren sie im Alten Rom nicht besser als im Mittelalter, nicht besser als zur Weimarer Republik, nicht besser als im Deutschland der Nachkriegszeit, nicht besser als heute. Über alle Spektren verteilt links rechts oben unten im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten.

Mit linken und konservativem Beschiss weiß ich nichts anzufangen. Ist links das Beispiel von dir und konservativ das mit den Masken bei der CDU? Bringt die Einteilung etwas? Gibt es dadurch besseren und schlechteren Beschiss? Beschiss ist doch einfach immer beschissen...
Zur Einteilung: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Mensch in seinem Handeln ambivalent und Opfer eines Dualismus ist. Er kann Porsche fahren und sich trotzdem fürs Klima einsetzen.  Die erste Tat macht die zweite Tat nicht falsch. Genau so muss ein Jugendlicher, der am Freitag fürs Klima demonstriert, nicht direkt nackt in eine Höhle sitzen und auf alles verzichten. So Argumente finde ich immer Quatsch und lenken vom Thema ab.
Im Alltag ist es oft schwierig unterbewusst strikt seinen Idealen zu folgen. Soll heißen: Es ist bekannt, dass sich der Mensch ordentlich die Bewertung seiner Handlung so hinbiegen kann, dass sein Handeln zwar seine eigentlich vertretenen Ideale verletzt, er aber mit seinem Gewissen darüber sehr gut im Reinen ist. Wir (alle Menschen) sind da recht gut drin und das Phänomen ist in der Psychologie schon lange bekannt und mit vielen Beispielen belegt.
Was ich damit meine: Ein Linker ist manchmal trotzdem links, obwohl er sich in bestimmten Momenten vielleicht nicht nach linken Idealen verhält. Genau so wie ein Nazi trotzdem Nazi sein kann, obwohl er nicht jedem Ausländer dem er auf der Straße begegnet offen feindlich gegenüber tritt (Ich weiß, polemisches Beispiel.)
Dazu kommt aber noch die Zeitspanne. Zeit vergeht und Menschen ändern sich. Ein Mensch der vor 15 Jahren mal einer Gesinnung war verhält sich heute vielleicht komplett anders und ist einfach nicht mehr dieser Gesinnung. Die 68er Generation ist hier ein Beispiel. Die Menschen aus der Bewegung werden heute oft als genau das dargestellt, was sie früher bekämpft haben.
Meistens ist das mit der Kategoriesierung gar nicht so einfach und fast alle Fälle sind nicht schwarz und weiß.


Zu dem Konkreten Fall mit diesem Haus:
Erstmal sehe ich da keinen Beschiss. Eine Eigentümergemeinschaft verkauft ein Haus. Klar. Das mit der Förderung ist so eine Sache. Und ich persönlich würde sagen, die wäre selten dämlich, wenn die daraus folgenden Pflichten nicht terminiert wären... Sie waren aber terminiert und lief 2017 aus. Die "Schuld" aus der Förderung wurde also komplett abgeglichen. Ob das jetzt ein cooler und wertvoller Deal war muss man den Senat aus den 90ern fragen. Die Eigentümergemeinschaft hat über den Vertrag hinaus aber keinerlei Verpflichtungen mehr... Hätte der Senat als Vorraussetzung eine Genossenschaft gefordert, wäre das nicht passiert. Im schlimmsten Fall haben wir hier also 'nur' harte Mieter, die sich im Rahmen des Gesetzes bewegen. Beschissen wird, soweit ich das sehe, niemand. Ob unser Mietsystem in Deutschland cool ist, ist eine andere Diskussion, auf die ich aber nochmal kurz zurück kommen werde.

Der Begriff "Beschiss" beginnt zu wakeln. Man kann sich noch darauf zurückziehen, dass hier die 'linken Ideale' beschissen werden. Klar, dass da die linke TAZ eine große Meldung drüber schreibt und die Kommentarspalte zeigt, dass das ankommt. "Wer vor 30 Jahren eine linke Eigentümergemeinschaft gegründet hat muss doch heute immer noch links sein! Und überhaupt. Was fällt denen ein in der freien Marktwirtschaft kapitalistisch zu agieren..."
Ich finde, dass man kein Anrecht auf das Ideal von anderen hat. Die können sich in 30 Jahren zu den ausbeuterischsten Kapitalisten überhaupt entwickelt haben und ihre Mieter bis zur Grenze auspressen. Mit Recht. Nicht schön, aber möglich. Nicht links, aber auch kein Beschiss.
Frage von oben: Vielleicht ist diese linke Eigentümergemeinschaft von 1993 heute einfach keine linke Eigentümergemeinschaft mehr?
Wenn das, was die Vermieter mit ihren Mietern machen, nicht im Rahmen des Rechts wäre, wäre das aufzudecken und eine Story wert. Wenn es im Rahmen ist und es lediglich darauf hinausläuft, dass die Geschichte der TAZ nicht gefällt, weil sie nicht links genug ist, dann hätte ich eher erwartet, dass sie das System kritisieren in dem sich die Vermierter (alle) so verhalten können, anstatt auf einen personenbezogenen "Rachefeldzug" gegen ein paar private Mieter zu starten, von denen sie es "anders erwartet hätten". Die Personen werden zwar nicht namentlich benannt... Es werden aber Hinweise gestreut, dass man sie mit etwas Recherche zum Teil ermitteln könnte. Dabei ist es völlig unrelevant, wer diese Personen sind.



Zu Lüzerath: Gerade weil das nicht einheitlich war und es massive Stimmen dagegen gab, ist es völlig in Ordnung, dass da Grüne auftreten. Die jungen Grünen waren eigentlich geschlossen dagegen und kritisieren heute noch die Entscheidung. Die verantwortlichen Treiber halten sich zu dem Thema sehr bedeckt. Ich habe in der Presse gelesen, dass die einzige Abgeordnete, die sich vor Ort beteiligt, Kathrin Henneberger sei. Das ist genau die eine Stimme, die sich bei der verlinkten Wahl enthalten hat.
Bei der Partei gilt das was ich oben geschrieben habe noch mehr. Jede Partei hat das "Problem", dass sie Strömungen hat die sie innerlich auseinander treibt und Gemeinsamkeiten hat, die sie verbindet. Deswegen stehen einzelne Aussagen von Politikern oft nicht stellvertretend für die ganze Partei. Ein Grüner Parteitag mit Streit und einer knappen Mehrheit resultiert in einem geschlossenen Auftreten im Bundestag. Finde ich ziemlich ok.

Lüzerath ingesamt ist wieder ein großes Symbol. Das haben wir jetzt noch 5 Tage in den Nachrichten. NRW zahlt ein paar Millionen für den Polizeieinsatz. Für die Gemeinschaft der Aktivisten ist es vielleicht positiv. Am Klima ändert sich absolut nichts. Es würde sich auch nichts ändern, wenn die paar Tonnen im Boden bleiben würden... Da ich aus Sicht grüner Politik den Deal um Lüzerath für ziemlich gelungen halte, schneiden sich die Aktivisten meiner Meinung nach ins eigene Fleisch und verlieren an dieser Stelle die Sache aus dem Auge. Der Hambacher Wald war ein ganz anderes Ding.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.Januar 2023, 18:03:50
Für mich ist das eine Sache der Glaubwürdigkeit.

Wenn ein linker Journalist in der Zeitung gegen die bösen Wohnungskonzerne wettert, sich privat aber auch nicht anders als diese Konzerne verhält, dann ist es mit der Glaubwürdigkeit nicht mehr weit her.

Wenn der grüne Politiker wegen des Klimawandels große Panik hat, aber trotzdem zum Eis essen nach Kalifornien fliegt, dann ist es mit der Glaubwürdigkeit nicht mehr weit her.

Wenn der konservative Politiker gegen Korruption wettert, sich selber aber die Taschen mit Maskendeals vollmacht, dann ist es mit der Glaubwürdigkeit nicht mehr weit her.

Wer beim Lebenslauf schummelt, für die Bank, die ihm einen Kredit gibt, ein Grußwort spricht oder wer von einem schweren Fall von Amnesie befallen wird, der hat auch ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Das alles ist nicht illegal, kostet aber massiv Vertrauen. Politikerpuppen am Galgen, "Lügenpresse", "Wir sind das Volk", zweistellige AfD- und Linke-Wahlergebnisse mittlerweile auch im Westen, das kommt ja nicht von ungefähr, sondern weil die Menschen enttäuscht sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Januar 2023, 18:30:56
Da gebe ich dir recht und die leidet darunter natürlich. Darauf bin ich nicht eingegangen. Ich sehe daran nur zwei Probleme.

Zum einen sollte das weitestgehend auf persönlicher individueller Ebene ablaufen:
Wenn der eine linke Journalist in der Zeitung gegen die bösen Wohnungskonzerne wettert, sich privat aber auch nicht anders als diese Konzerne verhält, dann ist es mit der Glaubwürdigkeit nicht mehr weit her.
Wenn der eine grüne Politiker wegen des Klimawandels große Panik hat, aber trotzdem zum Eis essen nach Kalifornien fliegt, dann ist es mit der Glaubwürdigkeit nicht mehr weit her.
Wenn der eine konservative Politiker gegen Korruption wettert, sich selber aber die Taschen mit Maskendeals vollmacht, dann ist es mit der Glaubwürdigkeit nicht mehr weit her.

Es sollte die eine Person ein Problem mit der Glaubwürdigkeit bekommen. Sie kann auch ihre Zeitung, ihre Partei oder was auch immer mit hineinziehen. Es ist auch nicht toll für die Insitutation, wenn so etwas mehrerern Individuen passiert. Schwierig wird für mich wenn es heißt "alle Journalisten" und "alle Politiker". Das heißt es aber leider viel zu oft.  In der Argumentation wird sich zu leicht Stereotypen bedient.


Das zweite und etwas größere Problem für mich ist, wenn das das einzige Argument dagegen ist.
Aussage: "Wir müssen weniger Auto fahren." Antwort: "Aber der fährt ja auch Auto."

Also, wenn die Frage der Glaubwürdigkeit die erste, schnellste und einzige Antwort in einer Debatte ist. Wenn sich stattdessen sehr früh auf die persönliche Glaubwürdigkeit zurückgezogen wird geht viel verloren. Man kann ja einfach mal ausdrücken, warum man die Aussage nicht mitgeht und was man in der Sache daran schlecht findet. Gibt ja genug Gründe... Aber die grundsätzlich Aussage, Meinung oder der Denkstanstoß können durchaus gut sein und wert einen Gedanken darüber zu verlieren. Unabhängig davon wer sie äußert.

Der Mörder findet Morden doof. Wait what?  ;)


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.Januar 2023, 19:02:51
Wenn der eine...
Dabei bleibt es aber oft nicht, da kann man noch viel mehr aufzählen, sicher bleiben es prinzipiell immer Einzelfälle, aber auch die geben am Ende ein Bild ab, besonders wenn die Partei, der diese Einzelfälle angehören, nichts unternimmt.

Zitat
Wenn sich stattdessen sehr früh auf die persönliche Glaubwürdigkeit zurückgezogen wird geht viel verloren.
Was geht denn verloren? Ich hätte gerne honorige Politiker, denen ich vertrauen kann, von denen ich weiß, dass sie ihre Macht tatsächlich zum Wohle des Volkes einsetzen. Dieses Vertrauen ging mir mit Kohls merkwürdigem "Ehrenwort" verloren und wurde bisher auch nicht wieder zurück gewonnen, im Gegenteil, wird es irgendwie immer schlimmer und Scholzens Erinnerungslücken machen es auf keinen Fall besser. Tut mir leid, ich verabscheue so etwas. Und nein, ich wähle weder AfD noch die Linke, sondern das imho kleinste Übel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Januar 2023, 19:26:04
Die Debatte geht verloren. Siehe FFF. "Die soll dann aber auch nicht in Urlaub fliegen und Handys abgeben." Siehe FPD (Lindner): "Der war doch selber mit seinem Unternehmen nicht erfolgreich. Was weiß der schon." Die Debatte geht im individuellen personenbezogenen Geplänkel unter. Egal wie schwerwiegend das nun ist.
Für mich stellt Lindners Unternehmespleite absolut überhaupt kein Argument für irgendwas dar, was er politisch tut. Aber ich sehe es oft genug als erstes und einziges ins Felde geführt.

Bei dem was du willst schließe ich mich an. Das hat dann aber auch nicht mit dem Beispiel mit diesem Haus mehr zu tun von dem ich kam. Ich gehe sogar noch weiter und sage, dass ich mir das nicht nur für Politiker wünsche. Wäre doch schön, wenn alle Menschen ihre Macht nicht nur fürs alleinige Wohl missbrauchen.  ;)
Wobei an der Stelle Macht Missbrauch und unglaubwürdiges Verhalten ein breites Spektrum sind... Porsche fahren und Klima predigen vs (zb) Korruption oder Steuerhinterziehung führt beides in die Unglaubwürdigkeit. Würde ich aber erheblich anders bewerten.

Das muss dir nicht leid tun und ich ging auch nicht davon aus, dass du links oder AFD wählst. Und selbst wenn... Das würde deinen Wunsch in meinen Augen nicht falsch machen.  ;)


Edit: Zum Punkt am Anfang. Und trotzdem ganz plakativ: Ein Steuerhinterzieher der das beste Steuersystem der Welt entwickelt mag unglaubwürdig sein und man kann ihn leicht diskreditieren. Aber das macht das Steuersystem nicht schlechter. Deswegen muss man nicht gleich Steuerhinterziehung dulden. Darauf wollte ich vorherigen Post eigentlich nur hinaus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 23.Januar 2023, 10:23:29
Land der Pfandflaschensammler*innen und Denker.

(https://i.imgur.com/7vkwACK.jpg)


Womit auch die Brücke zu manchem "Fachkräftemangel" geschlagen werde: Wer heute noch in bestimmten betroffenen Branchen FREWILLIG eine Ausbildung macht, muss entweder dafür so unvernünftig brennen wie für die erste Liebe. Oder schlicht bescheuert sein.

Aber der Bedarf an echter (Finanzierungs-)Reform scheint weiterhin so mittelmäßig ausgeprägt. Selbst wenn die FDP sich mit ihrer "Aktienrente" wirklich durchgesetzt hätte (die sie von den Schweden geklaut hatte): Auch das wäre ein Tropfen auf den seit Jahren heiß gelaufenen Finanzierungsstein gewesen. Wie gesagt: Nachhaltigkeitsampeln braucht es LÄNGSTENS auch für Politik. Weil Parteien letztlich auch nur Unternehmen sind, die um Kunden (Wähler) werben. Jeweils zulasten folgender (Rentner-)Generationen.

#ampelnfürdieampel
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.März 2023, 08:27:58
Eine Studie aktuelle Studie errechnet 280 bis 900 Milliarden Euro Folgekosten durch den Klimawandel (https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-03/bundeswirtschaftsministerium-klimakrise-folgekosten-deutschland-studie) bis 2050 allein in Deutschland. Und die Partei, deren Name nicht zu oft genannt werden darf (:P), hält es für eine gute Idee, sich gegen das Verbrenner-Verbot ab 2035 zu stemmen. Weil man könnte ja mit eFuels tanken. Deren Produktion in den benötigten Mengen aktuell nicht wirklich in Aussicht ist und Unmengen an Strom verbraucht. Kapazitäten, die man besser für klimaneutrales Fliegen und Schiffsverkehr einplanen sollte. Also, was passiert mit Verbrenner-Neuzulassungen nach 2035, wenn nicht genügend eFuels produziert werden können? Was tanken die? Kann man den Herren Lindner und Wissing ja nochmal in einer ruhigen Minute erklären.

Ganz ehrlich, ich verstehe das nicht. Die FDP leistet in einer insgesamt soliden Bundesregierung (würde sagen, Kritik und Lob halten sich einigermaßen die Waage) ihren Beitrag. Ich verstehe auch, dass die Parteiführung Angst hat, dass dieser Beitrag in der Bevölkerung nicht ausreichend gewürdigt wird. Also versucht man, sich zu profilieren. So weit, so verständlich. Aber warum geschieht das so oft im negativen Sinne? Warum wird so oft öffentlich quer geschossen (was mich übrigens auch bei den Grünen in Sachen Panzerlieferung genervt hat)? Warum verkämpft man sich bei manchen Themen so? Das Ergebnis ist doch nur wieder, dass die FDP als Bremser in der Regierung wahrgenommen wird, was die nächste Wahlschlappe zur Folge hat. Schade eigentlich, dass es der Partei nicht gelingt, sich über ihre positiven Beiträge zur Regierungsarbeit zu profilieren.

Aber, um zum Eingang zurück zu kommen: Es zeigt sich wieder einmal, dass effektiver Klimaschutz mit entsprechenden Investitionen auch ökonomisch sinnvoller wäre, als jetzt jeden Cent dafür umzudrehen aus Angst, wirtschaftlich abgehängt zu werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.März 2023, 08:48:23
Als ob sich der Klimawandel durch ein Zulassungsverbot von neuen Verbrennerautos aufhalten oder auch nur verlangsamen ließe. Besser fängt man schonmal an zu sparen, um die  280 bis 900 Milliarden Euro Folgekosten durch den Klimawandel bezahlen zu können, ca. 200 Mrd haben wir ja schon für eine ähnlich nutzlose Energiewende bezahlt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.März 2023, 09:25:05
Stimmt, scheißen wir einfach auf den CO2-Emissionsanteil von 29% für die der Straßenverkehr in der EU verantwortlich ist, das holen wir wo anders locker wieder rein. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.März 2023, 16:24:17
Stimmt, scheißen wir einfach auf den CO2-Emissionsanteil von 29% für die der Straßenverkehr in der EU verantwortlich ist, das holen wir wo anders locker wieder rein. ::)
O0
Füllen wir diesen unsachlichen Rant einfach mal mit ein paar Fakten.
Fazit: Der Klimawandel lässt sich durch ein Zulassungsverbot von neuen Verbrennerautos in der EU weder aufhalten noch verlangsamen. Aber klar, schikanieren wir die wichtigste Industrie in der EU einfach mal noch ein bisschen mehr, wird schon klappen mit dem Wohlstand des Weniger.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Towelie am 06.März 2023, 17:11:33
Der FDP geht's nach der Schlappe bei der Berlin-Wahl einfach darum, Wähler zurückzugewinnen. Da kommt dieses Thema gerade recht. Kann man ihnen ja auch nicht verübeln, sie sind nun man Teil der Regierung und in einigen Punkten sehr konträr zu Rot-Grün.

Ich würde mich übrigens persönlich allein schon wegen des Lärms über weniger Verbrenner freuen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.März 2023, 17:35:10
Stimmt, scheißen wir einfach auf den CO2-Emissionsanteil von 29% für die der Straßenverkehr in der EU verantwortlich ist, das holen wir wo anders locker wieder rein. ::)
O0
Füllen wir diesen unsachlichen Rant einfach mal mit ein paar Fakten.
  • Der CO2-Ausstoss des EU-Straßenverkehrs betrug 2020 682 Mio to. Quelle: https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Umwelt-Energie/CO2_Strassenverkehr.html (https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Umwelt-Energie/CO2_Strassenverkehr.html)
  • Davon entfallen 61% auf PKW und Motorräder und 11% auf leichte Nutzfahrzeuge, also 491 Mio to CO2, ein Verbrennerverbot für LKW und Busse kommt frühestens 2040, ist also nicht Gegenstand der Diskussion. Quelle: wie vor.
  • Bereits zugelassene PKW, Motorräder und leichte Nutzfahrzeuge sind von dem Verbot nicht betroffen, zu suggerieren ("scheißen wir einfach auf"), dass sämtlicher CO2-Ausstoss aus dem Straßenverkehr in der EU in Jahr 2035 verschwinden würde, ist polemisch. Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-02/eu-parlament-zustimmung-verbrenner-aus-2035 (https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-02/eu-parlament-zustimmung-verbrenner-aus-2035)
  • In der EU wurden im Jahr 2022 9,3 Mio PKW zugelassen, unterstellen wir einfach mal, das wären alles Verbrenner gewesen, dazu kommen ca. 2 Mio leichte Nutzfahrzeuge (2021). Neue PKW dürfen in der EU max. 95g CO2 pro km ausstoßen, die durchschnittliche Jahresfahrleistung beträgt ca. 13.300km. Neue leichte Nutzfahrzeuge dürfen in der EU max. 147g CO2 pro km ausstoßen, die durchschnittliche Jahresfahrleistung beträgt ca. 21.300 km. Durch ein Verbrennerverbot würden also Stand heute ca. 18 (11,7 + 6,3) Mio to CO2 pro Jahr eingespart.
    Quellen:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1197724/umfrage/pkw-neuzulassungen-in-der-eu/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1197724/umfrage/pkw-neuzulassungen-in-der-eu/)
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/287825/umfrage/anzahl-der-verkaeufe-von-leichten-nutzfahrzeugen-in-europa/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/287825/umfrage/anzahl-der-verkaeufe-von-leichten-nutzfahrzeugen-in-europa/)
    https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/fit-for-55-emissions-cars-and-vans/ (https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/fit-for-55-emissions-cars-and-vans/)
    https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftverkehr/VerkehrKilometer/vk_inlaenderfahrleistung/2020/2020_vk_kurzbericht.html (https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftverkehr/VerkehrKilometer/vk_inlaenderfahrleistung/2020/2020_vk_kurzbericht.html)
    https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00054523/5850010179004_korr24032020.pdf (https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00054523/5850010179004_korr24032020.pdf)
  • Die Menschheit emittiert pro Jahr 38.000 Mio to CO2, die jährliche Einsparung durch ein Verbrennerverbot in der EU beträgt also gerade mal 0,047%. Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/umwelt-energie/umwelt/G20_CO2.html (https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/umwelt-energie/umwelt/G20_CO2.html)
Fazit: Der Klimawandel lässt sich durch ein Zulassungsverbot von neuen Verbrennerautos in der EU weder aufhalten noch verlangsamen. Aber klar, schikanieren wir die wichtigste Industrie in der EU einfach mal noch ein bisschen mehr, wird schon klappen mit dem Wohlstand des Weniger.
Nehme jetzt einfach mal deine Zahlen:
Du vergisst, dass ein Auto länger als 1 Jahr fährt und auch nach dem ersten Jahr noch CO2 produziert. Also:
11,75 Tonnen im ersten Jahr.
11,75 Tonnen im zweiten Jahr, plus die 11,75 Tonnen der Autos, die im zweiten Jahr zugelassenen wurden.
11,75 Tonnen im dritten Jahr, plus 11,75 Tonnen der Autos, die im zweiten Jahr zugelassen wurden, plus die Autos die im dritten Jahr zugelassen wurden.
Und so weiter...

Ein KFZ fährt im Durchschnitt 11,3 Jahre lang herum. https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/Fahrzeugalter/2021/2021_b_kurzbericht_fz_alter_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/Fahrzeugalter/2021/2021_b_kurzbericht_fz_alter_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=2) (Da steckt etwas Ungenauigkeit drin, weil du von 2 KFZ Typen sprichst und die Zahl alles erfasst. Das ändert aber nicht mehr so viel am Ergebnis.)

Macht also über 11 Jahre 1.134 Millionen Tonnen statt 11*18 = 198 Millionen Tonnen. Im Jahresdurchschnitt zurückgerechnet 103 Millionen Tonnen.

Das macht aus Punkt 5 dann 0,27% statt 0,047%.

Inhaltlich will ich zur Sache gar nichts groß beitragen. Mir gehts nur um die Mathematik. Man möge mich korrigieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.März 2023, 17:38:19
Der FDP geht's nach der Schlappe bei der Berlin-Wahl einfach darum, Wähler zurückzugewinnen.
Ob sich die FDP damit einen Gefallen tut ist zweifelhaft. Das Thema wird maximal moralisch überhöht, jeder der gegen sinnlosen CO2-Aktionismus ist, wird ja als Klimafeind hingestellt, dem das Überleben der Menschheit egal ist. Alles was wir hier einsparen, wird in China aus dem Schornstein und Auspuff wieder rausgejagt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.März 2023, 17:41:35
Das macht aus Punkt 5 dann 0,27% statt 0,047%.
Wenn du den Ausstoß der Autos über 11 Jahre hinweg addierst, müsstest du aber doch auch den Gesamtausstoß in diesen 11 Jahre addieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.März 2023, 17:46:24
Das macht aus Punkt 5 dann 0,27% statt 0,047%.
Wenn du den Ausstoß der Autos über 11 Jahre hinweg addierst, müsstest du aber doch auch den Gesamtausstoß in diesen 11 Jahre addieren.
Ich habe die Prozent mit dem Durchschnitt über die 11 Jahre gerechnet und dadurch KFZ verbrauch pro Jahr dem Gesamtverbauch pro Jahr gegenübergestellt.

Also 1.134 Millionen Tonnen in 11 Jahren sind im Schnitt 1134 / 11 = 103 Millionen Tonnen pro Jahr. Gesamtverbrauch sind 38.000 Millionen Tonnen pro Jahr. Also 103 / 38000 * 100 = 0,27%
Aber auch wenn den Gesamtverbrauch pro Jahr zuerst auf 11 Jahre rechnet und die addierten Werte vom KFZ Verbrauch hernimmt, rechnet man dann eben 1134 / (38000*11) * 100 und bekommt auch 0,27% heraus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.März 2023, 17:51:49
Ok, alles klar. 0,27% machen den Braten nur auch nicht fett.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.März 2023, 19:38:23
Füllen wir diesen unsachlichen Rant einfach mal mit ein paar Fakten.

Wer die Energiewende als nutzlos bezeichnet, sollte sich über eine unsachliche Antwort nicht wundern. ;) Bei ineffizient hätte ich dir übrigens absolut zugestimmt. Und ein Rant von mir sähe anders aus. War einfach ein genervter Kommentar.

Jedenfalls: Vielen Dank für die Zahlen (die ich mir natürlich auch angeschaut hatte) und auch an DragonFox fürs Nachrechnen. Du gehst bei der Rechnung aber auch davon aus, dass die Verbrenner-Neuzulassungen konstant bleiben und zwar unabhängig davon, ob ein Verbrennerverbot kommt oder nicht. Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass ein solches Verbot eine prophylaktische Wirkung entfalten und mit Näherrücken des Zulassungsverbots den Verbrenner-Absatz stärker drücken würde als das auf natürlichem Wege geschehen würde (der Anteil der E-Autos steigt ja, nur zu langsam). Aber im Kern des Ganzen steckt doch die Frage, wie man den Straßenverkehr effizient defossilisiert. Synthetische Kraftstoffe können hier nicht die Antwort sein, hatte ich ja in meinem Ausgangspost auch schon geschrieben (auch hier im Handelsblatt (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/verbrenner-verbot-sind-e-fuels-eine-saubere-alternative-fuer-autos-nein-sagt-die-wissenschaft/28412514.html) nochmal nachzulesen). Also muss der Straßenverkehr elektrifiziert werden. Das kann man über Kaufanreize für E-Autos tun (die besser sein könnten, als momentan) und/oder mit Maßnahmen, die Verbrenner unattraktiv werden lassen. Zu letzteren gehört auch ein Verbot. Man kann jetzt natürlich darüber diskutieren, ob das der beste Weg ist. Man kann auch darüber sprechen, ob 2035 nicht sogar schon viel zu spät ist (https://www.welt.de/motor/news/article231411749/Verbrenner-Verbot-wirkt-nach-20-Jahren-Emissions-Studie.html), um eine sinnvolle Klimaschutz-Wirkung zu entfalten. Was man meiner Meinung nach nicht tun sollte, ist Kleinrechnerei, um dann wieder damit zu Argumentieren, dass das doch nichts bringt und am besten noch das China-Totschlagargument bringen. Denn dann geht im Klimaschutz wirklich gar nichts voran.

Daher mal ganz konkret gefragt, Signor Rossi: Ab wie viel Prozent Emissionsanteil, sollte man deiner Meinung nach Maßnahmen ergreifen? Und was ist die Referenzgröße (national, kontinental, global)? Es ist schon klar, dass die internationalen Abkommen noch nicht bindend genug sind und große Player wie China mehr tun müssen (wobei die sich ja auch bewegen, langsam zwar, aber immerhin). Nur entbindet einen das von der jeweiligen lokalen Verantwortung, die eigenen Klimaziele zu erreichen? Das würde ich vehement verneinen und deshalb gilt es aus meiner Sicht, jede Maßnahme (mit Sinn und Verstand) in Betracht zu ziehen, die nachweislich CO2 einspart. Insbesondere, wenn sie vergleichsweise einfach umzusetzen ist.

Aber klar, schikanieren wir die wichtigste Industrie in der EU einfach mal noch ein bisschen mehr, wird schon klappen mit dem Wohlstand des Weniger.
Wo genau wird die Autoindustrie denn schikaniert? Wohlgemerkt jene Autoindustrie, bei der man sowohl letztes als auch vorletztes Jahr von Rekordgewinnen lesen durfte. Wohlstandserhaltung geht nur mit Klimaschutz und nicht dagegen.

P.S.: Dass ein Verbrenner-Verbot für dich relativ wenig Wirkung zeigt, heißt doch im Umkehrschluss, dass die FDP sich hier tatsächlich bei einem randständigen Thema unnötig verkämpft, anstatt am großen Rad zu drehen, oder nicht?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 06.März 2023, 21:58:25
Die FDP leistet in einer insgesamt soliden Bundesregierung (würde sagen, Kritik und Lob halten sich einigermaßen die Waage) ihren Beitrag.
In welchen Bereichen bist du denn mit der Regierung zufrieden?

ich bin ja im Großen und Ganzen mit der Ampel nicht so recht zufrieden. Es mag sein, dass die Messlatte im Vergleich recht tief liegt, aber wenn man sich mal so ansieht,

Damit man (also primär die Industrie) genug Gas hat,
- ist man beim Saudi betteln gegangen. Scheiß auf Menschenrechte
- ist man einen europäischen Alleingang gegangen
- hat man das dreckigste LNG-Schiff in die Nordsee gestellt
- viel zu viel LNG-Kapazität aufgebaut mit langfristigen Verträgen.

Was ist im Klimaschutz generell vorangegangen? Bei LNG war man schnell, der Bau von Windräder ist im Vergleich zum letzten GroKo-Jahr zurückgegangen.

Die Entlastungspakete sind handwerklich schlecht gemacht, landen in den falschen Händen, sind aus Klimasicht wenig förderlich oder ohne Konzept. Für das 9€-Ticket gibt es etwa wimre immer noch kein sicheres Anschlusskonzept.

Entgegen vorheriger Ankündigung kann man sich für die EU schon wieder nicht ein Konzept einigen (neuer Vorstoß von Wissing)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.März 2023, 00:15:28
Ich sehe das mit geteilter Meinung.

Klar kann man Habeck vorwerfen, dass er keinen schönen Weg geht. Ich finde es allerdings auch wiederum ein Stück, dass er nicht auf rein grüne Politik beharrt sondern pragmatisch macht was getan werden muss. Die Einzige Diskussion war die Sache mit den KKW. Man sollte bei den Themen beachten was die Alternative ist. Kein Gas aus Russland und auch sonst... kein Gas? Irgendwo muss es eingekauft werden. Was wäre den passiert, wenn im vergangenen Winter die Speicher wirklich leer gewesen wären und was ist stattdessen passiert? Die reale Bedrohung eines Versorungsproblems wurde abgewendet. Das kann man der Regierung schon anrechnen. (Das hätten andere Farben aber auch gekonnt.)
Man kann aber auch sicher sein, dass, wenn der Krieg nicht wäre, wir immer noch Gas aus Russland beziehen würden. Etwas, was jede Regierung, spätestens seit 2014, zumindest mal am Rande hätte hinterfragen können. Besetzung der Krim. Besetzung des Donbass. Muss die starke Abhängigkeit sein? Der jetzigen Regierung wurde es einfach abgenommen und aufgezwungen.

Denn Alleingang habe ich mit gemischten Gefühlen gesehen. Ich konnte die Argumente der europäischen Nachbarn nachvollziehen. Ich fand aber auch die Einschätzung von Lindern nicht verkehrt, dass die Hilfe einem Land wie Deutschland angemessen ist. Die Frage ist doch jetzt, ein Jahr danach, ob es wirklich zu der befürchteten Verzerrung am Binnenmarkt kam. Weißt du dazu etwas?

LNG bin ich mir auch unsicher. Auch hier frage ich mich nach der Alternative, weil es etwas nach "Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass" klingt. Das Gas kam bisher aus einem Rohr aus Russland. Aus dem Rohr kommt kein Gas mehr. Wir brauchen immer noch Gas. Woher soll das Gas plötzlich kommen? Wenn es wirklich mal so kommt, das die Infrastruktur für grünen Wasserstoff verwendet wird, finde ich die Idee zu investieren nicht falsch. Wo ich dir recht gebe: Es ist interessant zu sehen, wie schnell es gehen kann solche Projekte durchzuziehen und wie langsam im Vergleich andere Dinge passieren.
Zur Kapazität weiß ich nichts.

Den Ausbau 2022, im Jahr der Krise, mit steigenden Baukosten und Zinsen und so weiter, mit einem Jahr davor zu vergleichen halte ich nicht für fair. Zumal das "Wind-an-Land-Gesetz" erst im Juni 2022 verabschiedet wurde und erst vor etwas 5 Wochen in Kraft trat. Wenn sich herausstellt, dass das Gesetz nichts taugt ist Kritik angemessen.

Bei den Entlastungspaketen gebe ich dir Recht. Vor allem der Tankrabatt hat mich enttäuscht. Die Auszahlungen für die Studierenden ist furchtbar. Arbeitende und Renter hat einigermaßen funktioniert. Aber zum Teil etwas zu spät. Hier war meiner Meinung nach ein großer Knackpunkt die Digitalisierung und der fehlende Weg der Auszahlungen. Machen wir es kurz: Wir können es wohl einfach nicht. Egal ob Groko oder welche Farbe. Das bekommt wohl niemand hin. Das soll die Ampel nicht entschuldigen. Sie sind alle misserabel.

Fürs 9 Euro Ticket gibt es das 49 Euro Ticket. Start ist im Mai. Außerdem gibt es ein günstigeres Jobticket. Es gibt Stimmen die sagen, dass es zu teuer ist. Ich finde ja, dass es schon ein großer Schritt ist überhaupt ein einheitliches landesweites Ticketsystem auszurollen. Hätte ich aus dem obigen Grund nicht zugetraut.


Das mit der EU stört mich auch... Das man sich bereits im Oktober geeinigt hatte und jetzt blockiert ist Politik in Reinform und nicht schön anzusehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.März 2023, 00:47:41
Der FDP geht's nach der Schlappe bei der Berlin-Wahl einfach darum, Wähler zurückzugewinnen.
Ob sich die FDP damit einen Gefallen tut ist zweifelhaft. Das Thema wird maximal moralisch überhöht, jeder der gegen sinnlosen CO2-Aktionismus ist, wird ja als Klimafeind hingestellt, dem das Überleben der Menschheit egal ist. Alles was wir hier einsparen, wird in China aus dem Schornstein und Auspuff wieder rausgejagt.
Die Positionen in den Umfragen sind immer Hauch dünn beieinander. Von letztens habe ich im Kopf, dass Für und Dagegen bei 42,3 und 42,8 lag. Das Thema spaltet und eine kleine Partei wie die FDP kann mit jeder Positionierung gewinnen.

Die einen stellen die Anderen als Klimafeinde da. Die Anderen werfen den Einen sinnlosen Aktionimus vor. Das ist doch das schöne an der Politik.  ;)

 Ich finde den Grundgedanken der FDP nicht schlecht zu sagen, dass man keine Vorschrift für Technologien machen sollte, deren Einsatz noch gar nicht absehbar ist. Wer weiß, wie sich E-Fuels in den nächsten 12 Jahren entwickeln, wenn es die Aussicht gibt, dass sie genutzt werden können.
Es sieht zwar auf politischer Bühne nicht schön aus und es ist schade, dass sich Deutschland ingesamt in Europa oft enthalten muss, weil sich die Ampel uneinig ist. Aber wenn Wissing eine Hintertür rein bekommt und Deutschland dann zustimmt, finde ich das politisch gelungen. Auch wenns nicht schön aussieht - politisch war es geschickt zu warten, weil er im November den Hebel noch nicht hatte und nicht auf den Kompromiss verweisen konnte, der damals erst ausgehandelt wurde.
Ich würde mich freuen, wenn das Aus für die Verbrenner kommt und die E-Fuels aber als Option offen sind, falls sie sich den Elektromotoren im Wirkungsgrad angleichen. Gleichzeitig weiß ich aber, dass das realitätsfremd ist, weil die Industrie Planungssicherheit braucht.
Wenn E-Fuels aber weiter bei bescheidenem Wirkungsgrad und Herstellungskosten bleiben, wird das den Verbrenner auch nicht retten. Nur, dann hat es am Ende die Forschung und der Markt entschieden. Die einzige Vorraussetzung wäre, dass E-Fuel komplett grün hergestellt werden müsste.

Immerhin lacht Europa mal über Deutschland. Und da heißt es immer, wir haben kein Humor.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.März 2023, 06:54:51
@Tim: Ergänzend zu dem, was DragonFox geschrieben hat, finde ich im Nachhinein auch das Vorgehen in Sachen Panzerlieferung gut. Scholz hat sich da durchgesetzt und sein Weg des abgestimmten Vorgehens mag unbefriedigend sein, aber aus meiner Sicht richtig. Was das für eine Luftnummer von den anderen Staaten war, die Druck gemacht haben, sieht man ja jetzt.

Was ich bei der Ampel übrigens ganz schlimm finde, ist die Kommunikation.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.März 2023, 10:31:32
Wer die Energiewende als nutzlos bezeichnet, sollte sich über eine unsachliche Antwort nicht wundern.
Die deutsche Energiewende ist in Sachen Klimawandel auch nutzlos, aber weil wir ja auch etwas tun müssen, tun wir das, zu größtmöglichen Kosten für die Bürger. "Kugel Eis", am Arsch.

Zitat
Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass ein solches Verbot eine prophylaktische Wirkung entfalten und mit Näherrücken des Zulassungsverbots den Verbrenner-Absatz stärker drücken würde als das auf natürlichem Wege geschehen würde (der Anteil der E-Autos steigt ja, nur zu langsam).
Ich vermute eher, dass das Gegenteil eintreffen wird und sich die Leute noch ein letztes Mal mit Verbrennern eindecken werden. Das kommt aber auch darauf an, wie die Kosten der jeweiligen Antriebstechniken aussehen.

Zitat
Aber im Kern des Ganzen steckt doch die Frage, wie man den Straßenverkehr effizient defossilisiert.
Effizient für wen?

Zitat
Man kann auch darüber sprechen, ob 2035 nicht sogar schon viel zu spät ist (https://www.welt.de/motor/news/article231411749/Verbrenner-Verbot-wirkt-nach-20-Jahren-Emissions-Studie.html), um eine sinnvolle Klimaschutz-Wirkung zu entfalten.
Ich hatte gerade ausgerechnet, wie winzig der Beitrag des Verbrennerverbotes in der EU am jährlichen weltweiten CO2-Aufkommen ist, selbst ein kompletter Wegfall des Verbrenneranteils wird NULL Klimaschutz-Wirkung entfalten.

Zitat
Was man meiner Meinung nach nicht tun sollte, ist Kleinrechnerei...
Man muss die Realität sehen. Sollten wir unseren Beitrag leisten? Ja. Schützen oder retten wir damit das Klima? Nein.

Zitat
...und am besten noch das China-Totschlagargument bringen.
Auch das ist Realität, China wird erst im Jahr 2060 klimaneutral sein, wenn überhaupt und wir wissen ja, wie vertrauenswürdig Autokraten und Diktatoren sind. Bis 2030 wollen die ihren CO2-Ausstoss sogar noch steigern, weil sie ja angeblich ein Entwicklungsland sind, während wir uns komplett ohne Nutzen und Effekt einschränken, unsere Wirtschaft drangsalieren und unseren Wohlstand aufs Spiel setzen. Supertoller Klimaschutz, echt. Nicht.

Zitat
Denn dann geht im Klimaschutz wirklich gar nichts voran.
Wird es sowieso nicht. China, Russland, Indien, USA, da entscheidet es sich und bei allen diesen Ländern sieht es nicht danach aus, als würden sie sich so krass wie die EU auf diesen Pfad begeben. Am ehesten ist das noch in den USA der Fall, aber die kommen auch von ganz weit oben, deren Weg in die Klimaneutralität ist deutlich weiter und schwieriger als unserer.

Zitat
Und was ist die Referenzgröße (national, kontinental, global)?
Der Klimawandel lässt sich nur global aufhalten oder verlangsamen. Klar, es mag sein, dass der Klimawandel langsamer abläuft, wenn sich alle Staaten außer China einschränken, nur haben wir dann eine chinesische Weltherrschaft, das kann man auch nicht für seine Kinder und Enkel wollen.

Zitat
Es ist schon klar, dass die internationalen Abkommen noch nicht bindend genug sind und große Player wie China mehr tun müssen (wobei die sich ja auch bewegen, langsam zwar, aber immerhin).
Ja, China investiert in EE, aber noch mehr investiert es in billige Stromerzeugung:

Ausbau beschleunigt
China setzt massiv auf Kohlekraftwerke
Stand: 27.02.2023 12:33 Uhr
Kohle statt grüner Energie: Trotz globaler Bemühungen, Treibhausgase zu reduzieren, baut China laut einer Studie verstärkt Kohlekraftwerke. Forschende sprechen von einer "außergewöhnlichen" Geschwindigkeit bei der Umsetzung. China hat im vergangenen Jahr den Bau neuer Kohlekraftwerke massiv vorangetrieben. ... Die chinesischen Behörden genehmigten demnach den Bau neuer Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 106 Gigawatt
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-ausbau-kohlekraftwerke-101.html

Super, alles - und noch viel mehr - was wir hier unter größten Kosten und mit Schmerzen für die Bürger einsparen, wird in China wieder verballert. Pro GW installierter Leistung werden ca. 6,3 Mio to CO2 ausgestoßen (https://www.gem.wiki/Estimating_carbon_dioxide_emissions_from_coal_plants), bei 106 GW reden wir also von 667,8 Mio to CO2 Ausstoß. Das ist fast so viel, wie Deutschland insgesamt emittiert und das nur aus Neubauten von Kohlekraftwerken aus einem Jahr. Aber wir sollen hier das Klima retten, sorry, das ist doch echt nicht mehr normal.

Zitat
Nur entbindet einen das von der jeweiligen lokalen Verantwortung, die eigenen Klimaziele zu erreichen?
Doch, das tut es prinzipiell, ein globales Problem lässt sich nicht lokal lösen, besonders dann nicht, wenn die größten CO2-Verschmutzer nicht im gleichen Takt mitziehen sondern im Gegenteil immer mehr CO2 ausstoßen.

Zitat
Das würde ich vehement verneinen und deshalb gilt es aus meiner Sicht, jede Maßnahme (mit Sinn und Verstand) in Betracht zu ziehen, die nachweislich CO2 einspart.
Auch wenn diese Maßnahmen keinen Nutzen haben und am Problem nichts ändern? Das halte ich für wenig sinnvolles Verhalten.

Entweder einigt man sich in der G20 sehr, sehr schnell und sehr, sehr verbindlich darauf, den CO2-Ausstoss weltweit sehr schnell auf Null zu reduzieren oder das Ding ist gelaufen und der Klimawandel schlägt voll durch. Dem größten CO2-Verschmutzer China, unserem größten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konkurrenten ganz generös viel Zeit zu geben, halte ich jedenfalls für einen schweren Fehler.

Zitat
Wo genau wird die Autoindustrie denn schikaniert?
??? ZB. worüber wir hier gerade diskutieren oder auch mit immer niedrigeren Grenzwerten. Glaubst du denn VW hat mal einfach so aus Lust und Laune mit ihrer Software betrogen? Ich nicht.
Werden in der EU denn dann später überhaupt noch Verbrenner für den Rest der Welt gebaut? Oder wird diese Produktion dann auch dorthin verlagert, wo man diese Autos noch kaufen kann? ich denke, sie werden dort gebaut, wo man sie auch kaufen kann, mit allen negativen Folgen für Europa.

Zitat
Wohlstandserhaltung geht nur mit Klimaschutz und nicht dagegen.
Dann überzeuge China, Russland, Indien, USA davon, in Europa ist Klimaschutz längst Konsens, auch ich sehe das so, allerdings halte ich nichts vom ruinösen und nutzlosen Vorpreschen Deutschlands und der EU.

Zitat
Dass ein Verbrenner-Verbot für dich relativ wenig Wirkung zeigt, heißt doch im Umkehrschluss, dass die FDP sich hier tatsächlich bei einem randständigen Thema unnötig verkämpft, anstatt am großen Rad zu drehen, oder nicht?
Im Gegenteil. Die FDP bekämpft eine sinnlose Maßnahme, die die Bürger mal wieder sehr viel Geld kosten wird ohne einen wirklichen Effekt auf den Klimawandel zu haben. Das randständige Thema, bei dem sich die FDP unnötig verkämpft, ist diese E-Fuels-Geschichte, ich vermute, dass diese Kraftstoffe in Zukunft kaum eine Rolle spielen werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.März 2023, 11:49:59
Rein rechnerisch hast du ja Recht, das bestreite ich auch gar nicht. Ich stimme nur deinen Ableitungen nicht zu, weil sie implizieren, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Das finde ich ethisch grundfalsch.

Die EU ist für knapp 10 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Selbst wenn wir mal außen vorlassen, dass wir auch noch Emissionen auslagern, weil wir beispielsweise in China einen Haufen Krempel produzieren lassen, ist das nicht wenig. Es macht also schon einen Unterschied, ob in der EU etwas passiert oder nicht. 10% mehr oder weniger Gehalt würden wir z. B. alle deutlich merken. Hält das dann den Klimawandel auf? Nein, ganz klar. Aber mal ein Gedankenexperiment, das ich vor einiger Zeit wo gelesen habe (weiß grad nicht wo): Würde man die Weltbevölkerung in 50 Gruppen einteilen, von denen jede gleich viel Emissionen verursacht, also 2% (etwa der Anteil Deutschlands) - folgt daraus dann, dass niemand etwas machen soll, weil der individuelle Anteil zu klein ist, um etwas zu bewirken? Will sagen: Verantwortung kann man nicht abgeben, nur weil man sie in kleine Teile zerlegt. Und wir müssen unserer Verantwortung (die übrigens historisch nicht unerheblich ist) gerecht werden. A propos: Auch unser pro-Kopf-Ausstoß ist fast doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Wir sind vielleicht kein Big Player, aber auch keine kleine Maus.

Und mal ganz davon abgesehen, ist die Debatte eh unsinnig: Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens völkerrechtlich dazu verpflichtet, seinen Beitrag zu leisten, den globalen Temperaturanstieg deutlich unter 2 °C, möglichst bei 1,5 °C (können wir eh knicken) zu begrenzen. Sich klimapolitisch auf die Position zu stellen, dass wir nichts machen müssen, weil sich erstmal die größten Emittenten bewegen sollen, bedeutet schlicht Völkerrechtsbruch. Und da wird es dann eben globalpolitisch: Wie willst du China davon überzeugen, sich an das Pariser Abkommen zu halten, wenn du es selbst nicht tust? Wie willst du Druck ausüben? Ja, die G20 sind der Rahmen, in dem sowas verhandelt werden könnte und dann auch einen wirklichen Effekt hätte. Aber ohne eigene ernstzunehmende Klimaschutzbemühungen würde China über westliche Ermahnungen hierzu genauso müde lächeln wie über unsere heuchlerischen Hinweise auf die Einhaltung der Menschenrechte.

Du magst das ruinöses Verhalten nennen, ich sage, es ist der einzig richtige Weg. Ethisch und politisch. Das Schreckgespenst eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs sehe ich genauso wenig, wie eine chinesische Weltherrschaft. Worüber sollen die Chinesen denn bei 3 oder mehr Grad Erderwärmung noch herrschen? Das mag ein autokratischer Staat sein, der aktuell viel, viel zu wenig für den Klimaschutz tut. Aber dumm ist die chinesische Führung sicher nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.März 2023, 14:23:08
Ich stimme nur deinen Ableitungen nicht zu, weil sie implizieren, sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Dann interpretierst du meine Beiträge falsch. ALLE G20 Staaten müssen etwas tun, das schließt Deutschland mit ein.

Zitat
Und wir müssen unserer Verantwortung (die übrigens historisch nicht unerheblich ist) gerecht werden.
Auch historisch liegt China mittlerweile meilenweit und uneinholbar vor uns und sie entfernen sich immer schneller: https://www.carbonbrief.org/analysis-which-countries-are-historically-responsible-for-climate-change/

Zitat
A propos: Auch unser pro-Kopf-Ausstoß ist fast doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt.
Ganz schlechtes Beispiel, da landet Deutschland unter "ferner liefen": https://ourworldindata.org/grapher/co-emissions-per-capita?tab=table Auch hinter China: https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Grafik/CO2_Schornsteine_Gif.gif?__blob=normal

Zitat
Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens völkerrechtlich dazu verpflichtet, seinen Beitrag zu leisten...
Da ich nie gefordert habe, dass Deutschland keinen Beitrag leisten soll, ist der gesamte Absatz hinfällig. Außerdem kann man aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen, wie es die USA gemacht haben, es ist also kein bisschen verpflichtend.

Zitat
Du magst das ruinöses Verhalten nennen, ich sage, es ist der einzig richtige Weg. Ethisch und politisch.
Ja, Ethik und Moral, das ist es, was die deutsche Politik heutzutage zumindest vordergründig betreibt, dagegen kommt die Ratio natürlich nicht an.

Zitat
Das Schreckgespenst eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs sehe ich genauso wenig, wie eine chinesische Weltherrschaft.
Ich weiß nicht, ob es so kommen wird, aber man muss diese Möglichkeiten imho genauso in Betracht ziehen wie den Weltuntergang aufgrund der Klimaerwärmung.

Zitat
Worüber sollen die Chinesen denn bei 3 oder mehr Grad Erderwärmung noch herrschen?
Die Menschheit wird bei 3 Grad Erwärmung nicht aussterben.

Zitat
Aber dumm ist die chinesische Führung sicher nicht.
Selbstverständlich nicht, deswegen lassen die sich ja auch viel mehr Zeit mit der Klimaneutralität, wenn sie sie denn überhaupt je erreichen wollen, setzen weiter auf billigen Strom aus Kohle und zeigen sich komplett unbeeindruckt von unserem Moralismus. Schon immer übrigens, das ist keine neue Entwicklung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.März 2023, 15:13:16
Ich stimme nur deinen Ableitungen nicht zu, weil sie implizieren, sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Dann interpretierst du meine Beiträge falsch. ALLE G20 Staaten müssen etwas tun, das schließt Deutschland mit ein.

Du schreibst, dass unsere Bemühungen nutzlos sind:
Die deutsche Energiewende ist in Sachen Klimawandel auch nutzlos, aber weil wir ja auch etwas tun müssen, tun wir das, zu größtmöglichen Kosten für die Bürger. "Kugel Eis", am Arsch.
Außerdem schreibst du Sätze wie (hier beispielhaft):
Dann überzeuge China, Russland, Indien, USA davon, in Europa ist Klimaschutz längst Konsens, auch ich sehe das so, allerdings halte ich nichts vom ruinösen und nutzlosen Vorpreschen Deutschlands und der EU.

Das kann man schon den Schluss ziehen, du seist der Meinung, solange die großen Emittenten nichts machen, brauchen Deutschland und die EU auch nichts machen, weil das einigermaßen sinnlos ist. Und das wiederum heißt, mit dem Argument würde man sich aus der Verantwortung stehlen.

Du sagst, das meinst du nicht so. Okay, glaube ich dir. Aber was genau sollte Deutschland denn deiner Meinung nach jetzt in Sachen Klimaschutz machen? Was meinst du, sollte die EU machen? Und wie sollten sich Staaten/Staatengruppen, die den Klimaschutz ernster nehmen (Konsens ist der dank Paris ja zumindest auf dem Papier weltweit) gegenüber anderen Staaten wie den USA, China und Co. verhalten? Wie sollten sie dafür sorgen, dass diese großen CO2-Emittenten auch mitziehen? Ich lese bei deinen Beiträgen viel Relativierendes (ich bin übrigens nicht der Meinung, dass Platz 9 beim Pro-Kopf-Verbrauch ein schlechtes Beispiel ist), lese viel davon, was alles unsinnig ist. Ich lese aber kaum Konstruktives. Daher bin ich hier sehr auf deine Antwort gespannt.

Auf die zerfaserten Einzelsatz-Antworten gehe ich jetzt nicht ein, das ist mir gerade zu anstrengend so zu diskutieren. Da fehlt mir auch die Zeit. Ist nicht böse gemeint, ich hoffe, du verstehst das. Außer eine Sache, auf die ich noch eingehen möchte:
Die Menschheit wird bei 3 Grad Erwärmung nicht aussterben.
Das habe ich auch nicht behauptet. Wahrscheinlich wird die Menschheit bei 3 Grad Erderwärmung nicht aussterben. Aber das Leben wie wir es kennen, wird vorbei sein. Siehe z. B. hier: https://www.spektrum.de/news/klimakrise-was-passiert-bei-drei-grad-erderwaermung/2044870 (https://www.spektrum.de/news/klimakrise-was-passiert-bei-drei-grad-erderwaermung/2044870) oder im letzten Jahr erschienenen Buch "3 Grad mehr".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.März 2023, 15:31:16
Das kann man schon den Schluss ziehen...
Nicht wirklich, ich habe explizit geschrieben "Sollten wir unseren Beitrag leisten? Ja."

Zitat
Aber was genau sollte Deutschland denn deiner Meinung nach jetzt in Sachen Klimaschutz machen?
Meiner Meinung nach sollte man von dieser schwachsinnigen Gießkannenpolitik "Jeder Sektor muss etwas beitragen" weg. Ich würde zuerst die größten Dreckschleudern (aka Braunkohlehraftwerke) durch "virtuelle" EE-Verbundkraftwerke ersetzen, das würde kurzfristig sehr viel einsparen und man hätte mehr Zeit für den Kleinkram. Genauso könnte man das auch EU-weit machen. Und ich hätte natürlich die noch tauglichen KKW nach Ertüchtigung weiter genutzt und die Möglichkeit, Reaktoren der neuesten Generation bauen zu können, offen gelassen, inkl. Forschung daran.

Zitat
Und wie sollten sich Staaten/Staatengruppen, die den Klimaschutz ernster nehmen (Konsens ist der dank Paris ja zumindest auf dem Papier weltweit) gegenüber anderen Staaten wie den USA, China und Co. verhalten?
Man könnte zB. einen CO2-Zoll auf deren Waren erheben, das würde dann imho dazu führen, dass wieder mehr in Deutschland und in der EU produziert wird, zu deutlich besseren Klima- und Umweltschutzstandards.

Zitat
Wie sollten sie dafür sorgen, dass diese großen CO2-Emittenten auch mitziehen?
Das kann man nicht, keines der genannten Länder wird mMn. eine Einmischung in deren Politik hinnehmen.

Zitat
Aber das Leben wie wir es kennen, wird vorbei sein.
Wenn es eine Konstante gibt, dann ist das der stetige Wandel, unser Leben heute ist auch ganz anders als das in den 80er Jahren. Die Menschheit wird sich an den Klimawandel anpassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 08.März 2023, 08:59:55
Das kann man schon den Schluss ziehen...
Nicht wirklich, ich habe explizit geschrieben "Sollten wir unseren Beitrag leisten? Ja."

Ja, aber du schreibst auch, dass die deutsche Energiewende in Sachen Klimawandel nutzlos sei. Warum sollte Deutschland dann einen Beitrag leisten, wenn der nutzlos ist? Tut mir leid, ich finde das widersprüchlich. Vielleicht stehe ich aber auch einfach komplett auf dem Schlauch und verstehe dich falsch. Ich will da aber auch gar nicht weiter drauf rumreiten, wir zwei haben diesen Teil der Diskussion schon so oft geführt, dass uns klar sein sollte, dass wir da wohl nie 100% der gleichen Meinung sein werden. Ist aber auch nicht schlimm. Vielleicht sind wir nächstes Mal klüger und konzentrieren uns gleich auf die interessanten Aspekte. Z. B. das hier:
Ich würde zuerst die größten Dreckschleudern (aka Braunkohlehraftwerke) durch "virtuelle" EE-Verbundkraftwerke ersetzen, das würde kurzfristig sehr viel einsparen und man hätte mehr Zeit für den Kleinkram. Genauso könnte man das auch EU-weit machen.
Tatsächlich war mir das mit den Verbundkraftwerken neu. Habe da gestern mal ein bisschen gelesen. Wenn ich es richtig verstehe, stehen dem vor allem politische Hürden entgegen, weil Erbauer und Betreiber von EE-Anlagen den Netzausbau für so ein Kraftwerk selbst finanzieren müssten, im Gegensatz zu öffentlichen Netzbetreibern, die die Netzkosten im Strompreis weiterreichen, korrekt? Die Technologie dafür scheint grundsätzlich da zu sein, ein "Pilotkraftwerk" (das auch vom Bund gefördert wurde) gibt es bereits (mehr aber noch nicht, oder?): https://de.wikipedia.org/wiki/Verbundkraftwerk_Uckermark (https://de.wikipedia.org/wiki/Verbundkraftwerk_Uckermark)
Für mich sind da aber noch ein paar offene Fragen/Hürden: Ist die Technologie wirklich schon effizient genug, um massentauglich zu sein? Gerade bei der Kopplung verschiedener Energieträger bzw. der Umwandlung (bspw. zur Speicherung überschüssiger elektrischer Energie und vice versa) gibt es ja durchaus noch viel Forschungsbedarf, weil die Effizienzgrade teilweise noch überschaubar sind bzw. wenn dann oft nur im Labormaßstab befriedigend. Ein ähnliches Problem hat man ja bei der Wasserstofferzeugung auf hoher See (siehe z. B. Wasserstoffleitprojekt H2Mare), weshalb man auch hier weiter forscht. Das liest sich auf dem Papier gut: Direkt bei den großen Offshore-Anlagen den flexibel einsetzbaren Energieträger Wasserstoff erzeugen und dann günstiger (im Vergleich zu Strom) an Land transportieren und dort in geeigneter Form einspeisen. Leider gibt es auch hier noch technische Probleme zu lösen.
Ein weiteres Problem sehe ich in der Errichtung der Anlagen: Auch jetzt scheitert die Errichtung neuer EE-Anlagen, insbesondere Windkraft, häufig an Bürgerprotesten oder wird zumindest dadurch verschleppt. Hinzu kommen schwachsinnige Abstandsregelungen wie in Bayern, die die Anzahl potenzieller Flächen auf ein Minimum reduziert. Von der Errichtung von Stromleitungen ganz zu schweigen. Stünde man vor dem gleichen Problem, geeignete Flächen für EE-Anlagen zu finden, nicht auch bei Verbundkraftwerken?
Verstehe mich nicht falsch, ich finde die Idee grundsätzlich gut. Nur vieles, was sich gut liest, hakt dann bei genauerem Blick bei der Umsetzung gewaltig. Politische Hürden kann man abbauen. Den Abbau technologischer Hürden kann man aber nur bedingt beschleunigen. So oder so ist der lahmende Ausbau der EE ein großes Problem, denke, da sind wir uns einig. Man wird sehen, wie sich die Gesetzespakete aus dem Wirtschaftsministerium auswirken werden.

Bzgl. Kernkraftwerke: Ist ein valider Punkt. Ich kann nicht beurteilen mit wie viel Aufwand eine Ertüchtigung verbunden gewesen wäre, welche Kosten das verursacht hätte und wie lange man einen sicheren Weiterbetrieb noch hätte sichern können. Und vor allem: Mit welcher Leistung? Wäre diese am Ende im gesamten Strommix relevant gewesen? Wie gesagt, weiß ich alles nicht. Fakt ist aber auch, dass der Atomausstieg große Zustimmung gefunden hat und auch in der Ausnahmesituation Energiekrise fand sich nur eine knappe Mehrheit (54%), die einen Betrieb über 2024 hinaus befürworteten (siehe https://www.zeit.de/news/2022-10/14/mehrheit-fuer-laengeren-akw-betrieb-offen (https://www.zeit.de/news/2022-10/14/mehrheit-fuer-laengeren-akw-betrieb-offen)). Der Rest war für eine klare Befristung der Laufzeiten. Und da reden wir nur von den verbliebenen vier AKW. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob der Atomausstieg generell sinnvoll war, gerade wenn man gleichzeitig aus der Kohle aussteigen möchte. Die politische Gemengelage macht das aber nicht einfach.

Zitat
Und wie sollten sich Staaten/Staatengruppen, die den Klimaschutz ernster nehmen (Konsens ist der dank Paris ja zumindest auf dem Papier weltweit) gegenüber anderen Staaten wie den USA, China und Co. verhalten?
Man könnte zB. einen CO2-Zoll auf deren Waren erheben, das würde dann imho dazu führen, dass wieder mehr in Deutschland und in der EU produziert wird, zu deutlich besseren Klima- und Umweltschutzstandards.
Könnte man, ja. Würde das einen Wirtschaftskrieg anzetteln? Würden Produkte hierzulande dann nicht deutlich teurer? Welche Auswirkungen hätte das auf die hiesige Wirtschaft? Wäre ein CO2-Preis, der auch Transport- und Produktionsbedingungen mit berücksichtigt nicht auch ein gangbarer Weg? Ich finde die Idee eines CO2-Zolls nicht schlecht, bin mir nur nicht sicher, ob man dafür nicht einen zu hohen Preis zahlen würde und ob das dann noch mehrheitsfähig wäre.

Zitat
Aber das Leben wie wir es kennen, wird vorbei sein.
Wenn es eine Konstante gibt, dann ist das der stetige Wandel, unser Leben heute ist auch ganz anders als das in den 80er Jahren. Die Menschheit wird sich an den Klimawandel anpassen.
Tut mir Leid, aber das finde ich schlicht naiv. Bis zu einem gewissen Grad der Erwärmung wird sich die Menschheit anpassen können, ja. Aber die Folgen von drei Grad Erderwärmung sind noch nicht gut genug untersucht, um sagen zu können, dass wir uns daran schon anpassen können werden. Die Schäden durch den Klimawandel könnten so immens sein, dass die Stabilität unserer Gesellschaften massiv gefährdet ist, wenn sie überhaupt aufrecht erhalten werden kann. Bildung, Gesundheitswesen, sichere Lebensmittel-, Energie- und Trinkwasserversorgung, das alles könnte dann nicht mehr oder nur in sehr begrenztem Rahmen sichergestellt werden. Teile der Erde werden unbewohnbar sein und massive Fluchtbewegungen einsetzen. Es wird in einem solchen Szenario zu Verteilungskonflikten und -kriegen kommen. Und das sind nur die direkten Implikationen für die Menschheit. Die Auswirkungen auf die Biodiversität sind dabei gar nicht berücksichtigt. Das (bereits eingesetzte, aber noch begrenzbare) Artensterben würde uns noch viel heftiger Treffen. Ich sehe es also anders: Wenn wir Menschen so doof sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören, haben wir es verdient auszusterben. Nichts ist für immer und die Erde wird sich von uns erholen, war ja dann nicht das erste Massenaussterben. Vielleicht entwickelt sich dann ja eine intelligente Spezies, die schlauer, empathischer und vorausschauender ist als wir. Das Ding ist nur: Ich möchte das gar nicht. Ich will viel lieber, dass wir den Arsch hochkriegen und verhindern, was wir verhindern können. Weil ich uns Menschen eigentlich ziemlich cool finde und z. B. den Gedanken mag, dass wir irgendwann zu den Sternen aufbrechen könnten. Aber wie du schon richtig sagst: Die Konstante ist der stetige Wandel. Das gilt auch für das Kommen und Gehen von Arten und schließt uns mit ein. Nur, dass wir die erste wären, die sich selbst auslöscht.

Sorry, bin jetzt am Ende etwas abgeschweift. Hier nochmal ein Artikel zum Thema Klimawandel und was in schlimmeren Szenarien drohen könnte: https://www.mdr.de/wissen/umwelt/klimawandel-koennte-dominoeffekte-beschleunigen-100.html (https://www.mdr.de/wissen/umwelt/klimawandel-koennte-dominoeffekte-beschleunigen-100.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.März 2023, 13:00:10
Tut mir leid, ich finde das widersprüchlich.
Ja, das mag widersprüchlich erscheinen, ist es aber eigentlich nicht. Unbestritten müssen wir uns als Menschheit dekarbonisieren, um den Klimawandel einzubremsen und je eher das geschieht, desto besser. Das müsste aber innerhalb der G20 im Gleichschritt erfolgen, wenn sich ausgerechnet der schlimmste CO2-Sünder am längsten Zeit mit der Klimaneutralität lassen darf, dann wird unser Beitrag nutzlos. DAS ist es, was ich kritisiere, China bekommt einen enormen Vorteil.

Zitat
...korrekt?
Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, mir war auch neu, dass es sowas tatsächlich schon gibt, mich wundert es aber nicht, dass sich die dt. Politik allerlei, auch bürokratische, Hindernisse einfallen lässt.

Zitat
Für mich sind da aber noch ein paar offene Fragen/Hürden: Ist die Technologie wirklich schon effizient genug, um massentauglich zu sein?
PVA, WKA und Biogasanlagen gibt es ja schon länger, ich denke da gibt es keine Zweifel mehr. Einzig die Speicherung ist noch problematisch, aber da muss man halt irgendwann auch mal anfangen und schlechter, als den Strom zu verschenken oder noch Geld obendrauf zu legen, damit den jemand nimmt, kann es nicht mehr werden. Es gibt ja viele Konzepte zur Speicherung, entweder mit Batterien oder "molten salt" oder grünem Wasserstoff oder mit Schwerkraftspeichern. Das muss man dann auch mal großtechnisch ausprobieren, welche Art Speicher oder welche Kombination am besten funktioniert.

Zitat
Ein weiteres Problem sehe ich in der Errichtung der Anlagen: Auch jetzt scheitert die Errichtung neuer EE-Anlagen, insbesondere Windkraft, häufig an Bürgerprotesten oder wird zumindest dadurch verschleppt.
Das ist hausgemacht und kommt vor allen Dingen aus der Umweltschutzecke. Das muss drastisch beschnitten werden, wenn es um wichtige Infrastrukturprojekte geht, ging bei den LNG-Terminals ja auch flott.

Zitat
Hinzu kommen schwachsinnige Abstandsregelungen...
Ob die so schwachsinnig sind? Man muss die Bürger bei allem Pragmatismus trotzdem mit ins Boot holen und dafür sorgen, dass sie von EE profitieren können, das hier ist das Paradebeispiel, wie so etwas funktionieren kann: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/wildpoldsried-wie-ein-kleines-dorf-im-allgaeu-zum-vorzeigemodell-fuer-die-energiewende-wurde/24169570.html

Bei den Samen hat man jedenfalls Verständnis, wenn sie keine WKA haben wollen und erkennt eine "schwere Belastung": https://www.merkur.de/politik/greta-thunberg-norwegen-samen-protest-windpark-fosen-aasland-klimawandel-92113415.html Irgendwie fühlt man sich dann doch verarscht. Sind wir denn minderwertig und sollen alles ertragen? So eine Doppelmoral finde ich unerträglich.

Zitat
Wäre diese am Ende im gesamten Strommix relevant gewesen?
Was meinst du mit "relevant"? Wir reden hier ja davon, den CO2-Ausstoss zu senken und je weniger Strom aus Braunkohle produziert werden muss, umso geringer ist der CO2-Ausstoss.

Zitat
Fakt ist aber auch, dass der Atomausstieg große Zustimmung gefunden hat...
Ja, bei der Ausnahmesituation "Fukushima", als die Deutschen dann in blinder Panik Geigerzähler gekauft haben wie blöde. Merkel hat dann schnell ihr Fähnchen nach dem Wind gehangen, das hat Milliarden gekostet und die Sicherheit kein Stück erhöht.

Zitat
Ich finde die Idee eines CO2-Zolls nicht schlecht, bin mir nur nicht sicher, ob man dafür nicht einen zu hohen Preis zahlen würde und ob das dann noch mehrheitsfähig wäre.
Aber wir lassen unsere Wirtschaft bluten, weil wir ihr hohe CO2-Kosten aufhalsen, die im Ausland nicht berechnet werden, obwohl dort evtl. noch mehr CO2 bei der Produktion emittiert wird?

Zitat
Tut mir Leid, aber das finde ich schlicht naiv.
Das kannst du halten wie die Maurer ;) Die Menschheit wird sich anpassen, dass das ein Zuckerschlecken werden würde, hatte ich nicht behauptet.

Zitat
Das Ding ist nur: Ich möchte das gar nicht. Ich will viel lieber, dass wir den Arsch hochkriegen und verhindern, was wir verhindern können.
Glaubst du wirklich, die Menschheit kann den Klimawandel noch stark abbremsen? Ich nicht, dazu muss man sich nur mal den Zustand der Menschheit ansehen, mit dem Kulminationspunkt Ukrainekrieg und dem Verhalten von China und Indien.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 08.März 2023, 13:58:54
PVA, WKA und Biogasanlagen gibt es ja schon länger, ich denke da gibt es keine Zweifel mehr. Einzig die Speicherung ist noch problematisch, aber da muss man halt irgendwann auch mal anfangen und schlechter, als den Strom zu verschenken oder noch Geld obendrauf zu legen, damit den jemand nimmt, kann es nicht mehr werden. Es gibt ja viele Konzepte zur Speicherung, entweder mit Batterien oder "molten salt" oder grünem Wasserstoff oder mit Schwerkraftspeichern. Das muss man dann auch mal großtechnisch ausprobieren, welche Art Speicher oder welche Kombination am besten funktioniert.
Naja, "das muss man dann auch mal großtechnisch" ausprobieren ist leicht gesagt. So eine Anlage stellst du ja nicht mal eben hin, um was auszuprobieren. Das wird vom Labormaßstab immer weiter hochskaliert und daran wird ja auch gearbeitet. Beruflich kriege ich da ja einiges mit. Mich würde mal die Bilanz vom Verbundkraftwerk Uckermark interessieren, also ob das wirtschaftlich betrieben werden kann und falls nicht, wie stark sowas subventioniert werden müsste (die Kohle wäre ja ohne Subventionen auch schon längst nicht mehr konkurrenzfähig). Dazu habe ich nichts gefunden. Rein versorgungstechnisch ist das ja schon interessant: Die Nennleistung des Kraftwerks liegt bei 600 MW, Eigenbedarf laut Betreiberangaben ca. 10%, bleiben noch 540 MW zur Versorgung übrig. Ein mittleres AKW kommt auf ca. 1400 MW, was wohl für ca. 3,5 Mio Haushalte reicht. Heißt, theoretisch müssten mit den 540 MW ca. 1,3 Mio Haushalte mit Strom versorgt werden können, oder habe ich einen Denkfehler?
So oder so: Speicherung ist das eine Problem. Umwandlung das andere. Wenn ich Strom aus EE in Form von Wasserstoff speichern möchte, habe ich Verluste. Die Angaben zu den Wirkungsgraden schwanken da je nachdem, wo man schaut, zwischen 50 und 80 Prozent (teilweise sogar noch höher). Der Haken bei der Sache: Diese hohen Wirkungsgrade wurden in Pilotanlagen erreicht. Das Hochskalieren dieser auf Industriemaßstab ist nicht trivial. Aber auch hieran wird ja geforscht. Ich will das nur nochmal betonen, weil nicht jedes Konzept, das auf dem Tisch liegt, auch schon bereit zur Umsetzung ist. Apropos großtechnisch erforschen: Die größte Forschungsinfrastruktur in Europa in Sachen EE gibt es hier in Karlsruhe (https://www.elab2.kit.edu/index.php (https://www.elab2.kit.edu/index.php)). ;) Will sagen: Es passiert schon viel und ja, politisch wird leider wohl auch vieles ausgebremst. Aber man ist vielfach auch noch nicht soweit, dass man schon an die reale Umsetzung denken kann.

In Sachen Bürokratie und hausgemachten Problemen stimme ich dir zu. Bzgl. der Sache in Norwegen: Ich fand das auch kurios, dass eine Greta Thunberg gegen Windkraftanlagen demonstriert. Insgesamt ist die Lage für mich aber zu verworren und ich bin da zu weit weg, um mir wirklich ein Bild machen zu können. Gerade, wenn es um den Vergleich mit unseren Verhältnissen geht. Abgesehen davon wüsste ich auch nicht, wie uns die Diskussion um einen Windpark in Norwegen für die Energiewende in Deutschland weiterhelfen soll.

Was meinst du mit "relevant"? Wir reden hier ja davon, den CO2-Ausstoss zu senken und je weniger Strom aus Braunkohle produziert werden muss, umso geringer ist der CO2-Ausstoss.
Korrekt. Ich hätte es anders formulieren sollen: Welche Kraftwerke hätte man noch laufen lassen können und wie lange? Welche Leistung hätten diese im Netz erbringen können? Ganz grundsätzlich ist natürlich erstmal jedes fossile Kraftwerk (insbes. Kohle), das abgeschaltet werden kann, gut. Wenn ein paar Prozent AKW-Strom dazu hätten beitragen können, wäre das sicher kein Fehler gewesen. Ob wir das verstrahlte Zeug jetzt noch ein paar Jahre länger produzieren und dann eingraben müssen oder nicht, macht den Bock am Ende auch nicht mehr fett.

Und du hast natürlich recht, dass der Atomausstieg unter Merkel durch Fukushima ausgelöst wurde, nachdem sie ihn erst rückgängig machen wollte. Interessant wäre mal eine Chronologie der Zustimmung zum Atomausstieg seit dem Beschluss durch Rot-Grün.

Aber wir lassen unsere Wirtschaft bluten, weil wir ihr hohe CO2-Kosten aufhalsen, die im Ausland nicht berechnet werden, obwohl dort evtl. noch mehr CO2 bei der Produktion emittiert wird?
Darum geht's doch gar nicht. Du hast den CO2-Zoll ins Spiel gebracht und ich habe geschrieben, dass der Preis dafür zu hoch sein könnte und ein paar mögliche Implikationen aufgezählt. Ich sage ja nicht, dass das falsch ist, sondern, dass es kompliziert ist. Ob es einen Königsweg gibt? Weiß ich nicht.

Glaubst du wirklich, die Menschheit kann den Klimawandel noch stark abbremsen? Ich nicht, dazu muss man sich nur mal den Zustand der Menschheit ansehen, mit dem Kulminationspunkt Ukrainekrieg und dem Verhalten von China und Indien.
Ja, es ist zum Verzweifeln. Wir Menschen haben so ein abgefahrenes Potenzial und was machen wir? Schlachten uns gegenseitig ab und sind auf dem besten Wege unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Da möchte man oft jegliche Hoffnung verlieren. Aber wenn ich keine Hoffnung mehr hätte, würden wir hier nicht diskutieren. Ob es der Menschheit gelingt, die Erderwärmung unter 2 Grad zu begrenzen? Aktuell sind wir nicht auf dem Weg dahin. Ich glaube aber, dass das noch sehr gut möglich ist. Es wird sich vermutlich in diesem Jahrzehnt entscheiden - oder es gelingt doch noch der Durchbruch bei CCS und Co., um begangene Schäden rückgängig zu machen, wer weiß?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.März 2023, 13:59:57
Das ist hausgemacht
Das trifft die Situation aus mehreren Perspektiven.  :P
Gegen die LNG-Terminals wird auch bereits Klage eingereicht. Ich finde das auf der einen Stelle befremdlich, auf der anderen Seite auch verständlich. Klimaschutz und Arten/Naturschutz sind nunmal zweierlei Probleme, auch wenn sie eng zusammen hängen. Beide haben ihre Lobbies die ihr Zeug durchziehen wollen.
Wobei ich nicht von Klimawandel-Leugnern spreche, die unter dem Denkmantel des Artenschutzes agieren... (https://www.spiegel.de/wirtschaft/windenergie-so-verhindert-die-anti-windkraft-bewegung-neue-anlagen-a-46d88419-3b1d-427d-b6c0-cf696fec283c (https://www.spiegel.de/wirtschaft/windenergie-so-verhindert-die-anti-windkraft-bewegung-neue-anlagen-a-46d88419-3b1d-427d-b6c0-cf696fec283c)) Ich fürchte da muss man von Fall zu Fall unterscheiden.

Das Problem ist für mich nicht, das man klagen kann. Man muss klagen dürfen. Egal, ob Artenschutz, oder weil mans "einfach nicht mag". Es geht um die Zeiträume. Dass die Prüfungen bis zur Klage so lange dauern und bis dahin nichts vorran gehen kann.
Ein Projektunternehmen stellt alle wichtigen Unterlagen zusammen. Dann reicht die Behauptung, dass da ein seltener Vogel gesehen wurde. Jetzt muss das Unternehmen nachweisen, dass da kein seltener Vogel gesehen worden sein kann, weil er da gar nicht lebt.  :o Die Beweisführung müsste beim Kläger liegen. Oder beim Staat. Aber nicht beim Unternehmen. Wenn ich denke, dass ich von Person xy bestohlen wurde ist auch nicht die Person xy dafür verantwortlich zu beweisen, dass sie es nicht war.
Diese ganzen Prozesse dauern so lange, dass es häufig passiert, dass bis dahin die Unterlagen vom Beginn wieder ungültig sind und alles wieder von vorne beginnt. Es muss einfach alles schneller gehen. Planung, Genemigung, mögliche Klage und bei Klärung der eventuell berechtigten Probleme ein zügiger Bau. (Systematische Klagen, um den Ausbau zu bremsen sind natürlich ein anderes Problem. Das macht die Lösung aber gleich wieder komplex. Wie unterbindet man systematisch/politische Klagen ohne die Schwelle so hoch zu setzen, dass berechtigte Klagen nicht mehr stattfinden können?)


Bei Samen vs Bayern sehe ich keine Doppelmoral. Ich kenne mich bei dem Fall nicht wirklich gut aus. Aber es geht, soweit ich weiß, um die Entscheidung, ob jahrhundert alte und im internationalen Völkerrecht veranketer Gesetze missachtet wurden und ein indigenes Volk, dass bestimmt nichts mit dem weltweiten CO2 Abdruck am Hut hat, darin eingeschränkt wird, weiterhin seinen Traditionen nachzugehen. Auf der anderen Seite sprechen wir davon, ob an Wohnhäusern eine Windkraftanlage 2 Kilometer entfern ist, oder ob nicht auch 1.6, 1.4 oder 1 Kilometer genügen.
Das sind doch beides valide Punkte. Ich will damit nicht sagen, dass die Bayern und Anwohner nicht klagen dürfen (siehe oben) oder das sie einfach so von der 10H Regel Abstand halten (hihi) müssen.
Aber wo ist den die Doppelmoral? Man kann sich nunmal an vielen Stellen mit vielem solidarisieren und die Gemengelage der Themen ist komplex. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass die in Norwegen fordern, dass man den Klimawandel mit dem Völkerrecht vereinbaren sollte. Oder bei den LGN-Terminals, dass man den Klimawandel mit dem Artenschutz vereinbaren sollte. Die Bayern fordern schließlich auch, dass man die Energiesicherheit mit der H10 Regel vereinbaren soll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.März 2023, 14:07:00
PVA, WKA und Biogasanlagen gibt es ja schon länger, ich denke da gibt es keine Zweifel mehr. Einzig die Speicherung ist noch problematisch, aber da muss man halt irgendwann auch mal anfangen und schlechter, als den Strom zu verschenken oder noch Geld obendrauf zu legen, damit den jemand nimmt, kann es nicht mehr werden. Es gibt ja viele Konzepte zur Speicherung, entweder mit Batterien oder "molten salt" oder grünem Wasserstoff oder mit Schwerkraftspeichern. Das muss man dann auch mal großtechnisch ausprobieren, welche Art Speicher oder welche Kombination am besten funktioniert.
Naja, "das muss man dann auch mal großtechnisch" ausprobieren ist leicht gesagt. So eine Anlage stellst du ja nicht mal eben hin, um was auszuprobieren. Das wird vom Labormaßstab immer weiter hochskaliert und daran wird ja auch gearbeitet. Beruflich kriege ich da ja einiges mit. Mich würde mal die Bilanz vom Verbundkraftwerk Uckermark interessieren, also ob das wirtschaftlich betrieben werden kann und falls nicht, wie stark sowas subventioniert werden müsste (die Kohle wäre ja ohne Subventionen auch schon längst nicht mehr konkurrenzfähig). Dazu habe ich nichts gefunden. Rein versorgungstechnisch ist das ja schon interessant: Die Nennleistung des Kraftwerks liegt bei 600 MW, Eigenbedarf laut Betreiberangaben ca. 10%, bleiben noch 540 MW zur Versorgung übrig. Ein mittleres AKW kommt auf ca. 1400 MW, was wohl für ca. 3,5 Mio Haushalte reicht. Heißt, theoretisch müssten mit den 540 MW ca. 1,3 Mio Haushalte mit Strom versorgt werden können, oder habe ich einen Denkfehler?
So oder so: Speicherung ist das eine Problem. Umwandlung das andere. Wenn ich Strom aus EE in Form von Wasserstoff speichern möchte, habe ich Verluste. Die Angaben zu den Wirkungsgraden schwanken da je nachdem, wo man schaut, zwischen 50 und 80 Prozent (teilweise sogar noch höher). Der Haken bei der Sache: Diese hohen Wirkungsgrade wurden in Pilotanlagen erreicht. Das Hochskalieren dieser auf Industriemaßstab ist nicht trivial. Aber auch hieran wird ja geforscht. Ich will das nur nochmal betonen, weil nicht jedes Konzept, das auf dem Tisch liegt, auch schon bereit zur Umsetzung ist. Apropos großtechnisch erforschen: Die größte Forschungsinfrastruktur in Europa in Sachen EE gibt es hier in Karlsruhe (https://www.elab2.kit.edu/index.php (https://www.elab2.kit.edu/index.php)). ;) Will sagen: Es passiert schon viel und ja, politisch wird leider wohl auch vieles ausgebremst. Aber man ist vielfach auch noch nicht soweit, dass man schon an die reale Umsetzung denken kann.

In Sachen Bürokratie und hausgemachten Problemen stimme ich dir zu. Bzgl. der Sache in Norwegen: Ich fand das auch kurios, dass eine Greta Thunberg gegen Windkraftanlagen demonstriert. Insgesamt ist die Lage für mich aber zu verworren und ich bin da zu weit weg, um mir wirklich ein Bild machen zu können. Gerade, wenn es um den Vergleich mit unseren Verhältnissen geht. Abgesehen davon wüsste ich auch nicht, wie uns die Diskussion um einen Windpark in Norwegen für die Energiewende in Deutschland weiterhelfen soll.

Was meinst du mit "relevant"? Wir reden hier ja davon, den CO2-Ausstoss zu senken und je weniger Strom aus Braunkohle produziert werden muss, umso geringer ist der CO2-Ausstoss.
Korrekt. Ich hätte es anders formulieren sollen: Welche Kraftwerke hätte man noch laufen lassen können und wie lange? Welche Leistung hätten diese im Netz erbringen können? Ganz grundsätzlich ist natürlich erstmal jedes fossile Kraftwerk (insbes. Kohle), das abgeschaltet werden kann, gut. Wenn ein paar Prozent AKW-Strom dazu hätten beitragen können, wäre das sicher kein Fehler gewesen. Ob wir das verstrahlte Zeug jetzt noch ein paar Jahre länger produzieren und dann eingraben müssen oder nicht, macht den Bock am Ende auch nicht mehr fett.

Erst gestern habe ich gelesen, dass es bei dem experimentellen Fusionsreaktion in Greifswald einen großen Durchbruch gab. Vielleicht warten wir einfach darauf.

Die Braunkohlekraftwerke sind doch schon durch, oder? Ausstieg 2038 mit einer mehrstufigen Reduzierung. Daran lässt sich eigentlich auch nicht mehr rütteln. Früher als 2038 ging auch nicht, weil Partein dafür und Partein dagegen waren. Hier steckt schon der demokratische Kompromiss, der über Jahre ausgehandelt wurde. Dazu kam auch noch eine rießige Strukturdebatte über die Lebensräume, in denen Braunkohle "Alles" ist, mit entsprechenden Hilfspaketen dazu. Einfach "früher abschalten" und gegen "irgendwas" ersetzen ist nicht drin...


Edit: Ich sehe gerade, dass der untere Teil nicht mehr ganz zum Quote passt. Aber darum ging es in der Diskussion auch schon. Kohle weg für Verbundkraftwerke. Ersteres ist schon beschlossen und letzteres noch nicht industriereif.
Dass wir nicht auf KKW setzen finde ich gut. Da steckt aber null Ratio dahinter. Alles nur Moral.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 08.März 2023, 14:17:41
Stimmt, aber ich hatte Signor Rossi ohnehin so verstanden, dass er statt der AKW lieber zuerst die Kohlekraftwerke abgeschaltet hätte. Der Punkt ist schon berechtigt, auch wenn es am Ende dann nur bei hätte, hätte, Fahrradkette bleibt.

@Kernfusion: Heißt es da nicht schon seit mindestens 20 Jahren alle paar Jahre mal "in 20 Jahren sind wir soweit"? ;D Ich glaube nicht, dass das zeitnah eine Lösung sein wird. Da werden die Probleme bei der Speicherung von Erneuerbaren wahrscheinlich deutlich früher gelöst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.März 2023, 14:25:19
Stimmt, aber ich hatte Signor Rossi ohnehin so verstanden, dass er statt der AKW lieber zuerst die Kohlekraftwerke abgeschaltet hätte. Der Punkt ist schon berechtigt, auch wenn es am Ende dann nur bei hätte, hätte, Fahrradkette bleibt.

@Kernfusion: Heißt es da nicht schon seit mindestens 20 Jahren alle paar Jahre mal "in 20 Jahren sind wir soweit"? ;D Ich glaube nicht, dass das zeitnah eine Lösung sein wird. Da werden die Probleme bei der Speicherung von Erneuerbaren wahrscheinlich deutlich früher gelöst.
Joa. Verstehe ich. Sind halt sehr unterschiedliche Zeiten. Anfang der 2010er war Klimawandel noch weit weg und politisch weitestgehend uninteressant.... Man hat die KKWs ja nicht mit Hinblick darauf abgeschaltet, sondern weil es opportun war (manche fanden es auch inhaltlich richtig). Aus heutiger Sicht hätten wohl einige gerne 2024 die Kohle beendet und erst 2038 die KKWs abgeschalten.

Ich lege meine Hand ins Feuer: Wir haben Kernfussion oder etwas Vergleichbares bevor der flächendeckend Breitbandausbau in Deutschland abgeschlossen ist. (Edit: Außer mit Starlink. Ich will mir nachher nicht wegen Musk die Finger verbrennen.)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 08.März 2023, 14:28:19
Ich lege meine Hand ins Feuer: Wir haben Kernfussion oder etwas Vergleichbares bevor der flächendeckend Breitbandausbau in Deutschland abgeschlossen ist.

Die Vorhersage ist in etwa so spannend, wie zu prognostizieren, dass Bayern München in dieser Dekade nochmal Deutscher Meister wird. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.März 2023, 15:05:40
Naja, "das muss man dann auch mal großtechnisch" ausprobieren ist leicht gesagt.
Mit dem Versuchskraftwerk Uckermark macht man das ja, wie gesagt, ich kannte das vorher nicht.

Im Grunde sind wir uns ja gar nicht wirklich uneinig, ich halte es nur für dumm, China so viel länger Zeit zu lassen und ohne echte Verbindlichkeit besteht auch die Gefahr, dass die irgendwann sagen "Nee, sorry, 2060 schaffen wir doch nicht, wird eher 2080."

Zitat
Abgesehen davon wüsste ich auch nicht, wie uns die Diskussion um einen Windpark in Norwegen für die Energiewende in Deutschland weiterhelfen soll.
Norwegen spielt im europ. Verbundnetz eine wichtige Rolle.

Zitat
Welche Kraftwerke hätte man noch laufen lassen können und wie lange?
Alle, die noch zu vernünftigen Kosten ertüchtigt werden hätten können, im Prinzip die Dinger, die in den 80er Jahren gebaut wurden, das wären ca. 14GW Kapazität, was ungefähr 88 Mio to CO2 pro Jahr eingespart hätte, das sind mehr als 10% des dt. CO-Ausstoßes im Jahr 2022 (762 Mio to)

Zitat
Darum geht's doch gar nicht.
Doch, auch darum geht es. Wenn der Klimawandel nur global gelöst werden kann, dann muss das mMn. auch "solidarisch" erfolgen, heißt: niemand darf dadurch Vorteile erlangen, besonders nicht der größte CO2-Sünder.

Zitat
...oder es gelingt doch noch der Durchbruch bei CCS und Co., um begangene Schäden rückgängig zu machen, wer weiß?
Das hier könnte was werden: https://www.heise.de/hintergrund/Vergesst-die-Luft-Holt-das-CO-aus-dem-Meer-meinen-Forscher-7533221.html
Bei 56 EUR pro Tonne CO2 würde es ca. 43 Mrd EUR kosten, den gesamten CO2 Ausstoß Deutschlands zu neutralisieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.März 2023, 15:13:20
Aber es geht, soweit ich weiß, um die Entscheidung, ob jahrhundert alte und im internationalen Völkerrecht veranketer Gesetze missachtet wurden und ein indigenes Volk, dass bestimmt nichts mit dem weltweiten CO2 Abdruck am Hut hat, darin eingeschränkt wird, weiterhin seinen Traditionen nachzugehen.
So alt ist das Völkerrecht noch nicht. Inwiefern werden deren Traditionen durch WKA eingeschränkt? Für mich ist das ein eindeutiger Fall von Doppelmoral, hier sollen die WKA den Menschen auf die Pelle rücken, dort, in der menschenleeren Einöde soll das eine schwere Belastung sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.März 2023, 15:14:10
Stimmt, aber ich hatte Signor Rossi ohnehin so verstanden, dass er statt der AKW lieber zuerst die Kohlekraftwerke abgeschaltet hätte.
Korrekt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.März 2023, 04:54:19
Aber es geht, soweit ich weiß, um die Entscheidung, ob jahrhundert alte und im internationalen Völkerrecht veranketer Gesetze missachtet wurden und ein indigenes Volk, dass bestimmt nichts mit dem weltweiten CO2 Abdruck am Hut hat, darin eingeschränkt wird, weiterhin seinen Traditionen nachzugehen.
So alt ist das Völkerrecht noch nicht. Inwiefern werden deren Traditionen durch WKA eingeschränkt? Für mich ist das ein eindeutiger Fall von Doppelmoral, hier sollen die WKA den Menschen auf die Pelle rücken, dort, in der menschenleeren Einöde soll das eine schwere Belastung sein.


Den Grund kannst du in deiner Quelle nachlesen: "Bereits vor mehr als 500 Tagen hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, das Projekt beschneide die Rechte der indigenen Samen, ihre Kultur der Rentierzucht zu praktizieren.
Die elf Richter erklärten die für den Bau der 151 Turbinen erteilten Genehmigungen einstimmig für ungültig. Daher verlangen Vertreter der Samen den Abriss der Windkraftanlagen."
Das mit dem Jahrhunderten im Völkerrecht hatte ich falsch geschrieben. Richtig: Jahrhundert alte Traditionen, die im Völkerrecht abgesichert sind.


Das das oberste Gericht das Urteil gefällt hat definierter die menschenleere Einöde als gar nicht so menschenleer. Zumindest nicht unrelevant menschenleer.


Würdest du das moralisch gleichwertig aufwiegen mit der Änderung der 10H Regel in Bayern letztes Jahr?





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.März 2023, 17:42:32
Mir ist schon klar, dass sich das nur schwerlich Vergleich lässt, aber für mich hat sowas Symbolcharakter.

Inwiefern ein Windrad die Rentierhaltung so sehr beeinträchtigt, dass das eine "schwere Belastung" sein soll, weiß ich nur immer noch nicht.

"Nicht unrelevant menschenleer"? Dann dürfte hier kein einziges Windrad stehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.März 2023, 04:48:00
Mir ist schon klar, dass sich das nur schwerlich Vergleich lässt, aber für mich hat sowas Symbolcharakter.

Inwiefern ein Windrad die Rentierhaltung so sehr beeinträchtigt, dass das eine "schwere Belastung" sein soll, weiß ich nur immer noch nicht.

"Nicht unrelevant menschenleer"? Dann dürfte hier kein einziges Windrad stehen.


Es ging ja um Doppelmoral. Meiner Meinung nach müssen sich zwei Fälle moralisch vergleichen lassen, um dann daran unterschiedliche Wertesysteme anzulegen, die dann zur Doppelmoral führen. Vielleicht ist es nur wortklauberei. So lange wir unter dem Vorwurf der Doppelmoral weder die Bayern, noch die Samen, noch die Windräder vergessen, passt es. ;)


Symbolcharakter hat es definitiv. Darauf ging ich bereits ein. Nämlich, das Klimaschutz zwar wichtig, aber nicht die einzige Maxime sein sollte. Genau so wie die alte H10 symbolcharakter hat, dass Windräder schon in Ordnung sind, nur nicht in Bayern.


Ich habe in Sachen Rentieren keine Expertise und kann dir nicht weiterhelfen. Die Behauptung kommt aus der Verhandlung vor dem Gericht in Norwegen. Ich bin mir sicher du kannst das im Internet genauer herausfinden, wenn es dich interessiert.


Die Relevanz in der Sache ergibt sich daraus, dass es für die norwegische Einöde eine Rechtssprechung gibt, die die Genehmigung von Windkraftwerken untersagt. Damit ist die Einöde  für die Samen relevanter und für den Ausbau von Windkraft Anlagen, bis auf eventuell folgende Konsequenzen aus dem Urteil, unrelevanter, als jeder Fleck Erde in Deutschland für den es noch keine Einschränkungen gibt. Menschenleere Einöde in Norwegen oder neben einer deutschen Autobahn spielt dabei keine Rolle.
Darauf wollte ich hinaus, da es so klang, als würdest du durch die Begriffe andeuten, dass eine menschenleere Einöde per Definition der Abwesenheiten von Menschen automatisch unrelevant wird. Das würde aber das Urteil ad absurdum führen, weil das darauf basiert, dass dort die Samen wohnen und ihre Rechte verletzt werden.
Vielleicht habe ich das missverstanden...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 10.März 2023, 08:25:34
Naja, "das muss man dann auch mal großtechnisch" ausprobieren ist leicht gesagt.
Mit dem Versuchskraftwerk Uckermark macht man das ja, wie gesagt, ich kannte das vorher nicht.

Im Grunde sind wir uns ja gar nicht wirklich uneinig, ich halte es nur für dumm, China so viel länger Zeit zu lassen und ohne echte Verbindlichkeit besteht auch die Gefahr, dass die irgendwann sagen "Nee, sorry, 2060 schaffen wir doch nicht, wird eher 2080."

Deswegen wäre es ja so interessant, mal eine Bilanz von dem Kraftwerk zu haben (wirtschaftlich, aber auch mit Blick auf Effizienz etc.). Gibt es vielleicht auch irgendwo, habe ich nicht weiter nachgeforscht.

Bzgl. China hast du schon Recht, aber die Einschränkung hast du ein paar Posts vorher ja selbst auch schon gemacht: Die werden sich nicht in ihre Politik reinreden lassen. Bleibt also nur Druck von außen. Inwiefern das bei den (beidseitigen) wirtschaftlichen Abhängigkeiten dann erfolgreich und sinnvoll sein kann, weiß ich nicht. Du hattest ja den CO2-Zoll ins Spiel gebracht. Ob das funktionieren kann, habe ich infrage gestellt, ohne dem ablehnend gegenüber zu stehen. Ist nunmal ein sehr komplexes Thema, bei dem es viele Faktoren zu berücksichtigen gilt. Mein Wissen reicht auch schlicht nicht aus, um dazu eine (für mich) fundierte Einschätzung abgeben zu können.

Ich finde es auf jeden Fall gut, wie sich der Austausch hier entwickelt hat. So haben wir beide noch was gelernt, denke ich. :)

Zitat
...oder es gelingt doch noch der Durchbruch bei CCS und Co., um begangene Schäden rückgängig zu machen, wer weiß?
Das hier könnte was werden: https://www.heise.de/hintergrund/Vergesst-die-Luft-Holt-das-CO-aus-dem-Meer-meinen-Forscher-7533221.html
Bei 56 EUR pro Tonne CO2 würde es ca. 43 Mrd EUR kosten, den gesamten CO2 Ausstoß Deutschlands zu neutralisieren.

Klingt spannend. Neben den im Text erwähnten Hürden (Ausleitung des Wassers, Ausfällung von Mineralien) frage ich mich aber auch, wie groß die Auswirkungen auf die Atmosphäre dann tatsächlich wären. Man entsäuert den Ozean, damit dieser wieder CO2-Kapazitäten frei hat. Ist klar soweit. Aber nimmt der das CO2 aus der Atmosphäre dann auch schnell genug auf, um einen kurz- oder zumindest mittelfristigen Effekt auf den Klimawandel zu haben? Oder wäre das eher eine langfristige Geschichte? Spannend auf jeden Fall. Es gibt übrigens auch schon Versuchsanlagen, die (aus der Luft gefiltertes) CO2 nehmen und den Kohlenstoff abscheiden, der dann als Industrierohstoff verwendet werden kann. Aber wie alles, was toll klingt: Es ist halt Versuchsmaßstab. Ich denke in den nächsten 10 Jahren wird man sehen, ob ein paar der Ansätze wirklich in großem Maßstab funktionieren können.

Aber der Ozean bringt mich noch auf eine weitere Sache: Man sollte tunlichst vermeiden, die großen CO2-Senken weiter zu beschädigen. Da muss in der Landnutzung was passieren (siehe auch IPCC-Sonderbericht von 2019 (https://www.deutschlandfunk.de/sonderbericht-des-weltklimarates-gegenwaertige-landnutzung-100.html)). In Deutschland könnte man beispielsweise Moore verwässern (https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/darum-bedrohen-trockene-moore-unsere-klimaziele/), die im natürlichen Nasszustand CO2-Senken sind, im getrockneten Zustand wie jetzt, aber immerhin 7,5% der deutschen Emissionen ausmachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tankqull am 10.März 2023, 15:41:15
Erst gestern habe ich gelesen, dass es bei dem experimentellen Fusionsreaktion in Greifswald einen großen Durchbruch gab. Vielleicht warten wir einfach darauf.

Bis da was sinvolles/Nutzbares rauskommt vergehen noch Jahrzehnte. In den Staaten hat man ende letzten jahres erstmals ne Nettogewinn reaktion gehabt, der W7-x war nun der erste reaktor mit ner laufzeit von mehr als 10sec. während in ich meine es war Frankreich erstmals supraleitung bei raumtemperatur nachgewiesen werden konnte. bis aber all diese Durchbrüche und meilensteine zu einer nutzbaren massentechnologie führen vergehen problemlos 50 jahre, und die haben wir nicht zum warten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.März 2023, 11:41:39
Meiner Meinung nach müssen sich zwei Fälle moralisch vergleichen lassen...
Ich halte es für durchaus vergleichbar, wenn es für Samen und ihre Rentierzucht eine unzumutbare, schwere Belastung ist, WKA in ihrer Nähe zu haben, "weiße Kolonialisten" es aber ertragen müssen, dass WKA immer näher an ihre Wohnhäuser heranrücken. Extrem zugespitzt ausgedrückt ist unser Wohlergehen weniger wert als das von Rentieren...

Es steht dir natürlich frei, das anders zu sehen, nur sind unsere Positionen dann so weit auseinander, dass eine Diskussion ohne Konsens bleiben wird. Was aber auch nicht weiter schlimm ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.März 2023, 11:59:20
Mein Wissen reicht auch schlicht nicht aus, um dazu eine (für mich) fundierte Einschätzung abgeben zu können.
Ich versuche, so etwas logisch anzugehen. Aus Klimaschutzsicht passiert im Grunde ja nichts anderes, als dass sich der CO2-Ausstoss von Europa nach China verlagert. Was ist also für das Klima gewonnen, wenn man die Industrie nach China vertreibt? Richtig: nichts.

Wirtschaftlich und gesellschaftlich ist das aber eine Katastrophe, gut bezahlte Industriearbeit ist die Basis unseres Wohlstandes, die Wertschöpfung von Dienstleistungsökonomien reicht nicht aus, siehe USA und GB, die händeringend versuchen, ihre Industrie wieder zurückzuholen. Das ist aber viel schwieriger und kostenintensiver, als sie zu vertreiben. Gesellschaftlich bedeutet das dann mehr Arbeitslosigkeit mit allen Folgen (Armut, psychische Probleme) und weniger soziale Wohltaten wegen sinkender Steuereinnahmen.

Ich bleibe dabei, dass man den Klimawandel nur dann aufhalten können wird, wenn zumindest ALLE G20 Staaten an einem Strang ziehen und sehr schnell die Bremse reinhauen. Wenn man den größten CO2-Schleudern Vorteile gewährt und die weiter jahrzehntelang massenhaft CO2 ausstoßen dürfen, wird das scheitern, der Klimawandel wird ungebremst weiter gehen und wirtschaftlich das dazu führen, dass wir in Europa kein Geld mehr haben werden, um die Folgen des Klimawandels finanziell abzupuffern. Und dagegen argumentiere ich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.März 2023, 18:34:51
Meiner Meinung nach müssen sich zwei Fälle moralisch vergleichen lassen...
Ich halte es für durchaus vergleichbar, wenn es für Samen und ihre Rentierzucht eine unzumutbare, schwere Belastung ist, WKA in ihrer Nähe zu haben, "weiße Kolonialisten" es aber ertragen müssen, dass WKA immer näher an ihre Wohnhäuser heranrücken. Extrem zugespitzt ausgedrückt ist unser Wohlergehen weniger wert als das von Rentieren...

Es steht dir natürlich frei, das anders zu sehen, nur sind unsere Positionen dann so weit auseinander, dass eine Diskussion ohne Konsens bleiben wird. Was aber auch nicht weiter schlimm ist.
Dann habe ich dich falsch bestanden, weil du davor noch das hier geschrieben hattest:
Mir ist schon klar, dass sich das nur schwerlich Vergleich lässt, aber für mich hat sowas Symbolcharakter.
Sonst hätte ich die Argumentation gar nicht angefangen.  ;)
Ich gebe dir recht, dass wir nicht weiter kommen. Wichtig ist mir, dass es nicht so rüber kommen soll, als dass ich den Samen alles durchgehen lassen würde und der deutsche Bürger keine Rechte haben soll. Bei Bedarf soll gegen jede einzelne Windkraftanlage geklagt werden.

Wie immer bin ich der Meinung, dass wir uns zum Abschluss nicht überzeugen und uniforme Meinungen herstellen müssen. Ich finde den Austausch an und für sich interessant. Da und auch im nächsten Satz stimme ich dir zu. Ich habe den Eindruck, dass wir eher über den Begriff Doppelmoral als über die Sache sprechen und hier auch schon mehrere Runden drehen. Wir sollten es wohl lassen.  :D

Erst gestern habe ich gelesen, dass es bei dem experimentellen Fusionsreaktion in Greifswald einen großen Durchbruch gab. Vielleicht warten wir einfach darauf.

Bis da was sinvolles/Nutzbares rauskommt vergehen noch Jahrzehnte. In den Staaten hat man ende letzten jahres erstmals ne Nettogewinn reaktion gehabt, der W7-x war nun der erste reaktor mit ner laufzeit von mehr als 10sec. während in ich meine es war Frankreich erstmals supraleitung bei raumtemperatur nachgewiesen werden konnte. bis aber all diese Durchbrüche und meilensteine zu einer nutzbaren massentechnologie führen vergehen problemlos 50 jahre, und die haben wir nicht zum warten.
Du hast vollkommen recht. Das war unmarkierter Sarkasmus.  :angel:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 18.März 2023, 13:10:25
Sitzen ein Politiker, ein Reicher und ein Bürger an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen zwölf Kekse, äh, Aktien. Der Politiker zum Bürger: "Achtung! Casino-Zockerei!" Der Bürger zögert. Der Reiche schnappt sich alle Zwölfe.

Der Politiker bedankt sich. Denn seine Existenzgrundlage samt abhängiger Kund- und Wählerschaft bleiben gesichert.

Der Entwurf für die so called "Aktienrente" der FDP sah ja schon in der ersten Fassung so lecker von den Schweden geklaut aus wie die Tierquälerei, die die Doitschen beim Kopie-Versuch englischsprachiger Popmusik hinbekamen (ABBA->Modern Talking). Aber manches, was an "Diskussion" dranhängt ist schon Next Level. Ich wäre ja für eine Sparbuch-, Biertaxen- und Lottorente. Jedes Vermögens-Vernichtungsvolk soll die Rentenfinanzierung bekommen, die es verdient.

#aktienrente
#DieLinke
#FreiheitStattWagenknecht
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.März 2023, 22:23:39
Die Debatte geht verloren. Siehe FFF. "Die soll dann aber auch nicht in Urlaub fliegen und Handys abgeben." Siehe FPD (Lindner): "Der war doch selber mit seinem Unternehmen nicht erfolgreich. Was weiß der schon." Die Debatte geht im individuellen personenbezogenen Geplänkel unter. Egal wie schwerwiegend das nun ist.
Für mich stellt Lindners Unternehmespleite absolut überhaupt kein Argument für irgendwas dar, was er politisch tut. Aber ich sehe es oft genug als erstes und einziges ins Felde geführt.
Ich würd da schon zwischen dem Fall von Lindner und FFF unterscheiden,bei ersterem geht es um das vorwerfen mangelnder Kompetenz, beim zweiten um Doppelmoral.  :P

Eine Studie aktuelle Studie errechnet 280 bis 900 Milliarden Euro Folgekosten durch den Klimawandel (https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-03/bundeswirtschaftsministerium-klimakrise-folgekosten-deutschland-studie) bis 2050 allein in Deutschland. Und die Partei, deren Name nicht zu oft genannt werden darf (:P), hält es für eine gute Idee, sich gegen das Verbrenner-Verbot ab 2035 zu stemmen. Weil man könnte ja mit eFuels tanken. Deren Produktion in den benötigten Mengen aktuell nicht wirklich in Aussicht ist und Unmengen an Strom verbraucht. Kapazitäten, die man besser für klimaneutrales Fliegen und Schiffsverkehr einplanen sollte. Also, was passiert mit Verbrenner-Neuzulassungen nach 2035, wenn nicht genügend eFuels produziert werden können? Was tanken die? Kann man den Herren Lindner und Wissing ja nochmal in einer ruhigen Minute erklären.

Den Punkt mit dem fehlenden Strom und Umweltbelastuing kann man auch nur begrenzt ernst nehmen, wenn immer noch an der Abschaltung der Atomkraftwerke festgehalten aber gleichzeitig mehr Kohle gefördert wird. Und wer weiß schon wie es bis 2035 aussieht,es wäre doch schlau sich da alle Möglichkeiten offen zu halten. mMn sollte man da eher schrittweise den Verbrauch und die Leistung der Verbrenner Neuwagen reduzieren,dann steigen die Leute bei einem guten E Auto Angebot,Verfügbarkeit,Stromversorgung, von alleine um.
Es kommt in der Diskussion ja auch oft das Argument, dass sich die Industrie sowieso schon auf E Autos einstellt und Efuels keine chance haben, Minute 57:50: https://www.ardmediathek.de/video/anne-will/verbot-von-oel-und-gasheizungen-aus-fuer-den-verbrenner-ist-das-wirklich-durchdacht/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS9jNDBkOGYxNy01OTU1LTQ4MTktODY2My01YTk5MjNkM2RjYzY
Nach der Logik gibt es auch keinen Grund für ein Verbot,weil sich das Problem von selbst löst.

Zu dem Thema gab es  auch eine Deutschlandtrend Umfrage mit klarer Mehrheit gegen das Verbot. https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3327.html

Ganz ehrlich, ich verstehe das nicht. Die FDP leistet in einer insgesamt soliden Bundesregierung (würde sagen, Kritik und Lob halten sich einigermaßen die Waage) ihren Beitrag. Ich verstehe auch, dass die Parteiführung Angst hat, dass dieser Beitrag in der Bevölkerung nicht ausreichend gewürdigt wird. Also versucht man, sich zu profilieren. So weit, so verständlich. Aber warum geschieht das so oft im negativen Sinne? Warum wird so oft öffentlich quer geschossen (was mich übrigens auch bei den Grünen in Sachen Panzerlieferung genervt hat)? Warum verkämpft man sich bei manchen Themen so? Das Ergebnis ist doch nur wieder, dass die FDP als Bremser in der Regierung wahrgenommen wird, was die nächste Wahlschlappe zur Folge hat. Schade eigentlich, dass es der Partei nicht gelingt, sich über ihre positiven Beiträge zur Regierungsarbeit zu profilieren.
Das Problem der FDP ist ja gerade,dass die einen Beitrag zur grünen und SPD Politik leisten und der eigene Stempel nicht so recht deutlich wird. Die Darstellung des querschießens wird zum Teil auch künstlich aufgebaut sein um Druck auszuüben und die Partei zu zwingen, doch die andere Position einzunehmen,gibt ja auch gerade wieder den Vorwurf von Habeck die FDP hätte Berichte zum Ölheizungsverbot an die Presse durchgestochen.
Ich denke die art Politik die sie jetzt machen wird ihnen eher mehr Stimmen einbringen,ich meine woher sollen die Wähler sonst kommen wenn nicht aus einem Gegenentwurf zur Grünen Verbotspolitik?
Man kann auf jeden Fall gespannt sein wie sich die Arbeit der Ampel noch entwickelt und ob die sich bei wichtigen Fragen noch einigen können. Allgemein haben die ja Glück, dass die AfD sich so radikalisiert hat und es in absehbarer zeit keine CDU/AfD Koalition geben wird,so wird selbst bei einem wahrscheinlich hohen Wahlsieg der CDU immer Rot oder Grün mit in der Regierung sitzen.

Wie ist denn hier die Meinung zu der neuen Wahlrechtsreform? Ich bin nicht 100% im Thema aber wäre es nicht besser gewesen statt Direktwahl Plätze zu streichen an die Listenplätze zu gehen?
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wahlrechtsreform-rechtliche-huerden-101.html
Mal sehen ob sich die Union dann vor der nächsten Wahl noch zu einer Partei zusammenschließt und die Linke hat dann wohl Pech.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 22.März 2023, 22:55:30
Nur ganz kurz dazu, weil's grad aktuell ist: Dass Habeck jetzt öffentlich rumnörgelt finde ich genauso uncool, wie ich es bei der FDP fand. Die sollen alle ihren verdammten Job machen und sich nicht gegenseitig an den Karren fahren. Habeck ist besorgt über verloren gegangenes Vertrauen. Na, ob öffentliches Infragestellen des Einigungswillens der Koalitionspartner das Vertrauen stärkt? Finde den Fehler. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.März 2023, 00:01:23
Die Debatte geht verloren. Siehe FFF. "Die soll dann aber auch nicht in Urlaub fliegen und Handys abgeben." Siehe FPD (Lindner): "Der war doch selber mit seinem Unternehmen nicht erfolgreich. Was weiß der schon." Die Debatte geht im individuellen personenbezogenen Geplänkel unter. Egal wie schwerwiegend das nun ist.
Für mich stellt Lindners Unternehmespleite absolut überhaupt kein Argument für irgendwas dar, was er politisch tut. Aber ich sehe es oft genug als erstes und einziges ins Felde geführt.
Ich würd da schon zwischen dem Fall von Lindner und FFF unterscheiden,bei ersterem geht es um das vorwerfen mangelnder Kompetenz, beim zweiten um Doppelmoral.  :P
Tja. Ich würde eher FFF mangelnde Kompetenz vorwerfen - in einigen Dingen. Bei Linder ist für mich beides kein passender Vorwurf. Zumindest nicht pauschal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 23.März 2023, 23:00:16
Tja. Ich würde eher FFF mangelnde Kompetenz vorwerfen - in einigen Dingen. Bei Linder ist für mich beides kein passender Vorwurf. Zumindest nicht pauschal.
Ich denke bei Lindner hast du schon recht,er schlägt sich mMn im Moment auch besser als einige Kollegen. Bei FFF wahrscheinlich auch, ist da die Frage was man als deren Ziel und Kompetenz beschreiben würde, im Moment findet ja in der Klimaschützer Bubble eine Radikalisierung statt, Gruppen wie Ende Gelände, Extinction Rebellion oder die letzte Generation bekommen mehr Aufmerksamkeit, da werden in den Klimaschutz oder unter dem Begriff"Klimagerechtigkeit" noch ganz andere Forderungen eingebaut, z.B Enteignungen, ein abschaffen der Polizei oder einen Systemwechsel in der Politik,so werden auch immer wieder Bürgerräte gefordert bei denen man sich schon vorstellen kann wie die dann zusammengesetzt sein sollen.
Wo sich da vielleicht noch früher von FFF Seite stärker distanziert wurde verschwimmen heute die Grenzen. Greta und Luisa Neubeuer waren ja z.B auch in Lützerath und haben sich da "Räumen" lassen. :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.März 2023, 00:12:17
Ich meinte das damals, im Januar, schon explizit auf das bezogen, was ich geschrieben habe. Der unternehmerische Ruin oder die Pleite in eine Karriere ist nicht immer auf Unfähigkeit zurück zu führen und sollte deswegen nicht pauschal als Argument gegen eine Person geführt werden. Manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und gerät, ohne größere Fehlritte, unter die Räder. Versagen ist nicht immer gleich Unfähigkeit. Man malt sich nunmal nicht Erfolg aus und bekommt ihn dann auf dem Silbertablett serviert. Deswegen lenkt das Argument wahrscheinlich von der eigentlichen Sache ab und trägt nicht viel zur Diskussion bei.
Zu Lindner aktuell habe ich keine so starke Meinung, dass ich seine aktuelle Arbeit einordnen könnte. Aber nach Betrachung längeren und aktueller Interviews finde ich seine Richtung zumindest nicht falsch.

Auch bei FFF meinte ich es wörtlich. Thematiken sind komplex und man kann Klimaschutz fordern ohne gleichzeitig 100% selbst alles umzusetzen. 100% sind nämlich viel und sie werden meistens von den "anderen" definiert. Das ist keine Doppelmoral. Es wäre ein Schwarz Weiß Denken, immer nur genau ein Ziel zu verfolgen und alle anderen Aspekte zu vernachlässigen. In der Realität wägt man Ziele ab und muss sie unter einen Hut bekommen. Das darf nicht automatisch in die Unglaubwürdigkeit führen. Ansonsten förde man nur noch radikales Denken und beschwöre es gerade zu herauf.
Da ich Radikalisierung in allen nahezu allen Bereichen ablehne, lehne ich auch die Radikalisierung der Klimaschützer ab. Werte, Ziele und Moral hin oder her.  Die Aussage zur mangelenden Kompetenz war darauf bezogen, dass ich manchmal denke, dass die Aktionen von FFF nicht der Sache dienen, die sie verfolgen und sie sich schlauer anstellen könnten, in denen sie zwar das gleiche Ziel verfolgen. aber andere Maßnahmen treffen. Aber ich bin halt auch nur einer, der von Außen drauf guckt... Keine Ahnung.  :blank:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.März 2023, 08:20:10
Die Aussage zur mangelenden Kompetenz war darauf bezogen, dass ich manchmal denke, dass die Aktionen von FFF nicht der Sache dienen, die sie verfolgen und sie sich schlauer anstellen könnten, in denen sie zwar das gleiche Ziel verfolgen. aber andere Maßnahmen treffen.

Ist ein berechtigter und wichtiger Punkt. Grundgedanke ist ja erstmal, möglichst viel Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen. Je drastischer die Aktionen, desto mehr Aufmerksamkeit. Aber da gibt es dann halt auch Unterschiede.

Freitägliche (Groß-)Demos: Super. Da hat leider die Pandemie auch viel kaputt gemacht, hatte den Eindruck, dass da zuvor richtig Zug drin war.
Friedlicher (!) Protest in Lützerath: Super. Symbolträchtiger Ort, erzeugt (international) Aufmerksamkeit und solange es friedlich bleibt, alles gut. Zumal ohnehin mal mindestens fraglich ist, ob der Abbau notwendig war (https://www.mdr.de/wissen/luetzerath-kohle-studien-100.html).
Alles, was Gewalt beinhaltet: Falsch.
Sachbeschädigung: Falsch.
Aktionen, die die Normalbevölkerung beeinträchtigen (Straßenkleberei): Falsch.

Warum falsch? Das eine trifft Otto-Normalbürger auf dem Weg zur Arbeit. Warum sollte man den Normalos auf die Eier gehen, man will doch deren Unterstützung? Und über Gewalt- und Sachbeschädigung braucht man nicht diskutieren, finde ich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.März 2023, 09:43:17
Joa. Lützerath fand ich auch nicht gut. Also klar, man kann da mal ne friedliche Mahnwache stellen oder so. Das hätte man aber auch vor der Geschäftsstelle der Grünen machen können, die ja "ach so viel" Schuld hatten. Ingesamt hielt ich Lützerath für einen guten politischen Deal, den die Grünen gemacht haben: Noch einmal baggern und dafür ingesamt früher Schluss. Rechtlich war der Entschluss und die Räumung absolut sicher. Nicht so ein wackeliges Ding wie im Hambacher Wald. Man hat halt versucht nen 'Hambi' 2.0 drauß zu machen, ohne zu berücksichtigen, dass die Situation eine völlig andere ist. Ich fand die Aktion von anfang an überzogen.

Stimme dir in allen Punkten zu. Was mich auch stört ist, dass man nicht auch mal anerkennen kann, dass sich seit dem Beginn von FFF schon sehr viel getan hat. Das heißt ja nicht gleich alle Aktionen aufgeben und in den Sonnenuntergang reiten. Aber jedes mal wenn sich politisch etwas tut, als Antwort die Forderungen zu erhöhen und damit den Aktionismus zu eskalieren ist eine Spirale die in keine gute Richtung führt. Bilder mit Erbsensuppe bewerfen und auf die Straße kleben ist das Equivalent zum Gießkannen-Effekts. Jeder ist am Ende ein bisschen verärgert und geholfen hat es nicht viel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 09.April 2023, 22:36:35

Ist ein berechtigter und wichtiger Punkt. Grundgedanke ist ja erstmal, möglichst viel Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen. Je drastischer die Aktionen, desto mehr Aufmerksamkeit. Aber da gibt es dann halt auch Unterschiede.

Aktionen, die die Normalbevölkerung beeinträchtigen (Straßenkleberei): Falsch.

Warum falsch? Das eine trifft Otto-Normalbürger auf dem Weg zur Arbeit. Warum sollte man den Normalos auf die Eier gehen, man will doch deren Unterstützung? Und über Gewalt- und Sachbeschädigung braucht man nicht diskutieren, finde ich.
Vor ein paar Wochen gab es ja auch eine Volksabstimmung über ein Klimaneutrales Berlin 2030, ich bin mir sicher, dass, neben absurden Forderungen im Vorschlag, die letzte Generation auch einen Anteil daran hatte,dass die nicht durchgekommen ist.
Wenn die nicht auch durch ihre Aktionen Menschen gefährden würden,könnte man fast glauben,dass es sich um eine Truppe handelt die im Mockumentary Stil übertriebenen Aktivismus auf die Schippe nimmt. Ob die jetzt einen Baum vorm Kanzleramt fällen oder sich an ein herausnehmbares Geländer in der Elbphilhamonie kleben, vieles wirkt da einfach so unfreiwillig komisch das es Absicht sein könnte. https://www.t-online.de/region/hamburg/id_100087326/klimakleber-blamieren-sich-in-der-elbphilharmonie-video-wird-zum-lacher-im-netz-10525399.html
https://youtu.be/mzGOCICWHcM  wahrscheinlich verursachen die mit einem Stau auch so viel Co2 wie das halbe Forum hier in nem Jahr(grob geschätzt)   :D
Vor ein paar Tagen ging auf Twitter auch ein Clip rum in dem Polizisten einen Aktivisten von seinem noch nicht getrockneten Kleber wegtragen und der schreit dann einfach wie am Spieß, wahrscheinlich weil er das so in einem Training gelernt hat, wenn man sowas sieht dann nimmt man den Rest doch auch nicht mehr ernst.

Neulich kam ja dann auch wirklich die Ankündigung das neue Öl und Gasheizungen auch für schon gebaute Häuser verboten werden sollen, ich finde es ist komplett surreal wie man das gelöst hat und wie sich z.B auch eine Ricarda Lang stolz hinstellt und so tut als hätte man gerade etwas richtig tolles erreicht, der Gedanke,dass man erstmal eine Menge Menschen,Hausbesitzer wie Mieter von Häusern mit solchen Heizungen, verunsichert weil es so gut wie keine Informationen gibt, kommt denen anscheinend gar ncht. Ich stelle mir vor,dass die annehmen,dass jedes Haus im gleichen Stil gebaut ist und jeder Mensch einfach x Geld auf der Bank hat oder jederzeit x Geld aufnehmen und dann über Jahre abbezahlen kann. Der Plan eine Immobilie für die Altersvorsorge zu halten ist dann für viele auch durchkreuzt. Bei wem die Pumpe nicht passt und wer dadurch nachträglich sanieren oder dämmen muss hat einfach Pech.
Heute auch wieder ein Kommentar von Habeck dazu das sich Menschen jetzt logischerweise noch schnell Heizungen bestellen bestellen wollen:"  "Über einen Zeitraum von 18 Jahren rechnet sich die Wärmepumpe. Außerdem werden die Preise bald sinken. Deswegen wäre Torschlusspanik wirklich falsch", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe." https://www.tagesschau.de/wirtschaft/habeck-heizungen-101.html  ::) 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.April 2023, 22:53:46
Das liegt daran, dass die führende Politikerkaste völlig vom normalen Leben entkoppelt ist. Die wissen weder, wie viel Butter, Brot oder Sprit kosten, noch was es heißt, mit den Öffentlichen zur Arbeit zu pendeln und sich rechtfertigen zu müssen, warum man wegen Klimaklebern oder der legendären Pünktlichkeit der DB zu spät zur Arbeit kommt. Die können sich auch nicht vorstellen, was es bedeutet, nur sehr wenig Geld (besonders im Alter) zu haben, das haben die im Überfluss, zur Not erhöht man sich halt nochmal die Bezüge, Diäten und Altersvorsorge. Was sind da mal eben 20.000 EUR für eine Wärmepumpe? Das ist für die ein Taschengeld, das bringt der nächste Vortrag auf irgendeiner Veranstaltung wieder ein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 09.April 2023, 22:57:19
Zitat
wahrscheinlich verursachen die mit einem Stau auch so viel Co2 wie das halbe Forum hier in nem Jahr(grob geschätzt)

Deutlich verschätzt ;)

Staus verursachen (in Deutschland) täglich insgesamt etwa 4,8 Tonnen CO2 pro Tag, die Durchschnittsperson 10 Tonnen CO2 im Jahr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 10.April 2023, 00:13:30
@Viking:

Es sind nicht die "Klimakleber" welche Menschenleben gefährden sondern Schuld daran sind Autofahrer die nicht in der Lage sind eine Rettungsgasse zu bilden. Die Letzte Generation lässt immer Platz für Rettungsfahrzeuge und informiert die Behörden über die Plätze an dennen blockiert wird damit die Rettungsleitstellen rechtzeitig Ausweichrouten planen können. Mal ganz davon ab das der stinknormale Autoverkehr jeden Tag mehr Stau verursacht als die Letzte Generation in einem Jahr.
Wenn die Letzte Generation ein bischen Stau verursacht kommen die Leute plötzlich aus allen Löchern gekrochen und reden von der Gefährund von Menschenleben. Das die Klimakrise jedes Jahr Millionen Menschen tötet und das Potential hat die Menschheit auszurotten ist aber egal.

Und Eigentum verpflichtet nunmal. Wer keine Rücklagen bildet um Reparaturen oder Modernisierungen am Haus bezahlen zu können ist bei einem Defekt der alten Heizungsanlage ebenfalls am Arsch. Und wo sollen den bereits eingebaute Öl- und gasheizungen verboten werden? Das ist genauso uninformierter Unsinn wie der Rest deines Beitrags. Bzw ich würde dir empfehlen dich mal auf anständigen Nachrichtenportalen zu informieren statt bei Tichy's Einblick oder wo auch immer du den Quatsch her hast. Es wird lediglich ab 2026 der Einbau solcher Heizungen als alleinige und Hauptenergiequelle verboten. Bestehende Heizungsanlagen dürfen aber noch bis 2045 betrieben werden. Hättest du wissen können wenn du es wissen wollen würdest. Was ich bei dir allerdings bezweifele.
Du kannst dir ja gerne noch schnell eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen und statt Wärmedämmung das Geld lieber für Koks und Nutten ausgeben um es Habeck mal so richtig zu zeigen. Nur wird es dir dann dein Bankkonto so richtig schön zeigen weil deine Heizkosten durch die steigenden Kosten für Öl oder Gas immer weiter steigen während die Heizkosten bei gut gedämmten Häusern mit EE-Anlagen sinken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 10.April 2023, 01:46:24
@Viking:

Es sind nicht die "Klimakleber" welche Menschenleben gefährden sondern Schuld daran sind Autofahrer die nicht in der Lage sind eine Rettungsgasse zu bilden. Die Letzte Generation lässt immer Platz für Rettungsfahrzeuge und informiert die Behörden über die Plätze an dennen blockiert wird damit die Rettungsleitstellen rechtzeitig Ausweichrouten planen können. Mal ganz davon ab das der stinknormale Autoverkehr jeden Tag mehr Stau verursacht als die Letzte Generation in einem Jahr.
Wenn die Letzte Generation ein bischen Stau verursacht kommen die Leute plötzlich aus allen Löchern gekrochen und reden von der Gefährund von Menschenleben. Das die Klimakrise jedes Jahr Millionen Menschen tötet und das Potential hat die Menschheit auszurotten ist aber egal.

Und Eigentum verpflichtet nunmal. Wer keine Rücklagen bildet um Reparaturen oder Modernisierungen am Haus bezahlen zu können ist bei einem Defekt der alten Heizungsanlage ebenfalls am Arsch. Und wo sollen den bereits eingebaute Öl- und gasheizungen verboten werden? Das ist genauso uninformierter Unsinn wie der Rest deines Beitrags. Bzw ich würde dir empfehlen dich mal auf anständigen Nachrichtenportalen zu informieren statt bei Tichy's Einblick oder wo auch immer du den Quatsch her hast. Es wird lediglich ab 2026 der Einbau solcher Heizungen als alleinige und Hauptenergiequelle verboten. Bestehende Heizungsanlagen dürfen aber noch bis 2045 betrieben werden. Hättest du wissen können wenn du es wissen wollen würdest. Was ich bei dir allerdings bezweifele.
Du kannst dir ja gerne noch schnell eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen und statt Wärmedämmung das Geld lieber für Koks und Nutten ausgeben um es Habeck mal so richtig zu zeigen. Nur wird es dir dann dein Bankkonto so richtig schön zeigen weil deine Heizkosten durch die steigenden Kosten für Öl oder Gas immer weiter steigen während die Heizkosten bei gut gedämmten Häusern mit EE-Anlagen sinken.
Ich verfolge die Gruppe schon etwas länger und mit Unterbrechungen seit dem Hungerstreik und den ersten Aktionen.Die Ausreden die da erfunden um das ganze zu rechtfertigen sind teilweise scheinheilig bis lächerlich. "Es wird immer eine Rettungsgasse frei gelassen" = es wird sich meistens so vor die Autos gesetzt,dass ein durchkommen und rangieren in eine Gasse unmöglich ist und wenn jemand sagt das er zum Arzt/Krankenhaus o.ä muss wird nicht Platz gemacht. Es gibt mehrere Videos bei denen Rettungswagen im Stau stehen und nicht durchkommen und auch Aktionen bei denen die einfach Feuermelder einschlagen und einen Alarm auslösen bei dem dann die Feuerwehr ausrücken muss.
Der Aktivismus in der Form hilft wirklich gar keinem weiter. Den einzigen Wert den ich da erkennen kann ist der,dass die beteiligten das Gefühl haben auch etwas geleistet zu haben und in der Gruppe anerkennung zu bekommen. Zwischendurch hat man dann noch Sensationsbilder von wütenden Autofahrern die man herumzeigen kann oder Videos von Polizeigewalt wenn einer mal wieder nicht aufstehen will. Alle eint wahrscheinlich ein gewisser Egoismus und Empathielosigkeit.

Eine Reparatur bzw. neue Heizungsanlage sollte man einplanen,klar aber das ist ja hier nicht der Fall.  Es ist ja noch gar nicht klar wie hoch die Kosten im einzelnen werden, du kannst doch nicht pauschal jedem vorwerfen das er Schuld sei nicht genug Geld für Finanzierung für einen Einbau + Sanierung gespart zu haben von dem er keine Ahnung hat das die getätigt werden muss.
Ja, weil natürlich jede Heizung die in Deutschland irgendwo verbaut ist jetzt auf 0 gestellt wird und noch bis 2045 hält  ::) ab 2024 kannst du dir lediglich als Übergang eine Heizung einbauen die dann nach 3 Jahren ersetzt werden muss, die wird einem aber auch nicht geschenkt.
Wenn es langfristig für Alle! günstiger wäre auf Wärmepumpen und Sanierung zu setzen dann könnte man es den Menschen ja auch so vermitteln, dann ergibt das Verbot aber keinen Sinn.
Keine Ahnung was die persönlichen Angriffe sollen oder wie du auf Tichy kommst wenn ich einen Tagesschau Artikel verlinke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.April 2023, 02:08:08
Ich finde das Gesetz steht und fällt mit den Förderungen. Man kann es erst abschließend betrachten, wenn diese beschlossen wurde.

Es gibt kein akutes Verbot von Gas und Ölheizungen. Es gibt aber auch kein Zwang zur Techhnolgie der Wärmepumpe. Wenn die fossile Heizungsanlage ausfällt, die für viele Jahrzehnte im Haus lief, muss so oder so schnell mal ein fünfstelliger Betrag für eine Erneuerung gezahlt werden. Auch eine Gas und Ölheizung gibt es nicht geschenkt.  Dagegen muss eine Wärmepumpe verglichen werden. Zusätzlich zu den Kosten über die gesamte Laufzeit. Nicht pauschal 20.000 Euro aus dem Nichts heraus ohne Alternative.
Es wird Immobilien geben, in denen die neuen Reglungen schwer umzusetzen sind, weil Rahmebedingunen nicht zutreffen. Es wird sich zeigen wie viele das wirklich sind, welche Härtefälle es gibt und wieviel in diesem Fall die Förderungen abdecken.

Das es für ALLE günstiger wird sehe ich nicht. Das ist bei der Entscheidung aber auch nicht die Maxime. Wie fast kein Gesetz die komplette Bevölkerung gleichmäßig trifft und immer für alle nur positiv ist... Diese Annahme würde ich für realitätsfern halten. So funktioniert Politk meiner Meinung nach nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 10.April 2023, 09:23:59
Und Eigentum verpflichtet nunmal. Wer keine Rücklagen bildet um Reparaturen oder Modernisierungen am Haus bezahlen zu können ist bei einem Defekt der alten Heizungsanlage ebenfalls am Arsch. Und wo sollen den bereits eingebaute Öl- und gasheizungen verboten werden? Das ist genauso uninformierter Unsinn wie der Rest deines Beitrags. Bzw ich würde dir empfehlen dich mal auf anständigen Nachrichtenportalen zu informieren statt bei Tichy's Einblick oder wo auch immer du den Quatsch her hast. Es wird lediglich ab 2026 der Einbau solcher Heizungen als alleinige und Hauptenergiequelle verboten. Bestehende Heizungsanlagen dürfen aber noch bis 2045 betrieben werden. Hättest du wissen können wenn du es wissen wollen würdest. Was ich bei dir allerdings bezweifele.
Du kannst dir ja gerne noch schnell eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen und statt Wärmedämmung das Geld lieber für Koks und Nutten ausgeben um es Habeck mal so richtig zu zeigen. Nur wird es dir dann dein Bankkonto so richtig schön zeigen weil deine Heizkosten durch die steigenden Kosten für Öl oder Gas immer weiter steigen während die Heizkosten bei gut gedämmten Häusern mit EE-Anlagen sinken.

Eigentum verpflichtet...wozu denn? Dieser Gesetzentwurf ist eine Farce. Ich habe mir mal einen Heizungsbauer kommen lassen und mit ihm über eine Tausch meiner Ölheizung gesprochen, dass Ergebnis ist, dass ich ca. 38.000 EUR mehr ausgeben muss, wenn ich eine Wärmepumpe einbauen lasse. Eine neue Ölheizung ca. 10 - 12 Tausend Euro. Die Wärmepumpe + neue Heizkörper ca. 50 Tausend Euro. Zusätzlich ist es unklar, ob bei starker Kälte die Wärmepumpe genug Wärme für das Haus liefert. Also muss ich dann mit meinem Holzofen zuheizen. Da die Wärmepumpe über Strom läuft und der Strompreis mittlerweile sehr hoch ist, müsste dann auch eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach. Kosten ca. 30 - 40 Tausend Euro.....
Macht also für ein neues Heizungssystem mal eben 80 - 90 Tausend Euro Gesamtkosten.... Für 1 Haus. Wir haben noch ein zweites Haus, dass meiner Frau gehört, aber von den Schwiegereltern bewohnt wird. Hier bekommen wir keine Miete, da sie kaum Rente haben und das Haus einfach in Schuss halten. Fällt hier die Heizung ab 2024 aus und muss erneuert werden, haben wir die oben genannten Kosten noch einmal am Bein....
Und jetzt sag mir wo das Fair und durchdacht ist? Wir werden wohl kaum Förderung bekommen (weil Besserverdiener) und müssen aber damit rechnen mal nebenbei mindestens 160 Tausend Euro zu zahlen. Da wir uns das nicht leisten können, werden wir quasi enteignet oder zahlen bis weit in die Rente an dem zusätzlichen Kreditvertrag ab.
Und jetzt erkläre mir bitte wo Eigentum verpflichtet? Es verpflichtet mich nicht dazu, dass ich mir meine finanzielle Basis von einer Minderheit kaputt machen lasse, die einfach nur ihrer Ideologie folgt ohne die Bevölkerung mitzunehmen. Und ohne ein vernünftiges Konzept in der Tasche haben zu haben...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.April 2023, 09:54:54
Eigentum verpflichtet...wozu denn?
Na zur Klimarettung :) Wenn die Deutschen ihre Heizung umrüsten und auf das eAuto umsteigen, ist es völlig egal, wie lange China und Indien noch CO2 in die Atmosphäre jagen, das Klima ist dann safe.
(click to show/hide)

Zitat
Da wir uns das nicht leisten können, werden wir quasi enteignet oder zahlen bis weit in die Rente an dem zusätzlichen Kreditvertrag ab.
Es könnte sein, dass du gar keinen Kredit mehr über so eine hohe Summe bekommst, wenn das bis über die Rente hinaus läuft, da muss dann evtl. noch eine Lebensversicherung dazu kommen, was die Sache noch teurer macht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 10.April 2023, 10:01:22
@Maddux: Bitte achte auf deinen Ton und lass die Unterstellungen bleiben. Das entspricht nicht dem üblichen Umgang im Forum.

Zum Thema: Es ist aber auch einfach frustrierend gerade. Mit der aktuellen Klimaschutzpolitik kann glaube ich niemand wirklich zufrieden sein, egal in welchem politischen Lager man sich sieht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 10.April 2023, 10:50:11
Eigentum verpflichtet...wozu denn?
Na zur Klimarettung :) Wenn die Deutschen ihre Heizung umrüsten und auf das eAuto umsteigen, ist es völlig egal, wie lange China und Indien noch CO2 in die Atmosphäre jagen, das Klima ist dann safe.
(click to show/hide)

Zitat
Da wir uns das nicht leisten können, werden wir quasi enteignet oder zahlen bis weit in die Rente an dem zusätzlichen Kreditvertrag ab.
Es könnte sein, dass du gar keinen Kredit mehr über so eine hohe Summe bekommst, wenn das bis über die Rente hinaus läuft, da muss dann evtl. noch eine Lebensversicherung dazu kommen, was die Sache noch teurer macht.

Die Lebensversicherungen etc. sind ja alles da. Aber die sind nicht für das Haus gedacht, sondern für mein Alter. Und das ist ja das perfide. Einerseits soll man seit Jahren privat vorsorgen fürs Alter, aber durch solche Gesetze wird einem auch diese Sicherheit genommen. Diese Politik hat 0 Weitsicht und verunsichert die Menschen nur. Und nach den nächsten Wahlen heulen wieder alle Parteien rum, warum die AfD > 15% erreicht. Und dann nehmen sie sich vor, dass man wieder Politik für die Bevölkerung machen und besser Kommunizieren muss....... Und machen weiter wie bisher.....Die gesamte Politik ist einfach nur noch Frust pur. Und da ist es egal, ob Bundes-, Landes- oder Kommunalpolitik....,
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 10.April 2023, 10:55:34
Bin mit dem Heizungsmurks ebenfalls unzufrieden.

Habe mir vor 9 Jahren ein Haus gekauft. Neubau hätte ich mir nicht leisten können. Also 60er Jahre Bau. Auf dem Land. Im Prinzip günstig gekauft. Aber was ich jetzt für Renovierung ausgeben müsste, würde sich auch bei mir auf 60 bis über 100K belaufen. Ist hier halt die Frage ob wir "nur" von der Wärmepumpe mit eventuell Einbau von Fußbodenheizung (alternativ die weniger effektive Pumpe beim bestehenden Heizsystem, falls umrüstbar) oder obendrein auch die Dämmung der Außenfassade um das effektiv betreiben zu können, dazurechnen.

Ich bin stark für Klimaschutz. Ich tanke mein Auto nur viermal im Jahr und wenn es nicht mehr fährt, versuche ich es ohne. Seit meiner Kindheit bin ich nicht mehr geflogen. Etc. Aber aus privatwirtschaftlicher Sicht ist es völlig absurd eine sechsstellige Summe für Renovierung auszugeben, um die Heizkosten auf einem akzeptablen Niveau zu haben. Das amortisiert sich erst nach meinem Tod - also gar nicht.

Witzig auch, wie die Verantwortung jetzt auf die Haushalte abgewälzt wird. Bei mir läuft auch noch eine Ölheizung. Gasanschluss ist schon gelegt. Hat auch Geld gekostet. Warum Gas? Weil das vor kurzem noch das Heizversprechen der Regierung war mit ihren Pipelines nach Russland. Fairerweise will ich aber erwähnen, dass der Gasanschluss schon von den vorherigen Eigentümern gelegt wurde. Daher sind es in diesem Fall nicht meine Kosten. Doch meine Gedanken bei Einzug gingen auch in Richtung Gas, wenn die Ölheizung mal ausgedient hat.

Stichwort Rücklagen. Für eine neue Öl- oder Gasheizung hätte ich die Rücklagen. Für die Kosten für die Wärmepumpe mit allem drum und dran nicht. Verrückt auch, dass die Bürger dieses Landes jetzt ganz kirre gemacht werden. Erst der Plan, dann die Umsetzung. Warum geht sowas nicht Hand in Hand? Was ist mit der Förderung? Ich glaube auch nicht, dass ich die bekomme. Dafür verdiene ich vermutlich ebenfalls zu gut.

Aber dieser Verdienst fließt noch über Jahre in die Abzahlung des Hauses, welches ich nach Logik der Regierung für eine Wärmepumpe umfassend sanieren muss. Wer überprüft das eigentlich? Der Schornsteinfeger, der sich mit dieser Arbeit dann selbst überflüssig macht?

Das Ziel ist richtig, der Weg ist falsch. Wäre es nicht einfach möglich gewesen, die Steuern für Gas und Heizöl schrittweise zu erhöhen? Die Leute wären automatisch nach und nach auf die dann langfristig günstigeren Systeme umgestiegen. Aber ohne Zwang. Und ohne Zeitvorgabe.

Auch die Klimakleber, wo ich schon dabei bin, erreichen mit ihren Aktionen nur das Gegenteil von dem, was sie wollen. In meinem Bekanntenkreis sind alle für Klimaschutz. Aber die Klimakleber vergiften das Klima für dieses Thema. Es entsteht ein wahrer Hass gegen die Bewegung und im ungünstigsten Fall auch gegen die hehren Ziele. Auch da gilt: Lieber etwas Produktives machen, als etwas Destruktives. Vorbild sein. Zum Nachmachen anregen. Wenn die Leute mit Klebstoff rumschmieren und mit Brei werfen komme ich mir immer vor wie im Kindergarten.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.April 2023, 11:24:15
Einerseits soll man seit Jahren privat vorsorgen fürs Alter, aber durch solche Gesetze wird einem auch diese Sicherheit genommen. Diese Politik hat 0 Weitsicht und verunsichert die Menschen nur. Und nach den nächsten Wahlen heulen wieder alle Parteien rum, warum die AfD > 15% erreicht.
Richtig.

Zitat
Die gesamte Politik ist einfach nur noch Frust pur. Und da ist es egal, ob Bundes-, Landes- oder Kommunalpolitik....,
Das Problem ist die fehlende Alternative, die Linkspartei und AfD sind keine. Egal welche Partei man wählt, man bekommt - in geringen Abstufungen - die gleiche Politik wie von einer anderen Partei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 10.April 2023, 12:53:31
@DeDaim:

Wer in so einem aggressiven Ton mit Fehlinformationen um sich wirft muss mit entsprechendem Gegenwind rechnen.

Beim Rest gehe ich jetzt mal nicht auf einzelne Kommentare ein sondern schreibe allgemein zu den letzten Kommentaren.

Dann macht doch bitte mal Vorschläge welche Aktionen sonst von der Letzten Generation kommen sollten wen euch die derzeitigen Aktionen nicht passen. Aber schlagt Aktionen vor die nicht schon in den letzten 50 Jahren versucht wurden und welche die Politik nicht zum Umdenken bewegen konnten. So lange geht der ganze Mist mit den Warnungen vor der Klimakrise nämlich schon und 50 Jahre lang wurde nichts gemacht.
Von den Konservativen und Gazprom-Gerd wurde unsere Zukunft an Diktatoren verkauft um die Energiepreise niedrig zu halten und "weiter so"-Politik betreiben zu können während die Politiker sich dabei die Taschen voll gemacht haben. Und das "weiter so" wollt ihr ja offensichtlich auch wenn man sich die Kommentare so durchliest. Nochmal mindestens 30 Jahre fossile Brennstoffe verballern damit ihr euch keinen Kopf darüber machen müsst wie ihr eure Eigenheime billig geheizt bekommt. Das ist aber einfach nicht drin, alleine schon aus dem Grund weil die Heizkosten für fossile Brennstoffe weiter steigen werden.

Irgendwann muss mal ein Umdenken stattfinden und die Politik Maßnahmen ergreifen. Ich hatte vor der Wahl schon gesagt das die CDU den Laschet aus einem sehr guten Grund als Kanzlerkandidaten aufstellt. Die wussten bei der CDU ganz genau wie sehr das Land runtergewirtschaftet hatten und welche enormen Herausforderungen in den kommenden 8 Jahren auf die Regierung zukommen. Also haben sie mit Laschet einen Clown als Kanzlerkandidaten aufgestellt mit dem sie die Wahl verlieren aber der ihnen noch genug Stimmen von den Omis bringt um in der Opposition relevant zu sein. Die Fehler von 41 Jahren konservativer Politik dürfen SPD und Grüne ausbaden während man die Regierung vor sich her treibt und dabei schön verschweigt das man selbst an der Scheiße Schuld ist.

Und ja, es waren 41 Jahre verfehlte konservative Politik in den letzten 50 Jahren und man hat nicht nur die letzten 16 Jahre in den Sand gesetzt. In solchen Zeiträumen muss man auch denken wenn man wieder mit "aber China und Indien" argumentieren will. CO² schlägt mit seinen Effekten nicht sofort rein sondern erst nach 50 - 80 Jahren nachdem die Natur das gespeicherte CO² wieder abgibt. Und da haben wir im Westen seit der Industrialisierung so viel Mist in die Luft geblasen das unser CO²-Abdruck, sowohl gesamt als auch per capita, um ein Vielfaches höher liegt als bei den Chinesen oder Indern. Blöderweise für eure Argumentation blasen die verdammten Chinesen, jetzt wo sie die Industrialisierung nachholen um mit dem Westen auf eine Stufe zu kommen, per capita weniger Treibhausgase in die Luft als wir linksgrünversifften Ökos.
Was daran liegt das die Chinesen ihre Kohlekraftwerke als schnellen Versorgungspuffer betreiben während sie erneuerbare Energien massiv ausbauen. Genau wie die Elektromobilität. Bei uns wird rumgeheult weil in der EU irgendwann im 50 Jahren keine Verbrenner mehr erlaubt sein sollen während es in China schon seit Jahren viel extremere Quotenregelungen gibt und hunderttausende Verbrennerautos deutscher Hersteller vor den Werken vergammeln weil sie in China niemand mehr kaufen will.

Das Verhalten von Konservativen in den letzten 50 Jahren kann man gut mit Rentner beschreiben der mit seinem Auto auf eine Wand zurast. Vor 50 Jahren wäre die Wand so weit weg gewesen das wir nur ganz langsam vom Gas hätten gehen müssen um um die Wand herumfahren zu können. Durch die fehlerhafte Politik und das "weiter so" hätte über die letzten 50 Jahre immer stärker abgebremst werden müssen. Es wurde aber nicht abgebremst sondern immer weiter beschleunigt während die Wand immer näher kommt. Das Verhalten der Konservativen heutzutage ist wie wenn der Rentner mit Vollgas auf die Wand zurast, sich kurz vorm Einschlag zu seinen panisch schreienden (Enkel)Kindern umdreht und sagt "ich weiss garnicht wo euer Problem ist. ICH hatte doch ein tolles Leben."
Ihr hingegen schreit noch nichtmal euren Vater auf dem Fahrersitz an. Stattdessen schreit ihr den Anhalter auf dem Rücksitz an weil er euch mit seinem "da vorne ist eine Wand" auf die Nerven geht.

Jetzt ist der letztmögliche Zeitpunkt um etwas zu ändern und die Änderungen für Hausbesitzer lauten:
- Einbau von 100% fossiler Heizanlagen nur noch bis Ende 2025 erlaubt
- danach Einbau fossiler Heizanlagen nur noch erlaubt wenn mindestens 65% der Heizleistung aus erneuerbaren Energien kommt (egal ob Wärmepumpe, Solar, Windkraft...)
- Betrieb von bestehenden fossilen Anlagen bis 2045 erlaubt

Förderungen für energetische Sanierung gibt es schon lange und wer das verpasst hat sowie keine Rücklagen für Haussanierungen gebildet hat ist eben am Arsch. Sorry but not sorry. Wenn eure bestehende fossile Anlage kaputt geht habt ihr genauso finanzielle Probleme. Und ich würde dringend empfehlen mal noch ein paar andere Heizungsbauer zu fragen wenn die Sanierung deiner 2 Häuser angeblich 160.000€ kostet. Eine Komplettumrüstung auf Wärmepumpe kostet weniger als 40.000€. Und komplett bedeutet komplett. Entsorgung der kompletten alten Anlage inklusive aller Heizkörper und Rohrverbindungen, Einbau einer Wärmepumpe plus gedämmter Rohrverbindung sowie krachneuer Heizkörper, Fussbodenheizung im und Dämmung des ganzen Hauses.
Eine neue fossile Anlage inklusive Heizkörper etc ist auch nicht bedeutend günstiger. Dann hast du allerdings keine Fussbodenheizung, das Haus nicht gedämmt und deine Heizkosten sind wegen der höheren Kosten für Öl und/oder Gas höher.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 10.April 2023, 13:26:16

Förderungen für energetische Sanierung gibt es schon lange und wer das verpasst hat sowie keine Rücklagen für Haussanierungen gebildet hat ist eben am Arsch. Sorry but not sorry. Wenn eure bestehende fossile Anlage kaputt geht habt ihr genauso finanzielle Probleme. Und ich würde dringend empfehlen mal noch ein paar andere Heizungsbauer zu fragen wenn die Sanierung deiner 2 Häuser angeblich 160.000€ kostet. Eine Komplettumrüstung auf Wärmepumpe kostet weniger als 40.000€. Und komplett bedeutet komplett. Entsorgung der kompletten alten Anlage inklusive aller Heizkörper und Rohrverbindungen, Einbau einer Wärmepumpe plus gedämmter Rohrverbindung sowie krachneuer Heizkörper, Fussbodenheizung im und Dämmung des ganzen Hauses.
Eine neue fossile Anlage inklusive Heizkörper etc ist auch nicht bedeutend günstiger. Dann hast du allerdings keine Fussbodenheizung, das Haus nicht gedämmt und deine Heizkosten sind wegen der höheren Kosten für Öl und/oder Gas höher.

Das ist aber toll, dass du die baulichen Gegebenheiten so gut von der Ferne einschätzen kannst....
Und wenn du den Beitrag gelesen hättest, geht es auch darum direkt Photovoltaik aufs Dach zu packen, damit man von den Stromkosten nicht erschlagen wird.
Das ist schön, dass du den Leuten Pech vorwirfst, oder dass sie selbst Schuld sind, wenn sie vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben und da noch ein paar Jahre abzuzahlen haben. Wie man in der Zeit genug Geld beiseite legen sollen um diese Herausforderungen zu stemmen? Eine Wärmepumpe mit allem kostet eben nicht einfach mal nur 40.000 EUR. Plapper nicht einfach den Scheiß von Lang und Habeck nach, die sich ihren Gesetzesentwurf einfach nur schönreden wollen, aber der nichts anderes ist, als eine Enteignung von vielen Eigenheimbesitzern, die sich den Traum vom eigenen Haus irgendwie vom Mund abgespart haben.

Aber deine Meinung über die "letzte Generation" bzw. wie du deren Taten verteidigst, sagt genug über dich aus.....
Aber wenn es ok ist, wenn Leute sich radikalisieren um ihren Willen durchzusetzen, dann ist dieses Land am Ende.... Immer schön einer Ideologie hinterher laufen ohne an die Folgen (auch die Sozialen) zu denken....Hat ab 33 auch toll geklappt. Damals sind die Deutschen einem gescheiterten Postkartenmaler hinterher gelaufen, heutzutage sind es Kinderbuchautoren und Menschen ohne Berufsabschluss....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 10.April 2023, 13:35:09
Ich sehe zwar nicht, wie man mit nur 40k Euro eine Wärmepumpe samt Fassadendämmung und nagelneuer Fußbodenheizung finanziert bekommt, kann aber grundsätzlich das Anliegen verstehen. Was jedoch einigen hier im Thread sauer aufstößt, ist die Art und Weise, wie das heutzutage kommuniziert wird. Dieses mangelnde Fingerspitzengefühl vonseiten der Politik gegenüber Leuten aus der Mittelschicht oder darunter ist es, was Wähler verprellt. Wie soll Otto Normalverbraucher die energetische Sanierung meistern, wenn die Inflation die Kosten allerorten in die Höhe treibt? Zudem steht man jetzt natürlich vor dem Problem, dass alle die Wärmepumpe wollen, es also an Fachkräften mangelt ohne Ende (was jedoch innerhalb eines Ausbildungszyklus behoben werden könnte). Sieht man dann noch, wie viel Geld Otto Normalverbraucher allein für das Wohnen ausgeben muss, ist klar, dass viele Menschen sich diese Umbaumaßnahmen schlichtweg nicht leisten können.
Hätten das die Vorgängerregierungen vor 20, 30 oder 40 Jahren sehen müssen? Sicher. Hätten diese etwas dagegen tun müssen? Bestimmt. Haben sie aber nicht und daher muss angesichts von Sondervermögen für die Bundeswehr, Bildung und marode Infrastruktur (ich sage nur Schienennetz der Bahn und Zustand der Autobahnbrücken) irgendwo auch Geld für die Folgen des Klimawandels her.

Das muss besser erklärt werden (in allen Medien) und es müssen Anreize geschaffen werden, bewusster zu konsumieren und z.B. energetische Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen, die sich eben eine breite Masse leisten kann. Die Debatte um das Verbot von fossilen Heizungen zeigt doch, dass man zwar ein hehres Ziel hat, aber nicht über die Folgen für viele Bürger nachgedacht hat. Natürlich wird das Geld kosten. Jeden von uns. Aber man hat es versäumt, das Konzept sozialverträglich zu gestalten. Und ich schätze, dass dies der größte Kritikpunkt vieler Leute ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 10.April 2023, 13:36:21
Und was man gerne auch mal bedenken darf... Wir retten nicht die Welt/das Klima, wenn in Deutschland anders geheizt wird... Aber es wird der soziale Friede sehr stark gefährdet.... Auch darüber sollten sich einige Politiker/Aktivisten etc. mal Gedanken machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 10.April 2023, 13:48:45
Und was man gerne auch mal bedenken darf... Wir retten nicht die Welt/das Klima, wenn in Deutschland anders geheizt wird... Aber es wird der soziale Friede sehr stark gefährdet.... Auch darüber sollten sich einige Politiker/Aktivisten etc. mal Gedanken machen.

Kann man. Was passiert wohl, wenn wir in Deutschland weiterhin auf fossile Energieträger setzen? Richtig, irgendwann wird das Heizen unbezahlbar. Die Leute haben ja jetzt schon revoltiert bei dem Pipifaxgaspreis. Und was passiert dann? Richtig, die dann zwingend notwendige Subvention durch den Staat wird Unsummen kosten. Und das gefährdet dann den „sozialen Frieden“. Da geht es mitnichten nur um „Klimaschutz“.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.April 2023, 13:52:19
Aber wenn es ok ist, wenn Leute sich radikalisieren um ihren Willen durchzusetzen, dann ist dieses Land am Ende.... Immer schön einer Ideologie hinterher laufen ohne an die Folgen (auch die Sozialen) zu denken....Hat ab 33 auch toll geklappt. Damals sind die Deutschen einem gescheiterten Postkartenmaler hinterher gelaufen, heutzutage sind es Kinderbuchautoren und Menschen ohne Berufsabschluss....

Dritte Reichs Vergleiche beim Thema Klimaschutz...  :-\ Ernsthaft? Die Rethorik muss doch trotz aller Polarisierung und Uneinigkeit bei dem Thema nicht sein.  :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.April 2023, 14:00:10
Dann macht doch bitte mal Vorschläge ...
Man muss zuerst von diesem Unsinn wegkommen, dass Deutschland das Klima retten könne. Und nein, das bedeutet nicht, dass wir nichts tun müssen, sondern dass wir die Energiewende so umsetzen, dass die Menschen, die in Deutschland leben und arbeiten nicht finanziell überlastet werden und dass sie keine Angst haben müssen, ihre Altersvorsorge zu verlieren. Die Politik hat dem Souverän, dem Bürger, zu dienen und nicht umgekehrt.
Der Zeitdruck, den die Grünen und die Medien suggerieren, ist überhaupt nicht gegeben, ob Deutschland jetzt 2045 oder 2050 oder wie China erst 2060 klimaneutral wird ist für den Klimawandel total egal. Daher besteht überhaupt kein Grund zur Hetze bei den privaten Heizungen, besonders dann nicht, wenn gleichzeitig die Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen hochgefahren wird. Das ist komplett schizophren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 10.April 2023, 14:11:54

Förderungen für energetische Sanierung gibt es schon lange und wer das verpasst hat sowie keine Rücklagen für Haussanierungen gebildet hat ist eben am Arsch. Sorry but not sorry. Wenn eure bestehende fossile Anlage kaputt geht habt ihr genauso finanzielle Probleme. Und ich würde dringend empfehlen mal noch ein paar andere Heizungsbauer zu fragen wenn die Sanierung deiner 2 Häuser angeblich 160.000€ kostet. Eine Komplettumrüstung auf Wärmepumpe kostet weniger als 40.000€. Und komplett bedeutet komplett. Entsorgung der kompletten alten Anlage inklusive aller Heizkörper und Rohrverbindungen, Einbau einer Wärmepumpe plus gedämmter Rohrverbindung sowie krachneuer Heizkörper, Fussbodenheizung im und Dämmung des ganzen Hauses.
Eine neue fossile Anlage inklusive Heizkörper etc ist auch nicht bedeutend günstiger. Dann hast du allerdings keine Fussbodenheizung, das Haus nicht gedämmt und deine Heizkosten sind wegen der höheren Kosten für Öl und/oder Gas höher.

Das ist aber toll, dass du die baulichen Gegebenheiten so gut von der Ferne einschätzen kannst....
Und wenn du den Beitrag gelesen hättest, geht es auch darum direkt Photovoltaik aufs Dach zu packen, damit man von den Stromkosten nicht erschlagen wird.
Das ist schön, dass du den Leuten Pech vorwirfst, oder dass sie selbst Schuld sind, wenn sie vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben und da noch ein paar Jahre abzuzahlen haben. Wie man in der Zeit genug Geld beiseite legen sollen um diese Herausforderungen zu stemmen? Eine Wärmepumpe mit allem kostet eben nicht einfach mal nur 40.000 EUR. Plapper nicht einfach den Scheiß von Lang und Habeck nach, die sich ihren Gesetzesentwurf einfach nur schönreden wollen, aber der nichts anderes ist, als eine Enteignung von vielen Eigenheimbesitzern, die sich den Traum vom eigenen Haus irgendwie vom Mund abgespart haben.

Aber deine Meinung über die "letzte Generation" bzw. wie du deren Taten verteidigst, sagt genug über dich aus.....
Aber wenn es ok ist, wenn Leute sich radikalisieren um ihren Willen durchzusetzen, dann ist dieses Land am Ende.... Immer schön einer Ideologie hinterher laufen ohne an die Folgen (auch die Sozialen) zu denken....Hat ab 33 auch toll geklappt. Damals sind die Deutschen einem gescheiterten Postkartenmaler hinterher gelaufen, heutzutage sind es Kinderbuchautoren und Menschen ohne Berufsabschluss....

Du kannst doch nicht ernsthaft die Klimaaktivisten von heute mit dem Aufkommen des NS-Regimes gleichsetzen. Das entbehrt jedweder vernünftigen Grundlage einer normalen Diskussion bzw. Argumentation. Da stellst du dich eher mit den Idioten gleich, die vom Klimaterrorismus schreiben, nur um Schlagzeilen zu erzeugen und ein paar Zeitungen zu verkaufen und Klicks zu generieren.
Sicher sind nicht alle Aktionen der Letzten Generation wohlüberlegt oder nicht unbedingt zielführend (hier dann bitte Vorschläge einfügen für bessere Aktionen), aber anders als durch zivilen Ungehorsam lässt sich nunmal nicht auf das drohende Klimaproblem hindeuten. Es hat die Politiker schon seit Jahrzehnten nicht wirklich gekümmert und da muss ich auch Maddux Recht geben, vor allem die konservativ geführten Regierungen hat es zuletzt auch nicht großartig gejuckt. Jetzt steht man wirklich bald am Abgrund und hinterlässt eine Welt, die in 100 Jahren bestimmt nicht mehr so lebenswert ist. Es muss jetzt was passieren, da wurde einfach jahrelang alles verschlafen und kleingeredet. Die Entscheidungen, die aktuell getroffen werden sind nicht populär, aber es muss nunmal was geschehen. Das größte Problem bei diesen Reformen etc. ist sicher die mangelnde Kommunikation a la friss oder stirb.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 10.April 2023, 16:10:59
@DeDaim:

Wer in so einem aggressiven Ton mit Fehlinformationen um sich wirft muss mit entsprechendem Gegenwind rechnen.

Es ist aber ein Unterschied, ob es schlicht ein polemischer Post ist oder du einen anderen User direkt angehst. Ich hoffe doch sehr, dass dir der Unterschied klar ist.

@gruffi: Der NS-Vergleich ist wirklich völlig daneben und hat hier nichts zu suchen. Ernsthaft, was denkst du dir dabei?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 10.April 2023, 17:31:24
Dann macht doch bitte mal Vorschläge welche Aktionen sonst von der Letzten Generation kommen sollten wen euch die derzeitigen Aktionen nicht passen. Aber schlagt Aktionen vor die nicht schon in den letzten 50 Jahren versucht wurden und welche die Politik nicht zum Umdenken bewegen konnten. So lange geht der ganze Mist mit den Warnungen vor der Klimakrise nämlich schon und 50 Jahre lang wurde nichts gemacht.

Von der Letzten Generation? Nichts. Die sind für mich und für andere auch verbrannt. Alle Vorschläge die von diesen "Erpressern" kommen, würden von den Bürgern und der Politik vermutlich kaum ernstgenommen.

Dann müsste schon eine neue Organisation/Partei gegründet werden. Vorschläge? Ich versuche mich mal. Allerdings habe ich sicherlich längst nicht alle Aktionen der letzten 50 Jahre, die schon gelaufen sind, im Hinterkopf.

Du musst die Bürger abholen. Ist schwierig. Schaffst du aber nicht mit Randale auf der Autobahn. Du musst sie da packen, wo sie dir zuhören: Geld und Lebensqualität. Beim Geld versuchen es auch die Grünen. Aber verkehrt herum. Wird nämlich alles teuer. Anstelle sich auf die Straßen zu kleben, lieber in Werbung investieren. Nach dem Motto "Verzichte auf dein Auto und mache einen Monat mehr Urlaub". Schon vor einigen Jahren kostete ein durchschnittlicher PKW 250 Euro im Monat (Anschaffungskosten inklusive). Heute sind es eher 300 Euro (wobei es immer Ausnahmen gibt). Kannst du die Fortbewegung über das 49-Euro-Ticket organsieren, liegt die Ersparnis bei 250 Euro im Monat - also bei 3.000 Euro im Jahr. Netto! Brutto wärst du (je nach Steuerklasse) eher bei 5.000+ Euro. Wer auf sein Auto verzichtet, der kann also einen Monat mehr frei machen.

Ähnlich beim Heizen. Du schreibst selber, dass die Preise für fossile Brennstoffe steigen. Dann regelt es der Markt doch von alleine. Aber auch hier sollte den Bürgern von Seiten der Politik oder entsprechenden Organisationen aufgezeigt werden, wie sparen geht. Die Wohlfühltemperatur lässt sich zu einem gewissen Grad anpassen. Ich fühle mich schon bei 18 Grad sehr wohl. Schlafe abends beim Fernsehen nicht ein. Wie wir alle wissen sollten, spart ein Grad Heiztemperatur weniger ca. 6 Prozent. Wer von 21 Grad auf 18 Grad reduziert, der spart 18 Prozent. Wer sonst im Jahr 1.200 Euro zahlt, der könnte nochmals 216 Euro sparen.

Anstelle auf die teureren Renovierungen (z.B. Außendämmung) zu pochen, sollten die kostengünstigeren und ebenfalls effektiven Maßnahmen bevorzugt werden. Neue Fenster und eine Dämmung des Dachbodens sind weniger kostenintensiv. Mit Förderung würden die meisten Bürger anspringen. Denn hier amortisiert sich der finanzielle Aufwand wirklich über die Zeit (Mag auch hier Ausnahmen geben).

Solche Positivbeispiele müssen beworben werden. Es sollte darum gehen die eigenen Finanzen zu entlasten und die Lebensqualität zu steigern. Die Letzte Generation raubt hingegen Lebensqualität und bringt die Bevölkerung und Politik damit gegen sich auf. Das Volk begehrt gegen die Straßenkleber auf. Und die Politik darf sich ohnehin nicht erpressbar machen.

In den großen Umweltfragen würde ich mich über etwas mit Event-Charakter freuen. So eine Mischung aus den Oscars (Unterschiedliche Kategorien), einer Fußball-WM (Möglichst viele Nationen) und Höhle der Löwen (Erfindung, Wissenschaft und Alltagsnutzen). Jedes Land sucht Erfinder, Gründer und Tüftler ind Kategorien, wie Hausgebrauch (für jeden Haushalt), Global Klima (Entlastung, CO2-Aufnahme, etc.), Schadensbegrenzung (kein schönes Wort // Wettermanipulation (ebenfalls umstritten, mir fällt aber gerade nix besseres ein)), etc. Das Ganze gehört ins Fernsehen, um ein Bewusstsein für die Probleme zu schaffen und gleichzeitig Lösungen aufzuzeigen. Jedes Land macht seinen eigenen Wettbewerb und dann gibt es ein globales Event. Wichtig wäre, dass sich alle teilnehmenden Länder im Vorfeld zur Umsetzung einer Maßnahme je Kategorie verpflichten. Die Erfinder sollten finanziell natürlich ebenfalls profitieren. Mir ist natürlich bewusst, dass es schon Wettbewerbe und Fördertöpfe gibt. Dennoch ist es zu sehr Nische. Ich hatte mal von so einem Zaun (polnische Gründer?) gelesen, der Strom produziert. Oder von dem Deutschen, der radioaktiven Restmüll zur Energiegewinnung nutzen will (der hatte die Mittel in DE nicht bekommen und forscht jetzt glaube ich in England).

@Maddux: Du hast Vorschläge gefordert. Vermutlich bist du mit meinen Gedanken nicht einverstanden, hältst sie für naiv oder sonstwas. Aber ich möchte mal umgekehrt fragen. Was glaubst du denn hat die Letzte Generation schon erreicht? Was glaubst du wird sie mit den gewählten Mitteln mittel- oder langfristig erreichen?

Förderungen für energetische Sanierung gibt es schon lange und wer das verpasst hat sowie keine Rücklagen für Haussanierungen gebildet hat ist eben am Arsch. Sorry but not sorry. Wenn eure bestehende fossile Anlage kaputt geht habt ihr genauso finanzielle Probleme. Und ich würde dringend empfehlen mal noch ein paar andere Heizungsbauer zu fragen wenn die Sanierung deiner 2 Häuser angeblich 160.000€ kostet. Eine Komplettumrüstung auf Wärmepumpe kostet weniger als 40.000€. Und komplett bedeutet komplett. Entsorgung der kompletten alten Anlage inklusive aller Heizkörper und Rohrverbindungen, Einbau einer Wärmepumpe plus gedämmter Rohrverbindung sowie krachneuer Heizkörper, Fussbodenheizung im und Dämmung des ganzen Hauses.
Eine neue fossile Anlage inklusive Heizkörper etc ist auch nicht bedeutend günstiger. Dann hast du allerdings keine Fussbodenheizung, das Haus nicht gedämmt und deine Heizkosten sind wegen der höheren Kosten für Öl und/oder Gas höher.

Diese deine Rechnung stimmt halt einfach nicht. 40K sind wirklich das Minimum und je nach Größe des Hauses oder der Notwendigkeit weiterer Renovierungsmaßnahmen, ist es oftmals mindestens das Doppelte. Zudem gibt es mehr Ausnahmen, als viele glauben. Mein Bruder betreibt eine Landwirtschaft. Geerbt. Denkmalschutz. Renovierungen waren dort immer nur bedingt möglich. Deckenhöhe... keine Ahnung 3,5 Meter bis 4,5 Meter. Macht da eine Fußbodenheizung Sinn? Lohnt sich hier die Rennovierung über drei Etagen? Ist man wirklich selbst schuld? Sorry, aber nicht sorry. Die Eigentümer konnten damit nicht rechnen. Hand aufs Herz. Ohne den russischen Angriffskrieg hätten die Grünen ihre Wärmepumpenpläne nicht durchbekommen. Die SPD hätte auf ihre millionenschwere Pipeline gepocht. Weil dem so ist und weil die Politik über Jahrzehnte so ausgerichtet war, hat das Volk entsprechend gehandelt. Jetzt zu sagen "Lieber Bürger, dass hättest du doch wissen müssen" ist m.E. nicht korrekt.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.April 2023, 18:30:55
Dann macht doch bitte mal Vorschläge welche Aktionen sonst von der Letzten Generation kommen sollten wen euch die derzeitigen Aktionen nicht passen. Aber schlagt Aktionen vor die nicht schon in den letzten 50 Jahren versucht wurden und welche die Politik nicht zum Umdenken bewegen konnten. So lange geht der ganze Mist mit den Warnungen vor der Klimakrise nämlich schon und 50 Jahre lang wurde nichts gemacht.

Von der Letzten Generation? Nichts. Die sind für mich und für andere auch verbrannt. Alle Vorschläge die von diesen "Erpressern" kommen, würden von den Bürgern und der Politik vermutlich kaum ernstgenommen.

Dann müsste schon eine neue Organisation/Partei gegründet werden. Vorschläge? Ich versuche mich mal. Allerdings habe ich sicherlich längst nicht alle Aktionen der letzten 50 Jahre, die schon gelaufen sind, im Hinterkopf.

Du musst die Bürger abholen. Ist schwierig. Schaffst du aber nicht mit Randale auf der Autobahn. Du musst sie da packen, wo sie dir zuhören: Geld und Lebensqualität. Beim Geld versuchen es auch die Grünen. Aber verkehrt herum. Wird nämlich alles teuer. Anstelle sich auf die Straßen zu kleben, lieber in Werbung investieren. Nach dem Motto "Verzichte auf dein Auto und mache einen Monat mehr Urlaub". Schon vor einigen Jahren kostete ein durchschnittlicher PKW 250 Euro im Monat (Anschaffungskosten inklusive). Heute sind es eher 300 Euro (wobei es immer Ausnahmen gibt). Kannst du die Fortbewegung über das 49-Euro-Ticket organsieren, liegt die Ersparnis bei 250 Euro im Monat - also bei 3.000 Euro im Jahr. Netto! Brutto wärst du (je nach Steuerklasse) eher bei 5.000+ Euro. Wer auf sein Auto verzichtet, der kann also einen Monat mehr frei machen.

Ähnlich beim Heizen. Du schreibst selber, dass die Preise für fossile Brennstoffe steigen. Dann regelt es der Markt doch von alleine. Aber auch hier sollte den Bürgern von Seiten der Politik oder entsprechenden Organisationen aufgezeigt werden, wie sparen geht. Die Wohlfühltemperatur lässt sich zu einem gewissen Grad anpassen. Ich fühle mich schon bei 18 Grad sehr wohl. Schlafe abends beim Fernsehen nicht ein. Wie wir alle wissen sollten, spart ein Grad Heiztemperatur weniger ca. 6 Prozent. Wer von 21 Grad auf 18 Grad reduziert, der spart 18 Prozent. Wer sonst im Jahr 1.200 Euro zahlt, der könnte nochmals 216 Euro sparen.

Anstelle auf die teureren Renovierungen (z.B. Außendämmung) zu pochen, sollten die kostengünstigeren und ebenfalls effektiven Maßnahmen bevorzugt werden. Neue Fenster und eine Dämmung des Dachbodens sind weniger kostenintensiv. Mit Förderung würden die meisten Bürger anspringen. Denn hier amortisiert sich der finanzielle Aufwand wirklich über die Zeit (Mag auch hier Ausnahmen geben).

Solche Positivbeispiele müssen beworben werden. Es sollte darum gehen die eigenen Finanzen zu entlasten und die Lebensqualität zu steigern. Die Letzte Generation raubt hingegen Lebensqualität und bringt die Bevölkerung und Politik damit gegen sich auf. Das Volk begehrt gegen die Straßenkleber auf. Und die Politik darf sich ohnehin nicht erpressbar machen.

In den großen Umweltfragen würde ich mich über etwas mit Event-Charakter freuen. So eine Mischung aus den Oscars (Unterschiedliche Kategorien), einer Fußball-WM (Möglichst viele Nationen) und Höhle der Löwen (Erfindung, Wissenschaft und Alltagsnutzen). Jedes Land sucht Erfinder, Gründer und Tüftler ind Kategorien, wie Hausgebrauch (für jeden Haushalt), Global Klima (Entlastung, CO2-Aufnahme, etc.), Schadensbegrenzung (kein schönes Wort // Wettermanipulation (ebenfalls umstritten, mir fällt aber gerade nix besseres ein)), etc. Das Ganze gehört ins Fernsehen, um ein Bewusstsein für die Probleme zu schaffen und gleichzeitig Lösungen aufzuzeigen. Jedes Land macht seinen eigenen Wettbewerb und dann gibt es ein globales Event. Wichtig wäre, dass sich alle teilnehmenden Länder im Vorfeld zur Umsetzung einer Maßnahme je Kategorie verpflichten. Die Erfinder sollten finanziell natürlich ebenfalls profitieren. Mir ist natürlich bewusst, dass es schon Wettbewerbe und Fördertöpfe gibt. Dennoch ist es zu sehr Nische. Ich hatte mal von so einem Zaun (polnische Gründer?) gelesen, der Strom produziert. Oder von dem Deutschen, der radioaktiven Restmüll zur Energiegewinnung nutzen will (der hatte die Mittel in DE nicht bekommen und forscht jetzt glaube ich in England).

@Maddux: Du hast Vorschläge gefordert. Vermutlich bist du mit meinen Gedanken nicht einverstanden, hältst sie für naiv oder sonstwas. Aber ich möchte mal umgekehrt fragen. Was glaubst du denn hat die Letzte Generation schon erreicht? Was glaubst du wird sie mit den gewählten Mitteln mittel- oder langfristig erreichen?

Förderungen für energetische Sanierung gibt es schon lange und wer das verpasst hat sowie keine Rücklagen für Haussanierungen gebildet hat ist eben am Arsch. Sorry but not sorry. Wenn eure bestehende fossile Anlage kaputt geht habt ihr genauso finanzielle Probleme. Und ich würde dringend empfehlen mal noch ein paar andere Heizungsbauer zu fragen wenn die Sanierung deiner 2 Häuser angeblich 160.000€ kostet. Eine Komplettumrüstung auf Wärmepumpe kostet weniger als 40.000€. Und komplett bedeutet komplett. Entsorgung der kompletten alten Anlage inklusive aller Heizkörper und Rohrverbindungen, Einbau einer Wärmepumpe plus gedämmter Rohrverbindung sowie krachneuer Heizkörper, Fussbodenheizung im und Dämmung des ganzen Hauses.
Eine neue fossile Anlage inklusive Heizkörper etc ist auch nicht bedeutend günstiger. Dann hast du allerdings keine Fussbodenheizung, das Haus nicht gedämmt und deine Heizkosten sind wegen der höheren Kosten für Öl und/oder Gas höher.

Diese deine Rechnung stimmt halt einfach nicht. 40K sind wirklich das Minimum und je nach Größe des Hauses oder der Notwendigkeit weiterer Renovierungsmaßnahmen, ist es oftmals mindestens das Doppelte. Zudem gibt es mehr Ausnahmen, als viele glauben. Mein Bruder betreibt eine Landwirtschaft. Geerbt. Denkmalschutz. Renovierungen waren dort immer nur bedingt möglich. Deckenhöhe... keine Ahnung 3,5 Meter bis 4,5 Meter. Macht da eine Fußbodenheizung Sinn? Lohnt sich hier die Rennovierung über drei Etagen? Ist man wirklich selbst schuld? Sorry, aber nicht sorry. Die Eigentümer konnten damit nicht rechnen. Hand aufs Herz. Ohne den russischen Angriffskrieg hätten die Grünen ihre Wärmepumpenpläne nicht durchbekommen. Die SPD hätte auf ihre millionenschwere Pipeline gepocht. Weil dem so ist und weil die Politik über Jahrzehnte so ausgerichtet war, hat das Volk entsprechend gehandelt. Jetzt zu sagen "Lieber Bürger, dass hättest du doch wissen müssen" ist m.E. nicht korrekt.

LG Veni_vidi_vici

Ich glaube hier werden Dinge vermischt. Die Letzte Generation sind Aktivisten die Aktistenzeug machen. Die müssen die Lösung nicht herbei führen. Die suchen Aufmerksamkeit und mehr nicht. Ich halte die Aktionen der Letzten Generation auch nicht für zielführend, ihre Motivation aber wiederum für richtig. Dagegen zum Beispiel die Aktionen von Friday For Future hielt ich für zielführend und sehr erfolgreich bei gleicher Motivation.

Deine Ideen zur Bildung finde ich prinzipiell gut, weil Bildung immer gut ist. Allerdings setzt das voraus, dass wir es mit dem Homo oeconomicus zu tun haben. Das was du beschreibst ist nämlich alles kein Geheimwissen und wird trotzdem nicht gemacht. Menschen wissen, dass sie bei Außentemperaturen von -5 Grad und innen auf 22 Grad geheizt beim rumsitzen im T-Shirt überflüssig Geld rausschmeißen. Genau so wie die Mehrheit wohl weiß, dass man beim Kauf eines Autos überlegen kann, ob es zu seinen Lebensumständen passt. Das ist keine Raktenwissenschaft. Aber der Mensch verhält sich nicht immer sinvoll. Der Mensch verhält sich oft nicht mal koharänt zu seinen geäußerten Überzeugungen...
Also ja - Ich finde auch, dass das "Bundesamt für was auch immer" in so eine Aufkärung investieren sollte. Ich denke auch, dass das schon getan wird. So was sollte auch in der Schule dran kommen. Aber das Konsumverhalten von Erwachsenen auf Basis von intrinsischer Motivation durch Werbe und Aufklärungsvideos zu verändern, hätte, befürchte ich, einen kleinen Effekt.

Wir der Einbau von Fenstern nicht bereits gefördert? Das wurde meines Wissens nach mit dem Gebäudeenergeigesetz eingeführt. Es gibt Zuschüsse, Sonderkredite und Steuererleichterungen.

Der European Climate Contest finde ich eine tolle Idee!  ^-^


Wenn ich es mir recht überlege gibt es zur Lenkung immer nur drei Möglichkeiten. Status Quo, Steuerung über den Markt (Verteurung) oder Verbot. Voraussgesetzt man möchte eine Änderung fällt Status Quo weg. Egal ob individueller Autoverkehr, Heizen, Fliegen, die Glühbirne, der Anschnallgurt, das Rauchverbot oder was auch immer. Man kann dafür sorgen, dass das Thema stark teurer wird. Dann wird geächzt, Menschen brauchen Hilfe und sie lernen hoffentlich ihr Verhalten zu ändern und man erhält den gewünschten Effekt (Das hat Joe beschrieben). Alternativ kann man es direkt verbieten. Dann wird geächzt, Menschen brauchen Hilfe und müssen ihr Verhalten ändern und man erhält den gewünschten Effekt.
Gibt es eine Alternative? Es ist halt nicht immer, ich würde sagen seltens, eine positive Alternative da, die alle zufrieden stellt.
Vielleicht hat jemand Beispiele für mich... Aber aktuell nichts ein, indem die Politik die Konsumenten nicht über Verteurung oder Verbot von einem Konsumverhalten wegbringen konnte. (Auf Dauer unwirtschaftliche Modelle wie das 9 Euro Ticket oder Innovationen, die altes sowieso obsolet machten, lasse ich mal außen vor.) Ich bin aber wirklich daran interessiert, falls jemand Beispiele aus den letzten Jahrzehnten hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 10.April 2023, 23:29:42
Zitat
Oder von dem Deutschen, der radioaktiven Restmüll zur Energiegewinnung nutzen will (der hatte die Mittel in DE nicht bekommen und forscht jetzt glaube ich in England).

Das haben sie in Deutschland schonmal probiert. Die Resonanz der Bevölkerung war nunja, sagen wir durchwachsen.

(https://www.bayerische-staatszeitung.de/fileadmin/imgs/Staatszeitung/Landtag/2018/10okt/1886973_lay.jpg)

https://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitungsanlage_Wackersdorf#Demonstrationen_und_Ausschreitungen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 11.April 2023, 05:31:27

Wenn ich es mir recht überlege gibt es zur Lenkung immer nur drei Möglichkeiten. Status Quo, Steuerung über den Markt (Verteurung) oder Verbot. Voraussgesetzt man möchte eine Änderung fällt Status Quo weg. Egal ob individueller Autoverkehr, Heizen, Fliegen, die Glühbirne, der Anschnallgurt, das Rauchverbot oder was auch immer. Man kann dafür sorgen, dass das Thema stark teurer wird.

In Sachen Auto legten Studien schon vor Jahren andere Lösungen nahe -- kein Wunder, dass sich die Industrie wohl gegen Kostentransparenz wehrt. Denn gemessen an den Einkommen (und Vermögen) können sich viele Haushalte schon seit vielen Jahren ein Auto eigentlich gar nicht leisten. Wortwörtlich.

https://www.spiegel.de/auto/autokauf-deutsche-unterschaetzen-tatsaechliche-kosten-ihres-autos-stark-a-e9230430-6794-4690-96cd-a988f53b93c4
https://taz.de/Studie-ueber-teure-Autos/!5827537/


Aber die Autolobby würde das regeln. Bis dahin bleibt das eigene Auto insbesondere für viele, die darauf angewiesen sind, ein Ticket für die garantierte Tretmühle --mäßige Altersvorsorge all inclusive. Immerhin: Selbst der autofreundliche ADAC weist sogar für einen VW Polo Unterhaltskosten von mehreren hundert Euro monatlich aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.April 2023, 09:20:25
Hat man denn auch die Firmenwagen berücksichtigt? Und was sollen die Leute tun, die keinen guten ÖPNV vor der Türe haben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.April 2023, 09:54:47
Ich habe das am Wochenende schonmal angesprochen. Der Mensch handelt nicht immer, oder sogar oft nicht, nach finanziellen Vorteilen und der daraus folgenden Logik. Was soll die Industrie da machen? Die Anschaffungskosten sind transparent, die erwarteten Preise für Wartungen sind transparent, zu erwartenden Steuern sind transparent und für die Versicherung sind sie nicht zuständig - die sind aber auch transparent. Wenn der Mensch, wie im Stern beschrieben, die Kosten, selbst wenn sie anfallen, nicht zusammenzählt, kann man auch nichts machen. Da ist das Auto nur ein Beispiel. Die wenigsten haben einen Überblick über Haushaltsausgaben und Freizeitkonsum und das Bankkonto ist eher eine Tendenz wo man Anfang des Monats mit Ende des Monats vergleicht, anstatt informiert zu sein, was in dem Monat ging und was nicht.
Der Stern macht da für mich eigentlich nur das Fass auf, dass bei vielen die finanzielle Übersicht fehlt. Im optimalen Fall sollte man seine jährlichen Ausgaben für Mobilität (und alles andere) nicht schätzen müssen. Das sollte sich auf jeden Fall ändern, damit mehr Menschen bewusst konsumieren und Teurungseffekte und Verknappungen wahrgenommen werden. Das ist allerdings eine Bildungssache.

Die Taz wiederum verweißt auf eine Studie, die ich für Konsumenten realitätsfremd halte. Ok, wissenschaftlich gesellschaftlich ist Autofahren teuer. Aber ein Konsument rechnet in den wenigsten Fällen die kompletten gesellschaftlichen Verflechtungen mit ein und tut so, als seien das seine Ausgaben (Er bekommt ja schon nicht seine Ausgaben hin...  ;)). So etwas wie "Zeitkosten" für im Stau verbrachte Zeit halte ich für an den Haaren herbei gezogen. Vielleicht halte ich im Stau stehen für wertvollere Zeit, weil ich da meine Ruhe habe. Besser zumindest, als am Bahnhof auf die verspätete Bahn zu warten. Bekomme ich dann eine Gutschrift?
Ich will gar nicht sagen, dass das Thema nicht wichtig ist. Aber die beiden Artikel haben eine komplett unterschiedliche Aussage. Das der Mensch seine Ausgaben nicht einschätzt auf der einen Seite und das man beim Autofahren gesellschaftliche Einflüsse bachten kann und sollte auf der Anderen.


Den von dir zitierten Abschnitt verstehe ich nicht. MIr ging es um eine Möglichkeit Konsumverhalten zu steuern. Die Artikel verweißen so ziemlich auf das Gegenteil. Der Mensch leistet es sich, obwohl es viel teurer ist als angenommen. Man könnte sagen, dass der TAZ Artikel Anlass zu einer Steuerung sein könnte, wenn die Kosten der Gesellschaft nicht mehr tragbar wären. Aber dann sind wir wieder am Ausganspunkt. Abgesehen von Signor Rossis Frage, was für viele auf dem Land lebenden, die mobil sein müssen, die Alternative wäre, wäre die interessante Frage, wie so ein Wandel angestoßen werden könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.April 2023, 10:54:04
...wäre die interessante Frage, wie so ein Wandel angestoßen werden könnte.
Indem man ein Angebot schafft, das besser ist als das bisherige, dann werden die Menschen das auch annehmen. Sowas ist in Deutschland aber mittlerweile undenkbar, da müsste man ja mal richtig die Köpfe rauchen lassen und eine konkrete Umsetzung planen und vorschlagen. Verbote und Verteuerungen von allem, was nicht in den politisch-ideologischen Kram passt, sind da viel einfacher, egal wie beschissen das dann für die Bürger wird, die haben das wie brave Untertanen zu schlucken. Dass man damit der AfD die Menschen in die Arme treibt, scheint auch egal zu sein. Mittlerweile habe ich echt Sorge, dass man das Land vor die Wand fährt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.April 2023, 11:22:47
...wäre die interessante Frage, wie so ein Wandel angestoßen werden könnte.
Indem man ein Angebot schafft, das besser ist als das bisherige, dann werden die Menschen das auch annehmen. Sowas ist in Deutschland aber mittlerweile undenkbar, da müsste man ja mal richtig die Köpfe rauchen lassen und eine konkrete Umsetzung planen und vorschlagen.

Ich bin Autofahrer und ich glaube, der Staat schafft es nicht mir ein Angebot zu machen, dass ich davon Abstand nehme. Nicht weil er nicht will. Er macht hier in meiner Gegend schon relativ viel. Sowohl auf komunaler Ebene, als auch auf Ebene des Landes und des Bundes. Nur nicht da wo ich es brauche. Ich halte das als Aufgabe für komplett unrealistisch und zwar nicht aus Unfähigkeit oder Unwillen heraus. Sondern, weil ich mich nicht nur entlang von Hauptverkehrsknoten bewege und darüber hinaus bequem bin und an flexible Mobilität gewöhnt bin. Das eine lasse ich nicht sein und das andere gebe ich, fürchte ich, nicht so schnell auf. So gut kann das neue Angebot gar nicht sein.
Gemeinsam mit der Entwicklung des Ausbaus sehe ich keine Änderung in den nächsten 10 Jahren und ohne das ich umziehe oder massive Einschränkungen in der Freizeit hinnehme. Anderen Menschen, denen es ähnlich geht, kann ich da gar kein Vorwurf machen. Bin gespannt, dass alles vor meinem nächsten Autokauf wieder durchzukauen und zu sehen, ob sich etwas geändert hat. Dabei wohne ich nicht mal am Ar*** der Welt.

Ehrlich gesagt... Mit ordentlichem Car-Sharing würde ich kein Auto besitzen. Aber da steckt zum einen immer noch ein Car drin und zum anderen lohnt es sich in meiner Gegend wohl nicht zum Ausbau. Dafür ist es wiederum zu viel Ar*** der Welt.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.April 2023, 11:34:53
Ja, bei Privat- oder Freizeitfahrten wird es gerade auf dem Land schon echt problematisch. Auch der Wocheneinkauf für eine Familie ist ohne Auto kaum machbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 11.April 2023, 14:50:49
Ja, bei Privat- oder Freizeitfahrten wird es gerade auf dem Land schon echt problematisch. Auch der Wocheneinkauf für eine Familie ist ohne Auto kaum machbar.

Wenn man Benzin so unerschwinglich teuer macht, dass sich die Fahrt zum Discounter in der nächst größeren Stadt wirklich nicht mehr darstellen lässt, würde es dann nicht wieder genügend Nachfrage nach (dem etwas überteuerten) lokalen Tante Emma Laden geben, dass es sich lohnen würde, diese wieder zu eröffnen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.April 2023, 15:25:01
Das alleine ist aber keine Alternative. Der Tante Emma Laden kommt vielleicht wieder. Aber was ist mit dem Ärztehaus? Und dem Baumarkt? Und dem Bürgeramt? Und dem Klamottengeschäft?

Benzin so unerschwinglich teuer machen bringt das Autofahren zum erliegen. Es bringt aber auch alles andere zum erliegen. Entweder da fährt dann ein Bus in ordentlichem Takt, der Strom für das E-Auto und das E-Auto selbst ist erschwinglich (und die Ladesäulen im Dorf sind vorhanden, ohne das dort jeder nen eigenen Carport braucht), oder der Radweg wird ausgebaut, jeder bekommt ein Lastenrad subventioniert und für den 80 Jährigen direkt noch nen Chaufeur dazu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 11.April 2023, 19:15:33
I
Den von dir zitierten Abschnitt verstehe ich nicht. MIr ging es um eine Möglichkeit Konsumverhalten zu steuern. Die Artikel verweißen so ziemlich auf das Gegentei

Wären die Menschen in Deutschland über die tatsächlichen monatlichen Kosten eines Autos informiert, folgern die Forscher, könnte das den Autobesitz um 37 Prozent senken. Damit wäre diese Methode deutlich besser geeignet, die Anzahl der Autos zu reduzieren, als höhere Spritpreise. Um mittels höherer Spritpreise einen ähnlichen "Abschreckeffekt" wie die Kostentransparenz zu erzielen, müssten Benzinpreise den Forschern zufolge um rund 1200 Prozent steigen.




Zitat
Und was sollen die Leute tun, die keinen guten ÖPNV vor der Türe haben?

Sich bei einer massiv von Autolobby unterwanderten Politik bedanken, die seit Jahrzehnten entsprechend "vorgesorgt" hat, dass Menschen so vom Auto abhängig sind. Als Wissing letztens verlauten ließ, ein Auto bedeute Freiheit,  hätte sich das eine Werbeagentur nicht besser ausdenken können. Ein Auto bedeutet tatsächlich Freiheit -- für diejenigen, die es sich tatsächlich leisten können. Was schon länger nicht mehr allzu viele sind bei desaströsen Zahlen wie diesen.  (https://www.t-online.de/finanzen/unternehmen-verbraucher/id_100061810/30-prozent-der-deutschen-haben-kaum-ruecklagen-.html) Wer sich hier ein Auto leisten "muss", begibt sich in die garantierte Abhängigkeit -- bis in die Urne.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 11.April 2023, 22:58:21
Ja, bei Privat- oder Freizeitfahrten wird es gerade auf dem Land schon echt problematisch. Auch der Wocheneinkauf für eine Familie ist ohne Auto kaum machbar.

Wenn man Benzin so unerschwinglich teuer macht, dass sich die Fahrt zum Discounter in der nächst größeren Stadt wirklich nicht mehr darstellen lässt, würde es dann nicht wieder genügend Nachfrage nach (dem etwas überteuerten) lokalen Tante Emma Laden geben, dass es sich lohnen würde, diese wieder zu eröffnen?

Dann kommt der Discounter wieder ins Dorf
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.April 2023, 23:50:46
Und viele Pendler kassieren Bürgergeld.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 12.April 2023, 09:15:03
I
Den von dir zitierten Abschnitt verstehe ich nicht. MIr ging es um eine Möglichkeit Konsumverhalten zu steuern. Die Artikel verweißen so ziemlich auf das Gegentei

Wären die Menschen in Deutschland über die tatsächlichen monatlichen Kosten eines Autos informiert, folgern die Forscher, könnte das den Autobesitz um 37 Prozent senken. Damit wäre diese Methode deutlich besser geeignet, die Anzahl der Autos zu reduzieren, als höhere Spritpreise. Um mittels höherer Spritpreise einen ähnlichen "Abschreckeffekt" wie die Kostentransparenz zu erzielen, müssten Benzinpreise den Forschern zufolge um rund 1200 Prozent steigen.




Zitat
Und was sollen die Leute tun, die keinen guten ÖPNV vor der Türe haben?

Sich bei einer massiv von Autolobby unterwanderten Politik bedanken, die seit Jahrzehnten entsprechend "vorgesorgt" hat, dass Menschen so vom Auto abhängig sind. Als Wissing letztens verlauten ließ, ein Auto bedeute Freiheit,  hätte sich das eine Werbeagentur nicht besser ausdenken können. Ein Auto bedeutet tatsächlich Freiheit -- für diejenigen, die es sich tatsächlich leisten können. Was schon länger nicht mehr allzu viele sind bei desaströsen Zahlen wie diesen.  (https://www.t-online.de/finanzen/unternehmen-verbraucher/id_100061810/30-prozent-der-deutschen-haben-kaum-ruecklagen-.html) Wer sich hier ein Auto leisten "muss", begibt sich in die garantierte Abhängigkeit -- bis in die Urne.

Das Dingen mit dem Auto ist ja nur ein Beispiel von vielen. Rücklagen zu bilden, kann sich doch heute kaum noch einer leisten, will er nicht auf einigermaßen "normales" Leben verzichten bzw. auf zu vieles verzichten. Beispiel Auto, Beispiel Klassenfahrt Kinder, Beispiel Urlaub. Angesichts stark steigender Preise und Kosten und nur marginal steigender Löhne läuft ein nicht allzu kleiner Teil unserer Gesellschaft sehenden Auges in die Altersarmut...  :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 15.April 2023, 12:14:54
Das Dingen mit dem Auto ist ja nur ein Beispiel von vielen. Rücklagen zu bilden, kann sich doch heute kaum noch einer leisten, will er nicht auf einigermaßen "normales" Leben verzichten bzw. auf zu vieles verzichten. Beispiel Auto, Beispiel Klassenfahrt Kinder, Beispiel Urlaub. Angesichts stark steigender Preise und Kosten und nur marginal steigender Löhne läuft ein nicht allzu kleiner Teil unserer Gesellschaft sehenden Auges in die Altersarmut...  :-\

Aber nach dem Dach überm Kopf in der Regel mit der größte Posten. Dach überm Kopf muss sein, beim Auto kommts drauf an. Ich hatte das Gespräch schon mit einer Bekannten vor ein paar Jahren. Die verdient auch nicht die Welt. Aber beim Thema Altersvorsorge hält sies mit dem Motto: "Die Politik wirds schon richten."

Wird sie nicht. Das haben jahrzehntelange Rentenpolitik, stets zulasten künftiger Generationen, gezeigt. Relevante Wählerstimmen gewinnt man eben nicht mit zukünftigen Wählern, sondern mit aktuellen und baldigen Rentnern.

Ich finde es immer gut, wenn ich junge Leute treffe, denen das bewusst ist. Die haben Jahrzehnte Zeit -- damit genügen auch kleine regelmäßigen Beträge für hübsche Zusatzbrote im Alter. Was die Rücklagen angeht: Ohne könnte ich nicht schlafen. Selbst bei kleinem Einkommen würde ich mich zumindest ein paar Monate einschränken (was heute als "normales" Leben gilt, ist ohnehin oft Luxus, der gar nicht mehr als solcher wahrgenommen wird). Natürlich ist das gerade in Zeiten hoher Inflation schwieriger. Aber davor hatten wir einen fast historischen Zeitraum sehr niedriger Inflation.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2023, 12:27:31
So furchtbar schlecht ist das Einkommen in D gar nicht, der Staat greift halt viel zu viel ab: https://de.statista.com/infografik/29003/durchschnittliches-brutto--netto-jahresgehalt-in-ausgewaehlten-oecd-laendern/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.April 2023, 13:38:00
Das Dingen mit dem Auto ist ja nur ein Beispiel von vielen. Rücklagen zu bilden, kann sich doch heute kaum noch einer leisten, will er nicht auf einigermaßen "normales" Leben verzichten bzw. auf zu vieles verzichten. Beispiel Auto, Beispiel Klassenfahrt Kinder, Beispiel Urlaub. Angesichts stark steigender Preise und Kosten und nur marginal steigender Löhne läuft ein nicht allzu kleiner Teil unserer Gesellschaft sehenden Auges in die Altersarmut...  :-\

Aber nach dem Dach überm Kopf in der Regel mit der größte Posten. Dach überm Kopf muss sein, beim Auto kommts drauf an. Ich hatte das Gespräch schon mit einer Bekannten vor ein paar Jahren. Die verdient auch nicht die Welt. Aber beim Thema Altersvorsorge hält sies mit dem Motto: "Die Politik wirds schon richten."

Wird sie nicht. Das haben jahrzehntelange Rentenpolitik, stets zulasten künftiger Generationen, gezeigt. Relevante Wählerstimmen gewinnt man eben nicht mit zukünftigen Wählern, sondern mit aktuellen und baldigen Rentnern.

Ich finde es immer gut, wenn ich junge Leute treffe, denen das bewusst ist. Die haben Jahrzehnte Zeit -- damit genügen auch kleine regelmäßigen Beträge für hübsche Zusatzbrote im Alter. Was die Rücklagen angeht: Ohne könnte ich nicht schlafen. Selbst bei kleinem Einkommen würde ich mich zumindest ein paar Monate einschränken (was heute als "normales" Leben gilt, ist ohnehin oft Luxus, der gar nicht mehr als solcher wahrgenommen wird). Natürlich ist das gerade in Zeiten hoher Inflation schwieriger. Aber davor hatten wir einen fast historischen Zeitraum sehr niedriger Inflation.

Wobei es wiederum für mich ein Denkfehler ist die Altersvorsorge mit Rücklagen, von denen du sprichst, zu verwechseln. Altesvorsorge ist keine Rücklage sondern Altersvorsorge. Da sollte im idealen Fall vor der Rente nichts weggenommen werden. Der Artikel von dir spricht dagegen von Situationen, in denen Menschen finanzieller Schieflage geraten und zahlungsunfähig werden, um sich ihren oder, noch schlimmer, einen minimalen Lebensstandard zu sichern. Notwendige Arztrechnungen, die nicht von der Kasse übernommen werden, Selbstkostenateile von Versicherungen, defekte im Haushalt (Kühlschrank, Waschmaschine, Kommunikation) oder der Mobilität (Auto, Fahrrad), unerwartete Rückzahlungen (Energieausgaben bei gestiegene Gaspreise).
Natürlich ist ein Polster, dass man fürs Alter anlegt auch Rücklage und damit Geld, das für Sicherheit sorgt. Aber von der grundsätzliche Idee gehören diese beiden Geldhaufen eigentliche getrennt.
Wobei ich damit nicht das Problem kleinreden will oder so. Der Artikel spricht von Leuten die weder Rücklagen noch eine private Altersvorsorge haben.  :-\

So furchtbar schlecht ist das Einkommen in D gar nicht, der Staat greift halt viel zu viel ab: https://de.statista.com/infografik/29003/durchschnittliches-brutto--netto-jahresgehalt-in-ausgewaehlten-oecd-laendern/

Was bedeutet viel zu viel und was wäre genug?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2023, 15:46:56
Hast du dir die Grafik angesehen und bist der Meinung, dass genug Netto übrigbleibt? Und wie kann es sein, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.April 2023, 16:35:28
Hast du dir die Grafik angesehen...

Ja.

bist der Meinung, dass genug Netto übrigbleibt

Spielt meine individuelle Meinung zu meinem Nettoeinkommen eine Rolle oder soll ich bewerten wie sich der allgemeine Deutsche mit seinem Nettoneinkommen zufrieden stellt?

Und wie kann es sein, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen?

Ich denke nicht, dass es an der niedrigen Einkommensteuerquote der Schweiz liegt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2023, 16:39:19
Ich denke nicht, dass es an der niedrigen Einkommensteuerquote der Schweiz liegt.
Woran denn?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.April 2023, 16:46:07
Ich denke nicht, dass es an der niedrigen Einkommensteuerquote der Schweiz liegt.
Woran denn?

An sehr vielen anderen Faktoren und wenn überhaupt nur in sehr geringern Zusammenhang mit einer niedrigen Einkommensteuerquote. Ich wüsste nicht woher der Zusammennhang kommen sollte.
Oder stellst du einen kausalen Zusammenhang auf, zwischen niedrigeren Einkommensteuerquoten (also verringerte Staatseinnahmen) und bessere Qualität der Infrakstuktur (prinzipiell mehr Staatsausgaben).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2023, 16:53:20
Du kannst die Frage also nicht beantworten. Ich stelle keinen kausalen Zusammenhang auf, sondern frage, wie es sein kann, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen? Die Steuerquote liegt in der Schweiz bei ca. 20%, in D bei ca. 25%.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.April 2023, 16:56:25
Ich stelle keinen kausalen Zusammenhang auf

Achso. Sorry. Dann habe ich dich falsch verstanden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 15.April 2023, 16:59:03
Du kannst die Frage also nicht beantworten. Ich stelle keinen kausalen Zusammenhang auf, sondern frage, wie es sein kann, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen? Die Steuerquote liegt in der Schweiz bei ca. 20%, in D bei ca. 25%.

Die Steuerlast wäre in Deutschland kein so großes Problem, wenn die Leistungen entsprechend wären. Das betrifft auch das seit Ewigkeiten fallende Rentenniveau.

Auch wenn das vor allem auch wegen den "versicherungsfremden Leistungen" der Fall ist: der gesamte Rentenblock ist der mit Abstand größte Posten im Sozialhaushalt -- der wiederum der mit Abstand größte Posten im Gesamthaushalt ist. Hätten Bürger die freie Wahl, der gesetzlichen Rente wäre die Kundschaft schon lange weggelaufen. Da das aber nicht der Fall ist, lassen sich Finanzierungslöcher mit immer noch mehr Steuergeldern stopfen -- es ist und war niemand gezwungen, das Produkt "gesetzliche Rente" jemals wirklich im Kern zu verbessern. Zumal die Betroffenen in der Berliner Bütt nicht selbst "betroffen" sind.

Wie wäre es eigentlich mit einer Übergewinnsteuer auf Inflationskrisen- und Rekordsteuereinnahmen? ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2023, 17:18:34
Ja, die Rente ist ein dicker Batzen, in der Schweiz steht die Rente auf 2 bzw. 3 Beinen, letzteres ist soweit ich weiß freiwillig. Aber auch dort fliessen noch hohe Steuermittel in die Rente:
Das grösste Aufgabengebiet des Bundes ist die Soziale Wohlfahrt mit rund einem Drittel der Ausgaben (32,7 %). Diese Ausgaben sind rechtlich gebunden und damit mittelfristig kaum steuerbar. Fast die Hälfte der Ausgaben fliesst in die Altersversicherung (AHV).
https://www.efv.admin.ch/efv/de/home/finanzberichterstattung/bundeshaushalt_ueb/ausgaben.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 15.April 2023, 22:05:18
Ja, die Rente ist ein dicker Batzen, in der Schweiz steht die Rente auf 2 bzw. 3 Beinen, letzteres ist soweit ich weiß freiwillig. Aber auch dort fliessen noch hohe Steuermittel in die Rente:
Das grösste Aufgabengebiet des Bundes ist die Soziale Wohlfahrt mit rund einem Drittel der Ausgaben (32,7 %). Diese Ausgaben sind rechtlich gebunden und damit mittelfristig kaum steuerbar. Fast die Hälfte der Ausgaben fliesst in die Altersversicherung (AHV).
https://www.efv.admin.ch/efv/de/home/finanzberichterstattung/bundeshaushalt_ueb/ausgaben.html

Dafür gibts auch u.a. eine Mindestrente von gut 1200 Franken (im Gegenzug ist die maximale Rente gedeckelt). Wirklich viel ist das bei den höheren Lebenskosten aber sicher auch nicht.

In Deutschland muss man entweder richtig blöd sein, um manche Berufe noch zu erlernen -- oder dafür unvernünftig brennen wie für die erste Liebschaft. Oder nichts anderes finden (Zwang). Denn die erreichbaren Gehälter zementieren ohne Erbschaft Geldsorgen bis ins Grab und würden das auch tun, wenn sie deutlich steigen würden. Vielleicht gibts auch deshalb staatlich gefördertes Finanz-Analphabetentum in Form von maximal homöopathischer Finanzbildung im Schulsystem. ;)

(https://i.imgur.com/Tc8bVVi.jpg)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.April 2023, 07:16:44
Hast du dir die Grafik angesehen und bist der Meinung, dass genug Netto übrigbleibt? Und wie kann es sein, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen?
Dir ist aber schon bewusst, dass du von dem Gehalt in der Schweiz nicht so viel hast, weil vieles schweineteuer ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2023, 08:40:40
Ja, ist mir bewusst. Darum ging es aber nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.April 2023, 09:20:32
Die Steuerquote liegt in der Schweiz bei ca. 20%, in D bei ca. 25%.

Ich kann das nicht beurteilen, daher die Rückfrage: Sind 4-5 Prozentpunkte bei der Steuerlast in Sachen Staatsfinanzen viel? Insbesondere unter Berücksichtigung der Unterschiede beider Länder (Größe, Einwohnerzahl/Bevölkerungsdichte, benötigte Infrastruktur etc.). Spontan würde ich ja vermuten (!), dass in Deutschland auch nicht wenig Geld in der Bürokratie versinkt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2023, 09:34:12
Ob viel oder nicht ist mMn. nicht wichtig. Die Schweiz hat Steuereinnahmen in Höhe von ca. 8.800 CHF pro Einwohner, D liegt bei 9.600 EUR pro Kopf. In der Schweiz ist die Infrastruktur gut in Schuss, in Deutschland ist vieles marode. Das muss doch einen Grund haben und es ist ja jetzt auch nicht so, dass Schweizer Rentner am Hungertuch nagen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.April 2023, 10:24:46
Hast du denn eine Idee, was der Grund sein könnte? Ich kenne mich in der Schweiz leider viel zu wenig aus. Implizit schwingt da ja mit, dass die Schweiz trotz geringerer Steuerbelastung eine bessere Infrastruktur hat, wenn ich dich richtig verstehe. Dass dem so ist, glaube ich jetzt einfach mal. Investiert man dort im Vergleich zu Deutschland vielleicht einfach mehr (pro Kopf / m² / andere Referenzgröße)? Investiert man woanders weniger, wo Deutschland besser dasteht? Wie gesagt, kann ich alles nicht beurteilen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 16.April 2023, 11:25:29
Da wir hier in einem entsprechenden Forum sind, sollte man eines nicht unerwähnt lassen:

Das, was die Schweiz eventuell bei den Bürger einspart -- das nimmt sie über die vielen begünstigten Sport- und Korruptokratenverbände, die sich nicht ganz zufällig in ihr ansiedeln wie die Schmeißfliegen im Bernhardiner-Kadaver, locker wieder rein. (https://kof.ethz.ch/news-und-veranstaltungen/kof-bulletin/kof-bulletin/2021/06/wie-grosse-sportereignisse-das-schweizer-bip-verzerren.html)  ;D >:(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2023, 11:38:01
Hast du denn eine Idee, was der Grund sein könnte?
Nein, jedenfalls nicht, was über reine Spekulation hinaus ginge.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.April 2023, 12:07:35
Hast du denn eine Idee, was der Grund sein könnte?
Nein, jedenfalls nicht, was über reine Spekulation hinaus ginge.

Sorry, dann verstehe ich deinen Input zur Diskussion überhaupt nicht bzw. die Aussage, die du tätigen willst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.April 2023, 12:11:50
Ob viel oder nicht ist mMn. nicht wichtig. Die Schweiz hat Steuereinnahmen in Höhe von ca. 8.800 CHF pro Einwohner, D liegt bei 9.600 EUR pro Kopf. In der Schweiz ist die Infrastruktur gut in Schuss, in Deutschland ist vieles marode. Das muss doch einen Grund haben und es ist ja jetzt auch nicht so, dass Schweizer Rentner am Hungertuch nagen.

Wie kommst du auf diese Zahlen?
Die Schweiz liegt bei 8,7 Millionen Einwohnern bei ca 150 Milliarden Schweizer Franken an Steuereinnahmen.

https://de.statista.com/themen/2770/steuern-in-der-schweiz/

steuereinn
Deutschland bei 83 Millionen Einwohnern bei knapp 840 Milliarden
https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/Steuereinnahmen/_inhalt.html

Die Schweiz hat also deutlich mehr Steuereinnahmen pro Kopf zur Verfügung (1,8 mal so viel) für Investitionen in die Infrastruktur.

Allein die Einkommens-, Kapitalgewinn- und Gewinnsteuern sind pro Kopf höher als die deutschen Gesamtsteuereinnahmen pro Kopf
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2023, 12:46:32
Sorry, dann verstehe ich deinen Input zur Diskussion überhaupt nicht bzw. die Aussage, die du tätigen willst.
Puh. Ich habe eine FRAGE gestellt: "Und wie kann es sein, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen?"

Wie kommst du auf diese Zahlen?
Für die Schweiz: https://www.efv.admin.ch/dam/efv/de/dokumente/Finanzberichte/bufi/haushalt_gesamt.pdf.download.pdf/haushalt_gesamt.pdf
Für D: https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/kraeftiges-wachstum-der-steuereinnahmen-von-bund-laender-und-gemeinden-im-jahr-2022-91670

Wobei mir jetzt auffällt, dass da auch die Länder und Gemeinden dabei sind, in der Schweiz sind es wohl nur die Einnahmen des Bundes.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.April 2023, 13:23:16
Sorry, dann verstehe ich deinen Input zur Diskussion überhaupt nicht bzw. die Aussage, die du tätigen willst.
Puh. Ich habe eine FRAGE gestellt: "Und wie kann es sein, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen?"

Ich formuliere es mal anders: Dein Input war ja, dass der Staat in Deutschland zu viel von den Löhnen abgreift (auf Tims Einwurf, dass in der Schweiz die Lebenshaltungskosten höher seien, hast du allerdings entgegnet, dass es darum nicht gehe). DragonFox fragte, was denn zu viel sei, woraufhin du die Gegenfrage gestellt hast, ob er denn finde, dass genug Netto übrigbleibe. Das hast du verknüpft mit dem Verweis auf die Schweiz in Form von oben genannter Frage. Implizite Aussage zugespitzt: Andere Länder, z. B. die Schweiz, kriegen mehr auf die Kette, belasten Bürgerinnen und Bürger dabei aber finanziell weniger.

Ohne genaueres Hinsehen bleibt so ein Vergleich aber bestenfalls oberflächlich, wenn er überhaupt zu etwas taugt, außer Bashing der hiesigen Verhältnisse bzw. Politik. Das genauere Hinsehen scheint zumindest dir und mir aufgrund fehlender Landeskenntnisse aber nur schwer möglich zu sein.

Daher mein Einwand, dass ich nicht verstehe, was der Sinn hinter deinem Input sein soll. In anderen Ländern läuft es besser? Woanders haben die Bürger mehr Netto? Find ich alles irgendwie schwierig, zu bewerten. DragonFox' Frage, was denn das "viel zu viel" ist, das der Staat in Deutschland abgreift, finde ich daher schon genau richtig gestellt. Beantwortet hast du es leider nicht.

Dass hierzulande übrigens Vieles nicht rund läuft und Steuermittel sicher besser und effizienter eingesetzt werden könnten, möchte ich übrigens gar nicht bestreiten. Ich finde nur, wenn man schon sagt, der Staat nehme den Leuten zu viel ab, muss man da ein bisschen genauer hingucken. Soweit mein, hoffentlich verständlicher, Gedankengang.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.April 2023, 13:36:41
Sorry, dann verstehe ich deinen Input zur Diskussion überhaupt nicht bzw. die Aussage, die du tätigen willst.
Puh. Ich habe eine FRAGE gestellt: "Und wie kann es sein, dass in der Schweiz zB. die Infrastruktur top in Schuss ist und die Züge pünktlich fahren, obwohl die den Bürgern viel weniger abnehmen?"

Wie kommst du auf diese Zahlen?
Für die Schweiz: https://www.efv.admin.ch/dam/efv/de/dokumente/Finanzberichte/bufi/haushalt_gesamt.pdf.download.pdf/haushalt_gesamt.pdf
Für D: https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/kraeftiges-wachstum-der-steuereinnahmen-von-bund-laender-und-gemeinden-im-jahr-2022-91670

Wobei mir jetzt auffällt, dass da auch die Länder und Gemeinden dabei sind, in der Schweiz sind es wohl nur die Einnahmen des Bundes.

Wie gesagt, wenn man sich die Gesamtstatistik anschaut sind wir zumindest 2020 bei 18.000 Schweizer Franken pro Kopf gewesen im Vergleich zu ca 10.000€ in Deutschland. Das dürfte dann erklären, warum die Schweiz mehr Geld zur Verfügung hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.April 2023, 19:56:38
Die Rechnung „viel Geld = wenig marode“ geht in Deutschland deshalb auch nicht auf, weil die Konzeption des Schienenverkehrs nicht effizient (sowohl beim Fahrplan als auch bei der Bauplanung/Instandhaltung) durchgeführt wurde und wird.
In der Schweiz ist die Bahn ein First Class Citizen quasi. In Deutschland ist alles aufs Auto ausgelegt, alles andere kommt später (oder gar nicht) und ist was für Ökos.
Dazu kommt, dass die Schweiz ein flächenmäßig viel kleineres Land ist (kleiner als Niedersachsen). Da ist es vergleichsweise einfacher, ein stimmiges Konzept aufzustellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.April 2023, 20:01:20
Die Schweiz ist aber auch zum Teil recht bergig, das ist für Infrastrukturkosten nicht ganz so von Vorteil
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.April 2023, 20:02:21
Nicht, wenn vernünftig geplant wird. Ist bei deren Straßen ja auch so. Die überlegen sich schon sehr genau wo und wie sie was bauen. Das meine ich ja mit „Effizienz“.

Edit: auch die Finanzierung soll ein zentraler Punkt sein. In der Schweiz wird das gesamte Netz durch 2 Fonds finanziert, in Deutschland durch über 190 Quellen. Auch hier: Thema Effizienz.

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/was-die-deutsche-bahn-von-der-schweiz-lernen-kann-18526812.amp.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.April 2023, 08:50:43
Zum Thema "Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln": https://www.mdr.de/wissen/klimawandel-el-nino-neuer-temperatur-rekord-wahrscheinlich-folgen-dramatisch-100.html (https://www.mdr.de/wissen/klimawandel-el-nino-neuer-temperatur-rekord-wahrscheinlich-folgen-dramatisch-100.html)

Ist einfach als Info gedacht, die Klimaschutzdiskussion möchte ich gar nicht nochmal anstoßen. Läuft ja eh am Ende wieder auf das Gleiche hinaus. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.April 2023, 09:11:46
Läuft ja eh am Ende wieder auf das Gleiche hinaus. ;)
Und das nicht nur hier, sondern auch international, weswegen das mit dem Klimaschutz auch nichts wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 25.April 2023, 22:07:50
Klima, Bildung, Rente, was auch immer:

Politik wird stets zulasten künftiger Generationen gemacht. Daran sind aber nicht nur Politiker schuld -- irgendwer muss die schönen Wählerversprechen und Kundengeschenke ja schlucken.

Erst eine Generation, die das verinnerlicht, wird ihren Nachfahren eine bessere Welt hinterlassen. Zumindest keine wesentlich schlechtere.

Bis dahin: #NachhaltigkeitsampelnFürDieAmpel
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 25.April 2023, 23:52:39
Dann macht doch bitte mal Vorschläge welche Aktionen sonst von der Letzten Generation kommen sollten wen euch die derzeitigen Aktionen nicht passen. Aber schlagt Aktionen vor die nicht schon in den letzten 50 Jahren versucht wurden und welche die Politik nicht zum Umdenken bewegen konnten. So lange geht der ganze Mist mit den Warnungen vor der Klimakrise nämlich schon und 50 Jahre lang wurde nichts gemacht.
Es sollte klar sein,das die Forderungen die da gestellt werden nur der Anfang sind, eben der sprichwörtliche "kleine Finger", geht man darauf ein wird weiter gefordert. Die einzige Reaktion darauf kann sein,dass man nicht nachgibt und sich da auf keinen Fall auf Verhandlungen einlässt.
Man kann aber schon die Forderung nach dem Gesellschaftsrat kritisieren. Ich zitiere mal von der Website:
(click to show/hide)
Das ist doch eigentlich nichts anderes als am gewählten Parlament vorbei eigene Ideen durchzudrücken.Es gibt keine Mehrheit für extreme Maßnahmen, hätte man die könnte man ja einfach eine Partei gründen und das auf dem Wege durchbringen. Ein fair geloster Gesellschaftsrat würde also auch nichts ändern, eher im Gegenteil, die Menschen denen es wichtig ist werden schon mobilisiert und gehen wählen,entweder Grün oder Klimaliste.
Was man aber tun kann ist bei der Auswahl und Verteilung zu tricksen, ich habe mir vor einiger Zeit mal den Bürgerrat Klima und das Auswahlverfahren da angeschaut, weil sich aus der extremen Szene oft darauf berufen wird. https://buergerrat-klima.de/wie-laeuft-der-buergerrat-klima-ab/das-losverfahren

Da wurden zur Auswahl einfach Menschen angerufen ob sie Interesse haben teilzunehmen. An der Stelle kann man wahrscheinlich,je nachdem wie man den Anruf formuliert, schon eine Menge Leute ausschließen, welcher Bürger mit wenig Freizeit,normal genervte, anti Grüne oder Klimaleugner hätte schon Lust/Zeit sich mit sowas zu beschäftigen?
Danach wird nochmal sortiert und zwar nach Alter,Migrationshintergrund,Geschlecht usw. Am Ende hat man dann eine Gruppe von 160 Bürgern.
Ich würde das jetzt auch nicht mal so negativ sehen, vielleicht ist es ein gutes Mittel um neue Ideen einzubringen und zu diskutieren,von sowas sollte man aber keine Gesetze abhängig machen, zu gar keinem Thema. Falls es blöd läuft beschließt die Politik dann etwas und beruft sich dabei auf solche zusammengewürfelten Räte.
tl;dr,wenn der Rat einigermaßen repräsentativ wäre, gäbe es für die Forderungen der LG keine Mehrheit.

Ich würde aber sagen, dass das Thema Klimaschutz allgemein in Deutschland so eine Lobby hat wie kein anderes, man kann an keinem Tag PC, TV oder Radio einschalten ohne etwas davon mitzubekommen. Gesetze zu Umwelt oder Bürgerschutz werden ausgehebelt weil es gut für das Klima ist und die LG hat auch öfter ihre Plätze in den Talkshows. Es ist einfach nicht so, dass man noch mehr Aufmerksamkeit erzeugen müsste, man muss eher aufpassen das man die Unterstützung die man schon hat nicht verspielt.

Ich bin stark für Klimaschutz. Ich tanke mein Auto nur viermal im Jahr und wenn es nicht mehr fährt, versuche ich es ohne. Seit meiner Kindheit bin ich nicht mehr geflogen. Etc. Aber aus privatwirtschaftlicher Sicht ist es völlig absurd eine sechsstellige Summe für Renovierung auszugeben, um die Heizkosten auf einem akzeptablen Niveau zu haben. Das amortisiert sich erst nach meinem Tod - also gar nicht.
Viele Menschen werden auch schon das machen was sie können, ich bin z.B auch noch nie geflogen,fahre sehr selten Autobahn,"pflege" einen Naturgarten und brauche das Auto auf dem Weg zur Arbeit.Wüsste jetzt nicht wo ich noch was anders machen sollte oder wo ich mir Kritik gefallen lassen müsste.

Witzig auch, wie die Verantwortung jetzt auf die Haushalte abgewälzt wird. Bei mir läuft auch noch eine Ölheizung. Gasanschluss ist schon gelegt. Hat auch Geld gekostet. Warum Gas? Weil das vor kurzem noch das Heizversprechen der Regierung war mit ihren Pipelines nach Russland. Fairerweise will ich aber erwähnen, dass der Gasanschluss schon von den vorherigen Eigentümern gelegt wurde. Daher sind es in diesem Fall nicht meine Kosten. Doch meine Gedanken bei Einzug gingen auch in Richtung Gas, wenn die Ölheizung mal ausgedient hat.

Stichwort Rücklagen. Für eine neue Öl- oder Gasheizung hätte ich die Rücklagen. Für die Kosten für die Wärmepumpe mit allem drum und dran nicht. Verrückt auch, dass die Bürger dieses Landes jetzt ganz kirre gemacht werden. Erst der Plan, dann die Umsetzung. Warum geht sowas nicht Hand in Hand? Was ist mit der Förderung? Ich glaube auch nicht, dass ich die bekomme. Dafür verdiene ich vermutlich ebenfalls zu gut.
Guter Punkt,die Wärmepumpe war vorher nur am Rande Thema und viele werden sich schon auf eine Gasheizung eingestellt haben.

Ich sehe zwar nicht, wie man mit nur 40k Euro eine Wärmepumpe samt Fassadendämmung und nagelneuer Fußbodenheizung finanziert bekommt, kann aber grundsätzlich das Anliegen verstehen. Was jedoch einigen hier im Thread sauer aufstößt, ist die Art und Weise, wie das heutzutage kommuniziert wird. Dieses mangelnde Fingerspitzengefühl vonseiten der Politik gegenüber Leuten aus der Mittelschicht oder darunter ist es, was Wähler verprellt. Wie soll Otto Normalverbraucher die energetische Sanierung meistern, wenn die Inflation die Kosten allerorten in die Höhe treibt? Zudem steht man jetzt natürlich vor dem Problem, dass alle die Wärmepumpe wollen, es also an Fachkräften mangelt ohne Ende (was jedoch innerhalb eines Ausbildungszyklus behoben werden könnte). Sieht man dann noch, wie viel Geld Otto Normalverbraucher allein für das Wohnen ausgeben muss, ist klar, dass viele Menschen sich diese Umbaumaßnahmen schlichtweg nicht leisten können.
Hätten das die Vorgängerregierungen vor 20, 30 oder 40 Jahren sehen müssen? Sicher. Hätten diese etwas dagegen tun müssen? Bestimmt. Haben sie aber nicht und daher muss angesichts von Sondervermögen für die Bundeswehr, Bildung und marode Infrastruktur (ich sage nur Schienennetz der Bahn und Zustand der Autobahnbrücken) irgendwo auch Geld für die Folgen des Klimawandels her.

Das muss besser erklärt werden (in allen Medien) und es müssen Anreize geschaffen werden, bewusster zu konsumieren und z.B. energetische Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen, die sich eben eine breite Masse leisten kann. Die Debatte um das Verbot von fossilen Heizungen zeigt doch, dass man zwar ein hehres Ziel hat, aber nicht über die Folgen für viele Bürger nachgedacht hat. Natürlich wird das Geld kosten. Jeden von uns. Aber man hat es versäumt, das Konzept sozialverträglich zu gestalten. Und ich schätze, dass dies der größte Kritikpunkt vieler Leute ist.
Die Art wie man es Angekündigt hat ist klar Teil des Problems, hätte man gewartet und die Förderung mit in die Ankündigung eingebaut,hätte es zumindest etwas durchdacht gewirkt. Jetzt erreicht man ja eher das Gegenteil, Leute die sich vielleicht in 5-10 Jahren von alleine eine Pumpe oder eine andere Lösung,z.B Fernwärme, besorgt hätten, lassen sich noch schnell neue Heizungen einbauen. Die Preise für Pumpen und arbeiten werden auch nach oben gehen, weil die Alternative fehlt.

Die Glaubwürdigkeit der Politik leidet dadurch auch extrem, wenn man nach dem geht was gesagt wurde wäre ein Verbot komplett unnötig und gerade wenn man mal auf andere Länder schaut hätte man sich auch die 10-20 Jahre Zeit nehmen können um den Tausch langsam zu ziehen, ohne mit einem Verbot Druck aufzubauen.

Warum nicht mal Vorbild sein? Habeck hätte z.B den Atomausstieg aussetzen können bis die Energiekrise geregelt ist, Scholz könnte den Neubau des Kanzleramts kassieren, das entsprechend kommunizieren und das Geld in einen Fond für kostenlose Energieberatungen stecken. Im Vergleich zu einem Zwang bei der Heizungswahl wirkt ein 130 Tempolimit auch nicht mehr so schlimm. Dann hätten alle 3 Ampel Parteien Symbolisch auf etwas verzichtet und der Bürger würde merken das er in dem Punkt nicht alleine steht. :P
So gewinnt dann eben beim nächsten Mal wieder die Union.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.April 2023, 10:48:22
Sehr guter Text. Stimme ich vielem zu.
Ich verstehe die Forderungen auch nicht. Auf der Seite steht direkt als erstes und ausschließlich als die zwei einzigen Forderungen das Tempolimit und das 9 Euro Ticket. Als sei das das wichtigste von allem und alternativlos. Beim 9 Euro Ticket steht sogar als erstes Argument, dass es gerecht ist und dann erst im Nebensatz, dass es auch gut fürs Klima sei... Egal - beides sind Themen die höchst umstritten sind, schon zig mal in den Parlamenten besprochen wurden und aktuell keine Mehrheit finden. (Gut, 9 Euro Ticket immerhin als 49 Euro Ticket.)
Was macht die Regierung stattdessen und wofür findet sie Mehrheiten? Alle Gas und Ölheizungen verbannen. Verbindlicher Kohleausstieg. Verbindliches Verbenneraus. Einführung von CO2-Bepreisung. Anerkennung der Letzten Generation für diese Schritte? Nichts. Lieber mal ganz Berlin lahmlegen. Mich stört, dass sich die Gruppe auf zwei Forderungen versteift, die aktuell unrealistisch sind und alle anderen Entwicklungen einfach ignoriert.
Warum sind es den nur diese beiden Forderungen und was passiert wenn man merkt, das damit nur wenige Prozent des CO2 Aufstoßes im Verkehr reduziert wird und im Umkehrschluss dem Staat wahnsinnig viel Geld kostet (im Falle des 9 Euro Tickets)? Ich stimme dir völlig zu, dass diese beiden Forderungen nur der Anfang wären und da sie gerade damit nicht durchkommen, steht die ganze Situation in einer Zwickmühle.

Den Gesellschaftsrat sehe ich wie du. Ich würde mir so ein Gremium grundsätzlich wünschen. Viel eher noch ein Expertenrat aus Wissenschaftlern, wie es bei Corona im Gespräch war. Aber der Output des Rates dürfen für mich nur Denkanstöße für die Regierung sein. Sonst können wir die Regierung gleich abschaffen. Mir würde zum Beispiel bei jeder Entscheidung gegen den Rat eine verbindliche Begründung und Erklärung reichen. Damit könnte man sich dann ein Bild machen, ob man sich mit den Ideen auseinander gesetzt hat. Aber gerade in Corona hat man gemerkt, dass Wissenschaft und Politik zwei komplett verschiedene Denkrichtungen sind. Das muss für mich beibehalten werden.
Darauf das, wie du sagst, viele Forderungen bei Umfragen gar keine Mehrheit haben (Das gild nicht für das 9 Euro Ticket, aber hier ist der Grund für die Zustimmung die soziale Komponente und nicht das Klima) und in so einem Gesellschaftsrat nicht plötzlich magisch auf Zustimmung treffen will ich gar nicht eingehen...



Bei den Wärmepumpen konte ich mich letztens noch nicht festlegen. Aber mittlerweile finde ich das Verbot schlecht. Gut, die Förderungen sind da. Aber auch die Förderungen fangen vielfache Mehrfachausgaben nicht ab. Es gab dazu schon Erfahrungsberichte hier im Forum. Aber auch in meinem Umfeld gab es jetzt schon gehäuft Gespräche mit Beratern und Handwerkern, die in den jeweiligen Häusern massive Mehrkosten ausgewiesen haben. Neue Gastherme 6000-10000 Euro. Sinvoller Einbau einer Wärmepumpe 80.000-100.000 Euro. Und dabei blieb es nicht mal. Einer Verwandten wurde gesagt, dass das in ihrem Haus auch nicht reichen würde. Sie müsse dann noch, in kalten Wintertagen, zuheizen. Klar. Umbau für 100.000 Euro und im Winter stellt man den Radiator mit Strom ins Wohnzimmer  ::). Eine Bekannte von mir zuckte mit den Schultern und meinte, dann müssen wir wohl ausziehen. Die wohnen in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert. Da macht man mit einem gewöhnlichen Geldbeutel gar nichts und da hilft auch keine Förderung. Da ist Denkmalschutz was den Umbau nochmal teurer macht und abgerissen wird auch nicht. Dann stehts halt leer.

Ich finde das Verbot nicht komplett schlecht. Aber wenn es sein muss, hätte es mit einem großen Vorlauf von 10 Jahren oder so kommen sollen. Das geht jetzt halt nicht mehr, aber das hat man eben vor 10-20 Jahren verpennt. Da stimme ich Viking voll zu. Aber mit so einem Vorlauf hätten sich Hausbesitzer, Hauskäufer und alle anderen darauf einstellen können und das wäre notwendig gewesen.
Mit einem Jahr Frist so etwas zu beschließen halte ich für eine Zumutung. Die mangelnde Kommunikation, dass die Förderung erst ein paar Wochen später bekannt gegeben wurde, und Eigentumsbesitzer so lange in der Luft hingen, ist dann nur noch ein kleines Problem, dass oben drauf kommt. Ich kann den Rush auf Gasheizungen komplett nachvollziehen.

Mit einem Vorlauf von 10 Jahren hätte es vielleicht auch gar kein Verbot gebraucht. Starke Förderungen hätten auch genug Anreiz gesetzt, um über die Zeit eine Änderung im Verhalten hervorzurufen. Aber vor 10 Jahren war halt nur Gas das einzig Wahre und eine Alternative nicht notwendig.
Zum Beispiel hätte man bei einer nötigen Sanierung, die finanzieller oder umwelttechnischer Quatsch ist oder trotz massiven Ausgaben die Lebensqualität im Haus mindert, eine Art Härteantrag für fosille Brennstoffe einführen können. In dem Fall müsste der Staat zeigen, dass es doch geht und sinnvoll ist und wenn er es nicht macht oder kann, kann man weiterführen was schon da ist. Das wäre zwar wieder ein Verwaltungsding, aber das wäre zumindest eine Perspektive und Sicherheit für so manche Immobilien und ihre Besitzer gewesen.
Das fände ich sogar heute noch gut, weil es realistisch betrachtet einfach Immobilien geben wird, in der das Verbot nicht sinnvoll durchführbar sein wird und denen auch Förderung nicht hilft.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 29.April 2023, 13:21:23
Zur Wärmepumpen-Diskussion bin ich gestern über diesen Artikel gestolpert: https://www.capital.de/immobilien/-daemmen-ist-fuer-eine-waermepumpe-nicht-noetig--33386752.html (https://www.capital.de/immobilien/-daemmen-ist-fuer-eine-waermepumpe-nicht-noetig--33386752.html)

Inhaltlich kann ich das nicht bewerten, da kenne ich mich schlicht zu wenig aus. Finde es aber interessant, dass da Fachleute sagen, dass Wärmedämmung und andere aufwendige Umbaumaßnahmen, die einem üblicherweise angetragen werden, beim Einbau einer Wärmepumpe gar nicht notwendig seien.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 29.April 2023, 13:27:26
Der Artikel müsste eigentlich mit "Werbung" gekennzeichnet sein.

Aber davon ab: sicherlich funktioniert eine WP auch ohne Dämmung, die große Frage ist nur, wie viel Strom braucht man, um es im Winter warm zu haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 29.April 2023, 14:48:11
Das ist bei Gas die gleiche Frage.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 29.April 2023, 15:03:11
Zur Wärmepumpen-Diskussion bin ich gestern über diesen Artikel gestolpert: https://www.capital.de/immobilien/-daemmen-ist-fuer-eine-waermepumpe-nicht-noetig--33386752.html (https://www.capital.de/immobilien/-daemmen-ist-fuer-eine-waermepumpe-nicht-noetig--33386752.html)

Inhaltlich kann ich das nicht bewerten, da kenne ich mich schlicht zu wenig aus. Finde es aber interessant, dass da Fachleute sagen, dass Wärmedämmung und andere aufwendige Umbaumaßnahmen, die einem üblicherweise angetragen werden, beim Einbau einer Wärmepumpe gar nicht notwendig seien.


https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/waermepumpe-alles-was-sie-wissen-muessen-im-ueberblick-5439
Die Verbraucherzentrale meint dazu etwas anderes.

https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/waermepumpe#gewusst-wie
Das Umweltbundesamt schreibt auch von ähnlichen Vorraussetzungen. Nur nicht so hart wie die Verbraucherzentrale. Wärmpumpen lohnen sich nur, wenn der Wärmebedarf durch Dämmung "möglichst stark" verringert wird. Für Wärmepumpen ist ein Anschluss an eine Flächenheizung "günstig". Einige Modelle funktionieren "mit Abstrichen" auch an Heizkörpern. "Mischbetrieb" kann notwendig oder vorteilhaft sein. Solar bietet sich an.
Der Einbau in Altbau wird also nicht ausgeschlossen. Aber in jedem Satz wird dem Ausdruck von Effizienz ein Dämpfer erteilt oder teure Maßnahmen in Aussicht gestellt.

Der Mensch in deinem Link schreibt, dass es bei Häusern ab 1978 "gar kein Problem ist". Herrlich spezifisch. Was war 1978 den? Ich wohne in einem Haus, dass 1896 gebaut wurde. "Doch ein Problem?" Schade.
https://www.statistikportal.de/de/wohngebaeude-nach-baujahr
2011 waren über 50% der Häuser in Deutschland vor 1978 gebaut. Die Statistik ist zwar etwas älter. Sagen wir heute sind es noch 40%. So viel bauen wir ja nicht.  ::) Wieviel Häuser von vor 1980 haben mittlerweile eine Flächenheizung und sind energetisch saniert worden?


Der Artikel müsste eigentlich mit "Werbung" gekennzeichnet sein.

Aber davon ab: sicherlich funktioniert eine WP auch ohne Dämmung, die große Frage ist nur, wie viel Strom braucht man, um es im Winter warm zu haben.

Und im Zusammenhang damit:
Alle was ich bisher weiß ist, dass es keine eindeutige Meinung gibt. Ich kenne mich damit auch nicht genug aus. Ich muss mich damit aber auch zum Glück nicht weiter beschäftigen, weil ich die Frage für mich nicht lösen muss. Vielleicht ist es eine Anbietersache. Ich habe mehrfach gehört, dass Fachleute zu individuellen Immobilien meinten, dass es nur im Gesamtkonzept möglich ist und dann nahezu sechstellig wird. Das kann falsch sein. Nicht alle Fachleute verstehen ihr Fach. Aber worauf als Laie verlassen? Und was bringt es mir, wenn ich einen Anbieter von Wärmepumpen sagen höre, dass der Einbau für 30k geht und danach alles schön warm ist, ich aber kein Handwerker finde der das unterstützt?
Ich finde es grundsätzlich nicht falsch einen Anbieter der Technologie zu Wort kommen zu lassen. Klar hat der ein Eigeninteresse aber andererseits hat er es auch nicht nötig gerade groß Angst um eine schwache Auftragslage haben zu müssen. Als Experte für das Fach sollte er gelten. Zumal in dem Artiekl auch andere Menschen von anderen Organisationen genannt werden, die als Experten ausgewiesen sind.
Wenn man sich im Internet zu dem Thema schlau machen will findet man eigentlich fast nur Seiten von Gasanbietern, Monteuren, Herstellern oder Lobbygruppen aus all dem. Das macht die Sache nicht einfacher.

Das mit der Wärmepumpte ohne Dämmung sehe ich nicht so. Gas ohne Dämmung verbraucht genau so mehr Gas wie Wärmepumpe ohne Dämmung mehr Strom verbraucht. Wenn ein Loch in der Wand ist brauchen beide Systeme mehr Zufuhr. Das kann also kein Argument gegen ausschließlich eines der Heizsysteme sein. Bei der Wärmepumpe ist nicht die nötige Strommenge das Problem, sondern die Furcht davor, dass die Heizleistung nicht ausreicht, um gegen das Loch in der Wand anzukommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 29.April 2023, 17:06:23
Das ist bei Gas die gleiche Frage.

Ach der Betrieb einer Gasheizung braucht auch bei schlechter Dämmung nicht so viel Strom  O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 29.April 2023, 18:49:33
Bei der Wärmepumpe ist nicht die nötige Strommenge das Problem...
Naja, Deutschland hat mit die höchsten Strompreise weltweit und so eine WP zieht schon ordentlich Strom. Deswegen soll man das ja auch nach Möglichkeit mit einer eigenen PV-Anlage koppeln. Und damit dieser Strom auch ausreicht, soll man die Hütte bestmöglich dämmen. Und eine Fußbodenheizung nutzen.

Sicher geht das auch alles ohne diese begleitenden Maßnahmen, nur steigt dann halt der Stromverbrauch. Im Neubau kann man das alles berücksichtigen, im Altbau wird es schon schwieriger und bei alten MFH mitten in der Stadt sieht es noch schlechter aus.

Genaue Zahlen, wie viel höher der Stromverbrauch dann wird, kenne ich aber auch nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 29.April 2023, 20:19:56
Das ist bei Gas die gleiche Frage.

Ach der Betrieb einer Gasheizung braucht auch bei schlechter Dämmung nicht so viel Strom  O0

Also alles halb so wild.  8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 29.April 2023, 20:40:17
Bei der Wärmepumpe ist nicht die nötige Strommenge das Problem...
Naja, Deutschland hat mit die höchsten Strompreise weltweit

Deutschland hat mit die höchsten Gaspreise weltweit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 29.April 2023, 22:15:13
Deutschland hat mit die höchsten Gaspreise weltweit.

Erst seit Putins Amoklauf in der Ukraine. Aber ich merke es schon, belassen wir es dabei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 06.Mai 2023, 09:33:06
Gurkenzeit (Symboldarstellung).

(https://i0.web.de/image/064/37482064,pd=2.jpg)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Juli 2023, 19:36:05
Ganz ehrlich, die Ampel regt mich immer mehr auf! Die dramatisch gesunkenen Zustimmungswerte sind die Quittung für schlechte Regierungsarbeit. Zum einen kann man natürlich immer über einzelne politische Entscheidungen diskutieren. Das finde ich im Großen und Ganzen aber gar nicht mal dramatisch schlecht. Eher Licht und Schatten. Die Kommunikation dieser Entscheidungen ist oft leider dürftig. Was in meinen Augen aber unnötig Vertrauen kostet, sind diese ständig öffentlich ausgetragenen Streitereien. Ich verstehe nicht, wie man nicht daraus lernen kann und dieses unprofessionelle Verhalten einstellt, denn am Ende hat keine der Regierungsparteien was davon. Im Gegenteil, implizit spricht man einander die Kompetenz ab und vermittelt den Bürgern ein katastrophales Bild. Da braucht sich auch niemand mehr über die Umfragewerte der AfD wundern. Auch wenn ich es für strunzdumm halte, aus Protest oder Enttäuschung diese Nazi-Partei zu wählen oder auch nur drüber nachzudenken. Alles nur noch zum Kotzen.

Rant Ende.

Thema Elterngeld: Was haltet ihr von der Idee, Familien ab 150K Einkommen das Elterngeld zu streichen? Bin da zwiegespalten. Die Sparvorgaben aus dem Finanzministerium sind nun mal da, die Schuldenbremse muss eingehalten werden. Allen das Elterngeld gleichermaßen zu kürzen, kann keine Lösung sein. Andererseits: Bleiben dann doch wieder nur die Frauen zu Hause und die Männer arbeiten? Schwieriges Thema. Aber vor allem: Klärt den Mist koalitionsintern und nicht wieder via Presse.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 05.Juli 2023, 20:01:43
Da sieht man leider einfach das Problem, wenn zwei kleine Juniorpartner aufeinander treffen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und trotz ihrer, im Vergleich zur koalitionsführenden Partei vermeintlich kleineren Rolle (auf Basis der Wählerstimmen bei der vergangenen Bundestagswahl), oftmals bei sämtlichen Entscheidungen das Zünglein an der Waage sind. Ich will auch nicht sagen, dass die FDP da alleine dran schuld ist, so wie die vieles von ihren Vorstellungen auf Teufel komm raus durchboxen wollen, aber... So verliert schließlich die ehemals große Partei, die das Dilemma (stillschweigend) anführt an Zuspruch und die ganze Ampel liefert echt ein trauriges Bild ab. Wie Daim schon sagte, vor allem in Sachen Kommunikation. Bei derart vielen Krisen, die zeitgleich zu bewältigen sind, sicherlich kein Traumjob, aber anstelle das Beste daraus zu machen und vlt auch mit manchen Entscheidungen zu glänzen, werden sich ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen und man weiß manchmal gar nicht mehr, wer Regierungspartei und wer Opposition ist. Vorbei schon lange die Zeit der unbeschwerten Selfies!

Zum Elterngeld: das liest sich im ersten Moment natürlich überhaupt nicht gut, allerdings muss man da mal beachten, wo die Einkommensgrenze gesetzt ist. Vielleicht aber auch doch etwas zu niedrig.
Gegenvorschlag zum Sparen oder um frisches Steuergeld zu generieren: höhere Einkommen höher besteuern (also schon sehr hohe Einkommen) oder die Steuererleichterungen beim Vererben von Firmenimperien (nicht gemeint Jüttes Schrauberbude) kippen. Aber da stellt sich ein gewisser Porschefahrer bekanntlich in den Weg oder besser, braust links mit Blinker dran vorbei.


Natürlich würde ich auch niemals sagen oder gar verstehen können, dass das Wasser auf die Mühlen der nach rechts gewanderten Wählerschaft ist, aber es lediglich als eine Art "schlechte-Laune-Voting" zu betrachten, wie Kanzler Olaf es tut, zeigt auch, dass das Thema offenbar noch immer nicht ernst genug genommen wird.
Und auch was aus dem Süden der Republik kommt, wo man versucht durch Stammtischparolen a la AFD oder BILD die Wähler vom rechten Rand wieder zurück zu gewinnen (Wokeness, Verbotskultur, überbordender Patriotismus, "die Demokratie zurück holen" [Aiwanger]), hilft nicht und holt die Wähler auch nicht zurück. Es zeigt eher, dass man solche Parolen und Äußerungen salonfähig macht. Und das ist noch weitaus gefährlicher, denn es führt in die ganz falsche Richtung!  :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Juli 2023, 20:06:05
Hohe Einkommen stärker besteuern wird mit der FDP nicht zu machen sein. Das ist sicher nicht die alleinige Lösung, denke aber auch, dass man durch eine andere Besteuerung etwas Spielraum gewinnen könnte. Berechnungen dazu gab's ja vor der letzten Bundestagswahl.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.Juli 2023, 20:11:52
Was sind denn hohe Einkommen? Der Spitzensteuersatz geht ja schon bei dem Einkommen über 62.810 EUR los.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 05.Juli 2023, 21:03:48
Reichensteuer ist bei 277.826 Euro.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Juli 2023, 22:55:08
Wie geschrieben: Da gab es vor der Bundestagswahl schon Berechnungen zu. Verschiedene Wirtschaftsforschungseinrichtungen haben die Programme der Parteien dahingehend analysiert, z. B. hier: https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/martin-beznoska-tobias-hentze-wer-profitiert-und-wer-verliert.html (https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/martin-beznoska-tobias-hentze-wer-profitiert-und-wer-verliert.html)

Was ich noch aus dem Kopf weiß: Nach diesen Berechnungen hätten die Steuerpläne der FDP das mit Abstand größte Loch in den Haushalt gerissen - auch unter Berücksichtigung der durch die Entlastungen gestiegenen Erwerbstätigkeit. Mir schwirren da -60 Mrd durch den Kopf, aber nagelt mich nicht drauf fest. Dann folgten Union und AfD ebenfalls mit negativer Bilanz. Bei den Linken, SPD und Grünen wurde ein leichtes bis mittleres Plus errechnet. So erinnere ich mich zumindest dran.

Ich erinnere mich auch noch an die "lustige" Diskussion hier, dass dann die Firmen ins Ausland abwandern würden, wenn hier für Besserverdienende die Lohnsteuern steigen. :D

Ich finde es halt schade, dass über sowas nichtmal nachgedacht wird, weil klar ist, dass ein Koslitionspartner nicht mitspielt. Dabei wäre doch gerade mit Blick auf die letzten Jahre die Entlastung von Geringverdienern eine gute Sache. Wenn man das durch eine Mehrbelastung höherer Einkommen ausgleichen könnte, ist das zumindest diskutabel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.Juli 2023, 00:01:02
Ich finde es halt schade, dass über sowas nichtmal nachgedacht wird, weil klar ist, dass ein Koslitionspartner nicht mitspielt. Dabei wäre doch gerade mit Blick auf die letzten Jahre die Entlastung von Geringverdienern eine gute Sache. Wenn man das durch eine Mehrbelastung höherer Einkommen ausgleichen könnte, ist das zumindest diskutabel.

Wird vielleicht passieren, wenn wir ne Koalititon haben, die sich nicht sowohl bei den Einnahmen, als auch bei den Ausgaben, uneinig ist...

Thema Elterngeld: Was haltet ihr von der Idee, Familien ab 150K Einkommen das Elterngeld zu streichen? Bin da zwiegespalten. Die Sparvorgaben aus dem Finanzministerium sind nun mal da, die Schuldenbremse muss eingehalten werden. Allen das Elterngeld gleichermaßen zu kürzen, kann keine Lösung sein. Andererseits: Bleiben dann doch wieder nur die Frauen zu Hause und die Männer arbeiten? Schwieriges Thema. Aber vor allem: Klärt den Mist koalitionsintern und nicht wieder via Presse.

Halte ich nicht viel von. Ich finde Elterngeld ne gute Sache. Ja, die Kürzungen wären sozial argumentierbar. Man kann aber auch im Sinne der Gleichberechtigung dagegen argumentieren. Abgesehen davon bringt die Sparmaßnahme 280 Millionen Euro pro Jahr - oder eine Maut-Strafe.
Den Eltern mit der Kindergrundsicherung die Hand zu reichen und im gleichen Zuge mit der Kürzung des Elterngeldes zu kommen finde ich für einen Eckpfeiler des Koalitionsvertrags etwas seltsam und fast schon kleinlich. Wenn man sich zwischen 2 und 12 Milliarden nicht einigen kann könnte man einen sehr einseitigen Kompromiss bei 2,5 Milliarden ziehen und hätte das Elterngeld 2 mal finanziert. (Ich weiß, andere Töpfe aber schon sehr ähnliche Thematiken...)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2023, 00:52:14
Geht halt nach hinten los: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/steuererhoehungen-reiche-norweger-fliehen-in-die-schweiz-18594960.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.Juli 2023, 06:31:22
Geht halt nach hinten los: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/steuererhoehungen-reiche-norweger-fliehen-in-die-schweiz-18594960.html

Ist leider hinter einer Paywall, sodass ich nur die ersten eineinhalb Absätze lesen konnte. Soweit ich das sehe geht's da um die Vermögenssteuer und nicht die Lohnsteuer. Interessant wären da konkretere Vergleiche zwischen beiden Ländern. Weil in Norwegen die reichen Erben in die Schweiz abwandern, einfach zu sagen, "geht halt nach hinten los", finde ich ein bisschen dünn. Hast du da mehr Infos?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2023, 09:15:22
@DeDaim, würdest du auch meine Frage beantworten: Was sind denn hohe Einkommen?

Kapital ist halt beweglich und wer es mit hohen Steuern verjagt, der guckt in die Röhre. In Deutschland wird sowieso schon extrem wenig investiert, soll das noch weniger werden?

Sicherlich sind Leute, die 63k verdienen nicht reich und können nicht so einfach abhauen, die Frage ist halt auch, wie viel man den Mittelstand noch schröpfen kann und will. Reichen denn 20% für die AfD noch immer nicht?

Deutschland befindet sich in einer Rezession, ist beim Wirtschaftswachstum eines der Schlusslichter in Europa, fast auf Höhe mit Putinrussland. Jetzt kommen magere Jahre, die Zeiten, in denen das Geld für Politiker überreichlich geflossen ist, sind vorbei.

Auch "dank" der Politik des deutschen Wirtschaftsministers, von dem man alles mögliche hört und liest, aber keine Pläne, wie er die Konjunktur anzukurbeln gedenkt. Die einzige Waffe, die Keynesianer haben, funktioniert ja gerade nicht, weil auch die Inflation zu hoch ist. Wobei ich Habeck nicht zu den Keynesianern zähle, der hat einfach nur keine Ahnung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.Juli 2023, 09:44:39
Die Frage habe ich dir beantwortet, indem ich gesagt habe, worauf ich mich beziehe und dir einen Link geschickt habe. Ob man da jetzt als "hohes Einkommen", "Besserverdiener" oder was auch immer bezeichnen möchte, ist Haarspalterei. Der Grundgedanke ist schlicht, diejenigen, die wenig haben, zu entlasten und das durch eine Mehrbelastung derjenigen, die viel haben, auszugleichen. Dem damit zu begegnen, dass in einem anderen Land, das strukturell ganz anders als Deutschland gestrickt ist, die reichen Erben abhauen, ist keine wirkliche Antwort darauf.

Kapital ist halt beweglich und wer es mit hohen Steuern verjagt, der guckt in die Röhre. In Deutschland wird sowieso schon extrem wenig investiert, soll das noch weniger werden?
Woran liegt es, dass in Deutschland wenig investiert wird? Allein an den Steuern? Fehlen Anreize? Was machen Länder, in denen mehr investiert, wird anders?

Sicherlich sind Leute, die 63k verdienen nicht reich und können nicht so einfach abhauen, die Frage ist halt auch, wie viel man den Mittelstand noch schröpfen kann und will. Reichen denn 20% für die AfD noch immer nicht?
Den Kausalzusammenhang musst du mir erklären: Mehr Steuern für Besserverdienende bei gleichzeitiger Entlastung von Geringverdienern = mehr Stimmen für die AfD? Ich bezweifle doch stark, dass das so monokausal funktioniert. Wie sich der aktuelle Zustimmungsaufschwung aus meiner Sicht zum Teil erklärt, habe ich in meinem Ausgangspost geschildert. Die Ampel verspielt durch schlechte Regierungsarbeit Vertrauen, insbesondere durch unterirdische Kommunikation politischer Entscheidungen, ständiges Durchstechen von halbgaren Zwischenständen und öffentlich ausgetragenem Streit. Die Union kommt jetzt auch nicht gerade her, wie die Partei, die Lösungen parat hat. Vielmehr versuchen die sich, durch Kritik zu profilieren, ohne selbst Antworten zu liefern. Dass die Leute dann ausgerechnet zu den Nazis rennen, ist natürlich komplett dumm. Trotzdem ist die Sache etwas komplexer als sie allein an politischen Entscheidungen festzumachen.

Deutschland befindet sich in einer Rezession, ist beim Wirtschaftswachstum eines der Schlusslichter in Europa, fast auf Höhe mit Putinrussland. Jetzt kommen magere Jahre, die Zeiten, in denen das Geld für Politiker überreichlich geflossen ist, sind vorbei.

Auch "dank" der Politik des deutschen Wirtschaftsministers, von dem man alles mögliche hört und liest, aber keine Pläne, wie er die Konjunktur anzukurbeln gedenkt. Die einzige Waffe, die Keynesianer haben, funktioniert ja gerade nicht, weil auch die Inflation zu hoch ist. Wobei ich Habeck nicht zu den Keynesianern zähle, der hat einfach nur keine Ahnung.
Hast du sie denn? Was würdest du tun, um die von dir genannten Kritikpunkte aufzugreifen und die Situation zu verbessern?
Wer in der deutschen Politik liefert aus deiner Sicht aktuell sinnvolle Lösungsvorschläge?

Der DGB beispielsweise kritisiert den Haushaltsplan 2024 und die damit verbundenen Kürzungen als "grundsätzlich unnötig, tendenziell unsozial und wirtschaftspolitisch schädlich" und fordert vielmehr massive Investitionen in Verkehr, Infrastruktur und Digitalisierung. Sinnvoll? Ich kann das ehrlich gesagt 0,0 beurteilen, weil ich kein Volkswirt bin und mich da auch wirklich nicht auskenne.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.Juli 2023, 10:11:56
Zitat
Deutschland befindet sich in einer Rezession, ist beim Wirtschaftswachstum eines der Schlusslichter in Europa, fast auf Höhe mit Putinrussland. Jetzt kommen magere Jahre, die Zeiten, in denen das Geld für Politiker überreichlich geflossen ist, sind vorbei.

Prognosen sagen, dass im dritten Quartal mit leichtem und im letzten Quartal mit starkem Wachstum zu rechnen ist. Es gibt nur sehr wenige Prognosen die negatives Wachstum ausweisen und alle weisen positives Wachstum für 2024 aus.

https://www.ifo.de/fakten/2023-06-21/ifo-konjunkturprognose-sommer-2023-inflation-flaut-langsam-ab-aber-konjunktur
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/konjunkturprognose-ts-112.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2023, 12:17:36
Die Frage habe ich dir beantwortet, indem ich gesagt habe, worauf ich mich beziehe und dir einen Link geschickt habe.
Der Link ist von 2021 und bezieht sich auf die Steuerpläne der Parteien von vor der Bundestagswahl. Wie soll ich daraus entnehmen, was du als hohes Einkommen definierst?

Zitat
Ob man da jetzt als "hohes Einkommen", "Besserverdiener" oder was auch immer bezeichnen möchte, ist Haarspalterei.
Ich habe dir eine konkrete Frage gestellt, was für dich ein hohes Einkommen sein soll. Warum kannst du darauf nicht einfach auch eine konkrete Antwort geben?

Zitat
Der Grundgedanke ist schlicht, diejenigen, die wenig haben, zu entlasten und das durch eine Mehrbelastung derjenigen, die viel haben, auszugleichen.
Deutschland leistet sich ein Sozialbudget von mittlerweile über 1.000 MILLIARDEN EURO pro Jahr (https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61890/sozialbudget/), diese gigantische Summe muss von denen, die arbeiten gehen, erwirtschaftet werden muss. Wie viel mehr muss es denn noch werden?

Zitat
Woran liegt es, dass in Deutschland wenig investiert wird?
An der deutschen Schrottpolitik, die hohe Steuern, Abgaben, unendliche Bürokratie und hohe Arbeitskosten zu verantworten hat.

Zitat
Was machen Länder, in denen mehr investiert, wird anders?
Die machen zum Beispiel so etwas: https://www.whitehouse.gov/cleanenergy/inflation-reduction-act-guidebook/ UND haben gleichzeitig niedrigere Steuern und Abgaben für Unternehmen und Bürger.

Zitat
Ich bezweifle doch stark, dass das so monokausal funktioniert.
Ich hatte auch nichts dergleichen behauptet, bitte lege mir keine Worte in den Mund.

Zitat
Trotzdem ist die Sache etwas komplexer als sie allein an politischen Entscheidungen festzumachen.
Das halte ich für eine Ausrede der Regierung, um sich a) nicht kritisch mit der eigenen Politik auseinandersetzen zu müssen und b) diese Politik dann folgerichtig auch nicht zu ändern. Man ist ja überzeugt davon, dass man alles richtig macht, nur die "Erzählung" ist halt nicht schön genug. Ich persönlich denke, dass die Menschen die bitteren Pillen unter dem Schokoüberzug mittlerweile erkennen und nicht mehr mitmachen wollen.

Zitat
Hast du sie denn?
Ich habe jedenfalls deutlich mehr Ahnung von Volks- und Betriebswirtschaft als unser Wirtschaftsminister, der noch nicht einmal weiß, was eine Insolvenz bedeutet und wie die Pendlerpauschale funktioniert. Ich maße mir aber anders als Habeck jedoch nicht an, damit die Wirtschaftspolitik einer der weltgrößten Volkswirtschaften zu steuern.

Zitat
Was würdest du tun, um die von dir genannten Kritikpunkte aufzugreifen und die Situation zu verbessern?
Bürokratie abbauen, Investitionen fördern, Kosten für Unternehmer senken (Steuern, Abgaben, Sozialabgaben), Infrastruktur reparieren und ausbauen (Schienennetz, Brücken, Straßen & Autobahnen, Glasfaser, Stromnetze), Produktion aktiv aus Fernost zurückholen (zumindest bei lebenswichtigen Dingen wie Arzneimitteln, Deutschland war mal die Apotheke der Welt), Forschung und Startups nicht nur finanziell und nicht nur in Berlin unterstützen.

Und ja, das Geld muss an anderer Stelle eingespart werden, das Potential dazu ist aber hoch, nachlesbar jedes Jahr im Schwarzbuch der Steuerzahler. Weitere Kosten könnte man einsparen, wenn man den immer weiter aufgeblähten Amtsbetrieb entschlacken und nicht Freunde und Familie mit irgendwelchen Pöstchen oder hoch dotierten "Studien" bei NGOs beschenken würde. Die dort freigesetzten Arbeitskräfte werden von der Wirtschaft als Facharbeiter dankbar angenommen, selbst wenn von denen jemand nix kann, kann der immer noch in der Gastro Teller tragen oder spülen.

Und man müsste halt auch endlich mal an die "Steueroptimierung" von internationalen (auch deutschen) Großkonzernen ran, alleine da sind viele Milliarden EURO zu holen, die dem Staat schon jetzt zustehen, da braucht man keine Steuererhöhungen. Ob CumEx-Olaf dafür aber der richtige Mann ist, darf bezweifelt werden.

Zitat
Wer in der deutschen Politik liefert aus deiner Sicht aktuell sinnvolle Lösungsvorschläge?
Soweit ich das überschaue liefert aktuell keine Partei mMn. sinnvolle Lösungsvorschläge, wobei ich mich mit den FW noch nicht intensiv beschäftigt habe. Auf AfD oder Linkspartei brauchst du aber gar nicht anzuspielen, die sind und bleiben für mich als liberalen Demokraten bei aller Kritik an der Regierung unwählbar und ich bin entsetzt darüber, dass Lindner für die Rechtsnachfolger der SED schon fast sowas wie eine Wahlempfehlung ausgesprochen hat, nein, die sind auch "im Notfall" nicht wählbar.

Zitat
Der DGB...
Der DGB soll lieber mal in seinem eigenen Haus aufräumen, auch aus Gewerkschaftskreisen kommen viele potentielle AfD-Wähler:
"Forsa ermittelte, dass sogar 19 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder derzeit angeben, die AfD wählen zu wollen."
https://www.n-tv.de/politik/Die-neuen-AfD-Protestwaehler-sind-anders-als-gedacht-article24220504.html

Zitat
Sinnvoll?
Nein, nicht sinnvoll, weil man nicht dauerhaft mehr ausgeben sollte als man einnimmt. Der einzige Grund, mit dem sich Schulden rechtfertigen lassen sind Investitionen, die den Wirtschaftsstandort stärken und helfen, Arbeitsplätze zu schaffen. Auch da sollte man an unsere Kinder und Enkel denken, denn die müssen den Spaß irgendwann in Form von Zinsen und Tilgung bezahlen und haben rein gar nichts davon, wenn das Geld an "die Armen" verteilt und von denen verkonsumiert wird, was dann wieder zur Akkumulation bei "den Reichen" führt. Wobei wir wieder bei Wirtschaftskompetenz wären.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2023, 12:19:33
Prognosen sagen, dass im dritten Quartal mit leichtem und im letzten Quartal mit starkem Wachstum zu rechnen ist.
Warten wir es ab, auch wo sich Deutschland dann beim Wachstum einreiht. Sollte Putin seinen dreckigen Angriffskrieg bald verlieren, dürfte es schneller und deutlicher bergauf gehen, das ist nur leider noch sehr ungewiss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.Juli 2023, 14:08:36
Zitat
Der DGB soll lieber mal in seinem eigenen Haus aufräumen, auch aus Gewerkschaftskreisen kommen viele potentielle AfD-Wähler:
"Forsa ermittelte, dass sogar 19 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder derzeit angeben, die AfD wählen zu wollen."
https://www.n-tv.de/politik/Die-neuen-AfD-Protestwaehler-sind-anders-als-gedacht-article24220504.html

Wenn die AFD laut Umfrage in der Gesamtbevölkerung einen Zuspruch ungefähr 20% hat dann wird auch bei vielen Schnittmengen in der Gesellschaft 20% rauskommen.
Der DGB kann man das deswegen nicht anlasten. Beim ADAC wird es nicht besser aussehen. Oder im Fußballstadion. Oder im Freibad.

Zitat
Deutschland leistet sich ein Sozialbudget von mittlerweile über 1.000 MILLIARDEN EURO pro Jahr, diese gigantische Summe muss von denen, die arbeiten gehen, erwirtschaftet werden muss. Wie viel mehr muss es denn noch werden?
Scheinbar mehr, da vor allem Kranken- und Pflegesystem massiv unterfinanziert sind und die Qualität der Versorgung stetig bergab geht.


Prognosen sagen, dass im dritten Quartal mit leichtem und im letzten Quartal mit starkem Wachstum zu rechnen ist.
Warten wir es ab, auch wo sich Deutschland dann beim Wachstum einreiht. Sollte Putin seinen dreckigen Angriffskrieg bald verlieren, dürfte es schneller und deutlicher bergauf gehen, das ist nur leider noch sehr ungewiss.
Das wird sich der Habeck und der Lindner gerade auch denken.  ;) Wenn die Prognosen stimmen ist das Problem in 6 Monaten vergessen. Wenn nicht, ist sowieso wieder Krise.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2023, 14:19:30
Beim ADAC wird es nicht besser aussehen. Oder im Fußballstadion. Oder im Freibad.
Die stellen sich aber nicht auf's hohe Moralpodest und fordern immer mehr Geld von der arbeitenden Bevölkerung ein.

Zitat
Scheinbar mehr, da vor allem Kranken- und Pflegesystem massiv unterfinanziert sind und die Qualität der Versorgung stetig bergab geht.
Scheinbar oder anscheinend? Hast du den link auch mal angeklickt? Deutschland gibt fast 400 Mrd EUR an Krankheitskosten aus, das sind fast 5.000 EUR pro Mensch in Deutschland pro Jahr.
Lange wird dieses System jedenfalls nicht mehr funktionieren, immer mehr Boomer gehen in Rente, es fehlt an Nachwuchs, die Einwanderer haben eine zu geringe Qualifikation und enden zu großen Teilen im Sozialsystem. Es fehlen Einnahmen, irgendwann implodiert der Laden und dann gucken wir richtig blöd aus der Wäsche, dann kann man vom jetzigen Niveau nur noch träumen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.Juli 2023, 15:25:26
Beim ADAC wird es nicht besser aussehen. Oder im Fußballstadion. Oder im Freibad.
Die stellen sich aber nicht auf's hohe Moralpodest und fordern immer mehr Geld von der arbeitenden Bevölkerung ein.

Aber sie fordern das Geld ja auch von den AFD Wählern. Ich verstehe nicht, was der Moralpodest mit der Wähleraufteilung in der Demografie zu tun hat.

Scheinbar mehr, da vor allem Kranken- und Pflegesystem massiv unterfinanziert sind und die Qualität der Versorgung stetig bergab geht.
Scheinbar oder anscheinend? Hast du den link auch mal angeklickt? Deutschland gibt fast 400 Mrd EUR an Krankheitskosten aus, das sind fast 5.000 EUR pro Mensch in Deutschland pro Jahr.
Lange wird dieses System jedenfalls nicht mehr funktionieren, immer mehr Boomer gehen in Rente, es fehlt an Nachwuchs, die Einwanderer haben eine zu geringe Qualifikation und enden zu großen Teilen im Sozialsystem. Es fehlen Einnahmen, irgendwann implodiert der Laden und dann gucken wir richtig blöd aus der Wäsche, dann kann man vom jetzigen Niveau nur noch träumen.

Yes. Ich habe den Link angeklickt. Ich klicke mir eigentlich alle Links die hier so gepostet werden an. Ist ja auch immer spannend. Bunte Grafik und Text.
Fast 5000 EUR erscheint mir mathematisch schlüssig. Ist das jetzt viel, wenig oder eine reine Behauptung der Tatsache? Verzeih mir, dass ich nur alleine durch einen Link nicht auf die gleichen Schlüsse komme wie du. Ich dachte du möchtest damit einfach die Zahl belegen und dafür hat der Link wunderbar funktioniert. Eine Bewertung der Zahlen hat der Link nicht geliefert. Das war bei der Überschrift FAKTEN anzunehmen.

Trotzdem. Haben wir nicht in der Corona Zeit diskutiert, dass immer mehr Krankenhäuser geschlossen werden, das Personal eher schlecht bezahlt wird, die Versorgungsschlüssel immer niedriger werden, die Ausstattung schlechter wird und das ganze System überfordert ist?
Ich sage nicht, dass du unrecht hast. Ich weiße nur auf das Dilemma hin, dass das System teuer und trotzdem nicht gut ist.

Ich nahm scheinbar statt anscheinend an, weil ich dachte, dass du gegen höhere Einnahmen (Zitat: "...die arbeiten gehen, erwirtschaftet werden muss. Wie viel mehr muss es denn noch werden?") bist und wie angesprochen eher verschiedene Sparmaßnahmen bevorzugst. Es sei den du meinst Einnahmen, die nicht aus den Sozialabgaben kommen (Wenn ja, woher?). Weil ansonten frage ich mich, wie mehr Einnahmen aber nicht mehr Abgaben funktionieren soll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2023, 17:54:08
Ich verstehe nicht, was der Moralpodest mit der Wähleraufteilung in der Demografie zu tun hat.
Ich auch nicht.

Zitat
Ist das jetzt viel, wenig oder eine reine Behauptung der Tatsache?
Erstmal ist das nur ein Fakt, in meiner persönlichen Bewertung ist das aber sehr viel. Guck dir mal an, wie viele Staaten kein BIP über 400 Milliarden EUR erreichen.

Zitat
Ich weiße nur auf das Dilemma hin, dass das System teuer und trotzdem nicht gut ist.
Ich habe natürlich auch nicht immer und für alles eine Patentlösung O0 Aber es machen sich halt auch am Gesundheitssystem viele Akteure die Taschen voll, aktuell angefangen in der EU in Sachen Pfizer-Affäre (https://www.euractiv.de/section/innenpolitik/news/pfizer-affaere-weitere-klage-gegen-von-der-leyen/) (ich finde es auch interessant, dass zB. die Tagesschau so gar nicht darüber berichtet) über die Typen im Bundestag mit ihren Maskendeals über die Betreiber von Test- und Impfzentren, wo es auch oft nicht sauber gelaufen ist, bis hin zu den Pharmakonzernen, die für lebenswichtige Medikamente (zB. billiges Insulin) horrende Summen verlangen. An den vielen - oft nicht notwendigen - OPs verdient es sich auch gut. Hier kann aber Henningway sicherlich viel mehr zu schreiben als ich.

Zitat
...und wie angesprochen eher verschiedene Sparmaßnahmen bevorzugst.
Eindeutig. Woher diese Einsparungen und weitere Einnahmen kommen können habe ich in dem Beitrag an DeDaim beschrieben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.Juli 2023, 19:08:45
Die Frage habe ich dir beantwortet, indem ich gesagt habe, worauf ich mich beziehe und dir einen Link geschickt habe.
Der Link ist von 2021 und bezieht sich auf die Steuerpläne der Parteien von vor der Bundestagswahl. Wie soll ich daraus entnehmen, was du als hohes Einkommen definierst?

Zitat
Ob man da jetzt als "hohes Einkommen", "Besserverdiener" oder was auch immer bezeichnen möchte, ist Haarspalterei.
Ich habe dir eine konkrete Frage gestellt, was für dich ein hohes Einkommen sein soll. Warum kannst du darauf nicht einfach auch eine konkrete Antwort geben?

Dass du dich daran so festbeißt, zeigt, dass du gar nicht verstanden hast, was der Punkt ist. Wobei, das glaube ich eigentlich nicht. Vielmehr wirkt es so, als ob du nicht verstehen willst, was der Punkt ist, denn an der Lesekompetenz scheitert es bei dir ganz sicher nicht. Aber gut, wenn es dir so wichtig ist: Ich persönlich empfinde ein Einkommen ab 75K brutto / Jahr als hoch (Achtung: hoch =/= Oberschicht/reich). Als sehr hoch empfinde ich Einkommen jenseits der 100K brutto / Jahr. Nur was bringt dir das jetzt? Wer rein objektiv zur Unter-, Mittel- und Oberschicht gehört (mit Blick auf die Einkommensverteilung) lässt sich leicht ergooglen, das brauchst du von mir nicht zu erfragen. Ich bin da aber auch gar nicht der Maßstab und darum ging es nie. Thorbinho hat den Punkt mit den hohen Einkommen aufgemacht, ich habe gesagt, dass das tatsächlich - sogar bei gleichzeitiger Entlastung niedriger Einkommen - einen finanziellen Spielraum schaffen könnte. Dabei habe ich auf Studien verwiesen, die auf Basis der Parteiprogramme vor der Wahl erstellt wurden und sich die daraus ergebenden Konsequenzen angeschaut haben. Diese Berechnungen sind beispielhaft dafür, wie so eine Umverteilung der Steuerlast aussehen könnte. Dabei ist es völlig irrelevant, was ich persönlich für ein hohes Einkommen halte. Deshalb ja der Verweis auf besagte Berechnungen. Und ganz ehrlich: Dass ich dir das jetzt kleinteilig auseinandersetzen muss, sagt viel über die Art der Diskussion aus, die wir hier führen. Deshalb auch meine drei Eingangssätze. Ich finde das jedenfalls so gar nicht diskussionsfördernd und Spaß macht es schon zweimal nicht. Daher beende diesen Austausch jetzt von meiner Seite aus. Wenn wir schon bei solchen Punkten nur so mühselig vorankommen, ist mir das für die restlichen Diskussionsfäden ehrlich gesagt zu energie- und zeitintensiv. Sorry.

Halte ich nicht viel von. Ich finde Elterngeld ne gute Sache. Ja, die Kürzungen wären sozial argumentierbar. Man kann aber auch im Sinne der Gleichberechtigung dagegen argumentieren. Abgesehen davon bringt die Sparmaßnahme 280 Millionen Euro pro Jahr - oder eine Maut-Strafe.
Den Eltern mit der Kindergrundsicherung die Hand zu reichen und im gleichen Zuge mit der Kürzung des Elterngeldes zu kommen finde ich für einen Eckpfeiler des Koalitionsvertrags etwas seltsam und fast schon kleinlich. Wenn man sich zwischen 2 und 12 Milliarden nicht einigen kann könnte man einen sehr einseitigen Kompromiss bei 2,5 Milliarden ziehen und hätte das Elterngeld 2 mal finanziert. (Ich weiß, andere Töpfe aber schon sehr ähnliche Thematiken...)
Der Punkt mit der Gleichberechtigung ist wirklich sehr gewichtig. Ich finde das Thema einfach sehr komplex und habe da noch gar keine richtige Meinung dazu. Deshalb haben mich einfach eure Einschätzungen interessiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2023, 19:32:07
Sorry.
Am besten setzt du mich auf die ignore Liste, ich werde mir jedenfalls nicht mehr die Mühe machen und detailliert antworten. Schade.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 06.Juli 2023, 19:56:49
Ganz ehrlich, die Ampel regt mich immer mehr auf! Die dramatisch gesunkenen Zustimmungswerte sind die Quittung für schlechte Regierungsarbeit. Zum einen kann man natürlich immer über einzelne politische Entscheidungen diskutieren. Das finde ich im Großen und Ganzen aber gar nicht mal dramatisch schlecht. Eher Licht und Schatten. Die Kommunikation dieser Entscheidungen ist oft leider dürftig. Was in meinen Augen aber unnötig Vertrauen kostet, sind diese ständig öffentlich ausgetragenen Streitereien. Ich verstehe nicht, wie man nicht daraus lernen kann und dieses unprofessionelle Verhalten einstellt, denn am Ende hat keine der Regierungsparteien was davon. Im Gegenteil, implizit spricht man einander die Kompetenz ab und vermittelt den Bürgern ein katastrophales Bild. Da braucht sich auch niemand mehr über die Umfragewerte der AfD wundern. Auch wenn ich es für strunzdumm halte, aus Protest oder Enttäuschung diese Nazi-Partei zu wählen oder auch nur drüber nachzudenken. Alles nur noch zum Kotzen.

Rant Ende.

Thema Elterngeld: Was haltet ihr von der Idee, Familien ab 150K Einkommen das Elterngeld zu streichen? Bin da zwiegespalten. Die Sparvorgaben aus dem Finanzministerium sind nun mal da, die Schuldenbremse muss eingehalten werden. Allen das Elterngeld gleichermaßen zu kürzen, kann keine Lösung sein. Andererseits: Bleiben dann doch wieder nur die Frauen zu Hause und die Männer arbeiten? Schwieriges Thema. Aber vor allem: Klärt den Mist koalitionsintern und nicht wieder via Presse.

Das Elterngeld ist doch wimre eh schon gedeckelt (wies Kurzarbeitergeld).
Ggf könnte man ab einem gewissen Einkommen gestaffelt Abzüge machen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Juli 2023, 07:29:12
Sorry.
Am besten setzt du mich auf die ignore Liste, ich werde mir jedenfalls nicht mehr die Mühe machen und detailliert antworten. Schade.

Wie schon per PN geschrieben: Das werde ich nicht tun. Für den Stil meines letzten Posts entschuldige ich mich.

Das Elterngeld ist doch wimre eh schon gedeckelt (wies Kurzarbeitergeld).
Ggf könnte man ab einem gewissen Einkommen gestaffelt Abzüge machen

Ja, das Elterngeld ist bei 1800 € gedeckelt. An die Abzüge als Lösung dachte ich auch schon. Aber ich sehe nicht, wie das die Gleichstellungsproblematik löst. Es ist ja immer noch so, dass in der Regel die Männer besser verdienen. Ein Ziel des Elterngeldes ist ja aber, dass gerade die such zu Hause bleiben und sich kümmern. Wenn nun vom Elterngeld auch noch was abgezogen wird, reduziert das den Anreiz, die Elternzeit in Anspruch zu nehmen, noch weiter. Vielleicht nicht so stark, wie eine komplette Kürzung, aber vermutlich immer noch zu viel. Das wäre zumindest mein Verdacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 07.Juli 2023, 07:36:03
Eines muss man ja der AfD lassen... Sie wissen genau, wie sie sich zu positionieren haben um ihren Vorteil aus Geschehnissen zu ziehen. Bestes Beispiel war die Klage gegen das neue Heizgesetz der CDU, welchen die AfD als einen Erfolg von der eigenen Partei verkauft, obwohl man sich der Klage nur angeschlossen hat. Des Weiteren vermitteln Sie damit, dass man mit der CDU in dem Punkt zusammengearbeitet hat, was man auch unterschwellig nicht außer Acht lassen sollte...

Die große Frage ist jedoch: Warum ist die AfD so stark geworden, obwohl Sie nachweislich einen Flügel haben, der eine "Gefahr für die Demokratie in Deutschland" darstellt...
Meines Erachtens hat dies nicht nur mit Frust und Protest der BürgerInnen zu tun, sondern auch damit, wie sich "etablierten" Parteien in den letzten Jahren bzw. den jüngeren Jahrzehnten positioniert haben. Die CDU ist speziell unter Merkel (auch schon seit der Ära Kohl) mehr und mehr in die Mitte gerückt und hat den rechten Flügel geöffnet. Diese Menschen haben sich jahrelang nicht mehr "abgeholt" gefühlt und wurden, ganz hart gesagt, von der Politik auch vollkommen außer Acht gelassen. Aber nicht nur die Union, sondern auch die anderen etablierten Parteien haben einen genauso großen Anteil an dieser Situation, die Politik entwickelt sich die letzten Legislaturperioden einfach weg von den Bürgern, Parteiprogramme existieren oftmals nur noch auf dem Papier und werden zum Großteil nach den Wahlen vollkommen außer Acht gelassen. Und die aktuelle Regierung zeigt einmal mehr, dass Vetternwirtschaft in unserer Politik das höchste Gut ist...

Meines Erachtens muss es auch zwingend eine Partei rechts der CDU geben, da diese Position in unserer Demokratie ansonsten nicht abgebildet wird. Dies ist jedoch immer ein schmaler Grad, gleiches Beispiel kann man links mit "Der Linken" sehen, zwischen demokratisch und zu radikal. Warum es rechts ausgerechnet die AfD sein muss, kann ich zwar persönlich nicht nachvollziehen, da Sie deutlich sehr weit rechts positioniert ist, dass es jedoch dort eine Partei gibt, die rechtere Positionen bekleidet, welche von der Regierung nicht abgebildet wird, ist für mich absolut verständlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Juli 2023, 08:28:02
Für den Stil meines letzten Posts entschuldige ich mich.
Ist akzeptiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.Juli 2023, 09:20:39
Die große Frage ist jedoch: Warum ist die AfD so stark geworden, obwohl Sie nachweislich einen Flügel haben, der eine "Gefahr für die Demokratie in Deutschland" darstellt...
Meines Erachtens hat dies nicht nur mit Frust und Protest der BürgerInnen zu tun, sondern auch damit, wie sich "etablierten" Parteien in den letzten Jahren bzw. den jüngeren Jahrzehnten positioniert haben. Die CDU ist speziell unter Merkel (auch schon seit der Ära Kohl) mehr und mehr in die Mitte gerückt und hat den rechten Flügel geöffnet. Diese Menschen haben sich jahrelang nicht mehr "abgeholt" gefühlt und wurden, ganz hart gesagt, von der Politik auch vollkommen außer Acht gelassen. Aber nicht nur die Union, sondern auch die anderen etablierten Parteien haben einen genauso großen Anteil an dieser Situation, die Politik entwickelt sich die letzten Legislaturperioden einfach weg von den Bürgern, Parteiprogramme existieren oftmals nur noch auf dem Papier und werden zum Großteil nach den Wahlen vollkommen außer Acht gelassen. Und die aktuelle Regierung zeigt einmal mehr, dass Vetternwirtschaft in unserer Politik das höchste Gut ist...

Meines Erachtens muss es auch zwingend eine Partei rechts der CDU geben, da diese Position in unserer Demokratie ansonsten nicht abgebildet wird. Dies ist jedoch immer ein schmaler Grad, gleiches Beispiel kann man links mit "Der Linken" sehen, zwischen demokratisch und zu radikal. Warum es rechts ausgerechnet die AfD sein muss, kann ich zwar persönlich nicht nachvollziehen, da Sie deutlich sehr weit rechts positioniert ist, dass es jedoch dort eine Partei gibt, die rechtere Positionen bekleidet, welche von der Regierung nicht abgebildet wird, ist für mich absolut verständlich.


Retrospektiv finde ich die Analyse gut. Aber es ist ja nicht verboten, dass sich eine Partei über Jahrzehnte verändert. Die CDU war nicht an den rechten Rand gekettet mit dem Auftrag ihn zu bewachen. Ich sehe es auch so, dass sie mehr in die Mitte gerutscht ist. Aber es ist keine demokratische Regel, dass sich danach sofort eine Partei gründet, die sich deutlich im rechten Spektrum befindet und deren Mitglieder teilweise offen rechtsradikal auftritt, um diesen Platz einzunehmen. Nicht mal der Populismus ist dort die geregelte Ausdrucksform, da die CDU es dort jahrzehnte lang ohne ausgehalten hat.
Von daher ja, es ist erklärbar wie die AFD ihren Platz bekommen hat. Aber schuld würde ich der CDU von vor 15, 10 und sogar 5 Jahren nicht geben.

Die aktuelle Regierung hat einen viel größeren Anteil daran, weil sie das Problem akut sehen müsste. Da ist eine rechtsradikale Partei mit knapp 20%? Lass mal weiter streiten.

Und auch da ist das nur eine Mitschuld. Am Ende steht ein Wähler am Sonntag auf, zieht sich an, läuft zum Wahlbüro und setzten ein Kreuz bei der AFD an. Auf die Frage, ob es ihn stört, dass die Partei teilweise vom Verfassungsschutz überwacht wird, weil sie offen rechts ist, zuckt er mit den Schultern.
Grundsätzlich sehe ich das wie du. Die AFD darf existieren und es ist kein Problem, dass rechts von der CDU noch etwas ist was wählbar ist. Aber dann müsste sich die AFD aufräumen. Das fordern die Wähler aber nicht ein - es wird einfach hingenomen. Das ist wie als die Querdenker Demos waren, die von mir aus auch gerne existieren durften, es aber keine Abgrenzung gegen Rechts gab. "Alle sind willkommen" ist ein doofer Satz, wenn eine steigende Anzahl an, sich offen darstellenden Nazis, mitmarschieren. "Alle sind willkommen, außer die Nazis" tut eigentlich nicht weh und bekommen andere Gruppen auch hin.
Meine Generation (30-40) meckert mit Blick auf die Schule immer auf den öden Geschichtsuntericht. Jedes Jahr drittes Reich, Hitler, Notverordnung, Osterweiterung, Reichsprogromnacht, Holocaust, Endlösung und alle anderen Stichworte, bis es uns aus den Ohren herausquillte. Heute denke ich, dass es nicht genug war. Oder zumindest in der Form nicht ausreichte.


Die spannende Frage ist aber auch, was genau die Parteien machen müssten, um die Wähler wieder zurück zu gewinnen. Ich stelle mir das gar nicht als so leicht vor. Populismus hat immer den kürzeren Weg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 07.Juli 2023, 09:45:13
Klar, es gibt sicherlich sehr sehr viele Punkte, weswegen die AfD diese Größe erreicht hat, wie Sie heute hat. Und die aktuelle Regierung boostet das definitiv immer weiter. Natürlich ist es jeder Partei offen, wie sie sich positioniert, das ist es ja auch, wofür Demokratie steht. In der Anfangszeit der AfD sind sie halt genau in diesen Raum gestoßen, der offen war um eine größtmögliche Wählerschaft zu generieren. Sobald man an den Rändern nach Wählern gräbt, ist es immer ein extrem schmaler Grad zwischen demokratisch und der Beginn von Radikalität - nur ist die AfD offen weit über den Rand hinaus. Erschreckend, dass Sie trotzdem immer mehr Zuspruch generiert.

Die aktuelle Regierung macht sich mit ihren Aktionen momentan einfach lächerlich und stärkt damit diese Position noch mehr. Bestes Beispiel das neue Heizgesetz... es werden Unmengen an Steuergelder in externe Berater und Experten gezahlt, man beschäftigt sich Fulltime mit den gesetzeslagen und bekommt es einfach nicht hin, ein verfassungsgerechtes Gesetz auf die Beine zu stellen? Das ist meines Erachtens einfach lächerlich...
Genauso das sture festhalten an manchen Daten oder Erhebungen, selbst wenn es mehrfach von verschiedenen Stellen widerlegt oder entkräftet ist, ist für mich absolut nicht nachzuvollziehen.
Oder das Thema erneuerbare Energien... Die EU hat AKWs als grüne Technologie anerkannt (darüber lässt sich auch streiten), aber man hält krampfhaft am Ausstieg fest und verpestet die Umwelt lieber mit der Verbrennung von Kohle, was dazu noch den Geldbeutel des Bürgers mehr und mehr belastet.

Oder auch dass ein Scholz zum Kanzler gewählt wird, trotz der ganzen Cum-ex Affäre... Er stellt sich ernsthaft hin und hat keine Erinnerung mehr an Gespräche, wo es um Milliarden an Steuergeldern geht? Also ernsthaft... Klar, wenn man ihm dadurch rechtlich nichts nachweisen kann, kann er nicht zur Rechenschaft gezogen werden, aber dass er dies ungeschoren politisch überleben konnte, ist für mich nicht nachvollziehbar und ist auch ein wesentlicher Punkt, aus dem die AfD ihre Stärke gewinnt, der Unglaubwürdigkeit der etablierten Politiker.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Juli 2023, 10:06:56
Die Frage ist ja, ob eine demokratische Partei rechts der Union, überhaupt eine Chance hätte? An der AfD hat man doch wunderbar gesehen, dass solche politischen Angebote rechtsradikale Trittbrettfahrer geradzu anziehen und diese die Partei Schritt für Schritt übernehmen. Hinzu kommt, dass ich starke Zweifel habe, ob eine solche Partei - rechts der Union mit klarer Abgrenzung zum extremen Rand - überhaupt auf relevante Stimmanteile käme. Welche Positionen würde sie beispielsweise vertreten? Die Abgrenzung zwischen demokratisch-rechts und rechtsextrem ist verdammt schwierig und selbst innerhalb der Union tut man sich da teilweise schwer (man denke nur an populistische Aussagen vom "Asyltourismus").

Populismus hat immer den kürzeren Weg.
Das stimmt. Aber man muss den Weg ja nicht unnötig abkürzen, indem man sich als Regierung unablässig streitet und Vertrauen verspielt. Wenn dann noch polarisierende politische Entscheidungen im (gefühlten) Zeitalter der Dauerkrisen getroffen werden, die dann auch noch zusätzlich schlecht kommuniziert werden, dann hat es der Populismus eben verdammt einfach. Hinzu kommt, dass sich viele offenbar in Krisenzeiten nach starker Führung sehnen. Die sehe ich beim unsichtbaren Olaf Scholz so gar nicht. Zumal seine "Gedächtnislücken" auch nicht gerade für Vertrauen sorgen. Ich verstehe auch nicht, warum sich die Politik so schwer tut, ihre eigenen Erfolge zu verkaufen und den Leuten klar zu machen, dass nicht alles schlecht ist. Erst unlängst wurde in den Medien berichtet, dass dank der Corona-Hilfen die Menschen durch die Krise finanziell nicht schlechter gestellt wurden, manchen Haushalten geht es dadurch wohl scheinbar sogar besser (ganz grob zusammengefasst). Das ist doch ein Erfolg, auch wenn es größtenteils die Politik der Vorgängerregierung war. Oder die Energiekrise: Da war sicher nicht alles ideal gelöst und Habeck hat zurecht einiges an Kritik einstecken müssen, aber die Regierung hat es geschafft, unter schwierigen Bedingungen die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch das ist ein Erfolg. Soweit ich das beurteilen kann, macht Pistorius einen super Job. Lauterbach versucht sich an einer längst überfälligen Klinikreform (auch hier: sicher nicht ideal, aber immerhin). Es gibt durchaus - von allen Regierungsparteien - positive Entwicklungen zu vermelden. Warum schießt sich die Koalition selbst ins Knie, indem sie immer wieder mit negativen Schlagzeilen wie jetzt wieder dem öffentlich ausgetragenen Streit ums Elterngeld ins Licht der Öffentlichkeit rückt? Da sehe ich insbesondere FDP und Grüne in der Pflicht, sich endlich mal zusammenzureißen.

Letztlich wird leider immer ein nicht zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung für rechtsextreme Politik offen sein. Aber viele Leute, die jetzt gerade die Umfrageergebnisse für die AfD in die Höhe treiben, würde sich durch gute Politik auch wieder zurückholen lassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 07.Juli 2023, 10:12:14
Meines Erachtens muss es auch zwingend eine Partei rechts der CDU geben, da diese Position in unserer Demokratie ansonsten nicht abgebildet wird. Dies ist jedoch immer ein schmaler Grad, gleiches Beispiel kann man links mit "Der Linken" sehen, zwischen demokratisch und zu radikal. Warum es rechts ausgerechnet die AfD sein muss, kann ich zwar persönlich nicht nachvollziehen, da Sie deutlich sehr weit rechts positioniert ist, dass es jedoch dort eine Partei gibt, die rechtere Positionen bekleidet, welche von der Regierung nicht abgebildet wird, ist für mich absolut verständlich.

Rechtere Positionen, die von der Regierung nicht abgebildet werden gibt es doch schon in der CDU/CSU. Warum muss es eine Partei rechts davon geben?

Die CDU/CSU auf der rechten Seite und die SPD auf der linken Seite sollten eher mal dafür sorgen, dass sie auch die jeweiligen Randbereiche der Demokratie auch inhaltlich abdecken, damit sich die Demokraten dort auch wiederfinden.

Leider geht es den allermeisten Parteien ja nicht mehr um Inhalte oder grundsätzliche politische Werte, sondern darum Mehrheiten zu finden.

DAS ist aus meiner Sicht seit wenigen Jahrzehnten das Problem der deutschen Demokratie: Anstelle mit Argumenten und Überzeugungskraft dafür zu sorgen, dass die eigenen Standpunkte mehrheitsfähig werden, werden Meinungen an Mehrheiten angepasst - die Jagd auf die Mitte reisst halt Lücken an den Rändern.

Wenn Politik nur Selbstzweck ist und das eigentliche Ziel Machtgewinn bzw. Machterhalt - dann ist Demokratie in Gefahr.

Uns allen würde es sehr gut tun, wenn die CDU/CSU mal wieder wirklich konservativ würde, die SPD mal wieder wirklich sozial, die FDP mal wieder liberal, die Grünen wieder konsequent ökologisch und die Linke meinetwegen wieder konsequent sozialistisch. Dann kann die AfD auch ruhig konsequent rechts-populistisch bleiben - sie stünden bei den "normalen" 5-10% der Deutschen, die rechtsradikal oder nationalistisch denken. Der Rest der aktuellen Anhänger würden sich endlich wieder in ihren Stammparteien wiederfinden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.Juli 2023, 10:14:03
Die aktuelle Regierung macht sich mit ihren Aktionen momentan einfach lächerlich und stärkt damit diese Position noch mehr. Bestes Beispiel das neue Heizgesetz... es werden Unmengen an Steuergelder in externe Berater und Experten gezahlt, man beschäftigt sich Fulltime mit den gesetzeslagen und bekommt es einfach nicht hin, ein verfassungsgerechtes Gesetz auf die Beine zu stellen? Das ist meines Erachtens einfach lächerlich...
Genauso das sture festhalten an manchen Daten oder Erhebungen, selbst wenn es mehrfach von verschiedenen Stellen widerlegt oder entkräftet ist, ist für mich absolut nicht nachzuvollziehen.
Oder das Thema erneuerbare Energien... Die EU hat AKWs als grüne Technologie anerkannt (darüber lässt sich auch streiten), aber man hält krampfhaft am Ausstieg fest und verpestet die Umwelt lieber mit der Verbrennung von Kohle, was dazu noch den Geldbeutel des Bürgers mehr und mehr belastet.

Das Heizgesetz ist auf einem guten Weg. Zumindest, wenn man da überhaupt Handlungsbedarf sieht. Zu Beginn sah das definitiv anders aus. Aber das sollte damals auch nicht an die Öffentlichkeit. Es war sehr schade, dass es verfrüht durchgesteckt wurde. Wenn das ein Fehler war, ok - sehr dumm gelaufen. Wenn es Absicht war, frage ich mich, was das Ziel sein sollte.
Die externen Berater sehe ich nicht als negativ. Externe Berater geben Kompetenz und Expertise, kurzfristig verfügbare Arbeitskraft und einen frischen Blickwinkel. Die Frage ist nicht, ob man das braucht, sondern im nachhinein muss bewertet werden, ob es das wert war.
Hast du Beispiele für das Festhalten an Daten und Erhebungen, die falsch sind?
Bei den KKWs führst du das Problem schon an. Für die EU ist es eine grüne Technologie. Du sagst selber, dass man darüber streiten kann. Wo gestritten werden kann, gibt es zwei Meinungen. Deutschland vertritt einfach nicht die EU Meinung. Wenn Deutschland einfach hätte mitziehen sollen, dann müsse man darüber nicht streiten.  ;)

Oder auch dass ein Scholz zum Kanzler gewählt wird, trotz der ganzen Cum-ex Affäre... Er stellt sich ernsthaft hin und hat keine Erinnerung mehr an Gespräche, wo es um Milliarden an Steuergeldern geht? Also ernsthaft... Klar, wenn man ihm dadurch rechtlich nichts nachweisen kann, kann er nicht zur Rechenschaft gezogen werden, aber dass er dies ungeschoren politisch überleben konnte, ist für mich nicht nachvollziehbar und ist auch ein wesentlicher Punkt, aus dem die AfD ihre Stärke gewinnt, der Unglaubwürdigkeit der etablierten Politiker.

Wann es bei einem Politiker reicht und wann nicht habe ich auch noch nicht ganz begriffen.  ::)
Ich kann in der Sache gar nicht viel sagen. Wenn ich auf meinen Kalender gucke, hatte ich 2018 absolut wichtige Ereignisse. Sowohl auf Arbeit, als im privaten Leben. Ich erinner mich an fast gar nichts mehr im Detail. Es müssen Gespräche stattgefunden haben, sonst wäre es heute nicht wie es ist.
Also ja. Vielleicht strauchelt er. Vielleicht saß er mitten drin. Einflussnahme und Bereicherung konnte man ihm nicht nachweisen. Vielleicht war es damals keine große Sache oder ein Randthema für ihn.
Ich bin kein Fan von Scholz. Aber ich schließe mich auch nicht der Opposition an, die das als lächerlich hinstellt.


Die Frage ist ja, ob eine demokratische Partei rechts der Union, überhaupt eine Chance hätte? An der AfD hat man doch wunderbar gesehen, dass solche politischen Angebote rechtsradikale Trittbrettfahrer geradzu anziehen und diese die Partei Schritt für Schritt übernehmen. Hinzu kommt, dass ich starke Zweifel habe, ob eine solche Partei - rechts der Union mit klarer Abgrenzung zum extremen Rand - überhaupt auf relevante Stimmanteile käme. Welche Positionen würde sie beispielsweise vertreten? Die Abgrenzung zwischen demokratisch-rechts und rechtsextrem ist verdammt schwierig und selbst innerhalb der Union tut man sich da teilweise schwer (man denke nur an populistische Aussagen vom "Asyltourismus").

Ich glaube schon, dass das funktionieren könnte. Ich hätte mir eine AFD unter Meuthen vorstellen können. War jetzt nicht gerade mein Lieblingspolitiker... Aber war noch im möglichen Spektrum. Zumindest, und da muss man eingrenzen, der Meuten ab 2019/2020...

Populismus hat immer den kürzeren Weg.
Das stimmt. Aber man muss den Weg ja nicht unnötig abkürzen, indem man sich als Regierung unablässig streitet und Vertrauen verspielt. Wenn dann noch polarisierende politische Entscheidungen im (gefühlten) Zeitalter der Dauerkrisen getroffen werden, die dann auch noch zusätzlich schlecht kommuniziert werden, dann hat es der Populismus eben verdammt einfach. Hinzu kommt, dass sich viele offenbar in Krisenzeiten nach starker Führung sehnen. Die sehe ich beim unsichtbaren Olaf Scholz so gar nicht. Zumal seine "Gedächtnislücken" auch nicht gerade für Vertrauen sorgen. Ich verstehe auch nicht, warum sich die Politik so schwer tut, ihre eigenen Erfolge zu verkaufen und den Leuten klar zu machen, dass nicht alles schlecht ist. Erst unlängst wurde in den Medien berichtet, dass dank der Corona-Hilfen die Menschen durch die Krise finanziell nicht schlechter gestellt wurden, manchen Haushalten geht es dadurch wohl scheinbar sogar besser (ganz grob zusammengefasst). Das ist doch ein Erfolg, auch wenn es größtenteils die Politik der Vorgängerregierung war. Oder die Energiekrise: Da war sicher nicht alles ideal gelöst und Habeck hat zurecht einiges an Kritik einstecken müssen, aber die Regierung hat es geschafft, unter schwierigen Bedingungen die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch das ist ein Erfolg. Soweit ich das beurteilen kann, macht Pistorius einen super Job. Lauterbach versucht sich an einer längst überfälligen Klinikreform (auch hier: sicher nicht ideal, aber immerhin). Es gibt durchaus - von allen Regierungsparteien - positive Entwicklungen zu vermelden. Warum schießt sich die Koalition selbst ins Knie, indem sie immer wieder mit negativen Schlagzeilen wie jetzt wieder dem öffentlich ausgetragenen Streit ums Elterngeld ins Licht der Öffentlichkeit rückt? Da sehe ich insbesondere FDP und Grüne in der Pflicht, sich endlich mal zusammenzureißen.

Letztlich wird leider immer ein nicht zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung für rechtsextreme Politik offen sein. Aber viele Leute, die jetzt gerade die Umfrageergebnisse für die AfD in die Höhe treiben, würde sich durch gute Politik auch wieder zurückholen lassen.

Hmja. Stimmt schon. Hab ich vorhin etwas pessimistischer gesehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 07.Juli 2023, 10:55:05


Uns allen würde es sehr gut tun, wenn die CDU/CSU mal wieder wirklich konservativ würde, die SPD mal wieder wirklich sozial, die FDP mal wieder liberal, die Grünen wieder konsequent ökologisch und die Linke meinetwegen wieder konsequent sozialistisch.

Genau dort ist der Hund meines Erachtens begraben... die Jagd nach den letzten Prozentpunkten hat die ganzen Parteien immer mehr in die Mitte treiben und es wird schlicht vergessen, wofür man eigentlich grundsätzlich als Partei stand oder stehen will.

Das Heizgesetz ist auf einem guten Weg. Zumindest, wenn man da überhaupt Handlungsbedarf sieht. Zu Beginn sah das definitiv anders aus. Aber das sollte damals auch nicht an die Öffentlichkeit. Es war sehr schade, dass es verfrüht durchgesteckt wurde. Wenn das ein Fehler war, ok - sehr dumm gelaufen. Wenn es Absicht war, frage ich mich, was das Ziel sein sollte.
Die externen Berater sehe ich nicht als negativ. Externe Berater geben Kompetenz und Expertise, kurzfristig verfügbare Arbeitskraft und einen frischen Blickwinkel. Die Frage ist nicht, ob man das braucht, sondern im nachhinein muss bewertet werden, ob es das wert war.
Hast du Beispiele für das Festhalten an Daten und Erhebungen, die falsch sind?
Bei den KKWs führst du das Problem schon an. Für die EU ist es eine grüne Technologie. Du sagst selber, dass man darüber streiten kann. Wo gestritten werden kann, gibt es zwei Meinungen. Deutschland vertritt einfach nicht die EU Meinung. Wenn Deutschland einfach hätte mitziehen sollen, dann müsse man darüber nicht streiten.  ;)

Die Berater und Experten sehe ich auch nicht kritisch, dass man diese zur Rate zieht, ich sehe es einfach kritisch, dass man dies einfach nicht in ein verfassungskonformes Gesetz eingebaut bekommt. Bevor man dort irgendwelche Sachen verabschiedet, die so weitreichend sind, sollte das doch immerhin so gut durchgeprüft werden, dass es so auch verfassungsgerecht ist. Ja, es ist auf einem guten Weg hin zu einer eindeutigen Besserung zur früher angedachten Reform, aber der Weg muss noch fertig beschritten werden, bevor man diesen verabschiedet.

Bezüglich der Daten und Erhebungen ist das beste Beispiel der Strombedarf und wie viel Strom zur Verfügung steht. Es war nachweislich klar, dass man nach Abschaltung der AKWs nicht genügend Strom in Spitzen produziert bekommt, bzw. den vorhandenen Strom aus erneuerbaren Energien aufgrund fehlender Stromtrassen nicht an die Orte bekommt, wo er benötigt wird. Man Schaltet AKWs ab und muss noch am selben Tag Atomstrom aus den Nachbarländern teuer einkaufen.
Ich bin absolut pro Ausstieg aus dem Atomstrom, nur erst zu dem Zeitpunkt, wo die Stromversorgung in Deutschland durch den Ausbau gesichert ist (aktuell begibt man sich dort in die Abhängigkeit der AKWs in bspw. Frankreich). Für mich persönlich ist es auch keine Option anstatt AKWs die Kohlemeiler hochzufahren, die nachweislich deutlich Umwelt- und Gesundheitsgefährdender sind. Hinzukommt, dass der Umbau der Industrie bspw. im Stahlsektor hin zu sauberer Produktion den Strombedarf noch deutlich nach oben Schrauben wird und bei dem aktuellen Tempo des Abbaus, wird es eher noch problematischer als es aktuell schon ist. Und klar, dies könnte man durch den Abbau unnötiger Bürokratiemonster sicher verbessern, aber darüber wird auch etliche Jahre schon gesprochen...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Juli 2023, 10:56:58
Die Frage ist ja, ob eine demokratische Partei rechts der Union, überhaupt eine Chance hätte? An der AfD hat man doch wunderbar gesehen, dass solche politischen Angebote rechtsradikale Trittbrettfahrer geradzu anziehen und diese die Partei Schritt für Schritt übernehmen. Hinzu kommt, dass ich starke Zweifel habe, ob eine solche Partei - rechts der Union mit klarer Abgrenzung zum extremen Rand - überhaupt auf relevante Stimmanteile käme. Welche Positionen würde sie beispielsweise vertreten? Die Abgrenzung zwischen demokratisch-rechts und rechtsextrem ist verdammt schwierig und selbst innerhalb der Union tut man sich da teilweise schwer (man denke nur an populistische Aussagen vom "Asyltourismus").

Ich glaube schon, dass das funktionieren könnte. Ich hätte mir eine AFD unter Meuthen vorstellen können. War jetzt nicht gerade mein Lieblingspolitiker... Aber war noch im möglichen Spektrum. Zumindest, und da muss man eingrenzen, der Meuten ab 2019/2020...[/quote]

Naja, die Meuthen-AfD war aber auch schon von Nazis durchsetzt und diese wurden geduldet. Die Partei hat davon ja auch stimmenmäßig profitiert. Und schlussendlich konnte sich Meuthen gegen die Rechtsextremen in der Partei nicht durchsetzen. Das ist ja genau das was ich meine: Selbst wenn es eine solche Partei gebe - rechts der Union, aber nicht rechtsextrem - würde diese unweigerlich von Nazis und anderem rechtsradikalen Volk vereinnahmt werden oder politisch bedeutungslos bleiben. Bernd Lucke hat es ja beispielsweise nochmal versucht. Ich sehe rechts der Union gerade nicht wirklich einen relevantes politisches Spektrum, das eine demokratische Partei besetzen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 07.Juli 2023, 11:07:36
Naja, die Meuthen-AfD war aber auch schon von Nazis durchsetzt und diese wurden geduldet. Die Partei hat davon ja auch stimmenmäßig profitiert. Und schlussendlich konnte sich Meuthen gegen die Rechtsextremen in der Partei nicht durchsetzen. Das ist ja genau das was ich meine: Selbst wenn es eine solche Partei gebe - rechts der Union, aber nicht rechtsextrem - würde diese unweigerlich von Nazis und anderem rechtsradikalen Volk vereinnahmt werden oder politisch bedeutungslos bleiben. Bernd Lucke hat es ja beispielsweise nochmal versucht. Ich sehe rechts der Union gerade nicht wirklich einen relevantes politisches Spektrum, das eine demokratische Partei besetzen könnte.

Es ist halt brutal schwer, wenn man als Partei immer mehr wachsen möchte. Es gibt halt rechts der Union einige Positionen, welche, wie von Tony Cottee beschrieben, Potential haben, 5-10% der Wählerstimmen zu generieren. Solch eine Partei müsste sich halt trotzdem abgrenzen indem sie sagt: bis hier gehen wir mit, aber nicht weiter, was aber ein schmaler Grad ist und immer Gefahr birgt, in der Versenkung zu verschwinden. Dasselbe Problem hat man ja auch links mit der Linkspartei, welche die letzten Jahre geschafft hat von nahezu 10% auf unter 5% fallen.

Edit: Allein dieses Wählerpotential links und rechts gibt solchen Parteien zumindest eine Daseinsberechtigung, nur die AfD übertreibt es zu sehr nach meinem Geschmack.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.Juli 2023, 11:10:13
Und schlussendlich konnte sich Meuthen gegen die Rechtsextremen in der Partei nicht durchsetzen.

Um es klar zu stellen: Ich meinte eine AFD, wie er sie sich am Ende vorgestellt oder zumindest beschrieben hat. Nicht wie sie tatsächlich war. Schlussendlich konnte er sich nicht durchsetzen, stimmt. Aber er hat es versucht.
Ich weiß nicht, ob die 10 Prozentpunkte an Wählern, die in letzter Zeit zur AFD gewandert sind unbedingt Nazis brauchen. Das scheint mir nicht der Selling Point der AFD zu sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.Juli 2023, 11:31:07
Ihr seid beim Zitieren etwas durcheinander gekommen. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.Juli 2023, 11:33:06
Ahja. Folgefehler. Korrigiere ich. Ich rede ja gar nicht mit M4.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 07.Juli 2023, 11:40:00
Ihr seid beim Zitieren etwas durcheinander gekommen. ;)

Einmal zu hastig, danke für den Hinweis :D korrigiert!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 10.Juli 2023, 17:35:50
Leider geht es den allermeisten Parteien ja nicht mehr um Inhalte oder grundsätzliche politische Werte, sondern darum Mehrheiten zu finden.

DAS ist aus meiner Sicht seit wenigen Jahrzehnten das Problem der deutschen Demokratie: Anstelle mit Argumenten und Überzeugungskraft dafür zu sorgen, dass die eigenen Standpunkte mehrheitsfähig werden, werden Meinungen an Mehrheiten angepasst - die Jagd auf die Mitte reisst halt Lücken an den Rändern.

Wenn Politik nur Selbstzweck ist und das eigentliche Ziel Machtgewinn bzw. Machterhalt - dann ist Demokratie in Gefahr.

Die Aussagen treffen, meiner Meinung nach, absolut zu. Ich bin in einer religiösen Sekte aufgewachsen in der man sich, bewusst, überhaupt nicht mit Politik befasst hat. Als ich mit Anfang 20 die Sekte verlassen habe ich mich das erste Mal mit Politik, Parteien usw befasst.
Meiner Einschätzung nach geht es ausschließlich darum die Macht zu erhalten, mit vielen Versprechungen die anschließend nicht eingehalten werden.
Wer nicht an der Macht ist versucht die regierende Partei durchgehend mit Dreck zu bewerfen und lächerlich zu machen. Es ist immer das gleiche Muster, egal welche Partei es ist.
Und dann sagen genau diese Politiker das der Ton in der Gesellscahft rauer wird und man doch wieder miteinander reden müsse. Also genau das Gegenteil von dem was sie seit Jahrzehnten praktizieren.
Es geht nicht darum Dinge zum positiven zu verändern sondern um seine Posten zu erhalten. Wenn Wählerstimmen fehlen wird gesagt, dass man seine Eckpunkte doch hätte besser präsentieren müssen. Auf die Idee, dass Wähler nicht mehr Partei xy wählen weil sie die Eckpunkte für falsch gesetzt ansehen kommen sie nicht. Einsicht, Veränderung? Keine Chance.

Die Politikverddrossenheit kann ich absolut nachvollziehen und habe große Sorge das die Afd, die ja auch nichts konkretes vorzuweisen hat, mehr und mehr an Macht gewinnt. Jetzt versuchen CDU Politiker mit markigen Sprüchen zum Thema Zuwanderung verbal zu punkten und Afd Wähler zurückzugewinnen. Das wird nicht funktionieren.
Um das Thema Zuwanderung wurde jahrzehntelang ein Bogen gemacht um bloß keinen Aufschrei zu erzeugen. Das war und ist grundlegend falsch. Demokratische Parteien müssen auch das Thema besetzten - ohne Populismus, ohne Stigmatisierung und ohne einen auf "hart" machen zu wollen.

Wenn die Afd an die Macht kommt werden deren Wähler auch sehen das von denen nichts produktives oder positives kommt. Ein paar Jahre später wird halt wieder etwas anderes gewählt.
Ich finde es sehr frustrierend das es keine Aussicht auf Besserung in der Politik gibt.

Insgesamt ist unser Land auf dem absteigenden Ast. Alle Unternehmen mussten ihre Arbeitsweise in den letzten beiden Jahrzehnten erheblich verändern um flexibler, schneller und effektiver zu sein.
Diese Veränderung ist an den Behörden komplett vorbeigegangen - die Behörden die jetzt alle ausbremsen. Es ist absolut unverständlich wie dort gearbeitet wird. Eine Modernisierung von innen heraus ist nicht möglich, von aussen nicht gewollt. Auch hier keine Hoffnung auf Besserung.

Ungeachtet meiner Jammerei - wir leben immernoch in einem der reichsten und sichersten Länder der Welt und ich bin sehr froh hier zu leben. Da ich in der freien Wirtschaft tätig bin und extrem strukturiert arbeite ist es unverständlich mit anzusehen wie unsere Regierung und Behörden stillstehen.

Ein kleiner Nachtrag zur Afd. Ich denke, dass die Afd so viele Stimmen gewonnen hat weil die Menschen den "bekannten" Parteien und Politikern nichts mehr abnehmen und sie soweit von der Basis entfernt sind wie Profifussballer von den Fans. Keine klaren Aussagen, Angst etwas falsches zu sagen - das herrscht bei Politikern vor. Angst um den "Arbeitsplatz".
Da kommt es vielen recht wenn eine Partei "mit einfachen Worten" Dinge anprangert und sagt das sie es sofort ändern würden wenn sie an der Macht sind. Was natürlich ein völliger Unsinn ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.Juli 2023, 11:40:19
Ich packe es mal hierhin, weil wir es ja auch über Politikverdrossenheit im weiteren Sinne hatten: SPD-Politiker Philipp da Cunha will eine einfache Frage nicht beantworten. Seine Strategie: Stattdessen immer wieder das Gleiche antworten. Das Video ist ein Unfall, es tut richtig weh, das anzuschauen. Super unangenehm. Die Einordnung von Netzpolitik, letztlich eine Medienkritik, finde ich aber sehr spannend und ich muss zugeben, dass ich so noch nie darüber nachgedacht habe. Respekt auch an den Reporter, wie ruhig er bleibt.

https://netzpolitik.org/2023/absurdes-interview-der-billige-trick-des-philipp-da-cunha-und-was-medien-daraus-lernen-muessen/ (https://netzpolitik.org/2023/absurdes-interview-der-billige-trick-des-philipp-da-cunha-und-was-medien-daraus-lernen-muessen/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.Juli 2023, 13:16:45
Das ist schon ziemlich dreist, das auch auf diverse klare Nachfragen immer wieder so abzuspulen. Die Intention war vermutlich, dass man auch auf die simple Frage "Wollen Sie mir die Höhe der Kosten verraten? Ja oder Nein?" keinen O-Ton haben wollte, der die Vetternwirtschaft offenlegt, die in dem Fall mutmaßlich zugrundeliegt. Gut, dass der Ausschnitt komplett veröffentlicht worden ist, um dieses Verhalten zu entlarven. Natürlich kennt man das so in der Form auch von anderen Interviews, dass Befragte ausweichen. Insbesondere bei Liveschalten wird dann nach dem zweiten Nachfragen normalerweise abgewürgt und zur nächsten Frage übergegangen.
Nun war dieses Interview nicht live und nicht jede Frage wird verwertet, aber so rigoros und stupide seinen Sermon runterzuleiern, das war schon sehr unangenehm. Respekt für den Reporter, dass er die Contenance bewahrt hat und einfach immer wieder nachgehakt hat. Gerade das Veröffentlichen eines solchen Ausschnitts animiert hoffentlich andere Reporter, es ihm gleich zu tun und Politiker stärker in die Verantwortung zu rufen, eben kein inhaltsleeres Geblubber zu produzieren, sondern transparent zu Fragen Stellung zu nehmen. Wenn er es nicht sagen will, okay. Kann er doch in dem Interview so sagen. Von mir aus kann es auch als marktüblich bezeichnen, aber wenn er die Auskunft verweigern will, soll er das auch so kommunizieren. Damit können der Reporter und auch wir als Konsumenten etwas anfangen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Juli 2023, 13:19:05
Wow. Die ersten drei Antworten sind irgendwie noch im Rahmen - die dritte leicht schräg, aber ok. Aber ab Minute 2 frage ich mich, ob ihm das nicht selbst sehr seltsam vorkommt, was er da macht.  :o
Was ist den das Ziel dieser Antworten? Offensichtlich will er den Preis nicht sagen. Punkt. Daneben will er eine Botschaft rüber bringen. Das ist ihm in den ersten 2 Kommentaren gelungen. Kann er dann nicht einfach sagen "Ortsüblicher Preis und Vertragssache zwischen dem Veranstaltungsort und dem Veranstalter."?
Oder macht er sich einfach nur über die Situation lustig? Dann hat er den Witz als einziger verstanden.

Da wir hier immer wieder von KI sprechen... Nach diesen 4 Minuten Interview würde ich sagen, dass Phillip da Cuna im Turingtest durchfällt. Fazit: Extrem beschränkter Wortschatz, der kontextlos wiederholt wird.
Später in der Bahn: "Den Fahrschein, bitte!" "Als SPD Fraktion machen wir überall im Land..."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 21.Juli 2023, 19:53:49
Ich stimme mit meiner Antwort eigentlich komplett mit Octavianus überein, sodass ich nicht mehr so viel schreiben brauche.
Mir ist nur eine Frage offen geblieben... Der da Cunha hätte ruhig mal sagen können seit wie vielen Jahren die SPD Fraktion das macht. Das hätte mich durchaus interessiert.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 04.August 2023, 15:18:10
Ich stimme mit meiner Antwort eigentlich komplett mit Octavianus überein, sodass ich nicht mehr so viel schreiben brauche.
Mir ist nur eine Frage offen geblieben... Der da Cunha hätte ruhig mal sagen können seit wie vielen Jahren die SPD Fraktion das macht. Das hätte mich durchaus interessiert.  ::)
Zur Frage wie lange die SPD diese Treffen abhält wollte sich da Cunha nicht äußern. Das habe ich zumindest so verstanden.  ;D

Diese ganzen "Interviews" von Politikern aller Partien verlaufen leider immer gleich und sind sorgen nie für Vertrauen. Es gibt nie offene, transparente Antworten. Es geht ausschließlich darum seine Message rüberzubringen. Nachfragen von Journalisten stören da nur. Im Grunde würden vorgefertigte Presseerklärungen komplett ausreichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.August 2023, 22:42:36
Ich packe es mal hierhin, weil wir es ja auch über Politikverdrossenheit im weiteren Sinne hatten: SPD-Politiker Philipp da Cunha will eine einfache Frage nicht beantworten. Seine Strategie: Stattdessen immer wieder das Gleiche antworten. Das Video ist ein Unfall, es tut richtig weh, das anzuschauen. Super unangenehm. Die Einordnung von Netzpolitik, letztlich eine Medienkritik, finde ich aber sehr spannend und ich muss zugeben, dass ich so noch nie darüber nachgedacht habe. Respekt auch an den Reporter, wie ruhig er bleibt.

https://netzpolitik.org/2023/absurdes-interview-der-billige-trick-des-philipp-da-cunha-und-was-medien-daraus-lernen-muessen/ (https://netzpolitik.org/2023/absurdes-interview-der-billige-trick-des-philipp-da-cunha-und-was-medien-daraus-lernen-muessen/)
Ich habe im DLF mal ein Gespräch mit einem Journalisten gehört,der von einem Interview mit Scholz berichtete in dem der wohl danach recht Stolz darauf war, den Fragen so geschickt ausgewichen zu sein. :D Komme leider nicht mehr auf den Namen. Wahrscheinlich färbt es auch auf die unteren Ebenen ab wenn man so jemanden als Kanzler hat oder es ist einfach typisch Politiker, er hätte ja auch einfach "kein Kommentar" sagen können.

Jetzt fangen die in der Ampel schon an sich offen Gelder für ihre Ressorts zu Erpressen. :D https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wachstumschancengesetz-kabinett-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wachstumschancengesetz-kabinett-100.html) 

Außerdem kommt das 2021 versprochene Klimageld erst irgendwann später,würde mich nicht wundern wenn sich das bis zur nächsten Wahl zieht. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/klimageld-100.html Der CO2 Preis, den das eigentlich ausgleichen sollte ,wird natürlich trotzdem eingezogen. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/co2-preis-energie-100.html

Das Heizgesetz ist auf einem guten Weg. Zumindest, wenn man da überhaupt Handlungsbedarf sieht. Zu Beginn sah das definitiv anders aus. Aber das sollte damals auch nicht an die Öffentlichkeit. Es war sehr schade, dass es verfrüht durchgesteckt wurde. Wenn das ein Fehler war, ok - sehr dumm gelaufen. Wenn es Absicht war, frage ich mich, was das Ziel sein sollte.
Die externen Berater sehe ich nicht als negativ. Externe Berater geben Kompetenz und Expertise, kurzfristig verfügbare Arbeitskraft und einen frischen Blickwinkel. Die Frage ist nicht, ob man das braucht, sondern im nachhinein muss bewertet werden, ob es das wert war.
Hast du Beispiele für das Festhalten an Daten und Erhebungen, die falsch sind?
Bei den KKWs führst du das Problem schon an. Für die EU ist es eine grüne Technologie. Du sagst selber, dass man darüber streiten kann. Wo gestritten werden kann, gibt es zwei Meinungen. Deutschland vertritt einfach nicht die EU Meinung. Wenn Deutschland einfach hätte mitziehen sollen, dann müsse man darüber nicht streiten.  ;)
Das sehe ich nicht so, dass Gesetz zum Zwangseinbau gehört immer noch eingestampft, der Schlüssel liegt eher in der Förderung, nach der Zwangsankündigung sind ja erstmal die Preise gestiegen und die Nachfrage nach Pumpen im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen. https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/waermepumpe-und-daemmsysteme-nachfrage-geht-drastisch-zurueck-a-d091edff-302c-48c8-b65e-bf736d52ea15

Die AKWs abzuschalten war ein Fehler, jetzt will Habeck ja sogar einen Insustriestrompreis einführen, weil sonst eine Abwanderungswelle bestimmter Industriezweige droht, z.B nach Schweden,die gerade stark mit Atomkraft planen. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/schweden-atomkraft-ausbau-100.html. https://youtu.be/BdZSSkGFuZc?t=133
Gewonnen hat man dadurch nichts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 17.August 2023, 23:28:23
Währenddessen macht Scholz mal wieder Scholz-Dinge.

https://www.stern.de/politik/olaf-scholz--die-brisante-solonummer-des-kanzlers-bei-den-lng-deals-33741968.html

Aber das wusste man bei Scholz ja schon vor der Wahl.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.August 2023, 00:34:31
Das Heizgesetz ist auf einem guten Weg. Zumindest, wenn man da überhaupt Handlungsbedarf sieht. Zu Beginn sah das definitiv anders aus. Aber das sollte damals auch nicht an die Öffentlichkeit. Es war sehr schade, dass es verfrüht durchgesteckt wurde. Wenn das ein Fehler war, ok - sehr dumm gelaufen. Wenn es Absicht war, frage ich mich, was das Ziel sein sollte.
Die externen Berater sehe ich nicht als negativ. Externe Berater geben Kompetenz und Expertise, kurzfristig verfügbare Arbeitskraft und einen frischen Blickwinkel. Die Frage ist nicht, ob man das braucht, sondern im nachhinein muss bewertet werden, ob es das wert war.
Hast du Beispiele für das Festhalten an Daten und Erhebungen, die falsch sind?
Bei den KKWs führst du das Problem schon an. Für die EU ist es eine grüne Technologie. Du sagst selber, dass man darüber streiten kann. Wo gestritten werden kann, gibt es zwei Meinungen. Deutschland vertritt einfach nicht die EU Meinung. Wenn Deutschland einfach hätte mitziehen sollen, dann müsse man darüber nicht streiten.  ;)
Das sehe ich nicht so, dass Gesetz zum Zwangseinbau gehört immer noch eingestampft, der Schlüssel liegt eher in der Förderung, nach der Zwangsankündigung sind ja erstmal die Preise gestiegen und die Nachfrage nach Pumpen im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen. https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/waermepumpe-und-daemmsysteme-nachfrage-geht-drastisch-zurueck-a-d091edff-302c-48c8-b65e-bf736d52ea15

Die AKWs abzuschalten war ein Fehler, jetzt will Habeck ja sogar einen Insustriestrompreis einführen, weil sonst eine Abwanderungswelle bestimmter Industriezweige droht, z.B nach Schweden,die gerade stark mit Atomkraft planen. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/schweden-atomkraft-ausbau-100.html. https://youtu.be/BdZSSkGFuZc?t=133
Gewonnen hat man dadurch nichts.

Hm... Das war ja ein relativierender Kommentar von mir, der nur auf die politische Laufbahn des Gesetzes abgeziehlt hat. Mit dem Satz "Zumindest, wenn man da überhaupt Handlungsbedarf sieht." hab ich eigentlich die Bewertung, ob das jetzt gut oder schlecht ist, offen gelassen. Damals ging es zumindest politisch in dieser Probelmatik vorran, wenn man im Vergleich die Wochen davor betrachtetet. Und da es mittlerweile vom Tisch ist, bin ich mir nicht sicher was du da nicht so siehst. Ich hab ich weder für noch gegen das Gesetz ausgesprochen.

Ich sehe auch nicht den Zusammenhang zu der Nachfrage. Klar hinkt die, wenn Förderungen angekündigt werden. Ich würde heute auch kein Apfel kaufen, wenn im Gespräch ist, dass ne Förderung für Äpfel ab nächster Woche kommen könnte. Außer ich brauche wirklich sehr sehr dringend und heute nen Apfel.
Von daher stimme ich dir zu. Die Poltik hat in der Zeit eine Menge Unsicherheit in dem Menschen ausgelöst. Aber das passiert genau deswegen, was du von mir zitierst. Ich mache das an der Stelle mal von mir selbst:
Aber das sollte damals auch nicht an die Öffentlichkeit. Es war sehr schade, dass es verfrüht durchgesteckt wurde. Wenn das ein Fehler war, ok - sehr dumm gelaufen. Wenn es Absicht war, frage ich mich, was das Ziel sein sollte.
Das was der Spiegel betrachtet ist das traurige Resultat.


Das mit den KKW sehe ich nicht so. Die Produktion der letzten Reaktoren war relativ gering. Abschalten oder nicht ist eigentlich nicht die Frage, weil sie beim Preis gar nicht so groß ins Gewicht gefallen wären. Die Frage wäre Neubauen oder nicht, weil die bestehden AKW nirgendwo hin reichen würden. Deutschland hat als Vergleich seit Anfang 2022 mehr Windkraft aufgebaut als die letzten Reaktoren an Strom produziert haben. Tendenz in der Geschwindigkeit ist steigend. So schnell baut man kein Kernkraftwerk.
Es gibt auch keine pauschalen Industriestrompreis. Das soll eine geziehlte Förderung sein für energieintensive Unternehmen die sich nachweislich in der Zukunft mit Hilfe des Geldes transformieren sollen. Man könnt jetzt auch zynisch sagen, dass die Unternehmen eine Chance bekommen grün zu werden. Oder sie gehen nach Schweden.

Das macht aber die Kuh nicht fett. Die Energiepolitik in Deutschland ist desaströs. Das ist sie seit 15 Jahren. Unter CDU wurde entschieden, dass Kernkraft wegkommt und gleichzeit hat niemand über eine Alternative nachgedacht. Russland Gas und so weiter... Die Geschichte kennt man. Und jetzt haben wir den Salat. Keine Produktion und keine Infrastruktur.
Es gibt nunmal nur zwei Alternativen für Deutschland. Kernkraft. Das ist eine Glaubensfrage. Oder regenerative Energie. Das ist auch eine Glaubensfrage.
Aktuell geht es Richtung Solar und Windkraft. Keine Ahnung, ob das toll ist. Aber die Ausbaugeschwindikeit ist aktuell, zumindest im Vergleich der Jahre zuvor, enorm. Man kann das für falsch halten. Aber immerhin passiert mal was...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 21.August 2023, 01:01:03
@DragonFox
Die Kernkraftwerke haben den Vorteil günstigen Strom zu produzieren, günstiger geht nur mit Sonne, Wind, Wasser. Aber die musst du ja ersetzen und am Strommarkt gilt das Merit-Order-Prinzip. Das heisst im Klartext das teuerste Kraftwerk welches produziert bestimmt den Strompreis. Ohne Kernkraftwerke sind das Gaskraftwerke und die setzen dann den Preis auf dem Strommarkt. Gleichzeitig ersetzen wir den Kernkraftstrom durch Kohlestrom, wodurch wir nach Polen den Strom mit dem zweithöchsten CO2-Ausstoss in Europa haben bei einer grünen Bundesregierung und Klimaklebern die ja angeblich die Umwelt schützen wollen...  ::) Als Vergleich beträgt der CO2-Ausstoss bei Frankreich pro Kwh 42g und in Deutschland 472g pro Kwh.
Ein Problem der erneuerbaren Energien besteht in den Schwankungen. So verschenkt Deutschland tatsächlich Strom ins Ausland wenn wir Überschüsse an erneuerbarer Energie haben. Wir sind aber tatsächlich ein zeitweise ein Stromimportland, das heißt wir importieren mehr als wir exportieren. Für Juni 2023 (neuer Zahlen habe ich nicht) waren das 3,1 Terrawattstunden die wir exportiert haben und 7,2 Terrawattstunden, die wir importiert haben. Dass Deutschland im Sommer übrigens Strom importiert ist nicht ungewöhnlich aber dass wir der größte Importeur geworden sind und die Höhe des negativen Saldo überrascht dann schon.
Das Problem bei erneuerbaren Energien ist übrigens ihre Schwankungen. Das müssen wir konventionelle Kraftwerke bzw. AKW in der Hinterhand haben. Und jetzt wird es interessant. Braunkohlekraftwerke können ihre Nennleistung um 3% etwa pro Minute verändern, Steinkohlkraftwerke um 4%. Kernkraftwerke um 4% bis 6%, sind also besser geeignet die Spitzen aufzufangen. Gaskraftwerke schaffen übrigens 20% aber das wird richtig teuer, was wir auch merken. Pumpspeicherkraftwerke wären übrigens ideal, man möge mal nach Österreich schauen, um diese Spitzen kurzfristig zu glätten. Das sind dann aber die Naturschutzverbände auch gegen und die Kosten für den Bau sind ziemlich hoch, die müsste man subventionieren. Der Wirkungsgrad für die Speicherung ist dagegen sehr hoch.


Zum Thema Preis übrigens noch soviel. Steuern, Abgaben und Umlagen sind ein wesentlicher Preistreiber, der Staat verdient also sehr gut mit...
(https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Bilder/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Strompreiszusammensetzung.png?__blob=poster&v=8)






Grundsätzlich ist die Ampel so ziemlich die schlechteste Regierung an die ich mich erinnern kann, das will schon was heißen und ist Wasser auf die Mühlen der AfD.
Vom öffentlich-rechtlich Rundfunk, der in Sachen Propaganda und Manipulation schon extrem geworden ist (Polítiker und Aktivisten als "Bürger" ausgeben in Interviews, sogar eigene Mitarbeiter). Und dafür zahlt man 18 Euro jeden Monat...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.August 2023, 06:23:34
Grundsätzlich ist die Ampel so ziemlich die schlechteste Regierung an die ich mich erinnern kann, das will schon was heißen und ist Wasser auf die Mühlen der AfD.
Vom öffentlich-rechtlich Rundfunk, der in Sachen Propaganda und Manipulation schon extrem geworden ist (Polítiker und Aktivisten als "Bürger" ausgeben in Interviews, sogar eigene Mitarbeiter). Und dafür zahlt man 18 Euro jeden Monat...

Ich will die Ampel gar nicht in Schutz nehmen, weil ich da mittlerweile auch Vieles sehr kritisch sehe. Aber die von dir skizzierten Probleme sind ja nicht neu, sondern vielmehr das Ergebnis des energiepolitischen Tiefschlafs unter "Klimakanzlerin" Merkel. Die Diskussion wäre ja eher, ob die Lösungen der Ampel für dieses Problem sinnvoll sind oder nicht.

Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk: mit dem Wort Propaganda wäre ich mal ganz vorsichtig. Um welche Themen geht's da konkret? Wie oft kommen die von dir genannten Fälle vor? Wann und wo wird sowas gezeigt? Auch hier: der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat sicher einigen Reformationsbedarf und dass es da schwarze Schafe gibt, kommt ja immer wieder ans Tageslicht. Direkt von Propaganda zu sprechen, finde ich aber dann doch sehr hoch gegriffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 21.August 2023, 06:50:52
@DragonFox
Die Kernkraftwerke haben den Vorteil günstigen Strom zu produzieren, günstiger geht nur mit Sonne, Wind, Wasser. Aber die musst du ja ersetzen und am Strommarkt gilt das Merit-Order-Prinzip. Das heisst im Klartext das teuerste Kraftwerk welches produziert bestimmt den Strompreis. Ohne Kernkraftwerke sind das Gaskraftwerke und die setzen dann den Preis auf dem Strommarkt. Gleichzeitig ersetzen wir den Kernkraftstrom durch Kohlestrom, wodurch wir nach Polen den Strom mit dem zweithöchsten CO2-Ausstoss in Europa haben bei einer grünen Bundesregierung und Klimaklebern die ja angeblich die Umwelt schützen wollen...  ::) Als Vergleich beträgt der CO2-Ausstoss bei Frankreich pro Kwh 42g und in Deutschland 472g pro Kwh.
Ein Problem der erneuerbaren Energien besteht in den Schwankungen. So verschenkt Deutschland tatsächlich Strom ins Ausland wenn wir Überschüsse an erneuerbarer Energie haben. Wir sind aber tatsächlich ein zeitweise ein Stromimportland, das heißt wir importieren mehr als wir exportieren. Für Juni 2023 (neuer Zahlen habe ich nicht) waren das 3,1 Terrawattstunden die wir exportiert haben und 7,2 Terrawattstunden, die wir importiert haben. Dass Deutschland im Sommer übrigens Strom importiert ist nicht ungewöhnlich aber dass wir der größte Importeur geworden sind und die Höhe des negativen Saldo überrascht dann schon.
Das Problem bei erneuerbaren Energien ist übrigens ihre Schwankungen. Das müssen wir konventionelle Kraftwerke bzw. AKW in der Hinterhand haben. Und jetzt wird es interessant. Braunkohlekraftwerke können ihre Nennleistung um 3% etwa pro Minute verändern, Steinkohlkraftwerke um 4%. Kernkraftwerke um 4% bis 6%, sind also besser geeignet die Spitzen aufzufangen. Gaskraftwerke schaffen übrigens 20% aber das wird richtig teuer, was wir auch merken. Pumpspeicherkraftwerke wären übrigens ideal, man möge mal nach Österreich schauen, um diese Spitzen kurzfristig zu glätten. Das sind dann aber die Naturschutzverbände auch gegen und die Kosten für den Bau sind ziemlich hoch, die müsste man subventionieren. Der Wirkungsgrad für die Speicherung ist dagegen sehr hoch.


Zum Thema Preis übrigens noch soviel. Steuern, Abgaben und Umlagen sind ein wesentlicher Preistreiber, der Staat verdient also sehr gut mit...
(https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Bilder/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Strompreiszusammensetzung.png?__blob=poster&v=8)






Grundsätzlich ist die Ampel so ziemlich die schlechteste Regierung an die ich mich erinnern kann, das will schon was heißen und ist Wasser auf die Mühlen der AfD.
Vom öffentlich-rechtlich Rundfunk, der in Sachen Propaganda und Manipulation schon extrem geworden ist (Polítiker und Aktivisten als "Bürger" ausgeben in Interviews, sogar eigene Mitarbeiter). Und dafür zahlt man 18 Euro jeden Monat...

Das Verschenken und ersetzen löst sich mit Kernkraft doch nur bedingt? Die Kernkraft kannst du nicht einfach schnell bei Bedarf hoch oder runter fahren in ein paar Minuten
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.August 2023, 08:18:43
Aber die von dir skizzierten Probleme sind ja nicht neu...
Die Abschaltung der Kernkraftwerke trotz schwerster Energiekrise ist hausgemacht, man kann nur beten, dass der kommende Winter wieder mild wird und es keinen Blackout gibt.

Eine unfähige Verteidigungsministerin und Innenministerin zu ernennen, ist hausgemacht.

Einen unfähigen grünen Wirtschaftsminister, der noch nicht einmal weiß, was eine Insolvenz ist, der keine Ahnung hat, für wen die Pendlerpauschale gilt und der die Industrie mit immer höheren Energiepreisen vertreibt, zu ernennen, ist hausgemacht.

Eine grüne Ministerin, die ein in der Rezession wichtiges Gesetz zur Wirtschaftsförderung, das eigentlich von Habeck hätte kommen müssen, wegen gekränkter Eitelkeit bremst, zu ernennen, ist hausgemacht.

Ja, die Ampel hat sicher viele Probleme geerbt und obendrauf noch einen fiesen Krieg bekommen, aber die Art und Weise, wie diese Probleme angegangen werden, ist einfach nur stümperhaft. Niemand will den "Wohlstand des Weniger", niemand will Kenia zum Vorbild haben, das ist Ideologie, denen die Masse der Menschen nicht folgt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.August 2023, 08:22:39
Ich bin ebenfalls ein Befürworter der Laufzeitverlängerung bei AKWs (ich bin klar gegen Neubauten aufgrund der nach wie vor ungelösten Endlagerung), ich sehe jedoch die Probleme, die Frankreich mit seinen AKWs hat. Sicher, die Kernkraft kann für eine Grundlast sorgen, aber sie benötigt auch Zugang zu Kühlwasser und insbesondere die Dürreperioden der letzten Jahre haben zu einigen Problemen geführt, die noch nicht gelöst worden sind.
Siehe beispielsweise folgende Quelle: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2023-04/frankreich-duerre-wassermangel-strategie/komplettansicht

Ich stimme vollkommen zu, dass Gas und Kohle nicht die Brückentechnologie sein dürfen, zu der wir zurückkehren, aber die Kernkraft hat neben der Endlagerung leider auch ihre Schattenseiten. Ich stimme jedoch auch zu, dass wir unsere 3 Reaktoren noch gut und gerne 5 Jahre hätten weiterlaufen lassen können, da die Sicherheitsstandards in deutschen AKWs nun mal andere sind als in den Nachbarländern. Die zu knapp gewählte Übergangsperiode hat uns nun vor die Probleme gestellt, die wir derzeit beobachten können.

Ob die Ampel die schlechteste Regierung aller Zeiten ist? Das ist mir zu platt, denn dafür wurden einige wichtige Gesetzesvorhaben umgesetzt. Der Umgang mit den unmittelbar nach Regierungsantritt aufgebrochenen Krisen (Ukraine, in der Folge Gasversorgung) wurde aus meiner Sicht gut gemeistert. Auch die Wahlrechtsreform war überfällig. Daher finde ich die Regierung nicht schlechter als die 16 Jahre Merkel zuvor. Könnte sie besser sein? Ohne Frage, vor allem die Kommunikation (intern und nach außen zum Bürger) ist mal wieder verbesserungswürdig, aber das Problem ist ja nicht neu.

Ich würde beim ÖR auch nicht von Propaganda sprechen, das machen Putins Systemmedien in Russland nochmals ganz anders. Es gibt tendenziöse Berichterstattung und es gibt etliche Skandale, die aufgearbeitet und kritisch begleitet werden müssen. Ich stimme insofern zu, dass bei "Bürgerdialogen" oder "zufälligen" Straßeninterviews darauf geachtet werden muss, dass dort nicht Kommunalpolitiker als normale Bürger von nebenan auftreten. Und wenn es doch geschieht, dann muss der Transparenzhinweis vom Sender erfolgen und nicht erst auf Nachfrage durch andere Journalisten oder Recherchekollektive.
https://www.24rhein.de/people/wdr-penny-mitarbeiterin-interview-tv-beitrag-kundin-saubloeder-fehler-twitter-oerr-wahre-preise-92437090.html
Für die anderen Vorfälle müsste ich erst noch Quellen nachreichen, wenn gewünscht. Ich hätte kein Problem damit, wenn Kommunalpolitiker an Bürgerdialogen teilnehmen, um dort den Granden der Politik Fragen zu stellen, aber dann gehört es sich, dies in Bauchblenden oder im Nachhinein auch entsprechend zu kommunizieren, dass dort jemand eine Frage stellt, der sich politisch in einer Partei engagiert. Solange das transparent gemacht wird, stört mich das nicht und ich kann das als Zuschauer entsprechend einordnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 21.August 2023, 10:06:27
Es ist sehr leicht, die Stromproblematik auf die Ampel zu schieben, weil sie die aktuelle Regierung darstellt. Dir Grundproblematik der aktuellen Situation ist jedoch mit Entscheidungen vor vielen Jahren gefallen. Genauso kann man die Auswirkungen vieler Entscheidungen der Ampel erst in einigen Jahren messbar spüren.

In meinen Augen war es auch ein großer Fehler an dem Atomausstieg zum jetzigen Zeitpunkt festzuhalten. Wie Octavianus schon schrieb, hat Kernkraft auch seine Schattenseite mit der Endlagerung, jedoch sichere Kernkraftwerke abzuschalten, obwohl man nicht annähernd so weit mit erneuerbaren Energien war (fehlende Stromtrassen, Stromspeicher etc.) war ein großer Fehler. Dieser wurde jedoch von der CDU eingeleitet und von der Ampel leider nicht gekippt. Wieso die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben und lieber auf Kohlestrom setzen ist mir absolut schleierhaft...

Allgemein gesehen konnte man an den verschiedenen Parteiprogrammen schon vorahnen, dass die Ampel viele Regierungskonflikte wird ausfechten müssen, da es mehr unterschiedliche Gesichtspunkte als Gemeinsamkeiten gegeben hat. Das ganze öffentliche Ausfechten rückt die Ampel jedoch in ein viel schlechteres Licht, als es müsste. Wenn Sie diese Konflikte weniger nach außen tragen würde, wäre das Bild der Ampel garantiert deutlich Positiver (auch wenn viele Entscheidungen für mich trotzdem fraglich bleiben).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.August 2023, 10:18:22
@DragonFox
Die Kernkraftwerke haben den Vorteil günstigen Strom zu produzieren, günstiger geht nur mit Sonne, Wind, Wasser. Aber die musst du ja ersetzen und am Strommarkt gilt das Merit-Order-Prinzip. Das heisst im Klartext das teuerste Kraftwerk welches produziert bestimmt den Strompreis. Ohne Kernkraftwerke sind das Gaskraftwerke und die setzen dann den Preis auf dem Strommarkt. Gleichzeitig ersetzen wir den Kernkraftstrom durch Kohlestrom, wodurch wir nach Polen den Strom mit dem zweithöchsten CO2-Ausstoss in Europa haben bei einer grünen Bundesregierung und Klimaklebern die ja angeblich die Umwelt schützen wollen...  ::) Als Vergleich beträgt der CO2-Ausstoss bei Frankreich pro Kwh 42g und in Deutschland 472g pro Kwh.
Ein Problem der erneuerbaren Energien besteht in den Schwankungen. So verschenkt Deutschland tatsächlich Strom ins Ausland wenn wir Überschüsse an erneuerbarer Energie haben. Wir sind aber tatsächlich ein zeitweise ein Stromimportland, das heißt wir importieren mehr als wir exportieren. Für Juni 2023 (neuer Zahlen habe ich nicht) waren das 3,1 Terrawattstunden die wir exportiert haben und 7,2 Terrawattstunden, die wir importiert haben. Dass Deutschland im Sommer übrigens Strom importiert ist nicht ungewöhnlich aber dass wir der größte Importeur geworden sind und die Höhe des negativen Saldo überrascht dann schon.
Das Problem bei erneuerbaren Energien ist übrigens ihre Schwankungen. Das müssen wir konventionelle Kraftwerke bzw. AKW in der Hinterhand haben. Und jetzt wird es interessant. Braunkohlekraftwerke können ihre Nennleistung um 3% etwa pro Minute verändern, Steinkohlkraftwerke um 4%. Kernkraftwerke um 4% bis 6%, sind also besser geeignet die Spitzen aufzufangen. Gaskraftwerke schaffen übrigens 20% aber das wird richtig teuer, was wir auch merken. Pumpspeicherkraftwerke wären übrigens ideal, man möge mal nach Österreich schauen, um diese Spitzen kurzfristig zu glätten. Das sind dann aber die Naturschutzverbände auch gegen und die Kosten für den Bau sind ziemlich hoch, die müsste man subventionieren. Der Wirkungsgrad für die Speicherung ist dagegen sehr hoch.


Das Argument mit dem Order Merit Prinzip ergibt nur Sinn, wenn die Menge groß genug gewesen wäre und wir nur deswegen jetzt Gas verbrauchen. Ab dem Zeitpunkt der Abschaltung haben sich die restlichen Komponenten nicht verändert. Nur ihre Zusammensetzung wurde logischerweiße anders. Also gerade wegen dem Order-Merit-Prinzip hat das Abschalten der AKW keine Auswirkung auf dem Preis gehabt. Es gab davor Gas es gab danach Gas. Der Preis blieb, zumindest durch diese Mechanik, unverändert.

Das mit dem CO2 stimmt natürlich. Das habe ich so aber auch geschrieben. KKW sollte weg und es wurde keine Alternative bedacht. Und ich meine damit nicht die Frage der letzten drei Meiler, sondern die gesamte Energiestrategie der letzten 20 Jahre.

In Frankreich ist auch nicht alles toll durch KKW. Aktuell ist das System marode. Hitze und niedrige Flußstände schaffen weitere Probleme. Der einzige Neubau ist seit 11 Jahren in Verzug und teurer als angenommen.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/frankreich-atomkraft-atomkraftwerke-emmanuel-macron-edf-energiekrise-1.5728318
Letztes Jahr im Sommer waren über die Hälfte aller Kraftwerke abgeschaltet. Die Diskussion und Befürchtung, ob es im Winter zu Engpässen kommen würde, hat Frankreich genauso geführt wie wir.
Frankreich ersetzt seine Ausfälle mit Gas, importiert teuer und hat eine massive Strompreisbremse in Betrieb, die die Kosten fürs Volk abfedern müssen.

Das wir importieren ist schon immer so. Aber seit 2003 ist Deutschland unter dem Strich durchgehend ein Exportland.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153533/umfrage/stromimportsaldo-von-deutschland-seit-1990/
Das man zeitweiße importiert ergibt Sinn und erklärt sich aus deinen restlichen Argumenten. Es gibt Zeiten in denen zum Beispiel Tschechien den günstigeren sauberen Strom produziert. Warum dann nicht kaufen? Trotzdem ist Frankreich der Hauptabnehmer auf unserer Seite.

Verschenken sehe ich nicht:
https://www.golem.de/news/strombilanz-2022-deutschland-exportiert-strom-fuer-fast-3-milliarden-euro-2301-170980.html
2022 hat man mit dem Export 2,88 Milliarden eingenommen.
Aber ich sehe zumindest, dass das ein Problem in der Zukunft sein könnte. Das ist definitiv ein Nachteil von viel Solar- und Windkraft. Womit wir auch bei einem Problem sind. Jetzt wird kräftig Solar und Wind aufgebaut was man bewerten kann wie man will. Aber das die Stromtrassen seit Jahren nicht mehr modernisiert wurden ist ein echter Knackpunkt.

Wenn man nach Österreich wegen Pumpspeicherkraftweren sieht, dann muss man sich aber auch die Alpen mit den vielen Tälern ansehen. Die Option haben nicht viele Länder. Deutschland gehört ebenfalls nicht dazu. Aber ja. Pumpspeicherkraftwerke wären für den Aspekt der Regelung ideal.


Aber die von dir skizzierten Probleme sind ja nicht neu...
Die Abschaltung der Kernkraftwerke trotz schwerster Energiekrise ist hausgemacht, man kann nur beten, dass der kommende Winter wieder mild wird und es keinen Blackout gibt.

Eine unfähige Verteidigungsministerin und Innenministerin zu ernennen, ist hausgemacht.

Einen unfähigen grünen Wirtschaftsminister, der noch nicht einmal weiß, was eine Insolvenz ist, der keine Ahnung hat, für wen die Pendlerpauschale gilt und der die Industrie mit immer höheren Energiepreisen vertreibt, zu ernennen, ist hausgemacht.

Eine grüne Ministerin, die ein in der Rezession wichtiges Gesetz zur Wirtschaftsförderung, das eigentlich von Habeck hätte kommen müssen, wegen gekränkter Eitelkeit bremst, zu ernennen, ist hausgemacht.

Ja, die Ampel hat sicher viele Probleme geerbt und obendrauf noch einen fiesen Krieg bekommen, aber die Art und Weise, wie diese Probleme angegangen werden, ist einfach nur stümperhaft. Niemand will den "Wohlstand des Weniger", niemand will Kenia zum Vorbild haben, das ist Ideologie, denen die Masse der Menschen nicht folgt.

Scheint ne Fußgänger-Ampel zu sein.  ;)

In meinen Augen war es auch ein großer Fehler an dem Atomausstieg zum jetzigen Zeitpunkt festzuhalten. Wie Octavianus schon schrieb, hat Kernkraft auch seine Schattenseite mit der Endlagerung, jedoch sichere Kernkraftwerke abzuschalten, obwohl man nicht annähernd so weit mit erneuerbaren Energien war (fehlende Stromtrassen, Stromspeicher etc.) war ein großer Fehler. Dieser wurde jedoch von der CDU eingeleitet und von der Ampel leider nicht gekippt. Wieso die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben und lieber auf Kohlestrom setzen ist mir absolut schleierhaft...

Allgemein gesehen konnte man an den verschiedenen Parteiprogrammen schon vorahnen, dass die Ampel viele Regierungskonflikte wird ausfechten müssen, da es mehr unterschiedliche Gesichtspunkte als Gemeinsamkeiten gegeben hat. Das ganze öffentliche Ausfechten rückt die Ampel jedoch in ein viel schlechteres Licht, als es müsste. Wenn Sie diese Konflikte weniger nach außen tragen würde, wäre das Bild der Ampel garantiert deutlich Positiver (auch wenn viele Entscheidungen für mich trotzdem fraglich bleiben).

Weil es politisch für die Grünen ein Desaster wäre, wenn unter ihnen die Kernkraft weitergeführt wird. Da lassen sich ein paar Tonnen CO2 einfacher verkraftet. Die sieht man nicht.  ;)
Abgesehen davon ist das sowieso verkürzt.
Man vergisst heute die große Diskussion um das Thema und die vielen Abers. Brennstoffzellen wären im besten Fall erst jetzt ungefähr verfügbar gewesen. Also an der aktuellen Situation und an der Situation der letzten 20 Monate hätte sich überhaupt nichts verändert.
Da niemand in die Zukunft sehen kann, kann ich mir schon vorstellen, dass Habeck und seine Team unter den Umständen kein Commitment für die nächsten 6-7 Jahre bringen wollte, wenn es in der aktuellen Krise überhaupt nichts nutzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.August 2023, 10:20:37
Wieso die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben und lieber auf Kohlestrom setzen ist mir absolut schleierhaft...

Geschichte und Ideologie. Die Grünen sind aus der Anti-Atomkraftbewegung entstanden. Diese Wurzel sitzt noch fest in der Partei, vor allem der Basis. Für den Großteil der Grünen wäre es daher undenkbar, dass ausgerechnet eine Bundesregierung mit grüner Beteiligung den Atomausstieg kippt bzw. hinauszögert. Da geht es dann gar nicht mehr um pragmatische Entscheidungen, sondern eben um Ideologie. Wie so oft in der Politik.

Ich sag's ja immer wieder: Wir könnten es so schön haben, machen es uns aber so verdammt schwer. Wir Menschen sind schon einfach ziemlich blöd. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.August 2023, 10:31:24
Wieso die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben und lieber auf Kohlestrom setzen ist mir absolut schleierhaft...

Geschichte und Ideologie. Die Grünen sind aus der Anti-Atomkraftbewegung entstanden. Diese Wurzel sitzt noch fest in der Partei, vor allem der Basis. Für den Großteil der Grünen wäre es daher undenkbar, dass ausgerechnet eine Bundesregierung mit grüner Beteiligung den Atomausstieg kippt bzw. hinauszögert. Da geht es dann gar nicht mehr um pragmatische Entscheidungen, sondern eben um Ideologie. Wie so oft in der Politik.

Ich sag's ja immer wieder: Wir könnten es so schön haben, machen es uns aber so verdammt schwer. Wir Menschen sind schon einfach ziemlich blöd. :D

Wobei es das natürlich auch verkürzt ist. Man kann schon valide Gründe gegen Atomkraft anbringen die über Ideologie hinaus gehen. Die Gründe kann man in der Folge dann unterschiedlichen bewerten.
Hier wird ja oft genug gefordert, dass Parteien zu ihren Grundsätzen zurückkehren sollen. Jetzt wird es einmal gemacht und schon ist es nicht mehr pragmatisch. Tja.. So ist das nunmal mit Prinzipien.

Wir könnten es schön haben, wenn wir es so machen, wie ich es gut finden. Und das sagt jede Position.  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.August 2023, 10:54:21
Wieso die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben und lieber auf Kohlestrom setzen ist mir absolut schleierhaft...

Geschichte und Ideologie. Die Grünen sind aus der Anti-Atomkraftbewegung entstanden. Diese Wurzel sitzt noch fest in der Partei, vor allem der Basis. Für den Großteil der Grünen wäre es daher undenkbar, dass ausgerechnet eine Bundesregierung mit grüner Beteiligung den Atomausstieg kippt bzw. hinauszögert. Da geht es dann gar nicht mehr um pragmatische Entscheidungen, sondern eben um Ideologie. Wie so oft in der Politik.

Ich sag's ja immer wieder: Wir könnten es so schön haben, machen es uns aber so verdammt schwer. Wir Menschen sind schon einfach ziemlich blöd. :D

Wobei es das natürlich auch verkürzt ist. Man kann schon valide Gründe gegen Atomkraft anbringen die über Ideologie hinaus gehen. Die Gründe kann man in der Folge dann unterschiedlichen bewerten.
Hier wird ja oft genug gefordert, dass Parteien zu ihren Grundsätzen zurückkehren sollen. Jetzt wird es einmal gemacht und schon ist es nicht mehr pragmatisch. Tja.. So ist das nunmal mit Prinzipien.

Wir könnten es schön haben, wenn wir es so machen, wie ich es gut finden. Und das sagt jede Position.  :P

Natürlich ist das verkürzt, aber es beantwortet die Frage, warum die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben. Da steckt dann eben doch ein Gutteil Ideologie dahinter, die sich aus der Historie der Partei begründet. Auf pragmatisches Für und Wider der Laufzeitverlängerung bin ich bewusst nicht eingegangen, weil ich das Fass nicht aufmachen wollte. Der Käse ist ja jetzt ohnehin gegessen. ;)

Zum zweiten Punkt schreibe ich jetzt nichts, da müsste ich auch ein riesiges Fass aufmachen und dafür fehlen mir gerade Zeit und Nerven. ;-) Nur so viel: Ich meinte damit nicht, dass alles wunderbar wäre, wenn es so wäre wie ich es mir vorstelle, und dann auch alle glücklich sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.August 2023, 11:04:00
Wieso die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben und lieber auf Kohlestrom setzen ist mir absolut schleierhaft...

Geschichte und Ideologie. Die Grünen sind aus der Anti-Atomkraftbewegung entstanden. Diese Wurzel sitzt noch fest in der Partei, vor allem der Basis. Für den Großteil der Grünen wäre es daher undenkbar, dass ausgerechnet eine Bundesregierung mit grüner Beteiligung den Atomausstieg kippt bzw. hinauszögert. Da geht es dann gar nicht mehr um pragmatische Entscheidungen, sondern eben um Ideologie. Wie so oft in der Politik.

Ich sag's ja immer wieder: Wir könnten es so schön haben, machen es uns aber so verdammt schwer. Wir Menschen sind schon einfach ziemlich blöd. :D

Wobei es das natürlich auch verkürzt ist. Man kann schon valide Gründe gegen Atomkraft anbringen die über Ideologie hinaus gehen. Die Gründe kann man in der Folge dann unterschiedlichen bewerten.
Hier wird ja oft genug gefordert, dass Parteien zu ihren Grundsätzen zurückkehren sollen. Jetzt wird es einmal gemacht und schon ist es nicht mehr pragmatisch. Tja.. So ist das nunmal mit Prinzipien.

Wir könnten es schön haben, wenn wir es so machen, wie ich es gut finden. Und das sagt jede Position.  :P

Natürlich ist das verkürzt, aber es beantwortet die Frage, warum die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben. Da steckt dann eben doch ein Gutteil Ideologie dahinter, die sich aus der Historie der Partei begründet. Auf pragmatisches Für und Wider der Laufzeitverlängerung bin ich bewusst nicht eingegangen, weil ich das Fass nicht aufmachen wollte. Der Käse ist ja jetzt ohnehin gegessen. ;)

Zum zweiten Punkt schreibe ich jetzt nichts, da müsste ich auch ein riesiges Fass aufmachen und dafür fehlen mir gerade Zeit und Nerven. ;-) Nur so viel: Ich meinte damit nicht, dass alles wunderbar wäre, wenn es so wäre wie ich es mir vorstelle, und dann auch alle glücklich sind.

Wir können beide Fässer zulassen. Ich weiß was du meinst.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 21.August 2023, 12:26:12
Allerdings finde ich es im aktuellen Koalitionsstreit sehr nachvollziehbar von Frau Paus, die FDP halt mal ihre eigene Medizin kosten zu lassen. Selbst immer wieder - zum Teil schlicht unter Missachtung des Koalitionsvertrages - die sozial- und klimapolitischen Vorhaben von SDP und Grünen blockieren oder verzögern und selbst erwarten, dass die eigenen Projekte alle abgenickt werden, kann's halt auch nicht sein.
Es ist halt recht offensichtlich, dass sich die FDP im Grunde gar nicht als Koalitionspartner der beiden anderen Parteien versteht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.August 2023, 12:51:57
Allerdings finde ich es im aktuellen Koalitionsstreit sehr nachvollziehbar von Frau Paus, die FDP halt mal ihre eigene Medizin kosten zu lassen. Selbst immer wieder - zum Teil schlicht unter Missachtung des Koalitionsvertrages - die sozial- und klimapolitischen Vorhaben von SDP und Grünen blockieren oder verzögern und selbst erwarten, dass die eigenen Projekte alle abgenickt werden, kann's halt auch nicht sein.
Es ist halt recht offensichtlich, dass sich die FDP im Grunde gar nicht als Koalitionspartner der beiden anderen Parteien versteht.

Das einzige doofe daran ist wieder, wie es kommuniziert wird. An der Sache ist gar nichts dran, dass jemand ein Vorbehalt gegen ein Gesetz äußert. Hatten wir eben erst auf EU-Ebene mit unserem E-Fuel Gesetz in ganz anderem Ausmaße. Das gibt es von jeder Farbe immer mal wieder.
Ich sag aber hier das gleiche wie bei der anderen Blockade. Ob das Gesetz jetzt 1-2 Wochen früher oder später kommt ist ziemlich egal, wenn am Ende alle geglaubten Bedenken vom Tisch sind.

Nur die Ausenwirkung leidet. Wenn am Montag sich die drei "Großen" zusammensetzen und sagen, dass es so passt und dann 1-2 Tage später doch blockiert wird... Sieht mal wieder doof aus.  ::) Da guckt dann auch niemand mehr auf die Gründe.

Ich hoffe sehr, dass das alles nicht nur passiert, um einer anderen Partei mal eins auszuwischen.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 21.August 2023, 18:04:59
@DragonFox
Die Kernkraftwerke haben den Vorteil günstigen Strom zu produzieren, günstiger geht nur mit Sonne, Wind, Wasser. Aber die musst du ja ersetzen und am Strommarkt gilt das Merit-Order-Prinzip. Das heisst im Klartext das teuerste Kraftwerk welches produziert bestimmt den Strompreis. Ohne Kernkraftwerke sind das Gaskraftwerke und die setzen dann den Preis auf dem Strommarkt. Gleichzeitig ersetzen wir den Kernkraftstrom durch Kohlestrom, wodurch wir nach Polen den Strom mit dem zweithöchsten CO2-Ausstoss in Europa haben bei einer grünen Bundesregierung und Klimaklebern die ja angeblich die Umwelt schützen wollen...  ::) Als Vergleich beträgt der CO2-Ausstoss bei Frankreich pro Kwh 42g und in Deutschland 472g pro Kwh.
Ein Problem der erneuerbaren Energien besteht in den Schwankungen. So verschenkt Deutschland tatsächlich Strom ins Ausland wenn wir Überschüsse an erneuerbarer Energie haben. Wir sind aber tatsächlich ein zeitweise ein Stromimportland, das heißt wir importieren mehr als wir exportieren. Für Juni 2023 (neuer Zahlen habe ich nicht) waren das 3,1 Terrawattstunden die wir exportiert haben und 7,2 Terrawattstunden, die wir importiert haben. Dass Deutschland im Sommer übrigens Strom importiert ist nicht ungewöhnlich aber dass wir der größte Importeur geworden sind und die Höhe des negativen Saldo überrascht dann schon.
Das Problem bei erneuerbaren Energien ist übrigens ihre Schwankungen. Das müssen wir konventionelle Kraftwerke bzw. AKW in der Hinterhand haben. Und jetzt wird es interessant. Braunkohlekraftwerke können ihre Nennleistung um 3% etwa pro Minute verändern, Steinkohlkraftwerke um 4%. Kernkraftwerke um 4% bis 6%, sind also besser geeignet die Spitzen aufzufangen. Gaskraftwerke schaffen übrigens 20% aber das wird richtig teuer, was wir auch merken. Pumpspeicherkraftwerke wären übrigens ideal, man möge mal nach Österreich schauen, um diese Spitzen kurzfristig zu glätten. Das sind dann aber die Naturschutzverbände auch gegen und die Kosten für den Bau sind ziemlich hoch, die müsste man subventionieren. Der Wirkungsgrad für die Speicherung ist dagegen sehr hoch.


Das Argument mit dem Order Merit Prinzip ergibt nur Sinn, wenn die Menge groß genug gewesen wäre und wir nur deswegen jetzt Gas verbrauchen. Ab dem Zeitpunkt der Abschaltung haben sich die restlichen Komponenten nicht verändert. Nur ihre Zusammensetzung wurde logischerweiße anders. Also gerade wegen dem Order-Merit-Prinzip hat das Abschalten der AKW keine Auswirkung auf dem Preis gehabt. Es gab davor Gas es gab danach Gas. Der Preis blieb, zumindest durch diese Mechanik, unverändert.

Das mit dem CO2 stimmt natürlich. Das habe ich so aber auch geschrieben. KKW sollte weg und es wurde keine Alternative bedacht. Und ich meine damit nicht die Frage der letzten drei Meiler, sondern die gesamte Energiestrategie der letzten 20 Jahre.

In Frankreich ist auch nicht alles toll durch KKW. Aktuell ist das System marode. Hitze und niedrige Flußstände schaffen weitere Probleme. Der einzige Neubau ist seit 11 Jahren in Verzug und teurer als angenommen.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/frankreich-atomkraft-atomkraftwerke-emmanuel-macron-edf-energiekrise-1.5728318 (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/frankreich-atomkraft-atomkraftwerke-emmanuel-macron-edf-energiekrise-1.5728318)
Letztes Jahr im Sommer waren über die Hälfte aller Kraftwerke abgeschaltet. Die Diskussion und Befürchtung, ob es im Winter zu Engpässen kommen würde, hat Frankreich genauso geführt wie wir.
Frankreich ersetzt seine Ausfälle mit Gas, importiert teuer und hat eine massive Strompreisbremse in Betrieb, die die Kosten fürs Volk abfedern müssen.

Das wir importieren ist schon immer so. Aber seit 2003 ist Deutschland unter dem Strich durchgehend ein Exportland.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153533/umfrage/stromimportsaldo-von-deutschland-seit-1990/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153533/umfrage/stromimportsaldo-von-deutschland-seit-1990/)
Das man zeitweiße importiert ergibt Sinn und erklärt sich aus deinen restlichen Argumenten. Es gibt Zeiten in denen zum Beispiel Tschechien den günstigeren sauberen Strom produziert. Warum dann nicht kaufen? Trotzdem ist Frankreich der Hauptabnehmer auf unserer Seite.

Verschenken sehe ich nicht:
https://www.golem.de/news/strombilanz-2022-deutschland-exportiert-strom-fuer-fast-3-milliarden-euro-2301-170980.html (https://www.golem.de/news/strombilanz-2022-deutschland-exportiert-strom-fuer-fast-3-milliarden-euro-2301-170980.html)
2022 hat man mit dem Export 2,88 Milliarden eingenommen.
Aber ich sehe zumindest, dass das ein Problem in der Zukunft sein könnte. Das ist definitiv ein Nachteil von viel Solar- und Windkraft. Womit wir auch bei einem Problem sind. Jetzt wird kräftig Solar und Wind aufgebaut was man bewerten kann wie man will. Aber das die Stromtrassen seit Jahren nicht mehr modernisiert wurden ist ein echter Knackpunkt.

Wenn man nach Österreich wegen Pumpspeicherkraftweren sieht, dann muss man sich aber auch die Alpen mit den vielen Tälern ansehen. Die Option haben nicht viele Länder. Deutschland gehört ebenfalls nicht dazu. Aber ja. Pumpspeicherkraftwerke wären für den Aspekt der Regelung ideal.


Aber die von dir skizzierten Probleme sind ja nicht neu...
Die Abschaltung der Kernkraftwerke trotz schwerster Energiekrise ist hausgemacht, man kann nur beten, dass der kommende Winter wieder mild wird und es keinen Blackout gibt.

Eine unfähige Verteidigungsministerin und Innenministerin zu ernennen, ist hausgemacht.

Einen unfähigen grünen Wirtschaftsminister, der noch nicht einmal weiß, was eine Insolvenz ist, der keine Ahnung hat, für wen die Pendlerpauschale gilt und der die Industrie mit immer höheren Energiepreisen vertreibt, zu ernennen, ist hausgemacht.

Eine grüne Ministerin, die ein in der Rezession wichtiges Gesetz zur Wirtschaftsförderung, das eigentlich von Habeck hätte kommen müssen, wegen gekränkter Eitelkeit bremst, zu ernennen, ist hausgemacht.

Ja, die Ampel hat sicher viele Probleme geerbt und obendrauf noch einen fiesen Krieg bekommen, aber die Art und Weise, wie diese Probleme angegangen werden, ist einfach nur stümperhaft. Niemand will den "Wohlstand des Weniger", niemand will Kenia zum Vorbild haben, das ist Ideologie, denen die Masse der Menschen nicht folgt.

Scheint ne Fußgänger-Ampel zu sein.  ;)

In meinen Augen war es auch ein großer Fehler an dem Atomausstieg zum jetzigen Zeitpunkt festzuhalten. Wie Octavianus schon schrieb, hat Kernkraft auch seine Schattenseite mit der Endlagerung, jedoch sichere Kernkraftwerke abzuschalten, obwohl man nicht annähernd so weit mit erneuerbaren Energien war (fehlende Stromtrassen, Stromspeicher etc.) war ein großer Fehler. Dieser wurde jedoch von der CDU eingeleitet und von der Ampel leider nicht gekippt. Wieso die Grünen so sehr auf den Ausstieg gepocht haben und lieber auf Kohlestrom setzen ist mir absolut schleierhaft...

Allgemein gesehen konnte man an den verschiedenen Parteiprogrammen schon vorahnen, dass die Ampel viele Regierungskonflikte wird ausfechten müssen, da es mehr unterschiedliche Gesichtspunkte als Gemeinsamkeiten gegeben hat. Das ganze öffentliche Ausfechten rückt die Ampel jedoch in ein viel schlechteres Licht, als es müsste. Wenn Sie diese Konflikte weniger nach außen tragen würde, wäre das Bild der Ampel garantiert deutlich Positiver (auch wenn viele Entscheidungen für mich trotzdem fraglich bleiben).

Weil es politisch für die Grünen ein Desaster wäre, wenn unter ihnen die Kernkraft weitergeführt wird. Da lassen sich ein paar Tonnen CO2 einfacher verkraftet. Die sieht man nicht.  ;)
Abgesehen davon ist das sowieso verkürzt.
Man vergisst heute die große Diskussion um das Thema und die vielen Abers. Brennstoffzellen wären im besten Fall erst jetzt ungefähr verfügbar gewesen. Also an der aktuellen Situation und an der Situation der letzten 20 Monate hätte sich überhaupt nichts verändert.
Da niemand in die Zukunft sehen kann, kann ich mir schon vorstellen, dass Habeck und seine Team unter den Umständen kein Commitment für die nächsten 6-7 Jahre bringen wollte, wenn es in der aktuellen Krise überhaupt nichts nutzt.


Ich rede ja nicht davon neue zu bauen, sondern einfach die bestehenden länger laufen zu lassen. Das ist eine Brücke, die schon da ist, sogar abgeschrieben ist von den Baukosten her und die funktioniert. Die Abschaltung wollte ja auch schon die Regierung Merkel, aber über die CDU braucht man nicht mehr sprechen. Laut statistischem Bundesamt waren es im ersten Quartal 2023 4,3% des Stroms, der durch Kernenergie erzeugt wurde, 2022 im ersten Quartal 5,9%. Das ist ein Anteil der dem von Photovoltaik entspricht. Photovoltaik ging übrigens von 6,2% auf 4,9% zurück... Was paradoxerweise stieg war der Anteil der Gaskraftwerke : 13,2% auf 14,6%. Dazu haben wir mehr Strom importiert und weniger exportiert.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_220_43312.html (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_220_43312.html)
Die Zahlen könnt ihr gerne hier nachlesen.
Das mit den Stromtrassen kriegen wir seit 20 Jahren nicht hin und besonders Bayern tut sich da hervor obwohl gerade die davon besonders profitieren würden...
Dass Frankreichs AKW nicht beim Standard mit den deutschen mithalten können ist mir übrigens bewusst. Dummerweise importieren wir halt auch statt 0,7 Mrd. Kwh im ersten Quartal 2022 dieses Jahr im ersten Quartal 1,1 Mrd. Kwh. Doppelt soviel übrigens auch Tschechien wo Kernenergie und Kohle 70% im Strommix ausmachen.  ::)  Traditionell laufen die AKW in Frankreich übrigens durch. Im Sommer sinkt dann im Normalfall der Stromverbrauch überall und dann passiert es, dass Frankreich seinen Strom zu Dumpingpreisen in den Strommarkt gibt. Umgekehrt verschenkt Deutschland Windenergie tatsächlich im Winter zur Jahresende. Beim Jahreswechsel war der Strompreis an der Börse im Minus, also bekam man Geld fürs Abnehmen vom Strom.
Noch absurder ist es Windräder, die gut und gerne 30 Jahre und länger halten laut EEG nach 20 Jahren aus der Bezuschussung zu nehmen. Das sind dieses Jahr bis zu 6000 Windkraftanlagen. Die zu entsorgen wird übrigens richtig lustig. Die Rotoren bestehen auf harten glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Das musst du dann mechanisch zerkleinern und dabei wird dann gesundheitsschädlicher Faserstaub freigesetzt. Lasst also die Windräder noch 10 Jahre laufen, das kriegen die hin. Und dann machen wir uns mal Gedanken, wie wir das recycelt kriegen. Weil 50000 Tonnen davon dieses Jahr sind verdammt viel. Die in Deponien zu entsorgen ist verboten und verbrennen kannst du die auch nicht.


Zu den Pumpspeicherkraftwerken : Ironischerweise laufen hier ganz gerne mal Umweltverbände und Bürgerinitiativen Sturm. Nennt man in den USA glaub ich Nimby... Und die Kosten sind auch hoch, das wird privatwirtschaftlich in Deutschland ohne Zuschüsse eher schwer werden.


Übrigens wird der Stromverbrauch weiter steigen, wenn wir wirklich auf Wärmepumpen und mehr E-Autos umsteigen. Jede Wärmepumpe macht etwa 5000 Kwh Strom pro Jahr aus. 500000 Wärmepumpen sind 2 Twh pro Jahr. Habeck will 6 millionen bis 2030 haben. Das sind 24 Twh mehr. Das werden wir übrigens dann auch in unsere Stromnetze leiten müssen, also noch ein Grund mehr die Netze auszubauen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Veilchen blühen ewig am 21.August 2023, 19:32:39
Das finde ich auch irgendwie witzig. Kann ich, denn ich werde die schwersten Auswirkungen nicht mehr erleben.

Dass man die Kernkraftwerke niederfährt, Endlagerung hin oder her, aber massiv Kohlekraftwerke in Betrieb hat, da kann man doch einfach nur mehr aufgeben oder darüber lachen. Es gibt übrigens schon Spaltbare Materialien, welche nur mehr ein paar hundert Jahre stark strahlen.

Man kann die Energiegewinnung der Welt, nicht von einem Jahrzehnt auf das andere komplett umstellen. Überhaupt wenn es Jahre dauert, für einen einzigen Windpark die Genehmigung zu bekommen. Anrainer Einsprüche, bayrische Gesetze, mit den Energiekonzernen verbundene Politiker(Österreich)... Korruption und Gier ist unser Problem, und das löst man nicht von Heute auf Morgen. Wenn es denn überhaupt mal jemand angehen will.

Nur meine paar Cent.

@Marados
Wasserstoff mag zwar für Randbereiche brauchbar sein, aber 2/3 Energieverlust helfen nicht wirklich weiter. Wir besitzen zur Zeit keine Technik, welche uns in den nächsten beiden Jahrzehnten den Arsch retten würde. Der Verzicht jedes Einzelnen wäre eine brauchbare Grundlage. Aber damit gewinnt man keine Wahlen.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 21.August 2023, 20:31:13
Es hat seine technischen Gründe, warum das Wasserstoffauto nicht in großem Stil kommen wird
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 21.August 2023, 21:51:57

Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk: mit dem Wort Propaganda wäre ich mal ganz vorsichtig. Um welche Themen geht's da konkret? Wie oft kommen die von dir genannten Fälle vor? Wann und wo wird sowas gezeigt? Auch hier: der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat sicher einigen Reformationsbedarf und dass es da schwarze Schafe gibt, kommt ja immer wieder ans Tageslicht. Direkt von Propaganda zu sprechen, finde ich aber dann doch sehr hoch gegriffen.

Bei Corona, beim Wetter, bei Clankriminalität oder diversen Einzelfällen, bei Umfragen zu politischen Themen usw..

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/glosse/ardfragt-der-zufaellig-vorbeikommende-passant/
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/manipulation-zdf-befragt-marie-heidenreich-zur-autofreien-friedrichstrasse-und-verschweigt-dass-sie-gruenen-politikerin-ist-li.316261
https://www.tagesspiegel.de/berlin/rbb-loscht-abendschau-video-mit-georg-kossler-8001541.html


Aber Propaganda muss man diese kleinen Flunkereien wirklich nicht nennen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 21.August 2023, 22:06:12

Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk: mit dem Wort Propaganda wäre ich mal ganz vorsichtig. Um welche Themen geht's da konkret? Wie oft kommen die von dir genannten Fälle vor? Wann und wo wird sowas gezeigt? Auch hier: der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat sicher einigen Reformationsbedarf und dass es da schwarze Schafe gibt, kommt ja immer wieder ans Tageslicht. Direkt von Propaganda zu sprechen, finde ich aber dann doch sehr hoch gegriffen.

Bei Corona, beim Wetter, bei Clankriminalität oder diversen Einzelfällen, bei Umfragen zu politischen Themen usw..

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/glosse/ardfragt-der-zufaellig-vorbeikommende-passant/ (https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/glosse/ardfragt-der-zufaellig-vorbeikommende-passant/)
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/manipulation-zdf-befragt-marie-heidenreich-zur-autofreien-friedrichstrasse-und-verschweigt-dass-sie-gruenen-politikerin-ist-li.316261 (https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/manipulation-zdf-befragt-marie-heidenreich-zur-autofreien-friedrichstrasse-und-verschweigt-dass-sie-gruenen-politikerin-ist-li.316261)
https://www.tagesspiegel.de/berlin/rbb-loscht-abendschau-video-mit-georg-kossler-8001541.html (https://www.tagesspiegel.de/berlin/rbb-loscht-abendschau-video-mit-georg-kossler-8001541.html)


Aber Propaganda muss man diese kleinen Flunkereien wirklich nicht nennen...


Propaganda mag vielleicht übertrieben sein, aber die sogenannte "Demokratie-Abgabe" soll dafür Sorgen, dass die Öffentlich-Rechtlichen nicht staatsnah sind. Dummerweise funktioniert exakt dies nicht. Es gibt mindestens 6 Vorfälle die mir bekannt sind wo das passiert ist. Ich kann auch nicht ausschließen, dass dies früher auch passiert ist, aber damals wurde sowas nicht leicht auf Google recherchiert. Wäre interessant das rauszufinden. Aber generell sollten wir wieder mehr diskutieren und argumentieren und verschiedene Seiten und Sichtweisen beleuchten. Und wir haben ein verdammtes Problem wenn die AfD wie die vernünftigste und demokratietreuste Partei im Parlament wirkt...  :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 21.August 2023, 22:41:52
Währenddessen macht Scholz mal wieder Scholz-Dinge.

https://www.stern.de/politik/olaf-scholz--die-brisante-solonummer-des-kanzlers-bei-den-lng-deals-33741968.html

Aber das wusste man bei Scholz ja schon vor der Wahl.
Ich bin mal gespannt welchen Job Scholz nach seiner Amtszeit machen wird, vielleicht wird da dann seine Motivation hinter einigen Entscheidungen als Kanzler etwas deutlicher.  :P



Hm... Das war ja ein relativierender Kommentar von mir, der nur auf die politische Laufbahn des Gesetzes abgeziehlt hat. Mit dem Satz "Zumindest, wenn man da überhaupt Handlungsbedarf sieht." hab ich eigentlich die Bewertung, ob das jetzt gut oder schlecht ist, offen gelassen.

Das mit den KKW sehe ich nicht so. Die Produktion der letzten Reaktoren war relativ gering. Abschalten oder nicht ist eigentlich nicht die Frage, weil sie beim Preis gar nicht so groß ins Gewicht gefallen wären.

Das macht aber die Kuh nicht fett. Die Energiepolitik in Deutschland ist desaströs. Das ist sie seit 15 Jahren. Unter CDU wurde entschieden, dass Kernkraft wegkommt und gleichzeit hat niemand über eine Alternative nachgedacht. Russland Gas und so weiter... Die Geschichte kennt man. Und jetzt haben wir den Salat. Keine Produktion und keine Infrastruktur.
Es gibt nunmal nur zwei Alternativen für Deutschland. Kernkraft. Das ist eine Glaubensfrage. Oder regenerative Energie. Das ist auch eine Glaubensfrage.
Aktuell geht es Richtung Solar und Windkraft. Keine Ahnung, ob das toll ist. Aber die Ausbaugeschwindikeit ist aktuell, zumindest im Vergleich der Jahre zuvor, enorm. Man kann das für falsch halten. Aber immerhin passiert mal was...
Sollte auch kein Angriff sein, ich hätte vielleicht auch nicht darauf antworten sollen, war schon spät. Mir geht es allgemein darum, dass man in so einem Fall als Habeck auch Fehler zugeben könnte,das Gesetz kassiert und so umarbeitet,dass man nicht die halbe Bevölkerung gegen sich aufbringt.
Ich bin auch zunehmend irritiert,dass die Ampel die immer noch 21% der AfD in den Umfragen einfach ignoriert und nicht mal versucht gegenzusteuern. Wahrscheinlich freuen sich da sogar einige, weil die AfD der Union Stimmen abnimmt, wenn man sich aber anschaut wer inzwischen in der AfD vorne mit dabei ist, z.B auf dem letzten Parteitag zur Europawahl gut zu sehen, sollte man reagieren.

Du brauchst zusätzlich zu erneuerbaren Energien auch noch andere Kraftwerke,ich persönlich wäre auch eher für einen gut geplanten Neubau weiterer Kernkraftwerke als alles mit Windrädern vollzustellen.
Der Punkt ist aber eher,dass man in einer Energiekrise einfach keine Kraftwerke ohne Not abschaltet,wenn die noch länger laufen könnten.
Grundsätzlich ist die Ampel so ziemlich die schlechteste Regierung an die ich mich erinnern kann, das will schon was heißen und ist Wasser auf die Mühlen der AfD.
Würde ich unterschreiben, ich kann mich auch aus der Merkel Zeit an ein paar Sachen erinnern über die ich mich wirklich geärgert habe, ich habe ja auch bewusst nicht Union gewählt,weil mich die Politik nicht überzeugt hat,aber die Ampel ist da einfach eine ganz neue Ebene. Wenn man sich überlegt,dass die erst seit 2 Jahren regieren und was in der Zeit alles passiert ist.
Früher konnte ich auch einigermaßen abschätzen was es für Entscheidungen geben wird und die auch zum größten Teil nachvollziehen, jetzt ist das komplett gedreht, da reiht sich eine komsche Aktion an die nächste.
Oftmals sind das auch Kleinigkeiten, wie z.B am Anfang, als Scholz sein Kabinett unbedingt paritätisch besetzen musste und wir dann zu lange eine Christine Lambrecht am Hals hatten,die offensichtlich komplett überfordert war, oder vor ein paar Monaten,als Baerbock Nigeria Benin-Bronzen zurückgegeben hat,trotz Warnungen von unterschiedlichen Stellen, da war schon ein von Deutschland unterstütztes Museum in Planung und der Präsident gibt die Sachen dann einfach weiter an den König.  :D https://www.tagesspiegel.de/kultur/ruckgabe-der-benin-bronzen-an-nigeria-ist-da-noch-was-zu-retten-9791903.html

Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk: mit dem Wort Propaganda wäre ich mal ganz vorsichtig. Um welche Themen geht's da konkret? Wie oft kommen die von dir genannten Fälle vor? Wann und wo wird sowas gezeigt? Auch hier: der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat sicher einigen Reformationsbedarf und dass es da schwarze Schafe gibt, kommt ja immer wieder ans Tageslicht. Direkt von Propaganda zu sprechen, finde ich aber dann doch sehr hoch gegriffen.
Zu dem Thema gab es neulich auch mal deutliche Kritik eines ehemaligen Intendanten.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/was-ard-und-zdf-sich-leisten-die-skandaldichte-ist-beachtlich-19081362.html
https://www.focus.de/politik/deutschland/pannen-bei-ard-zdf-wdr-ex-swr-intendant-rechnet-mit-oerr-ab-skandaldichte-ist-beachtlich_id_201069795.html

Das Problem des ÖRR ist einfach,dass das ganze System inzwischen zu aufgeblasen ist und die Leute die reformen in der Hand hätten, mittelbar und unmittelbar davon Profitieren,dass es so bestehen bleibt. Ich denke inzwischen ,dass es viele Formate nur gibt, damit man am Ende der Abrechnung sagen kann, dass das Geld wieder nicht reicht. Kein Bürger braucht hunderte Instagram,Twitter und Youtube Angebote die immer die gleichen oder ähnliche Themen behandeln.
Als Beispiel ein kleiner ZDF Youtube Kanal dem ich vor 1 oder 2 Jahren mal gefolgt bin, da wurden 2 Influencerinnen eingekauft, die haben Ideen für nachhaltige Gadgets im Haushalt vorgestellt, z.B eine Kiste mit Würmern unter der Spüle in die man  kompost Abfall reintun kann,Haare waschen mit Haferflocken oder es wurde ein Weihnachtsbaum aus Zweigen gebastelt. Inzwischen wurden alle Videos gelöscht und ich würde wetten,dass die gleichen Leute und die gleichen Ideen in diesem oder nächsten Jahr in irgendeinem anderen Format recycelt werden.  :D
So etwas braucht man aber nicht, dass bekommt man auch in zig anderes Videos auf Youtube,dafür zu zahlen ist einfach Gebührenverschwendung.
Ein anderes wäre,dass jeder Sender zu irgendwelchen Ereignissen unbedingt ein eigenes Team schicken muss, bei der Beerdigung der Queen waren Leute von ARD,ZDF und Phoenix vor Ort und alle haben darüber berichtet.

Dazu kommt eine wachsende Zahl an Ruhestandsgehältern und ein Versorgungssystem für unterschiedliche Mitarbeiter,dass das Budget für die Inhalte auffrisst. Ab und an leistet man sich auch noch teute Anwälte die sich um interne und externe Probleme kümmern, obwohl jeder Sender auch eine eigene Rechtsabteilung hat.
https://www.berliner-zeitung.de/news/rbb-skandal-anwaelte-verschlingen-zu-viel-geld-sender-beendet-zusammenarbeit-li.368764

Falls doch mal gekürzt wird dann nicht bei irgendwelchen yt oder insta Kanälen sondern an Kulturprogrammen. https://www.sueddeutsche.de/medien/bayern-2-kultursendungen-bayerischer-rundfunk-ard-reform-1.6074832

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.August 2023, 23:35:17
Dummerweise funktioniert exakt dies nicht.
Warte nur mal ab, wenn die Grünen wieder in der Opposition sind, dann wirst du sehen, wie das funktioniert O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 21.August 2023, 23:47:51
Dummerweise funktioniert exakt dies nicht.
Warte nur mal ab, wenn die Grünen wieder in der Opposition sind, dann wirst du sehen, wie das funktioniert O0


Dann haben wir in 10 Jahren hier Zustände wie in Amerika wo sich 2 Lager gegenüberstehen und darum wettstreiten wer lauter dumm schreien kann...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.August 2023, 00:07:27


Hm... Das war ja ein relativierender Kommentar von mir, der nur auf die politische Laufbahn des Gesetzes abgeziehlt hat. Mit dem Satz "Zumindest, wenn man da überhaupt Handlungsbedarf sieht." hab ich eigentlich die Bewertung, ob das jetzt gut oder schlecht ist, offen gelassen.

Das mit den KKW sehe ich nicht so. Die Produktion der letzten Reaktoren war relativ gering. Abschalten oder nicht ist eigentlich nicht die Frage, weil sie beim Preis gar nicht so groß ins Gewicht gefallen wären.

Das macht aber die Kuh nicht fett. Die Energiepolitik in Deutschland ist desaströs. Das ist sie seit 15 Jahren. Unter CDU wurde entschieden, dass Kernkraft wegkommt und gleichzeit hat niemand über eine Alternative nachgedacht. Russland Gas und so weiter... Die Geschichte kennt man. Und jetzt haben wir den Salat. Keine Produktion und keine Infrastruktur.
Es gibt nunmal nur zwei Alternativen für Deutschland. Kernkraft. Das ist eine Glaubensfrage. Oder regenerative Energie. Das ist auch eine Glaubensfrage.
Aktuell geht es Richtung Solar und Windkraft. Keine Ahnung, ob das toll ist. Aber die Ausbaugeschwindikeit ist aktuell, zumindest im Vergleich der Jahre zuvor, enorm. Man kann das für falsch halten. Aber immerhin passiert mal was...
Sollte auch kein Angriff sein, ich hätte vielleicht auch nicht darauf antworten sollen, war schon spät. Mir geht es allgemein darum, dass man in so einem Fall als Habeck auch Fehler zugeben könnte,das Gesetz kassiert und so umarbeitet,dass man nicht die halbe Bevölkerung gegen sich aufbringt.
Ich bin auch zunehmend irritiert,dass die Ampel die immer noch 21% der AfD in den Umfragen einfach ignoriert und nicht mal versucht gegenzusteuern. Wahrscheinlich freuen sich da sogar einige, weil die AfD der Union Stimmen abnimmt, wenn man sich aber anschaut wer inzwischen in der AfD vorne mit dabei ist, z.B auf dem letzten Parteitag zur Europawahl gut zu sehen, sollte man reagieren.

Du brauchst zusätzlich zu erneuerbaren Energien auch noch andere Kraftwerke,ich persönlich wäre auch eher für einen gut geplanten Neubau weiterer Kernkraftwerke als alles mit Windrädern vollzustellen.
Der Punkt ist aber eher,dass man in einer Energiekrise einfach keine Kraftwerke ohne Not abschaltet,wenn die noch länger laufen könnten.


Alles gut. Gar nicht als Angriff wahrgenommen.
Herr Habeck hat sich tatsächlich mehrfach öffentlich für das Debakel mit dem Gesetz entschuldigt. Zumindest habe ich zwei Interviews von ihm gehört, in denen er das lang und breit getan hat und auch etwas Hintergrund gegeben hat was aus seiner Sicht schief lief und was er daraus lernt.
Grund das Gesetz zu kassieren, jetzt wo er es endlich mal auf die Beine gestellt hat, hat er natürlich keine. Er verteidigt das als guten und wichtigen Schritt.

Was er genau zur AFD gesagt hat, weiß ich nicht mehr. Muss ich nochmal reinhören. Ich hab diesen Sommer lange Interviews von Habeck, Lindner und einer SPD Politikerin, derren Namen ich vergessen habe, gehört. Die haben zumindest alle gesagt, dass ihnen das mit den 21% nicht recht ist.  :P

Das mit den KKW ist für mich eine Sache wo es immer Gräben geben wird. Ich habe mich mit dem Thema relativ lange auseinander gesetzt und kenne sehr gute Gründe dafür und dagegen. Am Schluss kam ich zu dem Ergebnis, dass ich die Technologie nicht mag und froh bin, dass wir sie nicht mehr verwenden. Ich hätte mich, wenn ich der Entscheider gewesen wäre, genau so entschieden. Das heißt aber nicht, dass ich die Gründe die hier dafür angegeben werden nichts abgewinnen kann. So ziemlich alles was ich hier positives über KKWs gelesen habe stimmt meiner Meinung nach und würde ich in den einzelnen Punkten auch bestätigen.



Ich rede ja nicht davon neue zu bauen, sondern einfach die bestehenden länger laufen zu lassen. Das ist eine Brücke, die schon da ist, sogar abgeschrieben ist von den Baukosten her und die funktioniert. Die Abschaltung wollte ja auch schon die Regierung Merkel, aber über die CDU braucht man nicht mehr sprechen. Laut statistischem Bundesamt waren es im ersten Quartal 2023 4,3% des Stroms, der durch Kernenergie erzeugt wurde, 2022 im ersten Quartal 5,9%. Das ist ein Anteil der dem von Photovoltaik entspricht. Photovoltaik ging übrigens von 6,2% auf 4,9% zurück... Was paradoxerweise stieg war der Anteil der Gaskraftwerke : 13,2% auf 14,6%. Dazu haben wir mehr Strom importiert und weniger exportiert.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_220_43312.html (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_220_43312.html)
Die Zahlen könnt ihr gerne hier nachlesen.
Das mit den Stromtrassen kriegen wir seit 20 Jahren nicht hin und besonders Bayern tut sich da hervor obwohl gerade die davon besonders profitieren würden...
Dass Frankreichs AKW nicht beim Standard mit den deutschen mithalten können ist mir übrigens bewusst. Dummerweise importieren wir halt auch statt 0,7 Mrd. Kwh im ersten Quartal 2022 dieses Jahr im ersten Quartal 1,1 Mrd. Kwh. Doppelt soviel übrigens auch Tschechien wo Kernenergie und Kohle 70% im Strommix ausmachen.  ::)  Traditionell laufen die AKW in Frankreich übrigens durch. Im Sommer sinkt dann im Normalfall der Stromverbrauch überall und dann passiert es, dass Frankreich seinen Strom zu Dumpingpreisen in den Strommarkt gibt. Umgekehrt verschenkt Deutschland Windenergie tatsächlich im Winter zur Jahresende. Beim Jahreswechsel war der Strompreis an der Börse im Minus, also bekam man Geld fürs Abnehmen vom Strom.
Noch absurder ist es Windräder, die gut und gerne 30 Jahre und länger halten laut EEG nach 20 Jahren aus der Bezuschussung zu nehmen. Das sind dieses Jahr bis zu 6000 Windkraftanlagen. Die zu entsorgen wird übrigens richtig lustig. Die Rotoren bestehen auf harten glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Das musst du dann mechanisch zerkleinern und dabei wird dann gesundheitsschädlicher Faserstaub freigesetzt. Lasst also die Windräder noch 10 Jahre laufen, das kriegen die hin. Und dann machen wir uns mal Gedanken, wie wir das recycelt kriegen. Weil 50000 Tonnen davon dieses Jahr sind verdammt viel. Die in Deponien zu entsorgen ist verboten und verbrennen kannst du die auch nicht.


Zu den Pumpspeicherkraftwerken : Ironischerweise laufen hier ganz gerne mal Umweltverbände und Bürgerinitiativen Sturm. Nennt man in den USA glaub ich Nimby... Und die Kosten sind auch hoch, das wird privatwirtschaftlich in Deutschland ohne Zuschüsse eher schwer werden.


Übrigens wird der Stromverbrauch weiter steigen, wenn wir wirklich auf Wärmepumpen und mehr E-Autos umsteigen. Jede Wärmepumpe macht etwa 5000 Kwh Strom pro Jahr aus. 500000 Wärmepumpen sind 2 Twh pro Jahr. Habeck will 6 millionen bis 2030 haben. Das sind 24 Twh mehr. Das werden wir übrigens dann auch in unsere Stromnetze leiten müssen, also noch ein Grund mehr die Netze auszubauen.



Ich hatte es schon verstanden. Und ich kenne auch die Zahlen. Trotzdem: Am aktuellen Strompreis würde es, eben wegen dem Merit-Order-Prinzip, nichts verändern. Erst wenn so wenig Strom durch Gas verbraucht wird, dass die letzten drei Atommeiler ausgereicht hätten, diese Menge zu decken, würde da ein Effekt eintreten. Deswegen bleibe ich dabei. Bis zum heutigen Tag hätten diese Meiler keinen Effekt auf dem Strompreis gehabt.
Da die Meiler bis zum heutigen Tag nicht mal laufen würden, weil die Zellen jetzt erst bald kommen würden, hätte die Entscheidung noch gar kein Effekt gehabt. Ob die Entscheidung in der Zukunft, also im Winter 23/24 oder sogar im Winter 24/25 eine Auswirkung haben wird, sehen wir dann.
Paradox finde ich die Zahlen nicht. Wenn Kohle sinkt, KKW aus ist und die Sonne etwas weniger scheint als im sehr sonnigen Winter 2022, dann bleibt ja eigentlich nur noch Gas über, oder? Was wäre die Alternative? Und Exportüberschuss hatten wir trotzdem noch...
Der Preis für die Kilowattstunde an privat Haushalte ist wieder auf dem Niveau von 2016. Die Gasfüllstände im August bei 92%. Ab wann ist eigentlich keine Energiekrise mehr?

Also Strom aus Windenergie werden wir dann, wenn wir viele Wärmepumpen haben, ja immerhin nicht mehr verschenken.  :P
Der Europäische Strommarkt ist für mich faszinierend. Ich weiß gar nicht, ob man in so einem flexiblen System immer 100% selbst produzieren muss und will. 

Das mit den auslaufenden Zuschüssen ist tatsächlich ein Punkt. Bin gespannt, wie stark das den Fortschritt beim Ausbau behindern wird. Und die Enstorung auch. Allerdings werden heute eher Carbonfasern verwendet, die leichter zu entsorgen oder wiederverwendbar sind. Das heißt, das Problem haben wir hoffentlich nur einmal.

Wegen den Pumpspeicherkraftwerken: Ich meine gelesen zu haben, dass die aktuellen Kapazitäten in Deutschland ziemlich an der Grenze sind. Hast du da andere Informationen? Deswegen verwieß ich ja auch auf die besondere Topologie von Österreich. (Die allerdings auch nur 5 GW mehr haben als wir.)




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.August 2023, 00:42:56
Hier in NRW beim Rursee sollte ein Pumpspeicherwerk entstehen, wurde aber 2013 wegen politischem Widerstand aufgegeben. Die anvisierte Leistung sollte 640 MW betragen und wäre damit höher als jedes Pumpspeicherkraftwerk in Österreich außer der Malta-Hauptstufe gewesen, die zugegebenermaßen gigantisch ist, wenn man mal dort war. In Baden-Württemberg hatte man sogar das größte Pumpspeicherwerk in Europa geplant, das noch wesentlich größer gewesen wäre. Hat man aber leider aufgegeben. Also es gibt in Deutschland schon einige Standorte um das zu bauen. Wie gesagt man müsste sich dafür entscheiden auch wenn es natürlich viel Geld kosten würde.
Zum Thema Strompreis nur soviel.


Zum Thema Merit-Order-Prinzip. Die Gaskraftwerke sind ja Spitzenlastkraftwerke und sollen eben nicht durchlaufen. Daher gilt auch, wenn Wind, Sonne und andere Energieträger ausreichen senkt das den Preis. Würdest du die Produktion der KKW 1-1 durch Erneuerbare ersetzen ändert sich am Preis nix, aber dadurch dass genau das nicht passiert rutschen wir in der Reihenfolge nach oben und die Gaskraftwerke müssen öfter laufen, mit den erwähnten Folgen für den Strompreis. Der bildet sich nämlich von den teuersten Kraftwerken, die gerade am Netz hängen. Ist ja das Problem dabei. Man könnte das Prinzip ja auch abschaffen. Ich muss mal nachschauen es gibt Grafiken dazu, dass genau wenn Erneuerbare einen besonders hohen Anteil haben (z.B. an mehreren Tagen im Juni) der Börsenstrompreis dieses Jahr negativ wurde. Will heißen, dass dann nämlich die teuren Kraftwerke eben nicht laufen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.August 2023, 03:33:36
Hier in NRW beim Rursee sollte ein Pumpspeicherwerk entstehen, wurde aber 2013 wegen politischem Widerstand aufgegeben. Die anvisierte Leistung sollte 640 MW betragen und wäre damit höher als jedes Pumpspeicherkraftwerk in Österreich außer der Malta-Hauptstufe gewesen, die zugegebenermaßen gigantisch ist, wenn man mal dort war. In Baden-Württemberg hatte man sogar das größte Pumpspeicherwerk in Europa geplant, das noch wesentlich größer gewesen wäre. Hat man aber leider aufgegeben. Also es gibt in Deutschland schon einige Standorte um das zu bauen. Wie gesagt man müsste sich dafür entscheiden auch wenn es natürlich viel Geld kosten würde.
Zum Thema Strompreis nur soviel.


Zum Thema Merit-Order-Prinzip. Die Gaskraftwerke sind ja Spitzenlastkraftwerke und sollen eben nicht durchlaufen. Daher gilt auch, wenn Wind, Sonne und andere Energieträger ausreichen senkt das den Preis. Würdest du die Produktion der KKW 1-1 durch Erneuerbare ersetzen ändert sich am Preis nix, aber dadurch dass genau das nicht passiert rutschen wir in der Reihenfolge nach oben und die Gaskraftwerke müssen öfter laufen, mit den erwähnten Folgen für den Strompreis. Der bildet sich nämlich von den teuersten Kraftwerken, die gerade am Netz hängen. Ist ja das Problem dabei. Man könnte das Prinzip ja auch abschaffen. Ich muss mal nachschauen es gibt Grafiken dazu, dass genau wenn Erneuerbare einen besonders hohen Anteil haben (z.B. an mehreren Tagen im Juni) der Börsenstrompreis dieses Jahr negativ wurde. Will heißen, dass dann nämlich die teuren Kraftwerke eben nicht laufen.

Verstehe. Hab mal etwas herumgelesen. Interessanter Einblick. Hätte nicht gedacht, dass es da so viel Potential gibt.

Zu den Gaskraftwerken: Da gebe ich dir recht, dass sie das nicht tun sollten. Aber das machen sie nunmal. Ob mit, oder ohne KKWs. Gas war vor den KKW da und auch danach. Hier kann man das ganz gut sehen:
https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/22.01.2022/22.08.2023/today/
Sobald Gas im Mix ist, ist der Preis oben. Selbst mit den verbliebenen KKW gab es 2022 keinen Zeitraum in dem nicht jeden Tag Gas im Mix war. Günstige Kraftwerke sollten Gas verdrängen. Machen sie aber fast nie. Und die Kritik bei der Abschaltung der KKW, die ich mitgehe, wäre, dass sie das dadurch auch noch eine Weile länger nicht machen.
Das durch das Merit-Order-Prinzip die Preise so hoch sind liegt am Gaspreis, der gestiegen war. Nicht am Wegfall der KKW. Bei den drei Meilern ging es nur um eine Frage, ob es ein Blackout gibt. Der traf, wie wir mittlerweile wissen, auch nicht ein. Aber das ist eine andere Geschichte. Am Preis hatte es kaum bis gar keine Auswirkung.
Hier auch noch einige Quellen, die das sagen, was ich seit 3 Posts wiederhole:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/strompreise-atomkraft-energiewende-100.html
https://www.merkur.de/politik/fuer-die-strompreise-bedeutet-deutschland-schaltet-ab-was-das-akw-aus-92212636.html
https://www.br.de/nachrichten/bayern/strompreisentwicklung-nach-atomausstieg-strom-sogar-billiger,TeEQusi
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/bundesnetzagentur-kaum-auswirkungen-atomausstieg-strommarkt-100.html
https://www.focus.de/finanzen/news/samstag-ist-schluss-wird-mein-strom-jetzt-teurer-die-wichtigsten-frage-zum-akw-aus_id_190967282.html
https://www.fr.de/politik/akw-abschaltung-atomenergie-debatte-deutschland-fdp-strom-92214325.html
https://www.derwesten.de/politik/energiekrise-atomkraft-akw-abschaltung-strompreis-a-id300523618.html


Das Merit-Order-Prinzip kann man nicht einfach abschaffen. Es ist kein Gesetz oder ein verwendeter Mechanismus mit einem bestimmten Ziel. Es ist, wie es im Namen schon steht, ein Prinzip. In dem Fall das Prinzip eines transparenten Marktes mit homogenen Gütern. Man kann es höchstens durch Regulation verändern. Zum Beispiel mit einer Strompreisbremse, wie Spanien sie eingeführt hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.August 2023, 08:49:39
...Merit-Order-Prinzip...
Ist das Prinzip eigentlich von Gott gesandt oder ein physikalisches Grundprinzip, das nicht verändert werden darf oder dient das nur dazu, Stromkonzernen die Taschen zu füllen?

Zitat
Das Merit-Order-Prinzip kann man nicht einfach abschaffen.
Selbstverständlich kann man das abschaffen, das ist eine staatliche Regulierung des Strommarktes.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.August 2023, 09:02:18
...Merit-Order-Prinzip...
Ist das Prinzip eigentlich von Gott gesandt oder ein physikalisches Grundprinzip, das nicht verändert werden darf oder dient das nur dazu, Stromkonzernen die Taschen zu füllen?

Zitat
Das Merit-Order-Prinzip kann man nicht einfach abschaffen.
Selbstverständlich kann man das abschaffen, das ist eine staatliche Regulierung des Strommarktes.

Hm. In welchem Gesetz ist dieses Prinzip festgelegt? Wer hat die Regulierung eingeführt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.August 2023, 11:39:28
Hm. In welchem Gesetz ist dieses Prinzip festgelegt? Wer hat die Regulierung eingeführt?
Eine Gegenfrage ist keine Antwort und ich empfinde so etwas auch als unhöflich. Das MOP wurde mW. im Zuge der Liberalisierung der Energiemärkte eingeführt, in welchem Gesetz das festgeschrieben ist, weiß ich nicht.

Wer schonmal mit VWL in Kontakt gekommen ist wird sich den Kopf kratzen, wieso ausgerechnet der Anbieter, der den höchsten Preis verlangt, den Preis aller anderen Anbieter bestimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.August 2023, 12:59:05
Hm. In welchem Gesetz ist dieses Prinzip festgelegt? Wer hat die Regulierung eingeführt?
Eine Gegenfrage ist keine Antwort und ich empfinde so etwas auch als unhöflich. Das MOP wurde mW. im Zuge der Liberalisierung der Energiemärkte eingeführt, in welchem Gesetz das festgeschrieben ist, weiß ich nicht.

Wer schonmal mit VWL in Kontakt gekommen ist wird sich den Kopf kratzen, wieso ausgerechnet der Anbieter, der den höchsten Preis verlangt, den Preis aller anderen Anbieter bestimmt.

Ich hatte das als rethorische Frage verstanden. Sorry. (Edit: Ich kam vor allem zu dieser Annahme, weil ich die Antwort bereits in dem Post gegeben habe, den du selektiv zitiert hast.)

Das Merrit-Order-Prinzip wurde nicht eingeführt. Klar, die Strombörse wurde danach ausgerichtet, dass es jemanden gibt, der es organisiert. Aber nur, weil das der natürliche Marktmechanismus ist. Es ist das was nach der Liberalisierung übrig blieb. Wie es funktioniert kannst du sehr detaliert hier nachlesen:
https://www.bundestag.de/resource/blob/918822/abb4747668630cbe6d457512d42265c4/WD-5-121-22-pdf-data.pdf


Jeder der VWL oder BWL studiert hat kennt das Merrit-Order-Prinzip aus den Grundlagenvorlesungen in den frühen Semester als Angebotsfunktion. Dabei ist das auch nicht nur in Deutschland und auch nicht nur beim Strom so. Weizen oder Öl funktionieren auf der ganzen Welt nach dem gleichen Prinzip.
Gerade das Barrell Rohöl wird seit vielen Jahren aus Saudi Arabien wesentlich teurer verkauft, als es angeboten werden könnte, weil sich auch hier der Preis an den teureren Quellen orientiert.
Die Frage, warum der Preis sich am teuren orientiert darfst du dir nicht aus der Sicht des Käufers stellen. Du musst es aus der Sicht des günstigen Verkäufers stellen. Warum sollte der günstige Anbieter es günstig anbieten, wenn er genau weiß, dass sofort anschließend für das genau gleiche Gut wesentlich mehr bezahlt wird?

Der Sinn des Marktmechanismus geht aus der von mir gestellten Queller hervor. Ein Abschaffen dieses Marktmechanismus ist nicht möglich. Das bedeutet nicht, dass man nichts daran ändern kann. Das will ich gar nicht sagen. Aber man kann nicht einfach sagen, dass man es jetzt einfach lässt. Spanien hat das Merrit-Order-Prinzip ausgehebelt, in dem sie die hohen Kosten am Ende der Angebotsfunktion aus dem Haushalt übernehmen und dadurch künstlich absenken. Die haben den Kapitalismus nicht neu erfunden. Da werden nur hohe Preise subventioniert. (https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/ingrid-nestle/fragen-antworten/warum-wurde-das-merit-order-prinzip-in-deutschland-nicht-wie-in-spanien-abgeschafft)
Die Frage die sich also stellt und die auch recht interessant ist, ist, wie man den Strommarkt politisch regulieren könnte, so dass das Merrit-Order-Prinzip aushebelt und eine bessere Situation herstellt?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.August 2023, 15:17:04
Aber nur, weil das der natürliche Marktmechanismus ist.
Von einem Marktmechanismus "Der teuerste Anbieter bestimmt den Preis für alle" habe ich trotz einschlägigem Studium vorher noch nie etwas gehört. Und selbstverständlich wurde das eingeführt, daran ist nichts natürlich. Das Prinzip bedeutet eigentlich, dass zuerst die Kraftwerke, die Strom billig anbieten können, diesen auch zuerst abgeben und die teuersten Kraftwerke erst zum Schluss dran kommen. Soweit das ökonomische Prinzip genannt "Reihenfolge der Vorteilhaftigkeit", das aber eigentlich nichts Neues ist, weil in einem nicht regulierten Markt selbstverständlich auch zuerst der billige Strom gekauft würde.

Die Abstrusität beginnt dort, allen Anbietern den Preis des höchstens Anbieters auszuzahlen, auch wenn sie den Strom vorher günstiger angeboten haben, das widerspricht jeglichen ökonomischen Prinzipien, auf einem nicht regulierten Markt würde niemand einen höheren Preis als den Angebotspreis bezahlen.

Zitat
Jeder der VWL oder BWL studiert hat kennt das Merrit-Order-Prinzip aus den Grundlagenvorlesungen in den frühen Semester als Angebotsfunktion.
Dann zeig mir mal ein entsprechendes Skript :D Bei uns kam das nicht vor.

Zitat
Weizen oder Öl funktionieren auf der ganzen Welt nach dem gleichen Prinzip.
Dazu hätte ich gerne eine Quelle, dass jeder, der Weizen oder Öl verkauft, immer den höchsten Preis des teuersten Anbieters kassiert, auch wenn er sein Gut eigentlich viel billiger anbietet.

Zitat
Gerade das Barrell Rohöl wird seit vielen Jahren aus Saudi Arabien wesentlich teurer verkauft, als es angeboten werden könnte, weil sich auch hier der Preis an den teureren Quellen orientiert.
Gerade der Ölpreis schwankt doch sehr stark nach Angebot und Nachfrage, da passt das überhaupt nicht. Was macht denn die Opec, wenn das Angebot hoch, die Nachfrage niedrig und damit auch der Preis niedrig ist? Sie verringert das Angebot und damit steigt bei gleicher Nachfrage der Preis. Das ist der Marktmechanismus, hier allerdings teilweise beherrscht von einem Anbieterkartell.

Zitat
Warum sollte der günstige Anbieter es günstig anbieten...
Er bietet es aber günstig an, erst wenn auch das Gaskraftwerk anbieten muss, bekommt er den hohen Preis. Gäbe es ausreichend EE-Strom, würde er nur seinen Angebotspreis bekommen.

Zitat
Der Sinn des Marktmechanismus geht aus der von mir gestellten Queller hervor.
Nein, geht es nicht, in dem PDF taucht dass Wort Marktmechanismus nicht ein einziges Mal auf. Der Marktmechanismus ist eigentlich ganz einfach zu verstehen, er lautet "Angebot und Nachfrage regulieren auf einem vollkommenen Markt den Preis", mehr Marktmechanismen gibt es nicht. Das Beispiel mit den Landwirten ist zwar knuffig, entspricht aber auch nicht der Realität, weil Duopole in der Landwirtschaft nicht vorkommen.

Zitat
Aber man kann nicht einfach sagen, dass man es jetzt einfach lässt.
Man kann einfach sagen: jeder Anbieter erhält den Preis, zu dem er seinen Strom angeboten hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.August 2023, 16:00:12

Zitat
Jeder der VWL oder BWL studiert hat kennt das Merrit-Order-Prinzip aus den Grundlagenvorlesungen in den frühen Semester als Angebotsfunktion.
Dann zeig mir mal ein entsprechendes Skript :D Bei uns kam das nicht vor.
Fachbuch: https://www.feldhaus-verlag.de/media/pdf/10/cb/2e/9783882645354_txt.pdf
Skript der TU-Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/downloads/evwl/ws17-18/Skript_EVWL_17_18%282%29.pdf
Skript der Uni-Wuppertal: https://welfens.wiwi.uni-wuppertal.de/fileadmin/welfens/daten/Skripte/WS_10_11/teil2_markt.pdf


Zitat
Weizen oder Öl funktionieren auf der ganzen Welt nach dem gleichen Prinzip.
Dazu hätte ich gerne eine Quelle, dass jeder, der Weizen oder Öl verkauft, immer den höchsten Preis des teuersten Anbieters kassiert, auch wenn er sein Gut eigentlich viel billiger anbietet.
Falls die Quelle oben nicht genügen, um das Prinzip zu erklären:
Von einem Energieökonom: https://www.deutschlandfunk.de/energiekrise-strommarkt-preise-entlastung-hirth-100.html
Von einem Unternehmensberater: https://neon.energy/merit-order
Von österreichischen Journalisten: https://www.derstandard.de/story/2000138982639/wie-kann-die-merit-order-abgeschafft-werden
Als Zitat vom Fachbereichsleiter am Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik in Bayreuth: https://www.mdr.de/wissen/klima/klima-update-strommarkt-eu-kommission-preiszone-merit-order-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 22.August 2023, 17:37:39
Der öffentlich-rechtline Rundfunk incl. Fernsehen ist vollkommen überflüssig. Die Gebühren empfinde ich als skandalös, weil man gezwungenermaßen etwas bezahlt, was man ggf. gar nicht nutzen will und was Andere mir kostenlos anbieten. Dieses Modell dürfte einzigartig sein.
In GB gibt es ein ähnliches Modell. Die BBC ist ebenfalls Öffentlich-Rechtlich. Und auch da gibt es Diskussionen dieses Modell abzuschaffen.

Ich mag ARD/ZDF und die dritten Programm da hier viele aufwändige Dokumentationen laufen - im Gegensatz zu Mario Barth Sendungen und Baumarkt/Burgerketten/Reiseabzock-Sendungen die an Dummheit nicht zu überbieten sind. Solche Sendungen machen ja was mit den Menschen die das gucken. Hinterher sind die nicht schlauer sondern verblöden noch mehr als eh schon üblich.
Realistisch muss man sich aber auch eingestehen das das RTL2 Klientel niemals ARD/ZDF/WDR und co anschauen.

Das der Kostenapparat völlig aufgeblasen ist und viel zu viel Geld verbrannt wird ist klar, hier sollte sich etwas ändern. Müssen NDR, WDR, MDR und co eigene Zentralen, eigene hochbehalte Chefs haben oder kann man das ganze zusammenfassen und trotzdem von "umme Ecke" berichten. Das wäre ein Anfang.

Die nächste Frage ist ob die ÖR Unterhaltungsshows wie Wetten Dass, die Sportschau, Schlagerfeste usw zeigen müssen. Sowas würde ich eher bei den privaten Sendern sehen.

 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.August 2023, 18:37:14
Fachbuch: https://www.feldhaus-verlag.de/media/pdf/10/cb/2e/9783882645354_txt.pdf
Skript der TU-Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/downloads/evwl/ws17-18/Skript_EVWL_17_18%282%29.pdf
Skript der Uni-Wuppertal: https://welfens.wiwi.uni-wuppertal.de/fileadmin/welfens/daten/Skripte/WS_10_11/teil2_markt.pdf
Danke für die links, aber kein einziger Treffer zu "merit order".

Zitat
Falls die Quelle oben nicht genügen, um das Prinzip zu erklären:
Das Prinzip ist bekannt, die Frage war allerdings nach tatsächlichen Beispielen, dass alle Weizen- und Öllieferanten weltweit den gleichen Preis bekommen, nämlich den des teuersten Anbieters.

Wenn die Anbieter von EE-Strom immer den gleichen Preis fordern würden wie die Anbieter von Gasstrom, dann bräuchte man weder MOP noch eine Strombörse.

Zitat
Von einem Energieökonom: https://www.deutschlandfunk.de/energiekrise-strommarkt-preise-entlastung-hirth-100.html
"Dieses Energieproblem müsse man lösen, indem man mehr Energie bereitstelle und weniger Energie verbrauche."
Richtig. Mitten in der Energiekrise KKW abzuschalten ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 22.August 2023, 21:35:41

Ob die Ampel die schlechteste Regierung aller Zeiten ist? Das ist mir zu platt, denn dafür wurden einige wichtige Gesetzesvorhaben umgesetzt. Der Umgang mit den unmittelbar nach Regierungsantritt aufgebrochenen Krisen (Ukraine, in der Folge Gasversorgung) wurde aus meiner Sicht gut gemeistert.
Ich weiß außerdem nicht, ob ich, "wir kaufen Gas zu jedem Preis und ungerecht jeglicher Menschenrechte aus jedem Land" als gut gemeistert bezeichnet werden kann. Dazu haben wir massiv Überkapazit an LNG aufgebaut, aber wenn es da schon undeklarierte Treffen gibt, mag es da halt auch andere Beweggründe gegeben haben
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 23.August 2023, 08:12:12
Den Umständen entsprechend wurde das gut gelöst, da es eben keine Gasengpässe gab und all die Horrorszenarien ausblieben. Wäre es wünschenswert, bei Importen nicht von Staaten abhängig zu sein, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden? Ja klar, aber wenn die Vorgängerregierungen sich jahrzehntelang in eine Abhängigkeit von russischem Gas begeben haben, dann muss eine Nachfolgeregierung dies erst einmal ausbügeln.

Bei politischen Entscheidungen jedweder Art muss man eben differenziert betrachten, welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen. Uns als Wählern steht es dann frei, nur die Nachteile zu sehen oder Schwerpunkte zu setzen, um Politik dann zu kritisieren oder zu loben. Ich vermisse in der aktuellen Debatte genau diese Grautöne. Damit meine ich nicht dich persönlich, sondern meine, einen allgemeinen Trend auszumachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.August 2023, 08:31:50
Ich vermisse in der aktuellen Debatte genau diese Grautöne.
Wundert dich das? Mich nicht. Wer wie die SPD und die Grünen und deren Anhänger ständig polarisiert sorgt letzten Endes dafür, dass die Grautöne verschwinden und sich die Menschen zwischen links und rechts entscheiden müssen. Schlimm ist aber, dass rechts nicht mehr Union bedeutet, sondern AfD, aber auch die wird durch die aktuelle Politik und das vergiftete politische Klima gestärkt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.August 2023, 08:36:08
Ich vermisse in der aktuellen Debatte genau diese Grautöne.
Wundert dich das? Mich nicht. Wer wie die SPD und die Grünen und deren Anhänger ständig polarisiert sorgt letzten Endes dafür, dass die Grautöne verschwinden und sich die Menschen zwischen links und rechts entscheiden müssen. Schlimm ist aber, dass rechts nicht mehr Union bedeutet, sondern AfD, aber auch die wird durch die aktuelle Politik und das vergiftete politische Klima gestärkt.

Warum nennst du ausgerechnet nur SPD und Grüne als polarisierende Parteien? Diese Polarisierung kommt von allen Parteien, da darfst du ruhig auch die FDP, die Union und die Linke mit in den Mund nehmen, wenn du das schon kritisierst. Der Punkt ist ja berechtigt, ich finde auch, dass die Politik da aktuell mit schlechtem Beispiel vorangeht, was den politischen Diskurs anbelangt. Aber wie gesagt: Das zieht sich durch alle Parteien.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 23.August 2023, 09:00:19
Den Umständen entsprechend wurde das gut gelöst, da es eben keine Gasengpässe gab und all die Horrorszenarien ausblieben. Wäre es wünschenswert, bei Importen nicht von Staaten abhängig zu sein, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden? Ja klar, aber wenn die Vorgängerregierungen sich jahrzehntelang in eine Abhängigkeit von russischem Gas begeben haben, dann muss eine Nachfolgeregierung dies erst einmal ausbügeln.

Bei politischen Entscheidungen jedweder Art muss man eben differenziert betrachten, welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen. Uns als Wählern steht es dann frei, nur die Nachteile zu sehen oder Schwerpunkte zu setzen, um Politik dann zu kritisieren oder zu loben. Ich vermisse in der aktuellen Debatte genau diese Grautöne. Damit meine ich nicht dich persönlich, sondern meine, einen allgemeinen Trend auszumachen.

Gut gelöst wäre für mich gewesen, mehr Rücksicht auf den Rest Europas genommen hätte und mehr mit Augenmaß gehandelt hätte. Stattdessen hat man den Gaspreis in absurde Höhen gejagt. Wild mit Geld um sich zu werfen und dabei noch sämtliche Prinzipien über den Haufen zu werfen - Menschenrechte, Klimaschutz (Höegh Esperanza z.b.), selbst einen Gasstop gegenüber Putin hat man geblockt - würde ich jetzt nicht als gut gelöst bezeichnen. Das war ein Weg Gas um jeden Preis ohne Rücksicht auf Kollateralschäden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.August 2023, 09:04:21
Warum nennst du ausgerechnet nur SPD und Grüne als polarisierende Parteien?
Wer schwingt denn permanent die  Moral- und Nazikeule und versucht Menschen mit anderer Meinung medial und im Netz mundtot zu machen? Union und FDP sind es nicht.
Kleines aktuelles Beispiel: https://twitter.com/lehmalu/status/1693322448681218344
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.August 2023, 09:33:04
Warum nennst du ausgerechnet nur SPD und Grüne als polarisierende Parteien?
Wer schwingt denn permanent die  Moral- und Nazikeule und versucht Menschen mit anderer Meinung medial und im Netz mundtot zu machen? Union und FDP sind es nicht.
Kleines aktuelles Beispiel: https://twitter.com/lehmalu/status/1693322448681218344

So indiskutabel das Beispiel ist: Ich könnte jetzt auch Äußerungen von Kubicki, Merz, Söder und Co. raussuchen, also wirklich Frontleuten ihrer jeweiligen Parteien, die ebenfalls indiskutabel sind. Mache ich aber nicht, ich lasse es dabei bewenden. Ich wollte lediglich die Nachfrage gestellt haben, danke für die Antwort.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 23.August 2023, 10:54:01
Nö, die Merz und Spahn baggern lieber um Stimmen von Rechtsaußen, in dem sie rechte Phrasen dreschen, die genau so gut von Höcke kommen könnten und wundern sich dann, dass die Leute lieber das Original wählen, während die FDP jeden Tag aufs Neue zeigt, dass ihr alle anderen als die oberen 10% am A**** vorbei gehen.

Aber mal ehrlich: Orientieren sich die Parteien in die Mitte ist das nicht recht, weil es die Ränder "frei" lässt, die Parteien austauschbar werden und es ja angeblich "egal ist wen man wählt". Zeigen sie Kante, beharren auf ihren Positionen und bedienen ihre Basis polarisieren sie und vergiften das politische Klima. Es weiß doch hier keiner mehr, was er eigentlich will.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.August 2023, 11:31:08
Die Polarisierung an sich ist ja auch kein Problem, wenn es schlicht darum geht, Unterschiede deutlich zu machen. Es kommt ja immer auf das "Wie" an. Um mal bei Signor Rossis Beispiel zu bleiben: Lindner begründet aufgrund von Statistiken, dass Kinderarmut in erster Linie kein Problem deutscher Familien sei, sondern vor allem bei seit 2015 immigrierten Familien. Er stellt dabei die Frage, ob es daher nicht sinnvoller wäre, in Integrationsmaßnahmen zu investieren, um die Eltern in Lohn und Brot zu bringen, anstatt den Eltern einfach mehr Geld (für die Kinder) zur Verfügung zu stellen. Alleine das kann man durchaus als polarisierend im o.g. Sinne interpretieren. Aber: Lindner begründet seine Position und trägt sie sachlich vor. Die Reaktion der Berliner SPD-Politikerin auf Twitter / X hingegen ist stumpf, aufstachelnd und unter der Gürtellinie. Ich denke, die meisten Menschen wünschen sich klare, sachliche Worte und nachvollziehbare Positionen, statt ewigen Koalitionsstreit, stumpfe Polemik oder gar persönliche Angriffe. Letzteres spielt nur den Extremen in die Karten und schadet den Demokraten.

Im Übrigen finde ich zwar, dass man die Position von Lindner durchaus aufmachen kann, aber sie ist aus meiner Sicht nicht zu Ende gedacht. Denn auch unter Kindern mit deutschem Pass gibt es zu viel Armut. Indem man so argumentiert wie Lindner, spielt man meines Erachtens Integrationspolitk und Armutsbekämpfung gegeneinander aus. Es braucht aber beides. Abgesehen davon birgt auch die Berechnung Tücken: Als arm gilt in Deutschland, wer weniger als 60% des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Wenn jetzt, beispielsweise durch Kriegsflüchtlinge, viele Menschen ins Land kommen, die noch ärmer sind, dann schiebt das das mittlere Einkommen nach unten und Leute, die zuvor als arm galten sind es nun - statistisch gesehen - plötzlich nicht mehr (so hat es jedenfalls der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erklärt). Es kommt also auch genau drauf an, welche Zahlen man sich anschaut und was man berücksichtigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.August 2023, 15:57:59
Mache ich aber nicht...
Dann bleibt es bei der einfachen Behautptung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 23.August 2023, 16:20:44
Das gilt dann für deine Behauptung mit einem kleinen Beispiel wohl auch? :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.August 2023, 16:30:36
Scharfe Kritik kommt auch vom Co-Vorsitzenden der AG Migration und Vielfalt in der SPD, Aziz Bozkurt. Er wirft Lindner im Kurznachrichtendienst „X“ (ehem. „Twitter“) vor, „In der Rassismuskiste“ zu rühren.
https://www.migazin.de/2023/08/21/lindner-gegen-kindergrundsicherung-vor-allem-nicht-urspruenglich-deutsche-familien-betroffen/

Soll ich wirklich weiter suchen? Und wer treibt zB. Gender-Gaga vorwärts? Wer ordnet Kritik am ÖR als "rechts" ein? Alles was der linksrotgrünen Bubble nicht in den Kram passt, bekommt die Moral- oder Nazikeule verpasst. Das kann man natürlich bestreiten, ist dann aber nur ein Beweis dafür, selber in dieser Bubble zu sitzen O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.August 2023, 16:41:03
Soll ich wirklich weiter suchen? Und wer treibt zB. Gender-Gaga vorwärts? Wer ordnet Kritik am ÖR als "rechts" ein? Alles was der linksrotgrünen Bubble nicht in den Kram passt, bekommt die Moral- oder Nazikeule verpasst. Das kann man natürlich bestreiten, ist dann aber nur ein Beweis dafür, selber in dieser Bubble zu sitzen O0

Nur, dass das hier niemand bestreitet. Wie gesagt: Ich wollte nur verständnishalber nachfragen. Deine Position hast du ja jetzt hinreichend deutlich gemacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 23.August 2023, 16:55:49
Scharfe Kritik kommt auch vom Co-Vorsitzenden der AG Migration und Vielfalt in der SPD, Aziz Bozkurt. Er wirft Lindner im Kurznachrichtendienst „X“ (ehem. „Twitter“) vor, „In der Rassismuskiste“ zu rühren.
https://www.migazin.de/2023/08/21/lindner-gegen-kindergrundsicherung-vor-allem-nicht-urspruenglich-deutsche-familien-betroffen/

Soll ich wirklich weiter suchen? Und wer treibt zB. Gender-Gaga vorwärts? Wer ordnet Kritik am ÖR als "rechts" ein? Alles was der linksrotgrünen Bubble nicht in den Kram passt, bekommt die Moral- oder Nazikeule verpasst. Das kann man natürlich bestreiten, ist dann aber nur ein Beweis dafür, selber in dieser Bubble zu sitzen O0

Gender-Gaga kommt von der AFD  :police:

https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/der-genderwahn-der-afd/

Überhaupt ist das Thema Gendern bei rotgrün weniger präsent als bei den anderen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.August 2023, 16:59:58
Indem man so argumentiert wie Lindner, spielt man meines Erachtens Integrationspolitk und Armutsbekämpfung gegeneinander aus.
Hast du Lindners Beitrag eigentlich gesehen? Das scheint mir nicht der Fall zu sein, ich kann da kein gegeneinander ausspiele erkennen: https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/lindner-zur-kindergrundsicherung/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvMzIyNjc4NA

Falls du immer noch der Meinung bist, dass Lindner das getan hat, dann würde ich dich bitten, mir die Aussagen, die das belegen sollen, zu zitieren.

Zitat
Wenn jetzt, beispielsweise durch Kriegsflüchtlinge, viele Menschen ins Land kommen, die noch ärmer sind, dann schiebt das das mittlere Einkommen nach unten...
Ist das so, werden die Nicht-Einkommen der Flüchtlinge und Schutzsuchen in die Berechnung des mittleren Einkommens einbezogen? Je mehr arme Menschen einwandern, desto größer wird aber der Anteil der relativ armen Menschen und deren Kindern in Deutschland. Dass es diesen Menschen aber spätestens wenn sie arbeiten oder Bürgergeld bekommen, unendlich besser ght als den Menschen in der Heimat, gehört zu den Fakten auch dazu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.August 2023, 17:02:19
Gender-Gaga kommt von der AFD  :police:
Ich bitte um Zusendung eines "Kanons der verbotenen Wörter, die die AfD benutzt". Danke!

Zitat
Überhaupt ist das Thema Gendern bei rotgrün weniger präsent als bei den anderen
Läuft ja in deren Sinne.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 23.August 2023, 17:06:40
So indiskutabel das Beispiel ist: Ich könnte jetzt auch Äußerungen von Kubicki, Merz, Söder und Co. raussuchen, also wirklich Frontleuten ihrer jeweiligen Parteien, die ebenfalls indiskutabel sind. Mache ich aber nicht, ich lasse es dabei bewenden. Ich wollte lediglich die Nachfrage gestellt haben, danke für die Antwort.
Bei Merz muss man aber auch sagen,das ihm ab und an Sachen angekreidet werden die er nicht so gesagt oder gemeint hat und da wird dann tagelang drauf rumgeritten und empört getan.
als Beispiel: https://www.merkur.de/politik/cdu-gruenen-friedrich-merz-hauptgegner-afd-aussage-empoerung-wdr-ausschnitt-entschuldigung-zr-92393961.html
Oder neulich, als er in einem Interview einen Satz über kommunale Zusammenarbeit mit der AfD eingeschoben hat, alle regen sich darüber auf, in den Tagen danach kommt aber raus,dass es andere Parteien ganz genau so machen,sogar im Wahlkreis von Ricarda Lang.  :D https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ricarda-lang-verspricht-loesung-nach-fall-von-afd-gruenen-kooperation-a-5b3fdf6b-9c05-4286-aa92-e5e259c8a550
Das Problem bei Merz ist eher,das er zu trocken und zu blass rüberkommt,er sollte sich bei sowas nicht rechtfertigen und rudern,sondern in die offensive gehen. Was hängen bleibt sind meistens Angriffe gegen ihn und nicht seine Antwort darauf. Ich hoffe mal,dass ihn die Union rechtzeitig gegen Söder austauscht,der reagiert da deutlich souveräner oder wahrscheinlich kommt er gar nicht erst in die Situation.

Nö, die Merz und Spahn baggern lieber um Stimmen von Rechtsaußen, in dem sie rechte Phrasen dreschen, die genau so gut von Höcke kommen könnten und wundern sich dann, dass die Leute lieber das Original wählen, während die FDP jeden Tag aufs Neue zeigt, dass ihr alle anderen als die oberen 10% am A**** vorbei gehen.

Aber mal ehrlich: Orientieren sich die Parteien in die Mitte ist das nicht recht, weil es die Ränder "frei" lässt, die Parteien austauschbar werden und es ja angeblich "egal ist wen man wählt". Zeigen sie Kante, beharren auf ihren Positionen und bedienen ihre Basis polarisieren sie und vergiften das politische Klima. Es weiß doch hier keiner mehr, was er eigentlich will.  ;)
Das "lieber das Original wählen" hört man ja öfter,kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen,es ist schon klar,dass einigen vielleicht die politische Richtung nicht gefällt, aber das Potenzial der AfD Stimmen abzujagen ist da.
Die meisten Menschen die AfD wählen werden ja Protestwähler sein die sich einfach eine vernünftige Politik wünschen, die einfach so abzuschreiben finde ich auch gefährlicher,als eine Union die vielleicht für manche zu weit nach rechts rückt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 23.August 2023, 17:36:14
Gender-Gaga kommt von der AFD  :police:
Ich bitte um Zusendung eines "Kanons der verbotenen Wörter, die die AfD benutzt". Danke!

Zitat
Überhaupt ist das Thema Gendern bei rotgrün weniger präsent als bei den anderen
Läuft ja in deren Sinne.

Sie treibens es voran, aber ja eigentlich doch nicht, weil es sich von selbst vorantreibt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.August 2023, 22:26:23

Falls die Quelle oben nicht genügen, um das Prinzip zu erklären:
Das Prinzip ist bekannt, die Frage war allerdings nach tatsächlichen Beispielen, dass alle Weizen- und Öllieferanten weltweit den gleichen Preis bekommen, nämlich den des teuersten Anbieters.

Wenn die Anbieter von EE-Strom immer den gleichen Preis fordern würden wie die Anbieter von Gasstrom, dann bräuchte man weder MOP noch eine Strombörse.

Zitat
Von einem Energieökonom: https://www.deutschlandfunk.de/energiekrise-strommarkt-preise-entlastung-hirth-100.html
"Dieses Energieproblem müsse man lösen, indem man mehr Energie bereitstelle und weniger Energie verbrauche."
Richtig. Mitten in der Energiekrise KKW abzuschalten ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten.

Erklärung am Beispiel zum Öl:

https://www.finanzen.net/rohstoffe/oelpreis
Das ist der Preis für ein Barrel Öl (WTI und Brent). Der wird vielleicht je nach Devise und Handelsplatz leicht schwanken. Aber im Grunde ist das wie der Spottmarkt des Stroms der Ort, wenn ich jetzt gerade kaufen will. Keine Termingeschäfte oder andere langfristigen Verträge.

Es ist der eine Preis zu dem zu jedem Zeitpunkt jeder auf der ganzen Welt kauft und verkauft. Aktuell bei ungefähr 80 Dollar. Wenn da ein Anbieter dabei ist der zu 40 Dollar fördert verkauft der trotzdem zu 80 Dollar und macht ordentlich Gewinn. Warum das so ist kannst du in den Skripten nachlesen. Es gibt genug Nachfrage, sodass auch teurere Anbieter Gewinn machen und verkaufen. 80 Dollar ist der Grenzpreis. Der, der für 40 Dollar fördert bietet nicht einfach aus einem Sinn der Wohlfahrt für 45 Dollar an, weil im 5 Dollar Gewinn reichen. Aber die Frage, warum ein günstiger Anbieter einfach so einen günstigen Preis anbieten soll, obwohl in der Marktpreis in der unmittelbaren Zukunft darüber liegt, blieb schon mehrfach unbeantwortet.

Der Anbieter für 40 Dollar ist in dem Beispiel das KKW oder der Windparkbetreiber. Wenn da jetzt ein teurer Förderer da ist (Gas), bei dem es 120 Dollar kostet, wird es zu 80 Dollar nichts verkaufen, wenn er kein Verlust machen will. Wenn aber die Nachfrage steigt (dafür gibt es viele Gründe, zb eine Verknappung durch die von dir angesprochene Kartelle) wird der Preis automatisch steigen. Ab irgend einem Punkt wird der Förderer für 120 Dollar in den Markt als Verkäufer einsteigen können und Gewinn machen. Der Förderer für 40 Dollar verkauft aber zum selben Preis. Der unterbietet das nicht. Wenn er es doch macht erhöht er kurzfristig massiv das Angebot, er wird leer gekauft (Von Spekulanten oder zum Einlagern) und es hat sich wieder.
In die andere Richtung geht es genau so. Wenn die Nachfrage sinkt, sinkt die benötigte Menge. Plötzlich können alle Anbieter bis 60 Dollar das Angebot bedienen. Ein Anbieter, der für 70 Dollar fördert und gerade noch 10 Dollar Marge hatte würde plötzlich Verlust machen. Er steigt aus dem Markt aus.
Es ist also nicht so wie du annimmst. Der Preis springt nicht magisch oder willkürlich zum höchstpreisigen Anbieter. Das hab ich aber auch nie behauptet und wird durch die Theorie die ich geliefert habe in keiner weiße gedeckt. Aber der Preis strebt auf diesen Punkt zu, weil zu jedem Zeitpunkt der aktuell höchstpreisige Anbieter benötigt wird, um die Nachfrage bedienen zu können. Den, der, der für 130 Dollar anbietet interessiert keine Sau, so lange er nicht benötigt wird das Angebot zu decken. Wenn das nicht oft passiert wird er auf auf Dauer Markt nicht bestehen. Genau das ist auch der Effekt des Merrit-Order-Prinzips.

Es ist also keine Regel, dass der günstige Anbieter die Preise des teuersten Anbieters macht. Es ist einfach das Resultat aus der Angebotsfunktion, die bei Märkten mit homogenen Gütern den Markt als ein mögiches Modell erklärt. Ungeachtet der Tatsache, dass da noch viel mehr Komplexität hineinspielt. Knappheitsrente, Bevorratung und so weiter. Was es am Strommakt zum Beispiel nicht gibt.


Zitat
Aber man kann nicht einfach sagen, dass man es jetzt einfach lässt.
Man kann einfach sagen: jeder Anbieter erhält den Preis, zu dem er seinen Strom angeboten hat.

Und deswegen ist das keine Lösung.

Wenn du das nicht so siehst, würde ich mich sehr für eine Quelle oder eine etwas detailiertere Erläuterung interessieren, die die Wirtschaftstheorie erklärt, die deinen Vorschlag mit ihrem Effekt beschreibt. Oder, warum der Markt für Strom oder Öl sich nicht auf die von mir beschriebene Weiße verhält oder verhalten sollte. Wir haben da scheinbar zwei unterschiedliche Auffassungen von der Theorie. Mich interessiert wie du das verstehst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.August 2023, 22:45:45
@Gender-Diskussion: Das ist doch ein prima Beispiel für eine unnötig emotional aufgeheizte Debatte, die im negativen Sinne polarisierend geführt wird (und der meines Erachtens zu viel Raum gegeben wird). Das fängt allein schon damit an, dass man ein Anliegen als "Gaga" bezeichnet. Man könnte ja schlicht das Für und Wider einer gendergerechten Sprache abwägen, sich anschauen, welche Formen des Genderns es gibt und auch wie da aktuell die gesellschaftliche Zustimmung ist. Dann würde man in einer sachlichen Debatte vermutlich zu dem Schluss kommen, dass es Gründe dafür (z. B. sprachliche Repräsentation aller Menschen, Auswirkungen auf kindliche Berufsbilder) und dagegen (z. B. Lesbarkeit, Erlernbarkeit der Sprache, Barrierefreiheit) gibt. Und dass es aktuell keine Mehrheit dafür gibt, dass Thema aber auch nicht völlig irrelevant ist. Nur mal so als Gedanke in den Raum geworfen...

Aber ja, sagen wir lieber "Gender-Gaga" oder diffamieren eine ablehnende Haltung als faschistisch, sexistisch oder weiß der Geier was. Damit ist allen sicher mehr geholfen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.August 2023, 22:52:50
Zu diesem Lindner Thema:

Ich finde die Kommentare, auch von anderen Politikern, übertreiben da massiv. Ich höre Lindner ganz gerne zu und in dem Thema hat er einen Punkt. Das er da am rechten Rand fischt sehe ich gar nicht. Er bringt ein Argument, dass mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun hat. Einwanderungspolitik ist nunmal ein Ding und Menschen aller Hintergründe existieren. Irgendwie muss man Sachen bennen, wenn man darüber reden will. Abgesehen davon sagt er ja nicht, dass die Schuld seien und jetzt weg müssten, damit die Statistik wieder stimmt oder so. Er macht einen Vorschlag Integration zu unterstützen. Wo ist das den rechter Rand??

Das er das eine gegen das andere opfert... Meine Güte. Das ist Politik. Wir haben Betrag x im Budget und alles geht nicht. Investition in Bildung ist sicher sinnvoll. Mehr Geld für Arme auch. Wenn es so ist, was ich nicht beurteilen kann, dass nur Geld für eins da ist sollte man, wie er sagt, besonnen und kühl darüber reden was man macht. Sonst kann man ja auch andersherum sagen, dass die SPD Bildung für Kinderarmut aufs Spiel setzten würde.

Die letzte Frage die sich mir stellt ist, ob er recht hat. Die Bertelsmannstifung widerspricht ihm: https://www.n-tv.de/politik/Ist-Kinderarmut-unter-Einwanderern-besonders-verbreitet-article24340920.html
Damit will ich nicht sagen, dass das alles Mist ist. Er wird sich vielleicht auf andere Zahlen, Erhebungen oder sonst was berufen. Wenn er ein Forenmitglied wäre würde ich ihn halt mal nach ner Quelle fragen.  8) Aber an der Stelle kann ich es halt nicht mehr beurteilen.


Kinderarmut vs Bildung: Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.August 2023, 23:36:22
Natürlich wird es vorangetrieben, überwiegend von Politikern und Medien. Wer benutzt denn Gendersprache? Beruflich vielleicht, wenn es der Arbeitgeber vorschreibt, privat niemand. Wenn es nicht Teil einer gesteuerten Entwicklung ist, wieso werden dann nur positiv und neutral besetzte Begriffe gegendert? Wäre es allgemeiner Komment den Plural von Wörtern in der weiblichen Form (oder deren Ableitungen mit großem "I" , Doppelpunkt oder Sternchen in der Mitte) zu bilden, dann würden uns auch Mörderinnen (-Innen, :innen, *innen), Verbrecherinnen, Volksverhetzerinnen usw. begegnen, was ganz offensichtlich nicht der Fall ist.

Ich kenne einige Menschen die Gendersprache verwenden, ohne das es ihnen jemand vorschreibt. Also niemand kann es nicht sein.

Sooo viele Medien gibt es gar nicht die mit den von dir genannten Kennzeichen arbeiten. Taz ja. Springer nein. FAZ auch nicht. DPA sowieso nicht. Zeit und Spiegel wenn dann nur, wenn die Verständnis nicht leidet und mit Doppelnennung anstatt Kennzeichen. Genau so der MDR. ARD hat keine Vorgaben, aber die wenigsten Programme gendern. Tagesschau zum Beispiel nicht. DLF gendert ebenfalls sehr wenig.
Wer, außer die TAZ, treibt das deiner Meinung nach stark vorran? Und wieviel Vorschub leistet die TAZ mit ihrer Leserschaft von ungefähr 250.000 Menschen?

Da sie es allerdings machen, ist es tatsächlich konsequent.
Hier ein Artikel über https://taz.de/Verbrechen-und-Gender/!5632054/ Verbrechen mit ganz viel Täter*innen und Verbrecher*innen im Text.
Oder hier: https://taz.de/Nur-die-tuerkische-Regierung-nennt-sie-Terroristinnen/!5747183/ ein Artikel über Terrorist:innen.
Es ist ganz offensichtlich nicht der Fall, dass nur einseitig gegendert wird und negativ besetzte Bezeichnungen Männer bleiben.

Ein Gegenbeispiel ist unser "Handy", ein Begriff der sich in Deutschland ohne ein massives Einwirken von Interessengruppen durchgesetzt hat. Er kommt weder kontextbezogen aus dem Englischen, wo Handies "cell" oder "mobile" genannt werden, noch hat er irgendwas mit Telefonen zu tun, "handy" bedeutet schlicht praktisch, was Mobiltelefone zweifellos sind. Das ist eine Entwicklung gewesen, die sich sprachlich selbst vorangetrieben hat.   

Ein Gegenbeispiel wofür? Handy ist ein Scheinanglizismus, dass, wie andere Scheinanglizismen und richtige Anglizismen, Ablehnung erfährt und immer wieder als Verrorung der Sprache angesehen wird. Genau so wie das klassische Denglisch.
https://www.stern.de/panorama/wissen/wenn-deutsche-englisch-erfinden-das-handy-muesste-haendy-heissen-3134090.html
https://gfds.de/wie-denken-die-deutschen-ueber-ihre-muttersprache-und-ueber-fremdsprachen/
Laut dieser Umfrage störten sich 39% der Deutschen an Anglizismen. An Jugensprache stören sich noch weit mehr. Trotzdem wandelt sich Sprache dauerhaft. Handy ist kein Gegenbeispiel für ein "tollen" Wandel im Vergleich zum einem schlechten Wandel. Es ist einfach ein Beispiel für ein Wandel.
Bei Gendern ist einfach nur die Diskussion sehr viel aufgeheizter. Wenn man aber nur bei der Sprache bleibt dann ist die Frage nach Anglizismus, Denglisch und Gendern ähnlich zu führen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.August 2023, 07:45:20
Zu diesem Lindner Thema:

Ich finde die Kommentare, auch von anderen Politikern, übertreiben da massiv. Ich höre Lindner ganz gerne zu und in dem Thema hat er einen Punkt. Das er da am rechten Rand fischt sehe ich gar nicht. Er bringt ein Argument, dass mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun hat. Einwanderungspolitik ist nunmal ein Ding und Menschen aller Hintergründe existieren. Irgendwie muss man Sachen bennen, wenn man darüber reden will. Abgesehen davon sagt er ja nicht, dass die Schuld seien und jetzt weg müssten, damit die Statistik wieder stimmt oder so. Er macht einen Vorschlag Integration zu unterstützen. Wo ist das den rechter Rand??

Das er das eine gegen das andere opfert... Meine Güte. Das ist Politik. Wir haben Betrag x im Budget und alles geht nicht. Investition in Bildung ist sicher sinnvoll. Mehr Geld für Arme auch. Wenn es so ist, was ich nicht beurteilen kann, dass nur Geld für eins da ist sollte man, wie er sagt, besonnen und kühl darüber reden was man macht. Sonst kann man ja auch andersherum sagen, dass die SPD Bildung für Kinderarmut aufs Spiel setzten würde.

Die letzte Frage die sich mir stellt ist, ob er recht hat. Die Bertelsmannstifung widerspricht ihm: https://www.n-tv.de/politik/Ist-Kinderarmut-unter-Einwanderern-besonders-verbreitet-article24340920.html
Damit will ich nicht sagen, dass das alles Mist ist. Er wird sich vielleicht auf andere Zahlen, Erhebungen oder sonst was berufen. Wenn er ein Forenmitglied wäre würde ich ihn halt mal nach ner Quelle fragen.  8) Aber an der Stelle kann ich es halt nicht mehr beurteilen.


Kinderarmut vs Bildung: Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss.

Ja, der Aufschrei ist mal wieder übertrieben. Passt halt zum einen schön ins Sommerloch und zum anderen kann man dem politischen Gegner* wieder unterstellen, was Blödes gesagt zu haben. Die Fragen, die du aufwirfst (und die wir nicht beantworten können) sind da viel weiterführender: Für was ist Geld da und gibt es nur die Entscheidung entweder das eine oder das andere? Auf welche Zahlen stützt sich Lindner und sind die valide? Was ich feststelle, ist eben, dass nicht nur von Sozialverbänden und aus anderen politischen Lagern Kritik kommt (die teilweise grob unsachlich ist), sondern eben auch von Fachleuten wie dem von mir erwähnten Präsidenten des diw (btw: Natürlich sitzen auch in den Sozialverbänden etc. Fachleute, nicht, dass mir jemand was unterstellen will ;)).

"Ausspielen" war an der Stelle vielleicht auch etwas zu drastisch von mir formuliert. Letztlich geht es sogar um zwei Fragen: Reicht die aktuelle finanzielle Unterstützung gegen Kinderarmut aus (SPD und Grüne sagen Nein, die FDP scheint das etwas anders zu sehen)? Sollte man statt einer Erhöhung nicht besser in die Bildung und Integration der Eltern investieren? Ich finde, man müsste zuerst einmal die erste Frage versuchen, objektiv zu klären, indem man weitere Fragen stellt: Was ist ausreichend? Was ist zu wenig? Welchen konkreten Nutzen hat eine Erhöhung der finanziellen Unterstützung? Profitieren die Kinder davon und heißt mehr Geld gleich weniger Kinderarmut?

Wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass die aktuelle finanzielle Unterstützung nicht ausreicht, stellt sich die zweite Frage gar nicht bzw. sie muss anders gestellt werden: Können wir zusätzlich dazu noch in Bildung und Integrationsmaßnahmen investieren. Aber zuerst sollte sich die Koalition mal über die erstgenannte Frage einig werden. So ist zumindest mein Verständnis der Situation.

Edit: Indem Lindner die zweite Frage stellt, bevor die erste koalitionsintern beantwortet ist, macht er eine neue Diskussion auf, in der die Abwägung eine andere ist. Das meinte ich mit "gegeneinander ausspielen". Im Grunde wird damit mal wieder ein Konflikt nach außen getragen bzw er wird weiter in der Öffentlichkeit ausgetragen, statt ihn endlich wieder intern stattfinden zu lassen. Und mir kann keiner erzählen, dass ein Profi wie Lindner nicht einkalkuliert hat, dass auf diese Aussage wieder angesprungen wird. So naiv ist er nicht (mindestens wird er sich im Nachhinein gedacht haben: "Damit hätte ich rechnen müssen"). Und im Übrigen finde ich es schade, dass das überhaupt einkalkuliert werden muss. Er sollte solche Überlegungen äußern können, ohne gleich angefeindet zu werden, wenn er sich denn schon öffentlich äußert.

*Apropos politischer Gegner: Es wäre wirklich wundervoll, wenn die demokratischen Parteien endlich begreifen würden, dass ihr echter Gegner nicht innerhalb des demokratischen Spektrums liegt, sondern rechts davon und AfD heißt. Die profitiert nämlich nur vom Streit der anderen, die teilweise auch das AfD-Framing übernehmen. Dabei müssten doch alle die Rechtspopulisten und -extremen bekämpfen (und lasst und jetzt bitte nicht die "Aber die Linksextremen!"-Diskussion führen, darum geht's gerade nicht und die sind politisch aktuell auch ziemlich irrelevant). Aktuell gräbt man sich aber lieber gegenseitig das Wasser ab, während die AfD immer mehr Wasser unter den Kiel bekommt. Dazu die Führungsschwäche des Kanzlers ("Wer bei mir Führung bestellt, bekommt sie auch" ;D ;D ;D) und schon haben wir den Salat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.August 2023, 09:27:01
Zu diesem Lindner Thema:

Ich finde die Kommentare, auch von anderen Politikern, übertreiben da massiv. Ich höre Lindner ganz gerne zu und in dem Thema hat er einen Punkt. Das er da am rechten Rand fischt sehe ich gar nicht. Er bringt ein Argument, dass mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun hat. Einwanderungspolitik ist nunmal ein Ding und Menschen aller Hintergründe existieren. Irgendwie muss man Sachen bennen, wenn man darüber reden will. Abgesehen davon sagt er ja nicht, dass die Schuld seien und jetzt weg müssten, damit die Statistik wieder stimmt oder so. Er macht einen Vorschlag Integration zu unterstützen. Wo ist das den rechter Rand??

Das er das eine gegen das andere opfert... Meine Güte. Das ist Politik. Wir haben Betrag x im Budget und alles geht nicht. Investition in Bildung ist sicher sinnvoll. Mehr Geld für Arme auch. Wenn es so ist, was ich nicht beurteilen kann, dass nur Geld für eins da ist sollte man, wie er sagt, besonnen und kühl darüber reden was man macht. Sonst kann man ja auch andersherum sagen, dass die SPD Bildung für Kinderarmut aufs Spiel setzten würde.

Die letzte Frage die sich mir stellt ist, ob er recht hat. Die Bertelsmannstifung widerspricht ihm: https://www.n-tv.de/politik/Ist-Kinderarmut-unter-Einwanderern-besonders-verbreitet-article24340920.html
Damit will ich nicht sagen, dass das alles Mist ist. Er wird sich vielleicht auf andere Zahlen, Erhebungen oder sonst was berufen. Wenn er ein Forenmitglied wäre würde ich ihn halt mal nach ner Quelle fragen.  8) Aber an der Stelle kann ich es halt nicht mehr beurteilen.


Kinderarmut vs Bildung: Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss.

Ja, der Aufschrei ist mal wieder übertrieben. Passt halt zum einen schön ins Sommerloch und zum anderen kann man dem politischen Gegner* wieder unterstellen, was Blödes gesagt zu haben. Die Fragen, die du aufwirfst (und die wir nicht beantworten können) sind da viel weiterführender: Für was ist Geld da und gibt es nur die Entscheidung entweder das eine oder das andere? Auf welche Zahlen stützt sich Lindner und sind die valide? Was ich feststelle, ist eben, dass nicht nur von Sozialverbänden und aus anderen politischen Lagern Kritik kommt (die teilweise grob unsachlich ist), sondern eben auch von Fachleuten wie dem von mir erwähnten Präsidenten des diw (btw: Natürlich sitzen auch in den Sozialverbänden etc. Fachleute, nicht, dass mir jemand was unterstellen will ;)).

"Ausspielen" war an der Stelle vielleicht auch etwas zu drastisch von mir formuliert. Letztlich geht es sogar um zwei Fragen: Reicht die aktuelle finanzielle Unterstützung gegen Kinderarmut aus (SPD und Grüne sagen Nein, die FDP scheint das etwas anders zu sehen)? Sollte man statt einer Erhöhung nicht besser in die Bildung und Integration der Eltern investieren? Ich finde, man müsste zuerst einmal die erste Frage versuchen, objektiv zu klären, indem man weitere Fragen stellt: Was ist ausreichend? Was ist zu wenig? Welchen konkreten Nutzen hat eine Erhöhung der finanziellen Unterstützung? Profitieren die Kinder davon und heißt mehr Geld gleich weniger Kinderarmut?

Wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass die aktuelle finanzielle Unterstützung nicht ausreicht, stellt sich die zweite Frage gar nicht bzw. sie muss anders gestellt werden: Können wir zusätzlich dazu noch in Bildung und Integrationsmaßnahmen investieren. Aber zuerst sollte sich die Koalition mal über die erstgenannte Frage einig werden. So ist zumindest mein Verständnis der Situation.

Edit: Indem Lindner die zweite Frage stellt, bevor die erste koalitionsintern beantwortet ist, macht er eine neue Diskussion auf, in der die Abwägung eine andere ist. Das meinte ich mit "gegeneinander ausspielen". Im Grunde wird damit mal wieder ein Konflikt nach außen getragen bzw er wird weiter in der Öffentlichkeit ausgetragen, statt ihn endlich wieder intern stattfinden zu lassen. Und mir kann keiner erzählen, dass ein Profi wie Lindner nicht einkalkuliert hat, dass auf diese Aussage wieder angesprungen wird. So naiv ist er nicht (mindestens wird er sich im Nachhinein gedacht haben: "Damit hätte ich rechnen müssen"). Und im Übrigen finde ich es schade, dass das überhaupt einkalkuliert werden muss. Er sollte solche Überlegungen äußern können, ohne gleich angefeindet zu werden, wenn er sich denn schon öffentlich äußert.

*Apropos politischer Gegner: Es wäre wirklich wundervoll, wenn die demokratischen Parteien endlich begreifen würden, dass ihr echter Gegner nicht innerhalb des demokratischen Spektrums liegt, sondern rechts davon und AfD heißt. Die profitiert nämlich nur vom Streit der anderen, die teilweise auch das AfD-Framing übernehmen. Dabei müssten doch alle die Rechtspopulisten und -extremen bekämpfen (und lasst und jetzt bitte nicht die "Aber die Linksextremen!"-Diskussion führen, darum geht's gerade nicht und die sind politisch aktuell auch ziemlich irrelevant). Aktuell gräbt man sich aber lieber gegenseitig das Wasser ab, während die AfD immer mehr Wasser unter den Kiel bekommt. Dazu die Führungsschwäche des Kanzlers ("Wer bei mir Führung bestellt, bekommt sie auch" ;D ;D ;D) und schon haben wir den Salat.


Sommerloch ist ein Ding der Medien. Ich möchte nicht, dass Abgeordnete sich gegenseitig A***h nennen. Egal wie sehr sie meinen, dass die andere Person das ist. Das will ich unabhängig von der Jahreszeit nicht. Nur weil im Winter niemand ne Meldung draus macht, macht es das nicht besser.

Genau. Auf den Inhalt hätte sie aber stattdessen eingehen können. Jemand der eine Rede hält, hat auch nur ein paar Minuten Zeit seine Sache begreiflich zu machen. Da wird im rethorischen Sinne gekürzt, geschönt und so weiter.
Es wäre von Lehmann viel souveräner gewesen, wenn sie danach aufführt was Lindner aus ihrer Sicht sagt. Und wen sie Sachverbände und Fachleute im Rücken hat ist das doch schön für sie und macht ihr die Dinge viel einfacher. Statt Lindner zu beleidigen wäre ein Einordnung aus ihrer Sicht hilfreich gewesen. Ich kannte Lehmann davor nicht. Aber meine erster Eindruck ist jetzt schonmal negativ.
Das diese weiterführenden Fragen nahe liegen zeigst du selbst auch, da du im zweiten Abschnitt in ähnliche Richtung fragst.  ;) Das passt halt aber leider nicht in einen Tweet. Manchmal denke ich, dass man Twitter für Politiker verbieten sollte. Es wird dem Inhalt der Diskussionen nicht gerecht.


Ich habe absichtlich nicht über den Inhalt der Rede hinaus bewertet. Ich stecke nicht tiefer im Thema. Ich kenne den O-Ton von Lindner und habe ihn interpretiert. Ob das jetzt politisch gut war, gut begründet oder im Gegensatz eine Nebelkerze kann ich nicht sagen. Ich wollte nur den Punkt machen, dass er nicht wie jemand klingt der am rechten Rand fischt, die Sache grundsätzlich diskutabel und nachvollziehbar wirkt und ich Lehmans Kommentar unter dem Niveau halte, dass ich mir von Abgeordneten in Deutschland wünsche.


EDIT: Ich dachte Lehmann sei Abgeordnete in Berlin. Ist sie gar nicht. Sie ist in irgend einem ziemlich kleinen Amt. Gefühlt ist sie ein kleinen Schritt von einer einfacher Wählerin weg. Daher nehme ich die Forderung nach persönlicher Souveräntät zurück. Das lässt die Sache ingesamt nicht toll werden. Aber das ist schon sehr unrelevant.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.August 2023, 13:14:03
Der Preis springt nicht magisch oder willkürlich zum höchstpreisigen Anbieter.
Genau. Der Preis springt wegen des MOP zum höchstpreisigen Anbieter und jeder, der günstiger anbietet, bekommt trotzdem den höheren Preis. Das ist absurd. Wenn Restaurant A das Schnitzel für 14,90 EUR anbietet, kann es dem Kunden nicht 17,50 EUR berechnen, weil Restaurant B nebenan das Schnitzel zu dem Preis verkauft.

Zitat
Es ist also keine Regel, dass der günstige Anbieter die Preise des teuersten Anbieters macht.
Es ist ja auch genau umgekehrt der teuerste Anbieter macht die Preise für alle.

Du unterstellst, dass die EE-Anbieter ihren Strom immer nur zum aktuellen Höchstpreis des teuersten Anbieters anbieten würden, das ist mW. aber nicht der Fall.

Zitat
Wenn du das nicht so siehst, würde ich mich sehr für eine Quelle oder eine etwas detailiertere Erläuterung interessieren, die die Wirtschaftstheorie erklärt, die deinen Vorschlag mit ihrem Effekt beschreibt.
Das kannst du doch jeden Tag selber erleben: der Preis der Ware gilt, der Verkäufer kann nicht damit ankommen, dass der Konkurrent mehr fordert und der Kunde das jetzt gefälligst zu bezahlen hat.

Zitat
Oder, warum der Markt für Strom oder Öl sich nicht auf die von mir beschriebene Weiße verhält oder verhalten sollte.
Der Markt für Öl verhält sich anders als der für Strom, wäre das der gleiche Mechanismus, würden alle Anbieter $160 pro Barrel bekommen müssen, wenn auch nur ein Fass zu dem Preis verkauft würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.August 2023, 13:34:40
Zu diesem Lindner Thema:

Ich finde die Kommentare, auch von anderen Politikern, übertreiben da massiv. Ich höre Lindner ganz gerne zu und in dem Thema hat er einen Punkt. Das er da am rechten Rand fischt sehe ich gar nicht. Er bringt ein Argument, dass mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun hat. Einwanderungspolitik ist nunmal ein Ding und Menschen aller Hintergründe existieren. Irgendwie muss man Sachen bennen, wenn man darüber reden will. Abgesehen davon sagt er ja nicht, dass die Schuld seien und jetzt weg müssten, damit die Statistik wieder stimmt oder so. Er macht einen Vorschlag Integration zu unterstützen. Wo ist das den rechter Rand??

Das er das eine gegen das andere opfert... Meine Güte. Das ist Politik. Wir haben Betrag x im Budget und alles geht nicht. Investition in Bildung ist sicher sinnvoll. Mehr Geld für Arme auch. Wenn es so ist, was ich nicht beurteilen kann, dass nur Geld für eins da ist sollte man, wie er sagt, besonnen und kühl darüber reden was man macht. Sonst kann man ja auch andersherum sagen, dass die SPD Bildung für Kinderarmut aufs Spiel setzten würde.

Die letzte Frage die sich mir stellt ist, ob er recht hat. Die Bertelsmannstifung widerspricht ihm: https://www.n-tv.de/politik/Ist-Kinderarmut-unter-Einwanderern-besonders-verbreitet-article24340920.html (https://www.n-tv.de/politik/Ist-Kinderarmut-unter-Einwanderern-besonders-verbreitet-article24340920.html)
Damit will ich nicht sagen, dass das alles Mist ist. Er wird sich vielleicht auf andere Zahlen, Erhebungen oder sonst was berufen. Wenn er ein Forenmitglied wäre würde ich ihn halt mal nach ner Quelle fragen.  8) Aber an der Stelle kann ich es halt nicht mehr beurteilen.


Kinderarmut vs Bildung: Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss.

Ja, der Aufschrei ist mal wieder übertrieben. Passt halt zum einen schön ins Sommerloch und zum anderen kann man dem politischen Gegner* wieder unterstellen, was Blödes gesagt zu haben. Die Fragen, die du aufwirfst (und die wir nicht beantworten können) sind da viel weiterführender: Für was ist Geld da und gibt es nur die Entscheidung entweder das eine oder das andere? Auf welche Zahlen stützt sich Lindner und sind die valide? Was ich feststelle, ist eben, dass nicht nur von Sozialverbänden und aus anderen politischen Lagern Kritik kommt (die teilweise grob unsachlich ist), sondern eben auch von Fachleuten wie dem von mir erwähnten Präsidenten des diw (btw: Natürlich sitzen auch in den Sozialverbänden etc. Fachleute, nicht, dass mir jemand was unterstellen will ;) ).

"Ausspielen" war an der Stelle vielleicht auch etwas zu drastisch von mir formuliert. Letztlich geht es sogar um zwei Fragen: Reicht die aktuelle finanzielle Unterstützung gegen Kinderarmut aus (SPD und Grüne sagen Nein, die FDP scheint das etwas anders zu sehen)? Sollte man statt einer Erhöhung nicht besser in die Bildung und Integration der Eltern investieren? Ich finde, man müsste zuerst einmal die erste Frage versuchen, objektiv zu klären, indem man weitere Fragen stellt: Was ist ausreichend? Was ist zu wenig? Welchen konkreten Nutzen hat eine Erhöhung der finanziellen Unterstützung? Profitieren die Kinder davon und heißt mehr Geld gleich weniger Kinderarmut?

Wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass die aktuelle finanzielle Unterstützung nicht ausreicht, stellt sich die zweite Frage gar nicht bzw. sie muss anders gestellt werden: Können wir zusätzlich dazu noch in Bildung und Integrationsmaßnahmen investieren. Aber zuerst sollte sich die Koalition mal über die erstgenannte Frage einig werden. So ist zumindest mein Verständnis der Situation.

Edit: Indem Lindner die zweite Frage stellt, bevor die erste koalitionsintern beantwortet ist, macht er eine neue Diskussion auf, in der die Abwägung eine andere ist. Das meinte ich mit "gegeneinander ausspielen". Im Grunde wird damit mal wieder ein Konflikt nach außen getragen bzw er wird weiter in der Öffentlichkeit ausgetragen, statt ihn endlich wieder intern stattfinden zu lassen. Und mir kann keiner erzählen, dass ein Profi wie Lindner nicht einkalkuliert hat, dass auf diese Aussage wieder angesprungen wird. So naiv ist er nicht (mindestens wird er sich im Nachhinein gedacht haben: "Damit hätte ich rechnen müssen"). Und im Übrigen finde ich es schade, dass das überhaupt einkalkuliert werden muss. Er sollte solche Überlegungen äußern können, ohne gleich angefeindet zu werden, wenn er sich denn schon öffentlich äußert.

*Apropos politischer Gegner: Es wäre wirklich wundervoll, wenn die demokratischen Parteien endlich begreifen würden, dass ihr echter Gegner nicht innerhalb des demokratischen Spektrums liegt, sondern rechts davon und AfD heißt. Die profitiert nämlich nur vom Streit der anderen, die teilweise auch das AfD-Framing übernehmen. Dabei müssten doch alle die Rechtspopulisten und -extremen bekämpfen (und lasst und jetzt bitte nicht die "Aber die Linksextremen!"-Diskussion führen, darum geht's gerade nicht und die sind politisch aktuell auch ziemlich irrelevant). Aktuell gräbt man sich aber lieber gegenseitig das Wasser ab, während die AfD immer mehr Wasser unter den Kiel bekommt. Dazu die Führungsschwäche des Kanzlers ("Wer bei mir Führung bestellt, bekommt sie auch" ;D ;D ;D ) und schon haben wir den Salat.


Naja wenn ich mir Nancy Faeser anschaue, die verorte ich sicher nicht im demokratischen Spektrum. Wer die Unschuldsvermutung bei Beamten kippen will, der hat Rechtsstaat nicht verstanden. Jeder hätte Anschuldigungen daraufhin konstruieren können und seine Unschuld zu beweisen dürfte dann extrem schwer werden. Ist natürlich für die AfD auch eine tolle Werbung.
Und wenn sie dann mal wie bei ihrem Vorstoß zu den Clans einen auf Sicherheit macht, wird es nicht besser. Mal davon ab, dass man bei vielen "Clan-Mitgliedern" nicht weiß woher die genau kommen hat ihr Vorstoß noch einen riesigen Fehler : Sie will alle Clanangehörige abschieben, selbst wenn die keine Straftaten begangen haben. Das ist Sippenhaft und mit Sicherheit nicht rechtsstaatlich. Ich glaube mittlerweile dass die Politik der Grünen und einiger Leute wie Faeser für die Demokratie gefährlich ist als die AfD, die bei 20% ist, aber nicht in der Regierung ist und wohl so schnell auch nicht reinkommen wird. Des weiteren bezweifle ich, dass 20% der Deutschen Rechtsextrem sind, zumal viele Migranten auch in der AfD sind und ich auch viele Leute mit Migrationshintergrund kenne, auch Muslime, die mit der AfD sympathisieren und sie für wählbar halten. Das ist glaub ich das schlimmste Alarmzeichen und da müssen sich alle Parteien mal fragen, ob sie aktuell noch das Volk hinter sich haben. Grundsätzlich ist das Ergebnis der AfD kein Zeichen von Rechtsextremismus, sondern eher ein Zeichen des Ekels vor den "sogenannten" demokratischen Parteien. Ich sehe hier eher eine Skepsis bezüglich des Vertrauens in der Bevölkerung im Bezug auf die etablierten Parteien. Wenn man das Problem löst und das Vertrauen in die Politik wiedererlangt durch Taten, dann erledigt sich das Thema AfD relativ schnell.
Im Moment sehe ich bei vielen, dass sie eine kleine Minderheit mit zuviel Macht sehen, da an der Spitze steht und Klientelpolitik betreibt gegen die breite Masse der Bevölkerung. Das ist ein Sprengsatz für die Demokratie und damit muss man sich auseinandersetzen. Klar kann man die AfD verbieten, aber dann wird eine andere Partei ihren Platz einnehmen und das werden sicherlich nicht die CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP oder die Linken sein...


Und aktuell : Baerbock stellt sich hin und vermutet wild, dass der Absturz von Prigoshin kein Zufall war ohne dass auch nur irgendjemand weiß was passiert ist. Spricht zwar vieles dafür, aber als Außenministerin hält man sich da lieber bedeckt. Wenn das unter feministischer Außenpolitik zu verstehen ist, dann gute Nacht. Es spricht zwar vieles dafür, aber sie selbst sagt auch, dass sie keine näheren Informationen hat. Ist halt für ihre Position ein NoGo sowas zu machen, selbst wenn ihre Theorie wahrscheinlich gar nicht mal so falsch ist. Ist sie es aber, dann steht sie diplomatisch echt schlecht da...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.August 2023, 13:55:00
Der Preis springt nicht magisch oder willkürlich zum höchstpreisigen Anbieter.
Genau. Der Preis springt wegen des MOP zum höchstpreisigen Anbieter und jeder, der günstiger anbietet, bekommt trotzdem den höheren Preis. Das ist absurd. Wenn Restaurant A das Schnitzel für 14,90 EUR anbietet, kann es dem Kunden nicht 17,50 EUR berechnen, weil Restaurant B nebenan das Schnitzel zu dem Preis verkauft.

Zitat
Es ist also keine Regel, dass der günstige Anbieter die Preise des teuersten Anbieters macht.
Es ist ja auch genau umgekehrt der teuerste Anbieter macht die Preise für alle.

Du unterstellst, dass die EE-Anbieter ihren Strom immer nur zum aktuellen Höchstpreis des teuersten Anbieters anbieten würden, das ist mW. aber nicht der Fall.

Zitat
Wenn du das nicht so siehst, würde ich mich sehr für eine Quelle oder eine etwas detailiertere Erläuterung interessieren, die die Wirtschaftstheorie erklärt, die deinen Vorschlag mit ihrem Effekt beschreibt.
Das kannst du doch jeden Tag selber erleben: der Preis der Ware gilt, der Verkäufer kann nicht damit ankommen, dass der Konkurrent mehr fordert und der Kunde das jetzt gefälligst zu bezahlen hat.

Zitat
Oder, warum der Markt für Strom oder Öl sich nicht auf die von mir beschriebene Weiße verhält oder verhalten sollte.
Der Markt für Öl verhält sich anders als der für Strom, wäre das der gleiche Mechanismus, würden alle Anbieter $160 pro Barrel bekommen müssen, wenn auch nur ein Fass zu dem Preis verkauft würde.

Ein Schnitzel ist kein homogenes Gut.

Der Satz von mir war falsch. Es war spät. Ich wollte schreiben: Es ist also keine Regel, dass der teuerste Anbieter die Preise des günstigen Anbieters macht.

Ja. Das unterstelle ich. Wie ich beim Öl auch keinen günstigeren Preis am Spottmarkt erhalte, als der Markpreis. Das heißt nicht, dass es nicht gemacht werden kann. Auch wenn du darauf zum wiederholten Male nicht eingegangen bist.
Das ist auch tatsächlich etwas, was beim Strompreis gerade nicht funktioniert. Aber das steht nicht dem ursprünglichen Punkt entgegen, dass die Preise trotzdem zum teuren Anbieter streben. Zumal ich beschrieben habe was passiert, wenn jemand kurzfristig oder auf Dauer unter seinem Förderpreis verkauft.

Ich kann das nicht jeden Tag erleben, weil ich sehr selten homogenes Gut kaufe. Der Aktienmarkt ist wohl für die meisten normalen Menschen noch das erlebbarste. Am Aktienmarkt habe ich immer Probleme verschiedene Verkäufer zu finden. Gibt auch ganz selten, oder besser nie, den Grund für ein Preisvergleich, wenn man eine bestimmte Aktie kaufen möchte. Geht dir das anders? Hast du da schonmal ein Schäppchen gemacht und eine Aktie für 20 Euro gekauft, während der Rest des Marktes für 50 kauft? (Ingesamt hinkt der Vergleich zwischen Aktienmarkt und Rohstoffen, weil es keine Förderkosten gibt und der Grenzpreis anders gebildet wird. Aber für ein spezifisches Beispiel eines einzelnen Markräumungspreises eines homogenen Guts nehme ich es trotzdem her.)

Das habe ich nie behauptet. Ich habe schon ganz am Anfang gesagt, dass das Merit-Order Prinzip in den Börsen implementiert ist. Ich habe nur darüber hinaus behauptet, dass ohne Merit-Order der Preis immer noch zum höchstpreisigen Anbieter streben würde und ein einfaches Abschaffen ohne Ersatz keine große Veränderung im Preis machen würde, weil es sich dabei um eine Absatzfunktion handelt. Das ist nicht Gott gegeben, wie du gesagt hast. Wenn überhaupt, würde ich es vielleicht als wirtschaftliche Logik erklären, die in den Theorien und Modellen erklärt werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.August 2023, 13:58:29
Und aktuell : Baerbock stellt sich hin und vermutet wild, dass der Absturz von Prigoshin kein Zufall war ohne dass auch nur irgendjemand weiß was passiert ist. Spricht zwar vieles dafür, aber als Außenministerin hält man sich da lieber bedeckt. Wenn das unter feministischer Außenpolitik zu verstehen ist, dann gute Nacht. Es spricht zwar vieles dafür, aber sie selbst sagt auch, dass sie keine näheren Informationen hat. Ist halt für ihre Position ein NoGo sowas zu machen, selbst wenn ihre Theorie wahrscheinlich gar nicht mal so falsch ist. Ist sie es aber, dann steht sie diplomatisch echt schlecht da...

Hast du da einen Link zu? Mir ist nur bekannt, dass Baerbock vor schnellen Schlüssen gewarnt hat. Durch genau diese sind mir eher andere Politiker aufgefallen.

Zum Rest deines Posts kann ich nicht viel sagen, weil ich zu Faesers Vorstößen nichts weiß. Wenn das wirklich so ist, wie du schreibst, ist sie für das Amt in der Tat ungeeignet und trägt nicht dazu bei, das Vertrauen in die Politik zu stärken. Dass die AfD eine Gefahr für die Demokratie darstellt sollte eigentlich außer Frage stehen. Dass die etablierten Parteien der Demokratie teilweise aber auch einen Bärendienst erweisen ebenso.

Edit:
Des weiteren bezweifle ich, dass 20% der Deutschen Rechtsextrem sind [...]
Das hat hier auch niemand behauptet. ???
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.August 2023, 14:42:40
Naja wenn ich mir Nancy Faeser anschaue, die verorte ich sicher nicht im demokratischen Spektrum. Wer die Unschuldsvermutung bei Beamten kippen will, der hat Rechtsstaat nicht verstanden.

Unschuldsvermutung in Disziplinarischen Angelegenheiten, wenn schwere Dienstvorgehen vorliegen. Die Spezifizierung und der Nebensatz ist entscheidend. Das Gesetz schränkt Beamten rechtlich nicht ein. Verwaltungsgerichte können immer noch prüfen.   Darüber hinaus bleiben Unschuldsvermutung, die Gewähr rechtlichen Gehörs oder die Beweislast unberührt.

Genau das wird in Baden-Würrtemberg seit 2008 so gemacht und wurde 2020 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt und akzeptiert. Damals hat das übrigens die CDU und die FDP eingeführt. Die Ampel hat auf Bundesebene zugestimmt. Die CDU und die Grünen wollte sogar noch weite Verschärfungen, von denen sich Nancy Faeser distanziert hat. Die AFD war dagegen. Wir müssen also das komplette demokratische Spektrum neu bewerten. Nicht nur bezogen auf Nancy Faeser.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.August 2023, 15:05:40
@Drafonfox: wir kommen hier nicht zusammen, es macht auch keinen Sinn, alles immer und immer wieder zu wiederholen. Für mich ist ein Markt, an dem der teuerste Anbieter den Preis für alle bestimmt, kein funktionierender Markt, durch MOP wird der Marktmechanismus ausgehebelt. Dass bei einem Gut der Preis steigt, wenn das Angebot knapp ist (danke Grüne), während die Nachfrage gleich bleibt, ist eine Binsenweisheit, trotzdem bekommen auch auf so einem Markt nicht automatisch alle den Preis des teuersten Anbieters.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.August 2023, 15:08:55
durch MOP wird der Marktmechanismus ausgehebelt.

Da gebe ich dir recht.  ;) Das habe ich im vorherigen Post schon getan und dir darin nie widersprochen. Schade, dass du nicht auf meinen Punkt eingehen konntest, mit dem alles begonnen hat.

wir kommen hier nicht zusammen, es macht auch keinen Sinn

Stimme ich zu.


Da du eine Sekunde nach mir nochmal editiert hast hier noch eine Reaktion darauf:
während die Nachfrage gleich bleibt, ist eine Binsenweisheit, trotzdem bekommen auch auf so einem Markt nicht automatisch alle den Preis des teuersten Anbieters.

Ich habe dir 7 Quellen gegeben. Wie gewünscht explizit Skripte aus Vorlesungen aus Universitäts und Hochschulbetrieben. Darüber hinaus Aussagen von Wissenschaftlern, Wirtschaftlern und Journalisten. Alle sagen, dass der Preis sich genau so verhalten würde wie ich es sage.
Das ist eine absolute Grundlage der Wirtschaftswissenschaft, von Ökonomie und des Kapitalismus mit zig Beispielen.

Wenn zwei Hersteller ein und dasselbe Gut unterschiedlich teuer produzieren, zum Beispiel Strom, wird sich am Ende der teurere Preis auf dem Markt durchsetzen. 7 Quellen. Man kann aber auf seine eigene fachnahe Ausbildung verweisen und stattdessen sagen: "trotzdem bekommen auch auf so einem Markt nicht automatisch alle den Preis des teuersten Anbieters.".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.August 2023, 15:42:49
Die Wiederholung war nicht nötig, ich hatte deinen Standpunkt auch vorher schon verstanden, bleibe aber bei meinem Standpunkt :) Die VWL muss mit stark abstrahierten Modellen arbeiten, das erkennt man auch an den einfachen Beispielen, mit denen es erklärt werden soll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.August 2023, 15:46:04
Die Wiederholung war nicht nötig, ich hatte deinen Standpunkt auch vorher schon verstanden, bleibe aber bei meinem Standpunkt :) Die VWL muss mit stark abstrahierten Modellen arbeiten, das erkennt man auch an den einfachen Beispielen, mit denen es erklärt werden soll.

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, wiederhole ich mich gerne.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.August 2023, 15:50:49
Naja wenn ich mir Nancy Faeser anschaue, die verorte ich sicher nicht im demokratischen Spektrum. Wer die Unschuldsvermutung bei Beamten kippen will, der hat Rechtsstaat nicht verstanden.

Unschuldsvermutung in Disziplinarischen Angelegenheiten, wenn schwere Dienstvorgehen vorliegen. Die Spezifizierung und der Nebensatz ist entscheidend. Das Gesetz schränkt Beamten rechtlich nicht ein. Verwaltungsgerichte können immer noch prüfen.   Darüber hinaus bleiben Unschuldsvermutung, die Gewähr rechtlichen Gehörs oder die Beweislast unberührt.

Genau das wird in Baden-Würrtemberg seit 2008 so gemacht und wurde 2020 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt und akzeptiert. Damals hat das übrigens die CDU und die FDP eingeführt. Die Ampel hat auf Bundesebene zugestimmt. Die CDU und die Grünen wollte sogar noch weite Verschärfungen, von denen sich Nancy Faeser distanziert hat. Die AFD war dagegen. Wir müssen also das komplette demokratische Spektrum neu bewerten. Nicht nur bezogen auf Nancy Faeser.


Zitat
§ 37
Einstellung
(1) Das Verfahren wird eingestellt, wenn[/font][/font][/size]1.ein Dienstvergehen nicht erwiesen ist,2.ein Dienstvergehen zwar erwiesen ist, aber eine Disziplinarmaßnahme nicht angezeigt erscheint,3.eine Disziplinarmaßnahme nach § 34 oder § 35 nicht ausgesprochen werden darf oder4.das Verfahren oder eine Disziplinarmaßnahme aus sonstigen Gründen unzulässig ist.[/font][/c]
Aus dem Landesrecht Baden-Würtemmberg. Ein Verfahren wird eingestellt, wenn ein Dienstvergehen nicht erwiesen ist. Ich lebe jetzt nicht in BW, aber ich finde dazu nichts. Hat die CDU/FDP das da so eingeführt sind sie natürlich ebenso zu verurteilen...



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 24.August 2023, 16:09:19

Nö, die Merz und Spahn baggern lieber um Stimmen von Rechtsaußen, in dem sie rechte Phrasen dreschen, die genau so gut von Höcke kommen könnten und wundern sich dann, dass die Leute lieber das Original wählen, während die FDP jeden Tag aufs Neue zeigt, dass ihr alle anderen als die oberen 10% am A**** vorbei gehen.

Aber mal ehrlich: Orientieren sich die Parteien in die Mitte ist das nicht recht, weil es die Ränder "frei" lässt, die Parteien austauschbar werden und es ja angeblich "egal ist wen man wählt". Zeigen sie Kante, beharren auf ihren Positionen und bedienen ihre Basis polarisieren sie und vergiften das politische Klima. Es weiß doch hier keiner mehr, was er eigentlich will.  ;)
Das "lieber das Original wählen" hört man ja öfter,kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen,es ist schon klar,dass einigen vielleicht die politische Richtung nicht gefällt, aber das Potenzial der AfD Stimmen abzujagen ist da.
Die meisten Menschen die AfD wählen werden ja Protestwähler sein die sich einfach eine vernünftige Politik wünschen, die einfach so abzuschreiben finde ich auch gefährlicher,als eine Union die vielleicht für manche zu weit nach rechts rückt.


Wo schreibe ich denn jemanden ab? Jeder hat die Möglichkeit, zurückzukommen und selbstverständlich ist es Aufgabe der etablierten Parteien, darum zu kämpfen.
Aber man bekämpft Rechtsextremisten nicht, indem man ihre Positionen und ihre Sprache übernimmt. Das führt dazu, dass die vormals exremistischen Positionen ins Zentrum der Gesellschaft getragen werden und dort akzeptierter werden mit der Folge, dass die Mitte zu deren Gunsten erodiert und schließlich den Extremisten nicht schadet, sondern diese stärkt. Das zeigt ein Blick in unsere Geschichte genau so gut wie ein Blick in einige andere EU-Länder oder die USA wieder und immer wieder.
Man muss ihnen entgegentreten, indem man die eigenen Werte offensiv verteidigt und sie als das bloßstellt, was sie sind: Hetzer und Lügner, die vorgeben, einfache Lösungen für komplexe Probleme zu haben. Was die CDU momentan tut, ist das genaue Gegenteil davon. Wobei...Werte und CDU...naja.  :P


Und aktuell : Baerbock stellt sich hin und vermutet wild, dass der Absturz von Prigoshin kein Zufall war ohne
Des weiteren bezweifle ich, dass 20% der Deutschen Rechtsextrem sind [...]
Das hat hier auch niemand behauptet. ???

Mal ganz provokant gefragt: Warum eigentlich nicht? Mir geht diese Verharmlosung ziemlich gegen den Strich. Wer protestwählen will hat dazu bei einer Bundestagswahl circa 40 Parteien zur Auswahl inklusive beispielsweise Die Linke, Volt, freie Wähler und den Laden, den Lucke gegründet hat (mir fällt der Name gerade nicht ein). Wer dennoch Rechtsextremisten wählt, muss sich meines erachtens den Vorwurf, selbst einer zu sein, zumindest für den Moment durchaus gefallen lassen.



Zu diesem Lindner Thema:

Ich finde die Kommentare, auch von anderen Politikern, übertreiben da massiv. Ich höre Lindner ganz gerne zu und in dem Thema hat er einen Punkt. Das er da am rechten Rand fischt sehe ich gar nicht. Er bringt ein Argument, dass mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun hat. Einwanderungspolitik ist nunmal ein Ding und Menschen aller Hintergründe existieren. Irgendwie muss man Sachen bennen, wenn man darüber reden will. Abgesehen davon sagt er ja nicht, dass die Schuld seien und jetzt weg müssten, damit die Statistik wieder stimmt oder so. Er macht einen Vorschlag Integration zu unterstützen. Wo ist das den rechter Rand??

Das er das eine gegen das andere opfert... Meine Güte. Das ist Politik. Wir haben Betrag x im Budget und alles geht nicht. Investition in Bildung ist sicher sinnvoll. Mehr Geld für Arme auch. Wenn es so ist, was ich nicht beurteilen kann, dass nur Geld für eins da ist sollte man, wie er sagt, besonnen und kühl darüber reden was man macht. Sonst kann man ja auch andersherum sagen, dass die SPD Bildung für Kinderarmut aufs Spiel setzten würde.

Die letzte Frage die sich mir stellt ist, ob er recht hat. Die Bertelsmannstifung widerspricht ihm: https://www.n-tv.de/politik/Ist-Kinderarmut-unter-Einwanderern-besonders-verbreitet-article24340920.html
Damit will ich nicht sagen, dass das alles Mist ist. Er wird sich vielleicht auf andere Zahlen, Erhebungen oder sonst was berufen. Wenn er ein Forenmitglied wäre würde ich ihn halt mal nach ner Quelle fragen.  8) Aber an der Stelle kann ich es halt nicht mehr beurteilen.


Kinderarmut vs Bildung: Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss.

Nochmal ganz kurz hierzu: Das Problem ist ja der allgemeine Stil der FDP. Natürlich sind das valide Argumente, die man diskutieren kann. Und du wirst auch niemanden finden, der etwas gegen bessere Integrationsförderung einzuwenden hätte - bei SPD und Grünen schonmal gar nicht. Bloß ist das kein Grund, die betroffenen Kinder bis auf weiteres in Armut zu belassen.
Aber das alles hätte man eben in den Koalitionsverhandlungen diskutieren müssen. Wir sehen aber immer wieder, dass die FDP von ihren Pflöcken, die sie dort eingerammt hat, keinen Milimeter abweichen will, nun aber fortwährend die Projekte der anderen Parteien auszuhöhlen versucht. Ein Wissing verweigert zum Teil vorsätzlich die Umsetzung seiner Ressortziele. Ein Lindner stellt sich hin und behauptet, für die Kindergrundsicherung sei kein Geld da, will aber am nächsten Tag sieben Millliarden Steuergeschenke an Unternehmen verteilen. Das ist eben auch ganz schlechter Stil.


Edit: Ich bekomme gerade die Zitierungen nicht sauber nin, sorry!  :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.August 2023, 16:34:43
Naja wenn ich mir Nancy Faeser anschaue, die verorte ich sicher nicht im demokratischen Spektrum. Wer die Unschuldsvermutung bei Beamten kippen will, der hat Rechtsstaat nicht verstanden.

Unschuldsvermutung in Disziplinarischen Angelegenheiten, wenn schwere Dienstvorgehen vorliegen. Die Spezifizierung und der Nebensatz ist entscheidend. Das Gesetz schränkt Beamten rechtlich nicht ein. Verwaltungsgerichte können immer noch prüfen.   Darüber hinaus bleiben Unschuldsvermutung, die Gewähr rechtlichen Gehörs oder die Beweislast unberührt.

Genau das wird in Baden-Würrtemberg seit 2008 so gemacht und wurde 2020 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt und akzeptiert. Damals hat das übrigens die CDU und die FDP eingeführt. Die Ampel hat auf Bundesebene zugestimmt. Die CDU und die Grünen wollte sogar noch weite Verschärfungen, von denen sich Nancy Faeser distanziert hat. Die AFD war dagegen. Wir müssen also das komplette demokratische Spektrum neu bewerten. Nicht nur bezogen auf Nancy Faeser.


Zitat
§ 37
Einstellung
(1) Das Verfahren wird eingestellt, wenn[/font][/font][/size]1.ein Dienstvergehen nicht erwiesen ist,2.ein Dienstvergehen zwar erwiesen ist, aber eine Disziplinarmaßnahme nicht angezeigt erscheint,3.eine Disziplinarmaßnahme nach § 34 oder § 35 nicht ausgesprochen werden darf oder4.das Verfahren oder eine Disziplinarmaßnahme aus sonstigen Gründen unzulässig ist.[/font][/c]
Aus dem Landesrecht Baden-Würtemmberg. Ein Verfahren wird eingestellt, wenn ein Dienstvergehen nicht erwiesen ist. Ich lebe jetzt nicht in BW, aber ich finde dazu nichts. Hat die CDU/FDP das da so eingeführt sind sie natürlich ebenso zu verurteilen...



Ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Das Verfahren ist nicht auf einmal weg. Sonst wäre das wirklich nicht sehr demokratisch. Die Änderung bezog sich auf § 38 Absatz 1. Unter bestimmten Vorraussetzungen, kann schon vor Ablauf des Verfahrens eine disziplinarische Maßname durchgeführt werden. Es gibt also keine Beweisumkehrung. Auch die Unschuldsvermutung bleibt. Dieser Pragraph ist vom Verfassungsgericht bestätigt. Was der Beamte dadurch hat ist ein Prozessrisiko.

Um mal einen weltlichen Vergleich zu machen:
Jeder Angestellte trägt das gleiche Risiko. Wenn meine Vorgesetzten morgen glauben, dass ich das Unternehmen bestohlen habe werden sie mich mit dieser Begründung kündigen. Es kann sehr offensichtlich sein, dass ich gestohlen habe. Ich kann danach in einem Verfahren dagegen vorgehen. Das Gericht wird mich zunächst als Unschuldig ansehen und mein früherer Arbeitgeber muss beweisen, dass die Kündigung rechtmäßig war, weil ich wirklich gestohlen habe. Ich werde dort nicht mehr arbeiten und sie werden mir auch kein Geld mehr bezahlen. Fall rauskommt, dass ich doch nicht gestohlen habe war die Kündigung unzulässig und ich erhalte Kompensation.
Für den Beamten ist das gerade nicht so. Der kann öffentlich bekannt stehlen und über das komplette Verfahren angestellt bleiben. So ein Verfahren dauert im Durchschnitt 18 Monate.

Und genau darauf bezieht sich die von Faeser ungeschickt formulierte Aussage. Es geht um eine Unschuldsvermutung im Moment der disziplinarischen Maßnahme, die sich nicht Monate oder Jahre hinzieht. Die hat der normale Angestellte bei der Kündigung nämlich auch erstmal nicht. Erst vor Gericht wird das wieder umgedreht.
Also ja - der Beamte ist durch diese Gesetzesänderung schlechter gestellt als vorher. Aber mir fehlt die Grundlage das undemokratisch zu nennen. Man kann es aus anderen Gründen für nicht richtig halten.

Ich bin hier übrigens nicht pro oder contra. Aktuell habe ich eher keine Meinung zu dem Gesetz. Ich habe mich damit auch nur am Rande beschäftigt. Mir geht es um die Aussage zur Einordung im politischen Spektrum.
Wofür möchtest du CDU und FDP verurteilen? Was stört dich an der Änderung von 2008?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.August 2023, 21:47:52
Des weiteren bezweifle ich, dass 20% der Deutschen Rechtsextrem sind [...]
Das hat hier auch niemand behauptet. ???

Mal ganz provokant gefragt: Warum eigentlich nicht? Mir geht diese Verharmlosung ziemlich gegen den Strich. Wer protestwählen will hat dazu bei einer Bundestagswahl circa 40 Parteien zur Auswahl inklusive beispielsweise Die Linke, Volt, freie Wähler und den Laden, den Lucke gegründet hat (mir fällt der Name gerade nicht ein). Wer dennoch Rechtsextremisten wählt, muss sich meines erachtens den Vorwurf, selbst einer zu sein, zumindest für den Moment durchaus gefallen lassen.

Naja, auf Basis der Umfrageergebnisse die Aussage zu treffen, dass 20% der Deutschen rechtsextrem seien, ist schon ziemlich undifferenziert. Zum einen, weil solche Umfragen nur bedingt aussagekräftig sind, das haben ja die letzen Wahlen national und international gezeigt. Zum anderen, weil es die Nichtwähler nicht mit berücksichtigt. Nur weil 20% der Wähler aktuell laut Umfragen die AfD wählen würden, sind das ja nicht gleich 20% der Bevölkerung. Daher ist der Schluss "20% der Deutschen sind Rechtsextrem" schonmal unsinnig.

Bleibt die Betrachtung der potenziellen Wähler: Da finde ich die Kausalität AfD-Wähler = Rechtsextremer nicht wirklich schlüssig. Auch die AfD hat ja verschiedene Strömungen, wenngleich die gemäßigten Stimmen (die ich immer noch als rechtspopulistisch bezeichnen würde) spätestens mit dem Abtritt Meuthens innerhalb der Partei marginalisiert wurden. Gleichzeitig darf man die AfD natürlich keinesfalls verharmlosen, da gebe ich dir schon Recht. Das Vorgehen des Verfassungsschutzes, z. B. durch die Beobachtung einzelner Parteiorganisationen, sprechen da ja eine klare Sprache. Dazu die Rhetorik und politischen Ziele. Die AfD ist eine klar rechtspopulistische Partei mit einer starken Rechtsextremen Strömung, sie ist keine demokratische Partei. Dennoch kann man nicht sagen, wer sie wählt ist ein Rechtsextremist. Aber: Wer sie wählt, duldet Rechtsextremisten und verschafft ihnen Berechtigung. Daher stimme ich dir in dem Punkt absolut zu: Es gibt genug andere Möglichkeiten der Protestwahl. Die AfD zu wählen ist aktuell aus meiner Sicht die schlechtestmögliche.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 25.August 2023, 07:01:52
Weil es gerade so gut passt. Eine Untersuchung zur Radikalität in Deutschland:

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/neue-umfrage-zeigt-deutschland-ist-nicht-afd-verrueckt-85165086.bild.html (https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/neue-umfrage-zeigt-deutschland-ist-nicht-afd-verrueckt-85165086.bild.html)

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.August 2023, 08:11:14
Protestwähler hin oder her, die Stimmen sind erstmal für die demokratischen Parteien verloren und es wird noch schwieriger, eine Regierung zu bilden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.August 2023, 08:22:29

Um mal einen weltlichen Vergleich zu machen:
Jeder Angestellte trägt das gleiche Risiko. Wenn meine Vorgesetzten morgen glauben, dass ich das Unternehmen bestohlen habe werden sie mich mit dieser Begründung kündigen. Es kann sehr offensichtlich sein, dass ich gestohlen habe. Ich kann danach in einem Verfahren dagegen vorgehen. Das Gericht wird mich zunächst als Unschuldig ansehen und mein früherer Arbeitgeber muss beweisen, dass die Kündigung rechtmäßig war, weil ich wirklich gestohlen habe. Ich werde dort nicht mehr arbeiten und sie werden mir auch kein Geld mehr bezahlen. Fall rauskommt, dass ich doch nicht gestohlen habe war die Kündigung unzulässig und ich erhalte Kompensation.
Für den Beamten ist das gerade nicht so. Der kann öffentlich bekannt stehlen und über das komplette Verfahren angestellt bleiben. So ein Verfahren dauert im Durchschnitt 18 Monate.

Und genau darauf bezieht sich die von Faeser ungeschickt formulierte Aussage. Es geht um eine Unschuldsvermutung im Moment der disziplinarischen Maßnahme, die sich nicht Monate oder Jahre hinzieht. Die hat der normale Angestellte bei der Kündigung nämlich auch erstmal nicht. Erst vor Gericht wird das wieder umgedreht.
Also ja - der Beamte ist durch diese Gesetzesänderung schlechter gestellt als vorher. Aber mir fehlt die Grundlage das undemokratisch zu nennen. Man kann es aus anderen Gründen für nicht richtig halten.

Ich bin hier übrigens nicht pro oder contra. Aktuell habe ich eher keine Meinung zu dem Gesetz. Ich habe mich damit auch nur am Rande beschäftigt. Mir geht es um die Aussage zur Einordung im politischen Spektrum.
Wofür möchtest du CDU und FDP verurteilen? Was stört dich an der Änderung von 2008?


https://www.focus.de/kultur/kino_tv/tv-kolumne-anne-will-so-will-faeser-staatsfeinde-mit-beamtenstatus-loswerden_id_180447612.html (https://www.focus.de/kultur/kino_tv/tv-kolumne-anne-will-so-will-faeser-staatsfeinde-mit-beamtenstatus-loswerden_id_180447612.html)
Zitat

Hoffnung auf mehr Wirkung macht Bundesinnenminister Faeser. Sie will Beamte nicht mehr übers Strafrecht, sondern per Verwaltungsakt aus dem Dienst entfernen können.  Moderatorin Anne Will fasst das zusammen: Über einen Rauswurf entscheidet nicht das Verwaltungsgericht, sondern die zuständige Behörde selbst. Der Beschuldigte könne dann dagegen klagen. Eine Umkehr der Beweislast? „Wir müssen“, sagt die Innenministerin, „einfach schneller werden.“
Das heißt sie wollte damals vor einer Verurteilung schon Beamte rausschmeissen können.
https://www.youtube.com/live/OCX56vAUmkU?si=STSpUbkHdZ1RdacD (https://www.youtube.com/live/OCX56vAUmkU?si=STSpUbkHdZ1RdacD)
Sie sagt es hier im Bundestag wörtlich, dass sie die Beweislast umkehren will...




Das mit der Beweislastumkehr ist scheinbar halt auch ihr Steckenpferd [size=78%]https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-08/clan-kriminalitaet-beweislastumkehr-nancy-faeser-iris-spranger (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-08/clan-kriminalitaet-beweislastumkehr-nancy-faeser-iris-spranger)[/size]
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.August 2023, 09:24:46

Um mal einen weltlichen Vergleich zu machen:
Jeder Angestellte trägt das gleiche Risiko. Wenn meine Vorgesetzten morgen glauben, dass ich das Unternehmen bestohlen habe werden sie mich mit dieser Begründung kündigen. Es kann sehr offensichtlich sein, dass ich gestohlen habe. Ich kann danach in einem Verfahren dagegen vorgehen. Das Gericht wird mich zunächst als Unschuldig ansehen und mein früherer Arbeitgeber muss beweisen, dass die Kündigung rechtmäßig war, weil ich wirklich gestohlen habe. Ich werde dort nicht mehr arbeiten und sie werden mir auch kein Geld mehr bezahlen. Fall rauskommt, dass ich doch nicht gestohlen habe war die Kündigung unzulässig und ich erhalte Kompensation.
Für den Beamten ist das gerade nicht so. Der kann öffentlich bekannt stehlen und über das komplette Verfahren angestellt bleiben. So ein Verfahren dauert im Durchschnitt 18 Monate.

Und genau darauf bezieht sich die von Faeser ungeschickt formulierte Aussage. Es geht um eine Unschuldsvermutung im Moment der disziplinarischen Maßnahme, die sich nicht Monate oder Jahre hinzieht. Die hat der normale Angestellte bei der Kündigung nämlich auch erstmal nicht. Erst vor Gericht wird das wieder umgedreht.
Also ja - der Beamte ist durch diese Gesetzesänderung schlechter gestellt als vorher. Aber mir fehlt die Grundlage das undemokratisch zu nennen. Man kann es aus anderen Gründen für nicht richtig halten.

Ich bin hier übrigens nicht pro oder contra. Aktuell habe ich eher keine Meinung zu dem Gesetz. Ich habe mich damit auch nur am Rande beschäftigt. Mir geht es um die Aussage zur Einordung im politischen Spektrum.
Wofür möchtest du CDU und FDP verurteilen? Was stört dich an der Änderung von 2008?


https://www.focus.de/kultur/kino_tv/tv-kolumne-anne-will-so-will-faeser-staatsfeinde-mit-beamtenstatus-loswerden_id_180447612.html (https://www.focus.de/kultur/kino_tv/tv-kolumne-anne-will-so-will-faeser-staatsfeinde-mit-beamtenstatus-loswerden_id_180447612.html)
Zitat

Hoffnung auf mehr Wirkung macht Bundesinnenminister Faeser. Sie will Beamte nicht mehr übers Strafrecht, sondern per Verwaltungsakt aus dem Dienst entfernen können.  Moderatorin Anne Will fasst das zusammen: Über einen Rauswurf entscheidet nicht das Verwaltungsgericht, sondern die zuständige Behörde selbst. Der Beschuldigte könne dann dagegen klagen. Eine Umkehr der Beweislast? „Wir müssen“, sagt die Innenministerin, „einfach schneller werden.“
Das heißt sie wollte damals vor einer Verurteilung schon Beamte rausschmeissen können.
https://www.youtube.com/live/OCX56vAUmkU?si=STSpUbkHdZ1RdacD (https://www.youtube.com/live/OCX56vAUmkU?si=STSpUbkHdZ1RdacD)
Sie sagt es hier im Bundestag wörtlich, dass sie die Beweislast umkehren will...




Das mit der Beweislastumkehr ist scheinbar halt auch ihr Steckenpferd [size=78%]https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-08/clan-kriminalitaet-beweislastumkehr-nancy-faeser-iris-spranger (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-08/clan-kriminalitaet-beweislastumkehr-nancy-faeser-iris-spranger)[/size]

So wie es in dem Artikel steht, wird es nicht gesagt. Hier der Dialog:

Anne Will fragt: "Sie wollen auch die Beweislast umkehren. Wie stellen sie es sich vor?"
Nancy Faeser: "Nein, ich will nicht die Beweislast umkehren. Ich habe das etwas Umgangssprachlich vor kurzem im Fernsehn berichtet."

https://daserste.ndr.de/annewill/videos/ANNE-WILL-Die-Sendung-in-Gebaerdensprache,annewill7764.html (Hier ab ungefähr Minute 36)
Sie gehen dann auch direkt danach nochmal kurz darauf ein indem ein anderer sagt, dass die Begriflichkeit in der Sache (Beweislastumkehr) nicht richtig ist. Auch dort wird nochmal gesagt, von einem Journalisten, dass er sich das Gesetz durchgelesen hat und das nicht drin steht.

Ich sagte bereits, dass das eine schlechte Formulierung war und das ausgeschriebene Gesetz das nicht trägt. Von daher kann man ihr an der Stelle schlechte Kommunikation vorwerfen, weil sie nicht präzise genug juritisch Sachverhalte voneinander trennte. Das gab damals zurecht einen Aufschrei. Sie hat sich erklärt und seitdem ist das vom Tisch. Es gab, soweit ich weiß, von Nancy Faeser nie einen Gesetzesvorschlag mit einer geplanten Beweislastumkehr.

Das sie vor der Verurteilung Beamte aus dem Dienst stellen will stimmt. Aber das hat mit Beweislastumkehr nichts zu tun und soll auch nicht willkürlich passieren. Darauf bin ich allerdings eingegangen. Das es die gleiche Regelung schon gibt und von der höchsten gerichtlichen Instanz als rechtmäßig bewertet wurde auch.
An der Stelle kann man eigentlich anfangen inhaltlich über das Gesetz zu sprechen. Demokratisch scheint es zu sein. Das heißt ja nicht, dass es gut ist und man nicht Kritik üben sollte.



Der von der verlinkte Link handelt von einer Idee von Iris Sprange. Wenn zwei verschiedene Personen eine Idee zu zwei verschiedenen Thematiken haben und bei einer war es nur ein Missverständnis, ist es dann schon ein Steckenpferd?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.August 2023, 09:52:05
Warum Nancy Faeser jetzt deshalb undemokratisch sein soll, habe ich der Diskussion leider auch nicht entnehmen können...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.August 2023, 13:22:13
Und aktuell : Baerbock stellt sich hin und vermutet wild, dass der Absturz von Prigoshin kein Zufall war ohne dass auch nur irgendjemand weiß was passiert ist. Spricht zwar vieles dafür, aber als Außenministerin hält man sich da lieber bedeckt. Wenn das unter feministischer Außenpolitik zu verstehen ist, dann gute Nacht. Es spricht zwar vieles dafür, aber sie selbst sagt auch, dass sie keine näheren Informationen hat. Ist halt für ihre Position ein NoGo sowas zu machen, selbst wenn ihre Theorie wahrscheinlich gar nicht mal so falsch ist. Ist sie es aber, dann steht sie diplomatisch echt schlecht da...

Hast du da einen Link zu? Mir ist nur bekannt, dass Baerbock vor schnellen Schlüssen gewarnt hat. Durch genau diese sind mir eher andere Politiker aufgefallen.

Zu diesem Punkt:

Baerbock hat nicht behauptet, dass der Absturz kein Zufall war. Sie hat gesagt, dass es kein Zufall wäre, dass die Welt in dieser Frage zum Kreml blicke, in Anbetracht der Lügen, die der Kreml in den letzten anderthalb Jahren verbeitet hätte.

Im kompletten Zitat steckt meiner Meinung nach wesentlich weniger Verschwörungstheorie ihrer Seite, als wenn sie einfach nur gesagt hätte, dass es kein Zufall war.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.August 2023, 13:30:56
Das mit dem schlecht kommuniziert stimmt ja dann in diesem Fall. Besonders schade, weil es sich bei ihr um eine Volljuristin handelt, die also von der Materie Ahnung hat.


Beim zweiten Link hat das ja tatsächlich die Innensenatorin von Berlin vorgeschlagen. Hier hätte ich von Nancy Faeser erwartet, dass sie sich gegen so einen Vorstoß stellt. Wer jetzt sagt : typisch SPD. Der Reul aus NRW von der CDU findet den Vorschlag super. Aber seine Aussage :"Wir müssen an das große Geld herankommen und alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen." ist schon harter Tobak.


@DeDaim : Eine Demokratie braucht einen Rechtsstaat und einen Diskurs. Ein Angriff auf den Rechtsstaat ist auch ein Angriff auf die Demokratie.


Tatsächlich ist, wenn man sich das Parteiprogramm der AfD durchliest nichts zu finden, was auf Demokratiefeindlichkeit hindeutet. Wenngleich einzelne Mitglieder (wie auch die etablierter Parteien) gerne mal kritische Aussagen treffen. Dass ich bei einigen in der AfD, besonders bei dem Flügel um Höcke Demokratiefeindlichkeit vermute, kann ich aber nicht beweisen. Dasselbe sehe ich aber auch beim extrem linken Rand und bei der letzten Generation aber leider auch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.August 2023, 13:52:18
Das mit dem schlecht kommuniziert stimmt ja dann in diesem Fall. Besonders schade, weil es sich bei ihr um eine Volljuristin handelt, die also von der Materie Ahnung hat.

...haben sollte. Ich habe nie gesagt, dass sie eine gute Juristen, Politikerin oder Sprecherin ist. Das ist ein ziemlich doofer Fehler so eine Verwechslung zu bringen.
Aber ein Fehler in einer Rede oder einem Interview, den man anschließend klar stellt und dagegen undemokratisch sein oder "nicht mehr im demokratischen Spektrum" sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Wichtig ist doch, was von Anfang an im Gesetzentwurf steht und verhandelt wurde, oder?
Zumal du weiter unten bei der AFD einen Unterschied machst zwischen einer nicht bindenden Formalie (Wahlprogramm) und gesagtem Inhalt machst und das zu trennen scheinst.


Beim zweiten Link hat das ja tatsächlich die Innensenatorin von Berlin vorgeschlagen. Hier hätte ich von Nancy Faeser erwartet, dass sie sich gegen so einen Vorstoß stellt. Wer jetzt sagt : typisch SPD. Der Reul aus NRW von der CDU findet den Vorschlag super. Aber seine Aussage :"Wir müssen an das große Geld herankommen und alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen." ist schon harter Tobak.

Ich habe mich mit dem Vorschlag nicht näher befasst und kann das gerade nicht einordnen. Ich wollte nur auf die Pauschalaussage eingehen.


@DeDaim : Eine Demokratie braucht einen Rechtsstaat und einen Diskurs. Ein Angriff auf den Rechtsstaat ist auch ein Angriff auf die Demokratie.
Das Verfassungsgericht hat diesen Vorgang abgesegnet. Wenn du nicht behauptest, dass das Verfassungsgericht bereits undemokratisch agiert, ist das doch rechtsstaatlich. Abgesehen davon ist der Rechtsstaat kein aus sich existierender Selbstzweck. Selbst das Grundgesetz ist änderbar. Man kann ja nicht jede Veränderung des Rechtsstaats automatisch mit einem Angriff auf den Rechtsstaat gleichsetzen.

Tatsächlich ist, wenn man sich das Parteiprogramm der AfD durchliest nichts zu finden, was auf Demokratiefeindlichkeit hindeutet. Wenngleich einzelne Mitglieder (wie auch die etablierter Parteien) gerne mal kritische Aussagen treffen. Dass ich bei einigen in der AfD, besonders bei dem Flügel um Höcke Demokratiefeindlichkeit vermute, kann ich aber nicht beweisen. Dasselbe sehe ich aber auch beim extrem linken Rand und bei der letzten Generation aber leider auch.

Ja. Aber Papier ist nunmal geduldig. Sagt ja auch niemand, dass da sowas drin steht. Würdest du sagen, dass so Inhalte bei der SPD vorkommen?

Es gibt Gründe warum das Bundesamt für Verfassungsschutz die AFD zum rechtsextremistischen Verdachtsfall erklärt hat. Die AFD hat gegen diese Erklärung Geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Köln verloren. Als Begründung ist nicht angeführt worden, dass im Parteiprogramm der AFD demokratifeindliche Inhalte stehen.

Wer ist der extremlinke Rand?  Meinst du so etwas wie die Antifa?
Welchen Aspekt hälst du bei der Letzten Generation für demokratiefeindlich?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.August 2023, 14:43:39
Das mit dem schlecht kommuniziert stimmt ja dann in diesem Fall. Besonders schade, weil es sich bei ihr um eine Volljuristin handelt, die also von der Materie Ahnung hat.

Ich habe nie gesagt, dass sie eine gute Juristen, Politikerin oder Sprecherin ist. Ein Fehler in einer Rede oder einem Interview für den man sich entschuldigt und undemokratisch oder "nicht mehr im demokratischen Spektrum" sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Wichtig ist doch, was von Anfang an im Gesetzentwurf steht und verhandelt wurde, oder?
Zumal du weiter unten bei der AFD einen Unterschied machst zwischen einer nicht bindenden Formalie (Wahlprogramm) und gesagtem Inhalt machst und das zu trennen scheinst.

Beim zweiten Link hat das ja tatsächlich die Innensenatorin von Berlin vorgeschlagen. Hier hätte ich von Nancy Faeser erwartet, dass sie sich gegen so einen Vorstoß stellt. Wer jetzt sagt : typisch SPD. Der Reul aus NRW von der CDU findet den Vorschlag super. Aber seine Aussage :"Wir müssen an das große Geld herankommen und alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen." ist schon harter Tobak.

Ich habe mich mit dem Vorschlag nicht näher befasst und kann das gerade nicht einordnen. Ich wollte nur auf die Pauschalaussage eingehen.


@DeDaim : Eine Demokratie braucht einen Rechtsstaat und einen Diskurs. Ein Angriff auf den Rechtsstaat ist auch ein Angriff auf die Demokratie.
Das Verfassungsgericht hat diesen Vorgang abgesegnet. Wenn du nicht behauptest, dass das Verfassungsgericht bereits undemokratisch agiert, ist das doch rechtsstaatlich. Abgesehen davon ist der Rechtsstaat kein aus sich existierender Selbstzweck. Selbst das Grundgesetz ist änderbar. Man kann ja nicht jede Veränderung des Rechtsstaats automatisch mit einem Angriff auf den Rechtsstaat gleichsetzen.

Tatsächlich ist, wenn man sich das Parteiprogramm der AfD durchliest nichts zu finden, was auf Demokratiefeindlichkeit hindeutet. Wenngleich einzelne Mitglieder (wie auch die etablierter Parteien) gerne mal kritische Aussagen treffen. Dass ich bei einigen in der AfD, besonders bei dem Flügel um Höcke Demokratiefeindlichkeit vermute, kann ich aber nicht beweisen. Dasselbe sehe ich aber auch beim extrem linken Rand und bei der letzten Generation aber leider auch.

Ja. Aber Papier ist nunmal geduldig. Sagt ja auch niemand, dass da sowas drin steht. Würdest du sagen, dass so Inhalte bei der SPD vorkommen?

Es gibt Gründe warum das Bundesamt für Verfassungsschutz die AFD zum rechtsextremistischen Verdachtsfall erklärt hat. Die AFD hat gegen diese Erklärung Geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Köln verloren. Als Begründung ist nicht angeführt worden, dass im Parteiprogramm der AFD demokratifeindliche Inhalte stehen.

Wer ist der extremlinke Rand?  Meinst du so etwas wie die Antifa?
Welchen Aspekt hälst du bei der Letzten Generation für demokratiefeindlich?
Ja die Antifa. Ich halte die Partei die Linke nicht für verfassungsfeindlich, auch wenn sie im Moment auf dem absteigenden Ast ist, da Gysi wohl doch eine große Lücke hinterlassen hat.
Zum Thema "Letzte Generation" : Ich halte die Bürgerräte zwar für umsetzbar aber ein Losverfahren für eine unglückliche Form diesen zu besetzen. Da gibt es für mich 2 grundsätzliche Probleme. Das eine ist das Losverfahren welches ich für intransparent halte. Würde man nämlich rein durch das Los bestimmen wer im Bürgerrat sitzt, dann würden wie Umfragen derzeit aussehen folgende Sachen nicht durchkommen :
- Verbrennerverbot
- Atomausstieg
- Habecks Heizungsgesetz
Das, was von der letzten Generation dann als Lösung vorgeschlagen wird ist folgendes :
"Der Gesellschaftsrat erarbeitet in einem definierten Zeitraum die nötigen Schritte unter der Fragestellung: Wie beendet Deutschland bis 2030 die Nutzung fossiler Rohstoffe?  Das bedeutet, dass wir unsere Energieversorgung komplett auf 100% erneuerbare Energien umstellen. … Zu allen Hintergründen werden die Teilnehmenden von verschiedenen Expert:innen mit Fakten und Perspektiven versorgt und können in ihren Beratungen auf weiter benötigte Fachexpertise zugreifen. Die Entwicklung der konkreten Maßnahmen findet in professionell moderierten Kleingruppen statt, der Prozess wird medial begleitet und das ganze Land fiebert mit, was der Rat bespricht."

Man gibt also konkret Ziele vor und versucht mit den eigenen Expert:innen und den eigenen Fakten das zu beeinflussen. Halte ich für problematisch, da eigentlich Ergebnisoffenheit wichtig wäre. Die erhoffte Schließung der Kluft zwischen Bevölkerung und Parlamenten würde ich da nicht sehen, viel eher sogar noch einen tieferen Riss weil hier noch deutlicher wird, dass andere das Ergebnis vorgeben. Das Problem, dass das Parlament nicht die Bevölkerung repräsentiert und viele Gruppen massiv unterrepräsentiert wird ist zwar nicht von der Hand zu weisen, aber ich bezweifle die Wirksamkeit von solchen Bürgerräten ohne eine Ergebnisoffenheit in der Entscheidung. Tatsächlich sehe ich die Schweizer mit ihren Volksentscheiden da als Vorbild, vor allem bei sehr weitreichenden und wichtigen Sachen.Man gibt also konkret Ziele vor und versucht mit den eigenen Expert:innen und den eigenen Fakten das zu beeinflussen. Halte ich für problematisch, da eigentlich Ergebnisoffenheit wichtig wäre. Die erhoffte Schließung der Kluft zwischen Bevölkerung und Parlamenten würde ich da nicht sehen, viel eher sogar noch einen tieferen Riss weil hier noch deutlicher wird, dass andere das Ergebnis vorgeben. Das Problem, dass das Parlament nicht die Bevölkerung repräsentiert und viele Gruppen massiv unterrepräsentiert wird ist zwar nicht von der Hand zu weisen, aber ich bezweifle die Wirksamkeit von solchen Bürgerräten ohne eine Ergebnisoffenheit in der Entscheidung. Tatsächlich sehe ich die Schweizer mit ihren Volksentscheiden da als Vorbild, vor allem bei sehr weitreichenden und wichtigen Sachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.August 2023, 15:06:39
Die Antifa ist aber auch kein einflussreicher Flügel einer größeren Partei im Bundestag. Hinkt der rechtfertigende Vergleich zur AFD nicht etwas?

Man kann ja Dinge problematisch finden. Aber nicht alles was problematisch ist ist demokratiefeindlich.
Verstehst du die Trennschärfe?  Egal worüber wir jetzt geredet habe... Nancy Faeser, Beamte, Gesetz gegen Clan-Kriminalität, Letzte Generation. Du klebst überall den "Demokratiefeindlich"-Aufkleber drauf. Außer bei der AFD. Da hast du keine Beweise.  ;)

Zur letzten Generation:
Deinen zweiten Punkt sehe ich auch. Ich halte die Größe das Rates nicht für representativ und für leicht beeinflussbar. Das es "eigene" Experten sein sollen, ist eine Unterstellung. Die könnten ja jedem gehören.  ;D Aber Schwamm drüber.
Beim zweiten Punkte würde ich sagen, dass es auf Grund nicht geringen Größe ziemlich schwer absehbar wird, was passieren wird. Wenn die von dir genannten Gesetze dann nicht durch gingen, würden sie sich ziemlich ins Knie schießen.  ;)
Der wichtigste Punkt ist aber eigentlich, ob dieser Rat dann Entscheidungsmacht hat, oder ob es nur Empfehlungen geben soll. Weißt du das?
Weil generell dem Ziel, den großen Themen mehr gesellschaftliche nahe Aufmerksamkeit durch offenen Diskurs zu geben, ist eine gute Idee

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.August 2023, 15:26:50
Die Antifa ist aber auch kein einflussreicher Flügel einer größeren Partei im Bundestag. Hinkt der rechtfertigende Vergleich zur AFD nicht etwas?

Man kann ja Dinge problematisch finden. Aber nicht alles was problematisch ist ist demokratiefeindlich.
Verstehst du die Trennschärfe?  Egal worüber wir jetzt geredet habe... Nancy Faeser, Beamte, Gesetz gegen Clan-Kriminalität, Letzte Generation. Du klebst überall den "Demokratiefeindlich"-Aufkleber drauf. Außer bei der AFD. Da hast du keine Beweise.  ;)
Deswegen schrieb ich ja extrem linker Flügel, ich schrieb nicht von einem größeren Flügel. Das Gesetz gegen Clan-Kriminalität verletzt eher nicht die Demokratie sondern den Rechtsstaat.
Und ja, bei der AfD kann ich es dir schwer nachweisen, dass sie antidemokratisch ist, da ist es mein subjektives Bauchgefühl. Das heißt ich behaupte tatsächlich dass Teile der AfD antidemokratisch sind, kann dir dafür aber keine Belege liefern. Schade dass Thilo Jung aufgehört hat, alle Seiten abzudecken. Fand es zum Beispiel gut wie er bei Andreas Kalbitz immer kritisch nachgehakt hat. Besser auf jeden Fall als gar nicht mit denen zu sprechen. So kannst die nämlich nicht entzaubern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.August 2023, 16:05:10
Die Antifa ist aber auch kein einflussreicher Flügel einer größeren Partei im Bundestag. Hinkt der rechtfertigende Vergleich zur AFD nicht etwas?

Man kann ja Dinge problematisch finden. Aber nicht alles was problematisch ist ist demokratiefeindlich.
Verstehst du die Trennschärfe?  Egal worüber wir jetzt geredet habe... Nancy Faeser, Beamte, Gesetz gegen Clan-Kriminalität, Letzte Generation. Du klebst überall den "Demokratiefeindlich"-Aufkleber drauf. Außer bei der AFD. Da hast du keine Beweise.  ;)
Deswegen schrieb ich ja extrem linker Flügel, ich schrieb nicht von einem größeren Flügel. Das Gesetz gegen Clan-Kriminalität verletzt eher nicht die Demokratie sondern den Rechtsstaat.
Und ja, bei der AfD kann ich es dir schwer nachweisen, dass sie antidemokratisch ist, da ist es mein subjektives Bauchgefühl. Das heißt ich behaupte tatsächlich dass Teile der AfD antidemokratisch sind, kann dir dafür aber keine Belege liefern. Schade dass Thilo Jung aufgehört hat, alle Seiten abzudecken. Fand es zum Beispiel gut wie er bei Andreas Kalbitz immer kritisch nachgehakt hat. Besser auf jeden Fall als gar nicht mit denen zu sprechen. So kannst die nämlich nicht entzaubern.

Ah ok.

Dass ich bei einigen in der AfD, besonders bei dem Flügel um Höcke Demokratiefeindlichkeit vermute, kann ich aber nicht beweisen. Dasselbe sehe ich aber auch beim extrem linken Rand und bei der letzten Generation aber leider auch.

Diese beiden Sätze klangen sehr relativierend für mich. Von wegen, ist schon so, dass die AFD demokratiefeindlich ist. Aber das sind Extremlinke ja schließlich auch!
Aber vielleicht wolltest du das auch nicht so ausdrücken.

Ich finde es nachwievor interessant, dass für dich vieles (SPD, Nancy Faeser, Letzte Generation, Antifa)  nachweisbar demokratiefeindlich ist und bei der AFD hast du ein subjektives Bauchgefühl, dass in die Richtung zeigt. Dabei stört mich nicht das Bauchgefühl - aber belassen wir es dabei.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 29.August 2023, 19:20:11
Bei Zeit Online gibt es ein interessantes Interview (https://www.zeit.de/wissen/2023-08/afd-klimakrise-umfrage-erfolg-janine-patz) mit der Wissenschaftlerin Janine Patz zur Agitation der Rechten in der Klimapolitik. Dabei geht es auch um die Anschlussfähigkeit rechtspopulistischer Erzählungen an verschiedene Milieus. Besonders interessant fand ich untenstehende Passsage, weil sie einen Verdacht von mir bestätigt. Insgesamt ein sehr lesenswertes Interview, selbst wenn man nicht alle Positionen teilen sollte.

Zitat
ZEIT ONLINE: Wie sollten die demokratischen Kräfte auf die rechte Mobilisierung in der Klimapolitik reagieren?

Patz: Sie sollten sich ganz klar von antidemokratischen Positionen, Akteurinnen und Akteuren und deren Politikstil abgrenzen und nicht gemeinsam mit ihnen Feindbilder konstruieren. Denn dadurch verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit und spielen den Demokratiefeinden in die Hände. Wenn sie extrem rechte Narrative und Feindbilder übernehmen, wirkt das wie ein Eingeständnis, dass extrem Rechte doch recht haben. Übernehmen Parteien wie CDU, FDP oder die Freien Wähler Positionen der AfD, legitimieren sie deren Ideologie und befeuern eine antidemokratische Diskursentwicklung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 31.August 2023, 08:24:38
Noch ein interessanter Beitrag, über den ich gestolpert bin. Hier wurde ja unlängst über die Energieversorgung sowie Strom Im- und Exporte diskutiert. Der Artikel blickt auf die französische Stromversorgung und zeigt ganz gut, dass hier eben nicht Alles schlecht ist, und Frankreich massive Probleme hat, die jetzt noch durch die Putschisten im Niger (FR bezieht 1/5 seines Urans von dort) weiter verschärft werden dürften. Ist natürlich nicht übertragbar auf einen etwaigen Weiterbetrieb der AKW in Deutschland, der hier ja diskutiert wurde, aber ich finde den Einblick ganz interessant, gerade die Auswirkungen auf den europäischen Strommarkt, die hier angerissen werden: Wieso wir Frankreichs Atomstrom teuer bezahlen (https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-08/energiekosten-frankreich-kernkraftwerke-niger-uran)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 31.August 2023, 11:32:12
Noch ein interessanter Beitrag, über den ich gestolpert bin. Hier wurde ja unlängst über die Energieversorgung sowie Strom Im- und Exporte diskutiert. Der Artikel blickt auf die französische Stromversorgung und zeigt ganz gut, dass hier eben nicht Alles schlecht ist, und Frankreich massive Probleme hat, die jetzt noch durch die Putschisten im Niger (FR bezieht 1/5 seines Urans von dort) weiter verschärft werden dürften. Ist natürlich nicht übertragbar auf einen etwaigen Weiterbetrieb der AKW in Deutschland, der hier ja diskutiert wurde, aber ich finde den Einblick ganz interessant, gerade die Auswirkungen auf den europäischen Strommarkt, die hier angerissen werden: Wieso wir Frankreichs Atomstrom teuer bezahlen (https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-08/energiekosten-frankreich-kernkraftwerke-niger-uran)

Ein wirklich sehr interessanter Artikel! Dieser zeigt meines Erachtens sehr gut auf, dass es immer wichtig ist sich breitflächig aufzustellen, was das Ganze angeht und dass die großflächige Konzentration auf Atomstrom in Zukunft noch arge Probleme bringen könnte.

Für Deutschland wäre es einfach wünschenswert, wenn man die Bürokratie, welche ein großes Hindernis im Ausbau des erneuerbaren Stromnetzes ist, abbaut und das ganze Zulassungssystem beschleunigen würde. Gäbe es bspw. Stromspeicher sowie Stromtrassen vom Norden in den Süden, ständen wir mit unserem Ausbau der erneuerbaren Energieträger nicht so schlecht dar, wie es aktuell der Fall ist und wäre deutlich weiter Richtung Fortschritt unterwegs. Für mich ist diesbezüglich schlimm, dass es nicht nur vor Jahren schon verschlafen wurde, das "Bürokratiemonster" zu entschlacken, sondern auch in der aktuellen Zeit noch immer gefühlt gar nicht angegangen wird... Und dieses Problem besteht ja leider nicht nur in der Frage des Ausbaus der erneuerbaren Energien, sondern auch in zahlreichen weiteren Bereichen - bestes Beispiel: Auszahlung der Hilfen von Flutopfern, welche noch heute auf das 2021 versprochene Geld warten.

Bezüglich des Stromthemas bleibe ich für mich dabei: Der Ausstieg aus Atomstrom bleibt für mich absolut richtig, nur hätte dies geschehen müssen, sobald die Stromversorgung deutlich besser gesichert ist, als es aktuell der Fall ist, wo man sich auf Hilfe der Nachbarländer verlassen muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 03.September 2023, 13:01:54
Bezüglich des Stromthemas bleibe ich für mich dabei: Der Ausstieg aus Atomstrom bleibt für mich absolut richtig, nur hätte dies geschehen müssen, sobald die Stromversorgung deutlich besser gesichert ist, als es aktuell der Fall ist, wo man sich auf Hilfe der Nachbarländer verlassen muss.

Sehe ich absolut genauso. Ein humoristisches Sprichwort besagt, wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab! Atomkraft ist aufgrund der Abfallproblematik einfach kein Mittel der Wahl.
Es sollte nur in absoluten Notfällen in Betracht gezogen werden, diese Art der Energieerzeugung zu nutzen. Leider wird immer wieder versucht dies als "sauber" zu verkaufen, und die Abfallproblematik nicht nur klein- oder gar wegzurede, sondern schön zum Problem der Zukunftsbürger zu machen.
Die Windenergie ist in vielen Teilen leider nicht gewollt. Teilweise liegt es an den Politikern selbst, andernorts sind es die Bürger. Und das merkt man an dem bürokratischen Monster, das geschaffen wurde. Also selbst für deutsch, irre Verhältnisse was Bürokratie angeht. Es passt letztlich zu den groben Zahlen die ich kürzlich vernahm. Dort hieß es, dass knapp 70 % der deutschen Bürger einsehen/verstanden haben/fordern, dass Klimaschutz betrieben werden muss. Allerdings war die Bereitschaft sich selbst dafür zurückzunehmen bei einer erheblich geringeren Prozentzahl.
Nach dem Motto: "Wir brauchen Klimaschutz, und zwar jetzt! Macht was! Wie, ich es betrifft auch mich? Weg mit den Windkrafträdern!!!!111!"
Man kann Politik nicht ohne die Bürger machen. Allerdings müssen die Bürger auch bereit sein Politik zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 03.September 2023, 13:51:34
Auch ganz interessant aufgrund der nahenden Landtagswahlen in Bayern: Der Fall "Flugblatt Hubsi" kommt zu einem Ende und was soll man sagen. Ich sehe hier nur Verlierer.


Verlierer 1: Hubsi Aiwanger selbst
Ich bin in dem Fall eigentlich ganz bei Sigmar Gabriel, der betont hat, dass man sich die ganzen Aussteigerprogramme für extremistische Jugendliche sparen kann, wenn einen solche Jugendsünden auch nach 36 Jahren derart heftig vorgeworfen werden. Über den Inhalt des Flugblatts und dessen Abartigkeit brauchen wir ja eh nicht reden. Allerdings ist wird nie mehr geklärt werden könne, ob Hubert Aiwanger selbst an der Entstehung mitgewirkt hat und warum er dieses Flugblatt in seiner Schultasche hatte. Das müsste er selbst aufklären. Hätte er sich von Anfang an hingestellt und das Ganze glaubwürdig bereut, erzählt, warum diese Blätter bei ihm gefunden wurde ("Deeskalation"), dann wäre das für mich auch ok gewesen. Ich glaube keiner von uns hier, die schon etwas älter sind, stehen heute noch hinter allem, was wir so mit 16 gesagt oder getan haben. Menschen und die Gesellschaft entwickeln sich weiter. Auch ich war mit 16 ein anderer Mensch, weil vieles vor 17 Jahren einfach gesellschaftlich noch ganz anders war. Nur hat der Hubsi hier verpasst, sich entscheidend zu positionieren. Und die Sache mit der Nachahmung der Reden im dritten Reich? Auch das gab es in anderen Schulklassen. So sind Jugendliche. Provozieren, Grenzen austesten, geschmacklos sein, auch wenn sie wissen, dass es falsch ist. Aber auch die werden reifer, erkennen, dass das nicht richtig war und sowas einfach nicht wiederholen. Nur bringt halt Aiwanger bei Reden auch immer mal wieder Aktionen und Vergleiche, die sprachlos machen. Vielleicht wurde er auch nie wirklich reif oder versucht diejenigen abzuholen, die nie eine gewisse Reife erreicht haben.

Verlierer 2: Markus Söder
Was soll Söder hier machen? Verlieren! Zwingt er Aiwanger zum Rücktritt, obwohl die Sache nie hundertprozentig aufgeklärt werden kann, werden ihm das sehr viele übel nehmen und als Versuch ansehen, die größte Konkurrenz im Wahlkampf enorm zu schwächen. Jetzt ist er natürlich unter Beschuss, weil er ihm den letzten Monat als stellvertretenden Ministerpräsidenten noch einräumt. Man darf den König Markus gerne und oft zurecht kritisieren, aber hier wäre so oder so einiges auf ihn eingeprasselt, eben weil auch Aiwanger selbst entschieden hat, sich so bedeckt wie möglich zu halten.


Verlierer 3: Alle ehemaligen Schüler dieses Lehrers
Ebenso abscheulich wie den Inhalt des Flugblatts sehe ich hier auch die Rolle des Lehrers, der das jetzt alles veröffentlicht hat. Anscheinend wurde das Ganze damals als so harmlos erachtet, dass es weder schulische Sanktionen noch eine Benachrichtigung der Eltern nach sich zog. Nach 36 Jahren jetzt diese Sache zu veröffentlichen kurz vor der Wahl zeigt aber deutlich den Charakter des Lehrers. Warum nicht schon viel früher? Warum jetzt? Weil Aiwanger vor dem größten Erfolg seiner politischen Karriere steht. Ich bin alles andere als ein Fan von Aiwanger, aber hier geht es meiner Meinung nach einfach nur darum, einem Menschen den maximal möglichen Schaden zuzufügen. Wäre dem Lehrer wirklich daran gelegen gewesen, dass diese schreckliche Sache öffentlich wird, dann hätte er es schon lange machen können (dass die Veröffentlichung von internen Schuldokumenten an sich schon äußerst fragwürdig ist, kommt noch dazu). Aber jetzt ist eben der Zeitpunkt, an dem der Schaden für die Person Hubert Aiwanger einfach maximal ist. Und so einen Charakter als Lehrer wünscht man dann tatsächlich keinem Schüler. Weil das ist hinterhältig und moralisch absolut verwerflich.


Verlierer 4: Süddeutsche Zeitung bzw. Journalismus
Als Bayer, der auch noch beruflich mit Aiwangers Wirtschaftsministerium zu tun hat, habe ich das Ganze natürlich verfolgt. Die Sache riesengroß aufbauschen ist eben dann auch eine Frage der erwarteten Klicks und Einnahmen. Was ich allerdings extrem schwach fand: Viele zusätzliche, wichtige Infos waren hinter einer Bezahlschranke, wie unter anderem auch die Statements der Aiwanger Brüder. Heißt: Die Vorwürfe waren für alle zu lesen, wer aber alle Seiten betrachten wollte, um sich ein Bild zu machen, musste ein Abo abschließen. Ich verstehe es durchaus, dass Zeitungen für ihre Onlinemedien auch bezahlt werden möchten. Hier wird aber dann gezielt der Diskurs und die Meinungsbildung durch die Auswahl der Inhalte, die bezahlt werden müssen und die frei zugänglich sind, beeinflusst. Im Endeffekt geht es da um Politik und Wahlkampf. Gerade in einer Demokratie sollten da alle gleichbehandelt werden. Es wäre auch verwerflich, wenn die Wahlprogramme und Erläuterungen dazu von CSU, SPD und Grünen frei zugänglich wären, aber die der AfD, der Linken oder FDP dann nur durch ein Abo zugänglich sind. Da sollte man alle, egal wie man zu deren Inhalten steht, gleich behandeln.


Verlierer 5: Olaf Scholz
Ob er die Komik seiner Aussagen selbst bemerkt hat? Einen Hubert Aiwanger kritisieren, weil er sich nicht haargenau an Vorgänge erinnert, die vor 36 Jahren passiert sind, aber dann bei CumEx etc. nach 6 Jahren schon einige Details nicht mehr wissen. Jap. Klingt fair.


Fazit vom Ganzen: Ich denke, dass die Sache auf die Wahlergebnisse kaum Einfluss haben wird. Einige werden sich von Aiwanger und den Freien Wählern abwenden und dann eher CSU wählen. Andere werden jetzt Aiwanger unterstützen wollen, weil sie ihn als unfair behandelt ansehen. Da wird sich nix groß verschieben und das Beste: Ich bezweifle, dass die AfD dadurch gewinnt.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 03.September 2023, 16:12:34
Zu Verlierer 3:

Was ich gelesen habe, gab wohl die Erdingrede den Ausschlag, das Ganze publik zu machen.


Zur Atomkraft:

An die Befürworter: Atomstrom hilft uns doch kaum, die Unsicherheit der erneuerbaren auszugleichen? Atomkraftwerke sind doch viel zu träge dafür.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 03.September 2023, 23:18:07
Wo schreibe ich denn jemanden ab? Jeder hat die Möglichkeit, zurückzukommen und selbstverständlich ist es Aufgabe der etablierten Parteien, darum zu kämpfen.
Aber man bekämpft Rechtsextremisten nicht, indem man ihre Positionen und ihre Sprache übernimmt. Das führt dazu, dass die vormals exremistischen Positionen ins Zentrum der Gesellschaft getragen werden und dort akzeptierter werden mit der Folge, dass die Mitte zu deren Gunsten erodiert und schließlich den Extremisten nicht schadet, sondern diese stärkt. Das zeigt ein Blick in unsere Geschichte genau so gut wie ein Blick in einige andere EU-Länder oder die USA wieder und immer wieder.
Man muss ihnen entgegentreten, indem man die eigenen Werte offensiv verteidigt und sie als das bloßstellt, was sie sind: Hetzer und Lügner, die vorgeben, einfache Lösungen für komplexe Probleme zu haben. Was die CDU momentan tut, ist das genaue Gegenteil davon. Wobei...Werte und CDU...naja.  :P
Das abschreiben war auch eher ein Kommentar zur allgemeinen Stimmung,weil ich das wirklich schon öfter gelesen habe und einige Leute so tun als wäre es der einzige Grund für den Aufschwung der AfD und es dazu nutzen die CDU anzugreifen.
Die Union Stand in Sprache und Haltung ja wirklich mal weiter rechts als jetzt oder zum Schluß unter Merkel, trotzdem hat es bis zur AfD keine hart rechte oder extreme Partei geschafft sich dauerhaft zu etablieren,meistens waren die Positionen die vertreten wurden zu extrem, eben auch, weil die "normal" rechten Ansichten von der Union bedient wurden. Da gab es mal die Republikaner, die DVU oder NPD die jeweils in Landtagen vertreten waren, die waren eben da, wurden aber nicht für voll genommen und sind wieder verschwunden.
Man sollte die Sprache und das Verhalten da auch nicht kopieren, geht ja auch nicht weil viel was von der AfD kommt einfach heiße Luft und "dagegen" geplärre ist.Besser wäre es eine eigene selbstbewusste Position entwickeln die sich klar von der Ampel abgrenzt und im Gegensatz zur AfD ernsthafte Politik machen will, gerne mit scharfen Angriffen auf beide.

Bei Zeit Online gibt es ein interessantes Interview (https://www.zeit.de/wissen/2023-08/afd-klimakrise-umfrage-erfolg-janine-patz) mit der Wissenschaftlerin Janine Patz zur Agitation der Rechten in der Klimapolitik. Dabei geht es auch um die Anschlussfähigkeit rechtspopulistischer Erzählungen an verschiedene Milieus. Besonders interessant fand ich untenstehende Passsage, weil sie einen Verdacht von mir bestätigt. Insgesamt ein sehr lesenswertes Interview, selbst wenn man nicht alle Positionen teilen sollte.

Zitat
ZEIT ONLINE: Wie sollten die demokratischen Kräfte auf die rechte Mobilisierung in der Klimapolitik reagieren?

Patz: Sie sollten sich ganz klar von antidemokratischen Positionen, Akteurinnen und Akteuren und deren Politikstil abgrenzen und nicht gemeinsam mit ihnen Feindbilder konstruieren. Denn dadurch verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit und spielen den Demokratiefeinden in die Hände. Wenn sie extrem rechte Narrative und Feindbilder übernehmen, wirkt das wie ein Eingeständnis, dass extrem Rechte doch recht haben. Übernehmen Parteien wie CDU, FDP oder die Freien Wähler Positionen der AfD, legitimieren sie deren Ideologie und befeuern eine antidemokratische Diskursentwicklung.
Siehe oben  :P Der Text wirkt ein wenig so als würde man bestimmte Positionen von vornherein als AfD oder extrem besetzen wollen,dabei ist es komplett legitim Sachen und Vorgänge,auch hart, zu kritisieren und über alles Mögliche zu diskutieren, gerade das macht doch die Demokratie aus. Statt z.B in erstere Linie das schlecht gemachte GEG verantwortlich zu machen wird nur auf Kritik daran eingegangen, die es ja ohne die Art und Weise wie das Gesetz zustande gekommen ist in der Form gar nicht gegeben hätte. Viele Themen, wie auch der angesprochene Windkraftausbau oder die Sorge vor Wohlstandsverlust, kann man auch nicht so schwarz weiß, von oben herab und einseitig bewerten.

Ich würde sogar sagen,dass solche Art der Argumentation mit der Absicht der Abschreckung im Moment auch ein Teil des Erfolges der AfD ausmacht, wenn Leuten erzählt wird das es rechtsextrem ist bestimmte Positionen zu vertreten schubst man die ja quasi in eine bestimmte Richtung und wundert sich dann,dass es irgendwann nicht mehr funktioniert und die Leute eben wie vorgeworfen rechts wählen.

Für das Hoch der AfD gibt es wahrscheinlich mehrere Gründe, die Partei profitiert ja von Anfang an von Krisen und einem "anti" Status in den Medien,erst die Flüchtlingskrise,vor Corona war die eigentlich auf dem weg nach unten, dadurch wieder einen Schub bekommen.Man zeigt auf eine intransparente aufgeblasene EU, aus der ja wirklich ab und zu wirklich dumme Gesetze kommen und zuletzt eben der Russische Überfall auf die Ukraine, mit Hetze gegen Waffenlieferungen und Flüchtlinge.
Dazu kommt das es im Moment keine wirklich Opposition gibt, die Union hat 16 Jahre,unter anderem mit der SPD, regiert, viele Probleme heute sind eine Folge der Politik unter Merkel, die Linke zerlegt sich selbst und im Interesse der großen Parteien hält man die anderen so klein, dass man die höchstens mal vor einer Wahl in kleinen Spots oder Berichten zu sehen bekommt, die Stmmen da sind also eher verschwendet wenn man Druck aufbauen oder eine Botschaft senden will(weiß Jemand ohne nachzuschauen wer die 9% sonstige in den Umfragen sind?  :P ). So sammelt die Partei Eben von extrem rechts,Querdenker über Friedens/Russenfreunde bis hin zu sozial Abgehängten alle möglichen Protestwähler ein.

Obendrauf dann noch die schlechte Tagespolitik und das fehlende Fingerspitzengefühl der Ampel, bei jedem Streit und bei jedem nicht durchdachten Gesetz geht die AfD ein paar % nach oben.
Dazu auch mal der aktuelle Deutschlandtrend, da haben jetzt sogar das eine  "sehr zufrieden" % verloren.  :D
https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3396.html


Dort hieß es, dass knapp 70 % der deutschen Bürger einsehen/verstanden haben/fordern, dass Klimaschutz betrieben werden muss. Allerdings war die Bereitschaft sich selbst dafür zurückzunehmen bei einer erheblich geringeren Prozentzahl.
Nach dem Motto: "Wir brauchen Klimaschutz, und zwar jetzt! Macht was! Wie, ich es betrifft auch mich? Weg mit den Windkrafträdern!!!!111!"
Man kann Politik nicht ohne die Bürger machen. Allerdings müssen die Bürger auch bereit sein Politik zu machen.
Ist mMn verständlich, ich muss auch sagen,dass ich früher anders darüber gedacht habe bevor hier Windräder gebaut wurden,auch weil mir Wissen über die Vorgänge fehlte und wie wenig Rechte man da hat. Im Prinzip ist es das gleiche als wenn neben deinem Grundstück Industrieanlage xy gebaut wird, ein Stück lebensqualität geht da schon verloren. Unterschied ist eben eine Lobby die die Erzählung aufgebaut hat,dass man dadurch irgendwie die Erde rettet und es darum nicht so schlimm ist.  :D Ich würde aber erwarten,dass sich in Zukunft viel mehr Widerstand gegen die Dinger regen wird, einfach weil Gesetze gelockert werden und es mehr Wildwuchs geben soll,dadurch werden dann mehr Leute sehr viel schneller genervt.

Verlierer 1: Hubsi Aiwanger selbst
Ich bin in dem Fall eigentlich ganz bei Sigmar Gabriel, der betont hat, dass man sich die ganzen Aussteigerprogramme für extremistische Jugendliche sparen kann, wenn einen solche Jugendsünden auch nach 36 Jahren derart heftig vorgeworfen werden. Über den Inhalt des Flugblatts und dessen Abartigkeit brauchen wir ja eh nicht reden. Allerdings ist wird nie mehr geklärt werden könne, ob Hubert Aiwanger selbst an der Entstehung mitgewirkt hat und warum er dieses Flugblatt in seiner Schultasche hatte. Das müsste er selbst aufklären. Hätte er sich von Anfang an hingestellt und das Ganze glaubwürdig bereut, erzählt, warum diese Blätter bei ihm gefunden wurde ("Deeskalation"), dann wäre das für mich auch ok gewesen. Ich glaube keiner von uns hier, die schon etwas älter sind, stehen heute noch hinter allem, was wir so mit 16 gesagt oder getan haben. Menschen und die Gesellschaft entwickeln sich weiter. Auch ich war mit 16 ein anderer Mensch, weil vieles vor 17 Jahren einfach gesellschaftlich noch ganz anders war. Nur hat der Hubsi hier verpasst, sich entscheidend zu positionieren. Und die Sache mit der Nachahmung der Reden im dritten Reich? Auch das gab es in anderen Schulklassen. So sind Jugendliche. Provozieren, Grenzen austesten, geschmacklos sein, auch wenn sie wissen, dass es falsch ist. Aber auch die werden reifer, erkennen, dass das nicht richtig war und sowas einfach nicht wiederholen. Nur bringt halt Aiwanger bei Reden auch immer mal wieder Aktionen und Vergleiche, die sprachlos machen. Vielleicht wurde er auch nie wirklich reif oder versucht diejenigen abzuholen, die nie eine gewisse Reife erreicht haben.
Da hast du ein paar wirklich gute Punkte angesprochen, ich habe mich als die Geschichte aufkam kurz gefragt ob ich irgendwas verpasst habe weil ich den Fall ganz anders wahrnehme als allgemein berichtet wird. 
Ich finde die Art wie das Ganze veröffentlicht wurde richtig ekelhaft, erst kam ja ein Bericht über das Flugblatt und dann wurde noch einer zurückgehalten in dem es um eine Analyse der Schreibmaschine ging um zu beweisen,dass es wirklich Aiwanger zuzuordnen ist. Wahrscheinlich wurde gehofft,dass er erst abstreitet das geschrieben zu haben und man ihm danach damit in den Rücken fallen kann. Dazu ging dann noch ein unscharfes Bild rum auf dem er so aussieht als hätte er einen Hitlerbart, dass wurde dann auch noch von einigen aufgegriffen, sah in der Vergrößerung dann auch anders aus.
Ab der Stelle war ich dann auch raus und ich würde da auch Gabriel zustimmen.
Es geht da ja nicht nur um Neonazis,man muss Menschen auch zugestehen sich geändert zu haben. Soweit ich weiß,werden ja z.B bestimmte Jugendstrafen gelöscht damit die Leute später im Leben dadurch keinen Nachteil haben.
Ich bin mir auch nicht sicher ob es Doppelmoral,gehäßigkeit oder Unwissen ist die da manche antreibt, gerade die sonst so moralisch überkorrekten hauen da richtig drauf, ob es da nicht möglich ist den Aiwanger von heute von einem Jugendlichen zu trennen?
Dieser Lehrer von dem berichtet wird muss ja auch sehr komisch drauf sein, solche Dokumente wirklich so lange aufzuheben um einer Person gezielt zu Schaden, ob das wirklich so legal ist?
Besonders passend fand ich auch die Beantwortung der Fragen und das er sich bei der Hälfte nicht erinnern konnte, sowas trifft dann auch nicht mehr wenn der amtierende und von allen unterstütze Bundeskanzler selbst auf dem Weg aus Ärger rausgekommen ist.  :D
Natürlich hätte sich Aiwanger da besser anstellen und besser reagieren können, dass geht aber mit der Art der Berichterstattung komplett unter, keine Ahnung wie man sich richtig gegen sowas wehren könnte, wenn man sich Entschuldigt gillt es als Schuldeingeständnis, falls nicht zeigt man keine Reue und das alles für etwas das man als 16 jähriger gemacht hat.

Ich bin mal gespannt ob die Geschichte jetzt abgeschlossen ist, vielleicht haben die ja auch noch mehr Berichte oder dann  über einen Aiwanger von vor ein paar Jahren in der Schublade und Kegeln ihn dann kurz vor der Wahl raus.
So wie es jetzt gelaufen ist können die Wähler ja selbst entscheiden was sie davon halten, würde eher auf einen Schub für die freien Wähler wetten.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 03.September 2023, 23:35:20

https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3396.html

Spannend, dass die Rente so niedrig rangiert. Denn eigentlich müsste es längst auch die Fridays for Rente geben. Die ganz große Boomer-Welle kommt ja noch. Aber trotzdem hatte der Bund schon zu Beginn des Jahres errechnet, dass man mittlerweile gerechnet auf die 40h-Woche Stundenlöhne ab fast ~17 Euro braucht, um wenigstens noch 1000 Euro Rente zu bekommen (40 Jahre durchgehend am Stück, wohlgemerkt). Für 1200 Euro sind es schon ~20 Euro/Stunde.

Das macht die Ausbildung in mancher Branche mittlerweile schon per se zur "Mutprobe" (Logistik, Einzelhandel, Gastronomie...) Die suchten natürlich auch.

Neulich diskutierten ja diverse Deutsche samt Politikern wieder, dass es womöglich ungerecht sei, Bürgergeldempfängern eine Erhöhung von umgerechnet einer Handvoll Döner mehr pro Monat zu gönnen (was auch einiges über den "Reichtum" im Lande aussagt, aber hey). Das Rentensystem setzt nicht nur die weitaus größeren Fehlanreize (Geldsorgen bis ins Grab sind bei vielen Jobs quasi vorprogrammiert, tolle Perspektive, denn die recht hohe Steuerlast kommt noch on top, die private Vermögensbildung respektive Vorsorge erschwert). Das Rentensystem kostet den Staat trotz der mageren Leistungen auch wesentlich mehr Geld als das Bürgergeld.

Insofern passt die vergleichsweise Apathie im Ranking zur Rentenpolitik seit Jahrzehnten: Vielleicht erwartet nach all dem Aussitzen der schon ewig bekannten Probleme seitens ALLER Parteien eh niemand mehr was.  ;) Und realistisch gehts mit Blick auf die Boomer wohl eh vor allem noch um Schadensbegrenzung. Trotzdem: Da Parteien naturgemäß bevorzugt Themen besetzen, die des Wählers Gemüt erregen, verheißt das nichts Gutes für eine (Finanzierungs-)Reform, die schon hätte vor Jahrzehnten kommen müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.September 2023, 08:38:50
Bei Zeit Online gibt es ein interessantes Interview (https://www.zeit.de/wissen/2023-08/afd-klimakrise-umfrage-erfolg-janine-patz) mit der Wissenschaftlerin Janine Patz zur Agitation der Rechten in der Klimapolitik. Dabei geht es auch um die Anschlussfähigkeit rechtspopulistischer Erzählungen an verschiedene Milieus. Besonders interessant fand ich untenstehende Passsage, weil sie einen Verdacht von mir bestätigt. Insgesamt ein sehr lesenswertes Interview, selbst wenn man nicht alle Positionen teilen sollte.

Zitat
ZEIT ONLINE: Wie sollten die demokratischen Kräfte auf die rechte Mobilisierung in der Klimapolitik reagieren?

Patz: Sie sollten sich ganz klar von antidemokratischen Positionen, Akteurinnen und Akteuren und deren Politikstil abgrenzen und nicht gemeinsam mit ihnen Feindbilder konstruieren. Denn dadurch verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit und spielen den Demokratiefeinden in die Hände. Wenn sie extrem rechte Narrative und Feindbilder übernehmen, wirkt das wie ein Eingeständnis, dass extrem Rechte doch recht haben. Übernehmen Parteien wie CDU, FDP oder die Freien Wähler Positionen der AfD, legitimieren sie deren Ideologie und befeuern eine antidemokratische Diskursentwicklung.
Siehe oben  :P Der Text wirkt ein wenig so als würde man bestimmte Positionen von vornherein als AfD oder extrem besetzen wollen,dabei ist es komplett legitim Sachen und Vorgänge,auch hart, zu kritisieren und über alles Mögliche zu diskutieren, gerade das macht doch die Demokratie aus. Statt z.B in erstere Linie das schlecht gemachte GEG verantwortlich zu machen wird nur auf Kritik daran eingegangen, die es ja ohne die Art und Weise wie das Gesetz zustande gekommen ist in der Form gar nicht gegeben hätte. Viele Themen, wie auch der angesprochene Windkraftausbau oder die Sorge vor Wohlstandsverlust, kann man auch nicht so schwarz weiß, von oben herab und einseitig bewerten.

Ich würde sogar sagen,dass solche Art der Argumentation mit der Absicht der Abschreckung im Moment auch ein Teil des Erfolges der AfD ausmacht, wenn Leuten erzählt wird das es rechtsextrem ist bestimmte Positionen zu vertreten schubst man die ja quasi in eine bestimmte Richtung und wundert sich dann,dass es irgendwann nicht mehr funktioniert und die Leute eben wie vorgeworfen rechts wählen.

Für das Hoch der AfD gibt es wahrscheinlich mehrere Gründe [...]. So sammelt die Partei Eben von extrem rechts,Querdenker über Friedens/Russenfreunde bis hin zu sozial Abgehängten alle möglichen Protestwähler ein.
Hmm, naja, der "Text" ist ja nicht irgendein Text, sondern ein Interview mit einer Expertin, die genau zu dem Themenkomplex, um den es da geht (Rechtsextremismus und Ökologie), forscht. Insofern ist das nicht irgendeine Kolumne eines Journalisten, sondern ein qualifizierter Beitrag über den aktuellen Forschungsstand. Nichts, dass Kolumnen nicht auch qualifiziert sein könnten und selbstverständlich können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch irren. Ich will nur sagen: Wir reden hier über eine professionelle Einschätzung einer Expertin.

Zum Inhaltlichen: An welcher Stelle, sollen denn deiner Meinung nach bestimmte Positionen von vornherein als rechtsextrem eingeordnet werden? Was genau meinst du mit "von oben herab"? Meiner Wahrnehmung nach spricht sie nicht über den Inhalt des GEG, weil der für die Aussage, die sie macht, nicht relevant ist. Es geht nämlich nicht darum, ob Kritik berechtigt oder unberechtigt ist, sondern um den Stil der Kritik und die Wortwahl. Wenn bürgerliche Parteien und Massenmedien Aussagen aus dem rechtsextremen Spektrum übernehmen, dann machen sie diese Aussagen salonfähig und massentauglich. Das wiederum führt zu einer Normalisierung solcher Phrasen, erhöht damit deren Akzeptanz in der Bevölkerung und somit auch die Akzeptanz ihres "Herkunftsortes". Sie erklärt das auch ziemlich gut, was sie meint, deswegen wundere ich mich ja über die Interpretation, dass da von vornherein bestimmte Positionen als rechtsextrem geframed werden sollen.

Du erklärst ja selbst im Anschluss, welche Faktoren auch dazu führen können, dass AfD-Positionen anschlussfähig an bestimmte Milieus werden. Diese schließt Janine Patz ja auch nicht aus, nur geht es in dem Interview schlicht nicht darum.

Dort hieß es, dass knapp 70 % der deutschen Bürger einsehen/verstanden haben/fordern, dass Klimaschutz betrieben werden muss. Allerdings war die Bereitschaft sich selbst dafür zurückzunehmen bei einer erheblich geringeren Prozentzahl.
Nach dem Motto: "Wir brauchen Klimaschutz, und zwar jetzt! Macht was! Wie, ich es betrifft auch mich? Weg mit den Windkrafträdern!!!!111!"
Man kann Politik nicht ohne die Bürger machen. Allerdings müssen die Bürger auch bereit sein Politik zu machen.
Ist mMn verständlich, ich muss auch sagen,dass ich früher anders darüber gedacht habe bevor hier Windräder gebaut wurden,auch weil mir Wissen über die Vorgänge fehlte und wie wenig Rechte man da hat. Im Prinzip ist es das gleiche als wenn neben deinem Grundstück Industrieanlage xy gebaut wird, ein Stück lebensqualität geht da schon verloren. Unterschied ist eben eine Lobby die die Erzählung aufgebaut hat,dass man dadurch irgendwie die Erde rettet und es darum nicht so schlimm ist.  :D Ich würde aber erwarten,dass sich in Zukunft viel mehr Widerstand gegen die Dinger regen wird, einfach weil Gesetze gelockert werden und es mehr Wildwuchs geben soll,dadurch werden dann mehr Leute sehr viel schneller genervt.

Auch da verstehe ich nicht ganz, was du meinst. Bezüglich der rechtlichen Regelungen zum Windkraftausbau bin ich aber zugegebenermaßen nicht ganz Up to date. Vielleicht kannst du mich ja da nochmal abholen oder einen Überblicksartikel dazu posten. :) Ganz grundsätzlich sehe ich das so: Wenn die Dinger weit genug weg stehen, dass sie kein Sicherheitsrisiko und keine Lärmbelästigung darstellen, sehe ich kein Problem. Vorausgesetzt, der Standort ist auch zur Energiegewinnung geeignet. Verschandelung der Landschaft ist für mich beispielsweise kein Argument. Man muss ich nur mal anschauen, was wir schon alles in unsere Kulturlandschaft (!) gefräst haben: Autobahnen, Kraftwerke, Industriegebiete und Vieles mehr. Es gibt auch Regionen in Deutschland, da stehen schon seit Jahrzehnten zahlreiche Windräder. Gab es damals die gleichen Debatten? Ehrlich gefragt, ich weiß es nicht, erinnere mich nur daran, dass vor 20-25 Jahren in Ostfriesland schon zahlreiche Windräder standen, als wir damals jedes Jahr dort in den Urlaub gefahren sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Unter den von mir genannten Voraussetzungen sehe ich persönlich keine Einschränkung der Lebensqualität. Wenn man das anders sieht, okay, da würde ich mich aber über eine Begründung freuen, um das nachvollziehen zu können.

Zum Thema Lobby: Welche Lobby genau meinst du? Wer hat wann behauptet, dass Windkraft in Deutschland die Welt rettet? Oder dass Deutschland alleine überhaupt die Welt retten kann? Es geht doch schlicht darum, dass Deutschland seinen Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen nachkommt und um das zu erreichen, braucht es eben einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien wie Windkraft. Ich fände es auch schöner, wenn das nicht nötig wäre und es diesen Kraftakt nicht bräuchte. Aber das ist halt leider keine Option.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 04.September 2023, 18:21:21
Ich hole dazu einfach mal wieder das hervor, was ich bereits vor 1 Jahr genau zu dieser Thematik schrieb:

Schon vor Jahren hieß es man müsse schon beim Hausbau endlich umdenken.
Jedes Haus müsse eigene Energie erzeugen. Und sei es nur geringe Mengen. Denn auf die Masse gesehen bringt das erheblich.
Es hieß es würde bereits einen riesen Unterschied machen wenn jedes Haus auf dem Dach so ein Mini-Windrad hätte. Das Teil das sie zeigten war circa 30cm hoch.
Immer noch wird aber politisch versucht alles über zentrale Versorger zu erledigen.
Ich fand die Idee super und auch nötig. So eine Installation ist kleiner als jede Hausantenne war und würde am Dach nun wirklich niemanden stören. Man würde also nicht über den nötigen Raum für den Bau von großen Windkrafträdern sprechen, denn Millionen von Häusern sind selbst Minikraftwerke.
Leider sind viel zu viele Gesetzte und Vorschriften existent die hier beabsichtigt im Wege stehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.September 2023, 18:52:50
Ich hole dazu einfach mal wieder das hervor, was ich bereits vor 1 Jahr genau zu dieser Thematik schrieb:

Schon vor Jahren hieß es man müsse schon beim Hausbau endlich umdenken.
Jedes Haus müsse eigene Energie erzeugen. Und sei es nur geringe Mengen. Denn auf die Masse gesehen bringt das erheblich.
Es hieß es würde bereits einen riesen Unterschied machen wenn jedes Haus auf dem Dach so ein Mini-Windrad hätte. Das Teil das sie zeigten war circa 30cm hoch.
Immer noch wird aber politisch versucht alles über zentrale Versorger zu erledigen.
Ich fand die Idee super und auch nötig. So eine Installation ist kleiner als jede Hausantenne war und würde am Dach nun wirklich niemanden stören. Man würde also nicht über den nötigen Raum für den Bau von großen Windkrafträdern sprechen, denn Millionen von Häusern sind selbst Minikraftwerke.
Leider sind viel zu viele Gesetzte und Vorschriften existent die hier beabsichtigt im Wege stehen.

Sehr guter Punkt. Ich denke, hier kann man berechtigterweise von Lobbyinteressen sprechen, die bei der Energieerzeugung durchgesetzt werden. Kein Versorger hat Interesse daran, dass der Strom dezentral bei den Menschen entsteht und nicht in großen, zentralen Anlagen. Es gibt ja auch genügend Forschungsarbeiten, die sich genau damit befassen und eine dezentrale Stromversorgung als den besseren Weg herausstellen. Aber gut, mit den sich aus wissenschaftlichen Erkenntnissen ableitenden politischen Handlungen ist es ja leider allzu oft nicht weit her, sonst würden wir ja über die ganze Thematik gar nicht sprechen müssen. Auch das ist nicht neu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 04.September 2023, 19:42:49

https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3396.html

Spannend, dass die Rente so niedrig rangiert. Denn eigentlich müsste es längst auch die Fridays for Rente geben. Die ganz große Boomer-Welle kommt ja noch. Aber trotzdem hatte der Bund schon zu Beginn des Jahres errechnet, dass man mittlerweile gerechnet auf die 40h-Woche Stundenlöhne ab fast ~17 Euro braucht, um wenigstens noch 1000 Euro Rente zu bekommen (40 Jahre durchgehend am Stück, wohlgemerkt). Für 1200 Euro sind es schon ~20 Euro/Stunde.

Das macht die Ausbildung in mancher Branche mittlerweile schon per se zur "Mutprobe" (Logistik, Einzelhandel, Gastronomie...) Die suchten natürlich auch.

Neulich diskutierten ja diverse Deutsche samt Politikern wieder, dass es womöglich ungerecht sei, Bürgergeldempfängern eine Erhöhung von umgerechnet einer Handvoll Döner mehr pro Monat zu gönnen (was auch einiges über den "Reichtum" im Lande aussagt, aber hey). Das Rentensystem setzt nicht nur die weitaus größeren Fehlanreize (Geldsorgen bis ins Grab sind bei vielen Jobs quasi vorprogrammiert, tolle Perspektive, denn die recht hohe Steuerlast kommt noch on top, die private Vermögensbildung respektive Vorsorge erschwert). Das Rentensystem kostet den Staat trotz der mageren Leistungen auch wesentlich mehr Geld als das Bürgergeld.

Insofern passt die vergleichsweise Apathie im Ranking zur Rentenpolitik seit Jahrzehnten: Vielleicht erwartet nach all dem Aussitzen der schon ewig bekannten Probleme seitens ALLER Parteien eh niemand mehr was.  ;) Und realistisch gehts mit Blick auf die Boomer wohl eh vor allem noch um Schadensbegrenzung. Trotzdem: Da Parteien naturgemäß bevorzugt Themen besetzen, die des Wählers Gemüt erregen, verheißt das nichts Gutes für eine (Finanzierungs-)Reform, die schon hätte vor Jahrzehnten kommen müssen.
Einigen wird bewusst sein,dass man mit der Entwicklung die es um die Rente bisher gegeben hat eh nicht viel zu erwarten hat und für andere wird das Thema einfach zu weit weg sein. Es gibt ja auch Forderungen das Rentenalter an die Lebenserwartung anzupassen,würde erwarten, dass das Mittelfristig auch so kommt.

Hmm, naja, der "Text" ist ja nicht irgendein Text, sondern ein Interview mit einer Expertin, die genau zu dem Themenkomplex, um den es da geht (Rechtsextremismus und Ökologie), forscht. Insofern ist das nicht irgendeine Kolumne eines Journalisten, sondern ein qualifizierter Beitrag über den aktuellen Forschungsstand. Nichts, dass Kolumnen nicht auch qualifiziert sein könnten und selbstverständlich können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch irren. Ich will nur sagen: Wir reden hier über eine professionelle Einschätzung einer Expertin.

Zum Inhaltlichen: An welcher Stelle, sollen denn deiner Meinung nach bestimmte Positionen von vornherein als rechtsextrem eingeordnet werden? Was genau meinst du mit "von oben herab"? Meiner Wahrnehmung nach spricht sie nicht über den Inhalt des GEG, weil der für die Aussage, die sie macht, nicht relevant ist. Es geht nämlich nicht darum, ob Kritik berechtigt oder unberechtigt ist, sondern um den Stil der Kritik und die Wortwahl. Wenn bürgerliche Parteien und Massenmedien Aussagen aus dem rechtsextremen Spektrum übernehmen, dann machen sie diese Aussagen salonfähig und massentauglich. Das wiederum führt zu einer Normalisierung solcher Phrasen, erhöht damit deren Akzeptanz in der Bevölkerung und somit auch die Akzeptanz ihres "Herkunftsortes". Sie erklärt das auch ziemlich gut, was sie meint, deswegen wundere ich mich ja über die Interpretation, dass da von vornherein bestimmte Positionen als rechtsextrem geframed werden sollen.

Du erklärst ja selbst im Anschluss, welche Faktoren auch dazu führen können, dass AfD-Positionen anschlussfähig an bestimmte Milieus werden. Diese schließt Janine Patz ja auch nicht aus, nur geht es in dem Interview schlicht nicht darum.
Ich bin inzwischen allgemein skeptisch was Experten angeht, gerade auch in Verbindung mit Klimaschutz oder Rechtsextremismus.Bei ersterem gibt es ja in Teilen eine Unterwanderung bei der am Ende dann nicht Klimaschutz das Ziel ist sondern ein Systemwechsel hin zu eher linksextremen Ideen steht,Beispiel letzte Generation. Und beim Zweiten hat man da ab und an mal abgehobene, überzogene Thesen die komplett an den Menschen vorbeigehen und teilweise direkt aus den USA übernommen wurden. Beispiel Bericherstattung über Gaming https://www.youtube.com/watch?v=0vogCvJmcoY oder auch sowas wie das aufregen über kulturelle Aneignung.
Man könnte aber auch den Ukraine Krieg nennen bei dem Kurz nach dem Überfall viele gedacht haben das der Krieg in Tagen vorbei ist. https://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-ex-general-geht-von-baldigem-kriegsende-aus-SPW3USOR2V4HPHUYBAW7OZILWM.html
Darum schaue ich mir dann eher den Inhalt der Berichte an oder was die Leute zu sagen haben und bilde mir danach meine Meinung.
Edit: Vorhin das neue Space Frogs Video gesehen und dachte ich bau das auch noch mit ein. :D  https://www.youtube.com/watch?v=tszTt9w-CwA

Das sehe ich anders,die Relevanz ergibt sich ja aus der Bewertung. z.B der erwähnte "Habecks Heizungshammer" kam ja von der Bild,das mag platt sein, trifft es aber eben auch auf den Punkt. Dadurch das sie es so schreibt wie sie es schreibt und bewertet,suggeriert sie ja, dass es sonst kein Problem gab, die Empörung darüber nicht berechtigt und eher durch rechte so geframt war wie es angekommen ist. In dem Fall stimmt das aber einfach nicht,Das Problem lag auch nicht in einem angeblichen Heizungsverbot sondern in der Sorge der Menschen was passiert wenn diese zeitnah ausgetauscht werden muss, zudem gibt es ja wirklich für Heizungsanlagen eine Altersbegrenzung,der angedeutete ewige weiterbetrieb ist also nicht gegeben.
Die Kommunikation und Planung war einfach richtig schlecht,dass nehmen auch rechte natürlich dankbar als Vorlage auf,Schuld daran ist aber die Regierung,in dem Fall Habeck, selbst.
Ich sage mal vorraus,das es beim fehleneden Klimageld ganz genauso aussehen wird ,wenn wegen des gestiegenen CO2 Preises z.B Kraftstoff und Öl teurer wird.

Beispiele zu deiner Frage:
Zitat
"Dem ökofaschistischen Verständnis nach wird Umweltschutz zu völkischem Heimatschutz umgedeutet. Es wird ein unvereinbarer Gegensatz zwischen Klimaschutzpolitik einerseits und Umwelt-, Natur- und Artenschutz andererseits konstruiert. Die Argumentation wurde jüngst häufig übernommen, gerade wenn es um den Ausbau von Solar- und Windkraft geht. Der Vorwurf: Die Klimaschutzpolitik zerstöre unsere Landschaften, gefährdet heimische Tier- und Pflanzenarten und letztendlich unsere Heimat."
Es ist einfach so,dass sich Klima und Umweltschutz immer stärker in die Quere kommen, da werden z.B Bestimmungen gelockert, wenn es um Tierarten und Naturschutzgebiete geht. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/niederlande-windkraft-vogelzug-naturschutz-100.html https://www.ndr.de/nachrichten/info/Hamburg-Windkraftanlagen-mitten-im-Naturschutzgebiet,ndrinfo49278.html
https://www.nabu.de/news/2023/01/32822.html

Zitat
"Es ist eine antiökologistische Position, die einen sogenannten Klimarealismus propagiert. Sie zeichnet sich durch neoliberale, extrem chauvinistische und rassistische Sichtweisen aus. Im Mittelpunkt steht die Verteidigung der eigenen Wohlstandsprivilegien"
Wohlstand vor das Thema Klima zu stellen ist an sich ja eine legitime Position, wenn es mir finanziell nicht gut geht bin ich eher gegen Gesetze eingestellt die mich da hart reffen,logisch. Zeigt ja auch der aktuelle Deutschlandtrend,Klima ist auf einmal nicht mehr das wichtigste Problem sobald es Wirtschaflich runter geht. Falls Klimarealismus das anerkennen der Tatsache ist, dass das erreichen selbstgesteckter Ziele angesichts der Globalen Entwicklung doch eher schwierig werden dürfte, ist es auch keine Ansicht die nur von Rechtsextremen vertreten wird.

Auch da verstehe ich nicht ganz, was du meinst. Bezüglich der rechtlichen Regelungen zum Windkraftausbau bin ich aber zugegebenermaßen nicht ganz Up to date. Vielleicht kannst du mich ja da nochmal abholen oder einen Überblicksartikel dazu posten. :) Ganz grundsätzlich sehe ich das so: Wenn die Dinger weit genug weg stehen, dass sie kein Sicherheitsrisiko und keine Lärmbelästigung darstellen, sehe ich kein Problem. Vorausgesetzt, der Standort ist auch zur Energiegewinnung geeignet. Verschandelung der Landschaft ist für mich beispielsweise kein Argument. Man muss ich nur mal anschauen, was wir schon alles in unsere Kulturlandschaft (!) gefräst haben: Autobahnen, Kraftwerke, Industriegebiete und Vieles mehr. Es gibt auch Regionen in Deutschland, da stehen schon seit Jahrzehnten zahlreiche Windräder. Gab es damals die gleichen Debatten? Ehrlich gefragt, ich weiß es nicht, erinnere mich nur daran, dass vor 20-25 Jahren in Ostfriesland schon zahlreiche Windräder standen, als wir damals jedes Jahr dort in den Urlaub gefahren sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Unter den von mir genannten Voraussetzungen sehe ich persönlich keine Einschränkung der Lebensqualität. Wenn man das anders sieht, okay, da würde ich mich aber über eine Begründung freuen, um das nachvollziehen zu können.

Zum Thema Lobby: Welche Lobby genau meinst du? Wer hat wann behauptet, dass Windkraft in Deutschland die Welt rettet? Oder dass Deutschland alleine überhaupt die Welt retten kann? Es geht doch schlicht darum, dass Deutschland seinen Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen nachkommt und um das zu erreichen, braucht es eben einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien wie Windkraft. Ich fände es auch schöner, wenn das nicht nötig wäre und es diesen Kraftakt nicht bräuchte. Aber das ist halt leider keine Option.
Es gibt Pläne das bisherige System der Regionalplanung, also der Prüfung wo genau Platz für WKAs ist, zu kippen bzw.keine Ahnung ob das nicht schon passiert ist. https://www.nordschleswiger.dk/de/suedschleswig/kommunen-schleswig-holstein-befuerchten-neue-konflikte-windraeder-0 Ich muss da auch sagen,dass dadurch das ich dieses Problem vor der Haustür habe ich mich auch länger nicht mehr so genau damit beschäftigte,einfach auch weil es mir zu stressig wurde und eh nichts bringt.
Die Anlagen werden auch immer größer, da finde ich die Abstandsregelung in Bayern gut, weil da ja der Abstand direkt an die Höhe der Anlagen geknüpft ist.
Verschandelung der Landschaft könnte zum Problem werden wenn es Ausmaße annimmt die dem Tourismus schaden, der Slogan des Landes wurde ja auch irgendwann mal von "Land der Horizonte" in "der echte Norden geändert"  :D Kein Zusammenhang aber passend weil man egal wo man hinschaut eben nur Windräder im Blick hat.

Lobby in dem Fall Jeder der daran verdient, von der Windindustrie bis zum lokalen Verband vor Ort, für jedes Bauprojekt für das Bäume gefällt oder Tiere gefährdet werden,Kohleabbaugebiete,Autobahn gibt es kritische Berichte, eine Gegenbewegung die, auch ab und an erfolgreich, dagegen angeht und es bekämpft, das gibt es bei den Windrädern so meistens nicht weil die positiv besetzt sind,eher der allgemeine Kampf gegen Klimawandel und nicht Probleme vor Ort wichtig sind und auch einzelne Leute am Ort direkt daran verdienen. Ob es nur die Option gibt darüber könnte man sich auch streiten, ich persönlich sehe jetzt nicht wie man den geplanten Ausbau noch regeln und wo man die hinstellen will. Habeck meinte ja auch mal das wir kein Stromproblem haben, da nehme ich ihn beim Wort. :P

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.September 2023, 12:11:49
Ich bin inzwischen allgemein skeptisch was Experten angeht, gerade auch in Verbindung mit Klimaschutz oder Rechtsextremismus.Bei ersterem gibt es ja in Teilen eine Unterwanderung bei der am Ende dann nicht Klimaschutz das Ziel ist sondern ein Systemwechsel hin zu eher linksextremen Ideen steht,Beispiel letzte Generation. Und beim Zweiten hat man da ab und an mal abgehobene, überzogene Thesen die komplett an den Menschen vorbeigehen und teilweise direkt aus den USA übernommen wurden. Beispiel Bericherstattung über Gaming https://www.youtube.com/watch?v=0vogCvJmcoY oder auch sowas wie das aufregen über kulturelle Aneignung.
Man könnte aber auch den Ukraine Krieg nennen bei dem Kurz nach dem Überfall viele gedacht haben das der Krieg in Tagen vorbei ist. https://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-ex-general-geht-von-baldigem-kriegsende-aus-SPW3USOR2V4HPHUYBAW7OZILWM.html
Darum schaue ich mir dann eher den Inhalt der Berichte an oder was die Leute zu sagen haben und bilde mir danach meine Meinung.
Edit: Vorhin das neue Space Frogs Video gesehen und dachte ich bau das auch noch mit ein. :D  https://www.youtube.com/watch?v=tszTt9w-CwA

Experten können sich auch täuschen, ja. Ich habe ja selbst geschrieben, dass die auch nicht unfehlbar sind. Was machen wir jetzt daraus? Grundsätzlich alle Expertenmeinungen anzweifeln? Da landet man dann ganz schnell bei Dunning-Kruger. Eine gewisse Skepsis ist ja gesund, trotzdem gilt es auch da, das richtige Maß zu finden. Das ist sicher nicht immer ganz einfach. Woher kommt denn die grundsätzliche Skepsis, von der du schreibst? Kein Vertrauen in die Personen oder kein Vertrauen in die Wissenschaft?

Das Beispiel mit der letzten Generation verstehe ich nicht. Die agieren ja nicht aus ihrer wissenschaftlichen Expertise heraus, sondern sind Aktivisten, die ihren Handlungen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zugrunde legen. Wo sind die Experten?

Die Videos konnte ich bislang nicht gucken, trotzdem danke für die Links. Wenn ich es aus der Videobeschreibung heraus richtig verstehe, geht es darum, dass das ZDF zeigen möchte, wie Rechtsradikale sich im Gaming ausbreiten, dabei aber Rechtsextremen erst eine Plattform bieten. Kommen in dem Video auch Experten vor, die zitiert werden, oder warum nimmst du das als Beispiel? Bzgl. des Ex-Generals: Ja, da hat er sich vertan, wobei man fairerweise sagen muss, dass er bei einem versuchten Einmarsch in die Westukraine heftigen Widerstand und eine gute Verteidigungsfähigkeit der Ukraine prognostiziert hat. Da lag er ja wiederum richtig. Ich weiß auch nicht, ob dieser kollektive Schock des Angriffskriegs gegen die Ukraine, der den Westen aus seinem verteidigungspolitischen Tiefschlaf gerissen hat, eine faires Beispiel ist, um eine allgemeine Skepsis gegenüber Fachexpertise zu begründen. Im Grunde kann ich hier auch nur meine Frage von oben wiederholen: Woher kommt diese grundlegende Skepsis bei dir? Würde mich wirklich interessieren.


Das sehe ich anders,die Relevanz ergibt sich ja aus der Bewertung. z.B der erwähnte "Habecks Heizungshammer" kam ja von der Bild,das mag platt sein, trifft es aber eben auch auf den Punkt. Dadurch das sie es so schreibt wie sie es schreibt und bewertet,suggeriert sie ja, dass es sonst kein Problem gab, die Empörung darüber nicht berechtigt und eher durch rechte so geframt war wie es angekommen ist. In dem Fall stimmt das aber einfach nicht,Das Problem lag auch nicht in einem angeblichen Heizungsverbot sondern in der Sorge der Menschen was passiert wenn diese zeitnah ausgetauscht werden muss, zudem gibt es ja wirklich für Heizungsanlagen eine Altersbegrenzung,der angedeutete ewige weiterbetrieb ist also nicht gegeben.
Die Kommunikation und Planung war einfach richtig schlecht,dass nehmen auch rechte natürlich dankbar als Vorlage auf,Schuld daran ist aber die Regierung,in dem Fall Habeck, selbst.
Ich sage mal vorraus,das es beim fehleneden Klimageld ganz genauso aussehen wird ,wenn wegen des gestiegenen CO2 Preises z.B Kraftstoff und Öl teurer wird.

Ich habe es versucht, aber es war mir nicht möglich, die Begriffsgenese des "Heizungshammers" oder "Heiz-Hammers" nachzuvollziehen. Wer hat das wann zuerst benutzt? Sollte das tatsächlich nicht aus dem rechtsextremen Spektrum gekommen sein, wäre das in der Tat ein schlecht gewähltes Beispiel. Ich glaube, was den Punkt anbelangt, kommen wir auch nicht zusammen bzw. reden aneinander vorbei. Ich bestreite ja nicht, dass es nicht auch andere Probleme damit gab. Das tut auch die Expertin nicht. Sie äußert sich dazu schlicht nicht, weil es an der Stelle um den politischen Diskurs geht und wie dieser vom rechten Rand beeinflusst wird - und nicht um inhaltliche Probleme. Suggerieren tut sie damit meiner Meinung nach gar nichts. Aber das brauchen wir an der Stelle nicht weiter vertiefen.

Was übrigens das Kommunikationsproblem anbelangt: In der frühen Phase, in der der Gesetzesentwurf an die Öffentlichkeit kam, hätte er das ja gar nicht sollen. Ist doch klar, dass das dann für Unsicherheit sorgt und sich politische Gegner daran aufhängen. Diese Durchstecherei ist ein Problem, DragonFox hatte das meine ich hier auch schonmal aufgegriffen. Das soll alles, was danach an Fehlern passiert ist, nicht verteidigen, nur kann muss man das eben auch in die Bewertung mit einfließen lassen.


Beispiele zu deiner Frage:
Zitat
"Dem ökofaschistischen Verständnis nach wird Umweltschutz zu völkischem Heimatschutz umgedeutet. Es wird ein unvereinbarer Gegensatz zwischen Klimaschutzpolitik einerseits und Umwelt-, Natur- und Artenschutz andererseits konstruiert. Die Argumentation wurde jüngst häufig übernommen, gerade wenn es um den Ausbau von Solar- und Windkraft geht. Der Vorwurf: Die Klimaschutzpolitik zerstöre unsere Landschaften, gefährdet heimische Tier- und Pflanzenarten und letztendlich unsere Heimat."

Es ist einfach so,dass sich Klima und Umweltschutz immer stärker in die Quere kommen, da werden z.B Bestimmungen gelockert, wenn es um Tierarten und Naturschutzgebiete geht. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/niederlande-windkraft-vogelzug-naturschutz-100.html https://www.ndr.de/nachrichten/info/Hamburg-Windkraftanlagen-mitten-im-Naturschutzgebiet,ndrinfo49278.html
https://www.nabu.de/news/2023/01/32822.html

Da fehlen mir die Grautöne. Sie sagt, es werde ein unvereinbarer Gegensatz konstruiert. Und diese Unvereinbarkeit gibt es eben nicht. Dass Klimaschutz auf der einen, und Umwelt-, Natur- und Artenschutz auf der anderen Seite teilweise in Konflikt geraten, ist so. Das bestreite ich auch nicht. Genauso wenig wie die Tatsache, dass es Klimaschutz braucht, um nachhaltigen Arten- und Naturschutz betreiben zu können. Dein erstes Beispiel zeigt ja eigentlich sogar sehr gut, wie die entstehenden Konflikte gelöst werden und beide Interessen bedient werden können. Am Ende ist es wie bei vielen anderen Themen ein Aushandlungsprozess, an dessen Ende ein hoffentlich akzeptabler Kompromiss steht. Klima-, Arten-, Umwelt- und Naturschutz gegeneinander auszuspielen und zu behaupten, das passe nicht zueinander, ist jedenfalls keine Lösung.


Zitat
"Es ist eine antiökologistische Position, die einen sogenannten Klimarealismus propagiert. Sie zeichnet sich durch neoliberale, extrem chauvinistische und rassistische Sichtweisen aus. Im Mittelpunkt steht die Verteidigung der eigenen Wohlstandsprivilegien"
Wohlstand vor das Thema Klima zu stellen ist an sich ja eine legitime Position, wenn es mir finanziell nicht gut geht bin ich eher gegen Gesetze eingestellt die mich da hart reffen,logisch. Zeigt ja auch der aktuelle Deutschlandtrend,Klima ist auf einmal nicht mehr das wichtigste Problem sobald es Wirtschaflich runter geht. Falls Klimarealismus das anerkennen der Tatsache ist, dass das erreichen selbstgesteckter Ziele angesichts der Globalen Entwicklung doch eher schwierig werden dürfte, ist es auch keine Ansicht die nur von Rechtsextremen vertreten wird.

Ich finde ja die Grundprämisse schon Unsinn, weil auch hier Dinge gegeneinander ausgespielt werden, die es nicht sollten. Wohlstandserhaltung funktioniert nur mit Klimaschutz und nicht dagegen. Welcher Wohlstand soll denn in einer Welt erhalten werden, die sich um 2,5 oder 3 °C erwärmt? Deswegen muss beides zusammengedacht werden. Worauf Frau Patz meiner Meinung nach abzielt, ist eine Position, die behauptet, der Klimaschutz bedrohe den Wohlstand und deshalb sei er abzulehnen. Und das ist ironischerweise kein Klimarealismus, sondern geht an der Realität vorbei. Im Übrigen will ich damit gar nicht sagen, dass es nicht legitim ist, sich um den eigenen Wohlstand zu sorgen. Nur, da wiederhole ich nicht, sollte man diese Sorge nicht nutzen, um den Klimaschutz auszuhebeln, der ja gerade notwendig ist, um unseren Lebensstandard im Großen und Ganzen erhalten zu können.


Lobby in dem Fall Jeder der daran verdient, von der Windindustrie bis zum lokalen Verband vor Ort, für jedes Bauprojekt für das Bäume gefällt oder Tiere gefährdet werden,Kohleabbaugebiete,Autobahn gibt es kritische Berichte, eine Gegenbewegung die, auch ab und an erfolgreich, dagegen angeht und es bekämpft, das gibt es bei den Windrädern so meistens nicht weil die positiv besetzt sind,eher der allgemeine Kampf gegen Klimawandel und nicht Probleme vor Ort wichtig sind und auch einzelne Leute am Ort direkt daran verdienen.

Aber es gibt doch in jedem Ort, in dessen Nähe auch nur über Windkraft nachgedacht wird, Bürgerinitiativen, die das ablehnen und damit auch nicht selten Erfolg haben. Da wird doch erfolgreich gegen die Windkraft interveniert? ??? Oder verstehe ich dich da falsch?


Ob es nur die Option gibt darüber könnte man sich auch streiten, ich persönlich sehe jetzt nicht wie man den geplanten Ausbau noch regeln und wo man die hinstellen will.
Die Option bezog sich darauf, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien benötigt wird, um die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen einhalten zu können. Mir ging es da nicht per se um Windkraft. Wenn es sich auch anders lösen lässt, gerne. Am Ende ist das Ziel auf jeden Fall eine Dekarbonisierung der Energieversorgung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.September 2023, 13:09:14
Der in Deutschland praktizierte "Klimaschutz" (KKW abschalten, mehr Braunkohle verfeuern, Bürger zu WP zwingen, höchste Strompreise, Industrie verjagen) gefährdet den Wohlstand in Deutschland und trägt rein gar nichts dazu bei, den Klimawandel zu verlangsamen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 05.September 2023, 18:39:56

Einigen wird bewusst sein,dass man mit der Entwicklung die es um die Rente bisher gegeben hat eh nicht viel zu erwarten hat und für andere wird das Thema einfach zu weit weg sein. Es gibt ja auch Forderungen das Rentenalter an die Lebenserwartung anzupassen,würde erwarten, dass das Mittelfristig auch so kommt.

Finde es übrigens spannend, dass zuletzt die Grünen gegen einen Fonds als Zusatz-Finanzierungsstandbein schossen. Also nicht nur die mittelmäßige FDP-Idee, sondern generell. "Vögeln und Vermehren für Volk und Vaterland" ist ziemlich archaisch und nicht sonderlich nachhaltig; auch die von Grünen geplanten Fachkräfte aus dem Ausland, die die Rente stabilisieren sollen sind letztzlich Menschen, die irgendwo (zusätzlich) auf der ächzenden Erde gezeugt wurden -- und in Systemen fehlen würden, die genauso funktionierten.

Interessant auch deshalb, weil ein staatlicher Fonds über Investitionen in nachhaltige Branchen Einfluss nehmen könnte.

Okay, ein guter Teil der öffentlichen Kritik kam von Leuten wie Bsirske, als (Ex-)Gewerkschaftern, die hier in Eigeninteresse unterwegs sind, was sich auch in der kindischen Polemik ("ZOCKEREI!") äußerte (schließlich verdienen sie daran, wenn SIE es sind, die Menschen auf die Rentenbeine helfen). Trotzdem.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.September 2023, 18:52:16
Kam die Kritik jetzt von "den Grünen", also z. B. der Partei- oder Fraktionsspitze, oder waren das Einzelstimmen aus der Partei? Zumindest sprechen sich die Grünen für einen öffentlich verwalteten Bürgerfonds für die private und betriebliche Altersvorsorge aus. Ist natürlich nicht das Gleiche, aber immerhin... Ich verstehe aber sowieso nicht, warum das Thema politisch so verschleppt wird. Ist ja offenbar egal, wer da regiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 05.September 2023, 21:57:56
Der in Deutschland praktizierte "Klimaschutz" (KKW abschalten, mehr Braunkohle verfeuern, Bürger zu WP zwingen, höchste Strompreise, Industrie verjagen) gefährdet den Wohlstand in Deutschland und trägt rein gar nichts dazu bei, den Klimawandel zu verlangsamen.

Wird denn statt Kernkraft die Kohle genutzt? Ersetzt die Kohle vom Profil her aufgrund der größeren Flexibilität das Gas? Ich konnte auf die Schnelle nicht wirklich was dazu finden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 05.September 2023, 22:55:39
Der in Deutschland praktizierte "Klimaschutz" (KKW abschalten, mehr Braunkohle verfeuern, Bürger zu WP zwingen, höchste Strompreise, Industrie verjagen) gefährdet den Wohlstand in Deutschland und trägt rein gar nichts dazu bei, den Klimawandel zu verlangsamen.


Man muss es so sehen, dass Wärmepumpen technisch gesehen tatsächlich sehr effizient sind. Du musst halt aber trotzdem den Strom erstmal haben. Ich habe weiter oben im Thread Zahlen verlinkt, dass wir tatsächlich einen Anstieg des Kohlestroms haben. Wir kommen mit den Windkraftanlagen nicht hinterher. Von Januar bis Ende März (erstes Quartal 2023) haben wir in Deutschland wohl 117 Windräder mit einer Leistung von 546 MW in Betrieb genommen. Das ist etwa 1 pro Tag. Wir bräuchten 5. Bayern und Baden-Würtemmberg stechen hier sogar negativ heraus und Sachsen verzeichnet sogar einen Rückgang der installierten Windleistung...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 05.September 2023, 23:56:10
Immerhin haben wir bald mehr LNG-Terminals, als wir jemals brauchen werden!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.September 2023, 06:36:11
Immerhin haben wir bald mehr LNG-Terminals, als wir jemals brauchen werden!

Siehste, hat der Habeck doch was geschafft, dieser gescheiterte Möchtegern-Autor! :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 06.September 2023, 07:11:30
Hat das nicht Bundestagsabgeordneter Scholz zum Teil mit seinen privaten Treffen eingefädelt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 06.September 2023, 07:17:16
Da würde er sich sicher dran erinnern, wenns so wäre
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.September 2023, 07:27:14
Ne, der ist doch schwer gestürzt. Jetzt weiß er noch weniger als vorher. Der Typ glaubt jetzt, er sei Jack Sparrow.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 06.September 2023, 08:02:22
Leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen aber doch das Denkvermögen fördern?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.September 2023, 08:06:39
Junge, wo ist dein Hinterkopf, wenn du dir beim Sturz beinahe das Auge ausstichst? Gut, als Zahnarzt muss man das vermutlich nicht wissen... :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.September 2023, 08:30:14
Man muss es so sehen, dass Wärmepumpen technisch gesehen tatsächlich sehr effizient sind.
Aber sicher sind sie das und bei Neubauten mahct es auch Sinn, sie zusammen mit PV zu installieren. Ich finde auch EE toll, das kann gar nicht schnell genug gehen, damit wir so unabhängig wie möglich werden. Die Energiewende wurde nur total falsch angefangen, sie ist maximal teuer, maximal kompliziert und maximal bürokratisch. Und das ist alles andere als toll, siehe auch hier: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vattenfall-stoppt-bau-von-meereswindpark-a-af692f86-29c2-4aed-8d4c-5e4c72cb9f57

Zitat
Bayern und Baden-Würtemmberg stechen hier sogar negativ heraus...
Bayern installiert lieber PV, die wollen sich die Landschaft nicht kaputt machen, BW hinkt aber ziemlich hinterher und das trotz grünem MP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 06.September 2023, 09:27:27
Man muss es so sehen, dass Wärmepumpen technisch gesehen tatsächlich sehr effizient sind.
Aber sicher sind sie das und bei Neubauten mahct es auch Sinn, sie zusammen mit PV zu installieren. Ich finde auch EE toll, das kann gar nicht schnell genug gehen, damit wir so unabhängig wie möglich werden. Die Energiewende wurde nur total falsch angefangen, sie ist maximal teuer, maximal kompliziert und maximal bürokratisch. Und das ist alles andere als toll, siehe auch hier: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vattenfall-stoppt-bau-von-meereswindpark-a-af692f86-29c2-4aed-8d4c-5e4c72cb9f57 (https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vattenfall-stoppt-bau-von-meereswindpark-a-af692f86-29c2-4aed-8d4c-5e4c72cb9f57)

Zitat
Bayern und Baden-Würtemmberg stechen hier sogar negativ heraus...
Bayern installiert lieber PV, die wollen sich die Landschaft nicht kaputt machen, BW hinkt aber ziemlich hinterher und das trotz grünem MP.


Auf meinem Weg nach Österreich in den Urlaub hab ich das an den Autobahnen gesehen mit den PVs in Bayern. Man muss aber beides haben um sozusagen das "Zappeln" der EE ein wenig abzufangen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.September 2023, 09:34:57
Und das ist alles andere als toll, siehe auch hier: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vattenfall-stoppt-bau-von-meereswindpark-a-af692f86-29c2-4aed-8d4c-5e4c72cb9f57

Ja. Besonders unerfreulich ist dieser Absatz zu Offshore-Windparks in Deutschland:
Zitat
Zwei der Nordseeflächen gingen an Töchter des Ölmultis BP, die beiden anderen Flächen an Gesellschaften von Total Energies. Unternehmen aus der Windkraftbranche gingen leer aus. Branchenvertreter fürchten, dass die Ölkonzerne sich die Flächen zwar für viel Geld gesichert haben, dort aber am Ende gar nichts bauen.

Dass die Energiewende in Deutschland falsch angegangen wurde, da stimme ich dir zu (waren wir uns ja auch schon einig). Schade, dass die aktuelle Regierung am grundsätzlichen Vorgehen nicht wirklich etwas ändert, trotz des lobenswerten Bemühens um Beschleunigung. Insgesamt sehr enttäuschend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 06.September 2023, 14:38:22

Experten können sich auch täuschen, ja. Ich habe ja selbst geschrieben, dass die auch nicht unfehlbar sind. Was machen wir jetzt daraus? Grundsätzlich alle Expertenmeinungen anzweifeln? Da landet man dann ganz schnell bei Dunning-Kruger. Eine gewisse Skepsis ist ja gesund, trotzdem gilt es auch da, das richtige Maß zu finden. Das ist sicher nicht immer ganz einfach. Woher kommt denn die grundsätzliche Skepsis, von der du schreibst? Kein Vertrauen in die Personen oder kein Vertrauen in die Wissenschaft?

Das Beispiel mit der letzten Generation verstehe ich nicht. Die agieren ja nicht aus ihrer wissenschaftlichen Expertise heraus, sondern sind Aktivisten, die ihren Handlungen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zugrunde legen. Wo sind die Experten?

Die Videos konnte ich bislang nicht gucken, trotzdem danke für die Links. Wenn ich es aus der Videobeschreibung heraus richtig verstehe, geht es darum, dass das ZDF zeigen möchte, wie Rechtsradikale sich im Gaming ausbreiten, dabei aber Rechtsextremen erst eine Plattform bieten. Kommen in dem Video auch Experten vor, die zitiert werden, oder warum nimmst du das als Beispiel? Bzgl. des Ex-Generals: Ja, da hat er sich vertan, wobei man fairerweise sagen muss, dass er bei einem versuchten Einmarsch in die Westukraine heftigen Widerstand und eine gute Verteidigungsfähigkeit der Ukraine prognostiziert hat. Da lag er ja wiederum richtig. Ich weiß auch nicht, ob dieser kollektive Schock des Angriffskriegs gegen die Ukraine, der den Westen aus seinem verteidigungspolitischen Tiefschlaf gerissen hat, eine faires Beispiel ist, um eine allgemeine Skepsis gegenüber Fachexpertise zu begründen. Im Grunde kann ich hier auch nur meine Frage von oben wiederholen: Woher kommt diese grundlegende Skepsis bei dir? Würde mich wirklich interessieren.

Dunning-Kruger passt eher nicht,weil ich mir erstmal generell nicht einbilden oder anmaßen würde mehr zu wissen als andere und schon gar nicht bei Leuten die vielleicht lange Themen studiert und geforscht haben. Allgemein bin ich bisher ganz gut mit dem Leitsatz"Ich weiß,dass ich nichts weiß" gefahren,also erstmal informieren,unterschiedliche Quellen anschauen, auch offen dafür sein das man falsch liegen könnte und bereit sein die Meinung zu ändern.

Ich würde in dem Fall aus dem Zeit Artikel z.B Janine Patz ihre Expertise nicht absprechen,dass was sie sagt ist ja auch nicht falsch,dass Beispiel mit dem GEG passt da für mich aber nicht rein,weil die Kritik am Gesetz eben getroffen hat und in Teilen berechtigt war.Das kann man nicht getrennt von dem Thema betrachten das sie anspricht, weil es genauso Teil der negativen Reaktion war aber nichts oder nicht viel mit der AfD zu tun hatte. Ich vermute mal das sie es gewählt hat weil es der AfD einen Schub gegeben hat und man das dann gut in Verbindung bringen kann,wenn man sich aber selbst damit beschäftigt und sich darüber geärgert hat, liest man dann wahrscheinlich nicht weiter. 

Zu Experten allgemein,es ist kein fester Titel der verliehen wird, die Bezeichnung wird mMn inzwischen zu inflationär benutzt und oft nur um dadurch eine Reaktion zu erzeugen,meistens sind es dann auch eher Aktivisten als Wissenschaftler die eine bestimmte Ansicht vertreten und nicht neutral analysieren. Das Beispiel passt da ganz gut. https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/expertin-zur-iaa-das-auto-im-zentrum-ist-sehr-problematisch,TotKt36  Die "Expertin" kann die Botschaft ja falsch finden, um Autos zu verkaufen ist es aber natürlich förderlich nur die positiven Seiten rauszustellen. Wenn man sowas dann 100 Mal sieht kann man den Begriff auch weglassen.
Die Beispiele zur LG und zu dem Space Frogs Video fielen mir spontan ein, ich glaube ich hatte da im Kopf, dass es überall irgendwelche Berichte und Gruppen gibt,die oberflächlich einseitige Meinungen verbreiten und bei denen sich ein anderes Bild ergibt wenn man sich genauer damit beschäftigt. Wenn man jetzt z.B Menschen die sich nicht im Internet auskennen dieses Minecraft Hitler Video zeigen würde mit angeblich verbreiteten Nazi Verbindungen in der Gamerszene, würden die wahrscheinlich glauben,dass es da wirklich ein Problem gibt. Solche Berichte weden dann eben auch gerne mit Experten untermauert. Als Beispiel da vielleicht trotzdem am Thema vorbei.

Zu Russland,ist es allgemein nicht vielleicht doch ein Beispiel dafür das man sich auch in etwas sicher geglaubtem irren kann?Ich persönlich habe mich danach auch schon öfter gefragt warum ich bestimmte Dinge nicht vorher gesehen habe und sehe jetzt z.B die Außenpolitik unter Merkel ganz anders. Erich Vad war ja auch auf der Friedensdemo von Waagenknecht,glaube nicht das der seine Position da groß geändert hat. Vielleicht aber auch kein Thema in dem man jetzt eine einfache Wahrheit festlegen kann, andere Konflikte,Kriege und Entwicklungen lassen sich ja auch erst Jahrzehnte später absehen, wenn überhaupt.

Zitat
Ich finde ja die Grundprämisse schon Unsinn, weil auch hier Dinge gegeneinander ausgespielt werden, die es nicht sollten. Wohlstandserhaltung funktioniert nur mit Klimaschutz und nicht dagegen. Welcher Wohlstand soll denn in einer Welt erhalten werden, die sich um 2,5 oder 3 °C erwärmt? Deswegen muss beides zusammengedacht werden. Worauf Frau Patz meiner Meinung nach abzielt, ist eine Position, die behauptet, der Klimaschutz bedrohe den Wohlstand und deshalb sei er abzulehnen. Und das ist ironischerweise kein Klimarealismus, sondern geht an der Realität vorbei. Im Übrigen will ich damit gar nicht sagen, dass es nicht legitim ist, sich um den eigenen Wohlstand zu sorgen. Nur, da wiederhole ich nicht, sollte man diese Sorge nicht nutzen, um den Klimaschutz auszuhebeln, der ja gerade notwendig ist, um unseren Lebensstandard im Großen und Ganzen erhalten zu können.

Mir fehlt in der Klimadebatte schon allgemein eine realistische Bewertung,also z.B wie realistisch ist es Global gesehen grad Ziel xy zu erreichen. Wir werden in den nächsten Jahren ja eher eine Spaltung der Weltgemeinschaft erleben als ein zusammenrücken,dass ist eben auch eine Realität der man sich stellen muss. Die Debatte wird auch viel zu Emotional geführt, diese verbreitete Angst vor dem Weltuntergang kann eher abschrecken als das man an zielorientierten Lösungen für alle arbeitet.
Die negative Dauerbeschallung hat bei mir auch dazu geführt das ich mich weniger damit beschäftige, es ist einfach ähnlich wie bei Corona, ständig was neues, immer wird Angst gemacht und alarmiert,da stumpft man ab.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.September 2023, 16:28:04
Man muss aber beides haben um sozusagen das "Zappeln" der EE ein wenig abzufangen...
Ohje, da würden Grüne jetzt streng widersprechen, das ist kein Zappelstrom, alles Lüge. Außerdem ist das Netz der Speicher und Gefrierhähnchen gibt es ja auch noch O0
Gäbe es ein gescheites Netz, bräuchte man im Süden keine Windkraftwerke zu bauen, gibt es aber nicht, obwohl man 20 Jahre Zeit hatte. Große Speicher für zu viel produzierten Strom? Fehlanzeige. Das letzte Pumpspeicherkraftwerk in D wurde im Jahr 2003 in Betrieb genommen, das war noch ein DDR-Projekt.
Fracking? Um Gottes Willen, bloß nicht, lieber importieren wir Frackingsgas aus den USA. Deutschland einig Nimbyland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.September 2023, 07:55:29
@Viking: Danke für deine Ausführungen, ich verstehe jetzt besser, was du meinst. Ich denke, da war auch ein unterschiedlicher Expertenbegriff im Spiel. Dass der Begriff teilweise inflationär genutzt wird, da stimme ich dir zu. Das Label "Experte" oder "Expertin" ist ja nicht geschützt. Man kann ja aber glücklicherweise immer relativ schnell herausfinden, wer die Person ist, was sie macht und was sie bisher gemacht hat. Schwierig tue ich mich bei Personen, die ganz klar Experten auf ihrem Fachgebiet sind, weil sie in dem Bereich beispielsweise auch schon lange forschen, aber gleichzeitig auch Aktivisten sind. Da muss man immer aufpassen, inwiefern das aktivistische Engagement vielleicht die Objektivität der Fachexpertise verdeckt.

Ich wollte übrigens auch nicht gesagt haben, dass bei dir der Dunning-Kruger-Effekt auftritt. Sorry, falls das so rüberkam. Ich meinte nur, dass man bei einem ungesundem Maß an Skepsis schnell da landet, weil man nur noch die Expertise akzeptiert, die die eigene Meinung bestätigt.


Mir fehlt in der Klimadebatte schon allgemein eine realistische Bewertung,also z.B wie realistisch ist es Global gesehen grad Ziel xy zu erreichen. Wir werden in den nächsten Jahren ja eher eine Spaltung der Weltgemeinschaft erleben als ein zusammenrücken,dass ist eben auch eine Realität der man sich stellen muss. Die Debatte wird auch viel zu Emotional geführt, diese verbreitete Angst vor dem Weltuntergang kann eher abschrecken als das man an zielorientierten Lösungen für alle arbeitet.
Die negative Dauerbeschallung hat bei mir auch dazu geführt das ich mich weniger damit beschäftige, es ist einfach ähnlich wie bei Corona, ständig was neues, immer wird Angst gemacht und alarmiert,da stumpft man ab.

Naja, die Berichterstattung gibt ja auch nur das wieder, was Forschende mithilfe von immer genauer werdenden Klimamodellen prognostizieren. Ich halte es für keinen Alarmismus, die Konsequenzen auch deutlich zu machen. Was wäre denn die Alternative? Eine Dauerbeschallung mit dem Thema sehe ich jetzt auch nicht. Es wird halt immer wieder dann aufgegriffen, wenn entweder neue große Studien irgendetwas berichtenswertes ergeben, oder Extremwettereignisse die Frage aufwerfen, wie diese in Zusammenhang mit dem Klimawandel zu sehen sind. Und für die zunehmende Zahl solcher Ereignisse können die Medien nichts.
An Lösungen wird auch jeden Tag gearbeitet und immer wieder berichtet. Die Tage geisterte eine Studie durch die Medien, wonach ca. 10 Prozent des Lithiumbedarfs in Deutschland mithilfe bestehender Geothermiekraftwerke gedeckt werden könnten. Geothermie selbst ist übrigens ein tolles Thema für Angst und Panikmache und eine wenig rational geführte Debatte. Schließt dann eigentlich auch direkt an Signor Rossis Post an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 18.Oktober 2023, 23:07:12
Naja, die Berichterstattung gibt ja auch nur das wieder, was Forschende mithilfe von immer genauer werdenden Klimamodellen prognostizieren. Ich halte es für keinen Alarmismus, die Konsequenzen auch deutlich zu machen. Was wäre denn die Alternative? Eine Dauerbeschallung mit dem Thema sehe ich jetzt auch nicht. Es wird halt immer wieder dann aufgegriffen, wenn entweder neue große Studien irgendetwas berichtenswertes ergeben, oder Extremwettereignisse die Frage aufwerfen, wie diese in Zusammenhang mit dem Klimawandel zu sehen sind. Und für die zunehmende Zahl solcher Ereignisse können die Medien nichts.
An Lösungen wird auch jeden Tag gearbeitet und immer wieder berichtet. Die Tage geisterte eine Studie durch die Medien, wonach ca. 10 Prozent des Lithiumbedarfs in Deutschland mithilfe bestehender Geothermiekraftwerke gedeckt werden könnten. Geothermie selbst ist übrigens ein tolles Thema für Angst und Panikmache und eine wenig rational geführte Debatte. Schließt dann eigentlich auch direkt an Signor Rossis Post an.
Es gibt ja in der Klima Community selbst seit Jahren eine unterschiedliche Auffassung darüber wie man die Dinge richtig verkauft, im Moment ja meistes mit der LG : https://www.deutschlandfunk.de/forscher-latif-das-wort-klimaschutz-ist-verbrannt-100.html
Dauerbeschallung kommt wahrscheinlich darauf an welchen Medienkonsum man hat und wie genervt man durch andere Faktoren ist. Ich höre z.B auf dem Weg zur und bei der Arbeit öfter Deutschlandfunk, da hat man so gut wie täglich Berichte zum Thema Klima,Windmühlen usw. Da bin ich inzwischen an einem Punkt an dem ich die meisten Sachen einfach wegschalte.

Ich denke das es schon einige Leute gibt die dann,unabhängig voneinander, das Thema oft einbauen oder als besonders dringend behandeln müssen und damit gerade andere abschrecken. Merkt man im DLF in einigen Anmoderationen z.B war da neulich ein Bericht über eine von der LG die ,warum auch immer, auf einem Kirchentag reden durfte, der Moderator meinte das Jesus sich ja bestimmt auch dazu geklebt hätte wenn er heute leben würde. :D oder bei Nachrichtensendungen wenn zu  Wetterereignissen,Waldbrand auf Maui,Überschwemmung in Lybien,der Klimawandel eingebaut oder der als Übergeordneter Grund angeführt wird wird obwohl das jeweils nur ein Randfaktor ist. Das sind dann so Menschen die denken,dass bestimmte Dinge nur oft genug widerholt werden müssen oder man einfach noch 10 Wahrzeichen besprühen oder noch mehr Fußballspiele und Autofahrer gestört werden müssen bis "die Menschen"endlich aufwachen, weil es bei denen selbst ja auch so war.
Vielleicht kann man es mit der Gruppe vergleichen,die in der Coronazeit eine Null Covid Strategie durchsetzen wollte und das dann auch bis in die letzten Züge der Pandemie durchgehalten hat.

Irgendwann kommst du da an einen Punkt an dem du nur noch die Menschen erreichst die eh schon in deiner Blase sind, viele andere haben so schon genug Probleme und keine Zeit und Wahl sich damit zu beschäftigen, ich hatte ja auch schon mal geschrieben, das ich keine Ahnung habe was ich da sonst noch ändern soll um Klimafreundlicher zu leben. Natürlich werden nicht alle die gleichen Probleme haben die ich habe oder z.B gleich von Windmühlen genervt sein, ich bin aber trotzdem davon überzeugt, dass es immer mehr in eine Richtung geht in dem Klimaschutz der einem mit Panik und Alarm und utopischen Vorstellungen verkauft wird,weniger Unterstützung findet. Wenn man sich da allgemein zum Vergleich mal die Coronazeit anschaut,in der ja auch viel mit Angst und Panik gearbeitet wurde,erkennt man ja das diese Art des steuerns seine Grenzen hat. Was machen wir z.B 2030 oder 2035 wenn die Menschen keine Resultate der Anstrengungen sehen oder klar ist das bestimmte Grad ziele nicht erreicht werden?
Dazu auch nochmal das Beispiel der Klimaabstimmung in Berlin https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2023/03/volksentscheid-berlin-klimaneutral-2030-wahlsonntag.html
und ein Wettermoderator der in seinen Wetterbericht anscheinend auch immer Klimathemen einbaut, ist mir auch schon ab und an in Interviews aufgefallen. https://www.rnd.de/panorama/wetterphaenomene-durch-klimakrise-meteorologe-oezden-terli-im-interview-47HVD5M24RDOTEHIWANI22TFBY.html 
Luisa Neubauer sollte man auch in keine Talkshow mehr einladen. https://www.daserste.de/information/talk/maischberger/faktencheck/faktencheck-maischberger-388.html
Und die Space Frogs hatten auch neulich wieder ein Video zum Thema.  :P https://youtu.be/NXNhqcGt7Xo?si=vwtm1rdtI9JfMgNU

MMn müsste man sich eher auf das positive konzentrieren und darauf was man wirklich realistisch erreichen kann, es ist ja auch nicht so,dass in Deutschland gar nichts in Sachen Klimaschutz passiert auch wenn gerne so getan wird. Sobald man anfängt wieder die altäglichen Probleme der Menschen zu lösen,also das Leben bezahlbar halten, Vorschriften abbauen, an richtigen Stellen fördern, klappt das mit dem Klimaschutz auch nebenbei. Würde mich auch nicht wundern, wenn in der Nachbetrachtung die Zeit unter Merkel besser in Sachen Klimaschutz wegkommt als dieses hin und her unter der Ampel, mit Zwang,Atomaustieg und Braunkohle als möglicher Notlösung.
Ich würde auch erwarten,dass in den nächsten Jahren das fracking in Deutschland wieder auf den Plan kommt, gibt da ja auch vorkommen.

Bei Zeit Online gibt es ein interessantes Interview (https://www.zeit.de/wissen/2023-08/afd-klimakrise-umfrage-erfolg-janine-patz) mit der Wissenschaftlerin Janine Patz zur Agitation der Rechten in der Klimapolitik. Dabei geht es auch um die Anschlussfähigkeit rechtspopulistischer Erzählungen an verschiedene Milieus. Besonders interessant fand ich untenstehende Passsage, weil sie einen Verdacht von mir bestätigt. Insgesamt ein sehr lesenswertes Interview, selbst wenn man nicht alle Positionen teilen sollte.

Zitat
ZEIT ONLINE: Wie sollten die demokratischen Kräfte auf die rechte Mobilisierung in der Klimapolitik reagieren?

Patz: Sie sollten sich ganz klar von antidemokratischen Positionen, Akteurinnen und Akteuren und deren Politikstil abgrenzen und nicht gemeinsam mit ihnen Feindbilder konstruieren. Denn dadurch verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit und spielen den Demokratiefeinden in die Hände. Wenn sie extrem rechte Narrative und Feindbilder übernehmen, wirkt das wie ein Eingeständnis, dass extrem Rechte doch recht haben. Übernehmen Parteien wie CDU, FDP oder die Freien Wähler Positionen der AfD, legitimieren sie deren Ideologie und befeuern eine antidemokratische Diskursentwicklung.
Einen Monat später hat sich dann auch die Sprache aus der Ampel in Sachen Migration verschärft und Faeser hat sogar Grenzkontrollen eingeführt, was ja auch immer abgelehnt wurde.

Die Wählerwanderungen in Hessen und Bayern war da auch recht interessant. In Bayern sind genauso viele Leute von de CSU zur AfD gewandert wie von der Ampel,dafür konnte Söder Stimmen von den Grünen ziehen. In Hessen hat die CDU wahrscheinlich auch von Faeser profitiert.
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2023-10-08-LT-DE-BY/analyse-wanderung.shtml
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2023-10-08-LT-DE-HE/analyse-wanderung.shtml
Allgemein schon eine Klatsche für die Ampel, gerade bei der FDP habe ich keine Ahnung wie man da im Bund noch rauskommen will, eine aktuelle Forsa Umfrage sieht die sogar bei 4%.Aber es sind ja noch 2 Jahre.
 

So wie es jetzt gelaufen ist können die Wähler ja selbst entscheiden was sie davon halten, würde eher auf einen Schub für die freien Wähler wetten.
Waren am Ende 4% mehr.
DieAntisemitismus Diskussion um Aiwanger kommt einem schon richtig lächerlich vor wenn man es mit dem vergleicht was gerade auf den Straßen los ist. Irgendwelche Leute schmieren David Sterne an Häuser von Juden, die Polizei muss Einrichtungen und Gedenkstätten bewachen. Da scheint es ja wirklich Antisemitismus aus einer Ecke zu geben den viele nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten. Ich wusste zwar das z.B Märsche von einigen verstrahlten aus der Islam oder einem Teil der Linken Szene gab auf denen Israelfeindliche Parolen gerufen wurden und das Hakenkreuze und Judenfeindlichkeit meistens in Statistiken für Rechtsextreme landen und deswegen wahrscheinlich nicht entsprechend zugeordnet werden, aber es hat mich schon überrascht wie weit das reicht,wie groß die Gruppe zu sein scheint und wie auch aus der vermeintlichen Mitte anfeindungen kommen. Mainz hat ja z.B gerade einen Spieler freigestellt und deswegen auch Drohungen bekommen.
Ich hoffe mal,dass entsprechend reagiert wird und zeitnah Vereine verboten und Moscheen geschlossen werden in denen dieser hass geschürt und verbreitet wird.
Mir hat da die Haltung von Cem Özdemir ganz gut gefallen. https://youtu.be/13wibrXbCOQ?si=qA3c3SwBaVbchV5m&t=270
https://www.ardmediathek.de/video/anne-will/anne-will-nach-den-wahlen-in-bayern-und-hessen/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLm5kci5kZS8xMjQ2XzIwMjMtMTAtMDgtMjItMjU

Ich habe aber auch selten gesehen das zu einem Thema so viel relatieviert, so viele Tweets gelöscht und so viele Meldungen geändert wurden wie zu den Anschlägen,Teile der Medien scheinen wirklich nicht mehr journalitisch unabhängig ohne zu werten arbeiten zu können, Gestern wurde ja auch einfach so ohne zu prüfen die Meldung über den Einschlag am Krankenhaus verbreitet,sowas gibt einem schon zu denken.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 19.Oktober 2023, 02:29:03
Persönlich finde ich gerade was in den Medien abgeht ein unfassbares Framing in Richtung Palästinenser sind die Bösen und Terroristen und Israel die Guten. Natürlich mit dem bestialischen Terroranschlag im Hinterkopf lässt sich solch eine Story sehr einfach verkaufen und das Israelische Verhalten in den letzten Jahrzehnten kritisch zu beleuchten wäre wohl auch für viele Journalisten zum jetzigen Zeitpunkt Selbstmord. Auch geht man sehr leicht mit dem Begriff Antisemitismus hausieren in der Presse.  Es ist nicht verwunderlich das in der Arabischen Welt Israel sehr kritisch gesehen wird.

Es ist einfach traurig zu wissen das es in diesem Konflikt nie eine Lösung geben wird. Auf der einen Seite hast du die zionisten mit Netanjahu an der Macht der Israel zu einem totalitären Staat umformen will und klar die ein Staat Lösung anstrebt auf der anderen Seite die Hamas und anderer Terrororganisation die bereit sind für ihre Sache zu sterben und vor nichts zurückschrecken und die durch das Verhalten Israels immer mehr an Zustimmung bekommen.

Amnesty International geht sogar so weit Israel aufgrund der Politik seit 1948 als Apartheid Staat zu bezeichnen und prangert klar die Politik des Landes an.

Zu dem Krankenhaus Zwischenfall sag ich nur soviel. Ich finde es lächerlich das Israel Luftaufnahmen als Beweis für die Unschuld anführt. Rein logisch würde es mich nicht wundern das man  bei dem konstanten Bombardament der letzten Tage einfach das falsche Ziel getroffen hat. Das Israel sich hinstellt und wirklich behauptet das die Hamas ein eigenes Krankenhaus beschießt halte ich für ziemlichen Tobak. Mal davon ab das die Hamas sicherlich nicht über eine Rakete verfügt die mehrere 100 Menschen töte bzw. so einen Schaden verursachen könnte.

Was nun die Wahrheit ist wird man wohl nie erfahren ich halte die Story wie Israel sie darstellt allerdings für sehr fragwürdig.

Letztlich ist die Tragweite des Terroranschlags der Hamas unfassbar groß. Auch hier in Deutschland wird es mit den laufenden Protesten und dem aufkommenden Antisemitismus sicherlich sehr sehr schnell ungemütlich werden. Es wäre wirklich eine unfassbare Ironie wenn die AFD dadurch noch weiter Zulauf erfahren wird. Wundern würde es mich nicht. Die CDU ist ja auch schon sehr schnell auf den Zug aufgesprungen gegen jeden der etwas negatives zu Israel sagt des Landes zu verweisen, wenn man sich nicht im gleichen Satz von der Hamas distanziert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.Oktober 2023, 08:37:22
Israel als Apartheidsstaat zu bezeichnen IST antisemtisch, auch wenn das von Amnesty kommt. Und obendrein noch grob falsch, in Israel gibt es keine "Rassentrennung", in Israel kann ein Moslem sogar Oberster Richter werden und einen jüdischen ehemaligen Präsidenten in den Knast schicken.

Und wenn ich solche Idioten wie "Queers for Palestine" sehe, die wissen offensichtlich nicht, dass sie in Gaza nicht ansatzweise so leben dürfen wie im Westen oder wie in Israel.

Wie man beim aktuellen Krieg Israel als den Bösen sehen kann erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Da zieht Hamas los, schlachtet 1700 Menschen inkl. Frauen und Babies ab und hier wird über das böse Israel und die framenden Medien geschimpft. Unfassbar.

Dass Hamas-Raketen gerne mal im Gazastreifen selber einschlagen ist nichts Neues, die Beweise sind schlüssig, außerdem wurde da höchstwahrscheinlich gar kein Krankenhaus getroffen sondern ein Vor-/Parkplatz und die Opferzahlen sind höchstwahrscheinlich auch massive Übertreibung der Hamas. Aber den Juden glaubt man ja sowieso nix und traut denen jede Schweinerei zu, da ist Hamas doch viel glaubwürdiger 🤦🏽‍♂️

Dabei warnt Israel immer noch vor jedem Luftangriff, Israel empfiehlt die Räumung des nördlichen Gazastreifen und wer hindert die Menschen an der Flucht? Die Hamas, denen Menschenleben einen Scheißdreck wert sind, die sich hinter Frauen und Kindern verstecken, Kinder, die sie dann nachher in die Kameras halten.

Was dann hier und in der UN wieder als Grund genommen wird, Israel zu "verurteilen". Nein, das heißt nicht, dass Kriegsverbrechen seitens Israels ok wären, aber die müssen erstmal vernünftig und unabhängig bewiesen werden, der Hamas einfach mal eben so zu glauben ist entweder Naivität oder Boshaftigkeit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 19.Oktober 2023, 11:02:00
Dir ist aber schon klar das unter Apartheid mehr verstanden wird als Rassentrennung ? Auch wenn ich die Einordnung von Amnesty auch nicht teile sehe ich da schon Praktiken seitens Israel die in dem Spektrum einzuordnen sind.
Bspw. die Verdrängung aus strategischen Gebieten(Bspw. Besetzung des Westjordanlandes) , Administrativhaft(Inhaftierung von Palästinensischen Männern ohne Anklage oder Prozess und ohne das die inhaftierten Wissen was überhaupt gegen sie vorliegt und die beliebig verlängert werden kann) oder das gerne Palästinensern elementare Rechte verweigert wird.
Diese Praktiken sieht jetzt auch nicht nur Amnesty so, sondern auch andere israelische, palästinensische und internationale Menschenrechtsorganisationen.

Zitat
Das umfasst Bemühungen, die Regionen Negev und Galiläa zu »judaisieren«, wie es führende israelische Beamte formuliert haben, und »eine solide jüdische Mehrheit« in Jerusalem aufrechtzuerhalten, wie es in Planungsdokumenten der Regierung heißt – inklusive des östlichen Teils Jerusalems, den Israel einseitig annektiert und besetzt hat. Diese Politik beinhaltet zudem Bemühungen, »das Land zwischen den [palästinensischen] Minderheitsbevölkerungszentren und ihrer Umgebung« in der Westbank »jüdisch zu besiedeln«, wie es in den Plänen steht, die die Siedlungspolitik der Regierung leiten, und die »Trennung« zwischen der Westbank und Gaza zu verstetigen. Die Politik dient durchweg dem gleichen grundlegenden Ziel: maximal Land, minimal Palästinenser.

In Gaza leben mehr als 2 Millionen Menschen und Israel diktiert praktisch alles was dort passiert. Man darf bspw. keinen Flughafen bauen, nur grundlegende Waren ins Land bringen etc. was dazu führt das 81% der Leute in Armut leben und 63% an Unterernährung leiden. Ironischerweise wird diese Blockade damit begründet, dass man versucht die Hamas zu blockieren.

Zitat
Wie man beim aktuellen Krieg Israel als den Bösen sehen kann erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Da zieht Hamas los, schlachtet 1700 Menschen inkl. Frauen und Babies ab und hier wird über das böse Israel und die framenden Medien geschimpft. Unfassbar.

Eventuell weil solche Ereignisse nicht separat zu betrachten sind ? Und man in die Betrachtung auch den scheiß mit einbeziehen sollte den Israel mit Gazastreifen und Westjordanland nun seit mehr als einem halben Jahrhundert abzieht ?

Ich denke die Leute in Gaza sind Israel sehr dankbar das sie vorher warnen welches von ihren Häusern sie jetzt zerbomben.

Und persönlich finde ich deine Frage was die Menschen an der Flucht hindert auch sehr zynisch. Klar jeder verlässt gerne sein zuhause und lässt sein Hab und Gut zurück damit sich Plünderer daran bedienen.
Mal davon ab das es dort nirgendswo einen Weg gibt zu fliehen. Ägypten lässt keine Palästinenser ins Land und Israel hält ebenso die Grenze stark kontrolliert. Mal davon ab das wenn einem die Flucht gelingt aus dem Gazastreifen, dass man nie mehr zurückkehren darf. Versuch mal von Israel nach Gaza einzureisen. Wird ein unmögliches unterfangen.

Also nein ich heiße die Gräueltaten der Hamas nicht gut. Es wundert mich aber nicht das bei der Perspektivlosigkeit und dem Verhalten Israel die Hamas im Gazastreifen immer stärkere Unterstützung erfährt. Und für diese Entwicklung ist Israel stark mitverantwortlich. Das man nach den Erfahrungen in Afghanistan immer noch denkt Bomben wäre eine Lösung für das Problem ist einfach nur an Dummheit nicht zu überbieten, sondern einfach nur Brandbeschleuniger. Die hamas freut es, weil sie aus dem Konflikt gestärkter den je hervorgehen wird und das ist die ganze Tragik an dem aktuellen Konflikt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.Oktober 2023, 12:12:18
Dir ist aber schon klar das unter Apartheid mehr verstanden wird als Rassentrennung ?
Zu Apartheid gehört zwingend Rassentrennung, das Wort wird benutzt, um Israel zu dämonisieren -> Antisemitismus.

Zitat
Das umfasst Bemühungen, die Regionen Negev und Galiläa zu »judaisieren«...
Die Araberstaaten, Gaza und die Paligebiete in der Westbank sind "judenrein". Kritik: Fehlanzeige. Und sollten die Palis den Nahostkonflikt für sich entscheiden, wird auch der Staat Pälastina "judenrein" sein.

Zitat
In Gaza leben mehr als 2 Millionen Menschen und Israel diktiert praktisch alles was dort passiert.
Einen Scheiß diktiert Israel dort, denn sonst hätte es diese Terrorangriffe nicht gegeben.

Zitat
Ironischerweise wird diese Blockade damit begründet, dass man versucht die Hamas zu blockieren.
Daran ist rein gar nichts ironisch, wenn man sieht, dass Hamas sogar Wasserleitungen ausbuddelt und daraus Raketen baut. Jeder Cent, der nach Gaza fließt, wird von der Hamas kontrolliert und benutzt, um möglichst viele Juden töten zu können.

Zitat
Und man in die Betrachtung auch den scheiß mit einbeziehen sollte den Israel mit Gazastreifen und Westjordanland nun seit mehr als einem halben Jahrhundert abzieht ?
Dann muss man auch den Scheiß mit einbeziehen, den die Araber seit 1920 abziehen ::) Das ist aber alles schon tausende Male durchgekaut worden. Israel existiert und wird nicht verschwinden und je länger die Palis brauchen, diesen Fakt anzuerkennen, desto weniger wird ihnen bleiben.

Zitat
Und persönlich finde ich deine Frage was die Menschen an der Flucht hindert auch sehr zynisch.
Ja, weil sie dir nicht in den Kram passt. Hätte die Hamas nicht diesen barbarischen Terrorangriff durchgeführt, müsste niemand flüchten. Ja, die Juden sind wehrhaft geworden, sie lassen sich nicht mehr zur Schlachtbank führen wie unter den Nazis. Jetzt gibt es den Gegenschlag und die Hamas hindern die Menschen an der Flucht, um menschliche Schutzschilde zu haben. Auch das wird nicht kritisiert.

Zitat
Mal davon ab das es dort nirgendswo einen Weg gibt zu fliehen.
In den Süden Gazas kann man fliehen.

Zitat
Ägypten lässt keine Palästinenser ins Land und Israel hält ebenso die Grenze stark kontrolliert.
Schonmal drüber nachgedacht, warum das so ist, dass die arabischen Länder ihre Landsleute noch nichtmal als Flüchtlinge haben wollen? Jordanien hat da ja auch sehr spezielle Erfahrungen gemacht.

Zitat
Mal davon ab das wenn einem die Flucht gelingt aus dem Gazastreifen, dass man nie mehr zurückkehren darf.
Warum sollte das so sein?

Zitat
Und für diese Entwicklung ist Israel stark mitverantwortlich.
Nein, für diese Entwicklung ist einzig und alleine Hamas verantwortlich, die ihren Judenhass den Kindern schon im Kindergarten eintrichtert. Die Israel heimtückisch überfallen und sich dann lauthals weinend über den Gegenschlag beklagen.

Zitat
Das man nach den Erfahrungen in Afghanistan immer noch denkt Bomben wäre eine Lösung für das Problem ist einfach nur an Dummheit nicht zu überbieten, sondern einfach nur Brandbeschleuniger.
Dann erzähle uns doch mal deine schlaue Lösung, das würde mich sehr interessieren.

Ach ja, betrifft natürlich auch Deutschland:
65 Polizisten verletzt!
Israel-Hasser: „Wir werden Neukölln zu Gaza machen“

https://www.bz-berlin.de/polizei/wir-werden-neukoelln-zu-gaza-machen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 19.Oktober 2023, 12:47:09
Bzgl. des Apartheid-Vorwurfs finde ich die Einordnung der Stiftung Wissenschaft und Politik sehr hilfreich, weil sie differenziert ist und die Begrifflichkeiten erklärt: https://www.swp-berlin.org/publikation/amnesty-international-und-der-apartheid-vorwurf-gegen-israel (https://www.swp-berlin.org/publikation/amnesty-international-und-der-apartheid-vorwurf-gegen-israel)

Ansonsten danke ich dir für deine klaren Worte, Signor Rossi. Bei aller berechtigter Kritik an Israel, an der Siedlungspolitik, am Umgang mit den Palästinensern usw.: Israel wurde von der Hamas angegriffen, die brutale Verbrechen an der Zivilbevölkerung verübt haben. Erklärtes Ziel der Hamas ist die Vernichtung Israels, die Juden sollen "ins Meer getrieben" werden. Jedem Versuch, das zu relativieren (Achtung: Ich sage nicht, dass das hier im Forum jemand tut), sollte man sofort eine klare Absage erteilen. Gerade in Deutschland. Und nein, mir geht's hier nicht um "Erbschuld" oder sonstwas, sondern um Verantwortung und Geschichtsbewusstsein. Ein Staat, dessen Vorläufer 6 Millionen Juden (zur Einordnung: das entspricht ca. 2/3 der heutigen israelischen Bevölkerung) industriell hingeschlachtet hat, hat die Verantwortung, an Israels Seite zu stehen, wenn Israel angegriffen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.Oktober 2023, 13:25:31
Bei aller berechtigter Kritik an Israel, an der Siedlungspolitik, am Umgang mit den Palästinensern usw.
Ja, diese Kritik gibt es und wenn sie sachlich vorgetragen wird, ist sie auch in Ordnung und man kann auch darüber diskutieren. Die Siedlungen sind ein großes Hemmnis hin zu einem Frieden und viele Siedler führen sich auf wie die letzten Arschl*****, wobei das zumindest teilweise rechtsstaatlich verfolgt wird.

Aber wie du geschrieben hast, nichts davon rechtfertigt ein solches Massaker. Dass Deutschland und die EU den Terror gegen Juden finanziell unterstützen finde ich persönlich grauenhaft und bei manchen Wortmeldungen aus der EU überkommt mich der schiere Brechreiz.

Deutsche Kanzler schwadronieren gerne von Staatsräson und dass Deutschland an der Seite Israels stünde. Spätestens jetzt ist es höchste Zeit, Farbe zu bekennen und das auch zu beweisen und zB. in der UN nicht mehr gegen Israel zu stimmen, der Hamas und Fatah die Gelder zu streichen und nicht mehr bei Aktionen wie bei Schweigeminuten nur für muslimische Opfer des Krieges mitzumachen.

Ergänzung zum Begriff Apartheid: damit ist imho eine ganz spezielle geschichtliche Phase zutreffend bezeichnet und zwar die Herrschaft der Weißen in Südafrika. Diesen Begriff auf andere geschichtliche Phasen anzuwenden und dann gleichzeitig noch anders zu definieren, halte ich für falsch und wird imho mit einer bestimmten Absicht gemacht. Genauso wie der Begriff Holocaust auch gerne mal für andere Dinge benutzt und instrumentalisiert wird. Nein, es gibt nur einen Holocaust, nur einen industriellen Völkermord an Juden, Sinti und Roma und anderen, den Nazis "minderwertigen" Menschen.

Und was den Verweis darauf betrifft, dass Juden diesen Begriff selber diskutieren, hat das für mich auch einen Beigeschmack. Ahmadinajad hat auch Juden von der Neturei Karta auf der Bühne vorgeführt, die seiner Ansicht waren. Das zeugt von Meinungspluralität im jüdischen Volk, sollte aber nicht ausgeschlachtet und instrumentalisiert werden, das ist eine innerjüdische Angelegenheit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.November 2023, 10:28:47
Ich packe es mal hier rein: Interessantes Video zur Frage, warum wieder mehr Kriege ausbrechen. Dass in einer Grafik der Irak und Afghanistan vertauscht wurden, sollte man einfach ignorieren. ;)
Ich finde dabei vor allem die Thesen von Harari interessant: https://www.youtube.com/watch?v=QbU2eKFEfrY (https://www.youtube.com/watch?v=QbU2eKFEfrY)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 13.November 2023, 10:49:16
Hast Du das Buch von Harari gelesen? Die Geschichte der Menschheit. Das ist richtig gut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.November 2023, 11:39:23
Noch nicht. Als studierter Historiker sollte ich das wohl aber mal. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 13.November 2023, 12:42:08
In dem Video kommt es so rüber als wären Populisten wie Trump die Auslöser einer Krankheit, dabei sind sie nur die Sympthome der Krankheit.

Egal ob uni-, bi- oder multipolar. Am Ende sind diese Ordnungen nur Unterdrückungssysteme mit wenigen Gewinnern aber vielen Verlierern. Weil diese Ordnungen von den mächtigen Nationen eingeführt wurden und diese Nationen natürlich mächtig bleiben wollen ohne etwas von ihrer Macht aufzugeben. Menschen lassen sich aber nur zu einem Umdenken bewegen wenn die Vorteile größer sind als die Verluste. Wenn der einzige Anreiz "wie haben keinen Krieg mehr" ist und die Nachteile diesen Vorteil überwiegen wird irgendwann Krieg wieder eine akzeptable Option für diese Menschen.

Die beste Waffe gegen Populisten ist eine gute Sozialpolitik. Egal ob Hitler, Trump, Meloni, die populistischen Regierungen nach der Finanzkrise 2008, Brexit etcpp. Immer ging es den Menschen schlecht und wenn es den Menschen schlecht geht rennen sie zu Populisten, welche den Menschen scheinbar einfache Lösungen für ihre Probleme anbieten. Für die Populisten sind die Schuldigen sowie die Lösungen immer klar bennenbar. Schuld ist die Unterdrückung durch Staatengemeinschaft X und die Lösung kann nur Nationalismus sein. Und das sein eigenes Ding zu machen idR nicht die Lösung ist versteht jeder der mal in einem Unternehmen für den Einkauf verantwortlich war. Größere Mengen = größerer Verhandlungsdruck = niedrigere Preise.

Die liberale Weltordnung ist nur die Weiterführung der kolonialistischen Kanonenbootpolitik mit dem Kapitalismus als Waffe. Das funktioniert aber eben auch nur wenn man selbst die dickere kapitalistische Kanone hat. Ansonsten passiert was zurzeit in Mali im Speziellen sowie Afrika allgemein passiert. Die Afrikaner schmeißen uns raus und lassen sich lieber von Russland und China ausbeuten. Choose your oppressor!

Die Lösung kann also nicht sein mehr (wirtschaftlichen) Druck aufzubauen um die Machtverhältnisse geradezurücken. Man muss den Druck verringern und die Anreize erhöhen. Sonst folgt zwangsläufig Gegendruck und irgendwann die Abschottung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.November 2023, 07:27:25
In dem Video kommt es so rüber als wären Populisten wie Trump die Auslöser einer Krankheit, dabei sind sie nur die Sympthome der Krankheit.

Egal ob uni-, bi- oder multipolar. Am Ende sind diese Ordnungen nur Unterdrückungssysteme mit wenigen Gewinnern aber vielen Verlierern. Weil diese Ordnungen von den mächtigen Nationen eingeführt wurden und diese Nationen natürlich mächtig bleiben wollen ohne etwas von ihrer Macht aufzugeben. Menschen lassen sich aber nur zu einem Umdenken bewegen wenn die Vorteile größer sind als die Verluste. Wenn der einzige Anreiz "wie haben keinen Krieg mehr" ist und die Nachteile diesen Vorteil überwiegen wird irgendwann Krieg wieder eine akzeptable Option für diese Menschen.

Die beste Waffe gegen Populisten ist eine gute Sozialpolitik. Egal ob Hitler, Trump, Meloni, die populistischen Regierungen nach der Finanzkrise 2008, Brexit etcpp. Immer ging es den Menschen schlecht und wenn es den Menschen schlecht geht rennen sie zu Populisten, welche den Menschen scheinbar einfache Lösungen für ihre Probleme anbieten. Für die Populisten sind die Schuldigen sowie die Lösungen immer klar bennenbar. Schuld ist die Unterdrückung durch Staatengemeinschaft X und die Lösung kann nur Nationalismus sein. Und das sein eigenes Ding zu machen idR nicht die Lösung ist versteht jeder der mal in einem Unternehmen für den Einkauf verantwortlich war. Größere Mengen = größerer Verhandlungsdruck = niedrigere Preise.

Die liberale Weltordnung ist nur die Weiterführung der kolonialistischen Kanonenbootpolitik mit dem Kapitalismus als Waffe. Das funktioniert aber eben auch nur wenn man selbst die dickere kapitalistische Kanone hat. Ansonsten passiert was zurzeit in Mali im Speziellen sowie Afrika allgemein passiert. Die Afrikaner schmeißen uns raus und lassen sich lieber von Russland und China ausbeuten. Choose your oppressor!

Die Lösung kann also nicht sein mehr (wirtschaftlichen) Druck aufzubauen um die Machtverhältnisse geradezurücken. Man muss den Druck verringern und die Anreize erhöhen. Sonst folgt zwangsläufig Gegendruck und irgendwann die Abschottung.

Ich finde nicht, dass das so rüberkommt. Es werden ja zwei Auslöser genannt. Dass die ganze Nummer noch ein bisschen komplexer ist und der Populismus tendenziell eher am Ende einer Reihe von Schritten steht, die zu der Situation führen, die wir jetzt haben, ist allerdings auch klar. Insofern stimme ich dir in Sachen "Symptome" auch zu.

Bezüglich der Polarität: Ich würde nicht zwingend von Unterdrückungssystemen sprechen, wo du aber Recht hast, ist sicherlich, dass es am Ende Ordnungen sind, von denen einige Wenige mehr profitieren, als der Rest. Und dabei auch Viele auf der Strecke bleiben. Wo ich aber widerspreche ist, dass der einzige Vorteil "nie wieder Krieg" sei. Erstens wird ja auch im Video klar benannt, dass das gar nicht so ist (Stellvertreterkriege), zweitens sorgt die Reduktion von Kriegen aber auch für prosperierende Wirtschaften, florierenden Handel und damit wachsenden Wohlstand. Wo wir wieder bei den Gewinnern und Verlierern wären. Der Wohlstand ist global ziemlich ungleich verteilt - und das historisch gewachsen. Und da docke ich wieder bei deiner Argumentation an und stimme zu: Wenn die Nachteile (gefühlt oder tatsächlich) überwiegen, funktioniert das Alles nicht mehr. Verschärft wird das jetzt nun noch durch den Klimawandel, den ich mit all seinen Folgen als zusätzliches, stark stabilitätsgefährdendes Element betrachten würde.

An der Stelle finde ich aber auch eine Aussage Hararis besonders relevant: Es ist völlig legitim, wenn es konkurrierende Systeme und Wertevorstellungen (das war ja in der Geschichte schon immer so) zum Liberalismus und der liberalen Weltordnung gibt. Das Problem liegt aber darin, dass die liberale Weltordnung angegriffen wird, ohne eine Alternative bereitzustellen. Kombiniert mit einer zweiten Aussage von ihm, zeichnet das ein düsteres Bild der Zukunft: Wir Menschen sind nicht so erfolgreich, weil wir so viel stärker oder schlauer als alle anderen Spezies wären, sondern weil wir besser miteinander kooperieren als alle anderen Spezies. Wenn wir diese Kooperation global und national verlieren, werden die Chancen, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern, verschwindend gering.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.November 2023, 08:23:00
Das Problem liegt aber darin, dass die liberale Weltordnung angegriffen wird, ohne eine Alternative bereitzustellen.
Staaten wie Russland, China, Nordkorea, Türkei oder Iran bieten doch Alternativen an, die gefallen uns nur nicht. Die westlichen Demokratien sind sich aber im Gegensatz zu den Schurkenstaaten - die wie Pech und Schwefel zusammenhalten - uneinig. Ich befürchte, wir erleben noch den Untergang unserer Lebensweise, autokratische System sind dabei zu gewinnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.November 2023, 08:34:03
Das Problem liegt aber darin, dass die liberale Weltordnung angegriffen wird, ohne eine Alternative bereitzustellen.
Staaten wie Russland, China, Nordkorea, Türkei oder Iran bieten doch Alternativen an, die gefallen uns nur nicht. Die westlichen Demokratien sind sich aber im Gegensatz zu den Schurkenstaaten - die wie Pech und Schwefel zusammenhalten - uneinig. Ich befürchte, wir erleben noch den Untergang unserer Lebensweise, autokratische System sind dabei zu gewinnen.

Sie bieten national Alternativen zur Demokratie an, aber keine Alternative zur liberalen Weltordnung für das globale Zusammenleben. So jedenfalls verstehe ich Harari und mir persönlich scheint da die globale Perspektive mittel- und langfristig viel relevanter zu sein. Deine Befürchtung ist absolut nicht von der Hand zu weisen. Zumal der Druck auf dem Kessel zu- statt abnehmen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.November 2023, 08:50:11
Die "liberale Weltordnung" existiert so doch auch nicht, die illiberalen Staaten sind deutlich in der Mehrheit. Und was soll "globales Zusammenleben" sein? Das klingt wunderbar harmonisch, gibt es aber auch nicht, im Gegenteil, es gab und gibt einen Wettkampf der Nationen nach Macht und Wohlstand, völlig ungeachtet vom jeweiligen Herrschaftssystem. Du hast den Klimawandel angesprochen, am Kampf dagegen kann man das schön erkennen. Der Westen und allen voran die EU und Deutschland sind bereit, sich wirtschaftlich ins Messer zu stürzen, um das Klima zu retten, die größten CO2-Schweine USA, China, Indien und Russland denken da aber im Traum nicht dran.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 16.November 2023, 16:18:45
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-11/nachtragshaushalt-klimapolitik-ampelkoalition-schuldenbremse
Bin ich eigentlich der Einzige, der von der überraschten Reaktion der Ampel auf das Urteil zum Nachtragshaushalt überrascht ist?  :P
Wenn es wirklich klar festgeschrieben ist,dass die aufgenommenen Gelder Zweckgebunden verwendet werden müssen,hätte man doch zumindest damit rechnen können,dass das Urteil negativ ausfallen kann.
Ich bin wirklich mal gespannt was jetzt passiert und wie da was zusammengestrichen wird. Das Urteil scheint ja auch Einfluss auf andere Planungen der Regierung zu haben, nicht nur beim Klimafonds.

Nebenbei löst sich die Linksfraktion im Bundestag auf https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/linksfraktion-aufloesung-100.html wahrscheinlich wäre die Linke ja auch ohne die Waagenknecht Partei bei der nächsten Wahl aus dem Bundestag geflogen,die Mandatsklausel, mit der sie sich letztes mal Mal noch gerettet hat, wurde ja auch abgeschafft. So wird die Konkurrenz um die normalen Linken Stimmen dann noch größer. Was denkt ihr wieviel % Waagenknecht ziehen kann? Mediale Aufmerksamkeit und Talkshow Auftritte hat sie ja schon mal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Agariel am 16.November 2023, 17:23:26
Immerhin haben sie diesmal noch keine Verträge unterschrieben  ::)

Bei den Linken denke ich war die Trennung lange überfällig und ohne Wagenknecht könnte man langfristig auch wieder als Partei ernst genommen werden. Vorausgesetzt man schafft es jetzt  sich intern neu aufzustellen und die eigene "Themennische" ernsthaft auszufüllen.
Ob das gelingt wird aber auch davon abhängen wie die nächste Regierung aussehen wird und was sie an Herausforderungen zu bewältigen haben wird.
Ich persönlich HOFFE, dass wir danach keine starke "soziale" Partei brauchen werden, befürchte aber es könnte anders kommen.
Und ich glaube irgendwie nicht, dass die Linke dann dazu bereit sein wird, allenfalls wird sie einen ähnlichen "Höhenflug" hinlegen wie die Grünen in dieser Legislaturperiode.

Interessanter finde ich aber die Frage wie die CSU auf diese Wahlrechtsreform reagieren wird. Den Berichten, die ich dazu jetzt gefunden habe (war mir selbst neu bisher) nach zufolge würden ja auch alle Direktmandate entfallen, falls die 5% nicht erreicht werden.
Was in der Form aber sicher die nächste Verfassungsklage mit sich bringen würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 17.November 2023, 21:12:43
Ich bin zwar einen Monat zu spät dran, aber ich möchte gerne mal einen groben Überblick über die Israel/Palästina-Situation von meiner Warte aus geben. DeDaim, der wie ich Geschichte studiert und das Studium sogar abgeschlossen hat möge mich korrigieren, wenn ich mich irgendwo falsch erinnere oder mit meiner Bewertung völlig daneben liege:

Man könnte argumentieren, dass Israel aktuell aufgrund der Taten einer Terrororganisation den Gaza-Streifen überfällt und - um bei dem beliebten Meme-Bild zu bleiben - in einen Parkplatz verwandelt.
Man könnte auch argumentieren, dass Palästina, oder das was irgendwann mal Palästina werden soll, zusammen mit der "arabischen Liga," also alles was um Israel herum ist, vor 75 Jahren Israel direkt zur Gründung des Staates den Krieg erklärt und verloren hat. Sie durften dann trotzdem ihr Gebiet behalten.

20 Jahre später dachte sich die arabische Liga wir fahren mal Truppen überall an der Grenze auf. Israel führte bei der bedrohlichen Lage den Erstschlag aus und vermöbelte dort Alles und Jeden. Der sogenannte Sechstagekrieg. Im Verlauf hat Israel den Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, den Sinai und Ostjerusalem besetzt.

Ein Jahr später wollte Ägypten dann doch den Sinai zurück haben und so gab es erneut Krieg, diesmal zwei Jahre lang, letztlich ohne Ergebnis.
Es dauerte dann drei Jahre, bis Ägypten und Syrien einen netten kleinen Überraschungskrieg starteten. Übrigens an Jom-Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Syrien wollte die Golanhöhen zurück und Ägypten nach wie vor die Halbinsel Sinai. Das lief ein paar Tage ganz gut, bis Israel seine Truppen mobilisiert hatte und danach nach nicht ganz drei Wochen die Syrer wieder rausgeworfen und auf dem Sinai neue Gebiete erobert und eine komplette ägyptische Armee abgeschnitten hatte.
Die UN intervenierte an dieser Stelle, es gab Frieden, Ägypten hat ein bisschen Land zurück bekommen.
7 Jahre darauf hat Israel in einem offiziellen Friedensvertrag den Sinai an Ägypten zurück gegeben.
Seit der Gründung des Staates Israel war das der 5. Krieg.

Aber nun zurück zu Palästina. Israel zog sich aus den Gebieten weitestgehend zurück und erlaubte eine autonome Verwaltung. Zweimal wurden Abkommen angeboten, in denen man Palästina als Staat anerkannt und die Gebiete abgetreten hätte. Wollten die Palästinenser nicht. Irgendwann dachte sich Israel "dann bauen wir da halt Siedlungen."
Lange Rede kurzer Sinn: Israel überfällt nicht den Gaza-Streifen sondern stellt militärisch die Ordnung in einem Gebiet, dass sie seit 75 Jahren nominell besetzt haben, auf dem es keinen Staat* gibt, wieder her.

Das erklärt aber auch ganz gut, woher die Unterstützung pro Palästina gegen den bösen Unterdrücker Israel kommt.


*Exkurs: Ist Palästina ein Staat oder nicht?
Die Antwort ist schwierig. Von 193 UN-Mietgliedsstaaten erkennen 138 Palästina als Staat an. 55 folglich nicht.
Unter anderem Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande, Dänemark, Spanien, Irland, Australien, Portugal, Norwegen, Japan, UK, USA und Israel. Die meisten Staaten, die Palästina anerkennen sind entweder muslimisch oder "Shitholes" oder beides.

Explizit zu nennen bleibt Schweden, die Palästina 2014(?) anerkannt haben und Polen.
Ansonsten hat man in Europa nur Staaten, die Palästina 1988 anerkannt haben, als sie unter dem Einfluss der Sowjetunion standen oder Teil davon waren. Und die haben nunmal immer das Gegenteil der USA gemacht.

Die Frage kann meiner Meinung nach nicht abschließend geklärt werden, aber die Tatsache, dass die Mehrzahl der für mich und meine Moral- und Wertvorstellungen wichtigen Länder Palästina nicht anerkennen lässt mich in die gleiche Richtung tendieren und Palästina nicht als Staat anerkennen. Zudem wurde die Zweistaatenlösung mehrmals angeboten und von den Palästinensern abgelehnt.
Sobald Israel einen Staat Palästina anerkennen würde, würden die anderen Staaten vermutlich sofort folgen.

Erschwerend kommt hinzu: Erkennt man Palästina als Staat an, dann muss man sich damit abfinden, dass der Staat aus zwei Gebieten besteht, Gaza und dem Westjordanland. Während im Westjordanland die Fatah (auch nicht die größten Menschenfreunde) das sagen hat, ist das in Gaza nunmal die Hamas. Also ist die Hamas entweder Terrororganisation oder Regierung. Wenn sie Regierung sind zieht das Argument "Israel überfällt den Staat Palästina wegen der Taten einer Terrororganisation" nicht. Wenn sie eine Terrororganisation sind, kann Gaza kein Staat sein. Hier wird es also ein wenig blöd, aber ich wollte den Gedankengang einfach mal aufzeigen. Es gäbe noch eine dritte Möglichkeit: Die Hamas ist Gewaltherrscher in einem Gebiet des Staates Palästina, dann könnte man argumentieren Israel ist sogar Befreier. Man kann sich da stundenlang im Kreis drehen und wird keine befriedigende Lösung finden.


Es ist scheiße, dass die Zivilbevölkerung unter der Sache zu leiden hat. Wenn Israel es aber nicht zu Ende bringt haben wir die gleiche Situation in ein paar Jahren erneut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: timsge1899 am 17.November 2023, 22:17:40
Wenn Israel es so weiter "zu Ende bringt" haben wir noch mehr Terroristen. Mit jedem Toten Kind, toten Familienangehörigen, welcher nicht mit der Hamas sympathsierte, und durch die Art der kriegsführung seinen Tod findet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Leute Radikalisieren. Es gilt, einen Keil zwischen Hamas und Zivilbevölkerung zu treiben. Mit der kreigsführung wie wir sie seit 2 Wochen erleben wird genau das Gegenteil geschehen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 18.November 2023, 00:40:18
Es war vor 30 Jahren so, es ist heute so und es wird in 30 Jahren noch so sein.
Menschen lernen nicht, Blindheit, Wut und Hass werden von klein auf eingeimpft.
Letztlich kann man sich darüber streiten wer Huhn und wer Ei ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 18.November 2023, 08:01:01
Kann Israel es denn zu Ende bringen und wie soll dieses zu Ende bringen aussehen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 18.November 2023, 08:31:24
@White: Grundsätzlich stimme ich dir zu, gute Zusammenfassung. Zumindest soweit ich das beurteilen kann, denn ich bin absolut kein Nahost-Experte. Allerdings würde ich die aggressive und international in der Kritik stehende Siedlungspolitik Israels nicht so euphemistisch mit "wir siedeln da mal" umschrieben. ;) Bzgl. der Zweistaatenlösung: Es stimmt, dass es mehrfach die Möglichkeit gegeben hätte, eine zu erzielen, aber leider hat man sich nicht auf gemeinsame Grenzen verständigen können.

Wenn Israel es so weiter "zu Ende bringt" haben wir noch mehr Terroristen. Mit jedem Toten Kind, toten Familienangehörigen, welcher nicht mit der Hamas sympathsierte, und durch die Art der kriegsführung seinen Tod findet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Leute Radikalisieren. Es gilt, einen Keil zwischen Hamas und Zivilbevölkerung zu treiben. Mit der kreigsführung wie wir sie seit 2 Wochen erleben wird genau das Gegenteil geschehen
Israel steht vor einem Dilemma: Den brutalen Angriff der Hamas unbeantwortet lassen, steht außer Frage. Die Hamas weiter an der Macht zu belassen bedeutet weiter permanente Bedrohung aus dem Gazastreifen. Also entscheidet man sich dafür, die Hamas zu vernichten (zumindest ist das das offizielle Kriegsziel). Nun sind diese feigen Islamisten so widerlich, Zivilisten als Schutzschild zu missbrauchen. Es gibt keine dedizierte militärische Infrastruktur im Gazastreifen. Die dortige Infrastruktur ist "dual use": Zivil und militärisch. Ein Blick ins Völkerrecht genügt, um zu wissen, wie man das zu beurteilen hat. Also, was soll Israel tun? Angreifen im Wissen, dass man damit auch viele Zivilisten töten wird, egal wie sehr man sich um Schadensbegrenzung bemüht? Oder die Hamas im Gazastreifen belassen und die eigene Bevölkerung weiter der permanenten Gefahr aussetzen bei gleichzeitigem Zeigen von Schwäche, weil man einen solchen Angriff einfach hinnimmt. Ich maße mir nicht an, das zu beurteilen, aber verstehen kann ich Israels vorgehen allemal. Und wie ich schon vor einiger Zeit schrieb: Deutschlands Solidarität hat Israel zu gelten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: timsge1899 am 18.November 2023, 08:53:24
Das Problem ist das einseitige Vorgehen. Es gilt die hama szu vernichten aber man bietet den Zivilisten keine Perspektive. Man muss sich nur die Statements führender israelischer Politiker durchlesen, dann sieht man, dass es keinen Plan für die Zivilbevölkerung gibt. Sie brauchen die Perspektive auf einen eigenen Staat und menschenwürdiges Lebensverhältnisse. Das würde auch die unterschwellige Unterstützung der Hamas bröckeln lassen und auch bei einigen muslimischen Staaten zu mehr Bereitschaft zur Diplomatie führen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 18.November 2023, 09:42:57
@White: Allerdings würde ich die aggressive und international in der Kritik stehende Siedlungspolitik Israels nicht so euphemistisch mit "wir siedeln da mal" umschrieben.
Das passiert, wenn ich mich nicht zwischen flapsig- humoristischer "das reichts fürs Internet, ist sowieso schon kompliziert genug" und ernsthafter Art entscheiden kann. Was ich damit wohl sagen wollte, die Siedlungspolitik, wie aggressiv und kritisiert sie auch ist, war eine Reaktion. Und wenn ich mich nicht ganz vertue eben die Reaktion darauf, dass eine Zweistaatenlösung von palästinensicher Seite abgelehnt und dabei deutlich klar gemacht wurde, dass sie alles wollen.

Kann Israel es denn zu Ende bringen und wie soll dieses zu Ende bringen aussehen?
Die einfache Antwort ist "Ja und keine Ahnung."

Die kompliziertere Antwort ist wesentlich... komplizierter.
Ich maße mir nicht an das beurteilen zu können. Letztlich wird es nur funktionieren, wenn jeder Stein in den Gebieten einmal umgedreht wurde und alles was als Waffe benutzt werden kann verschwindet, Israel die Grenzen wirklich ernsthaft dicht macht und alles was rein und raus geht kontrolliert. Für Gaza und Westjordanland ist das vielleicht einigermaßen umsetzbar. Ja, auch Westjordanland. Auch dort gibt es radikale Islamisten und sicherlich auch Hamasangehörige, die gerade die Füße still halten.
Da sind wir dann aber noch nicht fertig. Um Israel herum gibt es weitere Staaten, die als Terrorbasen genutzt werden. Spätestens an dieser Stelle wird es kompliziert. Israel hätte sicherlich die militärischen Möglichkeiten und Ressourcen (im Zweifel mit US-Unterstützung) um im nahen Osten einmal alles platt zu machen. Das würde aber mit Sicherheit vollkommen eskalieren und die Welt (zu Recht) spalten. Die Thematik "ein Land wegen einer Terrororganisation überfallen" wäre bedeutend ernster zu hinterfragen. Das erscheint mir unrealistisch. Letzlich wird es darauf hinaus laufen, dass Israel die Hamas, soweit greifbar und im Rahmen dessen worauf sich völkerrechtlich* mal geeinigt wurde, komplett eliminiert. Alles darüber hinaus macht Israel vom sich verteidigenden Opfer zum aggressiven Täter.

*Es ist weitaus komplizierter als man denken mag, aber es gibt da tatsächlich sowas wie eine Definition wie viele zivile Opfer man rechtfertigen kann. In Israel sitzen da von der IDF unabhängige Anwälte und spielen jeden Fall durch, bevor es die Erlaubnis (oder halt auch nicht) gibt zivile Ziele die militärisch benutzt werden auszuschalten. Eben um Völkerrechtlich abgesichert zu sein. Ich habe die aktuellen zahlen nicht, aber zuletzt hatte ich gelsen, dass auf einen getöteten Hamaskämpfer etwa 0,3 getötete Zivilisten kommen. Das ist eine erschreckende Zahl sollte man meinen. Für Kriege und Konflikte ist diese Zahl aber nahezu lächerlich gering. Im Ukrainekonflikt sind es 1,2 Zivilisten pro Kombattant und mir fällt spontan nichts ein, wo die Zahl nicht mindestens 1:1 war.

Das Problem ist das einseitige Vorgehen. Es gilt die hama szu vernichten aber man bietet den Zivilisten keine Perspektive. Man muss sich nur die Statements führender israelischer Politiker durchlesen, dann sieht man, dass es keinen Plan für die Zivilbevölkerung gibt. Sie brauchen die Perspektive auf einen eigenen Staat und menschenwürdiges Lebensverhältnisse. Das würde auch die unterschwellige Unterstützung der Hamas bröckeln lassen und auch bei einigen muslimischen Staaten zu mehr Bereitschaft zur Diplomatie führen.
Ich weiß nicht, ob du es dir da nicht etwas einfach machst. Die Menschen dort werden vom Kindesalter an indoktriniert Israel/Juden zu hassen. Die umliegenden arabisch/muslimischen Staaten wollen sie nicht haben und die wissen warum. Weil die Mehrheit radikal-fundamentalistische Muslime sind. Es hat schon einen Grund, warum Ägypten die Grenze dicht macht und sagt da kommt keiner rein. Historisch gesehen haben die palästinensichen Einwanderer/Flüchtlinge jedes Land, in das sie in größerer Zahl rein gelassen wurden entscheidend destabilisiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Towelie am 18.November 2023, 11:12:14
Ich bin zwar einen Monat zu spät dran, aber ich möchte gerne mal einen groben Überblick über die Israel/Palästina-Situation von meiner Warte aus geben. DeDaim, der wie ich Geschichte studiert und das Studium sogar abgeschlossen hat möge mich korrigieren, wenn ich mich irgendwo falsch erinnere oder mit meiner Bewertung völlig daneben liege:

Man könnte argumentieren, dass Israel aktuell aufgrund der Taten einer Terrororganisation den Gaza-Streifen überfällt und - um bei dem beliebten Meme-Bild zu bleiben - in einen Parkplatz verwandelt.
Man könnte auch argumentieren, dass Palästina, oder das was irgendwann mal Palästina werden soll, zusammen mit der "arabischen Liga," also alles was um Israel herum ist, vor 75 Jahren Israel direkt zur Gründung des Staates den Krieg erklärt und verloren hat. Sie durften dann trotzdem ihr Gebiet behalten.

20 Jahre später dachte sich die arabische Liga wir fahren mal Truppen überall an der Grenze auf. Israel führte bei der bedrohlichen Lage den Erstschlag aus und vermöbelte dort Alles und Jeden. Der sogenannte Sechstagekrieg. Im Verlauf hat Israel den Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, den Sinai und Ostjerusalem besetzt.

Ein Jahr später wollte Ägypten dann doch den Sinai zurück haben und so gab es erneut Krieg, diesmal zwei Jahre lang, letztlich ohne Ergebnis.
Es dauerte dann drei Jahre, bis Ägypten und Syrien einen netten kleinen Überraschungskrieg starteten. Übrigens an Jom-Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Syrien wollte die Golanhöhen zurück und Ägypten nach wie vor die Halbinsel Sinai. Das lief ein paar Tage ganz gut, bis Israel seine Truppen mobilisiert hatte und danach nach nicht ganz drei Wochen die Syrer wieder rausgeworfen und auf dem Sinai neue Gebiete erobert und eine komplette ägyptische Armee abgeschnitten hatte.
Die UN intervenierte an dieser Stelle, es gab Frieden, Ägypten hat ein bisschen Land zurück bekommen.
7 Jahre darauf hat Israel in einem offiziellen Friedensvertrag den Sinai an Ägypten zurück gegeben.
Seit der Gründung des Staates Israel war das der 5. Krieg.

Aber nun zurück zu Palästina. Israel zog sich aus den Gebieten weitestgehend zurück und erlaubte eine autonome Verwaltung. Zweimal wurden Abkommen angeboten, in denen man Palästina als Staat anerkannt und die Gebiete abgetreten hätte. Wollten die Palästinenser nicht. Irgendwann dachte sich Israel "dann bauen wir da halt Siedlungen."
Lange Rede kurzer Sinn: Israel überfällt nicht den Gaza-Streifen sondern stellt militärisch die Ordnung in einem Gebiet, dass sie seit 75 Jahren nominell besetzt haben, auf dem es keinen Staat* gibt, wieder her.

Das erklärt aber auch ganz gut, woher die Unterstützung pro Palästina gegen den bösen Unterdrücker Israel kommt.


*Exkurs: Ist Palästina ein Staat oder nicht?
Die Antwort ist schwierig. Von 193 UN-Mietgliedsstaaten erkennen 138 Palästina als Staat an. 55 folglich nicht.
Unter anderem Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande, Dänemark, Spanien, Irland, Australien, Portugal, Norwegen, Japan, UK, USA und Israel. Die meisten Staaten, die Palästina anerkennen sind entweder muslimisch oder "Shitholes" oder beides.

Explizit zu nennen bleibt Schweden, die Palästina 2014(?) anerkannt haben und Polen.
Ansonsten hat man in Europa nur Staaten, die Palästina 1988 anerkannt haben, als sie unter dem Einfluss der Sowjetunion standen oder Teil davon waren. Und die haben nunmal immer das Gegenteil der USA gemacht.

Die Frage kann meiner Meinung nach nicht abschließend geklärt werden, aber die Tatsache, dass die Mehrzahl der für mich und meine Moral- und Wertvorstellungen wichtigen Länder Palästina nicht anerkennen lässt mich in die gleiche Richtung tendieren und Palästina nicht als Staat anerkennen. Zudem wurde die Zweistaatenlösung mehrmals angeboten und von den Palästinensern abgelehnt.
Sobald Israel einen Staat Palästina anerkennen würde, würden die anderen Staaten vermutlich sofort folgen.

Erschwerend kommt hinzu: Erkennt man Palästina als Staat an, dann muss man sich damit abfinden, dass der Staat aus zwei Gebieten besteht, Gaza und dem Westjordanland. Während im Westjordanland die Fatah (auch nicht die größten Menschenfreunde) das sagen hat, ist das in Gaza nunmal die Hamas. Also ist die Hamas entweder Terrororganisation oder Regierung. Wenn sie Regierung sind zieht das Argument "Israel überfällt den Staat Palästina wegen der Taten einer Terrororganisation" nicht. Wenn sie eine Terrororganisation sind, kann Gaza kein Staat sein. Hier wird es also ein wenig blöd, aber ich wollte den Gedankengang einfach mal aufzeigen. Es gäbe noch eine dritte Möglichkeit: Die Hamas ist Gewaltherrscher in einem Gebiet des Staates Palästina, dann könnte man argumentieren Israel ist sogar Befreier. Man kann sich da stundenlang im Kreis drehen und wird keine befriedigende Lösung finden.


Es ist scheiße, dass die Zivilbevölkerung unter der Sache zu leiden hat. Wenn Israel es aber nicht zu Ende bringt haben wir die gleiche Situation in ein paar Jahren erneut.

Du beginnst deine Chronik kurz nach der Gründung des Staates Israel. Aber vielleicht sollte noch hinzugefügt werden, dass der Staat Israel auf palästinensischem Territorium gegründet wurde ohne die Zustimmung von Palästina. Und daher wurde seitens Palästina auch keinen Abkommen zugestimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 18.November 2023, 11:42:03
Irgendwo muss man ja anfangen. Zu dem Zeitpunkt hatten die Briten das Sagen in der Ecke und haben es eben so verteilt/ermöglicht. Mit Billigung der UNO. Schon damals war eine Zweistaatenlösung angedacht. Zugegebenermaßen erhielten "die Juden" dabei mehr Land als sie vorher besiedelt hatten, Jerusalem wäre unter UN-Verwaltung gefallen.Letztlich gibt es die Möglichkeit immer weiter zurück zu gehen, wo macht man da den Cut? Jedenfalls lebten Juden schon ca. 1500 Jahre in dem Gebiet, bevor es von im 7. Jahrhundert nach der Gründung des Islam von Arabern erobert wurde.
Dort bringen sich die Menschen seit Anbeginn der Zeit gegenseitig um... Die Israeliten sind jedenfalls historisch gesehen die erste Gruppe, die Anspruch auf das Gebiet erhoben hat und die jetzt noch existiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.November 2023, 12:11:34
Zudem wurde die Zweistaatenlösung mehrmals angeboten und von den Palästinensern abgelehnt.
Logisch, die wollen ja immer noch und auch im Westen gefordert "From the river to the sea", also die Auslöschung des Staates Israels und damit einhergehend natürlich ein judenreines "Palästina".

Zitat
Man kann sich da stundenlang im Kreis drehen und wird keine befriedigende Lösung finden.
Es kann nur eine Lösung geben: die Palästinenser stellen den bewaffneten Kampf ein und entmachten die Terrorgruppen. Erst dann wird es Frieden geben. Die Hamas selber an Frieden keinerlei Interesse, deren steinreiche Bonzen (finanziert durch unsere "humanitäre Hilfe") hocken zusammen mit ihrer Sippschaft in Sicherheit in Katar und lassen es sich gutgehen, während sie ihre "Freiheitskämpfer" als Kanonenfutter wegwerfen und das Leid der Zivilisten propagandistisch ausschlachten.

Zitat
Es ist scheiße, dass die Zivilbevölkerung unter der Sache zu leiden hat.
Jeder Verletzte und jeder Tote ist Schuld der Hamas, das wird von dieser Terrororganistation ja auch beabsichtigt, um möglichst viele tote Kinder und trauernde Frauen in die Kameras halten zu können, um damit besonders im Westen Mitleid zu heischen. Und sie haben wieder einmal Erfolg damit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.November 2023, 12:15:24
...aber man bietet den Zivilisten keine Perspektive.
Es ist auch nicht Aufgabe Israels, der pal. Bevölkerung eine Perspektive zu bieten, das ist Aufgabe der pal. Politiker. Was wurde denn aus der Perspektive, sich in Gaza selber zu verwalten und dort etwas aufzubauen, gemacht? Ein Terrorshithole haben sie daraus gemacht, nachdem sie die Hamas gewählt haben, die dann die absolute Macht an sich gerissen hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.November 2023, 12:18:22
Aber vielleicht sollte noch hinzugefügt werden, dass der Staat Israel auf palästinensischem Territorium gegründet wurde ohne die Zustimmung von Palästina. Und daher wurde seitens Palästina auch keinen Abkommen zugestimmt.
Es gab weder "palästinensisches Territorium" noch gab es eine völkerrechtliche Entität "Palästina", die irgendetwas hätte zustimmen können oder müssen. Israel wurde völkerrechtlich korrekt gegründet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.November 2023, 12:20:34
Zugegebenermaßen erhielten "die Juden" dabei mehr Land als sie vorher besiedelt hatten...
Guck dir mal an, wie viel Land die Araber bekommen haben: Teile Libanons, Syrien, Irak, Jordanien, Teile Saudi-Arabiens und auch einen Teil "Palästinas" hätten sie bekommen sollen. Aber nein, das hat nicht gereicht, es musste alles sein, man wollte keinen Judenstaat im Nahen Osten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 18.November 2023, 19:32:08
Das Problem liegt darin den Staat israel überhaupt gegründet zu haben.

Versteht mich da bitte nicht falsch. Nur weil ich Israel für einen künstlich errichteten Staat halte spreche ich Israel nicht das Existenzrecht ab. Wenn man die dezeit oft verbreitete Logik von wegen "vor x Jahren gab es Israel noch garnicht" weiterspinnt könnte man 90% der afrikanischen Staaten das Existenzrecht absprechen. Zu einem großen Teil sind das nur, von den ehemaligen Kolonialmächten, künstlich gezogene Linien. Genauso könnte man Deutschland wieder in 300 Königreiche zerschlagen, der ETA das Recht auf ihren bewaffneten Kampf für ein eigenständiges Baskenland zusprechen, die Neugründung eines vereinigten Jugoslawiens durchsetzen...
Was alles, genau wie bei Israel, kompletter Quatsch ist. Israel existiert jetzt nunmal und damit muss man klarkommen.

Oder zumindest die Israelis und ihre nachbarn müssen damit klarkommen. Wir Europäer hatten mit der Gründung Israels erreicht was wir lange wollten. Die verdammten juden sind irgendwo, nur nicht bei uns. Das war ja schon lange das Ziel der europäischen Eliten, nicht erst seit dem zweiten Weltkrieg. Da fanden die anderen europäischen Nationen lediglich dass Hitler mit seiner millionenfachen industriellen Vernichtung von Leben ein klein wenig zu weit gegangen ist. Aber im Grunde waren die Juden ja selbst schuld. Hitler hatte ihnen das Leben vorher doch unerträglich gemacht um sie zur Umsiedlung zu bewegen. Wenn sie trotzdem bleiben muss eben eine andere (End)Lösung der (Juden)Frage her.
So zumindest war die Denke damals und ist sie heute bei Vielen auch noch. Die Juden sind nette Leute und wir haben garnichts gegen sie. Aber es wäre doch ganz nett wenn sie nicht bei uns leben.

Also hat man nach der Shoa den Wunsch der Juden nach einem sicheren Hafen genutzt und Israel gegründet. Irgendwo schön weit weg, nur nicht bei uns. Ach schau mal, wir haben da ein britisches Protektorat, in dem nur muslimische Ziegenhirten leben, eh schon ein paar Juden angesiedelt sind und das auch in religiösen Schriften als uraltes Herkunftsgebiet der Juden bezeichnet wird. Das trifft sich super. Gut, Die Moslems versuchen seit Menschengedenken die Juden auszulöschen. Dann geben wir den Juden einfach ein paar Waffen und während die mit den Arabern um ihr Leben kämpfen haben die Araber keine Zeit uns zu bekämpfen um sich ihr Öl zurückzuholen.

Und deswegen haben wir jetzt die ganze Scheiße. Auf der einen Seite eine Minderheit von zionistischen Extremisten [... unsachgemäßer Vergleich entfernt] und mit ihren Methoden der Selbstverteidigung mehr Terroristen erschaffen als sie töten. Und auf der anderen Seite, bzw drumherum, eine Minderheit aus islamistischen Extremisten, welche den Staat Israel und alles jüdisches Leben vom Erdboden tilgen wollen.

Wie man den ganzen Irrsinn stoppen kann? Meiner Meinung nach garnicht, weil jede Seite härter zurückschlagen will als sie selbst geschlagen wurde. So lange sich nicht Anführer finden, denen es egal ist was Großvater von A dem Großvater von B angetan hat und die eine gemeinsame Lösung finden wollen, wird es da unten nie Ruhe geben.
Leider läuft es dort wie immer. Anachbar A leiht Nachbar B eine Schaufel. Nachbar B weigert sich die Schaufel zurückzugeben, worauf Nachbar A Nachbar B ein Huhn klaut. Der Sohn von Nachbar B wird deswegen wütend und bricht Nachbar A die Nase, weswegen Sohn von Nachbar A ihm mit Freunden auflauert und ihn zusammenschlägt. Und 50 jahre später stehen sich 10.000 junge Männer auf einem Schlachtfeld gegenüber ohne den Grund zu wissen wegen dem sie an dem Tag sterben müssen.

Ich empfinde die Forderung, dass die Palästinenser*innen die Hamas bekämpfen sollten als einen schlechten Witz. Die Hamas hat Waffen und nichtmal die bestens ausgerüstete IDF kann sie ausrotten. Was sollen die Palästinenser*innen dann machen? Die Hamas mit Steinen bewerfen? Nicht jeder Mensch hat so dicke Eier wie Sophie Scholl und ist bereit für seine Prinzipien notfalls zu sterben.

Edit: Moderative Entfernung eines NS-Vergleichs, der den Bogen überspannte. - Octavianus
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 20.November 2023, 07:30:26
Dieser Thread war temporär geschlossen, da an uns ein Antisemitismusvorwurf gegenüber einem User herangetragen wurde. Wir nehmen derartige Vorwürfe sehr ernst und haben uns deshalb die Zeit genommen, dies zu prüfen und den Austausch mit dem User gesucht. Der Vorwurf konnte für uns ausreichend ausgeräumt werden und daher eröffnen wir den Thread wieder. Dabei möchten wir Folgendes klarstellen:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.November 2023, 08:24:17
Juden, die die besseren Nazis SIND ist antisemitisch as fuck, da hilft auch "zionistische Extremisten" nichts. Die Nazis haben Millionen Menschen (Juden, Sinti und Roma und andere "Untermenschen") im industriellen Maßstab ermordet, wo tun "zionistische Extremisten" so etwas und dann sogar noch "besser" als die Nazis?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 20.November 2023, 09:31:04
Hier ist jetzt erstmal wieder zu.

Was glaubst du, Signor Rossi, was wir während der Thread-Schließung gemacht haben? Däumchen gedreht und mit den Schultern gezuckt? Nein, wir haben uns untereinander und mit dem User ausgetauscht, haben abgewogen und letztlich zu einer gemeinsamen Einschätzung gefunden. Immer in dem Wissen, wie sensibel das Thema ist und im gemeinsamen Konsens, was geht und was nicht. Das haben wir seit gestern Morgen bis zum späten Abend gemacht. An einem Sonntag. In unserer Freizeit. Und ja, das macht genauso wenig Spaß, wie es sich anhört. Und nein, diese Entscheidung haben wir uns sicher nicht leicht gemacht. Im Übrigen: Nur weil man öffentlich nichts mitbekommt, heißt es nicht, das wir nichts gemacht haben.

Es ist okay, dass du das anders bewertest. Aber hier, nichtmal eine Stunde (!) nach Thread-Wiedereröffnung und nachdem hier einen Tag lang zu war, auf mein kurzes Statement folgend, so etwas rauszuhauen, finde ich wirklich unfassbar und respektlos gegenüber der ehrenamtlichen Arbeit, die wir hier machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 20.November 2023, 22:52:50
Liebe Community,

wie ihr sicher gesehen habt, haben wir diesen Thread mehrmals innerhalb der letzten Tage geschlossen, um uns zu beraten, wie wir mit gewissen Äußerungen umgehen wollen. Der Krieg in Israel lässt auch uns nicht kalt und wie man an der regen Beteiligung sieht, euch genausowenig. Wie bei jedem politischen Thema kommt es auch in unserem Forum zu Situationen, in denen Diskussionen eskalieren und Meinungen geäußert werden, die Grenzen überschreiten. Daher wollten wir, so wie wir das auch im Rahmen der Pandemie-Debatten versprochen haben, frühzeitig reagieren. Um aber auch User nicht voreilig zu verurteilen, ist es schlichtweg ein Grundsatz, Usern für deren beanstandete Beiträge die Gelegenheit zu geben, Dinge geradezurücken. Dies wurde im vorliegenden Fall auch getan, weshalb wir den Thread auch wieder eröffnen möchten.
Wir bitten euch um Verständnis für unsere Haltung und bauen darauf, dass wir alle miteinander wieder in den Dialog treten können. Bitte beherzigt daher auch weiterhin, eure Meinung klar zu kennzeichnen und Fakten nicht mit Polemik zu vermischen, denn gerade in der Politik haben wir Seriösität nötig. Niemand kann verlangen, dass wir alle einer Meinung sein werden, aber lasst euch auf den anderen ein und gerade im Netz gilt einmal mehr, dass geschriebenen Worten der nonverbale Aspekt fehlt, was dazu führen kann, dass Dinge unabsichtlich schärfer formuliert wirken, als sie vielleicht beabsichtigt waren.
Angesichts der historisch erwachsenen deutschen Verantwortung für Israel hatten wir insofern eine schwierige Entscheidung zu treffen und fanden es im Sinne der Community, uns genügend Zeit für eben diese Worte zu wählen. Davon unbenommen bleibt unsere klare Haltung, dass eine Gleichsetzung mit nationalsozialistischen Herrschaftsmethoden eine Verharmlosung des Holocaust darstellt, was inakzeptabel ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.November 2023, 16:30:37
Ich erlaube mir weiterhin, anderer Meinung zu sein, ich kann darin auch nichts unfassbares oder gar respektloses erkennen. Die Aussage ist meiner Meinung nach eindeutig antisemitisch und dass man es hier nicht für notwendig hält, so etwas nicht wenigstens aus einem Beitrag raus zu editieren, halte ich nach wie vor für sehr falsch. Warum das NICHT antisemitisch sein soll, wird von euch nicht erklärt, auch nicht, was der user diesbezüglich von sich gegeben hat.
Dass die Darstellung der Gründung Israels komplett falsch ist, geschenkt, ist wohl dem Bildungsnotstand zu verdanken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 30.November 2023, 01:37:00
Die Aussage ist meiner Meinung nach eindeutig antisemitisch und dass man es hier nicht für notwendig hält, so etwas nicht wenigstens aus einem Beitrag raus zu editieren, halte ich nach wie vor für sehr falsch.

Ich bin wirklich äußerst selten einer Meinung mit Signor Rossi, aber hier gebe ich ihm Recht. Könnt Ihr nicht wenigsten den Beitrag editieren? Ich halte die Passage auch für äußerst befremdlich - auch wenn ich Maddux unterstellen möchte, dass er einen Versuch unternehmen wollte, beide "Parteien" ausgewogen kritisch darzustellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 30.November 2023, 13:07:00
Die Aussage ist meiner Meinung nach eindeutig antisemitisch und dass man es hier nicht für notwendig hält, so etwas nicht wenigstens aus einem Beitrag raus zu editieren, halte ich nach wie vor für sehr falsch.

Ich bin wirklich äußerst selten einer Meinung mit Signor Rossi, aber hier gebe ich ihm Recht. Könnt Ihr nicht wenigsten den Beitrag editieren? Ich halte die Passage auch für äußerst befremdlich - auch wenn ich Maddux unterstellen möchte, dass er einen Versuch unternehmen wollte, beide "Parteien" ausgewogen kritisch darzustellen.

Es war nie meine Intention beide Seiten ausgewogen darzustellen. Israel ist umgeben von Staaten, welche Israel von der Landkarte tilgen wollen, und hat das Recht sich zu verteidigen. Daran ändern auch die Verbrechen durch eine zionistisch extremistische Minderheit in Israel nichts.

Die Mods fanden die Erklärung meiner Ansichten zu dem Thema ausreichend und haben die Erlaubnis die private Konversation zu veröffentlichen, sofern es ihrer Meinung nach der Diskussion zuträglich ist. Wenn die Mods es nicht für erforderlich halten die private Konversation zu veröffentlichen sehe ich keinen Grund warum ich mich selbst öffentlich zu den Vorwürfen das Antisemitismus äußern sollte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 30.November 2023, 22:48:51
Ich möchte hier klarstellen, dass ich dich, Maddux, nicht für einen Antisemiten halte. Der Vergleich mit den Nazis ist aber allerunterste, antisemitische Schublade, es wäre ein gutes Zeichen, wenn du den von dir aus selber entfernen würdest.

Hier ein Merkblatt dazu: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2022/09/israelbezogener-antisemitismus-faltblatt.pdf
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 01.Dezember 2023, 07:05:54
Ich möchte aus der PN von Maddux zitieren, um allen ein vollständiges Bild zu geben.
Ich hätte mir den Beitrag einfach sparen sollen, da ich von anderen Plattformen gewohnt bin dass Kritik an Teilen der israelischen Regierung offensichtlich = Antisemitismus ist.

Um mal ein paar Sachen klarzustellen:

- ich spreche Israel nicht das Existenzrecht ab. Was ich mMn nach auch gut genug erklärt und gesagt hatte dass es Quatsch ist einem Staat das Existenzrecht abzusprechen nur weil er vor x Jahren noch nicht existiert hat. Und ich hatte andere Beispiele genannt in denen man anderen Staaten ebenfalls das Existenzrecht absprechen müsste wenn man "den Staat gab es vor x Jahren noch garnicht" als Grundlage nehmen würde. Im Grunde würde diese Logic auf jedes Land zutreffen und wir müssten wieder in nomadischen Stammesgemeinschaften leben.

- genauso wenig spreche ich Israel das Recht ab seine Bürger mit Waffengewalt zu verteidigen. Das Recht hat Israel genau wie jeder andere Staat und das bei dieser militärischen Selbstverteidigung auch Zivilisten sterben ist kein Problem für mich. So ist Krieg eben und ich bin keiner von diesen plötzlichen Genfer-Konventions-Experten, die behaupten man dürfte kein Krankenhaus bombardieren wenn sich unter den 50 Patienten 1.000 Terroristen der Hamas versteckt haben.

- für mich sind Juden auch nicht = Israelis, was bedeutet dass ich sonstwo lebende Juden nicht mit Israelis gleichsetze. Israelis sind Israelis und in Deutschland lebende Deutsche jüdischen Glaubens sind Deutsche jüdischen Glaubens.

- dementsprechend mache ich anderswo lebende Juden auch nicht für die Verbrechen der israelischen Regierung verantwortlich. Ich mache nichtmal die Israelis für die Verbrechen ihrer Regierung verantwortlich. Außer die Teile der Bevölkerung die sich aktiv an diesen Verbrechen beteiligen.

- ich hatte auch nicht das Narrativ bedient das die Israelis alle bzw alle Juden Zionisten wären. Nur ein kleiner Teil der Israelis sowie der weltweit lebenden Juden sind zionistische Extremisten.

[...]

Dies in Zusammenhang mit der Erklärung der Seite des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung hat uns dazu veranlasst, nicht den Bannhammer zu schwingen.
https://www.antisemitismusbeauftragter.de/Webs/BAS/DE/bekaempfung-antisemitismus/was-ist-antisemitismus/was-ist-antisemitismus-node.html

Ich werde allerdings die Passage aus Maddux' Beitrag editieren, in dem die Gleichsetzung mit Nazis erfolgt, weil das definitiv zu weit geht, wie auch schon mehrfach angemerkt. Ich hoffe, dass ihr unsere Entscheidungsfindung nicht als falsch verstandene Toleranz auslegt, aber wir wollten in diesem sensiblen Fall größtmögliche Transparenz zeigen, um niemanden ungerechtfertigerweise in Schubladen zu stecken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 01.Dezember 2023, 10:51:11
Zur Entspannung etwas Geschichte,

Zitat
Man könnte argumentieren, dass Israel aktuell aufgrund der Taten einer Terrororganisation den Gaza-Streifen überfällt und - um bei dem beliebten Meme-Bild zu bleiben - in einen Parkplatz verwandelt.
Man könnte auch argumentieren, dass Palästina, oder das was irgendwann mal Palästina werden soll, zusammen mit der "arabischen Liga," also alles was um Israel herum ist, vor 75 Jahren Israel direkt zur Gründung des Staates den Krieg erklärt und verloren hat. Sie durften dann trotzdem ihr Gebiet behalten.

Kleine Differenzierung: Die Palästinensischen Gebiete (aka Palästina) wurden nicht "behalten", sondern von den arabischen Nachbarn besetzt. Diese kümmerten sich demnach recht wenig um die Palästinenser oder deren Land als "deren" Land (Und das ist euphemistisch für: besetzen und vertreiben).  :-\

Zitat
20 Jahre später dachte sich die arabische Liga wir fahren mal Truppen überall an der Grenze auf. Israel führte bei der bedrohlichen Lage den Erstschlag aus und vermöbelte dort Alles und Jeden. Der sogenannte Sechstagekrieg. Im Verlauf hat Israel den Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, den Sinai und Ostjerusalem besetzt.
Israel hat diese Gebiete nicht den Palästinensern weggenommen, sondern den arabischen Staaten, die sie den Palästinensern weggenommen haben.
Vielleicht hast Du das gemeint, aber so scheint es mir den Lesern klarer (was ja nicht schadet). ;)

Zum Thema Antisemitismus - "Antizionismus" (zwei unschuldige Differenzierungen): ::)

Es gibt Antisemiten, die eine Art von Zionisten sind. Maddux schreibt das ähnlich. Die Nazis, inklusive Hitler, hatten für die Juden im Zuge der Ausweitung der Ostfront nicht als erstes die Idee des Holocausts, sondern die der Deportation. Ins "Reichsprotektorat", nach Osten, nach Madagaskar, in den Nahen Osten, ... Hauptsache weg.

Es gibt Juden, die den Staat Israel als solchen ablehnen (nicht bekämpfen): Sie sind entweder nicht sehr religiös und wollen keinen "Judenstaat" oder wollen, dass sich das Judentum, wie andere Religionen auch, weltweit verbreitet.
 

Zitat
Und deswegen haben wir jetzt die ganze Scheiße.

Israel ist immerhin durch die UN zustande gekommen und nicht durch Krieg, Revolution, Eroberung ... wie so viele Staaten. Ok, und durch Terror.  ::)

Gedankenexperiment: Was hätten die UN-Väter Israels getan, wenn sie gewusst hätten, wie es um die Idee des sicheren Judenstaates nach 70 Jahren steht? Also, wenn man ihnen mal unterstellt, dass sie eine positive Motivation hatten. 
 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.Dezember 2023, 19:24:26
...Bannhammer...
Es war übrigens auch nie meine Intention, dass Maddux hier gesperrt wird, dadurch, dass diese Aussage jetzt moderiert wurde, hat sich mein Anliegen vollumfänglich erledigt.

Ich möchte allerdings nahelegen, dass man die Geschichte Israels erst einmal studiert. Israel wurde nicht von der UN gegründet, sondern von der jüdischen Nationalbewegung, die ihr Recht auf Selbstbestimmung in Anrecht genommen hat und seit ca. 1880 auf eine eigene Nation und einen eigenen Staat hinarbeitet.

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Israel#Zionistische_Bewegung
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 01.Dezember 2023, 19:48:57
Dem pflichte ich bei, Signor Rossi.

Und zu der Aussage von Hanz Maia
Die Nazis, inklusive Hitler, hatten für die Juden im Zuge der Ausweitung der Ostfront nicht als erstes die Idee des Holocausts, sondern die der Deportation. Ins "Reichsprotektorat", nach Osten, nach Madagaskar, in den Nahen Osten, ... Hauptsache weg.

Das ist euphemistisch formuliert, denn in schon Mein Kampf macht Hitler deutlich, was mit Juden geschehen soll, daher finde ich diese These sehr steil.

Nimm einfach nur folgende Passagen aus Mein Kampf als Beispiel:
Zitat
"Er ist und bleibt der ewige Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab."
"Das Ende aber ist nicht nur das Ende der Freiheit der vom Juden unterdrückten Völker, sondern auch das Ende dieses Völkerparasiten selber."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 01.Dezember 2023, 19:50:21
Durch die UN zustande gekommen und von der UN gegründet sind zwei Paar Stiefel. Und das letztere hat Hanz Maia nicht behauptet. Und auch sonst niemand, oder?

In deinem Link wird selbst ein Zitat vermerkt: „kraft des natürlichen und historischen Rechts des jüdischen Volkes und aufgrund des Beschlusses der UNO-Vollversammlung“

Scheint so, als hätte die UN irgend einen Effekt (Stichwort: Teilungsplan) gehabt. Aber ich habe es nicht studiert. Man korrigiere mich.


Dem pflichte ich bei, Signor Rossi.

Und zu der Aussage von Hanz Maia
Die Nazis, inklusive Hitler, hatten für die Juden im Zuge der Ausweitung der Ostfront nicht als erstes die Idee des Holocausts, sondern die der Deportation. Ins "Reichsprotektorat", nach Osten, nach Madagaskar, in den Nahen Osten, ... Hauptsache weg.

Das ist euphemistisch formuliert, denn in schon Mein Kampf macht Hitler deutlich, was mit Juden geschehen soll, daher finde ich diese These sehr steil.

Nimm einfach nur folgende Passagen aus Mein Kampf als Beispiel:
Zitat
"Er ist und bleibt der ewige Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab."
"Das Ende aber ist nicht nur das Ende der Freiheit der vom Juden unterdrückten Völker, sondern auch das Ende dieses Völkerparasiten selber."

Ich würde die These mitgehen. Zumindest den von dir zitierten Satz von Hanz Maia, bis auf das Wort Holocaust. Meines Wissens nach gab es über einen gewissen Zeitraum diese beschriebene Eskalation. Schlüsse auf die aktuelle Situation möchte ich daraus nicht ziehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 02.Dezember 2023, 10:18:29
Manchmal ist es schwierig, zu wissen, was die Nazis wollten, denn so einiges war geheim und sehr vieles war chaotisch organisiert.

Darüber, dass der Holocaust eine eher späte Idee gewesen sein soll, war ich auch überrascht.
Ich berufe mich da auf Ian Kershaws Hitler-Boiografie (die "Kurzausgabe" hat ca 1000 Seiten und gilt als das Standardwerk).
Darin wird die Holocaust-Endlösung als Ergebnis einer Radikalisierung beschrieben und nicht als ideologischer Ausgangspunkt. (Ich meine, nicht jeder Antisemit will direkt alle Juden töten) Entfernung der Juden und auch "Endlösungsprojekt" waren bis 1941 immer territorial gedacht. Raus aus dem Reich, ins besetzte Generalgouvernement, dann aber nach dem erhoffen Sieg gegen Russland eben nach Russland. Immer mit der Idee, sie dort sich selbst zu überlassen, also verhungern, krepieren zu lassen. Das waren die Pläne von Himmler und Heydrich.
Es gibt da Sätze wie:
Zitat
Hitler hatte unter ständigem Druck von NS-Führern gestanden, die die Juden aus ihren eigenen Herrschaftsbereichen forthaben wollten.
Zitat
Ganz offensichtlich dachte man zu diesem Zeitpunkt  (Frühjahr 41) dabei immer noch an eine territoriale Lösung, an einen Ersatz für den aufgegebenen Madagaskar-Plan. Eichmann ging von etwas 5,8 Millionen Menschen aus.


Es kann sein, dass in Mein Kampf das anders steht (ich habe mir das nicht angetan).

Zitat
wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab."
"Das Ende aber ist nicht nur das Ende der Freiheit der vom Juden unterdrückten Völker, sondern auch das Ende dieses Völkerparasiten selber."

Das Zitat würde ich dabei nicht als Beleg deuten. Sondern so: Wenn das Wirtsvolk stirbt, stirbt auch der Parasit. Das scheint mir eher analytisch gemeint und heißt nicht direkt, dass man den Parasiten vorher töten sollte.

Für die Qualität des Teilungsplans und seiner Nachhaltigkeit heißt das nix.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 02.Dezember 2023, 17:07:03
@Hans Maia:

Das stimmt schon so mit "Mein Kampf". Ich hatte mich mal dort durchgequält um zu verstehen was Hitler wollte und der wollte von Anfang an die Juden komplett auslöschen. Das war nicht unbedingt die "Endlösung" welche die anderen Nazieliten im Sinn hatten und die wussten oft selbst nicht oder wollten nicht wissen welche Lösung Hitler genau vorschwebt. Was auch daran liegt dass niemand von denen "Mein Kampf" gelesen hat. Was man ihnen auch nicht vorwerfen kann. Hitler war ein noch schlechterer Schreiber als ich und dass man ihm keinen Lektor zur Seite gestellt hat ein Verbrechen an der Menschheit. Er hatte seine Ansichten zwar auch oft in seinen Reden geäußert, nur dachten die Leute da wohl dass er nur "ein klein wenig" übertreibt.
Nach der Wannseekonferenz war es ihnen dann klar dass Hitler nicht übertrieben hatte. Nur war es da schon längst zu spät und Widerspruch nichtmehr möglich. Ob die Teilnehmer ideologisch voll dahinter standen oder, im Einzelfall, mitziehen mussten will ich mir nicht anmaßen beurteilen zu können. Aber wer mit dabei ist ist eben mit dabei.


@Signor Rossi:

Ich behaupte nicht dass du mich bezichtigt hättest ein Antisemit zu sein. Mein Beitrag wurde allerdings mit dem Hinweis von einem oder mehreren Usern gemeldet. Wer den Beitrag mit dem Hinweis gemeldet hatte wurde mir, verständlicherweise, nicht mitgeteilt.


Mir ist es zu müßig darüber zu diskutieren wer jetzt genau und warum Israel gegründet hat, weil die Diskussion irgendwann immer damit endet dass jemand Ur-Nammu aus der Tasche zieht um das letzte Wort bei der Frage zu haben wer das älteste Anrecht auf dieses Stück Wüste hat. Der Staat Israel existiert nunmal und zwar länger als das Saarland wieder Teil der Bundesrepublik Deutschland ist. Von Ostdeutschland will ich garnicht erst anfangen.

Ich hatte vor Jahren schonmal erklärt wie wenig ich von "Freiheitskämpfern" halte, die der Ansicht sind Zivilisten der Gegenseite zu ermorden wäre eine legitime Reaktion auf Verbrechen an den eigenen Zivilisten durch die Gegenseite. Nämlich genau garnichts. Leider ist Israel von solchen "Freiheitskämpfern" umgeben, welche sich teilweise nichtmal mehr die Mühe geben sich als Freiheitskämpfer zu bezeichnen, sondern als militärische Organisation mit dem Ziel Israel sowie dessen jüdische Bürger vom Erdboden zu tilgen.

Natürlich darf, kann und muss sich Israel dagegen verteidigen. Nur wie, mit welchen Gründen sowie Begründungen Israel das macht ist oft ein Problem. Und da kommen wir so langsam da hin was ich mit meinem Nazi-Spruch, den ich besser hätte untermauern müssen, meinte.

Die folgenden Worte sind nicht von mir, sondern stammen aus einem ein paar Monate alten und sehr ausführlichen englischsprachigen Artikel, in dem die Probleme innerhalb der israelischen Gesellschaft, der Widerstand gegen Netanjahu sowie die geistliche Elite und die Verstrickungen dieser Elite in die israelische Politik eingegangen wird.
Mein Gedächtnis ist mies und ich weiss nichtmehr ob der Artikel von Noam Chomsky oder einem ehemaligen israelischen (Innen)Politiker stammt und ich versuche den Artikel schon seit einer halben Ewigkeit wieder zu finden. Falls es bei jemandem Klick macht und er den Artikel kennt wäre es nett wenn er ihn hier posten oder mir per PM schicken würde.

O-Ton: „Die Politik Israels wird maßgeblich von zionistischen Extremisten innerhalb der orthodoxen Juden bestimmt. Einer kleinen Gruppe von Israelis, die aufgrund ihrer religiösen Sonderstellung keiner Arbeit nachgehen, sich an der Brust des israelischen Wohlfahrtststaates säugen und deren einzige Aufgabe sowie Lebensinhalt es ist die religiösen Texte zu studieren und in der passenden Weise zu interpretieren. In einer Weise, welche die Legitimation für das Bild der göttlichen jüdischen Herrenrasse liefert und die Auslöschung ihrer, realen oder herbeigeredeten, Feinde. Feinde, die lediglich als Ungeziefer angesehen und wie ebensolches eliminiert werden muss um das Erblühen der jüdischen Herrenrasse zu gewährleisten.“

Ich habe jetzt keinen Einblick in die israelische Gesellschaft und kann daher die Wahrheit dieser Worte nicht bestätigen. Wenn man sich die israelische Rethorik der letzten Wochen mal durch den Kopf gehen lässt muss man aber leider zu dem Schluss kommen dass die zitierten Worte der Wahrheit entsprechen.
Was seit den Terrorangriffen von israelischen Staatsorganen, Regierungsvertretern sowie regierungsnahen Personen gesagt und geschrieben wird ist oft Propaganda die 1-zu-1 der pseudowissenschaftlichen Rassentheorie der Nazis entstammt. Die Sprüche, Bilder sowie Begründungen dafür sind mit denen der Nazis absolut identisch. Und genau wie die Nazis handeln diese zionistischen Extremisten aus ideologischer Überzeugung aufgrund ihres ethnofaschistischen Glaubens Teil einer Herrenrasse zu sein.

Da werden massenhaft Ansichten verbreitet für die man hierzulande, zu Recht, wegen Volksverhetzung im Knast landen würde. Da wäre nichtmal mehr Geldstrafe mit Bewährung drin.

Und genau da liegt für mich persönlich ein großes Problem bei diesem Konflikt. Es gibt so viel Wahrheit über die Verbrechen der Hamas sowie der Gefahr für Israel durch seine Nachbarn zu berichten. Da könnten wir uns hier monatelang die Finger blutig schreiben und würden trotzdem zu keinem Ende kommen.
Statt sich aber einfach auf die Wahrheit zu beschränken verbreitet Israel Lüge über Lüge über Lüge, dehumanisiert seine Gegner und wenn es dafür hält auf absolut ekelhafteste Weise und begibt sich rhetorisch immer weiter Richtung Rechtfertigung für einen Genozid.

Sowas muss verurteilt werden aber stattdessen kriechen wir diesen Extremisten in den Hintern und haben wegen „nie wieder!“ Angst zu widersprechen. Dieses „nie wieder!“ gilt aber universell für jede verfolgte Gruppe überall auf der Welt. Nicht nur für Israel und seine (jüdischen) Bürger. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen dass die Juden nicht ins Meer getrieben werden, genauso aber auch unseren Teil dazu beitragen dass eine Minderheit von israelischen Extremisten ihren Traum vom jüdischen Gottesstaats und der totalen Vernichtung all seiner Feinde nicht in die Tat umsetzen kann.
Aber ok, unsere Außenministerin hat erst gestern das Lebenswerk eines der größten Kriegsverbrecher und Massenmörder der Nachkriegsgeschichte gewürdigt. Von daher wird man die Haltung unserer Regierung wohl einfach hinnehmen müssen.

Bevor es wegen dem Wort „Genozid“ eine Diskussion gibt. Bei der Definition von Genozid gibt es, genau wie zB auch dem Faschismus, eine ganze Reihe von Kriterien und Charakteristika die erfüllt werden müssen. Etwas kann mehr oder weniger viele Kriterien erfüllen und daher mehr oder weniger in Richtung eines Genozids tendieren.
Diese Kriterien müssen aber vollumfänglich erfüllt sein um letztendlich von einem Genozid zu reden. Was in Gaza, meiner Ansicht und der der meisten Experten nach, nicht gegeben ist und weshalb es sich nicht um einen Genozid an der palästinensischen Bevölkerung handelt.
Da mögen andere Menschen anderer Meinung sein. Ich muss mich aber auf die Meinung der Experten verlassen und da spricht die Mehrheit nicht von einem Genozid.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.Dezember 2023, 18:31:41
Und da kommen wir so langsam da hin was ich mit meinem Nazi-Spruch, den ich besser hätte untermauern müssen, meinte.
Da gibt es nichts zu untermauern, der Spruch ist und bleibt antisemitisch.

Zitat
O-Ton:
Quelle? Und stell dir mal vor, auch unter Juden gibt es Irre und Extremisten, Juden sind ganz normale Menschen.

Zitat
Was seit den Terrorangriffen von israelischen Staatsorganen, Regierungsvertretern sowie regierungsnahen Personen gesagt und geschrieben wird ist oft Propaganda die 1-zu-1 der pseudowissenschaftlichen Rassentheorie der Nazis entstammt. Die Sprüche, Bilder sowie Begründungen dafür sind mit denen der Nazis absolut identisch. Und genau wie die Nazis handeln diese zionistischen Extremisten aus ideologischer Überzeugung aufgrund ihres ethnofaschistischen Glaubens Teil einer Herrenrasse zu sein.
Auch hierzu wirst du sicher wortwörtliche Zitate und seriöse Quellen liefern können.

Und wieder werden Juden mit vielen Buzzwords auf eine Stufe mit den Nazis gestellt. Offensichtlich ist es dir unmöglich, Juden, auch jüdische Extremisten, und Israel sachlich zu kritisieren ohne sie mit den Nazis zu vergleichen. Es muss halt gleich die ganz grobe Kelle her, wenn Fakten fehlen.

Zitat
Statt sich aber einfach auf die Wahrheit zu beschränken verbreitet Israel Lüge über Lüge über Lüge, dehumanisiert seine Gegner und wenn es dafür hält auf absolut ekelhafteste Weise und begibt sich rhetorisch immer weiter Richtung Rechtfertigung für einen Genozid.
Ah, jetzt kommen wir der Sache näher, jetzt sind es nicht mehr nur zionistische Extremisten, sondern gleich ganz Israel. Du steigerst dich hier gerade in eine böse Tirade und einen gefährlichen Hass hinein und bedienst dabei die üblichen antisemitischen Klischees vom lügenden und blutrünstigen Juden.

Zitat
Sowas muss verurteilt werden aber stattdessen kriechen wir diesen Extremisten in den Hintern und haben wegen „nie wieder!“ Angst zu widersprechen.
Ja, wir kriechen der Hamas in den Hintern, anstatt dem Gequatsche von der "Staatsräson" auch mal Taten folgen zu lassen. Auch mit dem deutschen Geld werden mal wieder Juden ermordet.

Zitat
...genauso aber auch unseren Teil dazu beitragen dass eine Minderheit von israelischen Extremisten ihren Traum vom jüdischen Gottesstaats und der totalen Vernichtung all seiner Feinde nicht in die Tat umsetzen kann.
Kompletter Nonsens. Würde Israel das wollen, wäre Gaza längst dem Boden gleich gemacht und es gäbe hunderttausende Todesopfer.

Zitat
Aber ok, unsere Außenministerin hat erst gestern das Lebenswerk eines der größten Kriegsverbrecher und Massenmörder der Nachkriegsgeschichte gewürdigt.
Wer soll das sein?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 02.Dezember 2023, 20:11:46
Heinz Alfred Kissinger?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Maddux am 02.Dezember 2023, 21:29:41
@Signor Rossi:

Jetzt mal ohne Witz, wie oft bist du bei deinem, nun schon recht lange anhaltenden, Ausflug ins rechte politische Spektrum mit Anlauf gegen eine Wand gerannt? Anders kann ich mir diesen Angriff und die Unterstellungen echt nicht erklären.

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben klrzustellen dass ich nicht von allen Israelis oder allen Juden rede, sondern nur von einer Minderheit innerhalb der israelischen Regierung. Mehrmals sogar in diesem Beitrag. Dass du mir trotzdem hier unterstellst alle Juden in einen Topf zu werfen, nur weil ich nicht bei jeder möglichen Gelegenheit den Terminus "eine Minderheit der in Israel lebenden ultraorthoxen Juden mit Regierungsverantwortung" benutze ist eine bodenlose Frechheit. Nach Lesen meines Textes sowie des Quotes meiner Erklärung an die Mods hätte man selbst darauf kommen können. Natürlich außer man will es partout nicht oder ist intellektuell nicht dazu in der Lage. Bei deinem Kommentar zum "Bildungsnotstand im Forum" hast du anscheinend von dir selbst gesprochen.

Bezüglich der Quellen hatte ich geschrieben das ich den Originalartikel nichtmehr kenne und mich über Hilfe und Links zum Artikel freuen würde.

Und du willst von mir Quellen und Links? DU? Jemand der hier im Forum seit geraumer Zeit permanent Propaganda aus der Feder Putins sowie des rechtsextremen Spektrums verteilt um damit seinen Unmut über die "linksgrünversiffte Regierung" und allem was dazugehört nachplappert? Natürlich immer komplett ohne Quellenangabe weil zuzugeben dass deine "Informationen" von Facebook-Sharepics stammt dich blöd aussehen lassen würde. Und wenn man dir mit Quellen widerspricht ignorierst du diese Quellen.
DU willst von mir Quellen für meine Behauptungen? Die kann ich dir gerne liefern. Bis morgen Abend liefere ich dir hier 10 Seiten voll absolut ekelhaftester Islamophobie und Dehumanisierung aus der Feder israelischer Regierungsorgane sowie israelischer Regierungspolitiker.
Und nach der Beurteilung meiner Quellen hälst du hier im Forum hoffentlich endlich mal für eine Weile deine Klappe statt rechtsextreme Hetze zu Themen von denen du keine Ahnung hast nachzuplappern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 02.Dezember 2023, 21:56:14
Heinz Alfred Kissinger?
Ist mir echt ein Rätsel, wie verblendet man ihm gegenüber ist, und ihn bis zuletzt in schöner Regelmäßigkeit mit Ehrungen und überschüttet hat.
Klar hat er einige wichtige gute Dinge getan, aber so viel Scheiße am Stecken, gerade wenn man an Südamerika und Südostasien denkt.
Eine absolut wichtige Figur für die Geschichte des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts, aber halt auch, wie Maddux es sagte Kriegsverbrecher und Massenmörder.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 02.Dezember 2023, 23:00:57
@Signor Rossi:

Jetzt mal ohne Witz, wie oft bist du bei deinem, nun schon recht lange anhaltenden, Ausflug ins rechte politische Spektrum mit Anlauf gegen eine Wand gerannt? Anders kann ich mir diesen Angriff und die Unterstellungen echt nicht erklären.

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben klrzustellen dass ich nicht von allen Israelis oder allen Juden rede, sondern nur von einer Minderheit innerhalb der israelischen Regierung. Mehrmals sogar in diesem Beitrag. Dass du mir trotzdem hier unterstellst alle Juden in einen Topf zu werfen, nur weil ich nicht bei jeder möglichen Gelegenheit den Terminus "eine Minderheit der in Israel lebenden ultraorthoxen Juden mit Regierungsverantwortung" benutze ist eine bodenlose Frechheit. Nach Lesen meines Textes sowie des Quotes meiner Erklärung an die Mods hätte man selbst darauf kommen können. Natürlich außer man will es partout nicht oder ist intellektuell nicht dazu in der Lage. Bei deinem Kommentar zum "Bildungsnotstand im Forum" hast du anscheinend von dir selbst gesprochen.

Bezüglich der Quellen hatte ich geschrieben das ich den Originalartikel nichtmehr kenne und mich über Hilfe und Links zum Artikel freuen würde.

Und du willst von mir Quellen und Links? DU? Jemand der hier im Forum seit geraumer Zeit permanent Propaganda aus der Feder Putins sowie des rechtsextremen Spektrums verteilt um damit seinen Unmut über die "linksgrünversiffte Regierung" und allem was dazugehört nachplappert? Natürlich immer komplett ohne Quellenangabe weil zuzugeben dass deine "Informationen" von Facebook-Sharepics stammt dich blöd aussehen lassen würde. Und wenn man dir mit Quellen widerspricht ignorierst du diese Quellen.
DU willst von mir Quellen für meine Behauptungen? Die kann ich dir gerne liefern. Bis morgen Abend liefere ich dir hier 10 Seiten voll absolut ekelhaftester Islamophobie und Dehumanisierung aus der Feder israelischer Regierungsorgane sowie israelischer Regierungspolitiker.
Und nach der Beurteilung meiner Quellen hälst du hier im Forum hoffentlich endlich mal für eine Weile deine Klappe statt rechtsextreme Hetze zu Themen von denen du keine Ahnung hast nachzuplappern.

Also ist Signor Rossi jetzt ein Anhänger des rechtsextremen Spektrums der Putin nachplappert, sich aber gegen den in deinen Beiträgen durchaus herauslesbaren Antisemitismus ausspricht?
Würde sich das nicht widersprechen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.Dezember 2023, 23:21:20
...Ausflug ins rechte politische Spektrum...Jemand der hier im Forum seit geraumer Zeit permanent Propaganda aus der Feder Putins sowie des rechtsextremen Spektrums verteilt um damit seinen Unmut über die "linksgrünversiffte Regierung" und allem was dazugehört nachplappert?
Was für ein multipler Schwachsinn O0 O0 O0

Ich revidiere meine Meinung über dich, du gehörst eindeutig in "antizionistische" Lager, wo sich viele Linksaußen tummeln. Bad news: die Juden bleiben an Ort und Stelle, sie lassen sich nicht mehr wehrlos zur Schlachtbank führen, sie werden sich weiter gegen den Hamasterror wehren, auch wenn ihr linken Gestalten Gift und Galle spuckt. Und das ist auch gut so!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.Dezember 2023, 23:25:56
Eine absolut wichtige Figur für die Geschichte des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts, aber halt auch, wie Maddux es sagte Kriegsverbrecher und Massenmörder.
Weil ein Trotzkist das behauptet, ist Kissinger schlimmer als Stalin, Mao und Pol Pot?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.Dezember 2023, 23:27:21
Würde sich das nicht widersprechen?
Ziemlich stark sogar, weil ich dem Dreckschwein Putin eine krachende Niederlage, die Pest und ewiges Schmoren ist der schlimmsten aller Höllen an den Hals wünsche.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 02.Dezember 2023, 23:34:04
Eine absolut wichtige Figur für die Geschichte des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts, aber halt auch, wie Maddux es sagte Kriegsverbrecher und Massenmörder.
Weil ein Trotzkist das behauptet, ist Kissinger schlimmer als Stalin, Mao und Pol Pot?

Das hat White nicht geschrieben. Scheint mir ohnehin hier im Thread gerade allgemein ein Problem zu sein, dass die Beteiligten Dinge in Aussagen hineininterpretieren, die so nie geschrieben worden sind. Da wird der Interpretationsspielraum des geschriebenen Wortes voll ausgereizt, um dem Anderen eins reinzuwürgen. ::)

Ich mache hier erstmal wieder zu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.Dezember 2023, 14:20:20
Liebe Community,

leider mussten wir den Thread erneut schließen, was wir sehr bedauern. Dass wir in einem Fußball(manager)-Forum auch über andere Themen diskutieren, nicht zuletzt Politik, ist für uns Teil der MTF-Identität und dass diese Diskussionen in aller Regel auf hohem und sachlichem Niveau ablaufen, ist eine Seltenheit im Internet geworden und etwas, worauf wir auch stolz sind. Leider ist genau diese Debattenkultur dem Thread zuletzt ein Stück weit abhanden gekommen. Nach wie vor wollen wir euch und uns gerne Diskussionen über politische Themen ermöglichen, da wir es für wichtig halten, hier eine Austauschplattform dafür zu haben. Eine Schließung des Threads und das Verbannen politischer Diskussionen aus dem MTF fänden wir sehr schade, wir schließen diesen Schritt aber explizit nicht aus. Damit es aber nicht soweit kommt, möchten wir euch nochmals an folgende Grundregeln, die es zu beachten gilt, erinnern:

Danke! Euer Mod-Team
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 13.Dezember 2023, 13:54:31
Erst versucht man für den Bundeshaushalt 2024 Gelder zweckentfremdet verfassungswidrig einzusetzen, jetzt erhöht man die CO2 Abgabe deutlich, womit jeder Bürger (und vor allem Pendler) noch mehr zur Kasse gebeten wird, da die Heiz- und Benzinkosten wieder steigen werden.
Würde mich nicht wundern, wenn einige Pendler in Zukunft ihren Job aufgeben werden, wodurch die Steuereinnahmen wieder sinken.
ich persönlich bin mehrere Jahre täglich pro Fahrt 75km gependelt und war auch aufs Auto angewiesen, da zu den Zeiten meines Dienstbeginnes der ÖPNV keine Alternative gewesen ist. Spätestens jetzt hätte ich mir einen Job mit deutlich weniger Entfernung gesucht...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 13.Dezember 2023, 20:19:28
Es ist nicht umsonst die Ampel des Grauens.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 13.Dezember 2023, 23:16:52
Liebe Community,

leider mussten wir den Thread erneut schließen, was wir sehr bedauern. Dass wir in einem Fußball(manager)-Forum auch über andere Themen diskutieren, nicht zuletzt Politik, ist für uns Teil der MTF-Identität und dass diese Diskussionen in aller Regel auf hohem und sachlichem Niveau ablaufen, ist eine Seltenheit im Internet geworden und etwas, worauf wir auch stolz sind. Leider ist genau diese Debattenkultur dem Thread zuletzt ein Stück weit abhanden gekommen. Nach wie vor wollen wir euch und uns gerne Diskussionen über politische Themen ermöglichen, da wir es für wichtig halten, hier eine Austauschplattform dafür zu haben. Eine Schließung des Threads und das Verbannen politischer Diskussionen aus dem MTF fänden wir sehr schade, wir schließen diesen Schritt aber explizit nicht aus. Damit es aber nicht soweit kommt, möchten wir euch nochmals an folgende Grundregeln, die es zu beachten gilt, erinnern:
  • Denkt daran, dass ihr es mit echten Menschen zu tun habt, auch wenn diese hinter anonymen Accounts stecken. Verhaltet euch entsprechend so, wie es der Anstand im Austausch mit anderen Menschen gebietet. Daraus leiten sich auch die weiteren Regeln ab.
  • Unterlasst persönliche Angriffe gegen andere User.
  • Macht in euren Postings klar, auf wen und/oder was genau ihr euch bezieht und versucht, so zu schreiben, dass der dem Schriftlichen eigene Interpretationsspielraum möglichst klein gehalten wird.
  • Reißt Aussagen anderer User nicht aus dem Zusammenhang, sondern berücksichtigt ihre Argumente in Gänze.
  • Unterlasst Unterstellungen gegenüber anderen Usern.
  • Bleibt sachlich, auch bei emotionalen Themen. Lasst lieber ein oder zwei Tage verstreichen, anstatt in der Emotion in die Tasten zu hauen.

Danke! Euer Mod-Team
Verständlich das ihr keine Lust habt da jeden Beitrag zu Moderieren, vielleicht wäre es da auch eine Maßnahme dann eher das Israel Thema zu verbieten als den Politik Thread ganz zu schließen? Die meisten Debatten die ich dazu auf Discord Servern oder in Foren gesehen habe sind eskaliert,da wurde das dann entweder von Mods geschlossen oder laufen lassen und die Leute haben sich so zerstritten,dass das Thema nach ner Zeit eingeschlafen ist oder aber es haben sich von vornherein oder später Echokammern gebildet und eine Seite hat sich aus der Diskussion verabschiedet.
Es ist ja auch ein Thema das nicht einfach zu besprechen ist, wahrscheinlich hat man da auch bei 100 Leuten 100 unterschiedliche Meinungen,auch kein Wunder bei dem geschichtlichen Zeitraum  und den Informationen die man aus unterschiedlichen Ecken bekommen kann.
Wenn man darüber reden will wäre es vielleicht gut die Themen zu unterteilen, z.B in Politik/Geschichte bis zum 7.10, Ereignisse danach bis heute und Propaganda/Proteste/politische Situation zum Thema in Deutschland und im Ausland. 
Man sollte sich auch im klaren sein, dass es keine gute Lösung geben wrd auf die man sich einigen kann, weil die Situation an sich komplett irrational ist.


Erst versucht man für den Bundeshaushalt 2024 Gelder zweckentfremdet verfassungswidrig einzusetzen, jetzt erhöht man die CO2 Abgabe deutlich, womit jeder Bürger (und vor allem Pendler) noch mehr zur Kasse gebeten wird, da die Heiz- und Benzinkosten wieder steigen werden.
Würde mich nicht wundern, wenn einige Pendler in Zukunft ihren Job aufgeben werden, wodurch die Steuereinnahmen wieder sinken.
ich persönlich bin mehrere Jahre täglich pro Fahrt 75km gependelt und war auch aufs Auto angewiesen, da zu den Zeiten meines Dienstbeginnes der ÖPNV keine Alternative gewesen ist. Spätestens jetzt hätte ich mir einen Job mit deutlich weniger Entfernung gesucht...
Zur Co2 Erhöhung wurde ja eigentlich ein Klimageld versprochen,dass erst verschoben wurde und das es jetzt wahrscheinlich gar nicht geben wird,fair wäre mMn die Erhöhung so lange auszusetzen, bis die Frage des Klimageldes geklärt ist, kommt dann wahrscheinlich als Versprechen zur nächsten Wahl wieder auf den Tisch.  :D
Mal sehen wie hoch die Spritpreise dann im nächsten Jahr klettern werden.
Dazu soll es ja eine Plastiksteuer geben,was dann auch zu höheren Preisen im Supermarkt führen wird. Dazu gab es heute einen Tweet des Wirtschaftsministeriums der Aufmerksamkeit und Spott bekommen hat https://twitter.com/BMWK/status/1734920023141925319  :P
Es gab ja auch die quasi Ankündigung,dass man wahrscheinlich später doch die Schuldenbremse aussetzen muss falls Hilfen für Ukraine oder Ahrtal nicht reichen, was man schon so deuten könnte,dass es fest eingeplant ist. Mützenich hatte da neulich sogar den Gaza Krieg erwähnt, https://twitter.com/ARD_BaB/status/1728836212109214137
Also im Zweifel könnte man sich Wahrscheinlich einfach irgendwo auf der Welt eine Krise suchen und damit dann Schulden in Deutschland begründen. Man müsste sich dann nur mit der Union einigen damit die nicht dagegen klagt, weil man ja anscheinend eine gewisse % an Abgeordneten für eine Klage braucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Dezember 2023, 23:32:04
Also im Zweifel könnte man sich Wahrscheinlich einfach irgendwo auf der Welt eine Krise suchen und damit dann Schulden in Deutschland begründen. Man müsste sich dann nur mit der Union einigen damit die nicht dagegen klagt, weil man ja anscheinend eine gewisse % an Abgeordneten für eine Klage braucht.

Man kann sich irgendwo eine Krise suchen, Schulden machen, um das Geld anschließend genau in diese Krise zu stecken. Zweckfremd geht nicht. Das war schon der Beginn der ganzen Situation.
Eine Einigung mit der Union ist nicht sichbar. Obwohl die auch schwimmt. Wenn die Union jetzt am Drücker wäre, wüssten die auch nicht weiter als die Ampel. Opposition par ex­cel­lence.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.Dezember 2023, 00:11:41
Also im Zweifel könnte man sich Wahrscheinlich einfach irgendwo auf der Welt eine Krise suchen und damit dann Schulden in Deutschland begründen. Man müsste sich dann nur mit der Union einigen damit die nicht dagegen klagt, weil man ja anscheinend eine gewisse % an Abgeordneten für eine Klage braucht.

Man kann sich irgendwo eine Krise suchen, Schulden machen, um das Geld anschließend genau in diese Krise zu stecken. Zweckfremd geht nicht. Das war schon der Beginn der ganzen Situation.
Eine Einigung mit der Union ist nicht sichbar. Obwohl die auch schwimmt. Wenn die Union jetzt am Drücker wäre, wüssten die auch nicht weiter als die Ampel. Opposition par ex­cel­lence.
Falls die Union nicht klagt könnte man das schon,auch zweckfremd, es gibt ja auch Leute die anzweifeln,dass der Nachtragshaushalt für 2023 wasserdicht war, dagegen wird aber nicht geklagt und es wird nicht überprüft.https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/nachtragsaushalt-haushaltsausschuss-anhoerung-100.html
Es sollte Zweckgebunden sein aber die Regel ist ja nicht neu, dass war vor 2023 auch schon so.

Das die Union ähnlich dastehen würde würde ich nicht so unterschreiben, bestimmte Krisen in der Ampel sind einfach hausgemacht und stammen unter anderem daher,dass man den einzelnen Parteien jeweils Geschenke macht und Wähler aller Seiten bedienen will.das hätte man in einer GroKo eher nicht.Tauschen wir die Grünen mit der Union: Heizungsgesetz weg, Kindergrundsicherung Weg, Mrd Kosten 2024 gespart.Ganz zu schweigen von den streitereien über Atomausstieg usw. Bestimmte Probleme hätte man trotzdem, wir wissen aber nicht wie sich ein Unions Bundeskanzler z.B in der Russland/Ukraine Krise verhalten hätte.
Stand jetzt muss die Union einfach warten und die Fehler der Ampel aufzeigen, vielleicht stehen die dann in zwei Jahren bei einer absoluten Mehrheit.  :P

Nebenbei haben die ja neulich auch einen Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm vorgestellt. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/cdu-grundsatzprogramm-entwurf-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.Dezember 2023, 01:45:52
Das die Union ähnlich dastehen würde würde ich nicht so unterschreiben, bestimmte Krisen in der Ampel sind einfach hausgemacht und stammen unter anderem daher,dass man den einzelnen Parteien jeweils Geschenke macht und Wähler aller Seiten bedienen will.das hätte man in einer GroKo eher nicht.Tauschen wir die Grünen mit der Union: Heizungsgesetz weg, Kindergrundsicherung Weg, Mrd Kosten 2024 gespart.Ganz zu schweigen von den streitereien über Atomausstieg usw. Bestimmte Probleme hätte man trotzdem, wir wissen aber nicht wie sich ein Unions Bundeskanzler z.B in der Russland/Ukraine Krise verhalten hätte.
Stand jetzt muss die Union einfach warten und die Fehler der Ampel aufzeigen, vielleicht stehen die dann in zwei Jahren bei einer absoluten Mehrheit.  :P

Stimmt schon. Aber irgendwas hätte die Groko auch gemacht. Oder machen wollen. Die würden nicht vier Jahre Geld verwalten. Irgendwie hätten sie auch die Wirtschaft stabilisieren und den Menschen beim heizen helfen müssen und eigene Pläne durchbringen. Und ich rede da nicht vom KTF.
Aber klar... Man weiß nicht was gekommen wäre. Das sich die Ampel nicht mit Ruhm bekleckern steht fest - schon längere Zeit.

Auch wenn die Rechtssprechung ähnlich ist sehe ich unterschiede zwischen KTF und WSF. WSF war Pragmatismus. Der KTF war Pipi Langstrumpf.


Zu Grundsatzprogramm: Das sage ich jetzt nicht nur zur CDU. Ich finde die Dinger immer viel heiße Luft. Egal ob grün, rot, blau, gelb, schwarz und regenbogen. Die lesen sich toll. Aufbruch und Zuversicht... Ich spüre es schon. Das ist alles ein Sermon in leicht farbigem Anstrich.

Zum Grundsatzprogramm: Cool. Die CDU wird wieder konservativer. Wird Zeit. Aber eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen ist es nicht.
In diesem Fall nimmt die CDU das Rentensystem von der FDP. Das Klimageld nehmen sie von der Ample. Steuerbelastung oben und Entlastung in der Mitte sind auch nicht neu.
Bei der Migration sagen sie Deckel, aber blos nicht wie hoch und wie umsetzbar. Aber klingt erstmal gut, weil hauptsache "die" sind nicht mehr bei uns. Da kann sich jetzt der CDUler ein Deckel von 200.000 vorstellen und der AFDler 20.000. Politik für alle. Doof, dass man immer noch das Völkerrecht und die Genfer Konvention im Blick haben muss. Was macht die CDU den mit dem 200.001 Menschen, den dann eventuell auch kein "williges" Land haben will?
Energiepolitk. Auch super. 2012 wird zum Ausrutscher erklärt. Und nun? Atomkraftwerke bauen... In Deutschland? Ich lache. In Bayern konnte man jahrelang kein Platz für nen Windrad finden. Wo soll den in Deutschland Atomkraft gebaut werden? Beim Endlager sagt jeder "Naja. Wir brauchens. Aber vielleicht nicht gerade bei uns, bitte schön.".  Wir haben 40-50 Jahre starke Anti-Atomkraft in Deutschland. Ich sehe den Wieder-Einstieg nicht. Außerdem wirds, wenns kommt, 5 mal so teuer und drei mal so lange dauern wie geplant.
Da ist Frankreich auch nicht besser. Das Atomkraft-Vorzeigeland. Alle Meiler sind über 30 Jahre alt. Letzten Sommer standen sie zur Hälfte still. Den Flüssen geht das Kühlwasser aus. Der einzige Meiler der aktuell gebaut wird ist massiv teuer und verzögert. Und im Rest von Europa wird zwar viel geplant. Aber gebaut wird tatsächlich wenig. Atomkraft im europäischen Energiemix sinkt.
Renten Alter erhöhen ist auch toll. Endlich führen wir wieder eine Rangliste in Europa an.  ;D

Naja... Ich will das gar nicht so zerrupfen. Wie oben beschrieben klingt es bei den anderen Parteien ja genau so. Ingesamt stecken da, für die CDU, ein paar gute Sachen drin. Ich konnte es noch nicht komplett lesen. Aber ich bin gespannt was draus wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Dezember 2023, 07:24:43
Liebe Community,

leider mussten wir den Thread erneut schließen, was wir sehr bedauern. Dass wir in einem Fußball(manager)-Forum auch über andere Themen diskutieren, nicht zuletzt Politik, ist für uns Teil der MTF-Identität und dass diese Diskussionen in aller Regel auf hohem und sachlichem Niveau ablaufen, ist eine Seltenheit im Internet geworden und etwas, worauf wir auch stolz sind. Leider ist genau diese Debattenkultur dem Thread zuletzt ein Stück weit abhanden gekommen. Nach wie vor wollen wir euch und uns gerne Diskussionen über politische Themen ermöglichen, da wir es für wichtig halten, hier eine Austauschplattform dafür zu haben. Eine Schließung des Threads und das Verbannen politischer Diskussionen aus dem MTF fänden wir sehr schade, wir schließen diesen Schritt aber explizit nicht aus. Damit es aber nicht soweit kommt, möchten wir euch nochmals an folgende Grundregeln, die es zu beachten gilt, erinnern:
  • Denkt daran, dass ihr es mit echten Menschen zu tun habt, auch wenn diese hinter anonymen Accounts stecken. Verhaltet euch entsprechend so, wie es der Anstand im Austausch mit anderen Menschen gebietet. Daraus leiten sich auch die weiteren Regeln ab.
  • Unterlasst persönliche Angriffe gegen andere User.
  • Macht in euren Postings klar, auf wen und/oder was genau ihr euch bezieht und versucht, so zu schreiben, dass der dem Schriftlichen eigene Interpretationsspielraum möglichst klein gehalten wird.
  • Reißt Aussagen anderer User nicht aus dem Zusammenhang, sondern berücksichtigt ihre Argumente in Gänze.
  • Unterlasst Unterstellungen gegenüber anderen Usern.
  • Bleibt sachlich, auch bei emotionalen Themen. Lasst lieber ein oder zwei Tage verstreichen, anstatt in der Emotion in die Tasten zu hauen.

Danke! Euer Mod-Team
Verständlich das ihr keine Lust habt da jeden Beitrag zu Moderieren, vielleicht wäre es da auch eine Maßnahme dann eher das Israel Thema zu verbieten als den Politik Thread ganz zu schließen? Die meisten Debatten die ich dazu auf Discord Servern oder in Foren gesehen habe sind eskaliert,da wurde das dann entweder von Mods geschlossen oder laufen lassen und die Leute haben sich so zerstritten,dass das Thema nach ner Zeit eingeschlafen ist oder aber es haben sich von vornherein oder später Echokammern gebildet und eine Seite hat sich aus der Diskussion verabschiedet.
Es ist ja auch ein Thema das nicht einfach zu besprechen ist, wahrscheinlich hat man da auch bei 100 Leuten 100 unterschiedliche Meinungen,auch kein Wunder bei dem geschichtlichen Zeitraum  und den Informationen die man aus unterschiedlichen Ecken bekommen kann.
Wenn man darüber reden will wäre es vielleicht gut die Themen zu unterteilen, z.B in Politik/Geschichte bis zum 7.10, Ereignisse danach bis heute und Propaganda/Proteste/politische Situation zum Thema in Deutschland und im Ausland. 
Man sollte sich auch im klaren sein, dass es keine gute Lösung geben wrd auf die man sich einigen kann, weil die Situation an sich komplett irrational ist.

Einzelne Themen zu verbieten, finde ich persönlich schwierig. Das vermittelt dann schon den starken Eindruck von Zensur. Wohingegen der Ausschluss eines ganzen Themenkomplexes schlicht damit begründet werden kann, dass wir hier ein Fußball(Manager)-Forum sind und kein Politik-Forum. Fände ich aber ziemlich unbefriedigend. In meinen Augen muss es erwachsenen Menschen in einem Forum - also einem Setting, in dem man eben nicht sofort auf eine Situation/Aussage reagieren muss, sondern sich gut überlegen kann, was man schreibt - möglich sein, sich auch über kontroverse und emotional aufgeladene Themen auszutauschen, ohne persönliche Angriffe und Unterstellungen. Ja, wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein, im Großen und Ganzen funktioniert das hier aber sehr gut, finde ich. Und wer sich nicht benehmen kann, der fliegt. So war das hier schon immer, seit ich das MTF kenne. An der Stelle sei aber erwähnt: Das ist meine ganz persönliche Meinung. Im Mod-Team haben wir über den Ausschluss einzelner Themen nicht diskutiert.

Zur Diskussion um die aktuelle politische Situation in Deutschland: Man muss ja schon fast laut jubelnd aufschreien, dass es der Ampel gelungen ist, sich weitgehend geräuschlos auf einen Haushalt zu einigen. Das kennt man ja gar nicht mehr. Unabhängig davon, ob man das Ergebnis jetzt gut findet oder nicht: Im Stil sollte es so weitergehen, dann hat die Regierung auch eine Chance darauf, dass die Sachen, die sie gut macht (das ein oder andere gibt es ja), auch tatsächlich wahrgenommen werden können.

Dass man das Ausrufen eines Notstands in 2024 quasi schon mit einpreist, finde ich übrigens auch mindestens mal fragwürdig. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass die Schuldenbremse reformiert gehört. Selbst einer ihrer Erfinder, Peer Steinbrück (seinerzeit Finanzminister), sagt, dass das Teil nicht mehr zeitgemäß ist und unter völlig anderen Bedingungen entstand. Nicht falsch verstehen: Natürlich sollte man immer gucken, dass man mit dem bestehenden Haushalt bestmöglich wirtschaftet und da finde ich beispielsweise das Zurückfahren von klimaschädlichen Subventionen einen guten Ansatz. Wenn es aber darum geht, dass man wichtige Zukunftsinvestitionen (bspw. in Infrastruktur), von denen das Land noch Jahre/Jahrzehnte zehren würde, hinten anstellt, weil sie aus dem laufenden Haushalt nicht finanzierbar sind, oder man stattdessen am falschen Ende spart (z. B. am Klimageld, dass den steigenden CO2-Preis kompensieren und damit soziale Härten ausgleichen sollte), dann spart man das Land kaputt.

Aber gut, hier habe ich jetzt wahrscheinlich wieder in ein Wespennest gestochen. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 14.Dezember 2023, 09:35:30
Ich sehe den Haushaltsbeschluss mit den etlichen Hintertürchen eh noch nicht in Stein gemeißelt, da dort auf jeden Fall Potential für eine weitere Verfassungswidrigkeit besteht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Dezember 2023, 11:07:51
...fair wäre mMn die Erhöhung so lange auszusetzen, bis die Frage des Klimageldes geklärt ist...
Das bringt doch alles nix. Auf der einen Seite erhöht man die CO2-Abgabe und zahlt dann auf der anderen Seite ein Klimageld. Unter dem Strich hat man so auch kaum Mehreinnahmen. Anstatt ein bisschen zu sparen werden die Menschen, die das alles erwirtschaften müssen, Arbeitnehmer und Unternehmer, immer mehr ausgenommen.

Die Ampel tut jedenfalls alles dafür, die Union und die AfD stark zu machen. Man kann nur hoffen, dass die nächste von der Union geführte Regierung das politische Elend in den Griff bekommt, sonst droht die AfD die stärkste Partei zu werden. Und wer weiß, wie stark die Wagenknecht-Partei dann ist, da könnte eine Regierungskoalition AfD-Wagenknecht drohen, falls die Union auch versagt.

Zitat
Mal sehen wie hoch die Spritpreise dann im nächsten Jahr klettern werden.
Wenn mir die Energiekosten zu hoch werden und ich das nicht auf die Kunden abwälzen kann, dann mache ich mein Büro in der Stadt zu und fahre auch nicht mehr zu Kunden.

Da bin ich auch nicht der einzige, der so denkt, ein guter Bekannter von mir hat ein kleines, aber energieintensives Geschäft, der überlegt auch schon, den Laden dichtzumachen, weil er die Preise nicht adäquat anheben kann.

Ein Kunde von mir betreibt ein großes Restaurant, der hat dieses Jahr schon zweimal die Preise erhöhen müssen, nächstes Jahr wird es noch schlimmer, die Lohnkosten steigen immer weitet, Fleisch und Gemüse sind teuer ohne Ende, dazu noch steigenden Energiekosten plus die Erhöhung der MwSt., da werden sich viele doppelt und dreifach überlegen, ob sie ins Restaurant gehen oder doch lieber selber kochen.

Die vielen Menschen, die zu Niedriglöhnen arbeiten und auf ein Auto angewiesen sind, werden auch so richtig in den Arsch getreten. Arbeiten lohnt sich in dem Bereich sowieso kaum noch, wenn da die Kosten zu sehr steigen, dann gehen die einfach ins Bürgergeld und machen nebenher noch ein bisschen was schwarz. So haben sie dann mehr Geld UND mehr Freizeit.

Zitat
Dazu soll es ja eine Plastiksteuer geben,was dann auch zu höheren Preisen im Supermarkt führen wird. Dazu gab es heute einen Tweet des Wirtschaftsministeriums der Aufmerksamkeit und Spott bekommen hat...
Habe ich auch gelesen, es ist einfach nur peinlich. Habeck ist mal wieder von Wirklichkeit umzingelt, will das aber nicht wahrhaben.

Die Ampel fährt jedenfalls mit Karacho in den wirtschaftlichen Totalschaden, zusätzlich steigen die Sozialkosten immer weiter, weil immer mehr Boomer in Rente gehen und mehr Betreuung brauchen und weil die Einwanderung, oft direkt in die Sozialsysteme, ungebremst weiter geht.

Das Schlimme an der Sache ist, dass das alles weitgehend hausgemacht ist. Natürlich ist die Ampel nicht am Ukrainekrieg Schuld, aber in Zeiten knapper Energie die AKW abzuschlaten und Steuern und Abgaben auf Energie auch noch zu erhöhen ist ein unglaublicher Schwachsinn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 14.Dezember 2023, 11:32:57
Das bringt doch alles nix. Auf der einen Seite erhöht man die CO2-Abgabe und zahlt dann auf der anderen Seite ein Klimageld. Unter dem Strich hat man so auch kaum Mehreinnahmen. Anstatt ein bisschen zu sparen werden die Menschen, die das alles erwirtschaften müssen, Arbeitnehmer und Unternehmer, immer mehr ausgenommen.

Die Ampel tut jedenfalls alles dafür, die Union und die AfD stark zu machen. Man kann nur hoffen, dass die nächste von der Union geführte Regierung das politische Elend in den Griff bekommt, sonst droht die AfD die stärkste Partei zu werden. Und wer weiß, wie stark die Wagenknecht-Partei dann ist, da könnte eine Regierungskoalition AfD-Wagenknecht drohen, falls die Union auch versagt.

Ich kann mir auch absolut nicht vorstellen, dass es das Klimageld geben wird. Die Erhöhung der CO2 Abgabe wäre dann mit dem Klimageld nur ein Nullsummenspiel und würde nur bürokratische Kosten verursachen. Aber wenn ich den Gedanken jetzt lese, trau ich der Ampel so einen Dummfug zu....

Die AfD ist trotz gravierender, verfassungsgefährdender Eingruppierung nicht umsonst so stark, und auch wenn ich noch nie viel von der Union gehalten habe, setze ich meine ganze Hoffnung dem aktuellem Regierungs-Schauspiel ein Ende zu setzen in die Union, da es ansonsten nur eine Alternative gäbe....


Wenn mir die Energiekosten zu hoch werden und ich das nicht auf die Kunden abwälzen kann, dann mache ich mein Büro in der Stadt zu und fahre auch nicht mehr zu Kunden.

Da bin ich auch nicht der einzige, der so denkt, ein guter Bekannter von mir hat ein kleines, aber energieintensives Geschäft, der überlegt auch schon, den Laden dichtzumachen, weil er die Preise nicht adäquat anheben kann.

Ein Kunde von mir betreibt ein großes Restaurant, der hat dieses Jahr schon zweimal die Preise erhöhen müssen, nächstes Jahr wird es noch schlimmer, die Lohnkosten steigen immer weitet, Fleisch und Gemüse sind teuer ohne Ende, dazu noch steigenden Energiekosten plus die Erhöhung der MwSt., da werden sich viele doppelt und dreifach überlegen, ob sie ins Restaurant gehen oder doch lieber selber kochen.

Die vielen Menschen, die zu Niedriglöhnen arbeiten und auf ein Auto angewiesen sind, werden auch so richtig in den Arsch getreten. Arbeiten lohnt sich in dem Bereich sowieso kaum noch, wenn da die Kosten zu sehr steigen, dann gehen die einfach ins Bürgergeld und machen nebenher noch ein bisschen was schwarz. So haben sie dann mehr Geld UND mehr Freizeit.

Die Kosten treffen halt wieder den Niedriglohnsektor sowie selbstständige, welche einer energieintensiven Tätigkeit nachgehen. Habe im Bekanntenkreis mehrere Pendler, für die definitiv fest steht, sich eine neue, wohnungsnahe Tätigkeit suchen wollen, wenn die Preise noch weiter ansteigen. Die verdienen dann lieber weniger Geld, haben aber im Endeffekt genauso viel raus, wie jetzt. Und das gepaart mit weniger Stress durchs fahren, ist für mich absolut nachvollziehbar. Bin den Schritt selbst im letzten Jahr gegangen.

Alles in allem bleibt nur zu hoffen, dass die Ampel so schnell es geht auseinander geht und hoffentlich schon im nächsten Sommer Neuwahlen stattfinden. Es sind ja nicht nur große Teile der Arbeitnehmer, die unter dieser Regierung zu leiden, sondern der Wirtschaftsstandort Deutschland läuft Gefahr sich extrem abzubauen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Dezember 2023, 12:18:35
Interessant nur, dass es genug Fachleute gibt, die die Kombination aus CO2-Preis und Klimageld für richtig halten. Da gibt es sicher auch gegenteilige Positionen unter den Wirtschaftswisdrnschaftlern. Ich will nur sagen: Komplett unsinnig ist das jetzt nicht.

Was die Ampel macht, ist aber halt Quatsch: Kosten erhöhen, ohne Ausgleich zu schaffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 14.Dezember 2023, 13:27:32
Ich verstehe auch nicht, wie man seine Hoffnung in die CDU setzen kann. Bei der Vorstellung von Merz als Kanzler wird mir speiübel.
Die Ampel ist halt der Bauer, der versucht den Stall zu reparieren und dabei nicht recht vorankommt, weil er mit Hühner-Fangen beschäftigt ist. Aber sich deshalb, den zurückzuwünschen, der zwanzig Jahre lang hat den Stall verrotten lassen, halte ich für wenig sinnvoll - zumal der selbst immer noch keinen Plan hat.
Die meisten unserer jetzigen Probleme basieren doch darauf, dass die CDU sie wider besseres Wissen ignoriert hat, weil Merkel lieber Wahlen gewonnen hat als gute Politik zu machen - und Wahlen gewinnt man in Deutschland leider am besten, indem man erzählt, alles sei gut und möglichst jede Belastung für die wählende Bevölkerung vermeidet. Ist halt bloß ne Lüge, die dem Land irgendwann auf die Füße fällt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 14.Dezember 2023, 13:40:12
Ich verstehe auch nicht, wie man seine Hoffnung in die CDU setzen kann. Bei der Vorstellung von Merz als Kanzler wird mir speiübel.
Die Ampel ist halt der Bauer, der versucht den Stall zu reparieren und dabei nicht recht vorankommt, weil er mit Hühner-Fangen beschäftigt ist. Aber sich deshalb, den zurückzuwünschen, der zwanzig Jahre lang hat den Stall verrotten lassen, halte ich für wenig sinnvoll - zumal der selbst immer noch keinen Plan hat.
Die meisten unserer jetzigen Probleme basieren doch darauf, dass die CDU sie wider besseres Wissen ignoriert hat, weil Merkel lieber Wahlen gewonnen hat als gute Politik zu machen - und Wahlen gewinnt man in Deutschland leider am besten, indem man erzählt, alles sei gut und möglichst jede Belastung für die wählende Bevölkerung vermeidet. Ist halt bloß ne Lüge, die dem Land irgendwann auf die Füße fällt.

Du darfst nicht vergessen, dass die CDU-Merkel in 16 Jahren Amtszeit 12 Jahre mit der SPD regiert hat. Es nur auf die CDU zu schieben, ist auch nicht fair. Und ich halte es auch nicht mit der CDU, nur denke ich, dass eine Regierung mit Beteiligung der CDU die aktuellen Probleme deutlich besser handhaben würden als die Ampel.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.Dezember 2023, 13:59:08
Ich verstehe auch nicht, wie man seine Hoffnung in die CDU setzen kann. Bei der Vorstellung von Merz als Kanzler wird mir speiübel.
Die Ampel ist halt der Bauer, der versucht den Stall zu reparieren und dabei nicht recht vorankommt, weil er mit Hühner-Fangen beschäftigt ist. Aber sich deshalb, den zurückzuwünschen, der zwanzig Jahre lang hat den Stall verrotten lassen, halte ich für wenig sinnvoll - zumal der selbst immer noch keinen Plan hat.
Die meisten unserer jetzigen Probleme basieren doch darauf, dass die CDU sie wider besseres Wissen ignoriert hat, weil Merkel lieber Wahlen gewonnen hat als gute Politik zu machen - und Wahlen gewinnt man in Deutschland leider am besten, indem man erzählt, alles sei gut und möglichst jede Belastung für die wählende Bevölkerung vermeidet. Ist halt bloß ne Lüge, die dem Land irgendwann auf die Füße fällt.

Du darfst nicht vergessen, dass die CDU-Merkel in 16 Jahren Amtszeit 12 Jahre mit der SPD regiert hat. Es nur auf die CDU zu schieben, ist auch nicht fair. Und ich halte es auch nicht mit der CDU, nur denke ich, dass eine Regierung mit Beteiligung der CDU die aktuellen Probleme deutlich besser handhaben würden als die Ampel.

Aber mit welcher Begründung? Es ist nicht so, dass die CDU die ausgeschrieben Spezialisten für Fiskal- und Finzanzpolitik wären und der Ampel die Expertise fehlt. Ich will auch nicht sagen, dass es andersherum ist.
Klar - die CDU hätte in den vergangenen Jahren viel anders gemacht und wäre in einer anderen Situation die besser oder schlechter sein könnte. Aber warum sollte die CDU für die aktuellen Probleme deutlich bessere Lösungen haben?
Jetzt mal nicht davon ausgehend, dass die CDU einfach viele Projekte der Ampel streichen würde und deswegen viel geringere Ausgaben hätte. Die CDU hätte eigene Projekte und selbe Krisen, die sie finanzieren müsste mit einem ähnliche Defizit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 14.Dezember 2023, 14:24:13
Jetzt mal nicht davon ausgehend, dass die CDU einfach viele Projekte der Ampel streichen würde und deswegen viel geringere Ausgaben hätte. Die CDU hätte eigene Projekte und selbe Krisen, die sie finanzieren müsste mit einem ähnliche Defizit.

Genau das ist für mich der Punkt. Die CDU hätte in meinen Augen kein ähnliches Defizit weil Sie keinen Koalitionsvertrag aufgesetzt hätte, der die Kostendeckung vollkommen auf Pump finanzierbar ist. Man kann sich einen Sozialstaat bauen, wie es aktuell gemacht wird, ganz klar, aber man muss sich Ihn auch leisten können.

Dafür ein meines Erachtens ein interessanter Artikel aus 2021: Finanzierung des Koalitionsvertrages (https://www.deutschlandfunk.de/koalitionsvertrag-finanzierung-ampel-investitionen-finanzieren-100.html).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 14.Dezember 2023, 14:28:41
Die CDU soll es besser machen als die Ampel ? Sorry das ist doch einfach nicht wahr. Man trägt jetzt die Konsequenzen für 16 Jahre Merkel und weiter so Mentalität. Man hat sich damals die Schuldenbremse einfallen lassen nur für eine symbolische schwarze Null. Konsequenz daraus war das Infrastrukturprojekte in einer niedrigszinsphase nicht angegangen worden sind nur damit ein Schäuble seine schwarze Null propagieren konnte. Und jetzt hat man den Salat.
Wie soll es die CDU denn besser machen ? Keine Partei auch wenn sie noch soviel verspricht kann die Energiepreise herunter zaubern. Deutschland war schon immer abhängig von Energieliefererungen und hat sich da jahrzentelang wohl gefühlt ohne was dagegen zu tun, weil die alternativen teurer sind. Energiewende wurde propagiert und halbherzig umgesetzt. Übrigens auch in CDU Regierungszeit.

Richtig ist, dass die SPD daran genauso beteiligt gewesen ist. Aber wenn man sich anschaut was die CDU momentan verzapft dann ist das für mich ein Armutszeugnis. Noch dazu dieses anbiedern am rechts außen Rand in dem man versucht der AFD die Wähler zu klauen was aber nicht klappt. Dann ein Merz der in jedes populistische Horn bläst das er finden kann nur damit er endlich Kanzler wird und seinen Lebenstraum erfüllen kann.

Also nein die CDU würde es nicht besser machen wer das denkt hat irgendwie den Bezug zur Realität verloren. Das große Problem ist das jede Partei ständig im Wahlkampfmodus ist und man somit nicht strategisch denkt. Eine CDU unter Merkel hätte in 16 Jahren Regierungszeit soviele Probleme angehen können die wir heute haben und hat es nicht getan.

Und wie ein Merz die Energiepreise senken will bleibt dann wohl auch sein Geheimnis. Auch mit Schwarz Rot, Schwarz Gelb würde Deutschland heute genauso dastehen. Evtl. noch schlechter, da bei Schwarz Gelb es mit der weiter so Mentalität weitergegangen wäre und man evtl. auch den Atomaussteig rückgängig gemacht hätte um den Mythos von der billigigen Atomenergie bis zum Ende zu reiten.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 14.Dezember 2023, 15:14:06
Die CDU soll es besser machen als die Ampel ? Sorry das ist doch einfach nicht wahr. Man trägt jetzt die Konsequenzen für 16 Jahre Merkel und weiter so Mentalität. Man hat sich damals die Schuldenbremse einfallen lassen nur für eine symbolische schwarze Null. Konsequenz daraus war das Infrastrukturprojekte in einer niedrigszinsphase nicht angegangen worden sind nur damit ein Schäuble seine schwarze Null propagieren konnte. Und jetzt hat man den Salat.
Wie soll es die CDU denn besser machen ? Keine Partei auch wenn sie noch soviel verspricht kann die Energiepreise herunter zaubern. Deutschland war schon immer abhängig von Energieliefererungen und hat sich da jahrzentelang wohl gefühlt ohne was dagegen zu tun, weil die alternativen teurer sind. Energiewende wurde propagiert und halbherzig umgesetzt. Übrigens auch in CDU Regierungszeit.

Richtig ist, dass die SPD daran genauso beteiligt gewesen ist. Aber wenn man sich anschaut was die CDU momentan verzapft dann ist das für mich ein Armutszeugnis. Noch dazu dieses anbiedern am rechts außen Rand in dem man versucht der AFD die Wähler zu klauen was aber nicht klappt. Dann ein Merz der in jedes populistische Horn bläst das er finden kann nur damit er endlich Kanzler wird und seinen Lebenstraum erfüllen kann.

Also nein die CDU würde es nicht besser machen wer das denkt hat irgendwie den Bezug zur Realität verloren. Das große Problem ist das jede Partei ständig im Wahlkampfmodus ist und man somit nicht strategisch denkt. Eine CDU unter Merkel hätte in 16 Jahren Regierungszeit soviele Probleme angehen können die wir heute haben und hat es nicht getan.

Und wie ein Merz die Energiepreise senken will bleibt dann wohl auch sein Geheimnis. Auch mit Schwarz Rot, Schwarz Gelb würde Deutschland heute genauso dastehen. Evtl. noch schlechter, da bei Schwarz Gelb es mit der weiter so Mentalität weitergegangen wäre und man evtl. auch den Atomaussteig rückgängig gemacht hätte um den Mythos von der billigigen Atomenergie bis zum Ende zu reiten.  ::)

Ich sag: die Energiepreise wären tiefer, da die CDU den Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig gemacht hat, obwohl er von ihr verzapft wurde. Kannst du natürlich anders sehen, aber hat nichts mit realitätsfremd zu tun ;)

Und der "Mythos der billigen Atomenergie" stimmt insoweit, dass Man die vorhandenen Meiler hätte weiter laufen lassen müssen. Einzig der Neubau von Atommeilern ist teurer. Da wir aber Atommeiler im Land haben, die schon abgeschrieben sind und mit neuen Brennstäben hätten weiter laufen können (und das deutlich sicherer als einige Meiler grenznah), wären die Energiekosten deutlich günstiger, wie zum jetzigen Zeitpunkt.

Aber es ist ja auch besonders "grüne" Energie Strom aus Kohlekraftwerken...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 14.Dezember 2023, 15:36:19
m4 das ist so einfach nicht wahr. Der Strompreis von Atomkraftwerken ist subventioniert. Würde man den echten Strompreis ohne subventionen und mit entsprechenden gesellschaftliche Kosten ansetzen, wäre man deutlich teurer als bspw. Wind und Solarenergie. Dazu kommen die Endlagerproblematik und und und. Dagegen hält man ja gerne das man auch neue Kraftwerke bauen sollte, da diese ja soviel besser seien und der Müll nicht mehr solange strahlen würden. Ein Blick in Nachbarländer, wo solche Kraftwerke momentan gebaut werden zeigt aber das bei jedem dieser Projekte die Kosten deutlich aus dem Ruder laufen und die Bauzeit bspw. beim Reaktor in Flamanville  mittlerweile 16 Jahre beträgt.

Und nein man kann die alten Kraftwerke auch nicht mehr ewig betreiben bzw. kann man ein Kernkraftwerk wie Merz ja gerne behauptet, einfach so wieder hochfahren. Für mich ist das einfach nur ein populistisches Argument, wenn man von der Kehrtwende Merkels und den Atomausstieg der auch von der CDU getragen wurde mal komplett absieht.

Also ja du kannst gerne behaupten der Energiepreis sei niedriger aber es ist am Ende des Tages eine geschönte Zahl die nicht standhält wenn man mal ganz genau hinschaut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.Dezember 2023, 15:43:44
Das mit den günstigen Strompreisen, wenn wir nur blos nicht die Atomkraftwerke abgeschaltet hätten, stimmt. Aber nicht so, dass man sich damit die Krise wegzaubern kann. Es war aber schön als Politiker zu behaupten, dass man nur das machen müsse und dann wäre alles gut. Weil mehr nach mehr klingt. Auf diesem Thema lag damals viel zu viel öffentlicher Fokus. Das war eine totale Nebelkerze.

Die Atomkraftwerke haben 4% unseres Strombedarfs produziert. Man sollte nicht glauben, dass das signifikante Preisreduzierungen hervorgerufen hätte, wenn wir 4% mehr hätten. Die Betonung liegt auf signifikant. Nur zu Zeitpunkten, an denen Angebot und Nachfrage so zueinander gestanden wären, dass durch die 4% mehr Stromproduktion überhaupt kein Gas verbraucht worden wäre, hätte es überhaupt einen Effekt gehabt. Das ist ein Grenzwert. Die überwiegende Zeit haben wir deutlich Gas gebraucht oder nicht. Die CDU hat meines Wissens nicht die Pläne den Strompreis vom Gas zu koppeln. Das wäre aber zum Beispiel eine Lösung.

Zumal die Lieferung auf einem ganz anderen Blatt steht. Neue Brennstäbe wären im besten Fall vor wenigen Monaten und im schlechtesten Fall in einigen Monaten geliefert worden. In den wirklich teuren Monaten wäre das keine Lösung gewesen, weil die Atomkraftwerke gar nicht hätten laufen können.

Ein treffendes Argument wäre die Blackout-Frage gewesen. Aber man hatte ja Angst vor dem Blackout im Winter 22/23. Aber genau da waren keine Brennstäbe da. Siehe oben. Der Streckbetrieb für den Winter 22/23 war total richtig. Und schließlich gab es auch kein Blackout und damit konnte das Ziel in diesem Bereich erreicht werden. Für 23/24 spricht niemand mehr von Blackout. Die Gasstände zum 01.11 waren zu 95% gefüllt und damit bei ihrem normalen Erfüllungsgrad.

Also nein. Die CDU hätte das sicher machen können. Aber eine adequate Einzel-Lösung für die Krise war es nicht. Das wäre eine zu simple Annahme. Einen gewissen Effekt hätte es gehabt.
Ein Widereinstieg in die Atomkraft mit dem Bau von neuen Atomkraftwerken ist natürlich etwas anderes. Ich meine hier geziehlt die Nutzung von Atomkraft zur bewältigung der temporären Energiekrise.


Edit: Das was Knoxville sagt ist natürlich auch richtig. Atomenergie hat noch kein Volk der Erde zuende gedacht. Risikomanagement wird in die Kosten nicht eingerechnet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Agariel am 14.Dezember 2023, 19:26:54
Ich sag: die Energiepreise wären tiefer, da die CDU den Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig gemacht hat, obwohl er von ihr verzapft wurde.

"Verzapft" wurde der Ausstieg aus der Atomenergie von Rot/Grün zu Anfang des Jahrtausends, die große Koalition hat dann erst 2010 den "Ausstieg vom Ausstieg" beschlossen um wenige Monate später kurz nach dem Reaktorunglück in Fukushima doch wieder eine Kehrtwende zu machen.
War im Grunde ein sehr teures Beispiel für eine Politik bei der langfristige politische Projekte spontan geändert wurden weil die Zustimmung bei den Wählern eben plötzlich umgeschlagen ist.

Und auch wenn ich weder ein Freund der SPD noch von Scholz bin will ich mir lieber gar nicht erst vorstellen wo wir heute mit Laschet als Kanzler stehen würden bzw. wie er sich in den aktuellen Krisen verhalten würde. Und die Vorstellung von Merz als Kanzler bereitet mir nicht unbedingt weniger Bauchschmerzen.

Ich hoffe mehr darauf, dass Wüst sich als Kanzlerkandidat durchsetzt, weil ich ihm noch am ehesten zutraue die CDU in die "Moderne" zu führen und die in der Vergangenheit gemachten Fehler aufzuarbeiten. Und davon hat sich die CDU/CSU in den letzten Legislaturperioden einige geleistet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.Dezember 2023, 07:29:53
Das führt jetzt ein bisschen auf die Meta-Ebene, aber meiner Meinung nach müsste sich der Konservatismus neu erfinden, um ein gestaltendes Element in Politik und Gesellschaft sein zu können - und damit eine echte Option an der Wahlurne. Dieses "zurück zu den Wurzeln" und nach Rechts rücken hat in meinen Augen wenig mit Konservatismus zu tun und ist schlicht reaktionär. Grundidee des Konservatismus ist ja erst einmal das Bewahren. Ohne eine Definition dessen, was man bewahren möchte, bewegt man sich aber im luftleeren Raum. Und genau das tun die Unionsparteien nicht, sie definieren nicht, was Konservatismus für sie bedeutet. Ein moderner Konservatismus müsste meines Erachtens klar machen, welche (historisch gewachsenen) Elemente/Aspekte der Gesellschaft und des Landes er bewahren möchte und wo er tatsächlich progressiv für Veränderung steht. Als zukunftsorientierte politische Ausrichtung/Ideologie könnte er dann beispielsweise den Klima- und Umweltschutz priorisieren (die historische Verbindung zwischen konservativen (ja, auch teilw. nationalistischen...) Strömungen und naturverbundenen Ideologien ist ja belegt) und dabei wertkonservative Elemente wie den Schutz der Bürgerrechte mit einbeziehen. Merkel ist damals als Klimakanzlerin angetreten, dazu hätte also eine echte Chance bestanden. Leider hat sie die Union inhaltlich komplett entkernt.

Merz und Söder sind jedenfalls keine Optionen, wenn man gestaltende und zukunftsorientierte Politik möchte. Ob Wüst das kann, keine Ahnung, da kenne ich ihn zu wenig. Allgemein scheint mir diese Selbstreflexion aber sehr kurz zu kommen. Das Grundsatzprogramm lässt davon jedenfalls wenig erkennen und gelebt wird es schon zweimal nicht. So schafft man sich eben selbst ab und fördert Politikverdrossenheit. An der SPD hat man ja gesehen, was passiert, wenn man es nicht fertigbringt, seine Kernidee - in dem Fall die Sozialdemokratie - mit Leben zu füllen und zu modernisieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 15.Dezember 2023, 09:12:48
Für zukunftsweisende Politik ist aber halt leider die Demokratie auch nicht geeignet. Um das mal klarzustellen: Ich kenne auch keine bessere Regierungsform, die alle Menschen in Entscheidungen einbindet. Das Problem sind dann tatsächlich Politiker, die ihren Auftrag, das Beste für die Bevölkerung und den Staat/das Land/den Landkreis/die Kommune zu erzielen, nicht annehmen. Ich arbeite beruflich extrem viel mit Kommunen unterschiedlichster Größe und unterschiedlichster struktureller Rahmenbedingungen zusammen und habe da eines gemerkt: Projekte anzustoßen, deren Auswirkungen vielleicht erst in Jahren sichtbar werden, ist ganz, ganz schwer. Es könnte ja in der Zwischenzeit die Opposition an die Macht kommen und dann das Lob dafür einstreichen, während die eigene Partei dann gar nicht mehr damit in Verbindung gebracht wird. Projekte und Maßnahmen, die dann noch während einer Legislaturperiode abgeschlossen werden und auch erste Erfolge liefern, sind da deutlich einfacher. Irgendwo ja auch verständlich, da Menschen und damit auch Politiker (vom Bundespolitiker bis hin zum Gemeinderat in einem 500-Einwohner-Kaff) in gewisser Weise egoistisch sind. Die wollen natürlich wiedergewählt werden, weiterhin diese, wenn auch zumeist nur sehr geringe, Form von Macht ausüben. Da will man dem "Gegner" doch nicht Sachen auf dem vermeintlichen Silbertablett überreichen.
Und genau das ist doch das Problem. Auch Bundesregierungen tun sich schwer damit, langfristig und sinnvoll zu planen. Dann lieber kurzfristig ein paar Milliarden raushauen, die kurzfristige Effekte erzielen und positive Berichterstattung in den Medien nach sich ziehen. Sind aber nur Politiker das Problem? Keinesfalls. Vielen aus der "einfachen" Bevölkerung fehlt es ja an Weitblick. Die können schwer abschätzen, warum eine riesige langfristige Investition manchmal eben sein muss, um dann in 10 bis 20 Jahren enorme Vorteile zu entfalten. Klimapolitik ist da ein super Beispiel. In Bayern hatten wir vor zwei Wochen extremste Schneefälle. Was machen viel zu viele Leute? Hetzen gegen die Grünen und brüllen Sachen wie "Klimaerwärmung? Der Kinderbuchautor Habeck sagt, es werde keinen richtigen Winter mehr geben? Sehe ich ja. 50cm Schnee." Dass aber solche extremen Schneefälle eben ein Symptom des Klimawandels sind, wird nicht erkannt. Wenn es aber dann schon an solchem Verständnis fehlt, fehlt eben auch Verständnis für langfristig und so dringend nötige Investitionen in den Klimaschutz...


Ganz ehrlich. Ich habe keine Ahnung, wie man mehr notwendiges langfristiges Denken in die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik bringt. Viel zu vieles ist von heute auf morgen und ursächlich sind eben auch Legislaturperioden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Dezember 2023, 10:35:39
Für zukunftsweisende Politik ist aber halt leider die Demokratie auch nicht geeignet. Um das mal klarzustellen: Ich kenne auch keine bessere Regierungsform, die alle Menschen in Entscheidungen einbindet. Das Problem sind dann tatsächlich Politiker, die ihren Auftrag, das Beste für die Bevölkerung und den Staat/das Land/den Landkreis/die Kommune zu erzielen, nicht annehmen. Ich arbeite beruflich extrem viel mit Kommunen unterschiedlichster Größe und unterschiedlichster struktureller Rahmenbedingungen zusammen und habe da eines gemerkt: Projekte anzustoßen, deren Auswirkungen vielleicht erst in Jahren sichtbar werden, ist ganz, ganz schwer. Es könnte ja in der Zwischenzeit die Opposition an die Macht kommen und dann das Lob dafür einstreichen, während die eigene Partei dann gar nicht mehr damit in Verbindung gebracht wird. Projekte und Maßnahmen, die dann noch während einer Legislaturperiode abgeschlossen werden und auch erste Erfolge liefern, sind da deutlich einfacher. Irgendwo ja auch verständlich, da Menschen und damit auch Politiker (vom Bundespolitiker bis hin zum Gemeinderat in einem 500-Einwohner-Kaff) in gewisser Weise egoistisch sind. Die wollen natürlich wiedergewählt werden, weiterhin diese, wenn auch zumeist nur sehr geringe, Form von Macht ausüben. Da will man dem "Gegner" doch nicht Sachen auf dem vermeintlichen Silbertablett überreichen.
Und genau das ist doch das Problem. Auch Bundesregierungen tun sich schwer damit, langfristig und sinnvoll zu planen. Dann lieber kurzfristig ein paar Milliarden raushauen, die kurzfristige Effekte erzielen und positive Berichterstattung in den Medien nach sich ziehen. Sind aber nur Politiker das Problem? Keinesfalls. Vielen aus der "einfachen" Bevölkerung fehlt es ja an Weitblick. Die können schwer abschätzen, warum eine riesige langfristige Investition manchmal eben sein muss, um dann in 10 bis 20 Jahren enorme Vorteile zu entfalten. Klimapolitik ist da ein super Beispiel. In Bayern hatten wir vor zwei Wochen extremste Schneefälle. Was machen viel zu viele Leute? Hetzen gegen die Grünen und brüllen Sachen wie "Klimaerwärmung? Der Kinderbuchautor Habeck sagt, es werde keinen richtigen Winter mehr geben? Sehe ich ja. 50cm Schnee." Dass aber solche extremen Schneefälle eben ein Symptom des Klimawandels sind, wird nicht erkannt. Wenn es aber dann schon an solchem Verständnis fehlt, fehlt eben auch Verständnis für langfristig und so dringend nötige Investitionen in den Klimaschutz...


Ganz ehrlich. Ich habe keine Ahnung, wie man mehr notwendiges langfristiges Denken in die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik bringt. Viel zu vieles ist von heute auf morgen und ursächlich sind eben auch Legislaturperioden.

Das könnte meiner Meinung nach die Presse viel besser machen. Das würde die Welt nicht perfekt machen und ist alleine keine Lösung. Aber es gibt da meiner Meinung nach eine Leerstelle. Wenn man immer klar mitberichten würde, wessen Verdienst etwas ist, dann könnte man auch das Handeln der Politiker besser nachvollziehen, das vor 5-6 Jahren mal ablief. Aber so ein Blick in die Vergangenheit findet sehr selten statt. Höchstens noch bei der Suche nach Fehlern. Selten aber bei der Frage, wer was richtig Tolles auf die Beine gestellt hat. Aber genau an das könnte man sich ja als Gesellschaft mal gewöhnen. Positives sehen, erkennen wessen Verdienst das ist und es würdigen.

Ich hätte sowieso gerne eine viel größeren Blick auf "wer hat was gemacht". So Berichte wie "Was hat Partei x versprochen und was hat sie gemacht" gibt es viel zu wenig. MIttlerweile gibt es sie immerhin. Aber das nicht in jeder Legislatur Periode immer groß berichtet und diskutiert wird, was versprochen wurde und was im Gegensatz am Ende rauskam und wie das Fazit der Regierung aussieht, finde ich angesichts der Tragweite seltsam.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.Dezember 2023, 16:41:27
Ich will nur sagen: Komplett unsinnig ist das jetzt nicht.
Worin liegt denn der Sinn, den Menschen in Deutschland erst das Geld über eine höhere CO2-Abgabe abzunehmen und es ihnen dann (wenn es denn überhaupt kommt, wer glaubt daran) als Klimageld wieder zurückzuüberweisen? Dann soll man die CO2-Abgabe nur um das Klimageld vermindert erhöhen, da spart man sich wenigstens den nutzlosen bürokratischen Wasserkopf.

Zitat
Was die Ampel macht, ist aber halt Quatsch: Kosten erhöhen, ohne Ausgleich zu schaffen.
In so einer Krise hilft nur eines: Kosten senken. Sowohl für die Bürger, damit die konsumieren können, als auch für die Unternehmen, damit die weiter in Deutschland produzieren, und auch der Staat selber muss von seinen Kosten runter, damit er mehr investieren kann. Bund, Länder und Kommunen nehmen 1,8 BILLIONEN EUR an Steuern und Abgaben (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/75242/umfrage/deutschland-einnahmen-des-staates-2008-bis-2013/) ein, aber da findet sich so rein gar nichts, wo man mal sparen könnte. Für mich ist das die pure Unfähigkeit, mit Geld umzugehen. Für 2023 ging es Mw. um Einsparungen von 17 Mrd. EUR, das wäre gerade mal 1% der genannten Staatseinnahmen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.Dezember 2023, 16:43:29
Der Strompreis von Atomkraftwerken ist subventioniert.
Der Strompreis aus EE-Anlagen ist noch viel höher subventioniert.

Der Neubau von Olkiluoto 3 hat 11 Mrd EUR gekostet, bei 60 Jahren Laufzeit sind das gerade mal 184 Mio EUR pro Jahr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 15.Dezember 2023, 20:11:15
Ich will nur sagen: Komplett unsinnig ist das jetzt nicht.
Worin liegt denn der Sinn, den Menschen in Deutschland erst das Geld über eine höhere CO2-Abgabe abzunehmen und es ihnen dann (wenn es denn überhaupt kommt, wer glaubt daran) als Klimageld wieder zurückzuüberweisen? Dann soll man die CO2-Abgabe nur um das Klimageld vermindert erhöhen, da spart man sich wenigstens den nutzlosen bürokratischen Wasserkopf.
Zitat

Weil die CO2-Abgabe vor allem den treffen soll, der CO2 Ausstoß verursacht. Wer mit dem Fahrrad fährt, profitiert. So der Gedanke, wenn ich das Klimageld richtig verstehe
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 15.Dezember 2023, 23:45:53
Stimmt schon. Aber irgendwas hätte die Groko auch gemacht. Oder machen wollen. Die würden nicht vier Jahre Geld verwalten. Irgendwie hätten sie auch die Wirtschaft stabilisieren und den Menschen beim heizen helfen müssen und eigene Pläne durchbringen. Und ich rede da nicht vom KTF.
Aber klar... Man weiß nicht was gekommen wäre. Das sich die Ampel nicht mit Ruhm bekleckern steht fest - schon längere Zeit.

Auch wenn die Rechtssprechung ähnlich ist sehe ich unterschiede zwischen KTF und WSF. WSF war Pragmatismus. Der KTF war Pipi Langstrumpf.
Was mich allgemein ärgert ist,wie mit der Sache durch die Ampel umgegangen wurde, es wurde ja damals von der Union schon angekündigt das geklagt wird und man hätte sich überlegen müssen! wie man damit umgeht falls die Klage durchgeht,einen Plan B und C machen und in der Schublade behalten. Wenn man das mal auf einen Privathaushalt überträgt könnte man sich das als normaler Mensch nicht leisten ins blaue Schulden aufzunehmen von denen man nicht weiß ob die Sicherheit die man hat überhaupt besteht. Dawürde man soppelt und dreifach überlegen ob man überhaupt Schulden macht, hier wirkt es so als ob den Ampel Politikern das völlig egal ist. Der WSF ist ja im Vergleich zum KTF schon anders, weil es mit Corona ja wirklich eine große Krise gab die man auffangen musste.

Zu Grundsatzprogramm: Das sage ich jetzt nicht nur zur CDU. Ich finde die Dinger immer viel heiße Luft. Egal ob grün, rot, blau, gelb, schwarz und regenbogen. Die lesen sich toll. Aufbruch und Zuversicht... Ich spüre es schon. Das ist alles ein Sermon in leicht farbigem Anstrich.
Gebe ich dir recht es zeigt aber in wielche Richtung es mit der Partei gehen wird.


Zum Grundsatzprogramm: Cool. Die CDU wird wieder konservativer. Wird Zeit. Aber eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen ist es nicht.
In diesem Fall nimmt die CDU das Rentensystem von der FDP. Das Klimageld nehmen sie von der Ample. Steuerbelastung oben und Entlastung in der Mitte sind auch nicht neu.
Bei der Migration sagen sie Deckel, aber blos nicht wie hoch und wie umsetzbar. Aber klingt erstmal gut, weil hauptsache "die" sind nicht mehr bei uns. Da kann sich jetzt der CDUler ein Deckel von 200.000 vorstellen und der AFDler 20.000. Politik für alle. Doof, dass man immer noch das Völkerrecht und die Genfer Konvention im Blick haben muss. Was macht die CDU den mit dem 200.001 Menschen, den dann eventuell auch kein "williges" Land haben will?
Ich vermute mal,dass der Zeitpunkt kommen wird an dem man keine andere Wahl hat als das Asylrecht so zu reformieren,dass man die Einwanderung besser kontrollieren kann, inklusive Obergrenzen und sehr verschärften Regeln was als Asylgrund gilt und was nicht. Wenn die Union und die anderen Parteien das nicht angehen wollen macht es später die AfD.
Wenn man z.B in den nächsten Jahren keine Unterkünfte mehr findet,es wird ja wegen hohen Preisen und neuen Regeln weniger gebaut, muss man immer mehr Menschen auf kleinem Raum  unterbringen.

Energiepolitk. Auch super. 2012 wird zum Ausrutscher erklärt. Und nun? Atomkraftwerke bauen... In Deutschland? Ich lache. In Bayern konnte man jahrelang kein Platz für nen Windrad finden. Wo soll den in Deutschland Atomkraft gebaut werden? Beim Endlager sagt jeder "Naja. Wir brauchens. Aber vielleicht nicht gerade bei uns, bitte schön.".  Wir haben 40-50 Jahre starke Anti-Atomkraft in Deutschland. Ich sehe den Wieder-Einstieg nicht.
Trotzdem setzen viele länder auf Atomkraft, irgendwann muss man dann wahrscheinlich auch ehrlich fragen ob der Klimawandel jetzt ein großes Problem und damit wichtiger als Ablehnung von Atomstrom ist, im Moment und wahrscheinlich auch auf absehbare Zeit beziehen wir nämlich einen großen Teil aus Kohle.


Einzelne Themen zu verbieten, finde ich persönlich schwierig. Das vermittelt dann schon den starken Eindruck von Zensur. Wohingegen der Ausschluss eines ganzen Themenkomplexes schlicht damit begründet werden kann, dass wir hier ein Fußball(Manager)-Forum sind und kein Politik-Forum. Fände ich aber ziemlich unbefriedigend. In meinen Augen muss es erwachsenen Menschen in einem Forum - also einem Setting, in dem man eben nicht sofort auf eine Situation/Aussage reagieren muss, sondern sich gut überlegen kann, was man schreibt - möglich sein, sich auch über kontroverse und emotional aufgeladene Themen auszutauschen, ohne persönliche Angriffe und Unterstellungen. Ja, wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein, im Großen und Ganzen funktioniert das hier aber sehr gut, finde ich. Und wer sich nicht benehmen kann, der fliegt. So war das hier schon immer, seit ich das MTF kenne. An der Stelle sei aber erwähnt: Das ist meine ganz persönliche Meinung. Im Mod-Team haben wir über den Ausschluss einzelner Themen nicht diskutiert.
User die sich über Zensur beschweren wollen, würden das aber auch tun,wenn der Thread geschlossen werden oder der User gebannt würde.  :P Am Ende weiß ja auch jeder,dass im Forum eher die Hausregeln gelten als z.B mögliche Strafbarkeit von Posts. Ein Problem das man bei schriftlichen Debatten hat,ist ja auch, dass man oft falsch verstanden wird und manchmal nicht genau rüberbringen kann was man meint. Ansonsten hast du schon recht, viel wurde über das Thema ja auch nicht geschrieben und im Vergleich zu  Diskussionen die ich woanders mitbekommen habe ist das auch noch im Rahmen.

Zur Diskussion um die aktuelle politische Situation in Deutschland: Man muss ja schon fast laut jubelnd aufschreien, dass es der Ampel gelungen ist, sich weitgehend geräuschlos auf einen Haushalt zu einigen. Das kennt man ja gar nicht mehr. Unabhängig davon, ob man das Ergebnis jetzt gut findet oder nicht: Im Stil sollte es so weitergehen, dann hat die Regierung auch eine Chance darauf, dass die Sachen, die sie gut macht (das ein oder andere gibt es ja), auch tatsächlich wahrgenommen werden können.
Allgemein aber doch schon komisch wenn man sich darüber freut,dass sich ohne großen Streit geeinigt wurde.  :D Auch wenn einige nach dem Haushaltsurteil schon das Ende der Ampel Prophezeit haben. Wahrscheinlich wird es nicht von dauer sein falls die Parteien in den Umfragen noch weiter einbrechen, kann mir nicht vorstellen,dass die FDP wirklich mit 3 oder 4% in den nächsten Wahlkampf gehen will.
Dass man das Ausrufen eines Notstands in 2024 quasi schon mit einpreist, finde ich übrigens auch mindestens mal fragwürdig. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass die Schuldenbremse reformiert gehört. Selbst einer ihrer Erfinder, Peer Steinbrück (seinerzeit Finanzminister), sagt, dass das Teil nicht mehr zeitgemäß ist und unter völlig anderen Bedingungen entstand. Nicht falsch verstehen: Natürlich sollte man immer gucken, dass man mit dem bestehenden Haushalt bestmöglich wirtschaftet und da finde ich beispielsweise das Zurückfahren von klimaschädlichen Subventionen einen guten Ansatz. Wenn es aber darum geht, dass man wichtige Zukunftsinvestitionen (bspw. in Infrastruktur), von denen das Land noch Jahre/Jahrzehnte zehren würde, hinten anstellt, weil sie aus dem laufenden Haushalt nicht finanzierbar sind, oder man stattdessen am falschen Ende spart (z. B. am Klimageld, dass den steigenden CO2-Preis kompensieren und damit soziale Härten ausgleichen sollte), dann spart man das Land kaputt.
Dann sollte das Geld aber auch wirklich in Infrastruktur gehen. Die Bürger zahlen eigentlich auch genug Steuern,dass man bestimmt auch ne Menge der notwendigen Dinge bezahlen könnte, nur müsste man dann von Seiten der Politiker besser haushalten und priorisieren, gerade dafür ist ja die Schuldenbremse auch da. Ich würde wetten das man da 700 Mrd zur Verfügung stehen könnte und es immernoch nicht reicht, weil das System,mmit dem Geld eingeteilt und verteilt wird zu kaputt ist. Jeder hier wird bestimmt aus seiner Gegend irgendwelche Projekte nennen können in die unnötig Geld geflossen ist, vielleicht auch noch mit Förderung aus Bund oder Land das man ja nehmen musste weil es sonst weg wäre und das zieht sich dann durch alle Ebenen.
Schulden aufnehmen ist da natürlich viel einfach als Geldverschwendung abzustellen.
Ich gehe aber auch mal davon aus,dass die Schuldenbremse reformiert wird, die Union wird ja für ihre Politik auch Pläne haben,die angeschoben werden wollen.

Habe ich auch gelesen, es ist einfach nur peinlich. Habeck ist mal wieder von Wirklichkeit umzingelt, will das aber nicht wahrhaben.

Die Ampel fährt jedenfalls mit Karacho in den wirtschaftlichen Totalschaden, zusätzlich steigen die Sozialkosten immer weiter, weil immer mehr Boomer in Rente gehen und mehr Betreuung brauchen und weil die Einwanderung, oft direkt in die Sozialsysteme, ungebremst weiter geht.

Das Schlimme an der Sache ist, dass das alles weitgehend hausgemacht ist. Natürlich ist die Ampel nicht am Ukrainekrieg Schuld, aber in Zeiten knapper Energie die AKW abzuschlaten und Steuern und Abgaben auf Energie auch noch zu erhöhen ist ein unglaublicher Schwachsinn.
Trotzdem besteht die FDP ja anscheinend auch weiterhin darauf,dass keine Steuern erhöht wurden, sind dann eben Abgaben aus der Industrie, ist ja auch komplett was anderes als wenn man es direkt beim Bürger holt.  :P

Die CDU soll es besser machen als die Ampel ? Sorry das ist doch einfach nicht wahr. Man trägt jetzt die Konsequenzen für 16 Jahre Merkel und weiter so Mentalität.
Darum ist es mMn der richtige Weg sich klar von der Merkel Politik, zumindest der letzen Jahre zu distanzieren und wieder mehr zu den Wurzeln zu gehen, einer Unionsregierung unter Merz oder Söder traue ich da schon eine andere Politik zu,Wüst sehe ich eher auf einer ähnlichen Schiene wie Merkel.

Richtig ist, dass die SPD daran genauso beteiligt gewesen ist. Aber wenn man sich anschaut was die CDU momentan verzapft dann ist das für mich ein Armutszeugnis. Noch dazu dieses anbiedern am rechts außen Rand in dem man versucht der AFD die Wähler zu klauen was aber nicht klappt. Dann ein Merz der in jedes populistische Horn bläst das er finden kann nur damit er endlich Kanzler wird und seinen Lebenstraum erfüllen kann.
In den Umfragen legt die Union schon zu, vorhin habe ich z.B das Politbarometer gesehen, da stehen die bei 32% mit +1 Zuwachs https://www.zdf.de/nachrichten/briefing/politbarometer-ampel-absturz-fornoff-zdfheute-update-100.html die Ampel kommt insgesamt auf 33%
Wenn man sich das mal ohne den Wechsel und den härteren Ton vorstellen würde,stünde die AfD vielleicht bei über 30,von daher sehe ich nicht warum es nicht klappt da Stimmen zu holen. Das Problem,dass sich aus dem Kurs ergibt ist ja eher,dass dann in der nächsten Regierung auch abzuliefern, die AfD wird ja nicht verschwinden und steht dann vielleicht mit 32% in der Opposition.

Also nein die CDU würde es nicht besser machen wer das denkt hat irgendwie den Bezug zur Realität verloren. Das große Problem ist das jede Partei ständig im Wahlkampfmodus ist und man somit nicht strategisch denkt. Eine CDU unter Merkel hätte in 16 Jahren Regierungszeit soviele Probleme angehen können die wir heute haben und hat es nicht getan.
Mit Merkel gebe ich dir Recht, trotzdem ist die Ampel wirklich die schlechteste Regierung die ich bisher mitbekommen habe, hätte ich gewusst wie es läuft hätte ich Laschet gewählt, der wäre in jeder Hinsicht die bessere Wahl gewesen.
Ich könnte auch eine lange Liste machen und aufzählen was mir genau nicht gefällt,von der Paritätischen Zusammensetzung der Minister nach Geschlecht statt Fähigkeit(Lambrecht) über das Heizungsgesetz bis zum Hickhack um die Schuldenbremse, am Ende ist die Kombination und die Richtung der Ampel einfach nicht meine Politik. Ich hätte gerne eine Regierung die sich um reale Probleme kümmert und sich nicht an Wunschvorstellungen aufhängt. Dazu scheint auch jeder Minister überfordert und wirklich unehrlich zu sein, bei Merkel hatte man Andi Scheuer und seinen Maut Skandal, hier bringt das ganze Kabinett erstmal das ganze Land aus Unachtsamkeit oder Arroganz in finanzielle Schieflage.
Die 2 Jahre jetzt fühlen sich für mich an wie die 16 unter Merkel, weil da einfach so viel passiert ist über das man meckern könnte.  :D

Ich glaube nebenbei auch nicht wirklich,dass die Union einen guten Job machen wird aber ich erwarte schon,dass die ein paar Sachen ändern werden die mir jetzt nicht gefallen,stand jetzt hätten die meine Stimme, bei Wüst müsste ich überlegen aber ich werde auf keinen Fall eine Ampel Partei wählen.
Aber es sind ja noch 2 Jahre vielleicht erleben wir ja noch das Wirtschaftswunder von dem Scholz mal gesprochen hat. ;)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Dezember 2023, 08:54:35
Weil die CO2-Abgabe vor allem den treffen soll, der CO2 Ausstoß verursacht. Wer mit dem Fahrrad fährt, profitiert. So der Gedanke, wenn ich das Klimageld richtig verstehe
Das Problem ist doch, dass durch die CO2-Abgabe alles teurer wird, nicht nur Benzin, sondern auch Strom, Lebensmittel und die Warmmiete. Davon profitiert niemand, auch kein Radfahrer. Und was ist mit denen, die auf ein Auto angewiesen sind, aber trotzdem nicht viel Geld haben? Die werden immer mehr ins Bürgergeld gelockt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Dezember 2023, 09:04:15
Trotzdem besteht die FDP ja anscheinend auch weiterhin darauf,dass keine Steuern erhöht wurden, sind dann eben Abgaben aus der Industrie, ist ja auch komplett was anderes als wenn man es direkt beim Bürger holt.  :P
Das kann Lindner gerne bauernschlau versuchen, FDP-Mitglieder und -Wähler sind aber intelligent genug, sich davon nicht einlullen zu lassen. Ich habe mein gesamtes Wählerleben FDP gewählt, Lindner hat es bald geschafft, mich zur Union zu vertreiben.

Auf die Regierung nach der nächsten Bundestagswahl kommt es an, wenn die es nicht schafft, die Politikmisere in Deutschland umzudrehen, die Menschen zu begeistern, die Wirtschaft anzufeuern, dann sehe ich sehr, sehr schwarz, dann befürchte ich, dass die AfD an die Macht kommt.

Zitat
Ich glaube nebenbei auch nicht wirklich,dass die Union einen guten Job machen wird...
Ja, der glaube fehlt mir auch. Wenn Wüst Kanzler wird, dann wird sich gar nichts ändern, der ist Merkelianer und wird gerne mit den Grünen regieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.Dezember 2023, 10:19:55
Weil die CO2-Abgabe vor allem den treffen soll, der CO2 Ausstoß verursacht. Wer mit dem Fahrrad fährt, profitiert. So der Gedanke, wenn ich das Klimageld richtig verstehe
Das Problem ist doch, dass durch die CO2-Abgabe alles teurer wird, nicht nur Benzin, sondern auch Strom, Lebensmittel und die Warmmiete. Davon profitiert niemand, auch kein Radfahrer. Und was ist mit denen, die auf ein Auto angewiesen sind, aber trotzdem nicht viel Geld haben? Die werden immer mehr ins Bürgergeld gelockt.

Der, der wenig CO2-Ausstoß verursacht, hatvon der Kombination CO2-Abgabe + Klimageld halt mehr/wird weniger getroffen. So verstehe ich das Konzept des Klimageldes.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Dezember 2023, 10:56:19
Wenn das Klimageld denn irgendwann mal ausgezahlt wird, woran berechtigte Zweifel bestehen dürfen, erstmal muss alles selber bezahlt werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 02.Januar 2024, 22:19:25
https://www.merkur.de/wirtschaft/auszahlung-kommen-soll-ueber-500-euro-klimageld-pro-familie-ab-wann-die-ampel-92752604.html

In den letzten 3 Jahren bisher 139€ pro Kopf ungefähr, was der Bürger bislang „vorstreckt“, das sind unter 50€ im Jahr. Natürlich ist das auch Geld, aber der Wirbel der da drum gemacht wird?

https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/martin-beznoska-buerger-zahlen-fuer-die-versaeumnisse-der-ampel.html

Auch die neuen Änderungen laufen im Beispiel eines Singles mit 50.000€ Einkommen auf 3,33€ im Monat an Mehrkosten zusammen.
Selbst der Vielpendler mit 30.000km im Jahr zahlt für seinen Sprit bei 3ct an Mehrkosten wegen CO2 bei nem 7 Liter Auto 63€ mehr an Jahr fürs Benzin. Wenn ich mir dann wieder anschaue, wie viel Geld die Leute so alleine an Silvester verpulvern…
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Januar 2024, 18:16:47
Politik funktioniert nur mit Vertrauen, und wenn Versprechen gebrochen werden, kommt das beim Wähler nicht gut an, besonders wenn man sich ontop zum üppigen Ministergehalt nochmal 3.000 EUR netto aus der Pulle nimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 09.Januar 2024, 21:42:19
Zur Diskussion um die aktuelle politische Situation in Deutschland: Man muss ja schon fast laut jubelnd aufschreien, dass es der Ampel gelungen ist, sich weitgehend geräuschlos auf einen Haushalt zu einigen. Das kennt man ja gar nicht mehr. Unabhängig davon, ob man das Ergebnis jetzt gut findet oder nicht: Im Stil sollte es so weitergehen, dann hat die Regierung auch eine Chance darauf, dass die Sachen, die sie gut macht (das ein oder andere gibt es ja), auch tatsächlich wahrgenommen werden können.
Einen Monat später sieht es dann schon wieder anders aus, anscheinend hat man sich nicht wirklich Gedanken über die Kürzung in der Landwirtschaft gemacht. Özdemir als Landwirtschaftsminister wurde komplett übergangen und die Bauern wurden davon auch kalt erwischt. Kann es vielleicht sein,dass man nicht genau hingeschaut und sich einfach die Gruppe für Kürzungen rausgesucht hat,von denen die wenigsten Ampel Stimmen zu erwarten sind?
Dazu dann noch die künstliche Aufregung um ein wenig Gerangel an einem Fähranleger und ein mediales framing ,dass teilweise entweder die Berufsgruppe in die rechte und Gewalttäter Ecke stelllt oder Neid erzeugen will,nach dem Motto,dass es den Landwirten ja eh viel zu gut geht, die können sich ja Traktoren leisten.  :P

Dabei ist die Situation jetzt ja auch nur ein Resultat der Regierungen und der EU Politik der letzten 20-30 Jahre, die immer neue Regelungen und Bürokratische Hürden geschaffen hat um für weniger Gewinne und größere Höfe zu sorgen. Die Ampel hat da nur den Fehler gemacht noch mal was obendrauf zu packen.
Ich verstehe die Kürzung jetzt aber auch aus Klimapolitischer Sicht nicht, falls man es hier wirklich schafft einen Teil der Höfe und der Landwirschaft in den Ruin zu treiben werden die Sachen eben aus dem Ausland importiert in denen es nicht so strenge Regeln gibt und günstiger produziert werden kann, was dann aber schädlicher für das Klima ist.

Das kann Lindner gerne bauernschlau versuchen, FDP-Mitglieder und -Wähler sind aber intelligent genug, sich davon nicht einlullen zu lassen. Ich habe mein gesamtes Wählerleben FDP gewählt, Lindner hat es bald geschafft, mich zur Union zu vertreiben.

Auf die Regierung nach der nächsten Bundestagswahl kommt es an, wenn die es nicht schafft, die Politikmisere in Deutschland umzudrehen, die Menschen zu begeistern, die Wirtschaft anzufeuern, dann sehe ich sehr, sehr schwarz, dann befürchte ich, dass die AfD an die Macht kommt.

Die Mitgliederbefragung neulich fiel ja knapp Pro Ampel aus. Wobei ich mir vorstellen könnte,dass da auch extra was gedreht wurde das es so ausfällt wie es sollte, ich meine die Abstimmung war auch nur Digital möglich, wahrscheinlich fällt ein Teil der Leute da schon mal raus.

Wahrscheinlich wird die FDP nach der nächsten Wahl erstmal für eine Weile aus dem Bundestag verschwinden, könnte mir gut vorstellen, dass einige Wähler dann zu den FW oder zur geplanten Maaßen Partei abwandern könnten, je nachdem wie beide bis zur Bundestagswahl dann zulegen werden. Für die nächsten Landtagswahlen sieht es ja sowieso schwarz aus,weil die FDP da auch beim letzten mal nichts geholt hat. Das wäre dann im September in Thüringen,Sachsen und Brandenburg.
Gerade nochmal in den Umfragen nachgeschaut, in Sachsen wäre wohl auch die SPD raus und in Thüringen die Grünen, vielleicht haben wir dann ja in diesem Jahr schon eine Situation, in der ein Regierung ohne AfD nicht mehr möglich ist.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.Januar 2024, 07:42:11
Wie wärs mit einem Kompromiss? Kürzungen für die, die Subventionen so mittel nötig haben.

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/eu-agrar-subventionen-landwirte-aldi-hochwasser-100.html

Wer da hat, dem wird gegeben.

#DerMurksRegeltDas
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Januar 2024, 08:44:24
Subventionen sind generell schlecht, weil sie den Markt verzerren. Das Problem ist, dass man - auch innerhalb der EU - in Konkurrenz steht, wer denn jetzt die meisten Subventionen raushaut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 10.Januar 2024, 14:23:37
Dazu dann noch die künstliche Aufregung um ein wenig Gerangel an einem Fähranleger und ein mediales framing ,dass teilweise entweder die Berufsgruppe in die rechte und Gewalttäter Ecke stelllt oder Neid erzeugen will,nach dem Motto,dass es den Landwirten ja eh viel zu gut geht, die können sich ja Traktoren leisten.  :P

Sorry, aber den ersten Teil dieses Satzes kannst du doch nicht ernst meinen? :o Robert Habeck war in seiner Freizeit als Privatperson (!) unterwegs. Bei seiner Rückkehr ans Festland warteten Hunderte Personen (übrigens nicht nur Landwirte) und blockierten den Anleger. Ein Gesprächsangebot von Habeck lehnten die Demonstranten ab. Die Lage spitzte sich zu und die Polizeikette wurde durchbrochen, die Fähre musste wieder ablegen, um nicht gestürmt zu werden. Was daran ist "ein wenig Gerangel an einem Fähranleger"? Einem Regierungsvertreter in seiner Freizeit aufzulauern ist an sich schon schäbig, die unbeteiligten Mitreisenden auf der Fähre in Mitleidenschaft zu ziehen ebenso, dann schlägt man noch das Gesprächsangebot aus und rund drei Dutzend Leute versuchen die Fähre zu stürmen? Das ist kein kleines bisschen Gerangel, das ist eine Verrohung der politischen Sitten! Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt so ein Verhalten. Die ZEIT hat die Ereignisse übrigens rekonstruiert: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/bauern-schluettsiel-habeck-rechte-demonstration (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/bauern-schluettsiel-habeck-rechte-demonstration)
Aber gut, da Habeck scheinbar an allem Schuld ist, ist es wohl auch gerechtfertigt, ihm aufzulauern und ein bisschen Gerangel am Fähranleger zu veranstalten. ::)

Im Übrigen ist die Unterwanderung demokratischer Proteste durch Rechtsextreme kein Alleinstellungsmerkmal der Landwirte. Da wird es, wie in allen anderen Berufsgruppen auch, einen gewissen Prozentsatz Rechtsextreme geben. Dass die solche Proteste für sich nutzen, ist aber nicht neu und spätestens seit den Corona-Demos auch sehr präsent. Dass dann davor gewarnt wird ist richtig, ebenso, dass Medien darüber berichten.



Edit: Apropos rechtsextreme Umtriebe: https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/ (https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/). Da haben doch echt ein paar Neonazis ihre kleine Wannseekonferenz abgehalten und wähnten sich unbeobachtet. Wie man angesichts solcher Umtriebe und dazu der Verfassungsschutz-Einstufung dreier Landesverbände als rechtsextrem als jemand, der sich gedanklich-politisch nicht am rechten Rand befindet, ernsthaft noch über eine Wahl der AfD nachdenken kann (weil die ja wenigstens Probleme ansprechen, auch wenn sie keine Lösung bieten... ::)), ist und bleibt mir schleierhaft. Wer die AfD wählt, wählt und unterstützt Nazis. Punkt.

Ich habe einen Vorschlag für die Aussiedlung dieser Spinner: Die können eine Nordseeinsel haben und sich da mit dem Tulpennazi aus Holland ihren eigenen kleinen Modelstaat errichten. >:(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 10.Januar 2024, 18:30:43
Sorry, aber den ersten Teil dieses Satzes kannst du doch nicht ernst meinen? :o Robert Habeck war in seiner Freizeit als Privatperson (!) unterwegs. Bei seiner Rückkehr ans Festland warteten Hunderte Personen (übrigens nicht nur Landwirte) und blockierten den Anleger. Ein Gesprächsangebot von Habeck lehnten die Demonstranten ab. Die Lage spitzte sich zu und die Polizeikette wurde durchbrochen, die Fähre musste wieder ablegen, um nicht gestürmt zu werden. Was daran ist "ein wenig Gerangel an einem Fähranleger"? Einem Regierungsvertreter in seiner Freizeit aufzulauern ist an sich schon schäbig, die unbeteiligten Mitreisenden auf der Fähre in Mitleidenschaft zu ziehen ebenso, dann schlägt man noch das Gesprächsangebot aus und rund drei Dutzend Leute versuchen die Fähre zu stürmen? Das ist kein kleines bisschen Gerangel, das ist eine Verrohung der politischen Sitten! Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt so ein Verhalten. Die ZEIT hat die Ereignisse übrigens rekonstruiert: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/bauern-schluettsiel-habeck-rechte-demonstration (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/bauern-schluettsiel-habeck-rechte-demonstration)
Aber gut, da Habeck scheinbar an allem Schuld ist, ist es wohl auch gerechtfertigt, ihm aufzulauern und ein bisschen Gerangel am Fähranleger zu veranstalten. ::)

Im Übrigen ist die Unterwanderung demokratischer Proteste durch Rechtsextreme kein Alleinstellungsmerkmal der Landwirte. Da wird es, wie in allen anderen Berufsgruppen auch, einen gewissen Prozentsatz Rechtsextreme geben. Dass die solche Proteste für sich nutzen, ist aber nicht neu und spätestens seit den Corona-Demos auch sehr präsent. Dass dann davor gewarnt wird ist richtig, ebenso, dass Medien darüber berichten.



Edit: Apropos rechtsextreme Umtriebe: https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/ (https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/). Da haben doch echt ein paar Neonazis ihre kleine Wannseekonferenz abgehalten und wähnten sich unbeobachtet. Wie man angesichts solcher Umtriebe und dazu der Verfassungsschutz-Einstufung dreier Landesverbände als rechtsextrem als jemand, der sich gedanklich-politisch nicht am rechten Rand befindet, ernsthaft noch über eine Wahl der AfD nachdenken kann (weil die ja wenigstens Probleme ansprechen, auch wenn sie keine Lösung bieten... ::)), ist und bleibt mir schleierhaft. Wer die AfD wählt, wählt und unterstützt Nazis. Punkt.

Ich habe einen Vorschlag für die Aussiedlung dieser Spinner: Die können eine Nordseeinsel haben und sich da mit dem Tulpennazi aus Holland ihren eigenen kleinen Modelstaat errichten. >:(
Ich kann verstehen wenn man es nach der ersten Berichterstattung so wahrnimmt, ging ja auch so Viral und durch die Nachrichtensendungen. Nur war der Ablauf sehr wahrscheinlich anders. Was verbreitet wurde war ja ein sehr gestauchter Videoschnitt in der zuerst aus einem passenden Winkel Menschen gezeigt wurden die angeblich die Fähre stürmen wollen und Habeck flüchten muss.

Was ich denke was passiert ist: Bauern bekommen durch Buschfunk mit,dass Habeck einen Ausflug zu einer Hallig macht,verbreiten das untereinander, sehen es als gute Gelegenheit mal einen Bundesminister zu treffen und im zu zeigen was sie von der Kürzung halten. Habeck kommt an und es ist den Personenschützern/Polizei zu unsicher ihn an Land und an Deck zu lassen um da mit den Leuten zu reden weil es inzwischen dunkel geworden ist,schon verständlich. Es wird darüber geredet sich auf dem Schiff zu treffen und über die Probleme zu reden, Landwirte machen ein Angebot mit 10 Leuten an Bord zu kommen, wird abgelehnt,Habeck bietet Gespräch mit 2 Bauern an, ist denen,auch verständlich,zu wenig. Laut einem Youtuber der auch da war wird angeboten mit 2 Leuten zu kommen und alles zu filmen, das will Habeck aber nicht. Fähre legt ab es gibt ein kurzes Gerangel, ein paar Leute zünden Feuerwerk und alle fahren wieder nach Hause. 

Wie die Zeit es schreibt "Gerade noch rechtzeitig hatte das Schiff vom Hafen abgelegt, wenige Augenblicke, bevor die Demonstranten die Fähre stürmen konnten. " so kann es ja auch aufgrund der Kräfteverteilung gar nicht gewesen sein. Klar wäre es besser wenn es da keine Schubserei gegeben hätte und man gar keine Chance gibt solche Bilder zu verbreiten aber den Angriff den da viele sehen wollen hat es nicht gegeben. Gerade auch im Vergleich mit anderen Demonstrationen und anderen gezielten Zusammenstößen die sonst in Berichten nur am Rande erwähnt werden.
Protest an der Stelle und Empfang von Habeck auch als "Privatperson" kann ich verstehen, man muss sehen in was für einer Situation die Menschen sich befinden und da ist es schon in Ordnung ihm das auch zu zeigen. Er war in S-H ja auch mal Landwirtschaftsminister,darf man auch nicht vergessen.
Dazu auch der Verweis auf die Berichterstattung zur Letzten Generation und deren Blockaden, nach der Flughafen Störung konnten ja auch tausende nicht in den Urlaub, da saßen Vetreter der Gruppe aber trotzdem danach in Talkshows oder konnten sogar in der gleichen Nachrichtensendung ein Statement über Forderungen abgeben.

Ich vermute ,dass es einigen einfach gut in den Kram gepasst hat so kurz vor den Protesten und es aufgenommen und verbreitet wurde um ein ensprechendes Bild zu erzeugen. Genauso wie gezielt nach irgendwelchen Symbolen auf Schildern gesucht wird und man dann versucht den Eindruck entstehen zu lassen als wäre der Einfluss durch Rechtsextreme unter Landwirten besonders groß und die Proteste gegen die Kürzung und die Politik der Ampel von der Seite gesteuert und somit unbegründet. So kann man sich eher damit bschäftigen und hat Kritik an der eigenen Politik aus der Schusslinie.
Es gibt auch Rechtsextreme und auch Schilder oder Symbole die man lieber weglassen sollte,gar keine Frage, dass wird aber,je nach Region,Demo und Anmelder auch unterschiedlich sein. Andersrum wird aber auch viel umgedeutet, im Brennpunkt neulich haben die z.B auch einen Galgen gezeigt an dem offensichtlich ein Bauer hing und kein Politiker und das dann in Verbindung mit Pegida gebracht.  :P
Da ist man teilweise in der Berichterstattung schon sehr übers Ziel hinausgeschossen und gerade auch in Verbindung zum AfD Thema das du ansprichst, da hat man dann wieder eine Gruppe von Leuten,Landwirte, Menschen aus deren Umfeld, die in Zukunft vielleicht hinterfragen werden ob da denn auch alles so stimmt wie es berichtet wird wenn es um ähnliche Vorfälle geht.

Dazu mal die Videos des Youtubers der vor Ort war. Ich kenne auch jemanden persönlich der auch an dem Protest teilgenommen hat,der hat mich auch auf den yt Kanal aufmerksam gemacht und es mir ähnlich geschildert.
https://youtu.be/4YVe6wAwoRw?si=8IE0UgGotJQ9QvVb
https://www.youtube.com/watch?v=9qhUv-bpR6Y
Brennpunkt Galgen bei Minute 9:21. https://www.ardmediathek.de/video/brennpunkt/bauernproteste-wie-berechtigt-sind-sie/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYTAxNDJmODQtOTBkMC00NzQ2LTkyNTktZDMxZTJmYmM4MzNi
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 10.Januar 2024, 21:42:58
Die Demokratie ist in Gefahr!!1elf

Gerade die Grünen müssen die Klappe aufreißen, sollen mal beim Joschka nachfragen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Januar 2024, 21:51:44
Die Demokratie ist in Gefahr!
Ja, das ist sie in der Tat, aber nicht wegen der Bauerndemos. Was da in Potsdam abgelaufen ist, zeigt exemplarisch auf, was in Deutschland mittlerweile los ist. Das wird auch nicht die einzige Veranstaltung zum Thema "Regime Change von rechts" (so der Titel des aktuellen Buches von Sellner) gewesen sein, wo die Machtübernahme akribisch geplant wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 10.Januar 2024, 22:42:55
Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.

Man kann erkennen, dass ein Großteil der Menschen mittlerweile die Schnauze voll davon haben, was hier abgeht und sich eine wesentlich konservativere Politik wünschen.
Da mittlerweile alle Altparteien Richtung linksgrün spaziert sind, selbst die CDU mit ein paar Merz'schen Ausreißern, ist die AFD salonfähig geworden,
letztlich mMn umso mehr, durch die ewige Verbotsdiskussion.

Natürlich würde sich manches ändern, sollte die AFD je Regierungsverantwortung erhalten,
aber dass direkt Hunderttausende deportiert werden würden, halte ich für übliche Übertreibung und den feuchten Traum von Ewiggestrigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 10.Januar 2024, 23:17:01
1933 hat angerufen, die wollen ihre Enabler wieder zurück.

Ich weiß nicht, ab wann für dich „nie wieder“ anfängt, aber begonnen hat das Elend damals auch nicht erst mit Deportationen, sondern lange davor.

Aus Worten werden Taten. Man nennt das stochastischen Terrorismus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.Januar 2024, 01:14:22
Sorry, aber den ersten Teil dieses Satzes kannst du doch nicht ernst meinen? :o Robert Habeck war in seiner Freizeit als Privatperson (!) unterwegs. Bei seiner Rückkehr ans Festland warteten Hunderte Personen (übrigens nicht nur Landwirte) und blockierten den Anleger. Ein Gesprächsangebot von Habeck lehnten die Demonstranten ab. Die Lage spitzte sich zu und die Polizeikette wurde durchbrochen, die Fähre musste wieder ablegen, um nicht gestürmt zu werden. Was daran ist "ein wenig Gerangel an einem Fähranleger"? Einem Regierungsvertreter in seiner Freizeit aufzulauern ist an sich schon schäbig, die unbeteiligten Mitreisenden auf der Fähre in Mitleidenschaft zu ziehen ebenso, dann schlägt man noch das Gesprächsangebot aus und rund drei Dutzend Leute versuchen die Fähre zu stürmen? Das ist kein kleines bisschen Gerangel, das ist eine Verrohung der politischen Sitten! Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt so ein Verhalten. Die ZEIT hat die Ereignisse übrigens rekonstruiert: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/bauern-schluettsiel-habeck-rechte-demonstration (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/bauern-schluettsiel-habeck-rechte-demonstration)
Aber gut, da Habeck scheinbar an allem Schuld ist, ist es wohl auch gerechtfertigt, ihm aufzulauern und ein bisschen Gerangel am Fähranleger zu veranstalten. ::)

Im Übrigen ist die Unterwanderung demokratischer Proteste durch Rechtsextreme kein Alleinstellungsmerkmal der Landwirte. Da wird es, wie in allen anderen Berufsgruppen auch, einen gewissen Prozentsatz Rechtsextreme geben. Dass die solche Proteste für sich nutzen, ist aber nicht neu und spätestens seit den Corona-Demos auch sehr präsent. Dass dann davor gewarnt wird ist richtig, ebenso, dass Medien darüber berichten.



Edit: Apropos rechtsextreme Umtriebe: https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/ (https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/). Da haben doch echt ein paar Neonazis ihre kleine Wannseekonferenz abgehalten und wähnten sich unbeobachtet. Wie man angesichts solcher Umtriebe und dazu der Verfassungsschutz-Einstufung dreier Landesverbände als rechtsextrem als jemand, der sich gedanklich-politisch nicht am rechten Rand befindet, ernsthaft noch über eine Wahl der AfD nachdenken kann (weil die ja wenigstens Probleme ansprechen, auch wenn sie keine Lösung bieten... ::)), ist und bleibt mir schleierhaft. Wer die AfD wählt, wählt und unterstützt Nazis. Punkt.

Ich habe einen Vorschlag für die Aussiedlung dieser Spinner: Die können eine Nordseeinsel haben und sich da mit dem Tulpennazi aus Holland ihren eigenen kleinen Modelstaat errichten. >:(
Ich kann verstehen wenn man es nach der ersten Berichterstattung so wahrnimmt, ging ja auch so Viral und durch die Nachrichtensendungen. Nur war der Ablauf sehr wahrscheinlich anders. Was verbreitet wurde war ja ein sehr gestauchter Videoschnitt in der zuerst aus einem passenden Winkel Menschen gezeigt wurden die angeblich die Fähre stürmen wollen und Habeck flüchten muss.

Was ich denke was passiert ist: Bauern bekommen durch Buschfunk mit,dass Habeck einen Ausflug zu einer Hallig macht,verbreiten das untereinander, sehen es als gute Gelegenheit mal einen Bundesminister zu treffen und im zu zeigen was sie von der Kürzung halten. Habeck kommt an und es ist den Personenschützern/Polizei zu unsicher ihn an Land und an Deck zu lassen um da mit den Leuten zu reden weil es inzwischen dunkel geworden ist,schon verständlich. Es wird darüber geredet sich auf dem Schiff zu treffen und über die Probleme zu reden, Landwirte machen ein Angebot mit 10 Leuten an Bord zu kommen, wird abgelehnt,Habeck bietet Gespräch mit 2 Bauern an, ist denen,auch verständlich,zu wenig. Laut einem Youtuber der auch da war wird angeboten mit 2 Leuten zu kommen und alles zu filmen, das will Habeck aber nicht. Fähre legt ab es gibt ein kurzes Gerangel, ein paar Leute zünden Feuerwerk und alle fahren wieder nach Hause. 

Wie die Zeit es schreibt "Gerade noch rechtzeitig hatte das Schiff vom Hafen abgelegt, wenige Augenblicke, bevor die Demonstranten die Fähre stürmen konnten. " so kann es ja auch aufgrund der Kräfteverteilung gar nicht gewesen sein. Klar wäre es besser wenn es da keine Schubserei gegeben hätte und man gar keine Chance gibt solche Bilder zu verbreiten aber den Angriff den da viele sehen wollen hat es nicht gegeben. Gerade auch im Vergleich mit anderen Demonstrationen und anderen gezielten Zusammenstößen die sonst in Berichten nur am Rande erwähnt werden.
Protest an der Stelle und Empfang von Habeck auch als "Privatperson" kann ich verstehen, man muss sehen in was für einer Situation die Menschen sich befinden und da ist es schon in Ordnung ihm das auch zu zeigen. Er war in S-H ja auch mal Landwirtschaftsminister,darf man auch nicht vergessen.
Dazu auch der Verweis auf die Berichterstattung zur Letzten Generation und deren Blockaden, nach der Flughafen Störung konnten ja auch tausende nicht in den Urlaub, da saßen Vetreter der Gruppe aber trotzdem danach in Talkshows oder konnten sogar in der gleichen Nachrichtensendung ein Statement über Forderungen abgeben.

Ich vermute ,dass es einigen einfach gut in den Kram gepasst hat so kurz vor den Protesten und es aufgenommen und verbreitet wurde um ein ensprechendes Bild zu erzeugen. Genauso wie gezielt nach irgendwelchen Symbolen auf Schildern gesucht wird und man dann versucht den Eindruck entstehen zu lassen als wäre der Einfluss durch Rechtsextreme unter Landwirten besonders groß und die Proteste gegen die Kürzung und die Politik der Ampel von der Seite gesteuert und somit unbegründet. So kann man sich eher damit bschäftigen und hat Kritik an der eigenen Politik aus der Schusslinie.
Es gibt auch Rechtsextreme und auch Schilder oder Symbole die man lieber weglassen sollte,gar keine Frage, dass wird aber,je nach Region,Demo und Anmelder auch unterschiedlich sein. Andersrum wird aber auch viel umgedeutet, im Brennpunkt neulich haben die z.B auch einen Galgen gezeigt an dem offensichtlich ein Bauer hing und kein Politiker und das dann in Verbindung mit Pegida gebracht.  :P
Da ist man teilweise in der Berichterstattung schon sehr übers Ziel hinausgeschossen und gerade auch in Verbindung zum AfD Thema das du ansprichst, da hat man dann wieder eine Gruppe von Leuten,Landwirte, Menschen aus deren Umfeld, die in Zukunft vielleicht hinterfragen werden ob da denn auch alles so stimmt wie es berichtet wird wenn es um ähnliche Vorfälle geht.

Dazu mal die Videos des Youtubers der vor Ort war. Ich kenne auch jemanden persönlich der auch an dem Protest teilgenommen hat,der hat mich auch auf den yt Kanal aufmerksam gemacht und es mir ähnlich geschildert.
https://youtu.be/4YVe6wAwoRw?si=8IE0UgGotJQ9QvVb
https://www.youtube.com/watch?v=9qhUv-bpR6Y
Brennpunkt Galgen bei Minute 9:21. https://www.ardmediathek.de/video/brennpunkt/bauernproteste-wie-berechtigt-sind-sie/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYTAxNDJmODQtOTBkMC00NzQ2LTkyNTktZDMxZTJmYmM4MzNi


Wie erklärst du die Bilder bei 9:40 Minute im ersten Link von dir? 10-15 Menschen drängen sich gegen die Polizeitblockade, um bessere Position zum Abschied winken zu bekommen? Klar steht die Masse der Anwesenden nur da und guckt. Aber wozu? Wie Menschen aus dem Urlaub kommen? Ist das ein neues Trendhobby? Ich will jetzt nicht so weit gehen und darin die Verohung der Demokratie sehen. Aber ich finde es abartig, dass man mal kurz verbreitet, wo ein Mensch ausm Urlaub kommt und dem dann auf diese Art und Weiße auflauert. Was will man erreichen mit einem zusammengerufenen Haufen vom Menschen? Alleine aus Sicht der Gruppendynamik ist das eine dumme Idee.
Das mehr Menschen nur da standen als Menschen die gedrängelt haben entschuldigt nicht die Drängelei an sich. Auch, dass nichts passiert ist spielt keine Rolle.
Gesunder Menschenverstand lässt mich nicht auf eine Fähre laufen wo ich nicht hingehöre. Wo endet diese Aktion den, wenn man sie weiter denkt? Sagen wir da wären 20 Menschen mehr gewesen die drängelbereit sind und die Polizeireihe hätte nicht gereicht. Abgesehen davon, dass die Polizei dann Gewalt eingesetzt hätte... Wären die friedlich aufs Schiff, hätten dem Habeck die Hand geschüttelt und konstruktiv kritisiert, was man in der Wirtschaftspolitik besser machen könnte?
Da sind also ein paar Trottel, die den gut organisierten Demonstrationen der Landwirte einen Bärendienst erweisen und jetzt soll die Berichterstattung schuld sein? Die Berichterstattung berichtet auch, wie sich der Bauenverband selbst davon distanziert (https://www.deutschlandfunk.de/deutscher-bauernverband-distanziert-sich-von-blockade-aktion-gegen-habeck-100.html). Oder läd Experten ein, die erklären, dass es sich bei der Aktion gar nicht um Landwirtschaft dreht (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bauern-proteste-blockade-habeck-faehre-gruppen-100.html) und die Situation viel komplexer ist.


Den Rest sehe ich auch differenzierter. Ich habe mich recht gut mit den Demonstrationen auseinander gesetzt und sehe da keine einseitiges Framing.  Ich weiß aus der Berichterstattung, dass die Polizei ingesamt die Gefahr sah (Die Aufrufe in den entsprechenden Medien kann man ja selbst lesen), dass das rechte Gruppierungen die Demonstrationen in ihrem Sinne nutzen wollen. Das ist auch bereits so in der Vergangenheit geschehen. Das macht die Polizei nicht bei jeder Demonstration. Steckt die mit der Berichterstattung unter einer Decke?
Gleichzeitig habe ich aus der gleichen Berichterstattung gehört, dass sich der Organisator der Demonstrationen flächenddecken von Rechts klar abgrenzt. Ich habe von zwei Landkreisen gehört, wo die Demonstrationen scheinbar von Anwesenden der Identitären Bewegung und anderen rechten Gruppierungen als Trittbrettfahrer verwendet wurde und anwesend waren. Potsdam und nochmal irgendwo... Also sicher nicht überall und flächendeckend. Und von den Demonstrationen am Montag habe ich gehört, dass die Aktion von der Polizei in großen Teilen gelobt wurde im Sinne, dass nicht viel über dem Rahmen passiert ist (Klar gibt es Ausnahmen bei so breit angestellten Demos). Von der Bevölkerung sollen die Demonstrationen gut aufgenommen werden und die Autofahrer waren genervt.
Das ist mein Eindruck aus dem was mir jeden Tag der Aether ranspühlt. Das was du beschreibst habe ich nicht beobachten können. Zumindest nicht, dass hier flächendeckend die Nazikeule geschwungen wurde oder sich nicht genug mit den Inhalten, Probleme und Anliegen auseinander gesetzt wurde.

Das mit dem Galgen ist in der tat schlecht interpretiert. Sehe ich genau so.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 11.Januar 2024, 01:47:35
Einseitig immer von medialen Frameing schreien aber selber das Ammenmärchen vom armen Bauern aufrecht erhalten.  ::) Genau mein Humor Viking.  ::) Und das was da ablief war kein Protest das war einfach nur Nötigung. Nicht nur von Habeck, sondern von allen die auf der Fähre waren. Wer sowas verteidigt öffnet der Mob Justiz Tür und Tor. Es spielt auch gar keine Rolle ob das ganze friedlich ablief oder nicht es ist einfach bedenklich wenn einzelne Politiker von einer Gruppe von Menschen in ihrer privaten Freizeit angegangen werden. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.Januar 2024, 06:57:37
@Viking: Wem hat was genau "gut in den Kram gepasst [...] um ein entsprechendes Bild zu erzeugen"? Was für ein Bild? Warum, mit welchem Ziel?

Was sagst du denn zur Rekonstruktion der ZEIT? Dass die ganze Nummer von Rechtsextremen verbreitet wurde - und auch mit welchem Inhalt ("Gesprächsangebot") - ist doch wohl hoffentlich genug Beleg dafür, dass da ein gewisser Einfluss stattfindet. Ich verurteile übrigens nicht, dass da Leute unter falscher Annahme hin sind und dachten, sie könnten mal mit dem Habeck quatschen. Offenbar war ja auch gar nicht allgemein bekannt, dass er da privat unterwegs ist. Und ganz offenbar waren es einige wenige Störenfriede, die versucht haben, auf die Fähre zu kommen - was wollten die da eigentlich? Soweit sind wir uns vermutlich einig. Aber machen es diese Umstände irgendwie besser, dass einem Politiker in seiner Freizeit aufgelauert wird? Ist sowas in Ordnung? Gehört für mich eindeutig mit Nein beantwortet.

Im Übrigen finde ich die letzte Generation komplett belämmert, in meinen Augen erweisen die ihrem Anliegen einen Bärendienst mit ihren unsinnigen Aktionen. Dass die aber in Talkshows und Nachrichtensendungen eingeladen werden und die Landwirte da nicht stattfinden, stimmt nicht. Gestern war z. B. der Bauernpräsident aus Brandenburg bei Lanz und die Themen des Protests werden von allen Medien aufgegriffen. Dieses Framing, das du sehen willst, sehe ich schlicht und ergreifend nicht. Im Gegenteil, ich sehe eine ausgewogene Berichterstattung, wofür auch spricht, dass die Proteste offenbar von einem Großteil der Bevölkerung zumindest mal als "okay" wahrgenommen wurden und nicht als extrem störend und unverhältnismäßig. Dass es an solchen Aktionen auch Kritik gibt und auch die medial aufgegriffen wird, sollte auch klar sein.

Da ist man teilweise in der Berichterstattung schon sehr übers Ziel hinausgeschossen und gerade auch in Verbindung zum AfD Thema das du ansprichst, da hat man dann wieder eine Gruppe von Leuten,Landwirte, Menschen aus deren Umfeld, die in Zukunft vielleicht hinterfragen werden ob da denn auch alles so stimmt wie es berichtet wird wenn es um ähnliche Vorfälle geht.
Wie genau meinst du das mit dem "AfD-Thema"?

Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.

Man kann erkennen, dass ein Großteil der Menschen mittlerweile die Schnauze voll davon haben, was hier abgeht und sich eine wesentlich konservativere Politik wünschen.
Da mittlerweile alle Altparteien Richtung linksgrün spaziert sind, selbst die CDU mit ein paar Merz'schen Ausreißern, ist die AFD salonfähig geworden,
letztlich mMn umso mehr, durch die ewige Verbotsdiskussion.

Natürlich würde sich manches ändern, sollte die AFD je Regierungsverantwortung erhalten,
aber dass direkt Hunderttausende deportiert werden würden, halte ich für übliche Übertreibung und den feuchten Traum von Ewiggestrigen.
"Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird" - Genau, das hat die Geschichte gezeigt. ::)

Woran machst du das fest, dass ein Großteil der Menschen sich eine wesentlich konservativere Politik wünschen? Und konservativ im Bezug auf was? Alles? Migrationspolitik? Sozialpolitik? Wirtschaftspolitik? Ich finde die Aussage ziemlich pauschal und schwammig.

Was verstehst du unter linksgrün und wie passt die CDU da rein? Wo ist die FDP linksgrün? Und warum macht das die AfD salonfähig? Eine Partei, die vom Verfassungsschutz unter Beobachtung steht, von der drei Landesverbände als rechtsextrem eingestuft werden, soll salonfähig werden, weil... die anderen Parteien zu weit links sind? Das ist doch Unsinn. Die AfD mit ihrem menschenfeindlichen Gedankengut wird salonfähig, indem man ihre Positionen verharmlost, regelmäßig Nazi-Ausfälle als Einzelfälle abtut und ihre Redeweise übernimmt. Und dass in so einem Fall dann auch zumindest laut über ein Verbot nachgedacht wird, ist wenig überraschend. Persönlich halte ich es aber für den falschen Weg. Vielmehr sollten die Landes- und Bundesregierungen mal wieder mehr Politik für die Masse der Menschen in diesem Land machen, ihren Dauerstreit (insbesondere innerhalb von Regierungskoalitionen) beenden und wieder auf ein Diskussionsniveau kommen, bei dem es nicht ums populistische Rechthaben geht, sondern um Sachargumente und Positionsbestimmung. Apropos Politik für die Masse der Menschen: Ich glaube, die Leute, die mit dem Kreuzchen bei der AfD liebäugeln, haben noch nicht einmal einen Blick in deren Wahlprogramm geworfen - oder es schlichtweg nicht verstanden.

Zu deinem letzten Absatz: Niemand hier hat behauptet, was du sagst. Aber dass Rechtsextreme bereits jetzt feuchte Träume von der Umsiedelung von Menschen mit Migrationshintergrund (immerhin 20 Millionen in Deutschland) haben und sich offenbar auch sehr sicher sind, dass sowas in der Partei Anklang fände, sollte jedem überzeugten Demokraten große Sorge bereiten. Denn wie Signor Rossi schreibt: Das ist eine Veranstaltung, die man beobachten konnte. Es wird auch noch andere geben mitsamt den entsprechenden Netzwerken. Die Nazis sind ja leider nicht nur denkblockierte Vollidioten, sondern auch mit klugen Köpfen am Werk.

Edit in kursiv
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 11.Januar 2024, 21:01:49

Wie erklärst du die Bilder bei 9:40 Minute im ersten Link von dir? 10-15 Menschen drängen sich gegen die Polizeitblockade, um bessere Position zum Abschied winken zu bekommen?
Da sind also ein paar Trottel, die den gut organisierten Demonstrationen der Landwirte einen Bärendienst erweisen und jetzt soll die Berichterstattung schuld sein? Die Berichterstattung berichtet auch, wie sich der Bauenverband selbst davon distanziert (https://www.deutschlandfunk.de/deutscher-bauernverband-distanziert-sich-von-blockade-aktion-gegen-habeck-100.html). Oder läd Experten ein, die erklären, dass es sich bei der Aktion gar nicht um Landwirtschaft dreht (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bauern-proteste-blockade-habeck-faehre-gruppen-100.html) und die Situation viel komplexer ist.
Frust das man die Botschaft nicht direkt anbringen konnte? Oder Winken, durchaus möglich,bin da überfragt. Wie gesagt, es war auch nicht die beste Idee da zu drängeln, falls Straftaten begangen wurden sollte dem nachgegangen werden.Meine Kritik richtet sich da eher gegen die Berichterstattung über den "Mob" der da angeblich entern will und Habeck sich gerade noch retten kann.
Bei der Stelle ist ja auch klar zu sehen,dass die Rampe hochgeht,Fähre legt ab, Leute drängeln auf den Steg. Warum warten die dann bis zum Schluss um zu entern wenn da über einen längeren Zeitraum geredet wurde? Oder mal andersrum gefragt, glaubst du wirklich, dass die versucht haben auf die Fähre zu gelangen? Um was zu tun?
Der Bauernverband vertritt auch nur einen Teil der Landwirte und die Reaktion kam da mMn zu schnell, zu dem Zeitpunkt wusste man ja nicht was genau passiert ist und es gab nur einseitige Informationen.
Zum Zweiten Link, das ist eigentlich genau die Art von Artikel die ich kritisieren würde,erstmal suggerieren, dass es der Gruppe vor Ort gar nicht um die Landwirtschaft ginge, passend auch noch mit dem Hinweis am Ende, dass es die Letzte Generation ja besser gemacht hätte. :D
"Zwar blockiere die "Letzte Generation" Straßen, "aber sie hat noch nie jemanden bedroht, und sie redet nicht aggressiv. Sie hat keine Umsturzfantasien, das ist schon ein ganz anderes Niveau, würde ich sagen." Die Blockaden der Klimaaktivisten richteten sich zudem nicht "gezielt gegen Menschen, auch nicht gegen Politiker". Das sei bei der Blockade der Fähre anders gewesen."
Sehe ich da komplett anders, ich finde es weitaus schlimmer Straßen ohne Ankündigung zu blockieren und Menschen zu behindern die nichts mit der Sache zu tun haben,auch von Seiten der Landwirte. Die Protestform ist da nebenbei auch die einzgie Verbindung die ich zur LG ziehen würde, ist mir auch schleierhaft warum er hinter der Bewegung keine "Umsturzfantasie" sehen will.

Warum sollten Politiker da im vergleich zu anderen Bürgern einen besonderen Status haben? Schon interessant,dass das anscheinend einige hier auch anders sehen. Ich rede da nicht von Bedrohungen oder sowas wie vor deren Häusern zu parken o.ä aber wenn man schon jemanden nerven will,kann man das ja bei der Person tun die direkt dafür verantwortlich ist.

Ansonsten ist es natürlich klar,dass es vielen nicht nur um die Änderungen jetzt geht, da hat sich allgemein viel aufgestaut und dadurch das es eben in der Landwirtschaft auch Unterschiede in einigen Bereichen gibt,größe der Höfe,Spezialisierung im Anbau oder Tierzucht, ergeben sich da dann auch unterschiedliche Probleme. So wie ich es mitbekommen habe, ist die Kürzung jetzt für viele einfach nur der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat,bei einigen auch vermischt mit anderen Kritikpunkten gegen die Ampel und es wird auch Handwerker und Spediteure geben die bei den Protesten mitfahren.

Zitat
Den Rest sehe ich auch differenzierter. Ich habe mich recht gut mit den Demonstrationen auseinander gesetzt und sehe da keine einseitiges Framing.  Ich weiß aus der Berichterstattung, dass die Polizei ingesamt die Gefahr sah (Die Aufrufe in den entsprechenden Medien kann man ja selbst lesen), dass das rechte Gruppierungen die Demonstrationen in ihrem Sinne nutzen wollen. Das ist
Das ist mein Eindruck aus dem was mir jeden Tag der Aether ranspühlt. Das was du beschreibst habe ich nicht beobachten können. Zumindest nicht, dass hier flächendeckend die Nazikeule geschwungen wurde oder sich nicht genug mit den Inhalten, Probleme und Anliegen auseinander gesetzt wurde.

Das mit dem Galgen ist in der tat schlecht interpretiert. Sehe ich genau so.
Ich würde da z.B sagen, dass man in einem Brennpunkt über die Proteste keine extra Sendezeit im selben Bericht über Rechtsextreme abstellen muss, dass sollte man klar trennen weil sonst unbewusst eine Verbindung zwischen beiden gezogen wird. Wird dann vielleicht auch an dem Meinungsunterschied zu dem Fähren Vorfall liegen oder ich habe verstärkt entsprechende Berichte auf Social Media vorgesetzt bekommen, ich kenne auch einige Leute die aus der Landwirtschaft kommen und/oder da arbeiten, habe auch selber Familiengeschichte da, wie wahrscheinlich viele die im ländlichen Bereich wohnen, die meisten mit denen ich mich dazu ausgetauscht habe sehen es auch ähnlich.

Die Freien Sachsen hatten in Dresden einen Protest,das sind wohl auch Rechtsextreme.

Einseitig immer von medialen Frameing schreien aber selber das Ammenmärchen vom armen Bauern aufrecht erhalten.  ::) Genau mein Humor Viking.  ::) Und das was da ablief war kein Protest das war einfach nur Nötigung. Nicht nur von Habeck, sondern von allen die auf der Fähre waren. Wer sowas verteidigt öffnet der Mob Justiz Tür und Tor. Es spielt auch gar keine Rolle ob das ganze friedlich ablief oder nicht es ist einfach bedenklich wenn einzelne Politiker von einer Gruppe von Menschen in ihrer privaten Freizeit angegangen werden.
Ich würde da gar nicht abstreiten das es auch Bauern gibt denen es finanziell besser geht als anderen,ich komme vor Ort auch nicht immer mit jedem super klar,Stichwort Windräder, aber so wie es jetzt läuft lohnen sich aber gerade kleine Höfe immer weniger und die Arbeit die da reingesteckt wird rechnet sich nicht, dass sind auch keine Ammenmärchen.  Ich habe da Respekt vor jedem der es sich antut jeden morgen früh aufzustehen und körperlich hart zu arbeiten,frei nehmen ist nicht und das finanzielle Riskio ist bei den meisten auch enorm hoch.
Steht jedem frei das so zu sehen,Protest muss aber nicht immer genehm und leise sein und es ist ja auch nicht die erste Blockade oder Aktion gegen Politiker in Deutschland. 
Habeck wird es verkraften, wenn er dann in ein Paar Jahren in den Ruhestand geht oder in den Vorstand eines Unternehmens wechselt müssen sich die einfachen Menschen trotzdem mit den Folgen seiner Politik rumschlagen und ich finde an dem Ablauf zur Entscheidung gibt es auch sachlich genug zu kritisieren, hätte man das anständig über die Bühne gebracht wäre es auch nicht zu der Aktion gekommen.

@Viking: Wem hat was genau "gut in den Kram gepasst [...] um ein entsprechendes Bild zu erzeugen"? Was für ein Bild? Warum, mit welchem Ziel?
Menschen und Journalisten die eher auf Habeck und Ampel Kurs sind mit Ziel der Diskreditierung der Proteste, ich habe sonst keine andere Erklärung warum es da teilweise so reißerisch aufgegriffen wurde. Ist ja klar,dass es einigen nicht passen wird wenn der Kurs der Regierung angegriffen wird und andere sehen die Bauern auch als Teil des Problems wenn es um Klimatransformation und Umweltschutz geht.
Zitat
Was sagst du denn zur Rekonstruktion der ZEIT? Dass die ganze Nummer von Rechtsextremen verbreitet wurde - und auch mit welchem Inhalt ("Gesprächsangebot") - ist doch wohl hoffentlich genug Beleg dafür, dass da ein gewisser Einfluss stattfindet. Ich verurteile übrigens nicht, dass da Leute unter falscher Annahme hin sind und dachten, sie könnten mal mit dem Habeck quatschen. Offenbar war ja auch gar nicht allgemein bekannt, dass er da privat unterwegs ist. Und ganz offenbar waren es einige wenige Störenfriede, die versucht haben, auf die Fähre zu kommen - was wollten die da eigentlich? Soweit sind wir uns vermutlich einig. Aber machen es diese Umstände irgendwie besser, dass einem Politiker in seiner Freizeit aufgelauert wird? Ist sowas in Ordnung? Gehört für mich eindeutig mit Nein beantwortet.
Kann ich persönlich nicht beurteilen, die Person die ich da kenne hat es von anderen Landwirten erfahren. Kann schon so gewesen sein, wäre auch nicht das erste Mal das sowas versucht wird.
Allgemein würde ich den Einfluss der AfD und solcher Gruppen aber eher gering einschätzen, S-H ist oder war zumindest bisher, kein leichtes Pflaster für die AfD, ich glaube auch nicht,dass sich das groß ändern wird. Zur Landvolk Bewegung habe ich auch unterschiedliche Sachen gehört, ich verstehe warum es problematisch ist, gibt aber wohl auch Leute die es eher als eine Art Bauernverbindung sehen, bin da aber auch nicht im Thema, denke aber man könnte da auch ein neues Logo nehmen wenn man unbedingt so etwas haben muss.

Zitat
Im Übrigen finde ich die letzte Generation komplett belämmert, in meinen Augen erweisen die ihrem Anliegen einen Bärendienst mit ihren unsinnigen Aktionen. Dass die aber in Talkshows und Nachrichtensendungen eingeladen werden und die Landwirte da nicht stattfinden, stimmt nicht. Gestern war z. B. der Bauernpräsident aus Brandenburg bei Lanz und die Themen des Protests werden von allen Medien aufgegriffen. Dieses Framing, das du sehen willst, sehe ich schlicht und ergreifend nicht. Im Gegenteil, ich sehe eine ausgewogene Berichterstattung, wofür auch spricht, dass die Proteste offenbar von einem Großteil der Bevölkerung zumindest mal als "okay" wahrgenommen wurden und nicht als extrem störend und unverhältnismäßig. Dass es an solchen Aktionen auch Kritik gibt und auch die medial aufgegriffen wird, sollte auch klar sein.

Wie genau meinst du das mit dem "AfD-Thema"?
Es ging mir da auch eher um den Ton in den Berichten die danach ausgestrahlt wurden im Vergleich zu der Berichterstattung zu Landwirten und der Aktio jetztn im einzelnen. Das es langsam wieder in normale Berichterstattung übergeht ist zu begrüßen aber auch nicht verwunderlich, da es ja wirklich berechtigte Kritik gibt die man anbringen kann und Unterstützung von einigen,auch SPD, Ministerpräsidenten gibt.

Den Bericht über das Treffen das du gepostet hast.
Ich habe mir das jetzt auch mal durchgelesen und finde,dass man es anders hätte verpacken sollen. Fokus weniger auf das angeblich geheime Treffen und den Masterplan sondern mehr darauf wie radikal inzwischen einzelne Positionen sind, die Pläne für eine "Remigration"  werden ja von einigen offen so kommuniziert und teilweise auch entsprechende Bücher geschrieben,der Ton einiger Politker und Verbände ist von dem der NPD früher nicht mehr zu unterscheiden. Ich glaube aber nicht,dass man mit solchen Berichten Wähler abschrecken kann, eher im Gegenteil ,es wird als Übertreibung und Stimmungsmache verkauft werden.
Es wäre etwas anderes wenn aus der Diskussion jetzt eine Bewegung zu einem Verbotsantrag entstehen würde, dass ist aber sehr riskant weil es im Fall eines scheiterns der AfD auch eher helfen würde und es ist ja nicht gesagt,dass die Wähler dann nicht einfach auf eine neue Partei mit ähnlicher Ausrichtung setzen werden, Beispiel Bremen mit den BiW.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/wahl-bremen-buerger-in-wut-100.html

Edit: Ich habe damals aber auch die Begründung für das Scheitern des zweiten Verbotsverfahrens gegen die NPD nicht verstanden, die hätte man da schon verbieten können/müssen, weil ja eher die Verfassungsfeindlichkeit eine Rolle spielen sollte als die Bedeutung, in Bezug zur AfD wäre dann auch die Frage,wann die dann groß genug wäre um Schaden anzurichten. Ich bin aber kein Jurist, werden andere dann vielleicht besser beurteilen können.
https://de.wikipedia.org/wiki/NPD-Verbotsverfahren_(2013%E2%80%932017)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.Januar 2024, 09:02:08
@Viking: Wem hat was genau "gut in den Kram gepasst [...] um ein entsprechendes Bild zu erzeugen"? Was für ein Bild? Warum, mit welchem Ziel?
Menschen und Journalisten die eher auf Habeck und Ampel Kurs sind mit Ziel der Diskreditierung der Proteste, ich habe sonst keine andere Erklärung warum es da teilweise so reißerisch aufgegriffen wurde. Ist ja klar,dass es einigen nicht passen wird wenn der Kurs der Regierung angegriffen wird und andere sehen die Bauern auch als Teil des Problems wenn es um Klimatransformation und Umweltschutz geht.
Okay. In dem Fall ginge es dann ja aber um einzelne Berichte. Ich hatte dich bislang so verstanden, dass du in der Gesamtheit der Berichterstattung unterstellst, dass bewusst ein entsprechendes Bild erzeugt werden solle. Welches Bild genau das deiner Meinung nach sein soll, habe ich aber noch nicht so wirklich verstanden.

Zitat
Was sagst du denn zur Rekonstruktion der ZEIT? Dass die ganze Nummer von Rechtsextremen verbreitet wurde - und auch mit welchem Inhalt ("Gesprächsangebot") - ist doch wohl hoffentlich genug Beleg dafür, dass da ein gewisser Einfluss stattfindet. Ich verurteile übrigens nicht, dass da Leute unter falscher Annahme hin sind und dachten, sie könnten mal mit dem Habeck quatschen. Offenbar war ja auch gar nicht allgemein bekannt, dass er da privat unterwegs ist. Und ganz offenbar waren es einige wenige Störenfriede, die versucht haben, auf die Fähre zu kommen - was wollten die da eigentlich? Soweit sind wir uns vermutlich einig. Aber machen es diese Umstände irgendwie besser, dass einem Politiker in seiner Freizeit aufgelauert wird? Ist sowas in Ordnung? Gehört für mich eindeutig mit Nein beantwortet.
Kann ich persönlich nicht beurteilen, die Person die ich da kenne hat es von anderen Landwirten erfahren. Kann schon so gewesen sein, wäre auch nicht das erste Mal das sowas versucht wird.
Allgemein würde ich den Einfluss der AfD und solcher Gruppen aber eher gering einschätzen, S-H ist oder war zumindest bisher, kein leichtes Pflaster für die AfD, ich glaube auch nicht,dass sich das groß ändern wird. Zur Landvolk Bewegung habe ich auch unterschiedliche Sachen gehört, ich verstehe warum es problematisch ist, gibt aber wohl auch Leute die es eher als eine Art Bauernverbindung sehen, bin da aber auch nicht im Thema, denke aber man könnte da auch ein neues Logo nehmen wenn man unbedingt so etwas haben muss.
Das hieße ja aber, dass sich das mit dem von mir verlinkten Artikel deckt: Der Großteil der Leute hat es von anderen Landwirten erfahren, ohne über die genauen Umstände Bescheid zu wissen. Was es natürlich nicht besser macht, dass man Leuten in ihrer Freizeit auflauert (wenn auch wohl größtenteils unwissentlich), aber da scheinst du ja grundsätzlich anderer Meinung zu sein. Bleibt immer noch das Problem, dass der Fähranleger blockiert wurde, was dann nicht nur Habeck traf, sondern auch seine Mitreisenden und die Angestellten der Reederei. Da wurden schlicht Straftatbestände erfüllt, die Staatsanwaltschaft ermittelt auch schon wegen Nötigung und Landfriedensbruch und gibt sich zumindest sehr sicher in ihrer juristischen Einschätzung.

Zur Landvolkbewegung: Mag ja sein, dass du da unterschiedliche Sachen gehört hast, das ändert ja aber nicht die Historie dieser Bewegung. Ursprünglich waren das Bauernproteste im Zuge der Agrarkrise in den 1920er Jahren. Die Bewegung radikalisierte sich aber immer mehr, verübte Gewalt und bereitete der NSDAP dort zumindest regional den Boden - welch Ironie. Tatsächlich haben sich auch zahlreiche Anhänger der Bewegung später der NSDAP angeschlossen. Diese historischen Fakten kann man nicht ignorieren und dann einfach sagen, das sei "eine Art Bauernverbindung" gewesen. Das Symbol der Landvolkbewegung sucht man sich auch nicht zufällig aus, weil man es nett findet. Das ist eine bewusste Entscheidung, das auf seinen Fahrzeugen anzubringen, mit der eine historische Verknüpfung aufgebaut wird. Sowas zu verharmlosen halte ich für ziemlich naiv und geschichtsvergessen. Mag sein, dass es da auch viele Leute gibt, die es schlicht nicht besser wissen, dann fehlt es da halt an historischer Bildung (wie ganz allgemein in der Gesellschaft...). Aber wenn man die Kritik daran wahrnimmt, dann sollte man schonmal auf die Idee kommen, zumindest zu prüfen, ob da was dran ist, wenn man a) nicht gänzlich unterbelichtet ist und b) sich ernsthaft von rechtsextremen Kräften abgrenzen möchte.

Hier hilft auch schon Wikipedia weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Landvolkbewegung_(Schleswig-Holstein) (https://de.wikipedia.org/wiki/Landvolkbewegung_(Schleswig-Holstein))
Oder die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte: https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/l/landvolkbewegung/ (https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/l/landvolkbewegung/)
Ich denke, beide Quellen kann man als einigermaßen neutral einstufen, auch wenn ich die Gesellschaft nicht kenne. Sieht auf den ersten Blick seriös aus.

Den Bericht über das Treffen das du gepostet hast.
Ich habe mir das jetzt auch mal durchgelesen und finde,dass man es anders hätte verpacken sollen. Fokus weniger auf das angeblich geheime Treffen und den Masterplan sondern mehr darauf wie radikal inzwischen einzelne Positionen sind, die Pläne für eine "Remigration"  werden ja von einigen offen so kommuniziert und teilweise auch entsprechende Bücher geschrieben,der Ton einiger Politker und Verbände ist von dem der NPD früher nicht mehr zu unterscheiden. Ich glaube aber nicht,dass man mit solchen Berichten Wähler abschrecken kann, eher im Gegenteil ,es wird als Übertreibung und Stimmungsmache verkauft werden.
Es wäre etwas anderes wenn aus der Diskussion jetzt eine Bewegung zu einem Verbotsantrag entstehen würde, dass ist aber sehr riskant weil es im Fall eines scheiterns der AfD auch eher helfen würde und es ist ja nicht gesagt,dass die Wähler dann nicht einfach auf eine neue Partei mit ähnlicher Ausrichtung setzen werden, Beispiel Bremen mit den BiW.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/wahl-bremen-buerger-in-wut-100.html
Ich finde, da muss man unterscheiden zwischen "klassischer" Medienberichterstattung und der Recherche von correctiv. Dass correctiv als "Rechercheplattform" erstmal genau das macht: Recherchieren, das Treffen aufdecken und beschreiben, was da passiert ist, finde ich absolut richtig. So kann man sich davon nämlich ein Bild machen. Es wäre dann die Aufgabe anderer Medien, die das aufgreifen, das einzuordnen und die Radikalität solcher Positionen deutlich zu machen - und darüber hinaus eben auch zu zeigen, wo solche Positionen in der AfD zu finden sind. Das wäre jedenfalls besser, als jeglicher Empörungsjournalismus, da stimme ich dir zu.

Das Problem ist allerdings auch, wie Medien funktionieren bzw. konsumiert werden: Erstmal konkurrieren schon Informationsangeboten mit Unterhaltungsangeboten um unsere Zeit. Und dann konkurrieren diese Informationsangebote auch untereinander um unsere Zeit. Die Aufmerksamkeitsspanne, gerade online, wird immer kürzer. Lange, einordnende Artikel, werden oft nicht mehr zur Gänze gelesen, bestenfalls die Zwischenüberschriften überflogen. Minuspunkte gibt es ebenfalls für uninteressante Überschriften und/oder nicht ansprechende Bilder. Das wiederum führt zu Verkürzung und Zuspitzung, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren. Im Prinzip das, was die Zeitung mit den vier Buchstaben schon seit ihrer ersten Ausgabe macht. Wie man aus dieser Falle wieder rauskommt, ist da vielmehr die Frage. Möglicherweise braucht es immer die Kurzform eines Artikels und eine Langfassung mit weiterführenden Informationen und Einordnung, die dann bei Interesse gelesen werden kann. Ob das hilft? Keine Ahnung. Aber hätte ich als Verleger oder Chefredakteur die Ressourcen zur Verfügung, würde ich es wohl mal so probieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Januar 2024, 10:09:44
Frust das man die Botschaft nicht direkt anbringen konnte? Oder Winken, durchaus möglich,bin da überfragt. Wie gesagt, es war auch nicht die beste Idee da zu drängeln, falls Straftaten begangen wurden sollte dem nachgegangen werden.Meine Kritik richtet sich da eher gegen die Berichterstattung über den "Mob" der da angeblich entern will und Habeck sich gerade noch retten kann.
Bei der Stelle ist ja auch klar zu sehen,dass die Rampe hochgeht,Fähre legt ab, Leute drängeln auf den Steg. Warum warten die dann bis zum Schluss um zu entern wenn da über einen längeren Zeitraum geredet wurde? Oder mal andersrum gefragt, glaubst du wirklich, dass die versucht haben auf die Fähre zu gelangen? Um was zu tun?
Der Bauernverband vertritt auch nur einen Teil der Landwirte und die Reaktion kam da mMn zu schnell, zu dem Zeitpunkt wusste man ja nicht was genau passiert ist und es gab nur einseitige Informationen.

Was passiert? Wenn aufgebrachte Menschen in einem Mob sich durchsetzen? Den Rahmen hat man vor kurzem bei Frankfurt im Stadion gesehen. Oder vor einiger Zeit im Kapitol in den USA. Oder bei beliebigen ersten Mai Demos. Ich münze das nicht auf die Bauern oder sage, dass die anwesenden Personen besonders agressiv wären. Aber wo aufgebrachte Menschen schon gegen die Polzei drängeln hört nach Erfolg die Dumheit nicht einfach auf. Ich sehe bei sowas immer eine mögliche Eskalation zur Gewalt. Eine unnötige Eskalation zur Gewalt (gut - welche ist nötig?  ::)). Beispiele wo Menschen zusammen kommen und dann die eine oder die andere Seite über die Stränge schlägt gibt es zu Hauf.
Dabei muss es nicht mal nur in die eine Richtung gehen. Die Polizei hätte das auch kritischer bewerten können als es ist und die Knüppel auspacken. Dann hätten wir jetzt eine Diskussion über Polizeigewalt. (Ich will damit sagen, dass die Eskalation nicht einseitig sein muss.)

Warum sollten Politiker da im vergleich zu anderen Bürgern einen besonderen Status haben? Schon interessant,dass das anscheinend einige hier auch anders sehen. Ich rede da nicht von Bedrohungen oder sowas wie vor deren Häusern zu parken o.ä aber wenn man schon jemanden nerven will,kann man das ja bei der Person tun die direkt dafür verantwortlich ist.

Habe ich nur von Politikern gesprochen? Falls ja, ist das bei anderen Menschen natürlich nicht besser! Es ist jetzt eben einem Politiker passiert. Lauterbachers Familie hatte während Corona dauerhaft Personenschutz. Lübcke hatte leider keins. Das soll kein Framing sein. Ich stecke die Landwirte nicht nach rechts.
Das einzige, wo ich Politiker im Gegensatz zu anderen herausstelle ist die Verknüpfung von Werten. Greift man Politiker für ihre Arbeit an, stellt ihnen nach oder lauert ihnen auf ist das genau so schlimm wie bei jedem anderen. Bei Politikern schwingt neben allem anderen noch der Wert der demokratischen Freiheit, unserer Debattenkultur und die Meinungsfreiheit mit. Wenn im Vergleich mir persönlich das passieren würde, wäre das nicht damit aufgeladen, weil ich kein Amt habe, dass dafür steht.
Es gibt auch andere Beispiel: Ein Stein am Kopf eines Demonstranten ist tragisch. Ein Stein am Kopf eines Reporters auf einer Demonstration ist genau so tragisch und ein Angriff auf unsere Pressefreiheit.

Steht jedem frei das so zu sehen,Protest muss aber nicht immer genehm und leise sein und es ist ja auch nicht die erste Blockade oder Aktion gegen Politiker in Deutschland. 

Stimmt. Aber jede Aktion die gegen einen individuellen Politiker vorgeht, ist zu verurteilen. Nur weil es das schon öfters gab rechtfertigt das gar nichts. Die Leute sollen angemeldete oder unangemeldete Demos machen, vor Wahllokalen stehen, Telefonanfragen im Büro machen, vor dem Bundestag stehen oder sonst was. Politiker dürfen und müssen kritisiert werden. Aber das Ziel der Aktion muss immer die Instituion oder das Amt sein und nicht der private Person. Da nehme ich keinen Politiker jeglicher Parteien aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 12.Januar 2024, 18:16:00
Letztendlich ist die Negativität in diesem Land halt auch maßlos übertrieben. Klar, wir alle haben Dinge, die wir gerne besser und schneller funktionieren sehen würden.
Aber wir haben einen grds guten Sozialstaat, ein grds sehr hohes Lebensstandardsniveau und einen Staat, der die Belastungen für Wirtschaft und Bürger durch externe Krisen abzufangen versucht (und dabei durchaus auch Erfolg hat). Was wir nicht haben ist die angeblich drohende Deindustrialisierung, eine massive Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit oder Ähnliches.
20 Jahre lang ging es für viele quasi nur aufwärts - dass das nicht immer und ewig so weiter gehen konnte, hätte eigtl klar sein sollen. Jetzt ist halt Einiges ein bisschen teurer und manch einer muss sich temporär vielleicht im Vergleich zu vor drei Jahren etwas einschränken. Da täte manchen Leuten mal ein Blick auf andere Teile der Welt oder selbst manche Nachbarländer mal ganz gut bevor man die Fackeln und Mistgabeln auspackt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 12.Januar 2024, 19:49:47
Da hast Du absolut Recht. Meine Oma ( 95 ) hat in ihrem Leben so viel schlimmes erlebt, unter anderem die Flucht aus Breslau als 18jährige mit dem Verlust des Bruders und der eigenen Oma. Dann kam sie von der großen, modernen Stadt Breslau in die ostfriesische Provinz wo ihr erstmal gesagt wurde, dass Flüchtlinge nicht gern gesehen sind.

Auf der anderen Seite kann ich es verstehen das Viele das Vertrauen in die Politik verloren haben. Es kommt mir so vor als wäre dauerhaft Wahlkampf und es eher zählt was vor den Kameras gesagt wird als das was wirklich von den regierenden Parteien umgesetzt wird. Das kommt mir bei der Ampel vor aber auch vorher bei der CDU/CSU.
Jedes Unternehmen muss schnell, flexibel und vorausschauend agieren. "Der Staat", die Ämter usw sind weiterhin langsam wie vor 40 Jahren. Das Wort Bürokratieabbau wird regelmäßig und seit Jahrzehnten im Wahlkampf inflationär verwendet. Egal wer an der Macht war, die Bürokratie wird immer absurder, lähmt und hemmt.
Digitalisierung - jedes Unternehmen schafft es weil es ansonsten schnell weg ist vom Fenster. Behörden schaffen es nicht. Ich denke auch nicht das sich das Thema Bürokratie und Digitalisierung von innen lösen lassen. Da müssen von außen Profis ran die objektiv und ohne die klassische Ausbildung in einer Behörde sind.

Und ja, auch das Thema Zuwanderung wurde Jahrzehntelang links liegen gelassen aus Angst etwas falsches zu sagen. So hat die AfD leichtes Spiel weil sie das ausspricht was ein Teil der Bevölkerung denkt ( zum Glück eher ein kleiner Teil und - ganz wichtig - ich werde in meinem Leben niemals die AfD oder andere rechte Vögel wählen ).
Was macht die Ampel in der Zeit? Vertieft sich in internen Streitigkeiten und ist eher mit sich selbst beschäftigt.

Ich muss ganz ganz ehrlich sagen das ich das Vertrauen in die Politik komplett verloren habe. Das habe ich vor kurzem auch unserem Bürgermeister ( CDU ) geschrieben. Er hat Verständnis und Sorge das es weiter nach rechts geht. Eine Lösung oder Mut machen konnte er nicht, auch er ist desillusioniert und scheint den Eindruck zu haben das "Berlin" die Verbindung zur Basis komplett verloren hat. Parteienunabhängig.

Wären am Sonntag Wahlen, ich würde das erste Mal seit Jahrzehnten nicht hingehen. Wem soll ich auf die Schulter klopfen und das Vertrauen aussprechen das ich nicht mehr habe?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 12.Januar 2024, 22:51:13
Okay. In dem Fall ginge es dann ja aber um einzelne Berichte. Ich hatte dich bislang so verstanden, dass du in der Gesamtheit der Berichterstattung unterstellst, dass bewusst ein entsprechendes Bild erzeugt werden solle. Welches Bild genau das deiner Meinung nach sein soll, habe ich aber noch nicht so wirklich verstanden.
Mir ging es erstmal um die verbreitete Erzählung eines angeblichen Fluchtversuchs wegen einer drohenden Erstürmung der Fähre durch einen aufgebrachten Mob  und dann um bestimmte Berichte die Landwirte pauschal in eine Ecke mit Rechtsextremisten und Gewalttätern stellen wollen und/oder framing in die Richtung. Ich würde nicht sagen,dass es bei allen Medien und Berichten so ist, nehme da aber eine tendenz wahr. Dazu hatte ich in meinen Posts ja auch "teilweise" geschrieben. Ich kann mir ja auch unmöglich alle Berichte anschauen und jeden Artikel durchlesen. Als Beispiel mal den Bericht aus den Tagesthemen danach mit Timestamp https://youtu.be/h1PoeTsNQX0?si=GX4kfXuKjkL7w9CP&t=75 wirkt einfach so als wurde es da extra zusammen geschnitten um eine bestimmte Wirkung zu haben.

Zitat
Das hieße ja aber, dass sich das mit dem von mir verlinkten Artikel deckt: Der Großteil der Leute hat es von anderen Landwirten erfahren, ohne über die genauen Umstände Bescheid zu wissen. Was es natürlich nicht besser macht, dass man Leuten in ihrer Freizeit auflauert (wenn auch wohl größtenteils unwissentlich), aber da scheinst du ja grundsätzlich anderer Meinung zu sein. Bleibt immer noch das Problem, dass der Fähranleger blockiert wurde, was dann nicht nur Habeck traf, sondern auch seine Mitreisenden und die Angestellten der Reederei. Da wurden schlicht Straftatbestände erfüllt, die Staatsanwaltschaft ermittelt auch schon wegen Nötigung und Landfriedensbruch und gibt sich zumindest sehr sicher in ihrer juristischen Einschätzung.
Da würde ich aber,wie gesagt,auch nicht der Beschreibung des Vorgangs zustimmen. Auflauert ist auch so eine Sache, versteckt wurde sich ja nicht. Das Man die Blockade auch kritisch sehen kann sehe ich ein,schätze die Situation im vergleich zu anderen eher harmlos ein.
Wir wissen ja auch nicht ob es wirklich eine Blockade gewesen ist, das Hauptproblem in der Situation war aus meiner Sicht, das es dunkel war und die Lage für die Personenschützer nicht zu überblicken war, selbst wenn die Menge zum Teil aus ganzen Familien besteht und einfach nur friedlich Plakate zeigen oder Verbal ihren Unmut loswerden wollten ist das Risiko einfach zu groß da im dunkeln durchzugehen. Der Punkt wurde ja zum Teil auch von den Leuten die da waren nicht verstanden weil die sich ja, logischweise,selbst nicht als Bedrohung sehen.
Ich würde zugestehen,dass ich da auch falsch liegen kann und ein paar Idioten werden schon da gewesen sein.
Heute diese Berichte gesehen, damit kann ich leben und es lohnt sich auch nicht da ewig auf dem Vorfall rumzureiten.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Habeck-in-Schluettsiel-Was-genau-ist-an-der-Faehre-passiert,schluettsiel108.html
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Polizei-zu-Schluettsiel-Es-gab-keinen-Erstuermungsversuch,schluettsiel112.html

Zitat
Zur Landvolkbewegung: Mag ja sein, dass du da unterschiedliche Sachen gehört hast, das ändert ja aber nicht die Historie dieser Bewegung. Ursprünglich waren das Bauernproteste im Zuge der Agrarkrise in den 1920er Jahren. Die Bewegung radikalisierte sich aber immer mehr, verübte Gewalt und bereitete der NSDAP dort zumindest regional den Boden - welch Ironie. Tatsächlich haben sich auch zahlreiche Anhänger der Bewegung später der NSDAP angeschlossen. Diese historischen Fakten kann man nicht ignorieren und dann einfach sagen, das sei "eine Art Bauernverbindung" gewesen. Das Symbol der Landvolkbewegung sucht man sich auch nicht zufällig aus, weil man es nett findet. Das ist eine bewusste Entscheidung, das auf seinen Fahrzeugen anzubringen, mit der eine historische Verknüpfung aufgebaut wird. Sowas zu verharmlosen halte ich für ziemlich naiv und geschichtsvergessen. Mag sein, dass es da auch viele Leute gibt, die es schlicht nicht besser wissen, dann fehlt es da halt an historischer Bildung (wie ganz allgemein in der Gesellschaft...). Aber wenn man die Kritik daran wahrnimmt, dann sollte man schonmal auf die Idee kommen, zumindest zu prüfen, ob da was dran ist, wenn man a) nicht gänzlich unterbelichtet ist und b) sich ernsthaft von rechtsextremen Kräften abgrenzen möchte.

Hier hilft auch schon Wikipedia weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Landvolkbewegung_(Schleswig-Holstein) (https://de.wikipedia.org/wiki/Landvolkbewegung_(Schleswig-Holstein))
Oder die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte: https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/l/landvolkbewegung/ (https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/l/landvolkbewegung/)
Ich denke, beide Quellen kann man als einigermaßen neutral einstufen, auch wenn ich die Gesellschaft nicht kenne. Sieht auf den ersten Blick seriös aus.
Da hast du schon recht,würde da auch nicht groß gegen argumentieren. Wäre,wie gesagt, auch kein Problem einfach etwas neues zu gründen das nicht die Art vorbelastete Geschichte hat.

Zitat
Ich finde, da muss man unterscheiden zwischen "klassischer" Medienberichterstattung und der Recherche von correctiv. Dass correctiv als "Rechercheplattform" erstmal genau das macht: Recherchieren, das Treffen aufdecken und beschreiben, was da passiert ist, finde ich absolut richtig. So kann man sich davon nämlich ein Bild machen. Es wäre dann die Aufgabe anderer Medien, die das aufgreifen, das einzuordnen und die Radikalität solcher Positionen deutlich zu machen - und darüber hinaus eben auch zu zeigen, wo solche Positionen in der AfD zu finden sind. Das wäre jedenfalls besser, als jeglicher Empörungsjournalismus, da stimme ich dir zu.

Das Problem ist allerdings auch, wie Medien funktionieren bzw. konsumiert werden: Erstmal konkurrieren schon Informationsangeboten mit Unterhaltungsangeboten um unsere Zeit. Und dann konkurrieren diese Informationsangebote auch untereinander um unsere Zeit. Die Aufmerksamkeitsspanne, gerade online, wird immer kürzer. Lange, einordnende Artikel, werden oft nicht mehr zur Gänze gelesen, bestenfalls die Zwischenüberschriften überflogen. Minuspunkte gibt es ebenfalls für uninteressante Überschriften und/oder nicht ansprechende Bilder. Das wiederum führt zu Verkürzung und Zuspitzung, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren. Im Prinzip das, was die Zeitung mit den vier Buchstaben schon seit ihrer ersten Ausgabe macht. Wie man aus dieser Falle wieder rauskommt, ist da vielmehr die Frage. Möglicherweise braucht es immer die Kurzform eines Artikels und eine Langfassung mit weiterführenden Informationen und Einordnung, die dann bei Interesse gelesen werden kann. Ob das hilft? Keine Ahnung. Aber hätte ich als Verleger oder Chefredakteur die Ressourcen zur Verfügung, würde ich es wohl mal so probieren.
Ja,kann schon sein, wahrscheinlich wirkt es auch anders wenn man sich nicht viel mit den Personen beschäftigt hat,wird ja anscheinend so aufgenommen als hätten viele wirklich nicht gewusst wie die Verbindungen da sind. Die Deutung als Geheimtreffen würde ich trotzdem in Frage stellen wenn der Ort des Treffens eine Villa ist. 

Die sozialen Medien werden auch ihren Teil dazu beigetragen haben und die Online Vermarktung natürlich auch.Theoretisch könnte man sich bei der fülle des Angebots 24/7 nur damit beschäftigen sich die gleichen Berichte,nur etwas anders verpackt, immer wieder anzuschauen.  :P

Was passiert? Wenn aufgebrachte Menschen in einem Mob sich durchsetzen? Den Rahmen hat man vor kurzem bei Frankfurt im Stadion gesehen. Oder vor einiger Zeit im Kapitol in den USA. Oder bei beliebigen ersten Mai Demos. Ich münze das nicht auf die Bauern oder sage, dass die anwesenden Personen besonders agressiv wären. Aber wo aufgebrachte Menschen schon gegen die Polzei drängeln hört nach Erfolg die Dumheit nicht einfach auf. Ich sehe bei sowas immer eine mögliche Eskalation zur Gewalt. Eine unnötige Eskalation zur Gewalt (gut - welche ist nötig?  ::)). Beispiele wo Menschen zusammen kommen und dann die eine oder die andere Seite über die Stränge schlägt gibt es zu Hauf.
Dabei muss es nicht mal nur in die eine Richtung gehen. Die Polizei hätte das auch kritischer bewerten können als es ist und die Knüppel auspacken. Dann hätten wir jetzt eine Diskussion über Polizeigewalt. (Ich will damit sagen, dass die Eskalation nicht einseitig sein muss.)
Den Fußball Vergleich wollte ich auch erst bringen, da würde ja wahrscheinlich auch keiner auf die Idee kommen bei der kleinen Gruppe von randalierern auf alle Fans im Stadion zeigen oder bei irgendwelchen Rechtsextremen Bannern würde man auch eher keine Verbindung zu Leuten ziehen die hier im Forum unterwgs sind.
Du hast schon recht das es da Beispiele gibt, in Deutschland hatten wir ja auch einen beinahe Sturm am Reichstag, da muss man aber auch sehen wie die entsprechenden Gruppen Zusammengesetzt sind, in dem Fall waren das dann alles Verschwörungstheoretiker.

Zitat
Habe ich nur von Politikern gesprochen? Falls ja, ist das bei anderen Menschen natürlich nicht besser! Es ist jetzt eben einem Politiker passiert. Lauterbachers Familie hatte während Corona dauerhaft Personenschutz. Lübcke hatte leider keins. Das soll kein Framing sein. Ich stecke die Landwirte nicht nach rechts.
Das einzige, wo ich Politiker im Gegensatz zu anderen herausstelle ist die Verknüpfung von Werten. Greift man Politiker für ihre Arbeit an, stellt ihnen nach oder lauert ihnen auf ist das genau so schlimm wie bei jedem anderen. Bei Politikern schwingt neben allem anderen noch der Wert der demokratischen Freiheit, unserer Debattenkultur und die Meinungsfreiheit mit. Wenn im Vergleich mir persönlich das passieren würde, wäre das nicht damit aufgeladen, weil ich kein Amt habe, dass dafür steht.
Es gibt auch andere Beispiel: Ein Stein am Kopf eines Demonstranten ist tragisch. Ein Stein am Kopf eines Reporters auf einer Demonstration ist genau so tragisch und ein Angriff auf unsere Pressefreiheit.
Also bei Gewalt und Bedrohung sind wir uns einig, ich würde aber die Stimmung und Bedrohungslage gegen Lauterbach und den Mord an Lübke nicht mit der Situation in Schlüttsiel vergleichen.
Dazu aber auch der Verweis auf meine Antwort zum Thema oben.
Ich würde es da allgemein so sehen,dass man mit dem Amt und Verantwortung auch den Protest der Bürger aushalten muss,dass gehört da ganz genauso zur demokratischen Freiheit. In der Sache hätte man es einfach besser lösen können, die Gespräche die da jetzt geführt werden,mit Özdemir und mit den Vertretern der Bauern hätte man auch schon vor Wochen haben können, die Kritik muss Habeck und müssen sich auch Scholz und Lindner gefallen lassen.

Nebenbei kann ich da auch mal Cem Özdemir positiv erwähnen, der beweist,so wie ich es mitbekomme, einfach mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Leuten auch wenn er zu der Sache und allgemein bestimmt auch oft eine andere Meinung hat als viele Landwirte und Kritiker de Politik. Mal ein Timestamp aus der Tagesschau neulich bei der er sich vor eine Gruppe von Bauern stellt die gefordert hat das er auch vor der Halle sprechen soll. https://youtu.be/dUKgdjNInKU?si=q0LLoj2jHCaT9z6B&t=316

Zitat
Stimmt. Aber jede Aktion die gegen einen individuellen Politiker vorgeht, ist zu verurteilen. Nur weil es das schon öfters gab rechtfertigt das gar nichts. Die Leute sollen angemeldete oder unangemeldete Demos machen, vor Wahllokalen stehen, Telefonanfragen im Büro machen, vor dem Bundestag stehen oder sonst was. Politiker dürfen und müssen kritisiert werden. Aber das Ziel der Aktion muss immer die Instituion oder das Amt sein und nicht der private Person. Da nehme ich keinen Politiker jeglicher Parteien aus.
Wie siehst du in dem Zusammenhang die Aktion des "Zentrums für Politische Schönheit" die mal neben dem Haus von Höcke ein Holocaust Mahnmal gebaut haben?
https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zentrum-fuer-politische-schoenheit-bjoern-hoecke-und-das-denkmal-der-schande-a-1179515.html

Erste Umfrage zur Bundestagswahl mit dem BSW, hätte da mehr erwartet. In den Bundesländern wohl auch unter 5%.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-bsw-bauernproteste-100.html

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Januar 2024, 01:40:37
Was passiert? Wenn aufgebrachte Menschen in einem Mob sich durchsetzen? Den Rahmen hat man vor kurzem bei Frankfurt im Stadion gesehen. Oder vor einiger Zeit im Kapitol in den USA. Oder bei beliebigen ersten Mai Demos. Ich münze das nicht auf die Bauern oder sage, dass die anwesenden Personen besonders agressiv wären. Aber wo aufgebrachte Menschen schon gegen die Polzei drängeln hört nach Erfolg die Dumheit nicht einfach auf. Ich sehe bei sowas immer eine mögliche Eskalation zur Gewalt. Eine unnötige Eskalation zur Gewalt (gut - welche ist nötig?  ::)). Beispiele wo Menschen zusammen kommen und dann die eine oder die andere Seite über die Stränge schlägt gibt es zu Hauf.
Dabei muss es nicht mal nur in die eine Richtung gehen. Die Polizei hätte das auch kritischer bewerten können als es ist und die Knüppel auspacken. Dann hätten wir jetzt eine Diskussion über Polizeigewalt. (Ich will damit sagen, dass die Eskalation nicht einseitig sein muss.)
Den Fußball Vergleich wollte ich auch erst bringen, da würde ja wahrscheinlich auch keiner auf die Idee kommen bei der kleinen Gruppe von randalierern auf alle Fans im Stadion zeigen oder bei irgendwelchen Rechtsextremen Bannern würde man auch eher keine Verbindung zu Leuten ziehen die hier im Forum unterwgs sind.
Du hast schon recht das es da Beispiele gibt, in Deutschland hatten wir ja auch einen beinahe Sturm am Reichstag, da muss man aber auch sehen wie die entsprechenden Gruppen Zusammengesetzt sind, in dem Fall waren das dann alles Verschwörungstheoretiker.


Ich wollte das nicht idealistisch kritisieren. Sondern die Gruppendynamik, eskalierende Gewalt und daraus potentiell hervorgehende Opfer. Dabei ist mir egal, ob der Stein aus der linken oder der rechten Hand fliegt, ob es Karlsruhe oder Frankfurt Fans sind, ob Landwirte oder Schankwirte. Es ist in meinen Augen immer idotisch, wenn Menschen sich in einem Mob treffen und Emotionen eher zu Wut und Zorn umschlagen. Das sehe ich beim "Komm, lass ALLE zum Anleger kommen und auf den Habeck warten" gegeben. Dumme Idee von Anfang an bei der die Wahrscheinlichkeit, dass da irgendwas Konstruktives bei raus kommt sehr niedrig und irgendwas destruktives raus kommt sehr hoch ist. Dieses Verhältniss stört mich.

Zitat
Habe ich nur von Politikern gesprochen? Falls ja, ist das bei anderen Menschen natürlich nicht besser! Es ist jetzt eben einem Politiker passiert. Lauterbachers Familie hatte während Corona dauerhaft Personenschutz. Lübcke hatte leider keins. Das soll kein Framing sein. Ich stecke die Landwirte nicht nach rechts.
Das einzige, wo ich Politiker im Gegensatz zu anderen herausstelle ist die Verknüpfung von Werten. Greift man Politiker für ihre Arbeit an, stellt ihnen nach oder lauert ihnen auf ist das genau so schlimm wie bei jedem anderen. Bei Politikern schwingt neben allem anderen noch der Wert der demokratischen Freiheit, unserer Debattenkultur und die Meinungsfreiheit mit. Wenn im Vergleich mir persönlich das passieren würde, wäre das nicht damit aufgeladen, weil ich kein Amt habe, dass dafür steht.
Es gibt auch andere Beispiel: Ein Stein am Kopf eines Demonstranten ist tragisch. Ein Stein am Kopf eines Reporters auf einer Demonstration ist genau so tragisch und ein Angriff auf unsere Pressefreiheit.
Also bei Gewalt und Bedrohung sind wir uns einig, ich würde aber die Stimmung und Bedrohungslage gegen Lauterbach und den Mord an Lübke nicht mit der Situation in Schlüttsiel vergleichen.
Dazu aber auch der Verweis auf meine Antwort zum Thema oben.
Ich würde es da allgemein so sehen,dass man mit dem Amt und Verantwortung auch den Protest der Bürger aushalten muss,dass gehört da ganz genauso zur demokratischen Freiheit. In der Sache hätte man es einfach besser lösen können, die Gespräche die da jetzt geführt werden,mit Özdemir und mit den Vertretern der Bauern hätte man auch schon vor Wochen haben können, die Kritik muss Habeck und müssen sich auch Scholz und Lindner gefallen lassen.

Von der Intensität eines Mords kann man das sicher nicht vergleichen. Das wollte ich auch nicht.
Aber unsere Meinung geht da auseinander. Protest und Privatsphäre (mit Eskalationsgefahr) verletzen ist für mich ein No-Go. Nen Politiker im Supermarkt mal über seinen Job ansprechen ist was anderes. Man bringt aber nicht seine 99 Freunde mit.

Zitat
Stimmt. Aber jede Aktion die gegen einen individuellen Politiker vorgeht, ist zu verurteilen. Nur weil es das schon öfters gab rechtfertigt das gar nichts. Die Leute sollen angemeldete oder unangemeldete Demos machen, vor Wahllokalen stehen, Telefonanfragen im Büro machen, vor dem Bundestag stehen oder sonst was. Politiker dürfen und müssen kritisiert werden. Aber das Ziel der Aktion muss immer die Instituion oder das Amt sein und nicht der private Person. Da nehme ich keinen Politiker jeglicher Parteien aus.
Wie siehst du in dem Zusammenhang die Aktion des "Zentrums für Politische Schönheit" die mal neben dem Haus von Höcke ein Holocaust Mahnmal gebaut haben?
https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zentrum-fuer-politische-schoenheit-bjoern-hoecke-und-das-denkmal-der-schande-a-1179515.html


Tatsächlich interessant. Geht gegen einen Politiker privat - stimmt. Aber ist halt geplant und gewaltfrei.

ABER. Anders sehe ich die Observation, die mit der Aktion anscheinend einherging. Wir brauchen keinen zivilen Verfassungsschutz. Da nehme ich auch einen Nazi in Schutz. Zumal da auch sicher das Umfeld von ihm mit beobachtet wurde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 13.Januar 2024, 10:54:47
Letztendlich ist die Negativität in diesem Land halt auch maßlos übertrieben. Klar, wir alle haben Dinge, die wir gerne besser und schneller funktionieren sehen würden.

Andererseits hat selbst so ein reicher Staat in wenigen Jahrzehnten enorme Schuldenberge angehäuft. Was auch seine Politik sichtbar einschränkt, seit vielen Jahren. Und die Bürger sowohl indirekt (Investitionen) als auch direkt (Steuern) belastet.

So gut kanns also nicht gelaufen sein, selbst wenn an der Oberfläche noch vieles besser funktioniert als anderswo. Überhaupt ist das Relativ. Die Logik ist ja: Wie kann es etwa sein, dass Menschen selbst in in einem reichen Land selbst nach Jahrzehnten Arbeit noch Flaschen sammeln gehen? Das wird sich ja in Zukunft eher noch verschärfen. Anfang letzten Jahres hatte der Bund ausgerechnet, dass es bereits jetzt für Junge 40 Jahre Dauervollzeit-Löhne von ~20 Euro braucht, um deutlich über 1000 Euro Rente zu erhalten. Selbst für diese 1000 Euro sinds schon ~18 Euro. 1000 Euro vor Steuern, versteht sich. Die großen Boomer-Rentnerwellen stehen erst noch aus.

Und nennenswerte Privatvorsorge kann sich nicht mehr jeder leisten. Insbesondere am unteren Ende des Einkommensspektrums. Das sind genau wie Pflege, Bildung, Digitales, Energie alles ewige Langzeitbaustellen, in die Machtmenschen und Knalltüten genüsslich vorstoßen können. Und mehr noch: Da ihre Reform jetzt erst recht ohne kurzfristigen Einschnitte kaum sinnvoll machbar wäre, wären das die ersten, die sich hinstellen: "Seht her, die nehmen euch und euren Kindern den Wohlstand weg!"


#NachhaltigkeitsAmpelnFürDieAmpel
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 13.Januar 2024, 12:07:36
Also wer ernsthaft meint, dass hier alles so knorke läuft, dem kann man mMn nicht mehr helfen.
Klar, kann man sich mit Entwicklungsländern vergleichen und schlechter geht immer,
dass der deutsche Ottonormalmensch am liebsten jammert, geschenkt,
aber ein brach liegendes Gesundheitssystem, Digitalisierung à la 1990, Bildung auf dem absteigenden Ast (Hallo Pisa!), kaputte Brücken allen Orten usw..

Immerhin retten wir noch das Klima ;)



1933 hat angerufen, die wollen ihre Enabler wieder zurück.

Ich weiß nicht, ab wann für dich „nie wieder“ anfängt, aber begonnen hat das Elend damals auch nicht erst mit Deportationen, sondern lange davor.

Aus Worten werden Taten. Man nennt das stochastischen Terrorismus.

Schön, dass du deine Abwesenheit für meine Posts regelmäßig unterbrichst :)

Du meinst dieses "nie wieder" was bei Anti-Israelischen Demos Ende letzten Jahres gelebt wurde?
Ab da fängt "nie wieder" an, für mich zur hohlen Phrase zu werden.



Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.

Man kann erkennen, dass ein Großteil der Menschen mittlerweile die Schnauze voll davon haben, was hier abgeht und sich eine wesentlich konservativere Politik wünschen.
Da mittlerweile alle Altparteien Richtung linksgrün spaziert sind, selbst die CDU mit ein paar Merz'schen Ausreißern, ist die AFD salonfähig geworden,
letztlich mMn umso mehr, durch die ewige Verbotsdiskussion.

Natürlich würde sich manches ändern, sollte die AFD je Regierungsverantwortung erhalten,
aber dass direkt Hunderttausende deportiert werden würden, halte ich für übliche Übertreibung und den feuchten Traum von Ewiggestrigen.
"Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird" - Genau, das hat die Geschichte gezeigt. ::)

Woran machst du das fest, dass ein Großteil der Menschen sich eine wesentlich konservativere Politik wünschen? Und konservativ im Bezug auf was? Alles? Migrationspolitik? Sozialpolitik? Wirtschaftspolitik? Ich finde die Aussage ziemlich pauschal und schwammig.

Was verstehst du unter linksgrün und wie passt die CDU da rein? Wo ist die FDP linksgrün? Und warum macht das die AfD salonfähig? Eine Partei, die vom Verfassungsschutz unter Beobachtung steht, von der drei Landesverbände als rechtsextrem eingestuft werden, soll salonfähig werden, weil... die anderen Parteien zu weit links sind? Das ist doch Unsinn. Die AfD mit ihrem menschenfeindlichen Gedankengut wird salonfähig, indem man ihre Positionen verharmlost, regelmäßig Nazi-Ausfälle als Einzelfälle abtut und ihre Redeweise übernimmt. Und dass in so einem Fall dann auch zumindest laut über ein Verbot nachgedacht wird, ist wenig überraschend. Persönlich halte ich es aber für den falschen Weg. Vielmehr sollten die Landes- und Bundesregierungen mal wieder mehr Politik für die Masse der Menschen in diesem Land machen, ihren Dauerstreit (insbesondere innerhalb von Regierungskoalitionen) beenden und wieder auf ein Diskussionsniveau kommen, bei dem es nicht ums populistische Rechthaben geht, sondern um Sachargumente und Positionsbestimmung. Apropos Politik für die Masse der Menschen: Ich glaube, die Leute, die mit dem Kreuzchen bei der AfD liebäugeln, haben noch nicht einmal einen Blick in deren Wahlprogramm geworfen - oder es schlichtweg nicht verstanden.

Zu deinem letzten Absatz: Niemand hier hat behauptet, was du sagst. Aber dass Rechtsextreme bereits jetzt feuchte Träume von der Umsiedelung von Menschen mit Migrationshintergrund (immerhin 20 Millionen in Deutschland) haben und sich offenbar auch sehr sicher sind, dass sowas in der Partei Anklang fände, sollte jedem überzeugten Demokraten große Sorge bereiten. Denn wie Signor Rossi schreibt: Das ist eine Veranstaltung, die man beobachten konnte. Es wird auch noch andere geben mitsamt den entsprechenden Netzwerken. Die Nazis sind ja leider nicht nur denkblockierte Vollidioten, sondern auch mit klugen Köpfen am Werk.

Edit in kursiv

Wenn man gesehen hat, wie sich Menschen in den letzten Jahren haben dressieren lassen und artig Männchen gemacht haben,
kann ich deine Angst durchaus nachvollziehen.

Aber nein, ich denke, es gibt immer noch einen überwiegenden Anteil an vernünftigen Menschen, die solche Auswüchse verhindern würden.

Woran ich den gewünschten Richtungswechsel festmache?
An Umfrageergebnissen u.a..

Ja, im Bezug auf Alles.
Migrationspolitik an erster Stelle.
Glaubt hier wirklich jemand, dass 20 Mio Menschen remigriert werden sollen?
Vor allen Dingen Menschen, die komplett integriert hier leben und einen Anteil am (Sozial)System haben?


Aber andersrum gefragt:
Es gibt unzählige Menschen hier, die kein Recht auf Asyl haben, oder die es nachweislich durch Straftaten verwirkt haben.
Was spricht gegen Remigration?


An vielen Ecken fehlt dem Land die Knete mittlerweile und das gelobte Land geht langsam in die Knie.
Nachvollziehbar, wenn immer weniger auf immer mehr Leute verteilt werden soll.
Ich frage mich, welch Geistes Kind man sein muss, diese Ausbeutung eigener Leistung so lange in diesem Maße (noch) hinnehmen zu wollen?


Zum Wahlprogramm der AfD.
Nein, haben wahrscheinlich viele nicht, aber denen reicht es vermutlich, durch Ampel und Co. mehr und mehr angeschissen worden zu sein.

Warum wird die AfD nicht einfach argumentativ zerlegt, anstatt sich dauernd über ein mögliches Verbot zu echauffieren?
Und würde man davon ausgehen, dass dieses Verfahren Aussicht auf Erfolg hätte, hätte man es nicht bereits in die Wege geleitet?
Also geht man doch eher davon aus, dass die AfD nicht verfassungsfeindlich ist?

Ungefähr genauso viel konjunktiv wie bei correctiv...
Ach, wer finanziert die noch gleich? :police:


Einfach mal Politik für Menschen und Land machen und nicht gegen andere.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 13.Januar 2024, 21:07:47
@Leland: Ich sprach konkret dich an, ab wann bei dir „nie wieder“ anfängt. Erst wenn deportiert wird, oder schon früher? Was Anti-Israel-Demos damit zu tun haben, ist mir schleierhaft.

Und zum Thema argumentativ zerlegen: ist die Offenlegung der rechtsextremen Umtriebe von AfD und CDU nicht argumentativ genug?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Januar 2024, 22:03:29
Einfach mal Politik für Menschen und Land machen und nicht gegen andere.

Die homogenen Menschen in Deutschland. Sieht man schon in diesem Forum. Alle unter einen Hut. Funktioniert jedes mal.  8)

Man kann ja schon Leuten die glücklich sind deiner Meinung nach nicht mehr helfen. Wie stellst du dir es dann vor, dass man die gleichen politischen Ziele verfolgt?  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 14.Januar 2024, 12:57:10
Ich frage mich eher welch Geistes Kind man sein muss, um gegenüber seinem Geburtsprivileg (in Deutschland geboren worden zu sein, ist riesen großes Glück, sonst nichts) und dem Umstand, dass wir unseren Wohlstand zu nicht unerheblichen Teilen auf Ausbeutung anderer Regionen aufgebaut haben, derart ignorant zu sein, dass man es ernsthaft als Ausbeutung seiner eigenen Leistung empfindet, wenn man auf einen kleinen Teil seines Wohlstandes zugunsten von Menschen, die weniger Glück hatten, verzichten soll.
Das Problem ist auch nicht, dass immer weniger unter immer mehr verteilt werden soll, sondern vielmehr, dass immer mehr bei immer weniger Menschen landet, weil mittlerweile die reichsten 10 % ca 60% des Gesamtvermögens besitzen. Es gibt mehr als genug, es ist nur krass ungerecht verteilt. Aber gut, nach unten treten ist halt einfacher.

@Ki-Pep
Auch alles wahr. Und dass alles super sei, hat ja auch niemand behauptet.  ;)
Ich hätte durchaus Verständnis, wenn die Leute für höhere Renten und Umverteilung auf die Straße gehen würden. Ist halt auch nichts Neues, sondern seit Jahrzehnten absehbar. Das Generationenvertragssystem wird so nicht mehr funktionieren, mMn ist eh klar, dass man Rente querfinanzieren müsste. Aber dazu müsste man halt aufhören, Verluste zu verrallgemeinern und Gewinne zu privatisieren. Aber das will ja keiner. Wäre ja Sozialismus.

Aber das was die Leute primär antreibt ist ja, dass das Benzin für ihr kostbares Auto zu teuer ist, die ganzen faulen Arbeitslosen das Bürgergeld geschenkt kriegen anstatt brav Flaschen zu sammeln und uns die bösen noch fauleren Migranten die Haare vom Kopf fressen. Ja, ich polemisiere. Aber der Punkt ist verständlich hoffe ich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 14.Januar 2024, 13:27:41
@Leland: Ich sprach konkret dich an, ab wann bei dir „nie wieder“ anfängt. Erst wenn deportiert wird, oder schon früher? Was Anti-Israel-Demos damit zu tun haben, ist mir schleierhaft.

Und zum Thema argumentativ zerlegen: ist die Offenlegung der rechtsextremen Umtriebe von AfD und CDU nicht argumentativ genug?

Für mich fängt "nie wieder" nicht an, für mich gehört es zum täglichen Leben.
Wenn auf Anti Israel Demos anti Israelische Parolen gerufen werden, die die Vernichtung Israels und seiner Bürger wünschen, dann ist das tolerabel, weil es ja nicht von Nazis kommt?
Importierter Antisemitismus ist also tolerabel?
Gilt da kein "nie wieder"?


Was hier stattfindet, ist Empörungsjournalismus und keine argumentative Zerlegung, also zumindest meiner Ansicht nach.




Einfach mal Politik für Menschen und Land machen und nicht gegen andere.

Die homogenen Menschen in Deutschland. Sieht man schon in diesem Forum. Alle unter einen Hut. Funktioniert jedes mal.  8)

Man kann ja schon Leuten die glücklich sind deiner Meinung nach nicht mehr helfen. Wie stellst du dir es dann vor, dass man die gleichen politischen Ziele verfolgt?  ;D

Ist gar nicht so schwer wie du meinst, auch wenn es natürlich nur sticheln soll.
Die v.g. Punkte wie Digitalisierung, Verkehr & Mobilität etc. kommen letztlich allen zu gute.
Ja, auch da wird es immer Menschen geben die es benachteiligt, oder die sich einfach nur so fühlen (wollen), aber es macht schon einen Unterschied,
ob ich in Peru Radwege baue, die libanesische Armee unterstütze, oder eben hier beispielsweise Rentner, dass sie nicht mehr Flaschen sammeln müssen.



Ich frage mich eher welch Geistes Kind man sein muss, um gegenüber seinem Geburtsprivileg (in Deutschland geboren worden zu sein, ist riesen großes Glück, sonst nichts) und dem Umstand, dass wir unseren Wohlstand zu nicht unerheblichen Teilen auf Ausbeutung anderer Regionen aufgebaut haben, derart ignorant zu sein, dass man es ernsthaft als Ausbeutung seiner eigenen Leistung empfindet, wenn man auf einen kleinen Teil seines Wohlstandes zugunsten von Menschen, die weniger Glück hatten, verzichten soll.
Das Problem ist auch nicht, dass immer weniger unter immer mehr verteilt werden soll, sondern vielmehr, dass immer mehr bei immer weniger Menschen landet, weil mittlerweile die reichsten 10 % ca 60% des Gesamtvermögens besitzen. Es gibt mehr als genug, es ist nur krass ungerecht verteilt. Aber gut, nach unten treten ist halt einfacher.

@Ki-Pep
Auch alles wahr. Und dass alles super sei, hat ja auch niemand behauptet.  ;)
Ich hätte durchaus Verständnis, wenn die Leute für höhere Renten und Umverteilung auf die Straße gehen würden. Ist halt auch nichts Neues, sondern seit Jahrzehnten absehbar. Das Generationenvertragssystem wird so nicht mehr funktionieren, mMn ist eh klar, dass man Rente querfinanzieren müsste. Aber dazu müsste man halt aufhören, Verluste zu verrallgemeinern und Gewinne zu privatisieren. Aber das will ja keiner. Wäre ja Sozialismus.

Aber das was die Leute primär antreibt ist ja, dass das Benzin für ihr kostbares Auto zu teuer ist, die ganzen faulen Arbeitslosen das Bürgergeld geschenkt kriegen anstatt brav Flaschen zu sammeln und uns die bösen noch fauleren Migranten die Haare vom Kopf fressen. Ja, ich polemisiere. Aber der Punkt ist verständlich hoffe ich.

Weiter links dürfte dann schwer werden...
Es geht nicht um irgendwelche Privilegien, es geht schlicht und ergreifend darum, wie lange so ein Sozialkonstrukt funktionieren kann, wenn immer mehr abschöpfen und immer weniger einzahlen.
Gerechtere Verteilung? Gerne! Aber bitte an Menschen die eben auch mitmachen!

Genau, einfach den reichen wegnehmen, warum?
Warum nicht!
Schließlich haben sozialistische Systeme in der Vergangenheit immer prima funktioniert, sogar zur Zufriedenheit aller. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 14.Januar 2024, 13:40:51
Ich kann dieses die Ampel ist schuld an allem nicht mehr lesen. ist ja praktisch ein mantra der ewig gestrigen. Ja lass alle Asylanten rausschmeißen dann geht es Deutschland wieder besser und es fließt wieder Milch und Honig.  ::) Das das Land durch CDU und CSU mit regiert wurde die letzten 20 Jahre und vieles auf Schäubles schwarze Null zurückzuführen ist wird da gerne vergessen. man gibt lieber den Grünen die Schuld. Überhaupt hätte man die Niedrigzinsphase nutzen sollen um vieles der Maroden Infrastruktur anzugehen. Aber nein die schwarze Null musste stehen.

Wer soll denn in Zukunft die Niedriglohn Jobs machen @Leland Gaunt ? Die Deutschen wollen es nicht mehr machen da sich jeder zu höherem Berufen fühlt.  ;) Wer soll die Rentenkasse retten ?

Übrigens zu deiner Behauptung es gebe unzählige Leute die kein Recht auf Asyl haben hast du dafür auch konkrete Zahlen oder ist das einfach nur eine populistische Behauptung deinerseits ?  ::)

Leute die man von Rechtswegen abschieben darf sind genau 54.300. Wahnsinns Zahl. Das wird uns wirklich voranbringen in Deutschland wenn die Leute weg sind. Da kann man ruhig weiter auf dieser Gruppe die absolut gar keine Lobby hat in Deutschland drauf einkloppen.

Mal davon ab ob die Länder sie überhaupt zurücknehmen, wenn es sich um straffällige Asylbewerber handelt. Aber dafür hat die AFD ja sicher auch eine Lösung oder ? Alle mit Fallschirm über dem Mittelmeer abwerfen.  ::) Ich kann mir diese populistischen Schwachsinn nicht mehr anhören. Leider ein Problem unser Gesellschaft. Viele wissen einfach gar nicht wie gut es ihnen eigentlich geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 14.Januar 2024, 17:10:52
Ich kann dieses die Ampel ist schuld an allem nicht mehr lesen. ist ja praktisch ein mantra der ewig gestrigen. Ja lass alle Asylanten rausschmeißen dann geht es Deutschland wieder besser und es fließt wieder Milch und Honig.  ::) Das das Land durch CDU und CSU mit regiert wurde die letzten 20 Jahre und vieles auf Schäubles schwarze Null zurückzuführen ist wird da gerne vergessen. man gibt lieber den Grünen die Schuld. Überhaupt hätte man die Niedrigzinsphase nutzen sollen um vieles der Maroden Infrastruktur anzugehen. Aber nein die schwarze Null musste stehen.

Wer soll denn in Zukunft die Niedriglohn Jobs machen @Leland Gaunt ? Die Deutschen wollen es nicht mehr machen da sich jeder zu höherem Berufen fühlt.  ;) Wer soll die Rentenkasse retten ?

Übrigens zu deiner Behauptung es gebe unzählige Leute die kein Recht auf Asyl haben hast du dafür auch konkrete Zahlen oder ist das einfach nur eine populistische Behauptung deinerseits ?  ::)

Leute die man von Rechtswegen abschieben darf sind genau 54.300. Wahnsinns Zahl. Das wird uns wirklich voranbringen in Deutschland wenn die Leute weg sind. Da kann man ruhig weiter auf dieser Gruppe die absolut gar keine Lobby hat in Deutschland drauf einkloppen.

Mal davon ab ob die Länder sie überhaupt zurücknehmen, wenn es sich um straffällige Asylbewerber handelt. Aber dafür hat die AFD ja sicher auch eine Lösung oder ? Alle mit Fallschirm über dem Mittelmeer abwerfen.  ::) Ich kann mir diese populistischen Schwachsinn nicht mehr anhören. Leider ein Problem unser Gesellschaft. Viele wissen einfach gar nicht wie gut es ihnen eigentlich geht.

 ;D ;D ;D

Liegt u.a. daran, dass die deutsche Staatsbürgerschaft verramscht wird und man somit eben keine Möglichkeit hat diese Menschen wieder loszuwerden.
Und wo genau hab ich mich auf die Ampel eingeschossen?
Die politische Bühne war auch schon vorher als GroKo mau.

Ist es nicht irgendwie auch, sagen wir mal komisch, dass nur Ausländer diese, deiner Aussage nach, Niedriglohnjobs machen sollen?
Natürlich sollten diese Jobs auch deutsche machen, die arbeitsfähig sind.
Eine sehr fragwürdige Ansicht hast du anscheinend.

Da seit 2015 keiner mehr weiß wer hier ist, kann ich dir leider keine konkrete Zahl liefern,
aber muss ich das denn?
Reicht es nicht, wenn genug Städte und Gemeinden um Hilfe in Berlin ersuchen?

Der letzte Satz steht dann wohl für sich.

Frag dich doch mal, warum es vielen gut geht.
Weil vorherige Generationen dafür gearbeitet haben und bevor wieder so eine plumpe Unterstellung kommt, natürlich auch mit ausländischen Kräften.
Habe übrigens nie gegenteiliges behauptet :)

Die Frage ist nur, wie lange das noch gut geht, aber ist alles nur rechte Schwarzmalerei!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 14.Januar 2024, 17:20:56
Um deutscher Staatsbürger zu werden muss man mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt haben und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht haben (mal abgesehen von dem Einbürgerungstest, der nicht ohne ist). Wo da etwas "verramscht" wird kann ich nicht erkennen. Und mit Abschiebungen bzw. Leute "loswerden" hat das schon gar nichts zu tun. Zumal es dafür auch überhaupt keinen Grund gibt, denn wer eingebürgert werden will muss auch nachweisen, dass er selbstständig seinen Lebensunterhalt erwirtschaftet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 14.Januar 2024, 17:27:59
Denk doch nicht immer so kleinkariert.
Es geht auch um Clans und deren Angehörige die schon seit Generationen hier leben ohne integriert zu sein.

Übrigens sollen aus 8 Jahren 5 bzw. 3 werden,
was aber an der Thematik und meiner Aussage nichts ändert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Januar 2024, 18:02:52
Es ist völlig egal, welche Parteien gerade an der Macht ist, wenn man gegen die Mehrheit der Bevölkerung anregiert, dann werden Parteien wie die AfD nunmal stärker. Das könnte man mit besserer Politik verhindern, Olaf Scholz hat das ja auch erkannt, nur leider nicht umgesetzt. Anstatt wirklich zu sparen, werden die Einnahmen erhöht, indem man den Bürgern Geld wegnimmt. Und dann wundert man sich über Kritik und Proteste.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.Januar 2024, 18:58:37
Ich wollte das nicht idealistisch kritisieren. Sondern die Gruppendynamik, eskalierende Gewalt und daraus potentiell hervorgehende Opfer. Dabei ist mir egal, ob der Stein aus der linken oder der rechten Hand fliegt, ob es Karlsruhe oder Frankfurt Fans sind, ob Landwirte oder Schankwirte. Es ist in meinen Augen immer idotisch, wenn Menschen sich in einem Mob treffen und Emotionen eher zu Wut und Zorn umschlagen. Das sehe ich beim "Komm, lass ALLE zum Anleger kommen und auf den Habeck warten" gegeben. Dumme Idee von Anfang an bei der die Wahrscheinlichkeit, dass da irgendwas Konstruktives bei raus kommt sehr niedrig und irgendwas destruktives raus kommt sehr hoch ist. Dieses Verhältniss stört mich.
Da hast du schon recht, sowas gibt es und es kann dadurch auch zu Gewalt kommen, ich würde da aber trotzdem nach Zusammensetzung der Gruppe entscheiden, gibt ja z.B auch bestimmte Demos die aus sicherheitsgründen verboten werden,dass es da Unterschiede gibt ist ja einfach Fakt.
Generell ist die art des Protestes auch ausdrücklich erlaubt.
https://www.bmi.bund.de/DE/themen/verfassung/staatliche-ordnung/versammlungsrecht/versammlungsrecht-node.html
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_8.html
Wahrscheinlich ist das dann in dem Fall in Schlüttsiel an dem Punkt aufgehoben an dem die Polizei angeordnet hat aufzulösen, aber eine spontane Versammlung an sich ist erstmal kein Problem.
Kann man dann natürlich trotzdem so sehen wie du und den Punkt verstehe ich da auch.
 
Mein eigentlicher Kritikpunkt war aber die Berichterstattung und da würde ich trotzdem erwarten,dass nicht einfach Dinge erfunden wurden die nicht passiert sind. Man kann dann eben die Versammlung an sich kritisieren.
Nebenbei habe ich jetzt noch ein Video gesehen,anscheinend von dem Tag, in dem sich Menschen von außen normal mit anderen unterhalten die auf dem Schiff stehen und da auch Kinder dabei sind die nicht gerade verängstigt aussehen, dazu ist mir auch aufgefallen,dass das Schiff anscheinend beim anlegen recht nah am Ufer steht und man von der Seite hätte draufspringen können wenn ein Entern gewollt gewesen wäre. Ich bin da wirklich mal gespannt ob man die Erzählung vom Sturm und der schnellen Flucht noch rausbekommt oder ob es jetzt einfach als wahr angenommen,weiter gegeben und entsprechend genutzt wird.

Zitat
Tatsächlich interessant. Geht gegen einen Politiker privat - stimmt. Aber ist halt geplant und gewaltfrei.

ABER. Anders sehe ich die Observation, die mit der Aktion anscheinend einherging. Wir brauchen keinen zivilen Verfassungsschutz. Da nehme ich auch einen Nazi in Schutz. Zumal da auch sicher das Umfeld von ihm mit beobachtet wurde.
Fair. Würde das dann auch gelten wenn Leute neben dem Haus von Habeck ein paar Traktoren parken oder Figuren von traurig schauenden Bauern aufstellen würden?  :P
Vergleich hinkt schon etwas, weil es natürlich Höcke ist, mein Punkt ist da das man da teilweise schon mit zweierlei Maß mist und deshalb solche auch solche Aktionen unterschiedlich wahrgenommen werden könnten.

@Leland: Ich sprach konkret dich an, ab wann bei dir „nie wieder“ anfängt. Erst wenn deportiert wird, oder schon früher? Was Anti-Israel-Demos damit zu tun haben, ist mir schleierhaft.
Naja, wenn man von Pogromstimmung  redet könnte man da wahrscheinlich schon einige Demos als Beispiel nehmen und ich bin mir gerade auch nicht sicher ob sowas in der Form mit dem Zusammenhang gegen Juden seit der Nazi Zeit so gegeben hat? Also das sich so viele Polizisten nachts vor so vielen jüdische Einrichtungen,Synagogen,Geschäften, Holocaust Mahnmal usw. postieren müssen damit kein Mob kommt und das kaputt schlägt?
https://www.tagesspiegel.de/berlin/20-verletzte-polizisten-65-strafverfahren-berliner-polizei-zieht-bilanz-nach-eskalierten-pro-palastina-kundgebungen-in-der-nacht-10641826.html
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100260722/israel-davidsterne-in-berlin-an-haeuser-geschmiert-anwohner-schockiert.html


Letztendlich ist die Negativität in diesem Land halt auch maßlos übertrieben. Klar, wir alle haben Dinge, die wir gerne besser und schneller funktionieren sehen würden.
Aber wir haben einen grds guten Sozialstaat, ein grds sehr hohes Lebensstandardsniveau und einen Staat, der die Belastungen für Wirtschaft und Bürger durch externe Krisen abzufangen versucht (und dabei durchaus auch Erfolg hat). Was wir nicht haben ist die angeblich drohende Deindustrialisierung, eine massive Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit oder Ähnliches.
20 Jahre lang ging es für viele quasi nur aufwärts - dass das nicht immer und ewig so weiter gehen konnte, hätte eigtl klar sein sollen. Jetzt ist halt Einiges ein bisschen teurer und manch einer muss sich temporär vielleicht im Vergleich zu vor drei Jahren etwas einschränken. Da täte manchen Leuten mal ein Blick auf andere Teile der Welt oder selbst manche Nachbarländer mal ganz gut bevor man die Fackeln und Mistgabeln auspackt.
Du hast schon recht das es uns besser geht als Menschen in vielen anderen Ländern.Das heißt aber nicht, dass man sich darauf ausruhen sollte und diese "es geht uns doch gut" Haltung ist wahrscheinlich auch etwas,das uns in die Lage gebracht hat in der wir jetzt sind. Irgendwann haben wir z.B den Atomausstieg beschlossen, ging uns ja gut mit dem russischen Gas.  :P
Das andere die Sichtweise in der Form annehmen und dann entsprechend quitieren und aufhören zu meckern kannst du da auch nicht erwarten ,wenn es da eben anders empfunden wird.

Aber das was die Leute primär antreibt ist ja, dass das Benzin für ihr kostbares Auto zu teuer ist, die ganzen faulen Arbeitslosen das Bürgergeld geschenkt kriegen anstatt brav Flaschen zu sammeln und uns die bösen noch fauleren Migranten die Haare vom Kopf fressen. Ja, ich polemisiere. Aber der Punkt ist verständlich hoffe ich.
In der Neid Debatte um das Bürgergeld geht ja unter,dass es im Abstand zu den niedriglöhnen ja wirklich ein Problem gibt und so wie es verteilt ist lohnt es sich bei einer Familie mit Zwei Vollzeitbeschäftigten einfach nicht das so beizubehalten. Außerdem ist Bürgergeld inflationsgebunden und die Löhne nicht, würde sich die Ampel noch 10 Jahre halten würde es bestimmt offensichtlicher werden. Ich vermute aber Heil hat das selbst auch bemerkt und auch schon entsprechend reagiert.


Ich kann dieses die Ampel ist schuld an allem nicht mehr lesen. ist ja praktisch ein mantra der ewig gestrigen. Ja lass alle Asylanten rausschmeißen dann geht es Deutschland wieder besser und es fließt wieder Milch und Honig.  ::) Das das Land durch CDU und CSU mit regiert wurde die letzten 20 Jahre und vieles auf Schäubles schwarze Null zurückzuführen ist wird da gerne vergessen. man gibt lieber den Grünen die Schuld. Überhaupt hätte man die Niedrigzinsphase nutzen sollen um vieles der Maroden Infrastruktur anzugehen. Aber nein die schwarze Null musste stehen.

Wer soll denn in Zukunft die Niedriglohn Jobs machen @Leland Gaunt ? Die Deutschen wollen es nicht mehr machen da sich jeder zu höherem Berufen fühlt.  ;) Wer soll die Rentenkasse retten ?

Übrigens zu deiner Behauptung es gebe unzählige Leute die kein Recht auf Asyl haben hast du dafür auch konkrete Zahlen oder ist das einfach nur eine populistische Behauptung deinerseits ?  ::)

Leute die man von Rechtswegen abschieben darf sind genau 54.300. Wahnsinns Zahl. Das wird uns wirklich voranbringen in Deutschland wenn die Leute weg sind. Da kann man ruhig weiter auf dieser Gruppe die absolut gar keine Lobby hat in Deutschland drauf einkloppen.

Mal davon ab ob die Länder sie überhaupt zurücknehmen, wenn es sich um straffällige Asylbewerber handelt. Aber dafür hat die AFD ja sicher auch eine Lösung oder ? Alle mit Fallschirm über dem Mittelmeer abwerfen.  ::) Ich kann mir diese populistischen Schwachsinn nicht mehr anhören. Leider ein Problem unser Gesellschaft. Viele wissen einfach gar nicht wie gut es ihnen eigentlich geht.
Würden auch die wenigsten behaupten, andersherum kann man auch nicht sagen,dass die Regierung die gerade im Amt ist komplett schuldlos an der Lage ist. Warum sollte man keine Kritik äußern können wenn man die vernünftig begründen kann?

Allgemein mal zur Migration.
Das es ein Problem mit Migration gibt zeigt sich ja uch in der Politik der Ampel und an Beschlüssen in der EU, es gibt da bestimmt viele die darauf eigentlich keine Lust haben aber sich der Realität stellen müssen,dass es eben wenig Unterkünfte und später richtige Wohnungen für Asylsuchende und Zugewanderte gibt was dann wieder zu anderen Problemen führt. Da geht es wahrscheinlich inzwischen nur darum die Menschen irgendwo zu parken ohne das es zu großen Zwischenfällen oder Schlagzeilen kommt.
Viele Kommunen melden ja,dass sie Probleme haben und finanzielle Unterstützung brauchen, dazu steigen durch die großzügige Sozialpolitik die Anreize,was dann zu noch mehr Zuwanderung führt und die Kassen weiter belastet.
Das Asylsystem wie wir es heute haben ist einfach nicht mehr zeitgemäß, alleine durch die technische Weiterentwicklung machen sich viel mehr Menschen auf den Weg.

Ich finde man sollte da stark entbürokratisieren und das ganze in ein Asyl und Einwanderungssystem trennen, die Hürden sind für viele Menschen die sich einbringen und eine Arbeit aufnehmen wollen,so wie ich ich es mitbekomme, viel zu hoch. Da wurde ja zum Teil gefordert Menschen in Arbeit zu zwingen,die es rechtlich gar nicht durften und da müssen teilweise viele Anträge gestellt und Prüfungen durchlaufen werden bis es die Möglicheit gibt im eigentlich erlernten Beruf zu arbeiten, das erzeugt unnötigen Stress für Menschen die wir dringend in unserem System brauchen.
Man könnte da bestimmt einen Schlüssel erarbeiten wieviele Asylbewerber man in bestimmten Gegenden ansiedeln kann ohne das die Hilfsstellen überfordert werden und ohne das Integration auf der Strecke bleibt, darauß entwickelt man dann eine Obergrenze und gleichzeitig fährt man die Maßnahmen zur Überprüfung hoch.
Für ein Einwanderungssystem sollte man dann eher darauf schauen wer das mitbringt was bei uns gebraucht wird und der sollte dann entsprechend behandelt und gefördert werden.
Viele ultra Religöse sollte man allgemein eher nicht ins Land lassen, oft flüchten ja Menschen gerade aus Strukturen die durch solche Ideologien geprägt sind und wegen einer anderen Lebensweise verfolgt werden, sowas wie die Hamas Demos hier sollten einfach nicht vorkommen oder das irgendwelche Spinner einen Taliban Minister einladen, Gruppen wie z.b die grauen Wölfe werden ja auch oft vergessen.
Das ist nebenbei auch kein Ampel gemachtes Problem, dass wurde ja zu Merkel zeiten schon immer verschoben,auch vor 2015. Wahrscheinlich wäre es auch noch länger gegangen aber dadurch das viele Ukraine Flüchtlinge ins Land gekommen sind ist man auf Schlag über die Belastungsgrenze gekommen.


Erste Umfrage zur Bundestagswahl mit dem BSW, hätte da mehr erwartet. In den Bundesländern wohl auch unter 5%.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-bsw-bauernproteste-100.html
Bei der Umfrage wurde wohl nicht direkt nach dem BSW gefragt, bei der unten steigt die bei 14% ein, passt dann schon eher.
https://twitter.com/Wahlen_DE/status/1746214794770710832



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 14.Januar 2024, 19:19:34
Das vorläufige Ergebnis der Landratswahl im Saale-Orla-Kreis lässt Schlimmes für die weiteren Wahlen in diesem Jahr erahnen. Knapp 46% für den AFD-Kandidaten.

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/saale-orla/landrat-wahl-auszaehlung-stimmen-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.Januar 2024, 21:46:09
Zitat
Tatsächlich interessant. Geht gegen einen Politiker privat - stimmt. Aber ist halt geplant und gewaltfrei.

ABER. Anders sehe ich die Observation, die mit der Aktion anscheinend einherging. Wir brauchen keinen zivilen Verfassungsschutz. Da nehme ich auch einen Nazi in Schutz. Zumal da auch sicher das Umfeld von ihm mit beobachtet wurde.
Fair. Würde das dann auch gelten wenn Leute neben dem Haus von Habeck ein paar Traktoren parken oder Figuren von traurig schauenden Bauern aufstellen würden?  :P
Vergleich hinkt schon etwas, weil es natürlich Höcke ist, mein Punkt ist da das man da teilweise schon mit zweierlei Maß mist und deshalb solche auch solche Aktionen unterschiedlich wahrgenommen werden könnten.


Ja. Wenn man es durchzieht und neben Habeck ein Grundstück kauft, um dort ein Kunstprojekt aufzustellen, dass gegen seine Politik steht: Bitte. Das ist ja was anderes, als mit 200 Leuten vor seiner Garage zu stehen und ihn vier Stunden daran zu hindern sein Haus zu verlassen.
Ich will in diesem Punkt zwischen Höcke und Habeck kein Unterschied machen. Wozu auch? Ich habe gewisse Vorstellungen wie man mit Menschen umzugehen hat - nennen wir es meine moralischen Vorstellungen. Das muss nicht nachvollziehbar oder allgemeingültig sein. Das hat sich über die Jahre vielleicht auch mal verschoben. Aber es umfasst eben eine gewisse Mindestgrundhaltung und Achtung, die ich im Umgang mit anderen Menschen schätze.
Beispiel: Ich spucke niemandem ins Gesicht. Da mache ich auch nicht bei einem Nazi eine Ausnahme. Und ich denke, dass ein Kunstprojekt auf dem Nachbargrundstück in Ordnung ist. Die Blockade einer individuellen Privatperson finde ich nicht in Ordnung
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 14.Januar 2024, 22:40:43

Ist es nicht irgendwie auch, sagen wir mal komisch, dass nur Ausländer diese, deiner Aussage nach, Niedriglohnjobs machen sollen?
Natürlich sollten diese Jobs auch deutsche machen, die arbeitsfähig sind.
Eine sehr fragwürdige Ansicht hast du anscheinend.

Schreib ich das ? Es ist aber nun einmal so das viele Deutsche Älter werden und die Gesellschaft überaltert und dementsprechend viele der Immigranten dementsprechend diese Jobs übernehmen sollen bzw. müssen, da sicherlich ein großteil davon nicht hochqualifiziert ist bzw. die sprachliche Barriere auch noch dazu kommt. Außerdem ist das jetzt auch nicht wirklich eine fragwürdige Ansicht, sondern einfach Tatsache. Geh mal zu Mc Donalds oder in andere Läden wo die Anforderungen an die Qualifikation entsprechend niedrig sind. 70-80% dort haben mittlerweile einen Migrationshintergrund oder sind Migranten. Das hat nichts mit fragwürdigen Ansichten zu tun, sondern ist einfach Tatsache.

Zitat
Da seit 2015 keiner mehr weiß wer hier ist, kann ich dir leider keine konkrete Zahl liefern,
aber muss ich das denn?
Reicht es nicht, wenn genug Städte und Gemeinden um Hilfe in Berlin ersuchen?

Ja musst du wenn du mit solchen Argumenten um dich wirfst ohne sie zu belegen. Woher willst du sonst wissen das es so ist wie du behauptest ? Kannst du also nicht dann nimm die offiziellen Zahlen und die habe ich dir präsentiert. Aber diese Schwurbelei von wegen wir müssen die Leute abschieben bla und blub und dann mit den eigenen Stammtischplaudereien um die Ecke kommen ist einfach nur schwach. Du tust so als wenn es mehrere Hundertausende Menschen gäbe die in Deutschland sind ohne das man von ihnen weiß was einfach nur unrealistisch und quatsch ist.

Zitat
Reicht es nicht, wenn genug Städte und Gemeinden um Hilfe in Berlin ersuchen?

Ist genauso falsch. 40 Prozent der Kommunen halten sich durch geflüchtete für überfordert. Das kann man genauso andersrum formulieren und sagen 60 Prozent der Kommunen sind nicht überfordert. Richtig wäre kleine Kommunen sind mit der Aufnahme einer großen Zahl von Geflüchteten überfordert.

Und das nervt mich persönlich sehr an deiner Argumentationsweise. Du behauptest Dinge die so nicht stimmen und ziehst einzelne Aussagen komplett aus dem Kontext oder verallgemeinerst so stark ohne dafür auch nur Ansatzweise Beweise zu bringen.

Gleiches gilt für dein Argument zu den "Clans". Ist auch so ein tolles Argument. Clankriminalität gab es schon immer. Das ist keine neue Erfindung der Libanesen und co. Komischerweise spricht keiner über die italienische, albanische, russische Mafia oder ähnlichen Gruppierungen wie die Hells Angels. Ein Hanebuth wird hier in Hannover von vielen sogar noch verehrt obwohl er praktisch genau in die gleiche Kerbe schlägt. Aber nein für den aufgebrachten Deutschen sind es dann die Clans in Berlin die in ihren dicken Karren rumfahren und alle Illegale Geschäfte hier machen. Mal davon ab wie diese Statistik zur Clankriminalität zustande kommt, was ja selber schon ein Witz an sich ist.(Heißt du Müller und bist bei Rot über die Ampel gefahren gehörst du zum Müller Clan un die Statistik freut sich)  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.Januar 2024, 23:40:40
@Leland: Ich sprach konkret dich an, ab wann bei dir „nie wieder“ anfängt. Erst wenn deportiert wird, oder schon früher? Was Anti-Israel-Demos damit zu tun haben, ist mir schleierhaft.

Und zum Thema argumentativ zerlegen: ist die Offenlegung der rechtsextremen Umtriebe von AfD und CDU nicht argumentativ genug?

Für mich fängt "nie wieder" nicht an, für mich gehört es zum täglichen Leben.
Wenn auf Anti Israel Demos anti Israelische Parolen gerufen werden, die die Vernichtung Israels und seiner Bürger wünschen, dann ist das tolerabel, weil es ja nicht von Nazis kommt?
Importierter Antisemitismus ist also tolerabel?
Gilt da kein "nie wieder"?


Was hier stattfindet, ist Empörungsjournalismus und keine argumentative Zerlegung, also zumindest meiner Ansicht nach.




Einfach mal Politik für Menschen und Land machen und nicht gegen andere.

Die homogenen Menschen in Deutschland. Sieht man schon in diesem Forum. Alle unter einen Hut. Funktioniert jedes mal.  8)

Man kann ja schon Leuten die glücklich sind deiner Meinung nach nicht mehr helfen. Wie stellst du dir es dann vor, dass man die gleichen politischen Ziele verfolgt?  ;D

Ist gar nicht so schwer wie du meinst, auch wenn es natürlich nur sticheln soll.
Die v.g. Punkte wie Digitalisierung, Verkehr & Mobilität etc. kommen letztlich allen zu gute.
Ja, auch da wird es immer Menschen geben die es benachteiligt, oder die sich einfach nur so fühlen (wollen), aber es macht schon einen Unterschied,
ob ich in Peru Radwege baue, die libanesische Armee unterstütze, oder eben hier beispielsweise Rentner, dass sie nicht mehr Flaschen sammeln müssen.



Ich frage mich eher welch Geistes Kind man sein muss, um gegenüber seinem Geburtsprivileg (in Deutschland geboren worden zu sein, ist riesen großes Glück, sonst nichts) und dem Umstand, dass wir unseren Wohlstand zu nicht unerheblichen Teilen auf Ausbeutung anderer Regionen aufgebaut haben, derart ignorant zu sein, dass man es ernsthaft als Ausbeutung seiner eigenen Leistung empfindet, wenn man auf einen kleinen Teil seines Wohlstandes zugunsten von Menschen, die weniger Glück hatten, verzichten soll.
Das Problem ist auch nicht, dass immer weniger unter immer mehr verteilt werden soll, sondern vielmehr, dass immer mehr bei immer weniger Menschen landet, weil mittlerweile die reichsten 10 % ca 60% des Gesamtvermögens besitzen. Es gibt mehr als genug, es ist nur krass ungerecht verteilt. Aber gut, nach unten treten ist halt einfacher.

@Ki-Pep
Auch alles wahr. Und dass alles super sei, hat ja auch niemand behauptet.  ;)
Ich hätte durchaus Verständnis, wenn die Leute für höhere Renten und Umverteilung auf die Straße gehen würden. Ist halt auch nichts Neues, sondern seit Jahrzehnten absehbar. Das Generationenvertragssystem wird so nicht mehr funktionieren, mMn ist eh klar, dass man Rente querfinanzieren müsste. Aber dazu müsste man halt aufhören, Verluste zu verrallgemeinern und Gewinne zu privatisieren. Aber das will ja keiner. Wäre ja Sozialismus.

Aber das was die Leute primär antreibt ist ja, dass das Benzin für ihr kostbares Auto zu teuer ist, die ganzen faulen Arbeitslosen das Bürgergeld geschenkt kriegen anstatt brav Flaschen zu sammeln und uns die bösen noch fauleren Migranten die Haare vom Kopf fressen. Ja, ich polemisiere. Aber der Punkt ist verständlich hoffe ich.

Weiter links dürfte dann schwer werden...
Es geht nicht um irgendwelche Privilegien, es geht schlicht und ergreifend darum, wie lange so ein Sozialkonstrukt funktionieren kann, wenn immer mehr abschöpfen und immer weniger einzahlen.
Gerechtere Verteilung? Gerne! Aber bitte an Menschen die eben auch mitmachen!

Genau, einfach den reichen wegnehmen, warum?
Warum nicht!
Schließlich haben sozialistische Systeme in der Vergangenheit immer prima funktioniert, sogar zur Zufriedenheit aller. ::)

Schick. Whataboutism vom Feinsten. Hier werden rechtsextreme Umtriebe von Parteien aufgedeckt, die gern Regierungsverantwortung haben möchten, und anstatt auf diesen Punkt einzugehen, diffamiert man das als „Empörungsjournalismus“ und empört sich direkt im nächsten Satz über radikale Islamisten, was dann gleichzeitig kein Empörungsjournalismus sein soll?
Wer sagt außerdem, dass Anti-Israel-Parolen tolerabel seien?

Es ist völlig egal, welche Parteien gerade an der Macht ist, wenn man gegen die Mehrheit der Bevölkerung anregiert, dann werden Parteien wie die AfD nunmal stärker. Das könnte man mit besserer Politik verhindern, Olaf Scholz hat das ja auch erkannt, nur leider nicht umgesetzt. Anstatt wirklich zu sparen, werden die Einnahmen erhöht, indem man den Bürgern Geld wegnimmt. Und dann wundert man sich über Kritik und Proteste.

Komisch nur, dass irgendwer diese Parteien ja gewählt haben muss, sonst wären sie ja nicht an der Macht. Parteien regieren nicht „gegen die Mehrheit der Bevölkerung an“. Parteien versuchen, ihr Wahlversprechen umzusetzen (siehe Wahlprogramm und Koalitionsvertrag), wenn nicht irgendwelche großen Krisen wie Kriege oder Pandemien oder blockierende Koalitionspartner dazwischen kommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.Januar 2024, 08:33:23
Okay. In dem Fall ginge es dann ja aber um einzelne Berichte. Ich hatte dich bislang so verstanden, dass du in der Gesamtheit der Berichterstattung unterstellst, dass bewusst ein entsprechendes Bild erzeugt werden solle. Welches Bild genau das deiner Meinung nach sein soll, habe ich aber noch nicht so wirklich verstanden.
Mir ging es erstmal um die verbreitete Erzählung eines angeblichen Fluchtversuchs wegen einer drohenden Erstürmung der Fähre durch einen aufgebrachten Mob  und dann um bestimmte Berichte die Landwirte pauschal in eine Ecke mit Rechtsextremisten und Gewalttätern stellen wollen und/oder framing in die Richtung. Ich würde nicht sagen,dass es bei allen Medien und Berichten so ist, nehme da aber eine tendenz wahr. Dazu hatte ich in meinen Posts ja auch "teilweise" geschrieben. Ich kann mir ja auch unmöglich alle Berichte anschauen und jeden Artikel durchlesen. Als Beispiel mal den Bericht aus den Tagesthemen danach mit Timestamp https://youtu.be/h1PoeTsNQX0?si=GX4kfXuKjkL7w9CP&t=75 wirkt einfach so als wurde es da extra zusammen geschnitten um eine bestimmte Wirkung zu haben.
Okay, ich stimme dir zu, dass der Zusammenschnitt bei den Tagesthemen dynamischer wirkt, als in den anderen Videos. Hier hätte man das auch entschärfter darstellen können. Beispiele findet man dafür sicher auch einige. Auch die Wortwahl "ein wütender Mob, der offenbar bereit ist, die Fähre zu stürmen" erzeugt ein anderes Bild, als das, was dort passiert ist. Mittlerweile bestätigen das ja auch Recherchen und auch die Polizei spricht von "Druck durch die Menschenmenge" (z. B. https://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/Blockade-der-Habeck-Faehre-nach-Recherchen-des-NDR-kein-Erstuermungsversuch,pressemeldungndr24378.html (https://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/Blockade-der-Habeck-Faehre-nach-Recherchen-des-NDR-kein-Erstuermungsversuch,pressemeldungndr24378.html)). Insofern muss ich da auch meine ursprüngliche Einschätzung zurücknehmen. Schade finde ich, dass diese nüchterneren Nachberichte nicht vielmehr als eine Randnotiz sind. Natürlich dreht sich die Welt weiter und es passieren neue Dinge, die Schlagzeilen machen, aber ganz in Schutz nehmen, kann man die Medien da dann auch nicht. Mich würde dennoch mal interessieren, welche Informationen der Presse denn zum Zeitpunkt der ersten Berichte vorlagen. Es herrscht ja auch immer ein gewisser Druck, unter den ersten zu sein, die dazu etwas zu veröffentlichen, was wiederum zu Abstrichen in der Qualität führen kann. Da ist das hier ja nicht das einzige Beispiel. Interessant finde ich übrigens die Einschätzung der Extremismus-Expertin aus dem Tagesthemen-Beitrag. Ich kann weder sie noch ihre Bewertung der Vernetzung in SH beurteilen, aber interessant ist es trotzdem. Müsste man bei Gelegenheit mal tiefer einsteigen.

Was ich aber nach wie vor kritikwürdig und schlicht daneben finde, ist, dass Habeck dort als Privatperson unterwegs war und er gar keine Möglichkeit hatte, dies zu umgehen. Das meine ich auch mit "aufgelauert", wenngleich die Wortwahl etwas anderes suggerieren kann. Der Anleger wurde blockiert und es gab kein Durchkommen - weder für Habeck noch für irgendwen anders. "Gestellt" wäre vielleicht der passendere Begriff. Er wurde als Privatperson von den Anwesenden gestellt. Und hier bin ich eben grundsätzlich der Meinung, dass es eine klare Abgrenzung geben muss: Protest gegen seine Handlungen im Amt, während er in seiner Funktion als Amtsträger unterwegs ist, sind super und wir alle sollten heilfroh sein, dass das bei uns auch geht, ohne dass sich irgendwer Sorgen machen muss auf Nimmerwiedersehen im Knast zu verschwinden. Die Privatperson muss aber vor solchen Dingen geschützt bleiben. Und da hilft es auch nicht, dass der Großteil der Leute vielleicht gar nicht wusste, dass er privat unterwegs war. Das entschuldigt zwar individuell die Handlung, aber nicht die kollektive Aktion (meiner Meinung nach).

Interessant finde ich da übrigens die von dir aufgeworfene Frage nach Verfassungsfeinden wie Höcke. Was macht man mit Menschen, die selbst nicht nach den Regeln spielen? Ich hab da keine Antwort drauf, würde intuitiv aber erstmal sagen, dass auch für einen Höcke das Gleiche gilt wie für Habeck. Stand jetzt.

Und was die grundsätzliche Einschätzung anbelangt, bin ich da bei DragonFox: Was haben die Leute erwartet, was passieren soll, wenn da im Dunklen ein paar Hundert Personen am Fähranleger stehen und auf Habeck warten? Die Sicherheitseinschätzung kann nur zu dem Ergebnis kommen, dass es aufgrund der Unübersichtlichkeit der Situation zu gefährlich ist, sich raus zu wagen. Dass man sich dann nicht darauf einigen konnte, wie ein Austausch stattfinden kann, ist schade. Ich rechne es aber Habeck an, dass er zumindest dahingehend ein Angebot gemacht hat (und dass er nicht gegen 10 möglicherweise aufgebrachte Menschen andiskutieren möchte, verstehe ich auch). Und dazu kommt eben die Gruppendynamik: Unzufriedene Leute, die sich in einer großen Menge zusammenfinden - da können schnell mal ein paar Idioten dabei sein und es eskaliert. Die Aktion war einfach nicht gut und ich glaube auch nicht, dass man damit dem eigenen Anliegen geholfen hat.



Warum wird die AfD nicht einfach argumentativ zerlegt, anstatt sich dauernd über ein mögliches Verbot zu echauffieren?
Und würde man davon ausgehen, dass dieses Verfahren Aussicht auf Erfolg hätte, hätte man es nicht bereits in die Wege geleitet?
Also geht man doch eher davon aus, dass die AfD nicht verfassungsfeindlich ist?

Weil die Diskussion genauso ins Leere laufen würde, wie diese hier. Kommt man an einen kritischen Punkt, wird dieser ignoriert. Stattdessen wird abgelenkt, Sätze aus dem Kontext gerissen und fleißig Strohmänner gebaut. Das sind die Mittel des Populismus, den auch die AfD nicht exklusiv hat. Aber genau das macht es so schwer, sie in einer Diskussion zu stellen. Es gibt außerdem zuhauf Berichte, die z. B. verfassungsfeindliche Positionen und Strömungen in der Partei belegen und sie inhaltlich kritisieren. Drei Landesverbände sind vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich eingestuft. Und nützt das was? Scheinbar nicht. Warum nicht? Siehe oben. Dein Schluss "Also geht man doch eher davon aus, dass die AfD nicht verfassungsfeindlich ist?" ist ein Paradebeispiel dafür. Du nimmst den Fakt, dass es aktuell kein Verbotsverfahren gibt, und drehst diesen um in den (Trug-)Schluss, dass man davon ausgehe, die AfD sei nicht verfassungsfeindlich. Dabei negierst du komplett die Hürden eines solchen Verbotsverfahrens.

Sorry, aber auf die Art und Weise ist eine Diskussion leider komplett sinnlos. Dass es auch anders geht, sieht man an der Diskussion mit Viking: Obwohl wir ganz offensichtlich unterschiedliche Auffassungen haben, findet ein Austausch statt, der das Verständnis der jeweils anderen Sicht ermöglicht. Das geht aber halt nur, wenn man auch wirklich darauf eingeht, was der andere schreibt. Tut mir Leid, dass ich hier jetzt wieder ein Meta-Ebene aufmache. Ich finde es einfach frustrierend, dass es so schwer zu sein scheint, aus unterschiedlichen politischen Spektren kommend, auf Augenhöhe zu diskutieren, ohne dass jemand unbedingt Recht haben muss und auf seiner Position beharrt, komme, was wolle. In meiner Idealvorstellung sollte sowas unter erwachsenen Menschen anders laufen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 15.Januar 2024, 21:51:07

Ist es nicht irgendwie auch, sagen wir mal komisch, dass nur Ausländer diese, deiner Aussage nach, Niedriglohnjobs machen sollen?
Natürlich sollten diese Jobs auch deutsche machen, die arbeitsfähig sind.
Eine sehr fragwürdige Ansicht hast du anscheinend.

Schreib ich das ? Es ist aber nun einmal so das viele Deutsche Älter werden und die Gesellschaft überaltert und dementsprechend viele der Immigranten dementsprechend diese Jobs übernehmen sollen bzw. müssen, da sicherlich ein großteil davon nicht hochqualifiziert ist bzw. die sprachliche Barriere auch noch dazu kommt. Außerdem ist das jetzt auch nicht wirklich eine fragwürdige Ansicht, sondern einfach Tatsache. Geh mal zu Mc Donalds oder in andere Läden wo die Anforderungen an die Qualifikation entsprechend niedrig sind. 70-80% dort haben mittlerweile einen Migrationshintergrund oder sind Migranten. Das hat nichts mit fragwürdigen Ansichten zu tun, sondern ist einfach Tatsache.


Zitat
Da seit 2015 keiner mehr weiß wer hier ist, kann ich dir leider keine konkrete Zahl liefern,
aber muss ich das denn?
Reicht es nicht, wenn genug Städte und Gemeinden um Hilfe in Berlin ersuchen?

Ja musst du wenn du mit solchen Argumenten um dich wirfst ohne sie zu belegen. Woher willst du sonst wissen das es so ist wie du behauptest ? Kannst du also nicht dann nimm die offiziellen Zahlen und die habe ich dir präsentiert. Aber diese Schwurbelei von wegen wir müssen die Leute abschieben bla und blub und dann mit den eigenen Stammtischplaudereien um die Ecke kommen ist einfach nur schwach. Du tust so als wenn es mehrere Hundertausende Menschen gäbe die in Deutschland sind ohne das man von ihnen weiß was einfach nur unrealistisch und quatsch ist.

Zitat
Reicht es nicht, wenn genug Städte und Gemeinden um Hilfe in Berlin ersuchen?

Ist genauso falsch. 40 Prozent der Kommunen halten sich durch geflüchtete für überfordert. Das kann man genauso andersrum formulieren und sagen 60 Prozent der Kommunen sind nicht überfordert. Richtig wäre kleine Kommunen sind mit der Aufnahme einer großen Zahl von Geflüchteten überfordert.

Und das nervt mich persönlich sehr an deiner Argumentationsweise. Du behauptest Dinge die so nicht stimmen und ziehst einzelne Aussagen komplett aus dem Kontext oder verallgemeinerst so stark ohne dafür auch nur Ansatzweise Beweise zu bringen.

Gleiches gilt für dein Argument zu den "Clans". Ist auch so ein tolles Argument. Clankriminalität gab es schon immer. Das ist keine neue Erfindung der Libanesen und co. Komischerweise spricht keiner über die italienische, albanische, russische Mafia oder ähnlichen Gruppierungen wie die Hells Angels. Ein Hanebuth wird hier in Hannover von vielen sogar noch verehrt obwohl er praktisch genau in die gleiche Kerbe schlägt. Aber nein für den aufgebrachten Deutschen sind es dann die Clans in Berlin die in ihren dicken Karren rumfahren und alle Illegale Geschäfte hier machen. Mal davon ab wie diese Statistik zur Clankriminalität zustande kommt, was ja selber schon ein Witz an sich ist.(Heißt du Müller und bist bei Rot über die Ampel gefahren gehörst du zum Müller Clan un die Statistik freut sich)  ::)

Ich möchte echt nicht unhöflich sein, aber du machst es mir echt nicht leicht.

Ich habe an keiner Stelle geschrieben, dass irgendwer, der integriert ist, abgeschoben werden soll.
Es gibt eine gewisse Zahl an Flüchtlingen, die kein Recht auf Asyl haben.
Es gibt häufig nicht die Möglichkeit diese und insbesondere auch straffällige Flüchtlinge / Ausländer abzuschieben, mangels Pass oder aufgrund deutscher Staatsbürgerschaft und jetzt komm mir bitte nicht mit der Steigerung von 10K auf 12K, wenn täglich 1K Menschen hier anklopfen.

Dementsprechend kannst du dir deine 54,3K in der ach so toleranten Pfeife rauchen.
So viele kriminelle Clanmitglieder haben wir hier schon im Ruhrgebiet, die aber alle hier bleiben.
Achtung Ironie, extra für dich.

Es geht mir einzig und allein darum, dass dieses Land massiv abbaut, wenn man nicht mal langsam etwas tut.
An vielen Stellen fehlt mittlerweile Geld, Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung, Gesundheitswesen, ich fühle mich als Schallplatte.
Das ist nicht Schuld von Flüchtlingen oder Ausländern, bevor du mir den gleich wieder unterschieben willst, sondern von gescheiterter Politik seit Jahren.
Ja, auch vor der Ampel.
Ich sage nicht, dass ich glaube, dass es mit der AfD unbedingt besser wird, aber ich verstehe mittlerweile Menschen, die sie wählen.


Übrigens, wenn 40% der Kommunen die Flügel strecken, dann bleiben ja noch 60% die es nicht tun.
Super kombiniert, dann kann man ja ruhig noch ein wenig warten, bis 80, oder 90% erreicht sind und dann drückt man kurz auf's Knöpfchen....

Und jetzt dann bitte sagen, welche meiner Aussagen nicht stimmt.
Sorry, die Scheiße hier, mit der ich gerade meine Zeit vergeude, gehört zum Allgemeinwissen, wenn man hier lebt, meiner Meinung nach.
Ob es 30 oder 50 Prozent der Kommunen sind, geschenkt. Es läuft falsch!


"Clankriminalität gab es schon immer"
Mein Highlight!
Natürlich, schon immer haben sich Dutzende bis Hunderte Mitglieder verschiedener Clans auf dem Weg in die Nachbarstadt gemacht wir letztes Jahr?
Weg von Clans, Silvester 2022 + 2023? Unklare Gefahrenlage im monatlichen Turnus an Bahnhöfen? Personenkontrollen am Dom? LKW Poller auf Weihnachtsmärkten? Cops mit MPs auf Volksfesten?
Gab es alles schon immer, ich weiß!



@Joe:
Ist mir zu wild da noch das komplette Zitat hier noch drunter zu legen, aber lass dir doch, vielleicht mal was neuen einfallen, als deinen ständigen Whataboutism Vorwurf.
Ich habe deine Frage beantwortet, auch nachdem du mich als 1933 Enabler betitelt hast, hab ich mich nicht mit so einer Kinderkacke eingeschissen, sorry.
Wie sollte man denn deiner Meinung nach mit diesem importiertem Antisemitismus umgehen?


@DeDaim:
"Dein Schluss "Also geht man doch eher davon aus, dass die AfD nicht verfassungsfeindlich ist?" ist ein Paradebeispiel dafür. Du nimmst den Fakt, dass es aktuell kein Verbotsverfahren gibt, und drehst diesen um in den (Trug-)Schluss, dass man davon ausgehe, die AfD sei nicht verfassungsfeindlich. Dabei negierst du komplett die Hürden eines solchen Verbotsverfahrens"

Ist mir ein wenig zu viel Pipi Langstrumpf.
Ich habe es als Frage formuliert und gar keinen Schluss gezogen.
Sollte man die Hürden denn nicht nehmen, zum Schutz der Demokratie?



Womit du aber recht ist, dass diese Diskussion sinnlos ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.Januar 2024, 00:19:23
Es ist relativ einfach. Bring keinen Whataboutism, dann muss man dir den auxh nicht vorhalten.:D

Du kannst hier aber natürlich auch weiter deine rechten Kampfbegriffe („importierter Antisemitismus“, das ist 1:1 AfD-Sprech, siehe Antrag im Bundestag vom 9. November) postulieren, das macht es aber halt nur noch schlimmer.

Wolltest du nicht, dass man die AfD argumentativ zerlegt? Vielleicht hilft ja ein Blick auf die Studienlage?

https://rp-online.de/politik/deutschland/importierter-antisemitismus-in-deutschland-wissenschaftlich-belegt-ist-das-nicht_aid-101389501
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.Januar 2024, 07:05:30
Es geht mir einzig und allein darum, dass dieses Land massiv abbaut, wenn man nicht mal langsam etwas tut.
An vielen Stellen fehlt mittlerweile Geld, Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung, Gesundheitswesen, ich fühle mich als Schallplatte.

Da stimme ich dir zu, wir haben einen massiven Investitionsstau, dazu kommt der Personalmangel in einigen Branchen, der sich immer deutlicher bemerkbar macht. Ersteres könnte man zumindest teilweise mit einer Reform der Schuldenbremse lösen, nämlich dann, wenn man Infrastrukturinvestitionen (was auch Digitalisierung, Bildung und Gesundheitswesen zugute käme), die langfristig auf den Wohlstand des Landes einzahlen, davon ausnehmen würde. Damit hätte man im normalen Haushalt etwas freiere Hand, um die Probleme auch anzugehen - zusätzlich natürlich dazu, dass man alle Ausgaben auf den Prüfstand stellt und guckt, wo der Staat sparen kann. Gegen eine solche Reform wehren sich aber FDP und Union (wobei es aus der Union auch Stimmen gibt, die ebenfalls dafür sind). Die Ironie ist: Ohne die Stillstandspolitik der Union unter Merkel (und ja, ihrer Koalitionspartner SPD und FDP) müssten wir diese Diskussion gar nicht - zumindest in dem Umfang - führen.

Die Menschen haben bei der letzten Bundestagswahl zurecht für einen Politikwechsel gestimmt. Nun ist er da und die Ampel geht, trotz multipler Krisen, doch einiges an. Macht sie alles richtig? Mitnichten, es gibt genug zu kritisieren. Aber so ist es nunmal, wenn man den Staub von 16 Jahren wegfegen möchte: Da knirscht es dann auch mal. Und die Menschen haben dann doch irgendwie Angst vor ihrem eigenen Mut bekommen und es ist zu viel Veränderung. Oder die falsche. Um da kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Die Ampel wird zurecht für ihre Fehltritte kritisiert und die Konstellation dieser drei Parteien ist einfach unglücklich. Dazu kommen dann unverschuldete Krisen und ein schwacher Kanzler - fertig ist die Regierungskrise. Was man aber auch sagen muss: Die Ampel versucht wenigstens, die Probleme im Land anzugehen. Im Gegensatz zu den Merkel-Regierungen davor. Wer etwas versucht, darf dabei auch scheitern, solange er daraus lernt. Wer nichts versucht, bleibt stehen und wird abgehängt. Das Ergebnis baden dann andere aus.

Trotz aller unbestreitbarer Probleme im Land, stimmt es aber auch, dass es uns hier vergleichsweise gut geht. Damit dass aber so bleibt, bedarf es großer Anstrengungen. Beides ist in meinen Augen richtig. Und genau deshalb frustriert mich die Diskussionskultur mittlerweile so sehr, und die Politik geht da mit schlechtem Beispiel voran: Diese Anstrengungen sind gesamtgesellschaftlich und das bedeutet, dass alle Demokraten miteinander sprechen müssen. Das funktioniert aber halt nur, wenn der Dialog auf Augenhöhe stattfindet und man sich aufeinander einlässt. Es muss wieder inhaltlich, über die Sache, diskutiert werden. Und nicht ideologisch und populistisch. Gerade die Union fällt mir da mit ihrem Profilierungswunsch zunehmend negativ auf. Aber auch aus den anderen Parteien sind zu viele populistische Töne zu vernehmen.

Was mir ein wenig Hoffnung macht: Wenn ein urlinker Berliner wie Gregor Gisy und ein konservativer Franke wie KT Guttenberg es schaffen, sich trotz sehr unterschiedlicher politischer Auffassungen auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen, dann können alle anderen das doch auch irgendwie hinkriegen, oder? Worauf ich anspiele: Den Podcast "Gisy gegen Guttenberg". Habe noch nicht viel davon hören können, aber es wirkt erstmal vielversprechend und allein, dass es diesen Podcast gibt, finde ich eine tolle Sache und ein positives Signal für die Diskussionskultur im Allgemeinen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Januar 2024, 09:42:31
Politikwechsel? Ich habe FDP gewählt, aber weitgehend grüne Politik bekommen. Das soll ein Politikwechsel sein? In meinen Augen nicht.

Als einzige Alternative bleibt mir, die Union zu wählen. Die Union, die mit dem endgültigen Atomausstieg, der Fixierung auf Putins billiges Gas, dem Verkommenlassen der Infrastruktur und der Öffnung der Grenzen den Grundstein für das Desaster gelegt hat und die sich auf rot und grün als einzige Koalitionspartner versteift? Das werde ich nicht tun, denn dann bekomme ich ja auch wieder rote oder grüe Politik.

Als Demokrat ist die AfD für mich aber auch keine Alternative. Was bleibt mir also, wenn ich eine andere Politik will? Eine Kleinstpartei oder ungültig wählen? Damit ändert sich auch nichts. Sicher, es ist nur eine Stimme, aber so wie mir geht es vielen aus meiner Familie und meinem Freundes- und Bekanntenkreis.

Mir geht es nicht so sehr um Veränderung, ich würde sehr gerne sehen, dass in D die Energie zu 100% aus EE kommt und jeder mit einem Elektroauto unterwegs ist. Ich habe Null Probleme mit Ausländern und Einwanderung, ich bin ja selber nur ein "Passdeutscher". Ich habe auch kein Problem, wenn man die Wirtschaft umbauen will, weg von der Industrie des 19. Jahrhunderts, hin zu Zukunftstechnologien.

Nur kommt jetzt das große ABER: die Ampel macht das so, dass es für die Bürger und die Unternehmen maximal schädlich ist. An vorderster Front steht ein Wirtschaftsminister, der von Wirtschaft NULLKOMMANULL Ahnung hat und auch keinerlei Verständnis dafür aufbringen kann. Die anderen Minister sind aber auch nicht besser. Die leben in einer Blase, die vom Leben der normalen Menschen komplett abgekoppelt ist, die sind finanziell abgesichert und denen ist es völlig egal, ob der Sprit jetzt 1,80 oder 2,50 EUR pro Liter kostet, die wohnen abgeschottet von allen Problemen mit den neuen Bürgern, deren Kinder gehen auf Privatschulen und studieren später in aller Welt. Aber sie fühlen sich dann von "der Wirklichkeit umzingelt", wenn die Proteste immer lauter werden, weil die Probleme immer größer werden. Was sie so gar nicht verstehen können, die meinen tatsächlich, sie würden gute Politik machen, es nur nicht gut genug erklären können. Und deshalb wird dann jeder, der sich gegen diese ach so tolle Politik auflehnt, als rechts und Staatsfeind gebrandmarkt, wie jetzt die Bauern. Da spielt der ÖR den willfährigen Erfüllungsgehilfen, obwohl der in der ersten Reihe stehen sollte, um unfähige Politik und Korruption aufzudecken.

An der Spitze steht ein Bundeskanzler Scholz, der sich in Sachen Cum Ex an nichts mehr erinnern kann und dessen "Führung" darin besteht, einfach nichts zu machen, außer ein betroffenes Gesicht, wenn es irgendwo mal eine Katastrophe zu besichtigen gibt. Das funktioniert aber nicht mehr, Merkel konnte so regieren, auch weil sie nach der Finanzkrise massenhaft Geld hatte, die sie auf Probleme schütten konnte. Geld, das aber fehlte und fehlt, um die Infrastruktur zu erhalten.

Deutschland lebt von der Substanz und lange geht das nicht mehr gut.

Ach ja, dann ist da ja noch die EU. Da haben wir auch so ein unfähiges Früchtchen an der Spitze stehen, das mal wieder Beweise vernichtet. Konsequenz? Keine. Tut mir leid, ich habe diese Art Politiker satt bis obenhin.

Edit, gerade entdeckt: https://www.morgenpost.de/bezirke/reinickendorf/article241429720/Feuerwehrmann-begruesst-Bauern-Nun-droht-ihm-Aerger.html

Unglaublich, dass der Mann Ärger bekommen soll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 16.Januar 2024, 10:42:15
Ich sehe das nicht so negativ wie du, Signor Rossi, kann deinen Unmut jedoch nachvollziehen. In puncto Wahlentscheidung glaube ich jedoch, dass jeder Wähler bereit ist, das kleinere Übel zu wählen, denn eine Deckungsgleichheit zwischen Partei und eigener Ansicht wird man nie erreichen. Mir ist bewusst, dass einige politische Entscheidungen und Kommunikationsdebakel vonseiten der aktuellen Regierung einen dazu verleiten könnten, politikverdrossen zu werden, aber ich halte nichts davon, das Spielchen der Empörung weiterzuspielen, denn wohin das führt, sehen wir in den USA seit einigen Jahren sehr deutlich.
Grabenkämpfe machen sich kurzfristig immer gut und kommen bei Wählern an, jedoch verlieren viele dabei die langfristige Perspektive aus den Augen. Ich stimme dir daher zu, dass jetzt dringend Investitionen getätigt werden müssen, die Deutschland zukunftsfähig machen. Und ganz dringend muss dabei kommuniziert werden, warum wer zur Kasse gebeten werden soll.

Was den Feuerwehrmann bei den Bauernprotesten anbelangt, sehe ich das jedoch anders. Wenn er verbeamtet ist, droht ihm definitiv Ärger, denn es gilt ein Mäßigungsgebot und eine Neutralitätspflicht. Die Unterstützung einer Demonstration in seiner Dienstzeit in diesem Ausmaß kann also disziplinarrechtliche Folgen nach sich ziehen. Daher gilt ja der Deal bei der Verbeamtung: "Vater Staat sorgt sich um dich, dafür stehst du für Vater Staat ein." Wenn er da privat zugejubelt hätte, ist das seine persönliche Sache und das steht ihm natürlich zurecht zu. Ich schreibe das natürlich unter dem Vorbehalt, dass der Mann verbeamtet ist. Falls nicht, muss man das kritisch sehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Januar 2024, 11:52:13
Frau Merkel wurde vom BVerfG verurteilt. Konsequenz? Keine.

Es tut mir leid, Octa, ich habe für sowas mittlerweile keinerlei Verständnis mehr, schon damals bei Kohls "Ehrenwort" und Schäubles "Geldkoffer" gab es keine wirklichen Konsequenzen, nur Leisler Kiep wurde geopfert.

Scholz ist in eine Sache verstrickt, die den Steuerzahler zig Milliarden Euro gekostet hat, da wird alles versucht, die Ermittlungen zu torpedieren, neulich wollte man ja schon die tüchtige Staatsanwältin ausbremsen.

Aber der Feuerwehrmann, der den bösen Staatsfeinden zugejubelt hat, der wird dann beamtenrechtlich konsequent verfolgt. Wenn die aber mit Feuerwerk angegriffen werden, dann verläuft das im Sande, auch wenn die Politik dann immer groß tönt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.Januar 2024, 12:57:38
Na dann komm, Signor Rossi, wir gründen zusammen eine Partei: die Liberal-ökologische Fortschritts-Liaison, kurz LöFL. Na gut, am Namen arbeiten wir noch. Als Co-Vorsitzende sind wir auf jeden Fall unbestechlich und unfehlbar. Du gibst den liberalen Hardliner und ich den verträumt-grünen Idealisten. O0

Spaß beiseite: Auch wenn wir uns in vielen Dingen niemals einig sein werden, kann ich deinen Frust gut nachfühlen. Wie Scholz Kanzler werden konnte, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Und dass die SPD ihn aufgestellt hat, verrät alles, was man über den Zustand dieser Partei wissen muss. Dabei bringt die Sozialdemokratie als Grundidee eigentlich die "Bordmittel" mit, um viele Probleme zu lösen und die Menschen mitzunehmen. Aber die SPD hat einfach fertig, wenn sie sich nicht wieder besinnt. Und bei den anderen Parteien ist es nicht viel besser. Als politikinteressierter Mensch, der sich engagieren möchte, ist die aktuelle Parteienlandschaft einfach frustrierend.

Edit: Wegen des Merkel-Urteils: meinst du die Rüge wegen ihrer Äußerung zur Wahl von Kemmerich?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 16.Januar 2024, 13:20:10
Ich sehe das nicht so negativ wie du, Signor Rossi, kann deinen Unmut jedoch nachvollziehen. In puncto Wahlentscheidung glaube ich jedoch, dass jeder Wähler bereit ist, das kleinere Übel zu wählen, denn eine Deckungsgleichheit zwischen Partei und eigener Ansicht wird man nie erreichen.
Und davon sind wir meiner Meinung weg gekommen. Ich zumindest wähle nicht mehr aus Überzeugung, sondern aus taktischen Gründen.
Vor der letzten Bundestagswahl ging die allgemeine Tendenz im Land klar zu Rot/(Rot)/Grün.
Ich habe die FDP gewählt. Und zwar aus dem einzigen Grund, dass meine Hoffnung war, Rot/Rot/Grün oder Rot/Grün zu verhindern, so dass die FDP mit in die Regierung muss. Das haben sich sicherlich mehr Leute gedacht, sonst hätte die FDP nicht so "viele" Stimmen bekommen.
Bei meiner ersten Bundestagswahl 2005 habe ich die FDP noch voller Überzeugung gewählt. 2009 nicht mehr so sehr, aber sie hatten für mich noch immer das beste Wahlprogramm. 2013 habe ich, wenn ich mich recht erinnere ungültig, Grün oder die Humanisten gewählt. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Und 2017 dann die AfD, auch wenn ich das vorher sicherlich noch nie zugegeben habe. Damals habe ich die Partei zwar als mögliche Gefahr gesehen, aber mein Gedanke war 'meine Stimme ist dort am besten aufgehoben, als Zeichen an die anderen Parteien, dass etwas passieren muss.' Das Zeichen mit irgendwas 12% oder so ist eigentlich deutlich ausgefallen. Geändert hat sich nichts. Gefühlt wurden alle Parteien auf Bundesebene noch unwählbarer.
2021 dann wie gesagt FDP, aber schon mit dem Gedanken, dass man eigentlich nur noch aussucht wer den Laden an die Wand fährt und wie schnell.

2025 ist noch lange hin und es werden sicherlich noch einige Dinge passieren, daher möchte ich keine Prognose treffen. Vielleicht geht meine Stimme an die Wagenknecht-Partei, vielleicht an die AfD. Eine Kleinstpartei bringt einfach nichts, da kann ich den Wahlzettel auch ins Meer werfen und die alteingesessenen Parteien beweisen im Wochentakt, dass sie meine Stimme nicht verdienen und betreiben Wahlkampf für die AfD.

Allein schon vor der Entscheidung zu stehen, eventuell eine sehr rechte Regierung einem anderen Konstrukt vorziehen zu müssen, weil die anderen alle vollkommen an der Realität vorbei laufen ist eigentlich schon Armutszeugnis genug.

Na dann komm, Signor Rossi, wir gründen zusammen eine Partei: die Liberal-ökologische Fortschritts-Liaison, kurz LöFL. Na gut, am Namen arbeiten wir noch. Als Co-Vorsitzende sind wir auf jeden Fall unbestechlich und unfehlbar. Du gibst den liberalen Hardliner und ich den verträumt-grünen Idealisten. O0
Ich mache mit...

Spaß beiseite: Auch wenn wir uns in vielen Dingen niemals einig sein werden, kann ich deinen Frust gut nachfühlen. Wie Scholz Kanzler werden konnte, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Und dass die SPD ihn aufgestellt hat, verrät alles, was man über den Zustand dieser Partei wissen muss. Dabei bringt die Sozialdemokratie als Grundidee eigentlich die "Bordmittel" mit, um viele Probleme zu lösen und die Menschen mitzunehmen. Aber die SPD hat einfach fertig, wenn sie sich nicht wieder besinnt. Und bei den anderen Parteien ist es nicht viel besser. Als politikinteressierter Mensch, der sich engagieren möchte, ist die aktuelle Parteienlandschaft einfach frustrierend.
Weil die Union es geschafft hat einen noch lächerlicheren Clown aufzustellen und die Grünen es komplett verkackt haben. Habeck wäre mit Scholz und Laschet Schlitten gefahren.
Auch Söder hätte gegenüber Scholz und Baerbock einfach so kompetent gewirkt (ich sage nicht, dass er es ist,) dass die Union gute Chancen gehabt hätte. Während Laschet und Baerbock sich ihr eigenes Grab jeden Tag etwas tiefer schaufelten hat Scholz einfach getan, was er am besten kann: Nichts.
Klar haben wir in Deutschland eigentlich keinen Personenwahlkampf, darauf lief es aber letztlich hinaus. Merkel wurde zuvor auch nur ständig wieder gewählt, weil sie beim Volk beliebt war und es keine ernstzunehmenden Alternativen gab. Mag etwas überspitzt ausgedrückt sein. Jemand mit der Strahlkraft eines Gerhard Schröder (wir reden hier vom unbescholtenen, oder zumindest nicht erwischten Gerhard Schröder) hätte die letzten 3 Wahlen vermutlich gewonnen.

Edit: Tippfehler und unklare Ausdrücke angepasst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Januar 2024, 13:47:22
Dabei bringt die Sozialdemokratie als Grundidee eigentlich die "Bordmittel" mit, um viele Probleme zu lösen und die Menschen mitzunehmen.
Diese Ideen und Mittel haben eigentlich alle demokratischen Parteien, selbst den Grünen würde ich das nicht absprechen wollen, auch wenn sich bei denen zu oft die Ideologie durchsetzt.

Deswegen ist es mir ja auch so unverständlich, warum man trotzdem so eine komische Politik macht, mit der je nach Umfragen und Thema 60-80% der Bürger nicht einverstanden sind. Eigentlich macht man diametral andere Politik als sie viele Bürger erwarten.

Und es ist mir auch unverständlich, warum man das in den Parteizentralen nicht erkennen kann und andere Politik macht (es muss ja keine 180 Grad-Wende sein), sondern den Zulauf der AfD mit der Blödheit der Wähler erklärt und diese entsprechende beschimpft, wie neulich Strack-Zimmermann, die ich eigentlich sehr schätze, mit ihrer Fliegen und Scheiße-Analogie. Damit treibt man den Radikalen nur immer mehr Wähler in die Arme.

Warum begreifen die das nicht?

Sie sagt weiter:
„Wenn eine Partei wie die AfD stärker wird, müssen wir dafür sorgen, dass ihnen die Themen entzogen werden“, forderte Strack-Zimmermann.

Ja, das Scholz schon letzten Herbst erkannt, einen Politikwechsel gab es trotzdem nicht, man hat unbeirrt weiter gemacht.

Zitat
Edit: Wegen des Merkel-Urteils: meinst du die Rüge wegen ihrer Äußerung zur Wahl von Kemmerich?
Ja, dieses Urteil meine ich, Merkel durfte diese Äußerung nicht tätigen, dazu kommt noch die moralische Komponente, weil Kemmerich damals mit Morddrohungen auch gegen seine Familie konfrontiert war. Tatsächliche Konsequenzen hatte das für Merkel aber nicht, Schwamm drüber. Scholz redet nicht über Cum-Ex, Schwamm drüber. Leyen löscht zum wiederholten Male Emails, Schwamm drüber. Feuerwehrmann jubelt Bauern zu -> Verstoß gegen das Beamtenrecht. Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Und ja, ich weiß, dass das etwas hinkt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Januar 2024, 14:00:00
Ich zumindest wähle nicht mehr aus Überzeugung, sondern aus taktischen Gründen.
Das bringe ich nicht über mich, obwohl ich für AfD und BSW und demnächst WerteUnion ob meines Frustes mit der Politik wohl das passende "Opfer" wäre. Ich überlege auch schon, ob ich nicht einen Riesenpimmel auf den Wahlzettel malen sollte, analog zu dem hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Friede_sei_mit_Dir
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.Januar 2024, 16:06:31
Na dann komm, Signor Rossi, wir gründen zusammen eine Partei: die Liberal-ökologische Fortschritts-Liaison, kurz LöFL. Na gut, am Namen arbeiten wir noch. Als Co-Vorsitzende sind wir auf jeden Fall unbestechlich und unfehlbar. Du gibst den liberalen Hardliner und ich den verträumt-grünen Idealisten. O0
Ich mache mit...
Der Posten des Generalsekretärs ist noch frei. Bei uns heißt das dann LöFL-Meister. Erstes Ziel ist, unseren Partei-Imagefilm "The Horribly Slow Murderer with the Extremly Inefficient Weapon" (https://www.youtube.com/watch?v=9VDvgL58h_Y) deutschlandweit bekannt zu machen. Es ist eine Analogie auf den schleichenden Niedergang des Landes.

Und um wieder ernst zu werden: Ich verstehe die Frustration. Und ich verstehe auch den Ansatz, taktisch zu wählen. Trotzdem darf das niemals dazu führen, dass man als jemand, der dieses Gedankengut nicht teilt, Rechtsextremisten wählt. Diese falsch verstandene Protestform gegen das politische Establishment mag taktisch sein, aber es ist eine strategische Dummheit, weil man denen damit eine Legitimität verschafft, die sie nicht verdienen. Wer die AfD wählt - wohlgemerkt nicht aus Überzeugung, sondern aus Protest, wahltaktischen Gründen, whatever, ... - trägt dazu bei, das gesellschaftliche Klima zu vergiften, indem man das Signal aussendet, rechtsextreme Positionen seien gesellschaftlich akzeptiert. Ja, die AfD spricht vielleicht Probleme an, die manch einer sich von anderen Parteien in der Deutlichkeit wünschen mag. Aber sie haben für NICHTS eine Lösung. Hass, Zwietracht und Ressentiments sind die Programmatik dieser Partei. Die jüngsten Umtriebe haben das eindrucksvoll belegt, auch wenn man sich jetzt natürlich um Schadensbegrenzung bemüht, um den bürgerlichen Schein zu wahren. Und wenn das nicht reicht, sind hier noch inhaltlich 10 Güte gründe, nicht die AfD zu wählen: https://www.kleinerfuenf.de/10-gute-gruende (https://www.kleinerfuenf.de/10-gute-gruende)

Abgesehen davon: Jedem halbwegs historisch gebildeten Menschen - und eigentlich haben wir das doch alle in der Schule mehrfach durch - sollte klar sein, in welcher Tradition sich mindestens mal sehr relevante Teile der Partei sehen. "Nie wieder!" fängt eben auch an der Wahlurne an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 16.Januar 2024, 16:20:47
Und um wieder ernst zu werden: Ich verstehe die Frustration. Und ich verstehe auch den Ansatz, taktisch zu wählen. Trotzdem darf das niemals dazu führen, dass man als jemand, der dieses Gedankengut nicht teilt, Rechtsextremisten wählt. Diese falsch verstandene Protestform gegen das politische Establishment mag taktisch sein, aber es ist eine strategische Dummheit, weil man denen damit eine Legitimität verschafft, die sie nicht verdienen. Wer die AfD wählt - wohlgemerkt nicht aus Überzeugung, sondern aus Protest, wahltaktischen Gründen, whatever, ... - trägt dazu bei, das gesellschaftliche Klima zu vergiften, indem man das Signal aussendet, rechtsextreme Positionen seien gesellschaftlich akzeptiert. Ja, die AfD spricht vielleicht Probleme an, die manch einer sich von anderen Parteien in der Deutlichkeit wünschen mag. Aber sie haben für NICHTS eine Lösung. Hass, Zwietracht und Ressentiments sind die Programmatik dieser Partei. Die jüngsten Umtriebe haben das eindrucksvoll belegt, auch wenn man sich jetzt natürlich um Schadensbegrenzung bemüht, um den bürgerlichen Schein zu wahren. Und wenn das nicht reicht, sind hier noch inhaltlich 10 Güte gründe, nicht die AfD zu wählen: https://www.kleinerfuenf.de/10-gute-gruende (https://www.kleinerfuenf.de/10-gute-gruende)

Abgesehen davon: Jedem halbwegs historisch gebildeten Menschen - und eigentlich haben wir das doch alle in der Schule mehrfach durch - sollte klar sein, in welcher Tradition sich mindestens mal sehr relevante Teile der Partei sehen. "Nie wieder!" fängt eben auch an der Wahlurne an.

Eines der besten Postings seit langer Zeit!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 16.Januar 2024, 17:40:46
Wir haben halt einige Probleme, die indirekt mit dem Lieblingsthema der AfD zusammenhängen.
Der Sozialstaat keucht aus allen Löchern, wir haben eine Kriminalität wie es sie in Deutschland noch nie gab.
Infrastruktur verrottet. An allen Ecken wird Geld, dass wir nicht haben für Dinge ausgegeben, die Ottonormalbürger nicht berühren, die teilweise vollkommen unwichtig sind.
Da sollte auch anders priorisiert werden. Unser Bildungssystem ist ebenfalls völlig im Arsch, das wäre einer der wichtigsten Punkte.


Der folgende Beitrag könnte ein klein wenig populistisch werden, ich versuche aber objektiv zu bleiben.

Meiner Meinung nach sollten alle straffällig gewordenen Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft des Landes verwiesen werden.
Genauso sollten alle Bezieher von Bürgergeld ohne deutsche Staatsangehörigkeit des Landes verwiesen werden.
Ich sage hier deutlich Bürgergeld. Wer normales Arbeitslosengeld bezieht hat auch Anspruch darauf und sich diesen erarbeitet. Wenn das ausläuft und in Bürgergeld übergeht sollte nach einer gewissen Zeit auch hier eine Abschiebung stattfinden, wenn die Person nicht wieder in Arbeit kommt.
Einwanderung aus "sicheren Drittländern" und auch im Rahmen der EU-Freizügigkeit nur für Menschen, die bereits Wohnung und Arbeit haben. Also keine Einwanderung ins Sozialsystem.
Asyl bleibt davon völlig unberührt. Wer aber hier ankommt und nicht nachweisen kann, dass er Asylberechtigt ist kann auch wieder gehen. Das kann durch einen Pass oder auch durch Nachweis bestimmter Sprach- oder sonstiger Kenntnisse erfolgen. Ich bin sicher es findet sich eine Methode mit einer extrem hohen Trefferquote für Leute ohne Pass. Das trifft vielleicht vereinzelt auch mal den falschen, aber es unterbindet die Unsitte vieler Asylbewerber ihre Papiere loszuwerden. 

Keine doppelte Staaatsbürgerschaft mehr, außer für Kinder/Jugendliche und junge Erwachsene. Mit 25 muss eine Entscheidung kommen (ich sage extra 25, mit 18 traue ich den Wenigsten eine Entscheidung dieser Tragweite zu) und die Konsequenzen im positiven und im negativen müssen entsprechend getragen werden. Ich habe in der Vergangenheit viele "Passdeutsche" kennengelernt, die sich auch als Deutsche fühlen und hier ihren Teil beitragen und gerne hier leben wollen. Seit ich in Hamburg bin habe ich aber auch viele kennengelernt, die sich über Deutschland lustig machen, offen zugeben, dass sie den Staat ausnutzen, dass sie sich als Nationalität X fühlen, Deutschland scheiße und ihr Herkunftsland toll ist. Dann sollen sie halt zurück gehen.
"Neubürger," die nach zwei Jahren nicht ein Mindestmaß an Deutschkenntnissen vorweisen können werden verwarnt, bekommen ein weiteres Jahr Zeit und wenn es dann nicht besser ist: Auf Wiedersehen. Es sei denn es liegen medizinische Gründe vor, warum die Sprache nicht erlernt werden kann.

Wer, warum auch immer, des Landes verwiesen wird soll mit biometrischen Daten und Genprobe erfasst werden, um eine erneute Einreise zu erschweren.

Gleichzeitig sollten Menschen, die sich hier integriert haben, arbeiten und zur Gemeinschaft beitragen auch ein Bleiberecht erhalten, wenn es ihnen eigentlich nicht zusteht. In letzter Zeit liest man immer wieder von vollkommen schwachsinnigen Abschiebungen. Da erwischt es dann hochkorrekte Leute. Die Leute die es eigentlich erwischen sollte können hingegen meist nicht einmal aufgefunden werden oder bleiben aus einem anderen schwachsinnigen Grund hier.

Ich sage absolut nicht, dass jeder der hier lebt Deutschland lieben soll, gar "stolz auf das Land sein" oder sonstigen Blödsinn. Ich erwarte einfach nur einen gewissen Respekt gegenüber der Gesellschaft, in der man sich entschieden hat zu leben. Genauso gilt es die Werte dieser Gesellschaft zu achten und sich danach zu richten. Niemand wird gezwungen hier zu leben und jeder sollte sich glücklich schätzen, in Deutschland leben zu können/dürfen. 

Mir ist grundsätzlich egal, wo ein Mensch herkommt, wie er aussieht, welche Hautfarbe er hat, mit wem oder was er gerne Sex hat (solange es keine Kinder sind), woran er glaubt (oder auch nicht), wie er selbst sich in seinem Körper wahrnimmt, wie er sich kleidet oder was er gerne isst.  Wichtig ist einfach kein Arschloch zu sein und die persönliche Freiheit jedes anderen zu respektieren. Wer das nicht auf die Reihe bekommt hat hier nichts verloren. Natürlich gibt es auch deutsche Staatsbürger, die das nicht schaffen, im Gegensatz zu Ausländern können wir die aber nicht rauswerfen und vermutlich auch nicht umerziehen. Aber je geringer die Arschlochquote, umso besser für die Allgemeinheit.   

Wenn ich wirkliche Lösungen für die angesprochenen Probleme hätte würde ich vermutlich in die Politik gehen, so habe ich den Eindruck außer der AfD interessiert sich keiner für die größten Probleme die unser Land hat, bzw. teilweise scheinen die nicht gesehen werden zu wollen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Januar 2024, 19:38:12
Es ist halt spannend, dass es immer um die Flüchtlinge gehen muss. Du sprichst so tolle Probleme an. Probleme die wenig oder nur indirekt mit Flüchtlingen zu tun haben. Aber die Lösung mit den Flüchtlingen ist halt herrlich einfach und naheliegend. Das hat auch die AFD erkannt. Deswegen wird auch nicht um viel mehr diskutiert, wenn man über die AFD spricht.

Wenn wir die Flüchtlinge loswerden sparen wir ein paar Euro Sozialleistung und verschieben die Ausgaben zu Verfolgung, Verwaltung, Durchführung der Anträge und Abschiebungen. Oder wir zahlen direkt ein Land, dass sie erst gar nicht kommen. Es wird auf jeden Fall nicht so sein, dass wir gar nichts mehr zahlen.

Das Ergebnis ist, dass die Flüchtlinge dann weg sind. Außerdem haben wir das Land extrem unnatraktiv gemacht. Nicht nur für Flüchtlinge (hurra), sondern auch für andere Fachkräfte (oh...), die hier arbeiten wollen. Also ich würde nicht in ein Land gehen, dass mich abschiebt weil ich mal ne Weile arbeitslos bin und mich am Flughafen noch pieckst, um mein Gen-Sampling in eine Datenbank zu schieben, als sei ich ein Schwerverbrecher.
Rechnet den mal jemand gegen die aktuellen Sozialleistungen für Flüchtlinge, wie viele Flüchtlinge in den nächsten Jahren arbeiten und hier Leistungen zahlen? Hochgerechnet auf ihr gesamtes Leben und das Leben ihres eventuelle Nachwuchs... Ich weiß nicht was dabei heraus kommt. Aber es wird von den Flüchtlingen in diese Lösungen immer nur so gesprochen, als seien da die, die auf der Tasche liegen und alle anderen fallen beim Budget nicht ins Gewicht. Die Zahl der arbeitenden Ausländer in Deutschland steigt allerdings seit Jahren rapide: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Interaktive-Statistiken/Migration-Zuwanderung-Flucht/Migration-Zuwanderung-Flucht-Nav.html

Dnach wären die Flüchtlinge weg. Probleme die jetzt noch existieren:
Der Sozialstaat keucht aus allen Löchern, wir haben eine Kriminalität wie es sie in Deutschland noch nie gab.
Infrastruktur verrottet. An allen Ecken wird Geld, dass wir nicht haben für Dinge ausgegeben, die Ottonormalbürger nicht berühren, die teilweise vollkommen unwichtig sind.
Unser Bildungssystem ist ebenfalls völlig im Arsch, das wäre einer der wichtigsten Punkte.

Das die AFD die eigentlichen Probleme besser hinbekommt als der Rest, glaube ich allerdings nicht. Aber die Flüchtlinge...!


Btw, Kriminialtstatistik:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/197/umfrage/straftaten-in-deutschland-seit-1997/
Soweit ich weiß sinkt die Kriminialitätsrate in Deutschland seit den 90ern. Hast du da andere Zahlen?


Edit: Will übrigens nicht sagen, dass die Lösung nicht gute Ansätze hat. Kriminielle Aslybewerber finde ich sehr fragwürdig. Aber in ihrer Gänze halt ich sie für sehr einseitig. Es ignoriert auch die Realität, dass manche Menschen einfach nicht abschiebbar sind. Egal ob man will oder nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 16.Januar 2024, 20:13:27
Ich habe - und das extra betont - nicht von Flüchtlingen gesprochen. Und das mit dem Sammeln biometrischer Daten habe ich zwar vollkommen anders geschrieben, aber tatsächlich nur auf die Straftäter gemeint.
Es gibt Flüchtlinge, die haben entsprechend auch Anspruch auf Asyl. Alles andere sind Migranten. Und da muss wie ich finde auch deutlich unterschieden werden. Ein "Wirtschaftsflüchtling" ist eben kein Flüchtling, sondern ein Einwanderer. Und wenn das nicht legal gelaufen ist oder er nur ins Sozialsystem einwandert, dann hat er nix hier verloren.

Was zur Kriminalität zu sagen ist, und das kann man aus der Statistik der Gesamtzahl an Straftaten eben nicht herauslesen, ist dass die Anzahl an Gewaltdelikten im öffentlichen Raum deutlich steigt. Natürlich wird der Alki weiter seine Frau verprügeln, salopp ausgedrückt.
https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/Publikationen/BKA-Herbsttagungen/2023/Gewaltkriminlitaet/Gewaltkriminalitaet.html ist da denke ich doch schon ziemlich erschütternd. Zudem werden einfach viele dieser Verbrechen von nichtdeutschen Tätern begangen. In einem Verhältnis, das absolut nicht zum Anteil an der Gesamtbevölkerung passt. Innerhalb der letzten ca. 10 Jahre ist der Anteil nichtdeutscher Straftäter von ca. 23% auf ca. 40% gestiegen. Gleichzeitig sind seit 2013 ca. 7 Millionen Menschen nach Deutschland eingewandert. Der Gesamtantei der in Deutschland lebenden Personen ohne deutschen Pass ist ca. 15%. Da finde ich fast 40% Anteil an der Kriminalität nicht nur ein bisschen zu hoch.

Zum Sozialstaat und Zuwanderung gab es vor kurzem einen Artikel im Handelsblatt, da würde ich jetzt mal keine "rechten Interessen" unterstellen.
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/demografie-studie-einwanderung-loest-finanzierungsprobleme-des-sozialstaats-nicht/100005544.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.Januar 2024, 20:15:47
Ist ja alles schön und gut, White. Über die Punkte kann man reden, auch wenn ich die gleichen Probleme sehe wie DragonFox. Aber wo rechtfertigt das in irgendeiner Weise, als Demokrat die Wahl von Rechtsextremen in Erwägung zu ziehen? Das habe ich immer noch nicht verstanden.

Wenn ich wirkliche Lösungen für die angesprochenen Probleme hätte würde ich vermutlich in die Politik gehen, so habe ich den Eindruck außer der AfD interessiert sich keiner für die größten Probleme die unser Land hat, bzw. teilweise scheinen die nicht gesehen werden zu wollen.
Aber woher kommt der Eindruck? Die Probleme, die du abseits der Migration ansprichst - Kriminalität, kaputter Sozialstaat, marode Infrastruktur, dysfunktionales Bildungssystem - sind doch keine AfD-Themen? ??? Und ihre Lösung ist wesentlich komplexer, als "Migration" zu rufen. Das Bildungssystem krankt beispielsweise auch am Kompetenzgerangel der Länder untereinander und mit dem Bund, um ein Beispiel anzureißen. Mir fällt es wirklich schwer, nachzuvollziehen, wie man da der Meinung sein kann, die AfD interessiere sich für diese Themen und die anderen Parteien nicht.

Edit: Danke für die Ergänzungen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Januar 2024, 20:47:51
Stimmt. Du hast Flüchtlinge nicht selbst genannt. Aber du bist halt auch sehr zwischen Menschengruppen hin und hergeschwommen. Und die hatten in meinen Augen eine so große Schnittmenge, dass ich sie zusammengefasst habe.  :angel:

Danke für die beiden Links.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 16.Januar 2024, 21:19:52
Ist ja alles schön und gut, White. Über die Punkte kann man reden, auch wenn ich die gleichen Probleme sehe wie DragonFox. Aber wo rechtfertigt das in irgendeiner Weise, als Demokrat die Wahl von Rechtsextremen in Erwägung zu ziehen? Das habe ich immer noch nicht verstanden.
Das ist das Ding. Die haben da sicher einige rechtsextreme Mitglieder. Genauso wie die Linke linksextreme Mitglieder hat. Die Linke zu wählen ist aber wiederum okay. Ich habe einfach ein Problem damit, die AfD als rechtsextreme Partei und demogratiefeindlich zu titulieren. Populistisch, ja, absolut. Rechtskonservativ und in manchen Belangen einen Tick zu weit rechts. Auch das mit Sicherheit. Die haben da viele Spinner, aber auch einige wirklich intelligente und kompetente Leute. 
Man kann einfach nicht alle über einen Kamm scheren, das wäre zu einfach. Wäre die AfD wirklich in ihrem Innersten rechtsextrem, dann wären die entsprechenden Systeme schon angesprungen und hätten etwas gegen die Partei unternommen.

Deutschland ist schon rein von der Struktur und den herrschenden Gesetzen sehr gut aufgestellt, dass "nie wieder" auch wirklich "nie wieder" ist.
Eine Machtübernahme wie es Hitler gemacht hat ist einfach unmöglich, wenn die AfD sich nicht bis zur Wahl einen paramilitärischen Arm wachsen lässt.
Die Situation Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre des 20, Jahrhunderts hatte zwar einige Parallelen zur aktuellen, aber die Grundvoraussetzungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Eine Legislaturperiode AfD wird daran nichts ändern. Und dann sieht man ob sie es besser machen oder nicht. Schlechter geht ja kaum - in der Zeit können die anderen Parteien sich dann neu aufstellen und hoffentlich gute Oppositionsarbeit leisten und vielleciht wieder einen Blick für die Dinge entwickeln, auf die es wirklich ankommt. Im Gegenzug kann die AfD nicht sonderlich viel kaputt machen, gerde wenn es im Zweifelsfall eine Minderheitsregierung wird.

Wünsche ich mir eine tolle neue und frische Partei, die irgendwo in der Mitte steht? Ja. Werde ich diese Partei bekommen? Vermutlich nicht. Daher muss ich mit dem arbeiten was ich habe und das machen, was ich für das aktuell beste halte. Wir können weiter machen wie bisher oder etwas ändern. Und wenn wir ncihts ändern sehe ich in den nächsten 5-10 Jahren einen Bürgerkrieg auf uns zukommen, da habe ich so gar keine Lust drauf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Januar 2024, 22:33:58
Aber woher kommt der Eindruck?

Guck dir doch nur mal die Bauerndemos an. Lindner flüchtet schon fast von der Veranstaltung, jemand, der dessen Auto ausbuht wird von der Polizei mit vollem Körpereinsatz weggetackelt und nach "Scheiß Bullen" auch noch abgeführt. So ein robustes Durchgreifen würde man sich auch mal bei Clankriegern oder Antisemitendemos wünschen. Passiert aber nicht, weil es dann direkt eine Straßenschlacht gibt.

Strack-Zimmermann redet von Scheiße und Fliegen, andere Politiker und die Medien fantasieren angesichts der friedlichen Bauerndemos schon den Untergang der Demokratie herbei, während die gleichen Politiker zu der Randale der Linksextremen in Berlin schweigen.

Und was macht Weidel? Mischt sich unters Volk, ohne großen Begleitschutz, ohne neben dem Auto rennende aggro Polizisten. Klar, jetzt kann man wieder abstellen, dass die rechtsextremen Bauern genauso ticken wie die Weidel und sie deswegen unter ihresgleichen sicher ist. Das ist aber imho auch wieder zu kurz gehüpft. Und ja, natürlich wird das von Weidel auch in Szene gesetzt, aber Bilder sind mächtig und diese Bilder sprechen Bände.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 17.Januar 2024, 08:09:30
Die haben da viele Spinner, aber auch einige wirklich intelligente und kompetente Leute. 

Die sind spätestens raus, nachdem Höcke und Co. die Partei unterwandert hatten. Andere Parteien mögen Extremisten haben. Die AfD ist mit "rechtsextremes Sammelbecken" allerdings ganz gut beschrieben -- und zwar als Gesamtkonstrukt. Das heißt nicht, dass alle Parteimitglieder rechtsextrem seien. Das heißt aber sehr wohl, dass der Rest das aus machtpolitischen Gründen alles willentlich in Kauf nimmt, minimum. Und damit brav den Steigbügelhalter, das Maskottchen oder den Türsteher für all die Knalltüten spielt, für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Hauptsache Macht und Einfluss.

Die Pest war noch nie eine Alternative selbst zu Cholera.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 17.Januar 2024, 08:28:18
Es gibt ein paar Red Flags, die bei Entscheidungen zu beachten sind. Wenn mir Teile des Programmes der AfD gefallen, dann muss ich auch die anderen Teile sehen. Wenn die eine Wahl komplett ausschließen, wähle ich die nicht. Wenn eine Partei sagt, sie gibt Apotheken dreihundert Prozent mehr Honorar, gleichzeitig werden aber alle Schulen und Kindergärten privatisiert und sämtliche Sozialhilfen eingestellt, wähle ich die nicht. Wenn also eine AfD das "Migrationsproblem" drastisch angehen will und mich dieser unkt anspricht, gleichzeitig der Rechtsextremismus und die Faktenverneinung immer unverhohlener, ja fast schon wie eine Trophäe, präsentiert wird, wähle ich die nicht. Tue ich es doch, akzeptiere ich diese Programmpunkte ebenfalls. Simple as that.

Und ja, natürlich wird das von Weidel auch in Szene gesetzt, aber Bilder sind mächtig und diese Bilder sprechen Bände.

Und im Zweifelsfall erfindet man halt einen Angriff mit einer Spritze.  :angel:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Januar 2024, 08:38:59
Ist ja alles schön und gut, White. Über die Punkte kann man reden, auch wenn ich die gleichen Probleme sehe wie DragonFox. Aber wo rechtfertigt das in irgendeiner Weise, als Demokrat die Wahl von Rechtsextremen in Erwägung zu ziehen? Das habe ich immer noch nicht verstanden.
Das ist das Ding. Die haben da sicher einige rechtsextreme Mitglieder. Genauso wie die Linke linksextreme Mitglieder hat. Die Linke zu wählen ist aber wiederum okay. Ich habe einfach ein Problem damit, die AfD als rechtsextreme Partei und demogratiefeindlich zu titulieren. Populistisch, ja, absolut. Rechtskonservativ und in manchen Belangen einen Tick zu weit rechts. Auch das mit Sicherheit. Die haben da viele Spinner, aber auch einige wirklich intelligente und kompetente Leute. 
Man kann einfach nicht alle über einen Kamm scheren, das wäre zu einfach. Wäre die AfD wirklich in ihrem Innersten rechtsextrem, dann wären die entsprechenden Systeme schon angesprungen und hätten etwas gegen die Partei unternommen.

Sorry, aber das sind Relativierungen, die ich so nicht stehen lassen kann. "Einige rechtsextreme Mitglieder" - was sind für dich einige? Ich wiederhole mich gerne noch einmal: Die mächtigen AfD-Landesverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden vom Verfassungsschutz der jeweiligen Bundesländer als "gesichert rechtsextrem" eingestuft. Die werden nicht nur beobachtet, nein, der Verfassungsschutz sieht es als erwiesen an, dass diese Landesverbände rechtsextrem sind (nicht sein könnten!).[1] Das zum Thema "dann wären die entsprechenden Systeme schon angesprungen und hätten etwas gegen die Partei unternommen." Zum Vergleich: Die Linkspartei wurde durch den Verfassungsschutz beobachtet, weil - da stimme ich dir zu - es in der Partei Linksextremisten und linksextremistische Strömungen gibt, die Einfluss auf die Bundespolitik der Partei nehmen.[2] Das ist in der Qualität der Einschätzung ein fundamentaler Unterschied. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat in den letzten Jahren zwei interessante Publikationen hierzu veröffentlicht: "Nicht auf dem Boden des Grundgesetzes - Warum die AfD als rassistische und rechtsextreme Partei einzuordnen ist"[3] und "Warum die AfD verboten werden könnte - Empfehlungen an Staat und Politik".[4] Zu letzterem gibt's auch eine wie ich finde gute Einordnung der FAZ.[5] Nun weiß ich nicht, wie du den Verfassungsschutz einordnest und wie du zum Deutschen Institut für Menschenrechte stehst. Wenn du aber deren erwiesene Kompetenz, ihre Aufgabenbeschreibung und ihre Daseinsberechtigung akzeptierst, dann kann man angesichts dieser klaren Sachlage kaum zu dem Schluss kommen, dass es problematisch sei, die AfD als rechtsextrem zu bezeichnen. Und wie man mit diesem Wissen in Betracht ziehen kann, diese Partei zu wählen, bleibt mir nach wie vor schleierhaft. Mal ganz davon abgesehen, dass die AfD nicht nur rechtsextrem ist, sondern im Parteiprogramm Politik für die Wohlhabenden stehen hat, nicht für den einfachen Bürger. Ihre wirtschaftspolitischen Vorstöße werden von Fachleuten ebenfalls kritisiert.[6] Ich würde wirklich gerne verstehen, wie man trotzdem darüber nachdenken kann, sein Kreuz bei der AfD zu setzen.
Und nochmal: Ich verstehe den Frust. Ich bin auch seit Jahren von der Politik frustriert und finde politisch für mich keine richtige Heimat. Mich widert so vieles in der Politik, gerade in der Spitzenpolitik, einfach nur an. Und natürlich verdienen die einen Denkzettel. Der kann aber nicht darin bestehen, Rechtsextreme zu wählen, dann muss man seine Stimme eben anders abgeben (ungültig zu wählen ist in meinen Augen komplett sinnlos, die Stimme nützt niemandem und ist auch gegen niemanden). Die Piratenpartei war eine tolle Protestwahlpartei. Die haben es halt leider nicht geschafft und ziemlich verkackt. Geht die Stimme halt an eine demokratische Kleinpartei. Wenn das mehr Menschen machen würden, wäre das Signal auch deutlich stärker. Ein Kreuz bei der AfD leistet nur dem Rechtsextremismus Vorschub und, ich wiederhole mich, vergiftet das Klima unserer Gesellschaft, führt zur Spaltung und verschiebt die Grenzen des Sagbaren. Das Ergebnis einer solchen Entwicklung kann man in den USA beobachten, wo das Land zutiefst gespalten ist. Das kann man natürlich nicht 1 zu 1 auf Deutschland übertragen, aber Parallelen kann man ziehen.
Davon abgesehen: Wann hat jemals eine rechtspopulistische (ich rede nicht einmal von rechtsextrem) Regierung in einem Land kurz-, mittel- und langfristig etwas zum Positiven verändert? Der Mythos von den Rechten, die man doch einfach mal machen lassen könne, ist doch längst widerlegt. Historisch belegt, aber auch zeitgenössisch zu beobachten. Einen Scherbenhaufen erhält man, mehr nicht.

[1] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/verfassungsschutz-afd-sachsen-rechtsextremistisch-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/verfassungsschutz-afd-sachsen-rechtsextremistisch-100.html)
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtung_der_Partei_Die_Linke_durch_den_Verfassungsschutz (https://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtung_der_Partei_Die_Linke_durch_den_Verfassungsschutz); https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Offene+Extremisten+in+DIE+LINKE_ (https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Offene+Extremisten+in+DIE+LINKE_)
[3] https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/nicht-auf-dem-boden-des-grundgesetzes (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/nicht-auf-dem-boden-des-grundgesetzes)
[4] https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/warum-die-afd-verboten-werden-koennte (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/warum-die-afd-verboten-werden-koennte)
[5] https://www.fr.de/politik/afd-rassistisch-rechtsextrem-institut-menschenrechte-parteiverbot-verfassung-grundgesetz-92329120.html (https://www.fr.de/politik/afd-rassistisch-rechtsextrem-institut-menschenrechte-parteiverbot-verfassung-grundgesetz-92329120.html)
[6] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/afd-wie-oekonomen-die-wirtschaftsvorschlaege-der-partei-bewerten-/29376202.html (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/afd-wie-oekonomen-die-wirtschaftsvorschlaege-der-partei-bewerten-/29376202.html)

Edit: Noch was zum Thema "Einzelfälle":
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/geheimtreffen-potsdam-brandenburger-afd-fraktion (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/geheimtreffen-potsdam-brandenburger-afd-fraktion)



@Signor Rossi: Dass die Politik sich bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus nicht nur inhaltlich, sondern auch rhetorisch selten dämlich anstellt, darüber brauchen wir nicht zu reden. Noch so ein Punkt, der für Frustration sorgt. Im Übrigen war in mehreren Städten in den letzten Tagen kurzfristig eine fünfstellige Anzahl an Menschen auf den Beinen, um gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Allein in Köln waren es wohl 10.000. Ob eine Frau Weidel sich auch da unters Volk hätte mischen wollen? Die Landwirtschaftsverbände mobilisieren seit Wochen, in Berlin spricht die Polizei von 8.500 Demonstrierenden. Ich finde die Zahlen schon ziemlich krass, wenn man Organisationsaufwand und -struktur, sowie Vorlauf vergleicht. Was nicht den Bauernprotest schmälern soll (ich habe übrigens selbst enge Verwandtschaft, die da mit dem Traktor mitfährt). Die haben guten Grund zu protestieren, allerdings sollten die das in meinen Augen vor ALDI und Co. machen und dort die Zufahrten blockieren. Aber dann würde man ja gegen den eigenen Verband agieren, der schön Lobbyismus für das "wachsen oder sterben"-Prinzip der immer größer werdenden Betriebe betreibt. Davon abgesehen, finde ich die Reaktionen der Politik auf diese Proteste ziemlich schwach. Wer wurde nicht alles schon ins Kanzleramt eingeladen? Was macht Scholz: Duckt sich wie immer weg, der Lappen. Der Özdemir hat zumindest mal erkannt, dass ein großes Problem eben genau das ist, wofür der Bauernverband lobbyiert: Die Betriebe müssen immer weiter wachsen oder sie gehen unter. Natürlich spielt da auch die EU-Agrarpolitik mit rein, aber auch auf Bundes- und Länderebene könnte man Maßnahmen ergreifen. Das erkennen auch kleinere landwirtschaftliche Verbände, die sich eben auch für kleinere Betriebe einsetzen. Die müsste man halt mal anhören.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Januar 2024, 09:23:43
Im Übrigen zu dem Thema: Wer sich knapp 17 Minuten Zeit nehmen kann/möchte, kann sich gerne mal einen Podcast mit einem meiner ehemaligen Dozenten anhören - "Düstere Aussichten für die 20er Jahre". Guter Mann, sehr hörenswert: https://soundcloud.com/karlsruherinstitutfuertechnologie/dustere-aussichten-fur-die-20er-jahre-historiker-des-kit-zu-den-perspektiven-fur-2024 (https://soundcloud.com/karlsruherinstitutfuertechnologie/dustere-aussichten-fur-die-20er-jahre-historiker-des-kit-zu-den-perspektiven-fur-2024)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 17.Januar 2024, 12:58:27
Politikwechsel? Ich habe FDP gewählt, aber weitgehend grüne Politik bekommen. Das soll ein Politikwechsel sein? In meinen Augen nicht.

Das spannende ist, dass sich viele Grünen-Wähler beschweren, weil sie keine grüne Politik bekommen :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.Januar 2024, 13:30:25
Das Problem wird sein, dass gerade niemand wirklich bekommt was er gewählt hat.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Januar 2024, 14:08:32
Wir bekommen ja nicht mal die Führung, die wir bei Olaf bestellt haben. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Januar 2024, 16:00:30
@Signor Rossi: Dass die Politik sich bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus nicht nur inhaltlich, sondern auch rhetorisch selten dämlich anstellt, darüber brauchen wir nicht zu reden.
MMn. wird der Kampf gegen Extremismus (rechts, links, religiös) viel zu halbherzig geführt. Dieses Volksverhetzerpack sollte richtig harte Konsequenzen spüren, von mir aus  auch Gulag.

Zitat
Die Landwirtschaftsverbände mobilisieren seit Wochen, in Berlin spricht die Polizei von 8.500 Demonstrierenden.
Das gehört mMn. zur Delegitimierungsstrategie: seht her, das sind gar nicht so viele. Am ersten Montag des Protests waren angeblich 100.000 Trecker unterwegs, kann ich natürlich auch nicht verifizieren.

Zitat
Die haben guten Grund zu protestieren, allerdings sollten die das in meinen Augen vor ALDI und Co. machen und dort die Zufahrten blockieren.
Und dann? Wenn die mehr zahlen, müssen auch die Verbraucher mehr bezahlen, dann wird wieder nach Lohnerhöhungen oder Inflationsausgleich geschrien. Oder die Discounter importieren noch mehr Billiglebensmittel aus dem Ausland, wo das Tierwohl ganz egal ist, wo Pestizide und Dünger gar nicht kontrolliert werden oder wo das Grundwasser immer mehr abgepumpt wird wie in Südspanien inkl. Ausbeutung von Flüchtlingen und anderen illegalen Migranten.

Zitat
Was macht Scholz: Duckt sich wie immer weg, der Lappen.
"Führung" a la Olaf.

Zitat
Natürlich spielt da auch die EU-Agrarpolitik mit rein...
Die ist mMn. der Kern des Problems, leider auch Kern der europ. Einigung, die Agrarunion kam sehr bald nach der Montanunion. Was nach dem Krieg sicherlich sinnvoll war, müsste jetzt mal radikal durchforstet werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.Januar 2024, 17:09:36
Zitat
Die Landwirtschaftsverbände mobilisieren seit Wochen, in Berlin spricht die Polizei von 8.500 Demonstrierenden.
Das gehört mMn. zur Delegitimierungsstrategie: seht her, das sind gar nicht so viele. Am ersten Montag des Protests waren angeblich 100.000 Trecker unterwegs, kann ich natürlich auch nicht verifizieren.

Ich glaube DeDaim wollte diese Zahl loben und nicht ausdrücken, dass es trotz so langer Mobilisierung "nur" 8.500 waren. Eine Diskrepanz zwischen polizeilicher Einschätzung und den Veranstaltert ist normal. Letztendlich prallen Näherungswerte aufeinander. Das die Veranstalter ein Legitmierungswunsch haben, kann ich nachvollziehen. Aber warum sollte die Polizei das machen? Strategie klingt, als sei die Zahl absichtlich und per Befehl zu niedrig angesetzt worden. Oder wie meinst du das?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Januar 2024, 20:14:50
Ich glaube nicht, dass Signor Rossi mir Delegitimierungsbestrebungen unterstellen wollte, direkt drunter zitiert er ja sogar eine Passage, in der ich explizit die Legitimität der Proteste betone. Ich verstehe ihn so, dass dieser Zahlenvergleich von Gruppen genutzt wird, die ein Interesse daran haben, die Proteste zu delegitimieren. Mir ging es einfach nur um den Vergleich. Die Bauernproteste machen schon Eindruck, umso bemerkenswerter finde ich die sehr spontan zusammengekommene Anzahl an Leuten, die gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen sind. Gibt offenbar doch noch genug Leute, bei denen Relativierungen und Verharmlosungen nicht verfangen.

Übrigens finde ich die Vorstellung, Leute ins Gulag zu stecken, mindestens mal bedenklich, bei aller wünschenswerten Härte im Kampf gegen Extremismus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.Januar 2024, 20:45:18
Hm. Ja gut. Beide Zahlen sind für die jeweilige Sache zu interpretieren. Aber das war schon immer so. Ich habs wohl falsch verstanden. Am Ende werden beide Zahlen daneben liegen...

Das mit dem Gulag sehe ich genau so. Das Problem ist, dass die Grenzen zum Extremismus ausgefranzt sind. Wir können als Gesellschaft oft nicht bewerten was darüber und darunter liegt. Gleichzeitig halten wir Freiheitsrechte wie die Redefreiheit und Co hoch.
Die hier bereits gelobte Robustheit gegen alle möglichen Feinde der Demokratie schützt auch die AFD selbst. Oder Links. Oder was auch immer. Es ist gut, dass eine Partei nicht mir nichts dir nicht verboten werden kann. Man muss erstmal nachweisen, dass die Partei nicht nur "verfassungsfeindliche Haltung vertritt, sondern diese Haltung auch in aktiv-kämpferischer, aggressiver Weise umsetzen will".
So ist das bei Parteien und auch bei Einzelpersonen. Und das ist auch gut so. Auch wenn die Realität ist, dass wir Querdenkerdemos hatten oder noch schlimmer, regelmäßige Naziaufmärsche. Aber wenn das nicht mehr gilt, ist die nächste Frage, wer bestimmen darf, wer ein Extremist ist. -> Gulag.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Januar 2024, 21:08:31
Ich verstehe ihn so, dass dieser Zahlenvergleich von Gruppen genutzt wird, die ein Interesse daran haben, die Proteste zu delegitimieren.
Richtig.

Zitat
Übrigens finde ich die Vorstellung, Leute ins Gulag zu stecken, mindestens mal bedenklich, bei aller wünschenswerten Härte im Kampf gegen Extremismus.
Das war natürlich eine Übertreibung, dass das in Deutschland nicht geht, weiß ich schon ;) Volksverhetzer werden mir aber generell viel zu windelweich behandelt, so ein Höcke gehört für so manche Aussage in den Knast, spätestens seit seiner Goebbelsimitation.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.Januar 2024, 23:52:58
Ahso. Danke für die Erklärung.  :angel:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 18.Januar 2024, 09:49:25
Sanktionen gegen Landolf Ladig sehe ich kritisch. Die würden ihn nur zum Märtyrer und ewigen Che-Höcke-Motiv der Thor-Steinar-Szene machen. Landolf Ladig Superstar. Der Mann und seine Kohorten liefern seit Jahren Steilvorlagen in Serie, ihn politisch klein/er zu machen. Aufgegriffen werden sie aber im Zweifel lieber von den Söders und Merzens, die ihrerseits die Brandbomben werfen, um für sich Stimmung zu machen. Politik als Krawall-, Profilierungs- und Popularitätswettbewerb. Das steckt natürlich im Berufsbild ein wenig mit drin. Wenn es aber das ist, worauf es hinausläuft, dann kann man genauso gut gleich Schauspieler, Fußballer und Influencer für die Parteivorstände nominieren. Es macht inhaltlich keinen Unterschied. Landolf gefällt das.

Ähnlich ist es mit Partei-Verbotsverfahren. Wenn eine Demokratie dies nicht anders gelöst bekommt, hat sie im Kern ein Problem. Das weiter vor sich hingammeln würde, bis wer anders kommt. Es muss nicht mal ein Nazi sein. Die Rahmenbedinungen etwa zum Aufstieg der AfD, die hat in erster Linie die Politik der letzten Jahrzehnte zu verantworten. Krisen in der Dichte, wie wir sie in den letzten Jahren hatten, kann sie nicht einkalkulieren. Sollte sie aber. Unbedingt. Ein vernünftig geführter Privathaushalt legt schließlich ebenfalls ein paar Notgroschen zur Seite für schwere Zeiten.

Das Problem wird sein, dass gerade niemand wirklich bekommt was er gewählt hat.  ;)

Das Problem ist, dass eigentlich gar keine Regierung allzu konkret auf Einzel- oder Zielgruppenwünsche eingehen dürfte. Sie müsste Politik für ein Land machen, von der nachhaltig (!) ein größtmöglicher Teil der Bevölkerung profitiert. Und zwar quer durch alle Ressorts. Über Richtungen und Prioritäten kann ja gestritten werden. Über das aber nicht. Es hat ja einen Grund, warum unpopuläre Themen eher seltener angesprochen werden, seit jeher, so dringlich sie auch sind.

Mit dem Tod der Volksparteien, wie man sie kannte, ist das natürlich per se kniffliger geworden. Nicht nur, weil keine Partei mehr dauerhaft die Interessen der Deutschen vertritt, glaubt man Wahlergebnissen und Wähler-Fluktuation. Sondern auch, weil Regierungen öfter wechseln, dadurch eine immer größere Fluktuation samt Richtungswechseln vorherrscht. Das ist dann nicht schlecht, wenn es für immer neue Impulse sorgt, gleichzeitig aber eine langfristige Strategie verfolgt wird, quer durch alle Lager. Nur: Ich persönlich sehe das nicht. Gedacht wird vom Wahlabend bis zur nächsten Legislaturperiode samt neuem Wahlkrampf. Und das jeweils parteipolitisch.

Alles für den Dackel, alles für den Club.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.Januar 2024, 10:59:43
Das Problem ist, dass eigentlich gar keine Regierung allzu konkret auf Einzel- oder Zielgruppenwünsche eingehen dürfte. Sie müsste Politik für ein Land machen, von der nachhaltig (!) ein größtmöglicher Teil der Bevölkerung profitiert. Und zwar quer durch alle Ressorts. Über Richtungen und Prioritäten kann ja gestritten werden. Über das aber nicht. Es hat ja einen Grund, warum unpopuläre Themen eher seltener angesprochen werden, seit jeher, so dringlich sie auch sind.

Ein Sozialstaat hat allerdings die Aufgabe seine Minderheiten zu schützen. Deswegen geht nicht einfach der "größtmöglich Teil". Größtmöglich könnten Arbeitnehmer und Renter sein - vergessen wir die Kinder. Oder Familien -  vergessen wir alleinlebende. Oder alle über Einkommen x, sodass die mehr sind als unter Einkommen x. Oder alle, außer die Landwirte.
Ich denke nicht, dass du damit gemeint hast, dass man einfach die Masse befriedigt und die Ränder verlieren und auf die achtet niemand mehr. Aber es so zu sagen macht es sehr einfach.

In wiefern das damit zusammen hängt, dass über manche Themen seltener gesprochen wird verstehe ich nicht. Welche Themen? (Auch wenn das jetzt paradox ist  ;D)

Bei der Nachhaltigkeit bin ich bei dir. Großes Problem.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 18.Januar 2024, 11:28:14
Wäre es aus eurer Sicht eine Lösung, die Legislaturperioden zu verlängern, um wieder mehr strategisches Denken in die Politik zu bringen? Bürgermeister sind ja beispielsweise auch 8 Jahre im Amt. Ich bin da selbst unentschieden, hat Vor- und Nachteile. Ich habe aber das Gefühl, dass kurzfristiges Denken bis zur Wahlurne und damit verbundener Populismus, Profilierung und die Abkehr von inhaltlichen Auseinandersetzungen (in der Öffentlichkeit) zugenommen haben. Es wäre aber natürlich zu einfach, dass allein der Dauer der Legislaturperiode zuzuschreiben.

Zum anderen Aspekt: Ich denke schon, dass es ein paar Hebel gibt, an denen man ansetzen könnte, die für einen Großteil der Bevölkerung spürbare Verbesserungen bringen würde. Digitalisierung und Infrastrukturinvestitionen im Allgemeinen kommen allen zugute. Oder günstiger ÖPNV (siehe Deutschlandticket) - der dann natürlich auch zuverlässig sein muss. An der Steuerschraube könnte man drehen: Niedrige und mittlere Einkommen entlasten. Natürlich muss das Geld dann irgendwo anders herkommen - Spitzensteuersatz? Vermögenssteuer? Erbschaftssteuer? Das Klimageld ist zur Entlastung der Bürger gedacht und es ist richtig, dass die Grünen die Auszahlung fordern (klappen muss es dann auch noch). Aber auch da: Das Geld muss irgendwo herkommen. Am Ende ist alles eine Frage der Finanzierung bzw. der finanziellen Prioritätensetzung. Und da wiederum gehen die Vorstellungen teilweise wieder sehr weit auseinander.

In dem Zusammenhang interessant, wie das Finanzminsterium die Zinsaufwendungen verbucht hat: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Rechnet-das-Finanzministerium-Deutschland-aermer-article24613874.html (https://www.n-tv.de/wirtschaft/Rechnet-das-Finanzministerium-Deutschland-aermer-article24613874.html); ausführlicher auch hier: https://www.dezernatzukunft.org/wie-schlimm-ist-die-zinsrampe/ (https://www.dezernatzukunft.org/wie-schlimm-ist-die-zinsrampe/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.Januar 2024, 11:41:34
Zum anderen Aspekt: Ich denke schon, dass es ein paar Hebel gibt, an denen man ansetzen könnte, die für einen Großteil der Bevölkerung spürbare Verbesserungen bringen würde. Digitalisierung und Infrastrukturinvestitionen im Allgemeinen kommen allen zugute. Oder günstiger ÖPNV (siehe Deutschlandticket) - der dann natürlich auch zuverlässig sein muss. An der Steuerschraube könnte man drehen: Niedrige und mittlere Einkommen entlasten. Natürlich muss das Geld dann irgendwo anders herkommen - Spitzensteuersatz? Vermögenssteuer? Erbschaftssteuer? Das Klimageld ist zur Entlastung der Bürger gedacht und es ist richtig, dass die Grünen die Auszahlung fordern (klappen muss es dann auch noch). Aber auch da: Das Geld muss irgendwo herkommen. Am Ende ist alles eine Frage der Finanzierung bzw. der finanziellen Prioritätensetzung. Und da wiederum gehen die Vorstellungen teilweise wieder sehr weit auseinander.

Stimme ich auf jeden Fall zu! Also, dass es diese Punkte gibt. Aber in der Formulierung steckt viel Pauschalisierung. Es gibt ja ein Grund, warum es so ist und warum es so lange dauert bis was passiert. Es wird über eine Entscheidung geredet und dann zerfasert es, weil an so viel gedacht werden muss. Oder weil sich drölf Interessensverbände melden, die man vorher nicht auf dem Schirm hatte. Oder weil man nunmal nur ne Koalition ist, und jeder Partner etwas anderes "Gutes für die Mehrheit" hat. Oder weil jeder eine andere Priorität hat, was jetzt eigentlich sein müsste.
Zu sagen, einfach für die Mehrzahl der Bevölkerung etwas Gutes schaffen ist salopp und sehr einfach gesagt. Das meinte ich. Themen gäbe es natürlich genug.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 18.Januar 2024, 15:31:26
Stimme ich auf jeden Fall zu! Also, dass es diese Punkte gibt. Aber in der Formulierung steckt viel Pauschalisierung. Es gibt ja ein Grund, warum es so ist und warum es so lange dauert bis was passiert. Es wird über eine Entscheidung geredet und dann zerfasert es, weil an so viel gedacht werden muss.

Bei diversen Themen habe ich da einen anderen Eindruck. Und da scheine ich nicht mit alleine, siehe Höckes Kommunikationskanäle. Für die er nicht mal mehr einen Volksempfänger installieren muss. Und die sich darüber lustig machten und es genüsslich ausschlachteten, dass Ricarda Lang selbst bei einer Durschnittsrenten-Schätzung grob daneben lag (der Median ist freilich ein gutes Stück niedriger -- und 50% aller Rentner erhalten trotzdem noch weniger, schon jetzt).

Mein Eindruck, leider: Wenn die verhandelnden Politiker tatsächliche Konsequenzen für ihr Handeln spüren müssten, gar selbst betroffen wären -- dann hätte es eine Rentenfinanzierungs-Reform schon vor Jahrzehnten gegeben. Ich halte aber schon Adenauer, der das damals entgegen durchaus vorgebrachter Bedenken zum Wahlkampf-Thema-Nummer 1 gemacht hatte, für einen Spekulateur. "Ach was, Kinder kriegen die Leute immer." Weg da, ich will Kanzler. Wie gesagt: Mechanismen, Politik nachhaltiger aufzustellen, bräuchten schon verdammt lange nicht bloß Unternehmen.

Wenn es Unternehmen gibt, die auf kurzfristige Profite statt nachhaltiges Wirtschaften aus sind -- dann gibt es genauso Parteien, die auf den kurzfristigen Wahlerfolg schielen. Das ist ein natürlicher Mechanismus. Auch die Politik ist ein Markt. Und da Parteien anders als Unternehmen praktisch unkaputtbar sind... und Politiker Geld, das sie ausgegeben haben, zumindest in Deutschland bislang später wieder über Steuern einnehmen können...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 18.Januar 2024, 16:15:29
Wäre es aus eurer Sicht eine Lösung, die Legislaturperioden zu verlängern, um wieder mehr strategisches Denken in die Politik zu bringen? Bürgermeister sind ja beispielsweise auch 8 Jahre im Amt. Ich bin da selbst unentschieden, hat Vor- und Nachteile. Ich habe aber das Gefühl, dass kurzfristiges Denken bis zur Wahlurne und damit verbundener Populismus, Profilierung und die Abkehr von inhaltlichen Auseinandersetzungen (in der Öffentlichkeit) zugenommen haben. Es wäre aber natürlich zu einfach, dass allein der Dauer der Legislaturperiode zuzuschreiben.

Ich glaube die Legislaturperiode zu verlängern wäre nicht optimal. Es würde mMn. schon viel bringen wenn nicht ständig Wahlen wären. Irgend eine Wahl steht immer an, sei es für Europa, Landtag oder Bundestag. Eine Bündelung auf 2-3 Termine innerhalb einer Legislaturperiode würde schon viel bringen. Dann muss man zwar viele Kreuze machen als Bürger, aber die Parteien wären nicht ständig im Wahlkampf und könnten ggf. "freiere" Politik machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.Januar 2024, 17:09:51
Stimme ich auf jeden Fall zu! Also, dass es diese Punkte gibt. Aber in der Formulierung steckt viel Pauschalisierung. Es gibt ja ein Grund, warum es so ist und warum es so lange dauert bis was passiert. Es wird über eine Entscheidung geredet und dann zerfasert es, weil an so viel gedacht werden muss.

Bei diversen Themen habe ich da einen anderen Eindruck. Und da scheine ich nicht mit alleine, siehe Höckes Kommunikationskanäle. Für die er nicht mal mehr einen Volksempfänger installieren muss. Und die sich darüber lustig machten und es genüsslich ausschlachteten, dass Ricarda Lang selbst bei einer Durschnittsrenten-Schätzung grob daneben lag (der Median ist freilich ein gutes Stück niedriger -- und 50% aller Rentner erhalten trotzdem noch weniger, schon jetzt).


Das bleibt leider wage. Ich verstehe nicht was du meinst. Was löst Höcke in seinen Kommunikationskanäle was die anderen Politiker nicht hinbekommen? Oder meinst du, dass die Anzahl der Hörer (oa Wähler) in den Kanälen Beweis genug ist?
Und was hat das damit zu tun, dass eine Politikerin die Zahl nicht parat hat und man sie auslacht? Häme gibt es in der Politik für jeden und für alles. Wenn die Aussage makelos war, war der Anzug oder die Frisur doof.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 18.Januar 2024, 19:08:59
Stimme ich auf jeden Fall zu! Also, dass es diese Punkte gibt. Aber in der Formulierung steckt viel Pauschalisierung. Es gibt ja ein Grund, warum es so ist und warum es so lange dauert bis was passiert. Es wird über eine Entscheidung geredet und dann zerfasert es, weil an so viel gedacht werden muss.

Bei diversen Themen habe ich da einen anderen Eindruck. Und da scheine ich nicht mit alleine, siehe Höckes Kommunikationskanäle. Für die er nicht mal mehr einen Volksempfänger installieren muss. Und die sich darüber lustig machten und es genüsslich ausschlachteten, dass Ricarda Lang selbst bei einer Durschnittsrenten-Schätzung grob daneben lag (der Median ist freilich ein gutes Stück niedriger -- und 50% aller Rentner erhalten trotzdem noch weniger, schon jetzt).


Das bleibt leider wage. Ich verstehe nicht was du meinst. Was löst Höcke in seinen Kommunikationskanäle was die anderen Politiker nicht hinbekommen? Oder meinst du, dass die Anzahl der Hörer (oa Wähler) in den Kanälen Beweis genug ist?
Und was hat das damit zu tun, dass eine Politikerin die Zahl nicht parat hat und man sie auslacht? Häme gibt es in der Politik für jeden und für alles. Wenn die Aussage makelos war, war der Anzug oder die Frisur doof.

Ich meinte damit: Alle offenen Flanken, die die Politik vorgelegt hat, sind Feste für Landolfs Burschenschaften. Entsprechend genießen ihre Kanäle es gerade tierisch, wenn sich langfristiges Politikversagen in Auftritten wie der Ricarda Langs zu äußern scheint. So inszenieren sie es nämlich: "Seht her, kein Wunder, dass die nichts für eure Rente taten! Die wissen ja noch nicht mal, wie es wirklich um die bestellt ist."

All dieses jahrzehntelange Regieren auf Pump, Macht und Wählerlockangebot ist eine riesige Steilvorlage für jeden, der solche eine Demokratie unterwandern will. Eine ganze Reihe an Regierungen hat generell einen riesigen Schuldenberg hinterlassen, der belastet. Wenn das jetzt nicht mehr in der Politik ankommt, dann nie mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 19.Januar 2024, 12:02:18
Ich hatte vor zwei Tagen bereits eine relativ lange Antwort geschrieben und irgendwie wohl den Tab geschlossen, statt sie abzuschicken. Ich habe jetzt gerade keine Zeit um nochmal auf das Thema "warum als Demokrat AfD wählen in Betracht ziehen" ausführlich gneug einzugehen, aber ich hab es nicht vergessen und hole es bei Gelegenheit nach.

Was Ricarda Lang angeht: Ich finde es vollkommen verständlich sich über die Parteivorsitzende einer Regierungspartei lustig zu machen, weil sie die Durchschnittsrente nicht kennt.
Ich hab das irgendwann mal gelesen und eine lächerlich geringe Zahl von ca. 1200 Euro im Kopf. Google sagt mir es sind fast 1400. Wenn ich jetzt aber mal gegenrechnet was mein Vater und meine Mutter an Rente bekommen, da müssen um das auszugleichen irgendwo zwei Leute sitzen, die jeweils 50 Euro bekommen.
Gut, mein Vater fällt raus, weil der keine Rente sondern Pension bekommt, aber selbst um meine Mutter 'auszugleichen' müsste da irgendwer sein, der 300 Euro Rente bekommt. Klar kann man das so nicht rechnen, aber es gibt viele Rentner, die bekommen irgendwo 800-1000 Euro Netto, sind dümmstenfalls alleinstehend und müssen damit leben und ein Haus unterhalten. Vielen würden noch weitere Sozialleistungen zustehen, die sind aber in der Regel zu stolz oder zu überfordert das zu beantragen.

Ich meine Frau Lang hätte das zumindest ungefähr wissen können, es zeigt halt einfach wie losgelöst viele Politiker von der Realität sind. Es kann doch nciht sein, dass sie sich in ihrer Position nicht mal mit dem Thema beschäftigt hat. Dass ihre Schätzung dann viel zu hoch ausfällt hilft natürlich nicht.
 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Towelie am 19.Januar 2024, 14:30:19
Es gibt eben auch einige Leute, die kaum in die Rentenkasse eingezahlt haben und dementsprechend auch wenig Rentenanspruch haben, aber die sich genug Geld auf die Seite gelegt haben oder z.B. Immobilien besitzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.Januar 2024, 19:01:22
Oder man wird Minister und kann mit weit über 6.000 EUR schon mit 57 in Rente gehen :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 20.Januar 2024, 01:19:42
Oder man wird Minister und kann mit weit über 6.000 EUR schon mit 57 in Rente gehen :-\
Also worauf warten wir? Die MTF-Partei ist eigentlich ein Selbstläufer ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.Januar 2024, 08:43:44
Ok, let's go O0 Ich brauche aber zuerst so einen Raumanzug, wie ihn Virologen tragen, weil Politik so ein dreckiges Geschäft ist >:D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 20.Januar 2024, 09:41:23
Jepp, wenn eine Parteispitze bei einem solch "umtriebigen" Thema so grob danebenliegt, dann ist das ein Heavy Hitter.

Apropos Politiker-Bezüge an sich: Einerseits. Andererseits ist das auch ein Stückweit Prävention. Wie es in ärmeren Ländern so mit der Integrität von Politik aussieht, ist ja bekannt.

Was schwerer wiegt, wohl: Die natürliche Abstumpfung nach einer Zeit, wenn man ohne riesige Konsequenzen die Gelder der anderen ausgibt. Bei den sehr viel größeren Summen, die da im Spiel sind, verliert man wohl zwangsläufig irgendwann das Gespür. Ein Unternehmer überlegt sich das alles sehr gut, was er investiert und wie er es investiert. Es geht um ihn und sein Unternehmen. Insofern: Da passt auch Ricarda Lang wohl jetzt schon rein. Obwohl sie (was auch vorgeführt wurde), sich im Wahlkampf auch als Renten-"Expertin" ausgab.

Alles redet darüber, dass Märkte Leitplanken brauchen. Egal ob Linke oder Liberale. Politik ist auch ein Markt. Politische Dienstleistungen treffen auf potenzielle Wähler. Hier ist der Wähler plötzlich der Souverän, der Markt braucht keine Leitplanken, der regelt das alleine. Ein fataler Trugschluss, siehe die Entwicklung samt Nachhaltigkeit der Entscheidungen seit Jahrzehnten. Und da ist noch gar nicht mit eingerechnet, dass insbesondere von der Politik Frustrierte zunehmend gar nicht mehr Gebrauch von ihrem "Marktsignal" machen -- und das zunehmend verzerren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 20.Januar 2024, 09:50:49
Was dringend her muss: eine Mandatsbegrenzung. 2 Legislaturperioden, dann ist Ende.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 21.Januar 2024, 10:23:22
Bin persönlich ganz froh um Konstrukte wie die Wagenknecht-Partei. Die führen schön vor, warum Politik dringend Leitplanken bräuchte, wie jeder andere Markt auch. Denn plakativer hat es in Deutschland noch niemand dargestellt, dass hier eine Partei ein Selbstvermarktungs-Unternehmen ist: der Name direkt im Parteiname. Alles für die Sahra, alles für den Club.

Ihr Partner war ja auch immer recht umtriebig und geschäftstüchtig gewesen. Aber der konnte das als SPD- und Linken-Oberzampano noch etwas subtiler, ähem, "verkaufen".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 21.Januar 2024, 12:36:53
Was dringend her muss: eine Mandatsbegrenzung. 2 Legislaturperioden, dann ist Ende.
Was erhoffst du dir davon?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Januar 2024, 12:41:39
Was dringend her muss: eine Mandatsbegrenzung. 2 Legislaturperioden, dann ist Ende.
Was erhoffst du dir davon?

Mehr Fluktuation zwischen Politikern und Vorständen.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 21.Januar 2024, 12:46:10
Oder man wird Minister und kann mit weit über 6.000 EUR schon mit 57 in Rente gehen :-\
Also worauf warten wir? Die MTF-Partei ist eigentlich ein Selbstläufer ;)

Ich bin mittlerweile für Liberal-Soziale Demokraten, kurz LSD. Selbiges tun wir den Leuten auch ins Trinkwasser. Mehr müssen wir nicht tun.



Ich war gestern auf der Demo gegen Rechtsextremismus hier in Karlsruhe. Laut Polizei 20.000 Leute, erwartet wurden 1.000. Der Marsch ging knapp 1,5 km, ein Rundkurs. Als die ersten wieder am Marktplatz ankamen, waren die letzten noch nicht losgelaufen. :D Ich fand s gut, dass keine Politiker zu Wort kamen, sondern z.B. Menschen mit Migrationshintergrund Reden gehalten haben. Gestört haben mich dann wiederum manche Reden von anderen politischen Aktivisten bzw. vornehmlich Aktivistinnen: Da wurde munter gegen Die Ampelparteien und die Union ausgeteilt (natürlich am meisten gegen die AfD). Gegen die Linkspartei komischerweise nicht. Woher da wohl der Wind weht...? :angel: Finde ich jedenfalls schwierig, wenn es doch ein gesellschaftlicher Schulterschluss sein soll, auf der Bühne dann wieder Gräben aufzureißen. Naja, manche können wohl einfach nicht aus ihrer Haut. Hat jedenfalls für mich das Ganze etwas getrübt, weil die Demo dadurch einen sehr linken statt schlicht demokratischen Anstrich erhalten hat. Trotzdem finde ich es toll und macht mir Hoffnung, wenn man sieht, wie viele Leute in den vergangenen Tagen relativ kurzfristig gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 21.Januar 2024, 13:00:28
Einerseits halte ich die Idee einer Begrenzung der politischen Amtszeit für sinnvoll, um keine Seilschaften entstehen zu lassen oder gefühlte Stagnation aufkommen zu lassen, andererseits ist eine solche Begrenzung gerade auf kommunaler oder regionaler Ebene schwer vorstellbar, da die Auswahl der politisch engagierten und auch für Ämter geeigneten Menschen nicht gerade groß ist und es daher gut sein kann, dass Leute den Job machen müssen, da ein vollkommen qualifizierter und gut arbeitender Bürgermeister nach 2 Amtszeiten einfach abtreten muss, weil es so ist.
Auch sehe ich die Gefahr einer schlingerhaften Politik, wenn nach 8 Jahren Schluss ist und die Person dieses Amt nicht mehr bekleiden darf. Die Frage, die dabei mitschwingt, ist, ob diese Person dann ein anderes Amt bekleiden darf. Kann also jemand Finanzminister sein für zwei Legislaturperioden und danach das Amt des Bundeskanzlers für zwei weitere Perioden ausüben oder ist dann die Tür für weitere politische Beschäftigung zu?

Andererseits will ich gerne den Mikrokosmos Schule als positives Beispiel für eine solche Amtszeitbegrenzung anführen. Man sollte spätestens nach 8 oder maximal 10 Jahren definitiv die Schule wechseln als Lehrkraft und auch als Führungskraft, um eben an einem anderen Standort mit frischem Wind zu starten. In acht Jahren kann man einiges implementieren und ausprobieren und ich glaube, dass Schulen und Kollegien davon profitieren würden, wenn Cliquen aufgebrochen würden und man gezwungen wäre, sich mit anderen Ansichten und Ansätzen auseinanderzusetzen. Gerade der Austausch von unterschiedlichen Ideen und Erfahrungen im Hinblick auf die Gestaltung von Schule könnte dazu führen, dass Schulen insgesamt profitieren und für die Schüler (idealerweise mit den Schülern) wirklich innovative Konzepte ausgearbeitet und umgesetzt werden. Niemand verlangt, dass super laufende Konzepte abgeschafft werden müssen, aber erzwungener frischer Input alle paar Jahre nicht nur durch Referendare, sondern gerade durch erfahrene Lehrkräfte wäre ein Gewinn.
Mit dieser Analogie möchte ich daher durchaus eine Lanze brechen für die Idee der Amtszeitbegrenzung. Mir fällt jedoch kein gutes Konzept ein, wie man das auf die Politik übertragen kann (außer eben die Begrenzung in absoluten Führungspositionen wie im Kanzleramt oder wie schon vorhanden beim Bundespräsidenten, in den USA und in vielen anderen Staaten in puncto Staatsoberhaupt). Die Frage bleibt: Wie sinnvoll ist es, die Anzahl der Amtszeiten eines Regierungschefs zu begrenzen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.Januar 2024, 15:53:42
Ich sehe das Grundproblem mittlerweile in der Parteiendemokratie. Die etablierten Parteien haben überall ihre Finger drin, alleine schon, weil sie schon so lange dabei sind und sich überall an den Futtertrögen selbst bedienen können. Und man kann nahtlos zwischen Industrie, NGO und politischem Amt hin und her wechseln. Das ist für mich Filz. Leider fällt mir auch nichts Besseres ein, mehr direkte Demokratie könnte man machen, zumindest bei den wichtigsten Themen das Volk abstimmen lassen. Wollen die Parteien natürlich auch nicht.

Ein weiteres Problem ist die Unmenge an Gesetzen, EU-Richtlinien, Verordnungen, Erlassen und was es sonst noch so alles gibt. Hier müsste auch dringend mal ein Kahlschlag erfolgen. Auch die Verfassung sollte man ans 21. Jahrhundert anpassen, aber auch das wird nicht passieren, die Mächtigen werden alles tun, um einen Machtverlust zu verhindern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.Januar 2024, 16:24:33
Das nennt man übrigens Konservatismus. Den Status Quo konservieren. Wolltest du nicht CDU wählen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.Januar 2024, 17:03:40
Nein, das nennt man nicht Konservatismus, Filz und Regulierungswut findet sich auch und gerade bei den linken Parteien.

Und nein, ich werde die CDU nicht wählen, hatte ich ja geschrieben: "Als einzige Alternative bleibt mir, die Union zu wählen. Die Union, die mit dem endgültigen Atomausstieg, der Fixierung auf Putins billiges Gas, dem Verkommenlassen der Infrastruktur und der Öffnung der Grenzen den Grundstein für das Desaster gelegt hat und die sich auf rot und grün als einzige Koalitionspartner versteift? Das werde ich nicht tun, denn dann bekomme ich ja auch wieder rote oder grüne Politik."

Ich weiß noch nicht, was ich wähle, vllt. doch wieder die FDP, weil die das kleinste Übel sind, vllt. eine liberale Kleinstpartei oder vllt. ungültig. Wäre der Sonneborn noch mit dabei, würde ich sogar Die Partei in Erwägung ziehen, der hat wenigstens investigativ über den Irrsinn im EU Parlament berichtet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 21.Januar 2024, 18:20:14
„die Mächtigen werden alles tun, um einen Machtverlust zu verhindern“. Das ist auch ohne Filz auf legalem Wege erreichbar, und ist genau das, was Konservative tun (conservare, bewahren). Sieht man ja gerade.

Wobei Konservatismus im eigentlichen Sinne auch das Schaffen erhaltenswerter Zustände beinhaltet , und genau das fehlt der aktuellen konservativen Politik.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.Januar 2024, 08:04:41
Dann sind Scholz, Habeck, Baerbock und Lindner also Konservative O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.Januar 2024, 13:19:29
Lindner definitiv. Was der in der FDP will, weiß eh keine Sau.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 22.Januar 2024, 14:35:22
Deutschland. Aber rektal.

https://www.youtube.com/watch?v=wboBLQ6yHyU

#noafd
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Januar 2024, 15:27:10
Puh nachdem ich hier erstmal alles gelesen habe ein paar Worte auch von mir dazu.


Zum Thema Bauernproteste:
Ich habe das Privileg auf dem Land zu leben. Hier sind ganz viele Bauern, was nicht verwunderlich sein dürfte. Man kriegt also mit, dass auch unter den Bauern eine Kluft ist : Die zwischen den großen "Unternehmen" und dem normalen Kleinbauern. 1 Prozent der Betriebe bekommt 12 Milliarden Euro im Jahr, 50% der Betriebe 4 Milliarden (bzw. 200 € pro Monat und Betrieb). Im Jahr 2020 hat die Stadt Ahaus (gehört zu meinem Kreis), EU-Agrarsubventionen von von 6.500.000 € bekommen und lag deutschlandweit damit auf Platz 7. Unter den Top15 war nicht ein landwirtschaftliches Unternehmen übrigens. Worauf das hinausläuft : Die Kleinbauern sind mit dem Bauernverband zu großen Teilen unzufrieden, weil der vor allem die Interessen der Großbetriebe vertritt. Über Jahre hinweg hat man die Bauern dazu getrieben, mehr zu investieren und auf Masse zu gehen, um zu überleben. Das rächt sich gerade, weil man damit eine Entwicklung weg vom Kleinbauern zu riesigen Industrielandwirten in Gang gesetzt hat. Da bleibt Nachhaltigkeit und Tierwohl dann auf der Strecke. Das läuft auch nicht seit gestern sondern seit Jahrzehnten. Und gerade die Grünen hätten viel gewinnen können, wenn sie den Kleinbauern helfen würden, aber genau das tun sie nicht.
Auch ich wurde aufgehalten durch die Bauernproteste (sogar 2 mal auf dem Weg zur Arbeit am Montag wo das begann). Aber im Gegensatz zu den Klimaklebern wurden (bei meiner Kundgebung) Rettungswagen durchgelassen, die Polizei war dabei und die Traktoren sind einfach nur langsam gefahren. Aber bei vielen Medien wird bei Bauern der Protest nicht gerne gesehen, so auch bei meiner Tageszeitung im Kreis (die den Mantelteil aus der Rheinischen Post erhält). Da wird dann gefragt, warum man bei den Bauern anders über den Protest denkt als bei den Klimaklebern. Dabei ist die Sache hier ganz einfach : Die Bauern stören aber nehmen trotzdem Rücksicht. Indem zum Beispiel dies während der Hauptberufsverkehrs nicht gemacht wurde.


Nun zum Thema AfD. Hier wird durch Joe Hennessy ja ein Artikel von Julia Rathcke verlinkt ist und ich einige ihrer Artikel und Kommentare schon lesen durfte. Sie bringt halt teilweise schwierige Aussagen, belegt diese nicht, auch nicht in diesem Artikel. Anbei hier mal ein paar Fakten (von 2015) vom Bundesinnenministerium (Siehe Anhang). Dort wird ganz klar ersichtlich, dass in den muslimischen geprägten Zuwanderergruppen ein viel höherer Antisemitismus vorhanden ist als in der Gesamtgesellschaft. Eine Journalistin sollte zumindest soviel Rechercheaufwand betreiben, dass sie solche Statistiken findet, die nun wahrlich nicht gut versteckt sind, sondern offiziell veröffentlicht wurden. Sie steht in einer Reihe mit Eliten, die jeden Bezug zum "Normalbürger" verloren haben und wie die Wokies und die Rechten in einer Bubble leben (selbst ohne Social Media und Internet). Kevin Kühnert zum Beispiel erhält 19591,70 Brutto für ein Abgeordnetenmandat und seine Tätigkeit als Generalsekretär. Macht 235000 € im Jahr Brutto. Damit gehört er zu den absoluten Spitzenverdienern in Deutschland. Der hat sich dann lauthals beklagt, dass er keine Wohnung in Berlin findet. Und jetzt kommen wir mal zum normalen Arbeiter mit 40000 Brutto und Familie. Ob der es dann wohl leichter hat, nachdem die Politik bauen in Deutschland extrem verteuert hat. Und so Steuern sie Deutschland ohne die Sorgen und Ängste der Bevölkerung zu kennen. Da wird Toleranz gegen 1%-LGBTQ als Marketing veranstaltet und sich als moralisch integer aufgespielt, während unser Kanzler bei CumEx mal eben alles vergessen hat. Kohl hatte ja schon das Ehrenwort genutzt, da musste Scholz es mit Vergesslichkeit probieren.
Und in alledem steht der normaler Arbeiter im Discounter, der im Dezember mit Weihnachtsgeld 6800 € verdient und 3800 € nur ausgezahlt bekommt und fragt sich, was in diesem Land falsch läuft. Zum Vergleich mit Bürgergeld gibt es 500 € + Miete vom Amt. Aber man ist ja Spitzenverdiener als Discountermitarbeiter, das man fast schon Spitzensteuersatz in Deutschland zahlt, muss davon dann noch Miete zahlen und zahlreiche andere Abgaben an den Staat (zum Beispiel Grundsteuer) und am besten noch privat für die Rente vorsorgen. Wie das für Leute aussieht mit Mindestlohn von 14 Euro Brutto die Stunde  (also unter 30000 € im Jahr) braucht man dann gar nicht erst beleuchtet. Deutschland hat bei Paaren die höchste Erwerbstätigkeitsquote bei Frauen in Europa. Könnte man als Sieg der Gleichberechtigung feiern, liegt aber eher an der zweithöchsten Steuerlast in der OECD und daran, dass man allein keine Familie mehr ernähren kann. Gleichzeitig steigen die Lebensmittelpreise übrigens um 20%, das Gehalt jedoch nicht, wenn man nicht gerade Beamter ist oder Bürgergeld bekommt. Probieren wir es jetzt mit Empathie und versetzen uns in diese Personen rein. Die werden sicher nicht Ampel wählen. Die CDU wird mittlerweile auch als Teil dieses Blocks wahrgenommen, ebenso die Linke. Damit hat man dann einen Pool an AfD-Wählern geschaffen, der ziemlich groß sein dürfte. Eventuell können Werteunion und Sarah Wagenknecht von diesem Potential etwas abgreifen, aber die AfD war zuerst da. Wir haben es hier mit einem Versagen aller Parteien zu tun. Da ändert ein AfD-Verbot auch nichts dran. Und zum Thema AfD-Wähler. Viele Ausländer und auch Muslime die ich kennen, wählen tatsächlich AfD oder sympathisieren damit sie zu wählen. Nicht weil sie die AfD so toll finden, sondern weil sie die etablierten Parteien so zum Kotzen finden. Jetzt ein Verbotsverfahren gegen die AfD zu eröffnen wird dieses Ventil wegnehmen und eher noch die Verdrossenheit über die da oben befeuern. Dann haben wir es endlich geschafft und den Menschen die Demokratie madig genug gemacht, dass sie wirklich die Demokratie abschaffen wollen.
Was wäre denn der Gegenentwurf werdet ihr euch fragen. Eigentlich ganz einfach : Politik für das Volk und weniger für kleine Eliten, die gerne Moralapostel spielen. Verringert die kalte Steuerprogression. 1960 brauchte man das 22-fache der durchschnittlichen Bruttogehaltes, um den Spitzensteuersatz zu zahlen, 1970 nur noch das 10-fache. 1980 war man dann schon beim 5-fachen und 2018 das 1,9-fache. Das Lohnsteueraufkommen laut dem Bundesfinanzministerium hat sich seit dem Jahr 2000 von 135,733 Mrd. auf 227,205 Mrd. Euro gesteigert. Das gesamte Aufkommen gemeinschaftlicher Steuern von 333,253 Mrd. auf 674,961 Mrd. € in 2022. Und trotzdem kommen wir mit dem Geld nicht aus. Wie denn auch wenn wir Unsummen für Bürokratie ausgeben und Gesetze, die das Land einfach nur lähmen.
Alleine die 25 Cent Pfand für Milchgetränke werden super. Der Aufwand ist einfach immens und jeder Pfandautomat wird im Sommer zu hygienischen Katastrophe werden, aber Hauptsache wieder Kosten verursacht ohne dass es etwas bringt. Bisher ging sowas in den gelben Sack. Die Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) erklärt dazu :"für eine bessere Abfallvermeidung „brauchen wir weitreichende Rücknahme- und Pfandsysteme für möglichst alle Verpackungen“. Aber die Verpackung wird dadurch ja nicht vermieden. Es geht sogar noch weiter : Die deutsche Umwelthilfe will jetzt auch einen Pfand auf Getränkekartons einführen. Um den Bogen jetzt zu schließen komme ich zum Fazit. Die AfD ist nicht ein Sinnbild eines Rechtsruckes in Deutschland. Nein sie ist zweierlei : Eine Gegenbewegung zu den extreme toxischen linken Bubbles und eine Auffangbecken für frustrierte und ratlose Normalbürger geworden. Kriegt man diese beiden Probleme gelöst, verschwindet die AfD wieder von alleine. Sie zu verbieten ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll, weil dieses vor allem ihren Opfermythos stärkt und vor allem die Akzeptanz der Demokratie vollständig zunichte machen dürfte bei einem Teil ihrer Wähler, die nicht rechtsextrem sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 22.Januar 2024, 16:27:09
@TNDO interessante Darstellung und ja das Problem der Kleinbauern ist mir auch bekannt, wobei es da natürlich auch einen Unterschied macht ob du Land besitzt oder Land pachten musst aber warum ist dann bspw. Robert Habeck das Feindbild, wenn der eigene Verband sich nur für die Großbauern einsetzt ? Sollte man dann nicht eigentlich mal vor der eigenen Haustür kehren und gegen den eigenen Verband ebenfalls protestieren ? Wieso hält man dem Verband dann trotzdem die Stange und nur die Regierung ist das Feindbild ? Das wirkt auf mich ehrlich gesagt ziemlich surreal, das man einem Verband folgt der nicht die eigenen Interessen vertritt nur um das größere Übel zu bekämpfen. Denn schließlich wirkt der Verband ja schließlich bei politischen Entscheidungen zu einem Teil auch mit bzw. betreibt Lobbyismus.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.Januar 2024, 17:41:25
@TNDO: zum Artikel: sie sagt ausdrücklich, dass die These „importierter Antisemitismus“ wissenschaftlich nicht belegt ist und bezieht sich da ausdrücklich auf Aussagen von Wissenschaftler*innen (Sina Arnold zb, steht im Artikel).
Wie soll sie „ihre“ (eben nicht ihre) Aussagen belegen, wenn es keine Belege für „importierten Antisemitismus“ gibt?

Zu deinem verlinkten Screenshot: „Jews cannot be trusted“. Gibt es die gleiche Statistik auch als „Muslims cannot be trusted“ mit der gleichen Methode, Jüdinnen und Juden getrennt von der Gesamtbevölkerung zu befragen?

Und hier sei ausdrücklich gesagt: diese Frage ist völlig wertfrei.
Edit: ah, sehe gerade, das wäre die nächste Grafik gewesen. Wäre dennoch interessant.

Zu den Bauernprotesten und dem Vergleich mit LG: zu pauschal. Stirbt bei dem Unfall jemand, was wäre das dann? Schließlich wurde der Stau willentlich von Traktorfahrenden verursacht.

https://www.merkur.de/bayern/bauernproteste-unfaelle-verzoegerungen-beim-rettungsdienst-und-ermittlungen-gegen-hunderte-traktorfahrer-92771048.html

Dem Part mit den Großbetrieben stimme ich aber vollumfänglich zu.

Edit 2: Ich sehe das Video erst heute, weil ich bei X nicht mehr unterwegs bin und auch sonst kaum mehr Social Media konsumiere, aber Junge, DAS ist ne Demo.

https://x.com/Syamend_osman/status/1749141298542481838?s=20
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Januar 2024, 18:28:06
Ich finde die Gründe in der Bewertung zwischen den beiden Protesten auch nicht so einfach darzulegen.
Klar haben die Landwirte und Bauern Hauptverkehrsstraßen zur Hauptverkehrszeit dicht gemacht. Sonst hätten sie sich ja auf Feldwege parken können... Stau auf Bundesstraßen ging zum Teil zurück bis auf die Autobahnen. Hier in der Stadt waren sie von 7 Uhr durchängig unterwegs bis es dunkel wurde. Die haben den Morgen und den Abendverkehr mitgenommen.

Und das mit der Rettungsgasse passt auch nicht. Die lässt Letzte Generation auch. Aber bringt ja nichts, wenn man vorne schnell reagieren könnte. Ein Krankenwagen materialisiert sich nicht aus dem Nichts direkt vor dem Protest und will da durch. Der steht irgendwo auf der zurückgestauten Strecke und kommt nicht durch. Stau von Landwirten und Stau von festgeklebten Menschen ist qualitativ gleich.

Sagt das mit den Großbetrieben und dem Verband nicht einfach, dass Landwirte keine homogene Masse mit einer einzelnen Interesse haben? Ich hab letzte Woche sogar ein Interview gelesen, indem ein kleiner Bauer meinte, dass er das viel zu übertrieben hält und nicht mit demonstriert. Man stelle sich vor, man nehme den als Maßstab für die ganze Situation...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Januar 2024, 18:52:52
@TNDO: zum Artikel: sie sagt ausdrücklich, dass die These „importierter Antisemitismus“ wissenschaftlich nicht belegt ist und bezieht sich da ausdrücklich auf Aussagen von Wissenschaftler*innen (Sina Arnold zb, steht im Artikel).
Wie soll sie „ihre“ (eben nicht ihre) Aussagen belegen, wenn es keine Belege für „importierten Antisemitismus“ gibt?

Zu deinem verlinkten Screenshot: „Jews cannot be trusted“. Gibt es die gleiche Statistik auch als „Muslims cannot be trusted“ mit der gleichen Methode, Jüdinnen und Juden getrennt von der Gesamtbevölkerung zu befragen?

Und hier sei ausdrücklich gesagt: diese Frage ist völlig wertfrei.
Edit: ah, sehe gerade, das wäre die nächste Grafik gewesen. Wäre dennoch interessant.

Zu den Bauernprotesten und dem Vergleich mit LG: zu pauschal. Stirbt bei dem Unfall jemand, was wäre das dann? Schließlich wurde der Stau willentlich von Traktorfahrenden verursacht.

https://www.merkur.de/bayern/bauernproteste-unfaelle-verzoegerungen-beim-rettungsdienst-und-ermittlungen-gegen-hunderte-traktorfahrer-92771048.html (https://www.merkur.de/bayern/bauernproteste-unfaelle-verzoegerungen-beim-rettungsdienst-und-ermittlungen-gegen-hunderte-traktorfahrer-92771048.html)

Dem Part mit den Großbetrieben stimme ich aber vollumfänglich zu.


Tatsächlich ist in der nächsten Abbildung aufgeschlüsselt wie es mit christlichen und muslimischen Immigranten aussieht in Bezug auf die obengenannte Frage. Dort sieht man halt dass der Anteil der Zustimmung zu diesem Satz bei den muslimischen Immigranten zwischen 3mal so hoch (Deutschland) und 7mal höher (Belgien) ausfällt. Diese Frage wurde in diesem Bericht aber nur zu Juden gestellt, wenngleich zu Semiten ja meist nur antijüdische Einstellungen abgefragt werden. Interessant auch in der Hinsicht, dass die höchsten Quoten für Antisemitismus (wenig überraschend) in Gaza/Westbank mit 93% erreicht werden. Vor allem wenn man bedenkt, dass streng genommen, die Araber und auch Palästinenser eigentlich Semiten sind. Genau genommen widerlegt Sina Arnold sogar ihre These, dass Antisemitismus nicht auch importiert wurde, sagt sie selbst doch auch, dass bei Muslimen die Zahlen für antisemitische Einstellungen signifikant höher sind. Dadurch wird natürlich der Antisemitismus in Deutschland erhöht. Vor allem da viele eingebürgerte Muslime nicht erfasst sind. Das jedoch hat auch viel mit der Herkunft zu tun. So ist Antisemitismus in Ländern des Nahen Ostens oft sehr verbreitet. Kommen diese nach Deutschland werden die ihre kulturelle Prägung von dort nicht mit einem Mal verlieren, sobald sie die Grenze passieren. Kann man natürlich totschweigen, aber damit verschlimmert man das Problem nur noch. Tendenziell muss man also sagen, dass man den Antisemitismus aus diesen Grund viel Aufmerksamkeit schenken muss, es gibt aber auch von linker Seite (ich sage nur Greta Thunberg) Antisemitismus und das darf man auch nicht außer Acht lassen. Die sind genauso zu verurteilen, wie der "muslimische" Antisemitismus. Da darf es keine Unterschiede geben.
Ich kann bei den Bauernprotesten nur von den Protesten in meiner Region berichten. Die von dir aufgeführten Fälle sind alle in Bayern passiert (was ironischerweise mit am meisten von Agrarsubventionen profitiert) und natürlich zu verurteilen genauso wie die LG. Im Kreis Borken dagegen waren die Bauern sehr gesittet bei ihrem Protest.


@ Knoxville : Weil es die einzige Vertretung der Bauern ist, die existiert. Gibt halt keine GDL für Bauern. Wie man vielleicht schon bemerkt hat bin ich im Einzelhandel tätig und da sollte Verdi uns ja vertreten. Bin ich auch sehr unzufrieden mit, wie wir vertreten werden. Da werden Leistungsvorgaben wegen Inflation um 20% gesteigert, das Gehalt steigt nicht, weil bis jetzt noch keine Einigung da ist und die Gewerkschaften auch keine zweistelligen Lohnsteigerungen erkämpfen, während einige Handelsunternehmen Rekordgewinne machen (z.B. einige Discounter). Sollte tatsächlich von den kleinen Bauern eine Konkurrenz entstehen für den Bauernverband so würde ich das sogar begrüßen. Tatsächlich ist das Rekordjahr 2020/2021 gewesen, da hat der durchschnittliche Haupterwerbsbetrieb pro Arbeitskraft 46.100 Euro erwirtschaftet. Davon darf der Bauer dann eventuell mitarbeitende Familienmitglieder bezahlen. Das ist wie gesagt das beste Jahr seit 2012 gewesen. Nebenbei ergeben sich auch noch Unterschiede ob konventionell geführt (49.059 Euro pro Arbeitskraft) und ökologisch geführten Höfen (40.392 Euro pro Arbeitskraft). Besonders letzteres erklärt, warum die Grünen bei Bauern nicht so gut ankommen. Wer ökologisch arbeiten will, der bezahlt mit weniger Einkommen dafür und die Ampel hat noch gar keine Schritte unternommen, dies zu verändern. Zumal ihr bei Bauern auch sehen müsste, dass die auch Sonntags arbeiten. Oft genug sieht man bei uns im Kreis Bauern, die Sonntags ihr Feld bearbeiten. Letzten Sonntag habe ich sogar noch in der Nähe von Bocholt einen Bauern mit seinem Traktor dabei gesehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.Januar 2024, 19:22:32
@TNDO: zum Artikel: sie sagt ausdrücklich, dass die These „importierter Antisemitismus“ wissenschaftlich nicht belegt ist und bezieht sich da ausdrücklich auf Aussagen von Wissenschaftler*innen (Sina Arnold zb, steht im Artikel).
Wie soll sie „ihre“ (eben nicht ihre) Aussagen belegen, wenn es keine Belege für „importierten Antisemitismus“ gibt?

Zu deinem verlinkten Screenshot: „Jews cannot be trusted“. Gibt es die gleiche Statistik auch als „Muslims cannot be trusted“ mit der gleichen Methode, Jüdinnen und Juden getrennt von der Gesamtbevölkerung zu befragen?

Und hier sei ausdrücklich gesagt: diese Frage ist völlig wertfrei.
Edit: ah, sehe gerade, das wäre die nächste Grafik gewesen. Wäre dennoch interessant.

Zu den Bauernprotesten und dem Vergleich mit LG: zu pauschal. Stirbt bei dem Unfall jemand, was wäre das dann? Schließlich wurde der Stau willentlich von Traktorfahrenden verursacht.

https://www.merkur.de/bayern/bauernproteste-unfaelle-verzoegerungen-beim-rettungsdienst-und-ermittlungen-gegen-hunderte-traktorfahrer-92771048.html (https://www.merkur.de/bayern/bauernproteste-unfaelle-verzoegerungen-beim-rettungsdienst-und-ermittlungen-gegen-hunderte-traktorfahrer-92771048.html)

Dem Part mit den Großbetrieben stimme ich aber vollumfänglich zu.


Tatsächlich ist in der nächsten Abbildung aufgeschlüsselt wie es mit christlichen und muslimischen Immigranten aussieht in Bezug auf die obengenannte Frage. Dort sieht man halt dass der Anteil der Zustimmung zu diesem Satz bei den muslimischen Immigranten zwischen 3mal so hoch (Deutschland) und 7mal höher (Belgien) ausfällt. Diese Frage wurde in diesem Bericht aber nur zu Juden gestellt, wenngleich zu Semiten ja meist nur antijüdische Einstellungen abgefragt werden. Interessant auch in der Hinsicht, dass die höchsten Quoten für Antisemitismus (wenig überraschend) in Gaza/Westbank mit 93% erreicht werden. Vor allem wenn man bedenkt, dass streng genommen, die Araber und auch Palästinenser eigentlich Semiten sind. Genau genommen widerlegt Sina Arnold sogar ihre These, dass Antisemitismus nicht auch importiert wurde, sagt sie selbst doch auch, dass bei Muslimen die Zahlen für antisemitische Einstellungen signifikant höher sind. Dadurch wird natürlich der Antisemitismus in Deutschland erhöht. Vor allem da viele eingebürgerte Muslime nicht erfasst sind. Das jedoch hat auch viel mit der Herkunft zu tun. So ist Antisemitismus in Ländern des Nahen Ostens oft sehr verbreitet. Kommen diese nach Deutschland werden die ihre kulturelle Prägung von dort nicht mit einem Mal verlieren, sobald sie die Grenze passieren. Kann man natürlich totschweigen, aber damit verschlimmert man das Problem nur noch. Tendenziell muss man also sagen, dass man den Antisemitismus aus diesen Grund viel Aufmerksamkeit schenken muss, es gibt aber auch von linker Seite (ich sage nur Greta Thunberg) Antisemitismus und das darf man auch nicht außer Acht lassen. Die sind genauso zu verurteilen, wie der "muslimische" Antisemitismus. Da darf es keine Unterschiede geben.
Ich kann bei den Bauernprotesten nur von den Protesten in meiner Region berichten. Die von dir aufgeführten Fälle sind alle in Bayern passiert (was ironischerweise mit am meisten von Agrarsubventionen profitiert) und natürlich zu verurteilen genauso wie die LG. Im Kreis Borken dagegen waren die Bauern sehr gesittet bei ihrem Protest.


@ Knoxville : Weil es die einzige Vertretung der Bauern ist, die existiert. Gibt halt keine GDL für Bauern. Wie man vielleicht schon bemerkt hat bin ich im Einzelhandel tätig und da sollte Verdi uns ja vertreten. Bin ich auch sehr unzufrieden mit, wie wir vertreten werden. Da werden Leistungsvorgaben wegen Inflation um 20% gesteigert, das Gehalt steigt nicht, weil bis jetzt noch keine Einigung da ist und die Gewerkschaften auch keine zweistelligen Lohnsteigerungen erkämpfen, während einige Handelsunternehmen Rekordgewinne machen (z.B. einige Discounter). Sollte tatsächlich von den kleinen Bauern eine Konkurrenz entstehen für den Bauernverband so würde ich das sogar begrüßen. Tatsächlich ist das Rekordjahr 2020/2021 gewesen, da hat der durchschnittliche Haupterwerbsbetrieb pro Arbeitskraft 46.100 Euro erwirtschaftet. Davon darf der Bauer dann eventuell mitarbeitende Familienmitglieder bezahlen. Das ist wie gesagt das beste Jahr seit 2012 gewesen. Nebenbei ergeben sich auch noch Unterschiede ob konventionell geführt (49.059 Euro pro Arbeitskraft) und ökologisch geführten Höfen (40.392 Euro pro Arbeitskraft). Besonders letzteres erklärt, warum die Grünen bei Bauern nicht so gut ankommen. Wer ökologisch arbeiten will, der bezahlt mit weniger Einkommen dafür und die Ampel hat noch gar keine Schritte unternommen, dies zu verändern. Zumal ihr bei Bauern auch sehen müsste, dass die auch Sonntags arbeiten. Oft genug sieht man bei uns im Kreis Bauern, die Sonntags ihr Feld bearbeiten. Letzten Sonntag habe ich sogar noch in der Nähe von Bocholt einen Bauern mit seinem Traktor dabei gesehen.


Wenn wir mal annehmen, dass Antisemitismus importiert wird, dann müsste man auch annehmen, dass mit steigendem „Import“ (ein ziemlich widerlicher Begriff übrigens) auch antisemitische Straftaten importiert werden, sprich, antisemitische Straftaten von Ausländern müssten deutlich zunehmen (die kriegen ja nicht an der Grenze die deutsche Staatsbürgerschaft). Dem ist aber nicht so. Quelle: gleicher Bericht wie dein Screen.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 22.Januar 2024, 20:45:25
Ich kann bei den Bauernprotesten nur von den Protesten in meiner Region berichten. Die von dir aufgeführten Fälle sind alle in Bayern passiert (was ironischerweise mit am meisten von Agrarsubventionen profitiert) und natürlich zu verurteilen genauso wie die LG. Im Kreis Borken dagegen waren die Bauern sehr gesittet bei ihrem Protest.

Von der LG gibt es hingegen keine gesitteten Proteste?
Ich kann jetzt auch nur aus persönlicher Erfahrung von Bayern sprechen, aber hier waren Proteste mitten im Berufsverkehr. Und mit gezieltem Sperren von Verkehrsknoten. Nicht nur, aber auch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Januar 2024, 21:29:41
Ich kann bei den Bauernprotesten nur von den Protesten in meiner Region berichten. Die von dir aufgeführten Fälle sind alle in Bayern passiert (was ironischerweise mit am meisten von Agrarsubventionen profitiert) und natürlich zu verurteilen genauso wie die LG. Im Kreis Borken dagegen waren die Bauern sehr gesittet bei ihrem Protest.

Von der LG gibt es hingegen keine gesitteten Proteste?
Ich kann jetzt auch nur aus persönlicher Erfahrung von Bayern sprechen, aber hier waren Proteste mitten im Berufsverkehr. Und mit gezieltem Sperren von Verkehrsknoten. Nicht nur, aber auch.


In den Medien kriegst du nur die gehypten Sachen mit. Und bei uns im Kreis haben die in Borken einfach mitten am Tag einen Kreisverkehr ohne Rücksicht auf Verluste totalgesperrt. Würden die vor dem Regierungsviertel protestieren oder so wie es die Bauern hier getan haben, wäre ich ihnen sicherlich wesentlich wohlgesonnener. Ist halt das Problem, dass man natürlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, wenn man bestimmte Grenzen übertritt, dies aber ein schlechtes Bild befeuert.


@ JoeHennessy :
Aus diesen Zahlen sehe ich auf jeden Fall einen Anstieg der Straf- und Gewalttaten von links, während es von rechts sinkt. Bei den Straftaten eine Verdopplung, während es von rechts sinkt. Bei den Gewalttaten steigt das sogar, während es von rechts stagniert. Man sieht auch dass das Verhältnis von Gewalt- zu Straftaten bei Ausländern eher Richtung Gewalt geht im Verhältnis. Aber es kann ja niemandes Ziel sein, Antisemitismus von rechts durch anderen zu ersetzen. So schön es ist, dass die Straftaten von rechts zurückgehen, so sehr muss ich doch auch schauen, dass ich von Links und von "Ausländern" nicht noch ein Problemfall aufmache. Die Zahlen enden übrigens 2015, seitdem haben wir bei den Straf- und Gewalttaten insgesamt eine Verdoppelung gesehen, auf 2641 Straftaten und 68 Gewalttaten aufgrund von Antisemitismus. Ich hab leider keine Daten wem man die zuordnet, dazu sagt Statista leider nichts aus. Eventuell hat jemand Zahlen, wie sich das in den letzten Jahren aufgeteilt hat, um daraus die Entwicklung seit 2015 sehen zu können. Das müsste man haben, um daraus Rückschlüsse ziehen zu können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.Januar 2024, 22:01:49
Edit: Ich habe damals aber auch die Begründung für das Scheitern des zweiten Verbotsverfahrens gegen die NPD nicht verstanden, die hätte man da schon verbieten können/müssen, weil ja eher die Verfassungsfeindlichkeit eine Rolle spielen sollte als die Bedeutung, in Bezug zur AfD wäre dann auch die Frage,wann die dann groß genug wäre um Schaden anzurichten. Ich bin aber kein Jurist, werden andere dann vielleicht besser beurteilen können.
https://de.wikipedia.org/wiki/NPD-Verbotsverfahren_(2013%E2%80%932017)
Da gab es neulich im ZDF eine Einschätzung eines Verfassungsrechtlers.
https://www.youtube.com/watch?v=mRfIrtPLanc

und eine Runde auf Phoenix bei der er auch zu Gast war.
https://www.youtube.com/live/Y9buIehuFaM?si=WInUjmyubTEN90uN

ob ich in Peru Radwege baue, die libanesische Armee unterstütze, oder eben hier beispielsweise Rentner, dass sie nicht mehr Flaschen sammeln müssen.
Die Unterstützung für Radwege in Peru scheint es da ja wirklich zu geben, Lanz hatte das in seiner Sendung gegenüber Ricarda Lang angesprochen.
https://youtu.be/dsri55jQCkw?si=anf0l_IArRuRxDkP&t=1908
Es gibt ja auch ein Transparenzportal in dem man sowas nachschauen kann.
https://www.transparenzportal.bund.de/de

Es ist relativ einfach. Bring keinen Whataboutism, dann muss man dir den auxh nicht vorhalten.:D

Du kannst hier aber natürlich auch weiter deine rechten Kampfbegriffe („importierter Antisemitismus“, das ist 1:1 AfD-Sprech, siehe Antrag im Bundestag vom 9. November) postulieren, das macht es aber halt nur noch schlimmer.

Wolltest du nicht, dass man die AfD argumentativ zerlegt? Vielleicht hilft ja ein Blick auf die Studienlage?

https://rp-online.de/politik/deutschland/importierter-antisemitismus-in-deutschland-wissenschaftlich-belegt-ist-das-nicht_aid-101389501
Trotzdem kann man ja nicht abstreiten,dass es da ein Problem gibt das anscheinend Jahrelang vernachlässigt wurde, man muss ja nicht den Begriff zur Beschreibung nutzen und könnte es stattdessen ignorierten Antisemitismus nennen. Importiert passt da wahrscheinlich wirklich nicht genau, weil ein Teil de Täter da aus der linken Ecke kommen.

Der Artikel weist ja auch darauf hin,das die Studie zu Straftaten nicht Aussagekräftig ist weil bisher alle im Rechtsextremen Spektrum verortet wurden, egal wer da was gezeigt, beleidigt oder beschmiert hat. Da könnte man sich eher den Anstieg vom 7.10 bis heute anschauen. Oder so Geschichten das Städte aufgehört haben Israel Flaggen aufzuhängen,weil die immer abgerissen werden.
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.israel-flagge-abgerissen-nach-zehn-stunden-bewahrheiten-sich-palmers-befuerchtungen.43dc8dec-b988-4e95-b207-cb6bfd72ad51.html
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/stadt-heilbronn-hisst-keine-israel-flagge-mehr-100.html
Wahrscheinlich müsste man dann auch dazu zählen wie Juden sich verhalten, also ob die sich noch trauen offen zu zeigen das sie Juden sind oder aus bestimmten Stadtteilen wegziehen, Tempel und Treffpunkte an geheime Orte verlegen usw. Wenn dann irgendwann alle aus bestimmten Gegenden vertrieben wurden wäre die Statistik der Angriffe ja auch bei 0.


Ist genauso falsch. 40 Prozent der Kommunen halten sich durch geflüchtete für überfordert. Das kann man genauso andersrum formulieren und sagen 60 Prozent der Kommunen sind nicht überfordert. Richtig wäre kleine Kommunen sind mit der Aufnahme einer großen Zahl von Geflüchteten überfordert.
Berlin hat ja z.B auch ein Containerdorf gebaut.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/600-neue-platze-in-berlin-fluchtlingsunterkunft-am-ehemaligen-flughafen-tempelhof-erweitert-10692409.html
"Die Kapazitäten des Landes sind fast ausgeschöpft, derzeit liegt die Auslastung der Unterkünfte des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) bei knapp 99 Prozent. Der Senat hat daher vor einigen Wochen beschlossen, die Großunterkünfte in Tempelhof und Tegel auszubauen sowie Hotel- und Hostelplätze anzumieten."
wenn man da schon anfängt Hotels anzumieten ist es schon ein anzeichen für Überforderung,sowas sorgt dann auch gerne mal für Schlagzeilen wie:
https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/gunnar-schupelius-senat-mietet-luxushotel-fuer-asylbewerber-86097184.bild.html

Das die AFD die eigentlichen Probleme besser hinbekommt als der Rest, glaube ich allerdings nicht. Aber die Flüchtlinge...!
Wichtig ist ja erstmal,dass die Probleme erkannt werden und man auch offen darüber reden kann,auch wenn einem das vielleicht nicht immer passt, die dann zu Lösen ist das beste Mittel gegen die AfD.

Keine doppelte Staaatsbürgerschaft mehr, außer für Kinder/Jugendliche und junge Erwachsene. Mit 25 muss eine Entscheidung kommen (ich sage extra 25, mit 18 traue ich den Wenigsten eine Entscheidung dieser Tragweite zu) und die Konsequenzen im positiven und im negativen müssen entsprechend getragen werden. Ich habe in der Vergangenheit viele "Passdeutsche" kennengelernt, die sich auch als Deutsche fühlen und hier ihren Teil beitragen und gerne hier leben wollen. Seit ich in Hamburg bin habe ich aber auch viele kennengelernt, die sich über Deutschland lustig machen, offen zugeben, dass sie den Staat ausnutzen, dass sie sich als Nationalität X fühlen, Deutschland scheiße und ihr Herkunftsland toll ist. Dann sollen sie halt zurück gehen.
Das mit der doppelten Staatsbürgerschaft verstehe ich auch nicht. Wenn man gerne in Deutschland leben möchte und sich das Land als Heimat ausgesucht hat sollte das ja kein Hinderungsgrund sein.
Das wurde aber im ,angeblich,verschärften neuen Einbürgerungsrecht sogar noch gelockert. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundestag-staatsangehoerigkeitsrecht-einbuergerungen-100.html

Mir ist grundsätzlich egal, wo ein Mensch herkommt, wie er aussieht, welche Hautfarbe er hat, mit wem oder was er gerne Sex hat (solange es keine Kinder sind), woran er glaubt (oder auch nicht), wie er selbst sich in seinem Körper wahrnimmt, wie er sich kleidet oder was er gerne isst.  Wichtig ist einfach kein Arschloch zu sein und die persönliche Freiheit jedes anderen zu respektieren.
Sehe ich auch so.Ich denke daran liegt auch mit ein Problem das wir als Gesellschaft haben und das uns auch mit in die Situation gebracht hat,vielen ist es heute nicht mehr möglich anderen genau diese Freiheit zuzugestehen.
Wenn man sich da mal anschaut was in den USA los ist und dann davon ausgeht, das die Entwicklung auch zu uns kommt, könnte das noch richtig lustig werden, da findet man so etwas wie eine politische Mitte ja eigentlich gar nicht mehr und über alles muss gestritten werden.

Das ist das Ding. Die haben da sicher einige rechtsextreme Mitglieder. Genauso wie die Linke linksextreme Mitglieder hat. Die Linke zu wählen ist aber wiederum okay. Ich habe einfach ein Problem damit, die AfD als rechtsextreme Partei und demogratiefeindlich zu titulieren. Populistisch, ja, absolut. Rechtskonservativ und in manchen Belangen einen Tick zu weit rechts. Auch das mit Sicherheit. Die haben da viele Spinner, aber auch einige wirklich intelligente und kompetente Leute. 
Man kann einfach nicht alle über einen Kamm scheren, das wäre zu einfach. Wäre die AfD wirklich in ihrem Innersten rechtsextrem, dann wären die entsprechenden Systeme schon angesprungen und hätten etwas gegen die Partei unternommen.
Die Partei war ja schon immer in sich zerstritten zwischen,im Vergleich, eher gemäßigten und extremen Leuten, das ist aber mit dem Aufschwung in den Umfragen eingeschlafen,es kommt mir so vor als hätte man das jetzt akzeptiert weil der Kurs eben Stimmen bringt. Die haben ja z.B Maximilin Krah im Bundesvorstand und auch als Kandidat für die Europawahl, der steht schon sehr weit rechts.
Gestern war auch Bernd Baumann,Parlamentarische Geschäftsführer der AfD im Bundestag beim Bericht aus Berlin, und rechtfertigt da,dass Leute von der JA bei diesem "Deutschland den Deutschen" Song mitgesungen haben. https://twitter.com/ARD_BaB/status/1749169069901726132
Wenn man solche Leute an Prominente Stellen in der Partei aufstellt muss man sich über eine bestimmte Wahrnehmung nicht wundern.
Ich würde da erwarten,dass es eher noch extremer wird,es haben ja schon einige die Partei verlassen die eher einen gemäßigten Kurs wollten und mit Höcke und co ein Problem hatten, ob es jetzt die Gruppe um Lucke war oder später Petry, Pretzell usw. oder zum Schluß Meuthen.

Mein Eindruck, leider: Wenn die verhandelnden Politiker tatsächliche Konsequenzen für ihr Handeln spüren müssten, gar selbst betroffen wären -- dann hätte es eine Rentenfinanzierungs-Reform schon vor Jahrzehnten gegeben. Ich halte aber schon Adenauer, der das damals entgegen durchaus vorgebrachter Bedenken zum Wahlkampf-Thema-Nummer 1 gemacht hatte, für einen Spekulateur. "Ach was, Kinder kriegen die Leute immer." Weg da, ich will Kanzler. Wie gesagt: Mechanismen, Politik nachhaltiger aufzustellen, bräuchten schon verdammt lange nicht bloß Unternehmen.
Vielleicht könnte man ja einführen,dass Abgeordnete einen Monat oder zwei Wochen im Jahr mal mit einem normalen Bürger tauschen und erleben wie es den Menschen auf der Straße so geht.  :P

Ich bin mittlerweile für Liberal-Soziale Demokraten, kurz LSD. Selbiges tun wir den Leuten auch ins Trinkwasser. Mehr müssen wir nicht tun.
Du könntest ChatGPT ja mal ein Parteiprogramm schreiben lassen.  :D

Ich sehe das Grundproblem mittlerweile in der Parteiendemokratie. Die etablierten Parteien haben überall ihre Finger drin, alleine schon, weil sie schon so lange dabei sind und sich überall an den Futtertrögen selbst bedienen können. Und man kann nahtlos zwischen Industrie, NGO und politischem Amt hin und her wechseln. Das ist für mich Filz. Leider fällt mir auch nichts Besseres ein, mehr direkte Demokratie könnte man machen, zumindest bei den wichtigsten Themen das Volk abstimmen lassen. Wollen die Parteien natürlich auch nicht.

Ein weiteres Problem ist die Unmenge an Gesetzen, EU-Richtlinien, Verordnungen, Erlassen und was es sonst noch so alles gibt. Hier müsste auch dringend mal ein Kahlschlag erfolgen. Auch die Verfassung sollte man ans 21. Jahrhundert anpassen, aber auch das wird nicht passieren, die Mächtigen werden alles tun, um einen Machtverlust zu verhindern.
Ich finde auch das man da die einzelnen Abgeordneten stärken sollte, so etwas wie Fraktionszwang ist vielleicht für Parteien und Führungspersonen ganz praktisch, hilft aber in der Sache nicht immer weiter. Neulich hat z.B die Union im Bundestag einen Antrag auf Taurislieferungen für die Ukraine gestellt, wurde abgelehnt weil der Antrag von der oppsition kam und auch Leute wie Hofreiter und Strack Zimmermann, die eigentlich dafür sind, haben dagegen gestimmt.
Im GG steht ja auch,dass die Leute nicht an Weisungen gebunden sind.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_38.html

Wir bräuchten vielleicht jemanden wie Javier Milei, wenn auch nicht ganz so radikal.  :D
Nebenbei habe ich neulich eine von Ki übersetzte Rede von ihm gesehen die er beim Wirtschaftsforum gehalten hat, schon erstaunlich wie gut das mittlerwile ist,da wurde sogar die Mundbewegung angepasst. https://twitter.com/aphysicist/status/1747868626948907325

Ich finde die Gründe in der Bewertung zwischen den beiden Protesten auch nicht so einfach darzulegen.
Klar haben die Landwirte und Bauern Hauptverkehrsstraßen zur Hauptverkehrszeit dicht gemacht. Sonst hätten sie sich ja auf Feldwege parken können... Stau auf Bundesstraßen ging zum Teil zurück bis auf die Autobahnen. Hier in der Stadt waren sie von 7 Uhr durchängig unterwegs bis es dunkel wurde. Die haben den Morgen und den Abendverkehr mitgenommen.

Und das mit der Rettungsgasse passt auch nicht. Die lässt Letzte Generation auch. Aber bringt ja nichts, wenn man vorne schnell reagieren könnte. Ein Krankenwagen materialisiert sich nicht aus dem Nichts direkt vor dem Protest und will da durch. Der steht irgendwo auf der zurückgestauten Strecke und kommt nicht durch. Stau von Landwirten und Stau von festgeklebten Menschen ist qualitativ gleich.
Die LG hat ja über Monate Blockiert, man wusste nicht wo, konnte sich also nicht darauf einstellen, bei den Landwirten war es jetzt eine Woche mit Ansage. Die LG hat kein richtig umsetzbares Ziel, die Landwirte ein recht einfaches. Landwirte leisten etwas merkbares,auch für die Gesellschaft, die LG fordert nur. Ich persönlich kann mich besser mit einem Landwirt und dem Protest da identifizieren, genauso wie mit streikenden Arbeitern, als mit den Aktivisten die selbst keine Idee haben wie etwas umgesetzt werden soll.
Krankenwagen blockieren sollte nicht passieren und im besten Fall sind die Demos da auch vorher angemeldet.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.Januar 2024, 22:08:45
@TNDO

Ähm. Bitte was siehst du da? :D

Hier nochmal die Zahlen von PMK Links. Extra für dich.

2 6 6 4 7 4 1 5 4 1 6 3 0 7 5

Und die Gewalttaten:

0 1 0 1 1 0 0 2 0 0 1 0 0 1 1

Klarer Anstieg von links. Ist dir das nicht peinlich?

Aktuellere Zahlen direkt vom Bund:
21->22: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/nachrichten/2023/05/pmk2022-straf-gewalttaten.pdf;jsessionid=85B47C65B9C43D9DBF208999434CA632.live872?__blob=publicationFile&v=4

Stand Mai 2023: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2023/05/fallzahlen-pmk-2022.html

Da steht auch ein ziemlich fetter Block bzgl PMK Links.
Und ganz wichtig für dich, falls es dir nicht aufgefallen sein sollte:

„Der weit überwiegende Anteil von knapp 83 Prozent aller antisemitischen Gewalttaten sind dem Phänomenbereich rechts zuzurechnen.“

Wirklich, bei manchen Behauptungen kann ich nur noch den Kopf schütteln.

Und übrigens: nein, es ist niemandes Ziel, den einen Antisemitismus durch einen anderen zu ersetzen. Es kann aber auch niemandes Ziel sein, den einen offensichtlich riesigen Teil der Gesellschaft tot zu reden und den anderen, im Vergleich geringen Teil als das größte Problem der Gesellschaft aufzubauschen.

Sorry, da passt was nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.Januar 2024, 22:29:27
@TNDO

Ähm. Bitte was siehst du da? :D

Hier nochmal die Zahlen von PMK Links. Extra für dich.

2 6 6 4 7 4 1 5 4 1 6 3 0 7 5

Und die Gewalttaten:

0 1 0 1 1 0 0 2 0 0 1 0 0 1 1

Klarer Anstieg von links. Ist dir das nicht peinlich?

Aktuellere Zahlen direkt vom Bund:
21->22: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/nachrichten/2023/05/pmk2022-straf-gewalttaten.pdf;jsessionid=85B47C65B9C43D9DBF208999434CA632.live872?__blob=publicationFile&v=4

Stand Mai 2023: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2023/05/fallzahlen-pmk-2022.html

Da steht auch ein ziemlich fetter Block bzgl PMK Links.
Und ganz wichtig für dich, falls es dir nicht aufgefallen sein sollte:

„Der weit überwiegende Anteil von knapp 83 Prozent aller antisemitischen Gewalttaten sind dem Phänomenbereich rechts zuzurechnen.“
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nancy-faeser-will-antisemitische-straftaten-und-hintergruende-genauer-erfassen-19253607.html
"Bisher galt zwischen dem Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern die Vereinbarung, „fremdenfeindliche sowie antisemitische Straftaten dem Phänomenbereich Rechts zuzuordnen, wenn sich aus den Umständen der Tat und/oder der Einstellung des Täters keine gegenteiligen Anhaltspunkte zur Tätermotivation ergeben“."

Aus deinem Artikel auf den ich auch in meinem Post geantwortet hatte:
"Auch ein Blick in die Statistiken über antisemitische Vorfälle und Straftaten bringt kaum Licht ins Dunkle: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) differenziert nämlich bei der Erfassung antisemitischer Straftaten grundsätzlich nicht nach Migrationshintergrund oder Glaubenszugehörigkeit, sondern nur nach der politischen Einstellung. Für die 3027 erfassten antisemitischen Straftaten im Jahr 2021 geht die Polizei von 84 Prozent rechtsextremen Motiven aus. In vier Prozent der Vorfälle wird „ausländische Ideologie“ als Motiv vermutet („eine aus dem Ausland stammende nicht religiöse Ideologie); und nur zwei Prozent der Straftaten werden dem Phänomenbereich „religiöse Ideologie“ zugeordnet („islamistisch motivierter Terrorismus/Extremismus“)."

Mal in einen Beispiel wie ich das verstehe, 10 Islamisten malen Schilder mit Hakenkreuzen,zeigen den Hitlergruß und stellen sich vor eine Synagoge= 10 Einträge in die PMK Rechts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 22.Januar 2024, 23:00:34
Erfindest du hier gerade hakenkreuzmalende Undercoverislamisten? Sorry, das glaubt dir kein Mensch. Wobei, bei der Masse an AfD-wählenden Quasifaschisten wäre das sogar anzunehmen.

Dir ist bewusst, WIE groß der Unterschied in den Zahlen ist? Selbst wenn da ein paar false positives dabei sind, das ist immer noch ein Vielfaches der anderen.
Was eigentlich auch völlig logisch ist. Es gibt in Deutschland viel mehr Rechte als Flüchtlinge. Man sieht es an den Wahlergebnissen.
Zudem müsste deine Theorie, um statistisch haltbar zu sein, dann auch auf die anderen Spektren Einfluss haben, also erfinde ich jetzt einfach mal als Antifas verkleidete Nazis im Schwarzen Block.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 23.Januar 2024, 00:22:25
@Joe Hennessy : Danke für die aktuellen Zahlen, das hilft bei der Einordnung. Die Zahlen zwischen 2001 und 2015 sind trotz allem gestiegen, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau. Verglichen mit 2015 sind beide Zahlen aber wieder zurückgegangen, was wohl dafür spricht, dass sich die Situation beruhigt hat, was Gewalt- und Straftaten angeht.
Deine Aussage, dass es in Deutschland viel mehr Rechte als Flüchtlinge gibt ist schon kritisch. Mehr als 1,5 mio. Flüchtlinge und du willst behaupten dass es in Deutschland viel mehr Rechte gibt? Zu deiner schwarzen Block Aussage wollte ich auch nur anmerken, dass die Nazis das ja auch schon kopiert haben bei ihren Kundgebungen...


@Viking : Ein Beleg ist das jetzt aber auch nicht. Es gibt keine Aussage, um wieviele Fälle es sich dabei handelt. Wenn von den 2185 antisemitischen Straftaten 200 dem zugeordnet wurden, macht das für die Statistik keinen extremen Unterschied. Also kann man da wohl kaum eine Aussage treffen, da es keinerlei Zahlen dazu gibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 23.Januar 2024, 00:26:16
Erfindest du hier gerade hakenkreuzmalende Undercoverislamisten? Sorry, das glaubt dir kein Mensch. Wobei, bei der Masse an AfD-wählenden Quasifaschisten wäre das sogar anzunehmen.

Dir ist bewusst, WIE groß der Unterschied in den Zahlen ist? Selbst wenn da ein paar false positives dabei sind, das ist immer noch ein Vielfaches der anderen. Zudem müsste deine Theorie, um statistisch haltbar zu sein, dann auch auf die anderen Spektren Einfluss haben, also erfinde ich jetzt einfach mal als Antifas verkleidete Nazis im Schwarzen Block.

Was eigentlich auch völlig logisch ist. Es gibt in Deutschland viel mehr Rechte als Flüchtlinge. Man sieht es an den Wahlergebnissen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Saluto_romano
"Während Saluto romano und Hitlergruß in einigen Ländern verboten sind, verwendet die Hisbollah einen visuell identischen Gruß bis heute, insbesondere bei Vereidigungen" Bestimmt nur Zufall.  :P

War in dem Fall nur ein Beispiel wie da wahrscheinlich zugeordnet werden würde.
Bei Schmierereien ohne bekannten Täter wird oder wurde auch nach Rechts statt unbekannt zugeordnet.
Da es Strafbar ist offen Hakenkreuze oder den Hitlergruß zu zeigen wird man wahrscheinlich in Deutschland weniger Menschen finden die das offen machen, wenn man aber mal in andere Länder schaut ist beides schon ab und an bei anti Israel Demos zu finden.

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/hass-in-zahlen/
https://www.welt.de/politik/deutschland/article193060111/Statistik-in-Berlin-Polizei-ordnet-antisemitische-Taten-Rechtsextremen-zu-ohne-Belege.html
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/hakenkreuze-und-palaestinensische-schriftzuege-auf-spielplatz/
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/schmierereien-ulm-100.html
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2023/10/berlin-antisemitismus-schmierereien-berliner-mauer-neukoelln.html
https://www.welt.de/politik/ausland/article247911630/Pro-palaestinensische-Demos-Gas-the-Jews-Rufe-in-Sydney-Hakenkreuz-in-New-York.html

Ich will da auch gar nicht den Antisemitismus von Rechten relativieren,ich denke nur das die Statistik nicht viel Wert ist wenn es so schwammig zugeordnet wird.
Allgemein wird die Dunkelziffer für alle Kategorien noch sehr viel höher sein.
+Ich zitiere mich mal selbst von dem Post oben:
Da könnte man sich eher den Anstieg vom 7.10 bis heute anschauen. Oder so Geschichten das Städte aufgehört haben Israel Flaggen aufzuhängen,weil die immer abgerissen werden.
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.israel-flagge-abgerissen-nach-zehn-stunden-bewahrheiten-sich-palmers-befuerchtungen.43dc8dec-b988-4e95-b207-cb6bfd72ad51.html
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/stadt-heilbronn-hisst-keine-israel-flagge-mehr-100.html
Wahrscheinlich müsste man dann auch dazu zählen wie Juden sich verhalten, also ob die sich noch trauen offen zu zeigen das sie Juden sind oder aus bestimmten Stadtteilen wegziehen, Tempel und Treffpunkte an geheime Orte verlegen usw. Wenn dann irgendwann alle aus bestimmten Gegenden vertrieben wurden wäre die Statistik der Angriffe ja auch bei 0.

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/schuster-antisemitismus-108.html
"Der Zentralratspräsident warnte, dass Antisemitismus unter Migranten mit arabischen und türkischen Wurzeln sowie im linken Spektrum zunehme. "Man darf den Einfluss der israelfeindlichen Auftritte von Präsident Erdogan und seines Lobes für die Hamas nicht zu klein einschätzen", sagte Schuster im Interview mit der "Zeit".

Auch seien seit den Hamas-Attacken vom 7. Oktober antisemitische Äußerungen und Aktionen verstärkt aus "linken, leider auch akademischen Kreisen" zu beobachten, erklärte Schuster. "Die Bedrohung aus dem rechtsextremen Lager ist nicht verschwunden. Nur haben die anderen gerade die lautere Stimme." "

@Viking : Ein Beleg ist das jetzt aber auch nicht. Es gibt keine Aussage, um wieviele Fälle es sich dabei handelt. Wenn von den 2185 antisemitischen Straftaten 200 dem zugeordnet wurden, macht das für die Statistik keinen extremen Unterschied. Also kann man da wohl kaum eine Aussage treffen, da es keinerlei Zahlen dazu gibt.
Ich finde es ist ein Beleg dafür,dass man die Statistik eher nicht als Beleg nehmen sollte.  :P Wenn die Erfassung jetzt neu angepasst wird sollte man ja in der anderen Kategorie entsprechend höhere Zahlen haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.Januar 2024, 07:38:59
Also zunächst einmal finde ich die Unterscheidung zwischen Rechts und Rechtsextrem wichtig. Hier wird das in der Diskussion ja teilweise munter durcheinandergeworfen. Ich bin nicht gegen Rechts - übrigens auch ein Problem, das ich mit dem Wording der Demos habe: Ich bin nichts gegen Rechts auf die Straße gegangen, sondern gegen Rechtsextremismus. "Rechts sein" ist jetzt erstmal per se nichts Schlimmes, solange man sich im demokratischen Spektrum und auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt. Ich kann damit wenig anfangen, würde aber nie auf die Idee kommen, jemandem demokratisch legitime Forderungen abzusprechen, nur weil mir seine politischen Ansichten nicht passen. Und natürlich sind die Grenzen zum Extremismus fließend und sie werden meiner Meinung nach durch zunehmenden Populismus aus dem rechten Spektrum aufgeweicht (Merz' Zahnersatz-Spruch oder der immer wiederkehrende Spruch vom "Asyltourismus" fallen mir da spontan als Beispiele ein).

Was die AfD anbelangt: Die ist rechtsextrem. Da geht es dann auch nicht darum, dass man bestimmte Leute an prominenten Stellen aufstellt und sich dann "über eine bestimmte Wahrnehmung nicht wundern" braucht (Zitat Viking). Ich wiederhole hier aber nicht nochmal alles, was ich dazu bereits geschrieben hatte, sondern verweise an der Stelle einfach auf meinen ausführlicheren Post zum Rechtsextremismus der AfD (https://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,17951.msg1062375.html#msg1062375). Wer die AfD verharmlost, verharmlost meiner Meinung nach Rechtsextremismus. Man muss beide Augen schon ganz fest zusammenkneifen, um das nicht zu sehen.



Ich finde es aber interessant, dass hier der Großteil der Leute, unabhängig von der eigenen Zuordnung im politischen Spektrum, der Meinung ist, dass ein AfD-Verbot der falsche Weg ist oder das zumindest kritisch sehen. Ich habe hier jetzt ganz oft gelesen, man müsse einfach nur mal die Probleme anerkennen und Politik für die Masse der Bevölkerung machen. Ist natürlich sehr pauschal so, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir trotz unterschiedlicher Ansichten in vielen Dingen einige gemeinsame Nenner finden würden, was das bedeutet. Um dann festzustellen, dass das politisch seit Jahren/Jahrzehnten nicht umgesetzt wird, unabhängig davon, wer die Regierung stellt. Und das wiederum ist doch das eigentliche Problem: So gut wie niemand ist zufrieden mit dem, was politisch seit Langem passiert. Egal, wen man wählt, besser wird es scheinbar auch nicht. Vielleicht hilft echt nur noch eine neue Partei, die inhaltlich stark aufgestellt ist und auch wirkliche Lösungen anbietet und das Ganze möglichst ideologiefrei. Ja, ich weiß, unrealistisch, aber träumen wird ja wohl noch erlaubt sein. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 23.Januar 2024, 08:28:52
@Joe Hennessy : Danke für die aktuellen Zahlen, das hilft bei der Einordnung. Die Zahlen zwischen 2001 und 2015 sind trotz allem gestiegen, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau. Verglichen mit 2015 sind beide Zahlen aber wieder zurückgegangen, was wohl dafür spricht, dass sich die Situation beruhigt hat, was Gewalt- und Straftaten angeht.
Deine Aussage, dass es in Deutschland viel mehr Rechte als Flüchtlinge gibt ist schon kritisch. Mehr als 1,5 mio. Flüchtlinge und du willst behaupten dass es in Deutschland viel mehr Rechte gibt? Zu deiner schwarzen Block Aussage wollte ich auch nur anmerken, dass die Nazis das ja auch schon kopiert haben bei ihren Kundgebungen...


@Viking : Ein Beleg ist das jetzt aber auch nicht. Es gibt keine Aussage, um wieviele Fälle es sich dabei handelt. Wenn von den 2185 antisemitischen Straftaten 200 dem zugeordnet wurden, macht das für die Statistik keinen extremen Unterschied. Also kann man da wohl kaum eine Aussage treffen, da es keinerlei Zahlen dazu gibt.

Ja, will ich. Weißt du, wieviele Millionen AfD-Wähler es in Deutschland gibt?

Und ja, ich bin klar gegen Rechts, so klar, wie die Kante sein kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Januar 2024, 09:25:19
Die AfD ist nicht ein Sinnbild eines Rechtsruckes in Deutschland. Nein sie ist zweierlei : Eine Gegenbewegung zu den extreme toxischen linken Bubbles und eine Auffangbecken für frustrierte und ratlose Normalbürger geworden. Kriegt man diese beiden Probleme gelöst, verschwindet die AfD wieder von alleine.
Ja, dem ist so. Nur: keiner wird diese Probleme lösen. Aus drei Gründen: 1. will man ja so eine Politik machen, die den Bürger immer mehr einschränkt und sein Leben immer mehr reguliert (analog Unternehmen), 2. gibt es keine demokratische Partei, die eine vernünftige Problemlösungsstrategie im Angebot hat, auch die Union redet nur, sie ist Teil des Problems, mit Merkel fing der Niedergang an, und 3. hat man mittlerweile so viele Gesetze inkl. Drum und Dran erlassen, dass jeglicher Handlungsspielraum genommen ist, Deutschland erstarrt immer mehr. Von der AfD erwarte ich in der Hinsicht rein gar nichts, im Gegenteil, mit denen wird es noch schneller bergab gehen, dito Wagenknechtpartei. Bei der Werteunion muss man abwarten, was die zu bieten hat und ob sie im demokratischen Rahmen bleibt.

Und das was uns als "progressiv" verkauft wird, ist in Wahrheit nur eine noch festere Zementierung dieses Zustandes, alles, was noch nicht 100%ig geregelt war wird geregelt. Und was man selber nicht kann, bestellt man in Brüssel, woran sich dann in D sklavisch gehalten wird, andere Länder sind da deutlich laxer. Deutschland - und damit die EU - wird einen sehr harten Aufprall hinlegen, wie tief der Fall wird und was danach kommt, steht aber noch in den Sternen. Ich persönlich sehe jedenfalls sehr schwarz für unsere Demokratie, das Schlimme ist, dass sehr viele Probleme hausgemacht sind und man die Probleme, die von außen kommen, noch verschlimmert anstatt abfedert.

Und wer meint, man würde keinen Antisemitismus importieren, wenn man massenhaft Muslime und besonders Araber bedingungslos einwandern lässt, der lebt in seiner ganz eigenen Welt. Sorry, das ist dermaßen weltfremd, da fällt mir nichts besseres zu ein. Selbst meine bestens integrierten türkischstämmigen und türkischen Freunde sind extrem gegen Juden eingestellt, wir vermeiden dieses Thema peinlichst.

Der Unterschied zwischen Bauernprotest und LG-Nötigung besteht übrigens darin, dass die Bauern ihre Demos und Sternfahrten anmelden, die LG nicht. Deswegen ist das der Bauern eine demokratisch legitimierte Demonstration und das der LG eine Straftat. Bei den Bauernprotesten können die Rettungsdienste die Staus einplanen und umfahren, Verstöße der Bauern gegen Genehmigungen und Auflagen werden polizeilich verfolgt, was auch gut und richtig ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.Januar 2024, 09:42:42
Ja, will ich. Weißt du, wieviele Millionen AfD-Wähler es in Deutschland gibt?

Und ja, ich bin klar gegen Rechts, so klar, wie die Kante sein kann.

Interessant bzgl. der Wählerschaft ist ja nicht (nur) die Anzahl, sondern wie sich diese zusammensetzt. Hierzu habe ich relativ aktuell ein Interview mit einem Politikwissenschaftler gefunden: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html (https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html). Außerdem gibt es eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung: https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm (https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm). Beides ist interessant in Bezug auf die Diskussion rund um "Politik für die Masse der Bevölkerung". Ebenso interessant, dass zwischen Stamm- und Neuwählern offenbar kein Unterschied in Sachen Ablehnung von Migration besteht (bzw. Beschränkung von Zuwanderung). Verbunden mit der Aussage des Politikwissenschaftlers, dass den Wählern der Rechtsextremismus der AfD egal sei, kann man zwar im Umkehrschluss nicht sagen, dass alle AfD-Wähler rechts sind, aber eben auch, dass sie mindestens (!) gewillt sind, Rechtsextremismus zu dulden. Und das wiederum finde ich erschreckend. Andererseits: Wenn man die Relativierungen hier teilweise liest, die ganz offenbar von gebildeten und politisch interessierten Menschen kommen, verwundert es wiederum nicht.

Zu "gegen Rechts": Was heißt das für dich konkret Joe? Um meine Aussage zu konkretisieren: Ich bin als jemand, der sich als linksliberal bezeichnen würde, gegen Rechts. Ganz einfach weil ich nicht möchte, dass unser Land von Leuten wie Friedrich Merz regiert wird, deren destruktive Haltung ich für einen politischen Irrweg halte. Aber ich würde so jemanden niemals aus dem politischen Diskurs ausgrenzen und ihm seine Berechtigung absprechen wollen. Und schon gar nicht gehe ich dagegen auf die Straße. Gegen Rechtsextremismus und ja, auch gegen Rechtspopulismus den man in konservativen Kreisen zu häufig findet, gehe ich auf die Straße.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Januar 2024, 09:57:00
Und das wiederum finde ich erschreckend.
Ja, das ist für unsere Demokratie erschreckend, es bedeutet aber, dass man die aktuellen Probleme als schwerwiegender ansieht, als die Probleme, die durch rechtsextreme Politik verursacht werden könnten.
Bis dahin ist es aber auch noch ein weiter Weg, ich vermute, dass die Union bei der nächsten Bundestagswahl noch einmal die Chance zum Regieren bekommt. Sollte diese Chance aber auch mit Politik gegen die Bürger und gegen Deutschland vermasselt werden, dann droht uns ein "blaues (sic!) Wunder".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Januar 2024, 10:24:26
Apropos Antisemitismus, der gesamte Artikel, geschrieben von einer Jüdin, ist lesenswert: https://www.focus.de/politik/deutschland/gastkommentar-von-anna-staroselski-der-kampf-gegen-rechts-sollte-hand-in-hand-mit-dem-kampf-gegen-antisemitismus-gehen_id_259597173.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.Januar 2024, 10:56:26
Apropos Antisemitismus, der gesamte Artikel, geschrieben von einer Jüdin, ist lesenswert: https://www.focus.de/politik/deutschland/gastkommentar-von-anna-staroselski-der-kampf-gegen-rechts-sollte-hand-in-hand-mit-dem-kampf-gegen-antisemitismus-gehen_id_259597173.html

Sehr guter Beitrag, danke für den Link. Von der (versuchten) Kaperung der Proteste durch antisemitische Gruppierungen habe ich jetzt zum ersten Mal mitbekommen. Das ist in der Tat erschreckend - auch das es nicht gelungen ist, diese Leute auszuschließen. Dass sehr linke bis linksextreme Gruppierungen diese Proteste auch für sich nutzen (oder teilweise mitorganisieren) finde ich auch problematisch (ebenso, dass man auf der Bühne dann Leute von "Kriegstreiberei" westlicher Regierungen schwadronieren hört). Ich will sowas aus der bürgerlichen Mitte organisiert sehen und nicht dann mitbekommen, dass katholische Kirche und CDU gar nicht erst gefragt wurden (so in Karlsruhe geschehen). Sowas ärgert mich maßlos und ist einfach unnötig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Januar 2024, 11:15:35
Ich will sowas aus der bürgerlichen Mitte organisiert sehen und nicht dann mitbekommen, dass katholische Kirche und CDU gar nicht erst gefragt wurden (so in Karlsruhe geschehen). Sowas ärgert mich maßlos und ist einfach unnötig.
Ja, es wäre schön, wenn es ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen die AfD gäbe, aber dann muss man auch alle relevanten Gruppen ins Boot holen. Aber anscheinend kann man nicht über seinen ideologischen Schatten springen, ein weiterer Beweis, wie gespalten die Gesellschaft schon ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.Januar 2024, 12:16:15
Ich will sowas aus der bürgerlichen Mitte organisiert sehen und nicht dann mitbekommen, dass katholische Kirche und CDU gar nicht erst gefragt wurden (so in Karlsruhe geschehen). Sowas ärgert mich maßlos und ist einfach unnötig.
Ja, es wäre schön, wenn es ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen die AfD gäbe, aber dann muss man auch alle relevanten Gruppen ins Boot holen. Aber anscheinend kann man nicht über seinen ideologischen Schatten springen, ein weiterer Beweis, wie gespalten die Gesellschaft schon ist.

Tatsächlich wird in Baden-Württemberg gerade an einem überparteilichen Bündnis gearbeitet, wie ich gerade erfahren habe: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/spd-gruendet-buendnis-gegen-rechts-100.html (https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/spd-gruendet-buendnis-gegen-rechts-100.html)
Jetzt müssten die beteiligten Parteien "nur noch" aufhören, durch ihre Politik und ihr öffentliches Gebaren dafür zu sorgen, dass sich die Leute abwenden, damit das Ganze auch wirklich nachhaltig funktioniert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 23.Januar 2024, 12:23:08
Ja, will ich. Weißt du, wieviele Millionen AfD-Wähler es in Deutschland gibt?

Und ja, ich bin klar gegen Rechts, so klar, wie die Kante sein kann.

Interessant bzgl. der Wählerschaft ist ja nicht (nur) die Anzahl, sondern wie sich diese zusammensetzt. Hierzu habe ich relativ aktuell ein Interview mit einem Politikwissenschaftler gefunden: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html (https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html). Außerdem gibt es eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung: https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm (https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm). Beides ist interessant in Bezug auf die Diskussion rund um "Politik für die Masse der Bevölkerung". Ebenso interessant, dass zwischen Stamm- und Neuwählern offenbar kein Unterschied in Sachen Ablehnung von Migration besteht (bzw. Beschränkung von Zuwanderung). Verbunden mit der Aussage des Politikwissenschaftlers, dass den Wählern der Rechtsextremismus der AfD egal sei, kann man zwar im Umkehrschluss nicht sagen, dass alle AfD-Wähler rechts sind, aber eben auch, dass sie mindestens (!) gewillt sind, Rechtsextremismus zu dulden. Und das wiederum finde ich erschreckend. Andererseits: Wenn man die Relativierungen hier teilweise liest, die ganz offenbar von gebildeten und politisch interessierten Menschen kommen, verwundert es wiederum nicht.

Zu "gegen Rechts": Was heißt das für dich konkret Joe? Um meine Aussage zu konkretisieren: Ich bin als jemand, der sich als linksliberal bezeichnen würde, gegen Rechts. Ganz einfach weil ich nicht möchte, dass unser Land von Leuten wie Friedrich Merz regiert wird, deren destruktive Haltung ich für einen politischen Irrweg halte. Aber ich würde so jemanden niemals aus dem politischen Diskurs ausgrenzen und ihm seine Berechtigung absprechen wollen. Und schon gar nicht gehe ich dagegen auf die Straße. Gegen Rechtsextremismus und ja, auch gegen Rechtspopulismus den man in konservativen Kreisen zu häufig findet, gehe ich auf die Straße.

Gegen Rechts heißt, dass jemand von mir, sobald er seine rechte Gesinnung nach außen trägt, Gegenrede bekommt. Dazu gehört auch, zu demonstrieren. Diese Demos richten sich demnach sehr wohl (bei vielen die so denken wie ich) gegen Rechts, und nicht nur gegen Rechtsextremismus.
Da ist dann zb auch die Werteunion mitgemeint.
Damit nehme ich meine grundrechtlich zugesicherten demokratischen Rechte wahr.

Und ich bin mir auch nicht sicher, inwiefern es sinnvoll ist, hier rechte Narrative zu übernehmen („Ausgrenzung“, „Berechtigung absprechen“).
Wenn mann Gegenrede kassiert oder sogar Ziel einer friedlichen Demonstration ist, wird man nicht automatisch ausgegrenzt.
Warum eigentlich der Verweis auf Merz? Ist das ein Rechter deiner Meinung nach?
Wenn ja, haben wir da schon unterschiedliche Ansichten, was konservativ, rechts und rechtsextrem ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 23.Januar 2024, 13:11:14
Ja, will ich. Weißt du, wieviele Millionen AfD-Wähler es in Deutschland gibt?

Und ja, ich bin klar gegen Rechts, so klar, wie die Kante sein kann.

Interessant bzgl. der Wählerschaft ist ja nicht (nur) die Anzahl, sondern wie sich diese zusammensetzt. Hierzu habe ich relativ aktuell ein Interview mit einem Politikwissenschaftler gefunden: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html (https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html). Außerdem gibt es eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung: https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm (https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm). Beides ist interessant in Bezug auf die Diskussion rund um "Politik für die Masse der Bevölkerung". Ebenso interessant, dass zwischen Stamm- und Neuwählern offenbar kein Unterschied in Sachen Ablehnung von Migration besteht (bzw. Beschränkung von Zuwanderung). Verbunden mit der Aussage des Politikwissenschaftlers, dass den Wählern der Rechtsextremismus der AfD egal sei, kann man zwar im Umkehrschluss nicht sagen, dass alle AfD-Wähler rechts sind, aber eben auch, dass sie mindestens (!) gewillt sind, Rechtsextremismus zu dulden. Und das wiederum finde ich erschreckend. Andererseits: Wenn man die Relativierungen hier teilweise liest, die ganz offenbar von gebildeten und politisch interessierten Menschen kommen, verwundert es wiederum nicht.

Zu "gegen Rechts": Was heißt das für dich konkret Joe? Um meine Aussage zu konkretisieren: Ich bin als jemand, der sich als linksliberal bezeichnen würde, gegen Rechts. Ganz einfach weil ich nicht möchte, dass unser Land von Leuten wie Friedrich Merz regiert wird, deren destruktive Haltung ich für einen politischen Irrweg halte. Aber ich würde so jemanden niemals aus dem politischen Diskurs ausgrenzen und ihm seine Berechtigung absprechen wollen. Und schon gar nicht gehe ich dagegen auf die Straße. Gegen Rechtsextremismus und ja, auch gegen Rechtspopulismus den man in konservativen Kreisen zu häufig findet, gehe ich auf die Straße.

Gegen Rechts heißt, dass jemand von mir, sobald er seine rechte Gesinnung nach außen trägt, Gegenrede bekommt. Dazu gehört auch, zu demonstrieren. Diese Demos richten sich demnach sehr wohl (bei vielen die so denken wie ich) gegen Rechts, und nicht nur gegen Rechtsextremismus.
Da ist dann zb auch die Werteunion mitgemeint.
Damit nehme ich meine grundrechtlich zugesicherten demokratischen Rechte wahr.

Und ich bin mir auch nicht sicher, inwiefern es sinnvoll ist, hier rechte Narrative zu übernehmen („Ausgrenzung“, „Berechtigung absprechen“).
Wenn mann Gegenrede kassiert oder sogar Ziel einer friedlichen Demonstration ist, wird man nicht automatisch ausgegrenzt.
Warum eigentlich der Verweis auf Merz? Ist das ein Rechter deiner Meinung nach?
Wenn ja, haben wir da schon unterschiedliche Ansichten, was konservativ, rechts und rechtsextrem ist.

Deswegen ja meine Frage, wie du das meinst. Weil ich nämlich glaube, dass wir die Dinge unterschiedlich benennen, aber zumindest teilweise das Gleiche meinen. Friedrich Merz steht für mich politisch rechts der Mitte, ergo ist er für mich ein Rechter, ja. Aber er ist kein Extremist (wohl aber ein Populist), sondern ein Demokrat. Im übrigen hat für mich die Zuordnung konservativ und progressiv nicht zwingend etwas mit rechts und links zu tun (klar, es gibt große Schnittmengen). Es gibt beispielsweise stockkonservative Sozialdemokraten (z. B. der Seeheimer Kreis oder wie die heißen), trotzdem würde ich die SPD grundsätzlich eher links verorten. Und genau das zeigt das Problem auf, das ich mit dem Wording habe: Hier (damit meine ich nicht nur hier im Forum, sondern allgemein im politischen Diskurs) werden Begriffe munter durcheinandergeworfen und zusammengerührt. Das führt zu einer Unschärfe in der Diskussion und zu (unnötigen) Missverständnissen. Daher frage ich nochmal explizit: Was heißt "rechts" für dich? Der Begriff ist so schwammig, dahinter kann sich alles Mögliche verbergen.

Dass du bei mir die Übernahme rechter Narrative siehst, finde ich ziemlich albern. Ich habe doch ganz klar gemacht, dass ich es wichtig finde, alle, die sich innerhalb des demokratischen Spektrums bewegen, bei sowas mit ins Boot geholt werden sollten. Und natürlich werden mit den Demos die AfD und alle, die ihr Gedankengut teilen, ausgegrenzt und ihnen die Berechtigung abgesprochen. Und das zurecht: Das sind Demokratiefeinde und Rechtsextremisten und solange sie das bleiben, haben sie in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und einer liberalen Gesellschaft nichts verloren. Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren. Was aber nicht geht, ist, dass z. B. die CDU bei sowas gar nicht erst eingeladen wird, mitzumachen (da erfolgt dann auch eine Form der Ausgrenzung).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Januar 2024, 15:42:53
Dass du bei mir die Übernahme rechter Narrative siehst, finde ich ziemlich albern.
Sowas zeigt immer wieder gut auf, wie weit links draußen auch manche Leute schon stehen. Konservative und "Rechte" aka Rechtsextreme in einen Topf zu werfen und so den "Kampf gegen rechts" zu führen ist auch einfach nur spalterisch. Aber das haben Linke schon clever eingefädelt, gegen "rechts" zu kämpfen, denn damit ist einfach alles rechts der Mitte gemeint und inkludiert die Union, die Freien Wähler, die noch zu gründende Werteunion, auch die FDP wurde schon so einsortiert.
Das hier schlägt in die gleiche Kerbe: https://www.t-online.de/region/muenchen/id_100326210/muenchen-scharfe-csu-kritik-an-organisatorin-der-demo-gegen-rechts.html
Am Ende dieses "Kampfes" soll dann die sozialistische Diktatur mit Einheitspartei und Einheitsmeinung stehe, in der alle Andersdenkenden mundtot gemacht wurden und "Reiche" im Arbeitslager schuften, wie es der Linkenparteichef Riexinger so gutgelaunt verkündete. Das ist kein Deut besser als die AfD.

Edit, gerade gesehen: https://www.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/doch-ihnen-droht-nichts-neonazis-marschieren-bei-anti-nazi-demo-auf-86869684.bild.html

Ohne Worte. Was ist nur in Deutschland los :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 23.Januar 2024, 17:15:55
Das ist jetzt komisch, Rossi, sehe ich Merz doch gar nicht als Rechten an (Daim jedoch schon). Gegen ihn kann also gar nicht demonstriert werden. Oder hast du ein Plakat gesehen, auf dem die CDU das Ziel ist? Im Gegenteil. Viele Unionspolitiker haben sich sehr wohlwollend gegenüber den Demonstrierenden geäußert. Klar, es gibt gewisse CDU-Chapter, die distanzieren sich davon (Lahr zb). Aber generell herrscht Einigkeit.
Bei Merz persönlich ist es nun so, dass er genau das ist, was Daim sagte: er ist ein Demokrat, aber einer der populistischen Sorte. Ein Angler sozusagen. Er übernimmt rechten Sprech, um Wähler*innen einzufangen, um seiner Partei zu Stimmen zu verhelfen. Er wird durch sein Amt quasi dazu gezwungen.
Wenn wir mal die Grenzen nach Daim abstecken, also, Merz ist ein Rechter, die AfD rechtsextrem, was ist dann die WerteUnion? Die wird von Merz entschieden abgelehnt. Die „Mitte (tm)“ ist kein Strich, die Mitte ist ein recht breites Spektrum.
Rechts der Mitte zu sein bedeutet, auf dem Weg in ein autoritäres System zu sein, sprich, diesen Wunsch nicht explizit zu äußern, aber diesen Schluss durch Andeutungen und Taten (wie zb Treffen mit erwiesen rechtsextremen Personen und Gruppierungen) nahezulegen.
Das tut Merz nicht. Und solange er das nicht tut, gehört er für mich zur Mitte und ist auch nicht Ziel der Demonstrationen. Das sieht ja auch die CDU selbst so: sie fühlt sich nicht als Ziel der Demonstrierenden.
Frage hierzu: wer hat denn die CDU nicht eingeladen? Wo wurde denn die CDU ausgegrenzt?


Ah, und zu dem CSU-Tweet: ah, natürlich, mir ist die Demo gegen Rechts so wichtig, dass ich meine Teilnahme direkt nach dem ersten blöden Tweet absage.
Ist auch ein Statement.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.Januar 2024, 15:06:18
Dass du bei mir die Übernahme rechter Narrative siehst, finde ich ziemlich albern.
Sowas zeigt immer wieder gut auf, wie weit links draußen auch manche Leute schon stehen. Konservative und "Rechte" aka Rechtsextreme in einen Topf zu werfen und so den "Kampf gegen rechts" zu führen ist auch einfach nur spalterisch. Aber das haben Linke schon clever eingefädelt, gegen "rechts" zu kämpfen, denn damit ist einfach alles rechts der Mitte gemeint und inkludiert die Union, die Freien Wähler, die noch zu gründende Werteunion, auch die FDP wurde schon so einsortiert.
[...]
Am Ende dieses "Kampfes" soll dann die sozialistische Diktatur mit Einheitspartei und Einheitsmeinung stehe, in der alle Andersdenkenden mundtot gemacht wurden und "Reiche" im Arbeitslager schuften, wie es der Linkenparteichef Riexinger so gutgelaunt verkündete. Das ist kein Deut besser als die AfD.
"Manche Leute" vielleicht schon, aber Idioten, Populisten und Demagogen gibt es überall quer durchs politische Spektrum. Insofern würde ich mich dem auch nicht anschließen. Es gibt sicher Linke, die das so sehen, Joe aber ja ganz offensichtlich nicht.

@Joe: Na dann reden wir doch größtenteils über das Gleiche, nur mit unterschiedlichen Begriffen. Jetzt könnten wir natürlich haarspalterisch diskutieren, welches Vokabular wohl passender ist, aber ich glaube, das ist nicht wirklich sinnvoll. Zu der Frage noch:
Frage hierzu: wer hat denn die CDU nicht eingeladen? Wo wurde denn die CDU ausgegrenzt?
Wie bereits geschrieben: Hier in Karlsruhe wurde die CDU nicht eingeladen, die Organisatoren waren größtenteils im linken politischen Spektrum unterwegs (Mitte-Links ;)). Angeblich hat man "vergessen" die CDU einzuladen. Ich halte das für einigermaßen unwahrscheinlich. Und klar: Wenn man einen relevanten politischen Akteur nicht einlädt, dann ist das eine Form der Ausgrenzung. Selbst wenn niemand der CDU verboten hat, teilzunehmen.

Offenbar hat man ja aber zumindest auf Landesebene einen anderen Weg gewählt. Da finde ich das Wording "Bündnis FÜR Demokratie und Menschenrechte" auch deutlich besser. Es ist ohnehin immer besser für etwas einzustehen, als gegen etwas zu sein. Und es ist einfacher, Leute von etwas zu überzeugen für das man ist, als gegen etwas zu sein und Leute zu überzeugen, dass sie falsch liegen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 24.Januar 2024, 17:16:55
Stimme zu, ich würde aber nicht von ein, zwei Einzelfällen auf das Ganze schließen. Dann könnte man nämlich auch eben die CDU in Lahr nennen und nur wegen derem Boykott schlussfolgern, dass die CDU die Demontrationen ablehnt. Faktisch falsch.

Zum ersten Teil bzgl Rossis Aussage. Ich bin kein Linker. Ich bin Grüner und gegen Rechts. Das wars auch schon.

Ganz krass allerdings finde ich, dass er ein Problem damit hat, die WerteUnion in die rechte Ecke zu stellen. Die haben einen lupenreinen Antisemiten als Vordenker, der sich gern Wahlkampfunterstützung von noch lupenreineren Neonazis holt. Da hörts dann auf bei mir. Sorry.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.Januar 2024, 08:08:27
Stimme zu, ich würde aber nicht von ein, zwei Einzelfällen auf das Ganze schließen. Dann könnte man nämlich auch eben die CDU in Lahr nennen und nur wegen derem Boykott schlussfolgern, dass die CDU die Demontrationen ablehnt. Faktisch falsch.

Absolut. Man sollte nie von Einzelfällen auf das Ganze schließen. Ist meist ein Trugschluss. War aber von mir auch nicht so gemeint. :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 25.Januar 2024, 08:39:18
Stimme zu, ich würde aber nicht von ein, zwei Einzelfällen auf das Ganze schließen. Dann könnte man nämlich auch eben die CDU in Lahr nennen und nur wegen derem Boykott schlussfolgern, dass die CDU die Demontrationen ablehnt. Faktisch falsch.

Absolut. Man sollte nie von Einzelfällen auf das Ganze schließen. Ist meist ein Trugschluss. War aber von mir auch nicht so gemeint. :)

Dann hatte ich das tatsächlich falsch interpretiert, ich wusste nämlich von dem „Vorfall“ in KA nichts und dachte daher, du beziehst das auf die Gesamtheit der Demos. Sorry.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Januar 2024, 11:07:41
Übrigens zum Zeitpunkt der Demonstrationen und wie sie ausgelöst wurden hier etwas interessantes. Correctiv hat in den Top5 seiner finanziellen Unterstützer : Luminate, , Bundeskasse, Schöpflin Stiftung, Landeshauptkasse NRW und Mercator Stiftung. Hinter Luminate stehen wohl die Gründer von eBay und Paypal. Sehe ich nicht als kritisch an. Mercator ist die Familie Schmidt-Ruthenbeck (Metro). Schöpflin ist auch privat aus dem Raum Baden-Würtemmberg. Aber die Bundeskasse und Landeshauptkasse NRW sehe ich durchaus als kritisch an. Vor allem, da das Timing gut durchdacht war. Alle sind im Moment abgelehnt, die Medien stürzen sich drauf und keiner stellt mehr kritische Fragen zur Ampel und was sie gerade vorhaben.
Die Bundesregierung berät im Moment nämlich über 50 neue Gaskraftwerke (Kostenpunkt bis zu 60 Mrd. €) als Ersatz für die Kohle. Jetzt wo sich alle mit der AfD beschäftigen kann man das schnell durchdrücken (das macht jede Bundesregierung gerne, man denke nur an das Sommermärchen und was da durchgedrückt wurde). Und der CO2-Preis wurde erhöht, aber das Klimageld als Ausgleich kommt erst 2025... Geht aber komplett unter, weil gerade wieder eine neue Krisensau durchs Dorf getrieben wird.
Wollt ihr die AfD bekämpfen, dann erzählt doch mal den Landwirten, wie die AfD am 15.12.2023 im Haushaltsausschuss gestimmt hat zum Thema Steuerbefreiung für Landwirtschaftsmaschinen... War übrigens einstimmig, liebe cDU. Das wäre mal effektiv gegen die AfD und nicht irgendwelche Kampagnen in allen Medien. Die Menschen dürften mitbekommen haben auf welcher Seite des politischen Spektrums die AfD steht (am rechten Rand, teilweise drüber hinaus). Damit kriegt ihr die nicht.
Die Bauern erhalten durch diese Steuerbefreiuung übrigens 500 mio. € im Jahr. Der Ausbau des Kanzleramtes wird 777 mio. € für 400 Büros kosten... Man sieht wo die Prioritäten liegen. Ich baue 400 Büros mit wesentlich weniger Geld, wenn es sein muss. Aber bei sich spart man ja nicht gerne...
Und zu den Demos. Da marschieren auch Antisemiten mit, das ist jetzt aber kein Problem und da wird auch wenig von berichtet. Zum Beispiel die Bewegung "Palästina Antikolonial". Die waren auf der Demo so übergriffig, dass das Jugendbündnis gegen Antisemitismus keine Rede halten konnte. Wo ist da der Aufschrei? Ich bin mir sicher, dass auf den Demos ganz viele Leute nur "Gratismut" beweisen und es einfach nur Lifestyle und Moralpunkte sammeln ist. So kann man sagen ich war dagegen, aber es passt zur Heuchelei in der Gesellschaft, wenn einfach nur vieles Lippenbekenntnisse sind.


Und wenn wir gerade noch beim Correctiv sind. Laut denen ist die Volksbank Pirna ja russlandnah und unterstützt Extremisten wie Pegida, KenFM (Ken Jebsen), die MLPD (Linksradikal) als Spendensammelstelle. Bündnis Sarah-Wagenknecht ist auch da. Das ist natürlich Kontaktschuld. Wie kann man nur bei dieser Volksbank sein. Und jetzt Joe Hennessy musst du tapfer sein. Correctiv hat nicht sauber gearbeitet bzw. etwas übersehen : Bündnis90/Die Grünen hat doch auch ein Konto. Man sollte direkt mal ein Parteiverbotsverfahren anstrengen (Vorsicht Ironie). Und jetzt wiederholen wir bitte nochmal das Mantra :"Correctiv aber immer korrekt und ist politisch neutral und unvoreingenommen..." Wenn du das mit den Grünen nicht glaubst, kann ich dir das Impressum senden, wo die Bankverbindung steht... Mal schauen ob Markus Lanz jetzt auch die Grünen so angreift.
Achso beim Abendessen von Sarah Wagenknecht und Gernot Mörig (rechtsextremer Zahnarzt auf dem Treffen) war übrigens auch Volker Pispers. Hat dieser etwa Sarah Wagenknecht in seine rechte Ecke gezogen oder war es beiden nicht bekannt (beide sehen sich selbst als Links). Oder glaubt hier ernsthaft jemand, dass Volker Pispers rechts ist?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Januar 2024, 13:15:01
Über 500 Organisationen in Deutschland rufen zu Demonstrationen gegeb rechts auf und alles ist nur ein abgekarteres Spiel der Regierung, um von Entscheidungen im Bundestag abzulenken? Sind die alle gar nicht gegen rechts?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Januar 2024, 13:31:06
Über 500 Organisationen in Deutschland rufen zu Demonstrationen gegeb rechts auf und alles ist nur ein abgekarteres Spiel der Regierung, um von Entscheidungen im Bundestag abzulenken? Sind die alle gar nicht gegen rechts?
Das habe ich nicht gesagt. Aber der Zeitpunkt an dem Correctiv damit rauskam passte sehr gut, weil auf einmal jeder abgelenkt wird. Vieles über die Ausrichtung der AfD war doch vorher auch verfügbar. Oder hat Höcke die letzten Jahre geschwiegen? 2015 hat doch Andreas Kemper schon dargelegt, dass hinter Landolf Ladig genau jener Björn Höcke steht. Also wieso jetzt und nicht vor 2 Jahren oder 6 Monaten, als die Zustimmung für die AfD in die Höhe gegangen ist? Warum gerade jetzt?
Für mich ist es bei vielen nur Trend um sich selbst in das richtige Licht zu stellen und in 6 Monaten ist alles wieder beim alten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Januar 2024, 13:32:34
Ganz krass allerdings finde ich, dass er ein Problem damit hat, die WerteUnion in die rechte Ecke zu stellen.
Dir scheint es wichtig zu sein, alles in die "rechte Ecke" zu stellen, was dir nicht in den Kram passt, willst aber selber nicht in die linke Ecke gestellt werden. Wo sich die Werteunion einsortiert, wird man abwarten müssen, auch ob der durchgeknallte Krall da in Zukunft irgendwas zu sagen haben wird. Es kann gut sein, dass die den AfD-Weg gehen und sich immer weiter nach rechtsaußen entwickeln, es kann aber auch sein, dass das nicht passiert und die tatsächlich eine wählbare Alternative für demokratische Konservative werden.

Ergänzung: Moritz Eichhorn hat mMn. einen schlauen Satz geschrieben "Wer die Grenzen zwischen rechts und rechtsextrem absichtlich verwischt, wird die Rechten nicht loswerden, sondern sie in Wähler von Rechtsextremen verwandeln."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Januar 2024, 13:33:29
Warum gerade jetzt?
Weil diese kranke "Potsdamkonferenz" gerade jetzt stattfand.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.Januar 2024, 13:59:55
Ganz interessant finde ich diesen Beitrag:
https://www.zdf.de/nachrichten-sendungen/zdf-morgenmagazin/afd-baumann-100.html

Bewerten möchte ich das jetzt nicht, soll sich jeder selbst ein Bild machen. Herr Baumann wirkt zwar nicht übermäßig souverän, Framing lässt sich aber ebensowenig leugnen wie einfach schlechter Journalismus, der in diesem Fall auch ganz und gar nicht neutral ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Januar 2024, 14:13:43
Naja, ich habe es mir mal angetan, ich finde den AfDler schon sehr aggressiv angesichts das Fragen von Hayali, der fühlte sich doch arg provoziert, "Lügenpresse" und Opferrolle durften auch nicht fehlen.
Angeblich gibt es ja Anzeigen wegen Hochverrat wegen dieses Treffens, warten wir doch mal ab, was dabei rauskommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.Januar 2024, 14:15:41
Warum gerade jetzt?
Weil diese kranke "Potsdamkonferenz" gerade jetzt stattfand.
Erstens das und zweitens: Correctiv hat nach eigenen Angaben (https://correctiv.org/ueber-uns/finanzen/) im Jahr 2023 rund 4.430.000 Euro an Zuwendungen bekommen. Davon stammen ca. 1,9 Mio Euro von privaten Spenderinnen und Spendern. Also ca. 43%. Von der Bundeskasse kommen 430.000 Euro, also knapp 10 %. Die Landeshauptkasse NRW steuerte 145.000 Euro bei, etwas mehr als 3 Prozent. Ich sage nicht, dass Correctiv immer alles richtig macht und über jeden Zweifel erhaben ist. Aber bei rund 13 % der gesamten Mittel und angesichts des zeitlichen Zusammenhangs zwischen dem Potsdamer Deportationstreffen und der Veröffentlichung, halte ich den Zusammenhang, den du hier aufmachst, TNDO, für ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

Was nicht heißt, dass die Bundesregierung die Ablenkung nicht nutzen könnte, um die ein oder andere Entscheidung durchzudrücken. Aber dann, weil es eine gute Gelegenheit darstellt, nicht weil sie das forciert haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Januar 2024, 15:14:43
Warum gerade jetzt?
Weil diese kranke "Potsdamkonferenz" gerade jetzt stattfand.
Erstens das und zweitens: Correctiv hat nach eigenen Angaben (https://correctiv.org/ueber-uns/finanzen/) im Jahr 2023 rund 4.430.000 Euro an Zuwendungen bekommen. Davon stammen ca. 1,9 Mio Euro von privaten Spenderinnen und Spendern. Also ca. 43%. Von der Bundeskasse kommen 430.000 Euro, also knapp 10 %. Die Landeshauptkasse NRW steuerte 145.000 Euro bei, etwas mehr als 3 Prozent. Ich sage nicht, dass Correctiv immer alles richtig macht und über jeden Zweifel erhaben ist. Aber bei rund 13 % der gesamten Mittel und angesichts des zeitlichen Zusammenhangs zwischen dem Potsdamer Deportationstreffen und der Veröffentlichung, halte ich den Zusammenhang, den du hier aufmachst, TNDO, für ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

Was nicht heißt, dass die Bundesregierung die Ablenkung nicht nutzen könnte, um die ein oder andere Entscheidung durchzudrücken. Aber dann, weil es eine gute Gelegenheit darstellt, nicht weil sie das forciert haben.
Ich habe ja gesagt, dass das auch frühere Regierungen genutzt haben, aber sie schreiben selbst, dass sie keine staatliche Förderung annehmen. Gibt genug Kritik an Correctiv, was Recherchen angeht, auch z.B. von der TAZ. Generell scheint die Medienlandschaft heutzutage mehr Gesinnungsjournalismus zu machen als früher bzw. es fällt mir wohl mehr auf. Grundsätzlich hätte ich das Treffen mal genutzt, um die AfD-Riege mal zu fragen, wie die sich Remigration vorstellen. Ich überlege mal gerade, wenn wir Leute mit Migrationshintergrund weg wären... Wird lustig, da gehen Gastronomie und Einzelhandel kaputt, die LKWs fahren nicht mehr, die Bänder der Autoindustrie stehen still. Aber immerhin haben wir dann noch genug Leute in den Büros und der Verwaltung, sowie lustige Aktivisten und Influencer.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Januar 2024, 19:46:46
Glaube nicht, dass einer der Journalisten im Raum war. Und wenn, die AFD wurde danach gefragt, was Remigration sein soll. Die Antworten sind bekannt. War alles nicht so gemeint.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 25.Januar 2024, 20:06:14
Die FAZ schreibt seit dem Correctivbericht gibt es 8000 neue Mitgliedanträger bei der AfD.
Gefühlt ist alles was passiert Wahlwerbung für die AfD. Die könnten den Drachenlord zum Chef ernennen und irgendwie würden die Werte weiter steigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 25.Januar 2024, 20:13:06
Ganz krass allerdings finde ich, dass er ein Problem damit hat, die WerteUnion in die rechte Ecke zu stellen.
Dir scheint es wichtig zu sein, alles in die "rechte Ecke" zu stellen, was dir nicht in den Kram passt, willst aber selber nicht in die linke Ecke gestellt werden. Wo sich die Werteunion einsortiert, wird man abwarten müssen, auch ob der durchgeknallte Krall da in Zukunft irgendwas zu sagen haben wird. Es kann gut sein, dass die den AfD-Weg gehen und sich immer weiter nach rechtsaußen entwickeln, es kann aber auch sein, dass das nicht passiert und die tatsächlich eine wählbare Alternative für demokratische Konservative werden.

Ergänzung: Moritz Eichhorn hat mMn. einen schlauen Satz geschrieben "Wer die Grenzen zwischen rechts und rechtsextrem absichtlich verwischt, wird die Rechten nicht loswerden, sondern sie in Wähler von Rechtsextremen verwandeln."

Ich hab gar kein Problem damit, in die linke Ecke gestellt zu werden, im Gegenteil. Ich möchte nur klar machen, das ich kein Linkswähler bin und mit Personen wie Riexinger nichts am Hut habe. Auch wenn du das immer noch nicht zu schnallen scheinst.

Und ja, mir ist es tatsächlich wichtig, die WerteUnion in die rechte Ecke zu stellen, und ja, weil die mir überhaupt nicht in den Kram passen. Dir?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 25.Januar 2024, 22:30:16
Die FAZ schreibt seit dem Correctivbericht gibt es 8000 neue Mitgliedanträger bei der AfD.
Gefühlt ist alles was passiert Wahlwerbung für die AfD. Die könnten den Drachenlord zum Chef ernennen und irgendwie würden die Werte weiter steigen.

Ich denke, dass mittlerweile viele Menschen aus der Mitte der Ampel ihr Schauspiel nicht mehr abnehmen und die elementaren Probleme doch als näher empfinden,
als das Empörungsgeschrei hinsichtlich der AFD.
Seit beinahe einem Jahrzehnt versucht man so die AFD zu bekämpfen, mit dem bekannten Erfolg.
Dass man zudem dem Bernd die Grundrechte entziehen möchte und dafür bereits über 1,5 Mio Menschen unterschrieben haben,
sagt dann wohl auch einiges über das aktuelle Demokratieverständnis im Land aus.

Aber wie schnell man dabei ist, Menschen ihrer Rechte zu berauben, konnte man ja während Corona gut erkennen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Januar 2024, 23:18:56
Ganz krass allerdings finde ich, dass er ein Problem damit hat, die WerteUnion in die rechte Ecke zu stellen.
Dir scheint es wichtig zu sein, alles in die "rechte Ecke" zu stellen, was dir nicht in den Kram passt, willst aber selber nicht in die linke Ecke gestellt werden. Wo sich die Werteunion einsortiert, wird man abwarten müssen, auch ob der durchgeknallte Krall da in Zukunft irgendwas zu sagen haben wird. Es kann gut sein, dass die den AfD-Weg gehen und sich immer weiter nach rechtsaußen entwickeln, es kann aber auch sein, dass das nicht passiert und die tatsächlich eine wählbare Alternative für demokratische Konservative werden.

Ergänzung: Moritz Eichhorn hat mMn. einen schlauen Satz geschrieben "Wer die Grenzen zwischen rechts und rechtsextrem absichtlich verwischt, wird die Rechten nicht loswerden, sondern sie in Wähler von Rechtsextremen verwandeln."

Ich hab gar kein Problem damit, in die linke Ecke gestellt zu werden, im Gegenteil. Ich möchte nur klar machen, das ich kein Linkswähler bin und mit Personen wie Riexinger nichts am Hut habe. Auch wenn du das immer noch nicht zu schnallen scheinst.

Und ja, mir ist es tatsächlich wichtig, die WerteUnion in die rechte Ecke zu stellen, und ja, weil die mir überhaupt nicht in den Kram passen. Dir?
Werteunion ist auch für mich rechts, zumindest das was ich bisher gesehen habe und welche Personen ich von denen kenne (Maaßen zum Beispiel). Ich weiß halt nicht was du gegen die Linke bzw. Linkspartei hast. Auch sie vertreten Meinungen von Wählern in Deutschland. Du kannst inhaltlich anderer Meinung sein, aber ich denke nicht, dass die Linke verfassungsfeindlich ist in ihrer Gesamtheit.
Und zu 8000 neuen Mitgliedsanträgen bei der AfD : Wie ich schon ausgeführt habe ist dieses Geschrei eher unfreiwillige Werbung und zieht die Gegner der Ampel magisch an. Aber unsere Politik verhält sich wie Fliegen. Stoßen gegen eine Glasscheibe, nehmen Anlauf und fliegen wieder dagegen, weil sie glauben, diesmal wird es schon klappen.
Man sollte mit allen politischen Akteuren kämpfen. Ich teile zum Beispiel nicht viele Positionen mit Thilo Jung, aber der hat sich früher mit jeder Gruppe unterhalten und unangenehme fragen gestellt. So kann man die AfD auch entzaubern und nicht mit diesem Schauspiel und beleidigter Empörung. Generell müssen sich die "Eliten" der Gesellschaft langsam fragen, ob sie alle in der Gesellschaft mitnehmen wollen oder nicht. Auch hier empfehle ich mal Thilo Jung bei Zapp, wo er den Gniffke und die Raab mit seinen Fragen ziemlich gut in die Enge getrieben hat. Ihre Reaktion sagt alles über den Zustand unseres Systems aus, wo Parteien den Ton angeben und jeder nur nach dem nächsten gutbezahlten Posten schielt für sich. Probleme werden dabei totgeschwiegen und ständig abgelenkt. Aber so bringt man eine Gesellschaft nicht voran.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 26.Januar 2024, 00:51:46
Da könnte man sich eher den Anstieg vom 7.10 bis heute anschauen.
https://www.deutschlandfunk.de/zahl-judenfeindlicher-straftaten-in-deutschland-vervierfacht-100.html
"Die Zahl judenfeindlicher Straftaten in Deutschland hat seit Beginn des Gaza-Kriegs stark zugenommen. Seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober habe das Bundeskriminalamt 2.249 antisemitische Straftaten erfasst, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Klein, in Berlin."

https://twitter.com/ARD_BaB/status/1750477240788230539
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/juedisches-leben-deutschland-102.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/antisemitismus-straftaten-102.html

Apropos Antisemitismus, der gesamte Artikel, geschrieben von einer Jüdin, ist lesenswert: https://www.focus.de/politik/deutschland/gastkommentar-von-anna-staroselski-der-kampf-gegen-rechts-sollte-hand-in-hand-mit-dem-kampf-gegen-antisemitismus-gehen_id_259597173.html
"Wo waren die Menschenmassen mit ihren selbstgebastelten Schildern nach dem Massaker am 7. Oktober?"
Das habe ich mich auch gefragt als ich damals die, im Vergleich, kleine Anzahl von Demonstranten gesehen habe.

Ganz krass allerdings finde ich, dass er ein Problem damit hat, die WerteUnion in die rechte Ecke zu stellen. Die haben einen lupenreinen Antisemiten als Vordenker, der sich gern Wahlkampfunterstützung von noch lupenreineren Neonazis holt. Da hörts dann auf bei mir. Sorry.

Wie würdest du Maaßen beim Thema Antisemitismus im Vergleich zu Greta Thunberg sehen? Schlimmer?

Maaßen kommt mir auch so vor als ob er schon sehr von sich überzeugt ist, vieleicht sieht er da mehr als realistisch möglich ist. Ich glaube auch eher nicht,dass er ähnlich stark Wähler ziehen kann wie z.B eine Waagenknecht, einfach weil die Konkurrenz in der möglichen Wählergruppe schon sehr hoch ist.


Das habe ich nicht gesagt. Aber der Zeitpunkt an dem Correctiv damit rauskam passte sehr gut, weil auf einmal jeder abgelenkt wird. Vieles über die Ausrichtung der AfD war doch vorher auch verfügbar. Oder hat Höcke die letzten Jahre geschwiegen? 2015 hat doch Andreas Kemper schon dargelegt, dass hinter Landolf Ladig genau jener Björn Höcke steht. Also wieso jetzt und nicht vor 2 Jahren oder 6 Monaten, als die Zustimmung für die AfD in die Höhe gegangen ist? Warum gerade jetzt?
Für mich ist es bei vielen nur Trend um sich selbst in das richtige Licht zu stellen und in 6 Monaten ist alles wieder beim alten.

Ich denke schon das der Artikel von der Regierung dankbar aufgenommen wurde um abzulenken,man war ja auch selbst auf den Demos,hat sich solidarisiert,hat den Eindruck des Artikels weiter gestärkt und die AfD mal in die defensive gedrängt.
Correctiv hat ja auch vorghabt der AfD mit dem Artikel zu schaden, sonst baut man das nicht so auf und fokussiert sich auf die Partei und den Sellner Vortrag.Eine Verbindung mit einem Plan der Regierung muss man da aber nicht ziehen finde ich.es war ja auch vorher nicht klar wie groß die Demos und die Sache dann werden würde.

Die FAZ schreibt seit dem Correctivbericht gibt es 8000 neue Mitgliedanträger bei der AfD.
Gefühlt ist alles was passiert Wahlwerbung für die AfD. Die könnten den Drachenlord zum Chef ernennen und irgendwie würden die Werte weiter steigen.
Liegt auch mit an der Reaktion einiger Leute, wenn z.B Steinmeier sagt,dass "Die Demokraten aufgestanden sind" werden sich schon ein paar Menschen fragen ob sie denn nicht als Demokraten gesehen werden wenn sie vielleicht etwas anderer Meinung sind.
Falls jetzt nach dem Artikel und den Demos rauskommt, dass gar kein Verbotsverfahren gestartet werden kann,weil die Sachlage das einfach nicht hergibt,wie es ja aussieht, kann die AfD erfolgreich verbreiten,dass man aus der Regierung der AfD als Opposition Steine in den Weg legen will weil es sonst keine guten Argumente gegen sie gibt.
Schlüssel um der AfD Stimmen abzunehmen wird weiter gute Politik bleiben, selbst falls es doch noch zu einem Verbot kommen sollte verschwinden die unzufriedenen Leute und Wähler ja nicht einfach.
Bei Höcke und den Wahlen im September würde das ja sowieso zu spät kommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 26.Januar 2024, 07:40:43
@TNDO: gegen die Linkspartei habe ich persönlich ihre Putinschleimerei. Was Rossi gegen sie hat, musst du ihn selbst fragen.

@Viking: keine Ahnung wo du jetzt den Whatabout-Thunberg herziehst, aber um es kurz zu machen: keine Ahnung. Ich würde zu Massen tendieren. Der müsste es aufgrund seiner eigenen Vita besser wissen. Aber generell rechtfertigen Thunbergs Aussagen nicht Maassens Antisemitismus. Was soll also die Frage bezwecken?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Januar 2024, 08:11:05
Dir?
Ich bin Demokrat und weiß daher, dass andere Menschen andere Parteien wählen wollen als ich das tue, deswegen habe ich mit anderen demokratischen Parteien kein Problem, auch wenn ich linke Parteien wie die SPD oder Grüne niemals wählen würde und die Union oder FW nur mit Bauchschmerzen. Ob die Werteunion eine demokratische Partei wird, warte ich ab und urteile dann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Januar 2024, 08:34:54
Interessant, was an Bannern bei Demos gegen "Rechts" rumgetragen wird: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Polizeigewerkschaft-wirft-Gruenen-Politikerin-Kollenrott-Hetze-vor,kollenrott112.html Bei einer anderen Demo hieß es "Afdler töten", natürlich nicht als Aufruf zu verstehen. Für so etwas habe ich Null Verständnis, das ist kein bisschen besser als das, was die Faschos auskotzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 26.Januar 2024, 10:31:35
Die Antifa (als Organisation, damit meine ich nicht Antifaschisten allgemein, dazu zähle ich mich selbst und jeder sollte das irgendwie sein) merkt halt nicht, dass vieles was sie macht auch faschistoide Züge hat. So im Sinne von "Meins oder Keins."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 26.Januar 2024, 15:11:42
Interessant, was an Bannern bei Demos gegen "Rechts" rumgetragen wird: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Polizeigewerkschaft-wirft-Gruenen-Politikerin-Kollenrott-Hetze-vor,kollenrott112.html Bei einer anderen Demo hieß es "Afdler töten", natürlich nicht als Aufruf zu verstehen. Für so etwas habe ich Null Verständnis, das ist kein bisschen besser als das, was die Faschos auskotzen.

Wolltest du dir nicht Die Partei anschauen, wenn Sonneborn noch dabei wäre (ist er doch noch)? Das Wortspiel stammt nämlich von denen.

https://x.com/MartinSonneborn/status/1235174894893256706?s=20
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Januar 2024, 15:28:47
"Nazis töten" ist eine Tatsachenfeststellung, millionenfach bewiesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Januar 2024, 15:42:01
"Nazis töten" ist eine Tatsachenfeststellung, millionenfach bewiesen.

Das wäre jetzt aber nur die Bewertung der Aussage. Wie sieht es mit dem Aufruf aus, der damals ja auch ganz sicher nicht gemeint war?  :P

Wegen dieser Interpretationsfreiheit ist dieses Plakat eigentlich immer doof. Egal was das erste Wort ist.

Bei den Bannern bin ich bei dir. Manche sollten da wirklich gründlich nachdenken, bevor sie den Pinsel in die Hand nehmen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 26.Januar 2024, 16:12:20
"Nazis töten" ist eine Tatsachenfeststellung, millionenfach bewiesen.

Das wäre jetzt aber nur die Bewertung der Aussage. Wie sieht es mit dem Aufruf aus, der damals ja auch ganz sicher nicht gemeint war?  :P

Wegen dieser Interpretationsfreiheit ist dieses Plakat eigentlich immer doof. Egal was das erste Wort ist.

Bei den Bannern bin ich bei dir. Manche sollten da wirklich gründlich nachdenken, bevor sie den Pinsel in die Hand nehmen...

Siehe Sonneborn-Tweet.

Beim vorliegenden Fall wird das ähnlich ausgehen. Der Begriff „AfDler“ ist nicht definiert. Es ist unklar, ob damit AfD-Politiker, AfD-Mitglieder oder AfD-Anhänger gemeint sind. Dass AfD-Anhänger in der Vergangenheit getötet haben, ist ebenso eine Tatsachenbehauptung, deshalb nicht strafbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 26.Januar 2024, 16:19:29
Das ist halt eine einfache Sache. Mit der Formulierung xy tötet wirst du in fast allen Fällen juristisch immer auf der sicheren Seite sein. Ich bin mir sicher jeder Erwachsene hat schon irgendwas getötet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Januar 2024, 16:24:15
Sonst heißt es aber doch immer, man soll nicht verallgemeinern...

Egal, Hauptsache man kann noch mehr provozieren und noch mehr spalten, das ist genau das, was wir brauchen. Aber sich dann über Trump oder solche Spalter in Deutschland aufregen. Naja, es ist sowieso sinnlos, diese Leute werden sowieso nie verstehen, dass sie kein bisschen besser sind, als das, was sie bekämpfen wollen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Januar 2024, 16:26:11
Das wäre jetzt aber nur die Bewertung der Aussage.
Historisch gesehen ist die Aussage korrekt.

Zitat
Wie sieht es mit dem Aufruf aus, der damals ja auch ganz sicher nicht gemeint war?
Man wird nicht mehr viele Nazis finden, zu deren Ermordung man aufrufen könnte, aber auch das wäre dann strafbar, wenn das Gericht es als Aufruf sieht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 26.Januar 2024, 17:11:14
@Viking: keine Ahnung wo du jetzt den Whatabout-Thunberg herziehst, aber um es kurz zu machen: keine Ahnung. Ich würde zu Massen tendieren. Der müsste es aufgrund seiner eigenen Vita besser wissen. Aber generell rechtfertigen Thunbergs Aussagen nicht Maassens Antisemitismus. Was soll also die Frage bezwecken?
Ich konnte mich bei Maaßen nicht erinnern was der gemacht oder gesagt hatte was als antisemitisch gedeutet werden kann, hatte dann bei Wikipedia reingeschaut.Er hat da bestimmte Sachen, auf Twitter verlinkt/geteilt, und auch mal von einer "kleinen Elite und "globalistischen Kräften" gesprochen und wird darum von einigen in die Richtung gesehent,aber wohl nicht direkt als Antisemit und bestreitet selbst einer zu sein. Könnte mir da vorstellen, dass die vorsichtig sind weil er die sonst verklagen würde.
Auf Wikipedia ist auch eine Passage über Luisa Neubauer dabei, die das Thema in einer Talkshow angesprochen hat und ihm inderekt vorgeworfen hat Antisemit zu sein, später ist sie dann zurückgerudert und wollte das nicht ganz so verstanden wissen. Ging da wohl auch eher darum Armin Laschet zu schaden als direkt um Maaßen.
Ich hatte vorher etwas über Greta gesehen die wohl vorgestern? in Deutschland war und da an einer Demo teilgenommen hat. Bei der sind die Vorwürfe ja ähnlich wenn auch mMn sehr viel eindeutiger.
Neubauer hat sich da zwar von ihr distanziert später aber den Umgang der Medien mit ihr kritisiert und so relativiert.
Habe mich da einfach gefragt wie du die beiden im Vergleich siehst weil du bestimmt auch vorher eine positivere Meinung Meinung über Greta oder Neubauer hattest als ich.

Du hast schon recht das Maaßen da bestimmte Dinge kennen muss und Formulierungen lassen sollte, wahrscheinlich ähnlich wie Höcke mit seinem SA Zitat. Ich würde Greta aber schon anders und gefährlicher einschätzen weil die ja wahrscheinlich immer noch viel Einfluss auf Kinder und Jugendliche oder allgemein auf Menschen hat/haben kann die ihr als ehemaliger? Klima Ikone einfach eine Menge Sachen glauben werden. Könnte mir gut vorstellen,dass sie nach einiger Zeit auch wieder ganz normal an der Seite von Neubauer auf irgendwelchen Klimaveranstaltungen in Deutschland auftritt ohne das sich viele groß daran stören.

https://www.rnd.de/politik/hans-georg-maassen-antisemitismusforscher-gibt-luisa-neubauer-recht-JD7QAKY7RNFO7OPDKI2FLJ6DU4.html
https://youtu.be/aMiRG-lKU5Q?si=-G2r0WvyBe7SEsQ7&t=1858
https://www.rnd.de/politik/luisa-neubauer-dass-herr-maassen-selbst-ein-antisemit-ist-habe-ich-nicht-gesagt-DQJM5VWS3RCLDDG6G6KC24MPOE.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kritik-thunberg-102.html
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/antisemitismusbeauftragter-greta-thunbergs-aussagen-juden-und-israelfeindlich
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kritik-thunberg-100.html
https://www.stern.de/gesellschaft/luisa-neubauer--klimaaktivistin-geht-auf-distanz-zu-greta-thunberg-33958420.html
https://www.welt.de/politik/deutschland/article248711194/Luisa-Neubauer-kritisiert-medialen-Umgang-mit-Greta-Thunberg.html


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 27.Januar 2024, 10:34:07
Jetzt schenken über 50 Unternehmen der Ampel und der Union ordentlich ein, damit die sich mal zusammenreißen. Finde ich bemerkenswert: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmensappell-politik-transformation-100.html (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmensappell-politik-transformation-100.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 27.Januar 2024, 11:10:29
Wenn die Wirtschaft den konservativen Finanzminister röstet.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmensappell-politik-transformation-100.html

Oh, Daim war schneller. 😀
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 27.Januar 2024, 14:13:23
Ja natürlich ist ja auch blöd wenn es keine Subventionen gibt und man den Umbau zur Klimaneutralität auf Kosten der eigenen Rendite bezahlen darf.  ::) Sehe da wirklich nicht mehr als Eigennutz. Frei nach dem Motto wir haben keinen Anreiz zu investieren solange der Staat nicht das portemonnaie aufmacht und uns Milliardenversprechen gibt. Aber im eigenen Marketing mit Klimaneutralität und ähnlichen Slogan werben und sich selbst als klimafreundlich geben.  ::) Aber halt nicht aus der eigenen Tasche.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 27.Januar 2024, 15:58:54
Also irgendwie kann ich mich erinnern, dass es hier mal hieß, die Politik müsse Anreize schaffen, statt zu diktieren.
Nichts anderes wird hier gefordert. Das tut die Regierung in Person von Lindner aber nicht, weil ihr durch die vermaledeite Schuldenbremse das Geld dazu fehlt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 27.Januar 2024, 16:01:05
Natürlich vertreten die damit ihre eigenen Interessen. Und das ist auch völlig legitim, daher sehe ich das Problem nicht. Viele Unternehmen, auch aus der Industrie, sagen seit längerem, dass sie die Transformation stemmen könnten, dafür aber einen verlässlichen Fahrplan der Politik bräuchten, damit das Risiko akzeptabel ist. Insofern ist es richtig, sowohl von den  Ampelparteien als auch der Union einen gemeinsamen Konsens darüber einzufordern, wie diese Transformation von staatlicher Seite aus organisiert werden soll.

Edit: Jetzt hat Joe schneller geantwortet. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 27.Januar 2024, 16:54:21
Warum wird eigentlich davon ausgegangen, dass eine Transformation des nötigen Ausmaßes nur Unternehmen Geld kosten darf, den Staat aber nicht? Kein Mensch käme auf die Idee, einem Unternehmen in dieser Situation eine Investitionsbremse aufzuerlegen. Das wäre der Untergang dieses Unternehmens.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 28.Januar 2024, 15:06:28
Apropos Anreize und Schuldenbremse: Wer schafft mal die verdammten Anreize für Politik, nachhaltig zu haushalten und zu wirtschafen? Wie soll das was werden, wenn selbst in fetten Jahren die Staatsverschuldung bis neulich nur eine Richtung kannte -- gleichzeitig aber langfristige Investitionen und Reformen zugunsten von Wahl- und Popularitätsgeschenken ausgesessen wurden?



Falls Landolf in diesem Jahr Thüringen rockt, gibts bestimmt eine Gummi-Abgabe. Als Anreiz fürs Schnackseln. Deutsche Höchstkultur! Leuchtturmprojekt! Bamsn fier Vührer, Vulk un Vaddaland (VVV).

(https://files.mastodon.social/media_attachments/files/111/787/949/207/932/605/original/f7738344c443a5a5.jpeg)


("Remigration", ob freiwillig oder via "wohltemperierter Grausamkeit" ist hier nicht mit eingerechnet).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 07:34:56
Nein. Doch. Oh.
https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/maassen-verfassungsschutz-106.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 04.Februar 2024, 08:39:39
Ich will nicht sagen, dass mir Maaßen sehr sympathisch wäre, aber letztlich steht da nur, dass der Verfassungsschutz eine Akte führt, die in der Kategorie "rechtsextrem" abgelegt ist und ihn beobachtet. 

Nur weil z. B. Schalke auf kicker.de in der Kategorie Fußball geführt wird, heißt das nicht automatisch, dass die auch wirklich Fußball spielen.

Ich finde es ist wirklich auch immer wichtig, die Wortwahl genau anzuschauen. Ohne weiteren Kontext und Kenntnisse darüber, wie beim BfV (die sich in den letzten Jahren, auch nachdem Maaßen schon weg war, nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben) gearbeitet wird, lässt sich aus den Tatsachen die aufgeführt werden einfach keine Schlussfolgerung ziehen.

Die erwähnten Aussagen im Artikel naja... Bei dem einen Beispiel wird von einem benutzten Wort auf die Zugehörigkeit zu gleich zwei Gruppen geschlossen. Das andere mag Krass sein, aber für jemanden der gerne mit sprachlichen bildern arbeitet ist ist der vergleich auch nicht allzu weit weg her geholt.
Wie man das jetzt interpretiert ist denke ich in vielen Fällen davon abhängig, wo man die Linie zwischen "rechts" und "rechtsextrem" zieht. In einer Zeit, in der gefühlt alles rechts von der SPD gerne mal Nazi genannt wird ist das natürlich sehr schwierig.

In meinen Augen ist die "Nazikeule" mittlerweile auch einfach abgenutzt und die Dauernutzung hat zu einem Aufweichen des Begriffs geführt, der die Untaten des NS-Regimes eher relativiert, als moderne Rechtsextreme als eben solche zu kennzeichnen.
Gefühlt ist alles Nazi, was den Leuten nicht passt oder von ihrer eigenen Meinung abweicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Februar 2024, 09:15:50
Gefühlt ist alles Nazi, was den Leuten nicht passt oder von ihrer eigenen Meinung abweicht.
Die Werteunion ist eine weitere Partei, die den Altparteien, insbesondere der Union, gefährlich werden kann, weil sie konservative Wähler anspricht, denen die AfD vielleicht doch zu extrem ist. Und der Haldenwang ist was? Genau: CDU-Mitglied. Den Fehler, die AfD zu groß werden zu lassen, will man anscheinend nicht noch einmal machen. Stellt sich nur die Frage, wie demokratisch diese Art der Machtsicherung eigentlich noch ist.
Merz hat sich ja auch bitter über die Verlegung eines Wahlkreises beschwert, das wäre "Wahlmanipulation", daraufhin ist dann Strack-Zimmermann ausgerastet und hat den als "gefährlichen Demagogen" bezeichnet, der das BVerfG ignoriert. Dass die Ampel einen verfassungswidrigen Haushalt beschlossen hat, interessiert da schon nicht mehr.
Lauterbach vermutete gar AfD-Argumentation, womit sich der kleine Kreis zum obigen Zitat auch schon wieder schließt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 04.Februar 2024, 11:44:14
Nein. Doch. Oh.
https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/maassen-verfassungsschutz-106.html

 ;D
Alle rääääächts!

Dieses letzte klammern an die Macht ist, meiner Ansicht nach, wesentlich komischer als das sehr fragwürdige "beobachten" von politischen Gegnern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 04.Februar 2024, 12:17:29
Ich möchte gerne etwas verstehen, Leland:

Artikel 21, Abs. 2 GG sagt wörtlich: "Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig."

Daraus ist zu schließen, dass die Verfassung ein Instrument haben muss, sich selbst zu beschützen, ergo verfassungswidrige Parteien zu kontrollieren, zu sanktionieren, nötigenfalls zu eliminieren. Einer Partei wie der AfD ist vielfach nachweisbar Demokratiefeindlichkeit zuzusprechen. Damit meine ich nicht nur die menschenverachtenden, rassistischen und hetzerischen Zitate von AfD-Mitgliedern, die überall einsehbar sind, sondern auch, nur als Beispiel, die völkische statt staatliche Ansprechweise oder das Verneinen des Rechtsstaates. Hier liegen also mehr als offensichtlich Punkte vor, die durch oben genannten Grundgesetzartikel angesprochen werden.

Meine Frage an Dich: warum sollte das Beobachten dieser politischer Gegner nun also fragwürdig sein, wie Du schreibst?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 04.Februar 2024, 12:26:08
Es ist fragwürdig, da es nicht darum geht, Gefahren für die BRD zu vermeiden,
sondern lediglich Informationen zu sammeln um dann Menschen zu diskreditieren.
Der Verfassungsschutz ist nur noch ein Instrument um die regierenden an der Macht zu halten,
in dem sie andere framen und mit Drec überkübeln können.

Correctiv lässt grüßen.
Warum hat man hier von den Fans eigentlich nichts mehr gelesen, nachdem nun doch alles irgendwie gar nicht so gesagt wurde, wie von Correctiv behauptet.
Oder dann doch nicht behauptet.

Zudem, wenn die AfD alle von dir genannten Punkte erfüllt, warum wird sie nicht verboten? ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Februar 2024, 12:56:09
Kann man zwar behaupten, Leland, ist aber halt falsch. Und wieder ziehst du am Ende einen falschen Schluss. Halt, nein, es ist ja nur eine Frage und fragen wird man ja wohl noch dürfen, oder?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Februar 2024, 13:42:32
Daraus ist zu schließen, dass die Verfassung ein Instrument haben muss, sich selbst zu beschützen, ergo verfassungswidrige Parteien zu kontrollieren, zu sanktionieren, nötigenfalls zu eliminieren.
Ja, so ein Instrument muss ein demokratischer Staat unbedingt haben. Allerdings sollten diese Instrumente neutral sein und nicht von Parteipolitikern dominiert werden, Haldenwang und Habarth verursachen mir in der Beziehung Bauchschmerzen.

Die Altparteien haben überall ihre Finger drin, das macht sie extrem mächtig und das geht imho auch über das hinaus, was vom GG vorgesehen ist. Was bleibt von der Gewaltenteilung denn noch übrig, wenn neben Exekutive und Legislative auch noch die Judikative von den gleichen Parteien beherrscht wird?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 04.Februar 2024, 13:53:44
Kann man zwar behaupten, Leland, ist aber halt falsch. Und wieder ziehst du am Ende einen falschen Schluss. Halt, nein, es ist ja nur eine Frage und fragen wird man ja wohl noch dürfen, oder?

 ;D
Argumentativ stark.

Fehlt nur noch Joes "Whataboutism Signature Move", dann ist der Laden wieder komplett.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Februar 2024, 14:03:03
Kann man zwar behaupten, Leland, ist aber halt falsch. Und wieder ziehst du am Ende einen falschen Schluss. Halt, nein, es ist ja nur eine Frage und fragen wird man ja wohl noch dürfen, oder?

 ;D
Argumentativ stark.

Fehlt nur noch Joes "Whataboutism Signature Move", dann ist der Laden wieder komplett.

Warum sollte ich mir die Mühe machen, differenziert und sachlich zu argumentieren, wenn du am Ende entweder gar nicht mehr drauf eingehst oder einfach Dinge behauptest, ohne Belege dafür zu liefern? Siehe deine Antwort auf Hennings Post. Oder diverse andere Male. Und ausgerechnet du kommst jetzt mit einem zynischen "argumentativ stark" ums Eck? Finde den Fehler. ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 04.Februar 2024, 14:38:27
Es ist fragwürdig, da es nicht darum geht, Gefahren für die BRD zu vermeiden,
sondern lediglich Informationen zu sammeln um dann Menschen zu diskreditieren.
Der Verfassungsschutz ist nur noch ein Instrument um die regierenden an der Macht zu halten,
in dem sie andere framen und mit Drec überkübeln können.

Das wirst Du ganz bestimmt mit Belegen untermauern können, oder? Zum Beispiel:
- woraus ist zu schließen, dass es den handelnden Personen nicht um die BRD geht?
- woraus ist zu schließen, dass nur Menschen diskreditiert werden?
- die "Regierenden" haben zuletzt ja nun auch gewechselt. Wen genau meinst Du damit? Und wer ist Deiner Meinung nach aus diesem Kreis ausgeschlossen?

Zudem, wenn die AfD alle von dir genannten Punkte erfüllt, warum wird sie nicht verboten? ;)

Weil das eben nicht so einfach ist. Wie in jedem guten Rechtsverfahren, müssen sämtliche Punkte gesammelt, ausgewertet und auf ihre Sache überprüft werden. Und wenn es am Ende dann tatsächlich die Möglichkeit eines Verbotes gibt, bleibt immer noch die Frage, ob das denn auch strategisch Sinn macht, im Sinne der öffentlichen Wahrnehmung. Ist eigentlich fast identisch mit der Frage: AfD-Politiker zu Talkshows einladen (und sie argumentativ ins Abseits zu stellen) oder nicht (und ihnen damit keine Bühne für ihren Populismus geben). Für beide Punkte gibt es gute Argumente. Und es ist auch kein Sonderfall, dass nur weil etwas rechtlich möglich ist, das dann auch gemacht werden muss. Aber daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Fakten nicht trotzdem dafür sprechen, die Partei zu verbieten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 04.Februar 2024, 16:00:36
Es ist fragwürdig, da es nicht darum geht, Gefahren für die BRD zu vermeiden,
sondern lediglich Informationen zu sammeln um dann Menschen zu diskreditieren.
Der Verfassungsschutz ist nur noch ein Instrument um die regierenden an der Macht zu halten,
in dem sie andere framen und mit Drec überkübeln können.


Zudem, wenn die AfD alle von dir genannten Punkte erfüllt, warum wird sie nicht verboten? ;)

Die fehlenden Belege mal außen vor und rein logisch betrachtet:
Auf die reine Idee, dass der Verfassungsschutz derart missbraucht wird, kann man schon kommen. Bspw. wenn das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz den AfD-Landesverband als erwiesen rechtsextrem einordnet und der Chef dieser Behörde für die SPD in den Bundestag will.  :o Gut, dass sie ihm das irgendwie ausgeredet haben. Denn dieses Narrativ sollte man nicht füttern.
Denn eigentlich ist es ja genau umgekehrt:
Obwohl große Teil der AfD von Verfassungsschutz als rechtsextrem (also außerhalb der Verfassung) eingeschätzt werden, stellen die anderen Parteien eben keinen Verbotsantrag. Wenn sie den Verfassungsschutz derart strafbar missbrauchen würden, dann wäre das ja höchst widersprüchlich. 
 
PS: Adenauer hat mithilfe des BND die SPD ausspioniert. Wäre das zeitig rausgekommen, wäre er sicher raus aus dem Amt und wahrscheinlich rein in den Bau.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 04.Februar 2024, 16:10:07
PS:

Zitat
Nur weil z. B. Schalke auf kicker.de in der Kategorie Fußball geführt wird, heißt das nicht automatisch, dass die auch wirklich Fußball spielen.

Ich finde es ist wirklich auch immer wichtig, die Wortwahl genau anzuschauen. Ohne weiteren Kontext und Kenntnisse darüber, wie beim BfV (die sich in den letzten Jahren, auch nachdem Maaßen schon weg war, nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben) gearbeitet wird, lässt sich aus den Tatsachen die aufgeführt werden einfach keine Schlussfolgerung ziehen.

Maaßen wird als Beobachtungsobjekt geführt. Das ist eine rein interne Kategorisierung und sagt nach außen nicht viel.
Sie erlaubt dem Sicherheitsdienst rechtlich abgesichert die Anwendung weiterer nachrichtendienstlicher Mittel als die minderschweren Klassifizierungen wie Prüffall etc. D.h. aber auch, dass mit weniger scharfer Beobachtung (also bspw. öffentlich zugänglichen Mitteln/Quellen) etwas gefunden wurde, dass die höhere Einstufung erlaubt.
Also für Schalke könnte man sagen: Sieht entfernt wie Fußball aus, gucken wir uns mal näher an.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tristan da Cunha am 04.Februar 2024, 16:35:51
Nein. Doch. Oh.
https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/maassen-verfassungsschutz-106.html

Nein. Doch. Oooh.
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100331078/berlin-alkoholisierte-gruenen-politikerin-jutta-boden-zeigt-hitlergruss.html (https://www.t-online.de/region/berlin/id_100331078/berlin-alkoholisierte-gruenen-politikerin-jutta-boden-zeigt-hitlergruss.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Februar 2024, 16:50:55
Nein. Doch. Oh.
https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/maassen-verfassungsschutz-106.html

Nein. Doch. Oooh.
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100331078/berlin-alkoholisierte-gruenen-politikerin-jutta-boden-zeigt-hitlergruss.html (https://www.t-online.de/region/berlin/id_100331078/berlin-alkoholisierte-gruenen-politikerin-jutta-boden-zeigt-hitlergruss.html)

Und jetzt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 17:16:51
Nein. Doch. Oh.
https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/maassen-verfassungsschutz-106.html

Nein. Doch. Oooh.
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100331078/berlin-alkoholisierte-gruenen-politikerin-jutta-boden-zeigt-hitlergruss.html (https://www.t-online.de/region/berlin/id_100331078/berlin-alkoholisierte-gruenen-politikerin-jutta-boden-zeigt-hitlergruss.html)

Sie hat ihr Amt niedergelegt. Massen nicht. Und der war bei seinen Äußerungen sogar nüchtern.

Aber ganz generell finde ich es ziemlich bezeichnend, wie hier mit potenziellen Extremisten gekuschelt wird, um demokratische Institutionen mies zu machen. „Wird schon nicht so schlimm sein“ hatten wir schonmal. War scheiße.

Was man machen kann: sachlich begründen, warum eine Beobachtung Massens unangebracht ist (wird schwierig, vor ein paar Jahren wurde hier der Verfassungsschutz noch dafür gefeiert, dass er Politiker der Linken beobachtet).
Was man nicht machen kann:  irgendwelche fadenscheinigen Begründungen aus der Verschwörungsszene rauskramen, warum denn der Verfassungsschutz befangen sei. Das hat euch, als Massen dort noch Chef war, auch nicht gejuckt. Und der VS besteht sowieso nicht nur aus Haldenwang. Ganz im Gegenteil.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 04.Februar 2024, 17:40:26
Kann man zwar behaupten, Leland, ist aber halt falsch. Und wieder ziehst du am Ende einen falschen Schluss. Halt, nein, es ist ja nur eine Frage und fragen wird man ja wohl noch dürfen, oder?

 ;D
Argumentativ stark.

Fehlt nur noch Joes "Whataboutism Signature Move", dann ist der Laden wieder komplett.

Warum sollte ich mir die Mühe machen, differenziert und sachlich zu argumentieren, wenn du am Ende entweder gar nicht mehr drauf eingehst oder einfach Dinge behauptest, ohne Belege dafür zu liefern? Siehe deine Antwort auf Hennings Post. Oder diverse andere Male. Und ausgerechnet du kommst jetzt mit einem zynischen "argumentativ stark" ums Eck? Finde den Fehler. ;D

Brauchst du nicht.

Deine Behauptung "ohne Belege" kannst du gern noch häufiger wiederholen, dadurch wird sie nicht richtiger.
Ist ein ebensolches Framing.


Es ist fragwürdig, da es nicht darum geht, Gefahren für die BRD zu vermeiden,
sondern lediglich Informationen zu sammeln um dann Menschen zu diskreditieren.
Der Verfassungsschutz ist nur noch ein Instrument um die regierenden an der Macht zu halten,
in dem sie andere framen und mit Drec überkübeln können.

Das wirst Du ganz bestimmt mit Belegen untermauern können, oder? Zum Beispiel:
- woraus ist zu schließen, dass es den handelnden Personen nicht um die BRD geht?
- woraus ist zu schließen, dass nur Menschen diskreditiert werden?
- die "Regierenden" haben zuletzt ja nun auch gewechselt. Wen genau meinst Du damit? Und wer ist Deiner Meinung nach aus diesem Kreis ausgeschlossen?

Zudem, wenn die AfD alle von dir genannten Punkte erfüllt, warum wird sie nicht verboten? ;)

Weil das eben nicht so einfach ist. Wie in jedem guten Rechtsverfahren, müssen sämtliche Punkte gesammelt, ausgewertet und auf ihre Sache überprüft werden. Und wenn es am Ende dann tatsächlich die Möglichkeit eines Verbotes gibt, bleibt immer noch die Frage, ob das denn auch strategisch Sinn macht, im Sinne der öffentlichen Wahrnehmung. Ist eigentlich fast identisch mit der Frage: AfD-Politiker zu Talkshows einladen (und sie argumentativ ins Abseits zu stellen) oder nicht (und ihnen damit keine Bühne für ihren Populismus geben). Für beide Punkte gibt es gute Argumente. Und es ist auch kein Sonderfall, dass nur weil etwas rechtlich möglich ist, das dann auch gemacht werden muss. Aber daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Fakten nicht trotzdem dafür sprechen, die Partei zu verbieten.

Weil sie nicht zum Wohle des Landes handeln, sondern machterhaltend, siehe Correctiv.


Anyway, wie hat Daim letztens sinngemäß richtigerweise gesagt, die Diskussion lohnt sich nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Februar 2024, 18:14:44
Es ist schon besorgniserregend, wie vergiftet die Debatte von beiden Seiten selbst in einem Forum wie diesem hier schon ist. Das lässt nichts Gutes für die kommenden Wahlen erwarten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 04.Februar 2024, 18:30:27
Es ist schon besorgniserregend, wie vergiftet die Debatte von beiden Seiten selbst in einem Forum wie diesem hier schon ist. Das lässt nichts Gutes für die kommenden Wahlen erwarten.

Absolut. :blank:
Das Thema lief im MFT noch nie gut. Obwohl es hier oft sehr differenziert zur Sache geht. Es greift Überzeugungen, Haltung und Menschenbild an und meistens hapert es schon an der gemeinsamen Diskussionsgrundlage. Alles sehr delikat. Ein Forum ist dafür wohl nicht das richtige Medium.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 18:42:27
Was ist denn dann das richtige Medium?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 04.Februar 2024, 19:19:58
Ein Gespräch. Mit viel Ruhe, Zeit und Geduld.

Das Forum hinkt immer, weil asymmetrisch geschrieben wird. Der Eine schreibt groß und blumig und der Nächste sehr verkürzt. Man kann viel zu viel in den Zeilen lesen und lange Ausführungen nicht mit Zwischenfragen klären. Es ist schwer gegenseitiges Verständniss herzustellen.
Es fehlt Mimik und Ton. Es kann viel falsch verstanden werden, was heikel ist, weil das Thema heikel ist und Gesagtes oder Gelesenes sehr schnell in den falschen Hals gerät.
Auch wird ganz oft nicht fokusiert. Das Gespräch fächert aus und mäandert so herum oder wichtige Punkte werden in einer Antwort fallengelassen. Es wird kein Schlusstrich gezogen, bevor man schon im nächsten Detail hängt.
Darauf könnte man vielleicht achten. But, Ain't Nobody Got Time for That. Deswegen denke ich, dass geschriebene Kommunikation nicht funktioniert. Zumindest nicht, wenn sich die Schreibenden nicht bereits etwas kennen und wissen wie geschriebenes gemeint ist.

Ich hab nen Kollegen der AFD wählt. Mit dem habe ich mich auf der letzten Feier länger unterhalten. Das hat schon funktioniert und hat mir mehr gebracht als wir hier in 50 Seiten Forum an gegenseitigen Unterstellungen hinbekommen.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 19:33:33
Hast du ihn davon abgebracht, AfD zu wählen? Mir persönlich geht es nämlich nicht darum, jemanden zu verstehen, der Rechtsextremisten wählt. Egal welchen Grund er nennt. Da bin ich ganz ehrlich. Ich bin dagegen, die Wahl von Extremisten durch Gesprächsangebote zu legitimieren. Ob das in einem Forum ist oder in einem persönlichen Gespräch, ist dabei egal.

Wem also hat das Gespräch etwas gebracht? Ihm oder dir? Verstehst du jetzt besser, warum er Extremisten wählt? Was wirst du jetzt tun?

Oder weiß er jetzt, dass es nicht so schlimm ist, Extremisten zu wählen, und fühlt sich wohl dabei?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 04.Februar 2024, 19:50:57
Hast du ihn davon abgebracht, AfD zu wählen? Mir persönlich geht es nämlich nicht darum, jemanden zu verstehen, der Rechtsextremisten wählt. Egal welchen Grund er nennt. Da bin ich ganz ehrlich. Ich bin dagegen, die Wahl von Extremisten durch Gesprächsangebote zu legitimieren. Ob das in einem Forum ist oder in einem persönlichen Gespräch, ist dabei egal.

Wem also hat das Gespräch etwas gebracht? Ihm oder dir? Verstehst du jetzt besser, warum er Extremisten wählt? Was wirst du jetzt tun?

Oder weiß er jetzt, dass es nicht so schlimm ist, Extremisten zu wählen, und fühlt sich wohl dabei?

Aber geht es in einer Demokratie nicht darum, sich mit einer anderen Meinung zu befassen und darüber zu diskutieren? Was bringt es, aktuell 20% der Wähler komplett zu ignorieren? So verhärten die Fronten doch nur noch mehr.
Jeder lebt in seiner Blase und verteufelt alle anderen.....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 19:56:37
Eben. Ignorieren bringt nichts. Deshalb beschäftige ich mich intensiv mit ihnen. Indem ich Gegenrede leiste, nicht, indem ich sie durch Gesprächsangebote legitimiere.

Merke: auch eine undemokratische Partei kann demokratisch gewählt werden.

Was meinst du, was passiert, wenn jemand anfängt, mit der AfD zu reden? Genau. Diese Partei wird dadurch legitimiert, sprich, es wird vollkommen normal, eine extremistische Partei zu wählen.

Das erschreckende ist, dass das sogar hier im Forum passiert.
Der Tenor hier ist mittlerweile nicht „du wählst eine extremistische Partei, das ist scheiße“, sondern „du wählst eine extremistische Partei, aber hey, wir reden jetzt einfach ganz lange drüber und schauen mal was so passiert und schönen Abend dir“.


Um was geht es also bei diesen Gesprächen?


Und: was zum Teufel ist falsch daran, Rechtsextremisten zu verteufeln? Das meine ich damit: diese Legitimation ist unerträglich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 04.Februar 2024, 20:07:49
@Leland: ich muss jetzt etwas schmunzeln. Aber eigentlich nicht. Denn ich habe Dich nach Belegen gefragt für Deine Behauptungen. Die hast Du nicht geliefert, Dich statt dessen darüber echauffiert, dass immer nach Belegen gefragt wird und geschlossen, dass eine Diskussion nicht lohnt. Bitte entschuldige, aber das ist doch Kindergarten. Wenn es keine Belege für eine Sache gibt, ist sie eben zunächst mal nicht wahr. Gibt es außerdem Gegenbelege, wird das untermauert.
Anders als Joe (das ist sein gutes Recht) möchte ich durchaus verstehen, wie sich Deine Weltanschauung zusammensetzt. An welcher Stelle hast Du das Vertrauen in den Rechtsstaat verloren, dass Du öffentlich behauptest, die Verfassung würde als Instrument missbraucht, missliebige Menschen mundtot zu machen? Und wie sollte eine AfD oder eine andere Nicht-Altpartei da aufräumen können? Denn am Ende aller Wahlen steht ja immer die Frage: wie stellst Du Dir Deine Zukunft hier vor?

@Joe: wie ich weiter unten schrieb, ist es eine mögliche Taktik, rechte Wähle einfach völlig zu ignorieren. Ich persönlich empfinde das aber erstens als den Tod der Demokratie (siehe Gruffi) und zweitens vermutlich eher der Sache der Extremisten dienlich (Opferrolle, "Wir gegen die"). Klar dagegen positionieren kann ich mich auch, deshalb ist Dein Gegenbeispiel nicht repräsentativ.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Februar 2024, 20:11:35
Es ist schon besorgniserregend, wie vergiftet die Debatte von beiden Seiten selbst in einem Forum wie diesem hier schon ist. Das lässt nichts Gutes für die kommenden Wahlen erwarten.

Ja, da hast du Recht. Hier kann natürlich jeder seinen Teil zu beitragen, es nicht einreißen zu lassen, und wir Mods versuchen auch, da ein Auge drauf zu haben. Ich behaupte mal, dass alle, die hier regelmäßig im Thread posten, mehr oder weniger Teil des Problems sind und sich in der Hinsicht nicht immer vorbildlich verhalten haben - mich selbst natürlich eingeschlossen.

Grundsätzlich schwierig wird es halt dann, wenn einzelne User die hier im Forum festgelegte Gesprächgrundlage (https://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,28100.0.html) wiederholt nicht achten. Dann ist ein Austausch schwierig bis unmöglich, wenn nicht einmal diese gemeinsame Basis gefunden wird.



Deine Behauptung "ohne Belege" kannst du gern noch häufiger wiederholen, dadurch wird sie nicht richtiger.
Ist ein ebensolches Framing.
Was meinst du in dem Zusammenhang mit Framing? Mit deinem Post bestätigst du ja auch nur meine Feststellung weiter oben: Henning hat dir explizite Fragen gestellt, die du hättest beantworten und mit Belegen versehen können. Das hast du nicht getan, sondern nur deine Behauptung wiederholt, dass "sie" (wer genau eigentlich?) nur machterhaltend handelten. Und anschließend verabschiedest du dich aus der Diskussion.

Also entweder haben wir zwei sehr unterschiedliche Auffassung davon, was ein Beleg ist, oder du gehst hier schlicht und ergreifend populistisch vor.



Edit:
Eben. Ignorieren bringt nichts. Deshalb beschäftige ich mich intensiv mit ihnen. Indem ich Gegenrede leiste, nicht, indem ich sie durch Gesprächsangebote legitimiere.

Ich verstehe den Punkt. Danke für die nachgelieferte Erkärung, ich hatte dich tatsächlich so verstanden, dass du mit AfD-Wählern gar nicht sprechen willst. Ich finde die Einstellung trotzdem problematisch - was nicht heißt, dass sie falsch ist. Ich finde schon, dass es hilft, zu verstehen, warum Person X eine rechtsextreme Partei wählt, denn wenn ich die Gründe kenne, kann ich auch besser dagegen argumentieren und aufzuzeigen, dass die AfD eben keine Alternative ist. Allein auf ihren Rechtsextremismus zu verweisen scheint ja nicht (mehr) zu verfangen. Und ja, das ist erschreckend und es sollte nicht so sein. Das ändert aber an der Tatsache nichts, dass es so ist. Offenbar ist ja auch dem Großteil der AfD-Wähler der Rechtsextremismus der Partei egal (siehe meinen Post von neulich (https://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,17951.msg1062563.html#msg1062563)). Jetzt zu sagen, es interessiert mich nicht, was die denken, die AfD ist einfach scheiße, treibt diese Leute in meinen Augen nur noch weiter in Richtung der Opferrollen-Wagenburg der AfD. Das kann kein Demokrat wollen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 20:37:19
Ein Demokrat kann auch nicht wollen, dass mit Extremisten geredet wird, bis es zu spät ist.
Eine Partei ist nicht weniger extremistisch, nur weil sie 20% der Stimmen bekommt, und ich bleibe dabei: sie bekommt nicht weniger Stimmen, nur weil man mit deren Wählern spricht.

Zum Thema Opferrolle: solange niemand mit der AfD koalieren will, sehen die sich immer in der Opferrolle, völlig egal, ob du mit ihnen redest oder nicht.
Sprich, der nächste Schritt wäre dann eine Koalition? Um der Demokratie Willen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 04.Februar 2024, 20:40:15
Zitat
Man kann viel zu viel in den Zeilen lesen und lange Ausführungen nicht mit Zwischenfragen klären. Es ist schwer gegenseitiges Verständniss herzustellen.
 Es kann viel falsch verstanden werden, was heikel ist, weil das Thema heikel ist und Gesagtes oder Gelesenes sehr schnell in den falschen Hals gerät.
Auch wird ganz oft nicht fokusiert. Das Gespräch fächert aus und mäandert so herum oder wichtige Punkte werden in einer Antwort fallengelassen. Es wird kein Schlusstrich gezogen, bevor man schon im nächsten Detail hängt.
Darauf könnte man vielleicht achten. But, Ain't Nobody Got Time for That.

Mhh, das klingt wie wenn ich mit Freunden über Politik rede.  :angel:
Also echte Sprech-Gespräche mit Blickkontakt.
Oder mit meiner Freundin über Haushalt. :o

Es erfordert halt viel "im Zweifel für das Gute". Daher finde ich es auch schade, dass Maddux nicht mehr hier ist. Zumal damit das Taktikforum (das Herz das FM - das ist dieses Computerspiel, um das es hier manchmal geht) geplättet wurde. :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Februar 2024, 20:40:34
Wie kann man jemanden durch Gesprächsangebote "legitimieren"?

Wenn ich mit einem AfD-Wähler spreche und dem sachlich erkläre, warum es schlecht ist, dass er die AfD wählt, dann habe ich wohl eher Erfolg, ihn von seiner Wahl abzubringen, als wenn ich ihm ein "Fuck Nazi! AfDler töten" entgegenschleudere. Das abbringen mag nicht oft funktionieren, aber das andere funktioniert NIE, im Gegenteil, das erzeugt nur Trotz.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Februar 2024, 20:49:08
Ein Demokrat kann auch nicht wollen, dass mit Extremisten geredet wird, bis es zu spät ist.
Eine Partei ist nicht weniger extremistisch, nur weil sie 20% der Stimmen bekommt, und ich bleibe dabei: sie bekommt nicht weniger Stimmen, nur weil man mit deren Wählern spricht.

Zum Thema Opferrolle: solange niemand mit der AfD koalieren will, sehen die sich immer in der Opferrolle, völlig egal, ob du mit ihnen redest oder nicht.
Sprich, der nächste Schritt wäre dann eine Koalition? Um der Demokratie Willen?

Man holt aber auch keine AfD-Wähler zurück, indem man nicht mit ihnen spricht.

Und zum Rest: Nein. Ist das eigentlich gerade in Mode, Fehlschlüsse als Argumente zu verwenden? :D Wir haben über die Wähler gesprochen und nicht über die Partei. Ich spreche übrigens auch ausdrücklich nur von denen, die keine Rechtsextemisten sind. Ich versuche gerne nochmal, meinen Punkt anders zu formulieren, um es vielleicht klarer zu machen: Wenn ich die AfD-Wähler aus dem Diskurs ausschließe und kein Interesse an ihren Beweggründen habe, dann verstärke ich damit das Gefühl der Ausgrenzung und des Abgehängtseins. Ich mache diese Leute empfänglicher für die Opferrollenerzählungen der AfD und gewinne dadurch rein gar nichts und überzeuge auch niemanden von einer besseren Alternative.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass demokratische Parteien mit der AfD in irgendeiner Art und Weise zusammenarbeiten sollten. Denn das, da gebe ich dir Recht, legitimiert diese nur.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 20:56:19
Wie kann man jemanden durch Gesprächsangebote "legitimieren"?

Wenn ich mit einem AfD-Wähler spreche und dem sachlich erkläre, warum es schlecht ist, dass er die AfD wählt, dann habe ich wohl eher Erfolg, ihn von seiner Wahl abzubringen, als wenn ich ihm ein "Fuck Nazi! AfDler töten" entgegenschleudere. Das abbringen mag nicht oft funktionieren, aber das andere funktioniert NIE, im Gegenteil, das erzeugt nur Trotz.

Wieviele AfD-Wähler hast du denn schon umgedreht?

Zu deiner Frage: ich halte dich für zu intelligent, als dass du diese Frage ernst meinen könntest.
Dialog bedeutet immer Legitimierung. Dialog funktioniert nur, wenn du auf die Belange des Gegenübers eingehst. Tust du das, merkt dein Gegenüber, dass seine extremistischen Ansichten geduldet werden. Sprich, legitimiert. Du machst ihm klar, dass er diese Ansichten nach Außen tragen darf, dass seine Ansichten Platz in der Gesellschaft haben.

@Daim:
Zeig mir mal bitte, wann und wo man AfD-Wähler zurückgeholt hat, wenn man mit ihnen geredet hat.

Ich habe keinen Schluss gezogen, ich habe eine Frage gestellt.

Ich spreche ebenso von den Wählern. Die merken ja selbst, dass niemand mit der von ihnen gewählten Partei koalieren will. Und zack: Opferrolle. Wie gesagt: die Opferrolle suchen sich Wähler wie Politiker selbst, da braucht es niemand anderen dazu.

Die Opferrolle wird erst dann ein Ende haben, wenn die von den Wählern gewählten Politiker Regierungsverantwortung haben (sprich, wenn es zu spät ist), und selbst dann wird man sich noch als Opfer inszenieren, wenn mal etwas nicht passt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Februar 2024, 21:27:05
Wieviele AfD-Wähler hast du denn schon umgedreht?
In meinem Umfeld hat sich noch niemand als AfD Wähler geoutet. Und wenn es mal so weit sein sollte, würde ich denjenigen nicht beschimpfen, sondern ihn mit Sachargumenten zu überzeugen versuchen. Der Weg, diese Menschen zu verdammen, ist falsch, das ist schon seit Pegida meine Meinung und ich fühle mich dadurch, dass die AfD immer stärker wird, bestätigt. Wählerbeschimpfung funktioniert nicht und man macht es sich damit auch sehr einfach, besonders von Politikerseite, die das Dilemma mit ihrer miesen Politik immer schlimmer machen.

Momentan reden die AfD-Politiker viel mit den Menschen, hören sich deren Sorgen und Nöte an, zeigen Verständnis. Das wirkt.

Zitat
Dialog bedeutet immer Legitimierung.
Sehe ich nicht so, zumal ich ja nicht die Partei "legitimieren" würde, sondern den Menschen mit dem spreche, den kann ich aber gar nicht "legitimieren", auch AfD-Wähler genießen Menschenrechte. Außerdem würde die Legitimierung ja schon lange stattfinden, alle Politiker reden miteinander und müssen auch miteinander arbeiten, sogar mit AfD-Poltikern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Februar 2024, 21:34:59
Sorry, das sehe ich anders: Wenn ich das Gespräch suche, dann kann ich doch in dem Gespräch entschieden extremistischen Ansichten widersprechen und klar machen, dass das sowas keinen Platz in der Gesellschaft hat. Außerdem setzt diese These ja voraus, dass man es bei AfD-Wählern nur mit Leuten mit extremistischen Ansichten zu tun hat. Genau das ist ja aber nicht der Fall und es geht um die Leute, die frustriert von der Entwicklung im Land sind und sich deshalb der AfD zuwenden, weil die "wenigstens die Probleme anspricht, auch wenn sie selbst keine Lösungen hat" (so oder ähnlich kann man das verschiedenen Umfragen dazu entnehmen). Den Leuten kann man schon im Gespräch klar machen, dass die AfD eben der falsche Platz für ihren Protest ist. Mir ist das jedenfalls auch schon im persönlichen Gespräch gelungen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Person überhaupt Interesse an anderen Perspektiven hat. Ist dem nicht so, hilft natürlich nur die entschiedene Gegenrede, um zumindest die Grenze zu ziehen, da hast du schon Recht.

Ich könnte dich genauso fragen, wann und wo man AfD-Wähler zurückgeholt hat, indem man sie aus dem politischen Diskurs ausgegrenzt hat. Wenn 20% der Deutschen bei der nächsten Bundestagswahl die AfD wählten, wie viele davon wären Rechtsextremisten und für die Demokratie verloren? Wie viele wären für die Demokratie aus anderen Gründen verloren? Und wie viele ließen sich möglicherweise davon überzeugen, den Rechtsextremisten den Rücken zu kehren, weil sie es selbst eben nicht sind - sondern "nur" frustriert? Und was wäre wahrscheinlicher, um sie zurückzuholen: Ihnen zu sagen, wie scheiße es ist, dass sie die AfD gewählt haben und das für sowas kein Platz in der Gesellschaft ist? Oder sich anzuhören, was zu ihrer Entscheidung geführt hat und diese Gründe (solange sie eben nicht extremistischer Natur sind) ernst zu nehmen, dabei aber gleichzeitig deutlich zu machen, was an der Wahl der AfD problematisch ist und warum diese keine der Probleme, die zur AfD-Wahl geführt haben, lösen wird (was in einem Großteil der Fälle zutreffend sein wird, denn das Wahlprogramm der AfD ist ein dampfender Haufen Mist)? Ich halte Letzteres für deutlich plausibler und kann zumindest persönlich sagen, dass es zum Erfolg führen kann. Ob sich das auf einen größeren Maßstab übertragen bzw. verallgemeinern lässt, weiß ich natürlich nicht. Aber es muss für mich persönlich ja auch gar nicht in einem größeren Maßstab funktionieren.

Zur Opferrolle: Mag sein, dass du da Recht hast. Aber das macht es ja nicht besser, die Leute noch weiter an den Rand zu drängen. Im Grunde ist das aber alles müßig, denn das beste Mittel gegen diese widerwärtige Entwicklung ist ohnehin eine Politik, von der der Großteil der Bevölkerung profitiert (ja, ich weiß, DragonFox, die Diskussion hatten wir schonmal :D) und die in der Lage ist, unbequeme, aber notwendige Entscheidungen nachvollziehbar zu vermitteln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 21:46:09
Wieviele AfD-Wähler hast du denn schon umgedreht?
In meinem Umfeld hat sich noch niemand als AfD Wähler geoutet. Und wenn es mal so weit sein sollte, würde ich denjenigen nicht beschimpfen, sondern ihn mit Sachargumenten zu überzeugen versuchen. Der Weg, diese Menschen zu verdammen, ist falsch, das ist schon seit Pegida meine Meinung und ich fühle mich dadurch, dass die AfD immer stärker wird, bestätigt. Wählerbeschimpfung funktioniert nicht und man macht es sich damit auch sehr einfach, besonders von Politikerseite, die das Dilemma mit ihrer miesen Politik immer schlimmer machen.

Momentan reden die AfD-Politiker viel mit den Menschen, hören sich deren Sorgen und Nöte an, zeigen Verständnis. Das wirkt.

Zitat
Dialog bedeutet immer Legitimierung.
Sehe ich nicht so, zumal ich ja nicht die Partei "legitimieren" würde, sondern den Menschen mit dem spreche, den kann ich aber gar nicht "legitimieren", auch AfD-Wähler genießen Menschenrechte. Außerdem würde die Legitimierung ja schon lange stattfinden, alle Politiker reden miteinander und müssen auch miteinander arbeiten, sogar mit AfD-Poltikern.

Bitte was tun sie? Sie befeuern Ausländerfeindlichkeit und reden über Remigration, und das wird von dir als wirkungsvoller Umgang mit den Sorgen und Nöten der Menschen wahrgenommen?
Klar, wenn hinter den Sorgen und Nöten der Menschen Rassismus und Menschenfeindlichkeit steckt, mag das stimmen.

Es ist genau diese Verharmlosung, mit der du am Ende überhaupt keinen AfD-Wähler umdrehen wirst.
Warum auch? Ist ja alles halb so wild.

Zur Legitimation: man (de)legitimiert natürlich nicht einen Menschen, sondern dessen Ansicht. Ich kenne übrigens keinen einzigen AfD-Wähler (und es sind einige, hier ist AfD-Wählen kein Geheimnis, vor allem in der russischsprachigen Diaspora), der nicht mindestens ausländerfeindlich ist. Definitiv hat solch eine Ansicht keinen Platz in unserer Gesellschaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 21:58:45
Sorry, das sehe ich anders: Wenn ich das Gespräch suche, dann kann ich doch in dem Gespräch entschieden extremistischen Ansichten widersprechen und klar machen, dass das sowas keinen Platz in der Gesellschaft hat. Außerdem setzt diese These ja voraus, dass man es bei AfD-Wählern nur mit Leuten mit extremistischen Ansichten zu tun hat. Genau das ist ja aber nicht der Fall und es geht um die Leute, die frustriert von der Entwicklung im Land sind und sich deshalb der AfD zuwenden, weil die "wenigstens die Probleme anspricht, auch wenn sie selbst keine Lösungen hat" (so oder ähnlich kann man das verschiedenen Umfragen dazu entnehmen). Den Leuten kann man schon im Gespräch klar machen, dass die AfD eben der falsche Platz für ihren Protest ist. Mir ist das jedenfalls auch schon im persönlichen Gespräch gelungen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Person überhaupt Interesse an anderen Perspektiven hat. Ist dem nicht so, hilft natürlich nur die entschiedene Gegenrede, um zumindest die Grenze zu ziehen, da hast du schon Recht.

Ich könnte dich genauso fragen, wann und wo man AfD-Wähler zurückgeholt hat, indem man sie aus dem politischen Diskurs ausgegrenzt hat. Wenn 20% der Deutschen bei der nächsten Bundestagswahl die AfD wählten, wie viele davon wären Rechtsextremisten und für die Demokratie verloren? Wie viele wären für die Demokratie aus anderen Gründen verloren? Und wie viele ließen sich möglicherweise davon überzeugen, den Rechtsextremisten den Rücken zu kehren, weil sie es selbst eben nicht sind - sondern "nur" frustriert? Und was wäre wahrscheinlicher, um sie zurückzuholen: Ihnen zu sagen, wie scheiße es ist, dass sie die AfD gewählt haben und das für sowas kein Platz in der Gesellschaft ist? Oder sich anzuhören, was zu ihrer Entscheidung geführt hat und diese Gründe (solange sie eben nicht extremistischer Natur sind) ernst zu nehmen, dabei aber gleichzeitig deutlich zu machen, was an der Wahl der AfD problematisch ist und warum diese keine der Probleme, die zur AfD-Wahl geführt haben, lösen wird (was in einem Großteil der Fälle zutreffend sein wird, denn das Wahlprogramm der AfD ist ein dampfender Haufen Mist)? Ich halte Letzteres für deutlich plausibler und kann zumindest persönlich sagen, dass es zum Erfolg führen kann. Ob sich das auf einen größeren Maßstab übertragen bzw. verallgemeinern lässt, weiß ich natürlich nicht. Aber es muss für mich persönlich ja auch gar nicht in einem größeren Maßstab funktionieren.

Zur Opferrolle: Mag sein, dass du da Recht hast. Aber das macht es ja nicht besser, die Leute noch weiter an den Rand zu drängen. Im Grunde ist das aber alles müßig, denn das beste Mittel gegen diese widerwärtige Entwicklung ist ohnehin eine Politik, von der der Großteil der Bevölkerung profitiert (ja, ich weiß, DragonFox, die Diskussion hatten wir schonmal :D) und die in der Lage ist, unbequeme, aber notwendige Entscheidungen nachvollziehbar zu vermitteln.


Du gehst davon aus, dass der Mensch, der da vor dir sitzt, zugänglich ist für deine Argumentation. Das ist extremst selten der Fall. Du musst bedenken, dass du es nicht mit einem Kind zu tun hast, das zu dir aufschaut, sondern mit einem Erwachsenen, der spätestens nach dem ersten Satz auf dich herabschaut, nämlich sobald du ihm klar machen willst, dass dies oder jenes nicht akzeptabel ist.

Und du verstehst mich falsch. Ich will AfD-Wähler nicht umdrehen. Ich habe diese Hoffnung nicht. Für mich ist jemand, der sich wissentlich dazu entscheidet, alle bisherigen Worte und Taten der AfD zu ignorieren und sie trotzdem zu wählen, verloren. Das wars. Der wird nicht anders, nur weil er beim nächsten Mal vllt wieder CDU wählt, nur um beim übernächsten Mal wieder Extremisten zu wählen, weil ihm die CDU-Regierung zu lasch war.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 04.Februar 2024, 22:14:55
Ich will nicht sagen, dass mir Maaßen sehr sympathisch wäre, aber letztlich steht da nur, dass der Verfassungsschutz eine Akte führt, die in der Kategorie "rechtsextrem" abgelegt ist und ihn beobachtet. 

Nur weil z. B. Schalke auf kicker.de in der Kategorie Fußball geführt wird, heißt das nicht automatisch, dass die auch wirklich Fußball spielen.

Ich finde es ist wirklich auch immer wichtig, die Wortwahl genau anzuschauen. Ohne weiteren Kontext und Kenntnisse darüber, wie beim BfV (die sich in den letzten Jahren, auch nachdem Maaßen schon weg war, nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben) gearbeitet wird, lässt sich aus den Tatsachen die aufgeführt werden einfach keine Schlussfolgerung ziehen.

Die erwähnten Aussagen im Artikel naja... Bei dem einen Beispiel wird von einem benutzten Wort auf die Zugehörigkeit zu gleich zwei Gruppen geschlossen. Das andere mag Krass sein, aber für jemanden der gerne mit sprachlichen bildern arbeitet ist ist der vergleich auch nicht allzu weit weg her geholt.
Wie man das jetzt interpretiert ist denke ich in vielen Fällen davon abhängig, wo man die Linie zwischen "rechts" und "rechtsextrem" zieht. In einer Zeit, in der gefühlt alles rechts von der SPD gerne mal Nazi genannt wird ist das natürlich sehr schwierig.

Maaßen bzw. sein Anwalt hat sich auch schicken lassen was der Verfassungschutz über ihn gesammelt hat und das auf Twitter veröffentlicht, wurde im Tagesspiegel verlinkt als über das Thema berichtet wurde.
https://www.tagesspiegel.de/politik/als-rechtsextremist-abgespeichert-verfassungsschutz-beobachtet-werteunion-chef-maassen-11141251.html
Ich kann schon verstehen,dass ma den Verfassungsschutz und solche Berichte inzwischen auch als eher politisches Mittel sieht, Maaßen macht sich bereit eine neue Partei zu gründen und kritisiert die Regierungsparteien, dann geht in den Medien rum das er als rechtsextrem eingestuft wird.
Der Verfassungsschutz untersteht ja auch dem Innenministerium und wird entsprechend handeln.
Im Vergleich dazu kann man sich ja mal die Klimabewegung anschauen, mMn besteht da kein Zweifel das es Teile in der Bewegung gibt die schon gefährlich für die Demokratie werden könnten und zumindest auf ner Liste stehen sollten und auch schon aufgeführt werden, einfach weil sie die Gefahr des Klimawandels für sehr hoch ansehen und versuchen könnten Institutionen und Demokratische Prozesse zu unterlaufen oder dabei sehr radikal sind.
Würde jetzt aber Luisa Neubauer als Mitglied der Grünen auf so einer Liste landen? Eher unwahrscheinlich.
Bei der letzten Generation wollte Haldenwang ja auch nichts von einer Beobachtung wissen.
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/verfassungsschutz-klimaaktivisten-sind-nicht-extremistisch,TNQgVr0

Die Einrichtung wäre glaubwürdiger wenn sie unabhängiger geführt und aufgestellt werden würde.
Man kann sich ja auch mal überlegen wie der Verfassungschutz aussehen würde wenn die AfD die absolute Mehrheit hätte,die könnten den Präsidenten da ja auch einfach austauschen und entsprechend neu ausrichten.

Allgemein kann man sich da mal fragen was anti demokratisch und Verfassungsfeindlich überhaupt ist, es gibt ja durchaus die Möglichkeit politisch anders zu regieren, z.B sehr weit rechts und trotzdem Wahlen beizubehalten. Polen hatte ja beispielsweise eine rechte Regierung, ähnlich wie Ungarn, beide sind aber trotzdem als Demokratien Teil der EU, PiS und Fidesz wurden demokratisch gewählt. Selbst ein Trump,den ja viele,auch ich, für völlig ungeeignet halten, könnte demnächst wieder demokratisch gewählt US Präsident werden.
Würde da z.B bei Maaßen die Einordnung als Rechtsextremist automatisch reichen um abzuleiten,dass er die Verfassung und Demokratie abschaffen will? Ob einem gefällt was dann für Politik gemacht wird ist ja eine andere Frage.

Ich persönlich würde z.B auch solche Geschichten wie den Bürgerrat Ernährung sehr kritisch sehen, der ja von unserer Regierung angestoßen wurde, einfach weil schon vor der Einführung und Auslosung der Leute klar war das da ein Ergebnis auf Regierungslinie rauskommen würde und die Menschen da ganz bestimmt kein Grillfest und Freibier für alle fordern werden.
Da geht es auch nicht um den Rat im speziellen aber um so einen Rat als vielleicht zukünftigen Ersatz für Wahlen und einen angeblich abgebildeten Bürgerwillen.
https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/erstes-mitglied-verlaesst-veraergert-den-buergerrat-ernaehrung-13546172.html

Zitat
In meinen Augen ist die "Nazikeule" mittlerweile auch einfach abgenutzt und die Dauernutzung hat zu einem Aufweichen des Begriffs geführt, der die Untaten des NS-Regimes eher relativiert, als moderne Rechtsextreme als eben solche zu kennzeichnen.
Gefühlt ist alles Nazi, was den Leuten nicht passt oder von ihrer eigenen Meinung abweicht.
Dazu gab es neulich bei Lanz auch einen Kommentar.
Minute 47: https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-30-januar-2024-100.html
Ich würde bei bestimmten Bezeichnungen auch erstmal nachschauen was die Person dann überhaupt gesagt hat und nicht einfach irgendwelchen Einordnungen glauben.

Die Werteunion ist eine weitere Partei, die den Altparteien, insbesondere der Union, gefährlich werden kann, weil sie konservative Wähler anspricht, denen die AfD vielleicht doch zu extrem ist. Und der Haldenwang ist was? Genau: CDU-Mitglied. Den Fehler, die AfD zu groß werden zu lassen, will man anscheinend nicht noch einmal machen. Stellt sich nur die Frage, wie demokratisch diese Art der Machtsicherung eigentlich noch ist.
Merz hat sich ja auch bitter über die Verlegung eines Wahlkreises beschwert, das wäre "Wahlmanipulation", daraufhin ist dann Strack-Zimmermann ausgerastet und hat den als "gefährlichen Demagogen" bezeichnet, der das BVerfG ignoriert. Dass die Ampel einen verfassungswidrigen Haushalt beschlossen hat, interessiert da schon nicht mehr.
Lauterbach vermutete gar AfD-Argumentation, womit sich der kleine Kreis zum obigen Zitat auch schon wieder schließt.
Ich finde es schwer zu sagen wie Maaßen mit seiner Partei abschneiden wird, er hat nicht die sellbe Zugkraft z.B eine Waagenknecht. Es kommt wahrscheinlich stark auf die Ausrichtung und Entwicklung der anderen Parteien an,falls die FDP untergeht und die Werte Union sich liberal gibt, könnte man aus der Ecke noch Leute abziehen, gerade im Osten scheinen da einige unzufrieden zu sein, da ist neulich gerade ein erfolgreicher FDP Mann ausgetreten.
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/holger-zastrow-fdp-austritt-100.html
Wenn ich wetten müsste würde ich sagen,dass die schnell untergeht, weil die Konkurrenz neben CDU,AfD, BSW und fw, zu groß ist, vielleicht unterschätze ich Maaßen aber auch.

Auf das neue Wahlrecht hätte man sich zusammen mit der Union einigen müssen, der Entwurf jetzt erscheint mir zwar besser als das aktuelle aber auch nicht sinnvoll weil es anscheind,glaube ich, zu lasten von Direktmandaten gegenüber Listenplätzen geht und das kann eigentlich nicht sein, weil direkt Gewählte Politiker da einen Vorteil haben sollten. Keine Lust mich da jetzt nochmal reinzulesen.  :D
https://www.deutschlandfunk.de/wahlrechtsreform-wie-der-bundestag-verkleinert-werden-soll-100.html
Aber da wird ja auch gegen geklagt, vielleicht wird es dadurch ja nichts.

Das Forum hinkt immer, weil asymmetrisch geschrieben wird. Der Eine schreibt groß und blumig und der Nächste sehr verkürzt. Man kann viel zu viel in den Zeilen lesen und lange Ausführungen nicht mit Zwischenfragen klären. Es ist schwer gegenseitiges Verständniss herzustellen.
Es fehlt Mimik und Ton. Es kann viel falsch verstanden werden, was heikel ist, weil das Thema heikel ist und Gesagtes oder Gelesenes sehr schnell in den falschen Hals gerät.
Auch wird ganz oft nicht fokusiert. Das Gespräch fächert aus und mäandert so herum oder wichtige Punkte werden in einer Antwort fallengelassen. Es wird kein Schlusstrich gezogen, bevor man schon im nächsten Detail hängt.
Darauf könnte man vielleicht achten. But, Ain't Nobody Got Time for That. Deswegen denke ich, dass geschriebene Kommunikation nicht funktioniert. Zumindest nicht, wenn sich die Schreibenden nicht bereits etwas kennen und wissen wie geschriebenes gemeint ist.

Ich hab nen Kollegen der AFD wählt. Mit dem habe ich mich auf der letzten Feier länger unterhalten. Das hat schon funktioniert und hat mir mehr gebracht als wir hier in 50 Seiten Forum an gegenseitigen Unterstellungen hinbekommen.  ;)

Da hast du recht, gerade im Internet wird auch viel gegen Strohmänner argumentiert weil man viel in Aussagen reinliest und weil man das gegenüber einer bestimmte Gruppe zuordnet und dem vielleicht Meinungen zuschreibt denen man vorher begegnet ist. Ich finde solche offenen Diskussionen trotzdem wichtig, weil sich das ganze sonst in abgeschlossenen Gruppen verlagert in denen  dann oft alle der gleichen Meinung sind und bestimmte Dinge dann einfach nicht hinterfragt werden.

Eben. Ignorieren bringt nichts. Deshalb beschäftige ich mich intensiv mit ihnen. Indem ich Gegenrede leiste, nicht, indem ich sie durch Gesprächsangebote legitimiere.

Merke: auch eine undemokratische Partei kann demokratisch gewählt werden.

Was meinst du, was passiert, wenn jemand anfängt, mit der AfD zu reden? Genau. Diese Partei wird dadurch legitimiert, sprich, es wird vollkommen normal, eine extremistische Partei zu wählen.

Das erschreckende ist, dass das sogar hier im Forum passiert.
Der Tenor hier ist mittlerweile nicht „du wählst eine extremistische Partei, das ist scheiße“, sondern „du wählst eine extremistische Partei, aber hey, wir reden jetzt einfach ganz lange drüber und schauen mal was so passiert und schönen Abend dir“.


Um was geht es also bei diesen Gesprächen?


Und: was zum Teufel ist falsch daran, Rechtsextremisten zu verteufeln? Das meine ich damit: diese Legitimation ist unerträglich.
Viele der AfD Wähler sind unentschlossene und Protestwähler, ich habe neulich mit jemandem gesprochen der Höcke auch scheiße findet, die AfD aber als Druckmittel auf die restlichen Parteien sieht, wenn du die automatisch in die "böser Rechtsextremist" Ecke stellst verlierst du die.20% zeigen ja das die Strategie die man Jahrelang mit der Ächtung und dem ignorieren von Menschen und Meinungen gefahren hat nicht mehr funktioniert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Februar 2024, 22:21:07
Sorry, das sehe ich anders: Wenn ich das Gespräch suche, dann kann ich doch in dem Gespräch entschieden extremistischen Ansichten widersprechen und klar machen, dass das sowas keinen Platz in der Gesellschaft hat. Außerdem setzt diese These ja voraus, dass man es bei AfD-Wählern nur mit Leuten mit extremistischen Ansichten zu tun hat. Genau das ist ja aber nicht der Fall und es geht um die Leute, die frustriert von der Entwicklung im Land sind und sich deshalb der AfD zuwenden, weil die "wenigstens die Probleme anspricht, auch wenn sie selbst keine Lösungen hat" (so oder ähnlich kann man das verschiedenen Umfragen dazu entnehmen). Den Leuten kann man schon im Gespräch klar machen, dass die AfD eben der falsche Platz für ihren Protest ist. Mir ist das jedenfalls auch schon im persönlichen Gespräch gelungen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Person überhaupt Interesse an anderen Perspektiven hat. Ist dem nicht so, hilft natürlich nur die entschiedene Gegenrede, um zumindest die Grenze zu ziehen, da hast du schon Recht.

Ich könnte dich genauso fragen, wann und wo man AfD-Wähler zurückgeholt hat, indem man sie aus dem politischen Diskurs ausgegrenzt hat. Wenn 20% der Deutschen bei der nächsten Bundestagswahl die AfD wählten, wie viele davon wären Rechtsextremisten und für die Demokratie verloren? Wie viele wären für die Demokratie aus anderen Gründen verloren? Und wie viele ließen sich möglicherweise davon überzeugen, den Rechtsextremisten den Rücken zu kehren, weil sie es selbst eben nicht sind - sondern "nur" frustriert? Und was wäre wahrscheinlicher, um sie zurückzuholen: Ihnen zu sagen, wie scheiße es ist, dass sie die AfD gewählt haben und das für sowas kein Platz in der Gesellschaft ist? Oder sich anzuhören, was zu ihrer Entscheidung geführt hat und diese Gründe (solange sie eben nicht extremistischer Natur sind) ernst zu nehmen, dabei aber gleichzeitig deutlich zu machen, was an der Wahl der AfD problematisch ist und warum diese keine der Probleme, die zur AfD-Wahl geführt haben, lösen wird (was in einem Großteil der Fälle zutreffend sein wird, denn das Wahlprogramm der AfD ist ein dampfender Haufen Mist)? Ich halte Letzteres für deutlich plausibler und kann zumindest persönlich sagen, dass es zum Erfolg führen kann. Ob sich das auf einen größeren Maßstab übertragen bzw. verallgemeinern lässt, weiß ich natürlich nicht. Aber es muss für mich persönlich ja auch gar nicht in einem größeren Maßstab funktionieren.

Zur Opferrolle: Mag sein, dass du da Recht hast. Aber das macht es ja nicht besser, die Leute noch weiter an den Rand zu drängen. Im Grunde ist das aber alles müßig, denn das beste Mittel gegen diese widerwärtige Entwicklung ist ohnehin eine Politik, von der der Großteil der Bevölkerung profitiert (ja, ich weiß, DragonFox, die Diskussion hatten wir schonmal :D) und die in der Lage ist, unbequeme, aber notwendige Entscheidungen nachvollziehbar zu vermitteln.


Du gehst davon aus, dass der Mensch, der da vor dir sitzt, zugänglich ist für deine Argumentation. Das ist extremst selten der Fall. Du musst bedenken, dass du es nicht mit einem Kind zu tun hast, das zu dir aufschaut, sondern mit einem Erwachsenen, der spätestens nach dem ersten Satz auf dich herabschaut, nämlich sobald du ihm klar machen willst, dass dies oder jenes nicht akzeptabel ist.

Und du verstehst mich falsch. Ich will AfD-Wähler nicht umdrehen. Ich habe diese Hoffnung nicht. Für mich ist jemand, der sich wissentlich dazu entscheidet, alle bisherigen Worte und Taten der AfD zu ignorieren und sie trotzdem zu wählen, verloren. Das wars. Der wird nicht anders, nur weil er beim nächsten Mal vllt wieder CDU wählt, nur um beim übernächsten Mal wieder Extremisten zu wählen, weil ihm die CDU-Regierung zu lasch war.

Ich hab ja geschrieben: Vorausgesetzt, dass die Person Interesse an anderen Perspektiven hat, sprich Argumenten zugänglich ist. Was die Zugänglichkeit für Argumentation anbelangt, ist wohl unser Menschenbild einfach unterschiedlich. Klar, unsere Gesellschaft entwickelt sich leider eher weg von einer solchen Diskussionskultur und bei sowas geht's auch immer ein Stück weit um die eigene Identität. Also letztlich etwas, bei dem man sich leicht mal angegriffen fühlt. Den Versuch ist es aber meiner Meinung nach immer wert.

Zu deinem zweiten Absatz: Aber was machst du, falls wirklich 20% die AfD wählen oder in ostdeutschen Bundesländer gar 30%? Sind die alle verloren und werden auf alle Zeiten dem Rechtsextremismus anheim gefallen sein? Ist das nicht fatalistisch?

@Viking: Sorry, ich kann jetzt auf die Schnelle nicht auf alles eingehen, aber die Vergleiche mit Ungarn und Polen finde ich gruselig (von Trump und seinen Plänen ganz zu schweigen). Schau dir mal an, wie's in Ungarn um die Pressefreiheit und den Rechtsstaat bestellt ist. Ich würde da nicht leben wollen. In Polen hat die PiS in 8 Jahren auch ordentlich den Rechtsstaat ausgehöhlt. Oder wie ist es mit der Türkei? Erdogan wird doch auch immer demokratisch gewählt, oder nicht? Autokraten nutzen gerne die Fassade der Demokratie, um ihren Machterhalt zu legitimieren. Das macht diese Staaten aber nicht zwingend demokratisch. Polen und Ungarn hätten da auch schon längst viel härter von der EU abgestraft gehört.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 22:33:06
Äh, natürlich ist das fatalistisch. Der Fakt, dass 20% eine rechtsextreme Partei gewählt haben, bleibt ja bestehen. Ich weiß auch nicht, was sich manche erhoffen. Wer einmal eine rechtsextreme Partei gewählt hat, wird das beim nächsten Mal wieder tun, wenn ihm die aktuelle Regierung nicht passt. Das erhöht gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir irgendwann eine rechtsextreme Regierung bekommen, einfach weil das Wählen einer solchen kein No-Go ist/nicht verboten wird (durch ein Parteiverbot).

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 04.Februar 2024, 22:42:57
Das Bedürfnis nach Sicherheit, sowohl wirtschaftlich als auch physisch, dass doch viele Menschen haben, wird momentan aber nicht gestillt und die für viele verursachenden Faktoren werden von der Regierung nicht nur ignoriert, sondern teilweise sogar unterstützt. So zumindest meine Wahrnehmung.
Zudem fragt sich der Mensch, der fast 3000 € Brutto verdient und davon dann Netto 2000 übrig hat warum mit 1/3 seines Geldes (so denken die Leute, ich weiß, dass die Lohnsteuer in dem Fall nur etwa 30% der Gesamtabgaben ist) der Staat eignetlich nix für ihn tut, sondern ein Milliardengrab nach dem näcshten auf macht und dann noch überall Geld im Ausland verschenkt.
Diejenigen die weiter denken, wissen dann noch, dass von den 2000 Euro die sie übrig haben nochmal 500+ an den Staat gehen, sofern sie sie ausgeben. Wer weiß, dass 700 seiner Euros bei den Sozialversicherungen gelandet sind, der fragt sich vielleicht, warum es 6 Monate dauert, bis er einen Facharzttermin bekommt, ob wenn er mit Rente an der Reihe ist es überhaupt noch Rente gibt oder ob er vielleciht bis 75 oder bis er kaputt ist arbeiten muss. Mit 2000 Euro sollte man ganz gut über die Runden kommen, für viele ist das aber eine echte Herausforderung.

Ich finde zudem dass Remigration nichts mit Ausländer- oder Menschenfeindlichkeit und Rassismus zu tun hat. Es gibt eine Menge Asylsuchende in Deutschland, die kein Anrecht auf Asyl haben. Wenn daas also geklärt ist: Auf Wiedersehen, es sei denn sie haben Arbeit.
Jemand der in Deutschland eine Straftat begeht und keinen deutschen Pass hat sollte kompromisslos, wenn nötig nach Verbüßen seiner Strafe, des Landes verwiesen werden. Ob der jetzt ne Packung Kaugummi geklaut oder einen Mord begangen hat spielt dabei keine Rolle.
Unsere eigenen Kriminellen, Arschlöcher, Idioten und Leute, die keinen Beitrag zur Gesellschaft leisten nicht raus werfen, das heißt aber nicht, dass wir die Quote mit Menschen ohne deutschen Pass noch erhöhen müssen.
Hier kann gerne jeder her kommen, der kein Fanatiker oder Extremist in irgendeine Richtung, sei es politisch oder religiös ist und die Gesetze seines Gastgebers achtet und versucht ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu sein. Optimalerweise hat er sich bevor er her kommt bereits um Arbeit gekümmert.

Ebenfalls willkommen sind alle echten Asylsuchenden. Mein ehemaliger Mitbewohner kam 2015 als Kriegsflüchtling aus Syrien. Der ist einigermaßen gut integriert, hat eine gute Ausbildung bekommen und bis vor Kurzem einen guten Job gehabt (der war einer der  Bauleiter am Elbtower.)
Laut eigener Aussage wurde er vom Staat sehr großzügig behandelt, hatte schnell Deutsch gelernt, Abi gemacht und dann halt studiert. Abgesehen davon, dass Putzen und Hygiene nicht so seins waren hatte ich mit ihm nie ein Problem. Nett, gebildet, meistens zurückhaltend, rücksichtsvoll und immer Bereit zu helfen falls nötig.
Privat lebte er trotzdem meist in einer Art Parallelgesellschaft, die hauptsächlich aus arabischstämmigen Männern bestand. Das ist okay, die waren alle respektvoll. Das ging so weit, dass wenn ich im Raum war statt Arabisch Deutsch geredet wurde, damit ich alles verstehen kann.
Da würde ich aber niemals fordern, dass man ihn wieder wegschickt, wenn es in Syrien für ihn wieder sicher wäre.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 22:53:00
Entschuldige White, aber deine Aussage, dass es viele Asylsuchende in Deuschland gibt, die keine Recht auf Asyl haben, ist falsch. Aktuell gibt es in Deutschland 51.000 vollziehbar Aisreisepflichtige. Bei 80 Millionen Einwohnern.

https://www.proasyl.de/thema/fakten-zahlen-argumente/#abschiebungen

Das ist eines der Beispiele, warum man die AfD nicht inhaltlich stellen kann. Diese Zahlen sind öffentlich verfügbar und kommuniziert, es juckt aber keinen. Ein AfD-Wähler will einfach keine Flüchtlinge im Land. Fertig.

„Es sei denn, sie haben Arbeit“. Entschuldige nochmal, arbeitest du gerade? Die Industrie würde liebend gerne Flüchtlingen Arbeit bieten. Wenn sie denn arbeiten dürften (die Situation hat sich in den letzten Monaten jedoch verbessert).

Edit: kleine Grafik von 2021
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 04.Februar 2024, 22:55:39
Zudem fragt sich der Mensch, der fast 3000 € Brutto verdient und davon dann Netto 2000 übrig hat warum mit 1/3 seines Geldes (so denken die Leute, ich weiß, dass die Lohnsteuer in dem Fall nur etwa 30% der Gesamtabgaben ist) der Staat eignetlich nix für ihn tut, sondern ein Milliardengrab nach dem näcshten auf macht und dann noch überall Geld im Ausland verschenkt.

Boah, ich hasse diese Formulierung. Zum einen, weil Entwicklungshilfe eins der ganz wenigen Ressorts ist, wo in Spitzenpolitik gelegentlich mal langfristiger gedacht wird als von heute bis zum nächsten Wahl- und Popularitätskampf. Und sei es, weil es a bisserl unseriös wirkt, wenn Germany's Next Regierung die Hilfen ihrer Vorgänger einfach rasiert. Zum anderen sind die Hauptverursacher der hohen Abgaben ganz andere. Und gehen Jahrzehnte zurück: Politik die selbst in fetten Jahren lieber kurzfristige "Wahlgeschenke" statt Reformen angeschoben hat, inklusive Sozialsysteme und deren Finanzierung. Stetig steigende Verschuldung inklusive. Solange das ein auch von uns befeuerter Popularitätswettbewerb ohne Nachhaltigkeitskontrollen bleibt, wird sich da auch wenig dran ändern. Oder wie es das Bonmot besagt:  "Eher legt sich ein Hund einen Wurstvorrat an als eine demokratische Regierung eine Haushaltsreserve."

Zudem habe ich gestern den Fehler gemacht, mir den Stream einer AfD-Veranstaltung zu "gönnen". Und es war zum Glück nur ein Teil. Denn was (auch) von der AfD für eine Stammtisch-Polemik zum Thema gefahren wird, lässt mich daran zweifeln, dass jemals vernünftig und nachhaltig Politik gemacht werden kann. Zunächst: Beim Thema Sparen muss auch die Entwicklungshilfe auf den Tisch. Aber wenn man sie radikal rasiert, nun, China gefällt das. Die pumpten alleine Hunderte Milliarden Euro bislang in Afrika. Und Deutschland ist nach wie vor weder allein auf der Welt. Noch ist es ein Land, das über sonderlich viele Ressourcen verfügt. Jetzt zu gestern... lass mich mal kurz venten, sorry. :D


----------

Keine Ahnung, warum. Mein Samstagabend musste sinnlos sein. Aber ich hatte mir wie gesagt einen Teil einer Livestream-Veranstaltung der AfD gegeben.

Und wieder holen sie die ollen Kamellen raus: die angeblich Hunderten Millionen für Fahrradwege in Peru (es ist ein Bruchteil, dazu kein Geschenk, sondern Kredit)  -- und ein gezeichnetes Bild von Entwicklungshilfe generell, als wäre das Geld, mit denen manche auch noch "die Außerirdischen retten würden" (kein Scheiß, Zitat).

Gegröle im Publikum. Applaus.

Wunsch bei mir, Politiker für wiederholte, bewusste Falschaussagen haftbar zu machen. Nicht nur AfD, mind you. Politischer Wahlkrampf ist schlimmer als die schlimmste Fernseh- und Klingeltonwerbung der Welt. Ja, inklusive dem Crazy Frog. Geh schauts: Macht euch doch einfach nackig und tätowiert euch dick WÄHLT MICH!! auf euren Po. Kommt in ungefähr genauso subtil. Aber das hier ist wieder Next Level. Der Vorredner (kurz vor dem politischen Ruhestand, wills 2024 noch mal wissen) packte nämlich noch mal die Räuberpistole aus, dass ukrainische Flüchtlinge mehr Kohle erhielten als doitsche Rentner. AfDler wissen, wie sie AfD-Publikum triggern können.

Namen der gefeierten Stammtischredner sind unwichtig, das wäre doch nur wieder Wahlwerbung für sie und den richtigen Leuten, die's lesen. Trotzdem, wenn ich so was mitkriege: I don't want to live on this planet anymore.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 04.Februar 2024, 23:10:56
Entschuldige White, aber deine Aussage, dass es viele Asylsuchende in Deuschland gibt, die keine Recht auf Asyl haben, ist falsch. Aktuell gibt es in Deutschland 51.000 vollziehbar Aisreisepflichtige. Bei 80 Millionen Einwohnern.

https://www.proasyl.de/thema/fakten-zahlen-argumente/#abschiebungen

Das ist eines der Beispiele, warum man die AfD nicht inhaltlich stellen kann. Diese Zahlen sind öffentlich verfügbar und kommuniziert, es juckt aber keinen. Ein AfD-Wähler will einfach keine Flüchtlinge im Land. Fertig.

„Es sei denn, sie haben Arbeit“. Entschuldige nochmal, arbeitest du gerade? Die Industrie würde liebend gerne Flüchtlingen Arbeit bieten. Wenn sie denn arbeiten dürften (die Situation hat sich in den letzten Monaten jedoch verbessert).

Edit: kleine Grafik von 2021

Man schiebt nicht ab nach Syrien, Afghanistan usw. auch wenn nachweislich schwerste Straftaten begangen wurden, doppelte Staatsbürgerschaft, "eingedeutschte"...
Hatten wir alles letztens schon und schließlich festgestellt, war schon immer so.

Deine persönliche Spitze spricht für dich!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 23:17:54
Und wieviele Menschen sind das, die schwerste Straftaten begangen haben? Es ging um die Aussage „viele“. Jemand, der deutsch und noch ne andere Staatsbürgerschaft hat, ist also weniger deutsch?

Welche persönliche Spitze?

Edit: ach, du meinst „arbeitest du gerade“? Äh, ich weiß, dass White auf Arbeitssuche ist oder war, deshalb die Frage, und die auch überhaupt nicht wertend, denn jemand, der aktuell nicht arbeitet, muss nicht zwingend wissen, wie es in der Industrie aktuell aussieht.
Sollte ich dir aif den Schlips getreten sein, White, sorry.

Aber dass du mir hier eine persönliche Spitze unterstellst, spricht für dich, Leland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Februar 2024, 23:50:06
Es ist genau diese Verharmlosung...
Mit dir diskutieren zu wollen ist wirklich komplett sinnlos, aber ich habe es wenigstens versucht. Mehr kann ich nicht tun.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 04.Februar 2024, 23:54:34
Dann geht es dir mit mir wie mir mit AfD-Wählern. Diskutieren bringt da scheinbar nichts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 04.Februar 2024, 23:55:04
Zudem fragt sich der Mensch, der fast 3000 € Brutto verdient und davon dann Netto 2000 übrig hat warum mit 1/3 seines Geldes (so denken die Leute, ich weiß, dass die Lohnsteuer in dem Fall nur etwa 30% der Gesamtabgaben ist) der Staat eignetlich nix für ihn tut, sondern ein Milliardengrab nach dem näcshten auf macht und dann noch überall Geld im Ausland verschenkt.

Boah, ich hasse diese Formulierung.
Die Formulierung habe ich bewusst so gewählt, weil ich eben beschreiben wollte, wie es für viele wirkt. Mir musst du nicht sagen, dass die Entwicklungshilfen zumindest größtenteils nützlich sind. Letztlich werden ohnehin Werte hin und her geschoben, die es gar nicht gibt.
Da gibt es ganz andere Dinge wo Geld verbrannt wird.

Entschuldige White, aber deine Aussage, dass es viele Asylsuchende in Deuschland gibt, die keine Recht auf Asyl haben, ist falsch. Aktuell gibt es in Deutschland 51.000 vollziehbar Aisreisepflichtige. Bei 80 Millionen Einwohnern.
Nur weil jemand nicht abgeschoben wird und nicht ausreisepflichtig ist, heißt das nicht, dass er nach geltendem Recht hier bleiben dürfte. Dürfen aber die meisten, die Gesetzeslage wird ignoriert.
2023 war die Quote der genehmigten Asylanträge bei ca. 52%, 2022 meine ich 56%. In beiden Jahren gab es zusammen fast 500000 Anträge. Das heißt etwa 200000 wurden abgelehnt. Die Mehrzahl davon ist noch hier.

„Es sei denn, sie haben Arbeit“. Entschuldige nochmal, arbeitest du gerade? Die Industrie würde liebend gerne Flüchtlingen Arbeit bieten. Wenn sie denn arbeiten dürften (die Situation hat sich in den letzten Monaten jedoch verbessert).
Dazu gleich mehrere Punkte. Ich setze Flüchtlinge nicht mit Migranten gleich und daher sind Asylsuchende eben nicht automatisch Flüchtlinge. Denn die Asylanträge der legitimen Flüchtlinge gehen durch. Dass es rechtlich bis vor kurzem unmöglich war als Asylant in Deutschland zu arbeiten ist mir bekannt. Finde ich auch ziemlich bescheuert, aber nochmal: Meine Aussage bezeiht sich nicht auf die Asylberechtigten, sondern eben auf die Migranten, die versuchen sich Asyl zu erschleichen. Gegen geregelte Migration habe ich nichts einzuwenden. Bevorzugt wenn vor der Migration Wohnsituation und Arbeitsstelle geklärt werden.
Es muss aber eine Unterscheidung geben zwischen Flüchtlingen, die her kommen weil in ihrem Herkunftsland ihre Sicherheit nicht gewährleistet ist und Migranten/Wirtschaftsflüchtlingen, die mehr Lebensqualität suchen. Und davon muss man dann nochmal die trennen, die herkommen um ins Sozialsystem einzuwandern.

Wenn du mich zu dir nach Hause einlädst, mir ein lecker Essen servierst und dein Gästezimmer zum übernachten anbietest helfe ich dir mit Sicherheit beim Aufräumen und sehe zu, dass ich kein Ärgernis für dich bin und unterstütze dich im Rahmen meiner Möglichkeiten und so sehr du das als Gastegeber zulässt. Und selbst wenn du nein sagst habe ich zumindest gefragt ob ich was helfen kann.
Ich komme nicht uneingeladen durch die offene Hintertür, fresse deinen Kühlschrank leer und kacke dir auf den Wohnzimmertisch und plündere dein Sparschwein, bevor ich versuche deine Frau zu verführen oder schlimmer. Das gehört sich nämlich nicht und ist außerdem, zumindest in Deutschland, verboten. Würde ich es trotzdem versuchen würdest du doch auch zumindest versuchen mich rauszuwerfen oder jemanden (z. B. die Polizei) rufen um mich zu entfernen.

Und nein, das letzte ist kein Bezug auf "da kommen nur junge Männer, die uns unsere Frauen wegnehmen." Es passt nur einfach schön ins Bild von "ich gehe in ein fremdes Haus und benehme mich unter aller Sau."


Auf die Frage ob ich gerade arbeite wäre die dumme Antwort, die ich eigentlich geben wollte "nein, aber ich hab einen deutschen Pass, mich kann man nicht rauswerfen."
Die richtige Antwort ist "ich habe nachdem ich bei meiner alten Arbeitsstelle raus war erstmal 4 Monate studiert. Selbstverständlich kein Bafög. Dann habe ich ein paar Monate ALG1 bekommen, danach Krankengeld. Bis Ende letzten Monats und jetzt wieder ALG1, da ich die 7x Wochen Krankengeld für die gleiche Erkrankung innerhalb von 3 Jahren ausgeschöpft hatte. Ich habe, wenn insgesamt auch nur knapp 9 Jahre in die Sozialversicherung eingezahlt. Sicherlich bekomme ich da unterm Strich jetzt mehr raus, als ich eingezahlt habe und ich würde auch lieber arbeiten, das ist gesundheitlich aktuell nicht möglich. Irgendwann Anfang nächstes Jahr läuft mein Anspruch auf ALG1 dann auch ab. Ich hoffe ich brauche es dann nicht mehr, der nächste Schritt wäre sonst Erwerbsminderungsrente. Es ist fantastisch, dass wir solche Auffangnetze haben und ich bin sicher der letzte, der etwas gegen den Sozialstaat sagt.

Edit: Oh, du meintest das in Bezug darauf, ob ich drin bin, was die Wirtschaftslage angeht. Auch nicht weniger als vorher. Ich habe ziemlich viel Zeit und ziemlich wenig zu tun. Ich kann mir zwar nicht mehr alles merken was ich lese, aber ich lese einigermaßen viel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.Februar 2024, 00:02:18
Wer einmal eine rechtsextreme Partei gewählt hat, wird das beim nächsten Mal wieder tun, wenn ihm die aktuelle Regierung nicht passt.
Tut er nicht:
AfD 2017: 12,6%
AfD 2021: 10,3%

Die Ampel hat es tatsächlich geschafft, diesen Wert zumindest in Umfragen zu verdoppeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 05.Februar 2024, 00:05:42
Wer einmal eine rechtsextreme Partei gewählt hat, wird das beim nächsten Mal wieder tun, wenn ihm die aktuelle Regierung nicht passt.
Tut er nicht:
AfD 2017: 12,6%
AfD 2021: 10,3%

Die Ampel hat es tatsächlich geschafft, diesen Wert zumindest in Umfragen zu verdoppeln.

Sag ich doch. Aktuelle Regierung passt nicht, wird halt rechtsextrem gewählt. Und die bisherigen Nichtwähler fröhlich mit.
Man muss sich ja nur mal die Daten zur Wählerwanderung anschauen. Die meisten kommen von der Union. Klar, da wird der ein oder andere schon nochmal CDU/CSU wählen in seinem Leben. Aber halt auch nochmal AfD. Beispiel LTW Bayern:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/wer-die-afd-gewaehlt-hat-und-warum-analyse-zur-landtagswahl,TsNDoit
Ich glaube einfach, dass jemand, der sich einmal wissentlich auf diesen Pfad begeben hat, ihn auch ein zeites Mal gehen wird.

@White:
die Schutzquote liegt 2023 bei über 70%.

Die bereinigte Schutzquote ist die Schutzquote von Menschen, deren Asylanträge in Deutschland inhaltlich überprüft werden. Sie speist sich aus der Zahl aller Asylentscheidungen minus der sogenannten formellen Entscheidungen. Von der Gesamtzahl aller Asylentscheidungen werden also die Fälle abgezogen, die sich anderweitig erledigt haben und nicht inhaltlich vom BAMF entschieden wurden. Die bereinigte Schutzquote liegt damit höher als die Gesamtschutzquote und ist wichtig, um zu zeigen, dass die Menschen, die in Deutschland ankommen, relevante Schutzgründe haben und entgegen der Behauptung, dass es sich um sogenannte irreguläre Migrant*innen handele, auch Schutz erhalten.

https://www.proasyl.de/pressemitteilung/schutzquote-weiter-auf-rekordniveau-pro-asyl-zu-den-asylzahlen-2023/

Zum letzten Abschnitt: darauf wollte ich wie gesagt nicht hinaus, sondern wissen, ob bekannt ist, dass die Industrie Geflüchtete gerne eingliedern würde, sich das aber aufgrund der gesetzlichen Lage aber schwierig gestaltet. Aber auch da wäre man falsch bei der AfD, denn die würden den gesetzlichen Rahmen dafür überhaupt gar nicht schaffen wollen.


Dass übrigens auch kräftige Gegenrede AfD-Wähler umdrehen kann, zumindest kurzfristig, zeigen jüngste Umfragen:
https://www.fr.de/politik/aktuelle-umfrage-sonntagsfrage-afd-rutscht-ab-parteiverbot-demonstrationen-news-zr-92810433.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Februar 2024, 08:16:46
Wer einmal eine rechtsextreme Partei gewählt hat, wird das beim nächsten Mal wieder tun, wenn ihm die aktuelle Regierung nicht passt.
Tut er nicht:
AfD 2017: 12,6%
AfD 2021: 10,3%

Die Ampel hat es tatsächlich geschafft, diesen Wert zumindest in Umfragen zu verdoppeln.

Das allein auf die Ampel zu schieben, ist eine vereinfachende Darstellung komplexer Sachverhalte.



@White: Dass es viele Probleme im Land gibt, bestreitet hier auch niemand. Ja, es bleibt zu wenig vom Lohn übrig, ja, es gibt unsinnige Staatsausgaben (Entwicklungshilfe gehört nicht dazu) und ja, der Blick auf die Rentenpolitik ist gruselig. Aber warum läuft es - bei dir und auch bei anderen - dann direkt wieder auf das Thema Migration hinaus? Was hat die Migration damit zu tun, dass die Steuerlast in Deutschland hoch ist und die Regierung die Lebenshaltungskosten nicht nachhaltig gesenkt bekommt? Was hat die Migration damit zu tun, dass Deutschland in eine Energiekrise gerutscht ist, weil eine CDU-geführte Regierung die Republik in eine gefährliche Abhängigkeit von der Versorgung mit russischem Gas geführt hat, die durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine gekappt wurde? Was hat die Migration damit zu tun, dass die Infrastruktur in Deutschland verkommt, dass wir in der Digitalisierung nicht vorankommen, dass es bei der Transformation in Richtung Klimaneutralität an allen Ecken und Enden knirscht und so weiter und so fort? Und bietet die AfD für irgendeins dieser Probleme eine Lösung an? Spoiler: Nein! Also nochmal die Frage: Warum wird direkt wieder dieses Thema aufgemacht? Was ist so viel relevanter daran, als an den o.g., dass man darüber diskutiert und das Gefühl entsteht, hier würde ein riesiges Thema von der Politik ignoriert und nur die AfD spreche es an? Auch das ist nämlich Unsinn. Die anderen Parteien thematisieren Migration ebenso. Klar, die Diskussion ist nicht immer befriedigend und man würde sich da vielleicht auch mehr Transparenz und Offenheit wünschen, aber dass es ignoriert würde, ist halt schlicht falsch. Unlängst hat die Regierung ein Gesetz mit dem Ziel der beschleunigten Abschiebung beschlossen, das ging vielen Grünen bzw. generell Menschen aus dem linken Spektrum schon zu weit. Ist halt ein Kompromiss. Im Übrigen wäre auch hier KI-Guardiolas Nachhaltigkeitsampel angebracht.

Zum Begriff Remigration: Ja, der Begriff an sich ist neutral und findet in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen Anwendungen (unter anderem auch in der Geschichtswissenschaft). Das Problem ist also nicht der Begriff an sich, sondern wie Rechtsextreme ihn als verharmlosende Bezeichnung für weitaus umfassendere und menschenverachtende Vorhaben zu nutzen:
Zitat
Im Kontext der aktuellen Migrationsdebatte in Deutschland wird der Begriff Remigration anders als bei seiner Verwendung im wissenschaftlichen Kontext insbesondere zur Legitimation problematischer politischer Positionen genutzt. Politische Akteure des rechten und rechtsextremen Spektrums unterziehen den in der Exil- und Migrationsforschung etablierten wertfreien Begriff einer ideologischen Vereinnahmung und Umdeutung, und verwenden ihn, um ihre Pläne zur Zwangsausweisung und Deportation von Zugewanderten zu kaschieren.
Quelle: https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/remigration (https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/remigration)

Oder hier die Begründung bei der Ernennung zum "Unwort des Jahres":
Zitat
Der aus der Migrations- und Exilforschung stammende Begriff, der verschiedene, vor allem freiwillige Formen der Rückkehr umfasst (darunter die Rückkehr jüdischer Menschen aus dem Exil nach 1945), wird bewusst ideologisch vereinnahmt und so umgedeutet, dass eine – politisch geforderte – menschenunwürdige Abschiebe- und Deportationspraxis verschleiert wird. Die Neue Rechte zielt mit dem Wortgebrauch darauf ab, kulturelle Hegemonie und ethnische Homogenität zu erlangen. Das, was mit der Verwendung des Wortes gefordert wird, verletzt freiheitliche und bürgerliche Grundrechte von Menschen mit Migrationsgeschichte. Das Eindringen und die Verbreitung des vermeintlich harmlosen und beschönigenden Ausdrucks in den allgemeinen Sprachgebrauch führt zu einer Verschiebung des migrationspolitischen Diskurses in Richtung einer Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Positionen.
Quelle: https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2024/unwort-des-jahres-2023-remigration (https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2024/unwort-des-jahres-2023-remigration) (Ich weiß, ist auch im Link oben zitiert, wollte hier aber die Ursprungsquelle angeben)

Das Spielchen kennen wir doch schon: Rechtsextreme Redeweisen übernehmen, heißt, diese zu legitimieren und salonfähig zu machen - und damit auch deren Positionen. Wenn du dich also nicht wissenschaftlich mit dem Thema befasst, ist bei der Verwendung des Begriffs Vorsicht geboten, will man den Umtrieben vom rechten Rand keinen Vorschub leisten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 05.Februar 2024, 08:47:30
Ich bin nicht derjenige, der das Migrationsthema immer wieder aufmacht, es ist einfach Omnipräsent. Zudem kann nicht bestritten werden, dass der Anteil an Gewalttaten durch Ausländer in Deutschland exorbitant hoch ist.
Ich glaube ich sagte vor einigen seiten schon, dass wir kein Migrationsproblem haben, sondern viele Probleme irgendwie in Zusammenhang mit der Massenmigration stehen und deshalb für viele Ottonormalbürger auch als Symptom des "Niedergangs" wahrgenommen werden.
Und da die etablierten Parteien sich mit dem Thema nicht sehr kritisch auseinander setzen melkt die AfD es zu Tode. Und das funktioniert ganz gut.
In der NZZ gibt es einen lesenswerten Artikel zum Thema. Die kann man jetzt kaum als Rechtsextrem (auch wenn manche das behaupten) und schon gar nicht als Schundblatt bewerten.https://www.nzz.ch/international/es-gab-keinen-masterplan-remigration-zu-besuch-im-potsdamer-landhaus-adlon-ld.1775950
Ich möchte den Artikel auch gar nicht weiter kommentieren, er wirft aber doch einige Fragen auf. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.Februar 2024, 09:59:23
Das allein auf die Ampel zu schieben, ist eine vereinfachende Darstellung komplexer Sachverhalte.
Die Union hat an der Misere sicherlich auch Schuld, aber nach der letzten Unionsregierung lag die AfD ja "nur" bei 10%. Weswegen wollen die Leute denn plötzlich AfD wählen, wenn das nicht an der miserablen Politik gegen die Interessen der Bürger liegen soll?
Internationale Krisen und Krieg hin oder her, die Ampel tut nichts dafür, dass die Folgen für die Bürger möglichst abgefedert werden. Im Gegenteil, man zieht stur seine Agenda durch (Atomausstieg) und macht Politik, die die Probleme noch verschlimmern und die Menschen in Deutschland noch stärker belasten. Das ist völlig widersinnig.
Gleiches passiert in Sachen Wirtschaftskrise, anstatt wenisgtens zu versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln gibt auch hier immer mehr Kosten und immer mehr Bürokratie, man schiebt aber wohl Intel 10 Mrd. EUR für 3.000 Arbeitsplätze rein. Auch das ist völlig widersinnig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Februar 2024, 10:47:07
Ich bin nicht derjenige, der das Migrationsthema immer wieder aufmacht, es ist einfach Omnipräsent. Zudem kann nicht bestritten werden, dass der Anteil an Gewalttaten durch Ausländer in Deutschland exorbitant hoch ist.

Es ist omnipräsent, weil es dazu gemacht wird. Zum Beispiel von Leuten, die bei jeder Gelegenheit einen Haken zu dem Thema schlagen. In der Realität ist es eines von vielen Themenfeldern, in denen es gilt, Probleme zu lösen, denn selbstverständlich knirscht es da ordentlich (im Übrigen sollte der Rechtsstaat schon einen Unterschied zwischen jemandem kennen, der ein Kaugummi geklaut hat und einem Gewaltverbrecher). Und natürlich hast du das Thema wieder aufgemacht, genauso wie neulich schon: Du schreibst über allgemeine Probleme im Land, um dann im nächsten Absatz wieder über Migration zu schreiben. Ich meine das gar nicht als Vorwurf, sondern stelle es nur fest und würde es gerne verstehen. Ich frage daher nochmal: Was ist so viel relevanter daran, als an anderen von mir beispielhaft genannten Themen, dass es offenbar eine so große Rolle für dich spielt? Du schreibst, dass "viele Probleme irgendwie in Zusammenhang mit der Massenmigration stehen". Was heißt irgendwie? Du hast die Kriminalität genannt (dazu hier übrigens ein paar interessante Fragen und Antworten: https://mediendienst-integration.de/desintegration/kriminalitaet.html (https://mediendienst-integration.de/desintegration/kriminalitaet.html)). Okay, das ist ein Punkt, den man sich genauer anschauen könnte, und das Sicherheitsempfinden ist - unabhängig von den realen Gegebenheiten - vermutlich nicht unerheblich für die eigene Zufriedenheit. Welche großen Probleme in Deutschland stehen deiner Meinung noch wie genau in Zusammenhang mit Migration? Und um das Ganze einzuordnen: Wie siehst du diese Probleme im Vergleich zu anderen im Land, bei denen Migration keine Rolle spielt (siehe z. B. die von mir genannten)?

Und da die etablierten Parteien sich mit dem Thema nicht sehr kritisch auseinander setzen melkt die AfD es zu Tode. Und das funktioniert ganz gut.
Ja, offenbar auch bei sehr intelligenten Menschen. ;)



Das allein auf die Ampel zu schieben, ist eine vereinfachende Darstellung komplexer Sachverhalte.
Die Union hat an der Misere sicherlich auch Schuld, aber nach der letzten Unionsregierung lag die AfD ja "nur" bei 10%. Weswegen wollen die Leute denn plötzlich AfD wählen, wenn das nicht an der miserablen Politik gegen die Interessen der Bürger liegen soll?
Internationale Krisen und Krieg hin oder her, die Ampel tut nichts dafür, dass die Folgen für die Bürger möglichst abgefedert werden. Im Gegenteil, man zieht stur seine Agenda durch (Atomausstieg) und macht Politik, die die Probleme noch verschlimmern und die Menschen in Deutschland noch stärker belasten. Das ist völlig widersinnig.
Gleiches passiert in Sachen Wirtschaftskrise, anstatt wenisgtens zu versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln gibt auch hier immer mehr Kosten und immer mehr Bürokratie, man schiebt aber wohl Intel 10 Mrd. EUR für 3.000 Arbeitsplätze rein. Auch das ist völlig widersinnig.
Weil die Ampel Probleme ausbadet, die unionsgeführte Regierungen jahrelang verschleppt haben und die nun zum Tragen kommen. Als ob die Merkel-Regierungen nicht Politik gegen die Interessen der Bürger gemacht haben. Dank multipler Krisen haut das jetzt halt doppelt so hart rein. Ich wette, Merkel ist heilfroh, dass sie nicht mehr ihre eigene Suppe auslöffeln muss. Und natürlich baut die Ampel auch Mist, mir ging es nur darum, dass es nicht allein an SPD, FDP und Grünen liegt, aber da sind wir uns ja offenbar einig. Bzgl. Wirtschaft: Lindner und Habeck wollen doch jetzt ein Entlastungspaket für Unternehmen schnüren. Vorausgesetzt, sie finden noch ein bisschen Geld, das sie irgendwem abknüpfen können...



Irgendwer hatte unlängst mal in den Raum geworfen, ich könne ja mal ChatGPT ein Parteiprogramm für die Liberal-Sozialen Demokraten (LSD) schreiben lassen. Hier ist es, würdet ihr die Partei wählen? :D

Liberal-Soziale Demokraten (LSD) - Parteiprogramm für eine Zukunftsorientierte Gesellschaft

I. Einleitung: Grundwerte und Selbstverständnis

Die Liberal-Sozialen Demokraten (LSD) begrüßen Sie herzlich und stellen sich als eine politische Kraft vor, die auf den Grundwerten Freiheit, Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit ruht. Für uns bedeutet Freiheit, dass jeder Bürger das Recht hat, sein individuelles Potenzial frei zu entfalten, ohne Diskriminierung oder Einschränkungen. Verantwortung sehen wir als die Pflicht jedes Einzelnen gegenüber der Gesellschaft an, indem man sich aktiv an deren Gestaltung beteiligt. Unter sozialer Gerechtigkeit verstehen wir gleiche Chancen für alle, unabhängig von sozialem Hintergrund, Geschlecht oder anderen Faktoren.

II. Parteiprogramm für eine Zukunftsorientierte Gesellschaft

1. Freiheit und Verantwortung:
Die LSD setzt sich für individuelle Freiheiten ein, indem wir das Recht auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit schützen. Wir fördern Beteiligung und Mitsprache der Bürger durch stärkere demokratische Instrumente, wie Bürgerbeteiligungen und Volksentscheide. Zur Förderung der Verantwortung setzen wir auf eine transparente Politik, die bürgernahe Entscheidungsprozesse ermöglicht.

2. Bildung für alle:
Um eine hochwertige und inklusive Bildung zu gewährleisten, strebt die LSD eine stärkere finanzielle Unterstützung für Schulen an. Wir setzen auf modernisierte Lehrpläne, die digitale Kompetenzen fördern. Zusätzlich möchten wir kostenlose Bildungsangebote für Erwachsene ausbauen, um lebenslanges Lernen zu unterstützen.

3. Soziale Gerechtigkeit:
Die LSD setzt sich für eine progressive Steuerpolitik ein, um Einkommensungleichheit zu verringern. Wir fördern sozialen Wohnungsbau, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Durch gezielte Programme möchten wir den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung für einkommensschwächere Schichten verbessern.

4. Nachhaltige Wirtschaft:
Die LSD fördert grüne Technologien durch steuerliche Anreize und Investitionen in Forschung und Entwicklung. Wir setzen uns für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, indem wir ökologische Praktiken unterstützen. Zudem befürworten wir eine faire Handelspolitik, die Umwelt- und Sozialstandards berücksichtigt.

5. Europa und internationale Zusammenarbeit:
Um die Kooperation in der EU zu stärken, setzen wir uns für einen Ausbau gemeinsamer Institutionen und Entscheidungsstrukturen ein. In der internationalen Zusammenarbeit setzen wir uns aktiv für Frieden, Menschenrechte und Entwicklung ein. Wir unterstützen Initiativen zur globalen Armutsbekämpfung.

6. Digitale Innovation und Datenschutz:
Die LSD strebt an, digitale Bildung flächendeckend zu fördern. Wir setzen uns für klare Datenschutzregulierungen ein, die die Privatsphäre der Bürger schützen. Die Förderung von digitalen Innovationen durch öffentliche Investitionen steht im Einklang mit dem Schutz vor Monopolbildung großer Tech-Unternehmen.

7. Gesundheit und Pflege:
Um die Gesundheitsversorgung zu verbessern, setzen wir auf den Ausbau von Präventionsmaßnahmen und eine stärkere Vernetzung von Gesundheitseinrichtungen. Wir fördern die Digitalisierung im Gesundheitswesen, um effizientere Abläufe zu ermöglichen. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Pflegebereich ist für uns ein zentrales Anliegen.

8. Kultur und Vielfalt:
Die LSD setzt sich für eine verstärkte Förderung von Künstlern und Kulturschaffenden ein, unter anderem durch Stipendien und öffentliche Projektförderung. Wir unterstützen den Erhalt von kulturellem Erbe durch Investitionen in den Denkmalschutz. Durch interkulturelle Austauschprogramme möchten wir die Vielfalt in der Gesellschaft fördern.

9. Familie und Work-Life-Balance:
Die LSD setzt auf flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice, um eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen. Wir fördern den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und setzen uns für bezahlbaren Wohnraum für Familien ein. Die Einführung von Elternzeit für beide Elternteile soll die Gleichberechtigung in der Familie stärken.

10. Transparente Politik:
Die LSD strebt eine verstärkte Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen an, beispielsweise durch digitale Plattformen für Bürgerbeteiligungen. Wir setzen uns für transparente Lobbyregister und klare Regelungen zur Parteienfinanzierung ein. Der Kampf gegen Korruption erfolgt durch effektive Kontrollmechanismen und konsequente Strafverfolgung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 05.Februar 2024, 12:03:43

Irgendwer hatte unlängst mal in den Raum geworfen, ich könne ja mal ChatGPT ein Parteiprogramm für die Liberal-Sozialen Demokraten (LSD) schreiben lassen. Hier ist es, würdet ihr die Partei wählen? :D

Liberal-Soziale Demokraten (LSD) - Parteiprogramm für eine Zukunftsorientierte Gesellschaft

Klingt in seiner Phrasendrescherei exakt genauso unverbindlich wie das Großgedruckte im Gedöns all der anderen. Hätte also gute Chancen auf dem Politmarkt. :D

Wer wäre dabei? Hätte einen Slogan. LSD: Hochstimmung für alle. (Reichtum für alle ist zu DIE LINKE und so utopisch, dass da niemand mehr anbeißt. Das ist so, als würde Haribo in der Werbung versprechen, auch noch Karies, Haarausfall und Fußpilz zu heilen...  auch wenn sie's in ähnlicher Form zumindest auf Wahlplakaten gerne noch versuchen.)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 05.Februar 2024, 12:56:06
Das allein auf die Ampel zu schieben, ist eine vereinfachende Darstellung komplexer Sachverhalte.
Die Union hat an der Misere sicherlich auch Schuld, aber nach der letzten Unionsregierung lag die AfD ja "nur" bei 10%. Weswegen wollen die Leute denn plötzlich AfD wählen, wenn das nicht an der miserablen Politik gegen die Interessen der Bürger liegen soll?
Internationale Krisen und Krieg hin oder her, die Ampel tut nichts dafür, dass die Folgen für die Bürger möglichst abgefedert werden. Im Gegenteil, man zieht stur seine Agenda durch (Atomausstieg) und macht Politik, die die Probleme noch verschlimmern und die Menschen in Deutschland noch stärker belasten. Das ist völlig widersinnig.
Gleiches passiert in Sachen Wirtschaftskrise, anstatt wenisgtens zu versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln gibt auch hier immer mehr Kosten und immer mehr Bürokratie, man schiebt aber wohl Intel 10 Mrd. EUR für 3.000 Arbeitsplätze rein. Auch das ist völlig widersinnig.
Weil die Ampel Probleme ausbadet, die unionsgeführte Regierungen jahrelang verschleppt haben und die nun zum Tragen kommen. Als ob die Merkel-Regierungen nicht Politik gegen die Interessen der Bürger gemacht haben. Dank multipler Krisen haut das jetzt halt doppelt so hart rein. Ich wette, Merkel ist heilfroh, dass sie nicht mehr ihre eigene Suppe auslöffeln muss. Und natürlich baut die Ampel auch Mist, mir ging es nur darum, dass es nicht allein an SPD, FDP und Grünen liegt, aber da sind wir uns ja offenbar einig. Bzgl. Wirtschaft: Lindner und Habeck wollen doch jetzt ein Entlastungspaket für Unternehmen schnüren. Vorausgesetzt, sie finden noch ein bisschen Geld, das sie irgendwem abknüpfen können...


Ihr habt beide einen Punkt und ich stimme euch zu. Aber es alleine auf die Politik zu schieben ist zu einfach. Die Ampel hat viel Mist gebaut. Die CDU war auch nicht besser. Richtig. Da würde es aufhören, wenn es darum ginge, warum wir gerade so viele Krisen haben und Politikverdrossenheit stattfindet.

Wenn wir über die AFD reden, kann es da allerdings nicht aufhören und es lohnt an der Stelle nicht zu überlegen, welche Partei jetzt genau wieviel Prozentpunkte Verantwortung trägt. Alle müssen es besser machen.

Allerdings sind die ersten Verantwortlichen die Wähler, die ihr Kreuz bei der AFD setzen. Das ist kein Reflex, der unterbewusst stattfindet, weil die Ampel doof ist. Das sind Menschen, die früher gemeckert haben, dass man in der Schule so viel 3. Reich durchnehmen musste und dabei offenbar nichts gelernt haben. Die Rechtspopulisten auf den Leim gehen, weil sie hinter großen Problemen einfache Lösungen erhoffen, erwünschen oder vermuten. Die die Lösungen für alle Probleme auf ein Bierdeckel schreiben können (Meistens etwas mit Flüchtlingen und das sie weg sollen). Die relativieren was in Ungarn oder Polen passierte, nachdem dort Rechtspopulisten an die Macht kamen (Beschneidung von Menschenrechten in Ungarn* und in beiden Fällen ein Schwächung der Gewaltenteilung durch Umstrukturierung des jeweiligen Justizsystems**). Die leugnen, dass viele Mitglieder der AFD immer wieder durch rechtextrem einzuordnende Aussagen auffallen und das alles abtun, als sei das Nichts.*** Die ignorieren, dass das AFD keine Lösung für sie hat, weil sie sich von einfachen Worten fangen lassen, ohne die Ideen der Partei zu betrachten.****
Und dabei will ich nicht die Probleme der individuellen Menschen kleinreden. AFD Wähler können, wie alle anderen, massive persönliche Probleme haben und sich am Zustand des Landes und der politischen Riege abarbeiten. Zurecht. Protest Wahl, von mir aus. Aber die AFD, so wie sie sich aktuell gibt? Das ist, wie wenn der Bauer zur Demonstration seine Felder niederbrennt.
Es geht nicht darum, was man gerade schlecht findet. Da gibt es jede Menge Möglichkeiten. Es geht darum, was man durch seinen Protest in Kauf nimmt.

*https://osteuropa.lpb-bw.de/ungarn-politisches-system
**https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-10/pis-polen-wahl-jaroslaw-kaczynskis-erfolg
***https://afd-verbot.de/beweise
****https://www.diw.de/de/diw_01.c.879742.de/publikationen/diw_aktuell/2023_0088/das_afd-paradox__die_hauptleidtragenden_der_afd-politik_waeren_ihre_eigenen_waehler_innen.html


Gibt natürlich noch andere Verantwortliche. Medien, Nachrichtensender, Presse und so weiter, weil sie die Menschen verlieren. Anstatt immer wieder die Luft anzuhalten und schockiert auf die AFD zu zeigen muss überlegt werden, wie man das Vertrauen in diese wichtigen Institute wieder zurück gewinnt. Ich bin mir sehr sicher, dass sie sich bemühen. Aber es klappt halt nicht. Bemühen reicht nicht, um nicht mehr verantwortlich zu sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Februar 2024, 13:11:51
Allerdings sind die ersten Verantwortlichen die Wähler, die ihr Kreuz bei der AFD setzen. Das ist kein Reflex, der unterbewusst stattfindet, weil die Ampel doof ist. Das sind Menschen, die früher gemeckert haben, dass man in der Schule so viel 3. Reich durchnehmen musste und dabei offenbar nichts gelernt haben. Die Rechtspopulisten auf den Leim gehen, weil sie hinter großen Problemen einfache Lösungen erhoffen, erwünschen oder vermuten. Die die Lösungen für alle Probleme auf ein Bierdeckel schreiben können (Meistens etwas mit Flüchtlingen und das sie weg sollen). Die relativieren was in Ungarn oder Polen passierte, nachdem dort Rechtspopulisten an die Macht kamen (Beschneidung von Menschenrechten in Ungarn* und in beiden Fällen ein Schwächung der Gewaltenteilung durch Umstrukturierung des jeweiligen Justizsystems**). Die leugnen, dass viele Mitglieder der AFD immer wieder durch rechtextrem einzuordnende Aussagen auffallen und das alles abtun, als sei das Nichts.** Die ignorieren, dass das AFD keine Lösung für sie hat, weil sie sich von einfachen Worten fangen lassen, ohne die Ideen der Partei zu betrachten.***
Und dabei will ich nicht die Probleme der individuellen Menschen kleinreden. AFD Wähler können, wie alle anderen, massive persönliche Probleme haben und sich am Zustand des Landes und der politischen Riege abarbeiten. Zurecht. Protest Wahl, von mir aus. Aber die AFD, so wie sie sich aktuell gibt? Das ist, wie wenn der Bauer zur Demonstration seine Felder niederbrennt.
Es geht nicht darum, was man gerade schlecht findet. Da gibt es jede Menge Möglichkeiten. Es geht darum, was man durch seinen Protest in Kauf nimmt.

*https://osteuropa.lpb-bw.de/ungarn-politisches-system
**https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-10/pis-polen-wahl-jaroslaw-kaczynskis-erfolg
***https://afd-verbot.de/beweise
****https://www.diw.de/de/diw_01.c.879742.de/publikationen/diw_aktuell/2023_0088/das_afd-paradox__die_hauptleidtragenden_der_afd-politik_waeren_ihre_eigenen_waehler_innen.html

Sehr guter Beitrag. Würde ich mich zweimal bedanken können, würde ich es tun. :-* Auch wenn jetzt jemand sagen wird, dass die Wähler das doch nur machen, weil die etablierten Parteien verkackt haben. Ja, haben sie, es gibt genug zu kritisieren (im Übrigen aber auch trotzdem noch genug, was hier gut und deutlich besser als andernorts läuft). Rechtspopulisten und Rechtsextremisten zu wählen ist aber keine Lösung. War es nie. Wird es nie sein. Ist überall, wo es passiert ist, nur scheiße gewesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: EfzeEstepe am 05.Februar 2024, 14:17:10
Finde ich auch!
Ich habe mich bei DragonFox und Dir bedankt, dann passt das in der Summe wieder...  :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.Februar 2024, 15:25:27
Rechtspopulisten und Rechtsextremisten zu wählen ist aber keine Lösung.
Lass doch einfach das "Rechts" weg, dann passt es zu 100%.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 05.Februar 2024, 16:01:28
Die kriegen in Deutschland eh keinen Fuß in die Tür. "Reiche erschießen"-Witze und Enteignungsfantasien im großen Stil als einfache Lösungen für komplexe Probleme finden bislang keinen Konsens, selbst im Kleinen nicht.

Vielleicht verkaufen die das einfach nur nicht so clever wie die AfD ihr Spezialprogramm. :D

Und die Bücher, in denen es braun auf weiß steht, die liest mal wieder keiner.

https://www.telepolis.de/features/Bjoern-Hoecke-droht-mit-Dunkeldeutschland-4186178.html?seite=all
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Februar 2024, 16:08:58
Rechtspopulisten und Rechtsextremisten zu wählen ist aber keine Lösung.
Lass doch einfach das "Rechts" weg, dann passt es zu 100%.

Nein, es passt auch so zu 100%, denn die Aussage bleibt richtig, egal, ob ich andere Populisten und Extremisten mit einbeziehe oder nicht. Ich verstehe daher nicht, warum du meine Aussage relativierst, denn implizit sagst du ja, dass das nicht zu 100% stimmt. 🤷‍♂️




Irgendwer hatte unlängst mal in den Raum geworfen, ich könne ja mal ChatGPT ein Parteiprogramm für die Liberal-Sozialen Demokraten (LSD) schreiben lassen. Hier ist es, würdet ihr die Partei wählen? :D

Liberal-Soziale Demokraten (LSD) - Parteiprogramm für eine Zukunftsorientierte Gesellschaft

Klingt in seiner Phrasendrescherei exakt genauso unverbindlich wie das Großgedruckte im Gedöns all der anderen. Hätte also gute Chancen auf dem Politmarkt. :D

Wer wäre dabei? Hätte einen Slogan. LSD: Hochstimmung für alle. (Reichtum für alle ist zu DIE LINKE und so utopisch, dass da niemand mehr anbeißt. Das ist so, als würde Haribo in der Werbung versprechen, auch noch Karies, Haarausfall und Fußpilz zu heilen...  auch wenn sie's in ähnlicher Form zumindest auf Wahlplakaten gerne noch versuchen.)

Ok, gekauft. Du bist für das Marketing zuständig. Und wenn uns nichts mehr einfällt, können wir uns immer noch über Rollenspiele, Immersive Sims und AAA-Spiele im Kreis drehen. ;D

Aber ernsthaft: Ich fand das erschreckend, wie sehr sich das nach dem bekannten Politik-Blabla anhört. Selbst, wenn man versucht, noch mehr herauszukitzeln. Nicht, dass es mich überrascht hätte, wenn man bedenkt, wie ChatGPT funktioniert. Es ist vielmehr die Tatsache, dass diese Beliebigkeit in der Politik Gang und Gäbe ist. Mir macht das schon irgendwie Bauchschmerzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 05.Februar 2024, 16:10:04
@Viking: Sorry, ich kann jetzt auf die Schnelle nicht auf alles eingehen, aber die Vergleiche mit Ungarn und Polen finde ich gruselig (von Trump und seinen Plänen ganz zu schweigen). Schau dir mal an, wie's in Ungarn um die Pressefreiheit und den Rechtsstaat bestellt ist. Ich würde da nicht leben wollen. In Polen hat die PiS in 8 Jahren auch ordentlich den Rechtsstaat ausgehöhlt. Oder wie ist es mit der Türkei? Erdogan wird doch auch immer demokratisch gewählt, oder nicht? Autokraten nutzen gerne die Fassade der Demokratie, um ihren Machterhalt zu legitimieren. Das macht diese Staaten aber nicht zwingend demokratisch. Polen und Ungarn hätten da auch schon längst viel härter von der EU abgestraft gehört.
Du hast da schon recht,dass es da bei Polen und Ungarn viel zu kritisieren gibt und die jetzt auch keine leuchtenden Beispiele für Demokratien sind dürfte klar sein, der Punkt da ist aber,dass beide trotzdem in Demokratien sitzen,mit Mehrheiten gewählt wurden und da zum Teil auch bestehende Regeln da für sich nutzen. Die PiS ist ja inzwischen abgewählt worden aber wenn man nach Ungarn schaut hätte die Fidesz im Moment wahrscheinlich immer noch eine demokratische Mehrheit hinter sich. Beide wären in der Form in der sie an die Macht gekommen sind wahrscheinlich in Deutschland auch kein Fall für ein Partei Verbotsverfahren gewesen. Orban hat ja in Ungarn auch die Verfassung geändert und angepasst, Verfassungsfeindlich wäre da also demnach was Orban definiert und definieren kann.
Bei Trump liegt der Fall da schon komplizierter, er hat ja seine Wahlniederlage nie offen eingestanden und hat z.B auf die Frage ob er seine Macht missbrauchen würde wenn er wieder ins Amt käme "nur am ersten Tag" geantwortet, außerdem hat er auch ins Spiel gebracht länger regieren zu wollen als die eine Amtszeit die er eigentlich dürfte, beim ersten Mal hat es auch zu einer Abwahl gereicht aber man müsste sich anschauen wie die Institutionen dagegen halten falls er etwas versuchen sollte.

Wenn man sich sowas anschaut kann man auch Verbindungen zu uns ziehen und sehen wie man es besser machen könnte,vielleicht am besten in dem man die Machtverhältnisse umdreht und überlegt welche Möglichkeiten ein Orban hier hätte mit den Mitteln die es im Moment gibt und ob sic die Regierung jetzt überhaupt an die Grundsätze hält an die sie gebunden sein sollte, dann Gerichte,Presse,Meinungsfreiheit und Bürgerrechte schützen und stärken,z.B sowas wie einen Bürgerrat weglassen und stattdessen in Richtung Volksbefragungen gehen.
Vielleicht auch auf EU Ebene weniger Zensur Gesetze,wie z.B den Digital Service Act beschließen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex_(The_Economist)
Ungarn liegt im Demokratieindex nebenbai auch noch 50 Ränge vor der Türkei.

Irgendwer hatte unlängst mal in den Raum geworfen, ich könne ja mal ChatGPT ein Parteiprogramm für die Liberal-Sozialen Demokraten (LSD) schreiben lassen.
Hätte mit mehr Drogen gerechnet.  :D

Sag ich doch. Aktuelle Regierung passt nicht, wird halt rechtsextrem gewählt. Und die bisherigen Nichtwähler fröhlich mit.
Man muss sich ja nur mal die Daten zur Wählerwanderung anschauen. Die meisten kommen von der Union. Klar, da wird der ein oder andere schon nochmal CDU/CSU wählen in seinem Leben. Aber halt auch nochmal AfD. Beispiel LTW Bayern:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/wer-die-afd-gewaehlt-hat-und-warum-analyse-zur-landtagswahl,TsNDoit
Ich glaube einfach, dass jemand, der sich einmal wissentlich auf diesen Pfad begeben hat, ihn auch ein zeites Mal gehen wird.
Das ist dann aber in erster Linie ein Problem der "normalen" Parteien und nicht der Wähler, mach den Leuten ein besseres Angebot und die Wähler werden entsprechend reagieren, falls die Union den Kurs hält der jetzt unter Merz eingeschlagen wurde und es allgemein wieder mehr von der linken Seite in Richtung Mitte geht wird man den Unterschied schon merken.
Beispiel wäre da Dänemark,da haben es die Sozialdemokraten geschafft die Rechtspopulisten mit einer anderen und dem Wählerwillen angepassten Politik fast komplett zu verdrängen.

Dass übrigens auch kräftige Gegenrede AfD-Wähler umdrehen kann, zumindest kurzfristig, zeigen jüngste Umfragen:
https://www.fr.de/politik/aktuelle-umfrage-sonntagsfrage-afd-rutscht-ab-parteiverbot-demonstrationen-news-zr-92810433.html
Könnte das nicht auch an dem BSW liegen,dass mit 5% neu eingestiegen ist und da der AfD die Stimmen abnimmt?   :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.Februar 2024, 16:51:01
Nein, es passt auch so zu 100%
Nö, nur zu 50%.

Um das noch zu ergänzen, ich musste kurz weg: "Ich verstehe daher nicht, warum du meine Aussage relativierst..."

Weil es mir auf den Keks geht, dass die Gefahr von links (die mMn. nach viel größer ist), permanent ausgeblendet wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Februar 2024, 17:12:31
Nein, es passt auch so zu 100%
Nö, nur zu 50%.

Um das noch zu ergänzen, ich musste kurz weg: "Ich verstehe daher nicht, warum du meine Aussage relativierst..."

Weil es mir auf den Keks geht, dass die Gefahr von links (die mMn. nach viel größer ist), permanent ausgeblendet wird.

Verstehe: Die Aussage, dass Rechtspopulisten und Rechtsextremisten zu wählen keine Lösung ist, ist nur dann ganz richtig, wenn man auch die Extreme auf der anderen Seite mit einbezieht. Tut man das nicht, wird es plötzlich halb ok, Rechtsextremisten zu wählen, um der Gefahr von links entgegenzuwirken. Auf den Gedanken muss man erstmal kommen, aber so habe ich wieder was gelernt.
(Achtung, kann Spuren von Ironie enthalten)

Übrigens: Es ging in der Diskussion nicht um Linksextremisten. Und es gibt auch gerade keine linksextreme Partei, die nach Umfragen bundesweit bei um die 20% steht. Aber ja, es ist sicher sinnvoll, Äpfel mit Grünkohl zu vergleichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.Februar 2024, 17:17:25
Auf den Gedanken muss man erstmal kommen...
Ja, das sind schon sehr merkwürdige Gedanken, die du da mitteilst.

Ich bin hier aber auch wieder raus, du machst jetzt einen auf Joe und willst krampfhaft alles falsch verstehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 05.Februar 2024, 17:35:36
Ich habe es auch nicht verstanden.  ;)
Diskussion warum AFD wählen doof ist. Statements das Rechtspopulisten und Rechtsextreme doof sind. Und dann steht einer auf und sagt: "aBEr aUcH LInKs!!"  ::) (Das war jetzt Polemik)

Ja. Auch links. Linksextrem ist auch doof. Das sage ich hiermit allen Millionen von AFD Wählern, dass es da kein Missverständnis gibt und denen ja nicht einfällt einfach komplett um 180 Grad umzukippen.

Zur Gefahr:
Welches Element oder welche Strömung von links siehst du den als eine größere Gefahr, als eine rechtspopulistische und in Teilen rechtsextreme Partei, die auf Bundesebene 20 Prozent und auf Landesebene zum Teil bei 30 Prozent laut Umfragen liegt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Februar 2024, 17:44:11
Auf den Gedanken muss man erstmal kommen...
Ja, das sind schon sehr merkwürdige Gedanken, die du da mitteilst.

Ich bin hier aber auch wieder raus, du machst jetzt einen auf Joe und willst krampfhaft alles falsch verstehen.

Hast du dich nicht vor ein paar Seiten über mangelnde Diskussionskultur beschwert? Entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Ich verstehe schon, was du meinst. Und hättest du schlicht geschrieben "Ja stimmt, ich möchte aber noch die Linksextremisten ergänzen", hätte ich dir zugestimmt, auch wenn es zur vorangegangenen Diskussion wenig Bezug gehabt hätte. Aber zu behaupten, meine Aussage sei nicht 100% korrekt, ist schlicht logisch falsch. Denn Rechtspopulisten und Rechtsextremisten zu wählen ist und bleibt falsch. Zu 100%. Egal, ob ich die Linksextremisten in meine Aussage mit einbeziehe oder nicht. Ich habe deine Logik nur überspitzt weitergedreht, um klar zu machen, wie absurd sie ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 05.Februar 2024, 18:00:38
Ich beziehe mich auf Joes Meinung, mit AfD-Wählern nicht diskutieren zu wollen, weil der Diskurs gleichzeitig auch Legitimation bedeutet. Die Diskussion danach habe ich noch nicht verfolgt.

Joe, wann war denn Ausgrenzung jemals eine gute Strategie? Nehmen wir mal ein (zugegeben) krasses Beispiel: Pädophilie. Dass das verachtenswert ist, dürfte hier Konsens sein. Aber sollte man deshalb mit Pädophilen nicht das Gespräch suchen, um sie vielleicht von dieser Neigung zu kurieren oder ihnen die Möglichkeit geben, diese zumindest kontrollieren zu können? Und weiter: wenn ich diese Gespräche führe, legitimiere ich doch deren Neigung dadurch nicht.

Ein großer (überwiegender?) Teil der AfD-Wähler fühlen sich doch sowieso schon unverstanden, nicht repräsentiert. Ich glaube, wirklich rechtsextrem sind nur wenige, die meisten nehmen das halt hin, was nicht minder verurteilenswert ist. Aber ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen? Und wie viele AfD-Wähler am Ende durch Gespräche ihre Wahlentscheidung ändern, kann man nicht sagen. Die Hardcore-Fans sind da auch eher nicht die Zielgruppe, also diejenigen, die es sich in dieser Gruppe gemütlich gemacht haben, die tatsächlich rassistisches Gedankengut in sich tragen. Zielgruppe sind dann eher die, denen noch nicht wirklich klar ist, welche Gefahr hier lauert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 05.Februar 2024, 19:11:52
Jetzt schenken über 50 Unternehmen der Ampel und der Union ordentlich ein, damit die sich mal zusammenreißen. Finde ich bemerkenswert: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmensappell-politik-transformation-100.html (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmensappell-politik-transformation-100.html)
Darauf wollte ich eigentlich noch antworten, hatte das vorher vergessen. Erstmal kann ich mir nicht vorstellen,dass die Union an der Schuldenbremse festhalten wird so wie sie jetzt besteht,man sollte eine Zusammenarbeit vor der Wahl aber mit Zugeständnissen verknüpfen und eigentlich Neuwahlen verlangen.
Nach der letzten Generaldebatte scheint eine Kooperation aber eher unwahrscheinlich.  :P
https://www.youtube.com/watch?v=fp_ugTtqdGU
Allgemein sollte man auch sehr genau prüfen für was man da Schulden aufnimmt, selbst falls es eine Lockerung geben sollte werden von den genannten Unternehmen ja auch nur sehr wenige profitieren,dass die gerne Geld vom Staat haben wollen ist nicht ungewöhnlich und aus deren sicht verständlich, die Frage ist da eher ob es Sinnvoll und nötig ist. Beispielweise die Unterstützung für eine Chipfabrik von Siemens macht für sich allein gestellt eher wenig Sinn, aber daran gemessen wie abhängig man Europaweit von der Produktion in anderen Ländern ist,oder im Falle eines Einmarsches von China in Taiwan wäre, lohnt es sich schon.

Biden hat ja neulich auch angekündigt den LNG Export zu begrenzen, da sollte man sich auch schonmal langfristig Alternativen überlegen.
https://www.focus.de/earth/analyse/stopp-von-lng-terminals-bidens-grosse-klima-kehrtwende-macht-deutschland-jetzt-nervoes_id_259617459.html

Das Klimageld kommt nebebei auch erst nach der nächsten Wahl.
https://www.n-tv.de/politik/Lindner-Klimageld-kommt-nicht-vor-2026-article24710547.html
Habeck hat gestern sogar einen höheren CO2 Preis dafür ins Spiel gebracht. Hatte einen Kommentar gelesen,dass sie doch einfach  die Rundfunkgebühren streichen sollen, finde die Idee nicht so schlecht, so hätte man ja alle Haushalte abgedeckt. :D
https://twitter.com/CarenMiosgaTalk/status/1754275585457582366

Zur Gefahr:
Welches Element oder welche Strömung von links siehst du den als eine größere Gefahr, als eine rechtspopulistische und in Teilen rechtsextreme Partei, die auf Bundesebene 20 Prozent und auf Landesebene zum Teil bei 30 Prozent laut Umfragen liegt?
Man kann ja die AfD für eine große und auch als eine größere Gefahr sehen und trotzdem den Rest nicht vergessen.
Ich würde da eher an Unterwanderung von anderen Parteien und Gesellschaft denken als an eine offene Bewegung, z.B beim von mir oben schon mal angesprochenen Klimaaktivismus und den dadurch transportierten Ideen über "Klimagerechtigkeit", Kolonialismus und ähnlichem, seit neustem dann auch offenen Antisemitismus durch die Gruppe um Greta.Oder Sozialistische extrem Ideen von Umverteilung und Enteignungen in denen Geld "fair" verteilt werden soll.
https://www.deutschlandfunk.de/grunderbe-von-60-000-euro-jusos-beschliessen-antrag-100.html
Man könnte sich ja auch mal die pro Demokratie Demos anschauen die im Moment stattfinden, da wird man bestimmt auch einige Gruppen finden,die versuchen das Ganze für ihre Zwecke zu nutzen und gegen die man sich eigentlich klar positionieren müsste wenn man als nomaler Mensch die Demokratie verteidigen will. Bei der großen Demo in Berlin neulich waren z.B auch Leute von der kommunistischen MLPD dabei.
Ich könnte mir vorstellen, dass man die Gefahren von rechts einfacher erkennen kann weil eben viel in die Richtung aufgeklärt wurde, während über den Rest eher geschwiegen und sich hinter einer eigentlich guten Sache versteckt wird, obwohl wir da mit der DDR ja auch ein "gutes" negativ Beispiel in unserer Geschichte haben.

https://www.deutschlandfunk.de/zahl-judenfeindlicher-straftaten-in-deutschland-vervierfacht-100.html
"Die Zahl judenfeindlicher Straftaten in Deutschland hat seit Beginn des Gaza-Kriegs stark zugenommen. Seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober habe das Bundeskriminalamt 2.249 antisemitische Straftaten erfasst, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Klein, in Berlin."

https://twitter.com/ARD_BaB/status/1750477240788230539
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/juedisches-leben-deutschland-102.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/antisemitismus-straftaten-102.html
In Berlin wurde der Bruder von Shahak Shapira angegriffen.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/bruder-von-satiriker-shapira-100.html
Vorher war da eher die Rede von einem Streit.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/rbb-streit-ueber-nahost-konflikt-eskaliert-mann-schlaegt-juedischen-kommilitonen-krankenhausreif-100.html

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 05.Februar 2024, 19:34:41
Man kann ja die AfD für eine große und auch als eine größere Gefahr sehen und trotzdem den Rest nicht vergessen.
Ich würde da eher an Unterwanderung von anderen Parteien und Gesellschaft denken als an eine offene Bewegung, z.B beim von mir oben schon mal angesprochenen Klimaaktivismus und den dadurch transportierten Ideen über "Klimagerechtigkeit", Kolonialismus und ähnlichem, seit neustem dann auch offenen Antisemitismus durch die Gruppe um Greta.Oder Sozialistische extrem Ideen von Umverteilung und Enteignungen in denen Geld "fair" verteilt werden soll.
https://www.deutschlandfunk.de/grunderbe-von-60-000-euro-jusos-beschliessen-antrag-100.html
Man könnte sich ja auch mal die pro Demokratie Demos anschauen die im Moment stattfinden, da wird man bestimmt auch einige Gruppen finden,die versuchen das Ganze für ihre Zwecke zu nutzen und gegen die man sich eigentlich klar positionieren müsste wenn man als nomaler Mensch die Demokratie verteidigen will. Bei der großen Demo in Berlin neulich waren z.B auch Leute von der kommunistischen MLPD dabei.
Ich könnte mir vorstellen, dass man die Gefahren von rechts einfacher erkennen kann weil eben viel in die Richtung aufgeklärt wurde, während über den Rest eher geschwiegen und sich hinter einer eigentlich guten Sache versteckt wird, obwohl wir da mit der DDR ja auch ein "gutes" negativ Beispiel in unserer Geschichte haben.

Nur weil man etwas nicht nennt vergisst man es nicht gleich. Zumal es einfach nicht zur Diskussion über die AFD gepasst hat. Keiner hier hat behauptet, dass Linksextremismus nicht existiert oder keine Gefahr sei. Keiner hat hier für Linksextrmismus gesprochen, es verharmlost oder es als eine Alternative zur AFD genannt. 
Es wurde pauschal die Meinung in den Raum gestellt, dass die Linksextremismus gefährlicher sei als Rechtsextremismus. Ohne weitere Erklärung an welchen Strömungen man das fest macht. Daher meine Nachfrage.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 05.Februar 2024, 19:42:14
Nur weil man etwas nicht nennt vergisst man es nicht gleich. Zumal es einfach nicht zur Diskussion über die AFD gepasst hat. Keiner hier hat behauptet, dass Linksextremismus nicht existiert oder keine Gefahr sei. Keiner hat hier für Linksextrmismus gesprochen, es verharmlost oder es als eine Alternative zur AFD genannt. 
Es wurde pauschal die Meinung in den Raum gestellt, dass die Linksextremismus gefährlicher sei als Rechtsextremismus. Ohne weitere Erklärung an welchen Strömungen man das fest macht. Daher meine Nachfrage.
Da hast du recht und ich hatte den Post dazu überlesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 05.Februar 2024, 20:03:28
Ich beziehe mich auf Joes Meinung, mit AfD-Wählern nicht diskutieren zu wollen, weil der Diskurs gleichzeitig auch Legitimation bedeutet. Die Diskussion danach habe ich noch nicht verfolgt.

Joe, wann war denn Ausgrenzung jemals eine gute Strategie? Nehmen wir mal ein (zugegeben) krasses Beispiel: Pädophilie. Dass das verachtenswert ist, dürfte hier Konsens sein. Aber sollte man deshalb mit Pädophilen nicht das Gespräch suchen, um sie vielleicht von dieser Neigung zu kurieren oder ihnen die Möglichkeit geben, diese zumindest kontrollieren zu können? Und weiter: wenn ich diese Gespräche führe, legitimiere ich doch deren Neigung dadurch nicht.

Ein großer (überwiegender?) Teil der AfD-Wähler fühlen sich doch sowieso schon unverstanden, nicht repräsentiert. Ich glaube, wirklich rechtsextrem sind nur wenige, die meisten nehmen das halt hin, was nicht minder verurteilenswert ist. Aber ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen? Und wie viele AfD-Wähler am Ende durch Gespräche ihre Wahlentscheidung ändern, kann man nicht sagen. Die Hardcore-Fans sind da auch eher nicht die Zielgruppe, also diejenigen, die es sich in dieser Gruppe gemütlich gemacht haben, die tatsächlich rassistisches Gedankengut in sich tragen. Zielgruppe sind dann eher die, denen noch nicht wirklich klar ist, welche Gefahr hier lauert.

Ein Pädophiler kann sich nicht aussuchen, nicht pädophil zu sein.
Ein AfD-Wähler kann sich sehr wohl aussuchen, die AfD nicht zu wählen.

Der Vergleich ist so dermaßen daneben, da frage ich mich, wer du bist und was du mit Henning gemacht hast.

Die einzige Möglichkeit, dass ein AfD-Wähler sich repräsentiert fühlt, ist, seiner menschenverachtenden Partei Einfluss zu geben. Er fühlt sich nicht stärker repräsentiert dadurch, dass du versuchst, ihm seinen Wunsch nach Repräsentation auszureden.

Wie gesagt, ich will AfD-Wähler nicht umdrehen. Weil ich der Meinung bin, dass das nicht geht. Wer einmal rechtsextrem gewählt hat, hat grundsätzlich kein Problem mit Rechtsextremisten. Auch wenn er sie nur zum Protest benutzt. Er wird sie auch ein zweites Mal wählen, wenn er protestieren will.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 06.Februar 2024, 08:21:49
Der Vergleich ist deshalb nicht daneben, weil ein Pädophiler sehr wohl seine psychische Störung kontrollieren kann. Aber wollen wir uns hier nicht in dieser Kleinteiligkeit verheddern. Ich denke, der Punkt ist klar. Ich meine, man kann und muss Menschen, die die AfD wählen, versuchen, irgendwie aus diesem Blendmechanismus herauszuholen. Du meinst, dass das nicht geht. Einigen wir uns darauf.

Wohin geht jetzt die Reise? Offensichtlich fühlen sich immer mehr Menschen von der AfD repräsentiert. Möglicherweise sprechen sie der Partei auch gar keinen Rechtsextremismus zu oder aber sie sehen darin sogar die einzige Möglichkeit, das Altbewährte zu bewahren. Was auch immer die Mechanismen sein mögen, sie wählen nun mal jetzt blaubraun. Was kommt nun? Wie wollen wir dieser Situation Herr werden, wenn (@Joe) der Diskurs mit ihnen ausscheidet? Eine mögliche Strategie wäre es natürlich, sie machen zu lassen und sich dadurch zu demaskieren, weil diese Partei keine Lösungen bietet. Bisher ging das jedenfalls regelmäßig schief (https://www.focus.de/politik/deutschland/realitaet-versus-vorstellung-was-aus-den-wahlversprechen-der-siegreichen-afd-politiker-wurde_id_259540873.html (https://www.focus.de/politik/deutschland/realitaet-versus-vorstellung-was-aus-den-wahlversprechen-der-siegreichen-afd-politiker-wurde_id_259540873.html)). Und ich weiß auch nicht, welche Langzeitschäden das anrichten würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 06.Februar 2024, 08:37:32
Wie gesagt: Gegenrede. Geht auf die Straße, werdet sichtbar. Es ist das einzige Mittel, diesen Leuten zu zeigen, dass die Mehrheit in Deutschland keine rechtsextreme Regierungsbeteiligung will. Rossi sagte ja schon: in seinem Bekanntenkreis gibt es nichtmal AfD-Wähler. Wie will er dann mit ihnen reden, wenn er sie und sie ihn nicht sehen?
Wer von euch war bei einer der vielen Demos?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Februar 2024, 08:52:50
Wohin geht jetzt die Reise? Offensichtlich fühlen sich immer mehr Menschen von der AfD repräsentiert.
Und nach dem Einbruch in den Umfragen (runter von 23% auf 19%), geht es jetzt dort auch wieder "bergauf", die AfD steht wieder bei 20,5%. Diese Demos haben anscheinend nur einen temporären Effekt, man sollte sie daher am besten kurz vor den Wahlen abhalten. Allerdings ist die Geheimkonferenz bis dahin längst Schnee von übervorgestern.

Zitat
Eine mögliche Strategie wäre es natürlich, sie machen zu lassen und sich dadurch zu demaskieren, weil diese Partei keine Lösungen bietet.
Das wäre der Super GAU, ein Höcke oder eine Weidel als Kanzler, das würde Deutschland noch mehr abwirtschaften. Die beste Strategie wäre es, wenn die etablierten Parteien gute Politik für die Menschen in Deutschland machen würden. Mir ist es auch vollkommen schleierhaft, warum unsere Politiker das nicht verstehen und kann mir das nur mit totaler Entfremdung vom Leben der normalen Menschen erklären.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Februar 2024, 09:09:01
Wer von euch war bei einer der vielen Demos?
Ich wollte zu der Demo in meiner nächstgelegenen Großstadt gehen, als ich aber Leute mit SDS-Fahnen gesehen habe, bin ich umgedreht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 06.Februar 2024, 11:31:38
Wie gesagt: Gegenrede. Geht auf die Straße, werdet sichtbar. Es ist das einzige Mittel, diesen Leuten zu zeigen, dass die Mehrheit in Deutschland keine rechtsextreme Regierungsbeteiligung will. Rossi sagte ja schon: in seinem Bekanntenkreis gibt es nichtmal AfD-Wähler. Wie will er dann mit ihnen reden, wenn er sie und sie ihn nicht sehen?
Wer von euch war bei einer der vielen Demos?

Und du bist der Ansicht, dass die Demo AFD-Wähler davon überzeugt, nicht AFD zu wählen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 06.Februar 2024, 14:13:59
Gegenrede finde ich total wichtig. Ich frage mich aber gerade, ob wir nicht eigentlich das Gleiche meinen, Joe? Denn das Gesprächsangebot, was ich den Leuten mache, ist schließlich nur der Ansatz, um in die Gegenrede zu kommen. Natürlich interessiert mich grundsätzlich die Motivation eines AfD-Wählers und wie ich schrieb: nicht alle sind rechtsextrem und nur diese sind abholbar. Man muss aber dafür wissen, wo. Den anderen hält man die völlige Falschheit ihrer Argumente entgegen.

Ich wäre längst auf einer der vielen Demos gewesen, muss aber leider immer arbeiten, wenn die stattfinden. Allerdings habe ich mich mit meinem Geschäft offen gegen Rechts positioniert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 06.Februar 2024, 14:40:06
Leserkommentar unter einem Zeit-Artikel:

Wir Demokraten begehen bei der Analyse der AfD-Politik immer wieder den gleichen Fehler: wir versuchen die Politik rational zu verstehen. Die AfD ist aber eine im Kern irrationale Polit-Sekte, die ihre Anhänger emotionalisiert und damit blind macht für die Realität, für Fakten und logische Sachzusammenhänge. Nur so kann sie ihre menschenfeindliche Politik überhaupt in den Köpfen der Menschen verankern.

In der AfD reagieren hauptsächlich die beiden Emotionen Wut und Angst. Zuversicht, Rationalität, Zuneigung oder Wohlwollen finden wir in dieser Partei nicht. Durch die ständige Emotionalisierung werden die Anhänger, wie in jeder anderen Sekte auch, in eine Abhängigkeit von der Organisation getrieben. Es wird die Dichotomie der verkommenen, negativen Außenwelt und der heilenden, nährenden Partei aufgebaut.

Diese Dichotomie ist nötig, um Irrationalitäten akzeptabel zu machen: wenn feststeht, dass der Klimawandel eine Lüge der gierigen Eliten ist, um das Volk zu unterjochen, steht auch fest, dass jede klimapolitische Maßnahme generell abzulehnen ist, egal ob sie wissenschaftlich oder sogar ökonomisch sinnvoll ist. Wenn feststeht, dass alle Parteien außer die AfD selbst zum Feind gehören, kann es überhaupt kein Ereignis geben, dass die Anhänger der AfD von deren Wahl abhält, denn die anderen sind ja immer viel schlimmer. Deshalb werden die aktuellen Demonstrationen gegen Rechts auch keinen einzigen Wähler der AfD zurück holen.

Die AfD ist eine Sekte, und so muss man sie behandeln.


In der Wirtschaftspolitik ist das genau das gleiche. Bernd Baumann, der Generalsekretär der AfD-Bundestagsfraktion, war neulich im Interview zu den Bauernprotesten beim Deutschlandfunk. Er wurde vom Moderator auf den Widerspruch zwischen dem Parteiprogramm der AfD (Streichung aller Agrarsubventionen) und der Haltung der Partei bei den Protesten (alle Subventionskürzungen sofort zurücknehmen) angesprochen. Anstatt einzugestehen, dass es da einen eklatanten Widerspruch gibt, hat Baumann vom Thema abgelenkt, wurde wütend und hat auf die "linksgrünen Eliten" und "drogengebrauchende Grüne" gewettert, bis der Moderator das Interview abbrechen musste. Wie genau jetzt die Wut auf Linke und Grüne die Einkommen der Bauern sichern, bleibt Baumann weiterhin schuldig.

Das gleiche Spiel sehen wir beim Mindestlohn: die AfD halt den Mindestlohn für Teufelszeug, obwohl zu ihrer Klientel überproportional viele Geringverdiener gehören, die vom Mindestlohn profitieren. Auch diese Diskrepanz zwischen geforderter Politik und eigenen Vorteil wird nur ermöglicht, indem die AfD-Klientel emotionalisiert wird und Feindbilder aufgebaut werden: wenn angeblich "die Ausländer" Schuld sind am niedrigen Lohn, ist die Lösung auf einmal nicht mehr rational (=Erhöhung des Mindestlohns), sondern irrational (=sog. "Remigration").




Dass da Irrationales dabei ist, sieht man an den Reaktionen. Wie es die Partei schafft, Leute auf eine Art hinter sich zu bringen, auf die Fußballclubs mit ihren Ultra-Kurven neidisch wären. Ich meine: Die checken schon, dass es hier um Politiker auf Wahlkampftour geht? Schöne Versprechungen seit jeher und so? Das ist auch der Widerspruch: sich als besonders kritische Geister geben. Als solche, die es "verstanden" haben, dass hier eine Partei Des Guten gegen das Böse Politkartell samt Gleichgeschalter Medien kämpft. Aber dann sich trotzdem den nächsten Politikern dermaßen unterwerfen, dass es mitunter an Selbstaufgabe grenzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 06.Februar 2024, 15:12:07
Wie gesagt: Gegenrede. Geht auf die Straße, werdet sichtbar. Es ist das einzige Mittel, diesen Leuten zu zeigen, dass die Mehrheit in Deutschland keine rechtsextreme Regierungsbeteiligung will. Rossi sagte ja schon: in seinem Bekanntenkreis gibt es nichtmal AfD-Wähler. Wie will er dann mit ihnen reden, wenn er sie und sie ihn nicht sehen?
Wer von euch war bei einer der vielen Demos?

Und du bist der Ansicht, dass die Demo AFD-Wähler davon überzeugt, nicht AFD zu wählen?

Nein, ich bin der Ansicht, dass sich AfD-Wähler nicht umdrehen lassen.
Still sein kann ich trotzdem nicht.

Leserkommentar unter einem Zeit-Artikel:

Wir Demokraten begehen bei der Analyse der AfD-Politik immer wieder den gleichen Fehler: wir versuchen die Politik rational zu verstehen. Die AfD ist aber eine im Kern irrationale Polit-Sekte, die ihre Anhänger emotionalisiert und damit blind macht für die Realität, für Fakten und logische Sachzusammenhänge. Nur so kann sie ihre menschenfeindliche Politik überhaupt in den Köpfen der Menschen verankern.

In der AfD reagieren hauptsächlich die beiden Emotionen Wut und Angst. Zuversicht, Rationalität, Zuneigung oder Wohlwollen finden wir in dieser Partei nicht. Durch die ständige Emotionalisierung werden die Anhänger, wie in jeder anderen Sekte auch, in eine Abhängigkeit von der Organisation getrieben. Es wird die Dichotomie der verkommenen, negativen Außenwelt und der heilenden, nährenden Partei aufgebaut.

Diese Dichotomie ist nötig, um Irrationalitäten akzeptabel zu machen: wenn feststeht, dass der Klimawandel eine Lüge der gierigen Eliten ist, um das Volk zu unterjochen, steht auch fest, dass jede klimapolitische Maßnahme generell abzulehnen ist, egal ob sie wissenschaftlich oder sogar ökonomisch sinnvoll ist. Wenn feststeht, dass alle Parteien außer die AfD selbst zum Feind gehören, kann es überhaupt kein Ereignis geben, dass die Anhänger der AfD von deren Wahl abhält, denn die anderen sind ja immer viel schlimmer. Deshalb werden die aktuellen Demonstrationen gegen Rechts auch keinen einzigen Wähler der AfD zurück holen.

Die AfD ist eine Sekte, und so muss man sie behandeln.


In der Wirtschaftspolitik ist das genau das gleiche. Bernd Baumann, der Generalsekretär der AfD-Bundestagsfraktion, war neulich im Interview zu den Bauernprotesten beim Deutschlandfunk. Er wurde vom Moderator auf den Widerspruch zwischen dem Parteiprogramm der AfD (Streichung aller Agrarsubventionen) und der Haltung der Partei bei den Protesten (alle Subventionskürzungen sofort zurücknehmen) angesprochen. Anstatt einzugestehen, dass es da einen eklatanten Widerspruch gibt, hat Baumann vom Thema abgelenkt, wurde wütend und hat auf die "linksgrünen Eliten" und "drogengebrauchende Grüne" gewettert, bis der Moderator das Interview abbrechen musste. Wie genau jetzt die Wut auf Linke und Grüne die Einkommen der Bauern sichern, bleibt Baumann weiterhin schuldig.

Das gleiche Spiel sehen wir beim Mindestlohn: die AfD halt den Mindestlohn für Teufelszeug, obwohl zu ihrer Klientel überproportional viele Geringverdiener gehören, die vom Mindestlohn profitieren. Auch diese Diskrepanz zwischen geforderter Politik und eigenen Vorteil wird nur ermöglicht, indem die AfD-Klientel emotionalisiert wird und Feindbilder aufgebaut werden: wenn angeblich "die Ausländer" Schuld sind am niedrigen Lohn, ist die Lösung auf einmal nicht mehr rational (=Erhöhung des Mindestlohns), sondern irrational (=sog. "Remigration").




Dass da Irrationales dabei ist, sieht man an den Reaktionen. Wie es die Partei schafft, Leute auf eine Art hinter sich zu bringen, auf die Fußballclubs mit ihren Ultra-Kurven neidisch wären. Ich meine: Die checken schon, dass es hier um Politiker auf Wahlkampftour geht? Schöne Versprechungen seit jeher und so? Das ist auch der Widerspruch: sich als besonders kritische Geister geben. Als solche, die es "verstanden" haben, dass hier eine Partei Des Guten gegen das Böse Politkartell samt Gleichgeschalter Medien kämpft. Aber dann sich trotzdem den nächsten Politikern dermaßen unterwerfen, dass es mitunter an Selbstaufgabe grenzt.

Guter Kommentar. Genau dieses Gefühl habe ich. Die Politik der AfD und ihre Wähler sind für mich nicht rational zu verstehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 06.Februar 2024, 23:15:32
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Lindner-Wenn-wir-nichts-tun-wird-Deutschland-aermer-article24715726.html

Nein. Doch. Illegale Migration in unseren Sozialstaat?
FDP, nun noch unwählbarer!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 06.Februar 2024, 23:32:30
 ;D Er meint das genau andersrum. Also genau so, wie du das magst. Er möchte die illegale Migration in unseren Sozialstaat bekämpfen, um nicht illegale Migranten finanzieren zu müssen. Das macht Lindner in so ziemlich jedem Interview klar.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Interviews/2024/2024-01-30-Rheinische_Post.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 07.Februar 2024, 10:33:26
Leserkommentar unter einem Zeit-Artikel:

Wir Demokraten begehen bei der Analyse der AfD-Politik immer wieder den gleichen Fehler: wir versuchen die Politik rational zu verstehen. Die AfD ist aber eine im Kern irrationale Polit-Sekte, die ihre Anhänger emotionalisiert und damit blind macht für die Realität, für Fakten und logische Sachzusammenhänge. Nur so kann sie ihre menschenfeindliche Politik überhaupt in den Köpfen der Menschen verankern.

In der AfD reagieren hauptsächlich die beiden Emotionen Wut und Angst. Zuversicht, Rationalität, Zuneigung oder Wohlwollen finden wir in dieser Partei nicht. Durch die ständige Emotionalisierung werden die Anhänger, wie in jeder anderen Sekte auch, in eine Abhängigkeit von der Organisation getrieben. Es wird die Dichotomie der verkommenen, negativen Außenwelt und der heilenden, nährenden Partei aufgebaut.

Diese Dichotomie ist nötig, um Irrationalitäten akzeptabel zu machen: wenn feststeht, dass der Klimawandel eine Lüge der gierigen Eliten ist, um das Volk zu unterjochen, steht auch fest, dass jede klimapolitische Maßnahme generell abzulehnen ist, egal ob sie wissenschaftlich oder sogar ökonomisch sinnvoll ist. Wenn feststeht, dass alle Parteien außer die AfD selbst zum Feind gehören, kann es überhaupt kein Ereignis geben, dass die Anhänger der AfD von deren Wahl abhält, denn die anderen sind ja immer viel schlimmer. Deshalb werden die aktuellen Demonstrationen gegen Rechts auch keinen einzigen Wähler der AfD zurück holen.

Die AfD ist eine Sekte, und so muss man sie behandeln.


In der Wirtschaftspolitik ist das genau das gleiche. Bernd Baumann, der Generalsekretär der AfD-Bundestagsfraktion, war neulich im Interview zu den Bauernprotesten beim Deutschlandfunk. Er wurde vom Moderator auf den Widerspruch zwischen dem Parteiprogramm der AfD (Streichung aller Agrarsubventionen) und der Haltung der Partei bei den Protesten (alle Subventionskürzungen sofort zurücknehmen) angesprochen. Anstatt einzugestehen, dass es da einen eklatanten Widerspruch gibt, hat Baumann vom Thema abgelenkt, wurde wütend und hat auf die "linksgrünen Eliten" und "drogengebrauchende Grüne" gewettert, bis der Moderator das Interview abbrechen musste. Wie genau jetzt die Wut auf Linke und Grüne die Einkommen der Bauern sichern, bleibt Baumann weiterhin schuldig.

Das gleiche Spiel sehen wir beim Mindestlohn: die AfD halt den Mindestlohn für Teufelszeug, obwohl zu ihrer Klientel überproportional viele Geringverdiener gehören, die vom Mindestlohn profitieren. Auch diese Diskrepanz zwischen geforderter Politik und eigenen Vorteil wird nur ermöglicht, indem die AfD-Klientel emotionalisiert wird und Feindbilder aufgebaut werden: wenn angeblich "die Ausländer" Schuld sind am niedrigen Lohn, ist die Lösung auf einmal nicht mehr rational (=Erhöhung des Mindestlohns), sondern irrational (=sog. "Remigration").




Dass da Irrationales dabei ist, sieht man an den Reaktionen. Wie es die Partei schafft, Leute auf eine Art hinter sich zu bringen, auf die Fußballclubs mit ihren Ultra-Kurven neidisch wären. Ich meine: Die checken schon, dass es hier um Politiker auf Wahlkampftour geht? Schöne Versprechungen seit jeher und so? Das ist auch der Widerspruch: sich als besonders kritische Geister geben. Als solche, die es "verstanden" haben, dass hier eine Partei Des Guten gegen das Böse Politkartell samt Gleichgeschalter Medien kämpft. Aber dann sich trotzdem den nächsten Politikern dermaßen unterwerfen, dass es mitunter an Selbstaufgabe grenzt.

Bei dem Kommentar gehe ich komplett mit. Nur bringt uns das wieder zum alten Problem zurück: wie mit diesen Menschen umgehen?

Im Netz habe ich ein Interview mit einer Sektenforscherin gefunden. Angesprochen auf die Frage, wie man Sektenmitglieder aus der Sekte befreien könne, antwortet sie:

Zitat
Schaaf rät dringend davon ab, mit Wut oder starken Emotionen zu reagieren, da sich die Anhänger mental an einem anderen Ort befinden. Zu konfrontativ zu sein ist kein guter Ansatz, da Sie damit einen Gesprächsabbruch riskieren.

"Wir hatten Fälle, in denen Sektenanhänger Verwandte auf Social Media blockierten und ihre Telefonnummer änderten, weil sie keine mühsamen Diskussionen mehr wollten. Das ist das Schlimmste, was passieren kann, denn es ist in dieser Situation wichtig, so nah wie möglich dran zu bleiben", sagt Schaaf.

Statt Konfrontation ist es besser, darüber zu sprechen, was sie fühlen oder tun. Dies kann die Tür zu einem Dialog öffnen.
https://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/problematischer-glauben_wie-man-einen-geliebten-menschen-aus-einer-sekte-befreit/45117858 (https://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/problematischer-glauben_wie-man-einen-geliebten-menschen-aus-einer-sekte-befreit/45117858)

Hier schmunzele ich fast ein wenig, denn exakt diesen Versuch habe ich hier in der Runde ja bereits gestartet, musste mir dann aber unterstellen lassen, ich würde dadurch Rechtsextremismus legitimieren.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 07.Februar 2024, 12:35:00
Bei der Aussage im verlinkten Artikel geht es um den Umgang mit Menschen, zu denen bereits eine emotionale Beziehung besteht („geliebter Mensch“, das ist sogar eine ziemlich starke Beziehung). Bei diesen Menschen sehe tatsächlich auch ich noch die Möglichkeit, dass der Dialog funktioniert, einfach weil die emotionale Beziehung da ist.
Bei wildfremden Menschen sehe ich da schwarz.
Und genau das ist das Problem: bei uns im Bekanntenkreis ist die Anzahl der AfD-Wähler so gering, dass wir teilweise nichtmal AfD-Wähler kennen. Und dort, wo es emotionale Bindungen zu AfD-Wählern gibt, sind meist die, die eingreifen könnten, selbst auf dem Trip.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 07.Februar 2024, 16:51:41
Das ist aber auch Teil des Problems. Dieses Gedankengut ist wie ein metastasierender Tumor. Wenn man irrsinnige Aussagen nur oft genug wiederholt, glaubt sie auch irgendwann der anfangs Skeptische.

Ich habe da eine sehr persönliche Geschichte: 1995, Abitur. Ich wiederhole die zwölfte Jahrgangsstufe freiwillig wegen Ausgrenzung. In der neuen Jahrgangsstufe bin ich sofort integriert, finde schnell Freunde, die heute noch Teil meines Lebens sind. Und ich finde Melanie. Eine Seelenverwandte. Wir waren nahezu sofort wie Geschwister, haben Wochenenden verbracht, Abende. Wir teilten Hobbies, Humor, Ansichten, Pläne, Freundschaften. Alles total platonisch (leider, wie ich zugeben muss  :D, aber das war mir zu wertvoll, als dass ich es durch eine Annäherung zerstören wollte). Nach dem Abi, zog sie mit ihrem Freund zusammen, ich musste aus familiären Gründen meine Heimatstadt und alles, was ich liebte, verlassen. Ich stürzte von der glücklichsten Zeit meines Lebens über Nacht in die schlimmste Zeit meines Lebens. Der Kontakt zu Mel bestand noch ein paar Monate, dann schlief er ein, was aber vor allem an mir lag. Ich hatte an meiner Situation schwer zu knabbern und konnte ihr nicht die Aufmerksamkeit entgegenbringen, die sie verdient gehabt hätte. Dabei habe ich über die Jahre die schönen Erinnerungen an die Abizeit konserviert und die waren untrennbar mit Melanie verbunden. Ihr kennt das: Gedankenfetzen von Gegebenheiten, Begegnungen, Situationen. Der schöne Abend am See direkt zur Zeit der Abiprüfungen mit Freunden. Das Wochenende zuhause, wo wir gezeichnet und gelesen und uns Geschichten ausgedacht haben. Die vielen Abende in der Kneipe mit den ganzen anderen Hardcorenasen. Die tiefgründigen Gespräche, die dadaistischen Ausbrüche. Immer mit ihr. Das wird dann zu so einer Leuchtboje der Erinnerung, die immer dann aufflackert, wenn die Zeiten beschissen sind und man sich wegsehnt in diese schönste Zeit des Lebens.
Vor ein paar Jahren gelangte ich durch Zufall an ihre Mailadresse. Ich habe ihr aber nicht geschrieben, denn ich fürchtete mich vor ihrer Antwort: hey, ja, war cool damals, aber lange her, ist heute nicht mehr so wichtig für mich. Also schrieb ich nicht. Bis letztes Jahr im Juni. Da hab ich es einfach gemacht. Und ich bekam umgehend Antwort: wie toll, dass ich mich gemeldet hätte, sie vermisst mich auch und wir sollten dringen einen Kaffee trinken. Das haben wir dann gemacht. Und als wir uns trafen, vergingen fünf Minuten und alles, wirklich alles, war wie 1995. Als wäre keine Woche dazwischen vergangen. Nichts hat sich geändert. Auf die Frage übrigens, warum so viel Zeit dazwischen vergangen war, antwortete sie mit der gleichen Antwort wie ich: sie hatte Angst, ich hätte kein Interesse mehr an ihr  :blank: was für eine Ironie.
Wie auch immer: wir hatten wieder zueinander gefunden. Für mich war das ein echter Griff zurück in die Jugend, aus der ich eine enge Freundin einfach zurückgeholt habe. Ich nehme an, Ihr könnt Euch das Glückgefühl vorstellen, oder? Wenn nein: es war ekstatisch.

Und dann entdecke ich einen WhatsApp-Status, den sie teilt. Und noch einen. Und einen weiteren. Und auf eine ganz vorsichtige Rückfrage erhalte ich eine E-Mail, von der ich mich so schnell nicht erholen sollte. Hier ein paar Auszüge:
Zitat
Glaubst Du nicht, ich hätte mich nicht erkundigt?? Man kann es fast Studium nennen. Ich habe nahezu alles gelesen, was zu dem Thema rauskam. Studien anderer Universitäten, mit Leuten aus dem Ausland korrespondiert....
Das was Du meinst, wenn Du von diesen Infos sprichst, sind natürlich die staatstreuen Infos
Zitat
Ich verstehe, dass ein Apotheker in diesem ganzen System eine staatstreue Rolle spielt. Das zeigte ja schon, dass Du völlig gegen die Homöopathie bist.
Zitat
Für MICH ist diese ganze Corona-Geschichte eine reine PLANdemie gewesen. Die sie übrigens sicher wiederholen. Viele haben daran einfach zu gut verdient.
Für MICH ist die Migrationspolitik untragbar.
Für MICH ist der Ukraine Krieg eine völlige Farce. Und Russland ist nicht mein Feind.
Für MICH ist der Konflikt im Nahen Osten ein von der israelischen Regierung ausgehender Genozid. Darf man ja auch nicht sagen. Schuld-Kult. (Nazi!)
Für MICH ist es ***egal, ob die Erde eine Scheibe ist oder nicht. Aber ich halte alles für möglich.
Für MICH gibt es nur zwei Geschlechter.
Für MICH ist die Mondlandung ein Riesenfake. 9/11 übrigens auch.

Betrug. Das war, was ich gefühlt habe. Ich habe mich um die Freundschaft aus Jugendtagen betrogen gefühlt. Diese wunderbare, kluge, kreative Frau, die ich wie eine Schwester geliebt habe, für die ich zu Fuß durch das Land gelaufen wäre. Das ist einfach ganz, ganz schrecklich. Denn auf welcher Grundlage sollen zukünftige Gespräche nun schon stattfinden können?

@Joe: Du siehst, ich habe sehr wohl solche Leute in meinem Umfeld. Ich habe direkte Verluste erlitten, die wirklich weh tun. Natürlich weiß ich, dass ich kein einziges Joule an Energie in die Rettung von Mel stecken muss, das lohnt nicht. Und das macht alles noch viel schlimmer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 07.Februar 2024, 18:32:05
Sehr sehenswert: Prof. Dr. Markus Linden (Uni Trier) vorgestern über rechte Netzwerke, samt anschließender Fragerunde. Geladen hatte die Stiftung Demokratie Saarland. Die Spezialfreunde der AfD sind natürlich mit am Stacht. https://www.youtube.com/watch?v=VKAW44SkA88

Die Opferrollen-Strategie der Neuen Rechten ist ja schon recht clever. Das "Wir gegen die". Nicht nur schweißt das Anhänger und Partei stärker zusammen als den Chemnitzer FC und seine Ultrakurve -- sobald man dieser Ideologie erst mal verfangen ist, gibt es nur noch das, was die Partei macht (immer richtig). Und das, was die anderen machen (immer dubios). Mehr gibts nicht. Denn zu den anderen gehören Gegner der Partei, andere Parteien, ALLE Medien, die nicht den rechten Gegenmedien angehören, selbst das politische System an sich.

Man kann das auch beliebig weiterspielen. Werden sie auch tun, sollten sie irgendwann irgendwo in Regierungsverantwortung sein. Sollten die blauen Wunder dann ausbleiben, oh Wunder: alles eine einzige Denunzierungskampagne. Ohne die anderen wäre Deutschland endlich wieder wärrrrr.

Die Alte Rechte hätte die Neue Rechte damit zwar nicht mal als Rasensprenger vor den Trümmern der Wolfsschanze eingesetzt, diese ewigen Mimimis und Jammerlappen. Aber die war in Sachen Kommunikation und Selbstdarstellung ja insgesamt nie so, äh, geschickt. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 07.Februar 2024, 20:11:27
@Henning: herzzerreißende Geschichte. Was unternimmst du nun?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Februar 2024, 20:13:35
Denn auf welcher Grundlage sollen zukünftige Gespräche nun schon stattfinden können?
Das liest sich wirklich schlimm. An deiner Stelle würde ich herauszufinden versuchen, WARUM sie dieser Meinung ist. Und dann würde ich sie fragen, ob sie glaubt, dass du sie belügen würdest, wenn du ihr Fakten aufzählst und falls sie das bejaht, fragen, warum du ihr sowas antun solltest. Vllt. zuerst mit der Homöopathie anfangen, das ist ja quasi ein Heimspiel. Und dann jeden Punkt einzeln aufrollen, bei den zwei Geschlechtern kannst du ihr ja sogar zustimmen, das schafft Vertrauen. Vllt. kannst du sie zurück holen, am besten persönlich, nicht per Mail oder Whatsapp.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 07.Februar 2024, 20:28:52
@Henning: herzzerreißende Geschichte. Was unternimmst du nun?

Danke, auch an Rossi :)

Die Vorschläge von Dir, Rossi, sind allesamt gut. Aber ich halte es da mit Joe hier im Laufe der Diskussion: ich werde da nichts unternehmen können. Der Mail ging voraus, dass sie einen Status geteilt hat, der sich lustig darüber macht, als Verschwörungstheoretiker bezeichnet zu werden, wenn man sich über die Impfung informiert. Hanebüchener Blödsinn natürlich (Opferrolle...) und ich habe gefragt:
Zitat
"Ist das Dein Eindruck? Es gab doch genügend Kampagnen und Infoseiten, um Fragen zu beantworten. Warum solltest Du Dir wie ein Verschwörungstheoretiker vorkommen, wenn Du Fragen stellst? Welches Verhalten Dir gegenüber führt zu diesem Gefühl?
(Ist eine ernstgemeinte Frage, Mel, denn ich stehe ja auf der Seite derer, die gefragt wird und dass meine Antworten dieses Gefühl hervorrufen, ist das Letzte, was ich möchte)

Darauf kam besagte Mail. Allerdings, so fair will ich sein, hat sich in dieser Mail auch mehrfach geschrieben, dass es ihr jetzt leid tut, dass ich das abbekomme. Sie hat aus mir keinen Bösewicht gemacht, will ich sagen.

Wie gesagt: ich erachte hier alles für verloren. Sie beschränkt sich ja nicht nur auf das Teilen von Stati. Inzwischen weiß ich, dass sie auch "Spaziergänge" organisiert hat und auf eben solche in das regionale Umfeld gefahren ist (natürlich mit der obligatorischen Geschichte von Gewalt durch Linksextremisten). Und ganz ehrlich? Für einen solchen Feldzug fehlt mir auch einfach die Energie. Und ein wenig habe ich auch Angst davor, am Ende nicht nur eine Freundin an den Zeitgeist verloren zu haben, sondern dann eine Freundin zu haben, die mich hasst. Das würde dann selbst die schönen alten Zeiten, die ja noch immer in unserer beider Köpfen drin sind, vernichten. Nein, das ist es nicht wert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Leland Gaunt am 07.Februar 2024, 22:33:08
;D Er meint das genau andersrum. Also genau so, wie du das magst. Er möchte die illegale Migration in unseren Sozialstaat bekämpfen, um nicht illegale Migranten finanzieren zu müssen. Das macht Lindner in so ziemlich jedem Interview klar.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Interviews/2024/2024-01-30-Rheinische_Post.html

Ich hätte das Stöckchen, über das du natürlich sofort springst, besser als Sarkasmus kennzeichnen sollen, mein Fehler!

Edit: Im übrigen geht es mir nicht darum was ich mag, sondern was richtig für dieses Land ist.
Mir geht es nicht darum, eine Ideologie durchzudrücken, im Gegensatz zu dir.


@Mods: Ihr könnt mich gern weiter verwarnen oder mir mit der "Ergreifung weiterer Maßnahmen" drohen, verbiegen lasse ich mich nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 08.Februar 2024, 06:24:58
;D Er meint das genau andersrum. Also genau so, wie du das magst. Er möchte die illegale Migration in unseren Sozialstaat bekämpfen, um nicht illegale Migranten finanzieren zu müssen. Das macht Lindner in so ziemlich jedem Interview klar.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Interviews/2024/2024-01-30-Rheinische_Post.html

Ich hätte das Stöckchen, über das du natürlich sofort springst, besser als Sarkasmus kennzeichnen sollen, mein Fehler!

Edit: Im übrigen geht es mir nicht darum was ich mag, sondern was richtig für dieses Land ist.
Mir geht es nicht darum, eine Ideologie durchzudrücken, im Gegensatz zu dir.


@Mods: Ihr könnt mich gern weiter verwarnen oder mir mit der "Ergreifung weiterer Maßnahmen" drohen, verbiegen lasse ich mich nicht.

Den Sarkasmus hatte ich tatsächlich komplett verfehlt. Wuff.
Und natürlich geht es da um deine persönliche Präferenz, denn was richtig für dieses Land ist, entscheidest nicht du alleine.

Wenn ich Ideologe bin, wenn ich für eine weltoffene, soziale Gesellschaft eintrete, die Benachteiligten hilft (und dabei auch den ein oder anderen mitfinanziert, den man eigentlich nicht mitfinanzieren müsste), dann ok, dann oute ich mich als Ideologe.

@Henning: das ist sehr traurig, ich fühle mit dir.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 08.Februar 2024, 09:11:55
@Viking: Sorry, ich kann jetzt auf die Schnelle nicht auf alles eingehen, aber die Vergleiche mit Ungarn und Polen finde ich gruselig (von Trump und seinen Plänen ganz zu schweigen). Schau dir mal an, wie's in Ungarn um die Pressefreiheit und den Rechtsstaat bestellt ist. Ich würde da nicht leben wollen. In Polen hat die PiS in 8 Jahren auch ordentlich den Rechtsstaat ausgehöhlt. Oder wie ist es mit der Türkei? Erdogan wird doch auch immer demokratisch gewählt, oder nicht? Autokraten nutzen gerne die Fassade der Demokratie, um ihren Machterhalt zu legitimieren. Das macht diese Staaten aber nicht zwingend demokratisch. Polen und Ungarn hätten da auch schon längst viel härter von der EU abgestraft gehört.
Du hast da schon recht,dass es da bei Polen und Ungarn viel zu kritisieren gibt und die jetzt auch keine leuchtenden Beispiele für Demokratien sind dürfte klar sein, der Punkt da ist aber,dass beide trotzdem in Demokratien sitzen,mit Mehrheiten gewählt wurden und da zum Teil auch bestehende Regeln da für sich nutzen. Die PiS ist ja inzwischen abgewählt worden aber wenn man nach Ungarn schaut hätte die Fidesz im Moment wahrscheinlich immer noch eine demokratische Mehrheit hinter sich. Beide wären in der Form in der sie an die Macht gekommen sind wahrscheinlich in Deutschland auch kein Fall für ein Partei Verbotsverfahren gewesen. Orban hat ja in Ungarn auch die Verfassung geändert und angepasst, Verfassungsfeindlich wäre da also demnach was Orban definiert und definieren kann.
Bei Trump liegt der Fall da schon komplizierter, er hat ja seine Wahlniederlage nie offen eingestanden und hat z.B auf die Frage ob er seine Macht missbrauchen würde wenn er wieder ins Amt käme "nur am ersten Tag" geantwortet, außerdem hat er auch ins Spiel gebracht länger regieren zu wollen als die eine Amtszeit die er eigentlich dürfte, beim ersten Mal hat es auch zu einer Abwahl gereicht aber man müsste sich anschauen wie die Institutionen dagegen halten falls er etwas versuchen sollte.

Wenn man sich sowas anschaut kann man auch Verbindungen zu uns ziehen und sehen wie man es besser machen könnte,vielleicht am besten in dem man die Machtverhältnisse umdreht und überlegt welche Möglichkeiten ein Orban hier hätte mit den Mitteln die es im Moment gibt und ob sic die Regierung jetzt überhaupt an die Grundsätze hält an die sie gebunden sein sollte, dann Gerichte,Presse,Meinungsfreiheit und Bürgerrechte schützen und stärken,z.B sowas wie einen Bürgerrat weglassen und stattdessen in Richtung Volksbefragungen gehen.
Vielleicht auch auf EU Ebene weniger Zensur Gesetze,wie z.B den Digital Service Act beschließen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex_(The_Economist)
Ungarn liegt im Demokratieindex nebenbai auch noch 50 Ränge vor der Türkei.

Sorry, dass ich da erst jetzt drauf eingehe. Du hast schon Recht: Alle Genannten wurden demokratisch gewählt und genau deshalb sind sie auch ein Beispiel dafür, welche Gefahr droht, wenn man solche Populisten und Autokraten in Demokratien an die Macht kommen lässt. Ich kann jetzt nicht beurteilen, wie es in Polen und Ungarn vor PIS und Fidesz war, aber es macht den Eindruck, als seien die Institutionen dieser Demokratien nicht sehr gut gegen Übergriffe autokratischer Exekutiven geschützt gewesen. Daher finde ich auch die aktuellen Überlegungen, das Bundesverfassungsgericht besser zu schützen und dahingehend das Grundgesetz zu ändern, richtig und konsequent. Verfassungsrechtler warnen davor schon seit Jahren, lange bevor die AfD überhaupt nennenswerte Wahl- und Umfrageergebnisse erzielt hat (und auch bevor sie komplett von Rechtsextremen vereinnahmt wurde). Mit Blick auf die USA gruselt es mich, sollte Trump nochmal an die Macht kommen. Klar, wir reden hier von der ältesten sich noch in Kraft befindlichen Verfassung der Welt und es hat gute Gründe, dass sie das ist. Ich habe trotzdem meine Zweifel, ob die amerikanische Demokratie eine zweite Amtszeit von Trump überstehen wird.

Volksabstimmungen finde ich grundsätzlich gut. Die Frage ist nur, wann, für was und in welchem Umfang nutzt man sie. Man hat bspw. am Brexit gesehen, wie leicht Populisten da das Ruder übernehmen können und man mit rationalen Argumenten nicht mehr durchdringt. Den Salat hat jetzt die britische Bevölkerung und dieser Salat ist verwelkt, matschig und schmeckt bescheiden. Daher bin ich in der Praxis sehr skeptisch, was Volksentscheide anbelangt.

Wieso ist der Digital Service Act für dich ein Zensur-Gesetz?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 08.Februar 2024, 14:05:00
Moderativer Hinweis

Ein Forum lebt, wie jedes andere organisierte Miteinander von Menschen, von Regeln. Diese Regeln stellen sicher, dass das Miteinander möglichst reibungslos abläuft, da sich alle auf ein gewissen Grundkonsens geeinigt haben. Wer Mitglied im Meistertrainerforum ist, akzeptiert als Teil der Forengemeinschaft die hier festgelegten Regeln. Wer mit diesen Regeln und deren Durchsetzung nicht einverstanden ist, kann nicht Teil des Forums sein. Dabei haben wir immer darauf wert gelegt, mit Usern, die gegen die Regeln verstoßen haben, in den Dialog zu treten. Das kann durch öffentliche Hinweise in den entsprechenden Threads oder per PN geschehen. Zeigen die User keine Einsicht und halten sich weiterhin nicht an Regeln, bleiben uns die Mittel der Verwarnung und der temporären oder dauerhaften Sperre. Wir tun es ungern und mitunter auch zu spät, aber wir setzen diese Mittel nach bestem Wissen und Gewissen und niemals leichtfertig ein, um das MTF möglichst so zu erhalten, wie wir es alle kennen und schätzen, ja sogar lieben.

Um es deutlich zu machen: Uns geht es nicht darum, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu beschneiden. Wir halten das für ein hohes Gut, das wir schützen wollen. Freie Meinungsäußerung bedeutet, auch gegenteilige Meinungen zu akzeptieren und sich im Zweifelsfall mit diesen auseinanderzusetzen. Ganz klar ist aber auch: Hass, Hetze und menschenverachtendes Gedankengut überschreitet eine Grenze, die wir nicht dulden. Hier haben wir klare ethische Vorstellungen, die sich an den Grundlinien des Humanismus orientiert. Wir sind auch der Auffassung, dass in den letzten Tagen und Wochen deutlich geworden ist, dass wir ein breites Spektrum an Meinungen zulassen, ohne jemandem den Mund zu verbieten. Diese Konfrontation mit Positionen außerhalb der eigenen Komfortzone kann fruchtbar sein, wenn die Diskussion konstruktiv geführt wird. Dazu gehört, auf die Aussagen des Gegenübers einzugehen und manchmal auch, die eigenen Aussagen zu reflektieren. Ebenso gehört dazu, nicht einfach Behauptungen aufzustellen, ohne diese auf Nachfrage begründen und belegen zu können. In einer Diskussion muss es unserer Auffassung nach Grundkonsens sein, dass das Gesagte für alles Mitdiskutanten nachvollziehbar und nachprüfbar ist. Ist es das nicht, fehlt der Diskussion die gemeinsame Grundlage und sie wird zwecklos. In den allermeisten Fällen erleben wir hier konstruktiven, teilweise konfrontativen Austausch, trotz unterschiedlicher Meinungen.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, haben wir bei der Formulierung der Regeln für politische Diskussionen noch einmal nachgeschärft, da es gerade hier wiederholt zu unschönen Situationen kommt. Nehmt ihr an einer politischen Diskussion im MTF teil, akzeptiert ihr diese Regeln. Wir hoffen auf euer Verständnis und freuen uns über alle, die sich konstruktiv über Politik im MTF austauschen wollen.

Euer MTF-Modteam
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 08.Februar 2024, 22:48:28
In Berlin wurde der Bruder von Shahak Shapira angegriffen.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/bruder-von-satiriker-shapira-100.html
Vorher war da eher die Rede von einem Streit.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/rbb-streit-ueber-nahost-konflikt-eskaliert-mann-schlaegt-juedischen-kommilitonen-krankenhausreif-100.html
https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20240206_1930/Nach-Angriff-auf-juedischen-Studenten-Wie-kann-so-etwas-verhindert-werden.html
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/lahav-shapira-ermittler-gehen-von-gezieltem-angriff-auf-juedischen-studenten-aus-a-ec42b184-9d33-4928-a4b1-050db9d3d048
Ich finde es wirklich erschreckend was in dem Zusammenhang abgeht,wie da gerudert und überlegt wird. Dann veranstaltet eine Gruppe da eine Demo auf der die "vollständige Befreiung Palästinas"gefordert wird und anscheinend lassen die das auch noch zu.

Eine Veranstaltung an einer anderen Uni musste wohl abgebrochen werden weil da gestört wurde.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/veranstaltung-mit-israelischer-richterin-unterbrochen-pro-palastinensische-aktivisten-storen-podiumsdiskussion-an-der-humboldt-uni-in-berlin-11185258.html

Wie gesagt, ich will AfD-Wähler nicht umdrehen. Weil ich der Meinung bin, dass das nicht geht. Wer einmal rechtsextrem gewählt hat, hat grundsätzlich kein Problem mit Rechtsextremisten. Auch wenn er sie nur zum Protest benutzt. Er wird sie auch ein zweites Mal wählen, wenn er protestieren will.
Nach der Logik dürfte es dann ja auch keine Aussteigerprogramme für Extremisten geben.  :P
Die AfD hat sich doch seit der Gründung schon ein paar mal geändert und einige ehemalige AfD Politker kritisieren die Partei in jetzige Form ja auch weil ihnen die Gruppe um Höcke nicht passt, warum sollte das bei Wählern anders sein?

In der Wirtschaftspolitik ist das genau das gleiche. Bernd Baumann, der Generalsekretär der AfD-Bundestagsfraktion, war neulich im Interview zu den Bauernprotesten beim Deutschlandfunk. Er wurde vom Moderator auf den Widerspruch zwischen dem Parteiprogramm der AfD (Streichung aller Agrarsubventionen) und der Haltung der Partei bei den Protesten (alle Subventionskürzungen sofort zurücknehmen) angesprochen. Anstatt einzugestehen, dass es da einen eklatanten Widerspruch gibt, hat Baumann vom Thema abgelenkt, wurde wütend und hat auf die "linksgrünen Eliten" und "drogengebrauchende Grüne" gewettert, bis der Moderator das Interview abbrechen musste. Wie genau jetzt die Wut auf Linke und Grüne die Einkommen der Bauern sichern, bleibt Baumann weiterhin schuldig.

Das gleiche Spiel sehen wir beim Mindestlohn: die AfD halt den Mindestlohn für Teufelszeug, obwohl zu ihrer Klientel überproportional viele Geringverdiener gehören, die vom Mindestlohn profitieren. Auch diese Diskrepanz zwischen geforderter Politik und eigenen Vorteil wird nur ermöglicht, indem die AfD-Klientel emotionalisiert wird und Feindbilder aufgebaut werden: wenn angeblich "die Ausländer" Schuld sind am niedrigen Lohn, ist die Lösung auf einmal nicht mehr rational (=Erhöhung des Mindestlohns), sondern irrational (=sog. "Remigration").


Dass da Irrationales dabei ist, sieht man an den Reaktionen. Wie es die Partei schafft, Leute auf eine Art hinter sich zu bringen, auf die Fußballclubs mit ihren Ultra-Kurven neidisch wären. Ich meine: Die checken schon, dass es hier um Politiker auf Wahlkampftour geht? Schöne Versprechungen seit jeher und so? Das ist auch der Widerspruch: sich als besonders kritische Geister geben. Als solche, die es "verstanden" haben, dass hier eine Partei Des Guten gegen das Böse Politkartell samt Gleichgeschalter Medien kämpft. Aber dann sich trotzdem den nächsten Politikern dermaßen unterwerfen, dass es mitunter an Selbstaufgabe grenzt.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Man die Abschaffung der Subventionen anhand des Parteiprogramms trotzdem positiv für die AfD drehen könnte, einfach weil die auch andere Sachen ändern und Regeln abschaffen wollen die den Landwirten dann zu gute kommen würden, dadurch würde man aber eine andere Diskussion aufmachen, nach Finanzierbarkeit  und Umsetzbarkeit usw.

Es spielt aber überhaupt gar keine Rolle, aus 2. Gründen,1. Erstmal würde ich von der AfD in der jetzigen Zusammensetzung grundsätzlich keine Umsetzung des Programms erwarten, man kann sich ja das Label"Liberal Konservativ" geben und Dinge wie "schlanker Staat" da reinschreiben, dass nimmt dir aber irgendwann keiner ab wenn du Leute wie Höcke und Krah in der Partei lässt.
2. Die anderen Parteien haben über Jahrzehnte selbst dafür gesorgt,dass man Parteiprogramme und Wahlversprechen nicht mehr erstnehmen muss und es bei vielen Punkten komplett egal ist was vorher gesagt und aufgeschrieben wurde, warum sollte das jetzt ein Argument sein das Menschen erreicht?

Es gibt da ja den Begriff "postfaktisch" also mehr Beeinflussung durch Emotionen als durch Fakten, mMn trifft das aber auch auf andere Parteien zu und auch Medie zu.

Baumann finde ich als Sprecher nebenbei auch völlig ungeeignet, er wirkt auf mich meistens so als wäre er Schauspieler der etwas in die Richtung parodieren will.
Dazu auch noch mal seinen Auftritt beim BaB: https://twitter.com/ARD_BaB/status/1749169069901726132

Sorry, dass ich da erst jetzt drauf eingehe. Du hast schon Recht: Alle Genannten wurden demokratisch gewählt und genau deshalb sind sie auch ein Beispiel dafür, welche Gefahr droht, wenn man solche Populisten und Autokraten in Demokratien an die Macht kommen lässt. Ich kann jetzt nicht beurteilen, wie es in Polen und Ungarn vor PIS und Fidesz war, aber es macht den Eindruck, als seien die Institutionen dieser Demokratien nicht sehr gut gegen Übergriffe autokratischer Exekutiven geschützt gewesen. Daher finde ich auch die aktuellen Überlegungen, das Bundesverfassungsgericht besser zu schützen und dahingehend das Grundgesetz zu ändern, richtig und konsequent. Verfassungsrechtler warnen davor schon seit Jahren, lange bevor die AfD überhaupt nennenswerte Wahl- und Umfrageergebnisse erzielt hat (und auch bevor sie komplett von Rechtsextremen vereinnahmt wurde). Mit Blick auf die USA gruselt es mich, sollte Trump nochmal an die Macht kommen. Klar, wir reden hier von der ältesten sich noch in Kraft befindlichen Verfassung der Welt und es hat gute Gründe, dass sie das ist. Ich habe trotzdem meine Zweifel, ob die amerikanische Demokratie eine zweite Amtszeit von Trump überstehen wird.

Ist aber allgemein nicht so einfach wenn es auch für Änderungen eine breite Mehrheit gibt und die demokratisch getragen werden.
In Polen wird ja z.B auch gerade um den Rundfunk gestritten,dass der umgebaut wurde und ausschließlich PiS freundlich berichtet hat und darum von Tusk erstmal aufgelöst wurde,da könnte man sich aus PiS Anhänger Sicht auch fragen,ob sowas so einfach möglich sein sollte und ob die PiS Meinungen nach der Neugründung auch fair daran beteiligt sein werden. Wird nach den Änderungen pro PiS davor aber schon der richtige Schritt sein.
Wenn man den Punkt mal auf Deutschland übergträgt müsste sich unser Rundfunk auch Kritik gefallen lassen und AfD Anhänger könnten meckern weil es für sie in den öffentlich rechtlichen Niemanden gibt der ihre Meinung vertritt,die Frage ist ob man das machen müsste um demokratisch fair zu sein. Natürlich soll das jetzt auch kein direkter Vergleich mit der quasi "Gleichschaltung" der Medien in Polen sein,da sieht es ja allgemein mit der Pressefreiheit noch ganz anders aus.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-oeffentlich-rechtliche-100.html

Ich denke da auch das der Anlauf um das Verfassungsgericht besser zu schützen ein richtiger Schritt sein kann, es ist aber wichtig das man wirklich einen guten Weg findet, bei dem wie genau wäre ich jetzt auch überfragt weil ein gewisser Einfluss durch Parteien ja trotzdem bestehen bleibt.

Die USA haben da mMn allgemein ein Problem mit ihrem System, Joe Biden scheint mir auch nicht mehr ganz auf der höhe zu sein, neulich hat er in einer Rede Macron mit Mitterand verwechselt. Da kommen auch nur Menschen nach oben die finanziell genug Rückhalt haben um große Kampagnen zu fahren und entsprechend vernetzt sind,dass führt dann auch dazu das bestimmte Leute immer wieder in Ämter gewählt werden und wurden ,die da eigentlich nicht(mehr) hingehören, weil es Parteilpolitisch genehm ist und Nachfolger langsam aufgebaut werden.
Letztes Jahr ist z.B Dianne Feinstein im Alter von 90 verstorben, eine demokratische Senatorin, die bis zum Schluss und schon seit 1992 im Amt war. Bei der hat man einfach gesehen,dass sie eher in ein Altersheim als in ein politisches Amt gehört. Dazu auch noch ein 2 Parteien System ohne große Chance für dritte da groß einzusteigen.
Sowas führt dann zwangsläufig zu Politikverdrossenheit und macht es Menschen wie Trump einfach Fuß zu fassen und Stimmen zu holen. Seine MAGA Bewegung hat ja inzwischen auch die Partei übernommen und er lässt Gesetze blockieren wie es ihm passt.
https://www.spiegel.de/ausland/joe-biden-verwechselt-emmanuel-macron-mit-verstorbenem-vorgaenger-francois-mitterrand-a-2be2cdce-44bf-4fde-8fb3-a9b9408d6b30
https://de.wikipedia.org/wiki/Dianne_Feinstein


Zitat
Volksabstimmungen finde ich grundsätzlich gut. Die Frage ist nur, wann, für was und in welchem Umfang nutzt man sie. Man hat bspw. am Brexit gesehen, wie leicht Populisten da das Ruder übernehmen können und man mit rationalen Argumenten nicht mehr durchdringt. Den Salat hat jetzt die britische Bevölkerung und dieser Salat ist verwelkt, matschig und schmeckt bescheiden. Daher bin ich in der Praxis sehr skeptisch, was Volksentscheide anbelangt.
Ich bin da eigentlich der Meinung,dass man den Menschen durchaus zutrauen kann für sich selbst zu entscheiden,auch wenn das dann manchmal dem ein oder anderen nicht so passen mag und auch wenn dann sowas wie der Brexit dabei rauskommt.
 Was da wichtig wäre,dass die Informationen über die Abstimmung einfach und zugänglich verfügbar sind und nicht eine Seite einen Vorteil bei der Verbreitung hat und manipuliert wird, was beim Brexit der Fall gewesen sein kann. Kann man in der Praxis schwierig finden, hast du schon recht ,nur wäre mir sowas im Vergleich zu dem genannten Bürgerrat lieber,der ja auch als politische Teilhabe der Bürger verkauft wird, aber doch eher gesteuert ist.

Zitat
Wieso ist der Digital Service Act für dich ein Zensur-Gesetz?
Da hätte ich ein "mögliches" einfügen können.
Kurz gesagt wäre ich da skeptisch gegenüber der Auslegung bestimmter Begriffe und Möglichkeiten bestimmte Sachen sperren zu lassen die nicht gesperrt werden sollten.

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/digital-services-act-100.html
Wenn man sich da Beispielsweise mal den Artikel durchliest und von "Hass und Hetze" die Rede ist kann man erstmal nicht klar definieren was genau damit gemeint wäre,geht es da nur um strafbare Inhalte? Was wenn Orban in Ungarn ein "LGBTQ Propaganda" Gesetz einführt wie es Russland hat, müssten dann hier Videos gesperrt werden die dem nicht passen?
Falls auch Sachen unter der Strafbarkeitsgrenze gesperrt werden,wer bestimmt das? Kommt es zu Overblocking weil man mit dem löschen nicht hinterherkommt und es sonst Strafen hagelt?

"Zur Kontrolle entwickle man zusammen mit NGOs und Verbraucherschutzorganisationen Kriterien und Strategien, erklärt Vestager. Es gehe darum, dass soziale Medien trotz enormer Macht und einem enormen Einfluss sich an die Regeln hielten, die eine Demokratie von ihnen verlange, betont die EU-Kommissarin. "
Ich würde mir da eher ungerne von NGOs auslegen und vorgeben lassen was ich lesen und posten darf.

https://www.berliner-zeitung.de/news/eu-gesetz-digital-services-act-martin-sonneborn-ursula-von-der-leyen-verbreitet-bewusst-irrefuehrende-fakes-li.382738
https://youtu.be/PpeXeOez0wo?si=HPXHNMyv0C95WJtu&t=1116 Aus Zufall das Video gesehen als ich nach nem anderen gesucht habe,greift beim Timestamp meine Frage von oben auf.

 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 09.Februar 2024, 00:24:49

Ich finde es irgendwie erschreckend das es in der heutigen Zeit & bei dieser Thematik nur noch Schwarz oder Weiß zu geben scheint und die versch. ``Lager`` sich gegenseitig denunzieren.

Ich habe in meinem Umfeld tatsächlich mit einigen Menschen zu tun die vermeintlich die AFD wählen/gewählt haben und bei keinem kann ich einen Drang zum Extremismus oder Menschenfeindlichkeit ausmachen.
Ich finde es im allgemeinen ziemlich befremdlich, die Wähler einer Partei, die momentan einfach eine gewisse Masse hinter sich stehen hat, derart an den Rand zu drängen und von Oben herab zu behandeln, auch wenn diese Partei, aufgrund einiger fragwürdigen, repräsentativen Mitglieder, nicht in das gewollte Bild passt.

Einige scheinen hier schon gute Ansätze zu haben - Anstatt zu verurteilen, erstmal zu hinterfragen, warum auf einmal eine so breite Masse, innerhalb von vergleichsweise wenigen Jahren, zu einer solchen Partei tendiert.
Auf der anderen Seite könnte ich aber wirklich brechen, wenn wiederum Andere meinen, alle AFD-Wähler als verblendet, uneinsichtig und ``verloren´´ zu bezeichnen, während man im Umkehrschluss eigentlich genau das Selbe von denjenigen behaupten könnte, die eine solch radikale Meinung von solchen Menschen vertreten.

Denn bei allem Respekt vor jeder Meinung - Eine Lösung, oder eine wirkliche Alternative hat doch wirklich keiner parat. Viel eher befasst man sich nur mit willkürlich zusammengestrickten Gefahren die vielleicht auftreten könnten wenn.....Ja wenn was? Welche Gefahren erwartet das Land, wenn eine AFD eine immer stärker werdende Kraft werden würde? Und welche Gefahren erwartet das Land, wenn weiterhin ungelernte, ahnungslose Kräfte, das Land über mehrere Jahre regieren, wie es heutiger Tage schon der Fall ist?

Hier werden vergleiche mit Ungarn etc. gezogen, warnt vor dem Entzug von Menschenrechten bei einer Übernahme von Rechts, vergisst aber, das Wir vor gut zwei Jahren alle Zuhause sitzen mussten, während noch nicht mal Auto fahren, ohne triftigen Grund erlaubt war, aufgrund eines Virus, der heutzutage nur noch als normale Grippe abgetan wird, während sich die hohen Politiker urplötzlich in den Vorständen gewisser Unternehmen einkauften, die zum Schutz des Virus gedient haben usw. usw.

Argumentiert wird von der einen Seite dann scharf mit dem einhergehenden Rechtsextremismus, bei dem ausnahmslos jeder AFD-Wähler mit in diese Sparte gedrückt wird.
Für mich ist dieser ``Rechtsextremismus`` jedoch nur eine aufgepauschte Floskel alter Tage, die gerne so dargestellt wird, als würde man Alles und Jeden, der nicht dem eigenen Bild entspricht, ausnahmslos wegradieren wollen.
Für mich ist aber genau Das dieses radikalisieren der Menschen, die einfach nur wieder mehr Kontrolle & Sicherheit haben wollen. Die auch mit Menschen aus anderen Ländern zusammenlebe wollen, deren Kultur, derer Ihrer nicht im Wege steht und umgekehrt
Was Gott sei Dank in vielen Aspekten natürlich schon funktioniert, nur gibt es leider eben noch genug Schattenseiten, die eben diese Fragen aufwerfen, wieso es so weit kommen kann. Nur mal als Beispiel genommen, diese kriegsähnlichen Zustände die über die vergangenen Silvesternächte in Berlin stattgefunden haben und und und....

Letzten Endes will ich mich auch nicht zu sehr nur auf dieses Asyl-, Menschenfeindlich, Migrations-Thema beharren, da eigentlich noch viel mehr dahinter steckt, als manche hier eigentlich wahr haben wollen.

Ich bin auch der Meinung, dass Viele, die nur die eine Seite sehen wollen, leider auch nicht mehr Schichten der Gesellschaft durchleben, um auch mehrere Sichtweisen verstehen zu können. Denn in erster Linie sollten Wir nicht die Politiker beachten, sondern die Tatsachen, warum die Menschen sich für gewisse Meinungen und Sichtweisen stark machen & befürworten. Und ich bezweifle, dass sich heutzutage gewisse Meinungen, allein aufgrund von menschenverachtenden Eigenschaften bilden.

Aus diesem Grund haben auch diese ganzen Anti-Rechts Demos kaum Gewicht, weil beide Seiten in dieser Hinsicht einfach schon zu versteift sind. Die einen beharren sich nur auf den Rechtsextremismus und die anderen halten genau diejenigen für dumm, weil man nicht verstehen kann wie man den angeblichen Zerfall der eigenen Nation verschleiert.

Sicher ist nur eins - Das die nächsten Wahlen kommen. Und ich bin auf der einen Seite echt froh darüber das Wir hier eigentlich noch den Luxus haben darüber zu debattieren und wählen zu dürfen, der uns beliebt, während in anderen Ländern nur ein größenwahnsinniger Mensch ausreicht, um die wirklichen Schrecken des Lebens, aus der eigenen Ideologie heraus, heraufzubeschwören.

Wie dem auch sei - Für meinen Teil kann ich tatsächlich Beides verstehen. Warum man die AFD kritisch sehen will, aber kann es ebenfalls nachvollziehen, warum man sich dazu hingezogen fühlt. Jedoch ohne, den Menschen irgendwas Verachtendes unterstellen zu wollen.

Momentan sehe ich jedoch keine Partei und keinen Politiker, der es dem größeren Teil unserer Gesellschaft recht machen kann & wird. Aber das war schon immer so & wird wohl auch immer so bleiben.
Ich denke jedoch auch, viel mehr als gegenseitiger Respekt, brauchen wir in dieser Thematik auch nicht.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 07:09:26
@Viking: doch, Aussteigerprogramme sind genau für die Menschen, die SELBST merken, dass sie in einer gefährlichen Spirale sind. Das ist der Kern jedes Ausstiegs: die Person muss begreifen, dass sie einen Fehler macht.
Wie willst du also einem wildfremden AfD-Wähler klarmachen, dass er einen Fehler macht? Der lacht dich aus und hört dir nicht mal zu.

@Zockerbit: die AfD ist inzwischen in mehreren Ländern als gesichert rechtsextrem eingestuft, die JA sowieso. Eine große Masse bedeutet beileibe nicht, dass die Partei nicht extremistisch ist. Gab schonmal einen solchen Fall.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.Februar 2024, 08:53:25
@Zockerbit: Ja, es gibt leider vielfach diese Schwarz-Weiß- oder Falsch-Richtig-Perspektive. Ich finde aber, a) dass hier im Forum noch weitestgehend differenziert diskutiert wird und es b) schlicht Fakten gibt, die man nicht ignorieren kann. Man kann Sachverhalte unterschiedlich interpretieren und daher zu unterschiedlichen Meinungen kommen. Fakten jedoch zu ignorieren oder zu verdrehen, ist das Ende einer jeden konstruktiven Diskussion. Ich möchte gerne auf einige Punkte deines Postings eingehen:

Ich habe in meinem Umfeld tatsächlich mit einigen Menschen zu tun die vermeintlich die AFD wählen/gewählt haben und bei keinem kann ich einen Drang zum Extremismus oder Menschenfeindlichkeit ausmachen.
Ich finde es im allgemeinen ziemlich befremdlich, die Wähler einer Partei, die momentan einfach eine gewisse Masse hinter sich stehen hat, derart an den Rand zu drängen und von Oben herab zu behandeln, auch wenn diese Partei, aufgrund einiger fragwürdigen, repräsentativen Mitglieder, nicht in das gewollte Bild passt.
Dass die AfD "einige fragwürdige, repräsentative Mitglieder" hat, ist erstens mit Blick auf die Anzahl dieser Mitglieder nicht richtig und zweitens ist fragwürdig eine krasse Verharmlosung dessen, was diese Leute so von sich geben. Aber es passt in das von der AfD sehr erfolgreich verbreitete Narrativ der Einzelfälle, wenn man wieder jemand auffällig wird. Ein Höcke ist nicht fragwürdig, der ist in seiner Rhetorik ein (billiger) Wiedergänger des Nationalsozialismus. Und er führt einen als gesichert rechtsextrem eingestuften Landesverband. Wie groß der Anteil ist, der in der AfD eine solche oder so ähnliche Gesinnung in sich trägt, gung unlängst wieder durch eine gerichtliche Bestätigung des Verfassungsschutzberichts durch die Presse. Dieser besagt, dass rund 10.000 Mitglieder der AfD rechtsextremes Potenzial besäßen, das sind ca. 35% der Mitglieder, also mitnichten ein paar repräsentative, sondern ein sehr relevanter Teil der Basis. Wie viele es bei den aktiven Mitgliedern aussieht, darüber habe ich keine Kenntnis, das wäre aber nochmal interessant zu wissen.

Zur Einstufung der AfD als rechtsextreme Partei habe ich hier vor ein paar Seiten einen ausführlicheren Post mit Quellen geteilt:
Sorry, aber das sind Relativierungen, die ich so nicht stehen lassen kann. "Einige rechtsextreme Mitglieder" - was sind für dich einige? Ich wiederhole mich gerne noch einmal: Die mächtigen AfD-Landesverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden vom Verfassungsschutz der jeweiligen Bundesländer als "gesichert rechtsextrem" eingestuft. Die werden nicht nur beobachtet, nein, der Verfassungsschutz sieht es als erwiesen an, dass diese Landesverbände rechtsextrem sind (nicht sein könnten!).[1] Das zum Thema "dann wären die entsprechenden Systeme schon angesprungen und hätten etwas gegen die Partei unternommen." Zum Vergleich: Die Linkspartei wurde durch den Verfassungsschutz beobachtet, weil - da stimme ich dir zu - es in der Partei Linksextremisten und linksextremistische Strömungen gibt, die Einfluss auf die Bundespolitik der Partei nehmen.[2] Das ist in der Qualität der Einschätzung ein fundamentaler Unterschied. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat in den letzten Jahren zwei interessante Publikationen hierzu veröffentlicht: "Nicht auf dem Boden des Grundgesetzes - Warum die AfD als rassistische und rechtsextreme Partei einzuordnen ist"[3] und "Warum die AfD verboten werden könnte - Empfehlungen an Staat und Politik".[4] Zu letzterem gibt's auch eine wie ich finde gute Einordnung der FAZ.[5] Nun weiß ich nicht, wie du den Verfassungsschutz einordnest und wie du zum Deutschen Institut für Menschenrechte stehst. Wenn du aber deren erwiesene Kompetenz, ihre Aufgabenbeschreibung und ihre Daseinsberechtigung akzeptierst, dann kann man angesichts dieser klaren Sachlage kaum zu dem Schluss kommen, dass es problematisch sei, die AfD als rechtsextrem zu bezeichnen. Und wie man mit diesem Wissen in Betracht ziehen kann, diese Partei zu wählen, bleibt mir nach wie vor schleierhaft. Mal ganz davon abgesehen, dass die AfD nicht nur rechtsextrem ist, sondern im Parteiprogramm Politik für die Wohlhabenden stehen hat, nicht für den einfachen Bürger. Ihre wirtschaftspolitischen Vorstöße werden von Fachleuten ebenfalls kritisiert.[6] Ich würde wirklich gerne verstehen, wie man trotzdem darüber nachdenken kann, sein Kreuz bei der AfD zu setzen.
Und nochmal: Ich verstehe den Frust. Ich bin auch seit Jahren von der Politik frustriert und finde politisch für mich keine richtige Heimat. Mich widert so vieles in der Politik, gerade in der Spitzenpolitik, einfach nur an. Und natürlich verdienen die einen Denkzettel. Der kann aber nicht darin bestehen, Rechtsextreme zu wählen, dann muss man seine Stimme eben anders abgeben (ungültig zu wählen ist in meinen Augen komplett sinnlos, die Stimme nützt niemandem und ist auch gegen niemanden). Die Piratenpartei war eine tolle Protestwahlpartei. Die haben es halt leider nicht geschafft und ziemlich verkackt. Geht die Stimme halt an eine demokratische Kleinpartei. Wenn das mehr Menschen machen würden, wäre das Signal auch deutlich stärker. Ein Kreuz bei der AfD leistet nur dem Rechtsextremismus Vorschub und, ich wiederhole mich, vergiftet das Klima unserer Gesellschaft, führt zur Spaltung und verschiebt die Grenzen des Sagbaren. Das Ergebnis einer solchen Entwicklung kann man in den USA beobachten, wo das Land zutiefst gespalten ist. Das kann man natürlich nicht 1 zu 1 auf Deutschland übertragen, aber Parallelen kann man ziehen.
Davon abgesehen: Wann hat jemals eine rechtspopulistische (ich rede nicht einmal von rechtsextrem) Regierung in einem Land kurz-, mittel- und langfristig etwas zum Positiven verändert? Der Mythos von den Rechten, die man doch einfach mal machen lassen könne, ist doch längst widerlegt. Historisch belegt, aber auch zeitgenössisch zu beobachten. Einen Scherbenhaufen erhält man, mehr nicht.

[1] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/verfassungsschutz-afd-sachsen-rechtsextremistisch-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/verfassungsschutz-afd-sachsen-rechtsextremistisch-100.html)
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtung_der_Partei_Die_Linke_durch_den_Verfassungsschutz (https://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtung_der_Partei_Die_Linke_durch_den_Verfassungsschutz); https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Offene+Extremisten+in+DIE+LINKE_ (https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Offene+Extremisten+in+DIE+LINKE_)
[3] https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/nicht-auf-dem-boden-des-grundgesetzes (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/nicht-auf-dem-boden-des-grundgesetzes)
[4] https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/warum-die-afd-verboten-werden-koennte (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/warum-die-afd-verboten-werden-koennte)
[5] https://www.fr.de/politik/afd-rassistisch-rechtsextrem-institut-menschenrechte-parteiverbot-verfassung-grundgesetz-92329120.html (https://www.fr.de/politik/afd-rassistisch-rechtsextrem-institut-menschenrechte-parteiverbot-verfassung-grundgesetz-92329120.html)
[6] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/afd-wie-oekonomen-die-wirtschaftsvorschlaege-der-partei-bewerten-/29376202.html (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/afd-wie-oekonomen-die-wirtschaftsvorschlaege-der-partei-bewerten-/29376202.html)

Edit: Noch was zum Thema "Einzelfälle":
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/geheimtreffen-potsdam-brandenburger-afd-fraktion (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/geheimtreffen-potsdam-brandenburger-afd-fraktion)

Das ergibt für mich folgende Konsequenz: Die AfD ist rechtsextrem. Wer dies in Zweifel zieht, relativiert entweder Rechtsextremismus oder zieht die Arbeit der Verfassungsschutzbehörden und unabhängiger Institute in Zweifel. Bzgl. des Verfassungsschutzes gab es hier im Thread nachvollziehbare Kritik aufgrund möglicher parteilicher Prägung, jedoch habe ich niemanden gesehen, der nachvollziehbar begründet hat, warum die diversen Einstufungen von AfD-Organisationen (JA, Landesverbände etc.) durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem oder mindestens mal als Beobachtungsfälle nicht korrekt sein sollte. Gerichte haben solche Einstufungen auch bestätigt (siehe oben z. B. Urteil zum Verfassungsschutzbericht).

Kommen wir zu den AfD-Wählern, da hatte ich ebenfalls vor ein paar Seiten etwas zu gepostet: Zum einen gibt es natürlich gewisse Faktoren, die es wahrscheinlicher machen, dass jemand die AfD wählt. Ich zitiere mal:
Zitat
AfD-Wähler*innen durch ein hohes Maß an Misstrauen gegenüber staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen aus, gleichzeitig berichten sie überdurchschnittlich häufig von großen Belastungen und Sorgen. Diese betreffen ihre eigene wirtschaftliche Situation, die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes oder ihre Altersvorsorge, aber beispielsweise auch die soziale Ungleichheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land.
Interessant ist auch der Vergleich zwischen potenziellen Neuwählern und Stammwählern:
Zitat
Beispielsweise ist der Frauenanteil unter potenziellen Neuwähler*innen höher, sie haben häufiger mittlere bis höhere Bildungsabschlüsse und Einkommen, die Bekämpfung des Klimawandels wird hier häufiger als wichtige politische Aufgabe erachtet, sie haben sich auch deutlich öfter gegen Corona impfen lassen als Stammwählende. Und während Stammwähler*innen der AfD mit sehr hohem Vertrauen in die Partei, die sie wählen, auffallen, ist es unter den neu zur AfD Tendierenden deutlich geringer. Eine sehr starke Ähnlichkeit besteht dagegen unter Neu- und Stammwählenden darin, dass sie hochbesorgt sind, der Bundesregierung extrem stark misstrauen, eine sehr kritische Sicht auf Migration haben – inklusive der Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine – und eine Politik zur Beschränkung von Zuwanderung für sie Priorität hat.
Quelle für beides: https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm (https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-studie-leuchtet-anstieg-der-afd-wahlbereitschaft-aus-54087.htm), gleich im ersten Absatz.

Es sind also nicht alles Rechtsextreme, klar. Hinzu kommt aber auch, dass vielen AfD-Wählern der Rechtsextremismus der Partei egal ist. Das führt dann zu Relativierungen bzw. man kauft diese Einzelfall-Erzählungen der AfD ab. Hierzu ein Interview mit einem Politikwissenschaftler: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html (https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/starkes-wahlergebnis-afd-bayern-hessen-interview-politikwissenschaftler-rlp-100.html)

Wollte eigentlich noch mehr schreiben, muss aber aus privaten Gründen jetzt abbrechen. Vllt. äußere ich mich später oder am Wochenende nochmal dazu.

Edit: Möchte an der Stelle übrigens den von KI-Guardiola verlinkten Vortrag empfehlen:
Sehr sehenswert: Prof. Dr. Markus Linden (Uni Trier) vorgestern über rechte Netzwerke, samt anschließender Fragerunde. Geladen hatte die Stiftung Demokratie Saarland. Die Spezialfreunde der AfD sind natürlich mit am Stacht. https://www.youtube.com/watch?v=VKAW44SkA88

Danke fürs Posten!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 09.Februar 2024, 08:53:52
Ist vielleicht eine Definitionsfrage: ab wann ist ein Mensch extremistisch rechts? Muss er dafür zwingend selbst rechtsextreme Meinungen äußern? Muss er dafür der Partei einfach nur eine Stimme geben?

Die viel schlimmere Schlussfolgerung ist doch: warum haben so viele Leute kein Problem mehr damit, in der Nähe von Rechtsextremen zu stehen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.Februar 2024, 11:08:25
Ist vielleicht eine Definitionsfrage: ab wann ist ein Mensch extremistisch rechts? Muss er dafür zwingend selbst rechtsextreme Meinungen äußern? Muss er dafür der Partei einfach nur eine Stimme geben?

Zumindest der Bundesverfassungsschutz hat dazu ausreichend Infomaterial: https://www.verfassungsschutz.de/DE/themen/rechtsextremismus/rechtsextremismus_node.html (https://www.verfassungsschutz.de/DE/themen/rechtsextremismus/rechtsextremismus_node.html)
Das sollte die Frage wenigstens indirekt beantworten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 11:23:19
Ist vielleicht eine Definitionsfrage: ab wann ist ein Mensch extremistisch rechts? Muss er dafür zwingend selbst rechtsextreme Meinungen äußern? Muss er dafür der Partei einfach nur eine Stimme geben?

Zumindest der Bundesverfassungsschutz hat dazu ausreichend Infomaterial: https://www.verfassungsschutz.de/DE/themen/rechtsextremismus/rechtsextremismus_node.html (https://www.verfassungsschutz.de/DE/themen/rechtsextremismus/rechtsextremismus_node.html)
Das sollte die Frage wenigstens indirekt beantworten.

Zitat
Rechtsextremisten unterstellen, dass die Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Nation über den tatsächlichen Wert eines Menschen entscheide.

Da sind ziemlich viele AfD-Wähler ziemlich schnell dabei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 09.Februar 2024, 11:46:55
Zitat
Rechtsextremisten unterstellen, dass die Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Nation über den tatsächlichen Wert eines Menschen entscheide.

Das sind ziemlich viele AfD-Wähler ziemlich schnell dabei.
Gibt es dafür Belege?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 12:01:24
Ja, Aussagen derer. Was meinst du, wieviele AfD-Wähler (es waren sogar CDUler darunter) ich schon hören durfte, dass „man die sch* Syrer doch am besten ersaufen lassen sollte“? Man bekommt, wenn man in mehreren Vereinen unterwegs ist (bzw deshalb war), schon recht häufig Stammtischgespräche mit.
(Ersetze Syrer wahlweise durch K*, M*, oder auch G‘sindel, Z*, usw).

Ich weiß auch nicht, warum man nicht grundsätzlich davon ausgehen können sollte, dass die Leute die AfD wählen, weil sie grundsätzlich dem zustimmen, was die AfD sagt. Ich bemesse Leute an dem was sie tun (das kann ich sehen). Nicht an dem was sie denken (das kann ich nicht sehen).

Edit: und die Quellen unten. War parallel auch schon dabei, Links rauszusuchen, danke DragonFox.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Februar 2024, 12:27:41
Zitat
Rechtsextremisten unterstellen, dass die Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Nation über den tatsächlichen Wert eines Menschen entscheide.

Das sind ziemlich viele AfD-Wähler ziemlich schnell dabei.
Gibt es dafür Belege?


https://idw-online.de/de/news732040
https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/was-afd-waehler-vereint-ist-die-angst-vor-fremden-2020-09-29
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.595120.de/diw_sp0975.pdf
https://www.trtdeutsch.com/news-inland/umfrage-29-prozent-der-afd-wahler-klar-rechtsextrem-und-auslanderfeindlich-4314685
https://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-afd-umfrage-waehlerschaft-1.5192381
https://www.welt.de/politik/deutschland/article132532352/Jeder-zweite-AfD-Waehler-ist-auslaenderfeindlich.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 09.Februar 2024, 13:04:23
Ja, Aussagen derer. Was meinst du, wieviele AfD-Wähler (es waren sogar CDUler darunter) ich schon hören durfte, dass „man die sch* Syrer doch am besten ersaufen lassen sollte“? Man bekommt, wenn man in mehreren Vereinen unterwegs ist (bzw deshalb war), schon recht häufig Stammtischgespräche mit.
(Ersetze Syrer wahlweise durch K*, M*, oder auch G‘sindel, Z*, usw).

Ich weiß auch nicht, warum man nicht grundsätzlich davon ausgehen können sollte, dass die Leute die AfD wählen, weil sie grundsätzlich dem zustimmen, was die AfD sagt. Ich bemesse Leute an dem was sie tun (das kann ich sehen). Nicht an dem was sie denken (das kann ich nicht sehen).
Das ist anekdotisch, aber kein Beleg. Was sind ziemlich viele? Was ist ziemlich schnell?


https://idw-online.de/de/news732040
https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/was-afd-waehler-vereint-ist-die-angst-vor-fremden-2020-09-29
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.595120.de/diw_sp0975.pdf
https://www.trtdeutsch.com/news-inland/umfrage-29-prozent-der-afd-wahler-klar-rechtsextrem-und-auslanderfeindlich-4314685
https://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-afd-umfrage-waehlerschaft-1.5192381
https://www.welt.de/politik/deutschland/article132532352/Jeder-zweite-AfD-Waehler-ist-auslaenderfeindlich.html

Die ersten drei Quellen beziehen sich auf Studien aus 2018, die ersten bieden auf eine Studie der Uni Leipzig. 2500 Befragte, ich nehme mal an die haben ihre Umfrage in Sachsen durchgeführt. 2019 wurde dort im Landtag die AfD mit 28% gewählt. 28% von 2500 wären 700. Die Forscher geben mehr als 70% als das was ich rechtsextrem nennen würde an. In der Nazihochburg Sachsen wohlgemerkt. Wären 490. Das ist eine Zahl mit der man durchaus arbeiten kann. Allerdings habe ich keine absoluten Zahlen gefunden, wie viele AfD-Wähler da jetzt tatsächlich teilgenommen haben. Die 700 sehe ich als das abslute Maximum an.

Die nächste Studie, ebenfalls aus 2018 hat 24339 Befragte und davon 517 mit AfD-Präferenz. Das sind 2,12%. Daher kann ich das komplette Paper nicht als repräsentativ betrachten. Die Datenlage ist einfach Müll und da sollte mir jeder der mal wissenschaftlich gearbeitet hat zustimmen.

Die nächsten beiden Quellen beziehen sich auf eine Onlinebefragung der Bertelsmann-Stiftung. Leider kann ich dazu die Rohdaten nirgendwo finden, da sind wir dann "nur" noch bei 29% "Rechtsextremen" - das war 2021. Nimmt man die erste Studie dazu ergibt sich also ein über 50%iger Rückgang was das betrifft innerhalb von 3 Jahren, wobei ich die erste Studie auch schon kritisch sehe. Jetzt ist 2024, die AfD hat weiterhin Zulauf und die Zahl wird sich entsprechend nochmal deutlich reduziert haben.

Die letzte Quelle ist von 2014 und da brauchen wir gar nicht streiten, zu dem Zeitpunkt war die AfD die absolute Nazipartei.


Die Quellen sind mir zu alt und auch nicht unbedingt nachvollziehbar, wie die Ergebnisse zu Stande kommen und wie groß die tatsächliche Datenmenge zu AfD-Wählern wirklich war. 
Ich bleibe dabei und tue mir schwer damit, AfD-Wähler mehrheitlich als rechtsextrem zu betiteln. Und wie gesagt, eigentlich ging es mir nur um "ziemlich viele ziemlich schnell" und ich war ehrlich gesagt ein bisschen überrascht und entsetzt, wie schlecht die vorliegenden Daten der Studien tatsächlich sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Februar 2024, 13:25:19
Ja, Aussagen derer. Was meinst du, wieviele AfD-Wähler (es waren sogar CDUler darunter) ich schon hören durfte, dass „man die sch* Syrer doch am besten ersaufen lassen sollte“? Man bekommt, wenn man in mehreren Vereinen unterwegs ist (bzw deshalb war), schon recht häufig Stammtischgespräche mit.
(Ersetze Syrer wahlweise durch K*, M*, oder auch G‘sindel, Z*, usw).

Ich weiß auch nicht, warum man nicht grundsätzlich davon ausgehen können sollte, dass die Leute die AfD wählen, weil sie grundsätzlich dem zustimmen, was die AfD sagt. Ich bemesse Leute an dem was sie tun (das kann ich sehen). Nicht an dem was sie denken (das kann ich nicht sehen).
Das ist anekdotisch, aber kein Beleg. Was sind ziemlich viele? Was ist ziemlich schnell?


https://idw-online.de/de/news732040
https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/was-afd-waehler-vereint-ist-die-angst-vor-fremden-2020-09-29
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.595120.de/diw_sp0975.pdf
https://www.trtdeutsch.com/news-inland/umfrage-29-prozent-der-afd-wahler-klar-rechtsextrem-und-auslanderfeindlich-4314685
https://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-afd-umfrage-waehlerschaft-1.5192381
https://www.welt.de/politik/deutschland/article132532352/Jeder-zweite-AfD-Waehler-ist-auslaenderfeindlich.html

Die ersten drei Quellen beziehen sich auf Studien aus 2018, die ersten bieden auf eine Studie der Uni Leipzig. 2500 Befragte, ich nehme mal an die haben ihre Umfrage in Sachsen durchgeführt. 2019 wurde dort im Landtag die AfD mit 28% gewählt. 28% von 2500 wären 700. Die Forscher geben mehr als 70% als das was ich rechtsextrem nennen würde an. In der Nazihochburg Sachsen wohlgemerkt. Wären 490. Das ist eine Zahl mit der man durchaus arbeiten kann. Allerdings habe ich keine absoluten Zahlen gefunden, wie viele AfD-Wähler da jetzt tatsächlich teilgenommen haben. Die 700 sehe ich als das abslute Maximum an.

Die nächste Studie, ebenfalls aus 2018 hat 24339 Befragte und davon 517 mit AfD-Präferenz. Das sind 2,12%. Daher kann ich das komplette Paper nicht als repräsentativ betrachten. Die Datenlage ist einfach Müll und da sollte mir jeder der mal wissenschaftlich gearbeitet hat zustimmen.

Die nächsten beiden Quellen beziehen sich auf eine Onlinebefragung der Bertelsmann-Stiftung. Leider kann ich dazu die Rohdaten nirgendwo finden, da sind wir dann "nur" noch bei 29% "Rechtsextremen" - das war 2021. Nimmt man die erste Studie dazu ergibt sich also ein über 50%iger Rückgang was das betrifft innerhalb von 3 Jahren, wobei ich die erste Studie auch schon kritisch sehe. Jetzt ist 2024, die AfD hat weiterhin Zulauf und die Zahl wird sich entsprechend nochmal deutlich reduziert haben.

Die letzte Quelle ist von 2014 und da brauchen wir gar nicht streiten, zu dem Zeitpunkt war die AfD die absolute Nazipartei.


Die Quellen sind mir zu alt und auch nicht unbedingt nachvollziehbar, wie die Ergebnisse zu Stande kommen und wie groß die tatsächliche Datenmenge zu AfD-Wählern wirklich war. 
Ich bleibe dabei und tue mir schwer damit, AfD-Wähler mehrheitlich als rechtsextrem zu betiteln. Und wie gesagt, eigentlich ging es mir nur um "ziemlich viele ziemlich schnell" und ich war ehrlich gesagt ein bisschen überrascht und entsetzt, wie schlecht die vorliegenden Daten der Studien tatsächlich sind.

Dann musst du mit Joe ausmachen was ziemlich viele bedeutet. Mehrheitlich hast du gesagt. Das geben die Zahlen nicht her. Ziemlich viele kann bereits 10% sein. Und das könnte seit 2021 von 29% durchaus noch übrig geblieben sein.
Was sich meiner Meinung nach davon ableiten müsste ist eine statistisch belastbare Aussage darüber, dass bei der AFD mehr ausländerfeindliche Wähler befinden werden, als im Durchschnitt bei anderen Parteien.
Die 29% von 2021 sind ja nicht weg.

Ich würde in dem Zusammenhang nicht von rechtsextrem, sondern von ausländerfeindlich reden. Auch wenn das einige Quellen machen, die gepostet wurden. Ich würde auch sagen, dass Joe sich nicht auf Rechtsextremisten bezieht. Die Grundaussage war "Rechtsextremisten unterstellen, dass die Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Nation über den tatsächlichen Wert eines Menschen entscheide.". Dann meinte Joe, dass das auch AFD-Wähler machen würden. Das bedeutet aber nicht, dass alle AFD-Wähler, die das machen, dadurch gleich Rechtsextremisten sind. Ich würde sagen, dass vor allem ausländerfeindliche Menschen unterstellen, dass die Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Nation über den tatsächlichen Wert eines Menschen entscheide. Rechtextremismus braucht es dafür nicht. Man kann sehr gut ausländerfeindlich sein ohne rechtsextremistisch zu sein. Dabei sind allerdings die meisten Rechtsextremisten wahrscheinlich auch ausländerfeindlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 14:07:24
Wenn 30% im Osten AfD wählen und uns das Sorge bereitet, sprich, das ziemlich viel ist, sollte es uns auch Sorge bereiten, wenn 29% der AfD-Wählenden rechtsextrem sind. Was ziemlich viel ist.

Und richtig, ich habe nicht gesagt, dass alle AfD-Wählenden rechtsextrem sind. Nur, dass ziemlich viele der AfD-Wählenden auf genau diesen o.g. Abschnitt des von Daim geposteten Links zutreffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 09.Februar 2024, 14:19:23
Ist vielleicht auch eine Frage wie man was genau interpretiert. Grundsätzlich würde ich dazu neigen zu sagen, dass Ausländerfeinde/Rassisten (nach wie vor schmeckt mir der Begriff nicht) grundsätzlich ein Element der Menge "fehlgeleitete Idioten" sind. Die Schnittmenge zwischen Rechtsextremisten und Ausländerfeinden wird gewaltig sein, man kann durchaus in der Lage sein ein Problem mit oder durch Migranten zu erkennen, ganz ohne ausländerfeindlich zu sein.

Aktuell ist ja auch wieder das Thema Wohnungsnot auf dem Tisch. Um es kurz zu machen helfen da die 7-8 Millionen Zuwanderer in den vergangenen Jahren auch nicht.
Scholz ist da auch wieder schön ins Fettnäpfchen getreten (vollkommen unabhängig von irgendwelchen Migranten.)
Dann stellt sich jemand - ich weiß nicht mehr genau wer aus der Regierung, glaube eine Dame von den Grünen - hin und sagt man hat ja Möglichkeiten geschaffen, dass mehr Menschen Anspruch auf Sozialwohnungen bekommen. Das ist richtig. Theoretisch Anspruch auf Sozialwohnungen haben mittlerweile in Deutschland über 11 Millionen Menschen. Doof nur, dass es nur ca. 1 Million Sozialwohnungen gibt. Und darin wohnen nicht nur Bedürftige. Da zeigst du nämlich deinen Schein beim Einzug einmal vor und wenn du 3 Monate später Millionär bist kannst du dein Leben lang da wohnen bleiben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Februar 2024, 15:32:46
Ist vielleicht auch eine Frage wie man was genau interpretiert.
Ebend. Viel. Rechtsextrem. Ausländerfeindlich. Alles undefiniert. Habe ich ja bereits geschrieben.

Die Schnittmenge zwischen Rechtsextremisten und Ausländerfeinden wird gewaltig sein, man kann durchaus in der Lage sein ein Problem mit oder durch Migranten zu erkennen, ganz ohne ausländerfeindlich zu sein.

Letzteres würde ich so nie behaupten. Natürlich geht das. Alles andere wäre plumpes Canceling.

Die Schnittmenge ist natürlich so ein Ding. Man schneidet vom Einen ins Andere. AFD hat rechtsextreme Mitglieder und Verbindungen in diese Kreise - andere sind zumindest offen ausländerfeindlich. Belege habe ich ein paar Poste vorher geliefert.* Die Wähler stimmen dem zu oder nehmen es in Kauf. Unabhängig davon, was davon verwerflicher ist (bzw, wer savon ein fehlgeleiteter Idiot ist), können wir nun über eine prozentuale Verteilung sprechen und dann haben wir die Menge beisammen.
Ich halt die Frage, wie sehr diese Schnittmenge dann das Problem mit Migranten erkennt und wann es ausländerfeindlich oder rechtextrem wird. An der Stelle gibt es keine Schnittmenge mehr, sondern eine Grenze.

*Hier nochmal einer: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/verfassungsschutz-jeder-dritte-in-afd-ist-rechtsextrem-18977735.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Februar 2024, 16:33:00
Zumindest der Neonazi-Nachwuchs nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn man sich unbeobachtet wähnt:

Eine Recherche von RTL  zeigt nun an einem Beispiel, was beim AfD-Nachwuchs offenbar unwidersprochen gesagt werden kann. Reporter waren demnach undercover bei einer von der JA Sachsen organisierten Wanderung im vergangenen November dabei.
Dabei sprachen Teilnehmer dem Bericht zufolge über die Ghettoisierung von Juden, Arbeitslager für Menschen ausländischer Herkunft und ähnliche Themen, die in rechtsextremen Kreisen gängig sind. »Die Lösung mit den Juden wäre, denen eine Gegend zuzuweisen, wo die alle hinkommen«, wird etwa ein Teilnehmer laut RTL-Gedächtnisprotokoll in dem Video zitiert.
Dann geht es um alle Menschen fremder Herkunft: Diese sollten in Ghettos kommen. Es solle ein Wohn- und ein Arbeitsghetto geben. Der Ein- und Ausgang werde kontrolliert, die Leute würden ausreichend, aber nicht übermäßig zu essen bekommen. »Das Ziel ist, dass sie es dann so überhaben, dass sie irgendwann von selbst zurückgehen in das Land ihrer Vorfahren.«
Auf die Frage, wie man mit einer aggressiven Reaktion der Eingesperrten umgehen solle, sagte ein Teilnehmer demnach, es müsse eine gewisse Gewaltbereitschaft geben. »Als Staat würde ich Freiwillige suchen, die auch zur Not bereit sind, auf Frauen und Kinder zu schießen.« (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/junge-alternative-teilnehmer-an-wanderung-sollen-ueber-ghettos-fuer-juden-und-arbeitslager-fabuliert-haben-a-45b6eec4-09b8-430a-af41-02e70de82d8f)

Sowas ist abartig und gehört hart bestraft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 17:22:55
Derweil empfiehlt der MAD eine Meldepflicht für JA-Mitglieder in der Bundeswehr.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/junge-alternative-bundeswehr-sucht-nach-mitgliedern-des-afd-nachwuchses-in-der-truppe-a-c9f754d6-12ea-433e-a3a8-41c3e27b4fbc
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 09.Februar 2024, 17:30:41

Ich denke ständig widerlegen zu wollen das die AFD von Mitgliedern durchzogen ist die verachtenswerte Ansichten pflegen ist verschwendete Müh. Fakt ist, dass diese Partei pauschal von einer Norm abweicht und sich an Grenzen bewegt die natürlich irgendwo Sorge bereiten können, dies ist aber nichts Neues.

Die Problematik besteht doch eher darin zu hinterfragen und zu verstehen, warum Menschen, die vom Grunde her keine Menschenverachtenden & extremistische Ansichten vertreten, über solche Dinge hinweg sehen würden.

Zitat
....man kann durchaus in der Lage sein ein Problem mit oder durch Migranten zu erkennen, ganz ohne ausländerfeindlich zu sein.

Hier liegt meiner Ansicht nach schon mal ein erster Anhaltspunkt. Denn nicht gerade Wenige sind verunsichert, oft auch gar wütend, wie die Migrationspolitik in den letzten Jahren vonstatten gegangen ist. Und nicht selten hat dies mit dem Verhalten der ``schutzsuchenden`` Menschen zu tun, die regelrecht ins Land geströmt sind.

Problematisch ist jedoch, dass in unserer Gesellschaft es nicht erwünscht ist, Probleme durch Migranten zu erkennen & Sorge davor zu haben. Sich zu hinterfragen, ob dies wirklich die Zukunft des Landes sein wird, in der sich die Einheimischen an eingewanderte, befremdliche Kulturen anpassen müssen, anstatt umgekehrt.

Hier kommt nämlich wieder dieses ``Schwarz/Weiß``-Denken zur Geltung. Denn für solche Sorgen & Meinungen gibt es einfach keinen Platz, ohne in die ``rechte Ecke`` geschoben zu werden.
Die Sorgen & Nöte werden von der Gesellschaft in dieser Richtung schnell abgestempelt, mehr noch, radikalisiert, wohingegen dann natürlich irgendwann der Trotz und das Gefühl der Verurteilung eventuell zu solchen Wahlergebnissen führt.

Denn auch in der Politik gibt es keinen schmalen Grat, der solch Gedanken zulässt, der von der Gesellschaft akzeptiert wird, ohne als rechtsextrem oder menschenfeindlich verurteilt zu werden. Es gibt momentan keine Partei, außer die AFD in einigen Punkten, die genau dieser Masse von Menschen wie oben beschrieben, die Worte & Programme so legt, dass diese sich darin bestätigt fühlen, auch wenn dies bedeutet, letzten Endes ins rechte Lager gedrückt zu werden. Getreu dem Motto: In der Not frisst der Teufel fliegen.

Man wird es diesen Menschen auch nicht mehr Recht machen können. Gerade die Altparteien haben in den letzten Jahren eine derart unbefriedigende Schiene gefahren, sodass dieser Vertrauensbruch in solche Ergebnisse mündet.
Und da es momentan keine national gerichtete, weltoffene Partei, mit der nötigen Durchschlagskraft zu geben scheint, entscheiden sich viele eben für einen vermeintlich extremeren Weg.

Ist dies nun zu verurteilen? Ich tue mir schwer damit, wenn man liest, dass in gewissen Schulen nur 1 von 10 Kindern Zuhause deutsch spricht, oft der dicke Mercedes, Audi etc. nicht Herrn Müller oder Schneider zuzuordnen sind, die evt. auch noch fragwürdig finanziert wurden, oder man beim Aus gehen am Wochenende sich zweimal überlegen muss in welche Bar man geht, ohne falsche Blicke zu werfen, oder in einer ``familiären`` Auseinandersetzung am späten Abend zu geraten, in der nach wenigen Minuten gefühlt zwei Clans aufeinandertreffen.

Problem: Manche würden sagen es sei schon rechts, weil man sowas nun erwähnt hat, obwohl dies eben der wirkliche Alltag ist. Fernab von jeglichen Diskussionen darüber, ob bedingungslose Weltoffenheit & willkommene Worte, die Zukunft Deutschlands bedeuten mögen oder nicht.

Ich persönlich bin über jeden respektvollen Menschen froh, mit dem ich zu tun habe & ich in Zukunft begegnen werde. Verachte aber auch jene, die skrupellos & eigennützig handeln, ohne die Konsequenzen zu achten. Und da ist es egal Wer woher kommt. Nur sollte diese Verachtung nicht verschieden angesehen werden, nur weil der eine Schweizer ist, und der andere ein syrischer Flüchtling, was dann wiederum als rassistisch abgestempelt wird. Aber man redet sich jetzt nur den Kopf um den Kragen, von daher....

Habt ein angenehmes Wochenende! 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 09.Februar 2024, 19:18:46

...

Ganz hervorragender Beitrag. Ich denke keiner versucht zu widerlegen, dass es in der AfD diese Mitglieder gibt. Mir geht es genauso um die von dir beschriebenen potenziellen Wähler, deren Sicherheitsbedürfnis sie über diese Tatsache hinwegsehen lässt.
Ich bleibe dabei, dass ich 2025 wenn nicht noch sehr viel passiert zu diesen Wählern gehören könnte. Was 2017 noch eine Protestwahl bzw. ein Signal an die etablierten Parteien war, könnte 2025 die einzig logische 'Alternative' sein. Wenn es in den Umfragen vorher nach einem Erdrutschsieg für die AfD aussieht werde ich mir etwas anderes überlegen müssen. Für mich ist das Recht zu wählen eines der wichtigsten Bürgerrechte die wir haben und deshalb kommt nicht wählen nicht in Frage. Wenn es niemanden gibt, den ich aus voller Überzeugung wählen kann, dann muss ich halt sehen wo meine Stimme für meine Interessen am besten aufgehoben ist. Es ist ja nicht so, dass die AfD im Falle eines Wahlsieges in Deutschland die Demokratie abschaffen und in Polen einmarschieren wird (mal abgesehen davon, dass Polen uns den Arsch versohlen würde.)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 19:25:57
Ist es nicht? Über Deportation haben sie ja schon beratschlagt. Ob Polen „uns“ den Arsch versohlen würde, ist doch der AfD scheißegal. Die müssten sowieso erstmal nach dem Weg fragen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.Februar 2024, 19:29:14
Dass die AfD rechtsextrem ist, ist euch demnach egal? Die ganzen hier von diversen Usern gelieferten Belege, ignoriert ihr? Oder ist das schlicht nicht relevant?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 19:58:09
Wir haben hier also die perfekten Bedingungen, um die These „Reden ist besser als ausgrenzen“ zu bestätigen. White ist offensichtlich nicht rechtsextrem, sollte also definitiv noch zurückzuholen zu sein.

Was sagt ihr eigentlich dazu?
https://jugendstrategie.de/hasserfuellte-und-menschenverachtende-zitate-der-afd/

Ab wann ist die AfD denn nicht mehr wählbar? Wenn sie wirklich in Polen einmarschiert?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Februar 2024, 20:30:45
Ich denke, dass White sehr wohl weiß, dass es scheiße ist, die AfD zu wählen. Es ist aber auch scheiße, die anderen Parteien zu wählen, zumindest wenn man nicht auf deren ideologischer Welle mitschwimmt.

Welche Partei soll denn jemand wählen, der von linker, roter, grüner Politik die Nase voll hat? Gibt es nicht, außer der AfD, auch bei der Union und der FDP läuft man Gefahr, diese Politik zu bekommen.

Ja, man kann eine Kleinstpartei wählen, da gibt es bestimmt auch etwas für Konservative, nur bekommt man dann wahrscheinlich auch wieder linke, rote, grüne Politik.

Und wen soll ich wählen, der seit seiner ersten Wahlbeteiligung FDP wählt? Ich ringe mit mir, die liberale Kleinstpartei zu wählen, weiß aber, dass die Stimme dann im Grunde verschwendet ist. Oder doch wieder FDP wählen? Diese miese Politik und den irrlichternden Lindner noch belohnen? Mir fällt echt nix mehr ein.

Konservative können noch auf Werteunion oder FW hoffen, Liberale sind voll gearscht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 20:36:13
Wenn ich extremistische Parteien wähle, bekomme ich womöglich extremistische Politik. Das ist super. Da ist die Stimme bestimmt nicht verschwendet. Wenn ich nicht weiß, wen ich wählen soll, dann wähle ich einfach nicht. Fertig.

Das Argument, Nichtwählen würde Extremisten stärken, ist hiermit ja ad absurdum geführt.
Und wenn man argumentiert, dass die AfD einen von allen Parteien dann doch noch am ehesten repräsentiert, dann, äh, jau.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Februar 2024, 21:02:26
Ich mit keinem Wort erwähnt, dass man "extremistische Parteien" wählen soll 🤦🏽‍♂️
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 09.Februar 2024, 21:10:05
Ist es nicht? Über Deportation haben sie ja schon beratschlagt. Ob Polen „uns“ den Arsch versohlen würde, ist doch der AfD scheißegal. Die müssten sowieso erstmal nach dem Weg fragen.
Sie haben also über Deportation beratschlagt. Haben sie das wirklich? Correctiv selbst redet davon nicht mehr. Und die haben die Sache doch überhaupt erst losgetreten.
Das uns wollte ich zuerst übrigens ebenfalls in Anführungsstriche setzen und habe mich vermutlich aus den gleichen Gründen dagegen entschieden, aus denen du sie gesetzt hast.

Du pauschalisierst und verallgemeinerst alle AfDler als dumm und lebensunfähig. Also von wegen nach dem Weg nach Polen fragen. Es gibt in der Partei einige sehr intelligente Leute. Genauso wie es Vollpflaumen und Rechtsextremisten in der Partei gibt.

Dass die AfD rechtsextrem ist, ist euch demnach egal? Die ganzen hier von diversen Usern gelieferten Belege, ignoriert ihr? Oder ist das schlicht nicht relevant?
Ich vertraue darauf, dass im "Ernstfall" die nicht rechtsextreme Mehrheit in der Partei zu vernünftigen und nicht zu irrationalen Entscheidungen führt.
Zudem bleibe ich dabei, dass man nicht die gesamte Partei als "rechtsextrem" abstempeln kann.
Wenn ich jetzt sage ich klaue gerne kleinen Kindern den Lutscher kann man daraus ja auch nicht folgern, dass alle MTF-Mods Kinder hassen.
Es gibt halt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch etwas dazwischen. Bei solch emotional belegten Themen wie der AfD wird das aber gerne mal vergessen.
Es hilft da sicherlich auch nicht, dass in manchen Kreise seit mittlerweile über 10 Jahren die AfD zum geistigen Nachfolger der NSPAD gemacht wird.
Bei vielen scheint es einen Anti-Nazi-Reflex zu geben, der die AfD automatisch a) zu Nazis macht und b) deshalb ablehnt.

Ich sage nicht, dass dort die Lösung unserer Probleme liegt, habe aber das Gefühl dass alle anderen die Probleme nur noch schlimmer machen. Für mich ist das die ultima Ratio. Der letzte Ausweg aus dem Kreislauf der Selbstzerstörung, den 16 Jahre merkel losgetreten haben und den die Ampel auch weiter zu verfolgen scheint. Ich muss sagen, dass ich als sehr logischer und rationaler Mensch an dieser Stelle auch emotinal ein bisschen aufgeladen bin.

Wir haben hier also die perfekten Bedingungen, um die These „Reden ist besser als ausgrenzen“ zu bestätigen. White ist offensichtlich nicht rechtsextrem, sollte also definitiv noch zurückzuholen zu sein.

Was sagt ihr eigentlich dazu?
https://jugendstrategie.de/hasserfuellte-und-menschenverachtende-zitate-der-afd/ (https://jugendstrategie.de/hasserfuellte-und-menschenverachtende-zitate-der-afd/)

Ab wann ist die AfD denn nicht mehr wählbar? Wenn sie wirklich in Polen einmarschiert?
Ich muss nicht zurück geholt werden. Meine Wahlentscheidung wird vermutlich bis zum Wahltag nicht feststehen.

Was die Zitate angeht so ist da natürlich einiges an geistigem Dünnschiss dabei, andere Dinge sind ohne Kontext schwer einzuordnen, wieder andere Dinge gar nicht bewiesen.
Das gibt es auch bei anderen Parteien, was die aussagen nicht relativieren soll. unverstndlich bleibt an der Stelle nur, warum Marcel Grauf nicht aus der Partei entfernt wurde.
Dem Weidel-Zitat stimme ich zu.

Die Frage ab wann die AfD nicht mehr wählbar ist, ist schwierig zu beantworten. Für mich ist sie überhaupt nur ob der Unfähigkeit der anderen Parteien wählbar und ist in ihrer derzeitigen Form für mich nicht mehr wählbar, wenn es eine - nach meinem Empfinden -  bessere Option gibt.
Um es salopp auszudrücken: Wenn ich die Wahl zwischen 5 Haufen Scheiße habe und einen davon nehmen muss, dann nehme ich den, der am wenigsten stinkt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 09.Februar 2024, 21:26:37
Ich mit keinem Wort erwähnt, dass man "extremistische Parteien" wählen soll 🤦🏽‍♂️

Ich hab mit keinem Wort erwähnt, dass du erwähnt haben solltest, dass man extremistische Parteien wählen soll.

@White: ergo stinkt für dich der Haufen Scheiße am wenigsten, der in mehreren Ländern und dessen Jugendorganisation in Gänze als gesichert rechtsextrem klassifiziert wird.

Ist ein Statement.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 09.Februar 2024, 21:35:48
Ich denke, dass White sehr wohl weiß, dass es scheiße ist, die AfD zu wählen. Es ist aber auch scheiße, die anderen Parteien zu wählen, zumindest wenn man nicht auf deren ideologischer Welle mitschwimmt.

Welche Partei soll denn jemand wählen, der von linker, roter, grüner Politik die Nase voll hat? Gibt es nicht, außer der AfD, auch bei der Union und der FDP läuft man Gefahr, diese Politik zu bekommen.

Ja, man kann eine Kleinstpartei wählen, da gibt es bestimmt auch etwas für Konservative, nur bekommt man dann wahrscheinlich auch wieder linke, rote, grüne Politik.

Und wen soll ich wählen, der seit seiner ersten Wahlbeteiligung FDP wählt? Ich ringe mit mir, die liberale Kleinstpartei zu wählen, weiß aber, dass die Stimme dann im Grunde verschwendet ist. Oder doch wieder FDP wählen? Diese miese Politik und den irrlichternden Lindner noch belohnen? Mir fällt echt nix mehr ein.

Konservative können noch auf Werteunion oder FW hoffen, Liberale sind voll gearscht.
Was ist denn linke, rote, grüne Politik?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 09.Februar 2024, 21:44:01
Wenn du es so sehen willst, dann ist das wohl so. Ziemliches Armutszeugnis für die anderen Haufen Scheiße.
Ich unterscheide allerdings auch zwischen Parteien auf Bundes- und Länderebene und die Jugendorganisationen der Parteien interessieren mich auch nicht besonders. Da kommt auch viel Scheiße aus jenen der anderen Parteien, da interessiert das aber auch keine Sau.
Auch wenn die JA das zugegebenermaßen auf ein neues Level hebt.

Ich denke im Kern ist die Bundes-AfD nicht rechtsextrem, es mag moralisch fragwürdig sein, dass sie kein Problem damit hat sich von Rechtsextremen wählen zu lassen und diese Elemente innerhalb der Partei existieren zu lassen, das war aber bei der Union früher auch nichts anders.
Das soll keine Relativierung oder Whataboutism sein, ich weise nur darauf hin, dass das kein neues Phänomen ist, dass es erst seit der AfD gibt.

Aktuell ist es einfach so, dass die Gesellschaft allgemein in Extreme abrutscht. Ich fühle da mit Signor Rossi, der wie ich irgendwann mal überzeugter FDP-Wähler war. Meine Überzeugung wurde nur sehr viel früher zerstört und ich bin im Prozess der Politikverdrossenheit denke ich mittlerweile durch.
Sonst käme ich auch nicht auf die Idee taktisch zu wählen. Oder die AfD.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 09.Februar 2024, 21:54:46
@White

Hier ist eine interessante Sendung über die Entwicklung der AFD seit Gründung, vielleicht gibt das ja mal eine andere Perspektive auf diese Partei:

https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/wir-waren-in-der-afd-aussteiger-berichten/das-erste/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kdW5nLzI4MTA2MC8yMDI0MDExODIyNTAvcmVwb3J0YWdlLWRva3UtaW0tZXJzdGVuLTM1Ng


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Februar 2024, 22:15:44
@White
Wenn man sieht, dass die Begründung alleine in der Innenpolitk und Sicherheitspolitik liegt, ist das ein sehr monothematischer Grund die AFD zu wählen. Mit energie-, sozial-, außen oder europa- oder die familienpolitischen Inhalte der AFD bist du zufrieden? Weil außer Bedenken über Migration und Flüchtlinge und Bedenken in die Richtung habe ich hier noch nichts gelesen.


Und da ist es egal Wer woher kommt. Nur sollte diese Verachtung nicht verschieden angesehen werden, nur weil der eine Schweizer ist, und der andere ein syrischer Flüchtling, was dann wiederum als rassistisch abgestempelt wird.

Das wird dann nicht als Rassismus abgestempelt. Das wäre dann Rassismus.

Bei dem Autobeispiel muss ich Schmunzeln. Ist ja ein Drama, wenn der dicke Mercedes und der Audi nicht mehr Herr Müller oder Schneider zuzordnen ist.  :blank: Und wenn jemand ohne deutschen Namen so ein Auto fährt, ist das ja evtl. auch noch fragwürdig finanziert. Noch nie hat ein Deutscher etwas fragwürdig finanziert. Außer dem Ampel den deutschen Bundeshaushalt.  ;)


Hier werden vergleiche mit Ungarn etc. gezogen, warnt vor dem Entzug von Menschenrechten bei einer Übernahme von Rechts, vergisst aber, das Wir vor gut zwei Jahren alle Zuhause sitzen mussten, während noch nicht mal Auto fahren, ohne triftigen Grund erlaubt war, aufgrund eines Virus, der heutzutage nur noch als normale Grippe abgetan wird, während sich die hohen Politiker urplötzlich in den Vorständen gewisser Unternehmen einkauften, die zum Schutz des Virus gedient haben usw. usw.

Auf das hier wollte ich auch noch eingehen.... Du relativierst die Änderung der Verfassung, ein dauerhaften Eingriff in das Justizsystem, die Schwächung der Medien und der Opposition mit einer per Notverordnung zeitlich begrenzten Einschränkung. Siehst du das wirklich als gleich schwer in den Folgen?


Problem: Manche würden sagen es sei schon rechts, weil man sowas nun erwähnt hat, obwohl dies eben der wirkliche Alltag ist. Fernab von jeglichen Diskussionen darüber, ob bedingungslose Weltoffenheit & willkommene Worte, die Zukunft Deutschlands bedeuten mögen oder nicht.

Es ist ebenfalls ein Problem, wenn man nur noch darauf achtet. AFD Inhalte (der Wähler) bestehen für mich zu einem sehr großen Teil aus Reden über Migration und Flüchtlinge. Gut - und alles doof finden, was die Ampel macht. Auch hier im Forum. Immer wenn über die AFD geredet wird, fängt es mit einem kontextlosen und manchmal gar nicht zum Thema passenden "Aber auch die Flüchtlinge...".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 09.Februar 2024, 22:23:49
Die viel schlimmere Schlussfolgerung ist doch: warum haben so viele Leute kein Problem mehr damit, in der Nähe von Rechtsextremen zu stehen?

Abstiegsängste, von der AfD noch mal dramatisiert. Ein nahbareres Gesicht als die Alte Rechte, bei denen sich niemand vom NS distanzierte, ums mal so zu sagen.  (https://www.youtube.com/watch?v=J69ULIOz0jY&t)

Und nicht zuletzt das clevere Narrativ, die AfD sei nicht nur eine Alternative. Sondern die EINZIGE Alternative. Alle anderen steckten in einem Sack. Würden sich gegen die AfD verschwören. Und würden Deutschland mit Absicht an die Wand fahren (das sagt die AfD wortwörtlich, inklusive dem auch von führenden AfDlern verbreiteten Narrativ vom "Großen Austausch" -- eine Theorie der Neuen Rechten, sprich Rechtsextremisten). Es gibt Kreisverbände der Partei, die wettert bestimmt sogar gegen ein Dönerlädenkartell, das sie daran hindere, alle anderen von rechts zu überholen. Das alleine schon zeigt übrigens, wie die Partei wirklich tickt. Sie hinterfragt das grundsätzliche System samt seiner Organe und positioniert sich auch mittels neurechter Verschwörungstheorien als Fundamentalopposition.

Dürfte in den Gebieten der ehemaligen DDR seit jeher ja etwas mehr ziehen. Denn wer im "Widerstand" war und unter Staatsbeobachtung stand (Verfassungsschutz, Stasi), der galt nicht zwingend als einer der "Bösen". Das "Stasi-Methoden"-Ding hat in der Kommunikation der AfD seit neulich ja nicht umsonst wieder Hochkunjunktur.

Insgesamt hat natürlich einiges in der Politik diesem Narrativ in die Hände gespielt. Egal, ob das Korruptionsaffären sind, die Maskenaffäre während Corona.... das "System" hat sich selbst in Sachen Glaubwürdigkeit ein paar Löcher verpasst. Die AfD setzt an und versucht, sie in Krater zu verwandeln. Hier kommt ihr das Netz natürlich wie gelegen. Keine Partei ist hier auch so aktiv, ob das die alternativen Medien der Neuen Rechten sind (ein regelrechtes Netzwerk, zu dem die Werteunion ja auch gehört). Aber auch Tiktok, wo die Leute schon an der Basis verführt werden.

Jetzt nur ein paar Gedanken zum Thema. Insgesamt ist das sicher viel komplexer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.Februar 2024, 22:35:56
Dass die AfD rechtsextrem ist, ist euch demnach egal? Die ganzen hier von diversen Usern gelieferten Belege, ignoriert ihr? Oder ist das schlicht nicht relevant?
Ich vertraue darauf, dass im "Ernstfall" die nicht rechtsextreme Mehrheit in der Partei zu vernünftigen und nicht zu irrationalen Entscheidungen führt.
Zudem bleibe ich dabei, dass man nicht die gesamte Partei als "rechtsextrem" abstempeln kann.
Wenn ich jetzt sage ich klaue gerne kleinen Kindern den Lutscher kann man daraus ja auch nicht folgern, dass alle MTF-Mods Kinder hassen.
Es gibt halt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch etwas dazwischen. Bei solch emotional belegten Themen wie der AfD wird das aber gerne mal vergessen.
Es hilft da sicherlich auch nicht, dass in manchen Kreise seit mittlerweile über 10 Jahren die AfD zum geistigen Nachfolger der NSPAD gemacht wird.
Bei vielen scheint es einen Anti-Nazi-Reflex zu geben, der die AfD automatisch a) zu Nazis macht und b) deshalb ablehnt.

Der Vergleich mit den Lutschern hinkt, das ist dir hoffentlich klar. Worauf fußt dein Vertrauen angesichts der zunehmenden Radikalisierung der Partei? Die Entwicklung seit Parteigründung ist ja doch recht klar. Die Trennung, die du zwischen Landesverbänden und Bundespartei vornimmst, ist rein akademisch. In der Praxis werden in der Partei trotzdem 3 rechtsextreme Landesverbände und die rechtsextreme Jugendorganisation akzeptiert. Dann die 10.000 Mitglieder mit rechtsextremem Potenzial, die Netzwerke in die rechtsradikale Szene. All das wird in der Partei bewusst hingenommen. Ist das für dich okay? Warum ist es akzeptabel, eine Partei zu wählen, die das zulässt und keinerlei Anstalten macht, sich davon zu distanzieren? Mal ganz abgesehen von der sehr geschickten Selbstverharmlosung der AfD als bürgerliche Partei.

Und lassen wir das mal außer Acht: Welche politischen Inhalte bietet die AfD dir, außer, dass sie sich das Migrationsthema wie sonst keine andere auf die Fahnen geschrieben hat? Einfach nur für dich ganz persönlich. Glaubst du, dass du in deiner derzeitigen Lebenssituation, die du hier sehr offen geschildert hast, im Weltbild der AfD einen Platz hast? Ich frage das mit Blick auf die dampfenden Haufen Scheiße.

Und um nochmal den Bogen zum Rechtsextremismus in der AfD zu schlagen: Es wurden hier von mehreren Usern zahlreiche, teilweise sehr ausführliche Belege eingebracht, die konsequenterweise zu dem Schluss führen, dass die AfD eine im Kern rechtsextreme Partei ist. Du ziehst diese Schlussfolgerung nicht. Dass lässt in meinen Augen folgende Optionen (ggf. auch eine Kombination):
A.) Du hast dir die Belege nicht richtig angesehen. -> Dann möchte ich dich bitten, das zu tun, und danach reden wir weiter.
B.) Die Belege reichen dir nicht. -> Warum nicht? Was fehlt dir?
C.) Du vertraust den Quellen nicht. -> Warum nicht?
D.) Die Belege findest du gut, das mit dem Rechtsextremismus siehst du aber nicht so eng (oder teilst gar das Gedankengut) -> Warum? Knüpft ein bisschen an meine Fragen weiter oben an.

Btw: Nur weil andere Wahloptionen Scheiße sind, ist das noch lange kein Grund, Extremisten zu wählen (oder solche, die eine nennenswerte Anzahl an Extremisten in ihren Reihen haben). Warum das nicht gelten sollte, muss mir mal jemand plausibel erklären.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 09.Februar 2024, 22:51:37
@White
Wenn man sieht, dass die Begründung alleine in der Innenpolitk und Sicherheitspolitik liegt, ist das ein sehr monothematischer Grund die AFD zu wählen. Mit energie-, sozial-, außen oder europa- oder die familienpolitischen Inhalte der AFD bist du zufrieden? Weil außer Bedenken über Migration und Flüchtlinge und Bedenken in die Richtung habe ich hier noch nichts gelesen.
Energie: AKWs bis zum Ende der Laufzeit nutzen unterstütze ich. Der Atomausstieg war eine der dümmsten Sachen, die ich mir damals vorstellen konnte, ich habe das glaube ich auch damals hier schon dargelegt. Klimawandelleugnung ist eher nicht so meins, allerdings sehe ich das ohnehin so, dass die Maßnahmen die Deutschland ergreift keinen merklichen Effekt haben. Investitionen in Innovationen finde ich gut.

Sozial: Die Hauptthesen finde ich durchaus in Ordnung. Da landen wir natürlich auch schon wieder bei der Zuwanderungspolitik.

Außenpolitik/Europa: Sehe ich aktuell als untergeordnet wichtig an. Ich sehe zwar eine EU als richtigen Weg, aber auch da wird einfach extrem viel Mist gemacht. Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland kann man unter Umständen drüber nachdenken, Die Türkei aus der NATO rauswerfen und in die EU nicht rein lassen ist für mich okay. Die Bundeswehr zu stärken finde ich auch okay, während ich das System europäische Armee aber durchaus eher vertiefen würde als davon weg zu wollen. Auch sehe ich es durchaus als nötig an, die EU-Außengrenzen besser zu überwachen und falls das nicht funktioniert eben die Staatsgrenzen, das möglichst ohne zu große Behinderungen.
Deutsche wirtschaftliche Interessen nach Außen hin zu vertreten finde ich natürlich gut. Einen "Kolonialismus light" lehne ich eher ab.
Familie: Ich möchte da nicht im Detail darauf eingehen, aber viele der Ziele sind für mich absolut begrüßenswert. Auch die Orientierung der gesamten restlichen Politik an der Familienpolitik ist keine schlechte Sache.

Die Innen- bzw. Sicherheitspolitik hast du zwar nicht erfragt, aber ich sage es trotzdem: Ein Stärken der Polizei und der Kampf gegen Kriminalität, inklusive dem Verhindern der Einbürgerung und der möglichen Ausbürgerung von Straftätern und Terroristen finde ich gut. Eine Absenkung des Strafmündigkeitsalters auf 12 halte ich für machbar, auch nach der Volljährigkeit Erwachsenenstrafrecht anzuwenden ist für mich kein Problem.


Mir ist bewusst, dass das Ziele der AfD sind und auch die keinen Masterplan in der Tasche haben, wie sie das erreichen wollen.
 
Der Vergleich mit den Lutschern hinkt, das ist dir hoffentlich klar. Worauf fußt dein Vertrauen angesichts der zunehmenden Radikalisierung der Partei? Die Entwicklung seit Parteigründung ist ja doch recht klar. Die Trennung, die du zwischen Landesverbänden und Bundespartei vornimmst, ist rein akademisch. In der Praxis werden in der Partei trotzdem 3 rechtsextreme Landesverbände und die rechtsextreme Jugendorganisation akzeptiert. Dann die 10.000 Mitglieder mit rechtsextremem Potenzial, die Netzwerke in die rechtsradikale Szene. All das wird in der Partei bewusst hingenommen. Ist das für dich okay? Warum ist es akzeptabel, eine Partei zu wählen, die das zulässt und keinerlei Anstalten macht, sich davon zu distanzieren? Mal ganz abgesehen von der sehr geschickten Selbstverharmlosung der AfD als bürgerliche Partei.

Und lassen wir das mal außer Acht: Welche politischen Inhalte bietet die AfD dir, außer, dass sie sich das Migrationsthema wie sonst keine andere auf die Fahnen geschrieben hat? Einfach nur für dich ganz persönlich. Glaubst du, dass du in deiner derzeitigen Lebenssituation, die du hier sehr offen geschildert hast, im Weltbild der AfD einen Platz hast? Ich frage das mit Blick auf die dampfenden Haufen Scheiße.

Und um nochmal den Bogen zum Rechtsextremismus in der AfD zu schlagen: Es wurden hier von mehreren Usern zahlreiche, teilweise sehr ausführliche Belege eingebracht, die konsequenterweise zu dem Schluss führen, dass die AfD eine im Kern rechtsextreme Partei ist. Du ziehst diese Schlussfolgerung nicht. Dass lässt in meinen Augen folgende Optionen (ggf. auch eine Kombination):
A.) Du hast dir die Belege nicht richtig angesehen. -> Dann möchte ich dich bitten, das zu tun, und danach reden wir weiter.
B.) Die Belege reichen dir nicht. -> Warum nicht? Was fehlt dir?
C.) Du vertraust den Quellen nicht. -> Warum nicht?
D.) Die Belege findest du gut, das mit dem Rechtsextremismus siehst du aber nicht so eng (oder teilst gar das Gedankengut) -> Warum? Knüpft ein bisschen an meine Fragen weiter oben an.

Btw: Nur weil andere Wahloptionen Scheiße sind, ist das noch lange kein Grund, Extremisten zu wählen (oder solche, die eine nennenswerte Anzahl an Extremisten in ihren Reihen haben). Warum das nicht gelten sollte, muss mir mal jemand plausibel erklären.
Den Vergleich mit den Lutschern habe ich absichtlich so gewählt, weil er eben hinkt. Ich sagte vorher schon, dass es zumindest moralisch fragwürdig ist, dass die Partei selbst gegen die rechtsextremen Elemente wenig bis nichts unternimmt. Das schmeckt mir auch nicht.Auf die Frage welche politischen Inhalte die AfD mir bietet bin ich weiter oben eingegangen. Ich sehe für mich in meiner aktuellen Lebenssituation durchaus auch einen Platz. Ist ja auch nicht so, dass ich freiwillig in der Situation bin und kontinuierlich daran arbeite es zum besseren zu wenden. Aktuell muss man einfach sagen ich bin krank und damit arbeitsunfähig. Nirgendwo im AfD-Programm habe ich die Stelle gefunden, dass man mich doch am besten in ein KZ stecken sollte. (Natürlich überspitzt formuliert.) Auch ich möchte irgendwann gerne noch eine Familie gründen und meinen Teil beitragen. Ich muss sagen unsere aktuelle Politik ermutigt mich aber nicht unbedingt das mit Hochdruck zu betreiben.
Was die Belege betrifft: einige habe ich mir sehr ausführlich angesehen und auch entsprechende Schwächen aufgezeigt. Wir kommen da zu anderen Schlüssen und das mag daran liegen, dass ich politisch grundsätzlich ohnehin zwischen liberal und rechts schwebe, so dass ich die Grenze anders ziehe als politisch eher linksorientierte Menschen.Einigen Quellen vertraue ich nur bedingt, gerde den rein journalistischen.  Da kommt sehr oft eben auch die Ideologie der Verfasser zum Tragen.
Was ich an den wissenschaftlichen Studien zu bemängeln hatte habe ich auch bereits dargelegt. Zum Rechtsextremismus habe ich mich denke ich zur Genüge geäußert.

Ich komme mir ein bisschen vor wie ein Verschwörungstheoretiker, der das Narrativ "die gegen uns" bedient/nachplappert und vielleicht ist da auch ein Hauch von mit dabei, aber alles in allem bleibe ich dabei, dass ich darauf vertraue, dass die AfD im Kern und in der Mehrheit nicht rechtsextrem (nach der für mich gültigen Definition) ist, dass die in der Verfassung verankerten Regeln einen Abfall in eine faschistoide Diktatur ohnehin verhindern und dass die Altparteien schnell genug wieder attraktiv werden oder es eine neue Partei eine echte Alternative bietet.
Edit: Nachtrag, Rechtschreibung sofern es mir ins Auge gefallen ist. Und Editieren zerschießt irgendwie die komplette Formatierung des Textes.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 09.Februar 2024, 22:55:00
Ich sagte vorher schon, dass es zumindest moralisch fragwürdig ist, dass die Partei selbst gegen die rechtsextremen Elemente wenig bis nichts unternimmt.

Weil Leute wie Höcke, Krah et all längst die Richtung der Partei steuern. Und Höckes Ziehvater ist Kubitschek. Von Kubitschek, Kaiser und Co. ist es nicht weit bis zur IB. Entsprechend, wer sich dagegenstellt, hat schnell verschissen. Das mussten ja selbst ehemalige Parteispitzen schon erfahren -- vor JAHREN. Wie gesagt, hier nochmal ein sehr guter Vortrag eines Politikwissenschaftlers der Uni Trier, der die ganze Szene (es ist ein NEtzwerk) seit Jahren beobachtet hat. Schade, dass der die Tage nicht bei Lanz war. Der hätte dem strategisch geplanten neurechten Opferrollen-Narrativ Chrupallas bestimmt etwas mehr entegegenzusetzen gehabt als: "Aber Höcke hat doch 2015 mal gesagt..."

https://www.youtube.com/watch?v=VKAW44SkA88&

In dem Tempo dürften in sehr wenigen Jahren auch die letzten wirklich Gemäßigten raus sein, die nicht einfach nur mitlaufen wollen oder als Feigenblätter dienen. Und die werden nicht durch Konservative ersetzt werden. Auch weil die einflussreichen Strömungen eng mit der Neuen Rechten sind (Kubitschek, Kaiser, Sellner, IB....) Die Meldungen zum stalleigenen Nachwuchskader (JA) der letzten Tage kennt man ja.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Februar 2024, 10:05:31
Ich hab mit keinem Wort erwähnt, dass du erwähnt haben solltest, dass man extremistische Parteien wählen soll.
Willst du mir jetzt einreden, deine Antwort war nicht auf meinen Beitrag gemünzt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 10.Februar 2024, 10:18:41
Ich mag mich wiederholen, weil ich es vor Tagen schon geschrieben habe:

Wenn ich die AfD wähle, weil mir deren Sicherheitskonzept zusagt - okay.
Wenn die gleiche Partei offen darüber nachdenkt, Menschen zu deportieren und die Rechte von Minderheiten zu beschneiden - scheiße.
Wenn ich in diesem Wissen sage, dass mir das weniger wichtig ist als das Sicherheitskonzept, ist das moralisch verwerflich, unethisch und verachtenswert.

Gibt es eigentlich einen Zeitpunkt, wann genau dieser moralische Kompass seine Kalibrierung verloren hat? Ich frage jetzt nicht gezielt eine Person, sondern allgemein. Irgendwie scheint das ja alles egal zu sein, wenn ich hier lese, dass "die AfD zu wählen scheiße ist und die anderen Parteien auch".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 10.Februar 2024, 10:48:50
Naja, gerade was die Deportationsgeschichte angeht bleibe ich dabei, dass dort durch Correctiv Dinge anders dargestellt wurden, als sie passiert sind. Die haben ja auch entsprechend zurück gerudert und fassen das Thema nicht mehr an. Wird schon seine Gründe haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Februar 2024, 10:50:37
Irgendwie scheint das ja alles egal zu sein, wenn ich hier lese, dass "die AfD zu wählen scheiße ist und die anderen Parteien auch".
OMG. Ja, es ist für einen Konservativen oder einen Liberalen scheiße, Parteien zu wählen, von denen er keine konservative oder liberale, sondern linke, rote, grüne Politik bekommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Februar 2024, 10:52:15
Naja, gerade was die Deportationsgeschichte angeht bleibe ich dabei, dass dort durch Correctiv Dinge anders dargestellt wurden, als sie passiert sind.
Die AfD macht doch gar keinen Hehl daraus, dass sie sehr viele Ausländer wieder loswerden will. Wie man das jetzt bezeichnen soll ist doch völlig egal, es ist mMn. mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 10.Februar 2024, 11:31:18
Ich sehe halt durchaus einen gewaltigen Unterschied zwischen "Deportation" und die Leute zu entfernen, die sich ihr Recht zu bleiben erschlichen oder verwirkt haben.
Deportation ist für mich a) Masse und b) willkürlich. Ich denke die AfD hat klar genug gemacht, welche Menschen sie nicht hier haben wollen.
Das betrifft keinesfalls alle Ausländer und auch nicht Asylsuchende im ursprünglichen Sinne. Nach wie vor muss im Einzelfall entschieden werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Februar 2024, 11:47:17
Das habe ich aber anders in Erinnerung. Hat Höcke nicht davon erzählt, dass man 20-25 Mio "Ausländer" loswerden will?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 10.Februar 2024, 11:53:20
Ich hab mit keinem Wort erwähnt, dass du erwähnt haben solltest, dass man extremistische Parteien wählen soll.
Willst du mir jetzt einreden, deine Antwort war nicht auf meinen Beitrag gemünzt?

Klar war er das, es waren MEINE Gedanken dazu, und lediglich die Äußerung eines Faktes: wenn man extremistische Parteien wählt, bekommt man womöglich extremistische Politik.
Also hör auf, dich schon wieder persönlich angegriffen zu fühlen. Das ist ja wie im Kindergarten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 10.Februar 2024, 12:13:43
Naja, gerade was die Deportationsgeschichte angeht bleibe ich dabei, dass dort durch Correctiv Dinge anders dargestellt wurden, als sie passiert sind. Die haben ja auch entsprechend zurück gerudert und fassen das Thema nicht mehr an. Wird schon seine Gründe haben.

Tatsächlich? Auf der Webseite von Correctiv ist aber keine "Richtigstellung" oder ein Kommentar zu finden. Statt dessen im Artikel dieses hier:

Zitat
Sellner ergreift das Wort. Er erklärt das Konzept im Verlauf des Vortrages so: Es gebe drei Zielgruppen der Migration, die Deutschland verlassen sollten. Oder, wie er sagt, „um die Ansiedlung von Ausländern rückabzuwickeln“. Er zählt auf, wen er meint: Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht – und „nicht assimilierte Staatsbürger“. Letztere seien aus seiner Sicht das größte „Problem“.

Hier wurde, wie ich herausfand, alleine inzwischen gesagt, dass Sellner diese Worte nicht explizit in Bezug auf das deutsche Volk verwendet haben soll. Es handelt sich eher um einen Auszug aus seinem Buch. Aber macht es das wirklich besser?

Ich sehe halt durchaus einen gewaltigen Unterschied zwischen "Deportation" und die Leute zu entfernen, die sich ihr Recht zu bleiben erschlichen oder verwirkt haben.
Deportation ist für mich a) Masse und b) willkürlich. Ich denke die AfD hat klar genug gemacht, welche Menschen sie nicht hier haben wollen.
Das betrifft keinesfalls alle Ausländer und auch nicht Asylsuchende im ursprünglichen Sinne. Nach wie vor muss im Einzelfall entschieden werden.

Traust Du das diese Differenzierung einer AfD etwa zu? Wollen wir uns denn ausmalen, was Menschen, die Hanau zu verantworten haben (hier wurde auf Menschen geschossen, die Deiner Definition nach von der AfD nicht gemeint sein sollen) erst zu vollbringen gedenken, wenn ihre Leitsternpartei plötzlich das Sagen hat? Gibt es einen größeren Legitimator?

@Signor Rossi

OMG. Vielleicht noch mal unchiffriert: ist es genauso scheiße, von seiner Partei in deren Inhalten enttäuscht zu werden wie eine Partei zu wählen, die offen rassistisch, demokratiefeindlich und völkisch ist?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.Februar 2024, 12:29:16
Jetzt mal neben Vorab-Schwachsinn wie selbst einem Dexit als ernsthaft eingebrachte Ultima Ratio: Wieviel Vertrauen erweckt wohl eine Partei, die völlig offen:

- die Systemfrage stellt ("leben schon lange in keiner wirklichen Demokratie mehr")
- die Narrative der Netzwerke der Neuen Rechten übernimmt und in die öffentlichen "Debatten" einbringt ("diese Regierung HASST Deutschland / fährt das Land mit Vorsatz an die Wand" ist bewusst etwas völlig anderes als "Diese Ömmel machen Scheißpolitik, wählt uns, wir machens besser")
- jedes Mal die Opferrollen-Strategie der Neuen Rechten runterbetet ("Das haben wir so nie gesagt", "Das haben Sie falsch interpretiert", "Das ist alles Denunzierung, Einzelfälle")
- sich öffentlich gegen sämtliche Medien stellt, insbesondere den ÖRR, die sie alle unter einer Decke mit dem "System" sieht

Stattdessen sich aber über Kanäle des Ösi-Braunen Stefan Magnet verbreitet, und zwar bis hoch in die Parteispitze (siehe extrem lange "INterviews", eher Monolog- und Selbstdarstellungsgelegenheiten auf AUF1 auch mit Alice Weidel). Der in seinen Beiträgen ebenfalls die Narrative der Neuen Rechten verbreiten lässt, um Vertrauen zu unterminieren ("PLanedmie", "Großer Austausch", usw.).

Das heißt, wenn man nicht ihren Narrativen folgt, dass AfD=Letzte Rettung, alle anderen = zerstören Deutschland. Sprich auf beiden Auge braunblind ist. Ich meine, das ist ja nicht mal geheim. Ein guter Teil der braunen Schriften Krahs, Kubitscheks, Kaisers, Sellners, HÖckes usw. sind alle öffentlich. Das einzig genuin "Neue", das dieses Potsdam-Treffen offenbarte, war die Anwesenheit der Werteunion -- Austausch zwischen IB, Burschenschaften und Gesocks ist in der AfD Alltag. Aber wenn sie jemand drauf anhaut, dann hat sie natürlich nur jemand "falsch interpretiert".

MOmentan ist die Partei qua der Strategie der Neuen Rechten in der "Verharmlosungsphase", verständlicherweise. Aber die nächsten bewusst gesetzten Provokationen samt bewusster Tabubrüche im öffentlichen Diskurs kommen bestimmt. Der Schweizer Rechtspopulist Roger Köppel veröffentlichte 2010 ein großes Hofnarren-Interview mit Sepp Blatter. Seine Headline, direkt aus Blatters Munde: "In der Fifa gibt es keine Korruption". Die Tage dichtete er: "Die AfD ist eine konservativ-liberale Partei." Schau mer mal. :D

(https://i.imgur.com/hf8BpH5.png)


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Februar 2024, 13:16:33
Vielleicht noch mal unchiffriert...
Ich frage mich, wie du und Hennessy auf solche beknackten (sorry dafür) Vergleiche kommt. Aber um die Frage zu beantworten: nein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 10.Februar 2024, 13:36:52
Zum Rechtsextremismus habe ich mich denke ich zur Genüge geäußert.
Sorry, aber das sehe ich nicht so und deswegen nerve ich dich damit auch weiter. In meinen Augen hast du nicht alle Fragen dazu beantwortet, die ich dir gestellt hatte, vielmehr gehst du auf einzelne Dinge ein und beim Rest bist du ausweichend. So nehme ich es jedenfalls wahr, ich unterstelle dir da gar keine bewusste Handlung. Ich habe eher das Gefühl, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Daher nochmal:

Ich könnte munter so weiter machen, aber für den Moment würde es mir schon reichen, wenn du diese Fragen beantwortest, anstatt ihnen auszuweichen.

Kommen wir zum Rest. Ich möchte mal beispielhaft ein paar Punkte der AfD-Politik herausgreifen, die in meinen Augen einzeln kritikwürdig und in Summe völlig Banane sind und den Wirtschaftsstandort Deutschland ruinieren würden:

Da würde mich jeweils deine Beurteilung interessieren. Denn für mich ist klar: Mit der AfD kauft man sich nicht nur eine härtere Migrationspolitik ein, wenn man sich die denn wünscht und das für einen zentral ist. Man öffnet Rechtsextremismus Tür und Tor und wählt außerdem eine Partei, deren Familienpolitik veraltet, deren Sozialpolitik kalt und deren Wirtschaftspolitik ruinös ist. Und in Summe reicht das immer noch nicht aus, um von vornherein eine Wahl auszuschließen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 10.Februar 2024, 13:43:30
Tatsächlich? Auf der Webseite von Correctiv ist aber keine "Richtigstellung" oder ein Kommentar zu finden. Statt dessen im Artikel dieses hier:
Naja, ich habe meine Zweifel und einerseits sagen sie "wir hatten einen Reporter vor Ort, der im Vorbeigehen etwas mitbekommen hat" und dann haben sie komplette Zitate mit Erklärung und Interpretation, wie die bösen Nazis das gemeint haben.

Zitat
Zitat
Sellner ergreift das Wort. Er erklärt das Konzept im Verlauf des Vortrages so: Es gebe drei Zielgruppen der Migration, die Deutschland verlassen sollten. Oder, wie er sagt, „um die Ansiedlung von Ausländern rückabzuwickeln“. Er zählt auf, wen er meint: Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht – und „nicht assimilierte Staatsbürger“. Letztere seien aus seiner Sicht das größte „Problem“.

Hier wurde, wie ich herausfand, alleine inzwischen gesagt, dass Sellner diese Worte nicht explizit in Bezug auf das deutsche Volk verwendet haben soll. Es handelt sich eher um einen Auszug aus seinem Buch. Aber macht es das wirklich besser?
Nun ist Sellner weder ein Mitglied der AfD, noch Deutscher, noch Politiker in Deutschland (und ich denke wir lassen besser auch keinen Österreicher mehr bei uns "an die Macht," schon gar nicht diesen speziellen).
Ich will gar nicht wegdiskutieren, dass es diese Verbindungen und diese Strömungen innerhalb der AfD gibt. Aber abgesehen davon, dass die AfD nach wie vor nicht davon abweicht, dass durch Correctiv falsche Informationen verbreitet wurden (ich persönlich will das nicht beurteilen, ich halte es genauso für möglich, dass die Behauptungen stimmen, wie ich es für möglich halte, dass Correctiv die Behauptungen erfunden oder zumindest übertrieben hat) waren auf diesem Treffen wie viele AfD-Politiker? 4? von etwa 30 Teilnehmern, wovon auch weitere 6 zu CDU und Werteunion gehörten, bei der Sellner, der so oder so unabhänig vom Wahrheitsgehalt ein ekelhafter Widerling ist einen Redebeitrag hatte. Er war nicht Organisator, Veranstalter oder Einlader. Er war dort Gast, wie die anderen Typen auch.

Selbst wenn also alles was Correctiv geschrieben hat den Tatsachen entspricht, dann ist das irgendwie nichts Neues und man kann nach wie vor nicht von 4 Männchen (und deren eventuellen Fantasien) auf die Gesamtstruktur schließen.
Zitat
Ich sehe halt durchaus einen gewaltigen Unterschied zwischen "Deportation" und die Leute zu entfernen, die sich ihr Recht zu bleiben erschlichen oder verwirkt haben.
Deportation ist für mich a) Masse und b) willkürlich. Ich denke die AfD hat klar genug gemacht, welche Menschen sie nicht hier haben wollen.
Das betrifft keinesfalls alle Ausländer und auch nicht Asylsuchende im ursprünglichen Sinne. Nach wie vor muss im Einzelfall entschieden werden.

Traust Du das diese Differenzierung einer AfD etwa zu? Wollen wir uns denn ausmalen, was Menschen, die Hanau zu verantworten haben (hier wurde auf Menschen geschossen, die Deiner Definition nach von der AfD nicht gemeint sein sollen) erst zu vollbringen gedenken, wenn ihre Leitsternpartei plötzlich das Sagen hat? Gibt es einen größeren Legitimator?
Ich denke durchaus, dass dort genug vernunftbegabte Menschen sitzen, die diese Differenzierung hinbekommen.
Ich weiß auch nicht, wie die AfD die (verachtenswerten) Aktionen eines Einzeltäters mit multiplen psychischen Störungen, der privat mehrere militärische trainings absolviert (und dort auch wegen merkwürdigem Verhalten ausgeschlossen wurde) zu verantworten haben soll.
Der Typ war paranoid schizophren, gewaltbereit und rassistisch. Eine Zeitbombe. Hätte er statt Rassist zu sein irgendjemanden oder -etwas anderes gehasst, dann hätte er halt keine Migranten erschossen sondern vielleicht Polizisten. Oder Gebrauchtwagenhändler. Rational ist das nicht zu erklären und da wird es für mich schwierig die Verantwortung einer Partei zuschieben zu wollen.

Abschließend bleibe ich dabei, dass ich hoffe, dass ich zur Bundestagswahl 2025 eine artei habe, die ich guten Gewissens und mit Überzeugung wählen kann, sonst bleibt die AfD eine taktische Option. Mit all den Makeln und negativen Punkten die vorhanden sind. Das ist dann die Stimme gegen die anderen Parteien, nicht die für die AfD. Nicht wählen kommt für mich nicht in Frage, und eine Kleinstpartei wählen ist vom Effekt her fast genauso.


Edit
...
Später, gerade habe ich dafür keine Zeit, ich hab es aber registriert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.Februar 2024, 14:34:46
  • Du sagst selbst, du findest es moralisch fragwürdig, dass die Partei nichts gegen die rechtsexremen Elemente unternimmt. Offenbar sind wir uns also einig, dass Rechtsextremismus scheiße ist. Warum ist es trotzdem akzeptabel, eine Partei zu wählen, die das zulässt und keinerlei Anstalten macht, sich davon zu distanzieren?
Wenn beispielsweise Chrupalla bei Lanz auf dessen Frage geantwortet hätte: "Ja, auch ich halte Höcke für rechtsextrem." Dann hätte er sich so viele Feinde in der Partei gemacht, dass auch er demnächst rausgespult worden wäre. Selbst wenn er persönlich nicht sympathisiert. Was nicht gesichert ist. (Fairerweise: In einer TV-Talkshow würde keine Parteispitze irgendein Parteimitglied öffentlich anzählen.) Trotzdem.

Einer wie Chrupalla ist bestenfalls das Krawattenträger- und Malermeister-Aushängeschild. Der ganz bewusst installiert wurde. Denn gerade im Osten mit vielen kleinen Mittelstandsunternehmen und Handwerkern/Arbeitern als Kundschaftsbasis kommt es gut an, wenn es in der Parteispitze Identifikationspotenzial gibt. Aber selbst dem geschickt ausweichenden Malermeister gelingt es nicht mehr, die braune Basis mit weißer Tunke zu übertünchen. Bei der Diskussion um Höcke sehe ich das Problem, dass es mittlerweile gerade in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem um den geht. Dabei ist diese Strömungn immer stärker geworden, bestimmt maßgeblich die Parteirichtung -- am Rand des rechten Spektrums agierte sie schon länger. Und es werden ja selbst Unvereinbarkeitslisten ignoriert (IB-Connections, und und und). Wer glaubt, dass dies nicht bekannt bzw. ist bzw. mindestens geduldet wird, glaubt auch an schwarzweißkarrierte Osterhasen. (https://youtu.be/6DlWV8Qkcgw?si=dOL7Hz3FCb8ZVBrD&t=383)[/list] (LÜgenpresse-Video, ich weiß).


Apropos ostdeutscher Mittelstand als Basis: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/01/demo-mittelstand-initiative-cottbus.html

Zitat
In ihrem Demonstrationsaufruf für Freitag äußerte die Initiative, man beobachte seit Jahren eine "Abwärtsspirale" in Deutschland. Die Medien würden "Propaganda" verbreiten und seien "Handlanger" der Regierung. "Das ist bereits erwiesen", heißt es in dem Aufruf.

Unfassbar. 1:1 die Narrative. Und natürlich fehlt da auch die Empfehlung für AUF1 und Co. nicht. https://www.deutschlandfunk.de/brandenburg-lausitz-mittelstandsvereinigung-rechte-medien-kontrafunk-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Februar 2024, 15:00:49
Kann man die Aussage von Scholz, dass hohe Bauzinsen eigentlich nur ein "psychologisches Problem" seien, als Wahlwerbung für die AfD verstehen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 10.Februar 2024, 15:17:25
Kann man die Aussage von Scholz, dass hohe Bauzinsen eigentlich nur ein "psychologisches Problem" seien, als Wahlwerbung für die AfD verstehen?
Direkt +5% - das ist es ja, die AfD kann halt machen was sie will, hohe Funktionäre anderer Parteien erlauben sich ständig Aussagen, die zeigen wie weit die mittlerweile vom Bürger weg sind und da ist dann eine Partei, die - zumindest oberflächlich - Politik für den Bürger verspricht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 10.Februar 2024, 16:19:09
Vielleicht noch mal unchiffriert...
Ich frage mich, wie du und Hennessy auf solche beknackten (sorry dafür) Vergleiche kommt. Aber um die Frage zu beantworten: nein.

Auf welchen Vergleich komme ich?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 10.Februar 2024, 18:13:53
Kann man die Aussage von Scholz, dass hohe Bauzinsen eigentlich nur ein "psychologisches Problem" seien, als Wahlwerbung für die AfD verstehen?
Direkt +5% - das ist es ja, die AfD kann halt machen was sie will, hohe Funktionäre anderer Parteien erlauben sich ständig Aussagen, die zeigen wie weit die mittlerweile vom Bürger weg sind und da ist dann eine Partei, die - zumindest oberflächlich - Politik für den Bürger verspricht.

Genau deswegen frage ich mich warum jeder AFD-Gegner im Dauerfeuer versucht die Wähler davon zu überzeugen welche Gefahren lauern, während die momentane Politik einfach für diesen Wandel verantwortlich ist und mit ihren meist unqualifiziertem Auftreten die Sache noch verschlimmert.

Die Krux ist, dass es für Keinen eine vernünftige Lösung die nächsten Jahre geben wird. Die Einen wollen weltoffenheit und ein Land des Willkommens sein, während andere dies mit stetig wachsender Sorge betrachten und ein weiterer kleiner Teil davon den nationalen, extremen Weg gehen möchte.

Wobei ich glaube das dieser klassische rechtsextreme Weg, wie viele ihn sich hier ausmalen, sowieso nicht funktionieren würde bzw. möglich ist.

Und bei allem Respekt - Wenn man nach den (wirklich dummen) Aussagen mancher AFD-Mitglieder geht und dann gewisse (unqualifizierte) Aussagen der momentanen Ampel-Regierung als Vergleich daneben setzt, die nicht selten das eigene Volk als dumm darstellen lassen wollten, kann man sagen, dass Wir momentan schon von einem Extrem regiert werden. Nur ob das die nächsten 50 Jahre so weiter gehen kann, ohne das ein wirtschaftlicher Verfall immer weiter eintritt, und die deutsche Muttersprache immer mehr in den Hintergrund gedrückt wird, bleibt anzuzweifeln.

Für mich leben die Menschen, Die die Gefahren durch die momentan geführte Politik verharmlosen, einfach in einem zu großen Luxus und eventuell behütetem Umfeld, um sich momentan keine großen Sorgen darüber machen zu müssen. Denn wirkliche Lösungen haben diese auch nicht parat, außer einer Hetzjagd gegen die Wähler einer Partei, die einen nicht akzeptierten Weg der Gesellschaft, einschlagen möchte.


Zitat
Kann man die Aussage von Scholz, dass hohe Bauzinsen eigentlich nur ein "psychologisches Problem" seien....


Und da frage ich mich: Das ist die wirkliche Alternative? Das ist es was man die nächsten Jahrzehnte haben möchte? So soll man die AFD-Wähler umstimmen? Gegen sowas hat auch eine CDU/CSU nichts zu bieten, wenn man die Jahre vor der Ampel & solchen Aussagen betrachtet.

Wenn die AFD-Wähler zu verblendet sind um über den Rechtsextremismus hinwegzusehen, dann frage ich mich wie dumm man eigentlich sein muss, um für solch ausbeuterischen Parteien zu stimmen, Die die eigenen Wähler denunziert & und an der Nase herumführen will. Nur das kann auch niemand beantworten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.Februar 2024, 18:24:26
[gegen die Wähler einer Partei, die einen nicht akzeptierten Weg der Gesellschaft, einschlagen möchte.

Das ist ein ziemlicher Euphemismus. Die Geschichte hat nämlich mitnichten nur eine moralische Komponente. Es geht hier auch um Themen wie den von der Neuen Rechten gepredigten Ethnopluralismus. Vereinfacht ausgedrückt ist es das olle "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!", blanker Rassismus in semi-intellektuell verpackt. Und richtet sich vor allem gegen das Grundgesetz unseres Landes. Wenn wir uns auf solche Grundgesetze nicht einigen können, dann auch nicht als Gesellschaft.

Bizarr, dass sich Chrupalla bei Lanz hinsetzen konnte und behaupten, die AfD habe nie Gründe dafür bekommen, warum Verbände als rechtsextrem eingestuft wurden. Unter anderem genau darum. Das war selbst in Pressemeldungen zu lesen. Restriktivere Migrationspolitik ist das eine. Aber das hier ist ein anderes Kaliber.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 10.Februar 2024, 18:38:56
Ich denke durchaus, dass dort genug vernunftbegabte Menschen sitzen, die diese Differenzierung hinbekommen.
Ich weiß auch nicht, wie die AfD die (verachtenswerten) Aktionen eines Einzeltäters mit multiplen psychischen Störungen, der privat mehrere militärische trainings absolviert (und dort auch wegen merkwürdigem Verhalten ausgeschlossen wurde) zu verantworten haben soll.

Weil die AfD durch Rhetorik diesen Menschen eine Legitimation zu geben scheint. Die AfD macht nach und nach, seit Jahren, das Unsagbare salonfähig. Seit Jahren wird die NS-Zeit relativiert. Und wie Trump in den USA selbstverständlich den Capitol-Sturm direkt angestachelt hat, so haben auch führende Mitglieder der AfD der Gewaltanwendung den Boden gegeben, mindestens durch erfundene Angriffe auf AfD-Politiker, die sich ständig mit Verletzungen selbst fotografieren und am Ende kommt raus, dass sie sich nur aufs Maul gelegt haben, oder im Falle Chrupalla einfach gar nichts passiert ist. Wenn es ernsthaft Zweifel daran gibt, dass eine AfD solchen Menschen das Gefühl gibt, das was sie tun sei richtig, brauchen wir hier nicht weiter zu reden. Die AfD hetzt, spaltet und emotionalisiert, wo sie nur kann. Es gibt Dutzende Zitate, die ihrerseits direkte Gewaltaufrufe sind ("An die Wand stellen"). Auch das sollte man vielleicht bei einem Kreuz für die AfD bedenken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 10.Februar 2024, 19:10:10
Mal nochwas zu lesen:
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/enthuellung-correctiv-traf-sich-haeufiger-mit-bundesregierung-als-bislang-bekannt-li.2185425

Ich stehe der Berliner Zeitung übrigens ähnlich kritisch gegenüber wie auch Correctiv, aber genau wie Correctiv sich sicher nicht alles aus Potsdam ausgedacht hat, wird auch hier mondestens ein Funke Wahrheit drin stecken, der halt auch zu denken gibt.
Übrigens auch eines der aktuellen Probleme, nahezu alle Medien sind insgeheim oder auch ganz offen ideologisch gefärbt. Ja, auch der ÖRR, und zumindest von denen sollte man Neutralität erwarten können.

Auf die anderen Dinge gehe ich wie gesagt ein, wenn ich mehr Zeit habe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 10.Februar 2024, 19:46:52
In dem Bericht steht nichts, was auch nur annähernd irgendwie das Potenzial hätte, als Skandal durchzugehen. Oh nein, die haben über russische Journalisten gesprochen, die wegen ihrer Berichterstattung in Russland verfolgt werden, und wie man diese unterstützen könnte. Kranke Scheiße, da ist unsere Demokratie in Gefahr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.Februar 2024, 19:49:14
Finde den Vorwurf mit den Treffen nicht wirklich gravierend, der er bereits im Artikel damit relativiert wird, dass innerhalb der Frist für eine Anfrage keine Zeit war alle Informationen zusammen zu sammeln.
Um einzuschätzen, wie gewöhnlich oder ungewöhnlich es ist, dass Correctiv in den Bundestag eingeladen wird, müsste ich wissen, wie oft andere unabhängige "Unternehmen" in den Bundestag eingeladen werden. Verschiedene Sprecher des CCC werden zum Beispiel immer wieder unter anderem als Sachverständige in den Bundestag und Co berufen. Die halte ich trotzdem für äußerst unabhängig.


Was mich an dem Bericht über das Treffen eher stört ist, dass Correctiv einfach sein Bericht ändert. Das stört mich im Internet allgemein, aber bei so einem auf Transparenz und Wahrheit basierendem Medium noch viel mehr. Wenn Correctiv geschrieben hat, dass bei diesem Treffen über Deportation oder zumindest über Pläne, die an Deportation erinnern, geredet wurde und das einfach heimlich aus dem Bericht rausnimmt, schadet das der ganzen Sache. Dann sollen sie nen zweiten Beitrag machen, in dem sie sich erklären und transparent darstellen, warum sie meinen, dass sie das jetzt änderen wollen. Alles andere schwächt die Aussagekraft.

Edit: Dachte ich.... Weil sie haben Stellung dazu bezogen:
https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/19/faq-geheimplan-recherche-correctiv/#vertreibung

Da schreiben sie sogar, wie es zu dieser Änderung in der Buchbeschreibung kam, die überhaupt nichts mit dem Artikel zu tun hat. Was daraus zum Beispiel die Junge Freiheit herausschwurbelt ist dagegen peinlich. Das ist zwar grammtikalisch und interpretations Herumgefi***... Aber von Lüge zu sprechen. Ich weiß nicht.  ::)
Aus dem Bericht von Correctiv geht für mich sowohl vor als auch nach den Änderungen nicht hervor, dass in dem Gespräch explizit über Deportationen gesprochen wurde. Es ist allerdings ein naheliegender Vergleich und den haben genug andere Menschen angestellt. Und den macht Correctiv auch. Der ist allerdings klar gekennzeichnet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 10.Februar 2024, 23:28:27
@Viking: doch, Aussteigerprogramme sind genau für die Menschen, die SELBST merken, dass sie in einer gefährlichen Spirale sind. Das ist der Kern jedes Ausstiegs: die Person muss begreifen, dass sie einen Fehler macht.
Wie willst du also einem wildfremden AfD-Wähler klarmachen, dass er einen Fehler macht? Der lacht dich aus und hört dir nicht mal zu.
Du hast ja "Wer einmal rechtsextrem gewählt hat, hat grundsätzlich kein Problem mit Rechtsextremisten. Auch wenn er sie nur zum Protest benutzt. Er wird sie auch ein zweites Mal wählen, wenn er protestieren will."  geschrieben,das müsste dann ja bei Aussteigern auch so sein.
Der Großteil der AfD Wählerschaft wird schon Protestwähler sein, 2021 stand die Partei noch bei 10-12% in den Umfragen und hat sich seitdem verdoppelt, von den 10-12% waren aber ein Teil auch schon Protestwähler. Wenn du die 10-15% jetzt abschreibst,die in die extrem rechte Ecke schiebst,jeden hart konfrontierst und wie einen Neonazi behandelst wählen die dann irgendwann wirklich aus Überzeugung AfD.
Du hast ja neulich auch den Artikel über die Wählerwanderung aus Bayern zur AfD gepostet, da waren neben den 80k aus der CSU auch 80k aus der Ampel, 20k Grüne und 20k Wähler der SPD dabei, die sind ja auch nicht auf einmal rechtsextrem.
Wenn man den Leuten ein anderes politisches Angebot macht und ihre Probleme löst, oder es zumindest ehrlich versucht, dann verliert die AfD auch sehr schnell wieder an Boden.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/wer-die-afd-gewaehlt-hat-und-warum-analyse-zur-landtagswahl,TsNDoit
https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_21._Deutschen_Bundestag/Umfragen_und_Prognosen

Ist vielleicht eine Definitionsfrage: ab wann ist ein Mensch extremistisch rechts? Muss er dafür zwingend selbst rechtsextreme Meinungen äußern? Muss er dafür der Partei einfach nur eine Stimme geben?

Die viel schlimmere Schlussfolgerung ist doch: warum haben so viele Leute kein Problem mehr damit, in der Nähe von Rechtsextremen zu stehen?
Schon eine gute Frage, ich denke die Grenze um Leute als rechts zu bezeichnen verschwimmt immer mehr und wurde nach und nach immer weiter verschoben,dadurch rücken dann normale Menschen auch weiter an extreme heran.
Bestimmte Trends und Ideen auch politische Ansätze werden,teilweise auch 1 zu 1 aus den USA,in den Mainstream übernommen und auf unsere Gesellschaft übertragen, dabei gehen dann Menschen verloren die Entwicklungen kritisch hinterfragen. 
Wenn man sich da mal z.B das Blackfacing anschaut das heute ja allgemein als Problem gilt, Kinder schminken sich beim Dreikönigstag eher nicht mehr als schwarzer König obwohl die Tradition dahinter eine komplett andere ist und gar nichts mit Herabsetzung, Beleidigung oder ähnlichem zu tun hat. Kostümierung an Karneval wird auch problematisiert.
oder Leverkusen wurde neulich vom DFB zu ner Geldstrafe verurteilt weil Fans ein Plakat mit dem Spruch "Es gibt nur zwei Geschlechter" hochgehalten haben, da gibt es ja eine große Debatte um Geschlechtsidentitäten und Vermischung mit Biologischem Geschlecht, ein Thema bei dem man sich als Mensch der davon nichts mitbekommt wahrscheinlich auch erstmal fragt wo das Problem in der Aussage liegt.
Dann der Klassiker Gendern,es wird darüber geredet, eine klare Mehrheit degegen festgestellt, trotzdem wird gendersprech überall übernommen, sogar in der Tagesschau wird inzwischen von "Demonstrierenden" und "Studierenden" gesprochen.
Da könnte man eine längere Liste mit Sachen aufstellen,dass wird dann von rechten und alternativen Medien und auch der AfD aufgenommen und behandelt, man rebelliert da quasi gegen das  linksgrüne Spießertum. Dazu kommt, das die logische und faktenbasierte Argumentation auch bei einigen Punkten auf deren Seite liegt.
Natürlich kann man über jeden einzelnen Punkt streiten und es hat auch unterschiedliche Relevanz für die Gesellschaft, bestimmte Dinge sind auch gar kein Problem, in der Summe ergibt sich da aber ein Bild was für mich schon eine Erklärung sein könnte warum mehr Menschen Anschlußfähiger an die AfD und rechte/rechtsextreme Ideen werden und sind.
Wenn man es mal umdreht und 20-30 Jahre zurückgeht in eine eher politisch unkorrekte Zeit hatten wir auch rechte Parteien, aber ich kann mich nicht erinnern das die NPD jeweils an den Erfolg rangekommen wäre den die AfD heute hat, man wäre da selbst als sehr rechter Konservativer nicht auf die Idee gekommen sich denen anzuschließen.

https://www.tagesspiegel.de/sport/es-gibt-nur-zwei-geschlechter-dfb-verhangt-strafe-gegen-leverkusen--und-ermittelt-gegen-dynamo-dresden-11165968.html
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fridays-for-future-laedt-musikerin-ronja-maltzahn-wegen-dreadlocks-von-demo-aus-a-631b6b83-9778-4a04-aa62-e3b85e713520
https://bnn.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/kulturelle-aneignung-bundesgartenschau-mannheim-verbietet-sombreros-und-kimonos-auftritt-senioren-ballett-rheinau-buga
https://www.focus.de/panorama/veranstalter-sprechen-von-kultureller-aneignung-musiker-von-konzert-ausgeladen-weil-er-didgeridoo-spielt_id_216918005.html

Ist es nicht? Über Deportation haben sie ja schon beratschlagt. Ob Polen „uns“ den Arsch versohlen würde, ist doch der AfD scheißegal. Die müssten sowieso erstmal nach dem Weg fragen.
Tatsächlich? Auf der Webseite von Correctiv ist aber keine "Richtigstellung" oder ein Kommentar zu finden. Statt dessen im Artikel dieses hier:
Der Punkt mit den Deportationen wurde von Correctiv suggeriert, eine Correctiv Journalistin war danach im ARD Presseclub, da wurde der Punkt angesprochen und sie streitet da ab,dass die selbst von Deportationen gesprochen haben. Das ging danach auch auf Twitter rum, da wurde dann noch auf deren Website ein Beschreibungstext in dem das Wort Deportation vorkam in Vertreibung geändert.
Timestamp: https://www.youtube.com/live/LoUMmgAIDMk?si=8_e3rHTfycHjLvYs&t=1336
https://twitter.com/OERRBlog/status/1752043480652615779
Tweet der Jornalistin dazu: https://twitter.com/antennedowideit/status/1751936894349262984

Allgemein mal dazu, ich finde man hätte es besser aufziehen können, dadurch das man bewusst,dieses Treffen als Geheimtreffen deklariert und in Verbindung mit Deportationen und der Wannsee Konferenz bringt tut man sich keinen Gefallen. Allgemein Nazi Vergleiche sind mMn zu diesem Zeitpunkt sehr abgehoben. Da gab es ja noch andere Sachen in der Richtung, z.B hatte Monitor auf Youtube ein Video hochgeladen in dem die den Redestil von Höcke mit dem von Goebbels vergleichen,hat zumindest bei mir nicht den Effekt den die wahrscheinlich haben wollten.
Der Vorwurf das die Partei als ganzes jeden mit Migrationshintergrund abschieben will halte ich auch für abwegig,das einige so denken hingegen nicht. Ich meine in der Partei selbst gibt es ja Leute mit Migrationshintergrund, was passiert dann mit denen? Logisch zusammengesetzt ist das alles nicht.
Man hätte sich da wirklich auf die extreme Gruppe in der Partei + Sellner  konzentrieren sollen und da ans Licht bringen was die denken.

Weil Leute wie Höcke, Krah et all längst die Richtung der Partei steuern. Und Höckes Ziehvater ist Kubitschek. Von Kubitschek, Kaiser und Co. ist es nicht weit bis zur IB. Entsprechend, wer sich dagegenstellt, hat schnell verschissen. Das mussten ja selbst ehemalige Parteispitzen schon erfahren -- vor JAHREN. Wie gesagt, hier nochmal ein sehr guter Vortrag eines Politikwissenschaftlers der Uni Trier, der die ganze Szene (es ist ein NEtzwerk) seit Jahren beobachtet hat. Schade, dass der die Tage nicht bei Lanz war. Der hätte dem strategisch geplanten neurechten Opferrollen-Narrativ Chrupallas bestimmt etwas mehr entegegenzusetzen gehabt als: "Aber Höcke hat doch 2015 mal gesagt..."

https://www.youtube.com/watch?v=VKAW44SkA88&

In dem Tempo dürften in sehr wenigen Jahren auch die letzten wirklich Gemäßigten raus sein, die nicht einfach nur mitlaufen wollen oder als Feigenblätter dienen. Und die werden nicht durch Konservative ersetzt werden. Auch weil die einflussreichen Strömungen eng mit der Neuen Rechten sind (Kubitschek, Kaiser, Sellner, IB....) Die Meldungen zum stalleigenen Nachwuchskader (JA) der letzten Tage kennt man ja.
Die Partei wird durch den Erfolg zusammengehalten,man hätte damals den Flügel nicht nur auflösen sondern komplett rauswerfen sollen,dadurch wäre die Partei gespalten worden aber man hätte unter Umständen langfristig regierungsfähig werden können, falls es mal wieder runter gehen sollte werden die wieder anfangen sich zu streiten.


Edit: Den Beitrag zu spät gesehen
Da schreiben sie sogar, wie es zu dieser Änderung in der Buchbeschreibung kam, die überhaupt nichts mit dem Artikel zu tun hat. Was daraus zum Beispiel die Junge Freiheit herausschwurbelt ist dagegen peinlich. Das ist zwar grammtikalisch und interpretations Herumgefi***... Aber von Lüge zu sprechen. Ich weiß nicht.  ::)
Aus dem Bericht von Correctiv geht für mich sowohl vor als auch nach den Änderungen nicht hervor, dass in dem Gespräch explizit über Deportationen gesprochen wurde. Es ist allerdings ein naheliegender Vergleich und den haben genug andere Menschen angestellt. Und den macht Correctiv auch. Der ist allerdings klar gekennzeichnet.
Naja die Erklärung ist trotzdem eher schwammig finde ich, damit bringen sie ja trotzdem den Nazi Vergleich ins Spiel. Großbritannien plant ja nebenbei auch einen Asyl Deal mit einenm afrikanischen Land um Ausreispflichtige dahin abzuschieben,Dänemark hatte auch mal Pläne in der Richtung, keine Ahnung ob das noch aktuell ist.
Nebenbei aber gut,dass die von Correctiv das so transparent machen und  es selbst einräumen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 00:14:13
@Viking: Nur weil ein AfD-Wähler zwischendurch mal was anderes wählt, heißt das noch lange nicht, dass er den Absprung geschafft hat. Bestes Beispiel ist hier White. 17 AfD, 21 was anderes, 25 wird schon wieder an die AfD gedacht, weil wohlriechendster Haufen Scheiße (oder hatte ich das mit 17 und 21 falsch verstanden?).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 11.Februar 2024, 01:17:39
Mal nochwas zu lesen:
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/enthuellung-correctiv-traf-sich-haeufiger-mit-bundesregierung-als-bislang-bekannt-li.2185425

Ich stehe der Berliner Zeitung übrigens ähnlich kritisch gegenüber wie auch Correctiv, aber genau wie Correctiv sich sicher nicht alles aus Potsdam ausgedacht hat, wird auch hier mondestens ein Funke Wahrheit drin stecken, der halt auch zu denken gibt.
Übrigens auch eines der aktuellen Probleme, nahezu alle Medien sind insgeheim oder auch ganz offen ideologisch gefärbt. Ja, auch der ÖRR, und zumindest von denen sollte man Neutralität erwarten können.

Auf die anderen Dinge gehe ich wie gesagt ein, wenn ich mehr Zeit habe.

Correctiv ändert wenig am Bild. Die Vernetzung zwischen AfD und IB et all ist Legion. Wie auch der verlinkte Politikwissenschaftler der Uni Trier meinte: Man könnte einen kompletten Abend mit Vortragsbeispielen füllen.

Apropos Färbung: Da gabs zuletzt eine Studie. Natürlich von der AfD umgedeutet und von den Machern korrigiert. https://www.derwesten.de/politik/linksdrall-ard-zdf-oeffentlich-rechtliche-studie-bild-zeitung-medien-id300828155.html

Interessant fand ich, dass die Grünen sogar ziemlich schlecht wegkamen (über alle Parteien wurde überwiegend ausgeglichen bis negativ berichtet laut Studie). Schlechter als fast alle anderen Parteien. Außer der AfD. Aber wenn Politiker allgemein schon kritisch beäugt werden, selbst in der Bevölkerung allgemein sind nur wohl nur Bankberater unbeliebter: Sich dann hinstellen und ständig was von "Systemmedien", "Lügenpresse" und "Medienkartellen" zu erzählen, macht einen nicht beliebter. Das ist wie beim Balzbock auf der Balz: Würde der der Holden hinterlaufen und sie liebevoll mit Kosenamen wie "Nutte!", "Dorfschlampe!" und "Discomatratze!" umgarnen -- er würde die Chance auf Bussis nicht verbessern. Trägt übrigens auch nicht dazu bei, dass der ÖRR  unter Anwärtern mit eher rechter Anschauung als potenzieller Arbeitgeber beliebter wird. Journalisten als Berufsbild sind allgemein nicht extrem viel beliebter als Bänker und Politiker.

Aber das gehört ja zur Strategie der Neuen Rechten. Die AfD als Opfer inszenieren und alle anderen als ein Anti-Deutschland-Netzwerk darstellen, das das Land mit Vorsatz gegen die Wand fährt. Wenn du erst mal das Narrativ geschluckt hast, dass die AfD die EINZIGE Lösung ist und alle anderen die Bösen, die auch den "Großen Austausch" planten -- dann machst du dein Kreuzchen selbst dann, wenn im Programm stünde: "Mehr Modern Talking für alle!" So etwas kommuniziert keine andere Partei. Nicht mal im Ansatz. Alleine das schon sagt alles. Wer die AfD 2024 im Kern noch für eine liberal-konservative Partei hält, der glaubte auch an eine Fifa ohne Korruption (hallo Roger Köppel). https://www.ndr.de/kultur/Schroeder-Sellner-sagte-selbst-AfD-und-Identitaere-ist-eins,afd3110.html

Passend dazu übrigens gibts heute den nächsten Beitrag auf einem der Haussender der Neuen Rechten (https://www.youtube.com/watch?v=Al8I251RCPU&lc=UgwvfXZIEI43s1dida54AaABAg), das erwähnte AUF1. Den die AfD im Gegensatz zu ihren "Systemmedien" ganz offen umgart, bis in die Parteispitze hinein, Weidel inklusive. Ich lasse das mal so wirken. Mein Gedanke in Spoilern.

(click to show/hide)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 11.Februar 2024, 02:09:42
(https://pbs.twimg.com/media/DyYAQlSWoAAkMOt.jpg)

R.I.P. Perscheid
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 11.Februar 2024, 06:00:03
^ Wobei die AfD schon lange keine Protestwählerpartei mehr sein soll. Die hat bereits ihr Stammklientel. Und die ist voll überzeugt. Aber es ist ja wie gesagt auch nicht EINE Alternative. Sondern die EINZIGE Alternative. Die als EINZIGE Partei gegen diese Lügenpresse, Altparteien und Staatsorgane vorgeht. Die sich alle systematisch gemeinsam verschworen haben. Um sowohl gegen die AfD vorzugehen. Als auch das Land samt Demokratie.

#GroßerAustausch
#GreatReset
#Klimakommunismus
#Plandemie
.
.
.



Irgendwie bekam ich gerade in meinem FB-Feed ein lustiges Bild angezeigt.

(https://i.imgur.com/siCEpIT.jpeg)

Lustig wird es erst im Kontext. Es wurde nämlich von irgendeinem AfD-Kreisverband gepostet auf dessen Seite.
Und bildet im Verbund eigentlich ein verdammt hübsches Symbolbild zum Sonntag.

Deutsche Stampfkartoffeln, die am Rand in brauner Soße ersaufen.

ABER:

Die Eier passen nicht. No effin way. Denn Eier hat die AfD als politischer Dackelclub im Vollzeit-Opferrollenmodus ja nicht.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 08:40:14
Das war der Gunnar oder? :-X
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: White am 11.Februar 2024, 13:09:13
@Viking: Nur weil ein AfD-Wähler zwischendurch mal was anderes wählt, heißt das noch lange nicht, dass er den Absprung geschafft hat. Bestes Beispiel ist hier White. 17 AfD, 21 was anderes, 25 wird schon wieder an die AfD gedacht, weil wohlriechendster Haufen Scheiße (oder hatte ich das mit 17 und 21 falsch verstanden?).
Ich habe 17 aus Protest (und weil ich auf dem Weg zum Wahllokal von einer Gruppe jugendlicher Menschen mit Migrationshintergrund dumm angemacht wurde) die AfD gewählt. Damals gab es aber keine ernsthafte Gefahr, dass die irgendwas kaputt machen könnten.
21 FDP, meine eigentliche "Stammpartei" - hauptsächlich weil ich Angst vor einer (Rot-)Rot-Grünen Regierung hatte. 25 wird es, wenn sich nicht absehen lässt, dass die etablierten Parteien Politik für die Bürger machen wollen die AfD werden, sofern es bis dahin keine bessere Alternative gibt.
17 war die Wahl eine emotionale Kurzschlussreaktion, 21 war sie taktisch geprägt und das wird sie bedauerlicherweise vermutlich auch 25 sein.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 13:42:22
Ja, und so wird jeder seine Gründe haben, ein zweites, ein drittes Mal AfD zu wählen. Das ist ja meine  Kernaussage gewesen: wer einmal AfD gewählt hat, wird das auch, warum auch immer, ein weiteres Mal tun. Es sei denn, er erkennt, wie gefährlich die AfD ist. Und einem AfD-Wähler das zu verklickern, halte ich persönlich für ein aussichtsloses Unterfangen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 11.Februar 2024, 14:12:42
Moderationshinweis

Wir beschäftigen uns intern mit der Situation und werden uns sehr zeitnah zurückmelden. Vorerst schließen wir den Thread, um die Ruhe wahren zu können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 11.Februar 2024, 16:35:15
Administrativer Hinweis

Immer wieder debattieren wir intern darüber, ob wir politische Diskussionen zulassen sollen oder nicht. Auch nach mehrfacher Schließung von früheren Threads, in denen die Stimmung letztlich eskalierte, haben wir uns stets dazu entschieden, diesen Schritt nicht zu gehen. Und wollt ihr wissen, warum wir es nicht tun? Weil der politische Diskurs lohnt und weil ein Fußballforum zwar auf den ersten Blick nicht der richtige Ort zu sein scheint, denn Politik hat ja nichts im Stadion verloren. Richtig? Nein. Es ist ohne Zweifel richtig, dass sich Sportler in erster Linie sportlich betätigen sollen. Dennoch sind sie mehr als nur bezahlte Sportler. Sie haben Reichweite, sie haben Vorbildcharakter und der Volkssport Fußball verdeutlicht das. Daher ist es wichtig, dass wir genau zuschauen, was Sportler tun und ob sie sich zu Problemen der Weltgeschichte positionieren und über ihren Tellerrand hinausblicken können oder ob sie nur in ihrer Bubble leben und ihnen das Schicksal ihrer Fans am Allerwertesten vorbeigeht.

Dieser kleine Exkurs bringt mich zurück zu unserem Forum und diesem Thread. In einem Fußballforum sind Menschen unterschiedlichster Couleur, Herkunft und mit teils sehr kontroversen Ansichten. Daher prallen hier zum Teil Welten aufeinander, wenn es um das eigene Team und die Ansichten bezüglich der gegnerischen Mannschaft geht. Dass es dennoch dabei gesittet zugeht, ist nicht zuletzt unserer Userschaft zu verdanken, die meist besonnen schreibt und nicht direkt die Heugabeln und Fackeln hervorholt, wenn etwas mal gegen die eigene Ansicht geht. Daher glauben wir auch weiterhin daran, dass ein Diskurs über Themen außerhalb des Fußballkosmos gewinnbringend sein kann. Ihr seid Teil des Meistertrainerforums geworden, weil ihr den Austausch mit uns kennen und schätzen gelernt habt. Ihr seid Teil der Community geworden, weil hier nicht gesichtslose Avatare ihre Dreizeiler hinrotzen, sondern Menschen mit spannenden Geschichten hinter jedem User stehen. Besinnt euch dieser Werte, die unser Forum stark machen.

Eines muss ich auch klar sagen: Wir wollen keine Menschen ausschließen, aber wer offen unseren Forenregeln zuwiderläuft, muss damit rechnen, sanktioniert zu werden. Ich muss zudem nochmals in aller Dringlichkeit daran appellieren, persönliche Unterstellungen zu unterlassen. Wir nehmen eure Bedenken als Forengemeinschaft ernst, aber denkt daran: Hüben wir drüben sitzen jeweils Menschen am Endgerät. Schreibt eure Beiträge daher so, als würdet ihr euch in einem tatsächlichen Gespräch befinden. Lasst euch nicht unnötig provozieren und greift im Zweifelsfall auf die "Moderator informieren" Funktion zurück, um Streit zu schlichten. Übrigens kann es teilweise auch nicht schaden, sich direkt an einen User zu wenden per PN, wenn man das Gefühl hat, etwas wurde anders intendiert. Ein klärendes Gespräch kann helfen, den eigenen Horizont und den Horizont anderer Benutzer zu erweitern.

In diesem Sinne hoffen wir, dass wir hier wieder ein gesittetes Maß an Diskussionen ermöglichen können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 11.Februar 2024, 16:59:44
Hoffe, einer meiner Beiträge hatte nicht dazu beigetragen, etwas zu eskalieren.

Rein rational, ich lasse jetzt mal den Braunfaktor weitestgehend außen vor: Die AfD ist für mich auch so unwählbar. Ich verurteile niemanden, der's trotzdem tut. Ich glaube, mein alter Chef tuts auch. Hatte das Thema schon oft, dass es eigentlich schon seit Jahrzehnten Nachhaltigkeitskontrollen für Politik braucht. Weil der Anreiz mittlereilwe klar sichbtar immer war, kurzfristig für sich Stimmen aktivieren zu müssen. INvestitionen, Reformen (Rente, Pflege, Digital, Energie Bildung...), das regelt schon wer anders. Die Staatsverschuldung auch.

Die AfD macht genau da weiter. Bloß in einer Karikatur davon.

Sie diffamiert gerne Entwicklungshilfen als "Geschenke für die Welt" -- der Stammtisch in Eberswalde johlt, China (alleine Hunderte Milliarden mittlerweile nach Afrika) gefällt das.

Sie kritisiert nicht nur die Klimapolitik. Sie leugnet jeglichen menschlichen Einfluss auf den Wandel. Obwohl es nur wenige Wissenschaftler gibt, die ihn noch ablehnen. Das ist wie ein Publikumsjoker bei Jauch, der die 99% auf Antwort A ignoriert und die 1% auf Antwort B einloggt. Ginge es um rationale Politik statt um plumpe Stimmungsmache, würden Politiker persönlich für eventuelle Fehler haften müssen, die AfD würde das niemals tun.

Sie attackiert nicht nur die Migrationspolitik. Sie predigt in weiten Teilen Ethnopluralismus. Das ist die pseudointellektuelle Version des alten "Ausländer raus!", was auf ihren Veranstaltungen auch unverhohlen zum Ausdruck kommt. Und macht Deutschland für qualifzierte Fachkräfte noch unattraktiver, als es sowieso schon ist. Mit dem Grundgesetz unvereinbar ist es übrigens auch.


Das Geld, das sie hier kurzfristig einspart, investiert sie in ein plumpes "Germany first!". Was nichts anderes heißt als: Wählt uns! Wir haben schöne Wahlgeschenke im Hier und Jetzt für euch. Die Zukunft? Drauf g'schissn. Wir regieren JETZT! Genau solche Kurzsichtigkeit hat uns viele unserer heutigen Probleme beschert (nie bis zu spät reformierte Rente, Pflege, Bildung, Energie...)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 11.Februar 2024, 19:19:03
@Viking: Nur weil ein AfD-Wähler zwischendurch mal was anderes wählt, heißt das noch lange nicht, dass er den Absprung geschafft hat. Bestes Beispiel ist hier White. 17 AfD, 21 was anderes, 25 wird schon wieder an die AfD gedacht, weil wohlriechendster Haufen Scheiße (oder hatte ich das mit 17 und 21 falsch verstanden?).
Die Politik der anderen Parteien hat sich ja seitdem auch nicht groß verändert sondern ist eher noch mehr nach links gerückt.

Apropos Färbung: Da gabs zuletzt eine Studie. Natürlich von der AfD umgedeutet und von den Machern korrigiert. https://www.derwesten.de/politik/linksdrall-ard-zdf-oeffentlich-rechtliche-studie-bild-zeitung-medien-id300828155.html

Interessant fand ich, dass die Grünen sogar ziemlich schlecht wegkamen (über alle Parteien wurde überwiegend ausgeglichen bis negativ berichtet laut Studie).

Die Studie habe ich neulich auch gesehen, ich verstehe da die Relevanz beim Vergleich mit den privaten Medien nicht. Die Ausgangslage da ist ja durch die Finanzierung, Ausrichtung und Auftrag schon eine ganz Andere.
Ist ja mit ein Hauptkritikpunkt an den öffentlich-rechtlichen, bei z.B TAZ oder Bild wäre es mir grundsätzlich ganz egal was die schreiben und wie schief da die Politische Berichterstattung ist, ich muss die ja nicht bezahlen.

"Eine Studie soll dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einen Linksruck bescheinigen. Doch eigentlich zeigt sie das Gegenteil!"
Kann ich in der Studie selbst auch nicht finden, wenn jeweils da z.B für SPD 31% und Grünen 21% positiver Berichterstattung rauskommen und bei Union und AfD 12 bzw. 3%.
Auch könnte eine Bewertung darüber ja eher nicht nur über Erfassung der Berichterstattung über Parteien erfolgen sondern man müsste die auch Politische Ausrichtung der Formate und beteiligten Personen analysieren, ich bin mir ziemlich sicher,dass man da beispielsweise keinen Youtube oder Instagram Kanal finden wird der Positiv gegenüber der AfD ausgerichtet oder von Menschen im ähnlichen politischen Bereich Moderiert wird.Union keine Ahnung aber ein Konservatives Format fällt mir gerade nicht ein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 19:25:45
@Viking: Nur weil ein AfD-Wähler zwischendurch mal was anderes wählt, heißt das noch lange nicht, dass er den Absprung geschafft hat. Bestes Beispiel ist hier White. 17 AfD, 21 was anderes, 25 wird schon wieder an die AfD gedacht, weil wohlriechendster Haufen Scheiße (oder hatte ich das mit 17 und 21 falsch verstanden?).
Die Politik der anderen Parteien hat sich ja seitdem auch nicht groß verändert sondern ist eher noch mehr nach links gerückt.

Dieser Logik nach müsste ich ja, sobald die Politik nach rechts rückt, DKP wählen.
Es ist ja nicht so, dass es außer extremistisch zu wählen nicht auch noch die Möglichkeit gibt, gar nicht zu wählen.
Wenn mich keine Partei anspricht, wähle ich genau diese: keine.
Wenn mich die AfD am meisten anspricht, obwohl sie extremistisch ist, dann sollte ich meinen Kompass ausrichten.
Und wenn ich eine extremistische Partei dazu gebrauche, den anderen Parteien eins auszuwischen, hab ich wohl in Geschichte nicht aufgepasst.

Letzterer Satz bezieht sich übrigens hierauf:

Zitat
In der Reichstagswahl März 1933 gewann die NSDAP vor allem aus dem Reservoir der bisherigen Nichtwähler, teilweise auch aus dem Potential der Protestwähler.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hitlers_Wähler

Man kann natürlich sagen, dass man das nicht ernst nimmt und die AfD ein solches Potenzial nicht hat und die schon nicht so weit gehen würde wie sie angekündigt hat.

Man kann aber auch sagen, dass man es darauf lieber nicht ankommen lassen möchte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 11.Februar 2024, 19:45:06
@Viking: Nur weil ein AfD-Wähler zwischendurch mal was anderes wählt, heißt das noch lange nicht, dass er den Absprung geschafft hat. Bestes Beispiel ist hier White. 17 AfD, 21 was anderes, 25 wird schon wieder an die AfD gedacht, weil wohlriechendster Haufen Scheiße (oder hatte ich das mit 17 und 21 falsch verstanden?).
Die Politik der anderen Parteien hat sich ja seitdem auch nicht groß verändert sondern ist eher noch mehr nach links gerückt.

Die der Grünen ist meines Erachtens eher nach rechts gerückt.
Dass die Grünen die EU-Asylreform mitgehen, wäre vor ein paar Jahren sicher undenkbar gewesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 19:55:11
@Viking: Nur weil ein AfD-Wähler zwischendurch mal was anderes wählt, heißt das noch lange nicht, dass er den Absprung geschafft hat. Bestes Beispiel ist hier White. 17 AfD, 21 was anderes, 25 wird schon wieder an die AfD gedacht, weil wohlriechendster Haufen Scheiße (oder hatte ich das mit 17 und 21 falsch verstanden?).
Die Politik der anderen Parteien hat sich ja seitdem auch nicht groß verändert sondern ist eher noch mehr nach links gerückt.

Die der Grünen ist meines Erachtens eher nach rechts gerückt.
Dass die Grünen die EU-Asylreform mitgehen, wäre vor ein paar Jahren sicher undenkbar gewesen.

Einer der Gründe, warum ich meinen Plan, in die Partei einzutreten, aktuell wieder verworfen habe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Februar 2024, 21:17:45
Ihr habt jetzt echt White "entmachtet", weil Joe rumgeheult hat? Und mir wirft der Kindergarten vor O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 11.Februar 2024, 21:18:49
Zitat
Es ist ja nicht so, dass es außer extremistisch zu wählen nicht auch noch die Möglichkeit gibt, gar nicht zu wählen.
Wenn mich keine Partei anspricht, wähle ich genau diese: keine.

Wenn das dein einziger vernünftiger Vorschlag zu einer Alternative gegen eine Stimme dieser Partei ist, können Wir uns die Demokratie in diesem Land auch sparen.

Ich bin klar der Meinung - Wer nicht wählt, der solle hinterher nicht urteilen.

Letzten Endes entscheidet eben das Volk. Und diese Entscheidung wurde von der vorherigen Politik geebnet. Und bei allem Respekt, wer dazu aufruft eines der wichtigsten Rechte in unserem Land nicht wahr zu nehmen, nur weil einem die Ansichten des Anderen nicht passen, der solle sich selber mal hinterfragen ob dies der demokratischen Ordnung und Sinnhaftigkeit gerecht wird.

Aber Verurteilung & Denunzierung war schon immer leichter als konstruktiv Lösungen zu erarbeiten bzw. aufzuzeigen. Gerade in Zeiten, in denen die eigens gewählte Politik selbst den Karren gegen die Wand fährt, bleiben vernünftige Argumente gegen solche Parteien und eventuell für Andere natürlich rar gesät.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 11.Februar 2024, 21:26:58
Ihr habt jetzt echt White "entmachtet", weil Joe rumgeheult hat? Und mir wirft der Kindergarten vor O0

Nein, wir haben White nicht entmachtet, weil Joe rumgeheult hat.

Aber Verurteilung & Denunzierung war schon immer leichter als konstruktiv Lösungen zu erarbeiten bzw. aufzuzeigen. Gerade in Zeiten, in denen die eigens gewählte Politik selbst den Karren gegen die Wand fährt, bleiben vernünftige Argumente gegen solche Parteien und eventuell für Andere natürlich rar gesät.

Nun ja. Hältst Du denn von dem Argument nichts, dass man eben keine Partei wählt, deren Agenda Rassismus und Abschaffung demokratischer Grundregeln ist? Wie viel mehr braucht es denn Deiner Meinung nach?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 11.Februar 2024, 21:30:22
Ich gehe da mit Zockerbit mit. Das Wahlrecht ist nicht umsonst ein Grundrecht und sollte auch ernstgenommen werden. Ich halte es daher ebenfalls mit der Devise "Wer nicht zur Wahl gegangen ist, hat auch kein Recht, sich über Politik zu beschweren". Deshalb ist eine Nichtwahl für mich keine Alternative. Im Zweifel wählt man die Partei, die den eigenen Interessen und dem Allgemeinwohl vermutlich am besten dienen wird. Bevor ihr mich persönlich fragt, nein, für mich ist die AfD aufgrund deren Grundsätze und Ansichten vieler Mitglieder keine Alternative für Deutschland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 22:01:28
Zitat
Es ist ja nicht so, dass es außer extremistisch zu wählen nicht auch noch die Möglichkeit gibt, gar nicht zu wählen.
Wenn mich keine Partei anspricht, wähle ich genau diese: keine.

Wenn das dein einziger vernünftiger Vorschlag zu einer Alternative gegen eine Stimme dieser Partei ist, können Wir uns die Demokratie in diesem Land auch sparen.

Ich bin klar der Meinung - Wer nicht wählt, der solle hinterher nicht urteilen.

Letzten Endes entscheidet eben das Volk. Und diese Entscheidung wurde von der vorherigen Politik geebnet. Und bei allem Respekt, wer dazu aufruft eines der wichtigsten Rechte in unserem Land nicht wahr zu nehmen, nur weil einem die Ansichten des Anderen nicht passen, der solle sich selber mal hinterfragen ob dies der demokratischen Ordnung und Sinnhaftigkeit gerecht wird.

Aber Verurteilung & Denunzierung war schon immer leichter als konstruktiv Lösungen zu erarbeiten bzw. aufzuzeigen. Gerade in Zeiten, in denen die eigens gewählte Politik selbst den Karren gegen die Wand fährt, bleiben vernünftige Argumente gegen solche Parteien und eventuell für Andere natürlich rar gesät.

Wenn die einzige Alternative zum Nichtwählen ist, eine demokratiefeindliche Partei zu wählen, kann die Sorge um die Demokratie in diesem Land nicht so groß sein.

@Rossi: du traust mir wesentlich mehr Einfluss zu als ich habe und haben möchte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 11.Februar 2024, 22:08:46

Zitat
Nun ja. Hältst Du denn von dem Argument nichts, dass man eben keine Partei wählt, deren Agenda Rassismus und Abschaffung demokratischer Grundregeln ist? Wie viel mehr braucht es denn Deiner Meinung nach?

Ich halte nichts davon zu sagen - Man solle besser gar nicht wählen, bevor man die Stimme der Partei gibt, die der breiten Gesellschaft ein Dorn im Auge ist. Denn Demokratie bedeutet nämlich genau Das, dass es eben die Möglichkeit gibt, von der gesellschaftlichen Norm abzuweichen, wenn diese ``angeboten`` wird. Andernfalls könnten wir jegliche Parteien, außer den Altgedienten, abschaffen und wie in den USA nur noch zweigleisig fahren und die Wahl zwischen Pest & Cholera anbieten.

Wenn ich von der FDP, CDU, oder AFD überzeugt bin, dann hat das meinen Nachbar, oder mein Gegenüber nur wenig zu interessieren, denn letzten Endes bestimmt die Masse der Stimmen die Kräfteverhältnisse. Und wenn Parteien wie die AFD urplötzlich erstarken, sollte man die Probleme zuerst woanders suchen, und nicht bei den Wählern. Denn wenn von den 20%, die der AFD momentan nachgesagt werden, 80% vor 5 bis 10 Jahren noch bei den Parteien ihr Kreuz gesetzt haben, die momentan vorgeben das Beste für das Land zu sein, dann ist es einfach nicht korrekt  nun den Großteil der AFD-Wähle radikalisieren zu wollen. Und ich finde es bedenklich, wie hart hier diese Menschen in eine Ecke und von Oben herab, abgestempelt werden. Im Endeffekt auch genau das, was man der AFD vorhalten mag.

Denn wenn es danach geht könnte man auch mal darüber debattieren wie minderbemittelt & verblendet man sein muss, wenn man weiterhin seine Stimme bei den Parteien setzt, die einen Kanzler stellen, der Heute nicht mehr weiß was Er gestern von sich gegeben hat und öfters ein respektloses Verhalten dem eigenen Volk entgegenwirft, der wiederum eine Außenministerin installiert, die in 100.000 Kilometer entfernte Länder reist und Deutschland im Krieg mit Russland betitelt, ganz zu schweigen von einem Wirtschaftsminister, der mit der Wirtschaft genauso viel am Hut hat, wie Ich mit Raumfahrt-Ingenieurwesen.

Auch wenn ich solch Verhaltensweisen nicht mit Rechtsextremismus gleichsetzen will, aber wenn ich Rechts keine Stimmen geben will, dann ist genau Das, die falsche & unprofessionellste Art &  Herangehensweise, und aus meiner Sicht einfach nur Dummheit der momentanen Regierung/Politik, diese so erstarken zu lassen, sodass eigentlich human gerichtete Menschen, über sowas hinwegsehen würden.

Das größte Problem liegt jedoch darin, dass Keiner weiß zu was die AFD wirklich im Stande wäre, aber jeder weiß, was die momentan & vergangenen regierenden Parteien geleistet haben.

Zitat
Im Zweifel wählt man die Partei, die den eigenen Interessen und dem Allgemeinwohl vermutlich am besten dienen wird.

Und genau Das sollten hier einige eventuell mal lernen zu respektieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.Februar 2024, 22:11:49
Zum Wahlrecht: So pauschal kann man das nicht sagen, finde ich. Ja, das Wahlrecht ist in einer Demokratie ein essenzielles Recht und sollte wahrgenommen werden. Gleichwohl kann auch das Nichtwählen eine aktive und valide Entscheidung sein. Nämlich dann, wenn man unter den sich zur Wahl stellenden Optionen keine passende findet. Ist der Nichtwähler-Anteil entsprechend hoch, kann auch das als Zeichen des Protests gewertet werden. Dass ein Nichtwähler sich nicht mehr an politischen Diskussionen beteiligen soll, halte ich ebenfalls für Quatsch. Und wenn die Alternative heißt, eine Partei zu wählen, die bewusst keine Abgrenzung zum demokratiefeindlichen Rechtsextremismus vornimmt, sondern mit diesem kokettiert, und von der relevante Teile schlicht rechtsextrem sind, dann sollte es für einen Demokraten eigentlich klar sein, lieber nicht zu wählen. Was ist das überhaupt für eine verquere Logik, @Zockerbit? Wer dafür plädiert lieber nicht zu wählen, als eine Partei zu wählen, die in relevantem Ausmaß und in wichtigen Positionen Verfassungs- und Demokratiefeinde in ihren Reihen hat, soll "sich selber mal hinterfragen ob dies der demokratischen Ordnung und Sinnhaftigkeit gerecht wird". Bitte was? ???

Aber Verurteilung & Denunzierung war schon immer leichter als konstruktiv Lösungen zu erarbeiten bzw. aufzuzeigen. Gerade in Zeiten, in denen die eigens gewählte Politik selbst den Karren gegen die Wand fährt, bleiben vernünftige Argumente gegen solche Parteien und eventuell für Andere natürlich rar gesät.
Bitte bediene hier nicht den Opfermythos, insbesondere da das faktisch einfach nicht haltbar ist. Lies dir den Thread seit dem ersten Post zum Correctiv-Bericht noch einmal durch, du wirst da ausreichend sachliche Argumente gegen eine Wahl der AfD finden. Auch solche, die rein über das Thema Rechtsextremismus hinausgehen. Daher: Bleibe in Zukunft bei der Wahrheit, anstatt anderen Verurteilung und Denunzierung vorzuwerfen.

Edit:
Denn wenn es danach geht könnte man auch mal darüber debattieren wie minderbemittelt & verblendet man sein muss, wenn man weiterhin seine Stimme bei den Parteien setzt [...]
Beim ersten Mal hab ich gedacht, du hast dich einfach unglücklich ausgedrückt. Beim zweiten Mal ist es kein Zufall: Du beschwerst dich einerseits, man würde hier AfD-Wähler radikalisieren - was keiner tut, nicht mal Joe, der hier am härtesten argumentiert, behauptet, alle AfD-Wähler seien Radikale -, andererseits bezeichnest du die Wähler anderer Parteien als minderbemittelt und verblendet. Auch hier: Fass dich an die eigene Nase, bevor du andere so harsch kritisierst. Und achte auf deine Wortwahl.

Zitat
Im Zweifel wählt man die Partei, die den eigenen Interessen und dem Allgemeinwohl vermutlich am besten dienen wird.

Und genau Das sollten hier einige eventuell mal lernen zu respektieren.
Wer genau respektiert was genau nicht? Bitte nenne Ross und Reiter. Es wird hier von zahlreichen Usern sehr vehement gegen die AfD argumentiert - verbunden mit zahlreichen Belegen, die die Verbindungen dieser Partei ins rechtsextreme Milieu belegen. Wir reden hier von Extremisten, Rassisten und Verfassungsfeinden, die sich in großer Anzahl in der Partei tummeln und Einfluss ausüben.

Und dann missverstehst du etwas: Dieses Forum ist kein Ort für alle beliebigen Meinungen und es ist auch keine Demokratie, dieses Forum steht für etwas. Extremismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit haben hier keinen Platz. Und wer Extremisten, Rassisten und Verfassungsfeinden das Wort redet, ist hier komplett fehl am Platz, der kann sich woanders austoben!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 22:17:29
@Daim: Zustimmung. Das Wahlrecht ist das RECHT, zu WÄHLEN. Das schließt auch das Recht (bzw die Wahl) ein, nicht zu wählen. Und das sollte tatsächlich respektiert werden.

@Zockerbit: die AfD ist aber nunmal keine Partei, die nur „von der Norm abweicht“. Das sieht auch der Verfassungsschutz so.

@Octa: warum ich, wenn ich nicht wähle, kein Recht mehr habe, zu meckern, das musst du mir nochmal erklären. Ich dachte, auch das wäre ein Grundrecht? Ich kann doch auch wenn ich nicht gewählt habe unzufrieden mit der Politik sein. Ich will doch nur keine Extremisten wählen müssen. :(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 11.Februar 2024, 22:42:06
Zitat
Bitte bediene hier nicht den Opfermythos, insbesondere da das faktisch einfach nicht haltbar ist. Lies dir den Thread seit dem ersten Post zum Correctiv-Bericht noch einmal durch, du wirst da ausreichend sachliche Argumente gegen eine Wahl der AfD finden. Auch solche, die rein über das Thema Rechtsextremismus hinausgehen. Daher: Bleibe in Zukunft bei der Wahrheit, anstatt anderen Verurteilung und Denunzierung vorzuwerfen.

Ich benutze hier keinen Opfermythos oder dergleichen. Es ist auch wirklich lobenswert wenn man gut recherchierte Informationen anbietet bzw. darüber genauer aufklären will, wie gewisse Parteien handeln/werben. Eventuell ist es falsch ausgedrückt wenn man sagt, es wurden keine Argumente geliefert um von der AFD abzusehen, das ist mein Missgeschick. Jedoch habe ich ein Problem damit die Wähler dieser Partei als verloren, uneinsichtig, oder minderwertiger als Andere darzustellen, wenn man bedenkt das ein nicht gerade kleiner Teil dieser Wählerschaft, keine radikal verblendeten Menschen sind. Und die Wahrheit ist, das genau Das hier passiert. Problematisch ist, dass solches Verhalten dann diese ``Jetzt erst Recht``-Mentalität auf den Plan ruft und dem rechten Gedankengut immer mehr Bühne geboten wird.

Ich werde mich an dieser Stelle soweit auch ausklinken. Denn in dieser Thematik gibt es nur verhärtete Fronten die kaum Spielraum für gegenteilige Meinungen zulassen, auch wenn es gut ist, dass dieser Thread weiter betrieben wird, ist es verschwendete Mühe, konstruktiv & verständnisvoll zu diskutieren, sofern man eine andere Meinung pflegt. Zum Schluss kann ich nur sagen - Wenn man die AFD klein halten will, ist Ignoranz & Verachtung, einen Großteil der Wähler gegenüber der falsche Weg. Und ich hoffe auf einer Seite, dass man dies in Zukunft nicht schmerzlich lernen werden muss. Mit Blick auf die jetzige Politik, schwindet die Hoffnung aber stetig mehr.

Bleibt weiterhin alle gesund.


Zitat
Beim ersten Mal hab ich gedacht, du hast dich einfach unglücklich ausgedrückt. Beim zweiten Mal ist es kein Zufall: Du beschwerst dich einerseits, man würde hier AfD-Wähler radikalisieren - was keiner tut, nicht mal Joe, der hier am härtesten argumentiert, behauptet, alle AfD-Wähler seien Radikale -, andererseits bezeichnest du die Wähler anderer Parteien als minderbemittelt und verblendet. Auch hier: Fass dich an die eigene Nase, bevor du andere so harsch kritisierst. Und achte auf deine Wortwahl.

 ;) :angel:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 22:52:13
Ich weiß nicht, von wem das kommt, aber in einem hat die Person unrecht: ich behaupte nicht, dass alle AfD-Wähler Radikale sind. Ich behaupte, dass alle AfD-Wähler wissentlich und billigend eine extremistische Partei wählen, und dass man sie (und das ist meine persönliche Meinung), durch gut zureden nicht wird davon abbringen können. Und dass man deshalb auch gegen alle AfD-Wähler klare Kante zeigen muss. Ich hatte gehofft, dass das aus den letzten Beiträgen klar wurde. Leider nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.Februar 2024, 22:57:23
Ich werde mich an dieser Stelle soweit auch ausklinken. Denn in dieser Thematik gibt es nur verhärtete Fronten die kaum Spielraum für gegenteilige Meinungen zulassen, auch wenn es gut ist, dass dieser Thread weiter betrieben wird, ist es verschwendete Mühe, konstruktiv & verständnisvoll zu diskutieren, sofern man eine andere Meinung pflegt. Zum Schluss kann ich nur sagen - Wenn man die AFD klein halten will, ist Ignoranz & Verachtung, einen Großteil der Wähler gegenüber der falsche Weg. Und ich hoffe auf einer Seite, dass man dies in Zukunft nicht schmerzlich lernen werden muss. Mit Blick auf die jetzige Politik, schwindet die Hoffnung aber stetig mehr.

Bleibt weiterhin alle gesund.

Ich werde mich nur kurz hierzu äußern, für alles Andere fehlt mir jetzt die Energie, denn - ich bin offen und ehrlich - für mich war das zuletzt hier eine arge Belastung. Was ich sagen wollte: Ich finde, der allergrößte Teil der User diskutiert hier konstruktiv und bemüht sich auch, eigene Aussagen zu belegen, um sie nachvollziehbar zu machen. Auch braucht niemand Angst haben, wegen seiner Meinung sanktioniert zu werden oder ähnliches - klar, es gibt Grenzen (siehe meinen vorherigen Post), aber wer sich in diesen bewegt, ist fein. Natürlich sieht man sich vielleicht einer Mehrheit anderer Meinungen gegenüber, das kann passieren, da nunmal ein Großteil der User, die im Thread posten, tendenziell eher links zu Hause ist. Wenn man mit dem ein oder anderen User nicht klar kommt (oder mit dessen Diskussionsstil), dann diskutiert man halt nicht mehr mit dem, sondern mit denen, die nach eigenem Empfinden konstruktiv unterwegs sind. Niemand zwingt einen, mit allen Usern zu diskutieren, die hier posten. Außerdem gibt es die Ignore-Funktion und man kann Beiträge melden, wenn man der Meinung ist, dass die über die Stränge schlagen.

Schönen Abend noch und gute Nacht! Ich klinke mich jetzt auch aus (Bleibt brav, sonst kommt der Chef! ;))
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.Februar 2024, 23:04:32
ist es verschwendete Mühe, konstruktiv & verständnisvoll zu diskutieren, sofern man eine andere Meinung pflegt.

Wobei das dann wieder Joe zustimmt, dass man nach seiner Aussage nicht mit AFDlern diskutieren muss. Wenn es hier schon verschwendete Mühe ist, dann trifft das auf die tatsächliche Substanz auf jeden Fall zu. Alles nicht so einfach.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 23:07:07
Tatsächlich kommt meine Meinung ja nicht von irgendwoher, Dragonfox. Ist nicht so, dass ichs nicht probiert hätte, wie auch schon in einem früheren Beitrag erwähnt: hier gibt es viele, die ihr Wahlverhalten offen demonstrieren. Ich bin sozusagen desillusioniert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 11.Februar 2024, 23:07:56
Dieser Logik nach müsste ich ja, sobald die Politik nach rechts rückt, DKP wählen.
Es ist ja nicht so, dass es außer extremistisch zu wählen nicht auch noch die Möglichkeit gibt, gar nicht zu wählen.
Wenn mich keine Partei anspricht, wähle ich genau diese: keine.
Wenn mich die AfD am meisten anspricht, obwohl sie extremistisch ist, dann sollte ich meinen Kompass ausrichten.
Und wenn ich eine extremistische Partei dazu gebrauche, den anderen Parteien eins auszuwischen, hab ich wohl in Geschichte nicht aufgepasst.
Ich sehe da auch die anderen Parteien in der Verantwortung, es wird eine politische Neausrichtung oder Alternative Richtung gewünscht und die sollte da Angeboten werden,wenn es an einem linken Angebot fehlen würde würde es auch auf eine Stärkung der linken Extreme hinauslaufen.
Die AfD profitiert aber auch davon das es sonst keine große keine Opposition gibt. Vor der letzten Bundestagswahl hatten wir 6 größere Parteien, 3 sind jetzt in der Regierung,die Union hat vorher 16 Jahre lang regiert, die Linke geht unter, bleibt die AfD. Darum würde ich es sehr wichtig finden,das die Union glaubhaft weiter in die Mitte-rechts rückt und dann auch in dem Stil nach der nächsten Wahl regiert um die Lücke zu schließen,Vertrauen aufzubauen und dann wieder AfD Wähler abzuholen.
Es geht da auch nicht um einen Kompass,die Menschen haben Probleme, werden nicht ernstgenommen und reagieren dann entsprechend.
Nur der Hinweis auf Rechtsextremismus funktioniert da einfach nicht mehr, gerade auch wenn dann der Rest einfach weiter macht wie vorher und keine Veränderung ankommt.
Ein "die darfst du aber nicht wählen" ist zu einfach wenn man gleichzeitig keine Lösung anbietet.
Zum Vergleich da mal der Hinweis auf die USA und wo wir vielleicht irgendwann landen werden, die Argumente könnte man ebensogut alle gegen Trump bringen, trotzdem wird der von zig Millionen Menschen gewählt, inzwischen erreicht man aus seiner Wählerschaft auch keinen mehr.
Zitat
Letzterer Satz bezieht sich übrigens hierauf:

Zitat
In der Reichstagswahl März 1933 gewann die NSDAP vor allem aus dem Reservoir der bisherigen Nichtwähler, teilweise auch aus dem Potential der Protestwähler.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hitlers_Wähler

Man kann natürlich sagen, dass man das nicht ernst nimmt und die AfD ein solches Potenzial nicht hat und die schon nicht so weit gehen würde wie sie angekündigt hat.

Man kann aber auch sagen, dass man es darauf lieber nicht ankommen lassen möchte.
Nazi Vergleiche sind mMn eher kontraproduktiv, erstmal gibt es da noch genug Unterschiede und es ist eine Überhöhung und Übertreibung die eher Menschen wegtreibt als etwas aufzulösen. Der Hinweis auf die Nichtwähler ist da aber doch ganz interessant, weil ich mir vorstellen könnte,dass sich viele einfach kein Interesse für Politik haben, irgendwann genervt sind und die schweigende Mehrheit dann vielleicht nicht auf der Seite ins Gewicht fällt auf der es einige erwarten.

Die der Grünen ist meines Erachtens eher nach rechts gerückt.
Dass die Grünen die EU-Asylreform mitgehen, wäre vor ein paar Jahren sicher undenkbar gewesen.
Da zählt ja eher was am Ende dabei rauskommt, die Regierung hat ja auch ein angeblich schärferes Migrationsrecht und einfachere Abschiebungen angestoßen, dazu gibt es dann aber auch wieder Kritik der Union und AfD,So haben die Grünen durchgesetzt, den Leuten erstmal einen Anwalt zu stellen was auch wieder Abschiebungen erschweren wird.
https://www.zeit.de/news/2024-01/18/faeser-verteidigt-gesetz-fuer-einfachere-abschiebungen
Gleichzeitig erteilt man dann aber 103k Visa für den Familiennachzug.
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/neuer-hochststand-erreicht-2023-wurden-130000-visa-zum-familiennachzug-erteilt-11189008.html
Sonst hast du Recht, die Grünen haben sich da schon bewegt, es ist wahrscheinlich nur nicht in dem Maße merkbar das es einen Ausschlag geben würde und man steht da trotzdem noch relativ weit links.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.Februar 2024, 23:16:11
Tatsächlich kommt meine Meinung ja nicht von irgendwoher, Dragonfox. Ist nicht so, dass ichs nicht probiert hätte, wie auch schon in einem früheren Beitrag erwähnt: hier gibt es viele, die ihr Wahlverhalten offen demonstrieren. Ich bin sozusagen desillusioniert.

Ich meinte das gar nicht auf dich bezogen. Ich kann das nachvollziehen. Während Corona wurden auch Viele müde gegen Querdenker an zu diskutieren. Ich kann auch die Meinung von Zockerbit nachvollziehen in der Sache nachvollziehen.

Ich meinte das darauf bezogen, dass Zockerbit vertritt, dass man immer mit der Gegenseite reden sollte. Aber er ist jetzt raus, weil hier die Diskussion mit der Gegenseite vergebene Liebesmühe sei. Das entbehrt einer gewissen Ironie.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 11.Februar 2024, 23:17:50

Wenn ich von der FDP, CDU, oder AFD überzeugt bin, dann hat das meinen Nachbar, oder mein Gegenüber nur wenig zu interessieren, denn letzten Endes bestimmt die Masse der Stimmen die Kräfteverhältnisse.

Und hier haben wir ein Problem, denn ich empfinde immer noch so etwas wie einen gesellschaftlichen Auftrag: jedes Mitglied einer Gesellschaft hat die Pflicht, diese zum allgemeinen Menschenwohl mitzugestalten und, wenn nötig, gegen anderslautende Strömungen zu verteidigen. Allgemeines Menschenwohl, universale Menschenrechte, die Würde des Menschen, Barmherzigkeit - das sind Grundsätze, nach denen diese Gesellschaft leben sollte. Eine AfD tritt an mit Werten, die eklatant dagegen verstoßen. Die Partei arbeitet dabei mit subversiven Methoden, Fake News, vorgetäuschten Überfällen und sonstigen Unwahrheiten. Nein, wenn in meiner Umgebung diese Partei auftritt, habe ich die Pflicht, dagegen mit den Werten, die mir meine obige Definition vorgibt vorzugehen. Es geht dabei nicht darum, einzelne geforderte Inhalte zu verdammen. Im Gegenteil: ich bin durchaus ebenfalls dafür, die Migrationspolitik genauer unter die Lupe zu nehmen und Straftäter hier sehr viel restriktiver zu behandeln. Aber ich wähle die Partei deshalb nicht nur nicht, ich lehne sie trotzdem ab.

Edit: habe gerade Notdienst, sehr anstrengend, und ich habe für mein Posting geschlagene 30 Minuten gebraucht. Sorry, falls ich also der Grundstimmung hinterherhinke (und wieder klingelt es an der Tür...), aber mein Punkt war mir doch zu wichtig, um ungesagt zu bleiben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 11.Februar 2024, 23:18:26
@Viking: ohne diesen Vergleich wüssten wir gar nicht, was eine solche Partei im worst case anrichten kann. Er ist deshalb sehr wohl valide, meiner Meinung nach, vor allem, wenn sich eine solche Partei ähnlicher Mittel bedient (das Schüren von Hass, Fremdenfeindlichkeit und Opfermythen), um politische Macht zu erlangen.

Übrigens, um Hennings Punkt aufzunehmen: ich habe gar kein Problem damit, Straftäter (damit meine ich nicht den kleinen Taschendieb, sondern Gewaltverbrecher) in ihr Heimatland zurückzuführen. Sofern ihr Leben dadurch nicht in Gefahr ist, sprich, die Todesstrafe droht, oder sie andersartiger unmenschlicher Bestrafung ausgesetzt wären.

@Henning: puh, ich kenne die Notdienste bzw 24-Stunden-Dienste von meinem Schwiegervater. Wünsche dir viel Durchhaltevermögen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 12.Februar 2024, 03:16:28
Ich weiß nicht, von wem das kommt, aber in einem hat die Person unrecht: ich behaupte nicht, dass alle AfD-Wähler Radikale sind. Ich behaupte, dass alle AfD-Wähler wissentlich und billigend eine extremistische Partei wählen

Das glaube ich nicht mal. Siehe Chrupalla bei Lanz. Der konnte nicht nur Parteipropaganda betreiben. Lanz ließ ihn sogar "Rechtsextremismus" definieren, unwidersprochen. Es gab nicht mal ein Husten im Publikium Für Chrupalla war Gewalt die Grenze, die "rote Linie". Nun: Allzu viele Politiker, die nachts Asylantenheime anzünden, auf Judengräber pinkeln oder Migranten vergewaltigen, hat die Partei in der Tat nicht vorzuweisen (es wäre sowieso politischer Selbstmord, das nützliche Bild des netten Nazis kaputt).

Dabei ist Extremismus viel weiter gefasst. Er umfasst etwa den von weiten Teilen der Partei gepredigten Ethnopluralismus, "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!" in pseudointellektuell verpackt (hatte ich schon mal). Den predigen natürlich auch die angeschlossenen Netzwerke (IB), mit denen die Verbindung wohl sehr viel enger ist schon lange, als es in den Köpfen der Leute drin ist.


Der harte Wählerkern ist sowieso nicht abholbar. Die AfD hat sich längst ihre Medien- und Kommunikationsparallelwelt erschaffen. Instagram, Tiktok, Neurechte Alternativkanäle, usw. Da steckt auch Widerspruch drin: Einerseits beschwert sie sich zwar, dass die Berichterstattung in anderen Medien nicht ausgeglichen wäre. Andererseits profitiert sie enorm davon, dass sie ihre eigenen Kanäle durch die "Systempresse"-Narrative aufwerten kann. Jedenfalls: Dort wird durch die Bank verbreitet, andere Parteien machten mit Vorsatz schlechte Politik, also mit voller Absicht (Weidels "Diese Regierung HASST DEUTSCHLAND" in einer Kommunikationsstrategie). Die Medien steckten da auch mit drin. Und on top kommen dann noch die Theorien vom "Great Reset" usw, die dann auch mit da reingewoben werden. Auch da steckten alle unter einer Decke. Einzige Lösung für alles: AfD. Wer das schluckt, wäre nur noch mit Aussteigerprogrammen abholbar. Klingt wirr? Gerne mal Nutzerkommentare in entsprechenden Kanälen lesen. Da ist weder mit Politk noch mit Argumenten noch mit irgendwas machbar.

Man könnte jetzt argumentieren: Wenn es Deutschland besser ginge, wäre das trotzdem eindämmbar. Durchaus. Nur: Schaut euch eure privaten Beziehungen an, eure Lebensläufe, eure Konten, AKtienmärkte, was auch immer: Das Leben ist keine einzige Aufwärtsbewegung. Es ist eine Geschichte der Aufs und Abs. Es gibt immer wieder Krisen. Mitunter gar längere. Und solche Parteien werden die immer wieder zu bespielen wissen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.Februar 2024, 07:10:37
Dieser Logik nach müsste ich ja, sobald die Politik nach rechts rückt, DKP wählen.
Es ist ja nicht so, dass es außer extremistisch zu wählen nicht auch noch die Möglichkeit gibt, gar nicht zu wählen.
Wenn mich keine Partei anspricht, wähle ich genau diese: keine.
Wenn mich die AfD am meisten anspricht, obwohl sie extremistisch ist, dann sollte ich meinen Kompass ausrichten.
Und wenn ich eine extremistische Partei dazu gebrauche, den anderen Parteien eins auszuwischen, hab ich wohl in Geschichte nicht aufgepasst.
Ich sehe da auch die anderen Parteien in der Verantwortung, es wird eine politische Neausrichtung oder Alternative Richtung gewünscht und die sollte da Angeboten werden,wenn es an einem linken Angebot fehlen würde würde es auch auf eine Stärkung der linken Extreme hinauslaufen.
Die AfD profitiert aber auch davon das es sonst keine große keine Opposition gibt. Vor der letzten Bundestagswahl hatten wir 6 größere Parteien, 3 sind jetzt in der Regierung,die Union hat vorher 16 Jahre lang regiert, die Linke geht unter, bleibt die AfD. Darum würde ich es sehr wichtig finden,das die Union glaubhaft weiter in die Mitte-rechts rückt und dann auch in dem Stil nach der nächsten Wahl regiert um die Lücke zu schließen,Vertrauen aufzubauen und dann wieder AfD Wähler abzuholen.
Es geht da auch nicht um einen Kompass,die Menschen haben Probleme, werden nicht ernstgenommen und reagieren dann entsprechend.
Nur der Hinweis auf Rechtsextremismus funktioniert da einfach nicht mehr, gerade auch wenn dann der Rest einfach weiter macht wie vorher und keine Veränderung ankommt.
Ein "die darfst du aber nicht wählen" ist zu einfach wenn man gleichzeitig keine Lösung anbietet.
Zum Vergleich da mal der Hinweis auf die USA und wo wir vielleicht irgendwann landen werden, die Argumente könnte man ebensogut alle gegen Trump bringen, trotzdem wird der von zig Millionen Menschen gewählt, inzwischen erreicht man aus seiner Wählerschaft auch keinen mehr.

In erster Linie liegt die Verantwortung beim Wähler. Sorry, ich kann die Wahl einer rechtsextremen Partei* nicht damit entschuldigen, dass die anderen etablierten Parteien scheiße sind. Ich kann diese Partei nur wählen, wenn mir der Rechtsextremismus egal ist oder ich das als nicht so relevant erachte. Beides ist mindestens mal ethisch fragwürdig. Es gibt genug demokratische Wahlangebote und würden mehr Menschen diese auch wahrnehmen, anstatt aus Protest Blaubraun zu wählen, würden wir über ganz andere Dinge reden, möglicherweise über eine Zerfaserung der Parteienlandschaft, weil es zu viele Parteien mit 5-6% gäbe. Ich bleibe dabei: Als überzeugter Demokrat ist die AfD unwählbar. Wähle ich sie dennoch, habe ich mir entweder die Partei nicht gut genug angeschaut, in Geschichte nicht aufgepasst oder schlicht kein Problem damit, mein Kreuz bei einer rechtsoffenen Partei zu setzen und damit ein merkwürdiges Demokratieverständnis.

Gleichwohl stimme ich dir zu: Der Hinweis auf den Rechtsextremismus allein reicht nicht mehr aus und die Lösungsangebote anderer Parteien sind nicht befriedigend. Übrigens für so ziemlich alle Menschen im Land. Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit gibt es ja über das gesamte Spektrum hinweg in bedeutsamem Umfang. Nur ist das halt auch Teil des demokratischen Prozesses: Kompromisse aushandeln. In der Ampel haben wir von Anfang an einen Grundsatzkonflikt zwischen Grünen und SPD auf der einen, und FDP auf der anderen Seite. Das führt zu mehr Kompromissen, teilweise faulen Kompromissen, und damit zum Gefühl, dass es eh egal ist, wo ich mein Kreuz setze. Die Union macht kein wirkliches Angebot, hat keine Vision für die Zukunft des Landes. Das ist alles richtig. Solange das Angebot also nicht besser wird, bleibt die Nachfrage unbefriedigt. Aufgabe der Politik ist aber übrigens nicht, der Wählerstimmung hinterherzulaufen und sich in Beliebigkeit zu verlieren, das war das große demokratische Missverständnis von Merkel. Politische Parteien sollten für etwas stehen und (rational) begründen können, warum sie das für richtig halten. Und genau das fehlt doch aktuell: Rational und nachvollziehbar begründete Positionen und Visionen, zwischen denen man sich als Wähler entscheiden kann. Und wenn es sie gibt, dringen sie nicht ausreichend zur Masse der Bevölkerung durch.

*Oder, um den Minimalkonsens hier zu bedienen, den ich nicht teile: Einer Partei, die Rechtsextremismus in großem Ausmaß in den eigenen Reihen bewusst duldet und keine Abgrenzung vornimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 12.Februar 2024, 12:18:02
@Octa: warum ich, wenn ich nicht wähle, kein Recht mehr habe, zu meckern, das musst du mir nochmal erklären. Ich dachte, auch das wäre ein Grundrecht? Ich kann doch auch wenn ich nicht gewählt habe unzufrieden mit der Politik sein. Ich will doch nur keine Extremisten wählen müssen. :(
Nun, natürlich haben Leute ein Demonstrationsrecht und das will ich auch niemandem absprechen, allerdings verstehe ich Nichtwähler in dieser Hinsicht nicht. Gerade wenn sie unzufrieden sind, sollten sie abstimmen. Wenn gerade keine Wahlen anstehen, kann man sich ja entsprechend engagieren. Oder man schreibt einmal seinen Bundestagsabgeordneten an, um ein persönliches Anliegen loszuwerden. Oder man bringt sich vor Ort in der Kommune ein (oder unterstützt andere, wenn das die eigene Zeit nicht erlaubt).
Was ich jedoch dann erlebe und sehe, sind Leute, die nicht wählen und sich dann darüber beklagen, dass die Regierung schlecht sei. Die Erkenntnis ist nicht gerade bahnbrechend, aber was haben Nichtwähler getan, um die Situation zu verbessern? Eben. Nichts. Daher haben sie sehr wohl das Recht, zu demonstrieren. Aber so zu tun, als gäbe es keine wählbaren demokratischen Alternativen, das ist schlichtweg zu einfach gedacht.

Und dazu noch, auch wenn du darauf nicht mehr eingehen wolltest:
Das größte Problem liegt jedoch darin, dass Keiner weiß zu was die AFD wirklich im Stande wäre, aber jeder weiß, was die momentan & vergangenen regierenden Parteien geleistet haben.

Zitat
Im Zweifel wählt man die Partei, die den eigenen Interessen und dem Allgemeinwohl vermutlich am besten dienen wird.

Und genau Das sollten hier einige eventuell mal lernen zu respektieren.

Ja sicher, ich glaube an das System der freien, geheimen und fairen Wahl. Ich stelle das nicht infrage und respektiere die abgegebenen Stimmen. Aber was bei diesem Diskurs wohl untergeht, ist die Frage, inwiefern die AfD in der Lage zu sein scheint, eigenen Interessen und dem Allgemeinwohl zu dienen. "What about Dreck am Stecken bei den Altparteien?" Das ist mir nicht egal und ich bin genauso genervt davon, dass aktuelle und ehemalige Regierungsparteien unsoziale Politik betrieben, Vetternwirtschaft begünstigt und in Fettnäpfchen am laufenden Band zu treten scheinen. Aber diese Parteien stehen nicht zu Teilen unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz oder fordern unverhohlen Dinge, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sind. Das macht sie per Definition zu wählbaren Parteien, die sich dem Wohlergehen des deutschen Staates verpflichtet fühlen.
Liest man sich durch, für wen die AfD Politik konkret machen will, fragt man sich, warum Leute ihnen ihre Stimme geben wollen, die ihnen gar keine Vorteile einbringen werden, ergo ob diese ihren persönlichen Interessen entgegenkommen.

Und ja, dann kommt wieder der Einwand, dass Wahlprogramme so haltbar sind wie das Brot von gestern. Es ist vollkommen zutreffend, dass Wahlversprechen so gut wie nie eingehalten werden und an Realpolitik und Koalitionspartnern scheitern. Aber wenn Wahlversprechen ethische und humanistische Grundwerte untergraben, muss man sich schon fragen, ob die AfD wirklich das Allgemeinwohl im Blick hat. Die AfD unter Bernd Lucke hatte das vielleicht noch, aber die AfD heute ist eine deutlich andere als die von 2013.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 12.Februar 2024, 12:30:28
@Octa: warum ich, wenn ich nicht wähle, kein Recht mehr habe, zu meckern, das musst du mir nochmal erklären. Ich dachte, auch das wäre ein Grundrecht? Ich kann doch auch wenn ich nicht gewählt habe unzufrieden mit der Politik sein. Ich will doch nur keine Extremisten wählen müssen. :(
Nun, natürlich haben Leute ein Demonstrationsrecht und das will ich auch niemandem absprechen, allerdings verstehe ich Nichtwähler in dieser Hinsicht nicht. Gerade wenn sie unzufrieden sind, sollten sie abstimmen. Wenn gerade keine Wahlen anstehen, kann man sich ja entsprechend engagieren. Oder man schreibt einmal seinen Bundestagsabgeordneten an, um ein persönliches Anliegen loszuwerden. Oder man bringt sich vor Ort in der Kommune ein (oder unterstützt andere, wenn das die eigene Zeit nicht erlaubt).
Was ich jedoch dann erlebe und sehe, sind Leute, die nicht wählen und sich dann darüber beklagen, dass die Regierung schlecht sei. Die Erkenntnis ist nicht gerade bahnbrechend, aber was haben Nichtwähler getan, um die Situation zu verbessern? Eben. Nichts. Daher haben sie sehr wohl das Recht, zu demonstrieren. Aber so zu tun, als gäbe es keine wählbaren demokratischen Alternativen, das ist schlichtweg zu einfach gedacht.

Eben. Das meine ich ja. WENN das Argument wirklich ist, dass ich von KEINER der zig demokratischen Alternativen vertreten werde, dann wähle ich doch lieber gar nicht als extremistisch.

Das ist aber ein Strohmann, denn mir kann keiner erzählen, dass er mit keiner der vielen demokratischen Alternativen Überschneidungen hätte.

Wählt er dann doch AfD, dann völlig bewusst.

Und da sind wir dann schon wieder bei meiner Kernaussage (auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen): alle AfD-Wähler wählen wissentlich und billigend eine rechtsextreme Partei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 12.Februar 2024, 12:38:26
Und da sind wir dann schon wieder bei meiner Kernaussage (auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen): alle AfD-Wähler wählen wissentlich und billigend eine rechtsextreme Partei.

Rechtsextreme sind für viele glatzköpfige Nazihorden, die Ausländer verprügeln. Plus Politiker, die sich klar hinter so was stellen (selbst Provokanten wie Gauland sprach gerne mal von "Idioten"). Solche würden erheblich weniger wählen. Chrupalla hatte das wohl sehr clever bei Jauch bedient auch, dieses Bild. Rechtextremismus = was mit Gewalt. Natürlich unwidersprochen.

Es scheint schlicht nicht angekommen, wo die AfD die Grenzen überschreitet. Es scheint auch gar nicht mehr so klar, was überhaupt Rechtsextremismus bedeutet. Auch da zündet die AfD ja gerne Nebelkerzen: "Ist der Bürger unbequem, ist er plötzlich rechtsextrem."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Februar 2024, 12:52:56
Es scheint schlicht nicht angekommen, wo die AfD die Grenzen überschreitet. Es scheint auch gar nicht mehr so klar, was überhaupt Rechtsextremismus bedeutet. Auch da zündet die AfD ja gerne Nebelkerzen: "Ist der Bürger unbequem, ist er plötzlich rechtsextrem."

Was aber auch wieder Opferrolle ist. Das ist natürlich nicht belegbar: Aber ich würde stark vermuten, dass der durchschnittliche AFD Wähler wesentlich häufiger anmerkt, dass "man x und y nicht sagen dürfe, sonst ist man direkt rechtsextrem", als das er tatsächlich als rechtsextrem benannt wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Februar 2024, 13:00:05
Selbst im linken Berlin konnten die Neonazis viele Stimmen gewinnen, wenn man nur die Wiederholungswahl betrachtet: https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/wahl-wiederholung-bundestag-2024-berlin-karte-historische-ergebnisse-wahlkreisergebnisse-stimmbezirke/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 12.Februar 2024, 20:18:26
Sachsen. Aber normal.

(https://i.imgur.com/pER8bUMl.png)

#LÜGENPRESSE
#GREATRESET
#KLIMAKOMMUNISMUS


IB, Sellner, Kubitschek, Kaiser, Elsässer, Ladig et all gefällt das.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 13.Februar 2024, 08:20:28
Aber bitte, da kann doch die AfD nichts dafür!!  :blank:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 13.Februar 2024, 20:30:21
@Viking: ohne diesen Vergleich wüssten wir gar nicht, was eine solche Partei im worst case anrichten kann. Er ist deshalb sehr wohl valide, meiner Meinung nach, vor allem, wenn sich eine solche Partei ähnlicher Mittel bedient (das Schüren von Hass, Fremdenfeindlichkeit und Opfermythen), um politische Macht zu erlangen.
Da hast du schon recht, nur muss man sich eben anschauen wie nützlich das in einer Debatte ist, der Vergleich ist da mMn zu angreifbar weil es eher unrealistisch ist, dass es sich in die gleiche Richtung entwickelt. Höcke ist nicht Hitler,wir haben nicht 1933, die Zustände der Zeit sind nicht mit heute vergleichbar und die AfD ist nicht die NSDAP, wird entsprechend wahrscheinlich auch nicht verboten werden.
Ich finde es gibt auch so genug zu kritisieren,macht Ki Guardiola da schon ganz gut, und die von dir angesprochenen Punkte sind ja trotzdem valide und können kritisiert werden ohne unbedingt den Vergleich zu ziehen.

Zitat
Übrigens, um Hennings Punkt aufzunehmen: ich habe gar kein Problem damit, Straftäter (damit meine ich nicht den kleinen Taschendieb, sondern Gewaltverbrecher) in ihr Heimatland zurückzuführen. Sofern ihr Leben dadurch nicht in Gefahr ist, sprich, die Todesstrafe droht, oder sie andersartiger unmenschlicher Bestrafung ausgesetzt wären.
Da werden die Sichtweisen wahrscheinlich auch sehr weit auseinander gehen,"Leben dadurch nicht in Gefahr" kann streng oder auch sehr schwammig ausgelegt werden bis man gar keinen mehr abschieben könnte. Wenn man beispielsweise mal Syrien nimmt, der IS ist weitgehend besiegt, der Bürgerkrieg eigentlich vorbei und das land in Gebiete eingeteilt die jeweils zum Großteil von Assad/der Regierung und den Kurden,dann einige von der Türkei und von mit den USA verbündeten Kräften kontrolliert werden, trotzdem ist die thoretische Gefahr immernoch vorhanden und wird wahrscheinlich nie ganz verschwinden. Wie beurteilt man die Lage da also? Ist es in Ordung Menschen nach Syrien abzuschieben? Ergibt sich daraus dann das der Asylgrund nicht mehr besteht und man den Status jeden Syrers in Deutschland überprüfen müsste? In dem ZDF Interview mit Bernd Baumann das White neulich gepostet hatte spricht der das auch an, scheint aus AfD Sicht so zu sein.
https://www.zdf.de/nachrichten-sendungen/zdf-morgenmagazin/afd-baumann-100.html
Gerade mal nach "Urlaub in Syrien" gesucht,unter der Reiswarnung für Deutsche werden auch wirklich einige Urlaubsreisen angeboten.

Allgemein wird die Vorstellung die einige Menschen mit der Aufnahme von Asylsuchenden haben sich oft von der Realität unterscheiden,die werden denken,dass es ein begrenzter Zeitraum, 1-2 Jahre, ist und kein Daueraufenthalt.

In erster Linie liegt die Verantwortung beim Wähler. Sorry, ich kann die Wahl einer rechtsextremen Partei* nicht damit entschuldigen, dass die anderen etablierten Parteien scheiße sind. Ich kann diese Partei nur wählen, wenn mir der Rechtsextremismus egal ist oder ich das als nicht so relevant erachte. Beides ist mindestens mal ethisch fragwürdig. Es gibt genug demokratische Wahlangebote und würden mehr Menschen diese auch wahrnehmen, anstatt aus Protest Blaubraun zu wählen, würden wir über ganz andere Dinge reden, möglicherweise über eine Zerfaserung der Parteienlandschaft, weil es zu viele Parteien mit 5-6% gäbe. Ich bleibe dabei: Als überzeugter Demokrat ist die AfD unwählbar. Wähle ich sie dennoch, habe ich mir entweder die Partei nicht gut genug angeschaut, in Geschichte nicht aufgepasst oder schlicht kein Problem damit, mein Kreuz bei einer rechtsoffenen Partei zu setzen und damit ein merkwürdiges Demokratieverständnis.
Das sind dann die Gründe warum du nicht AfD wählen würdest, kann ich nachvollziehen, wir haben aber schon 20% der Wähler die das eher nicht so stört oder es anders sehen weil deren Lebenswirklichkeit komplett anders ist als deine oder unsere,da geht es dann eher um eine konkrete Lösung als darum eine Hürde aufzubauen die ein ziemlicher Teil der Leute eh nicht mehr einhält.

Natürlich hast du da auch recht, als Wähler sollte man sich sehr genau anschauen was man wählt,nur ist es bei einigen eher so,dass es da eher nur um eine Richtung geht als bewusst um Parteien, darum ist es auch völlig egal was die AfD gerade macht oder sagt, Hauptsache sie würden es anders machen als die anderen.
Bei Protestwahlen ja sowieso, die AfD hat im Bund keine realistische Chance auf eine Mehrheit, wird auch ein Grund sein.

Grundsätzlich bin ich da aber der Meinung das jeder in einem demokratischen System das wählen sollte was er will und Parteien, je extremer sie werden,automatisch aussortiert werden weil deren Ideen und Pläne so irrational sind,dass sie einfach keine Mehrheiten oder auch die nötigen 5% hinter sich versammeln können.
Darum sehe ich auch einen Teil der Botschaft die von den Demos gegen rechts ausgeht kritisch weil die da mMn auch ins undemokratische abrutschen, dieses "wir sind die Demokraten" "wir sind mehr" sagt ja eigentlich nichts anderes aus, als das von da bestimmt wird, was demokratisch ist und zu sein hat und die anderen eben keine Demokraten sind, dazu könnte ich mir vorstellen das mit dem "Willen der Mehrheit" auch Gesetze beschlossen werden die für Beobachtungen usw. sorgen und die irgendwann vielleicht auch mich treffen könnten.
Das hinterlässt bei mir ein sehr ungutes Bauchgefühl und ich kann mir schon vorstellen,dass einige da erst recht AfD wählen werden.

Dabei habe ich sonst gar nichts gegen die Demos,ich finde die Signale auch wichtig,gerade auch in Gegenden in denen es nicht nur "Gratismut" braucht um daran teilzunehmen, weil da auch Neonazis und andere in der Mehrzahl sind.  Dagegen stehen dann solche Geschichten wie der Angriff auf den jüdischen Studenten um den sich anscheinend keiner kümmert, schon schwierig.

Zu den Wahlangeboten, gibt es diese Angebote im Moment wirklich? Ich habe bei den letzten Wahlen kleine Parteien gewählt die es nicht in den Bundestag geschafft haben und auch nie schaffen werden, Stimme verschenkt. Die etablierten Pateien und Medien tun auch nicht viel um denen eine Chance zu geben, siehe den "Sonstige" Balken bei Umfragen, die AfD wurde damals Medial massiv angeschoben, da wurde gewarnt, ständig saß irgendeiner von denen in Talkshows, bis die sich wirklich festgesetzt hatten, die Parteien,die durch die Leute gegründet wurden die abgesprungen sind,von Lucke oder Petry, kennt hingegen keiner.


Gleichwohl stimme ich dir zu: Der Hinweis auf den Rechtsextremismus allein reicht nicht mehr aus und die Lösungsangebote anderer Parteien sind nicht befriedigend. Übrigens für so ziemlich alle Menschen im Land. Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit gibt es ja über das gesamte Spektrum hinweg in bedeutsamem Umfang. Nur ist das halt auch Teil des demokratischen Prozesses: Kompromisse aushandeln. In der Ampel haben wir von Anfang an einen Grundsatzkonflikt zwischen Grünen und SPD auf der einen, und FDP auf der anderen Seite. Das führt zu mehr Kompromissen, teilweise faulen Kompromissen, und damit zum Gefühl, dass es eh egal ist, wo ich mein Kreuz setze. Die Union macht kein wirkliches Angebot, hat keine Vision für die Zukunft des Landes. Das ist alles richtig. Solange das Angebot also nicht besser wird, bleibt die Nachfrage unbefriedigt. Aufgabe der Politik ist aber übrigens nicht, der Wählerstimmung hinterherzulaufen und sich in Beliebigkeit zu verlieren, das war das große demokratische Missverständnis von Merkel. Politische Parteien sollten für etwas stehen und (rational) begründen können, warum sie das für richtig halten. Und genau das fehlt doch aktuell: Rational und nachvollziehbar begründete Positionen und Visionen, zwischen denen man sich als Wähler entscheiden kann. Und wenn es sie gibt, dringen sie nicht ausreichend zur Masse der Bevölkerung durch.

*Oder, um den Minimalkonsens hier zu bedienen, den ich nicht teile: Einer Partei, die Rechtsextremismus in großem Ausmaß in den eigenen Reihen bewusst duldet und keine Abgrenzung vornimmt.
Schon ein guter Punkt, man muss Kompromisse machen,das gehört zur Politik dazu aber man sollte sich auch nicht zu sehr verbiegen. Würde z.B die FDP für das stehen für das viele sie gewählt haben würden einige Wähler nicht so in der Luft hängen, ich meine White hatte ja auch geschrieben das er eigentlich FDP Wähler ist. Theoretisch sollten die ja auch ein gutes Gegengewicht zu den Grünen sein und man hätte erwarten können das die sich eigentlich ganz gut ergänzen, durchgesetzt hat man sich aber gefühlt sehr und zu selten.
Ich vermute mal man hat sich da einfach auf die Signale aus den Medien eingestellt die ja immer schnell mit dem "FDP blockiert" Stempel ankommen, zuletzt ja auch wieder mit dem Lieferkettengesetz bei dem man ja eigentlich auch schon wieder mit einem einknicken der FDP rechnet. Die Grünen mussten sich zwar auch etwas bewegen aber es hat ihnen weitaus weniger geschadet.
Vielleicht sollte Lindner sich mal an seinen"Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren" Spruch erinnern.  :P

Passend dazu habe ich gestern auch Meinungen von ehemaligen FDP Leuten gesehen
https://www.focus.de/politik/deutschland/liberale-in-der-krise-lindners-rede-vor-den-bauern-hat-mich-schockiert-drei-ehemalige-erzaehlen-warum-die-fdp-nicht-mehr-ihre-partei-ist_id_259658957.html?poc=0.016768652888819346
https://twitter.com/berlindirekt/status/1756713967982870699

Selbst im linken Berlin konnten die Neonazis viele Stimmen gewinnen, wenn man nur die Wiederholungswahl betrachtet: https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/wahl-wiederholung-bundestag-2024-berlin-karte-historische-ergebnisse-wahlkreisergebnisse-stimmbezirke/
Die eine AfD Kandidatin hat sogar mehr Stimmen geholt als vorher obwohl die gerade in U Haft sitzt.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/birgit-malsack-winkemann-afd-kandidatin-in-u-haft-legt-bei-wiederholungswahl-in-berlin-zu-a-befbfa6f-743d-41fa-b087-f24b5b22f203
Nebenbei finde ich die Berichterstattung über die Wahl schon reichlich komisch, hatte voher einen Bericht gesehen,dass nicht mehr groß mit Änderungen gerechnet wird und es deshalb keinen großen Wahlkampf gegeben hat, durch die niedrige Wahlbeteiligung verlieren dann trotzdem Abgeordnete ihren Sitz.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Februar 2024, 21:42:20
Nebenbei finde ich die Berichterstattung über die Wahl schon reichlich komisch, hatte voher einen Bericht gesehen,dass nicht mehr groß mit Änderungen gerechnet wird und es deshalb keinen großen Wahlkampf gegeben hat, durch die niedrige Wahlbeteiligung verlieren dann trotzdem Abgeordnete ihren Sitz.

Das ist nur individuell gesehen doof für die die rausgeflogen sind. Die wurden einfach ersetzt mit Personen aus anderen Landesverbänden. Aus 4 Politikern der SPD, FDP und Linken wurden 4 Politiker der gleichen Partei aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Einen großen Wahlkampf für einen so kleinen prozentualen Anteil an der Bevölkerung wäre echt seltsam gewesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 13.Februar 2024, 22:41:57
Keinen großen Wahlkampf aber doch ainen Aufruf wählen zu gehen,vielleicht habe ich davon aber auch zu wenig mitbekommen und in der Stadt selbst war vielleicht mehr los. Die FDP hat auch einen Sitz im Bundestag verloren.
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw06-wiederholungswahl-berlin-989202
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Februar 2024, 23:00:29
Keinen großen Wahlkampf aber doch ainen Aufruf wählen zu gehen,vielleicht habe ich davon aber auch zu wenig mitbekommen und in der Stadt selbst war vielleicht mehr los. Die FDP hat auch einen Sitz im Bundestag verloren.
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw06-wiederholungswahl-berlin-989202

Oh stimmt. Ich habe das völlig falsch gelesen.  :angel:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Februar 2024, 08:04:13
In erster Linie liegt die Verantwortung beim Wähler. Sorry, ich kann die Wahl einer rechtsextremen Partei* nicht damit entschuldigen, dass die anderen etablierten Parteien scheiße sind. Ich kann diese Partei nur wählen, wenn mir der Rechtsextremismus egal ist oder ich das als nicht so relevant erachte. Beides ist mindestens mal ethisch fragwürdig. Es gibt genug demokratische Wahlangebote und würden mehr Menschen diese auch wahrnehmen, anstatt aus Protest Blaubraun zu wählen, würden wir über ganz andere Dinge reden, möglicherweise über eine Zerfaserung der Parteienlandschaft, weil es zu viele Parteien mit 5-6% gäbe. Ich bleibe dabei: Als überzeugter Demokrat ist die AfD unwählbar. Wähle ich sie dennoch, habe ich mir entweder die Partei nicht gut genug angeschaut, in Geschichte nicht aufgepasst oder schlicht kein Problem damit, mein Kreuz bei einer rechtsoffenen Partei zu setzen und damit ein merkwürdiges Demokratieverständnis.
Das sind dann die Gründe warum du nicht AfD wählen würdest, kann ich nachvollziehen, wir haben aber schon 20% der Wähler die das eher nicht so stört oder es anders sehen weil deren Lebenswirklichkeit komplett anders ist als deine oder unsere,da geht es dann eher um eine konkrete Lösung als darum eine Hürde aufzubauen die ein ziemlicher Teil der Leute eh nicht mehr einhält.

Natürlich hast du da auch recht, als Wähler sollte man sich sehr genau anschauen was man wählt,nur ist es bei einigen eher so,dass es da eher nur um eine Richtung geht als bewusst um Parteien, darum ist es auch völlig egal was die AfD gerade macht oder sagt, Hauptsache sie würden es anders machen als die anderen.
Bei Protestwahlen ja sowieso, die AfD hat im Bund keine realistische Chance auf eine Mehrheit, wird auch ein Grund sein.
Das sehe ich anders. Extremismus ist immer Mist, es sei denn meine Lebenswirklichkeit ist Extremismus. Nochmal: Wir reden hier von Rechtsextremisten, Rassisten, Verfassungsfeinden und Faschisten. Von Antidemokraten. Und die soll ich demokratisch wählen, weil ich mit den etablierten Parteien unzufrieden bin? Das ist in sich schon ein eklatanter Widerspruch. Wenn ich eine Partei wähle, die sich davon ganz bewusst nicht abgrenzt, sondern im Gegenteil, die beständige Provokation und anschließende Selbstverharmlosung hegt und pflegt wie ihr liebstes Kind, dann muss ich davor schon beide Augen ganz fest verschließen. Und das ist ethisch fragwürdig, in dem Punkt gibt es für mich nichts zu deuteln. Wir reden hier von Leuten, die die Würde eines Menschen von seiner Herkunft abhängig machen (von Sexualität, Religion etc. ganz zu schweigen). Das widerspricht fundamental den universellen Menschenrechten und wenn die nicht mehr Grundkonsens in unserer Gesellschaft sind, haben wir ein echtes Problem.

Die Frage ist doch eher: Warum ist das so? Warum haben die Leute kein Problem mit diesem unübersehbaren Rechtsextremismus? Fehlt das Verständnis? Fehlt das historische Wissen? Glaubt man der Erzählung, dass Extremismus erst mit Gewalt anfange?

Grundsätzlich bin ich da aber der Meinung das jeder in einem demokratischen System das wählen sollte was er will und Parteien, je extremer sie werden,automatisch aussortiert werden weil deren Ideen und Pläne so irrational sind,dass sie einfach keine Mehrheiten oder auch die nötigen 5% hinter sich versammeln können.
Darum sehe ich auch einen Teil der Botschaft die von den Demos gegen rechts ausgeht kritisch weil die da mMn auch ins undemokratische abrutschen, dieses "wir sind die Demokraten" "wir sind mehr" sagt ja eigentlich nichts anderes aus, als das von da bestimmt wird, was demokratisch ist und zu sein hat und die anderen eben keine Demokraten sind, dazu könnte ich mir vorstellen das mit dem "Willen der Mehrheit" auch Gesetze beschlossen werden die für Beobachtungen usw. sorgen und die irgendwann vielleicht auch mich treffen könnten.
Das hinterlässt bei mir ein sehr ungutes Bauchgefühl und ich kann mir schon vorstellen,dass einige da erst recht AfD wählen werden.
Dem Grundsatz stimme ich zu, nur sieht man ja gerade, dass das mit dem Extremismus von Rechts eben nicht mehr funktioniert. Es juckt einen bedeutenden Teil der Wählerschaft offenbar nicht mehr, ob die AfD rechtsextrem ist oder nicht. Das liegt auch daran, dass die Abgrenzung fehlt, gerade von konservativen Parteien. Die betonen einerseits ihre Brandmauer, übernehmen aber andererseits Rhetorik und Narrative aus rechtsextremen Kreisen, um am rechten Rand zu fischen. Damit verschieben sie sukzessive die Grenze des Sagbaren und machen extremistische Redeweisen salonfähig. So wird Extremismus normalisiert. Und ironischerweise nützt es den Parteien nichts, weil die Leute dann doch lieber das Original wählen. Auf diese Weise verlieren wir als Gesellschaft auch ein Stück weit unseren moralischen Kompass.

Zu den Wahlangeboten, gibt es diese Angebote im Moment wirklich? Ich habe bei den letzten Wahlen kleine Parteien gewählt die es nicht in den Bundestag geschafft haben und auch nie schaffen werden, Stimme verschenkt. Die etablierten Pateien und Medien tun auch nicht viel um denen eine Chance zu geben, siehe den "Sonstige" Balken bei Umfragen, die AfD wurde damals Medial massiv angeschoben, da wurde gewarnt, ständig saß irgendeiner von denen in Talkshows, bis die sich wirklich festgesetzt hatten, die Parteien,die durch die Leute gegründet wurden die abgesprungen sind,von Lucke oder Petry, kennt hingegen keiner.
Natürlich gibt es diese Wahlangebote, man muss sie halt auch wählen. Wie gesagt, dann würden wir jetzt vielleicht darüber sprechen, dass wir mehrere 5%-Parteien haben und die Parteienlandschaft zersplittert. Kann man ebenfalls kritisch sehen, aber das ist noch lange nicht so kritisch, wie eine rechtsextreme Partei bei 20%. Dass die Stimme an eine Kleinpartei, die es nicht in den Bundestag schafft, verschenkt ist, sehe ich nicht so. Es bleibt trotzdem eine Stimme für die Demokratie und eine Stimme gegen die AfD. Insbesondere wenn ich eben vor der Wahl stehe, aus Protest eine demokratische Kleinpartei zu wählen oder die AfD. Da muss ich als überzeugter Demokrat doch gar nicht groß weiter nachdenken. Natürlich ist es frustrierend, wenn die eigene Wahl im Bundestag nicht repräsentiert wird. Verschenkt ist die Stimme deshalb aber nicht. Ich verstehe aber, dass man das anders sehen kann. Dass die AfD medial massiv gepusht wurde, stimmt. Sie haben es selbst aber auch einfach sehr geschickt gemacht und hatten finanzstarke Unterstützer an ihrer Seite, um das zu finanzieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Februar 2024, 12:09:41
Zu der ganzen Thematik bin ich auf einen hochinteressanten Artikel gestoßen, der das Ganze aus philosophisch-historischer Perspektive betrachtet. Dabei geht es unter anderem um die Vordenker der heutigen Rechtsextremen, Heidegger und Koselleck werden genannt, aber auch Carl Schmitt. Kernthese des Artikels: Die Zersetzung des demokratischen Diskurses ist keine Neuheit, sondern wurde - gerade von Intellektuellen - jahrelang übersehen, weil man eben jene Vordenker überhöht hat. Ich zitiere mal ein paar interessante Passagen, die dann vielleicht auch ein Stück weit erklären, wieso viele Menschen heutzutage offenbar kein großes Problem damit haben, eine rechtsextreme Partei zu wählen:
Zitat
Klare Begriffe und Widerlegung, Argumente, Logik und Vernunft seien also, so verkündet es Heidegger, Hindernisse des Denkens. Aber handelt es sich dabei nicht um unabdingbare Voraussetzungen des Philosophierens? Weshalb wurde der Widerspruch nicht gesehen, der darin besteht, dass Heidegger die Grundlagen des philosophischen Dialogs ablehnt und zugleich als philosophischer Klassiker gilt? [...]

Erst in den letzten Jahren wurde deutlich, dass sich Heideggers Kanonisierung in erheblichem Maße nicht-wissenschaftlichen Legitimationsfaktoren, Strategien und Taktiken, insbesondere der vorsätzlichen Täuschung, verdankt. Eine maßgebliche Rolle spielte dabei seine gezielt indirekte Ausdrucksweise, die sich politisch-rhetorischer Techniken wie des dog-whistlings – d. h. der verdeckten Sprache – und der plausible deniability – d. h. der Rechenschaftsvermeidung – bedient. [...] Heideggers Wirkungsgeschichte ist ein Paradebeispiel für Irreführung und für die Zerstörung kritischen Denkens auch und gerade unter Intellektuellen.

Zitat
„Wir Rechten“, so formuliert es heute Björn Höckes geistige Souffleuse Götz Kubitschek, „stürmen Sprach- und Denkblockaden“ und dadurch wird „das Unsagbare sagbar“. „Begriffe, Ideen und Narrative“ müssten „gezielt besetzt und umgedeutet werden“, so formuliert es der Neonazi Mario Müller. Gerd-Klaus Kaltenbrunner, rechtsradikaler Vordenker, formulierte das in den 1960er Jahren so: „Wer heute die Begriffe besetzt, übt morgen die Macht aus.“ Begriffsbesetzung und -umdeutung, Umkehr der Werte, Unterwanderung der Grundlagen kritischen Denkens – das sind wesentliche Aspekte rechtsradikaler metapolitischer Strategie zur Durchsetzung von Deutungshoheit im öffentlichen Raum.

Zitat
In Kritik und Krise übernimmt Koselleck einen zentralen Gedanken des ‚Kronjuristen des Dritten Reiches‘, Carl Schmitt, dass nämlich die Aufklärung die Epoche der geheimen und Chaos stiftenden Machenschaften der „kosmopolitischen Freimaurer“ sei. Im Jahrhundert der Aufklärung sei die Staatlichkeit auf Grund dieser Strippenzieher zersetzt worden. Die Waffe der freimaurerischen Verschwörer und Chaosstifter sei die ‚Geschichtsphilosophie‘, d. h. der Glaube an Fortschritt und Planbarkeit der Geschichte. In Kosellecks Augen ist die Französische Revolution kein Fortschritt, sondern eine unheilvolle Etappe in einem gezielt herbeigeführten und sich globalisierenden Bürgerkrieg.

Und jetzt kommt's:
Zitat
Kosellecks metapolitisches Geschick ermöglicht es heute den rechtsradikalen Vordenkern der AfD, sich auf ihn zu beziehen, wenn sie wider alle Wissenschaftlichkeit behaupten: „Für jeden, der sich auch nur ein bißchen mit der Historie beschäftigt hat, dürfte klar sein, daß der Geist der Verschwörung in ihr geradezu allgegenwärtig ist […] Die Französische Revolution und das Ende des Absolutismus wären ohne die konspirative Maulwurfsarbeit der Freimaurerei undenkbar gewesen.”

Zitat
Wesentlicher Bestandteil kulturhegemonialer Deutungskämpfe von rechts ist die Verzerrung der Ansichten des Feindes. Es gilt, ihn zu diskreditieren, anstatt seinen geistigen Positionen durch möglichst genaues Erfassen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Und nochmal zum Thema Diskursverschiebung:
Zitat
Den rechtsradikalen Weltanschauungskämpfern zufolge besteht kluges realpolitisches Verhalten im vorpolitischen Raum im „schwierigen und langwierigen Herüberziehen der für Mehrheiten unabdingbaren Mitte […] Auf dem mühsamen Weg dorthin [zur Macht] muß die mögliche Mehrheit an Vokabeln, Argumente, Grundlagen, Wertungen und Tabus gewöhnt werden, deren sie jahrzehntelang entwöhnt wurde. Die Neudeutung und Rekonstruktion der kaputten Begriffe und falschen Schlußfolgerungen muß dabei wie ein langsames Unterschieben organisiert werden“, so eine Formulierung, die sich in der rechtsextremistischen Zeitschrift Sezession nachlesen lässt.
Quelle: https://www.philomag.de/artikel/rechte-metapolitik (https://www.philomag.de/artikel/rechte-metapolitik)

Aber klar, wir können hier natürlich weiter wider besseren Wissens so tun, als sei die AfD ganz harmlos, ihre Netzwerke überschaubar und der Rechtsextremismus in ihr zu vernachlässigen. Wir können so tun, als wüssten wir von all dem nichts und als kümmere uns die Diskursverschiebung nicht weiter. Und wenn wir dann beim Kreuzchen setzen ganz fest die Augen schließen... dann wachen wir 1933 wieder auf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 14.Februar 2024, 12:47:02
Ich kann mit Philosophen nicht viel anfangen, weil ich viele davon für aufgeblasene Schwätzer halte, die sich selbst zu gerne reden hören, bei manchen allerdings lohnt es sich, genauer hinzuhören.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.Februar 2024, 23:35:15
Das sehe ich anders. Extremismus ist immer Mist, es sei denn meine Lebenswirklichkeit ist Extremismus. Nochmal: Wir reden hier von Rechtsextremisten, Rassisten, Verfassungsfeinden und Faschisten. Von Antidemokraten. Und die soll ich demokratisch wählen, weil ich mit den etablierten Parteien unzufrieden bin? Das ist in sich schon ein eklatanter Widerspruch. Wenn ich eine Partei wähle, die sich davon ganz bewusst nicht abgrenzt, sondern im Gegenteil, die beständige Provokation und anschließende Selbstverharmlosung hegt und pflegt wie ihr liebstes Kind, dann muss ich davor schon beide Augen ganz fest verschließen. Und das ist ethisch fragwürdig, in dem Punkt gibt es für mich nichts zu deuteln. Wir reden hier von Leuten, die die Würde eines Menschen von seiner Herkunft abhängig machen (von Sexualität, Religion etc. ganz zu schweigen). Das widerspricht fundamental den universellen Menschenrechten und wenn die nicht mehr Grundkonsens in unserer Gesellschaft sind, haben wir ein echtes Problem.

Die Frage ist doch eher: Warum ist das so? Warum haben die Leute kein Problem mit diesem unübersehbaren Rechtsextremismus? Fehlt das Verständnis? Fehlt das historische Wissen? Glaubt man der Erzählung, dass Extremismus erst mit Gewalt anfange?
Es geht mir nicht darum groß irgendein Weltbild zu verteidigen sondern eher um eine konkrete Lösung, der Wahlzettel wird später auch geheim ausgefüllt und jeder der davor steht hat dann auch das Recht sein Kreuz bei bei der AfD zu machen.Die Fakten sind da einfach,dass die AfD nicht als extremistisch und antidemokratisch (genug) eingestuft wird und ein Verbotsantrag wahrscheinlich nicht durchkommen würde. Es geht da auch nicht nur um die Partei, es ist ein Gesamtgesellschaftliches Problem wenn die bei 20% stehen und viele Leute lieber die wählen als eine Regierungspartei oder die Union. ein Verbotsantrag würde da nicht viel ändern weil die Wähler und die unzufriedenen Leute da nicht verschwinden oder im Gegenteil für noch mehr Ärger sorgen.
Die Partei sollte in dem Zustand und so zerstritten wie sie in den Positionen ist, da stehen wo die Linke jetzt ist und das würde sie auch, wenn man den Wählern etwas anderes anbieten würde.

Die Gründe warum die Lage so ist wie sie ist und warum gerade die AfD Stimmen holt werden je nach Person unterschiedlich sein und auch,andere Hintergründe haben, die Krisen,Corona, Russland spielen da stark mit rein aber auch Verschiebungen in der Politik.
Erstmal hat die AfD noch nie irgendwo regiert, so schlecht man sich das auch vorstellen mag, die können Versprechungen machen und Sachen erzählen ohne das man sie an praktischen Beispielen widerlegen oder festmachen könnte.
Grundsätztlich kann man auch sagen, dass der Staat erstmal auf der sicheren Seite ist wenn er die Grundbedürfnisse der Menschen abdeckt, also Essen und Wohnen bezahlbar halten den Menschen eine Perspektive für die Zukunft bieten,für Sicherheit sorgen, löst man das hat man schon mal einen Teil der Probleme beseitigt, dazu gehört dann auch Vertrauen das diese Dinge die Priorität sind und ich vermute mal das diese Wahrnehmung bei einigen wackelt und auf der anderen Seite,diese Probleme in der Poltik nicht erkannt werden.
Als Beispiel könnte man bei dem Punkt Habeck und sein Heizungsgesetz nehmen, schlecht bis gar nicht erklärt, mögliche Kosten von Sanierungen in einem System in dem Leute als Altersvorsorge in Häuser investiert und sich ihr Leben lang etwas aufgebaut haben, sich dann noch aus Teilen der Politik,Medien und einer regierungsfreundlichen Gruppe über Ängste wundern die daraus entstehen.

Ein anderer Punkt wäre das nicht annehmen oder ignorieren von Problemen, bestimmte Dinge werden Gesellschaftlich und von der Politik einfach ignoriert,nicht als Problem wahrgenommen oder bewusst überdeckt.
Als aktuelles Beispiel mal die Situation um Vernachlässigung und Radikalisierung im Migrantischen oder Islamisch/Islamistischen Milieu, dass es da Probleme gibt war schon seit Jahren bekannt, Leute die es angesprochen haben wurden zum Teil als Rassisten beschimpft,ausgegrenzt oder angefeindet, mit der Zeit werden solche Probleme aber größer,treten immer öfter auf und es sind mehr Menschen davon betroffen. Solche Themen sind dann relativ leicht für eine Partei wie die AfD aufzugreifen weil die, im Gegensatz zu den anderen, dieses selbstauferlegte ignorieren nicht mitmachen , natürlich geht es da dann auch eher in eine Richtung die man auch nicht haben will, nämlich daraus Vorurteile gegen alle Migranten und Muslime zu schüren. Trotzdem spricht man da eine Gruppe an die sonst nicht groß gehört wird.
https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_100242862/attacke-auf-tagesschau-sprecher-constantin-schreiber-zieht-reissleine.html
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Wenn-Lehrkraefte-verzweifeln-Die-IGS-Stoecken-schlaegt-Alarm,schule3414.html

Aus meiner Sicht wurde auch zu lange zu leichtfertig mit dem Stempel "rechts"oder auch "Nazi" umgegangen so das die Einordnung heute für viele überhaupt gar keinen Wert und keine Wirkung mehr hat.
Die AfD verkauft sich ja auch bewusst freíheitlich und das trifft auch einen Nerv von vielen.
Ich hatte in dem Post auch was zum Thema geschrieben. https://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,17951.msg1063242.html#msg1063242

Ich muss da sagen das es mir inzwischen auch wirklich schwer fällt mich noch genau mit den Dingen zu beschäftigen die mir an der Poltik und Regierung nicht gefallen, du kannst dir ja zu jedem Thema Stundenlang Informationen einholen,dass bewerten und dann Begründungen formulieren warum genau du dieses oder jenes scheiße findest, es bringt aber am Ende rein gar nichts und man wird einfach Müde. Die Ampel Politik und vieles was da so im Umfeld mitschwimmt ist einfach nicht meins,die machen auch keine Politik für mich.Eigentlich sollte sich Scholz nach dem ganzen Mist und dem Stimmverlust in den Umfragen jetzt schon einer Neuwahl stellen müssen.
Wenn ich da sehe das sogar ich anfange so zu denken, wie muss es dann erst jemandem gehen der schon länger AfD wählt oder nicht in der Mitte sondern schon weiter am Rand steht.

Rationale Gründe nicht AfD zu wählen wären für mich persönlich,dass ich mit den meisten Leuten nichts anfangen kann, der lokale AfD Mann hier ist halber Verschwörungstheoretiker und Putin fan. Die Art und der Ton der Politiker durch die Bank passt mir nicht.
Deren Standpunkte zum Ukraine Krieg, Putin und Russland Beeinflussung, dieses ganze getue und gerede um das "Volk"  und die Ideen aus der Höcke und Krah Ecke. Der Unwille da Entgleisungen zu verurteilen. Zuletzt die Reaktion auf den Israel Konflikt,allgemein Äußerungen und Standpunkte zu dem Thema Israel und Antisemitsmus.
Natürlich sind die meisten Versprechungen auch nur dazu da Leute zu fangen, freiheitliche Ausrichtung könnte man z.B zumindest unter Höcke vergessen.

Falls Merz und die Union den härteren Kurs weitergehen fände ich es auch besser die zu stärken.

Zitat
Dem Grundsatz stimme ich zu, nur sieht man ja gerade, dass das mit dem Extremismus von Rechts eben nicht mehr funktioniert. Es juckt einen bedeutenden Teil der Wählerschaft offenbar nicht mehr, ob die AfD rechtsextrem ist oder nicht. Das liegt auch daran, dass die Abgrenzung fehlt, gerade von konservativen Parteien. Die betonen einerseits ihre Brandmauer, übernehmen aber andererseits Rhetorik und Narrative aus rechtsextremen Kreisen, um am rechten Rand zu fischen. Damit verschieben sie sukzessive die Grenze des Sagbaren und machen extremistische Redeweisen salonfähig. So wird Extremismus normalisiert. Und ironischerweise nützt es den Parteien nichts, weil die Leute dann doch lieber das Original wählen. Auf diese Weise verlieren wir als Gesellschaft auch ein Stück weit unseren moralischen Kompass.
Die Argumentation habe ich ähnlich mal im DLF gehört als es um die politische Situation in Sachsen ging und die die Kandidaten der Grünen und der SPD dazu befragt haben die sich ähnlich geäußert haben, in der Realität sieht es da aber so aus, dass Kretschmer mit seiner Rhetorik und seiner Art deutlich erfolgreicher ist als die anderen beiden zusammen. Würde man als CDU den Ton ändern hätte man da überhaupt keine Chance mehr. Finde den Beitrag leider nicht mehr.
Im Bund steht Die Union auch deutlich vor den anderen, man muss sich da untereinander nur einig sein was man will weil es in der Partei auch unterschiedliche Ansichten gibt,da ist es schon nicht so einfach.
Vielleicht wäre es da am besten gewesen man hätte die "Brandmauer" gar nicht erst so aufgestellt, hätte man vor ein paar Jahren mit einer kleinen AfD als Junior Partner regiert gäbe es zumindest Beispiele,dass die es auch nicht besser können.
Krah vermutet und hofft da ja ,dass es eine Implusion in der Partei geben wird und die sich nach und nach zerlegen um den Weg frei zu machen.
https://www.ksta.de/politik/afd-spitzenkandidat-maximilian-krah-zerstoerung-cdu-csu-union-implosion-634456

Zitat
Natürlich gibt es diese Wahlangebote, man muss sie halt auch wählen. Wie gesagt, dann würden wir jetzt vielleicht darüber sprechen, dass wir mehrere 5%-Parteien haben und die Parteienlandschaft zersplittert. Kann man ebenfalls kritisch sehen, aber das ist noch lange nicht so kritisch, wie eine rechtsextreme Partei bei 20%. Dass die Stimme an eine Kleinpartei, die es nicht in den Bundestag schafft, verschenkt ist, sehe ich nicht so. Es bleibt trotzdem eine Stimme für die Demokratie und eine Stimme gegen die AfD. Insbesondere wenn ich eben vor der Wahl stehe, aus Protest eine demokratische Kleinpartei zu wählen oder die AfD. Da muss ich als überzeugter Demokrat doch gar nicht groß weiter nachdenken. Natürlich ist es frustrierend, wenn die eigene Wahl im Bundestag nicht repräsentiert wird. Verschenkt ist die Stimme deshalb aber nicht. Ich verstehe aber, dass man das anders sehen kann. Dass die AfD medial massiv gepusht wurde, stimmt. Sie haben es selbst aber auch einfach sehr geschickt gemacht und hatten finanzstarke Unterstützer an ihrer Seite, um das zu finanzieren.
Habe ich oben ja schon etwas dazu geschrieben,wenn im Gegenzug auf den "Erfolg", weil alle Kleinstparteien oder gar nicht gewählt haben,dann von der Regierung ein "weiter so" Signal kommt sehe ich da langfristig eher schwarz. Aber es sind ja noch 2 Jahre, wer weiß wie sich das noch entwickelt.

Nebenbei kamen im Windschatten der Demos jetzt ja wirklich neue Vorstöße für Gesetze. 

https://twitter.com/ARD_BaB/status/1757356650141229255
Äußerungen unter der Strafbarkeitsgrenze bald auch strafbar?  :P
https://twitter.com/BMI_Bund/status/1757364026730783084
Mal sehen ob die FDP sich dann dauerhaft dagegen stellt.
https://www.tagesspiegel.de/politik/absage-von-fdp-abgeordnetem-an-paus-und-faeser-demokratiefordergesetz-wird-in-dieser-form-nicht-kommen-11202898.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 15.Februar 2024, 07:01:23
Sexismus, Bierrausch & Marschmusik. :D

https://taz.de/Politischer-Aschermittwoch-der-AfD/!5992514/

Als ob es in der AfD "echte Männer" gäbe. Die lassen sich doch bei der ersten Backpfeife auf den Boden fallen und spielen das Opferlamm. Wieder und wieder. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 16.Februar 2024, 14:52:06
Das Problem ist doch zunehmend auch, dass die AfD ja zur Zeit alle mit offenen Armen empfängt. Die geben vor, dass sie eine Heimat für alle wären, egal ob einfacher Bürger, gut verdienende Geschäftsführerin oder Bürgergeldempfänger. Da werden die eigenen Positionen auch gerne mal vergessen und man ist ja für alle da und schützt sie vor der bösen Ampel. Das bringt eben auch Zulauf. Warum? Es gibt auch von der linken Seite extrem krasse Ausgrenzung. Das Ganze kann man zb auch auf Twitter (das ja seine eigenen Regeln hat) super nachvollziehen. Da sind sehr viele sehr radikal unterwegs. Da werden auch eher links angesiedelte Personen massiv angegriffen, weil sie zb der Bezahlkarte für Asylsuchende positiv eingestellt sind. Das grenzt aus, diese Leute fühlen sich nicht daheim und schon setzen AfD-nahe Personen an, zeigen ihnen, dass diese Meinung ja auch von ihnen geteilt wird und sich zugehörig fühlen können. Das senkt eben dann die Hemmschwellen, eine Partei wie die AfD zu wählen. Da wird sich nicht mehr mit dem Programm beschäftigt. Super kritische und verachtenswerte Aussagen ihrer Politiker? Egal! Die packen zu viele solcher Leute auf einer emotionalen Ebene. Weil sie sich selbst eben als verschworene Gemeinschaft sehen, die für alle da ist...
In so vielen Diskussionen gibt es einfach kein Dazwischen mehr. Nur schwarz. Nur weiß. Nur Nazi. Nur linksradikal. Nichts dazwischen. Personen werden munter wegen leicht abweichender Meinungen in Schubladen gesteckt. So läuft aber das Leben eben nicht. Es gibt zu viel dazwischen, aber man nimmt nur noch die Extreme war. Es sind einfach alle Sith, denn nur ein Sith kennt nichts als Extreme.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 18.Februar 2024, 21:59:09
Sexismus, Bierrausch & Marschmusik. :D

https://taz.de/Politischer-Aschermittwoch-der-AfD/!5992514/

Als ob es in der AfD "echte Männer" gäbe. Die lassen sich doch bei der ersten Backpfeife auf den Boden fallen und spielen das Opferlamm. Wieder und wieder. :D
Das ist schon unangenehm peinlich.Ich habe da auch einen Clip von der Krah Rede gesehen, ist wirklich so platt wie es sich liest. Da würde ich auch nichts in Richtung politisch liberal erwarten,falls der in eine Führungsposition kommt würde er einfach alles umdrehen und anderen seine Ideen aufdrücken.
Ist mir wirklich ein Rätsel warum die solche Leute und gerade den so prominent in der ersten Reihe aufstellen.
Vielleicht unterschätze ich ihn aber auch, hätte auch nicht erwartet,dass Trump mit seiner Art so viel Unterstützer ziehen kann.
Nebenbei hat er wohl auch ganz gute Kontakte nach China.
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100247784/afd-maximilian-krah-das-geld-aus-china-und-die-geheimdienste.html

Weil im Artikel TikTok erwähnt wird, dass ist auch eine eigene Welt wenn es um Politische Botschaften geht, ist mir zuletzt auch in Diskussionen beim Israel/Gaza Thema aufgefallen, oft werden da einfach kurze Clips,auch ohne Kontext, geteilt und ohne zu hinterfragen weiterverbreitet. Kann mir gut vorstellen,dass man mit der Zeit abstumpft und bestimmte Dinge einfach übernimmt wenn man da länger unterwegs ist.
Vor einiger Zeit ging da auch ein Brief von Osama Bin Laden rum,der anscheinend von vielen auch eher postiv aufgenommen wurde.
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/bin-laden-brief-tiktok-100.html
Bei uns gab oder gibt es ja sowas ähnliches mit diesem umgedichteten Gigi D’Agostino Song.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Rassistischer-Ohrwurm-wird-zum-TikTok-Trend,tiktok218.html

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 12.März 2024, 08:12:04
Sorry, Viking, ich hatte komplett vergessen zu reagieren und wollte jetzt eigentlich was Neues posten. War ein typisches "mach ich später" und dann nicht mehr dran gedacht. :angel:

Das sehe ich anders. Extremismus ist immer Mist, es sei denn meine Lebenswirklichkeit ist Extremismus. Nochmal: Wir reden hier von Rechtsextremisten, Rassisten, Verfassungsfeinden und Faschisten. Von Antidemokraten. Und die soll ich demokratisch wählen, weil ich mit den etablierten Parteien unzufrieden bin? Das ist in sich schon ein eklatanter Widerspruch. Wenn ich eine Partei wähle, die sich davon ganz bewusst nicht abgrenzt, sondern im Gegenteil, die beständige Provokation und anschließende Selbstverharmlosung hegt und pflegt wie ihr liebstes Kind, dann muss ich davor schon beide Augen ganz fest verschließen. Und das ist ethisch fragwürdig, in dem Punkt gibt es für mich nichts zu deuteln. Wir reden hier von Leuten, die die Würde eines Menschen von seiner Herkunft abhängig machen (von Sexualität, Religion etc. ganz zu schweigen). Das widerspricht fundamental den universellen Menschenrechten und wenn die nicht mehr Grundkonsens in unserer Gesellschaft sind, haben wir ein echtes Problem.

Die Frage ist doch eher: Warum ist das so? Warum haben die Leute kein Problem mit diesem unübersehbaren Rechtsextremismus? Fehlt das Verständnis? Fehlt das historische Wissen? Glaubt man der Erzählung, dass Extremismus erst mit Gewalt anfange?
Es geht mir nicht darum groß irgendein Weltbild zu verteidigen sondern eher um eine konkrete Lösung, der Wahlzettel wird später auch geheim ausgefüllt und jeder der davor steht hat dann auch das Recht sein Kreuz bei bei der AfD zu machen.Die Fakten sind da einfach,dass die AfD nicht als extremistisch und antidemokratisch (genug) eingestuft wird und ein Verbotsantrag wahrscheinlich nicht durchkommen würde. Es geht da auch nicht nur um die Partei, es ist ein Gesamtgesellschaftliches Problem wenn die bei 20% stehen und viele Leute lieber die wählen als eine Regierungspartei oder die Union. ein Verbotsantrag würde da nicht viel ändern weil die Wähler und die unzufriedenen Leute da nicht verschwinden oder im Gegenteil für noch mehr Ärger sorgen.
Die Partei sollte in dem Zustand und so zerstritten wie sie in den Positionen ist, da stehen wo die Linke jetzt ist und das würde sie auch, wenn man den Wählern etwas anderes anbieten würde.
Natürlich, solange die AfD auf dem Wahlzettel steht, darf sie gewählt werden und ein Verbotsantrag allein würde das Problem nicht lösen. Die etablierten Parteien müssen die Probleme lösen - inhaltlich-sachlich, aber auch rhetorisch - oder eine neue demokratische Partei. Die AfD selbst bietet keine Lösungen an. Das haben wir hier aber auch schon zigmal geschrieben, da drehen wir uns nur weiter im Kreis. Mein Punkt aber war: Warum haben die Leute kein Problem mit dem Rechtsextremismus? Diese Frage kann ich mir persönlich bislang nicht schlüssig beantworten, jedenfalls nicht für diese hohen Zustimmungszahlen, die die AfD in Umfragen einfährt.

Bzgl. der Einstufung als "nicht extremistisch genug" würde ich widersprechen. Zum einen ist erstmal abzuwarten, was jetzt die Verhandlungen am OVG Münster ergeben (und dann vermutlich in weiteren Instanzen), zum anderen war zu lesen, dass der Verfassungsschutz einen neuen Bericht über die AfD vorbereitet - bislang ging das mit einer Änderung der Einstufung einher. Darüber hinaus gibt es immer wieder neue Berichte, die das Ausmaß des Rechtsextremismus in der Partei offenlegen, z. B. der hier, dass die AfD im Bundestag über 100 Rechtsextreme beschäftigt: https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html). Ich hatte hier auch mal ein Interview mit einem meiner ehemaligen Profs verlinkt, von dem ich nun erfahren habe, dass er die erste (oder zumindest eine der ersten) zeithistorischen Analysen der AfD vornimmt, um die sich die Geschichtswissenschaft bislang gedrückt hat. Die Monographie ist in Vorbereitung (ich erzähle hier keine Geheimnisse, auf Facebook teilt er das auch alles öffentlich). Er geht soweit, dass die AfD im Kern nationalsozialistisch sei und ein Verbot unumgänglich. Das ist jetzt natürlich stark verkürzt heruntergebrochen.

Zitat
Dem Grundsatz stimme ich zu, nur sieht man ja gerade, dass das mit dem Extremismus von Rechts eben nicht mehr funktioniert. Es juckt einen bedeutenden Teil der Wählerschaft offenbar nicht mehr, ob die AfD rechtsextrem ist oder nicht. Das liegt auch daran, dass die Abgrenzung fehlt, gerade von konservativen Parteien. Die betonen einerseits ihre Brandmauer, übernehmen aber andererseits Rhetorik und Narrative aus rechtsextremen Kreisen, um am rechten Rand zu fischen. Damit verschieben sie sukzessive die Grenze des Sagbaren und machen extremistische Redeweisen salonfähig. So wird Extremismus normalisiert. Und ironischerweise nützt es den Parteien nichts, weil die Leute dann doch lieber das Original wählen. Auf diese Weise verlieren wir als Gesellschaft auch ein Stück weit unseren moralischen Kompass.
Die Argumentation habe ich ähnlich mal im DLF gehört als es um die politische Situation in Sachsen ging und die die Kandidaten der Grünen und der SPD dazu befragt haben die sich ähnlich geäußert haben, in der Realität sieht es da aber so aus, dass Kretschmer mit seiner Rhetorik und seiner Art deutlich erfolgreicher ist als die anderen beiden zusammen. Würde man als CDU den Ton ändern hätte man da überhaupt keine Chance mehr. Finde den Beitrag leider nicht mehr.
Im Bund steht Die Union auch deutlich vor den anderen, man muss sich da untereinander nur einig sein was man will weil es in der Partei auch unterschiedliche Ansichten gibt,da ist es schon nicht so einfach.
Vielleicht wäre es da am besten gewesen man hätte die "Brandmauer" gar nicht erst so aufgestellt, hätte man vor ein paar Jahren mit einer kleinen AfD als Junior Partner regiert gäbe es zumindest Beispiele,dass die es auch nicht besser können.
Krah vermutet und hofft da ja ,dass es eine Implusion in der Partei geben wird und die sich nach und nach zerlegen um den Weg frei zu machen.
https://www.ksta.de/politik/afd-spitzenkandidat-maximilian-krah-zerstoerung-cdu-csu-union-implosion-634456
Man könnte auch anders argumentieren: Die (gesichert rechtsextremistische!) AfD in Sachsen konnte in Umfragen überhaupt nur stärkste Kraft werden, weil ihre Narrative übernommen, salonfähig und damit wählbar gemacht wurden. Ob die CDU in Sachsen "überhaupt keine Chance mehr" hätte, wenn sie das nicht tun würde (im besten Fall: gar nicht erst angefangen hätte), ist doch spekulativ oder gibt es dazu eine Analyse? Die Stärke der Union im Bund würde ich eher der Schwäche der Ampel zuschreiben, das zeigen ja auch Umfragen zur Zufriedenheit mit der Regierung. Mir ist es allemal lieber, die Leute wählen aus Unzufriedenheit die Union, anstatt Extremisten. Und dass es innerhalb einer Partei unterschiedliche Positionen gibt, ist doch völlig normal (von allen Parteien ist die AfD meiner Meinung nach übrigens am zerstrittensten - das macht den aktuellen Umfrageerfolg ja umso erstaunlicher). Es sollte aber in einer demokratischen Partei schon Konsens sein, dass man nicht mit Verfassungsfeinden zusammenarbeitet. Wer diesem Konsens nicht zustimmt, hat dann halt in einer demokratischen Partei nichts verloren und gründet seine eigene Werteunion. Diese Zersetzung hat ja leider bereits angefangen. Und die These der "Zähmung durch Regierungsverantwortung" wurde doch nun auch schon wiederholt widerlegt.

Zitat
Natürlich gibt es diese Wahlangebote, man muss sie halt auch wählen. Wie gesagt, dann würden wir jetzt vielleicht darüber sprechen, dass wir mehrere 5%-Parteien haben und die Parteienlandschaft zersplittert. Kann man ebenfalls kritisch sehen, aber das ist noch lange nicht so kritisch, wie eine rechtsextreme Partei bei 20%. Dass die Stimme an eine Kleinpartei, die es nicht in den Bundestag schafft, verschenkt ist, sehe ich nicht so. Es bleibt trotzdem eine Stimme für die Demokratie und eine Stimme gegen die AfD. Insbesondere wenn ich eben vor der Wahl stehe, aus Protest eine demokratische Kleinpartei zu wählen oder die AfD. Da muss ich als überzeugter Demokrat doch gar nicht groß weiter nachdenken. Natürlich ist es frustrierend, wenn die eigene Wahl im Bundestag nicht repräsentiert wird. Verschenkt ist die Stimme deshalb aber nicht. Ich verstehe aber, dass man das anders sehen kann. Dass die AfD medial massiv gepusht wurde, stimmt. Sie haben es selbst aber auch einfach sehr geschickt gemacht und hatten finanzstarke Unterstützer an ihrer Seite, um das zu finanzieren.
Habe ich oben ja schon etwas dazu geschrieben,wenn im Gegenzug auf den "Erfolg", weil alle Kleinstparteien oder gar nicht gewählt haben,dann von der Regierung ein "weiter so" Signal kommt sehe ich da langfristig eher schwarz. Aber es sind ja noch 2 Jahre, wer weiß wie sich das noch entwickelt.
Ja, das stimmt. Mein Punk bezüglich der Wahlangebote ist aber der: Würden mehr Leute ihrer Unzufriedenheit mit der Politik durch die Wahl anderer demokratischer Wahloptionen Ausdruck verleihen, anstatt immer weiter Stammpartei X zu wählen oder aus Protest die AfD, dann würden wir jetzt vielleicht über 10-15% AfD sprechen und dafür aber 2-3 weitere Parteien, die um die 5%-Marke herum stehen. Denn das wäre durchaus möglich und es wäre ein andere - in meinen Augen besseres - Signal an die etablierten Parteien, dass sie sich am Riemen zu reißen haben und die Chance auf konstruktive Lösungen wäre - ebenfalls in meinen Augen - eine höhere, weil man nicht vor der Angst vor Rechtsextremisten getrieben wäre und ein Verbotsverfahren als Lösung aller Probleme im Raum stünde. Ich fürchte aber, dass eine neue demokratische Partei ohne eine charismatische (und im Zweifelsfall populäre) Persönlichkeit an der Spitze im Niemandsland versinkt, so wie alle anderen Kleinparteien.

Mal ein Szenario von o. g. ehemaligem Prof von mir:
Zitat
Einmal angenommen, die AfD wird mit 30 % stärkste Partei in der Wahl zum thüringischen Landtag. Die dortige Union verweigert als zweistärkste Kraft kraft ihres Rechts und Links gleichsetzenden Brandmauerbeschlusses die Zusammenarbeit u. a. mit der drittstärksten, der Linken. Es kommt zu Zersetzungsprozessen innerhalb der thüringischen CDU von Seiten derjenigen, die zumindest die Duldung einer AfD-Regierung unter einem Ministerpräsidenten Höcke taktisch in Erwägung ziehen. Einige sprechen sich für ein Zähmungskonzept der AfD durch eine CDU-Regierungsbeteiligung aus. Die CDU-Bundesparteiführung interveniert, wodurch sich der Konflikt verschärft. Die thüringische CDU spaltet sich. Eine Regierungsbildung kommt dauerhaft nicht zustande. Rechtsextreme Machtdemonstrationen üben von der Straße aus Druck auf die Politik in Erfurt sowie auf einzelne Politiker aus. Neuwahlen werden nötig.

Einmal angenommen, nach den Wahlen zum sächsischen Landtag, in denen die AfD stärkste Partei wird, scheitert eine Regierungsbildung unter Führung der CDU an weiteren russlandfreundlichen und pazifistischen Einlassungen des regierenden Ministerpräsidenten, und nach den Wahlen zum brandenburgischen Landtag, in denen die AfD stärkste Partei wird, scheitert eine Regierungsbildung unter Führung der SPD an haushaltspolitischen Forderungen der CDU. Und dann?

Dann befände sich die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik nach politikwissenschaftlichen Kriterien nicht nur in einer Demokratie-, sondern in einer Staatskrise. Zeitgeschichtlich beurteilt, wird sich deshalb die Machtergreifung schon deshalb nicht wiederholen, weil anders als in der Weimarer in der Berliner Republik die überwältigende Mehrheit der Beamten verfassungstreu ist und auch die EU an verschiedenen Punkten Einfluss nehmen kann. Aber es droht eine lange Phase juristischer, administrativer und zivilgesellschaftlicher Auseinandersetzungen, an deren Ende die Republik nicht mehr dieselbe sein wird.

Gruselige Vorstellung, aber ein durchaus plausibles "worst case"-Szenario für die anstehenden Landtagswahlen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 15.April 2024, 22:40:42
Weil auch hier schon das Narrativ des Weltuntergangs/Kohlecomebacks/Grundlastblackouts/Kernkraftalternativlosigkeit gezeichnet wurde:

Ne, war damals falsch und ist es heute immer noch:

https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/atomausstieg-akw-kernkraft-bruno-burger-energy-charts-e431489/?reduced=true

Wer kein SZplus hat:
https://www.reddit.com/r/de/comments/1c4l1rr/comment/kzo4m4v/?utm_source=share&utm_medium=mweb3x&utm_name=mweb3xcss&utm_term=1&utm_content=share_button

Und nein, ich möchte darüber nicht diskutieren. Über Fakten kann man nicht diskutieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2024, 09:37:51
Fakten: durch die anhaltende Rezession in Deutschland (Schlußlicht unter allen Industrienationen) sinkt die Produktion und damit der Stromverbrauch, trotzdem muss immer mehr Strom importiert werden.

Zitat
Fazit
Der Anstieg der Stromimporte im Sommer 2023, verbunden mit einem negativen Exportsaldo, verdeutlicht einen anhaltenden Trend. Dieser wird durch den saisonalen Verlauf geprägt, wobei in Wintermonaten exportiert und in Sommermonaten tendenziell importiert wird. Die volatile Stromerzeugung durch PV zu verschiedenen Tageszeiten spielt dabei eine zentrale Rolle. Diese Dynamik spiegelt sich auch in den Import- und Export-Preisen im Juli 2023 wider: Importe erfolgen zu Spitzenlastzeiten mit teuren Strompreisen, während Exporte vermehrt in sonnenreichen Stunden mit günstigen Strompreisen auftreten.
https://www.ffe.de/veroeffentlichungen/stromimporte-nach-deutschland-sommer-2023-deutlich-angestiegen/

Man könnte das Geld auch im Ofen verbrennen, im Solarofen versteht sich.

Zitat
Gründe für den Rückgang der insgesamt verfügbaren Strommenge waren Einsparbemühungen wegen hoher Energiepreise und eine konjunkturelle Abschwächung, insbesondere in den energieintensiven Industriezweigen. Der im Vergleich zur insgesamt verfügbaren Strommenge stärkere Rückgang inländischen Stromerzeugung hängt zudem mit der Abschaltung der letzten drei deutschen Kernkraftwerke zum 15. April 2023 zusammen. Der Wegfall der Kernenergie wurde vor allem durch vermehrte Stromimporte ausgeglichen, während die Stromerzeugung aus Kohle deutlich sank.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/09/PD23_351_43312.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 16.April 2024, 10:45:43
Ich kann die Argumentation von Burger nachvollziehen und spreche mich auch gar nicht für einen Neubau von AKWs aus, aber eine Laufzeitverlängerung der drei verbliebenen Kernkraftwerke wäre durchaus möglich gewesen. Insbesondere die Schwankungen im Bereich der Erneuerbaren Energien sehe ich als noch nicht gelöst und solange wir noch keine zentralen oder dezentralen Energiespeicher als Pufferlösungen haben, haben wir die Problematik der angesprochenen hohen Importe und Exporte zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten (und ja, das ist für sich gesehen ein reines Verteilungsproblem).
Mir ist doch auch bewusst, dass Kernenergie natürlich nicht sauber ist, aber der bisher produzierte nukleare Abfall muss genauso entsorgt werden wie der in deutlich geringerem Maße entstehende Abfall, der durch einen Weiterbetrieb angefallen wäre. Die Endlagerung ist nicht gelöst worden und muss gelöst werden, unabhängig davon, ob AKWs abgeschaltet werden oder weiterlaufen. Warum ist die Endlagersuche nicht die Kernfrage, die eigentlich debattiert werden sollte? Über einen Weiterbetrieb oder ein Stilllegen zu streiten ist in dieser Hinsicht vollkommen müßig, weil genau diese Frage nicht ausreichend erörtert wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2024, 14:00:50
Man hätte 2014 die noch laufenden AKW grundsanieren und deren Laufzeit verlängern müssen, um von Kriegsfürst Putin unabhängiger zu werden. Und ja, es gibt Uran auch von nicht-russischen Lieferanten. Merkel hat aber das Gegenteil gemacht, trotz völkerrechtswidriger Annexion der Krim wurde die Abhängigkeit vom Putin-Gas noch ausgebaut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 16.April 2024, 14:31:00
Ich persönlich sah Atomkraft seit jeher als keine Alternative, die man verteten könne.
Es ist wie bei so Vielem ein Wegschieben der Probleme. Schaffen von Zukunftsproblemen. Ich kann diese Einstellung schon seit meiner Jugend nicht nachvollziehen.

Dr. Wolfgang Gründinger fasst das Thema Atomkraft wie folgt zusammen:
Zitat
Atomkraft ist teuer, benötigt ewige Bauzeiten, und die Endlagerung des Mülls ist ungelöst.[...]
Atomkraft ist in vielen Fällen schlichtweg keine pragmatische Lösung, sondern (meist) pure Ideologie.
Quelle: https://www.wolfgang-gruendinger.de/post/brauchen-wir-die-atomkraft

Das DIW Berlin unterstützt dies mit weiteren Fakten:
https://www.diw.de/de/diw_01.c.867801.de/neue_kernkraftprojekte_technisch_riskant_und_unrentabel.html

Auch die Grünen haben keine schlechten Argumente gegen das mitlerweile umsichgreifende "Weiter so" gegeben:
https://www.gruene-bundestag.de/themen/atomausstieg/atomkraft-ist-ein-milliardengrab


Ich sehe zwar die von Octavianus angesprochene Thematik einer möglichen Überbrückungsnotwendigkeit bei Extremlast, aber keinesfalls eine Notwendigkeit überhaupt in Betracht ziehen zu müssen, Atomkraft weiter zu fördern oder zu fordern.

Am Rande noch eine Anekdote aus meinem Privatleben.
Am Wochenende kam Besuch. Ein Paar, das sich Mitte letzten Jahres ein Haus kaufte. Wenig später installierten sie Solarpanels am Dach und speisen ein.
Seither haben sie stets mehr als das Dreifache von dem was sei nutzen würden, eingespeist. Ich war überrascht, dass dies trotz der Dinge die man uns politisch weißmachen will, so enorm ausfiel.
Die beiden wissen auch wovon sie sprechen, da beide aus der Photovoltaikbranche sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.April 2024, 18:40:39
Fakten: durch die anhaltende Rezession in Deutschland (Schlußlicht unter allen Industrienationen) sinkt die Produktion und damit der Stromverbrauch, trotzdem muss immer mehr Strom importiert werden.

Zitat
Fazit
Der Anstieg der Stromimporte im Sommer 2023, verbunden mit einem negativen Exportsaldo, verdeutlicht einen anhaltenden Trend. Dieser wird durch den saisonalen Verlauf geprägt, wobei in Wintermonaten exportiert und in Sommermonaten tendenziell importiert wird. Die volatile Stromerzeugung durch PV zu verschiedenen Tageszeiten spielt dabei eine zentrale Rolle. Diese Dynamik spiegelt sich auch in den Import- und Export-Preisen im Juli 2023 wider: Importe erfolgen zu Spitzenlastzeiten mit teuren Strompreisen, während Exporte vermehrt in sonnenreichen Stunden mit günstigen Strompreisen auftreten.
https://www.ffe.de/veroeffentlichungen/stromimporte-nach-deutschland-sommer-2023-deutlich-angestiegen/

Man könnte das Geld auch im Ofen verbrennen, im Solarofen versteht sich.

Zitat
Gründe für den Rückgang der insgesamt verfügbaren Strommenge waren Einsparbemühungen wegen hoher Energiepreise und eine konjunkturelle Abschwächung, insbesondere in den energieintensiven Industriezweigen. Der im Vergleich zur insgesamt verfügbaren Strommenge stärkere Rückgang inländischen Stromerzeugung hängt zudem mit der Abschaltung der letzten drei deutschen Kernkraftwerke zum 15. April 2023 zusammen. Der Wegfall der Kernenergie wurde vor allem durch vermehrte Stromimporte ausgeglichen, während die Stromerzeugung aus Kohle deutlich sank.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/09/PD23_351_43312.html

Ernsthafte Frage: hast du den Artikel überhaupt gelesen? Beide Punkte werden angesprochen. Stromimporte sind nichts schlimmes, und kommen mitnichten nur aus dreckigen Quellen. Strom wird immer dann importiert, wenn er günstiger importiert als selbst erzeugt werden kann. Da wird also kein Geld verbrannt, sondern gespart.

Zur Erinnerung: Atomstrom ist der teuerste Strom den es gibt. Atomstrom zu produzieren um Importe zu vermeiden wäre wirtschaftlicher Selbstmord.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.April 2024, 20:53:32
Hast du zu deiner Erinnerung eine Quelle?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 16.April 2024, 22:29:02
Klar, und auch hier mal wieder der mir suspekte Focus.

https://amp.focus.de/finanzen/boerse/konjunktur/atom-kohle-gas-wind-solar-welche-stromart-uns-am-wenigsten-kostet_id_11658454.html

https://www.igmetall.de/politik-und-gesellschaft/umwelt-und-energie/das-maerchen-vom-billigen-atomstrom

Kombiniert mit der nachgewiesenen Unrentabilität „neuartiger Reaktoren (tm)“ ist es absolut unverständlich, wie jemand noch ernsthaft auf die Idee kommen kann, Kernkraft auch nur ansatzweise als Lösung für irgendetwas anzusehen.

https://www.diw.de/de/diw_01.c.867887.de/publikationen/wochenberichte/2023_10_1/ausbau_von_kernkraftwerken_entbehrt_technischer_und_oekonomischer_grundlagen.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.April 2024, 08:05:56
Wenn man mit der Energiewende einhergehende Kostenblöcke weglässt... https://www.utn.de/files/2024/04/Grimm-Policy-Brief-CD-FINAL.pdf
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.April 2024, 10:09:43
Ist etwas müßig, wenn beim AKW hinten und bei den EE vorne etwas ignoriert wird.  ;D


Das Papier der UTN macht den Vergleich gar nicht auf. Die kritisieren lediglich, dass die Levelized Cost of Electricity nicht ausreiche, um die Behauptung aufzustellen, dass in Zukunft der Preis durch EE sinken würde. Das sehe ich auch so. Das der Strompreis sinken würde, halte ich sowieso für eine gewagte These.

Aber hat das jemand für den Neubau von AKWs berechnet? In dem Papier wird kein Vergleich gezogen oder Aussagen dazu getroffen, dass die Kosten anderer Stromerzeugungsarten mit größeren Details berechnet werden und besser dastünden. Es lässt sich also gar keine Aussage darüber treffen, ob EE durch Levelized Cost of Load Coverage teurer oder weniger teuer als andere Erzeugungsarten wäre. Die Aussage ist nur, dass sie teurer wird als angenommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: j4y_z am 17.April 2024, 11:35:37
Wenn man mit der Energiewende einhergehende Kostenblöcke weglässt... https://www.utn.de/files/2024/04/Grimm-Policy-Brief-CD-FINAL.pdf

Stromgestehungskosten sind aber ein guter Indikator für vergangene Stromerzeugung. Und da failed Atomstrom halt so richtig hart. So hart, dass er sogar vom Staat subventioniert werden muss, weil ihn sich sonst keiner leisten kann.

https://foes.de/publikationen/2020/2020-09_FOES_Kosten_Atomenergie.pdf

https://www.bundestag.de/resource/blob/877586/4e4dce913c3d883a81adcf2697313c7d/WD-5-090-21-pdf-data.pdf

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 11.Juni 2024, 05:16:20
Bookworm Leaks: Marcel Reich-Ranicki interpretiert die endgültigen Wahlergebnisse der AfD. (https://www.youtube.com/watch?v=A0ZRLOzWEFo)



Aber er hat ja auch Recht: Die Mauer muss weg.

#SchwarzRotBraun

(https://i.imgur.com/lWSj8di.png)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 11.Juni 2024, 10:01:02
Die aktuellen Wahlergebnisse sind zwar erschreckend aber leider nicht mehr überraschend. Es sind nun auch nicht mehr nur Protestwähler unterwegs, die einen "Denkzettel" verpassen wollen. Die etablierten Parteien müssen endlich mal die Kurve kriegen und vernünftige Politik machen und dann auch entsprechend kommunizieren. Daran hat es in der Ampel auch immer wieder gehapert. Sicher macht die Regierung nicht alles richtig und man muss auch sagen, dass es sicherlich auch schon Zeiten gab, die nicht so voller Herausforderungen und anspruchsvoll zu regieren waren. Aber dann muss man, auch wenn Rot-Grün und Gelb nicht perfekt zusammenpassen, den Arsch zusammenkneifen und versuchen kompromissbereit, volksnah und offen miteinander arbeiten und die Ergebnisse vernünftig kommunizieren. Denn das dies nicht so passiert, steigert auch den Frust bei den Wahlberechtigten, und die Opposition ist bis auf die Union auch nicht wirklich voller Alternativen. Da helfen dann auch keine ach so trendigen Videos von Aktentaschen, um auf Social Media die jungen Leute von der Politik zu begeistern und vom rechten Rand wegholen zu wollen.
Der Kanzler hat kein Profil und ist mit dafür verantwortlich die SPD kleinzukriegen, die Grünen werden gefühlt von allen anderen Parteien für so ziemlich alles verantwortlich gemacht und haben in Habeck einen Mann auf dem falschen Posten, der obendrein zu oft unsouverän aufgetreten ist, die FDP hat sich mit ihrer Blockade-Politik und als gefühlte Opposition in der Regierung selbst ins Abseits gestellt und die Union versucht teils mit Stammtischparolen am rechten Rand abzugrasen und hat mit Mr. Burns an der Spitze nicht gerade einen Mann der Zukunft.
Es muss bei allen Parteien dringend was geändert werden, um den mittlerweile leider wieder salonfähigen Rechtsruck umzubiegen und Politik und Demokratie wieder interessanter zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 11.Juni 2024, 10:15:42
Die aktuellen Wahlergebnisse sind zwar erschreckend aber leider nicht mehr überraschend. Es sind nun auch nicht mehr nur Protestwähler unterwegs, die einen "Denkzettel" verpassen wollen. Die etablierten Parteien müssen endlich mal die Kurve kriegen und vernünftige Politik machen und dann auch entsprechend kommunizieren. Daran hat es in der Ampel auch immer wieder gehapert. Sicher macht die Regierung nicht alles richtig und man muss auch sagen, dass es sicherlich auch schon Zeiten gab, die nicht so voller Herausforderungen und anspruchsvoll zu regieren waren. Aber dann muss man, auch wenn Rot-Grün und Gelb nicht perfekt zusammenpassen, den Arsch zusammenkneifen und versuchen kompromissbereit, volksnah und offen miteinander arbeiten und die Ergebnisse vernünftig kommunizieren. Denn das dies nicht so passiert, steigert auch den Frust bei den Wahlberechtigten, und die Opposition ist bis auf die Union auch nicht wirklich voller Alternativen. Da helfen dann auch keine ach so trendigen Videos von Aktentaschen, um auf Social Media die jungen Leute von der Politik zu begeistern und vom rechten Rand wegholen zu wollen.
Der Kanzler hat kein Profil und ist mit dafür verantwortlich die SPD kleinzukriegen, die Grünen werden gefühlt von allen anderen Parteien für so ziemlich alles verantwortlich gemacht und haben in Habeck einen Mann auf dem falschen Posten, der obendrein zu oft unsouverän aufgetreten ist, die FDP hat sich mit ihrer Blockade-Politik und als gefühlte Opposition in der Regierung selbst ins Abseits gestellt und die Union versucht teils mit Stammtischparolen am rechten Rand abzugrasen und hat mit Mr. Burns an der Spitze nicht gerade einen Mann der Zukunft.
Es muss bei allen Parteien dringend was geändert werden, um den mittlerweile leider wieder salonfähigen Rechtsruck umzubiegen und Politik und Demokratie wieder interessanter zu machen.


Das sage ich seit Jahren. Hat man anfangs belächelt und einfach weiter die Nazikeule geschwungen. Jetzt hat man vor der Wahl gedacht : Eine Kampagne gegen ein paar Leute auf Sylt und wir kriegen das Volk wieder auf Linie. Hat nicht funktioniert. Vor allem nicht, wenn dieses Lied schon seit Monaten auf vielen Festen gesungen wurde, aber erst vor der Wahl man darauf aufmerksam macht...
Aber schauen wir uns doch mal die Details an : Die Grünen verlieren massivst (-28 Prozentpunkte) bei den 16-24 jährigen und dort sind AfD und cDU Kopf an Kopf auf Platz 1. Die sPD hat ihre Kernwählerschaft (Arbeiter und Angestellte) komplett verloren, dort steht jetzt die AfD vorne. Das BSW hat die Linke komplett in der Bedeutungslosigkeit versinken lassen. Ohne Gysi sehe ich für die Linken keine Zukunft mehr. Aber bei der Realitätsferne in Berlin sehen die Ampelparteien das Problem immernoch nicht oder sie ignorieren es bewusst. So oder so ein Armutszeugnis.
Kleiner Tipp an die Grünen (und vor allem Tuba Bozkurt) : Wenn ein Polizist bei der Verteidigung des Grundgesetzes getötet wird, sollte man nicht lachen. Das kommt nicht gut an...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Juni 2024, 10:51:46
Das sage ich seit Jahren. Hat man anfangs belächelt und einfach weiter die Nazikeule geschwungen.
So ist es. Ja, die Zeiten sind ganz sicher schwierig, aber anstatt die Bundesregierung - und da nehme ich den FDP gar nicht aus - den Menschen das Leben leichter macht, macht sie das Gegenteil, schafft zu den schon vorhandenen Probleme für die Bürger und Unternehmen noch neue on top. Die EU ist auch keine Hilfe, auch von da kommen immer neue Gesetze und Richtlinien, die den Menschen das Leben schwerer statt einfacher machen.

Ich sehe in keiner Partei eine Lösung der Probleme, die Union unter Merkel hat vieles in die Scheiße geritten, die Ampel gibt dem Gaul weiter die Sporen in die gleiche, falsche Richtung, AfD und BSW wären eine noch größere Katastrophe. Ob Merz wirklich etwas ändern kann? Man darf es bezweifeln, wenn der überhaupt Kanzlerkandidat wird. Mit Wüst oder Günther bekommt man zu 100% die Grünen als Regierungspartei, dann geht der wirtschaftliche Abstieg noch schneller.

Das mag jetzt sehr schwarzmalerisch klingen, aber imho ist Deutschland im Eimer, man hat sich mit so vielen Gesetzen und Vorschriften selber gefesselt, selbst wenn da wirklich eine Partei etwas ändern wollte, könnte sie es gar nicht, zumindest nicht in 4 Jahren und nicht ohne 2/3 Mehrheit und Mehrheit im Bundestag.

Der Abstieg wird weiter gehen, die Wirtschaft verlässt fast schon fluchtartig das Land, die, die noch arbeiten, müssen immer mehr abdrücken, um den Sozialstaat am laufen zu halten. Es ist nur eine Frage der Zeit, ab wann das nicht mehr machbar ist. Solange bedient sich noch jeder, der es kann, so gut es geht am Staat, zB: https://www.focus.de/politik/deutschland/aktion-abendsonne-hat-begonnen-geht-nicht-mehr-um-koennen-sondern-ums-parteibuch-wie-sich-die-ampel-schamlos-bedient_id_260012503.html

Die "Spaßmacherei" der Grünen zeigt halt auch, dass es Arschlöcher nicht nur rechts gibt, die Verachtung der FDGO, Deutschland und Deutsche vieler Linksaußen tritt auch immer offener zu Tage, das ist der Kontrast zur FDGO- und Fremdenfeindlichkeit der Rechtsaußen. Wie man so das Volk (inkl. Migranten) einen und durch schwere Zeiten bringen will, ist auch ein Ding der Unmöglichkeit. Das betrifft aber nicht nur Deutschland, der gesamte Westen ist auf einem sehr schlechten Weg, der vermutlich im Sozialismus und damit im Elend enden wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 11.Juni 2024, 12:43:41
Ach bitte @Signor Rossi vieles was man der Ampel in diesem Focus Artikel vorwirft hat die CDU/CSU Jahrelang betrieben und perfektioiniert. Wer im Glashaus sitzt und so.
Das ist mit mein größtes Problem und spiegelt sich auch in der Europawahl wieder. Viele fühlen sich nicht mehr durch etablierte Parteien vertreten und suchen ihr Heil in kleineren Parteien.
Das derart viele auf den Populismus von AFD und CDU hereinfallen ist ebenfalls alarmierend. Gerade in der Gruppe 16-24 Jährigen.

Wenn Merz noch einmal seine überholten und widerlegten Wirtschaftsheorien rausholt kriege ich persönlich das Kotzen. Der Mann ist in den 80/90ern stehen geblieben und bezeichnet sich dann auch noch selber als Wirtschafts- und Finanzexperte. Wer da wirklich glaubt mit der CDU würde Deutschland jetzt anders darstehen der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Das was SPD und Grüne am meisten auf die Füße fällt ist einerseits die Schuldenbremse die an sich eine Absurdität ist und Andererseits die FDP mit einem Lindner der auch nur die alte Leier kennt von der Markt löst schon alles und Schulden gleich schlecht.
Auf Dauer sehe ich es aber ähnlich man ist in Deutschland viel zu sehr mit internen Konflikten beschäftigt und hat eine derartige Regulierungswut und Bürokratisierung geschaffen, dass man sich handlungsunfähig gemacht hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 11.Juni 2024, 14:49:00
Viele fühlen sich nicht mehr durch etablierte Parteien vertreten und suchen ihr Heil in kleineren Parteien.

Das ist ein guter Punkt, der das ganze Problem beschreibt. Auch ich habe mich bei der Wahl extrem damit schwer getan, wen ich wählen soll (ein Keuzchen in der unteren Hälfte des Blattes oder mit starken Bauchschmerzen eine der 5%+ Parteien). Aufgrund des erwartbaren Ergebnisses der AFD wollte ich meine Stimme (gegen rechts) nicht verschenken und hab mich für die Bauchschmerzen-Variante entschieden.

Zum Thema AFD fand ich folgende Beschreibung recht passend:

https://www.nius.de/politik/hier-erklaert-ard-mann-schroeder-warum-fuer-ihn-alle-afd-waehler-nazis-sind/6e968556-ef07-48a8-a576-97a2bcde055a (https://www.nius.de/politik/hier-erklaert-ard-mann-schroeder-warum-fuer-ihn-alle-afd-waehler-nazis-sind/6e968556-ef07-48a8-a576-97a2bcde055a)

Hierzu sei gesagt, dass man den ganzen Artikel lesen sollte, da die drastisch ausgedrückte Kernaussage dort sehr detailiert und nachvollziehbar erläutert wird.

Bevor hier wieder eine große Diskussion entsteht, muss man einordnend dazu noch erwähnen, was man mit der AFD bezwecken wollte. Dazu ein passender Artikel mit Aussagen von damaligen Gründern:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afd-10-jahre-jahrestag-gruender-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afd-10-jahre-jahrestag-gruender-100.html)

Was aus der AFD wurde, war bei Gründung nicht gewollt, kann man aber nicht ändern. Die anderen Parteien sollten sich daher mal darüber klar werden, dass  15-20% der Bevölkerung viele Positionen vertreten, welche die AFD darstellt und dies nicht verleugnen und von einer Minderheit reden, welche diese Position vertritt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 11.Juni 2024, 15:00:41
Das sage ich seit Jahren. Hat man anfangs belächelt und einfach weiter die Nazikeule geschwungen.
So ist es. Ja, die Zeiten sind ganz sicher schwierig, aber anstatt die Bundesregierung - und da nehme ich den FDP gar nicht aus - den Menschen das Leben leichter macht, macht sie das Gegenteil, schafft zu den schon vorhandenen Probleme für die Bürger und Unternehmen noch neue on top. Die EU ist auch keine Hilfe, auch von da kommen immer neue Gesetze und Richtlinien, die den Menschen das Leben schwerer statt einfacher machen.

Ich sehe in keiner Partei eine Lösung der Probleme, die Union unter Merkel hat vieles in die Scheiße geritten, die Ampel gibt dem Gaul weiter die Sporen in die gleiche, falsche Richtung, AfD und BSW wären eine noch größere Katastrophe. Ob Merz wirklich etwas ändern kann? Man darf es bezweifeln, wenn der überhaupt Kanzlerkandidat wird. Mit Wüst oder Günther bekommt man zu 100% die Grünen als Regierungspartei, dann geht der wirtschaftliche Abstieg noch schneller.

Das mag jetzt sehr schwarzmalerisch klingen, aber imho ist Deutschland im Eimer, man hat sich mit so vielen Gesetzen und Vorschriften selber gefesselt, selbst wenn da wirklich eine Partei etwas ändern wollte, könnte sie es gar nicht, zumindest nicht in 4 Jahren und nicht ohne 2/3 Mehrheit und Mehrheit im Bundestag.

Der Abstieg wird weiter gehen, die Wirtschaft verlässt fast schon fluchtartig das Land, die, die noch arbeiten, müssen immer mehr abdrücken, um den Sozialstaat am laufen zu halten. Es ist nur eine Frage der Zeit, ab wann das nicht mehr machbar ist. Solange bedient sich noch jeder, der es kann, so gut es geht am Staat, zB: https://www.focus.de/politik/deutschland/aktion-abendsonne-hat-begonnen-geht-nicht-mehr-um-koennen-sondern-ums-parteibuch-wie-sich-die-ampel-schamlos-bedient_id_260012503.html

Die "Spaßmacherei" der Grünen zeigt halt auch, dass es Arschlöcher nicht nur rechts gibt, die Verachtung der FDGO, Deutschland und Deutsche vieler Linksaußen tritt auch immer offener zu Tage, das ist der Kontrast zur FDGO- und Fremdenfeindlichkeit der Rechtsaußen. Wie man so das Volk (inkl. Migranten) einen und durch schwere Zeiten bringen will, ist auch ein Ding der Unmöglichkeit. Das betrifft aber nicht nur Deutschland, der gesamte Westen ist auf einem sehr schlechten Weg, der vermutlich im Sozialismus und damit im Elend enden wird.

Deutschland ist auf einem sehr schlechten Weg, der im .... bitte was?!
Sag mir bitte, dass das Ironie sein sollte.
Wir sind auf dem Weg in eine Gesellschaft, die mit der Vor-Wende-BRD nix mehr zu tun hat und dieser Weg ist schlecht, soweit stimm ich Dir zu.
Aber Union, FDP und AfD werden uns allesamt ganz sicher nicht in den Sozialismus führen, sondern in ein neoliberales, nationaltümelndes Gebilde.
Frage mich sowieso, warum gerade die FDP so Stimmung gegen die AfD macht.
Rein auf die Wirtschaftspolitik runtergebrochen ist das doch nahezu die gleiche Partei.
Nur dass die AfD halt zusätzlich zum menschenverachtenden Mont-Pelerin-Gesellschafts-Mantra "Regeln runter, Wohlstand rauf (für ein paar wenige Gewinner)" noch die unappetitliche nationale Karte spielt, für die es seit Möllemann bei den Gelben keinen Hauptverantwortlichen mehr gibt.
Zynismus Ende.

Wenn es hier zum Knall kommt (und das wird mit jedem Monat wahrscheinlicher, in dem die vorherrschende Meinung lautet: "Hier ist alles super, wer das nicht anerkennt, ist allermindestens mal alter weißer Mann, wahrscheinlich aber Nazi."), dann werden sich all die Mahner vor einem "Sozialismus"-Ruck sehnlichst wünschen, ihre Hirngespinste hätten die reale Gefahr benannt.
Wir steuern auf ein rassistisches, ultranationales, asoziales Europa zu - ein Europa, dass es als Gemeinschaft nicht mehr geben wird und in dem Faschismus vielleicht gar nicht mehr als Schimpfwort gesehen wird.

Und die etablierten Parteien von CSU bis LINKE werden sich das als Verdienst aufs Revers heften müssen, weil ein Hauptgrund des Erstarkens von AfD und Co. die völlige Ignoranz gegenüber der eigenen Bevölkerung und deren Problemen ist.
Nicht falsch verstehen - ehe ich irgendeine Partei wähle, die ideologisch auch nur in die Nähe des Parteiprogramms von AfD etc gehört, hack ich mir die Hand ab.
Aber sich zu wundern, woher der immer größere Zulauf der AfD kommt und nicht nach den eigenen Versäumnissen zu fragen,
(click to show/hide)
wird keine belastbaren Erklärungen zutage fördern.

Die Opferrolle, die die AfD inzwischen perfektioniert hat, funktioniert AUCH deswegen so gut, weil keine der etablierten Parteien willens war und ist, sich argumentativ mit ihnen auseinanderzusetzen.
Die "Strategie" gegen die AfD ist die gleiche wie gegen die Grünen in den 80ern und gegen die PDS/LINKE in den 90ern: ausgrenzen, mit Dreck bewerfen, Skandale medial ausschlachten und "mit denen reden wir nicht" zu grölen.
Hat bei beiden Parteien nicht funktioniert, weil es den Wählern dieser Parteien signalisiert hat, dass ihre Probleme völlig wurscht sind und niemanden interessieren.
Und bei der AfD wird es auch nicht funktionieren - nur dass die im Gegensatz zu Grünen und PDS eben nicht die Verbesserung der bestehenden Gesellschaftsordnung und/oder der Lebensbedingungen bestimmter Teile der Bevölkerung anstreben, sondern den Umsturz, gern auch gewaltsam.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Juni 2024, 15:10:10
Ach bitte @Signor Rossi...
Hast du meinen Beitrag nicht richtig gelesen? Da steht explizit: "die Union unter Merkel hat vieles in die Scheiße geritten".

Zitat
Das derart viele auf den Populismus von AFD und CDU hereinfallen ist ebenfalls alarmierend.
Immer wieder erfrischend zu sehen, wie man den politischen Gegner mit Nennung der AfD diffamieren will. Als wären SPD und Grüne nicht auch populistisch unterwegs.

Zitat
Das was SPD und Grüne am meisten auf die Füße fällt ist einerseits die Schuldenbremse die an sich eine Absurdität ist und Andererseits die FDP mit einem Lindner der auch nur die alte Leier kennt von der Markt löst schon alles und Schulden gleich schlecht.
Das hört man oft von SPD und Grünen, alle anderen sind Schuld, die Politik von rot-grün ist eigentlich toll (wird nur nicht toll genug erklärt) und könnte noch toller sein, wenn nur die Schuldenbremse und die böse FDP nicht wären.

Die Schuldenbremse ist genau richtig und im Sinne der jungen Generationen, die müssen das nämlich am Ende bezahlen. Der Schuldendienst liegt bei knapp 40 Mrd. EUR jährlich, das ist schon jetzt der viertgrößte Posten im Haushalt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Juni 2024, 15:25:46
Sag mir bitte, dass das Ironie sein sollte.
Ist es nicht, die Linken geben den Ton an, in den Medien, an den Universitäten, in den Schulen und alles was nicht links ist wird verleumdet.

Ausgerechnet die Union, die unter Merkel ja auch einen Linksdrall hatte und die kleine FDP sollen uns "in ein neoliberales, nationaltümelndes Gebilde" führen, natürlich zusammen mit der AfD, was auch nur pure Diffamierung der Union und der FDP ist.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass wir auf ein "rassistisches, ultranationales, asoziales Europa" zusteuern, EVP, S&D und RE haben eine komfortable Mehrheit, die Richtung, in die die EU steuert, wird sowieso nicht im Parlament entschieden, sondern in den Hinterzimmern ausgeklüngelt.

Ich stimme dir aber zu, dass die etablierten Parteien von CSU bis LINKE sich das Erstarken von AfD und BSW, wegen der völligen Ignoranz gegenüber der eigenen Bevölkerung und deren Problemen, als Verdienst aufs Revers heften müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.Juni 2024, 16:31:45
Ist es nicht, die Linken geben den Ton an, in den Medien, an den Universitäten, in den Schulen und alles was nicht links ist wird verleumdet.

Woran machst du das fest? Menschen, die politisch eher links stehen, sehen in den letzten Jahren eine Diskursberschiebung nach rechts inklusive einer Verschiebung der Grenzen des Sagbaren. Beides muss sich nicht zwingend widersprechen, mich würden trotzdem handfeste Gründe interessieren, wie du zu deinem Schluss kommst.

Meine persönliche Beobachtung: Politische Diskussionen werden immer seltener inhaltlich und immer mehr ideologisch geführt, was wiederum Polarisierung und Populismus befördert. Ob Merkels inhaltliche Entkernung der Politik den Anstoß dazu gab? Könnte zumindest einen Beitrag zum deutschen Weg in den Massenpopulismus geleistet haben. Ist aber vielleicht eher eine Meta-Diskussion.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 11.Juni 2024, 19:40:22
Sag mir bitte, dass das Ironie sein sollte.
Ist es nicht, die Linken geben den Ton an, in den Medien, an den Universitäten, in den Schulen und alles was nicht links ist wird verleumdet.

Ausgerechnet die Union, die unter Merkel ja auch einen Linksdrall hatte und die kleine FDP sollen uns "in ein neoliberales, nationaltümelndes Gebilde" führen, natürlich zusammen mit der AfD, was auch nur pure Diffamierung der Union und der FDP ist.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass wir auf ein "rassistisches, ultranationales, asoziales Europa" zusteuern, EVP, S&D und RE haben eine komfortable Mehrheit, die Richtung, in die die EU steuert, wird sowieso nicht im Parlament entschieden, sondern in den Hinterzimmern ausgeklüngelt.

Ich stimme dir aber zu, dass die etablierten Parteien von CSU bis LINKE sich das Erstarken von AfD und BSW, wegen der völligen Ignoranz gegenüber der eigenen Bevölkerung und deren Problemen, als Verdienst aufs Revers heften müssen.

Punkt 1:
Allzuviel "links" sehe ich in der Gesellschaft nicht.
Ich sehe etliche Einzelpersonen und Interessengruppen, die sich selbst als "links", "progressiv", "woke" etc bezeichnen und (da geb ich Dir recht) unliebsame Positionen gern mal mit Totschlag-Labels wie "diskriminierend", "rechtsextrem", "antisemitisch" etc abbügeln, um nicht in eine inhaltliche Diskussion auf argumentativer Ebene gehen zu müssen.
Aber erstens ist es kein Alleinstellungsmerkmal von "Linken", Andersdenkende zu diffamieren und zweitens ist es nicht unbedingt links, die kleine Person (früher: "den kleinen Mann") samt deren existentiellen Problemen zu ignorieren.
Natürlich heißt "linke Politik" nicht einfach nur "für die Kleinen" - aber das ist ein zentrales Wesensmerkmal. Zumindest mal gewesen.
Heute wird links immer öfter "nur" mit "Klima, Gender, Migration" übersetzt. Alles wichtige Themen (!) - aber da fehlt eben etwas ganz entscheidendes.
Mehreres sogar.
Denn neben "den kleinen Leuten" fehlt zB auch die Friedenspolitik, nur so als Denkanstoß.

Punkt 2:
Die FDP als neoliberal zu bezeichnen, ist keineswegs Diffamierung, sondern für große Teile der Partei einfach Fakt. Und dass FDP + Ausländerhaß = AfD ist, ist zwar polemisch deutlich überspitzt, aber auch keine Diffamierung, da die AfD im Kern ebenfalls straff neoliberal ist (was die vielen Wählerstimmen aus dem Arbeiter-und Angestelltenmilieu noch ein bißchen absurder macht als sie eh schon sind.)
Die Union (zu der die CSU als Krawallschachtel nunmal dazugehört!) ist auch nicht als Ganzes nach links gerückt, auch wenn der Kreis um Merkel das durchaus subtil so zu verkaufen versucht hat ("konservativ, aber mehr in der Mitte, und sozialer natürlich, aber werteverbunden", ja wat denn nu?).
Und Friedrich Merz könnte locker auch in der FDP Karriere machen, seine Positionen fallen dort kaum aus dem Rahmen.

Dass ich CDU, FDP und AfD in einen Topf werfe, hatte aber noch einen anderen Grund: diese drei Parteien werden mittelfristig (innerhalb der nächsten 2-3 Legislaturperioden, falls das generelle System unserer parlamentarischen Demokratie bis dahin überhaupt noch so existiert) in der einen oder anderen Konstellation mindestens auf Landesebene koalieren, davon bin ich fest überzeugt. Entweder CDU/AfD oder CDU/FDP/AfD wird leider Realität werden.
Die ersten leisen Testballons für Annäherungen haben wir ja mit Wortmeldungen und Nebensätzen in Politikerreden schon gehört...

Punkt 3:
Zitat
Ich halte es für unwahrscheinlich, dass wir auf ein "rassistisches, ultranationales, asoziales Europa" zusteuern, EVP, S&D und RE haben eine komfortable Mehrheit,

Das ist ja durchaus fein, dass sie eine komfortable Mehrheit haben. Aber zum einen fehlt in Deinem zitierten Satz das "noch" und zum anderen werden die nationalistischen Stimmen in mehreren Ländern lauter und lauter.
Was machen wir denn mit dem "einigen" Europa, wenn Melonis Italien, Le Pens Frankreich, Wilders' Niederlande und noch ein, zwei Mittelgewichte den Austritt beschließen?
Bleiben wir dann mit den wirtschaftlich schwächeren Nationen in einem Resteuropa - oder führen uns die AfD und die nationalistischen Kräfte in der Union in ein neues Nationalstaatszeitalter (freundlich begleitet von der BILD und Hans-Werner Sinn)?
Ich traue mich dazu keine "so kommts auf jeden Fall!"-Prognose abzugeben, wohin unser Land dann steuert - aber wenn ich wetten MÜSSTE, würde ich mein Geld eher auf "zurück zum deutschen Nationalstaat" als auf "Deutschland als Anführer und finanzielle Basis Resteuropas" setzen....  :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 12.Juni 2024, 00:11:30
@SignorRossi du hast persönlich zuviel Friedrich Merz in deinen Aussagen. Allgemein lässt du das Verständnis für den Unterschied zwischen Staat und privater Wirtschaft vermissen, wie eben auch ein Merz oder Herr Lindner.
Auch das Rumwerfen mit absoluten Zahlen höre ich auch von CDU Politikern zu gerne. Klingt ja auch erstmal super 40 Milliarden. Im Vergleich zum BIP von Deutschland von 4 Billiarden sind deine 40 Milliarden absolut gar nichts. 
Genauso dieses verblödete "Die Schulden müssen die Jungen bezahlen". Also lieber alles kaputt sparen, der Jugend keine Zukunft bieten alles verroten lassen und gleichzeitig auch nichts ins Bildungssystem investieren oder Neuartige Technologien investieren. Immerhin kann man dann der Jugend ja am Ende sagen hey wir wollten keine Schulden machen. Aber übrigens ihr müsst unsere Rentenerhöhung zahlen. Nehmt doch ein paar Schulden dafür auf. ::)
 
Ein Staat funktioniert komplett anders als ein Unternehmen. Dabei ständig mit dem ausgeglichenen Haushalt zu kommen ist einfach bullshit und zeugt von Volkswirtschaftlichen denken der 80 und 90er Jahre. Genau dort ist ein Friedrich Merz übrigens auch hängen geblieben.

Mal davon ab das die Einführung der Schuldenbremse nach der Bankenkrise 2008 sowieso eine typische Deutsche Überreaktion war. Huch der Privatsektor ist ziemlich in der Klemme also führen wir eine Schuldenbremse für uns als Staat ein. Ach momentmal wir hatten 2008 keine Staatenkrise egal verkauft sich gut wenn wir weiter von der schwarzen Null reden und der normale Deutsche kapiert eh nicht den Unterschied zwischen Staaten und Unternehmen.  ::)

Was hat es gebracht ? Bahnnetz marode, Brücken marode, Schulen marode, Gesundheitssystem marode, Straßen marode, Wirtschaft im Eimer. Die Jugend dankt es Merkel und Schäuble sicher immernoch das wir in Deutschland im Jahr 2024 in praktisch allen Bereichen einen Investitionsstau haben und ihre Zukunftsaussichten schlechter sind als vor 20 Jahren.
Danke Schwarze Null. Und übrigens hätte Deutschland in den vergangenen Jahrzehnt Schulden zu MINUSZINSEN aufnehmen können. Auch da freut sich sicher die Jugend das man da lieber auf eine Schwarze Null behaart hat und jetzt die Kredite wieder zu den guten 5-7% aufnimmt um die ganze Marode Infrastruktur zu reparieren. Wäre für die Anleger ja auch unzumutbar gewesen.  ::)

Hauptsache man hält den Maastricht Vertrag ein der über 30 Jahre her ist, bei dem man sich auf eine willkürliche Zahl ohne wissentschaftlichen Hintergrund geeinigt hat und das Jahrelang in Europa niemand interessiert hat.
Aber war spät und maximal 3% vom BIP klingt auch wie eine schöne runde Zahl.

Ich frag mich wie die Japaner mit einer Verschuldungsquote von 252,4 klar kommen. Bei denen müssen ja auch Bürgerkriegsähnliche zustände herrschen und das bei konstanter Inflation.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 12.Juni 2024, 02:35:16
@ Noergelgnom : Dass die progressiven Pseudo-Linken (Wokies) nicht links sind, das vertreten durchaus einige. Selbst sehen sie sich allerdings als Links und moralisch überlegene Menschen. Ist ja auch wichtiger, dass man 477 Geschlechter in ein Gesetz schreibt, während die Hälfte der Bevölkerung kaum über die Runden kommt. Und diese Wokies geben in den Medien tatsächlich den Ton an und werden gemeinhin als links gesehen, woher dann auch die Einordnung kommt, dass die Medien links sind. 
Auch dass die AFD neoliberal ist hast du richtig erkannt. Sie ist aber (das muss man sich vorstellen) immernoch mehr Arbeiterpartei als die sPD, die eine reine Selbstbedienungspartei geworden ist.


@Kn0xv1lle :
Die Schuldenbremse ist vernünftig. Vielleicht einfach mal mit dem Geld vernünftig wirtschaften und das Geld nicht sinnlos zum Fenster rausschmeißen wäre ein Anfang. Deutschland hat im Jahr 2023 915,8 Mrd. Euro Steuern eingenommen und kommt noch nicht aus. Warum nicht? Wir verschwenden Geld für komplett sinnbefreite Dinge. Wir geben verdammte 777 Mio. Euro für die Erweiterung des Kanzleramtes aus !!! Die Baukosten pro m² Nutzfläche werden bei 27650 Euro/m² liegen. Für ein normales Bürogebäude werden im Normalfall 2500 Euro pro m² veranschlagt. Ist übrigens teurer als die Kraftstoffsubvention für die Bauern... Die Kosten für den Bundeskanzler und das Bundeskanzelamt sind übrigens nur schlappe 3,9 Mrd. Euro + 1,2 Mrd. für den Bundestag. Das sind 5 Mrd. im Jahr...


Wisst ihr wofür wir auch viel Geld ausgeben : Gender Budgeting (die ganzen Gender Studies-Studenten müssen ja mit Jobs versorgt werden). Kosten im Jahr 2023 : 4,559 Mrd. Euro...


Und hier sieht man wie wir bis zu 4,5 Mrd. in der Umweltpolitik in den Sand setzen https://www.fr.de/politik/betrugsverdacht-beim-klimaschutz-trotz-warnungen-milliarden-an-konzerne-gezahlt-zr-93122965.html#:~:text=Der%20Schaden%20könnte%20sich%20auf,den%20Klimaschutzauflagen%20für%20Öl-Konzerne. (https://www.fr.de/politik/betrugsverdacht-beim-klimaschutz-trotz-warnungen-milliarden-an-konzerne-gezahlt-zr-93122965.html#:~:text=Der%20Schaden%20könnte%20sich%20auf,den%20Klimaschutzauflagen%20für%20Öl-Konzerne.)


"Demokratie leben!" kosten pro Jahr 212 mio. Euro. Effekt : Wenig bis gar nicht. Aber viele den Grünen nahestehende Personen und Projekte werden damit gefördert. Nannte man früher Vetternwirtschaft, konnte die cDU auch sehr gut aber nicht in der Perfektion und Skrupellosigkeit wie die Ampel.


2022 haben wir für Zinsen (keine Tilgung) 15,26 Mrd. Euro ausgeben, letztes Jahr 38,54 Mrd. Euro. Alles klar, lasst uns weiter Schulden aufnehmen, wir können ja die Steuern erhöhen, die sind in Deutschland ja sehr niedrig (Belgien hat in Europa sogar noch höhere, sonst keiner).
Und das kann man Seitenweise fortsetzen...


Wir reden übrigens nur vom Bund. Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland war 2023 : 1951,9 Mrd. Euro oder etwa die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleitung. Und trotzdem kommt man mit dem Geld nicht aus.









Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 12.Juni 2024, 08:07:57
Wisst ihr wofür wir auch viel Geld ausgeben : Gender Budgeting (die ganzen Gender Studies-Studenten müssen ja mit Jobs versorgt werden). Kosten im Jahr 2023 : 4,559 Mrd. Euro...

Ja wirklich ungeheuerlich, dass man Firmengründungen, Quereinstiege oder Weiterbildungen, aber auch Kinderbetreuung fördert…
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 12.Juni 2024, 09:14:22
Auch das Rumwerfen mit absoluten Zahlen höre ich auch von CDU Politikern zu gerne. Klingt ja auch erstmal super 40 Milliarden. Im Vergleich zum BIP von Deutschland von 4 Billiarden sind deine 40 Milliarden absolut gar nichts. 

Dein gesamter Beitrag disqualifiziert sich leider schon durch diese eine Aussage selbst - zehn Sekunden Recherche reichen dafür:

Zitat
Nominal, also ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland kräftig gewachsen betrug im Jahr 2023 rund 4,12 Billionen Euro.

(Quelle: https://de.statista.com/themen/26/bip/#topicOverview )

Ein Prozent vom BIP klingt dann doch schon ein bißchen anders als Nullkommairgendwas Promille.  ;)


Abgesehen davon gebe ich Dir recht, dass die Schuldenbremse nur eins beweist - dass nämlich ihre Verfechter vielleicht ein dickes Bankkonto besitzen, aber nicht verstanden haben, wie es zustandekommt.  ::)
Aber das zB die FDP zwar die Phrase von der "unsichtbaren Hand" daherplappern kann, aber keine Ahnung hat, was Adam Smith an Bedingungen dazu postuliert hat, ist ja nun auch ein alter Hut.

Die Zustände im Bahn- oder Gesundheitswesen haben übrigens nur wenig mit der Schuldenbremse zu tun, sondern mit der Privatisierung dieser Bereiche und dem Profitwahn der neuen Eigentümer.
(Kann man übrigens schön auch an den USA, GB oder Australien sehen, die die Bahn Jahre vor uns auch privatisiert haben...)

Und das gleiche gilt übrigens für die Pflegeversicherung - dank der Maschmeyer/Schröder-Mauschelei. Dass gerade Ersterer statt hinter schwedischen Gardinen zu sitzen noch immer für eine Lichtgestalt gehalten und sogar ins Fernsehen gelassen wird, ist ein absoluter Skandal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 12.Juni 2024, 10:57:58
Wisst ihr wofür wir auch viel Geld ausgeben : Gender Budgeting (die ganzen Gender Studies-Studenten müssen ja mit Jobs versorgt werden). Kosten im Jahr 2023 : 4,559 Mrd. Euro...

Ja wirklich ungeheuerlich, dass man Firmengründungen, Quereinstiege oder Weiterbildungen, aber auch Kinderbetreuung fördert…


Für alles das gibt es Programme, die nicht geschlechterdiskriminierend sind...


Zitat
Nominal, also ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland kräftig gewachsen betrug im Jahr 2023 rund 4,12 Billionen Euro.

(Quelle: https://de.statista.com/themen/26/bip/#topicOverview (https://de.statista.com/themen/26/bip/#topicOverview) )

Ein Prozent vom BIP klingt dann doch schon ein bißchen anders als Nullkommairgendwas Promille.  ;)
Wenn ich auf den Link Klicke steht dort kein Wirtschaftswachstum, sondern ein Schrumpfen um 0,3% im Jahr 2023 und ein erwartetes Wachstum von 0,1% (Prognose vom März 2024) in diesem Jahr.
Die Industrieproduktion (wir sind ein Exportland) geht seit Mitte 2021 übrigens zurück und der Trend beschleunigt sich immer weiter. Das nennt sich Deindustrialisierung. Nur der Januar und Februar fallen meist gut aus, ansonsten geht es beständig runter.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 12.Juni 2024, 11:20:37
Zitat
Nominal, also ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland kräftig gewachsen betrug im Jahr 2023 rund 4,12 Billionen Euro.

(Quelle: https://de.statista.com/themen/26/bip/#topicOverview (https://de.statista.com/themen/26/bip/#topicOverview) )

Ein Prozent vom BIP klingt dann doch schon ein bißchen anders als Nullkommairgendwas Promille.  ;)
Wenn ich auf den Link Klicke steht dort kein Wirtschaftswachstum, sondern ein Schrumpfen um 0,3% im Jahr 2023 und ein erwartetes Wachstum von 0,1% (Prognose vom März 2024) in diesem Jahr.
Die Industrieproduktion (wir sind ein Exportland) geht seit Mitte 2021 übrigens zurück und der Trend beschleunigt sich immer weiter. Das nennt sich Deindustrialisierung. Nur der Januar und Februar fallen meist gut aus, ansonsten geht es beständig runter.

Ich hab ja auch nicht behauptet, dass da irgendwas von Wirtschaftswachstum steht (oder dass sich das Zitat überhaupt auf Aussagen von Dir bezieht).
Ich habe kn0xville zitiert, der von einem BIP von 4 Billiarden gesprochen hat - und seine Aussage mit dem Link/Zitat widerlegt.  ;)

Zu Deinem "Deindustrialisierung!"-Vorwurf: die Exportwirtschaft schrumpft also?
Gut so!, kann ich da nur sagen.
Was wir brauchen, ist eine Abkehr von der zutiefst schädlichen Exportfixierung auf dem Rücken von Binnennachfrage und Lohnentwicklung hierzulande.
Unser Titel als Exportweltmeister hat uns über die letzten Jahre mehr Probleme eingebracht als er gelöst hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Juni 2024, 13:03:33
Wisst ihr wofür wir auch viel Geld ausgeben : Gender Budgeting (die ganzen Gender Studies-Studenten müssen ja mit Jobs versorgt werden). Kosten im Jahr 2023 : 4,559 Mrd. Euro...

Ja wirklich ungeheuerlich, dass man Firmengründungen, Quereinstiege oder Weiterbildungen, aber auch Kinderbetreuung fördert…


Für alles das gibt es Programme, die nicht geschlechterdiskriminierend sind...


Was ist überhaupt Gender Budgeting? Und was ist an Gender Budgeting geschlechterdiskriminierend ? Hast du ne Quelle, auf die sich deine Aussagen beziehen? Ich würde mich dazu gerne etwas einlesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 12.Juni 2024, 13:41:06
Wisst ihr wofür wir auch viel Geld ausgeben : Gender Budgeting (die ganzen Gender Studies-Studenten müssen ja mit Jobs versorgt werden). Kosten im Jahr 2023 : 4,559 Mrd. Euro...

Ja wirklich ungeheuerlich, dass man Firmengründungen, Quereinstiege oder Weiterbildungen, aber auch Kinderbetreuung fördert…


Für alles das gibt es Programme, die nicht geschlechterdiskriminierend sind...


Was ist überhaupt Gender Budgeting? Und was ist an Gender Budgeting geschlechterdiskriminierend ? Hast du ne Quelle, auf die sich deine Aussagen beziehen? Ich würde mich dazu gerne etwas einlesen.

https://www.esf.de/portal/SharedDocs/Publikationen/gender_budgeting_bericht_2023.html

Wenn ich das richtig gesehen habe, verschiedene Förderproramme zu den bereits erwähnten Themen. In Annetraht der finanziell ähnlichen Aufteilung auf Männer und Frauen kann ich den Diskriminierungsvorwurf auch nicht nachvollziehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 12.Juni 2024, 16:30:44
Nehm es mir nicht übel @Noergelgnom aber was genau an meinem Beitrag diskreditiert mich ? Weil ich mich um 00:01 nachts verschrieben habe ? Ja du hast Recht das BIP beträgt 4 Billionen und nicht Billiarden das ist natürlich offensichtlich. Ändert aber nichts am Kern meiner Aussage das dieses Rumwerfen mit absoluten Zahlen immer Einschüchtern soll aber auch im Vergleich zum BIP gesehen werden sollte.

@TNDO dein Argument für die Schuldenbremse ist also das man vernünftig wirtschaften soll.  ::) Puh hast du meinen Beitrag überhaupt gelesen und verstanden ? Habe ich irgendwo geschrieben man solle jetzt jedem Deutschen 1 Million Euro auszahlen oder einen Palast aus Gold bauen ? Oder das man keine Kritik daran üben darf wofür Geld ausgegeben wird ? Ein Staat ist kein Unternehmen. Ausgeglichen Wirtschaften bedeutet man entzieht der Privatwirtschaft Geld, was dieser dann nicht zur Verfügung steht. Dementsprechend sind Schulden per se nichts schlechtes. Natürlich muss Geld sinnvoll genutzt werden das bestreitet niemand.

Ich sehe also nicht wie das was du da aufzählst auch nur irgendwas mit der Schuldenbremse zu tun hat oder meinen Argumenten widerlegt wieso die Schuldenbremse quatsch ist. Fakt ist die Schuldenbremse löst nicht das Problem sie wird zu einem. Große Außerplanmäßige Investitionen in die Zukunft ? Nicht möglich. Aussetzen der Schuldenbremse nur möglich wenn die Krise schon eingetreten ist. Der Irsinn dieser Argumentation sollte einem doch klar werden.

Das ist so als wenn ein Asteroid auf die Erde zufliegt und Deutschland in 30 Jahren treffen würde. Wir müssten jetzt sofort 10 Billionen locker machen um das zu verhindern und jemand kommt und sagt wir haben aber die Schuldenbremse. Die 10 Billionen können wir erst locker machen wenn der Asteroid Deutschland getroffen hat.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 13.Juni 2024, 08:33:49
Das ist so als wenn ein Asteroid auf die Erde zufliegt und Deutschland in 30 Jahren treffen würde. Wir müssten jetzt sofort 10 Billionen locker machen um das zu verhindern und jemand kommt und sagt wir haben aber die Schuldenbremse. Die 10 Billionen können wir erst locker machen wenn der Asteroid Deutschland getroffen hat.  ::)

Mit dieser Aussage vergleichst du aber Äpfel mit Birnen.

Danke Schwarze Null. Und übrigens hätte Deutschland in den vergangenen Jahrzehnt Schulden zu MINUSZINSEN aufnehmen können. Auch da freut sich sicher die Jugend das man da lieber auf eine Schwarze Null behaart hat und jetzt die Kredite wieder zu den guten 5-7% aufnimmt um die ganze Marode Infrastruktur zu reparieren. Wäre für die Anleger ja auch unzumutbar gewesen.  ::)

Bezüglich der Schuldenbremse: Es ist ein Trugschluss von dir, dass keine neuen Kredite aufgenommen wurden. Während der Zeit des Niedrigzins/Strafzins des EZB wurden neue Schulden aufgenommen. Es war jedoch leichter, im Rahmen der schwarzen Null zu bleiben, da nahezu keine Zinsen on Top zu den Krediten gekommen sind.
Und dass die Infrastruktur marode ist, liegt zum größten Teil nicht an den fehlenden Investitionen, sondern an dem großen Rattenschwanz der Bürokratie, welcher auch einen großen Teil der Kosten verursacht - Deswegen sage ich: Deutschland verwaltet sich zu Tode. Dadurch dauert bspw. der Bau einer Brücke in Deutschland mindestens 10 Jahre (eher Richtung 15-20 Jahre).

Dazu ein interessanter Artikel:

https://www.dvz.de/politik/detail/news/deutschland-tempo-beim-bau-von-autobahnbruecken-geht-das.html (https://www.dvz.de/politik/detail/news/deutschland-tempo-beim-bau-von-autobahnbruecken-geht-das.html)

Bei der Bahn dauert es im Durchschnitt 20 Jahre, bis Bauprojekte erledigt sind.

Dazu ein Artikel:

https://sbahnkoeln.de/de/blog/wieso-dauern-bahn-bauprojekte-eigentlich-so-lange (https://sbahnkoeln.de/de/blog/wieso-dauern-bahn-bauprojekte-eigentlich-so-lange)

Sprich: man kann die aktuelle Situation und Investitionen diesbezüglich erst in ca. 20 Jahren bewerten.


Und bezüglich der Ampel: Du kannst aktuell nur die Entscheidungen berücksichtigen, die man als Sofortmaßnahmen deklarieren kann. Und ja manche/einige dieser Entscheidungen sind streitbar. Aber die zukunftsweisende Politik kann man erst in 10, 15, 20 Jahren beurteilen. Und alles was davon gut läuft, damit wird sich dann die zukünftige Regierung brüsten.
Aktuell bekommt die Ampel sehr viel Kritik bezüglich Themen, die man von 16 jährigen Regierung Merkel geerbt hat - und da kann man für die 12 Jahre SPD Beteiligung die SPD genauso für kritisieren. Mir kommen da allgemein die Vorgängerregierungen immer viel zu gut weg. Aber es ist auch ein leichtes, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn man nicht (mehr) Regierungsverantwortung trägt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 13.Juni 2024, 11:15:55
Eigentlich kann man alles erst langfristig bewerten. Siehe nicht erst die Politik der Merkel-Jahre im Verwaltungsmodus: "Wir schaffen das."

Und genau da fängt das langfristige Problem schon an...

Das ist fast so wie unter Fußballfans, wo der Mob nach einer Serie von 7 Spielen ohne Sieg vehement den Kopf des Trainers verlangt. Und danach als Heilsbringer den Neuen feiert -- der genauso vor ein paar Monaten woanders vor die Tür gesetzt worden ist. In der Bundesliga verulkt man das als Trainerkarussell. Das Parteienkarussell ist auch schon lange real.

Im Endeffekt ist es völlig egal, welche Art von Politik: Wir haben Nachhaltigkeitsampeln für so ziemlich alles. Vermutlich demnächst selbst Katzenstreu. Bloß für politische Dienstleistungen und Dienstleister? Nö.  Das ist eigentlich die Achillesferse jeder Demokratie: Politik, die sowohl kurz- bis mittelfristig sofort greifen muss. Als auch Politik, die genauso bewertet wird. Auch deshalb so mittelgeil, weil langfristige Reformen desöfteren Maßnahmen erfordern, die kurzfristig eher nicht so populär sind... und Mittel bindet, von denen erst künftige Generationen was haben werden. In Jahren. Jahrzehnten.

Populistische Dackelclubs werden das immer für sich zu nutzen wissen: "Seht her, die nehmen euch euer Schnitzel weg!" Und Aufbau ist da was schwierig -- egal ob in Ost oder West. Nord oder Süd.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.Juni 2024, 11:31:06
Wie war das nach der Wende? Lafontaine mahnte, der Wiederaufbau würde Jahrzehnte dauern, Kohl versprach "blühende Landschaften im Osten". Ergebnis bekannt.

Kann man aus der Misere irgendwie raus oder muss man als Partei das Spiel des kurzfristigen Denkens mitspielen, um überhaupt eine Chance auf nennenswerte Prozentpunkte zu haben? Eigentlich wäre es ja sogar im Interesse der Parteien, eine gewisse Transparenz in Sachen Langfristigkeit (oder meinetwegen Nachhaltigkeit) herzustellen. Jedenfalls in einer idealen Demokratie. Und es wäre Aufgabe der Medien, sowas besser herauszuarbeiten. Passiert alles nicht. Wieso? Zu komplex? Verfängt nicht bei der Masse der Wahlberechtigten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 13.Juni 2024, 13:13:27
Die Politik versprach einem vieles... Das größte Problem ist der Lobbyismus in Parteien - gegen eine großzügige Spende ist da einiges möglich. Bestes Beispiel: Ein BMW-Großaktionär hat der Union eine Großspende in Höhe von 700000€ geleistet, was an und für sich kein Problem darstellt. Wenn das ganze aber in eine Zeit fällt, in der man plant in der EU strengere Abgasnormen einzuführen und die Union dies verhindert... dann hat das zumindest einen sehr bösen Beigeschmack und lässt Interpretationsspielraum.

Anmerkung: Dass ich die Union hier als Beispiel nenne, ist kein Grund gegen die Union zu schießen, sondern weil mir der Fall spontan ins Gedächtnis gekommen ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 13.Juni 2024, 13:41:56
Zitat
Die etablierten Parteien müssen endlich mal die Kurve kriegen und vernünftige Politik machen und dann auch entsprechend kommunizieren.

Das scheint ja der Tenor hier und woanders zu sein.
Aber was ist denn vernünftige Politik? Ich denke, genau das Ringen um vernünftige Politik, das ist Politik.
Das ist die Essenz des Politischen.
Die Ampel (was hat man denn erwartet in dieser Konstellation?) bekämpft sich mehr selbst als den Gegner. Wenn ich Lindner nicht gekannt hätte, würde ich denken: Hey, der ist in der Opposition.

Und zur inhaltlichen Seiten von "vernünftiger Politik".
Wenn Mitte/Links-Parteien das tun, was sie für vernünftig halten, genau dann rennen viele zu den Rechten, weil  sie das alles halt für falsch halten. OK, das ist Demokratie, fair enough.
Merkwürdigerweise kam aber viele politischen Maßnahmen von links, die der typischen Wählergruppe der AfD super gefallen müssten:  Mindestlohn, Mietpreisbremse, Bürgergeld, Ausbildungsgarantie, Weiterbildungsgeld, Wohngelderhöhung, Ausgleich der kalten Progression.
Das ist: Linke Politik für rechte Wähler. Krass. ::)

Und was machen die Rechten? Ignorieren, missachten. Nur Migration dominiert alles, kann ich partiell nachvollziehen, aber von nem Linken kann ich da keine Politik erwarten, die soweit geht, dass die rechten Wähler sie goutieren und sich daraufhin von der AfD wegbewegen.
Ok, dann ist da noch Gendern. Superwichtig.  >:D Ich hätte die für materialistischer gehalten  :o

 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Juni 2024, 16:03:37
Zitat
Die etablierten Parteien müssen endlich mal die Kurve kriegen und vernünftige Politik machen und dann auch entsprechend kommunizieren.

Das scheint ja der Tenor hier und woanders zu sein.
Aber was ist denn vernünftige Politik? Ich denke, genau das Ringen um vernünftige Politik, das ist Politik.
Das ist die Essenz des Politischen.
Die Ampel (was hat man denn erwartet in dieser Konstellation?) bekämpft sich mehr selbst als den Gegner. Wenn ich Lindner nicht gekannt hätte, würde ich denken: Hey, der ist in der Opposition.

Und zur inhaltlichen Seiten von "vernünftiger Politik".
Wenn Mitte/Links-Parteien das tun, was sie für vernünftig halten, genau dann rennen viele zu den Rechten, weil  sie das alles halt für falsch halten. OK, das ist Demokratie, fair enough.
Merkwürdigerweise kam aber viele politischen Maßnahmen von links, die der typischen Wählergruppe der AfD super gefallen müssten:  Mindestlohn, Mietpreisbremse, Bürgergeld, Ausbildungsgarantie, Weiterbildungsgeld, Wohngelderhöhung, Ausgleich der kalten Progression.
Das ist: Linke Politik für rechte Wähler. Krass. ::)

Und was machen die Rechten? Ignorieren, missachten. Nur Migration dominiert alles, kann ich partiell nachvollziehen, aber von nem Linken kann ich da keine Politik erwarten, die soweit geht, dass die rechten Wähler sie goutieren und sich daraufhin von der AfD wegbewegen.
Ok, dann ist da noch Gendern. Superwichtig.  >:D Ich hätte die für materialistischer gehalten  :o


Da fällt mir ein Witz aus dem Programm von Semsrott ein.

Einige Privilegien als Mitglied im EU-Parlament:

Kurz gesagt: Das politische System hat sich für sich selbst einstimmig für Inhalte der linken Politik entschlossen. Nur den Wählern gönnen sie das in der Mehrheit nicht.  ;D

Das ist natürlich eine überspitzte Feststellung. Aber ich musste schmunzeln.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 13.Juni 2024, 18:29:14

Aber was ist denn vernünftige Politik? Ich denke, genau das Ringen um vernünftige Politik, das ist Politik.
Das ist die Essenz des Politischen.
Die Ampel (was hat man denn erwartet in dieser Konstellation?) bekämpft sich mehr selbst als den Gegner

Ich sehe das etwas anders. Politiker sind die Vertreter des Volkes, von daher haben die politischen Parteien das Volk in der Ganzheit zu vertreten. Das bedeutet nicht versteift auf die eigene Position sein, sondern Kompromisse zu finden, welche die komplette Wählerschaft abbildet, der man aber seinen eigenen Stempel aufdrückt.
Und was ich von der Ampel Konstellation erwartet habe? (Interne) Politische Diskussionen (welche nicht öffentlich ausgetragen werden) welche dazu führen auch mal über den Tellerrand hinaus zu blicken. Und speziell die FDP hätte dies besser handhaben müssen und nicht alles abnicken dürfen (zwar nach "öffentlicher Kritik), was von Grünen und SPD kam.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Juni 2024, 18:39:20
Woran machst du das fest?
An dem, was ich lese, höre, erlebe. Linke Themen dominieren überall und alles, was widerspricht wird als "rechts" stigmatisiert. Ich hätte mich aber präziser ausdrücken sollen, das mit dem Sozialismus ist eher eine mittelfristige Sache von pi mal Daumen einigen Jahrzehnten in der Zukunft, das was wir im Moment erleben sind die letzten Zuckungen anderer Weltanschauungen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Juni 2024, 18:40:27
Die FDP als neoliberal zu bezeichnen, ist keineswegs Diffamierung...
Selbstverständlich ist das diffamierend, besonders in dem man sie in einen Kontext mit der AfD rückt. Aber das kennt man von links, das ist Teil der Zermürbungsstrategie.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Juni 2024, 18:46:13
@SignorRossi du hast persönlich zuviel Friedrich Merz in deinen Aussagen.
Was dann wohl an deinem Textverständnis liegen muss.

Zitat
Im Vergleich zum BIP von Deutschland von 4 Billiarden sind deine 40 Milliarden absolut gar nichts. 
BIP != Steuereinnahmen, aus denen der Schuldendienst bedient werden muss. 4 Billiarden?

Hier fehlt mal wieder das grundlegendste ökonomische Wissen, aber anderen im Brustton der Überzeugung "verblödet" und "bullshit" entgegenschmettern, voll mein Humor O0

Zitat
Ich frag mich wie die Japaner mit einer Verschuldungsquote von 252,4 klar kommen.
Ja, das glaube ich gerne, dass du dich das fragst :)

Edit: das mit dem Vertrag von Maastricht ist auch sehr witzig. Das ist ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag, der soll halt einfach mal eben so gebrochen werden. Da bleibt einem die Spucke weg. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.Juni 2024, 19:18:03
Ganz allgemein wäre es schön, die Diskussion würde auf inhaltlicher und nicht persönlicher Ebene geführt. Unterschiedliche Meinungen sind gut und wichtig, aufs Persönliche abzielender Sarkasmus ist es nicht. Genausowenig wie die Diffamierung anderer Positionen als Blödsinn oder das Absprechen der Lesekompetenz.

Woran machst du das fest?
An dem, was ich lese, höre, erlebe. Linke Themen dominieren überall und alles, was widerspricht wird als "rechts" stigmatisiert. Ich hätte mich aber präziser ausdrücken sollen, das mit dem Sozialismus ist eher eine mittelfristige Sache von pi mal Daumen einigen Jahrzehnten in der Zukunft, das was wir im Moment erleben sind die letzten Zuckungen anderer Weltanschauungen.
Okay, das ist dein persönliches Erleben. Überträgt du das auf die gesamte Gesellschaft? Außerdem würde ich mich über konkrete Beispiele freuen, um verstehen zu können, was du meinst.

Edit: das mit dem Vertrag von Maastricht ist auch sehr witzig. Das ist ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag, der soll halt einfach mal eben so gebrochen werden. Da bleibt einem die Spucke weg. ::)
Ist das aber - überspitzt runtergebrochen - nicht deine Position zum Pariser Klimaabkommen? Das ist auch völkerrechtlich bindend. Du hast in der Vergangenheit aber bereits mehrfach sinngemäß gesagt, Deutschland solle sich deshalb nicht herunterwirtschaften, solange andere Staaten nicht ebenfalls ausreichend ihren Verpflichtungen nachkämen. Was effektiv einem Verstoß gegen das Pariser Klimaabkommen gleichkommt, selbst wenn man nicht öffentlich sagt, dass man es bricht. Ich bin weder für den Bruch des einen noch des anderen, zusammen passt das aber nicht, das musst du schon einräumen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Juni 2024, 19:54:51
Außerdem würde ich mich über konkrete Beispiele freuen, um verstehen zu können, was du meinst.
Welche konkreten Beispiele soll ich nennen? Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Medien in D, besonders der ÖR, links der Mitte sind.
In der Schule geht es auch immer weiter nach links. Beamte dürfen sich nicht weltanschaulich betätigen, trotzdem werden Lehrer ermuntert, mit ihren Klassen auf Klimademos oder Demos gegen "rechts" zu gehen.
Das setzt sich in den Unis fort, siehe unterirdische Anti-Israel-Proteste.

Zitat
Ist das aber - überspitzt runtergebrochen - nicht deine Position zum Pariser Klimaabkommen? Das ist auch völkerrechtlich bindend.
Das Pariser Klimaabkommen kann man ohne Probleme verlassen, daran ist rein gar nichts völkerrechtlich verbindlich.

Ich bin auch nicht gegen Klimaschutz und einen deutschen Beitrag dazu, ich bin aber gegen den derzeitigen Weg, der ist völlig sinnlos und kostet die Menschen viel zu viel Wohlstand. Deutschland hat seinen CO2-Ausstoß seit 1990 um weit über 40% reduziert, das sollen die großen Klimaverschmutzer erstmal nachmachen.

Jaja, ich weiß, China investiert so unglaublich viel in EE, das hier schon mitbekommen: https://www.welt.de/wirtschaft/plus251927850/Energiewende-Der-grosse-CO-Betrug-und-das-Versagen-einer-deutschen-Behoerde.html Leider mittlerweile hinter der Paywall, hier mehr: https://www.nzz.ch/international/klimaschutz-skandal-wie-deutschland-bei-china-projekten-getaeuscht-wurde-ld.1834881 Man kann natürlich glauben, dass bei anderen chin. Projekten nicht betrogen wurde, ich glaube aber, dass viele von denen nur gebaut wurden, um die Subventionen abzugreifen. Es spielt aber alles keine Rolle, solange deren CO2-Ausstoß nur eine Richtung kennt: nach oben.

The landscape of emissions continues to change. China’s total CO2 emissions exceeded those of the advanced economies combined in 2020, and in 2023 were 15% higher. India surpassed the European Union to become the third largest source of global emissions in 2023. Countries in developing Asia now account for around half of global emissions, up from around two-fifths in 2015 and around one‑quarter in 2000. China alone accounts for 35% of global CO2 emissions.
https://www.iea.org/reports/co2-emissions-in-2023/the-changing-landscape-of-global-emissions
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 13.Juni 2024, 21:52:37
Ist das aber - überspitzt runtergebrochen - nicht deine Position zum Pariser Klimaabkommen? Das ist auch völkerrechtlich bindend.
Das Pariser Klimaabkommen kann man ohne Probleme verlassen, daran ist rein gar nichts völkerrechtlich verbindlich.
Ein Staat kann genauso den Maastricht-Vertrag kündigen und aus der EU austreten. Das ist kein Kriterium, ob etwas völkerrechtlich bindend ist, oder nicht. Dazu:
Zitat
Zum ersten Mal haben 197 Staaten und die EU am 12. Dezember 2015 in Paris einen völkerrechtlich bindenden Vertrag beschlossen, um den Klimawandel zu bremsen und seine Auswirkungen abzufedern.
Quelle: https://www.lpb-bw.de/pariser-klimaabkommen (https://www.lpb-bw.de/pariser-klimaabkommen)

Entweder man erkennt völkerrechtlich bindende Verträge an und handelt entsprechend - oder man tut es nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 13.Juni 2024, 22:00:26
Die FDP als neoliberal zu bezeichnen, ist keineswegs Diffamierung...
Selbstverständlich ist das diffamierend, besonders in dem man sie in einen Kontext mit der AfD rückt. Aber das kennt man von links, das ist Teil der Zermürbungsstrategie.

In Ordnung, tolerier ich als Deine Meinung, ist ja ein freies Land.
Da Du das aber offenbar ernst meinst, ist eine weitere Diskussion aus meiner Sicht nicht sinnvoll.
Bin auch zu fassungslos, um drüber zu diskutieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 13.Juni 2024, 22:39:43


@TNDO dein Argument für die Schuldenbremse ist also das man vernünftig wirtschaften soll.  ::) Puh hast du meinen Beitrag überhaupt gelesen und verstanden ? Habe ich irgendwo geschrieben man solle jetzt jedem Deutschen 1 Million Euro auszahlen oder einen Palast aus Gold bauen ? Oder das man keine Kritik daran üben darf wofür Geld ausgegeben wird ? Ein Staat ist kein Unternehmen. Ausgeglichen Wirtschaften bedeutet man entzieht der Privatwirtschaft Geld, was dieser dann nicht zur Verfügung steht. Dementsprechend sind Schulden per se nichts schlechtes. Natürlich muss Geld sinnvoll genutzt werden das bestreitet niemand.

Die Gesamtsteuerquote ist fast 50% der Wirtschaftsleistung in Deutschland. Steuern werden der Privatwirtschaft und auch den Steuerzahlern entzogen. Kredite verschlimmern dann nochmal die soziale Ungleichheit. Den das Geld leiht sich der Staat ja nicht bei den Bürgern, sondern bei Banken. Davon profitieren die "Wohlhabenden". Und zu oft ist das von Links mit den Krediten einfach nur Bequemlichkeit. Man gibt mit vollen Händen aus, ohne Prioritäten. Von 4,5 Mrd. die wir in China wahrscheinlich als Betrug verloren haben und den anderen Sachen, die ich in meinem vorigen Post geschrieben habe, kann man verdammt viel für die Infrastruktur machen. Wenn man dann nochmal Anreize für Beschäftigung setzt, indem man die Deindustrialisierung nicht wissentlich beschleunigt, dann sinken auch unsere Sozialausgaben. Allein die Bauvorschriften verteuern sovieles und bringen sowenig. Du als Privatperson magst dich gerne überschulden, aber als Land geht das nicht gut auf Dauer, es sei denn, du inflationierst das weg (was Frankreich und der europäische Süden gerne machen, aber nicht mehr können wegen dem Euro). Wie genau das funktioniert, das würde den Rahmen hier wohl sprengen. Es geht halt auch darum, dass wir zu teuer sind wegen eine bürokratischen Dschungels an Verordnungen und Gesetzen und es kommt immer mehr dazu.


Zitat
Die etablierten Parteien müssen endlich mal die Kurve kriegen und vernünftige Politik machen und dann auch entsprechend kommunizieren.


Das scheint ja der Tenor hier und woanders zu sein.
Aber was ist denn vernünftige Politik? Ich denke, genau das Ringen um vernünftige Politik, das ist Politik.
Das ist die Essenz des Politischen.
Die Ampel (was hat man denn erwartet in dieser Konstellation?) bekämpft sich mehr selbst als den Gegner. Wenn ich Lindner nicht gekannt hätte, würde ich denken: Hey, der ist in der Opposition.

Und zur inhaltlichen Seiten von "vernünftiger Politik".
Wenn Mitte/Links-Parteien das tun, was sie für vernünftig halten, genau dann rennen viele zu den Rechten, weil  sie das alles halt für falsch halten. OK, das ist Demokratie, fair enough.
Merkwürdigerweise kam aber viele politischen Maßnahmen von links, die der typischen Wählergruppe der AfD super gefallen müssten:  Mindestlohn, Mietpreisbremse, Bürgergeld, Ausbildungsgarantie, Weiterbildungsgeld, Wohngelderhöhung, Ausgleich der kalten Progression.
Das ist: Linke Politik für rechte Wähler. Krass. ::)

Und was machen die Rechten? Ignorieren, missachten. Nur Migration dominiert alles, kann ich partiell nachvollziehen, aber von nem Linken kann ich da keine Politik erwarten, die soweit geht, dass die rechten Wähler sie goutieren und sich daraufhin von der AfD wegbewegen.
Ok, dann ist da noch Gendern. Superwichtig.  >:D  Ich hätte die für materialistischer gehalten  :o

Die kalte Progression ist sowieso eine Schweinerei, aber da ist die fDP die treibende Kraft. Wohngelderhöhung hilft mir als normalem Arbeiter nicht, ebenso wenig Bürgergeld. Ich sehe nur, dass Menschen teilweise mehr haben als Vollzeitarbeitende. Wenn das Links ist, dann lassen wir das lieber. Mindestlohn ist gut, aber der ist viel zu niedrig. 12,41 Euro bedeutet bei Vollzeit (163 Stunden) 2022 € Brutto pro Monat. Bedeutet dann so etwa 1700 Netto. Selbst hier auf dem Land bist du als Single bei 10 € Kalt pro m² im Monat. Angemessen sind 45 m², also 450 € Miete. Dann Nebenkosten wie Strom, Wasser, etc. kannst nochmal 250 € dazurechnen. Also 1000 €. Du willst ja was Essen, da bist du mit 200 € im Monat gut dabei, wenn du nicht nur Mist fressen willst. Bleiben 800 €. Davon solltest du Rücklagen bilden falls was unvorhergesehenes passiert und was zum Anziehen brauchst auch. Sind wir bei 650 €. Ein Handy und Internet wäre nicht schlecht, 600 €. Musst du zur Arbeit brauchst ein Auto. Nehmen wir an du zahlst 100 € für Leasing bzw. Kredit, weil du das Geld für den Autokauf nicht stemmen kannst. Hast noch 500 €. Der Einfachheit halber bekommst du eines geschenkt, das kostet aber Versicherung und Tanken (150 € für Versicherung und Tanken ist günstig). Bist schon bei 350 €. Davon kannst versuchen Freizeit/Urlaub zu finanzieren. Viel Glück dabei. Achso die Rentenlücke musst du davon auch noch schließen, weil Mindestlohn deine Rente richtig kaputt macht. Der wird die deutsche Binnenkaufkraft nicht befeuern, soviel ist sicher. Und deshalb müssen wir soviel exportieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Juni 2024, 22:44:36
Entweder man erkennt völkerrechtlich bindende Verträge an und handelt entsprechend - oder man tut es nicht.

Dann brecht halt das Grundgesetz und den Vertrag von Maastricht  O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 14.Juni 2024, 05:02:36
The landscape of emissions continues to change. China’s total CO2 emissions exceeded those of the advanced economies combined in 2020, and in 2023 were 15% higher. India surpassed the European Union to become the third largest source of global emissions in 2023. Countries in developing Asia now account for around half of global emissions, up from around two-fifths in 2015 and around one‑quarter in 2000. China alone accounts for 35% of global CO2 emissions.
https://www.iea.org/reports/co2-emissions-in-2023/the-changing-landscape-of-global-emissions

35% der CO2-Ausstöße -- bei einem Fünftel der Weltbevölkerung. Pro Kopf steht Deutschland kaum hintenan. Das wird dir der Chinese als Gegenargument bringen, nicht unberechtigt. Zumindest, solange das so ist. Da sind die USA viel weiter vorn. Letztlich wird das alles aber sowieso nur unter einen Hut zu bringen sein, wenn alle zusammenarbeiten... Was auch so ein Problem ist, bei dieser ganzen Nachhaltigkeitsdebatte (quer durch alle Ressorts). Wenn das schon national so ein Drama ist...

So oder so: Für Vergehen der Gegenwart würden zukünftige Generationen genauso zahlen wie wir für Vergehen unserer Vorgänger. "Kinder kriegen die Leute immer!" (Rente) ist z.B. für mich ganz klar so eins. Bzw. , dass nicht wirklich reagiert wurde, selbst als klar war: Isnichso. Den Schaden hat man jetzt, siehe die schon lange dreistelligen Milliardenbeiträge, die trotz der niedrigen Rentenniveaus ins System fließen, damit es nicht kollabiert. Und ein paar Klimaforscher hatten auch schon ein paar Jahre vor der Offensive in Richtung nachhaltiger Energie angemahnt (https://www.ardalpha.de/wissen/umwelt/klima/klimawandel/klimawandel-klimaforschung-geschichte-historisch-100.html). Klar: Hinterher sieht man alles aus anderer Perspektive. Trotzdem, in der Summe häuft sich das alles. Wirklich gehandelt wird gefühlt immer erst dann, wenns allerhöchste Eisenbahn ist. Kostet dann halt eben was mehr. Anstrengung. Überzeugungsarbeit. Geld -- und Popularität an die "Die nehmen euch eure Schnitzel weg!"-Populisten. Die stetig nur darauf warten, dass es soweit kommt.  (https://www.nw.de/nachrichten/panorama/22870084_AfD-Sprecher-Muessen-dafuer-sorgen-dass-es-Deutschland-schlecht-geht.html) Denn das ist der AfD-Slogan "Unser Land zuerst!" für den Stammtisch übersetzt: "Finger weg von meinem Schnitzel, du K*n*k!"

Ist das umkehrbar? Ich weiß es nicht. Ich vermute, dass zumindest Menschen mit Kindern nicht nur an ihr eigenes Wohlergehen im Heute denken. An ihr täglich Schnitzel Unser (das für viele Rentner sowieso unleistbar ist). Mit Pommes, zweifacher Familienkutsche und Bierchen. Zumindest gelegentlich. Aber das alles steckt im Menschen drin. Es ist absolut keine Bosheit. Aber es ist trotzdem die versteckte Achillesferse einer Demokratie. Findet im öffentlichen Diskurs meistens unter Kampfbegriffen wie "Generationengerechtigkeit" statt. Und ist damit oft verbraucht, weil von Parteien aller Richtungen für ihre Anliegen instrumentalisiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Juni 2024, 06:53:56
Entweder man erkennt völkerrechtlich bindende Verträge an und handelt entsprechend - oder man tut es nicht.

Dann brecht halt das Grundgesetz und den Vertrag von Maastricht  O0

Wen meinst du damit? Ich habe klar gesagt, dass ich für die Einhaltung völkerrechtlich bindender Verträge bin. Es ist deine Position, die widersprüchlich ist: kn0xv1lle sagt, die 3% im Maastricht-Vertrag hätten jahrelang niemanden interessiert (will sagen: andere Länder haben sich nicht dran gehalten) und die Zahl sei ohnehin nicht wissenschaftlich fundiert festgelegt worden. Er impliziert damit, dass die Einhaltung dieses Teils von Maastricht nicht mehr zeitgemäß sei. Da bleibt dir die Spucke weg. Auf der anderen Seite hast du in Sachen Klimaschutz wiederholt bei diversen Diskussionen sinngemäß gesagt: Solange die größten Verschmutzer nicht genug machen, brauchen wir uns dabei auch nicht überanstrengen. Was effektiv bedeutet, den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen nicht nachzukommen, weil andere es auch nicht tun. Das ist schlicht Rosinenpickerei: Da, wo es zur eigenen politischen Überzeugung passt, ist der völkerrechtlich bindende Vertrag hoch und heilig, da, wo er Deutschland nach eigener Überzeugung zum Nachteil gereicht, muss man das nicht so eng sehen. Ich habe versucht, dir diesen Widerspuch aufzuzeigen. Mehr nicht.

Aber da du lieber mit einem zynischen Kommentar antwortest, anstatt dich inhaltlich mit diesem Widerspruch auseinanderzusetzen, ist es sinnlos, hier weiterzumachen. Vielleicht lerne ich es auch irgendwann tatsächlich noch. :-X

@KI-Guardiola: Guter Beitrag, der die Widersprüche und Absurdität so mancher Debatte gut zusammenfasst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 14.Juni 2024, 07:57:25
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20176/neoliberalismus/

Die FDP als neoliberal zu bezeichnen ist wirklich eine heftige Diffamierung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Juni 2024, 08:13:15
Pro Kopf steht Deutschland kaum hintenan. Das wird dir der Chinese als Gegenargument bringen, nicht unberechtigt.
Doch unberechtigt, weil die gesamte Dosis das Gift macht.

Aber okay, wenn der Pro Kopf-Ausstoß sooo wichtig ist, dann ist Deutschland noch unbedeutender, Platz 33 oder so, hier die Top 10:
Qatar
United Arab Emirates
Bahrain
Kuwait
Brunei
Trinidad and Tobago
Saudi Arabia
New Caledonia
Oman
Australia
https://ourworldindata.org/grapher/co-emissions-per-capita?tab=table

Zitat
Und ein paar Klimaforscher hatten auch schon ein paar Jahre vor der Offensive in Richtung nachhaltiger Energie angemahnt (https://www.ardalpha.de/wissen/umwelt/klima/klimawandel/klimawandel-klimaforschung-geschichte-historisch-100.html).
Dann hätte China gar nicht erst so einen wirtschaftlichen Aufstieg hinlegen dürfen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Juni 2024, 08:25:28
Es ist deine Position, die widersprüchlich ist...
Nein, ist sie nicht.

Zitat
kn0xv1lle sagt....
Yep. Und das ist dann Fakt, oder wie? So wie du mal einfach so unterstellst, ich würde den Pariser Vertrag "brechen" wollen. Was gar nicht nötig ist, weil man einfach so aus diesem Vertrag aussteigen kann. Und das sehr viel einfacher als aus der EU auszusteigen und das auch noch ganz ohne die negative Folgen, die ein EU-Ausstieg mit sich bringt.
Aber selbst wenn Deutschland wegen der Maastricht-Kriterien aus der EU aussteigen wollen würde (was völlig absurd ist), gäbe es da immer noch die böse Schuldenbremse im GG.

Und die Schuldenbremse wird auch bleiben, da können die Linken jammern und heulen wie sie wollen. Es ist ja auch nicht so, als würden gar keine neuen Schulden gemacht, im Gegenteil, 2024 sollen es wieder 39 Mrd. EUR sein:
Die Nettokreditaufnahme soll in diesem Jahr 39 Milliarden Euro betragen. Damit wird der maximal zulässige Betrag der Schuldenregel ausgeschöpft, aber nicht überschritten. 2023 hat der Bund Kredite im Umfang von 27,2 Milliarden Euro (vorläufiges Ist 2023) aufgenommen.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/tipps-fuer-verbraucher/faq-zum-bundeshaushalt-2244536#tar-9

Man muss eben auch mal lernen, mit dem Geld, das man zur Verfügung hat, auszukommen, die Milliarden fallen halt nicht vom Himmel, sondern müssen von immer weniger Menschen hart erarbeitet werden. Dann heißt es sparen, jeden EURO umdrehen und unsinnigen Kram streichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 14.Juni 2024, 09:41:49
Zitat
Wenn das Links ist, dann lassen wir das lieber.

Ich will das gar nicht inhaltlich bewerten. Als Analyst war meine Aussage nur: Die Politik der Parteien, die links sitzen, kommt wählerdemografisch auch un v.a. denen zugute, die überwiegend rechts wählen.
Bei der kalten Progression hast Du Recht, das war "anders" motiviert.

Zitat
Ich sehe das etwas anders. Politiker sind die Vertreter des Volkes, von daher haben die politischen Parteien das Volk in der Ganzheit zu vertreten.

Das ist die grundsätzliche Idee von "Volkspartei". Das Volk als Ganzes besteht aber aus vielen Individuen mit unterschiedlichen Interessen. Es gibt halt nicht den Volkswillen oder die eine evidente Lösung. Höchstens Cleavages anhand derer sich politische Richtungen aufzeigen lassen.
Kompromissbereit sollten sie trotzdem sein, das sehe ich auch so. Dazu sind die "Etablierten" ja nun quasi gezwungen, wenn sie auf verschiedenen Arten untereinander zusammenarbeiten müssen, um die AfD nicht ranzulassen.

Zitat
Aber es ist trotzdem die versteckte Achillesferse einer Demokratie.

Sehr schön. Eigentlich sogar doppelt doof.
Weil die Probleme, die man jetzt kostenintensiv angehen müsste, weiter weg sind als der nächste Wahltermin, traut sich keiner ran.
Die, die sich doch rantrauen, werden bestraft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Juni 2024, 11:21:55
Das ganze Rechts-Links-Gerede bringt doch überhaupt nichts, weil es am Inhalt vorbeiführt und nur polarisiert. Da werden dann Klimaschutz-Demos oder der Kampf gegen Rechtsextremismus als linke Themen geframed. Wozu eigentlich, wo soll das hinführen? Es trifft genau den Punkt, den ich vor ein paar Posts gemacht habe: Es wird fast nur noch ideologisch diskutiert, wobei jeder auf seiner Position beharrt. Inhaltlich kommt man so nicht voran und da das auch in der Politik Einzug hält, wundert mich der Zustand der Ampelregierung kein bisschen. Inhaltliche Widersprüche wird es immer geben und dann gilt es, entweder einen Konsens oder einen Kompromiss zu finden. Das funktioniert aber nur, wenn man eben auch inhaltlich diskutiert. Andernfalls sitzt vor jedem PC (oder Handy) jemand und schüttelt verwundert den Kopf. Das ist doch schade, denn dazu brauchen wir im MTF dann auch keine politischen Diskussionen mehr führen. Auf diese Art und Weise kann man auch auf X, in Kommentarbereich von Zeitungen oder sonstwo diskutieren. Ich persönlich brauche das hier nicht und bin dann tatsächlich der Meinung, dass wir den Teil des Forums schließen können. Ohne die Bereitschaft, auch mal andere Positionen einzunehmen und sich ein Stück weit zu bewegen, drehen wir uns hier immer weiter im Kreis und spammen nur das Forum voll.

In dem Sinne möchte ich nochmal einen vermittelnden Versuch starten:
kn0xv1lle sagt....
Yep. Und das ist dann Fakt, oder wie? So wie du mal einfach so unterstellst, ich würde den Pariser Vertrag "brechen" wollen. Was gar nicht nötig ist, weil man einfach so aus diesem Vertrag aussteigen kann. Und das sehr viel einfacher als aus der EU auszusteigen und das auch noch ganz ohne die negative Folgen, die ein EU-Ausstieg mit sich bringt.
Aber selbst wenn Deutschland wegen der Maastricht-Kriterien aus der EU aussteigen wollen würde (was völlig absurd ist), gäbe es da immer noch die böse Schuldenbremse im GG.
Ich habe nicht behauptet, dass das was kn0xv1lle sagt, Fakt ist. Ich habe dazu überhaupt keine Bewertung vorgenommen, sondern lediglich aufgezeigt, dass du zu zwei ähnlichen Umgangsweisen mit völkerrechtlich bindenden Verträgen unterschiedlich reagierst und mich gefragt, wie das zusammenpasst. Wie einfach es ist, aus einem völkerrechtlich bindenden Vertrag auszusteigen, darf in meinen Augen kein Kriterium dafür sein, ob man sich daran hält oder nicht. Ich gehe mal davon aus, dass du das genauso siehst. Im Übrigen habe ich auch nicht behauptet, du würdest das Pariser Klimaabkommen brechen wollen - sondern nur gesagt, dass deine bisherigen Aussagen im Bezug auf den Klimaschutz in Deutschland und das Klimaabkommen effektiv dazu führen würden, dass Deutschland seinen sich aus dem Abkommen ergebenden Verpflichtungen nicht nachkommen und damit Vertragsbruch begehen würde. Das ist ein Unterschied. Ich glaube dir ja, dass du für Klimaschutz bist und ich kenne deine Haltung dazu mittlerweile ganz gut, würde ich sagen (auch wenn ich anderer Meinung bin). Wir haben ja oft genug darüber geschrieben.

Im Übrigen kann auch das Grundgesetz geändert werden. Glücklicherweise nur mit satten Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat, was bedeutet, dass es dazu einen überparteilichen Konsens braucht. Der ist aktuell nicht in Sicht, trotzdem ist es legitim, dass Befürworter einer Aufweichung der Schuldenbremse dafür werben. Persönlich scheint es mir plausibel, mit Blick auf nachhaltig und langfristig wirksame Investitionen in die Zukunft der - ich nenne es mal so - Staatstruktur (z. B. Klimaschutz, Infrastrukturumbau) Ausnahmeregelungen zu schaffen, um Investitionen zu ermöglichen, bevor eine Krise eintritt. Ich sehe ebenso die Gefahr, das Land kaputtzusparen, was ebenso den Wohlstand künftiger Generationen gefährdet. Genauso finde ich aber auch die Gegenargumente nicht von der Hand zu weisen und sicher ist es richtig, dass man auch auf der Ausgabenseite kritisch prüfen muss, wo man sparen, Strukturen verschlanken und Investitionen sinnvoll(er) priorisieren kann. Und am Ende geht es doch genau darum: Prioritäten. Kurzfristig verschieben sich Prioritäten immer wieder, das sieht man ja jetzt an der Europawahl auch wieder. 2019 war Klimaschutz DAS bestimmende Thema, entsprechend auch die Ergebnisse der Grünen. Dieses Jahr waren es Sicherheit und Migration, auch wieder mit entsprechenden Wahlergebnissen. Die Frage, die sich mir da stellt, ist, kann sich die Politik überhaupt unabhängig(er) von diesen kurzfristigen Schwankungen machen und langfristige Prioritäten setzen, ohne dass direkt wieder der Großteil der Abgeordneten der Regierungspartei(en) Angst um ihr Mandat haben müssen - und deshalb dann eben doch wieder nur kurzfristig geplant und gedacht wird? Das geht ja im Grunde nur, wenn zu bestimmten Themen überparteiliche Konsense gefunden werden, die auch über Legislaturperioden hinweg ihre Gültigkeit behalten. Klimaschutz wäre so ein Thema. Migration als seit (mindestens) 9 Jahren schwelendes Thema sicherlich auch. Sicherheitspolitik dürfte in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten auch wieder eine größere Rolle spielen. Rentenpolitik sowieso. Um hier wirklich nachhaltig, sinnvoll und im Sinne der Bevölkerung zu Lösungen zu kommen, müssten sich mindestens mal Union, SPD, Grüne und FDP auf einen gemeinsamen Konsens zum jeweiligen Thema verständigen - und das, ohne es direkt wieder durch populistischen Unsinn zu torpedieren. Ob das möglich ist, weiß ich nicht. In jedem Fall wären es sehr dicke Bretter, die da gebohrt werden müssten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Juni 2024, 12:26:01
Da werden dann Klimaschutz-Demos oder der Kampf gegen Rechtsextremismus als linke Themen geframed.
Warst du schonmal auf solchen Demos, hast dir die Banner angesehen und mit den Leuten geredet? Ich schon und ich nehme das alles als sehr weit links wahr.
Es ging auch nicht um den Kampf gegen Rechtsextremismus sondern um Demos gegen rechts, bitte sauber argumentieren.

Zitat
Wie einfach es ist, aus einem völkerrechtlich bindenden Vertrag auszusteigen, darf in meinen Augen kein Kriterium dafür sein, ob man sich daran hält oder nicht.
Ich habe nicht zum Bruch des Pariser Abkommens aufgefordert, deswegen ist dein Versuch, einen Widerspruch zu finden, nicht zielführend. Inhaltlich diskutiert ist das auch nicht.

Wenn man mit dem Pariser Vertrag nicht (mehr) zufrieden ist, kann man mir nichts dir nichts aus diesem Abkommen aussteigen, es gibt keine negativen Folgen, es gibt also keinerlei Grund, den Vertrag zu brechen, sondern man steigt einfach aus. Und das ist in Sachen EU oder gar dem Grundgesetz eben nicht so einfach. Weswegen ja auch behauptet wird, die Maastricht Kriterien und die Schuldenbremse wären doof und unwissenschaftlich (woher glaubt der User das eigentlich zu wissen?), also bräuchte man sich auch nicht daran zu halten.

Zitat
Das ist ein Unterschied.
Das sehe ich nicht so. Was ist denn, wenn Deutschland es nicht schafft, trotz aller Bemühungen? Dann hat man auch den Vertrag gebrochen.

Zitat
Der ist aktuell nicht in Sicht, trotzdem ist es legitim, dass Befürworter einer Aufweichung der Schuldenbremse dafür werben.
Die Schuldenbremse wurde als Absurdität bezeichnet, aber gut, wenn das sachlich für eine Aufweichung geworben sein soll.

Zitat
Ich sehe ebenso die Gefahr, das Land kaputtzusparen, was ebenso den Wohlstand künftiger Generationen gefährdet.
Das Land wird nicht kaputtgespart, die Steuereinnahmen und damit die Staatsausgaben waren jetzt jahrelang auf einem Rekordhoch und auch die Verschuldung wird nicht zurückgefahren. Es werden falsche Prioritäten gesetzt, das war schon unter Merkel so, das ist keinesfalls nur die Ampel Schuld. Allerdings hat der damalige Finanzminister Olaf Scholz den verfassungswidrigen Haushalt vorgelegt, der die Ampel in schweres Fahrwasser brachte.

Weißt du, ich habe prinzipiell nichts dagegen, dass langfristige Investitionen des Staates in die Infrastruktur, in die Bildung oder auch in die Bundeswehr durch Schulden finanziert werden, das kommt ja auch den foglenden Generationen zu Gute. Es steht aber zu befürchten, dass das Geld für den Konsum und für Wählergeschenke missbraucht wird und genau deswegen bin ich froh, dass es die Schuldenbremse gibt, damit das Geld nicht noch mehr verjubelt wird als jetzt schon.

Zitat
Die Frage, die sich mir da stellt, ist, kann sich die Politik überhaupt unabhängig(er) von diesen kurzfristigen Schwankungen machen und langfristige Prioritäten setzen, ohne dass direkt wieder der Großteil der Abgeordneten der Regierungspartei(en) Angst um ihr Mandat haben müssen - und deshalb dann eben doch wieder nur kurzfristig geplant und gedacht wird?
Das ist sicherlich ein Schwachpunkt der Demokratie, aber ich glaube nicht, dass Politiker so krass abgestraft werden, wenn sie richtige, vernünftige und saubere Politik machen und diese Politik auch vernünftig erklären. Wenn es aber so ein Gemauschel wie in Habecks Ministerium gibt oder eine von der Leyen ihre Deals per Email oder SMS abwickelt und Beweise verschwinden, dann ist der Bürger misstrauisch und das auch zu Recht. Das ist auch keine gute Politik, das ist ein dampfender Haufen Dung, diktiert von Lobbies im Hinterzimmer, weit entfernt von Demokratie. Oder auch Schröders Hartz-Reformen, die sicherlich gut und wichtig waren, aber auch den Lobbyisten rund um Maschmeyer zu Gute kamen. Oder dessen Gasdeals mit Russland, die uns im Nachhinein auch auf die Füße gefallen sind, während der den fetten Posten bei Gazprom bekommen hat. Oder die Maskendeals. Oder die Merkwürdigkeiten in Sachen "Cum Ex" inkl. der Einflußnahme auf die fähige junge Staatsanwältin, die dann hingeworfen hat. Ja, solche Politik wird zu recht abgestraft.

Aktuell halte ich die Form der Durchführung der diversen Wenden (Energie, Wärme, Verkehr) für maximal schädlich für die Menschen in Deutschlöand. Und das merken die Menschen auch, die sind ja nicht doof und brauchen mich, um das zu erkennen.

Es wird widersinnige Politik gemacht, Politik, die viel Geld kostet und die den Menschen schadet, anstatt ihnen zu nutzen. Es wird gar nicht erst der Konsens mit den Bürgern gesucht, sondern die sollen gegen ihren Willen "alternativlos" alles schlucken, was ihnen vorgesetzt wird. Diese autoritäre Politik - besonders der Grünen - funktioniert aber nicht mehr, die Bürger haben es satt, so bevormundet und im Widerspruchsfall als "Rechte" hingestellt zu werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 14.Juni 2024, 13:01:11
Im oberen Teil deines Postings kommen wir nicht mehr zusammen. Ist aber auch okay. Ich wollte dich auch gar nicht vorführen oder dir etwas vorhalten, mir ging es tatsächlich darum, zu verstehen, wie das für dich zusammenpasst. Das hast du erklärt, ich kann es nachvollziehen, sehe es aber anders. Alles gut.

Der ist aktuell nicht in Sicht, trotzdem ist es legitim, dass Befürworter einer Aufweichung der Schuldenbremse dafür werben.
Die Schuldenbremse wurde als Absurdität bezeichnet, aber gut, wenn das sachlich für eine Aufweichung geworben sein soll.
Naja, wenn wir jetzt anfangen, einzelne unsachliche Aussagen auf die Gesamtheit aller Meinungen eines Spektrums zu übertragen, wird es schwierig, findest du nicht?

Ich sehe ebenso die Gefahr, das Land kaputtzusparen, was ebenso den Wohlstand künftiger Generationen gefährdet.
Das Land wird nicht kaputtgespart, die Steuereinnahmen und damit die Staatsausgaben waren jetzt jahrelang auf einem Rekordhoch und auch die Verschuldung wird nicht zurückgefahren. Es werden falsche Prioritäten gesetzt, das war schon unter Merkel so, das ist keinesfalls nur die Ampel Schuld. Allerdings hat der damalige Finanzminister Olaf Scholz den verfassungswidrigen Haushalt vorgelegt, der die Ampel in schweres Fahrwasser brachte.

Weißt du, ich habe prinzipiell nichts dagegen, dass langfristige Investitionen des Staates in die Infrastruktur, in die Bildung oder auch in die Bundeswehr durch Schulden finanziert werden, das kommt ja auch den foglenden Generationen zu Gute. Es steht aber zu befürchten, dass das Geld für den Konsum und für Wählergeschenke missbraucht wird und genau deswegen bin ich froh, dass es die Schuldenbremse gibt, damit das Geld nicht noch mehr verjubelt wird als jetzt schon.
Vermutlich müsste man erstmal alle Ausgaben ernsthaft auf den Prüfstand stellen, um zu beurteilen, ob nun was kaputtgespart wird oder doch genug Geld für notwendige Investitionen übrigbleibt. Das wird aber nicht passieren, du schreibst es ja selbst: Wahlgeschenke usw. Auch hier: KI-Guardiolas "Nachhaltigkeitsampeln" sind da doch gar keine schlechte Idee. Jetzt mal rein theoretisch. Dass das sehr unwahrscheinlich ist, ist mir schon klar. Aber Grundsätzlich wäre sowas doch eine feine Sache, oder?

Die Frage, die sich mir da stellt, ist, kann sich die Politik überhaupt unabhängig(er) von diesen kurzfristigen Schwankungen machen und langfristige Prioritäten setzen, ohne dass direkt wieder der Großteil der Abgeordneten der Regierungspartei(en) Angst um ihr Mandat haben müssen - und deshalb dann eben doch wieder nur kurzfristig geplant und gedacht wird?
Das ist sicherlich ein Schwachpunkt der Demokratie, aber ich glaube nicht, dass Politiker so krass abgestraft werden, wenn sie richtige, vernünftige und saubere Politik machen und diese Politik auch vernünftig erklären. Wenn es aber so ein Gemauschel wie in Habecks Ministerium gibt oder eine von der Leyen ihre Deals per Email oder SMS abwickelt und Beweise verschwinden, dann ist der Bürger misstrauisch und das auch zu Recht. Das ist auch keine gute Politik, das ist ein dampfender Haufen Dung, diktiert von Lobbies im Hinterzimmer, weit entfernt von Demokratie. Oder auch Schröders Hartz-Reformen, die sicherlich gut und wichtig waren, aber auch den Lobbyisten rund um Maschmeyer zu Gute kamen. Oder dessen Gasdeals mit Russland, die uns im Nachhinein auch auf die Füße gefallen sind, während der den fetten Posten bei Gazprom bekommen hat. Oder die Maskendeals. Oder die Merkwürdigkeiten in Sachen "Cum Ex" inkl. der Einflußnahme auf die fähige junge Staatsanwältin, die dann hingeworfen hat. Ja, solche Politik wird zu recht abgestraft.

Aktuell halte ich die Form der Durchführung der diversen Wenden (Energie, Wärme, Verkehr) für maximal schädlich für die Menschen in Deutschlöand. Und das merken die Menschen auch, die sind ja nicht doof und brauchen mich, um das zu erkennen.

Es wird widersinnige Politik gemacht, Politik, die viel Geld kostet und die den Menschen schadet, anstatt ihnen zu nutzen. Es wird gar nicht erst der Konsens mit den Bürgern gesucht, sondern die sollen gegen ihren Willen "alternativlos" alles schlucken, was ihnen vorgesetzt wird. Diese autoritäre Politik - besonders der Grünen - funktioniert aber nicht mehr, die Bürger haben es satt, so bevormundet und im Widerspruchsfall als "Rechte" hingestellt zu werden.

Ich verstehe deine Frustration, dich ich da rauslese. Ich stimme dem nicht komplett zu, kann jetzt aber auch nicht behaupten, dass da nichts dran ist. Solange viele Leute aber weiterhin ihre Kreuze bei ihrer Stammpartei machen und selbst die Wechselwähler nur zwischen Partei A, B und C wechseln, wird sich daran aber auch nichts groß ändern. Klar kann man sich in NGOs engagieren, die sich für mehr Transparenz in der Politik einsetzen, die einfordern, dass politische Entscheidungen nachvollziehbarer und besser erklärt werden, aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Letztlich spannt sich der Bogen für mich wieder zu dem zurück, was ich in der Diskussion um die AfD geschrieben hatte: Es gibt demokratische Wahlalternativen, die man nutzen muss. Ob die es dann besser können oder ob eine Zersplitterung der Parteienlandschaft nicht mehr Probleme mit sich bringt, muss man sehen. Ich habe diesmal Volt gewählt (auch wenn ich nicht alles toll finde, wofür die stehen), weil ich den paneuropäischen Grundgedanken unterstützen möchte und außerdem nicht die Grünen wählen wollte, die mir inhaltlich oft näher liegen. Hier bei der Kommunalwahl habe ich eine Partei gewählt, die es nur hier vor Ort gibt, um deren Anliegen zu stärken. Es ist nicht so, als wäre alles aussichtslos und wir hätten keine Wahl. Es müssen halt nur genügend Menschen machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.Juni 2024, 15:17:26
Genauso, wie es das Argument gibt, dass die Schuldenbremse die Schuldenlast für die Jugend in der Zukunft begrenzt, gibt es auch das Argument, dass der Investitionsstau durch die Schuldenbremse die Schuldenlast für die Jugend durch verzögerte Ausgaben in der Zukunft belastet.

Ich würde dazu einfach mal ja sagen. Wie soll man das den entscheiden?


Das man zur Schuldenbremse ja oder nein sagen könnte und unabhängig davon verantwortungsvoll mit Geld umgehen könnte schließt sich nicht aus. Klingt hier aber manchmal so.


Die Kritik der Schuldenbremse reicht übrigens bis in die CDU hinein (zb Kai Wegner). Eine absolut linke Idee also? Vielleicht kann man ein einfaches Werkzeug der Wirtschaftspolitik einfach mal diskutieren ohne die gesamte deutsche Politik in zwei Spektren aufteilen zu wollen. Das ist nämlich anstrengend, weil man dann gleich die ganzen Forscher, Forschergruppen, Universitäten, Wirtschaftsweisen, und sonstige Finanzexperten die dazu eine Meinung haben direkt mit in eine der beiden Ecken stellen muss. Man könnte gerade meinen, dass die Verhältnisse in der USA, was Parteienvielfalt anbelangt, erstrebenswert sei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Juni 2024, 15:43:49
Alles gut.
Sicher. Man muss ja auch nicht immer einen Konsens finden ;)

Zitat
Naja, wenn wir jetzt anfangen, einzelne unsachliche Aussagen auf die Gesamtheit aller Meinungen eines Spektrums zu übertragen, wird es schwierig, findest du nicht?
Ich habe das jetzt im Kontext der hier laufenden Diskussion gesehen und da kamen halt Kampfbegriffe wie "neoliberal" oder "Absurdität".

Zitat
Vermutlich müsste man erstmal alle Ausgaben ernsthaft auf den Prüfstand stellen, um zu beurteilen, ob nun was kaputtgespart wird oder doch genug Geld für notwendige Investitionen übrigbleibt.
Warum muss denn noch was für Investitionen übrig bleiben, warum kann man denen nicht höhere Priorität zuweisen als Subventionen oder diversen Projekten "feministischer Außenpolitik", die auch von den Zielländern nur als nervig empfunden wird?

Wie kann man angesichts von einem Staatshaushalt in Höhe von 476 Milliarden EUR auch nur ansatzweise auf die Idee kommen, man müsste etwas "kaputt sparen", wenn nicht mehr als die 40 Mrd Schulden aufgenommen werden? Und wie viel weiter Schulden sollen es denn sein? Tut mir leid, das ist nicht mehr nachvollziehbar, alle schreien nach mehr Geld vom Staat, irgendwann ist halt Schluss und solange man keine Goldmine unter dem Finanzministerium findet, muss gehaushaltet werde. Das muss schließlich alles erwirtschaftet werden, wenn nicht von uns, dann von unseren Nachkommen.

Zitat
Aber Grundsätzlich wäre sowas doch eine feine Sache, oder?
Sicher, dafür bräuchte es aber aufrechte Politiker.

Zitat
Es gibt demokratische Wahlalternativen, die man nutzen muss.
Ich habe mir auch überlegt, eine Kleinpartei zu wählen, aber mich dagegen entschieden. Deutschland und Europa brauchen schnelle Lösungen und zwar auf allen Gebieten: Ankurbelung der Konjunktur, Senkung der Inflation, Verteidigung, Energiepolitik, Einwanderungspolitik, Entbürokratisierung, Agrarpolitik, um nur die dicksten Brocken zu nennen. Je weniger da im Sinne der Bürger gelöst wird, desto extremer werden die nächsten Wahlergebnisse ausfallen, im September werden wir einen Vorgeschmack davon bekommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.Juni 2024, 22:25:00

Ist mir wirklich ein Rätsel warum die solche Leute und gerade den so prominent in der ersten Reihe aufstellen.
Zu Krah, scheint der Partei im Wahlkampf Endspurt dann auch aufgegangen zu sein. :P
Der wird der AfD bestimmt 7-8% gekostet haben, die waren in den Umfragen ja schon deutlich stärker geführt.

Die Europawahl war wirklich interessant, zum einen das Signal,dass höhere Wahlbeteiligung nicht unbedingt das bedeuten muss was  die etablierten Parteien und Beobachter erwarten, könnte mir vorstellen,dass sonst sehr viele Leute nicht zur Wahl gehen weil sie allgemein von der Politik genervt sind und vielleicht jetzt in der AfD eine Option sehen.
Zum anderen die Verteilung der Jungwählerstimmen, natürlich unschön,dass die AfD da auch stark abgeschnitten hat aber auch eine harte Klatsche für die Grünen und ihre Politik, in der Gruppe 23% zu verlieren ist schon ein großer Verlust und zeigt wo die Reise in Zukunft hingehen könnte und das auch viele junge Leute keine Lust mehr auf Politik mit erhobenem Zeigefinger haben.

Ich hatte ja auch schon mal geschrieben,dass die AfD in meiner Gegend sonst nicht besonders stark ist, bei der Wahl haben die aber im Ort genauso viele Stimmen geholt wie die Grünen, in den Posts unter dem Wahlergebnis stand auch eher weniger zur AfD,dafür aber mehrere ungläubige Fragen warum denn die Grünen so stark abgeschnitten haben und wer die noch warum wählt.
So langsam kommen auch mehr Leute drauf,dass es vielleicht nicht die beste Idee ist eine Tourismus Region mit Windkraftanlagen vollzustellen oder CO2 unter die Nordsee zu pumpen. Die Grünen verlieren gerade auch ihr Standing als Umweltschutzpartei.

Sorry, Viking, ich hatte komplett vergessen zu reagieren und wollte jetzt eigentlich was Neues posten. War ein typisches "mach ich später" und dann nicht mehr dran gedacht. :angel:
Hatte da vor einter Zeit auch schon mal längere Antworten geschrieben aber den Post dann irgendwie gelöscht und danach wenig Motivation.  :blank: ich antworte trotzdem noch kurz auf die Punkte,weil es gerade zur Wahl passt.

Natürlich, solange die AfD auf dem Wahlzettel steht, darf sie gewählt werden und ein Verbotsantrag allein würde das Problem nicht lösen. Die etablierten Parteien müssen die Probleme lösen - inhaltlich-sachlich, aber auch rhetorisch - oder eine neue demokratische Partei. Die AfD selbst bietet keine Lösungen an. Das haben wir hier aber auch schon zigmal geschrieben, da drehen wir uns nur weiter im Kreis. Mein Punkt aber war: Warum haben die Leute kein Problem mit dem Rechtsextremismus? Diese Frage kann ich mir persönlich bislang nicht schlüssig beantworten, jedenfalls nicht für diese hohen Zustimmungszahlen, die die AfD in Umfragen einfährt.

Bzgl. der Einstufung als "nicht extremistisch genug" würde ich widersprechen. Zum einen ist erstmal abzuwarten, was jetzt die Verhandlungen am OVG Münster ergeben (und dann vermutlich in weiteren Instanzen), zum anderen war zu lesen, dass der Verfassungsschutz einen neuen Bericht über die AfD vorbereitet - bislang ging das mit einer Änderung der Einstufung einher. Darüber hinaus gibt es immer wieder neue Berichte, die das Ausmaß des Rechtsextremismus in der Partei offenlegen, z. B. der hier, dass die AfD im Bundestag über 100 Rechtsextreme beschäftigt: https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html). Ich hatte hier auch mal ein Interview mit einem meiner ehemaligen Profs verlinkt, von dem ich nun erfahren habe, dass er die erste (oder zumindest eine der ersten) zeithistorischen Analysen der AfD vornimmt, um die sich die Geschichtswissenschaft bislang gedrückt hat. Die Monographie ist in Vorbereitung (ich erzähle hier keine Geheimnisse, auf Facebook teilt er das auch alles öffentlich). Er geht soweit, dass die AfD im Kern nationalsozialistisch sei und ein Verbot unumgänglich. Das ist jetzt natürlich stark verkürzt heruntergebrochen.
Ein Grund für die Wahl von Rechten wird sein,dass den Menschen die Lösung ihrer Probleme einfach wichtiger sind als irgendeine Einordnung.
Ein anderer die Verwässerung der Begriffe rechts/Populist/extrem,Nazi usw, es ist doch inzwischen so,dass man erstmal nachschauen muss was die jeweilige Person denn genau gemacht hat die so bezeichnet wird weil es da teilweise große Abstufungen gibt.  Wenn jetzt der Potenzielle Wähler Teil einer Gruppe ist die auch von irgendjemandem mal als rechts+ bezeichnet wurde, geht die Abschreckung verloren.
Zum Verbot,ich bin mal auf den kommenden AfD Parteitag gespannt, falls das Ziel der AfD sein sollte irgendwann mitzuregieren müsste es mehr in die Mitte gehen, aber im Osten ist man mit der härteren Linie ja durchaus erfolgreich, riskiert aber ein mögliches Verbot und isolation im Bund. Die Basis wird ja vermutlich eher den härteren Kurs stützen.

Man könnte auch anders argumentieren: Die (gesichert rechtsextremistische!) AfD in Sachsen konnte in Umfragen überhaupt nur stärkste Kraft werden, weil ihre Narrative übernommen, salonfähig und damit wählbar gemacht wurden. Ob die CDU in Sachsen "überhaupt keine Chance mehr" hätte, wenn sie das nicht tun würde (im besten Fall: gar nicht erst angefangen hätte), ist doch spekulativ oder gibt es dazu eine Analyse? Die Stärke der Union im Bund würde ich eher der Schwäche der Ampel zuschreiben, das zeigen ja auch Umfragen zur Zufriedenheit mit der Regierung. Mir ist es allemal lieber, die Leute wählen aus Unzufriedenheit die Union, anstatt Extremisten. Und dass es innerhalb einer Partei unterschiedliche Positionen gibt, ist doch völlig normal (von allen Parteien ist die AfD meiner Meinung nach übrigens am zerstrittensten - das macht den aktuellen Umfrageerfolg ja umso erstaunlicher). Es sollte aber in einer demokratischen Partei schon Konsens sein, dass man nicht mit Verfassungsfeinden zusammenarbeitet. Wer diesem Konsens nicht zustimmt, hat dann halt in einer demokratischen Partei nichts verloren und gründet seine eigene Werteunion. Diese Zersetzung hat ja leider bereits angefangen. Und die These der "Zähmung durch Regierungsverantwortung" wurde doch nun auch schon wiederholt widerlegt.
Ist eher spekulation,weil ich dieses ignorieren und ausblenden von bestimmten Punkten und das schönreden von Problemen mit als ursächlich für den Erfolg der AfD sehe,das muss sich mMn ändern im Vergleich zu den letzten Jahren Merkel.
Ich würde da sagen,dass nicht jede scharf formulierte Aussage,jeder etwas härtere Ton und auch nicht jedes angesprochene Thema automatisch ein AfD narrativ ist, da kommt es eher darauf an ob das was gesagt wird auch stimmt und sich später in der Regierung umsetzen lässt. Beispielsweise hat Merz ja mal angesprochen,dass auch abgelehnte Asylbewerber Leistungen wie z.B Krankenversicherung bekommen,die Art und Weise wie er das gemacht hat war eher ungünstig aber solche Sachen sollten keine Tabus in einer Debatte sein.
Ich bin überzeugt davon,dass eine AfD unter Lucke als Juniorpartner,auch in Sachsen oder Thüringen, einen Aufstieg der AfD in dem Maße wie wir es jetzt sehen verhindert hätte.
Bei der Linken hat es ja auch soweit funktioniert,dass die inzwischen nicht mehr als Alternative zu etablierten taugen und jetzt von einer neuen Partei gefressen werden.

Ja, das stimmt. Mein Punk bezüglich der Wahlangebote ist aber der: Würden mehr Leute ihrer Unzufriedenheit mit der Politik durch die Wahl anderer demokratischer Wahloptionen Ausdruck verleihen, anstatt immer weiter Stammpartei X zu wählen oder aus Protest die AfD, dann würden wir jetzt vielleicht über 10-15% AfD sprechen und dafür aber 2-3 weitere Parteien, die um die 5%-Marke herum stehen. Denn das wäre durchaus möglich und es wäre ein andere - in meinen Augen besseres - Signal an die etablierten Parteien, dass sie sich am Riemen zu reißen haben und die Chance auf konstruktive Lösungen wäre - ebenfalls in meinen Augen - eine höhere, weil man nicht vor der Angst vor Rechtsextremisten getrieben wäre und ein Verbotsverfahren als Lösung aller Probleme im Raum stünde. Ich fürchte aber, dass eine neue demokratische Partei ohne eine charismatische (und im Zweifelsfall populäre) Persönlichkeit an der Spitze im Niemandsland versinkt, so wie alle anderen Kleinparteien.
Man hat aber nach der Europawahl gesehen,dass diese Parteien Vielfalt und die Optionen zur Auswahl von den etablierten auch nicht wirklich gewünscht sind, Kevin Kühnert hat ja schon angekündigt sich wieder für eine Prozenthürde stark zu machen, die haben Angst, dass sie auch im Bund langsam Konkurrenz von Parteien wie z.B Volt bekommen können. Eine richtige Reaktion wäre mMn, auch bei der Bundestagswahl die Hürde zu senken.
Auch in Öffentlich-rechtlichen Talkshows und Formaten kommen kleinere Parteien so gut wie nicht vor, Ausnahme die Spots die gezeigt werden müssen. Im Gegensatz dazu wird das BSW wirklich angeschoben und die Auftritte von Waagenknecht werden bestimmt auch zum guten Abschneiden beigetragen haben, man kann das ja auch mal mit der Maaßen Partei vergleichen, in etwa zur gleichen Zeit gegründet,geht die Partei medial total unter, ich habe Maaßen z.B auch ewig nicht mehr in einer Talkshow gesehen, entsprechend werden die dann bei den Wahlen untergehen.
Eine neue Partei bräuchte da wirklich eine gute Führungspersönlichkeit die auch so Wähler ziehen kann, da hast du schon recht, das sehe ich bei Maaßen auch eher nicht.

Weil auch hier schon das Narrativ des Weltuntergangs/Kohlecomebacks/Grundlastblackouts/Kernkraftalternativlosigkeit gezeichnet wurde:

Ne, war damals falsch und ist es heute immer noch:

https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/atomausstieg-akw-kernkraft-bruno-burger-energy-charts-e431489/?reduced=true

Wer kein SZplus hat:
https://www.reddit.com/r/de/comments/1c4l1rr/comment/kzo4m4v/?utm_source=share&utm_medium=mweb3x&utm_name=mweb3xcss&utm_term=1&utm_content=share_button

Und nein, ich möchte darüber nicht diskutieren. Über Fakten kann man nicht diskutieren.
Zur Erinnerung: Atomstrom ist der teuerste Strom den es gibt. Atomstrom zu produzieren um Importe zu vermeiden wäre wirtschaftlicher Selbstmord.
Schade das Joe sich anscheinend gelöscht hat. :(

Zitat
Seit einem Jahr sind alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Und das Land? Steht immer noch.
Der Punkt da wäre ja was passiert wenn man mal in eine Situation kommt in der man Eigenversorgung benötigt, ist ja schön,dass man im Normalfall durch Importe versorgt wird aber das man sich nicht 100% auf andere verlassen sollte hat ja die Gasabhängigkeit von Russland gezeigt.
Ich fände es schon wichtig vom Import wieder auf Selbstversorgung oder Export zu kommen, gegen Kohlekraftwerke oder fracking Gas erscheint mir Kernenergie da die beste Lösung zu sein, wenn man auch den Umweltschutz im Blick haben will.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 22.Juni 2024, 23:58:48
Ich kann nur für mich sprechen, ich habe früher die Grünen gewählt. Dass ich sie jetzt nicht mehr wähle hat aber nichts mit dem erhobenen Zeigefinger zu tun, sondern, dass sie keine grüne Politik mehr betreiben. Bei Habeck hört man nur noch "die Wirtschaft, die Wirtschaft", dazu die Kohlekraft, LNG-Überkapazitäten, etc. Mir sind die Grünen einfach zu wenig Grün.

Meiner Meinung nach braucht es gar nicht zwingend eine Aufhebung der Hürde, Ersatzstimme wäre auch schon ein sinnvoller Weg
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 23.Juni 2024, 09:36:29
Grüne Politik passt halt auch nicht wirklich zu der derzeitigen Dauer von Wahlperioden. Man hat halt nur vier Jahre, um wirklich sichtbare Ergebnisse zu liefern. Vieles, was jetzt angestoßen werden müsste, braucht eben seine Zeit und wird in der jetzigen Wahlperiode dann nicht mehr sichtbar. Da kann manch einer durchaus denken, dass da wenig bis gar nix passiert, während der eigentliche Effekt erst in 10-15 Jahren sichtbar wird.
Und viele Leute müssen heutzutage eben von heute auf morgen denken. Stand heute, wenn man nur von Monat zu Monat denkt, sind zb Wärmepumpen als Heizung noch teuerer. Eine Solaranlage kostet erstmal nur Geld und refinanziert sich ja auch erst nach über 10 Jahren. Viele haben nicht das Geld, um dann da tatsächlich zu investieren. Das macht es auch für die AfD einfacher. Die können sich hinstellen und sagen, dass "man sich grün wählen leisten können" müsste. Ja, viel mehr Menschen müssten wirklich langfristiger denken. Aber es macht halt dann doch einen großen Unterschied, ob ich jetzt genau so über die Runden komme oder ob ich für die nächsten Jahre monatlich ein dickes Minus mache und dann erst "irgendwann" in der Zukunft profitiere. Das ist dann eine nicht besonders nachhaltige, aber irgendwie dann doch nachvollziehbare Entscheidung für das Hier und Jetzt. Das weiß die AfD und holt diese Leute dann letztendlich auch ab. Was in 20 Jahren passiert, ist halt dann ein Problem für die zukünftigen Politiker.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Juni 2024, 10:00:37
Ich finde es nach wie vor putzig, dass Deutschland mit ein paar Wärmepumpen und Solaranlägen (alles Made in China mit viel CO2-Ausstoß) das Klima retten will. Ich weiß, das wollen vor allen Dingen Grüne nicht hören, aber diese Hybris ist echt nicht mehr von dieser Welt. Wer wirklich etwas für das Klima erreichen will, sollte Druck auf die Top 5 machen, die fast 60% des gesamten CO2-Ausstoßes zu verantworten haben, einsam an der Spitze natürlich China.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 23.Juni 2024, 14:19:01
Wenn nie jemand mit der Energiewende anfängt, wird das auch nichts. Kohle, Öl, Gas stehen eben nicht unendlich zur Verfügung. Irgendwann werden alle anderen mitziehen müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 23.Juni 2024, 17:20:39
Das Argument wegen China oder 2 weiteren Staaten kommt immer wieder.
Ich bleibe dabei, dass man erst vor seiner eigenen Haustüre kehren sollte bevor man von anderen selbiges verlangt. Insofern sehe ich Deutschland und jeden einzelnen von uns in der Pflicht selbst erstmal zu leisten bevor Druck auf andere ausgeübt wird.
Sicher tut Deutschland und die EU bereits etwas, aber noch lange nicht genug.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 23.Juni 2024, 18:39:29
Ich finde es nach wie vor putzig, dass Deutschland mit ein paar Wärmepumpen und Solaranlägen (alles Made in China mit viel CO2-Ausstoß) das Klima retten will. Ich weiß, das wollen vor allen Dingen Grüne nicht hören, aber diese Hybris ist echt nicht mehr von dieser Welt. Wer wirklich etwas für das Klima erreichen will, sollte Druck auf die Top 5 machen, die fast 60% des gesamten CO2-Ausstoßes zu verantworten haben, einsam an der Spitze natürlich China.

Die EU ist ja immerhin auf Rang 3, man sollte also Druck auf die EU diesbezüglich machen!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 23.Juni 2024, 19:21:39
Ich kann nur für mich sprechen, ich habe früher die Grünen gewählt. Dass ich sie jetzt nicht mehr wähle hat aber nichts mit dem erhobenen Zeigefinger zu tun, sondern, dass sie keine grüne Politik mehr betreiben. Bei Habeck hört man nur noch "die Wirtschaft, die Wirtschaft", dazu die Kohlekraft, LNG-Überkapazitäten, etc. Mir sind die Grünen einfach zu wenig Grün.

Meiner Meinung nach braucht es gar nicht zwingend eine Aufhebung der Hürde, Ersatzstimme wäre auch schon ein sinnvoller Weg
Klar, da wird es schon mehrere Gründe geben, z.B haben die Grünen ja auch Wähler an AfD und BSW verloren, da wird es vermutlich um die veränderte Position zu Waffenlieferungen oder allgemein Krieg gehen.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/gruene-europawahl-100.html
Ich würde Habeck eher zu wenig Fokus auf Wirtschaft vorwerfen, ich halte den Posten, gleichzeitig für Klima und Wirtschaft zuständig zu sein ,auch wirklich sehr unglücklich aufgestellt weil die jeweiligen Interessen schon in der Grundidee zuwiderlaufen.  Eigentlich würde jemand von der FDP da besser passen. Die Kritik an zu wenig Umweltschutz würde ich teilen, Habeck war ja z.B auch mal Umweltminister in Schleswig-Holstein und hat sich da,soweit ich weiß,auch gegen CO2 Speicherung ausgesprochen.

Oder man gibt den gewählten Politikern mehr Gewicht in dem man den Partei und Fraktionszwang lockert, so könnte man dann vor Ort jemanden wählen der wirklich die Interessen vertritt und auch mal bei sinnvollen Vorschlägen gegen Parteilinie stimmt. Eher wird es aber mehr Hürden und weniger Mitspracherecht und Wählerwillen geben.

Grüne Politik passt halt auch nicht wirklich zu der derzeitigen Dauer von Wahlperioden. Man hat halt nur vier Jahre, um wirklich sichtbare Ergebnisse zu liefern. Vieles, was jetzt angestoßen werden müsste, braucht eben seine Zeit und wird in der jetzigen Wahlperiode dann nicht mehr sichtbar. Da kann manch einer durchaus denken, dass da wenig bis gar nix passiert, während der eigentliche Effekt erst in 10-15 Jahren sichtbar wird.
Und viele Leute müssen heutzutage eben von heute auf morgen denken. Stand heute, wenn man nur von Monat zu Monat denkt, sind zb Wärmepumpen als Heizung noch teuerer. Eine Solaranlage kostet erstmal nur Geld und refinanziert sich ja auch erst nach über 10 Jahren. Viele haben nicht das Geld, um dann da tatsächlich zu investieren. Das macht es auch für die AfD einfacher. Die können sich hinstellen und sagen, dass "man sich grün wählen leisten können" müsste. Ja, viel mehr Menschen müssten wirklich langfristiger denken. Aber es macht halt dann doch einen großen Unterschied, ob ich jetzt genau so über die Runden komme oder ob ich für die nächsten Jahre monatlich ein dickes Minus mache und dann erst "irgendwann" in der Zukunft profitiere. Das ist dann eine nicht besonders nachhaltige, aber irgendwie dann doch nachvollziehbare Entscheidung für das Hier und Jetzt. Das weiß die AfD und holt diese Leute dann letztendlich auch ab. Was in 20 Jahren passiert, ist halt dann ein Problem für die zukünftigen Politiker.
Welchen Effekt meinst du da? Würde da ähnliches erwarten, aber eher deutlich in die negative Richtung, z.B wenn es um Abwanderung von Industrie geht.
Ich sehe im Moment den Vorteil der Wärmepunmpen für viele Haushalte nicht, gäbe es den müsste man die Menschen nicht mit Zwang in die Richtung steuern, ich würde erwarten,das eine Wärmepumpe nicht mal annähernd so lange hält wie eine Öl oder Gasheizung und sich dadudurch über die Gesamtzeit für viele Menschen nicht rechnet, hätte ich die Wahl würde ich mir wieder eine Ölheizung einbauen lassen, weil ich dadurch möglichen Ärger mit einer sehr teuren Sanierung vermeiden könnte.
Die ganze Wärmepumen Geschichte sollte eigentlich eine Warnung sein sowas besser langsam aber dafür richtig zu machen.

Das Argument wegen China oder 2 weiteren Staaten kommt immer wieder.
Ich bleibe dabei, dass man erst vor seiner eigenen Haustüre kehren sollte bevor man von anderen selbiges verlangt. Insofern sehe ich Deutschland und jeden einzelnen von uns in der Pflicht selbst erstmal zu leisten bevor Druck auf andere ausgeübt wird.
Sicher tut Deutschland und die EU bereits etwas, aber noch lange nicht genug.
Die Frage ist doch was die Maßnahmen denn genau bringen,zeigt das was man macht eine messbare positive Veränderung oder geht es eher um Wunschdenken und das Gefühl etwas getan zu haben? Oder umgekehrt, wenn es keine messbare Wirkung hat, ist es Sinvoll etwas zu ändern wenn dadurch Akzeptanz für immer neue Veränderungen verloren geht?
Wenn Deutschland wirklich Vorbild für einen Wandel, in welcher Form auch immer, sein will sollte man zuerst mal wirtschaftlich erfolgreich bleiben, sonst wird man von anderen eher als negativ Beispiel gesehen.
Ich persönlich nehme es so wahr,dass der Klimawandel auch als Vehikel genutzt wird um andere politische Ideen durchzubringen, z.B Kritik an Kapitalismus,Kolonisierungsgeschichte usw.

Es wäre da mMn deutlich sinnvoller sich auf die Schäden die dadurch entstehen vorzubereiten,müsste man ja auch machen falls man es wirklich schaffen sollte etwas am Klimawandel zu ändern,weil sch das ja nicht von heute auf morgen drehen würde.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.Juni 2024, 08:03:26
Ich bleibe dabei, dass man erst vor seiner eigenen Haustüre kehren sollte bevor man von anderen selbiges verlangt.
Deutschland hat seinen CO2-Ausstoß seit 1990 um über 40% reduziert.

@Tim Twain: die EU ist kein Staat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.Juni 2024, 11:11:27
Ich finde es nach wie vor putzig, dass Deutschland mit ein paar Wärmepumpen und Solaranlägen (alles Made in China mit viel CO2-Ausstoß) das Klima retten will. Ich weiß, das wollen vor allen Dingen Grüne nicht hören, aber diese Hybris ist echt nicht mehr von dieser Welt. Wer wirklich etwas für das Klima erreichen will, sollte Druck auf die Top 5 machen, die fast 60% des gesamten CO2-Ausstoßes zu verantworten haben, einsam an der Spitze natürlich China.

Die EU ist ja immerhin auf Rang 3, man sollte also Druck auf die EU diesbezüglich machen!


Baerbock war ja auf Palau, dass ja durch die CO2-Ausstoß angeblich so geschädigt wird. Pro-Kopf verbraucht Deutschland etwa 8 Tonnen CO2 (weniger als China), Palau 55,29 Tonnen pro Kopf in 2020 laut Destatis. Ja ganz klar sollte Palau andere Staaten verklagen, weil die soviel CO2 ausstoßen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Juni 2024, 11:39:20
Ich finde es nach wie vor putzig, dass Deutschland mit ein paar Wärmepumpen und Solaranlägen (alles Made in China mit viel CO2-Ausstoß) das Klima retten will. Ich weiß, das wollen vor allen Dingen Grüne nicht hören, aber diese Hybris ist echt nicht mehr von dieser Welt. Wer wirklich etwas für das Klima erreichen will, sollte Druck auf die Top 5 machen, die fast 60% des gesamten CO2-Ausstoßes zu verantworten haben, einsam an der Spitze natürlich China.

Die EU ist ja immerhin auf Rang 3, man sollte also Druck auf die EU diesbezüglich machen!


Baerbock war ja auf Palau, dass ja durch die CO2-Ausstoß angeblich so geschädigt wird. Pro-Kopf verbraucht Deutschland etwa 8 Tonnen CO2 (weniger als China), Palau 55,29 Tonnen pro Kopf in 2020 laut Destatis. Ja ganz klar sollte Palau andere Staaten verklagen, weil die soviel CO2 ausstoßen...



Palau hat 17.700 Einwohner. Für den hohen CO2 Außstoß sind nicht die Einwohner direkt, sondern zu einem großen Teil die 140.000 Touristen pro Jahr verantwortlich, die mit Schiffen und Flugzeugen hin weg und zwischen den Insel herumreisen. Das Problem an Palau und der Statistik ist die geringe Einwohnerzahl. Als Gegenbeispiel wird in Venedig der Verbrauch der Touristen auf das ganze Land verteilt und nicht nur auf die Einwohner der Stadtmitte, die der Hauptgrund sein sollte, warum man nach Venedig reist.
Palau wird nicht durch den CO2-Ausstoß geschädigt, sondern durch den Anstieg der Meeresböden bedroht.

Zynisch könnte man sagen, dass man 17.700 Einwohner umsiedeln muss und sich dafür 140.000 Touristen im Jahr sparen kann. Das wäre positiv für die CO2 Bilanz. Aber die kreuzfahrtschiffen dann halt irgendwo anders hin. Dort wird dann das CO2 vielleicht auf mehrere Schultern verteilt. Dann haben wir immerhin die Statistik geglättet.



Was mich stutzen lässt... Wird der CO2 Ausstoß für ein Flug von Deutschland nach Palau hier und dort angerechnet? Oder ist das anteilmäßig?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.Juni 2024, 22:39:45
Müssen 140000 Leute jedes Jahr dorthin reisen? Muss man sich ja mal fragen. Klar bringt das den Leuten dort Wohlstand, aber es bringt auch sehr viel CO2. Vor allem, weil Palau fast alles importiert an Nahrungsmitteln, damit die Touristen und man selbst ja eine riesige Auswahl hat. Long Story Short : Man meckert immer gerne über andere, aber ist selbst auch für viel Verantwortlich, was gerne vergessen wird.
Der Meeresspiegel steigt laut denen ja durch den Klimawandel bedingt durch den CO2-Ausstoß. Die Vertreter des Landes haben sich genau darüber beklagt und Baerbock ist ja auch hingeflogen.


Und nach deinem Beispiel müsste man auch noch beachten, dass Länder mit beachtlichem Exportüberschuss auch einen Nachteil beim CO2-Ausstoß pro Kopf haben (China und Deutschland zum Beispiel).

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Juni 2024, 23:13:54
Das war ja mein Punkt.  ;) Weil, hast du nicht auch gerade über Palau gemeckert? Oder habe ich das einfach falsch verstanden? Das klingt nämlich wie eine Relativierung, dass wir ja "nur" 8 Tonnen Co2 haben und die in Palau 55,29. Klingt, als hätten sie dadurch kein Recht zu meckern.

Und, ob die Touristen da hin müssen? Was ist die Alternative? Wirtschaft abbauen und Armut für den Klimawandel? Ist doch in Deutschland auch nicht gewünscht. Ist letztendlich eine moralische Frage, ob man anderen Nationen Wohlstand gönnt oder nicht. Und Wohlstand kommt in unserer aktuellen Welt eben mit CO2 Austoß. Da haben wir, als eins der wohlhabensten Länder der Welt, leicht reden.

In der Klimafrage bringt es meiner Meinung nach nichts in alle Richtungen auf alle anderen zu zeigen. Da macht China oder Palau kein Unterschied. Du sagst ja schon, dass man selbst auch für viel verantwortlich ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 08:51:41
In der Klimafrage bringt es meiner Meinung nach nichts in alle Richtungen auf alle anderen zu zeigen.
Dann sollte man das aber auch bitte zur reinen Privatsache machen, weil es bringt ja nichts, wenn Habeck auf andere zeigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juni 2024, 09:21:34
In der Klimafrage bringt es meiner Meinung nach nichts in alle Richtungen auf alle anderen zu zeigen.
Dann sollte man das aber auch bitte zur reinen Privatsache machen, weil es bringt ja nichts, wenn Habeck auf andere zeigt.

Touché.  ;)

Ich sprach im Kontext der nationalen Ebene.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juni 2024, 09:52:50
Das war ja mein Punkt.  ;) Weil, hast du nicht auch gerade über Palau gemeckert? Oder habe ich das einfach falsch verstanden? Das klingt nämlich wie eine Relativierung, dass wir ja "nur" 8 Tonnen Co2 haben und die in Palau 55,29. Klingt, als hätten sie dadurch kein Recht zu meckern.

Und, ob die Touristen da hin müssen? Was ist die Alternative? Wirtschaft abbauen und Armut für den Klimawandel? Ist doch in Deutschland auch nicht gewünscht. Ist letztendlich eine moralische Frage, ob man anderen Nationen Wohlstand gönnt oder nicht. Und Wohlstand kommt in unserer aktuellen Welt eben mit CO2 Austoß. Da haben wir, als eins der wohlhabensten Länder der Welt, leicht reden.

In der Klimafrage bringt es meiner Meinung nach nichts in alle Richtungen auf alle anderen zu zeigen. Da macht China oder Palau kein Unterschied. Du sagst ja schon, dass man selbst auch für viel verantwortlich ist.


Es geht mir bei Palau darum, dass genau dessen Vertreter auf andere Länder zeigen, während sie selbst pro Kopf das meiste CO2 emittieren. Palau braucht sicher keine 140000 Touristen pro Jahr und könnte auch viele Nahrungsmittel selbst anbauen. Tun sie aber genau nicht. Währenddessen fahren wir unsere Wirtschaft komplett an die Wand um CO2 ineffektiver zu senken als es woanders möglich wäre. Idealerweise versuchen wir zuerst dort CO2 einzusparen, wo es günstig und effektiv ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juni 2024, 10:27:29
Das war ja mein Punkt.  ;) Weil, hast du nicht auch gerade über Palau gemeckert? Oder habe ich das einfach falsch verstanden? Das klingt nämlich wie eine Relativierung, dass wir ja "nur" 8 Tonnen Co2 haben und die in Palau 55,29. Klingt, als hätten sie dadurch kein Recht zu meckern.

Und, ob die Touristen da hin müssen? Was ist die Alternative? Wirtschaft abbauen und Armut für den Klimawandel? Ist doch in Deutschland auch nicht gewünscht. Ist letztendlich eine moralische Frage, ob man anderen Nationen Wohlstand gönnt oder nicht. Und Wohlstand kommt in unserer aktuellen Welt eben mit CO2 Austoß. Da haben wir, als eins der wohlhabensten Länder der Welt, leicht reden.

In der Klimafrage bringt es meiner Meinung nach nichts in alle Richtungen auf alle anderen zu zeigen. Da macht China oder Palau kein Unterschied. Du sagst ja schon, dass man selbst auch für viel verantwortlich ist.


Es geht mir bei Palau darum, dass genau dessen Vertreter auf andere Länder zeigen, während sie selbst pro Kopf das meiste CO2 emittieren. Palau braucht sicher keine 140000 Touristen pro Jahr und könnte auch viele Nahrungsmittel selbst anbauen. Tun sie aber genau nicht. Währenddessen fahren wir unsere Wirtschaft komplett an die Wand um CO2 ineffektiver zu senken als es woanders möglich wäre. Idealerweise versuchen wir zuerst dort CO2 einzusparen, wo es günstig und effektiv ist.

Palau hat ein Bruttosozialprodukt pro Kopf, dass nicht mal ein Viertel von uns ist. Warum kann man einfach entscheiden, dass die sicher keine 140.000 Touristen pro Jahr brauchen?

Laut Wikipedia ist der größte Wirtschaftssektor von Palau Landwirtschaft zur Selbstversorgung (Maniok, Kopra, Bananen, Süßkartoffeln und Kokospalmen) und Fischereiwirtschaft.
Laut einem Bankenprofil (https://www.lloydsbanktrade.com/en/market-potential/palau/trade-profile) importiert Palau vor allem Treibstof, Schiffe, Boote und Eisen. Nahrungsmittel als Import wird dort nicht mal in der Statistik aufgeführt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 10:51:21
Ich sprach im Kontext der nationalen Ebene.
Deutschland hat aber seinen CO2-Ausstoß seit 1990 um über 40% reduziert, China hat seinen CO2-Ausstoß im gleichen Zeitraum verfünffacht und stößt heute fast 20mal CO2 soviel aus als D. Mir fehlt da irgendwie die Logik, warum wir noch weniger ausstoßen müssen, um das Klima zu retten, während der extrem hohe CO2-Ausstoß (immerhin 30% des gesamten CO2-Ausstoßes der Welt) keine Rolle spielen darf.

Das Beispiel Palau zeigt übrigens sehr schön auf, wie absurd der CO2-Ausstoß pro Kopf ist, das ist in Sachen Klimaschutz kein Argument.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.Juni 2024, 10:52:19
Und wie ist dann dein Masterplan um China oder wen auch immer zum Senken des CO2-Ausstoßes zu bewegen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juni 2024, 10:55:39
https://wits.worldbank.org/CountryProfile/en/Country/PLW/Year/2018/TradeFlow/EXPIMP/Partner/WLD/Product/All-Groups (https://wits.worldbank.org/CountryProfile/en/Country/PLW/Year/2018/TradeFlow/EXPIMP/Partner/WLD/Product/All-Groups)


Laut den Daten (Jahr 2018) sind folgendes die größten Importe (in tausend Dollar) von Palau:
1. Consumer Goods (100939,34r) - 65,37%
2. Fuels (37162,20) - 24,07%
3. Capital Goods (27008,55) - 17,49%
4. Mach and Elec (22821,89) - 14,78%
5. Food Products (19927,93) - 12,91%


Animal und Vegetable kommen nochmal mit 4,62% und 5,67% dazu, was insgesamt 23,2% ausmacht.
Zum Vergleich : Deutschland hat allem zusammen 8,32% , Saudi-Arabien (fast komplett Wüste) 14,72%. Bei Fuels übrigens hat Deutschland 9,10%. Wir sehen also, dass Palau sehr viel mehr importiert bei sowas als zum Beispiel Deutschland und bei Fuels hat Deutschland z.B. kaum eigene Vorkommen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 10:56:04
Und wie ist dann dein Masterplan um China oder wen auch immer zum Senken des CO2-Ausstoßes zu bewegen?
Den Masterplan wird es wohl nicht geben, weil die chin. Führung einzig und alleine daran interessiert ist, die - nicht nur wirtschaftliche - Weltherrschaft an sich zu reißen, koste es, was es wolle. Deswegen glaube ich ja auch, dass die Menschheit an dieser Aufgabe scheitern wird und meine, dass es sinnvoller wäre, das Geld in Maßnahmen zu investieren, die helfen die Klimawandelfolgen abzufedern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 25.Juni 2024, 10:57:36
Und wie ist dann dein Masterplan um China oder wen auch immer zum Senken des CO2-Ausstoßes zu bewegen?

Auf die Idee müsste das Land bzw. dessen Regierung und Bevölkerung selbst kommen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.Juni 2024, 11:00:00
Und wie ist dann dein Masterplan um China oder wen auch immer zum Senken des CO2-Ausstoßes zu bewegen?

Auf die Idee müsste das Land bzw. dessen Regierung und Bevölkerung selbst kommen...

Oh, so einen Kollegen hatte ich auch mal in einem IT-Projekt. Immer wenn es darum ging Fehlerbehebungen/-korrekturen zu erarbeiten war sein Argument "Da muss sich einfach jeder mal an die eigene Nase packen." und damit war für ihn das Thema erledigt.
Hat ganz überraschenderweise genau NIX gebracht. ;D

Persönlich würde ich meinen, dass die Bevölkerung selbst es durchaus befürworten würde und es umsetzen wollen würde. Jedoch in diesem Regime etwas fordern kann dich dein Leben kosten. Und sei es nur politisch runiniert.
Also darauf zu warten, dass sich in diesem Land von selbst etwas tut ist praktisch der Welt beim Sterben zusehen, wenn du mich fragst.
Das Einzige was mir derzeit spontan an möglichem Druckmittel einfällt, wäre ein radikaler Importstopp sämtlicher Waren aus China. Jedoch will diesen Güterkrieg niemand haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 11:05:30
Die Alternative wäre, dass man ein wirklich verbindliches Abkommen schafft, dass jedem Land eine gewisse Senkung des Co2-Ausstoßes pro Jahr vorschreibt und das horrend hohe Geldstrafen vorsieht, wenn das Ziel gerissen wird. Mit dem Ziel, dass die Welt bis 2050 CO2-neutral zu sein hat.

Hier würde ich für die ärmsten Länder, die sowieso kaum CO2 emittieren, aber Ausnahmen machen, die allerdings so gestalten, dass die Industrieländer das nicht ausnutzen können, indem sie ihre Produktion dorthin verlagern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.Juni 2024, 11:07:25
Die Alternative wäre, dass man ein wirklich verbindliches Abkommen schafft, dass jedem Land eine gewisse Senkung des Co2-Ausstoßes pro Jahr vorschreibt und das horrend hohe Geldstrafen vorsieht, wenn das Ziel gerissen wird. Mit dem Ziel, dass die Welt bis 2050 CO2-neutral zu sein hat.

Hier würde ich für die ärmsten Länder, die sowieso kaum CO2 emittieren, aber Ausnahmen machen, die allerdings so gestalten, dass die Industrieländer das nicht ausnutzen können, indem sie ihre Produktion dorthin verlagern.

Und wo wäre da der Anreiz für die Beteiligten Nationen dieses Abkommen zu schließen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 11:07:25
Das Einzige was mir derzeit spontan an möglichem Druckmittel einfällt, wäre ein radikaler Importstopp sämtlicher Waren aus China.
Dann verkaufen die ihre Waren woanders hin, evtl. mit viel Rabatt, die haben ja leider auch "Freunde" auf der Welt, siehe BRICS-Staaten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juni 2024, 11:10:56
Wir haben doch mit den Schutzzöllen gegen chinesische Elektroautos genau diesen Güterkrieg mittlerweile gestartet bzw. wir sind dabei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 11:12:00
Und wo wäre da der Anreiz für die Beteiligten Nationen dieses Abkommen zu schließen?
Den Klimawandel zu verlangsamen sollte doch Anreiz genug sein. China hat das Problem prinzipiell auch anerkannt, man hat denen nur viel zu viel Spielraum gelassen. Angeblich wollen die auch schneller ihren CO2-Ausstoß senken als im Vertrag von Paris vorgesehen, warten wir mal ab. Und China ist es nicht alleine, auch in Indien wächst der CO2-Ausstoß rapide, billiger Strom aus Kohle ist immer noch ein Faktor.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juni 2024, 11:16:34
Die Alternative wäre, dass man ein wirklich verbindliches Abkommen schafft, dass jedem Land eine gewisse Senkung des Co2-Ausstoßes pro Jahr vorschreibt und das horrend hohe Geldstrafen vorsieht, wenn das Ziel gerissen wird. Mit dem Ziel, dass die Welt bis 2050 CO2-neutral zu sein hat.

Hier würde ich für die ärmsten Länder, die sowieso kaum CO2 emittieren, aber Ausnahmen machen, die allerdings so gestalten, dass die Industrieländer das nicht ausnutzen können, indem sie ihre Produktion dorthin verlagern.

Das ist auch keine Alternative, weil es keine legitimierte Instanz gibt, die so etwas durchsetzen könnte. Und diese Instanz wird es auch nie geben. Die Diplomatischen Möglichkeiten werden hier immer sehr schnell an ihre Grenzen stoßen und mehr als ein erhobener Zeigefinger ist nicht drin.

Macht hat man in seinen Grenzen. Und hier ist die Entscheidung, ob man was tun will oder nicht.

Das Beispiel Palau zeigt übrigens sehr schön auf, wie absurd der CO2-Ausstoß pro Kopf ist, das ist in Sachen Klimaschutz kein Argument.

Beide Statistiken ohne Kontext her zu nehmen passt für mich nicht. Deutschland und China im Gesamten zu vergleichen ist meiner Meinung nach genau so wenig zielführend wie Deutschland mit Palau zu vergleichen.


Das Einzige was mir derzeit spontan an möglichem Druckmittel einfällt, wäre ein radikaler Importstopp sämtlicher Waren aus China.
Dann verkaufen die ihre Waren woanders hin, evtl. mit viel Rabatt, die haben ja leider auch "Freunde" auf der Welt, siehe BRICS-Staaten.

Sehe ich auch so. Wir sind von China so abhängig, dass uns das mehr selber schaden würde als irgend ein Klima zu retten. In China würde das nicht mal eine Macke in den Exportzahlen ausmachen. Und dann sagen die Nö zu europäischen Autos und hier brennt die Bude.
Sieht man gerade an dem Beispiel das TNDO anspricht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juni 2024, 11:21:57
Nicht nur dass, sondern günstige eAutos aus China könnten sozusagen diese Art Autos auch für "ärmere" Schichten erschwinglich machen (BYD sponsort übrigens die EM24 und macht viel Werbung dort). Wir wollen also eMobilität voranbringen und verzögern den möglichen Durchbruch durch importierte Autos aus China. Den Widerspruch soll mir mal jemand erklären...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 11:41:39
Das ist auch keine Alternative, weil es keine legitimierte Instanz gibt, die so etwas durchsetzen könnte.
Richtig, deswegen glaube ich auch, dass die Menschheit an der Aufgabe scheitern wird.

Zitat
Und hier ist die Entscheidung, ob man was tun will oder nicht.
Ich bin jedenfalls dagegen, dass sich Deutschland für ein nicht erreichbares Ziel ruiniert und den Wohlstand seiner Bürger für nichts und wieder nichts opfert.

Zitat
Deutschland und China im Gesamten zu vergleichen ist meiner Meinung nach genau so wenig zielführend wie Deutschland mit Palau zu vergleichen.
Ist es nicht. Der CO2-Ausstoß von Palau und Deutschland ist irrelevant gering, der von China ist es nicht.

Zitat
In China würde das nicht mal eine Macke in den Exportzahlen ausmachen.
Das sehe ich anders, würde der gesamte Westen China blockieren, hätte das schon auch schwere Auswirkungen auf deren Wirtschaft. Der CO2-Ausstoß würde aber erstmal nicht sinken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juni 2024, 12:04:30

Zitat
Deutschland und China im Gesamten zu vergleichen ist meiner Meinung nach genau so wenig zielführend wie Deutschland mit Palau zu vergleichen.
Ist es nicht. Der CO2-Ausstoß von Palau und Deutschland ist irrelevant gering, der von China ist es nicht.


Wenn du damit meinst, dass die Entscheidungen der chinesischen Regierung auf das Klima einen viel größeren Hebel haben als das der deutschen Regierung, gebe ich dir da recht und stimme dir zu, dass China viel wichtiger ist als Deutschland. Wenn es um Anspruch, um die Frage wer darf was, wem steht was zu und wer sollte Verantwortung für sein Handeln übernehmen stimme ich dir nicht zu. Da ist meiner Meinung nach jeder gleich.


Das sehe ich anders, würde der gesamte Westen China blockieren, hätte das schon auch schwere Auswirkungen auf deren Wirtschaft. Der CO2-Ausstoß würde aber erstmal nicht sinken.

Das stimmt. Ich ging irgendwie gerade nur von Deutschland aus. Der ganze Westen wäre was anderes und hätte großen Einfluss. Das würde dann wahrscheinlich zu starken wirtschaftlichen Problemen auf beiden Seiten führen. Ich glaube nicht, dass der Westen ohne asiatische (oder auch nur chinesische) Importe glücklich wäre. Dann würde ich es lieber mit den Windrädern versuchen.  ;D


Ich bin jedenfalls dagegen, dass sich Deutschland für ein nicht erreichbares Ziel ruiniert und den Wohlstand seiner Bürger für nichts und wieder nichts opfert.
Ich hoffe darauf, dass es am Ende die Möglichkeit geben wird eine Veränderung aufzuzeigen, ohne sich dabei zu ruinieren. Da mag man mich allerdings als naiv abstrafen.   ;) Ich finde es ganz gut im angesicht einer so großen Bedrohung wie der Klimakrise in einer Gesellschaft zu leben, die am Ende vielleicht sagen kann, dass sie wenigstens etwas versucht hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 12:17:37
Wenn es um Anspruch, um die Frage wer darf was, wem steht was zu und wer sollte Verantwortung für sein Handeln übernehmen stimme ich dir nicht zu. Da ist meiner Meinung nach jeder gleich.
Wie viel soll denn jedem Menschen auf der Welt zustehen? Ich persönlich habe wahrscheinlich sogar einen negativen CO2-Fußabdruck, wegen Investitionen in EE, trotzdem werde auch ich unter dem Deckmantel "Klima" immer weiter geschröpft.

Zitat
Ich hoffe darauf, dass es am Ende die Möglichkeit geben wird eine Veränderung aufzuzeigen, ohne sich dabei zu ruinieren.
Ich bin überzeugt, dass man auch in D eine Energiewende sozialverträglich umsetzen kann, zur Not muss die CO2-Neutralität eben bis 2060 warten, das macht bezogen auf den Klimawandel Null Unterschied.
Allerdings befürchte ich, dass das mit den deutschen Politikern nicht machbar ist und da nehme ich "meine" FDP gar nicht aus. Wir bräuchten viel weniger Ideologie und viel mehr Vernunft in der Politik, aber auch in der Gesellschaft. Die Stromtrassen sind nunmal notwendig, sich dagegen zu sperren zeugt nicht von Rationalität.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juni 2024, 12:57:31
Wenn es um Anspruch, um die Frage wer darf was, wem steht was zu und wer sollte Verantwortung für sein Handeln übernehmen stimme ich dir nicht zu. Da ist meiner Meinung nach jeder gleich.
Wie viel soll denn jedem Menschen auf der Welt zustehen? Ich persönlich habe wahrscheinlich sogar einen negativen CO2-Fußabdruck, wegen Investitionen in EE, trotzdem werde auch ich unter dem Deckmantel "Klima" immer weiter geschröpft.

Ich denke nicht, dass es darauf eine Antwort gibt. Aber in der Klimafrage wird mir zu oft auf andere gezeigt. China, Indien oder seit gestern Palau. Wir leben in einer kapitalistischen Welt in der der alle nach Wohlstand streben. Aktuell wird der Wohlstand vom Westen vorgelebt. Hier ist es üblich dass viele Haushalte 1-2 Autos haben, individuelle Mobilität, Urlaubsflüge, schicke Klamotten, Unterhaltungselektronik, vielfältiges und weit her importierte Nahrung zu jeder Jahreszeit, gute Gesundheitsversorgung und so weiter. Man kann es keinem Menschen im globalen Süden oder in Asien verdenken, dass die sich das ansehen und denken, dass sie das auch haben wollen. Dazu kommen noch die Gedanken an Zeit der Kollonialisierung und Ausbeutung so mancher Kontinente und schon haben wir ein Anspruchgedanke, dass man jetzt auch mal was haben will.
Und das ist was ich meine. "Wir" im Westen leben seit Jahrzehnten einen Leben vor, dass jeder haben will, im genauen Wissen (Earth World Day, anyone?), dass das für die ganze Welt ressourcenbedingt und umwelttechnisch gar nicht klappen kann. Und das sehe ich als großes Dilemma. Das man zu einem aufstrebenden Entwicklungsstaat geht und sagt, bitte nicht so werden wie wir seit Jahrzehnten sind. Es ist leider geil und wir wollen auch nichts ändern, aber wenn ihr das auch so macht wie wir, dann sterben wir alle - vielen Dank.
Und das funkitoniert für mich irgendwie nicht.  ;D

Zitat
Ich hoffe darauf, dass es am Ende die Möglichkeit geben wird eine Veränderung aufzuzeigen, ohne sich dabei zu ruinieren.
Ich bin überzeugt, dass man auch in D eine Energiewende sozialverträglich umsetzen kann, zur Not muss die CO2-Neutralität eben bis 2060 warten, das macht bezogen auf den Klimawandel Null Unterschied.
Allerdings befürchte ich, dass das mit den deutschen Politikern nicht machbar ist und da nehme ich "meine" FDP gar nicht aus. Wir bräuchten viel weniger Ideologie und viel mehr Vernunft in der Politik, aber auch in der Gesellschaft. Die Stromtrassen sind nunmal notwendig, sich dagegen zu sperren zeugt nicht von Rationalität.

Jup, das sehe ich auch so. Es sind mir zu viele ungelöste Probleme im Land, um mit klarem Kopf eine so große Hürde zu nehmen.
Wenn unsere Infrastruktur und das Bildungssystem nicht marode wäre und das Rentensystem ein bisschen unter Kontrolle wäre, hätte man den Kopf frei für so eine große Aufgabe. Aber wir stagnieren an diesen Punkten seit 20-30 Jahren vor uns her und schaffen es nicht mal ein Klimageld an die Bürger zu bezahlen (Das ist nur ein Beispiel. Es geht mir um den Fakt, dass wir das auf Grund der Digitalisierung nicht hinbekommen, nicht um das Klimageld an und für sich.).

Pragmatismus in den Entscheidungen wäre natürlich auch toll. Das ist aber wieder mal nicht so einfach in der Demokratie. Sieht man ja auch an uns. Du sagst Atomkraft natürlich. Ich sage Atomkraft nein danke. Wir würden das beide als rationale pramatische Entscheidungen vertreten.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 14:03:03
Und das funkitoniert für mich irgendwie nicht.  ;D
Dann ist es nur "gerecht", dass wir so leben sollen müssen, wie in der Dritten Welt? Und das dann auch, wenn andere Industriestaaten gar nicht daran denken, dabei mitzuziehen und den Wohlstand ihrer Bevölkerungen bewahren oder gar mehren?

Unser Wohlstand ist nicht vom Himmel gefallen, das wurde alles hart erarbeitet und auch in der historischen Betrachtung ist Deutschland Beitrag zum Klimawandel nicht so gewaltig: https://www.carbonbrief.org/analysis-which-countries-are-historically-responsible-for-climate-change/

Ich bin überzeugt, dass sich auch die Dritte Welt entwickeln kann, hat sie ja auch schon massiv getan, zumindest in Teilen. Man muss natürlich etwas ändern, Güter wieder so bauen, dass man sie reparieren und länger nutzen kann, auch mehr "Abfälle" als Rohstoffe nutzen, Stichworte Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Allerdings ist natürlich auch die Bevölkerungsexplosion gerade in armen Ländern ein riesiges Problem.

Zitat
Das ist aber wieder mal nicht so einfach in der Demokratie.
Prinzipiell schon, da bräuchte man aber Politiker mit Rückgrat, die ihr Fähnchen nicht nur nach dem Wind hängen. Die Angst, nicht wiedergewählt zu werden, ist groß, aber ich glaube, dass man einen ehrlichen und geradlinigen Politiker nicht abstrafen würde, wenn sich zumindest absehen lässt, dass die Politik anfängt Früchte zu tragen.

Zitat
Du sagst Atomkraft natürlich. Ich sage Atomkraft nein danke.
Dann ist der Klimawandel doch nicht so schlimm, wenn man in dem Fall mehr CO2 ausstoßen will? Das passt halt hinten und vorne nicht zusammen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juni 2024, 15:01:19
Und das funkitoniert für mich irgendwie nicht.  ;D
Dann ist es nur "gerecht", dass wir so leben sollen müssen, wie in der Dritten Welt? Und das dann auch, wenn andere Industriestaaten gar nicht daran denken, dabei mitzuziehen und den Wohlstand ihrer Bevölkerungen bewahren oder gar mehren?

Unser Wohlstand ist nicht vom Himmel gefallen, das wurde alles hart erarbeitet und auch in der historischen Betrachtung ist Deutschland Beitrag zum Klimawandel nicht so gewaltig: https://www.carbonbrief.org/analysis-which-countries-are-historically-responsible-for-climate-change/

Ich bin überzeugt, dass sich auch die Dritte Welt entwickeln kann, hat sie ja auch schon massiv getan, zumindest in Teilen. Man muss natürlich etwas ändern, Güter wieder so bauen, dass man sie reparieren und länger nutzen kann, auch mehr "Abfälle" als Rohstoffe nutzen, Stichworte Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Allerdings ist natürlich auch die Bevölkerungsexplosion gerade in armen Ländern ein riesiges Problem.

Nein, dass meine ich nicht. Ich sage ja, dass das alles ein Dilemma ist. Ich habe dafür keine Lösung, nicht mal einen Lösungsansatz. Ich deute nur auf diese Perspektive hin, die meiner Meinung nach oft vergessen wird, wenn es um Vergleiche mit China, Palau oder sonstigen Entwicklungsländern geht. Das heißt nicht mal, dass ich verlange, dass andere diese Perspektive beachten.

Und das Dilemma besteht auch, wenn man darauf blickt, ob Wohlstand selbst erarbeitet ist. Klar ist unser Wohlstand erarbeitet. Und natürlich wollen wir den nicht aufgeben. Aber erarbeitet sich China seinen Wohlstand gerade nicht auch? Dort fällt der auch nicht vom Himmel. Das einem der eigene Wohlstand zusteht würde jede Nation von sich behauptet. Mit dem Argument ist kein Blumentopf zu gewinnen.
Zum Beispiel aus der afrikanischen Perspektive könnte man auch die Meinung vetreten, dass der westliche Wohlstand gar nicht ganz selbst erarbeitet ist. Zumindest dürfte die Meinung existieren, dass unser Wohlstand zum Teil darauf basiert, dass wir ein paar Landstriche für eine lange Zeit ganz schön ausgenommen habe. Das ist ein Beispiel, dass so eine Diskussion für mich nicht einfach macht, welche Nation jetzt was zu tun hätte und was man von anderen verlangt oder selber leisten müsste.

Zitat
Das ist aber wieder mal nicht so einfach in der Demokratie.
Prinzipiell schon, da bräuchte man aber Politiker mit Rückgrat, die ihr Fähnchen nicht nur nach dem Wind hängen. Die Angst, nicht wiedergewählt zu werden, ist groß, aber ich glaube, dass man einen ehrlichen und geradlinigen Politiker nicht abstrafen würde, wenn sich zumindest absehen lässt, dass die Politik anfängt Früchte zu tragen.
Ich sage es ja, nicht so einfach in der Demokratie.   :P

Zitat
Du sagst Atomkraft natürlich. Ich sage Atomkraft nein danke.
Dann ist der Klimawandel doch nicht so schlimm, wenn man in dem Fall mehr CO2 ausstoßen will? Das passt halt hinten und vorne nicht zusammen.
Der Klimawandel unterliegt, wie allem, einer Güterabwägung.
Für mich ist Kernkraft eine gefährliche Technologie deren Abfallentsorgung nach Jahrzehnten nicht geklärt ist. Dazu kommt noch, dass die Tür in Deutschland bereits zu ist und man jetzt nicht einfach wieder anfängt und mal eben Kraftwerke aufzubauen oder anzuschalten. Die Tür wurde 2011 von der CDU geschlossen und die Alternative zur Technologie war die Abhängigkeit zum günstigen Russland. Das war eine schwache Energiepolitik, die spätestens 2015 zu einer Reaktion hätte führen müssen. Das baden wir jetzt aus.
Wenn wir heute noch ordentlich gewartete Kernkraftwerke haben würden, wäre ich gar nicht dagegen, dass man die in der aktuellen Situation noch länger laufen lässt, um den Schritt zu den Erneuerbaren weicher zu gestalten. Wobei ich meine Hand dafür ins Feuer legen würde, dass wir, wenn wir noch ordentlich lang laufende Kernkraftwerke hätten keine so guten Fortschritte beim Ausbau der eneuerbaren Energien machen würden. Wozu auch, läuft ja.

Die Verbindung daraus, dass ich das für keine gute Technologie halte, dass sie in Deutschland schon abgeschafft und quasi komplett rückgebaut wurde und das wir gute Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien machen führt dazu, dass ich eher dagegen bin. Und wie du am Wort "eher" herauslesen kannst: Nicht mal hier bin ich mir sicher.
Das man funktionierende Kernkraftwerke mir nichts dir nichts aus der Tasche zaubern könnte und für die nächsten 20-30 Jahre die Strompreise massiv senken könnte, wie es von manchen Politiker behauptet wird, halte ich für eine Nebelkerze.

Von daher, ja. Die Bekämpfung von Klimawandel ist wichtig. Aber mir fällt kein politisches Ziel ein, dem automatisch alle anderen politischen Ziele, ohne wenn und aber, untergordnet werden dürfen. Das gilt auch für die Bekämpfung des Klimawandels.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juni 2024, 16:49:54
Ich deute nur auf diese Perspektive hin, die meiner Meinung nach oft vergessen wird, wenn es um Vergleiche mit China, Palau oder sonstigen Entwicklungsländern geht.
Ich habe nicht mit Palau verglichen, weil CO2/Kopf für mich kein Argument ist, aber ich vergleiche den CO2-Ausstoß des Staates China mit dem des Staates Deutschland und erkenne, dass eine Reduktion um jeden Preis in Deutschland keinen Sinn macht.
Und ich sehe auch keinen Sinn darin, auf Wohlstand zu verzichten, weil es anderswo weniger Wohlstand gibt, für diese Tatsache gibt es auch Gründe.
Die Dritte Welt wird sich weiterentwickeln und sie werden mit chin. und ind. Kohlekraftwerken viel CO2 produzieren. Es sei ihnen von meiner Seite gegönnt.

Zitat
Aber erarbeitet sich China seinen Wohlstand gerade nicht auch?
Selbstverständlich. Die denken aber auch nicht im Traum daran, ihre Wirtschaft wegen des Klimawandels zu ruinieren.

Zitat
Der Klimawandel unterliegt, wie allem, einer Güterabwägung.
Das hörte sich bisher aber nicht so an, für viele Klimaschützer und Grüne ist der Klimawandel der Weltuntergang, dem sich alles unterzuordnen habe.

Zitat
Das war eine schwache Energiepolitik...
Die fing an mit Gas-Gerd, der hat Deutschland in die Abhängigkeit von Russland geführt, Merkel hat munter damit weitergemacht.

Zitat
...die spätestens 2015 zu einer Reaktion hätte führen müssen.
Das ist richtig, spätestens da hätten die noch laufenden KKW grundüberholt und laufzeitverlängert werden müssen. Ich habe Merkel übrigens schon während ihrer Amtszeit kritisiert, da galt das noch als Ketzerei ;)

Zitat
Wenn wir heute noch ordentlich gewartete Kernkraftwerke haben würden...
Man hätte auch 2023 die noch laufenden KKW grundüberholen und laufzeitverlängern können, das war aus ideologischen Gründen aber mit den Grünen nicht drin. Mal sehen, wann der U-Ausschuss kommt.

Neue KKW wird Deutschland jedenfalls nicht bauen, da sind wir uns einig.

Zitat
...und das wir gute Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien machen...
Machen wir? Das sehe ich nicht so. Wir müssen viel Strom importieren, sind also vom good will unserer Nachbarn abhängig. Es gibt immer noch keine großen Speicher, die den "Zappelstrom" auffangen und gezielt wieder abgeben, was auch den Strompreis glätten und so einen Irrsinn wie negative Strompreise beenden würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juni 2024, 21:16:07
Ich glaube dass Indien und China hier zu negativ gesehen werden. Ja sie stoßen extrem viel CO2 aus, aber sie haben auch einen extrem hohe Bevölkerung. Aber was sie z.B. von Deutschland unterscheidet ist, dass sie zum Beispiel die Wasserkraft viel stärker nutzen wie wir. Gleiches gilt für Brasilien.
Mal ein paar Zahlen aus dem Jahr 2020 dazu :

China                 1322,0 TWh   16,99%
Brasilien               396,8 TWh   63,99% 
Indien                  163,6 TWh   10,48%
Deutschland           18,7 TWh       3,3%
Russland               212,4 TWh   19,57%
Vereinigte Staaten 288,7 TWh     6,73%
 

Ich lasse Kanada, Schweden, Norwegen  bewusst raus, weil diese Ausreißer sind.


Gehen wir bei den Ländern weiter zur Windkraft (Jahr 2020).
China                    466,5 TWh     885,6 TWh     +89%
Brasilien                  56,7 TWh      95,7 TWh      +68%
Indien                     60,4 TWh      82,1 TWh      +36%
Deutschland           132,1 TWh    137,3 TWh      +4%
Russland                   1,3 TWh        3,4 TWh      +161%
Vereinigte Staaten  337,9 TWh     425,2 TWh     +26%
Hier hinken wir gewaltig hinterher was den Ausbau angeht. Aber auch in absoluten Zahlen sind wir nicht so überragend.



Gehen wir bei den Ländern weiter zur Solarenergie (Jahr 2020, 2023).
China                    261,1 TWh     584,2 TWh    +123%
Brasilien                  10,8 TWh      51,7 TWh     +378%
Indien                     58,7 TWh     113,4 TWh    +93%
Deutschland             48,6 TWh      61,6 TWh     +26%
Russland                   1,9 TWh        2,0 TWh     +5%
Vereinigte Staaten  130,7 TWh     238,2 TWh     +82%
Da liegen wir ziemlich hinten. Sowohl in absoluten Zahlen wie auch in der Steigerung.


Für diese Ergebnisse, die ich hier nicht Energiewende nennen möchte zahlen wir einen gigantischen Preis (Stromkosten pro kWh im März 2023)
China                      0,08 US$
Brasilien                  0,16 US$
Indien                     0,08 US$
Deutschland            0,41 US$
Russland                 0,05 US$ (März 2022)
Vereinigte Staaten   0,18 US$


Also wo sind wir gerade die Vorreiter in Sachen Stromproduktion. Sollten wir uns vielleicht mal fragen, warum unsere Stromkosten so dermaßen hoch sind und wir trotzdem die Energiewende nicht so schnell läuft wie anderswo...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Juni 2024, 01:38:15
Ich deute nur auf diese Perspektive hin, die meiner Meinung nach oft vergessen wird, wenn es um Vergleiche mit China, Palau oder sonstigen Entwicklungsländern geht.
Ich habe nicht mit Palau verglichen, weil CO2/Kopf für mich kein Argument ist, aber ich vergleiche den CO2-Ausstoß des Staates China mit dem des Staates Deutschland und erkenne, dass eine Reduktion um jeden Preis in Deutschland keinen Sinn macht.
Und ich sehe auch keinen Sinn darin, auf Wohlstand zu verzichten, weil es anderswo weniger Wohlstand gibt, für diese Tatsache gibt es auch Gründe.
Die Dritte Welt wird sich weiterentwickeln und sie werden mit chin. und ind. Kohlekraftwerken viel CO2 produzieren. Es sei ihnen von meiner Seite gegönnt.

Ich habe auch nicht gesagt, dass wir auf Wohlstand verzichten sollen. Ich meinte nur, dass es auch kein anderer machen wird.


Zitat
Der Klimawandel unterliegt, wie allem, einer Güterabwägung.
Das hörte sich bisher aber nicht so an, für viele Klimaschützer und Grüne ist der Klimawandel der Weltuntergang, dem sich alles unterzuordnen habe.

Deswegen habe ich es ja gesagt und nicht die Grünen.  ;) Ich würde den Grünen da widersprechen.

Zitat
Das war eine schwache Energiepolitik...
Die fing an mit Gas-Gerd, der hat Deutschland in die Abhängigkeit von Russland geführt, Merkel hat munter damit weitergemacht.

Da hast du recht. Ich wollte die CDU nicht als alleinigen Buhmann hinstellen.

Zitat
...die spätestens 2015 zu einer Reaktion hätte führen müssen.
Das ist richtig, spätestens da hätten die noch laufenden KKW grundüberholt und laufzeitverlängert werden müssen. Ich habe Merkel übrigens schon während ihrer Amtszeit kritisiert, da galt das noch als Ketzerei ;)

Oder der Ausbau der erneuerbaren Energien hätte früher und energischer vorangetrieben werden müssen.  ;) Aber so oder so, es hätte etwas passieren müssen.

Zitat
Wenn wir heute noch ordentlich gewartete Kernkraftwerke haben würden...
Man hätte auch 2023 die noch laufenden KKW grundüberholen und laufzeitverlängern können, das war aus ideologischen Gründen aber mit den Grünen nicht drin. Mal sehen, wann der U-Ausschuss kommt.


Ich habe noch von einigen Experten im Kopf, dass das nicht mehr gegangen wäre. Mitarbeiter waren weg. Prüfungen und Beschaffung der Brennstäbe hätte zu lange gedauert. Diesen einen Winter, wo man vor dem Blackout Angst hätte, hätte es auf wohl nicht gereicht. Wenn überhaupt den nächsten. Ich habe das aber auch nur noch vage im Kopf... Die Diskussion hatten wir aber auch schon ausführlich.

Zitat
...und das wir gute Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien machen...
Machen wir? Das sehe ich nicht so. Wir müssen viel Strom importieren, sind also vom good will unserer Nachbarn abhängig. Es gibt immer noch keine großen Speicher, die den "Zappelstrom" auffangen und gezielt wieder abgeben, was auch den Strompreis glätten und so einen Irrsinn wie negative Strompreise beenden würde.

Meines Wissens nach schon. Die Ausbauziele für Solar wurden 2023 übererfüllt. 2024 wurde bisher nochmal schneller ausgebaut als in den gleichen Monaten 2023. Bei den Windrädern sieht es auch gut aus in dem Sinne, dass der Genehmigungsstau besser wird. 2023 wurden doppelt so viele Neubauten genehmiget wie in 2022 und 2021.
Das soll nicht heißen, dass ich alles rosig finde. Aber ich halte das für einen Fortschritt. Stromtrasen und Speicher sind ein Thema, dass ich auch problematisch sehe.

Obwohl ich denke, dass komplett Unabhängigkeit wünschenswert wäre, finde ich den Handel der unmittelbaren Nachbarn nicht so verkehrt. Wir exportieren eine Menge. Wir importieren eine Menge. Aber ist das innerhalb von Europa nicht toll?

Auf lange Sicht fände ich toll, wenn man Endkunden einen direkteren Zugang zum Strommarkt geben könnte. Das wird aber, fürchte ich, noch lange auf sich warten lassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 26.Juni 2024, 02:49:33
@TNDO ich verstehe deinen Post nicht. Du vergleichst Deutschland mit Länder die einerseits geographische Vorteile bei bspw. Solar und Windkraft haben als auch um ein vielfaches größer sind als Deutschland. Ein Vergleich mit absoluten Zahlen macht somit absolut null Sinn. Von den Bauvorschriften und ähnlichen mal ganz abgesehen. Und wo sollen in Deutschland denn diese Wasserkraftwerke entstehen ? Wasserkraftwerk bedeutet immer die Anlage von großen Künstlichen Seen das heißt man zerstört damit unweigerlich die Umwelt. Es ist somit zu hinterfragen ob es sich dabei wirklich um eine erneuerbare Energie handelt, wenn man dadurch jede menge Natur zerstört. Frag mal in China nach wo für die großen Wasserkraftwerke oder dem Drei Schluchten Staudamm ganze Städte umgesiedelt wurden. Absolut absurd. Von den Naturschäden, Dürren, verendendenen Fischen mal ganz abgesehen.

Aber warum der Strompreis in diesen Ländern viel günstiger ist kann ich dir ganz einfach sagen. Der teure Strompreis kommt in Deutschland nicht durch Wind- oder Solarkraft zustande, sondern durch unsere tollen Gaskraftwerke. Durch das Merit Order Prinzip hat die Verdoppelung des Gas Preises dazu geführt das sich auch der Strompreis deutlich verteuert hat.

Dazu kommt dann das in Ländern wie China und Indien Strom vom Staat subventioniert wird. Gilt übrigens auch für Atomkraftwerke die ja Signor Rossis lieblings Thema sind. Kein Atom Kraftwerk dieser Welt kann schwarze Zahlen liefern, wenn man Rückbau, Endlagerung usw. mit einbeziehen würde. Übrigens ist der Uranpreis in den letzten drei jahren um 200% gestiegen. Also günstig ist der Strom aus Atomkraftwerken auch nicht bzw. war er das noch nie. Und zu dem Märchen das ganz Europa neue Atomkraftwerke baut. Konkrete Projekte gibt es momentan nur in Finnland und der Slowakei.
Dazu kommen dann ausufernde Kosten bspw. Flamanville Geplant waren 3 Milliarden tatsächliche Kosten 12 Milliarden(bis jetzt) oder Olkiluoto  momentane Kosten 11 Milliarden statt geplanten 3. Also richtige Schnapper. Aber ja die Mini Kraftwerke kommen bald die von Bill Gates seit Jahren versprochen werden.  ::)

Aber ja Signor Rossi wir hätten unsere Atomkraftwerke einfach so modernisieren können. Ist ja gar kein Aufwand.  ::) Gerade die Projekte in anderen Ländern sollten zeigen wie problematisch das gewesen wäre. Da wird der Untersuchungsausschuss wirklich viel aufzuklären haben.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.Juni 2024, 08:11:52
Ich möchte an der Stelle mal ein wenig Kontext liefern, was denn genau der Klimawandel eigentlich bedeutet. Das 1,5-Grad-Ziel halte ich für utopisch, deswegen berücksichtige ich es hier nicht. Zur Einordnung: Wenn alle aktuellen Klimaschutzzusagen umgesetzt werden, steuern wir auf 2,5-3 Grad Erderwärmung zu. Das heißt, selbst die Ziele, die sich die Staaten aktuell gesetzt haben, reichen nicht, um das zwei Grad-Ziel zu halten.

2-Grad-Erwärmung bedeuten...

2 bis 4 Grad Erwärmung bedeuten...

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Grad-Ziel#Folgen_einer_globalen_Erw%C3%A4rmung_um_zwei_Grad_oder_mehr (https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Grad-Ziel#Folgen_einer_globalen_Erw%C3%A4rmung_um_zwei_Grad_oder_mehr)
https://helmholtz-klima.de/aktuelles/welche-teile-des-klimasystems-drohen-bei-ueber-2-grad-zu-kippen (https://helmholtz-klima.de/aktuelles/welche-teile-des-klimasystems-drohen-bei-ueber-2-grad-zu-kippen)
https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/2-Grad-Ziel#Welche_Klimaverh%C3%A4ltnisse_sind_zu_erwarten? (https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/2-Grad-Ziel#Welche_Klimaverh%C3%A4ltnisse_sind_zu_erwarten?)
https://www.wwf.at/artikel/folgen-der-klimakrise-15-grad-oder-2-grad/ (https://www.wwf.at/artikel/folgen-der-klimakrise-15-grad-oder-2-grad/)
https://www.oekom.de/beitrag/eine-erde-wie-wir-sie-nicht-kennen-wollen-351 (https://www.oekom.de/beitrag/eine-erde-wie-wir-sie-nicht-kennen-wollen-351)
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/unep-erwaermung-cop-100.html (https://www.tagesschau.de/wissen/klima/unep-erwaermung-cop-100.html)

Das habe ich jetzt mal auf die Schnelle zusammengestellt. Ich bin sicher, mit eingehenderer Recherche kann man das noch wesentlich konkreter machen, aber es macht klar: Beide Szenarien sind nicht wünschenswert, ein Überschreiten der 2-Grad-Marke wäre eine Katastrophe, keine Panikmache. Deshalb verfängt das Argument "Klimaschutz gefährdet unseren Wohlstand" für mich nicht, es ist schlicht zu kurzfristig und kurzsichtig gedacht. Denn der Klimawandel bedroht unseren Wohlstand noch in einem viel erheblicheren Maße. Ich stimme der Einschätzung zu, dass Klimaschutz und Energiewende in Deutschland ineffizient angegangen werden, gemacht werden muss es trotzdem. Und man könnte ja dabei auch die Chancen ergreifen, die sich bieten, und am technologischen Fortschritt profitieren: Nachhaltige Baustoffe, CCS-Verfahren, Power-to-X, neuartige Solarzellen, Festkörper- und/oder lithiumfreie-Batterien, ... In einigen dieser Bereiche hinkt Deutschland vielleicht schon zu weit hinterher, in anderen gibt es echte Chancen, auf wirtschaftlichen Erfolg. Wenn ich daran denke, wie wir in Deutschland die Solar- und Windkraftindustrie abgewürgt haben, da kann man nur verzweifeln. Man muss das Potenzial halt auch nutzen, das da ist. Hinzu kommt die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft in vielen Bereichen. Auch hier gibt es interessante Entwicklungen in Sachen Verbundstoffe, Baustoffe etc. Wenn Deutschland hier vorankommen und gleichzeitig wirtschaftlich stark bleiben möchte, sollten solche Bestrebungen in meinen Augen viel stärker gefördert werden. Wie gesagt: Nicht der Klimaschutz per se gefährdet unseren Wohlstand, sondern der Klimawandel und unser Umgang damit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 26.Juni 2024, 09:41:35
@TNDO ich verstehe deinen Post nicht. Du vergleichst Deutschland mit Länder die einerseits geographische Vorteile bei bspw. Solar und Windkraft haben als auch um ein vielfaches größer sind als Deutschland. Ein Vergleich mit absoluten Zahlen macht somit absolut null Sinn. Von den Bauvorschriften und ähnlichen mal ganz abgesehen. Und wo sollen in Deutschland denn diese Wasserkraftwerke entstehen ? Wasserkraftwerk bedeutet immer die Anlage von großen Künstlichen Seen das heißt man zerstört damit unweigerlich die Umwelt. Es ist somit zu hinterfragen ob es sich dabei wirklich um eine erneuerbare Energie handelt, wenn man dadurch jede menge Natur zerstört. Frag mal in China nach wo für die großen Wasserkraftwerke oder dem Drei Schluchten Staudamm ganze Städte umgesiedelt wurden. Absolut absurd. Von den Naturschäden, Dürren, verendendenen Fischen mal ganz abgesehen.

Aber warum der Strompreis in diesen Ländern viel günstiger ist kann ich dir ganz einfach sagen. Der teure Strompreis kommt in Deutschland nicht durch Wind- oder Solarkraft zustande, sondern durch unsere tollen Gaskraftwerke. Durch das Merit Order Prinzip hat die Verdoppelung des Gas Preises dazu geführt das sich auch der Strompreis deutlich verteuert hat.

Dazu kommt dann das in Ländern wie China und Indien Strom vom Staat subventioniert wird. Gilt übrigens auch für Atomkraftwerke die ja Signor Rossis lieblings Thema sind. Kein Atom Kraftwerk dieser Welt kann schwarze Zahlen liefern, wenn man Rückbau, Endlagerung usw. mit einbeziehen würde. Übrigens ist der Uranpreis in den letzten drei jahren um 200% gestiegen. Also günstig ist der Strom aus Atomkraftwerken auch nicht bzw. war er das noch nie. Und zu dem Märchen das ganz Europa neue Atomkraftwerke baut. Konkrete Projekte gibt es momentan nur in Finnland und der Slowakei.
Dazu kommen dann ausufernde Kosten bspw. Flamanville Geplant waren 3 Milliarden tatsächliche Kosten 12 Milliarden(bis jetzt) oder Olkiluoto  momentane Kosten 11 Milliarden statt geplanten 3. Also richtige Schnapper. Aber ja die Mini Kraftwerke kommen bald die von Bill Gates seit Jahren versprochen werden.  ::)

Aber ja Signor Rossi wir hätten unsere Atomkraftwerke einfach so modernisieren können. Ist ja gar kein Aufwand.  ::) Gerade die Projekte in anderen Ländern sollten zeigen wie problematisch das gewesen wäre. Da wird der Untersuchungsausschuss wirklich viel aufzuklären haben.  ::)
Bitte bleibe sachlich und höflich im Ton, denn bis hierhin fand ich die Debatte sehr spannend. Es wäre schade, wenn aufgrund persönlicher Animositäten der Austausch abgewürgt werden würde.

Und um persönlich zum Thema beizutragen. Ja, ich finde die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke nicht sinnvoll. Ich fordere auch keinen Neubau von AKWs, denn ich sehe so wie DragonFox die langfristigen Probleme der Endlagerung und generell die Schwierigkeiten radioaktiver Energieerzeugung (seien es Erdbeben, Kühlwasserprobleme oder Terroranschläge, die es zum Glück noch nicht gab). Aber mit einem politischen Kraftakt wäre eine Generalüberholung und ein begrenzter Weiterbetrieb möglich gewesen, um eben als auslaufende Brückentechnologie bei der Stromgrundlast zu unterstützen. Und ja, wir produzieren Atommüll, aber für die paar Jahre mit drei laufenden AKWs haben wir dann eine Restmenge strahlenden Mülls, der den Bock auch nicht mehr fett macht. Denn der bisherige Atommüll ist ja so oder so vorhanden und verschwindet nicht einfach so, dessen sind wir uns alle bewusst.

Ich verstehe, dass diese Entscheidung aus politischen Gründen getroffen worden ist, aber leider ist diese Entscheidung nun unumkehrbar und wir müssen eben mit den Konsequenzen leben und unsere Anstrengungen intensivieren, um erneuerbare Energien noch viel stärker als bislang auszubauen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Juni 2024, 10:08:49
Ich möchte an der Stelle mal ein wenig Kontext liefern, was denn genau der Klimawandel eigentlich bedeutet. Das 1,5-Grad-Ziel halte ich für utopisch, deswegen berücksichtige ich es hier nicht. Zur Einordnung: Wenn alle aktuellen Klimaschutzzusagen umgesetzt werden, steuern wir auf 2,5-3 Grad Erderwärmung zu. Das heißt, selbst die Ziele, die sich die Staaten aktuell gesetzt haben, reichen nicht, um das zwei Grad-Ziel zu halten.

2-Grad-Erwärmung bedeuten...
  • Klimakippunkte: Ein Großteil der Korallenriffe wäre gefährdet (je nach Quelle sogar alle), Permafrostböden würden tauen (und große Mengen Methan freisetzen), das Eis in der Arktis wird weiter schmelzen (Anstieg des Meeresspiegels) und das Meer weniger CO₂ aufnehmen.
  • Die meisten Landgebiete erwärmen sich um 3-4 Grad. Extrem heiße Tage werden um bis zu 4 Grad wärmer.
  • Deutliche Zunahme an Extremwettereignissen (und deren Folgen): 28 % der Weltbevölkerung (2 Milliarden Menschen) werden extremen Hitzewellen mindestens einmal alle 20 Jahre ausgesetzt sein; das Hochwasserrisiko steigt um 170%; 410 Millionen Menschen (im urbanen Raum) werden von Dürren und Wasserknappheit betroffen sein.
  • Von der Gletschermasse von 2025 schmelzen 60%, die Arktis wird im Sommer alle 10 Jahre eisfrei sein.
  • Meeresspiegel: steigt um ca. 40-90 Zentimeter, davon wären rund 10 Millionen Menschen mehr betroffen, als beim prognostizierten Anstieg bei 1,5 Grad Erwärmung. Nachlaufend kann damit ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter einhergehen, da eine wärmere Welt zu einem weiteren Abschmelzen der Eisschilder führt.
  • Vom Artensterben betroffen: 18% der Insekten, 16% der Pflanzen, 8% der Wirbeltiere
  • Das alles hat Folgen für: Die Nahrungsmittelversorgung, die Gesundheit, die Ausbreitung von (tropischen) Krankheiten und auch die Energieerzeugung (z. B. fehlendes Kühlwasser für Atomkraftwerke).
  • Wirtschaftliche Schäden von 20 Billionen US-Dollar.

2 bis 4 Grad Erwärmung bedeuten...
  • Weitere Kipppunkte sind bedroht: Wichtige Meeresströmungen, Wettermuster und Waldökosysteme könnten sich massiv verändern. Passiert dies, könnten über Rückkopplungseffekte weitere Systeme kippen und damit den Klimawandel weiter befeuern. Dies wäre durch den Menschen nicht mehr zu kontrollieren oder gar aufzuhalten.
  • Kurz gesagt: Mehr von allem. Mehr Dürren, mehr Starkregen mit Überflutungen, mehr Hitzewellen, mehr Wirbelstürme, mehr Waldsterben.
  • Erwärmung an Land um etwa 6 Grad Celsius (regional stark unterschiedlich) mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wirtschaft (Arbeiten im Freien im Sommer wird damit z. B. zur echten Herausforderung), aber auch die Tiere und Pflanzen. Heiße Tage werden etwa 6 Grad heißer als heute.
  • Der Meeresspiegel steigt um 1-1,5 Meter, nachlaufend (s.o.) sind 2-5 Meter nicht ausgeschlossen.
  • Wirtschaftliche Schäden von 15-25% des Pro-Kopf-Bruttoweltprodukts

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Grad-Ziel#Folgen_einer_globalen_Erw%C3%A4rmung_um_zwei_Grad_oder_mehr (https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Grad-Ziel#Folgen_einer_globalen_Erw%C3%A4rmung_um_zwei_Grad_oder_mehr)
https://helmholtz-klima.de/aktuelles/welche-teile-des-klimasystems-drohen-bei-ueber-2-grad-zu-kippen (https://helmholtz-klima.de/aktuelles/welche-teile-des-klimasystems-drohen-bei-ueber-2-grad-zu-kippen)
https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/2-Grad-Ziel#Welche_Klimaverh%C3%A4ltnisse_sind_zu_erwarten? (https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/2-Grad-Ziel#Welche_Klimaverh%C3%A4ltnisse_sind_zu_erwarten?)
https://www.wwf.at/artikel/folgen-der-klimakrise-15-grad-oder-2-grad/ (https://www.wwf.at/artikel/folgen-der-klimakrise-15-grad-oder-2-grad/)
https://www.oekom.de/beitrag/eine-erde-wie-wir-sie-nicht-kennen-wollen-351 (https://www.oekom.de/beitrag/eine-erde-wie-wir-sie-nicht-kennen-wollen-351)
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/unep-erwaermung-cop-100.html (https://www.tagesschau.de/wissen/klima/unep-erwaermung-cop-100.html)

Das habe ich jetzt mal auf die Schnelle zusammengestellt. Ich bin sicher, mit eingehenderer Recherche kann man das noch wesentlich konkreter machen, aber es macht klar: Beide Szenarien sind nicht wünschenswert, ein Überschreiten der 2-Grad-Marke wäre eine Katastrophe, keine Panikmache. Deshalb verfängt das Argument "Klimaschutz gefährdet unseren Wohlstand" für mich nicht, es ist schlicht zu kurzfristig und kurzsichtig gedacht. Denn der Klimawandel bedroht unseren Wohlstand noch in einem viel erheblicheren Maße. Ich stimme der Einschätzung zu, dass Klimaschutz und Energiewende in Deutschland ineffizient angegangen werden, gemacht werden muss es trotzdem. Und man könnte ja dabei auch die Chancen ergreifen, die sich bieten, und am technologischen Fortschritt profitieren: Nachhaltige Baustoffe, CCS-Verfahren, Power-to-X, neuartige Solarzellen, Festkörper- und/oder lithiumfreie-Batterien, ... In einigen dieser Bereiche hinkt Deutschland vielleicht schon zu weit hinterher, in anderen gibt es echte Chancen, auf wirtschaftlichen Erfolg. Wenn ich daran denke, wie wir in Deutschland die Solar- und Windkraftindustrie abgewürgt haben, da kann man nur verzweifeln. Man muss das Potenzial halt auch nutzen, das da ist. Hinzu kommt die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft in vielen Bereichen. Auch hier gibt es interessante Entwicklungen in Sachen Verbundstoffe, Baustoffe etc. Wenn Deutschland hier vorankommen und gleichzeitig wirtschaftlich stark bleiben möchte, sollten solche Bestrebungen in meinen Augen viel stärker gefördert werden. Wie gesagt: Nicht der Klimaschutz per se gefährdet unseren Wohlstand, sondern der Klimawandel und unser Umgang damit.


Danke für den Kontext. Es bezweifelt hier niemand, noch leugnet es jemand. Aber ich würde trotzdem darauf beharren, dass Wohlstand immens wichtig ist.

Das Problem ist, dass Politik nur so funktioniert wie Politik funktioniert. Also oft nicht rational, auf das Wesentliche konzentriert und mit der nötigen zeitlichen Perspektive. Wenn der Klimawandel alleine in meinem Wohnzimmer stattfinden würde und ich der Einzige wäre, der davon betroffen wäre und ich der Einzige wäre, der es lösen könnte: Holla die Waldfee, wäre das gerade eine große Sorge für mich. Signor Rossi hat aber grundsätzlich recht, wenn er sagt, dass Deutschland alleine den Klimawandel nicht aufhalten wird. Wir könnten ab Morgen gar kein CO2 mehr ausstoßen und hätten damit quasi keine Auswirkung auf das Klima, so lange nicht ein Großteil anderer Menschen mitzieht.

Das heißt aber nicht, dass nichts zu tun wäre. Ganz im Gegenteil. Deutschland kann meiner Meinung nach nur zwei Dinge erreichen:
Zum einen kann Deutschland 'nur' eine Vorreiterrolle einnehmen und zeigen, dass es möglich wäre. Also, dass sich eine erfolgreiche und starke Industrienation so transformieren kann, dass sie anteilig für sich die Klimaziele erreicht und im besten Fall dabei noch positive Effekte darüber hinaus erziehlt. Ja, irrsinnig, das Klimaschutz alleine nicht ausreichen wird. Aber im Besten Fall schafft ein Land die Transformation zu mehr Klimaschutz so, dass man sich dabei nicht in den Ruin treibt, sondern dass man im besten Fall noch wirtschaftliches Wachstum aufweist, wie es eine ordentliche Volkswirtschaft im Kapitalismus nunmal zu tun hat. Das würde von der Weltgemeinschaft sonst nämlich nicht als "es geht" anerkannt, weil Wohlstand so lange wichtig ist, bis uns das Wasser im warsten Sinne des Wortes zum Halse steht.
Ein halbes Unterziel wäre, mit dem Erfolg andere Länder zu überzeugen, dass es geht und das es sich lohnt. Dafür braucht es das positive Beispiele und nicht den erhobenen Zeigefinger und die Moralkeule, ohne davor im eigenen Hof gekehrt zu haben.
Das ist alles ein bisschen frei nach dem Motto: Irgendwo muss man halt mal anfangen.

Zum anderen kann und muss sich Deutschland vorbereiten und reslienter werden. Die Folgen werden kommen, egal ob 1,2,3 oder mehr Grad. Gerade aussterbende Monokultur-Kiefernwälder mit klimaverträglicherem Mischwald aufforsten. Städte vorbereiten, um mit starken Hitzesommern klar zu kommen. Artenvielfalt und Biodiversität aufbauen und schützen. Flächenversiegelung stoppen. Hochwasserschutz konsequent ausbauen und nicht immer nach 6 Wochen vergessen, dass Hochwasser-Ereignisse existieren. Und vieles vieles mehr. Vieles davon wird vor allem Geld kosten und keine Produktivität bringen. Und daher der Bogen nach oben, wird es Wohlstand brauchen.


Die von dir angesprochenen Technologien können diese positiven Effekte haben und darauf hoffe ich auch. Aber gucken wir uns zum Beispiel das Thema der Wärmepumpen an: Diskutiert wird hier über Wohlstand und nicht über den Effekt der Technologie auf das Klima. Es wird ohne den Blick darauf nicht gehen. Man läuft nicht nur Gefahr als mögliches Vorbild das Gesicht zu verlieren, sondern auch die Akzeptanz in der Bevölkerung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.Juni 2024, 10:43:41
@DragonFox: Ich wollte damit auch nicht sagen, dass irgendwer das leugnen oder bezweifeln würde. Mir ging es nur nochmal darum, aufzuzeigen, dass der Klimawandel selbst die viel größere Bedrohung für den Wohlstand ist, als ineffizienter Klimaschutz.

Letztlich führt doch alles wieder zu dem Punkt zurück, dass es theoretisch gute Lösungen gäbe, diese aber an der Realpolitik scheitern. Weder wird der Westen geschlossen China unter Druck setzen, um dieses zu einer drastischeren Senkung seiner Emissionen zu bewegen, noch wird es einen internationalen Vertrag inklusive Sanktionierungen geben, der einen echten Wandel in Sachen Klimaschutz bedeuten würde. National heruntergebrochen scheitern viele Dinge ebenfalls an der Realpolitik: Kurzfristige Versprechen gehen vor (kurzfristig unbequeme) langfristige Lösungen. Du hast das Beispiel mit der Wärmepumpe gebracht - mal ganz unabhängig davon, dass die Art und Weise ihrer Implementierung zurecht kritisiert wurde, ist das eine sinnvolle Technologie (die selbstredend nicht die komplette Wärmeversorgung lösen kann). Politisch und medial debattiert werden aber in erster Linie die Nachteile (Kosten). So kann kein konstruktiver Diskurs über die besten Lösungen entstehen. Und schon sind wir wieder bei dem Punkt, dass oft nur ideologisch diskutiert wird. Und zwar in allen Teilen des demokratischen Spektrums. Man könnte auch sagen: Wir als Wähler lassen diese Art von Diskurs zu und sind insofern (mit)verantwortlich. Uns werden aber weder Technologiegläubigkeit noch die verbissene Moralkeule retten.

All das führt aber nicht an der Tatsache vorbei, dass Deutschland sich im Klimaschutz mehr bemühen muss. Als Staat, der das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat, als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt (wenn nicht wir, wer dann?) und als - wie du richtig geschrieben hast - Vorbild. Und wir sind uns hier offenbar auch einig, dass das nicht so geschehen kann, wie bislang. Auch hier braucht es einen (utopischen?) gesellschaftlichen und politischen Konsens: Wie bewältigen wir Klimaschutz und Klimawandelanpassungen als gesamtgesellschaftliche Mammutaufgaben im Zusammenspiel (!) mit wirtschaftlicher und sozialer Stabilität?

Edit: Im Übrigen kann es nach einer NASA-Berechnung gut sein, dass wir die 2 Grad so oder so knacken, also unabhängig von unseren Bemühungen, und zwar schon in den 2040ern: https://www.derstandard.de/story/3000000183104/zwei-grad-schwelle-duerfte-frueher-erreicht-werden-als-angenommen (https://www.derstandard.de/story/3000000183104/zwei-grad-schwelle-duerfte-frueher-erreicht-werden-als-angenommen)
Ein Grund mehr, warum wie Weltgemeinschaft nicht warten und mit dem Finger aufeinander zeigen kann. Ich denke, das haben meine Auflistungen im vorherigen Post deutlich gemacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Juni 2024, 11:21:44
@DragonFox: Ich wollte damit auch nicht sagen, dass irgendwer das leugnen oder bezweifeln würde. Mir ging es nur nochmal darum, aufzuzeigen, dass der Klimawandel selbst die viel größere Bedrohung für den Wohlstand ist, als ineffizienter Klimaschutz.

Letztlich führt doch alles wieder zu dem Punkt zurück, dass es theoretisch gute Lösungen gäbe, diese aber an der Realpolitik scheitern. Weder wird der Westen geschlossen China unter Druck setzen, um dieses zu einer drastischeren Senkung seiner Emissionen zu bewegen, noch wird es einen internationalen Vertrag inklusive Sanktionierungen geben, der einen echten Wandel in Sachen Klimaschutz bedeuten würde. National heruntergebrochen scheitern viele Dinge ebenfalls an der Realpolitik: Kurzfristige Versprechen gehen vor (kurzfristig unbequeme) langfristige Lösungen. Du hast das Beispiel mit der Wärmepumpe gebracht - mal ganz unabhängig davon, dass die Art und Weise ihrer Implementierung zurecht kritisiert wurde, ist das eine sinnvolle Technologie (die selbstredend nicht die komplette Wärmeversorgung lösen kann). Politisch und medial debattiert werden aber in erster Linie die Nachteile (Kosten). So kann kein konstruktiver Diskurs über die besten Lösungen entstehen. Und schon sind wir wieder bei dem Punkt, dass oft nur ideologisch diskutiert wird. Und zwar in allen Teilen des demokratischen Spektrums. Man könnte auch sagen: Wir als Wähler lassen diese Art von Diskurs zu und sind insofern (mit)verantwortlich. Uns werden aber weder Technologiegläubigkeit noch die verbissene Moralkeule retten.

All das führt aber nicht an der Tatsache vorbei, dass Deutschland sich im Klimaschutz mehr bemühen muss. Als Staat, der das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat, als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt (wenn nicht wir, wer dann?) und als - wie du richtig geschrieben hast - Vorbild. Und wir sind uns hier offenbar auch einig, dass das nicht so geschehen kann, wie bislang. Auch hier braucht es einen (utopischen?) gesellschaftlichen und politischen Konsens: Wie bewältigen wir Klimaschutz und Klimawandelanpassungen als gesamtgesellschaftliche Mammutaufgaben im Zusammenspiel (!) mit wirtschaftlicher und sozialer Stabilität?

Edit: Im Übrigen kann es nach einer NASA-Berechnung gut sein, dass wir die 2 Grad so oder so knacken, also unabhängig von unseren Bemühungen, und zwar schon in den 2040ern: https://www.derstandard.de/story/3000000183104/zwei-grad-schwelle-duerfte-frueher-erreicht-werden-als-angenommen (https://www.derstandard.de/story/3000000183104/zwei-grad-schwelle-duerfte-frueher-erreicht-werden-als-angenommen)
Ein Grund mehr, warum wie Weltgemeinschaft nicht warten und mit dem Finger aufeinander zeigen kann. Ich denke, das haben meine Auflistungen im vorherigen Post deutlich gemacht.

Ja, ich gebe dir in allem was du sagst recht. Die Sache mit unserem Wohlstand ist auch nur nochmal ein Aspekt, der es noch etwas komplizierter macht.

Und eigentlich kam die Diskussion auch ganz wo anders her. Es ging nicht darum, dass wir unseren Wohlstand bewahren. Das ist wünschenswert. Es ging um die Argumentation, dass doch andere Menschen bitte auf Wohlstand verzichten und nicht so leben sollten wie wir.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.Juni 2024, 11:37:51
Und eigentlich kam die Diskussion auch ganz wo anders her. Es ging nicht darum, dass wir unseren Wohlstand bewahren. Das ist wünschenswert. Es ging um die Argumentation, dass doch andere Menschen bitte auf Wohlstand verzichten und nicht so leben sollten wie wir.

Stimmt. Und das ist eine Ebene die es noch komplizierter macht. Es geht nicht nur im generationelle Gerechtigkeit (aka unseren Nachkommen eine lebenswerte Welt hinterlassen), sondern auch um globale Gerechtigkeit. Zurecht fordern deshalb vom Klimawandel besonders betroffene Staaten einen finanziellen Ausgleich von den Hauptverursachern. Und zurecht kann man von China nicht erwarten, dass die ihren Wohlstand durch zu strengen Klimaschutz gefährden, damit wir unseren behalten können. Gleichzeitig geht Klimaschutz aber auch nicht ohne China. Wie löst man das Dilemma? Ethisch, wirtschaftlich, politisch, ... Es ist vor dem Hintergrund auch schon ein bisschen wohlfeil mit dem Finger auf andere zu zeigen, obgleich die Begründung ja nachvollziehbar ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.Juni 2024, 16:45:29
@TNDO ich verstehe deinen Post nicht. Du vergleichst Deutschland mit Länder die einerseits geographische Vorteile bei bspw. Solar und Windkraft haben als auch um ein vielfaches größer sind als Deutschland. Ein Vergleich mit absoluten Zahlen macht somit absolut null Sinn. Von den Bauvorschriften und ähnlichen mal ganz abgesehen. Und wo sollen in Deutschland denn diese Wasserkraftwerke entstehen ? Wasserkraftwerk bedeutet immer die Anlage von großen Künstlichen Seen das heißt man zerstört damit unweigerlich die Umwelt. Es ist somit zu hinterfragen ob es sich dabei wirklich um eine erneuerbare Energie handelt, wenn man dadurch jede menge Natur zerstört. Frag mal in China nach wo für die großen Wasserkraftwerke oder dem Drei Schluchten Staudamm ganze Städte umgesiedelt wurden. Absolut absurd. Von den Naturschäden, Dürren, verendendenen Fischen mal ganz abgesehen.

Aber warum der Strompreis in diesen Ländern viel günstiger ist kann ich dir ganz einfach sagen. Der teure Strompreis kommt in Deutschland nicht durch Wind- oder Solarkraft zustande, sondern durch unsere tollen Gaskraftwerke. Durch das Merit Order Prinzip hat die Verdoppelung des Gas Preises dazu geführt das sich auch der Strompreis deutlich verteuert hat.

Dazu kommt dann das in Ländern wie China und Indien Strom vom Staat subventioniert wird. Gilt übrigens auch für Atomkraftwerke die ja Signor Rossis lieblings Thema sind. Kein Atom Kraftwerk dieser Welt kann schwarze Zahlen liefern, wenn man Rückbau, Endlagerung usw. mit einbeziehen würde. Übrigens ist der Uranpreis in den letzten drei jahren um 200% gestiegen. Also günstig ist der Strom aus Atomkraftwerken auch nicht bzw. war er das noch nie. Und zu dem Märchen das ganz Europa neue Atomkraftwerke baut. Konkrete Projekte gibt es momentan nur in Finnland und der Slowakei.
Dazu kommen dann ausufernde Kosten bspw. Flamanville Geplant waren 3 Milliarden tatsächliche Kosten 12 Milliarden(bis jetzt) oder Olkiluoto  momentane Kosten 11 Milliarden statt geplanten 3. Also richtige Schnapper. Aber ja die Mini Kraftwerke kommen bald die von Bill Gates seit Jahren versprochen werden.  ::)

Aber ja Signor Rossi wir hätten unsere Atomkraftwerke einfach so modernisieren können. Ist ja gar kein Aufwand.  ::) Gerade die Projekte in anderen Ländern sollten zeigen wie problematisch das gewesen wäre. Da wird der Untersuchungsausschuss wirklich viel aufzuklären haben.  ::)


Die Aussage ist ja gerade in diesem Thread : Wir gehen voran und deswegen geht unsere Wirtschaft zugrunde. Das stimmt aber so nicht. China und Indien befinden sich im Aufbau und haben trotzdem eine bessere Ököbilanz beim Strom als wir in unserer Aufbauphase.
Wasserkraft könnte man zum Beispiel mit moderneren Turbinen verbessern. Die Bundesregierung hat genau dazu etwas veröffentlicht
https://www.bundestag.de/resource/blob/905046/9d57e55ade81de8c742cbbddd5c11ce0/WD-8-026-22-pdf.pdf (https://www.bundestag.de/resource/blob/905046/9d57e55ade81de8c742cbbddd5c11ce0/WD-8-026-22-pdf.pdf)
Es wird uns nicht zum ultimativen Wasserkraftland machen, aber genau deswegen sind Schweden, Norwegen etc. ja nicht drin.
Und das mit der Naturzerstörung stimmt nur bedingt. Es geht dabei um Riesenprojekte. Kleinere Projekte können auch gegenteilige Effekte haben. So kann man diese Seen als natürliche Speicher bei Hochwasser nutzen und damit Flutkatastrophen mildern. Fischtreppen sorgen auch dafür, dass die Durchgängigkeit für Fische erhalten bleibt. Und zu den Bauvorschriften. Da ist Deutschland einsame Spitze und schießt komplett über das Ziel hinaus. Auch deswegen geht es unserem Land schlechter...


Das Merit-Order-Prinzip kenne ich, ich habe es vor vielen Seiten schon erwähnt und auch, dass deswegen unser Strom so teuer ist und unsere Energieunternehmen so absurde Gewinne einfahren. Ändert nichts an den Strompreisen, die auch durch andere Sachen wie Steuern und Netzentgelte verteuert werden. Deswegen Signore Rossi geht unter anderem unsere Wirtschaft zugrunde. Mit den Stromkosten bist du ganz schnell nicht mehr wettbewerbsfähig und das hat weniger mit erneuerbaren Energien an sich zu tun, sondern mit der Funktionsweise der Preisfindung, die dem in Deutschland zugrunde liegt (eingeschlossen bestimmte Sonderwege).


Anbei nochmal der Anteil an der weltweiten Produktion von erneuerbaren Energien. Da liegen wir heute schon hinter Indien, Brasilien, Kanada, China und USA. Ich glaube wir moralisieren uns hier viel zu sehr als die großen Vorbilder, die wir einfach nicht sind. Im Grunde verdienen da viele an der Dummheit mit und wir schaffen dadurch wenig Entlastung, fühlen uns aber gut dabei und können andere Länder von oben herab als Umweltsäue bezeichnen. Beim Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion stehen wir weltweit übrigens auf Platz 63 vor Ruanda, Finnland und Kambodscha, aber hinter Nordkorea, von der Schweiz, Kanada, Kroatien und Schweden reden wir erst gar nicht.


https://de.statista.com/statistik/daten/studie/251882/umfrage/anteil-der-laender-am-weltweiten-energieverbrauch-aus-ee/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/251882/umfrage/anteil-der-laender-am-weltweiten-energieverbrauch-aus-ee/)

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Veilchen blühen ewig am 26.Juni 2024, 19:09:07
Wirklich sry, ich habe nur eine grobe Ahnung der deutschen Politik, aber diese Aussage ist doch wirklich %&/%$.

https://www.derstandard.at/story/3000000226041/ex-familienministerin-will-deutsche-boomer-zu-sozialdienst-verpflichten

Als wenn die Bürger für die schwarze Null verantwortlich wären. Solche Politiker gehören mit einem nassen Fetzen aus dem Land gejagt.

Genau solche Menschen haben wir in der Ö Politik. Mit geht das alles nur mehr am Po vorbei. 8 Jahre noch, dann sind wir auf einem Schiff quer über den Planeten, und müssen uns mit solchen Deppen nicht mehr auseinandersetzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Juni 2024, 19:43:24
Ja sie stoßen extrem viel CO2 aus...
Und genau darum geht es. Sicher sind das Milliardenvölker und sie wollen sich entwickeln oder im Falle von China zumindest ihren Wohlstand behalten. Aber diese nachvollziehbaren Erklärungen ändern nur auch nichts am hohen CO2-Ausstoß, der nunmal den Klimawandel antreibt. Es ist ja auch nicht so, als würde Deutschland gar nichts tun, wir haben schon viele hundert Milliarden EUR für EE ausgegeben, das ist aber für den Klimawandel alles irrelevant, der Kampf gegen den Klimawandel wird nicht in Deutschland gewonnen, sondern in den USA, in China und mit Abstrichen in Indien.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Juni 2024, 19:55:36
Ich meinte nur, dass es auch kein anderer machen wird.
Da sind wir uns einig und das ist auch der Grund für meine Meinung, dass wir den Klimawandel nicht werden stoppen können.

Zitat
Aber so oder so, es hätte etwas passieren müssen.
Man kann aber nun auch nicht sagen, dass D nichts getan hätte. Alleine aus der EEG-Umlage sind 250 Mrd. EUR in EE geflossen. Dass der Gegenwert so bescheiden ist, ist der Unfähigkeit der dt. Politiker und dem erfolgreichen Lobbyismus der Branche zu verdanken.

Zitat
Ich habe noch von einigen Experten im Kopf, dass das nicht mehr gegangen wäre.
Da habe ich die Aussagen der KKW-Betreiber anders im Kopf. Hoffentlich wird nach den Vertuschungen in der Cum Ex-Affäre auch mal was aufgeklärt.

Zitat
Meines Wissens nach schon. Die Ausbauziele für Solar wurden 2023 übererfüllt. 2024 wurde bisher nochmal schneller ausgebaut als in den gleichen Monaten 2023.
Es reicht aber alles nicht, im Mai wurden nur 60% des Strombedarfs durch EE gedeckt, im Juni könnte es mehr werden, weil ja auch mal die Sonne scheint.

Aber deswegen müssen wir teuer importieren oder die teuersten Kraftwerke anwerfen und CO2 produzieren. Der Witz ist dann ja auch, dass wir oft Atomstrom aus FRA oder SWE importieren.

Und wenn wir dann exportieren, will den Strom keiner haben, weil viel zu viel produziert wird, dann legen wir noch Geld oben drauf, damit uns jemand den Strom abnimmt. Das ist doch alles Irrsinn.

Zitat
Aber ist das innerhalb von Europa nicht toll?
Es gibt Europäer, die das nicht toll finden und die nicht mehr akzeptieren, dass Deutschland die europ. Strompreise in die Höhe treibt und die Netze überbeansprucht.

Zitat
Auf lange Sicht fände ich toll, wenn man Endkunden einen direkteren Zugang zum Strommarkt geben könnte.
Das gibt es schon, guck mal bei Tibber. Wenn man seinen Verbrauch planen kann, ist das keine schlecht Sache, kann aber auch nach hinten losgehen, wenn die Schätzungen der Stromerzeugung am nächsten Tag daneben liegen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Juni 2024, 20:01:13
Deshalb verfängt das Argument "Klimaschutz gefährdet unseren Wohlstand" für mich nicht, es ist schlicht zu kurzfristig und kurzsichtig gedacht.
Deutschland kann den Klimawandel aber nicht aufhalten, nicht im Entferntesten, außerdem hatte ich ja bereits geschrieben, dass man Klimaschutz und Energiewende auch sozialverträglich machen könnte.

Darum ging es nur auch nicht, sondern darum, dass wir uns hier nach dem Willen der Grünen komplett runterfahren, während die großen CO2-Ausstoßer nicht im Traum daran denken, so radikal vorzugehen. Was uns dann unseren Wohlstand kostet, ohne überhaupt etwas erreicht zu haben. Noch schlimmer, unsere Nachkommen haben dann kein Geld mehr, um den Klimawandelfolgen begegnen zu können.

Der grüne Weg macht einfach Nullkommanull-Sinn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.Juni 2024, 20:01:59
Ja sie stoßen extrem viel CO2 aus...
Und genau darum geht es. Sicher sind das Milliardenvölker und sie wollen sich entwickeln oder im Falle von China zumindest ihren Wohlstand behalten. Aber diese nachvollziehbaren Erklärungen ändern nur auch nichts am hohen CO2-Ausstoß, der nunmal den Klimawandel antreibt. Es ist ja auch nicht so, als würde Deutschland gar nichts tun, wir haben schon viele hundert Milliarden EUR für EE ausgegeben, das ist aber für den Klimawandel alles irrelevant, der Kampf gegen den Klimawandel wird nicht in Deutschland gewonnen, sondern in den USA, in China und mit Abstrichen in Indien.


Kann ich so unterschreiben. Der Grenznutzen ist sicher höher und die Effizienz, dort anzufangen. Zumal am Anfang die Maßnahmen günstiger sind als die letzten Effizienzgewinne rauszuholen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Juni 2024, 20:19:40
Weder wird der Westen geschlossen China unter Druck setzen, um dieses zu einer drastischeren Senkung seiner Emissionen zu bewegen, noch wird es einen internationalen Vertrag inklusive Sanktionierungen geben, der einen echten Wandel in Sachen Klimaschutz bedeuten würde.
Und deshalb wird der Kampf gegen den Klimawandel scheitern.

Zitat
Du hast das Beispiel mit der Wärmepumpe gebracht - mal ganz unabhängig davon, dass die Art und Weise ihrer Implementierung zurecht kritisiert wurde, ist das eine sinnvolle Technologie (die selbstredend nicht die komplette Wärmeversorgung lösen kann).
Ja, vom Prinzip her ist das eine sinnvolle Technologie, mit hohem Wirkungsgrad. Aber warum kann sich diese Technologie nicht so richtig durchsetzen? Weil das Gesamtpaket zu teuer ist, selbst mit Förderung. Man hat nunmal einen Staus Quo, viele alte Häuser mit Zentralheizungen, mit dem man arbeiten muss und man darf die Bürger nicht überrollen.

Und man kann diesen Status Quo, der seit 1945 in D gewachsen ist, nicht innerhalb von 20 Jahren umkrempeln, das funktioniert einfach nicht. Das gilt auch für den Verkehr, D ist komplett auf Autos eingestellt, auch das kann man nicht binnen kürzester Zeit auf Fahrrad und ÖPNV umstellen.

Und das ist auch gar nicht notwendig, ob Deutschland 2040, 2060 oder 2080 CO2-neutral wird, ist für den Klimawandel völlig egal.

Zitat
All das führt aber nicht an der Tatsache vorbei, dass Deutschland sich im Klimaschutz mehr bemühen muss. Als Staat, der das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat, als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt (wenn nicht wir, wer dann?) und als - wie du richtig geschrieben hast - Vorbild.
Deutschland hat seinen CO2-Ausstoß seit 1990 um über 40% gesenkt. Das ist ein Vorbild, dem keiner folgt, China hat seinen CO2-Ausstoß in dem Zeitraum verfünffacht, China stößt fast Zwanzig mal mehr CO2 aus als Deutschland. Was soll Deutschland da realistisch ausrichten?

Zitat
Wie bewältigen wir Klimaschutz und Klimawandelanpassungen als gesamtgesellschaftliche Mammutaufgaben im Zusammenspiel (!) mit wirtschaftlicher und sozialer Stabilität?
Realistisch werden. Bedeutet: mehr Zeit lassen und nicht alles über's Knie brechen. Deutschland wird den Klimawandel nicht aufhalten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Juni 2024, 20:22:25
Wirklich sry, ich habe nur eine grobe Ahnung der deutschen Politik, aber diese Aussage ist doch wirklich %&/%$.

Auf die Idee, Arbeitslose und Bürgergeldempfänger zu so etwas heranzuziehen, kommt die nicht. Es ist wirklich irre.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 27.Juni 2024, 10:14:58
Deshalb verfängt das Argument "Klimaschutz gefährdet unseren Wohlstand" für mich nicht, es ist schlicht zu kurzfristig und kurzsichtig gedacht.
Deutschland kann den Klimawandel aber nicht aufhalten, nicht im Entferntesten, außerdem hatte ich ja bereits geschrieben, dass man Klimaschutz und Energiewende auch sozialverträglich machen könnte.

Darum ging es nur auch nicht, sondern darum, dass wir uns hier nach dem Willen der Grünen komplett runterfahren, während die großen CO2-Ausstoßer nicht im Traum daran denken, so radikal vorzugehen. Was uns dann unseren Wohlstand kostet, ohne überhaupt etwas erreicht zu haben. Noch schlimmer, unsere Nachkommen haben dann kein Geld mehr, um den Klimawandelfolgen begegnen zu können.

Der grüne Weg macht einfach Nullkommanull-Sinn.

Was ist denn der "grüne Weg"? Das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden, kommt nicht nur von den Grünen alleine, das ist im Klimaschutzgesetz verankert. Hinzu kommen Urteile des Bundesverfassungsgerichts, die die Regierung unabhängig davon, wer gerade am Steuer sitzt, dazu zwingen, im Klimaschutz (weiter) signifikante Fortschritte zu erzielen. Man kann daher durchaus argumentieren, dass die Güterabwägung zwischen Klimaschutz, Wirtschaft und sozialer Stabilität bereits vorgenommen und juristisch verankert wurde. Oder geht es dir um die Art und Weise, wie dieses Ziel aktuell erreicht werden soll? Da herrscht hier ja weitgehend Einigkeit, dass das aktuell nicht so gut läuft. Inwiefern das aber ausschließlich auf die Grünen zurückfallen soll, verstehe ich noch nicht so ganz. Ich glaube auch nicht, dass die Parteienfixierung in dieser Diskussion irgendwohin führen kann. Wie ich schon geschrieben habe: Es braucht einen überparteilichen Zusammenschluss, um solche großen Themen wirklich angehen zu können. Schließlich geht es da um langfristige Prozesse, die auch Bestand haben müssen, wenn eine Regierungskoalition wechselt.

@Veichen: Die Schröder war als Ministerin eine Katastrophe und ist auch nicht mehr wirklich politisch aktiv. Jedenfalls hat sie meines Wissens keinerlei Posten und auch kein Mandat. Keine Ahnung, warum man der noch irgendeine Form von Aufmerksamkeit widmet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Juni 2024, 11:37:56
Was ist denn der "grüne Weg"?
Ich nehme mal ein Zitat "Wir nehmen den Deutschen den Traum vom eigenen Auto und vom Eigenheim" Zwar nicht direkt von einem Grünen, aber aus dem Dunstkreis (Katja Diehl). Und diese Politik machen die Grünen auch, ein Eigenheim zu bauen wird immer teurer, auch weil es immer umweltschonender sein muss, auch Autofahren wird künstlich immer teurer gemacht. Auf dem Baumarkt ist der "Erfolg" dieser Politik schon sichtbar, es wird so wenig gebaut wie selten zuvor, gleichzeitig wird die Einwanderung forciert und es fehlen hunderttausende Wohnungen und auch EFH.

Der grüne Weg führt fernab der realen Gegebenheiten und - auch finanziellen - Möglichkeiten, da ist viel "wishful thinking" dabei und dann wundert man sich, dass man "von der Wirklichkeit umzingelt" wird.

Zitat
Oder geht es dir um die Art und Weise, wie dieses Ziel aktuell erreicht werden soll?
Genau darum geht es mir. Ob Deutschland 2045 oder 2065 CO2-neutral ist spielt für den Klimawandel keinerlei Rolle, Gesetze und Abkommen kann man ändern, das sind keine Naturgesetze. Die Energiewende und auch alle anderen Wenden müssen gut geplant werden und dieser Plan muss dann auch durchgezogen werden, mit den geringstmöglichen Kosten. Beides, gute Planung und Kostenminimierung, vermisse ich.

Zitat
Ich glaube auch nicht, dass die Parteienfixierung in dieser Diskussion irgendwohin führen kann.
Ich habe in meinen vielen und ausführlichen Beiträgen die Grünen nur ein paar Mal genannt. Das soll "Parteienfixierung" sein?

Zitat
Schließlich geht es da um langfristige Prozesse, die auch Bestand haben müssen, wenn eine Regierungskoalition wechselt.
Richtig. Den wird es aber imho nicht geben, weder national noch international.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ghorwin am 27.Juni 2024, 13:06:37
Danke, Signor Rossi, meine Zustimmung hast du!
Der Klimawandel ist nicht zu bestreiten, aber die Weise, wie man dagegen hält, schon.
Nur mal ein Beispiel, das das grundsätzliche Problem bei der Regierungspolitik zeigt:
Ich wohne am Rande einer - sagen wir mal - Trabantenstadt mit vielen, vielen Hochhäusern.
Da wohnen sehr viele Menschen - mittlerweile fast keine älteren. Jedenfalls haben die Mieter dort in den meisten Fällen ein Auto - mindestens eins.
Mein Hausarzt hat seine Praxis mittendrin, so dass ich oft in dieser "Trabantenstadt" bin. So, nun ratet mal, wie viele Ladesäulen es in diesem Bereich gibt - in einem Bereich, in dem ca. 40 000 Menschen leben, mit - ich schätze mal vorsichtig - 10000 PKWs. ...
Ich helfe euch: Es sind Stand -heute - 3 (in Worten Drei) Ladestationen mit insgesamt 7 Anschlüssen. Also teilen sich ca. 1200 PKWs eine Ladesäule ... Wie soll das gehen?
Diese "Trabantenstadt" gibt es seit ca. 50 Jahren, und niemand, aber auch wirklich niemand mit klarem Verstand würde dort wohnen und sich statt eines "Verbrenners" ein E-Auto zulegen ...
... und das ist kein Einzelfall.
Erstmal muss die Infrastruktur vorhanden sein, dann können wir über den Umstieg auf E-Autos sprechen. Bis dahin ist der "grüne Weg" nur Augenwischerei ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Juni 2024, 13:18:34
Was ist denn der "grüne Weg"?
Ich nehme mal ein Zitat "Wir nehmen den Deutschen den Traum vom eigenen Auto und vom Eigenheim" Zwar nicht direkt von einem Grünen, aber aus dem Dunstkreis (Katja Diehl). Und diese Politik machen die Grünen auch, ein Eigenheim zu bauen wird immer teurer, auch weil es immer umweltschonender sein muss, auch Autofahren wird künstlich immer teurer gemacht. Auf dem Baumarkt ist der "Erfolg" dieser Politik schon sichtbar, es wird so wenig gebaut wie selten zuvor, gleichzeitig wird die Einwanderung forciert und es fehlen hunderttausende Wohnungen und auch EFH.

Ich kenne Katja Diehl und ihre Ideen nicht sehr gut. Ich kann nicht sagen, ob das was sie sagt im Detail gut, schlecht oder überhaupt durchführbar ist. Aber ich würde hier zumindest kurz einwerfen, dass dieser Satz aus dem Kontext gerissen wurde. Das ist kein Vorwurf an dich. Ich versuche das nur allgemein einzurodnen. Googelt man den Satz sitzt man sofort auf Seiten wie Tychis Einblick oder Reitschuster, die damit sehr einseitigen Populismus betreiben. Katja Diehl hat auf Grund der Fehlinterpretation und nicht Betrachtung des Kontexts, in dem er gesagt wurde, viel Hass und etliche Morddrohungen hinnehmen müssen.
Wie gesagt, ich bringe dich überhaupt nicht damit in Verbindung. Aber mit dem Hintergrund sollte auch hier der Satz meiner Meinung nach nicht kontextfrei in der sachlichen Diskussion vorkommen.
Der von dir zitierte Satz ist eine Warnung, dass das gerade passiert und man aufpassen muss, dass man die Menschen damit nicht verärgert. Es ist also genau das was du auch sagst. Das ist etwas ganz anders wie die unterstellte Aussage, dass das der Weg sei und das schon passen würde.
Ingesamt formuliert sie ihre Idee der Verkehrswende, so wie ich das nach kurzer Recherche einordne, wesentlich positiver als es ihr unterstellt wird. Anstatt ein Verbot von individual Verkehr zu vertreten steht sie dafür, dass Deutschland im Großen und Ganzen ohne individual Verkehr lebenswert sein müsse, sodass Menschen von alleine drauf verzichten können. Das Problem sei nicht, dass es einfach viele Autos gibt, sondern dass das ganze öffentliche Leben so strukturiert ist, dass man ohne Auto nicht daran teilhaben könne. Gut funktionierende Infrastruktur wäre ein Privileg und ein Auto könnte dann eine freiwillige Wahl sein, auf die man aber vielleicht gerne verzichten würde, wenn es gut funktionierende Alternativen gäbe. Das ist etwas ganz anderes als ein plumpes Verbot.

Jetzt kann man sagen, dass das Utopie ist und man nicht glaubt das das geht und sie als Träumerin abstempeln. Aber das war es dann auch schon...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Juni 2024, 13:36:48
Ich habe das Zitat damals in dieser Zeitung gefunden: https://www.shz.de/lokales/bad-oldesloe-reinfeld/artikel/katja-diehl-ende-des-deutschen-traums-von-auto-und-eigenheim-44153991 Wegen der Paywall auch ohne Kontext, trotzdem bringt es der Satz imho gut auf den Punkt, vllt. nicht ihre Ansicht, aber die vieler Grünen, die man auch an der tatsächlichen Politik merkt.

Aber ich will hier auch gar nicht nur über Grüne diskutieren, die anderen Parteien machen es ja auch nicht besser. Die SPD hat uns das Russengasdesaster eingebrockt (damals zusammen mit den Grünen) und Merkel hat das mit der FDP und wieder der SPD strikt weiterverfolgt, selbst als mit der Annektion der Krim klar wurde, dass Putin feindlich gesinnt ist. Hinzu kam noch das Chaos in Sachen Atomausstieg und insgesamt der Verfall der Infrastruktur, mit dem wir heute ja auch zu kämpfen haben.

Laut ChatGPT hat die deutsche Energiewende alleine bis zum Jahr 2020 schon 500 bis 600 Milliarden EUR gekostet, trotzdem konnten wir im Mai 2024 nur 60% des Strombedarfs aus EE decken. Das ist in meinen Augen ein Desaster und so eine Politik wird sich niemand als Vorbild nehmen. Und beim heutigen Strombedarf bleibt es ja nicht, je mehr eAutos und Wärmepumpen angeschafft werden, desto mehr Strom wird benötigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Juni 2024, 13:40:17
Ich habe das Zitat damals in dieser Zeitung gefunden: https://www.shz.de/lokales/bad-oldesloe-reinfeld/artikel/katja-diehl-ende-des-deutschen-traums-von-auto-und-eigenheim-44153991 Wegen der Paywall auch ohne Kontext, trotzdem bringt es der Satz imho gut auf den Punkt, vllt. nicht ihre Ansicht, aber die vieler Grünen.

Aber ich will hier auch gar nicht nur über Grüne diskutieren, die anderen Parteien machen es ja auch nicht besser. Die SPD hat uns das Russengasdesaster eingebrockt (damals zusammen mit den Grünen) und Merkel hat das mit der FDP und wieder der SPD strikt weiterverfolgt, selbst als mit der Annektion der Krim klar wurde, dass Putin feindlich gesinnt ist. Hinzu kam noch das Chaos in Sachen Atomausstieg und insgesamt der Verfall der Infrastruktur, mit dem wir heute ja auch zu kämpfen haben.

Laut ChatGPT hat die deutsche Energiewende alleine bis zum Jahr 2020 schon 500 bis 600 Milliarden EUR gekostet, trotzdem konnten wir im Mai 2024 nur 60% des Strombedarfs aus EE decken. Das ist in meinen Augen ein Desaster und so eine Politik wird sich niemand als Vorbild nehmen. Und beim heutigen Strombedarf bleibt es ja nicht, je mehr eAutos und Wärmepumpen angeschafft werden, desto mehr Strom wird benötigt.

Wie gesagt: Kein Vorwurf und kein Widerspruch. Ich bin selbst kein Freund von Verbotspolitik. Es ist mehrheitlich und eindeutig von der Wissenschaft bewiesen, dass positive Anreize so viel besser sind. Dabei meine ich jetzt kein Verkehrsblitzer. Aber wenn man die Massen dazu bewegen will etwas bestimmtes anderes zu tun ist es keine Gute Methode ihnen zu verbieten was sie gerade machen.

Ich wollte nur diesen Satz einordnen, der jetzt einfach so da stand. Katja Diehl hat dafür genug eingesteckt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Juni 2024, 13:44:49
Das ist zwar jetzt nicht Palau, aber trtozdem interessant: https://archive.is/BzbbF
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Juni 2024, 13:47:01
Es ist mehrheitlich und eindeutig von der Wissenschaft bewiesen, dass positive Anreize so viel besser sind.
Das Neue muss einfach besser sein als das Alte, es muss den Nutzern einen Vorteil bringen und der muss so groß sein, dass sich ein Wechsel mittel- bis langfristig lohnt: "Das Bessere ist der Feind des Guten."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 27.Juni 2024, 14:52:38
Oder geht es dir um die Art und Weise, wie dieses Ziel aktuell erreicht werden soll?
Genau darum geht es mir. Ob Deutschland 2045 oder 2065 CO2-neutral ist spielt für den Klimawandel keinerlei Rolle, Gesetze und Abkommen kann man ändern, das sind keine Naturgesetze. Die Energiewende und auch alle anderen Wenden müssen gut geplant werden und dieser Plan muss dann auch durchgezogen werden, mit den geringstmöglichen Kosten. Beides, gute Planung und Kostenminimierung, vermisse ich.[/quote]
Ich habe ja nicht nur Gesetze und Abkommen ins Spiel gebracht, sondern ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass zumindest deutlich macht, dass konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung zu ergreifen sind und das nicht erst nach 2030. Siehe dazu eine aufschlussreiche Einschätzung hier: https://verfassungsblog.de/zwei-jahre-klimabeschluss-des-bundesverfassungsgerichts/ (https://verfassungsblog.de/zwei-jahre-klimabeschluss-des-bundesverfassungsgerichts/) oder auch den Wikipedia-Artikel hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Klimabeschluss (https://de.wikipedia.org/wiki/Klimabeschluss)
Heißt für mich, dass der Gesetzgeber verpflichtet ist, ausreichende Emissionsminderungsziele zu benennen und die Politik in der Folge dazu angehalten, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Ziele zu erreichen. Nun kann man darüber diskutieren, was "ausreichend" bedeutet. Vor dem Hintergrund des Pariser Klimaabkommens ist die Klimaneutralität nicht ausreichend. Wir werden das hier auch gar nicht ausdiskutieren können, ich will nur sagen: Die Sache ist komplex. In puncto Planung und Kosten stimme ich dir zu.

Ich habe in meinen vielen und ausführlichen Beiträgen die Grünen nur ein paar Mal genannt. Das soll "Parteienfixierung" sein?
Darum ging es mir gar nicht. Ich finde es nur nicht zielführend, diese Idee als "grün", jene als "konservativ" oder sonstwie zu labeln. Ideen und Ansätze in Schubladen zu packen führt nur dazu, dass man sie nicht mehr neutral bewertet, weil man sie einer bestimmten politischen Richtung zuordnet, der man entweder mehr oder eben weniger zugeneigt ist. Nehmen wir beispielsweise das, was DragonFox über Katja Diehl geschrieben hat (ich paraphrasiere): Alltagstaugliche Alternativen zur Individualmobilität mit dem Auto zu schaffen, sodass die Menschen die Wahl haben, wie sie sich fortbewegen wollen, dagegen wird wohl kaum jemand was sage. Die FDP hat hier sogar damit Wahlkampf gemacht ("Verkehrswende ist Auto, Schiene, Fahrrad" oder so ähnlich). Unabhängig davon, ob das jetzt 1zu1 das ist, was sie meint, ich wiederhole mich da: Es sollte mehr um Inhalte gehen und nicht darum, welcher politischen Richtung jemand angehört oder zugeordnet wird.

Das ist zwar jetzt nicht Palau, aber trtozdem interessant: https://archive.is/BzbbF
In der Tat, war mir noch nicht bekannt. Danke für den Link.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Juni 2024, 15:07:39
...sondern ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass zumindest deutlich macht, dass konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung zu ergreifen sind...
Eben nicht, aus deinem link:
"Der Hauptantrag gegen das Unterlassen geeigneter gesetzgeberischer Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels wurde zurückgewiesen."

Und weiter:
"Erfolgreich waren die Verfassungsbeschwerden nur in Bezug auf einen eigentlich ganz untergeordneten Punkt. Es ging um die Quantifizierung der Vorgaben für die Reduktion der Treibhausgasemissionen in den Jahren nach 2030."

Im Gesetz wird die Reduktion der Treibhausgasemissionen nach 2030 nicht mehr beziffert, das hat das BVerfG gerügt, nicht mehr und nicht weniger. Auf Deutsch: man muss einfach nur einigermaßen nachvollziehbare Zahlen ins Gesetz reinschreiben, dann ist dem Urteil genüge getan.

Hier bis 2030: https://www.gesetze-im-internet.de/ksg/anlage_2.html
Und hier nach 2030: https://www.gesetze-im-internet.de/ksg/anlage_3.html

Das Urteil wurde aber bis heute nicht umgesetzt.

§3 Abs 2 KSG formuliert:
Bis zum Jahr 2045 werden die Treibhausgasemissionen so weit gemindert, dass Netto-Treibhausgasneutralität erreicht wird.

Diesen Absatz könnte man ändern und sich mehr Zeit lassen.

Zitat
Es sollte mehr um Inhalte gehen und nicht darum, welcher politischen Richtung jemand angehört oder zugeordnet wird.
Das Thema ist aber politisch, wie will man da die Politik außen vor lassen? Dass die Menschheit etwas gegen den Klimawandel tun sollte dürfte unstrittig sein, über den Weg wird aber sehr wohl gestritten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Juni 2024, 15:56:50
Zitat
Es sollte mehr um Inhalte gehen und nicht darum, welcher politischen Richtung jemand angehört oder zugeordnet wird.
Das Thema ist aber politisch, wie will man da die Politik außen vor lassen? Dass die Menschheit etwas gegen den Klimawandel tun sollte dürfte unstrittig sein, über den Weg wird aber sehr wohl gestritten.

Für mich geht es dabei darum, dass man nicht alles unter eine Farbe abstempelt. "Die ist aus dem Dunstkreis der Grünen". Was soll das heißen? Dabei ist es nichtmal schlimm etwas den Grünen Weg zu nennen. Den gibt es natürlich: Das Ergebnis der Grünen in den Parlamenten ist von mir aus der grüne Weg, weil es nunmal das ist, was die Grünen aktuell tatsächlich verzapfen. Der grüne Dunstkreis ist dagegen aber viel vielfältiger als das eigentliche Resultat. Das aktuelle grüne Ergebnis kommt nicht mal in die Nähe der Ideen von Katja Diehl.
Das sehe ich bei jeder Partei so. Es gibt ein Ergebnis und wenn man dann Abgeordnete oder den Partei nahestehende Personen (Lobby, NGO, Aktivisten, Experten oder Sonstige) anhört werden zig Nuancen oder sogar Widersprüche zu diesem Ergebnis ausformuliert, die gar nicht mehr dem Weg entsprechen, oder ihn zumindest verändern, der gegangen wird.

Das hat die Gefahr einem Gespräch sehr viel weg zu nehmen, was ich auch hier im Forum oft beobachte. Dann ist DeDaim vielleicht "nur" ein Grüner und Signor Rossi vielleicht "nur" ein Gelber. Und schon müssen wir gar nicht mehr reden. Findet ja stellvertretend im Bundestag statt und natürlich stehen wir alle total hinter der Farbe die uns von anderen angeheftet wird. Und in der Realität meckern wir alle über alle und haben unsere eigene Nuancen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 27.Juni 2024, 16:39:31
...sondern ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass zumindest deutlich macht, dass konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung zu ergreifen sind...
Eben nicht, aus deinem link:
Zitat
Fazit
Weder das Bundesverfassungsgericht noch die Verwaltungsgerichte haben festgestellt, dass die bisherigen Maßnahmen zum Klimaschutz unzureichend sind. Erst recht sind Klagen gescheitert, die verlangt haben, dass konkrete Maßnahmen wie z.B. ein Tempolimit vorgeschrieben werden. Aber auch erwiesenermaßen klimaschädliche Projekte wie z.B. der Neubau einer Autobahn wurden noch nie aus diesem Grund gestoppt. Die Justiz nutzt die verfassungsrechtliche Verpflichtung, der Erderwärmung entgegenzuwirken, bisher ausschließlich, um bereits beschlossene Maßnahmen zu rechtfertigen, oder um Präzisierungen auf der Zielebene zu verlangen.

Diese Strategie respektiert den politischen Entscheidungsspielraum der Parlamente und Regierungen. Sie setzt aber voraus, dass diese ihrerseits die in der Begründung des Klimaschutzbeschlusses durchaus deutlich formulierte Notwendigkeit von konkreten Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen hinreichend ernst nehmen. Wie die Gutachten des Expertenrats Klima und die jüngeren Entwicklungen belegen, ist das aber auf Bundesebene nicht der Fall. Auch die meisten Bundesländer und Kommunen unternehmen zu wenig, um den Klimaschutz mit der erforderlichen Geschwindigkeit voranzubringen.
Auf den von mir fett hervorgehobenen Teil wollte ich hinaus.

Zum anderen Part: Was DragonFox sagt. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Juni 2024, 17:19:06
Auf den von mir fett hervorgehobenen Teil wollte ich hinaus.
Erstens ist das gefettete die Einschätzung des Autors, nicht des Gerichts.
Zweitens: wenn man den Zeitrum bis 2065 verlängert, um einen Wirtschafts- und Wohlstandskollaps zu vermeiden, nimmt man den Klimawandel nicht hinreichend ernst?

Das hier ist für mich wieder Hybris:
Wie die Gutachten des Expertenrats Klima und die jüngeren Entwicklungen belegen, ist das aber auf Bundesebene nicht der Fall. Auch die meisten Bundesländer und Kommunen unternehmen zu wenig, um den Klimaschutz mit der erforderlichen Geschwindigkeit voranzubringen.

Deutschland kann das Klima nicht schützen, egal in welcher Geschwindigkeit.

Zitat
Zum anderen Part: Was DragonFox sagt. :D
We agree to disagree ;D Imho kann man das Thema nicht im politischen farblosen Raum diskutieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Juni 2024, 19:40:51
Zitat
Zum anderen Part: Was DragonFox sagt. :D
We agree to disagree ;D Imho kann man das Thema nicht im politischen farblosen Raum diskutieren.

Wenn du diesen Aufruf aus meinem Text herausgelesen hast, dann agreen wir to not understand.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 28.Juni 2024, 09:20:26
Auf den von mir fett hervorgehobenen Teil wollte ich hinaus.
Erstens ist das gefettete die Einschätzung des Autors, nicht des Gerichts.
Zweitens: wenn man den Zeitrum bis 2065 verlängert, um einen Wirtschafts- und Wohlstandskollaps zu vermeiden, nimmt man den Klimawandel nicht hinreichend ernst?

Ich zitiere mal aus den Leitsätzen des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts (https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/03/rs20210324_1bvr265618.html):
Zitat
2. Art. 20a GG verpflichtet den Staat zum Klimaschutz. Dies zielt auch auf die Herstellung von Klimaneutralität.
[...]
[2]b. Besteht wissenschaftliche Ungewissheit über umweltrelevante Ursachenzusammenhänge, schließt die durch Art. 20a GG dem Gesetzgeber auch zugunsten künftiger Generationen aufgegebene besondere Sorgfaltspflicht ein, bereits belastbare Hinweise auf die Möglichkeit gravierender oder irreversibler Beeinträchtigungen zu berücksichtigen.

c. Als Klimaschutzgebot hat Art. 20a GG eine internationale Dimension. Der nationalen Klimaschutzverpflichtung steht nicht entgegen, dass der globale Charakter von Klima und Erderwärmung eine Lösung der Probleme des Klimawandels durch einen Staat allein ausschließt. Das Klimaschutzgebot verlangt vom Staat international ausgerichtetes Handeln zum globalen Schutz des Klimas und verpflichtet, im Rahmen internationaler Abstimmung auf Klimaschutz hinzuwirken. Der Staat kann sich seiner Verantwortung nicht durch den Hinweis auf die Treibhausgasemissionen in anderen Staaten entziehen.

[...]

4. [...] Die Schonung künftiger Freiheit verlangt auch, den Übergang zu Klimaneutralität rechtzeitig einzuleiten. Konkret erfordert dies, dass frühzeitig transparente Maßgaben für die weitere Ausgestaltung der Treibhausgasreduktion formuliert werden, die für die erforderlichen Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse Orientierung bieten und diesen ein hinreichendes Maß an Entwicklungsdruck und Planungssicherheit vermitteln.

5. Der Gesetzgeber muss die erforderlichen Regelungen zur Größe der für bestimmte Zeiträume insgesamt zugelassenen Emissionsmengen selbst treffen. Eine schlichte Parlamentsbeteiligung durch Zustimmung des Bundestags zu Verordnungen der Bundesregierung kann ein Gesetzgebungsverfahren bei der Regelung zulässiger Emissionsmengen nicht ersetzen, weil hier gerade die besondere Öffentlichkeitsfunktion des Gesetzgebungsverfahrens Grund für die Notwendigkeit gesetzlicher Regelung ist. Zwar kann eine gesetzliche Fixierung in Rechtsbereichen, die ständig neuer Entwicklung und Erkenntnis unterworfen sind, dem Grundrechtsschutz auch abträglich sein. Der dort tragende Gedanke dynamischen Grundrechtsschutzes (grundlegend BVerfGE 49, 89 <137>) kann dem Gesetzeserfordernis hier aber nicht entgegengehalten werden. Die Herausforderung liegt nicht darin, zum Schutz der Grundrechte regulatorisch mit Entwicklung und Erkenntnis Schritt zu halten, sondern es geht vielmehr darum, weitere Entwicklungen zum Schutz der Grundrechte regulatorisch überhaupt erst zu ermöglichen.

Ich habe jetzt bewusst nicht die gesamten Leitsätze zitiert, weil das hier den Rahmen sprengen würde. Verlinkt sind sie ja. Was ich herausarbeiten wollte: Das Bundesverfassungsgericht hat deutlich gemacht, dass das Ziel Klimaneutralität lauten muss. Es hat nicht gesagt, bis wann, daher hattest du ja auch gefragt, ob dem nicht bei einer Klimaneutralität im Jahr 2065 ausreichend genüge getan wird. Ich hatte ja in meinem vorigen Post schon gesagt, dass man darüber debattieren kann, was "ausreichend" bedeutet. Hier verweist die Begründung des BVerfG auf wissenschaftliche Erkenntnisse bzw. belastbare "Hinweise auf die Möglichkeit gravierender oder irreversibler Beeinträchtigungen", die berücksichtigt werden müssen. Davon gibt es mehr als genug, gerade mit Blick auf das Reißen der 2-Grad-Grenze (siehe meinen Post dazu). Weiterhin macht das BVerfG in seiner Begründung deutlich, dass der Staat seine Klimaschutzbemühungen zwar international ausrichten müsse, der Verweis des Staates auf die Emissionen anderer Staaten aber nicht ausreiche, um die ihm verfassungsmäßig auferlegten Pflichten zur Grundrechtssicherung mit Blick auf den Klimaschutz zu vernachlässigen. Deutlich wird außerdem, dass Klimaschutzmaßgaben nicht so weit in die Zukunft verschoben werden dürfen, dass sie zulasten zukünftiger Generationen gehen.

Heißt konkret: Der Gesetzgeber ist verpflichtet, die Rahmenbedingung zu schaffen, um die Klimaneutralität so früh zu erreichen, dass die Grundrechte zukünftiger Generationen gesichert werden und darf diese auch nicht mit dem Verweis auf andere Emittenten schleifen lassen. Wenn wir uns an den bislang bekannten und doch ziemlich deutlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren, dann ist doch eigentlich klar, dass das Ziel, die Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 zu erreichen genau den Anforderungen dieses BVerfG-Beschlusses nachkommt - bei gleichzeitigem internationalem Wirken. Die Klimaneutralität bis 2065 würde dies nicht, jedenfalls nicht, solange sie mit dem Verweis auf den relativ geringen Einfluss deutscher Emissionen im internationalen Vergleich begründet würde. Mir fällt es jedenfalls schwer, diesen Beschluss anders zu interpretieren. Erschreckend ist eher, wie wenig er heutzutage rezipiert wird.

Zitat
Zum anderen Part: Was DragonFox sagt. :D
We agree to disagree ;D Imho kann man das Thema nicht im politischen farblosen Raum diskutieren.
Schade, aber meinetwegen. :D

Edit: Ich habe aus den Leitsätzen und nicht der Begründung zitiert. :blank: ;D Die sind aber selbstredend genauso relevant. Ich habe das weiter oben angepasst. Die Begründung findet sich in der Pressemitteilung. Hier möchte ich mit Blick auf laut BVerfG zu ergreifende Maßnahmen auch nochmal zitieren:
Zitat
Aus der spezifischen Angewiesenheit auf die internationale Staatengemeinschaft folgt vielmehr umgekehrt die verfassungsrechtliche Notwendigkeit, eigene Maßnahmen zum Klimaschutz tatsächlich zu ergreifen und für andere Staaten keine Anreize zu setzen, das erforderliche Zusammenwirken zu unterlaufen.
Quelle: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/bvg21-031.html (https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/bvg21-031.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Juni 2024, 15:20:58
Erschreckend ist eher, wie wenig er heutzutage rezipiert wird.
Bist du Jurist?

Meinetwegen soll das BVerfG auch der Hybris erliegen und meinen, Deutschland könne das Klima retten. Die Realität sieht nunmal anders aus, außer einem kaputten Deutschland wird das nichts bewirken. Aber gut, Leben im relativen Wohlstand ist kein Grundrecht, müssen unsere Nachkommen eben wie in einem Schwellenland leben und zusehen, wie sie mit den Folgen des ungebremsten Klimawandels klar kommen. Ich hab gehört, in Höhlen soll es auch im Sommer kühl sein O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 28.Juni 2024, 16:30:57
Wenn das die Ebene ist, auf der du die Diskussion führen möchtest, beende ich sie hiermit. Schade, denn bis hierhin fand ich das seit längerem mal wieder eine gute Diskussion in dem Thread hier. Aber gut, nichts währt ewig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Juni 2024, 18:01:17
Auch das ändert die Realität nicht ;D

Aber mal ernsthaft: was erwartest du, wenn du mir hier massenhaft Zitate um die Ohren haust? Das ist doch auch keine Diskussion, sondern in meinen in Augen pure Rechthaberei, abseits des Kernpunktes des Urteils. Wenn das BVerfG seinen Auftrag ernst nimmt, dann muss es die Grundrechte der JETZT lebenden Menschen auch schützen, schützen gegen einen übergriffigen Staat, der meint, er könne im Namen des Klimaschutzes mit den Bürgern tun und lassen was er will.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 28.Juni 2024, 19:18:55
Auch das ändert die Realität nicht ;D

Aber mal ernsthaft: was erwartest du, wenn du mir hier massenhaft Zitate um die Ohren haust? Das ist doch auch keine Diskussion, sondern in meinen in Augen pure Rechthaberei, abseits des Kernpunktes des Urteils. Wenn das BVerfG seinen Auftrag ernst nimmt, dann muss es die Grundrechte der JETZT lebenden Menschen auch schützen, schützen gegen einen übergriffigen Staat, der meint, er könne im Namen des Klimaschutzes mit den Bürgern tun und lassen was er will.


Der Staat kann beim Klimaschutz tun, was er will? Warum hängt denn Deutschland nochmal hinterher? Waren das nicht extremste bürokratische Hürden für die Errichtung von Solarparks, Windenergie usw. Im übrigen finde ich, dass die Zitate die Aussagen ja durchaus stärken und ihre Berechtigung haben. Ja klar, irgendwo ist es halt Rechthaberei, wenn man mit Quellen und Zitaten seinen Standpunkt untermauert, aber das ist dann eben eine fundierte Diskussion.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 28.Juni 2024, 20:35:00
Vielleicht reden wir ja komplett aneinander vorbei? Ich habe auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts verwiesen, das die Bundesrepublik Deutschland zum Ergreifen geeigneter Klimaschutzmaßnahmen zwingt. Das habe ich mit einer aus meiner Sicht geeigneten Quelle belegt. Du meintest daraufhin, das sei nur die Einschätzung des Autors, woraufhin ich geeignete Stellen aus den Leitsätzen des Urteils und der Urteilsbegründung zitiert habe, die meine Einschätzung untermauern. Außerdem habe ich ausgeführt, wie ich das Urteil interpretiere und damit indirekt ein Angebot gemacht, über diese Interpretation zu diskutieren. Du unterstellst daraufhin dem höchsten deutschen Gericht Hybris und tätigst Aussagen ("Meinetwegen soll das BVerfG auch der Hybris erliegen und meinen, Deutschland könne das Klima retten."), bei denen schon aus meinen Zitaten hervorgeht, dass sie schlicht falsch sind (siehe Ziffer 2c der Leitsätze). Was gibt es da noch zu diskutieren?

Wenn dem höchsten deutschen Gericht bei seiner Rechtsprechung Hybris unterstellt wird, statt das Urteil und somit den Fakt zu akzeptieren (doof finden kann man es ja trotzdem), dass Deutschland verfassungsrechtlich (!) zum Klimaschutz verpflichtet ist, wenn das Belegen von Aussagen mit Quellen als Rechthaberei bezeichnet wird (auch hier: du kannst meine Quellen oder meine Zitatauswahl ja kritisieren, kein Thema), dann haben wir ein Problem. Und dann sehe ich keinen Grund, diese Diskussion weiter zu führen. Und damit klinke ich mich jetzt auch mal mindestens übers Wochenende aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 29.Juni 2024, 08:59:15
Ich habe auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts verwiesen, das die Bundesrepublik Deutschland zum Ergreifen geeigneter Klimaschutzmaßnahmen zwingt.
Aus meiner Sicht steht das im Urteil nicht drin, deswegen mein Eindruck der Rechthaberei, weil du das nicht wahrhaben willst. Schönes Wochenende.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 01.Juli 2024, 08:15:31
Ohne konkrete inhaltliche Auseinandersetzung mit den von mir zitierten Passagen - oder nachvollziehbar ausformulierter Kritik an der Auswahl meiner Zitate - fällt es mir schwer, den Vorwurf nachzuvollziehen oder gar darüber zu reflektieren.

Ich versuche aber gerne nochmal, meine Gedankengänge darzulegen: Natürlich habe ich nur Ausschnitte zitiert und zum Urteil gehört (weit) mehr, als nur das von mir Zitierte. Das hätte hier aber deutlich den Rahmen gesprengt. Also habe ich die Ausschnitte zitiert, die aus meiner Sicht relativ eindeutig klar machen, dass Deutschland den Klimaschutz verfassungsrechtlich nicht auf die lange Bank schieben kann (wir hatten auch über konkrete Maßnahmen diskutiert, dazu unten nochmal kurz etwas). Auch deshalb, weil aus dem Urteil hervorgeht, dass in der Abwägung des Bundesverfassungsgerichts auch die Grundrechte künftiger Generationen zu berücksichtigen sind, sprich die Last der notwendigen Emissionsminderungsmaßnahmen nicht zu weit in die Zukunft verschoben werden darf, weil diese Emissionsminderungen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit drastische Schritte erfordern würden, welche die Freiheit der dann lebenden Menschen gefährden würden. Das BVerfG verweist hier auf "belastbare Hinweise auf die Möglichkeit gravierender oder irreversibler Beeinträchtigungen" - die es meiner Meinung nach durch die Klimaforschung in ausreichendem Maße gibt.

Nun ist es grundsätzlich richtig, was du vor einigen Posts geschrieben hast:
Im Gesetz wird die Reduktion der Treibhausgasemissionen nach 2030 nicht mehr beziffert, das hat das BVerfG gerügt, nicht mehr und nicht weniger. Auf Deutsch: man muss einfach nur einigermaßen nachvollziehbare Zahlen ins Gesetz reinschreiben, dann ist dem Urteil genüge getan.
Vor dem Hintergrund der Leitsätze und der Urteilsbegründung sehe ich den Korridor dieser "einigermaßen nachvollziehbaren Zahlen" aber durchaus als begrenzt an und schätze den Erfolg einer Klage gegen bspw. eine potenziell im KSG festgeschriebene Klimaneutralität im Jahr 2065 hoch ein. Das kannst du natürlich anders sehen. Das BVerfG macht übrigens in seinen Leitsätzen auch deutlich, dass sich die Gewichtung in der Güterabwägung mit fortschreitendem Klimawandel verschieben wird, d. h. werden keine gesetzlichen Regelungen getroffen, die die o. g. gravierenden oder irreversiblen Beeinträchtigungen in ausreichendem Maße berücksichtigen, werden zukünftige Gerichtsentscheidungen den Klimaschutz stärker berücksichtigen (müssen):
Zitat
2 a.) Art. 20a GG genießt keinen unbedingten Vorrang gegenüber anderen Belangen, sondern ist im Konfliktfall in einen Ausgleich mit anderen Verfassungsrechtsgütern und Verfassungsprinzipien zu bringen. Dabei nimmt das relative Gewicht des Klimaschutzgebots in der Abwägung bei fortschreitendem Klimawandel weiter zu.

Das zahlt dann auch auf diese Aussage von dir ein:
Wenn das BVerfG seinen Auftrag ernst nimmt, dann muss es die Grundrechte der JETZT lebenden Menschen auch schützen, schützen gegen einen übergriffigen Staat, der meint, er könne im Namen des Klimaschutzes mit den Bürgern tun und lassen was er will.
Das BVerfG nimmt genau diese Abwägung ja vor, ebenso wie die Abwägung zwischen den Einschnitten in die Grundrechte heute lebender Menschen und den Grundrechtsbeschränkungen zukünftiger Generationen. Du magst der Einschätzung des BVerfG nicht folgen und dafür Gründe haben, es ändert aber nichts an der Rechtsprechung des höchsten deutschen Gerichts. Damit sind die verfassungsmäßigen Pflichten Deutschlands in Sachen Klimaschutz abgesteckt und daran muss sich eine jede Bunderegierung messen lassen, ganz gleich, von welchen Parteien sie gestellt wird. Und es ist nunmal nicht wegzudiskutieren, dass das BVerfG in seiner Urteilsbegründung auf die verfassungsrechtliche Notwendigkeit hingewiesen hat, dass die Bundesrepublik "eigene Maßnahmen zum Klimaschutz tatsächlich zu ergreifen" hat. Ja, das ist nur ein winziger Ausschnitt aus der gesamten Urteilsbegründung, aber es ist nicht meine Interpretation und es ist auch nicht die Interpretation eines Autors, sondern es steht da expressis verbis so drin. Den entsprechenden Part habe ich zitiert.

Was mir bislang gar nicht klar war und ich durch die Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Klimaschutzbeschluss gelernt habe: Das BVerfG weist explizit auf die internationale Dimension des Klimaschutzes hin, macht aber deutlich, dass der Verweis auf andere Staaten nicht ausreiche, um den eigenen Klimaschutz zu vernachlässigen. D. h. selbst das sachlich richtige Argument des relativ geringen Einflusses Deutschlands auf die Gesamtemissionen der Welt entbindet die Bundesrepublik aufgrund ihrer Verfassung nicht von den eigenen Verpflichtungen in Sachen Klimaschutz. Ich finde das durchaus wegweisend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.Juli 2024, 09:22:20
Du hast das Thema jetzt erfolgreich auf das Urteil des BVerfG von vor ein paar Jahren reduziert. Da ich aber weder Jurist noch Verfassungsrechtler bin, fehlt mir schlichtweg die Expertise, um darauf sachlich und fachlich einzugehen und da ich in dieser Diskussion auch keinen wirklichen Sinn sehe, hast du sie gewonnen.
Warum keinen Sinn? Weil es nichts ändert, das BVerfG wird den Klimawandel ebensowenig wie Deutschland aufhalten können, das ist Fakt und Realität, egal welche Urteile es im Namen des Volkes noch fällt. Ich bin zum Glück flexibel und mobil, mich hält nichts in Deutschland, ich habe noch eine andere Heimat, in die ich zur Not zurück kehren kann, sollte sich Deutschland weiter selber so dumm und mutwillig kaputtmachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 02.Juli 2024, 10:15:44
Es ging mir aber gar nicht darum, eine Diskussion zu "gewinnen". Ich habe mit dem Urteil des BVerfG argumentiert, weil daraus nach meiner Interpretation gewisse Handlungsvorgaben für die Bundesregierung hervorgehen bzw. der Handlungsspielraum in Sachen Klimaschutz begrenzt wird, die BRD also unabhängig von internationalen Abkommen und nationalen Gesetzen (auf die du zurecht als veränderbar rekurriert hast) aufgrund ihrer Verfassung handeln muss. Dass du dir (und irgendwie ja auch mir ;)) keine Interpretation aufgrund der fehlenden Expertise zutraust, finde ich gut und ehrlich. Als Laie bliebe uns dann das Ausweichen auf die Interpretation von Fachleuten. Die von mir zitierte Einschätzung hast du aber abgelehnt, also habe ich laienhaft versucht, die entsprechenden Punkte in der Originalquelle herauszuarbeiten. Wäre stattdessen eine andere fachliche Einschätzung der Diskussion zuträglicher gewesen? Möglicherweise. Ich habe zu diesem Zeitpunkt die Originalquelle für sinnvoller gehalten, vielleicht war das ein Fehler von mir.

Im Übrigen hast du schon Recht: Der Klimabeschluss besteht nicht im luftleeren Raum. Es ist aber nunmal die Rechtsprechung des BVerfG, dass qua Zuständigkeit über die Auslegung des Grundgesetzes entscheidet, salopp formuliert. Die verfassungsmäßigen Pflichten des Staates existieren ebenso wie der von dir (in meinen Augen ebenfalls diskussionsverengende ;)) Sachverhalt, dass Deutschland relativ gesehen nur einen kleinen Einfluss auf das Weltklima nimmt. Beides ist Teil der Realität und mir ging es eigentlich nur darum, dass wir in der Diskussion um den Klimaschutz in Deutschland beides als Teil der Realität anerkennen. Davon ausgehend hätte man sich darüber austauschen könne, wie das eigentlich vonstatten gehen kann: Die verfassungsmäßigen Verpflichtungen und die globale Umstände in Einklang zu bringen. Schade, dass es dazu nun wohl nicht mehr kommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.Juli 2024, 10:16:59
Die verfassungsmäßigen Verpflichtungen und die globale Umstände in Einklang zu bringen. Schade, dass es dazu nun wohl nicht mehr kommt.
Ich bin ganz Ohr, wie du dir das vorstellst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 02.Juli 2024, 12:38:46
Zunächst kann man ja die Frage stellen, ob es denn wirklich nicht möglich ist, Klimaneutralität bis 2045 oder 2050 mit wirtschaftlicher und sozialer Stabilität zu verbinden. Du meintest:
Ob Deutschland 2045 oder 2065 CO2-neutral ist spielt für den Klimawandel keinerlei Rolle, Gesetze und Abkommen kann man ändern, das sind keine Naturgesetze. Die Energiewende und auch alle anderen Wenden müssen gut geplant werden und dieser Plan muss dann auch durchgezogen werden, mit den geringstmöglichen Kosten. Beides, gute Planung und Kostenminimierung, vermisse ich.
Das heißt ja aber nicht, dass bei guter Planung nicht trotzdem eine Klimaneutralität bis 2050 erreichbar ist, ohne Deutschland wirtschaftlich zu ruinieren. Das Schöne ist, ich muss mir dazu gar nichts vorstellen, denn die Gedanken haben sich bereits die Leute gemacht, die darin Expertise besitzen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Von der Leopoldina (der deutschen Akademie der Wissenschaften, die Aufnahme darin gleicht einem wissenschaftlichen Ritterschlag) gibt es gemeinsam mit acatech und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften eine Studie aus dem letzten Jahr, die sich damit auseinandergesetzt hat, wie Deutschland Klimaneutral werden kann. Dabei wurden Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in den Blick genommen. Das Ergebnis gibt es in der Kurzfassung (https://www.leopoldina.org/fileadmin/redaktion/Publikationen/Nationale_Empfehlungen/2023_ESYS_Stellungnahme_Integrierte_Energieversorgung_Kurzfassung.pdf), die Langfassung findet sich hier verlinkt, aber ich glaube kaum, dass hier jemand >200 Seiten lesen möchte :D: https://www.leopoldina.org/publikationen/detailansicht/publication/wie-wird-deutschland-klimaneutral-handlungsoptionen-fuer-technologieumbau-verbrauchsreduktion-und-kohlenstoffmanagement-2023/ (https://www.leopoldina.org/publikationen/detailansicht/publication/wie-wird-deutschland-klimaneutral-handlungsoptionen-fuer-technologieumbau-verbrauchsreduktion-und-kohlenstoffmanagement-2023/)

Von der Leopoldina gibt es außerdem ein Dossier aus dem Jahr 2022, das sich einerseits mit dem Klimawandel und seinen Folgen beschäftigt, andererseits aber auch aufzeigt, welche Wege es geben könnte. Ist vielleicht auch ganz gut zur Einordnung. Ganz am Ende sind auch Publikationen zu dem Themenfeld verlinkt. Die Publikationsliste wird meiner Wahrnehmung nach aktuell gehalten: https://www.leopoldina.org/wissenschaft/klimaforschung/klimaforschung-einleitung/ (https://www.leopoldina.org/wissenschaft/klimaforschung/klimaforschung-einleitung/)

Es gibt auch andere Pläne bzw. Studien, die ähnlich umfassend sind (z. B. von Agora Energiewende). Ja, ich wiederhole mich da, aber ich bin tatsächlich der Auffassung, dass man sich politisch parteienübergreifend auf einen Plan einigen müsste, der wissenschaftlich fundiert, wirtschaftlich und sozial verträglich ist, und diesen dann durchziehen müsste, sofern die Rahmenbedingungen sich nicht so verändern, dass eine Anpassung notwendig ist. Das Herausgreifen von politisch genehmen Versatzstücken wird jedenfalls nicht zum Erfolg führen, sondern dazu, dass Deutschland seine Klimaziele verfehlt und dabei sehr viel Geld in den Sand setzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.Juli 2024, 14:03:04
Wo genau kann man in dem Paper der Leopoldina nachlesen, dass die Klimaneutralität Deutschlands ohne wirtschaftliche Einbußen und Wohlstandsverlust machbar ist? Ich lese da in der Zusammenfassung vor allen Dingen eines: Reduzierung des Stromverbrauchs (bei gleichzeitig mehr großen Stromverbrauchern wie Wärmepumpen und eAutos) und Reduzierung des Konsums (genannt "nachhaltiger Konsum").

Das Wort "Wohlstand" kommt übrigens auch in der Langfassung nicht vor. Auch der volkswirtschaftliche Begriff "Wohlfahrt" kommt nicht vor, ebenso wie Wirtschaftsleistung, BIP findet sich nur zweimal, davon einmal im Abkürzungsverzeichnis, Bruttoinlandsprodukt kommt dreimal im Text vor, aber nicht im Kontext von Auswirkungen der beschriebenen Maßnahmen. Mir scheint das Paper liefert darauf keine Antworten.

Schon jetzt, bei gerade mal der Hälfte des Weges, sind die Auswirkungen dieser Politik in den Portemonnaies spürbar und schon jetzt will kaum noch ein Wirtschaftsunternehmen in Deutschland investieren, schon jetzt werden immer mehr Stellen abgebaut: https://www.maschinenmarkt.vogel.de/industrieunternehmen-stellenabbau-q1-2024-a-f42e66bad17008426607d4aad0e74e29/

Und um was zu erreichen? Nichts. Zumindest nichts, was den Klimawandel signifikant bremsen würde.

Es müsste halt mal ein ehrlicher, detaillierter und holistischer Plan mit drei Szenarien 2045, 2055, 2065 ausgearbeitet und vorgelegt werden, inkl. realistischer Kostenschätzungen ("Kugel Eis" ist keine), Auswirkungen auf die Wirtschaft und Auswirkungen auf die Menschen (Mobilität, Wohnen, Einkommen&Vermögen, Sozialleistungen). Dann hätte man etwas Handfestes, worüber man debattieren kann, auch ob Kosten und Nutzen im Einklang stehen und ob Deutschland sich das leisten kann und will. Und worüber dann im besten Fall die Bevölkerung basisdemokratisch abstimmen darf.

Diese gewaltige technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation Deutschlands soll aber in gerade mal noch 21 Jahren durchgezogen werden, auch gegen den Willen des Souveräns. Einem Deutschland, das 14 Jahre für einen Flughafen und 10 Jahre für einen Bahnhof (der immer noch nicht ganz fertig ist) braucht. Bitte sieh mir nach, dass ich deinen Optimismus nicht teile, schon gar nicht in Sachen "Sozialverträglichkeit". Wo ist eigentlich das Klimageld geblieben?

Ich bin absolut pro 100% Strom aus EE, dadurch werden wir vom Ausland unabhängiger und das ist eine gute Sache. Aber das muss mit Verstand angegangen werden, mit Pragmatismus und mit der Einsicht, dass man Systeme, die sich seit Beginn der industriellen Revolution entwickelt haben, nicht von jetzt auf gleich ändern kann. Das gilt für die Wirtschaft, für die Stromerzeugung, für den Verkehr und wie wir leben, essen, konsumieren, wohnen und heizen.

Und Deutschland hat ja auch noch andere Probleme, die auch möglichst zeitnah gelöst werden müssen, es ist ja nicht so, als wäre sonst alles Sonnenschein. Die Energie-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Wärmewende ist dabei ein hausgemachtes Problem.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Juli 2024, 07:34:41
Sorry, ich hatte die letzten Tage viel um die Ohren.

Ja, du hast Recht, das steht in dem Paper nicht. Ich hatte das anders in Erinnerung, mein Fehler. Eine solche systemische Vergleichsstudie, wie du sie vorschlägst, wäre tatsächlich sinnvoll. Verschiedene Zeithorizonte, aber auch verschiedene Transformationspfade (Fokus auf Elektrifizierung vs. Power-to-X vs. Technologiemix z. B.) müssten dabei berücksichtigt werden. Ich vermute zwar, dass aufgrund der verfassungsrechtlichen Beschränkungen ein Szenario 2065 darin gar nicht auftauchen würde, fände es aber im Sinne einer transparenten Diskussion sinnvoll. Möglicherweise wird genau daran ja auch gerade gearbeitet.

Ich habe mich bei der Gelegenheit auch nochmal ein bisschen auf die Suche gemacht (auch ein Grund, warum ich erst jetzt antworte). Es gibt zumindest Hinweise darauf, dass eine schnellere Energiewende am Ende sogar günstiger ist, als eine langsame: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/energiewende-investitionen-kosten-eon-100.html (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/energiewende-investitionen-kosten-eon-100.html) Zur Wahrheit gehört dabei aber auch, dass nicht alle Faktoren bei dieser Studie berücksichtigt wurden. Im September 2023 wurde außerdem eine Studie zu den gesamtwirtschaftlichen Folgen der Energiewende veröffentlicht: https://ariadneprojekt.de/publikation/hintergrund-gesamtwirtschaftliche-wirkung-der-energiewende/ (https://ariadneprojekt.de/publikation/hintergrund-gesamtwirtschaftliche-wirkung-der-energiewende/). Allerdings wird auch dort nur von einem Szenario 2045 ausgegangen, wenn ich das richtig verstehe. Interessant finde ich aber, dass dort ein Vergleich zwischen der Wohlfahrt heutiger und zukünftiger Generationen gemacht wird bzw. die Klimafolgekosten berechnet werden, je nachdem, was man höher priorisiert. Insgesamt würde ich aber nicht sagen, dass das, was da steht keine Horrorszenarien sind, sondern durchaus eine zu bewältigende Herausforderung.

Ich stimme dir aber zu: Mit Blick auf den Ablauf von Großprojekten in Deutschland darf man berechtigte Zweifel haben, wie das hier funktionieren soll. Es behauptet auch niemand, dass das leicht werden wird. Und natürlich sollten dabei andere Probleme im Land nicht vergessen werden, aber die Gleichzeitigkeit von Entwicklungen, Problemen und deren Bewältigung ist ja nun auch nichts Neues. Vielmehr vielleicht eher die Größe der Aufgabe(n) in Summe. Das Ergebnis von jahrelangem Stillstand im Land.

Die Frage nach dem Klimageld musst du Lindner stellen. ;) Schade eigentlich, dass es die Ampel bislang nicht (oder zu selten) geschafft hat, das Beste aus allen Welten zu vereinen und sich stattdessen immer wieder gegenseitig blockiert. Politikwechsel verschoben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Juli 2024, 12:02:51
"In the long run" wird sich EE natürlich auszahlen, alleine weil die Kosten für die Energieimporte drastisch sinken, allerdings ist die Lebensdauer recht begrenzt, PV und Windräder müssen mW. nach spätestens 30 Jahren ausgetauscht werden, dann hat man auch wieder Kosten an der Backe.

Energieautarkie ist zwar schön und die Ersparnis nimmt man gerne mit, es funktioniert aber nicht, wenn man es sich nicht leisten kann. Für einen Eigenheimbesitzer würde es sich langfristig auch lohnen, sein Haus perfekt zu dämmen, auf WP umzurüsten und massig Solar und Batteriespeicher zu installieren. Er muss das aber auch bezahlen oder einen Kredit bedienen können.

Und es hilft auch nichts, wenn das in der Zwischenzeit bedeutet, dass man seine Wirtschaft ruiniert, dann kann man der Presse zwar stolz den gesunkenen Stromverbrauch und gesunkenen CO2-Ausstoß präsentieren, über die Folgen dessen deckt man lieber den Mantel des Schweigens.

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2024: -1,6 % zum Vormonat - Statistisches Bundesamt
Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe:
Mai 2024 (real, vorläufig):
-1,6 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-8,6 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

April 2024 (real, revidiert):
-0,6 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-1,8 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/07/PD24_259_421.html

Für Mai wurde mW. ein Plus von 0,5% prognostiziert. Es geht weiter abwärts und was macht der Wirtschaftsminister dagegen? Nichts.

Hier mal eine Stimme aus dem Ausland:
Griechen-Kommentator wütet: „Deutschland rutscht auf Niveau der Dritten Welt ab“ - FOCUS online
In Griechenland sorgt ein heftiger Deutschland-Kommentar für Schlagzeilen: Der Journalist und frühere Baerbock-Fan Michalis Psylos sieht die deutsche Wirtschaft auf dem Weg zum „Niveau der Dritten Welt“. Auch ein geplatzter deutsch-griechischer E-Auto-Deal sorgt für Spott und Häme.

https://www.focus.de/video/politik/in-renommierter-wirtschaftszeitung-griechen-kommentator-wuetet-deutschland-rutscht-auf-niveau-der-dritten-welt-ab_id_260106555.html

Mehr schlechte Nachrichten:
Zahl der Rentner mit Grundsicherung steigt auf Rekordhoch
Immer mehr Senioren in Deutschland sind zusätzlich zu ihrer Rente auf Sozialhilfe angewiesen. Im ersten Quartal 2024 bezogen 719.330 Rentner die sogenannte Grundsicherung im Alter. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts auf Anfrage der BSW-Gruppe im Bundestag hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vorliegen.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/zahl-der-rentner-mit-grundsicherung-steigt-auf-rekordhoch-19833000.html

Wie sich der Sozialstaat aufrechterhalten lassen soll, wenn sich die Industrie mehr und mehr aus D verabschiedet, konnte mir auch noch niemand schlüssig erklären. Folgerichtig wäre also, alles dafür zu tun, dass die Industrie Deutschland nicht verlässt. Es passiert aber das Gegenteil, die Wirtschaftsnachrichten sind voll von Hiosbotschaften.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.Juli 2024, 13:33:39
Wie sich der Sozialstaat aufrechterhalten lassen soll, wenn sich die Industrie mehr und mehr aus D verabschiedet, konnte mir auch noch niemand schlüssig erklären. Folgerichtig wäre also, alles dafür zu tun, dass die Industrie Deutschland nicht verlässt. Es passiert aber das Gegenteil, die Wirtschaftsnachrichten sind voll von Hiosbotschaften.

Ich will dir bei gar nichts widersprechen. Ist alles schlüssig, was du schreibst. Über die Bewertung der aktuellen Politik sind wir uns ja auch einig, auch wenn wir aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Ich stelle einfach nur die Prämisse infrage, dass eine Klimaneutralität bis 2045-50 gleichzeitig den Ruin der deutschen Wirtschaft bedeuten muss. Mit Blick auf die Industrie ein Beispiel: Rund die Hälfte aller Hochöfen muss in den kommenden Jahren altersbedingt ersetzt werden. Ersetzt man die mit Kohle betriebenen Öfen durch solche, die mit Wasserstoff betrieben werden (der natürlich mithilfe von EE erzeugt werden sollte), könnte man dadurch schon einiges erreichen, ohne dass man auf Krampf alte Technologie durch neue ersetzt - sondern eben dann, wenn es notwendig ist. Der BDI hat 2018 (neuere Zahlen konnte ich nicht finden) den Investitionsbedarf für die Klimaneutralität der deutschen Wirtschaft auf 1,5 Billionen Euro geschätzt. Gehen wir mal davon aus, das gilt heute auch noch, wären das über einen Zeitraum von 20 Jahren ca. 75 Mrd. pro Jahr. Das sind knapp 2% des BIP, wenn ich mich nicht komplett vertue. Viel? Sicher. Machbar? Ja. Für die NATO sollen wir ja schließlich auch 2% des BIP ausgeben.

Wir müssen meiner Meinung nach in Deutschland endlich aufhören, Herausforderungen ausschließlich als problematisch zu begreifen, sondern auch Anfangen, die Chancen darin zu sehen. Eine Defossilisierung der deutschen Industrie bedeutet nicht die Deindustrialisierung des Landes, sondern kann auch aufgrund einer autarken (oder autarkeren) Energieversorgung geostrategische Unabhängigkeit bedeuten. Die deutsche Industrie hat auch immer noch nicht so einen Niedergang hingelegt, wie in anderen Ländern (ganz krass UK, aber auch in den USA). Auch im Vergleich steht die Wertschöpfung der deutschen Industrie mit ~22% gut da (Frankreich geht Richtung 10%). Natürlich unterstreicht das umso mehr die Notwendigkeit, hier Lösungen zu finden, die die Industrie im Land wettbewerbsfähig erhalten. Und da sind wir natürlich wieder bei der von dir angesprochenen (fehlenden) langfristigen Planung, die ja auch von Unternehmen in Form politischer Verlässlichkeit eingefordert wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.Juli 2024, 15:34:59
Ich stelle einfach nur die Prämisse infrage, dass eine Klimaneutralität bis 2045-50 gleichzeitig den Ruin der deutschen Wirtschaft bedeuten muss.
So wie das wirtschaftspolitisch läuft, sehe ich da eigentlich keine Chance. Die Wirtschaft, besonders die Industrie, braucht günstigen Strom, günstige Rohstoffe und Arbeitnehmer mit hoher Produktivität, um die hohen Arbeitskosten aufzufangen. Und man braucht möglichst wenig Bürokratie, wenn man sich da das Lieferkettengesetz ansieht, stehen einem die Haare zu Berge.

Zum Wasserstoff: ich bin schon lange dafür, dass man mit dem Strom, den man ans Ausland abgibt und noch Geld on top legt, Wasserstoff macht. Man hört dann aber immer, das würde sich nicht lohnen, weil die Menge zu gering wäre. Außerdem müssen mW. die Wasserstoffhersteller den Marktpreis für den Strom bezahlen (ja, den gleichen Strom, den man ins Ausland verschenkt und denen man sogar noch Geld dafür gibt), selbst wenn der Wasserstoffhersteller gleichzeitig auch der EE-Stromproduzent ist. In Schilda wären sie stolz.

Zitat
Eine Defossilisierung der deutschen Industrie bedeutet nicht die Deindustrialisierung des Landes, sondern kann auch aufgrund einer autarken (oder autarkeren) Energieversorgung geostrategische Unabhängigkeit bedeuten.
Ein Unternehmen ist kein Selbstzweck, das Unternehmen muss profitabel sein, sonst wird es aufgegeben. Man kann steigende Kosten auch nur zu einem Teil auf den Preis umlegen, besonders wenn es diese Kosten in weiten Teilen der Welt nicht gibt. Entweder hat man also eine ultraproduktive Fertigung oder man hat ein nahezu konkurrenzloses Produkt, beides wird immer seltener, die Konkurrenz schläft nicht. Und ist beides nicht gegeben, hat man es im globalen Wettbewerb sehr, sehr schwer. Früher hatte "Made in Germany" einen Donnerhall, heute guckt man eher auf "german free", besonders bei Waffen.

Zitat
Die deutsche Industrie hat auch immer noch nicht so einen Niedergang hingelegt, wie in anderen Ländern (ganz krass UK, aber auch in den USA).
Die Betonung liegt auf noch, man darf auch nicht zu sehr darauf vertrauen, dass die deutsche Wirtschaft robust ist und das alles schon irgendwie überstehen wird. Die beiden abschreckendsten Beispiele hast du genannt, diese beiden Staaten waren der Meinung, dass eigene Industrieproduktion und verarbeitendes Gewerbe nicht mehr so wichtig sind, dass der tertiäre Sektor das schon ausgleichen würde. Ein schwerer Fehler, den wir nicht wiederholen sollten.

Besonders die USA versuchen gerade mit richtig viel Geld die Produktion aus China und aus Europa in die USA zurückzuholen, weil sie es auf "the hard way" gelernt haben. Und dabei haben die noch die globale Dominanz in Sachen IT und eine riesige Waffenindustrie, Deutschland steht auch da nur im dünnen Hemdchen, bis auf SAP ist mal gar nix los, Rheinmetall, Thyssen-Krupp und KMW sind im Vergleich zu den US-Waffenschmieden winzig.

GB hat sich auf den Finanzsektor spezialisiert und durch den Brexit (ebenso hausgemacht) auch riesige Probleme. Das sollte Deutschland eine Warnung sein, ist die Industrie erstmal weg, wird es extrem schwierig, sie wieder zurückzuholen. In Deutschland gibt es nämlich noch etwas, was es in den angelsächsischen Ländern deutlich weniger gibt: "Hass" auf Unternehmer (plus Häme für Leute die es wagen und scheitern) und auf Investoren, dazu wenig Risikokapital, das ist auch ein Problem.

Die gut bezahlte Industriearbeit ist die Basis unseres Wohlstandes und unseres Sozialstaates und wir legen momentan ganz massiv die Axt daran. Ohne Sinn und Verstand und ohne irgendeinen positiven Effekt auf den Klimawandel. Sollte da nicht sehr bald Vernunft Einzug halten, wird das verheerend, für und, aber noch mehr für unsere Nachkommen.

Zitat
Auch im Vergleich steht die Wertschöpfung der deutschen Industrie mit ~22% gut da (Frankreich geht Richtung 10%).
Hast du dazu eine aktuelle Quelle?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.Juli 2024, 08:01:02
Zitat
Auch im Vergleich steht die Wertschöpfung der deutschen Industrie mit ~22% gut da (Frankreich geht Richtung 10%).
Hast du dazu eine aktuelle Quelle?

Klar: https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2022/heft/12/beitrag/energiewende-steht-fuer-die-chance-auf-re-industrialisierung-nicht-fuer-de-industrialisierung.html (https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2022/heft/12/beitrag/energiewende-steht-fuer-die-chance-auf-re-industrialisierung-nicht-fuer-de-industrialisierung.html)
Kommt direkt im ersten Drittel. Allerdings wird einerseits unter der betreffenden Abbildung das Jahr 2015 angegeben, andererseits geht der Zeitstrahl bis 2021. Ich bin daher nicht ganz sicher, was da die Datengrundlage ist.

Zu allem anderen: Ich denke, wir sind uns einig, dass ein Schlüssel für eine wettbewerbsfähige Industrie in Deutschland ein günstiger Strompreis ist. Immerhin macht die Industrie rund 1/4 des Energiebedarfs hierzulande aus. Besonders energieintensiv sind dabei Chemie- und Metallindustrie. Die Frage ist ja, wie man zu einem niedrigen Energiepreis kommt. Übergangsweise denke ich schon, dass ein Industriestrompreis sinnvoll sein kann, aber es darf halt kein dauerhaftes Mittel sein, sondern bestenfalls kurzfristig. Am Ende sollte sich aber schlicht die günstigste Energieform durchsetzen und das sind die EE.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Juli 2024, 09:09:44
Kommt direkt im ersten Drittel. Allerdings wird einerseits unter der betreffenden Abbildung das Jahr 2015 angegeben...
Ich hatte etwas von 2017 gefunden, das ist zu lange her, um den Ist-Zustand beurteilen zu können.

Zitat
Am Ende sollte sich aber schlicht die günstigste Energieform durchsetzen und das sind die EE.
Wenn man wirklich alle Kosten, die die EE verursacht (Netzausbau, Reservekraftwerke, Speicher, Stromimporte zu Höchstpreisen und im Grunde auch die für den Atomausstieg), dann wage ich zu bezweifeln, dass EE die günstigste Energieform ist. Und man müsste auch berücksichtigen, dass WKA und PV alle 20-30 Jahre ausgetauscht werden müssen und das auch wieder hohe Kosten verursacht.

Aber das meine ich ja, es gibt einfach keinen ehrlichen Plan,wie die Energiewende ablaufen soll und was sie kosten wird. Die EE-Seite rechnet die Kosten klein, andere kommen auf gigantische Summen, es spukten auch schon 3.000 Milliarden EUR für den Rest der Energiewende durch den Raum.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Juli 2024, 13:45:27
Die Wirtschaft ist weiter auf Talfahrt, was der Wirtschaftsminister dagegen tun will, bleibt unklar:

ifo-Geschäftsklima trübt sich überraschend ein
Experten sind alarmiert über Zahlen
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer betonte, all das spreche für einen moderaten wirtschaftlichen Erfolg. Denn nicht nur das Geschäftsklima sei nun überraschend gefallen. Schon davor seien die Einkaufsmanagerindizes zurückgegangen, betonte Krämer. "Das ist ein Warnsignal."
Auch LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch sagte: "Diese Zahl ist so schlecht, wie sie aussieht. Ein Aufschwung findet in Deutschland nicht statt." Es sei unklar, woher der erhoffte Wachstumsschub für das Jahr 2025 kommen solle.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/ifo-140.html

Edit, gerade entdeckt:

Deutsche Firmenpleiten so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr
Firmenpleiten in Deutschland steigen auf 10-Jahres-Hoch
https://www.focus.de/finanzen/boerse/schwaches-wachstum-deutsche-firmenpleiten-so-hoch-wie-seit-zehn-jahren-nicht-mehr_id_260120585.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Juli 2024, 18:23:28
Trump hat einen Attentatsversuch überlebt: https://edition.cnn.com/politics/live-news/election-biden-trump-07-13-24/index.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 14.Juli 2024, 19:44:58
Das ist der Wahlsieg für ihn im November. Man muss ihm lassen, dass er sehr schnell mit der emporgereckten Faust daraus positives Kapital geschlagen hat. Gleichzeitig wäre das eine gute Gelegenheit, Gräben zu überbrücken, indem man sagt: so weit ist es gekommen, wir haben es alle so weit kommen lassen. Besinnen wir uns. Leider ist das wohl Wunschdenken, wie bereits einige Republikaner dort und AfD-Politiker hier beweisen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ghorwin am 15.Juli 2024, 06:39:37
Sehr eigentümlich, dass Trump - so gut wie - nichts abbekommen hat. Wie bereits von anderen erwähnt, wird er jedoch stark davon profitieren...
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.Juli 2024, 07:43:34
gelöscht
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.Juli 2024, 07:45:48
Das ist der Wahlsieg für ihn im November. Man muss ihm lassen, dass er sehr schnell mit der emporgereckten Faust daraus positives Kapital geschlagen hat. Gleichzeitig wäre das eine gute Gelegenheit, Gräben zu überbrücken, indem man sagt: so weit ist es gekommen, wir haben es alle so weit kommen lassen. Besinnen wir uns. Leider ist das wohl Wunschdenken, wie bereits einige Republikaner dort und AfD-Politiker hier beweisen.

Und Anton Hofreiter erzählt mittlerweile, dass Trump selbst Schuld ist, weil er spaltet. Das machen dort beide, aber Hofreiter sieht das nicht. Ich gebe dir recht bei den Gräben. Allerdings sind daran beide Seiten schuldig. Beide Seiten bedingen sich gegenseitig. Aber allein diese Aussage ist schon total daneben. Nennt sich Victim Blaming... Und El Hotzo hat dann gepostet, dass es Schade ist, dass das Attentat gescheitert ist. Da bekomme ich das Kotzen. Den Tweet hat er zwar gelöscht, aber es zeigt welche Denke dieser Mensch vertritt. Bei Aussagen wie "Ich finde es toll, wenn Faschisten sterben." braucht man sich gar nicht moralisch überlegen fühlen. Man wünscht der Gegenseite den Tod und das ist scheiße. Egal wie man jemand anders findet, wünscht man ihm nicht den Tod. Man stelle sich vor, ich würde mich hier hinstellen und sagen :"Ich finde es toll, wenn Hamas-Terroristen sterben". Dann würde hier (zurecht) komplett auseinander genommen.

Sehr eigentümlich, dass Trump - so gut wie - nichts abbekommen hat. Wie bereits von anderen erwähnt, wird er jedoch stark davon profitieren...
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

Und die Experten kommen jetzt aus den Löchern. Der Attentäter war bei den Republikanern registriert, hat aber nach dem Wahlsieg von Biden Geld an eine progressive Gruppen gespendet, die den Demokraten nahestehen(15 Dollar an Actblue, vor knapp vier Jahren). Kann daran liegen, dass Demokraten und Republikaner sich bei der jeweils anderen Partei registrieren, um dort die Wahl des Kandidaten des Gegners zu beeinflussen. Man kann aber generell keinen Rückschluss daraus ziehen, wem er jetzt nahestand.Trump hatte wohl mehr Glück als Verstand. Laut Berichten hat der Attentäter das Gewehr seines Vaters benutzt und aus 120m trotzdem nicht getroffen. Und bei Bild sprechen die Experten davon, dass der Attentäter geübt mit Waffen war. Genau mein Humor... Was sich heute alles Experte nennen darf. Ein Zuschauer wurde übrigens getötet und 2 schwer verletzt. Des weiteren wurden laut Bericht der Zeit im Auto 2 Sprengsätze gefunden und einer bei ihm zu Hause...
Was man hinterfragen sollte ist, dass der Secret Service jetzt in der Kritik steht, weil er angeblich Hinweise von Zeugen nicht ernst genommen hat, die den Attentäter wohl vorher schon gesehen hatte. Es ist nicht anzunehmen, dass Trump die Macht hatte, den Secret Service zu beeinflussen. Da wären wir dann schon wieder beim Schwurbeln, was heutzutage gerne verwendet wird. Ich wette, dass aus linken und progressiven Kreisen jetzt eine Verschwörungstheorie gestrickt wird, dass Trump selbst hinter dem Anschlag steht. Werde ich daran erinnern, wenn genau diese Gruppen wieder anderen das Schwurbeln vorwerfen. Können beide Seiten ganz gut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 15.Juli 2024, 10:20:24
Ich halte es für die beste Idee, nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen und nicht unnötig zu spekulieren. Sicherlich wurden von den Sicherheitsbehörden Fehler gemacht, die aufgeklärt werden müssen. Und ein Anschlag auf einen Politiker ist feige und abzulehnen. Ganz einfach. Niemand soll um sein Leben fürchten müssen, wenn er Politik machen will. Und welche Haltung Trump hat, spielt dabei keine Rolle, denn wenn Gewalt erst einmal ins Spiel kommt, ist es wahnsinnig schwer, die Situation zu deeskalieren.

Von daher abwarten und Tee trinken und an die Besonnenheit appellieren. Das scheint in den USA schwer vorstellbar, aber wir alle können uns nur wünschen, solche Verhältnisse nicht in Europa zu erleben. Und angesichts einer deutlich anderen Rolle des Staates in Vergleich zu den USA bleibt das hoffentlich auch noch eine Weile so, solange unsere Institutionen daran arbeiten, das Vertrauen der Bürger in eben jene zu stärken. Das ist ein wechselseitiger Prozess, der Anstrengungen auf beiden Seiten erfordert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 15.Juli 2024, 11:43:42
[...]aber wir alle können uns nur wünschen, solche Verhältnisse nicht in Europa zu erleben. Und angesichts einer deutlich anderen Rolle des Staates in Vergleich zu den USA bleibt das hoffentlich auch noch eine Weile so, solange unsere Institutionen daran arbeiten, das Vertrauen der Bürger in eben jene zu stärken.

Das ist doch längst auch hier der Fall!
Der Mord an Lübcke, der Anschlag auf Matthias Ecke, um die jüngsten deutschen Fälle zu nennen.
Am bekanntesten davor war wohl die Messerattacke auf Wolfgang Schäuble, der daraufhin im Rollstuhl saß.

Ansonsten finden in Europa zwar keine Exekutionen durch Scharfschützen statt, wie das in den USA häufiger vorkommt, dennoch müssen Politiker auch hier schon lange um ihr Leben fürchten.
Sei es ein Can Atalay oder weitere Oppositionelle in der Türkei, die mit möglichen Todesstrafen oder langen Haftstrafen mit ungewissem Ausgang konfrontiert werden.
Dann hätten wir noch den Giftanschlag auf Alexei Nawalny oder die 2(!) Giftanschläge auf Wladimir Kara-Mursa.
Und das sind nur einige Beispiele. Also, dass es in Europa (oder gar Deutschland) anders wäre als in den USA ist ein Trugschluss. Lediglich die Methoden sind unterschiedlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.Juli 2024, 17:24:05
Das ist der Wahlsieg für ihn im November. Man muss ihm lassen, dass er sehr schnell mit der emporgereckten Faust daraus positives Kapital geschlagen hat. Gleichzeitig wäre das eine gute Gelegenheit, Gräben zu überbrücken, indem man sagt: so weit ist es gekommen, wir haben es alle so weit kommen lassen. Besinnen wir uns. Leider ist das wohl Wunschdenken, wie bereits einige Republikaner dort und AfD-Politiker hier beweisen.

Und Anton Hofreiter erzählt mittlerweile, dass Trump selbst Schuld ist, weil er spaltet. Das machen dort beide, aber Hofreiter sieht das nicht. Ich gebe dir recht bei den Gräben. Allerdings sind daran beide Seiten schuldig. Beide Seiten bedingen sich gegenseitig. Aber allein diese Aussage ist schon total daneben. Nennt sich Victim Blaming... Und El Hotzo hat dann gepostet, dass es Schade ist, dass das Attentat gescheitert ist. Da bekomme ich das Kotzen. Den Tweet hat er zwar gelöscht, aber es zeigt welche Denke dieser Mensch vertritt. Bei Aussagen wie "Ich finde es toll, wenn Faschisten sterben." braucht man sich gar nicht moralisch überlegen fühlen. Man wünscht der Gegenseite den Tod und das ist scheiße. Egal wie man jemand anders findet, wünscht man ihm nicht den Tod. Man stelle sich vor, ich würde mich hier hinstellen und sagen :"Ich finde es toll, wenn Hamas-Terroristen sterben". Dann würde hier (zurecht) komplett auseinander genommen.


Hier muss ich widersprechen. Sicherlich tragen auch die Demokraten (oder national CDU, SPD etc.) nicht gerade dazu bei, aufeinander zugehen zu wollen. Aber die Republikaner und insbesondere Trump hat seit jeher kräftig Spaltung und Missverstehen vorangetrieben und sich dabei bisweilen ausgesprochen fragwürdiger Formulierungen bedient. Sowas gab es, nach meiner AUffasung, seitens der Gegenseite nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.Juli 2024, 19:01:28
Das ist der Wahlsieg für ihn im November. Man muss ihm lassen, dass er sehr schnell mit der emporgereckten Faust daraus positives Kapital geschlagen hat. Gleichzeitig wäre das eine gute Gelegenheit, Gräben zu überbrücken, indem man sagt: so weit ist es gekommen, wir haben es alle so weit kommen lassen. Besinnen wir uns. Leider ist das wohl Wunschdenken, wie bereits einige Republikaner dort und AfD-Politiker hier beweisen.

Und Anton Hofreiter erzählt mittlerweile, dass Trump selbst Schuld ist, weil er spaltet. Das machen dort beide, aber Hofreiter sieht das nicht. Ich gebe dir recht bei den Gräben. Allerdings sind daran beide Seiten schuldig. Beide Seiten bedingen sich gegenseitig. Aber allein diese Aussage ist schon total daneben. Nennt sich Victim Blaming... Und El Hotzo hat dann gepostet, dass es Schade ist, dass das Attentat gescheitert ist. Da bekomme ich das Kotzen. Den Tweet hat er zwar gelöscht, aber es zeigt welche Denke dieser Mensch vertritt. Bei Aussagen wie "Ich finde es toll, wenn Faschisten sterben." braucht man sich gar nicht moralisch überlegen fühlen. Man wünscht der Gegenseite den Tod und das ist scheiße. Egal wie man jemand anders findet, wünscht man ihm nicht den Tod. Man stelle sich vor, ich würde mich hier hinstellen und sagen :"Ich finde es toll, wenn Hamas-Terroristen sterben". Dann würde hier (zurecht) komplett auseinander genommen.


Hier muss ich widersprechen. Sicherlich tragen auch die Demokraten (oder national CDU, SPD etc.) nicht gerade dazu bei, aufeinander zugehen zu wollen. Aber die Republikaner und insbesondere Trump hat seit jeher kräftig Spaltung und Missverstehen vorangetrieben und sich dabei bisweilen ausgesprochen fragwürdiger Formulierungen bedient. Sowas gab es, nach meiner AUffasung, seitens der Gegenseite nicht.


Teile der Grüne und der Linken sind doch das genaue Gegenteil auf der anderen Seite. Wie oft sofort alles reflexhaft in die Nazi-Ecke gestellt wird, das schreckt viele in der Mitte ab bzw. treibt sie eher nach rechts. Wie ich schon geschrieben habe, beide Seiten befeuern sich gegenseitig. Zum aufeinander zugehen gehören zwei Seiten. Ich habe genau deswegen auch Hofreiter und El Hotzo genannt. Es zeigt nämlich dass Links wie Rechts die gleichen autoritären Tendenzen und Instinkte vorhanden sind. Übrigens wurde hier der Anschlag von Mannheim bei GameCrasher bewusst oder unbewusst nicht genannt obwohl er zeitlich der nächste war. Zufall oder Absicht will ich hier nicht beurteilen. Und wie bei Trump hat das Ziel überlebt und jemand anderes musste mit seinem Leben bezahlen (in Amerika ein Zuschauer und 2 schwerverletzt, in Mannheim ein Polizist). Amerika ist uns oft einfach nur ein paar Jahre in der Entwicklung voraus und ich befürchte, dass wir hier in die gleiche Richtung marschieren. Und dann ist es egal, welche Seite gewinnt, es wird blutig werden und die Demokratie stirbt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 15.Juli 2024, 19:43:15
Ich dachte, du arbeitest im Einzelhandel und nicht als Hufschmied...

Ich möchte Hofreiters Aussage nicht verteidigen, im Gegenteil, ich halte recht wenig davon, zumal aus dem Munde eines erfahrenen Polit-Profis. Das ist was für den Stamntisch. Um Hofreiter auf dieser Basis autoritäres Denken zu unterstellen, fehlt mir allerdings die Fantasie.

Ansonsten stimme ich deiner Besorgnis zu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 16.Juli 2024, 08:33:57
Ich bezog mich gar nicht so sehr auf spezielle Leute, von Trump abgesehen. Mir war es nur wichtig zu betonen, dass ich der klaren Meinung bin, dass Hass und Hetze vor allem von rechten Lagern ausgehen. Ich glaube nicht, dass man da unterschiedlicher Meinung sein kann.

Ich bin gespannt, wie lange die gemäßigten Reden im US-Wahlkampf tatsächlich anhalten. Ich wünsche es mir.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 08:53:04
Mir war es nur wichtig zu betonen, dass ich der klaren Meinung bin, dass Hass und Hetze vor allem von rechten Lagern ausgehen.
Das zeigt nur, dass auch du auf dem anderen Auge blind bist. Allerdings hasst und hetzt das linke Lager anders, meist gegen die Menschen, denen sie sich intellektuell überlegen fühlen, in den USA wären das die "Rednecks", in D sind gerne "Ossis" das Ziel. Linksaußen ist die Ablehnung der FDGO auch nicht geringer als Rechtsaußen. Die schenken sich alle nichts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 16.Juli 2024, 09:38:05
Das linke Lager ist eben nicht „genauso schlimm“. Jede politisch motivierte Gewalttat ist grundsätzlich zu verurteilen. Dennoch zeigen die Zahlen deutlich, woher der Wind weht. 2024 wurden in Deutdchland 28.945 Straftaten mit rechtsextremistischen Hintergrund und 7.777 Straftaten mit linksextremistischen Hintergrund registriert. Das sind ganz, ganz andere Dimensionen. Auch wenn wir uns die politisch motivierten Angriffe auf Mandatsträger und Parteirepräsentanten anschauen, erhalten wir ein ähnliches Bild. Auch hier ist jeder Angriff egal gegen wen einer zu viel. Dennoch wurden Politiker der Grünen 1.219 Mal angegeiffen, die der AfD 478 mal. Rechnet man es auf die Ampel hoch, kommen 1.938 Angriffe raus. Es zeigt sich also, dass „die Linken“ zum einen deutlich weniger Straftaten begehen und zugleich deutlich häufiger Opfer sind. Wenn man also von Hass und Angriffen redet, ist das Hufeisen aufgrund der doch deutlich unterschiedlichen Zahlen absolut nicht angebracht. Gewalt und Straftaten gehen nun mal, sofern sie politisch motiviert sind, vom rechten Spektrum aus und richten sich viel eher gegen als links einzuordnende Personen.
Und auch Trump ist ein Hauptakteur der Spaltung und der Hetze. Die Demokraten haben bisher keine Wahl so offensichtlich angezweifelt und keinen Kandidaten zum Amt des Vizepräsidenten nominiert, der ganz offen mit Umsturz und Untergrabung der Demokratie liebäugelt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 16.Juli 2024, 10:13:56
Und in Ergänzung dazu, was Rejs sagt, sei noch erwähnt, dass man der politischen Führung gerne nachsagt, auf dem rechten Auge blind zu sein.

Ich verwehre mich gegen den Vorwurf, ich sei auf einem Auge blind. Ich habe bereits zuvor geschrieben, dass die Hetze durchaus auch vom anderen Lager gespiegelt wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Juli 2024, 10:16:42
Mir war es nur wichtig zu betonen, dass ich der klaren Meinung bin, dass Hass und Hetze vor allem von rechten Lagern ausgehen.
Das zeigt nur, dass auch du auf dem anderen Auge blind bist. Allerdings hasst und hetzt das linke Lager anders, meist gegen die Menschen, denen sie sich intellektuell überlegen fühlen, in den USA wären das die "Rednecks", in D sind gerne "Ossis" das Ziel. Linksaußen ist die Ablehnung der FDGO auch nicht geringer als Rechtsaußen. Die schenken sich alle nichts.

Stimme ich dir zu. Würde Henningway auch nicht widersprechen, nehme ich an.

Ich würde das allerdings, wie Rejs, ins Verhältniss setzen wollen. Wenn man sagt, dass die Linke für den Linksextremismus das wäre, was die AFD für den Rechtsextremismus wäre, dann ist Rechtsextremismus gerade ziemlich en vouge. Das sagen die Zahlen von Rejs. Das sagen noch viel mehr Zahlen des Bundeskriminalamts. Beim Hass im Netz wird 77% der Inhalte dem rechtsextremen Spektrum und nur 9% dem linksextremen Spektrum zugeteilt.
Es gab auch meines Wissens schon lange nicht mehr einen Spitzenpolitiker von Links, der linksextreme Parolen bei öffentlichen Reden zitiert und dafür verurteilt wird. (Gerne Beispiele, wenn ich falsch liege. Aber bitte nicht irgend ein unbeschriebenen Komunalpolitiker in irgend einem politischen Hinterhof. Da sähen alle Parteien mies aus.)
Falls man den Institutionen noch vertraut, kann man auch das Argument hinnehmen, dass die AFD in allen Bundesländern ein Verdachtsfall auf Rechtsextremismus ist und in einigen Bundesländern sogar gesichert rechts. Das ist eine 17% Partei die rechtsextreme Meinungen vertritt, so ein Beispiel gibt es im linken Spektrum nicht. Sind das nicht ungleiche Gefahrenpotentiale?

Jetzt mag man mir auch unterstellen, dass ich auf dem linken Auge blind bin. Ich sage hier aber nochmal deutlich, dass ich Gewalt und Hetze von jeder erdenklichen Seite ablehne. Links oder Rechts, beides ist nicht duldbar. Aber ich bin der Meinung, dass wir aktuell von Rechts mehr erdulden müssen. Das ist kein Aufruf an die Linken das Gleichgewicht wiederherzustellen.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 16.Juli 2024, 10:37:13
Ich halte das ehrlich gesagt für Fingerpointing. Klar wird von Linksradikalen auch Hetze betrieben, das wurde ja auch hier nun mit Zahlen dargestellt und vermutlich wird das ohnehin keiner leugnen wollen, der ein kleinwenig in den letzten Jahrzehnten für Politik Interesse zeigte.
Jedoch trägt das meiner Meinung nach zur Diskussion um die Hetze und Gewaltverbrechen Rechter genau gar nix bei. Weder wird dadurch das Handeln Rechter legitimiert noch in irgendeiner Weise besser, nur weil es vielleicht noch jemand anderes tut, der sich selbst nicht als Rechter sieht oder so eingestuft wird.
Aber es hat wieder geklappt. Anstatt dass über Lösungen für die von Rechten verursachten Probleme gesprochen wird, diskutiert man wieder darüber, dass es ja auch noch so viele andere Problemverursacher gibt und löst am Ende wieder garnix außer ein paar Nervenstränge beteiligter Redner. :-X
Ein bisschen so wie früher als man zuhause Ärger bekam, weil man etwas tat, das man nicht tun sollte und das einzige Argument was man seiner Mutter gegenüber brachte immer wieder nur war "Ja aber die Anderen haben auch...".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 16.Juli 2024, 10:47:14
Das ist doch der Punkt. Dieses „aber die anderen“ dient nur dazu, die Diskussion zu verschieben. Keiner redet mehr über den ursprünglichen Sachverhalt, sondern im Endeffekt dann doch darüber, ob die anderen nicht doch irgendwann mal etwas vergleichbares getan haben. Das bringt bei positiven Ergebnissen nix und auch bei negativen Entgleisungen. Man müsste viel mehr darüber diskutieren, warum „der Rechte“ einen Grünenpolitiker verprügelt oder warum „der Linke“ ein Auto anzündet. Dann kann man auch Lösungen finden. Zieht man den Whataboutism findet man im Endeffekt nur Beispiele aus verschiedenen Lagern und kommt bei der Sache selbst nicht wirklich weiter. Quasi ein großer Kreisel und allen wird schwindlig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.Juli 2024, 10:52:27

Ich dachte, du arbeitest im Einzelhandel und nicht als Hufschmied...
In Tibet wird oft der Kreis als Symbol verwendet, so sehe ich das politisch auch. Gehe weit genug nach rechts oder links und du kommst auf der Gegenseite raus. Habe ich schon lange (über 20 Jahre) vor dem Aufkommen der Hufeisentheorie in den sozialen Medien gesagt (musste ich tatsächlich erst googlen was du damit meinst). Und Hufschmiede bekommen für den schweren Job den die machen ziemlich wenig Geld. Das ist körperlich ziemlich anstrengend, dem sollte man Respekt zollen, wer das noch macht.

@Rejs : Die Antifa ist nicht weniger schlimm als die Nazis. Wir müssen auch bei Linken zwischen normalen Linken und Linksextremisten unterscheiden, ebenso wie rechts. Übrigens wurden zum Beispiel Taktiken der Antifa (schwarzer Block) auch von den rechten Übernommen. Beliebte Antifa Slogans sind ja unter anderem "Nieder mit Deutschland", "Für den Kommunismus". Kommunismus und Demokratie passen leider nicht wirklich zusammen, hatten wir in der DDR auch schon und war nicht erfolgreich. Generell hat Deutschland beide Extreme ausprobiert und sie waren beide ziemlich schlecht für die Bevölkerung. Die Antifa erkennt auch das Gewaltmonopol des Staates nicht an.
Zur Menge habe ich mich mal bei Verfassungsschutz umgeschaut.
Der spricht bei den Rechtsexremisten von einem Personenpotential von 40.600, davon 14.500 gewaltorientierten. Straftaten wurden 25660 begangen davon 1148 Gewalttaten (4,47%). Die Zahl der Demonstrationen schnellte von 145 (2022) auf 367 (2023) hoch, was mehr als eine Verdopplung ist.
Bei den Linksextremisten sind wir bei einem Personenpotential von 39.000, davon 11.200 gewaltorientierten. Diese begingen 4248 Straftaten, davon 727 Gewalttaten (17,11%).
Das heißt beide haben eine ähnliche Anzahl Mitglieder und auch einen ähnlichen Anteil an gewaltorientierten Personen. Die Rechtsextremen haben viel mehr Straftaten begangen, allerdings ist der Anteil der Gewalttaten bei Linksextremen wesentlich höher. Sprich die Rechtsextremen begehen mehr Straftaten, aber haben anteilig weniger Neigung zu Gewalttaten, was mich überrascht. Geht man von absoluten Zahlen aus, so sind allerdings beide in Sachen Gewalttaten genauso schlimm.
Deine Zahlen zu den Angriffen auf Parteipolitiker sind durchaus richtig. Aber genauso kann ich mit Zahlen aus dem Jahr 2020 kontern : 1360 Angriffe auf Politiker, davon 645 von der afD, 162 auf cDU-Politiker, 161 Fälle auf Grünen-Politiker, 141 sPD, 124 die Linke, 32 CSU, 30 FDP. Da kommen die Ampel-Parteien "nur" 332 und damit nichtmal auf die Hälfte der afD. Ich folgere daraus, dass die Angriffe auf Ampel-Politiker in Folge der Regierungsverantwortung angestiegen sind. Was genau da der Zusammenhang ist erschließt sich mir nicht.
Achso für 2021 nochmal die Zahlen :
afD 660 Fälle
cDU 617 Fälle
die Grünen 454 Fälle
sPD 445 Fälle
CSU 120 Fälle
Linke 114 Fälle
FDP 78 Fälle
Hier das gleiche Bild wieder, allerdings auf viel höherem Niveau.
2022 dann folgt der Umschwung.
die Grünen 399 Fälle
sPD 386 Fälle
afD 321 Fälle
Mehr Zahlen für 2022 konnte ich nicht finden. Bestätigt allerdings meine Vermutung, dass Regierungsverantwortung einen in dieser "Liste" nach oben bringt.
Man kann also nicht generell sagen, dass politisch motivierte Gewalt nicht auch die Rechten trifft, es trifft tatsächlich beide und beides ist schlecht.
Wenn ich die Gesamtzahl der Fälle mal zusammenfasse komme ich übrigens auf folgende Entwicklung
2020 1360 Fälle
2021 2369 Fälle
2023 2790 Fälle
Es zeigt also auch meine Vermutung, dass generell ein Trend nach oben vorliegt.

@DragonFox : SaskiaEsken auf Twitter :"58 und Antifa. Selbstverständlich." Der sPD-Vorstand:"157 und Antifa. Selbstverständlich."


@Henningway : Bewusst oder unbewusst tendiert jeder dahin, die eigene Richtung eher zu verharmlosen. Ist menschlich. Ist halt nur wichtig, sich daran zu erinnern, beide Seiten anzuschauen. So sind meines Wissens nach die Anzahl der rechtsxtremen Konzerte deutlich angestiegen und ich habe den Eindruck, dass die Spaltung gerade dazu beiträgt, dass sich die rechts Subkultur in die Mitte frisst, weil die Lifestyle-Linken viele aus der Mitte nach Rechts abstoßen. Die rechte Taktik scheint perfide zu sein, dass man "nett" zu den Leuten ist und sie sich so in die eigenen Reihen holt und sie radikalisiert. Eventuell wäre es auf linker Seite eine Überlegung wert, ob man die Leute nicht einfach mal "netter" ansprechen sollte.





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Juli 2024, 11:03:18

Ich dachte, du arbeitest im Einzelhandel und nicht als Hufschmied...
In Tibet wird oft der Kreis als Symbol verwendet, so sehe ich das politisch auch. Gehe weit genug nach rechts oder links und du kommst auf der Gegenseite raus. Habe ich schon lange (über 20 Jahre) vor dem Aufkommen der Hufeisentheorie in den sozialen Medien gesagt (musste ich tatsächlich erst googlen was du damit meinst). Und Hufschmiede bekommen für den schweren Job den die machen ziemlich wenig Geld. Das ist körperlich ziemlich anstrengend, dem sollte man Respekt zollen, wer das noch macht.

@Rejs : Die Antifa ist nicht weniger schlimm als die Nazis. Wir müssen auch bei Linken zwischen normalen Linken und Linksextremisten unterscheiden, ebenso wie rechts. Übrigens wurden zum Beispiel Taktiken der Antifa (schwarzer Block) auch von den rechten Übernommen. Beliebte Antifa Slogans sind ja unter anderem "Nieder mit Deutschland", "Für den Kommunismus". Kommunismus und Demokratie passen leider nicht wirklich zusammen, hatten wir in der DDR auch schon und war nicht erfolgreich. Generell hat Deutschland beide Extreme ausprobiert und sie waren beide ziemlich schlecht für die Bevölkerung. Die Antifa erkennt auch das Gewaltmonopol des Staates nicht an.
Zur Menge habe ich mich mal bei Verfassungsschutz umgeschaut.
Der spricht bei den Rechtsexremisten von einem Personenpotential von 40.600, davon 14.500 gewaltorientierten. Straftaten wurden 25660 begangen davon 1148 Gewalttaten (4,47%). Die Zahl der Demonstrationen schnellte von 145 (2022) auf 367 (2023) hoch, was mehr als eine Verdopplung ist.
Bei den Linksextremisten sind wir bei einem Personenpotential von 39.000, davon 11.200 gewaltorientierten. Diese begingen 4248 Straftaten, davon 727 Gewalttaten (17,11%).
Das heißt beide haben eine ähnliche Anzahl Mitglieder und auch einen ähnlichen Anteil an gewaltorientierten Personen. Die Rechtsextremen haben viel mehr Straftaten begangen, allerdings ist der Anteil der Gewalttaten bei Linksextremen wesentlich höher. Sprich die Rechtsextremen begehen mehr Straftaten, aber haben anteilig weniger Neigung zu Gewalttaten, was mich überrascht. Geht man von absoluten Zahlen aus, so sind allerdings beide in Sachen Gewalttaten genauso schlimm.
Deine Zahlen zu den Angriffen auf Parteipolitiker sind durchaus richtig. Aber genauso kann ich mit Zahlen aus dem Jahr 2020 kontern : 1360 Angriffe auf Politiker, davon 645 von der afD, 162 auf cDU-Politiker, 161 Fälle auf Grünen-Politiker, 141 sPD, 124 die Linke, 32 CSU, 30 FDP. Da kommen die Ampel-Parteien "nur" 332 und damit nichtmal auf die Hälfte der afD. Ich folgere daraus, dass die Angriffe auf Ampel-Politiker in Folge der Regierungsverantwortung angestiegen sind. Was genau da der Zusammenhang ist erschließt sich mir nicht.
Achso für 2021 nochmal die Zahlen :
afD 660 Fälle
cDU 617 Fälle
die Grünen 454 Fälle
sPD 445 Fälle
CSU 120 Fälle
Linke 114 Fälle
FDP 78 Fälle
Hier das gleiche Bild wieder, allerdings auf viel höherem Niveau.
2022 dann folgt der Umschwung.
die Grünen 399 Fälle
sPD 386 Fälle
afD 321 Fälle
Mehr Zahlen für 2022 konnte ich nicht finden. Bestätigt allerdings meine Vermutung, dass Regierungsverantwortung einen in dieser "Liste" nach oben bringt.
Man kann also nicht generell sagen, dass politisch motivierte Gewalt nicht auch die Rechten trifft, es trifft tatsächlich beide und beides ist schlecht.
Wenn ich die Gesamtzahl der Fälle mal zusammenfasse komme ich übrigens auf folgende Entwicklung
2020 1360 Fälle
2021 2369 Fälle
2023 2790 Fälle
Es zeigt also auch meine Vermutung, dass generell ein Trend nach oben vorliegt.

Und nun? Darf man jetzt nichts mehr gegen die AFD sagen, ohne direkt die - ja wen eigentlich? - im Disclaimer mit zu nennen? So ist das nämlich hier im Forum. Irgendwer sagt, die AFD ist blöd. Und dann kommen mehrere Stimmen: "Ja, aber auch die Linksextremen!!!". Oh Mann. Das wiederholt sich hier seit Monaten. Das man eine gewählte Poltische Partei mit einem autonomen Block vergleicht und dieser Vergleich leicht schief ist - geschenkt.

Alle Statistiken zum Trotz (deinen Zahlen stimme ich zu). Es gibt im Bundestag vielleicht 1-2 Verirrte, die Gewalt von Links nicht klar ablehnen würden. Und dann gibt es 77 AFDler. Politiker der AFD leugnen Gewalt von rechts, Grenzen sich nicht ab, sie befeuern sie rethorisch oder beteiligen sich sogar selbst daran.
Rechtsextremismus wird gerade im Bundestag instituionalisiert und salonfähig. Ein Zeichen, dass es normal ist. Rechtsextremismus kann doch gar nicht so schlimm sein, wenn die die zweitsärkste Opposition sind, oder? Das ist doch eine Bürgerpartei. Rechtsextremismus findet im Bundestag statt. Und nicht am ersten Mai ein Berlin. Ist das kein Unterschied? Blos keine Angst, ich würde mich auch gegen eine Antifa-Partei im Bundestag äußern. Aber so lange die Linke sich kurz unter der fünf Prozenthürde ständig selbst zerlegt hat das nicht meine Aufmerksamkeit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.Juli 2024, 11:09:04
@ DragonFox : Du sollst sogar sagen, dass die afD blöd ist. Aber auch, dass die Grünen manchmal ziemlichen Unsinn verzapfen. Nur darum geht es. Aber sag doch nicht nur, dass die afD blöd ist. Sag doch besser :"Ihr Arbeiter wählt afD? Habt ihr Maximilian Krah bei Thilo Jung gesehen? Seine Wirtschaftspolitik ist so neoliberal, die dürfte euch nicht gefallen." Die Aussage :"Die afD ist böse und rechtsextrem und jeder der sie wählt ist Nazi." verfängt ja nicht mehr. Ich habe manchmal sogar den Eindruck, dass einigen das mittlerweile ziemlich egal ist, weil der Begriff Nazi so inflationär genutzt wurde, dass viele dagegen abgestumpft sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Juli 2024, 11:29:48
@ DragonFox : Du sollst sogar sagen, dass die afD blöd ist. Aber auch, dass die Grünen manchmal ziemlichen Unsinn verzapfen. Nur darum geht es. Aber sag doch nicht nur, dass die afD blöd ist. Sag doch besser :"Ihr Arbeiter wählt afD? Habt ihr Maximilian Krah bei Thilo Jung gesehen? Seine Wirtschaftspolitik ist so neoliberal, die dürfte euch nicht gefallen." Die Aussage :"Die afD ist böse und rechtsextrem und jeder der sie wählt ist Nazi." verfängt ja nicht mehr. Ich habe manchmal sogar den Eindruck, dass einigen das mittlerweile ziemlich egal ist, weil der Begriff Nazi so inflationär genutzt wurde, dass viele dagegen abgestumpft sind.

Die Grünen verzapfen manchmal ziemlichen Unsinn.

Ich habe mich hier schon oft gegen die Grünen, die SPD, die CDU und die FDP ausgesprochen, wenn ich es für sinnvoll hielt. Aber wenn ich mich gegen Rechtextremismus positioniere, dann nunmal nicht.  Da war mir der Antifa oder Autonome Block Vergleich doch irgendwie naheliegender.
Mir kommt das ein bisschen vor wie im Fernsehen, wenn ein Moderator ausversehen Mercedes sagt und dann schnell noch hinterherschiebt, dass es natürlich auch Audi, VW und BMW gäbe, damit ihm keine Werbung unterstellt werden kann.
Was ist den das für ein maximaler Whataboutims, wenn ich mich gegen Rechtsextremsimus ausspreche und jetzt wird mir nahegelegt, dass ich für eine gute Diskussion dafür auch mal was gegen die Grünen sagen sollte? Warum eigentlich die Grünen? Sind die der Gegenpol zur AFD?

Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass ich noch nie alle Wähler der AFD als Nazis bezeichnet habe. Ich würde nicht mal sagen, dass alle AFD Mitglieder oder Funktionäre Nazis sind. Ingesamt bin ich mir ziemlich unsicher mit dem Begriff und versuche ihn vorsichtig zu verwenden. Mir scheint, als würdest du häufiger anmerken, dass immer alle AFD Wähler als Nazis benannt werden, als es hier in den Diskussionen tatsächlich passiert.

Das die Politik der AFD nicht dennen zu Gute kommt, die sie wählen, wurde hier im Forum schon mehrmals angesprochen. Zum Beispiel unter dem Begriff AFD Paradox. Ich habe dazu, wenn ich mich recht erinner, auch einmal Quellen geteilt. Zum Beispiel von der DIW Berlin.
Sorry, wir kamen am heutigen Tage noch nicht zu den differenziert ausformulierten Argumenten warum die AFD doof ist oder nicht, weil sofort jemand nach Links kreischte und jemand anders meinte, dass man zu viele Menschen als Nazi bezeichnen würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 16.Juli 2024, 11:56:22
Die stark gestiegenen Anzahl an Angriffen auf Politiker der Grünen könnte halt auch mit der AfD zusammenhängen. Für die sind die ja das Feindbild schlechthin. Der Hass gegen die Grünen und deren Politik wird auf gezielt von Spitzenpolitikern der AfD geschürt. Alice Weidel bezeichnet sie als „Kriegstreiber“ und die Politik als „unseriös“, sie würden mutwillig die deutsche Industrie zerstören. Die Rolle der CDU mit Merz und der CSU mit Söder muss hier allerdings auch erwähnt werden, da die ihren Teil beitragen. Solches Framing und der erzeugte Hass gegen Grüne führt dann eben dazu, dass von grundsätzlich zu kriminellen Handlungen fähigen Personen dann auch durch diese Hetze angestachelte Straftaten begangen werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.Juli 2024, 12:20:34
@ DragonFox : Du sollst sogar sagen, dass die afD blöd ist. Aber auch, dass die Grünen manchmal ziemlichen Unsinn verzapfen. Nur darum geht es. Aber sag doch nicht nur, dass die afD blöd ist. Sag doch besser :"Ihr Arbeiter wählt afD? Habt ihr Maximilian Krah bei Thilo Jung gesehen? Seine Wirtschaftspolitik ist so neoliberal, die dürfte euch nicht gefallen." Die Aussage :"Die afD ist böse und rechtsextrem und jeder der sie wählt ist Nazi." verfängt ja nicht mehr. Ich habe manchmal sogar den Eindruck, dass einigen das mittlerweile ziemlich egal ist, weil der Begriff Nazi so inflationär genutzt wurde, dass viele dagegen abgestumpft sind.

Die Grünen verzapfen manchmal ziemlichen Unsinn.

Ich habe mich hier schon oft gegen die Grünen, die SPD, die CDU und die FDP ausgesprochen, wenn ich es für sinnvoll hielt. Aber wenn ich mich gegen Rechtextremismus positioniere, dann nunmal nicht.  Da war mir der Antifa oder Autonome Block Vergleich doch irgendwie naheliegender.
Mir kommt das ein bisschen vor wie im Fernsehen, wenn ein Moderator ausversehen Mercedes sagt und dann schnell noch hinterherschiebt, dass es natürlich auch Audi, VW und BMW gäbe, damit ihm keine Werbung unterstellt werden kann.
Was ist den das für ein maximaler Whataboutims, wenn ich mich gegen Rechtsextremsimus ausspreche und jetzt wird mir nahegelegt, dass ich für eine gute Diskussion dafür auch mal was gegen die Grünen sagen sollte? Warum eigentlich die Grünen? Sind die der Gegenpol zur AFD?

Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass ich noch nie alle Wähler der AFD als Nazis bezeichnet habe. Ich würde nicht mal sagen, dass alle AFD Mitglieder oder Funktionäre Nazis sind. Ingesamt bin ich mir ziemlich unsicher mit dem Begriff und versuche ihn vorsichtig zu verwenden. Mir scheint, als würdest du häufiger anmerken, dass immer alle AFD Wähler als Nazis benannt werden, als es hier in den Diskussionen tatsächlich passiert.

Das die Politik der AFD nicht dennen zu Gute kommt, die sie wählen, wurde hier im Forum schon mehrmals angesprochen. Zum Beispiel unter dem Begriff AFD Paradox. Ich habe dazu, wenn ich mich recht erinner, auch einmal Quellen geteilt. Zum Beispiel von der DIW Berlin.
Sorry, wir kamen am heutigen Tage noch nicht zu den differenziert ausformulierten Argumenten warum die AFD doof ist oder nicht, weil sofort jemand nach Links kreischte und jemand anders meinte, dass man zu viele Menschen als Nazi bezeichnen würde.


Dann habe ich mich unklar ausgedrückt. Du sollst nicht sagen, die afD ist blöd und direkt hinterher, dass die Linken und Grünen auch doof sind. Es geht darum, auch die eigene Seite zu hinterfragen und nicht ideologisiert zu denken. Ich mache es einmal an einem Beispiel deutlich. Ich bin dafür regenerative Energien zu stärken, halte jedoch andere Wege dies zu erreichen für sinnvoller und kostengünstiger, dazu denke ich dass es nur 2 Geschlechter gibt (biologisch). Große Teile der "Lifestyle-Linken" würden mir jetzt vorwerfen, rechts-konservativer, weißer CiS-Mann zu sein und Klimasünder. Ich habe Migrationshintergrund, bin für eine Energiewende, allerdings auf andere Weise, also wohl irgendwo mit im Boot. Was jetzt aber passiert ist, dass man von einer Seite so angefeindet wird, dass man auf der anderen Seite die afD sieht, die einen nicht anschreit oder betitelt. Wem wird man wohl eher zugetan sein, das darfst du gerne entscheiden. Und nein, ich habe nicht afD gewählt, sondern eine linke Partei.
Und mit dem Nazi-Argument : Hier ist es tatsächlich so, dass dies weniger oft passiert. Aber wir sind hier eine kleine Community und überschaubar. Im großen Kontext passiert dies jedoch häufiger und dass ist ja das worauf ich hinaus will. Nur weil hier das weit weniger passiert, können wir nicht ignorieren was außerhalb dieses Forums passiert.
Die große Masse der Menschen in Deutschland bekommt genau das mit dem afD-Paradox eben nicht mit, sondern wird mit Narrativen gefüttert : Die afD ist rechts und böse. Anhand der letzte Wahl kann ich aber sehen, dass diese Taktik nicht funktioniert hat. Wird es dann nicht Zeit, die Taktik zu ändern? Oder wollen wir damit solange weitermachen, bis die in einem Bundesland die Regierungsverantwortung haben?
Und wenn wir rechte Gewalt eindämmen wollen, wird eine Maßnahme nicht ausreichen. Wäre ein ziemlich langer Post, das alles detailliert auszuführen. Aber das ist keine Aufgabe von Verboten oder Beschallung mit Propaganda, das wirkt eher weniger. Tatsächlich fällt es mir persönlich leichter, Mittel und Wege gegen rechte Gewalt und Rechte zu finden als gegen ihren Gegenpart. Trotzdem zeigen die Zahlen ja, dass die rechten Straftaten höher sind, obwohl sie (meiner Meinung nach) leichter zu bekämpfen wären.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.Juli 2024, 12:22:52
Die stark gestiegenen Anzahl an Angriffen auf Politiker der Grünen könnte halt auch mit der AfD zusammenhängen. Für die sind die ja das Feindbild schlechthin. Der Hass gegen die Grünen und deren Politik wird auf gezielt von Spitzenpolitikern der AfD geschürt. Alice Weidel bezeichnet sie als „Kriegstreiber“ und die Politik als „unseriös“, sie würden mutwillig die deutsche Industrie zerstören. Die Rolle der CDU mit Merz und der CSU mit Söder muss hier allerdings auch erwähnt werden, da die ihren Teil beitragen. Solches Framing und der erzeugte Hass gegen Grüne führt dann eben dazu, dass von grundsätzlich zu kriminellen Handlungen fähigen Personen dann auch durch diese Hetze angestachelte Straftaten begangen werden.

Da hast du zweifelsohne Recht, aber es kommt ja auch dazu, dass scheinbar generell Regierungsparteien da stärker betroffen sind und von der Ampel besonders die Grünen im Rampenlicht stehen. Dazu passt auch, dass die afD sehr oft genauso Opfer wird. Also 2 polarisierende Parteien, während CDU/CSU und FDP scheinbar eher unter dem Radar fliegen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 16.Juli 2024, 12:39:03
Wenn es denn um Inhalte gehen soll, dann gilt doch erst Recht das Gebot, dass die AfD für den Verfall der politischen Kultur verantwortlich ist. Dort wird Humanismus völlig gestrichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Juli 2024, 13:07:18
@ DragonFox : Du sollst sogar sagen, dass die afD blöd ist. Aber auch, dass die Grünen manchmal ziemlichen Unsinn verzapfen. Nur darum geht es. Aber sag doch nicht nur, dass die afD blöd ist. Sag doch besser :"Ihr Arbeiter wählt afD? Habt ihr Maximilian Krah bei Thilo Jung gesehen? Seine Wirtschaftspolitik ist so neoliberal, die dürfte euch nicht gefallen." Die Aussage :"Die afD ist böse und rechtsextrem und jeder der sie wählt ist Nazi." verfängt ja nicht mehr. Ich habe manchmal sogar den Eindruck, dass einigen das mittlerweile ziemlich egal ist, weil der Begriff Nazi so inflationär genutzt wurde, dass viele dagegen abgestumpft sind.

Die Grünen verzapfen manchmal ziemlichen Unsinn.

Ich habe mich hier schon oft gegen die Grünen, die SPD, die CDU und die FDP ausgesprochen, wenn ich es für sinnvoll hielt. Aber wenn ich mich gegen Rechtextremismus positioniere, dann nunmal nicht.  Da war mir der Antifa oder Autonome Block Vergleich doch irgendwie naheliegender.
Mir kommt das ein bisschen vor wie im Fernsehen, wenn ein Moderator ausversehen Mercedes sagt und dann schnell noch hinterherschiebt, dass es natürlich auch Audi, VW und BMW gäbe, damit ihm keine Werbung unterstellt werden kann.
Was ist den das für ein maximaler Whataboutims, wenn ich mich gegen Rechtsextremsimus ausspreche und jetzt wird mir nahegelegt, dass ich für eine gute Diskussion dafür auch mal was gegen die Grünen sagen sollte? Warum eigentlich die Grünen? Sind die der Gegenpol zur AFD?

Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass ich noch nie alle Wähler der AFD als Nazis bezeichnet habe. Ich würde nicht mal sagen, dass alle AFD Mitglieder oder Funktionäre Nazis sind. Ingesamt bin ich mir ziemlich unsicher mit dem Begriff und versuche ihn vorsichtig zu verwenden. Mir scheint, als würdest du häufiger anmerken, dass immer alle AFD Wähler als Nazis benannt werden, als es hier in den Diskussionen tatsächlich passiert.

Das die Politik der AFD nicht dennen zu Gute kommt, die sie wählen, wurde hier im Forum schon mehrmals angesprochen. Zum Beispiel unter dem Begriff AFD Paradox. Ich habe dazu, wenn ich mich recht erinner, auch einmal Quellen geteilt. Zum Beispiel von der DIW Berlin.
Sorry, wir kamen am heutigen Tage noch nicht zu den differenziert ausformulierten Argumenten warum die AFD doof ist oder nicht, weil sofort jemand nach Links kreischte und jemand anders meinte, dass man zu viele Menschen als Nazi bezeichnen würde.


Dann habe ich mich unklar ausgedrückt. Du sollst nicht sagen, die afD ist blöd und direkt hinterher, dass die Linken und Grünen auch doof sind. Es geht darum, auch die eigene Seite zu hinterfragen und nicht ideologisiert zu denken. Ich mache es einmal an einem Beispiel deutlich. Ich bin dafür regenerative Energien zu stärken, halte jedoch andere Wege dies zu erreichen für sinnvoller und kostengünstiger, dazu denke ich dass es nur 2 Geschlechter gibt (biologisch). Große Teile der "Lifestyle-Linken" würden mir jetzt vorwerfen, rechts-konservativer, weißer CiS-Mann zu sein und Klimasünder. Ich habe Migrationshintergrund, bin für eine Energiewende, allerdings auf andere Weise, also wohl irgendwo mit im Boot. Was jetzt aber passiert ist, dass man von einer Seite so angefeindet wird, dass man auf der anderen Seite die afD sieht, die einen nicht anschreit oder betitelt. Wem wird man wohl eher zugetan sein, das darfst du gerne entscheiden. Und nein, ich habe nicht afD gewählt, sondern eine linke Partei.
Und mit dem Nazi-Argument : Hier ist es tatsächlich so, dass dies weniger oft passiert. Aber wir sind hier eine kleine Community und überschaubar. Im großen Kontext passiert dies jedoch häufiger und dass ist ja das worauf ich hinaus will. Nur weil hier das weit weniger passiert, können wir nicht ignorieren was außerhalb dieses Forums passiert.
Die große Masse der Menschen in Deutschland bekommt genau das mit dem afD-Paradox eben nicht mit, sondern wird mit Narrativen gefüttert : Die afD ist rechts und böse. Anhand der letzte Wahl kann ich aber sehen, dass diese Taktik nicht funktioniert hat. Wird es dann nicht Zeit, die Taktik zu ändern? Oder wollen wir damit solange weitermachen, bis die in einem Bundesland die Regierungsverantwortung haben?
Und wenn wir rechte Gewalt eindämmen wollen, wird eine Maßnahme nicht ausreichen. Wäre ein ziemlich langer Post, das alles detailliert auszuführen. Aber das ist keine Aufgabe von Verboten oder Beschallung mit Propaganda, das wirkt eher weniger. Tatsächlich fällt es mir persönlich leichter, Mittel und Wege gegen rechte Gewalt und Rechte zu finden als gegen ihren Gegenpart. Trotzdem zeigen die Zahlen ja, dass die rechten Straftaten höher sind, obwohl sie (meiner Meinung nach) leichter zu bekämpfen wären.


Politik ist komplexer als beim Autokauf die Farbe auszuwählen. Ich habe aber gerade nicht politische Ideen oder Ähnliches diskutiert. Ich wollte mich generell gegen eine Partei aussprechen die rechtsextreme Tendenzen und Neigungen zeigt, als ein rechtsextremer Beobachtungsfall oder gesichter rechtsextrem eingestuft ist und meiner Meinung nach das politische Klima vergiftet. Über AFD Wähler habe ich kein Wort verloren. Das war eine systematische und keine persönliche Kritik.
Die politische Diskussion mit einer vielzahl von Argumenten gegen die AFD wurde hier in den letzten Jahren schon so oft geführt.... Nur weil das nicht jedesmal passiert, heißt das nicht, dass man unfähig ist oder es nicht wieder passieren kann. Es gab gerade einfach keinen Anlass dazu.

Das es gesellschaftlich so ist mag sein. Ich lehne es ab alle über einen Kamm zu scheren oder einen Menschen in seinen Gedanken zu sehr zu vereinfachen. Aber macht das die Kritik an einer Partei, wie ich sie oben beschrieben habe, weniger wichtig? Ich verstehe was du meinst. Aber du sagst es so, als dürfe man nicht kritisieren und zum Ausdruck bringen, dass man es nicht gut findet. Oder, dass man Kritik auch immer relativeren müsste. Ich darf nicht sagen, dass ich eine rechtextremitische Partei im Bundestag doof fände, ohne auch direkt anzumerken, dass aber auch linksextremismus gefährlich ist. Ist das so? Das Gleichgewicht scheint hier manchen sehr wichtig zu sein.


Inhaltlich ist das Thema für mich etwas ausdiskutiert. Ich habe jetzt einige Jahre Erfahrung im Diskutieren mit AFD Wählern, denen ich auch nicht mit Schaum vor dem Mund vorgeworfen habe Nazis zu sein. Ich kenne ihre Argumente und die Meinungen wurden ausgetauscht. Ich würde mal vorsichtig beschreiben, dass in den Diskussionen eine nicht ganz ausgewogene Lage im Bereich der Fakten vorlag. Dort wird ja, zum Beispiel, die Sache mit dem Klima direkt geleugnet. Ein Problem das nicht da ist muss man auch nicht lösen. Da kommt man gar nicht so weit, dass man über ein Wie reden kann. Man spricht auch selten differnziert über die Aufgaben des öffentlich rechtlichen und wie man sinnvoll mit den Geldern umgehen könnte. Der öffentlich Rechtliche ist politisch gesteuert, eine Lügenpresse und muss weg. Das sind aus meiner Erfahrung heraus keine Einzelfälle. Man spricht dort über Fundamentales in Extremen, mit einer Menge Populismus konforntiert, was auf Dauer frustrierend ist.
Wenn ich mal was Neues aus der Ecke höre steige ich wieder ein. Ich kann niemandem verübeln, dass er auf persönlicher Ebene müde geworden ist und einfach nur noch ab und zu wie ein Reflex hinsteht und sagt, dass die AFD doof ist. Ich klammer meine Hoffnung an irgend eine Partei, die einen Weg findet die AFD zu stellen und dabei nicht auf Extremismus, Popolismus oder etwas Ähnliches zurück greift. Warten wir es ab.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 14:03:49
Das linke Lager ist eben nicht „genauso schlimm“.
Ja, wenn man links steht. Mit deutscher Statistik zu hantieren ist halt ein bisschen schwierig, weil ja ganz offiziell nur der "Kampf gegen Rechts" geführt wird. Ob das Hakenkreuz jetzt von einem Neonazi, einem Antifanten oder Islamisten geschmiert wurde, lässt sich nicht rausfinden, außer es wird mal jemand auf frischer Tat ertappt.

Sorry, ich finde alle Extremisten zum kotzen, egal ob rechts, links oder religiös oder sonstwie motiviert. Alle spalten die Gesellschaft, alle wollen möglichst viel Unruhe, weil sie sich davon einen Machtzuwachs versprechen, mit dem sie dann ihre Ideologie durchdrücken wollen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 14:05:22
Ich verwehre mich gegen den Vorwurf, ich sei auf einem Auge blind. Ich habe bereits zuvor geschrieben, dass die Hetze durchaus auch vom anderen Lager gespiegelt wird.
Das muss ich übersehen haben, dann bitte ich um Verzeihung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 14:11:40
Wenn man sagt, dass die Linke für den Linksextremismus das wäre, was die AFD für den Rechtsextremismus wäre, dann ist Rechtsextremismus gerade ziemlich en vouge.
BSW steht der AfD nur noch wenig nach...

Zitat
Es gab auch meines Wissens schon lange nicht mehr einen Spitzenpolitiker von Links, der linksextreme Parolen bei öffentlichen Reden zitiert und dafür verurteilt wird.
Ich erinnere mich an eine Veranstaltung der Linkspartei, wo ein Mitglied empfahl, alle Reichen zu erschießen, ich glaube es war Riexinger, der dann meinte, nein, wir setzen die lieber für nützliche Arbeit ein. Höhö.

Zitat
Das ist eine 17% Partei die rechtsextreme Meinungen vertritt, so ein Beispiel gibt es im linken Spektrum nicht.
Linkspartei und BSW sind für mich linksextrem genug. Die sind nur merkwürdigerweise salonfähig, da gibt es keine "Brandmauern", auch wenn die dahinterstehenden Ideologie kein bisschen besser ist als der Faschismus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 14:13:04
Keiner redet mehr über den ursprünglichen Sachverhalt, sondern im Endeffekt dann doch darüber, ob die anderen nicht doch irgendwann mal etwas vergleichbares getan haben.
Trump und den Reps wurde vorgeworfen, die Gesellschaft zu spalten, dass Biden und die Dems mit ihrer Politik die Gesellschaft nicht minder spalten, darf nicht angesprochen werden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 14:18:49
Wenn es denn um Inhalte gehen soll, dann gilt doch erst Recht das Gebot, dass die AfD für den Verfall der politischen Kultur verantwortlich ist.
Ich sehe die Verantwortung bei den anderen Parteien, die haben mit der Kampagne gegen die AfD schon angefangen, als die unter Lucke noch lange nicht so rechtsextrem war wie jetzt. Dass so etwas und die Beschimpfung der AfD-Wähler zu einer Radikalisierung beiträgt, sollte doch wohl klar sein.

Das gehört aber auch zum heutigen Politikbetrieb dazu; man will für nichts mehr verantwortlich sein oder gar die Verantwortung übernehmen, immer sind es die anderen Schuld.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Juli 2024, 14:39:00
Wenn man sagt, dass die Linke für den Linksextremismus das wäre, was die AFD für den Rechtsextremismus wäre, dann ist Rechtsextremismus gerade ziemlich en vouge.
BSW steht der AfD nur noch wenig nach...

Zitat
Es gab auch meines Wissens schon lange nicht mehr einen Spitzenpolitiker von Links, der linksextreme Parolen bei öffentlichen Reden zitiert und dafür verurteilt wird.
Ich erinnere mich an eine Veranstaltung der Linkspartei, wo ein Mitglied empfahl, alle Reichen zu erschießen, ich glaube es war Riexinger, der dann meinte, nein, wir setzen die lieber für nützliche Arbeit ein. Höhö.

Zitat
Das ist eine 17% Partei die rechtsextreme Meinungen vertritt, so ein Beispiel gibt es im linken Spektrum nicht.
Linkspartei und BSW sind für mich linksextrem genug. Die sind nur merkwürdigerweise salonfähig, da gibt es keine "Brandmauern", auch wenn die dahinterstehenden Ideologie kein bisschen besser ist als der Faschismus.

Ich kenne den BSW noch zu wenig, um das sagen zu können. Und das meine ich nicht, weil die mir sympatisch wären. Aber ich habe das Gefühl, dass die in den von mir konsumierten Medien noch nicht angekommen sind. Deswegen kann ich dazu nicht viel sagen.

Stimmt, Riexinger hat mal so einen Stuss gesagt. Aber er hat es als Fehler eingesehen, hat sich entschuldigt, klar dagegen gestellt und wurde gerühgt. Die AFD bejubelt und verteidigt es, wenn so etwas aus den eigenen Reihen kommt. Krah wurde jetzt für Europa ein paar Wochen aus der Schusslinie geholt. Zum Wahlkampauftakt am Samstag in Dresden war er aber in erster Reihe.

Im letzten Satz lag die Betonung auf 17%. Es wird immer auf beiden Seiten die Extreme geben. Beides ist bedenklich. Für mich wird es bedenklicher, wenn eine Seite mit einem großen Zuspruch in die Mitte ragt.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 15:11:16
Ich will die AfD gar nicht in Schutz nehmen, @DragonFox, mir ist das in Deutschland nur zu einseitig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Juli 2024, 15:43:36
Ich verstehe, dass du sie nicht in Schutz nehmen willst. Da haben wir uns auch noch nie missverstanden.

Würdest du sagen, dass der BWS, die Linken und der Linksextremismus in der aktuellen Lage am heutigen Tag die gleiche Gefahr für die Demokratie in Deutschland darstellt, wie die AFD und die Rechtsextreme?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 15:53:58
Man kann das mMn. nicht exakt beziffern, jeder, der sich gegen die FDGO stellt, ist eine Gefahr, egal aus welcher Richtung der kommt. Imho nehmen sich Rechts- und Linksextreme aber auch Islamisten und die Grauen Wölfe nichts, was ihre Gefährlichkeit für D angeht, vom Personenpotential sind die alle sehr ähnlich angesiedelt.
Momentan liegt die AfD in Umfragen vor den ganz linken Parteien, das macht sie in dem Sinne "gefährlicher", ich glaube aber nicht, dass die jemals an die Macht kommen werden, weil die keine 50% und mehr in Bundestag und Bundesrat erringen werden. Da macht mir eine immer stärker nach links abdriftende Politik ehrlich gesagt mehr Sorgen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Juli 2024, 16:18:53
Verstehe.

Und worin siehst du die Gefahr einer abdriftenden Politik? Also ich nehme an, dass du zum Beispiel die CDU, aber auch die Grünen meinst, die sich in den letzten Jahren in ihrem Profil verändert haben. Wohin könnte so ein Abdriften führen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 18:39:37
Wohin könnte so ein Abdriften führen?
In den Sozialismus, mit Kollektivismus und Planwirtschaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 16.Juli 2024, 19:21:39
Wohin könnte so ein Abdriften führen?
In den Sozialismus, mit Kollektivismus und Planwirtschaft.


Von den heutigen linken Parteien und deren Politik ist es dann doch ein deutlich weiterer Weg zu Sozialismus samt Planwirtschaft als von der AfD zur Vertreibung und Verfolgung von ihnen nicht passenden Personengruppen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 16.Juli 2024, 20:20:52

Das ist doch längst auch hier der Fall!
Der Mord an Lübcke, der Anschlag auf Matthias Ecke, um die jüngsten deutschen Fälle zu nennen.
Am bekanntesten davor war wohl die Messerattacke auf Wolfgang Schäuble, der daraufhin im Rollstuhl saß.

Ist zwar nicht das Wichtigste, aber:
Auf Schäuble wurde geschossen. Lafontaine war derjenige, den eine Frau (im weißen Kleid) auf der Bühne mit dem Messer töten und wollte und lebensgefährlich am Hals verletzte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 16.Juli 2024, 21:24:24
Sorry, hast du vollkommen Recht. Bin ich beim Namen falsch abgebogen. Danke für die Korrektur.
Und natürlich ist das wichtig!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Juli 2024, 23:03:48
Von den heutigen linken Parteien und deren Politik ist es dann doch ein deutlich weiterer Weg zu Sozialismus samt Planwirtschaft als von der AfD zur Vertreibung und Verfolgung von ihnen nicht passenden Personengruppen.
Ich sehe es genau anders herum.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 17.Juli 2024, 07:17:05
Von den heutigen linken Parteien und deren Politik ist es dann doch ein deutlich weiterer Weg zu Sozialismus samt Planwirtschaft als von der AfD zur Vertreibung und Verfolgung von ihnen nicht passenden Personengruppen.
Ich sehe es genau anders herum.


Und woran machst du es fest? Hast du Aussagen von relevanten Politikern relevanter linker Parteien, die auf deren Wunsch nach einem sozialistisch-planwirtschaftlichen Deutschland zweifelsfrei belegen? Politiker der AfD machen ihre zum Teil rechtsextremen Vorstellungen ja sehr gerne öffentlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Juli 2024, 07:55:50
Viele links eingestellte Politiker hätten den "system change" doch lieber gestern als heute... Ich weiß, das wird dir nicht reichen, das muss es aber auch nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.Juli 2024, 09:42:46
Um Rossi ein wenig zu unterstützen.
https://taz.de/Ulrike-Herrmann-ueber-Kapitalismus/!5882358/ (https://taz.de/Ulrike-Herrmann-ueber-Kapitalismus/!5882358/)
Demokratische, private Planwirtschaft und schrumpfen der Wirtschaftleistung auf die Hälfte... Alles wird rationiert und zugeteilt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Juli 2024, 10:17:01
Moderativer Hinweis @Signor Rossi: Unterlasse zukünftig solche Mehrfachpostings wie gestern (5 Postings innerhalb von 15 Minuten, ohne das Posting eines anderen Users dazwischen). Wir werten das als Spam.



Zur Diskussion: Jetzt sind wir also endgültig auf der anderen Seite des Hufeisens angekommen und reden über die Gefahren von Links, wobei Fragen danach bestenfalls diffus beantwortet werden.

Eine Sache würde mich dann aber doch brennend interessieren, Signor Rossi: Die größere Sorge bereitet dir eine "nach links abdriftende Politik", die "in den Sozialismus mit Kollektivismus und Planwirtschaft" führt. Die aktuell umfragestärkste Partei ist die Union, da sehe ich diese Gefahr 0,0. Danach folgen (abgesehen von der rechtsextremen AfD) die Regierungsparteien, von denen man zwei eher links einsortieren kann. Wenn also die Politik nach links abdriftet und auf den Weg in den Sozialismus ist, müsste man das doch an der aktuellen Regierungspolitik sehen. Der Einfluss der FDP als schwächste Partei in der Regierung ist ja nach deiner Aussage von vor einigen Monaten nicht groß. Insofern müssten doch SPD und die Grünen ihre sozialistischen Anliegen zumindest teilweise auf den Weg gebracht haben. Wo siehst du dieses Abdriften in der Politik der Ampelregierung? Ich kann es nämlich beim besten Willen nicht erkennen und halte weder Habeck, noch Scholz oder Linder oder irgendein anderes Kabinettsmitglied für Sozialisten. BSW (so man sie denn als "links" einstufen möchte, ich teile das nur bedingt - populistisch ist die Partei aber in jedem Fall) und die Linke stehen zusammen bei ~10-11%. Die Linke würde nach derzeitigem Stand die 5% nicht schaffen, da sitzt dann der Alterspräsident Gisy alleine mit seinem Direktmandat, weil er als unabhängiger Kandidat angetreten ist. Auch hier ist der Einfluss linker oder gar linksextremer Parteien stark begrenzt und ich sehe bei beiden nicht einmal ansatzweise den extremistischen Umfang, wie es bei der AfD der Fall ist (ich verweise an der Stelle nochmals auf den Verfassungsschutz). Und damit auch das nicht missverstanden wird: Natürlich gibt es Linksextreme, natürlich sind die gefährlich und stehen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung entgegen und natürlich ist jede Form von Extremismus abzulehnen. Wenn es um den Grad der politischen Organisierung geht, haben die Rechtsextremen aber mal sowas von weit die Nase vorn, da sehen die Linksextremen bestenfalls noch den aufgewirbelten Staub vor sich. Insofern ist dieser reflexartige Blick nach Links, wenn es um Rechtsextreme geht, überhaupt nicht hilfreich.

Und um das Ganze nochmal in einen historischen Kontext zu setzen: Der NSDAP - und ja, ich sehe den heutigen, politisch organisierten Rechtsextremismus in dieser Tradition - haben 33,1 Prozent gereicht, um die Weimarer Republik zu stürzen. Zu behaupten, die AfD sei nur bei 17% und deshalb nicht so gefährlich, ist schlicht geschichtsvergessen. Zur Veranschaulichung die Wahlergebnisse der NSDAP in Prozent: 1928: 2,6. 1930: 18,3. 1932a: 37,4. 1932b: 33,1 und schließlich die unfreie Wahl 1933 auf die wenige Wochen später das Ermächtigungsgesetz folgte: 43,9 Prozent. Wer behauptet, die AfD stelle mit ihren aktuellen 17% Umfragewert keine Gefahr dar, sollte mal in den historischen Rückspiegel schauen. Ich sage nicht, die AfD steht kurz vor der Machtergreifung. Die Situation ist, trotz einiger Parallelen, eine ganz andere als in den 1930er-Jahren. Und die Gesellschaft ist es auch. Die AfD ist aber ein relevanter Faktor in der Politik und sich darauf zu verlassen, dass die politischen Brandmauern im Ernstfall halten, ist bestenfalls naiv.

Ich finde die Diskussion hier und ihren Verlauf daher mindestens mal bemerkenswert.

Ich dachte, du arbeitest im Einzelhandel und nicht als Hufschmied...
In Tibet wird oft der Kreis als Symbol verwendet, so sehe ich das politisch auch. Gehe weit genug nach rechts oder links und du kommst auf der Gegenseite raus. Habe ich schon lange (über 20 Jahre) vor dem Aufkommen der Hufeisentheorie in den sozialen Medien gesagt (musste ich tatsächlich erst googlen was du damit meinst). Und Hufschmiede bekommen für den schweren Job den die machen ziemlich wenig Geld. Das ist körperlich ziemlich anstrengend, dem sollte man Respekt zollen, wer das noch macht.
Ich verstehe nicht ganz, ob du mir damit durch die Blume sagen willst, ich hätte durch meinen süffisanten Spruch dem Beruf des Hufschmieds Unrecht getan. Extreme sind insofern gleich, als dass sie beide gegen die Demokratie stehen. Ideologisch gibt es immer mal wieder Schnittmengen, sicher - ob zwischen Islamisten und Rechtsextremen oder Rechts- und Linksextremen ist da egal. Dennoch sehe ich da mehr trennende als verbindende Elemente. Was mich aber insbesondere nervt ist wie oben schon geschrieben der reflexartige Blick nach Links, sobald über Rechtsextremismus diskutiert wird. Der ist einfach zum jetzigen Zeitpunkt unverhältnismäßig, wird der Sache nicht gerecht und verhindert eine inhaltliche Auseinandersetzung. Was ich gut fand, war, dass ihr euch dann über Zahlen angenähert habt. Das ist sachlich und so objektiv wie es eben geht.

Um Rossi ein wenig zu unterstützen.
https://taz.de/Ulrike-Herrmann-ueber-Kapitalismus/!5882358/ (https://taz.de/Ulrike-Herrmann-ueber-Kapitalismus/!5882358/)
Demokratische, private Planwirtschaft und schrumpfen der Wirtschaftleistung auf die Hälfte... Alles wird rationiert und zugeteilt.
Frau Herrmann ist Redakteurin der deutlich kleinsten überregionalen Tageszeitung in Deutschland: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74862/umfrage/reichweite-ueberregionaler-tageszeitungen/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74862/umfrage/reichweite-ueberregionaler-tageszeitungen/). Dass solche Ansichten unter Linken verbreitet sind, ist nichts Neues, aber a) sagt das nichts darüber aus, wie weit sowas verbreitet ist (und schon gar nicht, in welchem Verhältnis das zu anderen demokratiegefährdenden Fantasien steht) und b) dürfte die politische Relevanz eines Interviews mit Frau Herrmann aus dem Jahr 2022 einigermaßen überschaubar sein. Inwiefern das also Signor Rossis Aussage stützt, das viele links eingestellte Politiker (auch das ist ja nicht definiert, was er damit meint) gerne den sofortigen "system change" hätten, müsstest du also schon nochmal erklären.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 17.Juli 2024, 11:02:29
Der Link ist doch der Beweis dafür, dass eben von keinem vollkommenen Abdriften Deutschlands in den Sozialismus ausgegangen werden kann. Sie ist schlicht keine relevante Politikerin einer relevanten Partei, die man als links einordnen könnte. Meine Frage nach Aussagen solcher Politiker wurde ja leider nicht beantwortet.
Da ist die Gefahr durch die AfD deutlich präsenter. Es ist leider davon auszugehen, dass sie stärkste Partei bei den Landtagswahlen in einigen ostdeutschen Bundesländern werden könnten. Mit einem Höcke vorne dran, der z.B. ein Problem damit hat, dass Hitler als das Ultimative Böse dargestellt wird und mehrmals Parolen und Ausdrücke der Nazis aus dem dritten Reich verwendet, weshalb er ja auch verurteilt wurde. Dazu kommen noch einige menschenverachtende Aussagen weiterer AfD-MdL und -MdB zur „Remigration“. Weidel möchte politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. Ein Bundessprecher der AfD will „die Antifa“ nach Buchenwald abschieben. Nur einige Beispiele. Sollte die AfD mal an die Macht kommen, wird es für sehr viele sehr ungemütlich. Da müssen dann auch bestens integrierte Flüchtlinge wieder zittern und es wäre töricht anzunehmen, dass gerade linke Oppositionelle nicht mit weiteren Stolpersteinen zu rechnen hätten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.Juli 2024, 11:25:46

Ich dachte, du arbeitest im Einzelhandel und nicht als Hufschmied...
In Tibet wird oft der Kreis als Symbol verwendet, so sehe ich das politisch auch. Gehe weit genug nach rechts oder links und du kommst auf der Gegenseite raus. Habe ich schon lange (über 20 Jahre) vor dem Aufkommen der Hufeisentheorie in den sozialen Medien gesagt (musste ich tatsächlich erst googlen was du damit meinst). Und Hufschmiede bekommen für den schweren Job den die machen ziemlich wenig Geld. Das ist körperlich ziemlich anstrengend, dem sollte man Respekt zollen, wer das noch macht.
Ich verstehe nicht ganz, ob du mir damit durch die Blume sagen willst, ich hätte durch meinen süffisanten Spruch dem Beruf des Hufschmieds Unrecht getan. Extreme sind insofern gleich, als dass sie beide gegen die Demokratie stehen. Ideologisch gibt es immer mal wieder Schnittmengen, sicher - ob zwischen Islamisten und Rechtsextremen oder Rechts- und Linksextremen ist da egal. Dennoch sehe ich da mehr trennende als verbindende Elemente. Was mich aber insbesondere nervt ist wie oben schon geschrieben der reflexartige Blick nach Links, sobald über Rechtsextremismus diskutiert wird. Der ist einfach zum jetzigen Zeitpunkt unverhältnismäßig, wird der Sache nicht gerecht und verhindert eine inhaltliche Auseinandersetzung. Was ich gut fand, war, dass ihr euch dann über Zahlen angenähert habt. Das ist sachlich und so objektiv wie es eben geht.
Ich habe dich nicht damit angesprochen sondern "man" verwendet um darauf hinzuweisen, dass dieser Beruf wenig Wertschätzung in der Gesellschaft erhält. Harte Arbeit und schlecht bezahlt und trotzdem gibt es noch weniger Leute die das Tag für Tag machen. Nenne es Helden des Alltags, aber diese Menschen halten eben auch das Land am Laufen und bekommen grundsätzlich wenig Dank dafür. Sollte man vielleicht mal öfter darüber nachdenken, diesen Leuten auch mal danke zu sagen. Fehlt in Deutschland aber größtenteils komplett, egal welches politische Lager man nimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Juli 2024, 11:34:20
So ist es, Rejs.

Eine Sache, die ich vergessen habe:
Wenn es denn um Inhalte gehen soll, dann gilt doch erst Recht das Gebot, dass die AfD für den Verfall der politischen Kultur verantwortlich ist.
Ich sehe die Verantwortung bei den anderen Parteien, die haben mit der Kampagne gegen die AfD schon angefangen, als die unter Lucke noch lange nicht so rechtsextrem war wie jetzt. Dass so etwas und die Beschimpfung der AfD-Wähler zu einer Radikalisierung beiträgt, sollte doch wohl klar sein.
Was meinst du mit "die Verantwortung" liegt bei den anderen Parteien? Die gesamte? Ein Teil? Wie groß ist der Anteil? Dass die etablierten Parteien durch teilweise bürgerferne Politik und einem Belächeln der Wählerschaft zu einem Erstarken der AfD beigetragen haben und sich dieser Verantwortung bislang nicht stellen, da gehe ich mit.

Dass "Kampagnen" (gerne mit Beispielen unterfüttern) gegen die AfD in deren Frühphase erst eine Radikalisierung ermöglicht haben, halte ich für eine ungeheuerliche Relativierung und für nichts weniger als eine Täter-Opfer-Umkehr. Lucke und seine (reichen) Mitstreiter haben sich von Anfang an, trotz aller Warnungen, nicht nach Rechts abgegrenzt und zugelassen, dass Rechtspopulisten und -extreme die Partei als Vehikel nutzten, um ihre menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Ideen und ihre Spreche in die Gesellschaft zu tragen. Lucke und Co. haben solche Leute sogar bewusst in Kauf genommen, weil die dadurch gewonnenen Stimmen der Anti-Euro-AfD erst ausreichend Bedeutung verliehen haben. Dann wurde er von der noch größeren Populistin Petry rausgedrängt, die das gleiche Spiel weitergespielt hat, ebenso wie "der nette Herr Meuthen", der am Ende rein gar nichts mehr zu melden hatte. Es hätte unzählige Möglichkeiten der Parteiführung gegeben, rechtsextreme Trittbrettfahrer daran zu hindern, sich in die Partei einzuschleichen und sie schrittweise zu übernehmen. Getan hat das niemand von den damaligen Führungspersönlichkeiten. Die AfD hat sich nicht radikalisiert, weil die etablierten Parteien sich gegen sie gestellt hat. Sie hat sich radikalisiert, weil Extreme ihre Chance gesehen haben, sich an die gesellschaftsfähigen Themen einer neuen konservativen Partei heranzuwanzen und niemand sie daran gehindert hat, weil die Parteiführung entweder zu blöd, zu blind oder zu naiv war, um etwas dagegen zu unternehmen. Diese Verantwortung verschieben zu wollen, macht mich einigermaßen fassungslos. Um es deutlich zu sagen: Solche Relativierungen haben in diesem Forum nichts zu suchen.

Ich habe dich nicht damit angesprochen sondern "man" verwendet um darauf hinzuweisen, dass dieser Beruf wenig Wertschätzung in der Gesellschaft erhält. Harte Arbeit und schlecht bezahlt und trotzdem gibt es noch weniger Leute die das Tag für Tag machen. Nenne es Helden des Alltags, aber diese Menschen halten eben auch das Land am Laufen und bekommen grundsätzlich wenig Dank dafür. Sollte man vielleicht mal öfter darüber nachdenken, diesen Leuten auch mal danke zu sagen. Fehlt in Deutschland aber größtenteils komplett, egal welches politische Lager man nimmt.
Wie gesagt: Mir war nicht klar, wie du das gemeint hast. Im Kontext der Diskussion hat es mich schlicht verwundert. Danke für die Erklärung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Juli 2024, 13:55:59
Zu behaupten, die AfD sei nur bei 17% und deshalb nicht so gefährlich, ist schlicht geschichtsvergessen.
Sowas macht mich echt wütend. Weil es meiner Meinung nach den Nationalsozialismus und seine abscheulichen Verbrechen ganz übel verharmlost. Und damit bin ich jetzt auch aus der Diskussion raus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 17.Juli 2024, 14:40:07
Zu behaupten, die AfD sei nur bei 17% und deshalb nicht so gefährlich, ist schlicht geschichtsvergessen.
Sowas macht mich echt wütend. Weil es meiner Meinung nach den Nationalsozialismus und seine abscheulichen Verbrechen ganz übel verharmlost. Und damit bin ich jetzt auch aus der Diskussion raus.


Sorry, aber so richtig an der Diskussion hattest du dich ja nicht beteiligt. Auf Fragen kaum geantwortet, aber neue Brocken hingeworfen. Ich weiß immer noch nicht, woran du die Gefahr ausmachst, dass Deutschland in einen sozialistischen Staat abdriftet.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Juli 2024, 14:44:52
Zu behaupten, die AfD sei nur bei 17% und deshalb nicht so gefährlich, ist schlicht geschichtsvergessen.
Sowas macht mich echt wütend. Weil es meiner Meinung nach den Nationalsozialismus und seine abscheulichen Verbrechen ganz übel verharmlost. Und damit bin ich jetzt auch aus der Diskussion raus.

Wenn du mit so einem Vorwurf um die Ecke kommst, solltest du ihn auch begründen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Juli 2024, 15:27:03
Wenn du mit so einem Vorwurf um die Ecke kommst, solltest du ihn auch begründen.
Du bist ernsthaft der Meinung die AfD ist so schlimm wie die NSDAP? Dann gebe ich die Vorwurf der Geschichtsvergessenheit aber mal sowas von zurück, außerdem steht die Begründung doch da. Gleichzeitig ist das auch ein sehr schönes Beispiel für Godwin's Law.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 17.Juli 2024, 16:01:14
Du bist ernsthaft der Meinung die AfD ist so schlimm wie die NSDAP?

Ich verstand das so, dass der Aufschwung der NSDAP vergleichbar mit dem der AfD war und in sofern (wie ich finde, absolut zurecht) auf die mögliche Gefahr hinwies, wenn man hier schalten und walten lässt, wie es so manch Anhäger oder Mitglied der AfD gerne hätte.

UPDATE:
Ich unterstelle DeDaim jetzt einfach, dass er die Greueltaten, die im späteren Verlauf nach der Machtergreifung der NSDAP vollzogen wurden, nicht gemeint waren, sondern lediglich der Weg dorthin.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 17.Juli 2024, 16:20:10
Wenn du mit so einem Vorwurf um die Ecke kommst, solltest du ihn auch begründen.
Du bist ernsthaft der Meinung die AfD ist so schlimm wie die NSDAP? Dann gebe ich die Vorwurf der Geschichtsvergessenheit aber mal sowas von zurück, außerdem steht die Begründung doch da. Gleichzeitig ist das auch ein sehr schönes Beispiel für Godwin's Law.

Genau, das habe ich auch so geschrieben. Kann jeder nachlesen. AfD = NSDAP. Im Grunde ist das die gleiche Partei und Höcker ist der Wiedergänger des Führers höchstselbst. Bitte alle Aufen gen Nürnberg richten!

Selten so einen Unsinn gelesen. Dass du selektiv zitierst, ist eine Sache. Dass du auch nur selektiv liest, war mir neu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 17.Juli 2024, 19:01:47
Die Parallele besteht halt auch darin, dass damals auch viele dachten "die kommen eh nicht an die Macht" und "Konservative" die entsprechenden Narrative noch befeuert haben.
Aber gut. Es gibt keine einzige Patei mit einer realistischen Chance bei der nächsten Wahl in den Bundestag einzuziehen, die die (soziale) Marktwirtschaft auch nur im Geringsten in frage stellen würde. Und es gibt eine in Umfragen bei 15-20% stehende Partei von Rechtsextremisten. Um da die wahre Gefahr links zu sehen, braucht es schon eine Menge Kreativität.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Juli 2024, 21:19:20
Alles wie gehabt hier 8) EOD.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.Juli 2024, 22:42:51
Die Parallele besteht halt auch darin, dass damals auch viele dachten "die kommen eh nicht an die Macht" und "Konservative" die entsprechenden Narrative noch befeuert haben.
Aber gut. Es gibt keine einzige Patei mit einer realistischen Chance bei der nächsten Wahl in den Bundestag einzuziehen, die die (soziale) Marktwirtschaft auch nur im Geringsten in frage stellen würde. Und es gibt eine in Umfragen bei 15-20% stehende Partei von Rechtsextremisten. Um da die wahre Gefahr links zu sehen, braucht es schon eine Menge Kreativität.


Also wer glaubt, dass die afD nicht an die Macht kommen kann, der hat wohl die letzten Umfragen und Wahlen komplett ignoriert. Die liegen in Sachsen bei knapp 31%, die ca. zwischen 29 und 30. Und das BSW ist mit 14,5% das Zünglein an der Waage, weil bei Grünen und spD nicht klar ist, ob sie ihre 6% halten oder nicht doch unter die 5% Hürde fallen. Im Worst Case haben wir also 3 Parteien dort vertreten. cdU, afD und BSW. Macht da mal eine Regierung draus. Da bleibt ja im Grunde nur noch cdU mit BSW. Wird sicherlich spannend.


@ Rossi :
Die Kampagnen von der du sprichst ist übrigens gegen jede Partei gefahren worden die neu dazu kam. Sei es am Anfang die Grünen, danach die Linken (die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wurden) und jetzt die afD. Die Etablierten werfen mit Dreck und versuchen die Parteien wieder loszuwerden, man will nämlich keine Konkurrenz haben. Und die sind cdU, spD und FDP gleich. Und mittlerweile auch Grüne und Linkspartei. Man will seine Pfründe sichern und nichts anderes. Aber wie man an den Grünen und der Linkspartei gesehen hat, wurden diese Parteien nachdem sie nicht mehr wegzubekommen waren, integriert und sind nun Teil des Systems und holen sich ihren Stück vom Kuchen. Wer hätte 1985 gedacht, dass die Grünen mal in der Bundesregierung stehen würden? Viele sicher nicht...


Zum Thema afD und Remigration : Wenn die afD es durchsetzen kann, dann wird sie maximal abgelehnte Asylbewerber und Kriminelle abschieben können. Migration rückgängig machen wird nicht möglich sein, denn dann fliegt hier alles wirtschaftlich auseinander. 2023 waren in Deutschland nur noch 59 Mio. Menschen ohne Migrationshintergrund. Das heißt man müsste 24 Mio. Menschen wieder aus Deutschland ausweisen. Da die Migranten im Durchschnitt jünger als die Deutschen ohne Migrationshintergrund sind, würde Deutschland schätzungsweise 30% seiner Arbeitskräfte und viele im Bereich harter körperlicher Arbeit verlieren. Die Wirtschaft jammert ja jetzt schon über Arbeitermangel. Wie sieht es denn aus, wenn die Migranten weg sind. Ich hoffe jeder hat genug Vorräte zu Hause, denn LKW fahren dann kaum noch und der Supermarkt bleibt leer. Schaut mal nach Großbritannien rüber, da gab es das schon in schwächerer Form...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 18.Juli 2024, 08:28:56
Ees geht aber bei Remigration nicht ausschließlich darum, hier Lebende zurückzuschicken (auch wenn das bei nicht wenigen Ortsvereinen der feuchte Traum sein dürfte). Es geht vor allem auch um das Signal an die globale Gemeinschaft! Welcher gut ausgebildete ITler, Wissenschaftler oder Manager wird denn dann noch nach Deutschland kommen wollen, angesichts derartiger Bestrebungen im Land?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 18.Juli 2024, 09:12:30
Die Parallele besteht halt auch darin, dass damals auch viele dachten "die kommen eh nicht an die Macht" und "Konservative" die entsprechenden Narrative noch befeuert haben.
Aber gut. Es gibt keine einzige Patei mit einer realistischen Chance bei der nächsten Wahl in den Bundestag einzuziehen, die die (soziale) Marktwirtschaft auch nur im Geringsten in frage stellen würde. Und es gibt eine in Umfragen bei 15-20% stehende Partei von Rechtsextremisten. Um da die wahre Gefahr links zu sehen, braucht es schon eine Menge Kreativität.


Also wer glaubt, dass die afD nicht an die Macht kommen kann, der hat wohl die letzten Umfragen und Wahlen komplett ignoriert. Die liegen in Sachsen bei knapp 31%, die ca. zwischen 29 und 30. Und das BSW ist mit 14,5% das Zünglein an der Waage, weil bei Grünen und spD nicht klar ist, ob sie ihre 6% halten oder nicht doch unter die 5% Hürde fallen. Im Worst Case haben wir also 3 Parteien dort vertreten. cdU, afD und BSW. Macht da mal eine Regierung draus. Da bleibt ja im Grunde nur noch cdU mit BSW. Wird sicherlich spannend.
Sehr richtig. Ein ähnliches Szenario von einem ehemaligen Prof. von mir hatte ich hier schon vor Monaten zitiert. Und es hört ja nicht damit auf: Nehmen wir mal an, die AfD wird in Thüringen und Sachsen stärkste Kraft, danach folgen CDU, BSW, Linke und die SPD. Eine Regierung unter der CDU ist aufgrund des Brandmauerbeschlusses nicht möglich, da dieser auch eine Koalition mit den Linken ausschließt. Dann gibt es Stimmen aus der CDU Thüringen, die einen MP Höcke taktisch in Erwägung ziehen ("Zähmung durch Regierungsverantwortung" - haha), Zersetzungsprozesse beginnen, das Einschalten der Bundes-CDU verschärft das Ganze, eine Regierungsbildung in Thüringen ist nicht möglich. Ähnliches in Sachsen, TNDO hat's beschrieben, wie das im worst case laufen kann und in Brandenburg sieht es auch nicht besser aus. Heißt, es könnte im Herbst drei Bundesländer geben, in denen eine Regierungsbildung gegen die AfD (und BSW?) unmöglich ist. Lassen wir das Ganze weiter laufen: Die CDU-Verbände Thüringen und Sachsen zerbrechen über der Frage des Umgangs mit AfD und BSW. Der Bundeskanzler stellt die Vertrauensfrage und verliert, es gibt vorgezogene Neuwahlen. In der Folge könnte es passieren, dass sich die Union in einem Richtungsstreit über den Umgang mit AfD und BSW selbst zermürbt: Die CSU droht bei einer Regierungsbildung mit dem BSW, die Fraktionsgemeinschaft aufzulösen.

Natürlich ist es relativ unwahrscheinlich, dass all das passiert, aber eine Teilmenge davon halte ich durchaus für wahrscheinlich und das zeigt einfach das Gefährdungspotenzial, dass die AfD schon jetzt hat. Und das ist eben ein grundsätzlich anderes, als die linksextremen Elemente in anderen Parteien.

@ Rossi :
Die Kampagnen von der du sprichst ist übrigens gegen jede Partei gefahren worden die neu dazu kam. Sei es am Anfang die Grünen, danach die Linken (die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wurden) und jetzt die afD. Die Etablierten werfen mit Dreck und versuchen die Parteien wieder loszuwerden, man will nämlich keine Konkurrenz haben. Und die sind cdU, spD und FDP gleich. Und mittlerweile auch Grüne und Linkspartei. Man will seine Pfründe sichern und nichts anderes. Aber wie man an den Grünen und der Linkspartei gesehen hat, wurden diese Parteien nachdem sie nicht mehr wegzubekommen waren, integriert und sind nun Teil des Systems und holen sich ihren Stück vom Kuchen. Wer hätte 1985 gedacht, dass die Grünen mal in der Bundesregierung stehen würden? Viele sicher nicht...
Die Kampagnen werden gegen die Grünen auch heute noch gefahren. Das fängt damit an, dass sie von der Union - warum auch immer - als Hauptgegner deklariert werden. Was inhaltlich völliger Quatsch ist, wenn man die Kooperationen auf Länderebene betrachtet. Man kann sich aber auch einfach mal den Wahlkampf vor der letzten Bundestagswahl anschauen. Da gab es gezielte Plakatierungen gegen die Grünen, in denen vor der Klimadiktatur und ähnlichem Schwachsinn gewarnt wurde. Aus Baerbocks Fehlern wurden monströse Skandale aufgebauscht, während man bei Scholz' Cum-Ex-Verstrickungen nur müde mit den Schultern gezuckt hat. Mal schauen, welcher "Skandal" sich bei Habeck finden wird, so er denn als Spitzenkandidat antritt.

Zum Thema afD und Remigration : Wenn die afD es durchsetzen kann, dann wird sie maximal abgelehnte Asylbewerber und Kriminelle abschieben können. Migration rückgängig machen wird nicht möglich sein, denn dann fliegt hier alles wirtschaftlich auseinander. 2023 waren in Deutschland nur noch 59 Mio. Menschen ohne Migrationshintergrund. Das heißt man müsste 24 Mio. Menschen wieder aus Deutschland ausweisen. Da die Migranten im Durchschnitt jünger als die Deutschen ohne Migrationshintergrund sind, würde Deutschland schätzungsweise 30% seiner Arbeitskräfte und viele im Bereich harter körperlicher Arbeit verlieren. Die Wirtschaft jammert ja jetzt schon über Arbeitermangel. Wie sieht es denn aus, wenn die Migranten weg sind. Ich hoffe jeder hat genug Vorräte zu Hause, denn LKW fahren dann kaum noch und der Supermarkt bleibt leer. Schaut mal nach Großbritannien rüber, da gab es das schon in schwächerer Form...
Ideologie und Rationalität stehen sich ja oft genug gegenüber. Beim Brexit wurde auch zuhauf vor den wirtschaftlichen Folgen gewarnt und die ideologischen Hardliner haben es trotzdem durchgedrückt. Mit bekanntem Ergebnis. Klar, das ist eine ganz andere Ebene als die Deportationsfantasien von Rechtsextremen, es zeigt aber, dass Ideologien nicht gegen rationale Argumente abgewogen werden. Und diese Fantasien sind nunmal in der Welt und in der AfD keine Einzelfälle. Auf das Potsdamer Treffen kamen ja sogar Reaktion wie: "Das sind keine Fantasien, das ist eine Ankündigung." (ich meine, es war der brandenburger Fraktionsvorsitzende). Natürlich wird es angesichts der schieren Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund für die AfD unmöglich sein, sowas umzusetzen. Dass es aber maximal ungemütlich wird und viele Arbeitskräfte freiwillig ins Ausland gehen werden, ist hingegen nicht utopisch und auch dieser wirtschaftliche Schaden wäre immens. Dazu kommt der Aspekt, den Henningway genannt hat: Fachkräfte aus dem Ausland werden den Teufel tun, nach Deutschland zu kommen. Mal abgesehen von der Wirtschaftspolitik der AfD, die den ganzen Karren ohnehin vor die Wand fahren würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 18.Juli 2024, 09:24:04
Habe mich vor Jahren aus der Diskussion hier ausgeklingt. Bewusst. Nachdem ich hier wieder jetzt lese. fühle ich mich bestätigt. :-D
Es geht immer noch um dieselben Themen.  ??? :o

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 18.Juli 2024, 10:14:19
Deutschland ist für Fachkräfte eh eines der unbeliebtesten Länder der Welt. Ein paar Punkte die dazu beitragen sind unter anderem die Steuern, die Bürokratie und der Wohnungsmarkt. Willkommenskultur nützt halt wenig, wenn neu hinzugewanderte keine Wohnung finden, weil wir meinen mit Bürokratie und Regelungen die Neubaupreise für Wohnungen so hoch zu treiben, dass kaum noch gebaut wird. Steuern versucht man jetzt mit Plänen für gesenkte Lohnsteuersätze für einwandernde Fachkräfte zu lösen und gleichzeitig "reformiert" man die Pendlerpauschale und wird trotzdem den Durchschnittsbürger nicht entlasten. Ich würde wetten, dass beides zur gleichen Zeit in Angriff genommen wird dürfte vor allem der afD nutzen. Den wie erkläre ich den Leuten, dass Fachkräfte aus dem Ausland weniger Steuern zahlen als Deutsche (oder auch Migranten die schon länger hier sind) bei gleichem Einkommen.
Frag einfach in Sachen Bürokratie mal, wie schwer ist es als Fachkraft nach Deutschland zu kommen, wenn man hier arbeiten will. Da hört man den Amtsschimmel wiehern und viele Länder (z.B. Großbritannien) bekommen das viel besser hin. Aber Bürokratie ist nunmal ein Steckenpferd für viele Deutsche.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 19.Juli 2024, 12:02:31
Habe mich vor Jahren aus der Diskussion hier ausgeklingt. Bewusst. Nachdem ich hier wieder jetzt lese. fühle ich mich bestätigt. :-D
Es geht immer noch um dieselben Themen.  ??? :o

Und ist das nun ein Qualitätsmerkmal oder nicht?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: BlueSnakeRD am 19.Juli 2024, 17:10:15
Habe mich vor Jahren aus der Diskussion hier ausgeklingt. Bewusst. Nachdem ich hier wieder jetzt lese. fühle ich mich bestätigt. :-D
Es geht immer noch um dieselben Themen.  ??? :o

Und ist das nun ein Qualitätsmerkmal oder nicht?

Hat mich einfach zum Schmunzeln gebracht. Mir ist schon klar, dass es relevante Themen sind. Solange Jedem klar ist, dass man sich nicht reinsteigert, ist alles suppi.

.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 21.Juli 2024, 00:06:18
Ich würde gerne auf viele Sachen antworten, mir fehlt da leider die Zeit. :blank: aber schön zu sehen, dass hier noch noch diskutiert wird.

Der Staat kann beim Klimaschutz tun, was er will? Warum hängt denn Deutschland nochmal hinterher? Waren das nicht extremste bürokratische Hürden für die Errichtung von Solarparks, Windenergie usw. Im übrigen finde ich, dass die Zitate die Aussagen ja durchaus stärken und ihre Berechtigung haben. Ja klar, irgendwo ist es halt Rechthaberei, wenn man mit Quellen und Zitaten seinen Standpunkt untermauert, aber das ist dann eben eine fundierte Diskussion.
Zu Recht wie ich finde, da ging es ja um Hürden die aufgrund von Naturschutz und Rechten von Bürgern vor Ort aufgestellt wurden, die jetzt leider immer mehr überschritten werden. Statt beispielsweise den Abstand der Höhe der Windräder anzupassen fallen entsprechende Regelungen womöglich ganz weg.

Teile der Grüne und der Linken sind doch das genaue Gegenteil auf der anderen Seite. Wie oft sofort alles reflexhaft in die Nazi-Ecke gestellt wird, das schreckt viele in der Mitte ab bzw. treibt sie eher nach rechts. Wie ich schon geschrieben habe, beide Seiten befeuern sich gegenseitig. Zum aufeinander zugehen gehören zwei Seiten. Ich habe genau deswegen auch Hofreiter und El Hotzo genannt. Es zeigt nämlich dass Links wie Rechts die gleichen autoritären Tendenzen und Instinkte vorhanden sind. Übrigens wurde hier der Anschlag von Mannheim bei GameCrasher bewusst oder unbewusst nicht genannt obwohl er zeitlich der nächste war. Zufall oder Absicht will ich hier nicht beurteilen. Und wie bei Trump hat das Ziel überlebt und jemand anderes musste mit seinem Leben bezahlen (in Amerika ein Zuschauer und 2 schwerverletzt, in Mannheim ein Polizist). Amerika ist uns oft einfach nur ein paar Jahre in der Entwicklung voraus und ich befürchte, dass wir hier in die gleiche Richtung marschieren. Und dann ist es egal, welche Seite gewinnt, es wird blutig werden und die Demokratie stirbt.
Der Anschlag von Mannheim hatte aber keine Parteipolitische Verbindung,auch wenn Michael Stürzenberger sich wohl auch politisch engagiert, höchstwahrscheinlich war das eher ein Terroranschlag aus der islamistischen Ecke.

Nebenbei ist der Anschlag ein gutes Beispiel für mögliche falsche Wahrnehmung durch Social Media, der Angriff wurde ja gefilmt und ging dann ziemlich schnell auf twitter rum, dabei wurde dem Polizisten von vielen Fehlverhalten vorgeworfen, weil der angeblich den falschen festgehalten hat.Später tauchte dann auch ein zweites Video aus einem anderen Winkel auf,dass den Sachverhalt ganz anders dargestellt hat.Sehr tragisch weil der Messerangriff in der Situation vermeidbar gewesen wäre wenn nur ein paar Sachen anders gelaufen wären. Ein Passant, der nebebei  aus dem Irak stammt, hatte sich da auf den Islamisten geworfen und wurde wohl von einem Security auch für einen Angreifer gehalten und geschlagen, durch das Hangemenge kam der andere dann wieder frei.

Das linke Lager ist eben nicht „genauso schlimm“. Jede politisch motivierte Gewalttat ist grundsätzlich zu verurteilen. Dennoch zeigen die Zahlen deutlich, woher der Wind weht. 2024 wurden in Deutdchland 28.945 Straftaten mit rechtsextremistischen Hintergrund und 7.777 Straftaten mit linksextremistischen Hintergrund registriert.
Sind in der Statistik auch wieder viele antisemitische Vorfälle als Rechts eingerechnet worden oder wurde das in der Zwischenzeit korrigiert?

Wenn es da nur um Gewalt geht die möglicherweise durch Parteien angestachelt wird könnte man sich ja theoretisch mit allen Parteispitzen zusammensetzen und eine Erklärung veröffentlichen, dass man zwar politisch streitet aber die Gegenseite nicht wirklich "bekämpfen" will, dazu müsste die AfD aber dieses "wir gegen die "Altparteien"" fallen lassen und der Rest das Bild der undemokratischen AfD. Da beide jeweils davon profitieren und Wähler ziehen wird das nicht passieren, da ist es schon ähnlich wie in den USA, wobei ich glaube das Trump wirklich eine Gefahr für die Demokratie sein könnte, mal abwarten.  :P

Dass "Kampagnen" (gerne mit Beispielen unterfüttern) gegen die AfD in deren Frühphase erst eine Radikalisierung ermöglicht haben, halte ich für eine ungeheuerliche Relativierung und für nichts weniger als eine Täter-Opfer-Umkehr. Lucke und seine (reichen) Mitstreiter haben sich von Anfang an, trotz aller Warnungen, nicht nach Rechts abgegrenzt und zugelassen, dass Rechtspopulisten und -extreme die Partei als Vehikel nutzten, um ihre menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Ideen und ihre Spreche in die Gesellschaft zu tragen. Lucke und Co. haben solche Leute sogar bewusst in Kauf genommen, weil die dadurch gewonnenen Stimmen der Anti-Euro-AfD erst ausreichend Bedeutung verliehen haben. Dann wurde er von der noch größeren Populistin Petry rausgedrängt, die das gleiche Spiel weitergespielt hat, ebenso wie "der nette Herr Meuthen"
Über die AfD gab es doch schon ganz am Anfang eine reißerische Berichterstattung,durch die die Partei mMn nie so groß geworden wäre,medial wurde sich da auf extreme und radikale überspitzungen konzentriert statt auf politische Themen einzugehen, Lucke hat später selbst versucht den rechten Flügel zu stoppen und ist ausgetreten,als seine Bemühungen keinen Erfolg hatten. Geändert hatsich an der Berichterstattung aus den Anfangstagen mMn wenig obwohl die Partei heute deutlich radikaler steht und die Berichte oft auch gerechtfertigt sind, meinst du das hat bei der Entwicklung der Partei gar keine Rolle gespielt? Hätten Lucke und die gemäßigten nicht eher die Chance gehabt sich in der Partei durchzusetzen, wenn es auch mal neutrale Berichte gegeben hätte?
https://de.wikipedia.org/wiki/Weckruf_2015
Frauke Petry ist ja auch später im Streit ausgetreten und wirkt neben der heutigen AfD gemäßigt. Beide habendanach auch andere Parteien gegründet die gar keine mediale Aufmerksamkeit bekommen haben, wahrscheinlich weil nicht radikal(genug) und keine Berichterstattung wert.

Die Kampagnen werden gegen die Grünen auch heute noch gefahren. Das fängt damit an, dass sie von der Union - warum auch immer - als Hauptgegner deklariert werden. Was inhaltlich völliger Quatsch ist, wenn man die Kooperationen auf Länderebene betrachtet. Man kann sich aber auch einfach mal den Wahlkampf vor der letzten Bundestagswahl anschauen. Da gab es gezielte Plakatierungen gegen die Grünen, in denen vor der Klimadiktatur und ähnlichem Schwachsinn gewarnt wurde. Aus Baerbocks Fehlern wurden monströse Skandale aufgebauscht, während man bei Scholz' Cum-Ex-Verstrickungen nur müde mit den Schultern gezuckt hat. Mal schauen, welcher "Skandal" sich bei Habeck finden wird, so er denn als Spitzenkandidat antritt.
Das wird daran liegen,dass viele potenzielle Wähler nichts mit den Grünen anfangen können und für die das Gegenteil der Politik verkörpern die sie gerne hätten. Landes oder Regionalpolitik kann man schwer mit Bundespolitik vergleichen.In der Landespolitik ist es ja teilweise noch lustig, wenn z.B die Grünen hier das Wort Straßenbau aus dem Behördennamen entfernen wollen weil die keine Autos mögen.  :P https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/teure-streichung-des-worts-strassenbau-im-behoerdennamen-18671187.html
Im Bund merkt man den Einfluss sehr viel stärker wenn die Partei dann die Außenministerin und den Wirschaftsminister stellt und viele Ideen auch nicht wie sonst oft durch einen stärkeren Partner eingefangen werden.

Weil ich oben ja die Berichterstattung zur AfD angesprochen habe, denkt ihr,dass es bestimmte Themen gibt bei denen sich ein Großteil der Medien unabgesprochen darauf einigt auf einer Linie zu berichten, weil gegenteilige Nachrichten unpopulär sind? Mir ist das zuletzt bei der Berichterstattung über Joe Biden aufgefallen, ich habe schon seit längerer Zeit den Eindruckt, dass er Massiv abbaut und senil wirkt und mich gewundert,dass die Demokraten ihn nicht schon vor den Vorwahlen zum Rückzug drängen. In vielen Medien hier hatte ich aber das Gefühl, das Kritik an seinem Zustand nicht zugelassen oder schlicht ignoriert wurde wie es um ihn steht.
Bis sich dann neulich das Blatt gewendet hat und jetzt so ziemlich alle auf ihn draufhauen und sich fragen wann er den nun zurücktritt.  :D
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/usa-biden-152.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 21.Juli 2024, 23:37:53
Unglaublich, dass Biden tatsächlich zurückzieht. Ich habe das nicht mehr erwartet. Leider kommt dieser Entschluss - wie freiwillig der auch immer war - wohl zu spät.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 22.Juli 2024, 07:41:36
Dass "Kampagnen" (gerne mit Beispielen unterfüttern) gegen die AfD in deren Frühphase erst eine Radikalisierung ermöglicht haben, halte ich für eine ungeheuerliche Relativierung und für nichts weniger als eine Täter-Opfer-Umkehr. Lucke und seine (reichen) Mitstreiter haben sich von Anfang an, trotz aller Warnungen, nicht nach Rechts abgegrenzt und zugelassen, dass Rechtspopulisten und -extreme die Partei als Vehikel nutzten, um ihre menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Ideen und ihre Spreche in die Gesellschaft zu tragen. Lucke und Co. haben solche Leute sogar bewusst in Kauf genommen, weil die dadurch gewonnenen Stimmen der Anti-Euro-AfD erst ausreichend Bedeutung verliehen haben. Dann wurde er von der noch größeren Populistin Petry rausgedrängt, die das gleiche Spiel weitergespielt hat, ebenso wie "der nette Herr Meuthen"
Über die AfD gab es doch schon ganz am Anfang eine reißerische Berichterstattung,durch die die Partei mMn nie so groß geworden wäre,medial wurde sich da auf extreme und radikale überspitzungen konzentriert statt auf politische Themen einzugehen, Lucke hat später selbst versucht den rechten Flügel zu stoppen und ist ausgetreten,als seine Bemühungen keinen Erfolg hatten. Geändert hatsich an der Berichterstattung aus den Anfangstagen mMn wenig obwohl die Partei heute deutlich radikaler steht und die Berichte oft auch gerechtfertigt sind, meinst du das hat bei der Entwicklung der Partei gar keine Rolle gespielt? Hätten Lucke und die gemäßigten nicht eher die Chance gehabt sich in der Partei durchzusetzen, wenn es auch mal neutrale Berichte gegeben hätte?
https://de.wikipedia.org/wiki/Weckruf_2015
Frauke Petry ist ja auch später im Streit ausgetreten und wirkt neben der heutigen AfD gemäßigt. Beide habendanach auch andere Parteien gegründet die gar keine mediale Aufmerksamkeit bekommen haben, wahrscheinlich weil nicht radikal(genug) und keine Berichterstattung wert.
Hast Recht, dass sich die liberalen Kräfte in der Partei nicht gewehrt hätten, stimmt nicht, ich hatte das anders im Kopf und habe es nochmal nachgelesen. Gleichwohl hat man den Zulauf aus extremen Kreisen gerne genutzt, um die Partei zu stärken und hing lange dem Irrglauben an, man könne das schon unter Kontrolle halten. Dabei hätte man schon bei der Öffnung von Teilen der Partei Richtung Pegida die Alarmglocken schrillen hören müssen. Insofern bleibe ich schon bei meine ursprünglichen Aussage (s. o.) und ergänze sie insofern, dass Lucke und Co. zu spät reagiert haben und dann nichts mehr ausrichten konnten. Ob die AfD ohne die entsprechende mediale Berichterstattung so groß geworden wäre, ist spekulativ, die Annahme kann ich aber nachvollziehen. Das ändert aber nichts daran, dass die AfD sich nicht wegen Kampagnen anderer Parteien gegen sie radikalisiert hat und diese Aussage habe ich kritisiert.

Die Kampagnen werden gegen die Grünen auch heute noch gefahren. Das fängt damit an, dass sie von der Union - warum auch immer - als Hauptgegner deklariert werden. Was inhaltlich völliger Quatsch ist, wenn man die Kooperationen auf Länderebene betrachtet. Man kann sich aber auch einfach mal den Wahlkampf vor der letzten Bundestagswahl anschauen. Da gab es gezielte Plakatierungen gegen die Grünen, in denen vor der Klimadiktatur und ähnlichem Schwachsinn gewarnt wurde. Aus Baerbocks Fehlern wurden monströse Skandale aufgebauscht, während man bei Scholz' Cum-Ex-Verstrickungen nur müde mit den Schultern gezuckt hat. Mal schauen, welcher "Skandal" sich bei Habeck finden wird, so er denn als Spitzenkandidat antritt.
Das wird daran liegen,dass viele potenzielle Wähler nichts mit den Grünen anfangen können und für die das Gegenteil der Politik verkörpern die sie gerne hätten. Landes oder Regionalpolitik kann man schwer mit Bundespolitik vergleichen.In der Landespolitik ist es ja teilweise noch lustig, wenn z.B die Grünen hier das Wort Straßenbau aus dem Behördennamen entfernen wollen weil die keine Autos mögen.  :P https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/teure-streichung-des-worts-strassenbau-im-behoerdennamen-18671187.html
Im Bund merkt man den Einfluss sehr viel stärker wenn die Partei dann die Außenministerin und den Wirschaftsminister stellt und viele Ideen auch nicht wie sonst oft durch einen stärkeren Partner eingefangen werden.
Ich glaube eher, die Union hat die Grünen zum Hauptgegner auserkoren, weil sie die Gefahr sehen, dass die ihnen Wähler abspenstig machen könnten. Die Schnittmengen gibt es ja durchaus und ein pragmatischerer Zuschnitt der Partei (wie in BaWü) unter einem Spitzenkandidaten Habeck halte ich durchaus für möglich. Aber ich bin mir sicher, sollten die Grünen es wider allen Erwartungen schaffen vor der Bundestagswahl vergleichsweise hohe Umfragewerte zu erzielen, wird wieder gegen sie plakatiert werden. Zu deinem Link: Das ist wirklich Quatsch, aber warum ist das eigentlich so teuer? Ich glaube aber kaum, dass daran ein Koalitionsvertrag zerbrochen wäre, insofern hat die CDU das Spiel ja mitgespielt. Hier allein den Grünen die Schuld zu geben, ich weiß ja nicht... Unsinn bleibt es allemal. Teurer Unsinn. Was du mit deinem letzten Satz sagen möchtest, verstehe ich nicht, sorry. :D

Weil ich oben ja die Berichterstattung zur AfD angesprochen habe, denkt ihr,dass es bestimmte Themen gibt bei denen sich ein Großteil der Medien unabgesprochen darauf einigt auf einer Linie zu berichten, weil gegenteilige Nachrichten unpopulär sind? Mir ist das zuletzt bei der Berichterstattung über Joe Biden aufgefallen, ich habe schon seit längerer Zeit den Eindruckt, dass er Massiv abbaut und senil wirkt und mich gewundert,dass die Demokraten ihn nicht schon vor den Vorwahlen zum Rückzug drängen. In vielen Medien hier hatte ich aber das Gefühl, das Kritik an seinem Zustand nicht zugelassen oder schlicht ignoriert wurde wie es um ihn steht.
Bis sich dann neulich das Blatt gewendet hat und jetzt so ziemlich alle auf ihn draufhauen und sich fragen wann er den nun zurücktritt.  :D
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/usa-biden-152.html
Naja, es gibt halt Mechanismen in der Medienlandschaft, welche Art von Nachrichten und welche Themen gut ziehen. Das ist jetzt aber auch nichts Neues. Auf einer Linie sehe ich die Medienlandschaft hier aber zum Glück noch lange nicht, dazu ist sie auch viel zu divers.

Zu Biden: Da gab es immer wieder mediale Berichterstattung über Zweifel an seinem Gesundheitszustand. Dass er jetzt zurückzieht ist einerseits sicherlich richtig, andererseits rächt sich jetzt, dass die Demokraten keinen Nachfolger aufgebaut haben. Was angesichts Bidens' Alter schlicht Wahnsinn war. Ich bin gespannt, wer es jetzt machen wird/soll. Vize Harris scheint ja im Volk auch nicht beliebt zu sein, gilt - soweit ich das verfolgt habe - als profillos. Keine leichte Aufgabe, da jemanden zu finden, der die Wahlkampfmaschinerie ohne große Reibungsverluste übernehmen kann und gleichzeitig in der Lage ist, Donald Trump zu schlagen. Es gibt ja wohl Kandidaten, die begonnen haben, sich für die Wahl in 4 Jahren in Stellung zu bringen (Whitmer und Newsom). Ob sich da jemand aus der Deckung traut? Außerdem halten sich ja seit Jahren hartnäckig Gerüchte um Michelle Obama, die nach wie vor äußerst populär ist. Ich denke aber, man wird Harris nominieren und darauf setzen, dass sie ein bisschen Amtsbonus abgreifen kann. Den Wahlkampfapparat Bidens dürfte sie ja relativ problemlos übernehmen können.

Edit: Lese gerade: Newsom empfiehlt Harris.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 22.Juli 2024, 09:04:40
Genial! Biden tritt ab und empfiehlt Kamala Harris als Nachfolgerin. Und die nimmt an.

Und jetzt warten wir mal ab, wie ernst gemeint Trumps Äußerungen wirklich sind, ein Präsident für ganz Amerika sein zu wollen und überhaupt die Gesellschaft einen zu wollen - angesichts einer schwarzen, weiblichen Gegenkandidatin.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 22.Juli 2024, 10:42:16
Besonders schön finde ich aktuell Trumps Empörung über den "Betrug", ihm einfach so den Gegenkandidaten wegzunehmen, so dass er jetzt "wieder von vorn anfangen muss".  ::)

Abgesehen davon hoffe ich darauf, dass nicht Harris, sondern Newsom der Kandidat wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 22.Juli 2024, 10:55:49
Besonders schön finde ich aktuell Trumps Empörung über den "Betrug", ihm einfach so den Gegenkandidaten wegzunehmen, so dass er jetzt "wieder von vorn anfangen muss".  ::)

Besser kannst Du doch die aktuelle Politik in den USA (und leider auch in vielen anderen Regionen) nicht beschreiben: "Wie soll ich denn nun eine Wahl gewinnen, wenn ich alle geplanten Beleidigungen und Diffamierungen wegschmeißen muss?" Auf Inhalte kommt es hier schon lange nicht mehr an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 22.Juli 2024, 10:56:28
Besonders schön finde ich aktuell Trumps Empörung über den "Betrug", ihm einfach so den Gegenkandidaten wegzunehmen, so dass er jetzt "wieder von vorn anfangen muss".  ::)

Abgesehen davon hoffe ich darauf, dass nicht Harris, sondern Newsom der Kandidat wird.

Newsom hat sich schon für Harris ausgesprochen. Allgemein läuft es wohl auf sie heraus, da viele prominente Demokraten und bereits auch einige Delegationen aus den Bundesstaaten ihre Unterstützung zugesichert haben. Ich sehe nicht, dass irgendwer bei den Demokraten dieses Momentum, das Harris da gerade aufbaut, noch bremst. Ob sie sich in so kurzer Zeit genug Profil zulegen kann, um Trump ernsthaft zu bedrohen, wird sich zeigen. Und natürlich macht der orangene Möchtegern-Diktator wieder das, was er immer macht: Poltern, jammern und Unfug erzählen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 22.Juli 2024, 11:39:46
Besonders schön finde ich aktuell Trumps Empörung über den "Betrug", ihm einfach so den Gegenkandidaten wegzunehmen, so dass er jetzt "wieder von vorn anfangen muss".  ::)

Abgesehen davon hoffe ich darauf, dass nicht Harris, sondern Newsom der Kandidat wird.

Newsom hat sich schon für Harris ausgesprochen. Allgemein läuft es wohl auf sie heraus, da viele prominente Demokraten und bereits auch einige Delegationen aus den Bundesstaaten ihre Unterstützung zugesichert haben. Ich sehe nicht, dass irgendwer bei den Demokraten dieses Momentum, das Harris da gerade aufbaut, noch bremst. Ob sie sich in so kurzer Zeit genug Profil zulegen kann, um Trump ernsthaft zu bedrohen, wird sich zeigen. Und natürlich macht der orangene Möchtegern-Diktator wieder das, was er immer macht: Poltern, jammern und Unfug erzählen.

Ja, da wirst Du wohl leider recht haben.
"Harris" und "Profil" ist leider ein Widerspruch in sich, finde ich. Und Trump wird - dafür ist er bei aller Idiotie dann doch zu clever - mit Sicherheit sowohl auf ihr in vier Jahren als Vizepräsidentin nicht in Erscheinung getretenes eigenes Profil hinweisen (wieder und wieder und wieder, wie gewohnt) und vor allem darauf, dass sie ja nur die Notoption ist, die nichtmal unter den Demokraten erste Wahl war, sondern selbst von ihren eigenen Leuten als schlechtere Alternative als ein "seniler, korrupter Biden" (seine Wortwahl) angesehen wurde.

Da brauch ich kein großer Prophet zu sein, um den nächsten Präsidenten vorherzusagen.  :o
Dann kann er die beim letzten Mal begonnene "Säuberung" der Bürokratie, der Justiz und aller anderen staatlichen Organe vollenden und vor allem seinen wundervollen Plan 2025 umsetzen, der aus den USA, wenn das nicht irgendwie verhindert wird, eine Art evangelikal-christlichen Gegenpol zur Islamischen Republik Iran macht.

Jippieh.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 22.Juli 2024, 12:08:18
Jeder ernsthafte Demokraten Politiker der Ambitionen auf das Präsidenten Amt hat wird doch den Teufel tun jetzt gegen Trump anzutreten. Du kannst nur verlieren und bist danach verbrannt. Dementsprechend wird man wohl mit Harris antreten. Ich sehe aber absolut 0% Chance das sie den Rückstand auf Trump noch irgendwie aufholen kann. Frau, Schwarz und unter Biden auch nie wirklich in Erscheinung getreten. In einem normalen Wahlkampf hätte sie nie die Vorwahlen gewonnen.
Letztlich entwickelt sich die USA immer mehr zu einem unzuverlässigen Partner. Das bpsw. Meta einen Teil seiner Produkte hier nicht mehr anbietet, weil man nicht einverstanden ist mit der EU und den Datenvorschriften zeigt wo die Reise für Europa in Zukunft hingeht und wie wichtig es ist sich von den USA endlich loszusagen und vor allem von den Amerikanischen Tech Unternehmen. Ich hoffe sehr das man Trump paroli bietet und sich nicht weiter erpressen lässt, sondern die Zeichen der Zeit erkennt.

Die USA hingegen wird sich weiter innerlich zerfleischen. Dort liegt soviel soziales Sprengpotenzial das ein Trump da nur als Brandbeschleuniger wirken wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Juli 2024, 15:03:49
Genial! Biden tritt ab und empfiehlt Kamala Harris als Nachfolgerin. Und die nimmt an.

Und jetzt warten wir mal ab, wie ernst gemeint Trumps Äußerungen wirklich sind, ein Präsident für ganz Amerika sein zu wollen und überhaupt die Gesellschaft einen zu wollen - angesichts einer schwarzen, weiblichen Gegenkandidatin.


Schwarz und weiblich schön und gut, aber der Rest passt bei ihr gar nicht. Die hat als District Attorney gezeigt, als sie eine Wiederaufnahme eines Verfahrens aufgrund DNA-Beweisen nicht zugelassen hat. Kevin Cooper war dafür zum Tode verurteilt worden.
Sie hat massenweise Leute wegen Marihuana-Konsum einsperren lassen und als billige Arbeitskräfte missbraucht (die US-Prison-System ist komplett für den A****) und konsumiert es selbst.
Ich kann kaum glauben, dass
a) die Demokraten erst jetzt so spät die Reissleine ziehen
b) sie keine besser Wahl als Kamala Harris haben.
Wirkt auf mich so, als ob man bewusst Trump ins Amt bringen will...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 22.Juli 2024, 15:46:02
Sorry, aber eine einminütige Google-Recherche beweist das Gegenteil in Bezug auf Marijuana und Kevin Cooper (bzw. erzählt nicht die ganze Geschichte):

https://www.forbes.com/sites/dariosabaghi/2024/07/22/where-does-kamala-harris-stand-on-marijuana/

Zitat
In March, Kamala Harris stated, “Nobody should have to go to jail for smoking weed,” during a discussion with rapper Fat Joe and others who had been pardoned for marijuana convictions. She emphasized that “far too many people have been jailed for simple marijuana possession.”

Zitat
During her tenure as district attorney in San Francisco, over 1,900 individuals were convicted for cannabis offenses. Nevertheless, some reports indicate that the majority of those apprehended for minor possession did not face incarceration. Only a few individuals were imprisoned for cannabis-related crimes under Harris’ administration.

Zitat
In February, California Gov. Gavin Newsom ordered new DNA testing in the 1983 murder case of Kevin Cooper. Cooper came within hours of execution in 2004 after being charged with the murders of an adult couple and two children. Harris opposed the testing when she was the state’s attorney general. She has since said she supports DNA testing and encouraged Newsom to approve Cooper’s request. She did not offer specifics on why she did not approve the testing during her tenure. In response to a request for comment, Harris’s campaign pointed to a past statement where the senator called a New York Times columnist last year, telling him, “I feel awful about this.”

Read more at: https://www.sacbee.com/news/politics-government/capitol-alert/article233375207.html#storylink=cpy
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Juli 2024, 17:12:37
https://www.sacbee.com/news/politics-government/capitol-alert/article233375207.html
Hier ein Zeitungsartikel, der das nochmal beleuchtet. Sie hat es im Nachhinein bereut, aber trotzdem zu dem Zeitpunkt dagegen gestimmt. Möglich dass sie ihre Meinung mittlerweile geändert hat, aber als sie die Macht hatte war das noch anders. Sie hat übrigens erst dann ihre Meinung geändert, als die NY Times darüber berichtet hat. Es steht sogar in deiner Quelle, dass sie gegen DNA-Tests gewesen ist. Hätte keiner drüber berichtet, hätte sie es meiner Meinung nach unter den Teppich gekehrt.

https://www.mercurynews.com/2019/08/01/democratic-debate-kamala-harris-tulsi-gabbard-joe-biden-fact-check/
Hier nochmal ein Fact-Check zu der Sache mit Kevin Cooper.


https://www.thedailybeast.com/kamala-harris-ag-office-tried-to-keep-inmates-locked-up-for-cheap-labor
https://www.washingtonexaminer.com/news/936121/kamala-harris-office-sought-to-keep-inmates-locked-up-so-that-california-could-use-them-for-cheap-labor/
Laut FactCheck (siehe Link oben) hat sie davon nicht gewusst. Ich tendiere einfach mal dazu, es zu glauben, frage mich aber, wie sie davon als Chefin nichts mitbekommen konnte...


Zum Marijuana : Auch hier kommt der Fact Check zu 2 Ergebnissen. Erstens, dass die Zahl wohl irreführend ist, andere Quellen berichten, dass die Zahl zwar hochging, die Verurteilungen jedoch gesunken sind. Hier war sie selbst nicht "aktiv" beteiligt.  Zweitens, dass sie in San Fracisco selbst direkt solche Fälle verfolgt hat, die Anzahl aber wohl nicht veröffentlicht wurde bis jetzt. Sie scheint in der Beziehung sehr wankelmütig zu sein.


Warum hat man es nicht mit Dean Phillips versucht? Er spricht explizit an, dass er die Spaltung der Gesellschaft bekämpfen will, die Lebenshaltungskosten wieder bezahlbarer machen will und steht für eine Politik die der von Joe Biden ähnelt. Er gilt als gemäßigter Demokrat und hat wohl bessere Beliebtheitswerte als Kamala Harris (nicht schwer, ihre sind unterirdisch). Gut er ist ein weißer Mann und scheinbar ist das ein Tabu, aber für mich wäre er der bessere Kandidat. Aber scheinbar verblasst dies aufgrund Kamala Harris Herkunft und Geschlecht... Schade eigentlich, denn ein Gegenkandidat zu Trump, der ihn eventuell besiegen kann, wäre nicht die schlechteste Lösung gewesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 22.Juli 2024, 17:35:18
Und dennoch ist Deine erste Aussage einfach nicht richtig. Sie hat ein Verfahren nicht wegen DNA-Beweisen nicht wieder aufnehmen lassen, sondern sie hat es nicht durchgewunken, Massen-DNA-Tests durchführen zu lassen. Der letzte Teil Deiner Aussage dazu im letzten Posting ist spekulativ. Die Geschichte mit dem Marijuana hat sicherlich mehr Facetten, als wir hier in einem halben Tag auftreiben können, aber auch da ist Deine erste Aussage nicht korrekt.

Mir geht es auch nicht darum, Recht zu haben oder zu beweisen, dass Du Unrecht hast. Am Ende wird man bei absolut jedem Politiker und jeder Politikerin Dinge finden, die man trefflich dazu nutzen könnte, die Person schlecht dastehen zu lassen. Vermutlich würde das bereits mit aktiven Forumsnutzern hier funktionieren. Aber warum muss man das? Warum ist es ein Reflex, sofort alles und jeden für irgendeinen Kram zu attackieren, zumal wenn der politische Gegner von "irgendeinem Kram" lichtjahreweit entfernt ist? Das kostet nur unnötige Reibungsenergie.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Juli 2024, 18:04:05
Und dennoch ist Deine erste Aussage einfach nicht richtig. Sie hat ein Verfahren nicht wegen DNA-Beweisen nicht wieder aufnehmen lassen, sondern sie hat es nicht durchgewunken, Massen-DNA-Tests durchführen zu lassen. Der letzte Teil Deiner Aussage dazu im letzten Posting ist spekulativ. Die Geschichte mit dem Marijuana hat sicherlich mehr Facetten, als wir hier in einem halben Tag auftreiben können, aber auch da ist Deine erste Aussage nicht korrekt.

Mir geht es auch nicht darum, Recht zu haben oder zu beweisen, dass Du Unrecht hast. Am Ende wird man bei absolut jedem Politiker und jeder Politikerin Dinge finden, die man trefflich dazu nutzen könnte, die Person schlecht dastehen zu lassen. Vermutlich würde das bereits mit aktiven Forumsnutzern hier funktionieren. Aber warum muss man das? Warum ist es ein Reflex, sofort alles und jeden für irgendeinen Kram zu attackieren, zumal wenn der politische Gegner von "irgendeinem Kram" lichtjahreweit entfernt ist? Das kostet nur unnötige Reibungsenergie.



Dann versuche ich es bei der Cooper-Geschichte nochmal so genau wie möglich auszudrücken. Sie hat einen DNA-Test abgelehnt bei jemand, der zur Todesstrafe verurteilt wurde. Mal abgesehen davon, dass die Todesstrafe nicht rückgängig gemacht werden könnte, sollte man doch zumindest dem Nachgehen. Und im Nachhinein hat sie ja "eingesehen", dass dies falsch gewesen ist. Geben wir ihr da den "Benefit of a doubt", dass ihr sowas nicht nochmal passiert.



Der Gedanke dahinter ist relativ einfach : Sie wirkt auf mich wankelmütig, sie hat mit die schlechtesten Beliebtheitswerte und soll gegen Trump antreten, der gerade auf einer Erfolgswelle schwimmt. Dabei gibt es Leute, die genau den Ballast nicht haben, gemäßigter wirken und denen ich bessere Chancen einräume, Trump zu schlagen. Also warum schenkt man Trump geradezu die Präsidentschaft?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 23.Juli 2024, 10:03:06
Trump muss jetzt seine Wahlkampfstrategie komplett neu überdenken. Persönliche Angriffe wie gegen den „alten weißen Mann“ Biden funktionieren nicht mehr. Greift er Harris an, weil sie eine Frau ist, punktet diese bei Frauen. Dazu hat sie ja noch Wurzeln in Afrika und Asien. Da gibt es auch riesengroße Wählergruppen, die besser nicht angestachelt werden sollten. Trump muss jetzt auch mit Inhalten punkten. Ich gebe dir aber insofern recht, dass Harris nicht unbedingt „likeable“ ist und die Beliebtheitswerte nicht gut genug sind. Kandidaten und Kandidatinnen wie Whitmer, Shapiro, Pritzker oder Newsom wollen sich vielleicht auch nicht verbrennen lassen und lieber in vier Jahren einen kompletten Wahlkampf bestreiten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 23.Juli 2024, 12:13:27
Aber andererseits: jetzt hast Du eine extrem gute Alternative zu Trump, wenn es darum geht, ihn gerade nicht zu wählen. Es gibt nicht mehr das krasse "nope and noper", weil DU auf der einen Seite einen Rassisten und Idioten hast, auf der anderen Seite einen offensichtlich senilen Mann ohne Zukunft. Alle, die Trump ablehnen, können nun guten Gewissens Harris wählen. Ich bin nicht sicher, ob man sich hier verbrennen lässt, jedenfalls nicht mehr als ohnehin möglich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Juli 2024, 14:02:12
Die Harris steht doch genau für die Biden-Politik, die viele US-Amerikaner nicht mehr wollen, das ist für diese Wähler alles, aber keine "extrem gute Alternative". Jetzt so zu tun, als läge die Ablehnung Bidens nur in dessen Alter und Krankheit begründet, ist imho viel zu kurz gesprungen.
Und wer Trump ablehnt, wird den sowieso nicht wählen, egal welche Alternative bereit steht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 23.Juli 2024, 15:15:14
Mehr Demokratie für die Demokraten!

Statt Harris mit Support von oben in die Pole Position zu bringen (quasi durchzudrücken), wäre eine Art verkürzter Vorwahl als Delegiertenkonvent das Richtige.
Was qualifiziert Harris als Kandidatin für die Zukunft? Weil sie Vize ist? Das ist logisch nicht gerechtfertigt.
Wäre Biden früher zurückgetreten, hätten man mehr Zeit und Kandidaten gehabt.
Früher ist er nicht zurückgetreten, weil alle (und besonders Harris), die ihm nahe waren, die Öffentlichkeit ständig über seinen Zustand belogen haben.
Im Grunde haben sie über seine Amtsunfähigkeit gelogen. Das ist keine Kleinigkeit.

Was wohl stark für sie gesprochen hat: Käme ein neuer Kandidat, könnten Spender ihr Geld zurückverlangen, da sie ja für "Biden for Präsis" gespendet haben. Genauer für Biden/Harris, sodass sie jetzt in einer - auch rechtlich - weniger guten Position für Rückforderungen sind.
Schade, wenn Politik so gemacht wird.
Zitat
Persönliche Angriffe wie gegen den „alten weißen Mann“ Biden funktionieren nicht mehr.
Ich nehme wahr, dass er sich schon zurückgehalten hatte. Wohl weil er Biden als Gegner nicht verlieren wollte.
Umgekehrt sollten die Dems, die eben noch einen gebrechlichen Mann gepusht haben, nicht Trumps Alter zum Thema machen. >:D

Zitat
Greift er Harris an, weil sie eine Frau ist, punktet diese bei Frauen. Dazu hat sie ja noch Wurzeln in Afrika und Asien. Da gibt es auch riesengroße Wählergruppen, die besser nicht angestachelt werden sollten.

Das wird natürlich scher für ihn :)
Wobei nicht klar ist, wieviel er da zu verlieren hat.


Zitat
Trump muss jetzt auch mit Inhalten punkten.

Auch das wird schwer für ihn. :P

Aber gewinnen wird er wohl trotzdem, weil: Ein Foto gewinnt mehr Wahlen als 1000 Taten. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Juli 2024, 12:29:23
Mach es gut, BASF:

BASF-Ohrfeige für Habeck: Wenn der Werksleiter mit Deutschland abrechnet - FOCUS online
Liebelt sprach Klartext: „Die Rahmenbedingungen werden kontinuierlich schlechter. Der Standort Deutschland wird zunehmend unattraktiv.“ Folglich baut die BASF einen Teil ihrer Kapazitäten in Deutschland ab – wie viele andere Industrieunternehmen auch.
Zugleich hat Brudermüller das China-Engagement ausgebaut . So errichtet das Unternehmen für 10 Milliarden Euro eine petrochemische Anlage im Südosten Chinas. Sein Nachfolger Markus Kamieth setzt diese Unternehmenspolitik konsequent fort.

https://www.focus.de/finanzen/news/kommentar-von-hugo-mueller-vogg-basf-ohrfeige-fuer-habeck-wenn-der-werksleiter-mit-deutschland-abrechnet_id_260159944.html

China wird sich freuen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juli 2024, 15:35:48
Mach es gut, BASF:

BASF-Ohrfeige für Habeck: Wenn der Werksleiter mit Deutschland abrechnet - FOCUS online
Liebelt sprach Klartext: „Die Rahmenbedingungen werden kontinuierlich schlechter. Der Standort Deutschland wird zunehmend unattraktiv.“ Folglich baut die BASF einen Teil ihrer Kapazitäten in Deutschland ab – wie viele andere Industrieunternehmen auch.
Zugleich hat Brudermüller das China-Engagement ausgebaut . So errichtet das Unternehmen für 10 Milliarden Euro eine petrochemische Anlage im Südosten Chinas. Sein Nachfolger Markus Kamieth setzt diese Unternehmenspolitik konsequent fort.

https://www.focus.de/finanzen/news/kommentar-von-hugo-mueller-vogg-basf-ohrfeige-fuer-habeck-wenn-der-werksleiter-mit-deutschland-abrechnet_id_260159944.html (https://www.focus.de/finanzen/news/kommentar-von-hugo-mueller-vogg-basf-ohrfeige-fuer-habeck-wenn-der-werksleiter-mit-deutschland-abrechnet_id_260159944.html)

China wird sich freuen.


Passt doch, das wird unsere CO2-Emissionen senken. Hoffentlich machen noch ganz viele mit, dann sind wir das Vorbild für die Welt, was CO2-Einsparungen angeht. Haben die Grünen doch ihre Politik perfekt umgesetzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 25.Juli 2024, 15:46:38
Zynismus ist eine Art, damit umzugehen. Ob das sonderlich gewinnbringend ist, sei mal dahingestellt.

Schade, dass BASF keine Perspektive zu sehen scheint. Hier muss dann eben Politik abwägen, welche Zugeständnisse man machen kann/will, um diese Pläne abzumildern. Ist alles eine Frage der Verhandlungen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 25.Juli 2024, 15:48:57
Mach es gut, BASF:

BASF-Ohrfeige für Habeck: Wenn der Werksleiter mit Deutschland abrechnet - FOCUS online
Liebelt sprach Klartext: „Die Rahmenbedingungen werden kontinuierlich schlechter. Der Standort Deutschland wird zunehmend unattraktiv.“ Folglich baut die BASF einen Teil ihrer Kapazitäten in Deutschland ab – wie viele andere Industrieunternehmen auch.
Zugleich hat Brudermüller das China-Engagement ausgebaut . So errichtet das Unternehmen für 10 Milliarden Euro eine petrochemische Anlage im Südosten Chinas. Sein Nachfolger Markus Kamieth setzt diese Unternehmenspolitik konsequent fort.

https://www.focus.de/finanzen/news/kommentar-von-hugo-mueller-vogg-basf-ohrfeige-fuer-habeck-wenn-der-werksleiter-mit-deutschland-abrechnet_id_260159944.html (https://www.focus.de/finanzen/news/kommentar-von-hugo-mueller-vogg-basf-ohrfeige-fuer-habeck-wenn-der-werksleiter-mit-deutschland-abrechnet_id_260159944.html)

China wird sich freuen.


Passt doch, das wird unsere CO2-Emissionen senken. Hoffentlich machen noch ganz viele mit, dann sind wir das Vorbild für die Welt, was CO2-Einsparungen angeht. Haben die Grünen doch ihre Politik perfekt umgesetzt.


Welche der im Artikel genannten Gründe haben denn die Grünen direkt und alleine zu verantworten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.Juli 2024, 16:02:15
Welche der im Artikel genannten Gründe haben denn die Grünen direkt und alleine zu verantworten?
Ist doch klar, an "den hohen Energiepreise, dem Fachkräftemangel, den hohen Steuern und Abgaben, der die Unternehmen lähmenden Bürokratie" und die fehlende "überfällige Digitalisierung des ganzen Landes" (oh, das ist ja FDP-Ressort) sind die Grünen Schuld. Das machen die alles nur, um ihre Klimaziele durchzudrücken!

Spaß beiseite: Das Einzige, was dieser Artikel ist, ist übelstes Framing, bei dem Habeck als kompletter Vollidiot hingestellt wird, der an all dem Schuld ist. Das hat mit sauberem Journalismus nichts zu tun, aber von Focus kennt man das ja nicht anders. Ich sage damit übrigens nicht, dass die Wirtschaftspolitik unter Habeck nicht auch ihren Beitrag leisten würde (und insbesondere: nichts aktiv dagegen unternimmt), ihn jetzt aber als den Schuldigen hinzustellen hält keiner näheren Betrachtung stand.

Im Übrigen Vorschläge dazu aus dem aktuellen Kabinett: Industriestrompreis und Steuererleichterungen für ausländische Fachrkäfte. Ersteres könnte eine kurzfristige Lösung darstellen, keinesfalls aber eine dauerhafte. Letzteres ist angesichts der Spannungen in der Gesellschaft eine Schnapsidee. Dennoch ist es nicht so, als sei man sich der Probleme nicht gewahr und würde keine Ideen zu ihrer Lösung entwickeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juli 2024, 16:04:50
Die Grünen stellen mit Habeck den Wirtschaftsminister sind also für das Ressort verantwortlich. Genauso ist Linder für das Finanzministerium zuständig und man merkt da sehr stark die FDP-Handschrift, was ja auch oft genug für Streit sorgt. Mit Baerbock haben die Grünen übrigens auch die Verantwortung für die Außenpolitik, um das nochmal zu verdeutlichen...
Im Artikel steht ja, dass BASF jeden Tag 4 mio. € Verlust in Ludwigshafen. Hauptgrund : Hohe Energiepreise vor allem für Erdgas.
Der nächste Punkt, den Fachkräftemangel haben wir ja eigentlich mit der Immigration seit 2015 behoben oder nicht? Scheinbar nicht. Warum wollen wohl Fachkräfte nicht nach Deutschland und viele Fachkräfte aus Deutschland einfach nur weg... Aber da will ich den Grünen keine Alleinschuld zuweisen, da sind auch cdU, afD etc. mit im Boot.
Punkt 3 : Die Steuern und Abgaben. Ja die sind in Deutschland hoch, für Arbeitnehmer steht nur Belgien schlechter da. Und für Unternehmen?
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1225581/umfrage/unternehmenssteuern-ausgewaehlter-laendern/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1225581/umfrage/unternehmenssteuern-ausgewaehlter-laendern/)
Sieht wohl nicht ganz so gut aus, und das ist nur die direkte Besteuerung.
Und zur Bürokratie. Diese Monster haben alle zu verantworten. Scheint den Deutschen im Blut zu liegen, möglichst viele Bürokraten zu erschaffen. Die Partei ist dabei völlig egal.

Zur Untermauerung warum wir abgehängt werden.
https://www.ey.com/de_de/news/2024/05/ey-standort-deutschland-2024

Was man aber Habeck ankreiden kann ist, Millarden für Subventionen rauszuwerfen für ausländische Investoren, um die anzulocken, anstatt mit diesem Geld die Rahmenbedingungen zu verbessern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 25.Juli 2024, 16:19:51
Inwiefern ist Habeck/die Grünen allein Schuld an den hohen Energiepreisen?*
Wieso soll Habeck/die Grünen Schuld an der hohen Steuerlast in Deutschland sein?**

*Das ist in meinen Augen eine Verkettung: Die Abhängigkeit von russischem Gas hat doch erst dazu geführt, dass Habeck auf den Trichter kam nach Russlands Angriff auf die Ukraine deutlich teureres Gas woanders her zu beziehen. Ich fand das damals durchaus pragmatisch, dass es mittel- und langfristig keine Lösung ist, ist klar. Entsprechend wurde ja auch der massive Ausbau von Terminals zurecht kritisiert.
**Was die Grünen in Sachen Unternehmenssteuer sagen, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber ihr Einkommenssteuerkonzept sah vor, mittlere und niedrige Einkommen weniger zu besteuern und dafür hohe Einkommen stärker. Das ist mit der FDP nicht zu machen, weil das eine Steuererhöhung für höhere Einkommen bedeutet hätte und die FDP strikt gegen Steuererhöhungen ist. Ohne das bewerten zu wollen, was nun besser ist, kann man ja durchaus argumentieren, dass eine niedrigere Belastung mittlerer Einkommen den deutschen Arbeitsmarkt für Fachkräfte attraktiver machen würde.

Zur Untermauerung warum wir abgehängt werden.
https://www.ey.com/de_de/news/2024/05/ey-standort-deutschland-2024
"Ausländische Investitionen sinken im sechsten Jahr in Folge" - Auch hier: Die Grünen sind erst in der aktuellen Legislaturperiode in der Regierung. Dies einem Wirtschaftsminister Habeck anzukreiden, ist einfach unredlich und unehrlich. Journalistisch sowieso unsauber (ich kritisiere das Framing des Focus-Artikels, nicht dich). Und nochmal: Natürlich macht Habeck Fehler, ich will in gar nicht über den grünen Klee loben. Ich wünsche mir nur einen sachlichen Umgang.

Dass die Probleme tiefer liegen und eben nicht auf eine Partei und eine Legislaturperiode zurückzuführen sind, unterstreicht ja auch dieses Zitat aus dem von dir verlinkten Artikel:
Zitat
„Die Probleme in Deutschland liegen tief und sind auch struktureller Art. Eine Trendwende wird daher nicht von heute auf morgen gelingen, sondern muss vielschichtig sein. Zunächst brauchen wir eine echte Steuerreform und einen Abbau von Regulierungsschranken. Wirtschaftsfreundliche Reformen müssen nicht nur diskutiert, sondern auch umgesetzt werden“, sagt Ahlers.

Was man aber Habeck ankreiden kann ist, Millarden für Subventionen rauszuwerfen für ausländische Investoren, um die anzulocken, anstatt mit diesem Geld die Rahmenbedingungen zu verbessern.
Stimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juli 2024, 16:56:08
Dass das kein neues Problem ist, das weiß ich auch. Aber im Moment und genau darauf will ich hinaus, hat Habeck die Verantwortung. Er und seine Partei sollten die Weichen stellen, ganz egal was vorherige Regierungen gemacht haben. Das ist ihre Aufgabe : Gestalten und nicht Rausreden.
Und zum Thema Energiepreise : Habeck hat er zu verantworten, dass Deutschland Terminals für Flüssiggas baut und auch neue Gaskraftwerke bis 2030 bauen will (wenn auch Wasserstoffähig). Wir haben also teures Gas und wollen das verfeuern um Strom zu produzieren? Das wird die Energiepreise sicherlich nicht günstiger machen, zumal der Krieg gegen Russland und die schlechten Beziehungen zu Russland auch noch längere Zeit andauern werden (vgl. mal Syrien wie lange das dort drunter und drüber ging).
Was zum Beispiel vielleicht besser wäre : Ein 1.000.000 Dächer Programm für Solarpanels. Kostet pro Dach etwa 15.000 Euro für 10kwp mit Speicher und man kann auch sagen, die Eigentümer müssen sich beteiligen oder halt kriegen einen zinslosen Kredit. Schafft Arbeitsplätze für die Installation. Kostet um die 15 Mrd. Die neuen Gaskraftwerke sollen 60 Mrd. kosten... Pro Dach rechne ich übrigens nur mit etwa 10000 kwh im Jahr. Macht 10 Twh im Jahr und würde Entlastung schaffen. Kann man durch ein Programm für große Industriebetriebe ergänzen, wären ja noch 45 Mrd. übrig. Der Speicher in den Privathäusern sorgt dann dafür, dass die Schwankungen ausgeglichen würden und es nicht so viele Schwankungen im Stromnetz gäbe. Der Bau vom Pumpspeicherkraftwerken würde dann die Gaskraftwerke als Reserve überflüssig machen. Das wäre dann eine Energiewende...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juli 2024, 17:13:34
Dass das kein neues Problem ist, das weiß ich auch. Aber im Moment und genau darauf will ich hinaus, hat Habeck die Verantwortung. Er und seine Partei sollten die Weichen stellen, ganz egal was vorherige Regierungen gemacht haben. Das ist ihre Aufgabe : Gestalten und nicht Rausreden.
Und zum Thema Energiepreise : Habeck hat er zu verantworten, dass Deutschland Terminals für Flüssiggas baut und auch neue Gaskraftwerke bis 2030 bauen will (wenn auch Wasserstoffähig). Wir haben also teures Gas und wollen das verfeuern um Strom zu produzieren? Das wird die Energiepreise sicherlich nicht günstiger machen, zumal der Krieg gegen Russland und die schlechten Beziehungen zu Russland auch noch längere Zeit andauern werden (vgl. mal Syrien wie lange das dort drunter und drüber ging).
Was zum Beispiel vielleicht besser wäre : Ein 1.000.000 Dächer Programm für Solarpanels. Kostet pro Dach etwa 15.000 Euro für 10kwp mit Speicher und man kann auch sagen, die Eigentümer müssen sich beteiligen oder halt kriegen einen zinslosen Kredit. Schafft Arbeitsplätze für die Installation. Kostet um die 15 Mrd. Die neuen Gaskraftwerke sollen 60 Mrd. kosten... Pro Dach rechne ich übrigens nur mit etwa 10000 kwh im Jahr. Macht 10 Twh im Jahr und würde Entlastung schaffen. Kann man durch ein Programm für große Industriebetriebe ergänzen, wären ja noch 45 Mrd. übrig. Der Speicher in den Privathäusern sorgt dann dafür, dass die Schwankungen ausgeglichen würden und es nicht so viele Schwankungen im Stromnetz gäbe. Der Bau vom Pumpspeicherkraftwerken würde dann die Gaskraftwerke als Reserve überflüssig machen. Das wäre dann eine Energiewende...

Soweit ich weiß, gehören die Gaskraftwerke zur Strategie der Erneuerbaren Energien müssen gebaut werden, um das Backup darzustellen. Das habe ich zumindest aus verschiedensten Beiträgen und Interviews von Experten immer wieder herausgehört. 
In Zukunft werde wohl Kraftwerkbetreiber für Bereitschaft gezahlt zu liefern. Nicht, weil sie wirklich liefern - sondern weil sie könnten.
Das, die Speicherung und die Verteilung sind große Probleme die noch nicht gelöst sind.

Das spricht natürlich nicht gegen deine Idee. Meiner Meinung nach hätte schon vor 15 Jahren jedes öffentliche Dach, jede Schule, jede Turn- und Festhalte, jedes Rathaus, jeder Bauhof und so weiter auf einen möglichen Ausbau überprüft werden müssen. Das Geld hätte im Zweifel gering verzinst vom Bund kommen können. Das hätte die finanziellen und ökologischen Bilanzen so mancher Gemeine entlasten können.
Der Private Ausbau dagegen ist relativ gut gefördert und geht, soweit ich weiß, ganz gut vorran.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 26.Juli 2024, 07:29:47
Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien sind sehr kostspielig, was jeder Bürger merklich im Geldbeutel spürt. Hinzu kommt der Bürokratie-Wahnsinn, der die ganze Sache entschleunigt, wodurch die Mehrbelastung der Bürger deutlich länger höher ist.

Und zum Thema Energiepreise : Habeck hat er zu verantworten, dass Deutschland Terminals für Flüssiggas baut und auch neue Gaskraftwerke bis 2030 bauen will (wenn auch Wasserstoffähig).

Dafür kann man Habeck und die Grünen natürlich kritisieren. Diese Kraftwerke werden in Zukunft definitiv benötigt (wie du auch sagst, Steichwort: Wasserstofffähig). Aber was wäre die Alternative? Die Kraftwerke zu bauen und bis zur Nutzung für Wasserstoff stillliegen zu lassen? Da ist es mir lieber, dass dort zumindest teures Gas verfeuert wird anstatt die Baukosten als Belastung zu haben und diese Dinger still stehen zu haben. Die Grünen und speziell die Ampel machen definitiv einiges falsch/könnten einiges besser machen, aber das zu kritisieren ist für mich too much.

Woran die Regierung, als auch potentiell die CDU in Zukunft arbeiten muss: Abbau der Bürokratie. Deutschland verwaltet sich zu Tode, bestes Beispiel: die Dauer für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese Kosten würden viel schneller für die Bürger sinken, wenn diese nicht vor den Bau durch den Bürokratiewahnsinn noch weiter nach oben schnellen würden. Und dies ist nicht nur dort ein Problem, sondern ein Allgemeines, welches schnell angegangen werden muss...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Juli 2024, 08:08:18
Abbau der Bürokratie
Damit wird auch immer Wahlkampf gemacht und egal, wer hinterher regiert: die Bürokratie wird schlimmer und schlimmer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 26.Juli 2024, 08:31:39
Ja! Und das nervt immer mehr. Steht in jedem Wahlprogramm groß drin, sollte in Koalitionsverhandlungen normalerweise keine Einigungspobleme geben, aber es wird schlicht ignoriert oder gar verschlimmbessert. Und was das an unnötigen Ausgaben verursacht... Alles Gelder die man anderweitig sinnvoller einsetzen kann oder zum Teil sogar wirklich mal langsam in den Abbau der Schulden stecken könnte...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.Juli 2024, 09:46:41
Ich teile da eure Wahrnehmung. Ich finde eigentlich diese "Praxis-Checks", die im Wirtschaftsministerium gemacht werden grundsätzlich sinnvoll: Man setzt Praktiker ran und die sollen anhand realer Fälle sagen, wo es unnötige Bürokratie gibt, die abgebaut werden kann. Wie das dann umgesetzt wird und ob das zumindest mittelfristig was bringt, kann ich natürlich nicht sagen. Den Ansatz finde ich aber tatsächlich ziemlich pragmatisch, weil er dort ansetzt, wo die bürokratischen Hürden zu Bremseffekten führen. Man muss daraus dann halt auch einfach konsequente Handlungen ableiten, die tatsächlich Bürokratie abbauen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 30.Juli 2024, 09:03:02
Da es hier zuletzt a) um Wirtschaft und b) um Bürokratie ging, mal zwei Beiträge aus der Wirtschaftswoche:

"Der Steuerzahler ist nicht der Dukatenesel der Wirtschaft" (https://www.wiwo.de/politik/deutschland/subventionen-der-steuerzahler-ist-nicht-der-dukatenesel-der-wirtschaft/29919814.html): Kommentar zu Subventionen in der deutschen Wirtschaft, insbesondere mit Blick auf die Milliarden, die die Dax-Konzerne vom Staat bekommen, obwohl wir da von hoch profitablen Unternehmen sprechen. Durchaus vorstellbar, dass man da ein paar Milliarden für den Haushalt findet. Ohnehin sind Subventionen ein Punkt, der weiter auf den Prüfstand gestellt gehört. Mir fehlt da aber ehrlich gesagt auch schlicht der Durch- und Überblick.

"Wir können nicht mehr weitermachen wie bisher" (https://www.wiwo.de/politik/deutschland/gebaeudetyp-e-wir-koennen-nicht-mehr-weitermachen-wie-bisher/29912034.html): Interview mit dem Chef des Bauverbands zum "Gebäudetyp E". Die Entwicklung dahin, die mehr Rechtssicherheit, weniger Bürokratie und sinkende Baukosten verspricht, lobt er explizit. Ist natürlich jetzt nur die eine Perspektive eines Lobbyisten, trotzdem interessant. Also mal wieder gute Nachrichten aus der Ampel?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 30.Juli 2024, 11:25:15
Gute Nachrichten?

Wohl eher nicht: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bip-deutschland-wirtschaftswachstum-100.html

Dass das keine temporäre Absatzdelle ist, sieht man daran, dass die Investitionen in Ausrüstungen sinken, man sieht keine Zukunft im Wirtschaftsstandort Deutschland und verabschiedet sich dauerhaft.

Habecks Wirtschaftspolitik leistet wirklich ganze Arbeit, aber wenigstens können wir uns dann wieder die Jubelchöre über gesunkenen Stromverbrauch und weniger CO2-Emissionen anhören.

Deutschland ist auf einem ganz dunklen, abschüssigen Pfad und mir fehlt die Fantasie, wie man das nach den kommenden Bundestagswahlen umdrehen will.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 31.Juli 2024, 09:51:27
Gute Nachrichten?

Wohl eher nicht: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bip-deutschland-wirtschaftswachstum-100.html (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bip-deutschland-wirtschaftswachstum-100.html)

Dass das keine temporäre Absatzdelle ist, sieht man daran, dass die Investitionen in Ausrüstungen sinken, man sieht keine Zukunft im Wirtschaftsstandort Deutschland und verabschiedet sich dauerhaft.

Habecks Wirtschaftspolitik leistet wirklich ganze Arbeit, aber wenigstens können wir uns dann wieder die Jubelchöre über gesunkenen Stromverbrauch und weniger CO2-Emissionen anhören.

Deutschland ist auf einem ganz dunklen, abschüssigen Pfad und mir fehlt die Fantasie, wie man das nach den kommenden Bundestagswahlen umdrehen will.


Nachdem du das letzte Mal die Nachfrage ignoriert hast, probiere ich es nochmal. Welche konkreten Handlungen und Entscheidungen Habecks machst du dafür verantwortlich? Woran ist wirklich konkret die Politik des Wirtschaftsministeriums in dieser Wahlperiode hauptverantwortlich? Sind wirtschaftliche Zusammenhänge nicht deutlich langfristiger um in so kurzer Zeit so dramatische Folgen zu verursachen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 31.Juli 2024, 11:22:19
Alles was mit den Energiepreisen zu tun hat, ohne die Unternehmen auf der anderen Seite zu entlasten. Firmen machen weniger Gewinn (oder gar keinen mehr) und verlagern ihr Geschäft ins Ausland. Das Problem: Sind die Unternehmen oder auch nur Teile davon erst einmal weg, kommen die ja nicht (gleich) wieder zurück. Branchenvertreter warnen seit Monaten und Jahren, ein Entgegenkommen habe ich hier aber nicht gesehen.

Eine weitere Habeck-Pleite im Privat-Sektor war das Gebäudeenergiegesetzt und das Märchen, dass mit Subventionen keine oder kaum Mehrkosten entstehen.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 31.Juli 2024, 11:44:17
Nochmal: Die Energiepreise haben eine Geschichte und es ist nicht allein Habecks Schuld, dass sie so hoch sind. Ja, er ist verantwortlich für die teuren Energieimporte, die aber erst dadurch notwendig wurden, dass man sich in die Abhängigkeit von billigem russischen Gas begeben hatte, das man noch Beginn des Ukraine-Kriegs nicht mehr beziehen konnte und wollte. Dass du selbst schreibst, dass Branchenvertreter seit Jahren (!) warnen, zeigt doch, dass das Problem nicht erst in einer Legislaturperiode entstanden ist.

Im Übrigen kann man auch argumentieren, dass die Entlastungen für das produzierende Gewerbe (Branchenvertreter sprechen allerdings auch nur von der "Verhinderung weiterer Verschlechterungen", andere energieintensive Branchen sind ausgenommen - ebenfalls kritikwürdig) überhaupt erst auf Drängen Habecks umgesetzt wurden. Weder Lindner noch Scholz konnten dafür große Begeisterung entfachen. Es ist jetzt nicht der subventionierte Industriestrompreis geworden, sondern eine Senkung der Stromsteuer (Lindners Vorschlag), untätig war er aber ganz sicher nicht. Auch wenn es nicht reicht - und ja, das kann man Habeck sicherlich vorwerfen: Dass, was aktuell an Maßnahmen geschieht, ist offenkundig zu wenig. Wie viel davon aber alleine in seiner Macht liegt und was vielleicht auch in dieser Koalition schlicht nicht möglich ist, finde ich von außen schwer zu beurteilen.

Ich möchte auch gar nicht alle Kritik von Habeck abwehren. Ich habe oben welche angedeutet und auch in vergangenen Posts schon Dinge kritisiert. Ich sehe nur keinen Grund für unfaire Kritik oder gar Bashing. Bei manch einem scheint das ja regelrecht ein Beißreflex geworden zu sein: "Habeck ist schuld!" (und, hihi, er weiß nichtmal, was ne Insolvenz ist)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 31.Juli 2024, 12:20:40
Wir hatten etliche Jahre Stillstand in der Politik, welche den Status quo verwaltet hat, Stillstand bedeutet jedoch kein Fortschritt, kein Fortschritt bedeutet Rückschritt. Die aktuelle Regierung hat 3 grundlegende Probleme:

1. Sie muss die Suppe, welche vor 10-15 Jahren beschlossen wurde auslöffeln und bekommt als Dank die Schuld für die Misere.

2. Mangelhafte Kompetenz in der Außendarstellung und der Ausdrucksweise.

3. Das politische Handeln und die öffentlichen Streitereien in der Koalition.


Man muss leider festhalten, dass viele Bürger nicht verstehen oder erkennen wollen, dass viele politische Maßnahmen, welche eine Regierung trifft, erst ihre Wirkung zeigen, wenn diese Regierung schon längst abgewählt ist. Hinzu kommt, dass man nicht nicht erkennen oder verstehen will, dass die Regierungsparteien, welche dann das Land regieren, sich mit den lorbeeren des Erfolges schmücken, obwohl man nur zur richtigen Zeit am richtigen ort ist und an diesen Maßnahmen nicht mitgewirkt hat.

Ein Beispiel dazu: ausufernde Strompreise - Die Grünen werden für ihre "Politik" diesbezüglich kritisiert, aber wodurch entstand denn die Strompreisentwicklung? Maßgebend dafür war der 2011 beschlossene Atomausstieg und zum damaligen Zeitpunkt das setzen auf das kostengünstige russische Gas. Klar haben sicher einige Maßnahmen dazu beigetragen, dass der Strompreis noch ein Stück weiter gestiegen ist, aber diese waren nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 31.Juli 2024, 16:34:33
Deswegen schrieb ich nicht ausschließlich von den Energiepreisen, sondern sprach extra noch die fehlende Entlastung (oder im fehlenden Umfang) an. Wir hatten etliche Jahre Stillstand, ja. Wir tun aber aktuell auch nichts, was uns wieder nach vorne bringt. Viele politische Maßnahmen greifen erst später, richtig. Aber die Botschaft an die Wirtschaft, die kommt doch eher sofort an. Denn die Leute, die dort an der Spitze stehen, können die Entwicklung auf Basis der politischen Entscheidungen vermutlich besser einschätzen als wir. Und die tätigen (in die Zukunft gerichtete) Investitionen halt jetzt im Ausland und verlagern Kapazitäten dorthin und nicht während der Vorgängerregierungen.

Trotzdem bleibt richtig, dass viele Entscheidungen erst später eine Wirkung entfalten. Der Wirtschaft fehlt derzeit aber der Glaube, dass die getroffenen Maßnahmen ihnen eine Entlastung bringen.

Es lässt sich auch andersherum fragen: Was hat Habeck denn geleistet, was die Wirtschaft wieder in Schwung bringt? Unabhängig ob jetzt oder in Zukunft.

Dabei geht es mir aber nicht um Habeck. Die meisten Politiker bekommen gerade nur wenig auf die Kette. Bürgergeld. Allein wegen der Kosten und fehlenden Anreize an die Arbeitslosen gescheitert. Gebäudeenergiegesetzt. Schlecht kommuniziert, handwerklich schlecht umgesetzt (selbst dann, wenn es zu früh an die Presse gelangt ist). Immobilien ausbauen. Zu langsam. Gleiches teilweise bei den Erneuerbaren (Bürkokratie). Immigration. Deutschland an der Belastungsgrenze oder schon darüber. Hat vorher angefangen. Aber echte Lösungen sehe ich hier nicht. Die aktuelle Regierung blockiert sich zudem gegenseitig. Auch deshalb kommt wenig zustande. Wobei es umgekehrt auch tragisch wäre, würde sich die Regierung für Sachen wie das Bürgergeld etc. jetzt noch Bauchpinseln lassen.

Ich überlege noch, ob es Satire ist, dass wir für den Bürokratieabbau ein Bürokratieabbaugesetzt benötigen.

Normalerweise spare ich mir auch die Mühe mich hier (und inzwischen oftmals auch anderswo) politisch zu beteiligen. Es prallen unterschiedliche Ansichten aufeinander. Niemand ist wirklich "kompromissbereit". Wenn keiner bereit ist seine Position zu verändern, dann ist es keine Diskussion, sondern ein Streit. Was auch nicht unbedingt schlecht sein muss, aber halt doch vermehrt zu Unstimmigkeiten führt.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 31.Juli 2024, 20:15:32
Okay was kann Habeck für die Stromkosten?
Netzentgelte pro KWh Strom :
2023 : 3,12 Cent
2024 : 6,43 Cent
+106%
Grund : Wir erhöhen die Verzinsung der Betreiber von Strom- und Gasnetzen für ihr eingesetztes Kapital. Sie betrug bisher 5,07% und soll auch 7,09% steigen. Verdammt profitabel würde ich behaupten... Der Branchenverband jammert übrigens immernoch, dass es zu niedrig ist. Es handelt sich übrigens hier um regionale Monopole ohne Wettbewerb. Die Erhöhung hat Habeck ja nicht verhindert und auch die Regierung nicht. Die Netzagentur konnte es einfach beschließen.


Etwa 13% der Stromkosten sind sonstige Abgaben
2,05 Cent Stromsteuer
1,66 Cent Konzessionsabgabe
0,275 Cent KWK-Aufschlag
0,643 Cent StromNEV-§19
0,656 Cent Offshore-Netzumlage
Die Stromsteuer wurde 1999 eingeführt auf Grund des Gesetzes zur ökologischen Steuerreform.
Die Konzessionsabgabe landet im Endeffekt bei den Städten und Gemeinden für ihre Versorgungsleitungen.
KWK-Aufschlag ist ein Aufschlag, den die Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplung erhalten und wird von allen gezahlt.
StromNEV-§19 : Die Entlastung bzw. Befreiung stromintensiver Unternehmen vom Netzentgelt wird davon bezahlt (die zahlen wesentlich weniger Netzentgelte als Privatpersonen, die über 9 Cent pro Kwh zahlen müssen an Netzentgelten)
Offshore-Netzumlage : Was damit finanziert wird ist glaub ich selbsterklärend.
5,284 Cent an Abgaben um irgendwas zu finanzieren pro Kwh Strom und da kommt noch Mehrwertsteuer drauf.


16% Mehrwertsteuer (19% auf alle Preisbestandteile)


Die Beschaffung des Stroms macht ca. 42,5% des Strompreises aus.
16,0% sind die Mehrwertsteuer
13,6% sind obengenannte Abgaben
=> 29,6% gehen erstmal an den Staat


28% gehen in Netzentgelte


Wenn man nur die Abgaben und Steuern an den Staat streicht sinkt der Energiepreis auf 26 Cent statt 38 Cent, also um satte 12 Cent.


2023 war der deutsche Strompreis schon nicht konkurrenzfähig.


(https://strom-report.com/medien/strompreise-europa-karte-2023-339x424.webp)


Der Anteil der Steuern und Abgaben war 2023 schon extrem hoch im Vergleich zu anderen Ländern. Aber wir erhöhen jetzt noch die Netzentgelte (bzw. wir verdoppeln sie einfach).


(https://strom-report.com/medien/strompreise-europa-2023-339x500.webp)


Übrigens Portugal ist Vorreiter bei erneuerbaren Energien und hat mit 20,7 Cent pro Kwh in 2023 nur einen halb so hohen Preis gehabt wie Deutschland. Man kann also günstigen Strom trotz erneuerbaren Energien haben. Mehr Anteil an erneuerbaren Energien hat nur Norwegen und auch dort ist der Preis pro Kwh mit 19,2 Cent nicht mal halb so hoch wie in Deutschland. Portugal nutzt übrigens Sonne, Wind und Wasser in großen Ausmaß und was Norwegen nutzt ist auch gemeinhin bekannt. Aber Deutschland bekommt das natürlich nicht hin. Frankreich lasse ich mal außen vor, aber auch dort ist der Strom verglichen mit hier spottbillig, aber stammt zu über 2/3 aus Kernkraftwerken.
Es geht dort auch ohne eine grüne Partei (die ist bei 3,2% bei der letzten Parlamentswahl).


Fazit : Deutschland hat nicht hohe Energiepreise wegen erneuerbaren Energien, sondern wegen Lobbyismus, der Gier des Staates und von Monopolisten. Und keinen interessiert es. Man sagt : Die Energiewende ist nötig für das Klima und alle folgen. Das ist reiner Bullshit. Aber der deutsche Michel glaubt alles... Hinterfragt doch mal, warum in anderen Ländern Dinge besser laufen (sei es Verkehrssteuerung in den Niederlanden oder günstige erneuerbare Energien in Portugal) und lernt davon. Das ist aber etwas, was in Deutschland eher selten gemacht wird, das sind die Asiaten sehr oft viel besser drin, erfolgreiche Konzepte zu kopieren und für die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 01.August 2024, 13:46:19
Man muss sich nur auf Social Media und Co. anschauen, was los ist, wenn eine Tageszeitung, der Spiegel oder der Kicker so was vermeldet:

"Immer mehr Clubs bieten im Stadion vegane Bratwurst an."
"Immer mehr Deutsche fahren elektrisch."
"Immer mehr Deutsche trinken alkoholfreies Bier."


Klar, hier kommt dazu: Durch die Algorithmen ist der Mensch, der das konsumiert, in einer Dauerschleife. Ich kriege auch ständig dieselbe Leberwurst serviert. Aber trotzdem: Das wird alles sofort als Angriff auf den eigenen Lebensstil gewertet. Selbst, wenn als neutrale Nachricht eingestellt ist.

Wie zum F*ck will man hier unpopuläre Maßnahmen kommunizieren? In Politik oder anderswo. Und ganz gleich, ob die liberal, christlich-demokratisch, grün, blau, lila oder anal sind. Und unpopuläre Maßnahmen sind nunmal nötig, sollte es um echte Reformen gehen, statt Bestandsverwaltung. Also lieber dem Nächsten hinterherlaufen, der auf Kreuzchen instant blühende Landschaften verspricht. Diesmal aber wirklich, ey.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 04.August 2024, 02:47:46
Man muss sich nur auf Social Media und Co. anschauen, was los ist, wenn eine Tageszeitung, der Spiegel oder der Kicker so was vermeldet:

"Immer mehr Clubs bieten im Stadion vegane Bratwurst an."
"Immer mehr Deutsche fahren elektrisch."
"Immer mehr Deutsche trinken alkoholfreies Bier."


Klar, hier kommt dazu: Durch die Algorithmen ist der Mensch, der das konsumiert, in einer Dauerschleife. Ich kriege auch ständig dieselbe Leberwurst serviert. Aber trotzdem: Das wird alles sofort als Angriff auf den eigenen Lebensstil gewertet. Selbst, wenn als neutrale Nachricht eingestellt ist.

Wie zum F*ck will man hier unpopuläre Maßnahmen kommunizieren? In Politik oder anderswo. Und ganz gleich, ob die liberal, christlich-demokratisch, grün, blau, lila oder anal sind. Und unpopuläre Maßnahmen sind nunmal nötig, sollte es um echte Reformen gehen, statt Bestandsverwaltung. Also lieber dem Nächsten hinterherlaufen, der auf Kreuzchen instant blühende Landschaften verspricht. Diesmal aber wirklich, ey.


Billiger Trick. Kaum einer hat was dagegen, dass es im Stadion vegane Bratwurst gibt. Der VfL Bochum hat das schon lange und niemanden stört es. Was die Leute stört ist ja nicht dass es vegane Bratwurst gibt, sondern das Gelaber "Ihr sollt kein Fleisch mehr essen." Ich zitiere mal Weidel :"Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen." Was du machst ist ein billiger Trick, um Leute in ein schlechtes Licht zu rücken.


Immer mehr Deutsche fahren elektrisch. Auch das stört niemand. Was die Leute stört ist, dass der Verbrenner verboten werden soll, während ganz viele Leute schlicht und ergreifend kein Geld haben für Elektroautos (die sind wesentlich teurer und wir verhindern ja jetzt billige Elektroautos aus China). Oder zum Beispiel weil die Ladeinfrastruktur eben noch nicht überall vernünftig gegeben ist. Aber ist viel besser den Leuten wieder vorzuwerfen, dass man dagegen ist. Billige Polemik. Tesla hat ja einen riesigen Hype um seine Elektroautos ausgelöst. Ganz klar, weil alle dagegen sind...


Und ich kenne niemand der sich darüber aufregt, dass mehr Deutsche alkoholfreies Bier trinken. Ich weiß ja nicht in welchen Kreisen du verkehrst, aber ich kenne es nur so, dass das durchaus auch positiv gesehen wird (Stichwort Alkoholsucht, Fahren unter Alkoholeinfluss, Gesundheit, Verhalten bei Alkoholgenuss).



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.August 2024, 08:53:16
Den neuesten "Coup" mit den Dieseln schon mitbekommen? Jetzt soll gleich mal die Rechtssicherheit in der EU abgeschafft werden, um "unpopuläre Maßnahmen" nicht nur zu kommunizieren sondern auch durchzuziehen. Die Deutschen würden das vermutlich sogar noch fressen, aber schon in Frankreich dürfte es große Aufstände geben, von den "Süd- und Oststaaten" gar nicht erst zu reden.

Ich frage mich, was so etwas soll, was will man damit erreichen? Das Auseinanderbrechen der EU? Oder ist das so ein "Test", wie ihn Habeck mit seinem GEG gemacht hat? Dass die so dumm sind zu meinen, damit das Klima zu retten, will ich nicht glauben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 04.August 2024, 11:22:19
Den neuesten "Coup" mit den Dieseln schon mitbekommen? Jetzt soll gleich mal die Rechtssicherheit in der EU abgeschafft werden, um "unpopuläre Maßnahmen" nicht nur zu kommunizieren sondern auch durchzuziehen. Die Deutschen würden das vermutlich sogar noch fressen, aber schon in Frankreich dürfte es große Aufstände geben, von den "Süd- und Oststaaten" gar nicht erst zu reden.

Ich frage mich, was so etwas soll, was will man damit erreichen? Das Auseinanderbrechen der EU? Oder ist das so ein "Test", wie ihn Habeck mit seinem GEG gemacht hat? Dass die so dumm sind zu meinen, damit das Klima zu retten, will ich nicht glauben.


Es gibt ein Prinzip das sich Bestandsschutz nennt. Und es geht hier um 8 mio. Autos, die die Leute brauchen um z.B. zur Arbeit zu kommen. Diesel sind eher Langstreckenfahrzeuge, also eher Pendlerfahrzeuge. Wenn jetzt 8 mio. Menschen nicht mehr zur Arbeit fahren, bricht hier alles zusammen. Soweit wird es nicht kommen. Und selbst der Ampel traue ich soviel Dummheit nicht zu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 04.August 2024, 17:44:05
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/eu-reax-debatte-dieselverbot-100.html

Falls jemand zu dem Thema etwas Sachliches statt Polemik und Panikmache lesen will.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 04.August 2024, 18:52:03
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/gefangene-austausch-putin-westen-100.html

Wie ist denn hier die Meinung zum Gefangenenaustausch? Ich würde mich nicht wundern, wenn wir in Zukunft mehr unschuldige Deutsche und westliche Bürger in Russischen Gefängnissen und mehr politische Morde auf unseren Straßen sehen werden. Ich kann schon verstehen, dass man die Menschen gerne da rausholen will aber dadurch bringt man doch zukünftig jeden in Gefahr der in bestimmte Länder reist, ganz zu schweigen von dem Sinal einen verurteilten Mörder und Agenten laufen zu lassen und Putin das zu geben was er will.


Hast Recht, dass sich die liberalen Kräfte in der Partei nicht gewehrt hätten, stimmt nicht, ich hatte das anders im Kopf und habe es nochmal nachgelesen. Gleichwohl hat man den Zulauf aus extremen Kreisen gerne genutzt, um die Partei zu stärken und hing lange dem Irrglauben an, man könne das schon unter Kontrolle halten. Dabei hätte man schon bei der Öffnung von Teilen der Partei Richtung Pegida die Alarmglocken schrillen hören müssen. Insofern bleibe ich schon bei meine ursprünglichen Aussage (s. o.) und ergänze sie insofern, dass Lucke und Co. zu spät reagiert haben und dann nichts mehr ausrichten konnten. Ob die AfD ohne die entsprechende mediale Berichterstattung so groß geworden wäre, ist spekulativ, die Annahme kann ich aber nachvollziehen. Das ändert aber nichts daran, dass die AfD sich nicht wegen Kampagnen anderer Parteien gegen sie radikalisiert hat und diese Aussage habe ich kritisiert.
Das Ganze ist ja auch schon länger her, ich habe da vieles auch nicht mehr im Kopf.Die Partei wurde ja auch gegründet weil die Union sich nach links bewegt hat und bestimmte Themen einfach nicht mehr bearbeitet hat,da gibt es ja auch einige die irgendwann mal in der Union tätig waren, Gauland z.B.
Pegida ist natürlich schon sehr platt, ich denke aber das man immer mehr sieht,dass die Gefahr durch den Islamismus oder auch den "politischen Islam" zu lange vernachlässigt oder totgeschwiegen wurde, insofern ist Islamkritik auch ein Thema bei dem man bei einigen Menschen Punkten kann die andere Parteien dann nicht abholen.
Sagen wir einfach die Berichterstattung hat es dem radikalen Flügel leichter gemacht in der Partei an die Macht zu kommen.  :P


Ich glaube eher, die Union hat die Grünen zum Hauptgegner auserkoren, weil sie die Gefahr sehen, dass die ihnen Wähler abspenstig machen könnten. Die Schnittmengen gibt es ja durchaus und ein pragmatischerer Zuschnitt der Partei (wie in BaWü) unter einem Spitzenkandidaten Habeck halte ich durchaus für möglich. Aber ich bin mir sicher, sollten die Grünen es wider allen Erwartungen schaffen vor der Bundestagswahl vergleichsweise hohe Umfragewerte zu erzielen, wird wieder gegen sie plakatiert werden. Was du mit deinem letzten Satz sagen möchtest, verstehe ich nicht, sorry. :D
Das sehe ich im Bund eher nicht, es gibt regional bestimmt Grüne die anders oder sogar auf Unions Linie sind aber die werden in der Wahrnehmung der Wähler keine Rolle spielen,weil die nicht in der Spitze auftauchen, jemand wie Boris Palmer, der ja als Bürgermeister erfolgreich war und eher in die Richtung ging wurde z.B auch aus der Partei geekelt. Habeck kann ich mir auch nicht als jemanden vorstellen der in der Breite Unionswähler ziehen kann,nicht nach dem was er gerade abliefert, bei mir kommt er eher wie jemand an der zwar ab und an gut reden kann aber von dem Job den er macht keine Ahnung hat und Präoritäten falsch setzt.
Natürlich gibt es auch einen Teil in der Union der mit den Grünen gut kann, in S-H hat sich Günther z.B für eine Koalition mit den Grünen entschieden obwohl es auch für die FDP gereicht hätte.
Da muss die Partei sehen wo man politisch hin will, ich finde Merz sollte da deutlich aggressiver auftreten und auch in der Partei einen Bruch mit Abweichlern in kauf nehmen, dafür aber öffentlich die absolute Mehrheit annpeilen.Da könnte man auch den Bogen schlagen zur Lücke die die Partei der AfD gelassen hat, kann ja eigentlich nicht sein,dass es nach der Wahl eine große Mehrheit gibt die einen Wechsel hin zu einer rechts/konservativen Politik will und man dann trotzdem noch Grüne oder SPD in der Koalition sieht.
Zu deinem Link: Das ist wirklich Quatsch, aber warum ist das eigentlich so teuer? Ich glaube aber kaum, dass daran ein Koalitionsvertrag zerbrochen wäre, insofern hat die CDU das Spiel ja mitgespielt. Hier allein den Grünen die Schuld zu geben, ich weiß ja nicht... Unsinn bleibt es allemal. Teurer Unsinn.
Solche Sachen gibt es ja ,gerade regional, zuhauf. Ist aber mMn auch typisch grün, etwas sich für die gut und richtig anfühlt, die dem Bürger keinen Mehrwert bringt aber dafür richtig viel kostet. :D

Der letzte Satz bezog sich einfach darauf, das man als Bundespartei mehr Macht hat und dadurch mehr Menschen den Unsinn mitbekommen, Habecks Heizungsgesetz und Baerbocks feministische Außenpolitik sind jetzt für ganz Deutschland ein Thema, während die z.B als 8% Partei in Sachsen untergehen weil die CDU mit 32% die Koalition dominiert und allzu komische Ideen abwürgen kann.

Naja, es gibt halt Mechanismen in der Medienlandschaft, welche Art von Nachrichten und welche Themen gut ziehen. Das ist jetzt aber auch nichts Neues. Auf einer Linie sehe ich die Medienlandschaft hier aber zum Glück noch lange nicht, dazu ist sie auch viel zu divers.

Zu Biden: Da gab es immer wieder mediale Berichterstattung über Zweifel an seinem Gesundheitszustand. Dass er jetzt zurückzieht ist einerseits sicherlich richtig, andererseits rächt sich jetzt, dass die Demokraten keinen Nachfolger aufgebaut haben. Was angesichts Bidens' Alter schlicht Wahnsinn war.
Habe danach noch mal nachgeschaut ob es zu dem Thema Infos gibt und Richard David Precht/Harald Welzer haben ein Buch dazu geschrieben.  :D Nebenbei keine Ahnung was ich von Precht halten soll und worauf sich sein Ruf begründet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_vierte_Gewalt._Wie_Mehrheitsmeinung_gemacht_wird,_auch_wenn_sie_keine_ist
Corona und Migration sind da auch wirklich gute Beispiele oder auch der jetztige Jubel über Harris oder vielleicht auch die Correctiv Geschichte über das Geheimtreffen der AfD, da regt sich ja inzwischen auch vorsichtige Kritik die nicht von rechts kommt.
https://uebermedien.de/97285/der-correctiv-bericht-verdient-nicht-preise-sondern-kritik-und-endlich-eine-echte-debatte/

Ich finde auch nicht das es große Kritik an Biden gab, außer natürlich aus der Trump freundlichen Richtung. Sobald mal ein Clip oder ein ein verhaspler online kam gab es da oft Faktenchecks und Gegenbeispiele warum das nicht so wichtig ist. Dabei konnte man das schon wirklich sehr lange vorher bemerken wenn man sich mal O-Ton Interviews und Reden mit/von ihm angeschaut hat. Er hatte ja vor ein paar Monaten sogar eine spontane Pressekonferenz einberufen als das zuerst aufkam und da Ägypten mit Mexiko verwechselt. Damals wollte der eingesetzte Sonderermittler im Fall der Dokumente die er bei sich gelagert hatte nicht weiter ermitteln weil er Biden wohl als alten Mann mit schlechtem Gedächtnis eigenstuft hatte.
Auch jetzt gibt es keine berechtigte Kritik warum Biden denn erst so spät aufhört und bis jetzt stur an seinem Stuhl geklebt hat.
Bei Harris wird das jetzt auch ähnlich laufen, die Medien hier überschlagen sich und am Ende werden die Leute blöd gucken wenn doch wieder Trump gewinnt, weil die Fakten in der Lobhudelei untergehen. Dabei bringt das gar nichts weil wir die Frau ja eh nicht wählen können.

Genial! Biden tritt ab und empfiehlt Kamala Harris als Nachfolgerin. Und die nimmt an.

Und jetzt warten wir mal ab, wie ernst gemeint Trumps Äußerungen wirklich sind, ein Präsident für ganz Amerika sein zu wollen und überhaupt die Gesellschaft einen zu wollen - angesichts einer schwarzen, weiblichen Gegenkandidatin.
Wie erwartet war es leeres Gerede von Trump, er setzt weiter auf Spaltung. Zumindest scheint er vor ihr mehr Angst zu haben als vor Biden und versucht sich vor der Debatte zu drücken. Sie hat auf der anderen Seite auch mehr Möglichkeiten die Geschichte noch zu drehen als Biden es gekonnt hätte, aufgrund des Attentatsversuchs und weil Harris in der Arbeiterschicht und in den Swing States nicht so gut ankommen sollte wie Trump sehe ich eher ihn sehr weit vorne.
Allgemein hätten die Demokraten einfach das Rennen aufmachen und den besten Kandidaten gegen Trump aufstellen müssen,so sind sie am Ende selbst Schuld wenn es nach hinten losgeht.
Für uns wäre Trump natürlich eher ungünstig, das einzig positive was ich da erkennen kann wäre eine stärkere Unterstützung für Israel.


Jeder ernsthafte Demokraten Politiker der Ambitionen auf das Präsidenten Amt hat wird doch den Teufel tun jetzt gegen Trump anzutreten. Du kannst nur verlieren und bist danach verbrannt. Dementsprechend wird man wohl mit Harris antreten. Ich sehe aber absolut 0% Chance das sie den Rückstand auf Trump noch irgendwie aufholen kann. Frau, Schwarz und unter Biden auch nie wirklich in Erscheinung getreten. In einem normalen Wahlkampf hätte sie nie die Vorwahlen gewonnen.
Letztlich entwickelt sich die USA immer mehr zu einem unzuverlässigen Partner. Das bpsw. Meta einen Teil seiner Produkte hier nicht mehr anbietet, weil man nicht einverstanden ist mit der EU und den Datenvorschriften zeigt wo die Reise für Europa in Zukunft hingeht und wie wichtig es ist sich von den USA endlich loszusagen und vor allem von den Amerikanischen Tech Unternehmen. Ich hoffe sehr das man Trump paroli bietet und sich nicht weiter erpressen lässt, sondern die Zeichen der Zeit erkennt.

Die USA hingegen wird sich weiter innerlich zerfleischen. Dort liegt soviel soziales Sprengpotenzial das ein Trump da nur als Brandbeschleuniger wirken wird.
Es sei denn man glaubt wirklich daran,dass Trump nach seiner Amtszeit das project 2025 durchziehen und in richtung Autokratie gehen wird, dann wäre diese Wahl nämlich die letzte die wirklich fair geführt würde. Sollte Trump doch verlieren wird es auch wieder Beschwerden über Wahlmanipulationen geben und für einen Teil der Mnschen da wird er weiter der Präsident sein.

Bei META oder anderen Streitereien sehe ich die Schuld auch bei der EU, wir sind inzwischen bei einer krassen Überegulierung und Bürokratie angekommen die einfach nicht gerechtfertigt ist.
Elon Musk wurde neulich auch verwarnt, weil dein neues bezahl Blauhaken System auf Twitter angeblich immer noch zu Verwirrung führt weil sich Leute als Prominente ausgeben können, dabei muss jeder Parodie Account sich offen im Namen mit "Parodie" oder "Satire" kennzeichnen. Kann schon verstehen, wenn Zuckerberg mit seinem Twitter Klon auf sowas keine Lust hat.


Ich möchte auch gar nicht alle Kritik von Habeck abwehren. Ich habe oben welche angedeutet und auch in vergangenen Posts schon Dinge kritisiert. Ich sehe nur keinen Grund für unfaire Kritik oder gar Bashing. Bei manch einem scheint das ja regelrecht ein Beißreflex geworden zu sein: "Habeck ist schuld!" (und, hihi, er weiß nichtmal, was ne Insolvenz ist)
Ich habe mir am Anfang der Regierung noch alles mögliche durchgelesen,versucht zu verstehen warum da wie welche Politik gemacht wird, aber inzwischen haben sich die Politiker diese Fairness einfach verspielt.
Bei den Grünen kommt bei mir noch dazu, dass ich inzwischen schon glaube,dass Teile der Partei über die Krise die wir jetzt haben nicht so unglücklich sind und durchaus Gemeinsamkeiten mit den hier erwähnten ähnlich t Katja Diehl oder Ulrike Hermann haben , da kann das Autofreie Land oder die "Klimakriegswirtschaft" vielleicht nicht schnell genug kommen. Im besten Fall sind da viele einfach Naiv und inkompetent.

Man muss sich nur auf Social Media und Co. anschauen, was los ist, wenn eine Tageszeitung, der Spiegel oder der Kicker so was vermeldet:

"Immer mehr Clubs bieten im Stadion vegane Bratwurst an."
"Immer mehr Deutsche fahren elektrisch."
"Immer mehr Deutsche trinken alkoholfreies Bier."


Klar, hier kommt dazu: Durch die Algorithmen ist der Mensch, der das konsumiert, in einer Dauerschleife. Ich kriege auch ständig dieselbe Leberwurst serviert. Aber trotzdem: Das wird alles sofort als Angriff auf den eigenen Lebensstil gewertet. Selbst, wenn als neutrale Nachricht eingestellt ist.

Wie zum F*ck will man hier unpopuläre Maßnahmen kommunizieren? In Politik oder anderswo. Und ganz gleich, ob die liberal, christlich-demokratisch, grün, blau, lila oder anal sind. Und unpopuläre Maßnahmen sind nunmal nötig, sollte es um echte Reformen gehen, statt Bestandsverwaltung. Also lieber dem Nächsten hinterherlaufen, der auf Kreuzchen instant blühende Landschaften verspricht. Diesmal aber wirklich, ey.
Rage Bait funktioniert leider und in den sozialen Medien geht es eben auch darum die eigenen Artikel entsprechend zu vermarkten, es gibt da ja eine wirklich starke Gruppenbildung und je nach Accounts denen man folgt bekommt man ein entsprechendes Weltbild präsentiert,oft sehr vereinfacht und mit radikalen Schlagworten gefüttert, entsprechend aggressiv werden die Ansichten dann verteidigt, dass führt dann auch dazu, dass Treffpunkte wie z.B hier unter den Streitereien zerrieben und geschlossen werden weil irgendwann keiner mehr Lust hat sich zu streiten und es angenehmer ist sich die Bestätigung aus der eigenen Bubble zu holen, im Internet findet man auch immer irgendwen der einem recht gibt.  :P

Ich weiß ja nicht in welchen Kreisen du verkehrst
Ich glaube er hat einfach nur social medie Meldungen zitiert. :D


Edit: Weil ich das vorhin noch gesehen habe, aktuell gibt es ja auch wieder einen Haushaltsstreit, habe mich schon gefragt was genau da wohl versteckt ist, da scheinen wohl einige Posten nicht zu passen und es könnte wieder geklagt werden.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeshaushalt-158.html
"Die dritte Maßnahme, ein Darlehen an die Autobahn GmbH, ist ebenfalls rechtlich problematisch, weil es kein "verdeckter Zuschuss" sein dürfe. Diskutiert wurde bei der rechtlichen Prüfung, ob bei diesem Darlehen, auch genannt finanzielle Transaktion, die Autobahn GmbH je das Darlehen wieder zurückzahlen könnte, weil sie überhaupt keine Einnahmen hat. "  :D

Wenn man so trickst muss man sich nicht wundern wenn Vertrauen verloren geht. Ich glaube Bitcoin Reserven wurden neulich auch verkauft, mich würde wirklich mal eine Aufstellung von allen Anteilen und festgelegten Geldern interessieren die jetzt für diesen Haushalt geopfert wurden. Das alles hat man dann schön in die Zeit der EM und Olympia gelegt. Lindners Alleingang ist natürlich auch nicht so nett, mal sehen wo die dann noch die fehlenden Milliarden hernehmen.

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/lindner-haushalt-2025-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 05.August 2024, 07:10:18
Ich zitiere mal Weidel :"Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen."

Da ist genau die richtige Person zitiert. Die das aufgreift und so zurechtdreht, als würde jemand ihr sowie ihrem Fanclub ihr Schnitzel wegnehmen wollen. Was sie macht, ist ein billiger Trick, um auf Stimmen- und Stimmungsfang gehen zu wollen. Politik wie Stammtisch. Anscheinend erfolgreich. 

Ich esse übrigens selbst Schnitzel. Aber hinter jedem Pups einen Angriff aufs Schnitzel sehen zu wollen -- das geht nur, wenn man entsprechend getriggert ist. Übrigens sowieso ein ganz wichtiges Anliegen, dieses Schnitzel. Die Welt könnte brennen, Hauptsache Schnitzel. Aber gut, andere hatten schon mal mit Dönerpreisbremsen kokettiert. Von daher: passt. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 05.August 2024, 09:56:51
Ich zitiere mal Weidel :"Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen."

Da ist genau die richtige Person zitiert. Die das aufgreift und so zurechtdreht, als würde jemand ihr sowie ihrem Fanclub ihr Schnitzel wegnehmen wollen. Was sie macht, ist ein billiger Trick, um auf Stimmen- und Stimmungsfang gehen zu wollen. Politik wie Stammtisch. Anscheinend erfolgreich. 

Ich esse übrigens selbst Schnitzel. Aber hinter jedem Pups einen Angriff aufs Schnitzel sehen zu wollen -- das geht nur, wenn man entsprechend getriggert ist. Übrigens sowieso ein ganz wichtiges Anliegen, dieses Schnitzel. Die Welt könnte brennen, Hauptsache Schnitzel. Aber gut, andere hatten schon mal mit Dönerpreisbremsen kokettiert. Von daher: passt. :D


Es gibt einen Teil der Veganer und ein Narrativ in den Medien, die Fleischkonsum komplett für alle einstellen wollen. So kommt die Aussage von Weidel zustande. Sie sagt eben nicht, dass sie nicht will, dass es vegane Bratwurst gibt, sondern eben dass sie ihr Schnitzel behalten will.
Cem Özdemir hat ja im Februar eine "Fleischsteuer" einführen wollen. Das sind Dinge, mit denen man Fleischkonsum "sanft" verbieten will. Um das Tierwohl geht es dabei nicht, das könnte man über Gesetze zum Tierschutz machen, sondern generell darum, das die Leute kein Fleisch mehr essen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.August 2024, 10:26:34
Wobei so eine Fleischsteuer ja sinnvoll wäre, wenn das damit eingetriebene Geld landwirtschaftliche Betriebe bei der Transformation zu ökologischer Landwirtschaft und mehr Tierwohl unterstützen würde. Gleichzeitig würde man damit den Fleischkonsum senken (nicht verbieten), was wiederum mit Blick auf die ökologischen Auswirkungen der Viehzucht und die gesundheitlichen des übermäßigen Fleischkonsums positiv einzahlen würde. Einer Illusion braucht man sich jedenfalls nicht hingeben: Dass die derzeitig in Deutschland konsumierten Fleischmengen auch nur ansatzweise nachhaltig und tiergerecht produziert werden können. Da braucht man keinen fingierten Kulturkampf ums Schnitzel ausrufen, sondern muss sich einfach nur ein wenig mit der Materie beschäftigen. Im Übrigen ist es genauso falsch, dabei einfach mit dem Finger auf die Landwirte zu zeigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 05.August 2024, 11:14:33
Wobei so eine Fleischsteuer ja sinnvoll wäre, wenn das damit eingetriebene Geld landwirtschaftliche Betriebe bei der Transformation zu ökologischer Landwirtschaft und mehr Tierwohl unterstützen würde. Gleichzeitig würde man damit den Fleischkonsum senken (nicht verbieten), was wiederum mit Blick auf die ökologischen Auswirkungen der Viehzucht und die gesundheitlichen des übermäßigen Fleischkonsums positiv einzahlen würde. Einer Illusion braucht man sich jedenfalls nicht hingeben: Dass die derzeitig in Deutschland konsumierten Fleischmengen auch nur ansatzweise nachhaltig und tiergerecht produziert werden können. Da braucht man keinen fingierten Kulturkampf ums Schnitzel ausrufen, sondern muss sich einfach nur ein wenig mit der Materie beschäftigen. Im Übrigen ist es genauso falsch, dabei einfach mit dem Finger auf die Landwirte zu zeigen.


Würde die Fleischsteuer eingeführt, wird das Geld sicherlich nicht unbedingt zweckgebunden eingesetzt. Und selbst wenn, ginge das Geld erstmal an den Staat der es verteilt. Einfacher wäre es : Anforderungen erhöhen. Die höheren Kosten führen automatisch zu höheren Preisen, aber das Tierwohl ist gesichert. Ohne Bürokratie, die Geld verteilt. Dass weniger und teureres Fleisch mit besserer Haltung und Qualität sinnvoll ist, das bestreitet auch kaum ein Fleischkonsument. Gefühlt essen viele Menschen jeden Tag Fleisch. Übrigens am besten versorgen könnte man die Menschheit mit moderatem Fleischkonsum. Es gibt nämlich Gebiete, die sind für Ackerbau eher ungeeignet, aber extensive Weidehaltung wäre möglich. Das wird nicht genug Fleisch abwerfen, dass jeder den ganzen Tag Fleisch essen kann, das muss es aber auch nicht. Hier kommt die Senkung des Fleischkonsums über höhere Marktpreise ohne Steuer durch Angebot und Nachfrage ins Spiel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 05.August 2024, 15:44:50
Ich zitiere mal Weidel :"Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen."

Da ist genau die richtige Person zitiert. Die das aufgreift und so zurechtdreht, als würde jemand ihr sowie ihrem Fanclub ihr Schnitzel wegnehmen wollen. Was sie macht, ist ein billiger Trick, um auf Stimmen- und Stimmungsfang gehen zu wollen. Politik wie Stammtisch. Anscheinend erfolgreich. 

Ich esse übrigens selbst Schnitzel. Aber hinter jedem Pups einen Angriff aufs Schnitzel sehen zu wollen -- das geht nur, wenn man entsprechend getriggert ist. Übrigens sowieso ein ganz wichtiges Anliegen, dieses Schnitzel. Die Welt könnte brennen, Hauptsache Schnitzel. Aber gut, andere hatten schon mal mit Dönerpreisbremsen kokettiert. Von daher: passt. :D
Kommt ja auch immer auf das Thema an, bestimmte Artikel und Feststellungen sind ja wirklich ein Versuch Meinungen zu etablieren und Gesellschaftsfähig zu machen, da kommen erst Gespräche und wenn man lange genug darüber geredet hat kommt eine Änderung, wahrscheinlich gehen die Leute deswegen so auf die Palme und wollen bei Schritt 1 ein Stoppschild setzen bevor irgendwann Schritt 5 kommt und sie nichts mehr ändern können.
Das Gerede über Regelungen zum Fleisch wird ja für manche wirklich ein Versuch sein eine komplette Ernährungsumstellung anzustoßen weil die es nicht verstehen können,dass andere gerne mal Schnitzel oder Bratwurst essen.

Wobei so eine Fleischsteuer ja sinnvoll wäre, wenn das damit eingetriebene Geld landwirtschaftliche Betriebe bei der Transformation zu ökologischer Landwirtschaft und mehr Tierwohl unterstützen würde. Gleichzeitig würde man damit den Fleischkonsum senken (nicht verbieten), was wiederum mit Blick auf die ökologischen Auswirkungen der Viehzucht und die gesundheitlichen des übermäßigen Fleischkonsums positiv einzahlen würde. Einer Illusion braucht man sich jedenfalls nicht hingeben: Dass die derzeitig in Deutschland konsumierten Fleischmengen auch nur ansatzweise nachhaltig und tiergerecht produziert werden können. Da braucht man keinen fingierten Kulturkampf ums Schnitzel ausrufen, sondern muss sich einfach nur ein wenig mit der Materie beschäftigen. Im Übrigen ist es genauso falsch, dabei einfach mit dem Finger auf die Landwirte zu zeigen.

Die Inflation hat Fleisch schon sehr viel teurer werden lassen, viele Menschen werden sich das jetzt schon nicht mehr wie vorher leisten können, wenn du auf der einen Seite willst, das Lanwirte ökologisch produzieren, muss es auf der anderen Seite ja noch möglich sein das auch zu kaufen,ansonsten wird das Fleisch eben importiert und die regionale Erzeugung verschwindet. Ich wäre aber schon bei dir entsprechende Abgaben zweckgebunden zu verwenden.

Würde die Fleischsteuer eingeführt, wird das Geld sicherlich nicht unbedingt zweckgebunden eingesetzt. Und selbst wenn, ginge das Geld erstmal an den Staat der es verteilt. Einfacher wäre es : Anforderungen erhöhen. Die höheren Kosten führen automatisch zu höheren Preisen, aber das Tierwohl ist gesichert. Ohne Bürokratie, die Geld verteilt. Dass weniger und teureres Fleisch mit besserer Haltung und Qualität sinnvoll ist, das bestreitet auch kaum ein Fleischkonsument. Gefühlt essen viele Menschen jeden Tag Fleisch. Übrigens am besten versorgen könnte man die Menschheit mit moderatem Fleischkonsum. Es gibt nämlich Gebiete, die sind für Ackerbau eher ungeeignet, aber extensive Weidehaltung wäre möglich. Das wird nicht genug Fleisch abwerfen, dass jeder den ganzen Tag Fleisch essen kann, das muss es aber auch nicht. Hier kommt die Senkung des Fleischkonsums über höhere Marktpreise ohne Steuer durch Angebot und Nachfrage ins Spiel.
Man hat ja die Proteste der Landwirte gesehen, die mussten die letzten 20 Jahre  Änderungen umsetzen und umstellen und da ist anscheinend das Limit erreicht, da muss man sich irgendwann überlegen ob man solche Betriebe noch im Land haben will.Wenn man das weiter denkt müsste man wirklich Importe verbieten/hoch besteuern und wenn das Schnitzel für viele zu teuer ist und die sich das z.B nur einmal im Monat leisten können, hätte Weidel ja eigentlich recht.  :D


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 05.August 2024, 16:30:17
Ich zitiere mal Weidel :"Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen."

Da ist genau die richtige Person zitiert. Die das aufgreift und so zurechtdreht, als würde jemand ihr sowie ihrem Fanclub ihr Schnitzel wegnehmen wollen. Was sie macht, ist ein billiger Trick, um auf Stimmen- und Stimmungsfang gehen zu wollen. Politik wie Stammtisch. Anscheinend erfolgreich. 

Ich esse übrigens selbst Schnitzel. Aber hinter jedem Pups einen Angriff aufs Schnitzel sehen zu wollen -- das geht nur, wenn man entsprechend getriggert ist. Übrigens sowieso ein ganz wichtiges Anliegen, dieses Schnitzel. Die Welt könnte brennen, Hauptsache Schnitzel. Aber gut, andere hatten schon mal mit Dönerpreisbremsen kokettiert. Von daher: passt. :D


Es gibt einen Teil der Veganer und ein Narrativ in den Medien, die Fleischkonsum komplett für alle einstellen wollen. So kommt die Aussage von Weidel zustande. Sie sagt eben nicht, dass sie nicht will, dass es vegane Bratwurst gibt, sondern eben dass sie ihr Schnitzel behalten will.
Cem Özdemir hat ja im Februar eine "Fleischsteuer" einführen wollen. Das sind Dinge, mit denen man Fleischkonsum "sanft" verbieten will. Um das Tierwohl geht es dabei nicht, das könnte man über Gesetze zum Tierschutz machen, sondern generell darum, das die Leute kein Fleisch mehr essen.

Geworben ist was anderes als einführen wollen. Mal davon ab, dass die Idee vom Bauernverband kam und er es nur als klugen Vorschlag bezeichnet hat. Daraus machen die Medien wie Bild usw. dann natürlich gleich eine Schlagzeile, dass Özdemir die Fleischsteuer will und die AFD macht daraus dann die Grünen wollen uns Fleisch verbieten. Genau so ist Weidels Aussage einzuordnen. Klassicher Populismus und Bauernfängerei. Hauptsache man möchte das Narrativ der Grünen die alles verbieten wollen weiter aufrecht erhalten.
Mal davon ab ist es nicht verkehrt Fleisch teurer zu machen und Qualität statt Quantität zu fördern. Im Ausland überleben sie auch obwohl Fleisch deutlich teurer ist als bei uns.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.August 2024, 20:02:06
Im Ausland überleben sie auch obwohl Fleisch deutlich teurer ist als bei uns.
Die zahlen dann aber weniger Steuern oder es sind andere Dinge günstiger, wie zB. Strom.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 05.August 2024, 21:34:47
Ich zitiere mal Weidel :"Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen."

Da ist genau die richtige Person zitiert. Die das aufgreift und so zurechtdreht, als würde jemand ihr sowie ihrem Fanclub ihr Schnitzel wegnehmen wollen. Was sie macht, ist ein billiger Trick, um auf Stimmen- und Stimmungsfang gehen zu wollen. Politik wie Stammtisch. Anscheinend erfolgreich. 

Ich esse übrigens selbst Schnitzel. Aber hinter jedem Pups einen Angriff aufs Schnitzel sehen zu wollen -- das geht nur, wenn man entsprechend getriggert ist. Übrigens sowieso ein ganz wichtiges Anliegen, dieses Schnitzel. Die Welt könnte brennen, Hauptsache Schnitzel. Aber gut, andere hatten schon mal mit Dönerpreisbremsen kokettiert. Von daher: passt. :D


Es gibt einen Teil der Veganer und ein Narrativ in den Medien, die Fleischkonsum komplett für alle einstellen wollen. So kommt die Aussage von Weidel zustande. Sie sagt eben nicht, dass sie nicht will, dass es vegane Bratwurst gibt, sondern eben dass sie ihr Schnitzel behalten will.
Cem Özdemir hat ja im Februar eine "Fleischsteuer" einführen wollen. Das sind Dinge, mit denen man Fleischkonsum "sanft" verbieten will. Um das Tierwohl geht es dabei nicht, das könnte man über Gesetze zum Tierschutz machen, sondern generell darum, das die Leute kein Fleisch mehr essen.

Es gibt eine Tabaksteuer, es gibt eine Alkoholsteuer, beides wird weiter konsumiert. Wurde das auch als "sanft" verbieten bezeichnet?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.August 2024, 22:09:37
Ich wusste noch gar nicht, dass Alkohol und Tabak zu den Grundnahrungsmitteln zählen :o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 05.August 2024, 22:25:19
Ich zitiere mal Weidel :"Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen."

Da ist genau die richtige Person zitiert. Die das aufgreift und so zurechtdreht, als würde jemand ihr sowie ihrem Fanclub ihr Schnitzel wegnehmen wollen. Was sie macht, ist ein billiger Trick, um auf Stimmen- und Stimmungsfang gehen zu wollen. Politik wie Stammtisch. Anscheinend erfolgreich. 

Ich esse übrigens selbst Schnitzel. Aber hinter jedem Pups einen Angriff aufs Schnitzel sehen zu wollen -- das geht nur, wenn man entsprechend getriggert ist. Übrigens sowieso ein ganz wichtiges Anliegen, dieses Schnitzel. Die Welt könnte brennen, Hauptsache Schnitzel. Aber gut, andere hatten schon mal mit Dönerpreisbremsen kokettiert. Von daher: passt. :D
Kommt ja auch immer auf das Thema an, bestimmte Artikel und Feststellungen sind ja wirklich ein Versuch Meinungen zu etablieren und Gesellschaftsfähig zu machen, da kommen erst Gespräche und wenn man lange genug darüber geredet hat kommt eine Änderung, wahrscheinlich gehen die Leute deswegen so auf die Palme und wollen bei Schritt 1 ein Stoppschild setzen bevor irgendwann Schritt 5 kommt und sie nichts mehr ändern können.
Das Gerede über Regelungen zum Fleisch wird ja für manche wirklich ein Versuch sein eine komplette Ernährungsumstellung anzustoßen weil die es nicht verstehen können,dass andere gerne mal Schnitzel oder Bratwurst essen.

Wobei so eine Fleischsteuer ja sinnvoll wäre, wenn das damit eingetriebene Geld landwirtschaftliche Betriebe bei der Transformation zu ökologischer Landwirtschaft und mehr Tierwohl unterstützen würde. Gleichzeitig würde man damit den Fleischkonsum senken (nicht verbieten), was wiederum mit Blick auf die ökologischen Auswirkungen der Viehzucht und die gesundheitlichen des übermäßigen Fleischkonsums positiv einzahlen würde. Einer Illusion braucht man sich jedenfalls nicht hingeben: Dass die derzeitig in Deutschland konsumierten Fleischmengen auch nur ansatzweise nachhaltig und tiergerecht produziert werden können. Da braucht man keinen fingierten Kulturkampf ums Schnitzel ausrufen, sondern muss sich einfach nur ein wenig mit der Materie beschäftigen. Im Übrigen ist es genauso falsch, dabei einfach mit dem Finger auf die Landwirte zu zeigen.

Die Inflation hat Fleisch schon sehr viel teurer werden lassen, viele Menschen werden sich das jetzt schon nicht mehr wie vorher leisten können, wenn du auf der einen Seite willst, das Lanwirte ökologisch produzieren, muss es auf der anderen Seite ja noch möglich sein das auch zu kaufen,ansonsten wird das Fleisch eben importiert und die regionale Erzeugung verschwindet. Ich wäre aber schon bei dir entsprechende Abgaben zweckgebunden zu verwenden.

Würde die Fleischsteuer eingeführt, wird das Geld sicherlich nicht unbedingt zweckgebunden eingesetzt. Und selbst wenn, ginge das Geld erstmal an den Staat der es verteilt. Einfacher wäre es : Anforderungen erhöhen. Die höheren Kosten führen automatisch zu höheren Preisen, aber das Tierwohl ist gesichert. Ohne Bürokratie, die Geld verteilt. Dass weniger und teureres Fleisch mit besserer Haltung und Qualität sinnvoll ist, das bestreitet auch kaum ein Fleischkonsument. Gefühlt essen viele Menschen jeden Tag Fleisch. Übrigens am besten versorgen könnte man die Menschheit mit moderatem Fleischkonsum. Es gibt nämlich Gebiete, die sind für Ackerbau eher ungeeignet, aber extensive Weidehaltung wäre möglich. Das wird nicht genug Fleisch abwerfen, dass jeder den ganzen Tag Fleisch essen kann, das muss es aber auch nicht. Hier kommt die Senkung des Fleischkonsums über höhere Marktpreise ohne Steuer durch Angebot und Nachfrage ins Spiel.
Man hat ja die Proteste der Landwirte gesehen, die mussten die letzten 20 Jahre  Änderungen umsetzen und umstellen und da ist anscheinend das Limit erreicht, da muss man sich irgendwann überlegen ob man solche Betriebe noch im Land haben will.Wenn man das weiter denkt müsste man wirklich Importe verbieten/hoch besteuern und wenn das Schnitzel für viele zu teuer ist und die sich das z.B nur einmal im Monat leisten können, hätte Weidel ja eigentlich recht.  :D


Die Inflation hat alles teurer werden lassen, auch Obst und Gemüse zum Beispiel um ca. 20%. Den Bauern geht es bei der Steuer sicher nicht besser, wenn wir das über eine Fleischsteuer lösen. Das Geld, selbst wenn es zweckgebunden verteilt wird, wird vor allem den Großen Betrieben zugute kommen und die Verhältnisse eher noch zementieren als sonstwas. Wir erleben doch sowieso schon bei allen Subventionen für die Landwirtschaft, wie es weniger bei den "kleinen" Bauern ankommt, sondern vor allem bei Großbetrieben und sogar bei ALDI zum Beispiel.


@ Knoxville : Der Bauernverband will ja auch nicht den "kleinen" Bauern helfen, sondern setzt sich für die Großbetriebe ein. Der findet so eine Steuer sicherlich nicht schlimm, weil das an den Konsumenten weitergegeben wird und man so auch eigene Preiserhöhungen tarnen kann. Vor allem ist es eine Ausrede, dass ohne die Steuer die Tierhaltung nicht artgerechter sein kann, obwohl das Quatsch ist. Sie wollen keine besseren Haltungsbedingungen, weil sie ihre Marge halten wollen.


Zum Thema Import : Fleisch importieren im großen Stil ist ja vollkommener Wahnsinn. Grundsätzlich ist es eine schlechte Idee, Lebensmittel quer durch Europa zu fahren, die auch vor Ort hergestellt werden könnten. Ich weiß, dass Ananas in Deutschland nicht wachsen, aber die Kuh ist in Deutschland heimisch, da brauche ich kein Fleisch aus Spanien importieren. Ist auch in Sachen CO2 keine Lösung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 05.August 2024, 23:18:00
Ich wusste noch gar nicht, dass Alkohol und Tabak zu den Grundnahrungsmitteln zählen :o

Beim Alkohol würden wohl viele widersprechen...

Ich höre schon Weidel vor mir: "Beim Bier haben sie es mit dem sanften Verbot versucht, doch wir sind standhaft geblieben! Wir lassen uns den Suff nicht nehmen und auch nicht das Schnitzel!" ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 05.August 2024, 23:43:51
Ich wusste noch gar nicht, dass Alkohol und Tabak zu den Grundnahrungsmitteln zählen :o

Sag das mal z. B. in einem bayerischen Bierzelt. ;)

Ich finde es einfach abwegig, von einer Steuer gleich auf ein Verbot zu schließen. Und darum meine zwei Beispiele.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.August 2024, 09:09:24
Ich finde es einfach abwegig, von einer Steuer gleich auf ein Verbot zu schließen. Und darum meine zwei Beispiele.
Für Leute mit geringem Einkommen wird es dann halt immer schwieriger, sich auch mal was zu gönnen. Wohnen, Autofahren, Reisen, gute Lebensmittel, Fleisch, Kippen und Suff, alles wird immer teurer und diesen Menschen damit weggenommen, auch ganz ohne Verbot. Da muss man sich nicht wundern, wenn die AfD immer stärker wird, auch wenn Weidel maximal populistisch unterwegs ist. Mag sein, dass BSW in dem Revier auch noch wildert, diese Partei ist nur auch keinen Deut besser als die AfD.

Es gibt große Probleme von außen, aber anstatt diese Probleme für die Bürger erträglich zu machen, tut die Ampelregierung - meiner Meinung nach getrieben von den Grünen - das Gegenteil, sie macht den Menschen das Leben noch zusätzlich schwerer.

"Klimageld?" "Och ne, du dummer Bürger, das bekommst du nicht, wir haben doch kein Geld, außerdem müssen wir uns uns einen fetten Inflationsausgleich zu den schon üppigen Diäten gönnen und jetzt halt die Fresse und zahl weiter, sonst bekommst du es mit dem 'Verfassungsschutz' zu tun!"
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.August 2024, 09:30:08
"Klimageld?" "Och ne, du dummer Bürger, das bekommst du nicht, wir haben doch kein Geld, außerdem müssen wir uns uns einen fetten Inflationsausgleich zu den schon üppigen Diäten gönnen und jetzt halt die Fresse und zahl weiter, sonst bekommst du es mit dem 'Verfassungsschutz' zu tun!"

Und das ist von den Grünen getrieben? Interessant.

Das Klimageld ist ein Kernanliegen der Grünen. Die und die SPD wollen schon längst eine schnelle Auszahlung. Aber Lindner sagt, dass das a) erst ab 2025 technisch gehe (woran genau es hakt: keine Ahnung) und b) das über den CO2-Preis eingenommene Geld nicht zweimal ausgegeben werden könne und dieses aktuell in Wärmepumpenförderung, grüne Stahlproduktion, Ausbau der Ladeinfrastruktur usw. fließe. Man kann die Prioritäten hinterfragen und die Ampel für die CO2-Preis-Erhöhung kritisieren, ohne eine Kompensation zu schaffen. Das alles aber den Grünen in die Schuhe zu schieben ist genauso Unsinn, wie wenn ich die FDP als Hauptschuldigen auserkoren hätte. Das ironische ist doch, dass FDP-Wähler keine liberale und Grünen-Wähler keine grüne Politik bekommen. Gefühlt zumindest.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.August 2024, 10:29:56
Ok, ein Absatz reicht also nicht, um die Aussagen zu trennen.

Früher war es jedenfalls deutlich angenehmer mit dir zu diskutieren, jetzt gibt es auch fast nur noch einseitige Polemik.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.August 2024, 13:30:53
Ich habe das auch als sarkastischen Ausdruck in Bezug auf die vorherige Aussage gelesen. Da das nicht richtig ist: Was möchtest du damit sagen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 06.August 2024, 14:18:39

Zum Klimageld : 250 Euro im Jahr. Das ist lachhaft wenig für soviel Bürokratie und Aufwand. Wir reden hier von 20 € pro Monat und Person (maximal). Klar, da kann man sich 2 Schachteln Zigaretten kaufen. Ändert aber nichts grundlegend daran, dass die Kosten für Strom, Heizung und Wohnen viel stärker steigen und getrieben sind von einer falschen Politik der Ampel (vor allem ideologisch durch die Grünen forciert), die damit sogar ihr Ziel (den Klimaschutz) schlechter erreicht als andere Länder der Welt und wo uns das dazu auch noch teurer zu stehen kommt.
https://www.greenpeace.de/klimaschutz/finanzwende/wann-klimageld (https://www.greenpeace.de/klimaschutz/finanzwende/wann-klimageld)



Für Leute mit geringem Einkommen wird es dann halt immer schwieriger, sich auch mal was zu gönnen. Wohnen, Autofahren, Reisen, gute Lebensmittel, Fleisch, Kippen und Suff, alles wird immer teurer und diesen Menschen damit weggenommen, auch ganz ohne Verbot. Da muss man sich nicht wundern, wenn die AfD immer stärker wird, auch wenn Weidel maximal populistisch unterwegs ist. Mag sein, dass BSW in dem Revier auch noch wildert, diese Partei ist nur auch keinen Deut besser als die AfD.

Es gibt große Probleme von außen, aber anstatt diese Probleme für die Bürger erträglich zu machen, tut die Ampelregierung - meiner Meinung nach getrieben von den Grünen - das Gegenteil, sie macht den Menschen das Leben noch zusätzlich schwerer.

"Klimageld?" "Och ne, du dummer Bürger, das bekommst du nicht, wir haben doch kein Geld, außerdem müssen wir uns uns einen fetten Inflationsausgleich zu den schon üppigen Diäten gönnen und jetzt halt die Fresse und zahl weiter, sonst bekommst du es mit dem 'Verfassungsschutz' zu tun!"

Kommt darauf hin, wohin man reisen will. Meine letzte Reise war nach Österreich und das ist ganz gut stemmbar. Zudem ist die Frage erlaubt, ob man jedes Jahr (oder sogar mehrmals im Jahr) verreisen muss. Wohnen wird teurer, weil die Politik schlecht gemacht ist und falsche Anreize gesetzt werden bzw. die Hürden für Neubauten übertrieben sind. Autofahren wird teurer, weil man z.B. billige e-Autos aus China mit Zöllen belegen will (ich dachte e-Autos sind gut fürs Klima), der Staat selbst ordentlich verdient an den Kraftstoffkosten etc. Gute Lebensmittel und Fleisch werden teurer, weil aufgrund Inflation natürlich auch die Erzeugerpreise steigen und der Handel die (zwar abgefedert) weitergibt. Frag dich warum die Erzeugerpreise steigen (und nein eine bessere Tierhaltung ist sicher nicht der Grund). Suff finde ich persönlich gar nicht mal so teuer. Also Alkohol ist in Deutschland verglichen mit anderen Länder noch recht günstig. Auch bei Zigaretten sind wir noch vergleichsweise günstig. An der Grenze zu Holland bekommt man sehr gut mit, wieviel Zigaretten und Alkohol z.B. in Holland kosten und das ist schon extrem dort.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.August 2024, 18:19:27
Ok, ein Absatz reicht also nicht, um die Aussagen zu trennen.

Früher war es jedenfalls deutlich angenehmer mit dir zu diskutieren, jetzt gibt es auch fast nur noch einseitige Polemik.

Das ist insofern ironisch, als dass der von mir zitierte Teil deines Postings hoch polemisch ist.

Und nein, mir war nicht klar, dass das mit dem von dir vorab Geschriebenen nichts zu tun hat. Ich hatte dein Posting als zusammenhängend interpretiert: Antwort auf Herrn Rossi, Bezugnahme auf die aktuelle Politik und polemische Replik darauf. War dann eben eine Fehlinterpretation, sowas passiert. 🤷‍♂️

@TNDO: Ob das Klimageld das richtige Mittel ist, ist sicher diskutabel. Ich denke, wir sind uns einig, dass es jedenfalls Quatsch ist, den CO2-Preis zu erhöhen (wo eh schon alles teurer wird), ohne für eine entsprechende Entlastung zu sorgen.

Einfacher wäre es : Anforderungen erhöhen. Die höheren Kosten führen automatisch zu höheren Preisen, aber das Tierwohl ist gesichert.
Dass es nicht zweckgebunden eingesetzt würde, ist spekulativ. Abgesehen davon war genau das mein Vorschlag. Die Idee dahinter: Anreize schaffen. Ob das jetzt in der Form sinnvoll wäre oder anders, sei mal dahingestellt. Die Anforderungen einfach zu erhöhen, würde a) die Bauern noch mehr auf die Barrikaden treiben und b) wäre doch genau die grüne Verbotspolitik, gegen die hier sonst so gerne opponiert wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: karenin am 06.August 2024, 20:42:19
Ganze ehrlich signor: "Getrieben von den Grünen" während einzig und allein deine eigene Partei verhindert, instrumentalisiert und sich querstellt bis was am Ende rauskommt gequirrlte Scheiße ist.
Einzige was man den Grünen vorwerfen kann ist das sie sich von diesem durch und durch sich selbst zuarbeitenden Lindner auf der Nase rumtanzen lassen der seinen Posten seit Beginn dieser Regierung als Profilierungsplattform ansieht und sonst gar nix.
Ich weiß nicht was du hier in einem Forum mit deinem Komischen Grünen bashing vorhast, es liest sich wirklich so lächerlich, weltfremd und komplett vorbei an jedem Fetzen Information den wir aus Berlin bekommen, dass ich bezweifle das dir das nicht klar wäre. Also ist es einfach ein bisschen Ragebait? In so kleiner Runde im Forum?

Andererseits, es funktionerit ja. CDU zerstört von vorn bis hinten den Staat, Infrastruktur, Bildung, Wirtschaft (den VOLKSwirtschaft Teil jedenfalls und nicht DAX Firmen), und ganz direkt ist auch der Status quo der bei den Bauernprotesten angeprangert wurde ihre schuld. Aber klar, es sind die Grünen auf die eingeschlagen wird (nicht mal nur sprichwörtlich, bei mir im Süden wurde eine buchstäblich zusammengeschlagen, Auto zerstört und Zusammenkünfte gewaltbereit verhindert), gleichzeitig haben CDUler Vorträge AUF den Kundgebungen gehalten und ganz direkt Zustände angeprangert und den Grünen zugeschoben für die sie selber schuld tragen. Und keiner, wirklich keiner hat das in Frage gestellt. Das war wirklich das lächerlichste das ich bisher gesehen habe. Das ist denke ich die Zusammenfassung wie es bei uns Politisch aussieht.

Die tatsächliche Qual für mich ist daher, es gibt keine Mechanismen mehr die Automatisch greifen und sowas Ausortieren, Schrei halt einfach nur lange genug, dann fragt auch niemand mehr wieso du 1h vorher noch das Gegenteil behauptet hast. (Ich bin dafür das södern zu nennen.) Generell ist das ja aber anscheinend wie moderne Politik arbeitet, und damit habe ich ehrlich nur noch wenig am Hut. Spaßeshalber sage ich mir inzwischen, soll die AFD doch mal Regieren, übler als dieser Selbstdarsteller Lindner, oder einer Regierung die nur noch Konzernen zuarbeitet (CDU Jahrzehnte lang) während das Land selbst völlig stagniert in jeglicher Entwicklung, kann es nicht werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 06.August 2024, 21:51:35
@TNDO: Ob das Klimageld das richtige Mittel ist, ist sicher diskutabel. Ich denke, wir sind uns einig, dass es jedenfalls Quatsch ist, den CO2-Preis zu erhöhen (wo eh schon alles teurer wird), ohne für eine entsprechende Entlastung zu sorgen.

Einfacher wäre es : Anforderungen erhöhen. Die höheren Kosten führen automatisch zu höheren Preisen, aber das Tierwohl ist gesichert.
Dass es nicht zweckgebunden eingesetzt würde, ist spekulativ. Abgesehen davon war genau das mein Vorschlag. Die Idee dahinter: Anreize schaffen. Ob das jetzt in der Form sinnvoll wäre oder anders, sei mal dahingestellt. Die Anforderungen einfach zu erhöhen, würde a) die Bauern noch mehr auf die Barrikaden treiben und b) wäre doch genau die grüne Verbotspolitik, gegen die hier sonst so gerne opponiert wird.


Wenn für alle dieselben Regeln gelten, dann haben die Bauern da auch keinen Nachteil von. Das hat auch nichts mit Verbotspolitik zu tun, wenn man Mindeststandards einführt. Oder wollen wir etwa Küken schreddern wieder erlauben? Man muss nur die Schlupflöcher schließen (die es auch beim Küken Schreddern gibt).


Zum Klimageld : Grundsätzlich ist die CO2-Besteuerung ja kein schlechtes Mittel, besteuert sie schließlich ja den Ausstoß. Allerdings haben "ärmere" Haushalte trotz kleinerem CO2-Abdruck trotzdem mehr darunter zu leiden, weil z.B. sie für Heizen einen größeren Teil ihres Einkommens ausgeben als "Wohlhabende". Und die Milliarden an CO2-Einnahmen gehen in Maßnahmen, die den schwächsten in der Gesellschaft eher nicht zugute kommen. Die können sich schlicht und ergreifend keine Wärmepumpe einbauen lassen oder ein Elektroauto kaufen. Es ist halt die Frage, warum Geld aus diesen Einnahmen in die Bahninfrastruktur verpufft (die auch schon anders mit Milliarden gefördert wird). Wie gesagt, es ist für mich kein "bloss keine Energiewende", sondern ein "wie kriegen wir vernünftig eine Energiewende hin".



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.August 2024, 09:15:58
Mir ging es genau darum: Das Framing als "Verbotspolitik" ist grundsätzlich Unsinn. Das Anheben der Ansprüche an die Tierhaltung käme dem Verbot bestimmter Haltungsformen und -praktiken gleich. Die Anschnallpflicht ist ein Verbot, ohne Gurt zu fahren. Es gibt mehr als genug Beispiele, wie unser Leben rechtlichen Einschränkungen und Regulierungen unterliegt. Das alles ist schlicht eine Frage des Framings.

Zum Klimageld: Deswegen schrieb ich ja gestern, dass man die Prioritäten der Ampel infrage stellen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.August 2024, 13:19:13
Mal sehen: "Grünen bashing", "lächerlich", "weltfremd", "Ragebait". Gefolgt von FDP/Lindner/CDU/CSU/Söder-bashing. Voll mein Humor  O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 08.August 2024, 22:37:24
Für Leute mit geringem Einkommen wird es dann halt immer schwieriger, sich auch mal was zu gönnen. Wohnen, Autofahren, Reisen, gute Lebensmittel, Fleisch, Kippen und Suff, alles wird immer teurer und diesen Menschen damit weggenommen, auch ganz ohne Verbot. Da muss man sich nicht wundern, wenn die AfD immer stärker wird, auch wenn Weidel maximal populistisch unterwegs ist. Mag sein, dass BSW in dem Revier auch noch wildert, diese Partei ist nur auch keinen Deut besser als die AfD.
Ist schon ein sehr guter Punkt, gefühlt ist das Maß der Belastungen die die Menschen bereit sind zu akzeptieren voll, also wenn man Änderungen ,wie z.B die von Özdemir, ins Spiel bringt muss man es entwerder so machen dass es keine Mehrbelastung gibt oder es gut erklären und so verpacken, das es trotzdem als sinnvoll gesehen wird. Die Gelder zweckgebunden zu verwenden könnte so ein Weg sein, aber es wird, wie oft bei solchen Steuern, einfach darum gehen, eine neie Einnahmequelle zu erschließen um einen Teil in den bodenlosen Haushalt zu werfen.

Ein Aspekt der auch untergeht ist ja, dass man schon selbst viel freiwillig machen kann, es gibt z.B bei den Milchprodukten ja auch sowas wie Weidemilch, bei der die Haltung für die Tiere angenehmer ist weil die viel auf der Weide stehen. Kostet dann nur 1-2 Euro mehr.
Da ist schon etwas auffällig, dass einige Menschen die gerne mit dem Zeigefinger ankommen nicht wirklich danach Leben was sie gerne für andere geändert haben wollen.
Dazu auch passend ein Kommentar aus den Tagesthemen, der zwar schon ein paar Jahre alt ist aber auch bezeichnend für die Debatte um Erhöhungen von Lebensmitteln oder Fliegen ist, der Kommentator geht nämlich nach wie vor gerne im Urlaub Tauchen und läuft da auch nicht hin.  :P https://x.com/tagesthemen/status/1155947222896242688
Solche Beispiele gibt es auch recht häufig, von der letzten Generation sind ja auch welche nach Bali geflogen, Menschen fordern den Umstieg auf E Autos oder Wärmepumpe, fahren aber selbst noch mit Benziner oder Heizen mit Gas oder Öl.
Baerbock ist zur EM ja auch schnell noch per Kurzstreckenflug zum Deutschlanspiel gereist, so lange sowas vorkommt und in dem Fall Klimawandel und auch Nachtflugverbot total egal sind muss man keinem aus der "Unterschicht" etwas erzählen, schlimm genug,dass die  Politik Tickets gestellt bekommt für die die normalen Leute in eine Auslosung mussten.  :D
https://www.focus.de/politik/deutschland/nach-deutschland-spiel-in-frankfurt-gruene-beharren-auf-nachtflugverbot-ausgerechnet-baerbock-hebt-trotzdem-ab_id_260100417.html

Das Klimageld ist ein Kernanliegen der Grünen. Die und die SPD wollen schon längst eine schnelle Auszahlung. Aber Lindner sagt, dass das a) erst ab 2025 technisch gehe (woran genau es hakt: keine Ahnung) und b) das über den CO2-Preis eingenommene Geld nicht zweimal ausgegeben werden könne und dieses aktuell in Wärmepumpenförderung, grüne Stahlproduktion, Ausbau der Ladeinfrastruktur usw. fließe. Man kann die Prioritäten hinterfragen und die Ampel für die CO2-Preis-Erhöhung kritisieren, ohne eine Kompensation zu schaffen. Das alles aber den Grünen in die Schuhe zu schieben ist genauso Unsinn, wie wenn ich die FDP als Hauptschuldigen auserkoren hätte. Das ironische ist doch, dass FDP-Wähler keine liberale und Grünen-Wähler keine grüne Politik bekommen. Gefühlt zumindest.
Ich denke beim Klimageld haben sich alle drei Parteien darauf geeinigt es unter den Tisch fallen zu lassen, es war bei allen ein Wahlkampfversprechen das finanziell nicht umzusetzen war und das Geld,dass sie uns wegnehmen bekommt man ja eh nicht raus,darum die Ausrede mit der technischen Machbarkeit.
Wird schon lustig wenn sie es nächstes mal auch wieder in den Wahlkampf einbauen.   ;D

Ganze ehrlich signor: "Getrieben von den Grünen" während einzig und allein deine eigene Partei verhindert, instrumentalisiert und sich querstellt bis was am Ende rauskommt gequirrlte Scheiße ist.
Einzige was man den Grünen vorwerfen kann ist das sie sich von diesem durch und durch sich selbst zuarbeitenden Lindner auf der Nase rumtanzen lassen der seinen Posten seit Beginn dieser Regierung als Profilierungsplattform ansieht und sonst gar nix.
Hast du ein paar Beispiele für Gesetze die von den Grünen beschlossen worden wären und die das Leben der Menschen verbessern würden wenn die FDP nicht da wäre? Mein Eindruck ist eher,dass die schon sehr viel durchgesetzt bekommen und sich die FDP bei vielen Themen überstimmen lässt. Tempolimit fällt mir gerade ein aber da hat ja auch nicht wirklich jemand was von.

Bestimmte politische Fehler die ich jetzt Merkel zuschreiben würde hätten die Grünen auch so oder schneller gemacht, Beispielweise haben die ja damals den Atomausstieg angestoßen.

Mir ging es genau darum: Das Framing als "Verbotspolitik" ist grundsätzlich Unsinn. Das Anheben der Ansprüche an die Tierhaltung käme dem Verbot bestimmter Haltungsformen und -praktiken gleich. Die Anschnallpflicht ist ein Verbot, ohne Gurt zu fahren. Es gibt mehr als genug Beispiele, wie unser Leben rechtlichen Einschränkungen und Regulierungen unterliegt. Das alles ist schlicht eine Frage des Framings.

Zum Klimageld: Deswegen schrieb ich ja gestern, dass man die Prioritäten der Ampel infrage stellen kann.
Findest du nicht, dass die Regulierung in allen möglichen Bereichen in den letzten,sagen wir 10,Jahren stark zugenommen hat? Man redet ja immer über den Bürokratieabbau und trotzdem kommen ständig neue Vorschriften dazu. Zum Gurt z.B,da gab von der EU auch tolle neue Vorschriften,dass Hersteller jetzt alle möglichen Assistenzsysteme verbauen müssen, heißt in Zukunft wird es keine abgespeckten Versionen von Fahrzeugen mehr geben und man darf mehr Geld ausgeben.
https://www.zdf.de/nachrichten/ratgeber/auto-fahrassistenzsysteme-eu-pflicht-neuwagen-100.html
Da kann man sich jetzt freuen,dass die Politik für einen entschieden hat oder man ärgert sich weil einen entweder das gepiepe beim fahren nervt oder man sich kein neues Auto leisten kann.  :P
Ich bin da mal gespannt wie weit das Ganze noch geht, ob irgendwann mal Schluß ist oder ob geregelt wird bis alles potentiell schädliche Verboten/zu teuer und keine Kritik mehr erlaubt ist.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 08.August 2024, 23:08:51
Zitat
Baerbock ist zur EM ja auch schnell noch per Kurzstreckenflug zum Deutschlanspiel gereist, so lange sowas vorkommt und in dem Fall Klimawandel und auch Nachtflugverbot total egal sind muss man keinem aus der "Unterschicht" etwas erzählen, schlimm genug,dass die  Politik Tickets gestellt bekommt für die die normalen Leute in eine Auslosung mussten.  :D
https://www.focus.de/politik/deutschland/nach-deutschland-spiel-in-frankfurt-gruene-beharren-auf-nachtflugverbot-ausgerechnet-baerbock-hebt-trotzdem-ab_id_260100417.html

Das hatten wir hier meine ich schon besprochen. Baerbock musste am nächsten Vormittag von Luxemburg an die Levante fliegen. Mit Scholz musste ein zweites Flugzeug nach Frankfurt fliegen. Dieses Flugzeug hat Baerbock dann an die Levante geflogen.
Natürlich hätte Baerbock auch mit dem Zug von Berlin nach Luxemburg fahren können, der Flieger wäre genauso geflogen. Auch wenn ich wenig von den Besuchen beim Fußballspiel halte, hier hat die Opposition halt mal wieder eine Gelegenheit genutzt, um ein bisschen an den Fakten vorbei Stimmung zu machen. Weils so schön ins Bild passt, bleibt halt nur die Hetze hängen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 09.August 2024, 01:29:47
Zitat
Baerbock ist zur EM ja auch schnell noch per Kurzstreckenflug zum Deutschlanspiel gereist, so lange sowas vorkommt und in dem Fall Klimawandel und auch Nachtflugverbot total egal sind muss man keinem aus der "Unterschicht" etwas erzählen, schlimm genug,dass die  Politik Tickets gestellt bekommt für die die normalen Leute in eine Auslosung mussten.  :D
https://www.focus.de/politik/deutschland/nach-deutschland-spiel-in-frankfurt-gruene-beharren-auf-nachtflugverbot-ausgerechnet-baerbock-hebt-trotzdem-ab_id_260100417.html (https://www.focus.de/politik/deutschland/nach-deutschland-spiel-in-frankfurt-gruene-beharren-auf-nachtflugverbot-ausgerechnet-baerbock-hebt-trotzdem-ab_id_260100417.html)

Das hatten wir hier meine ich schon besprochen. Baerbock musste am nächsten Vormittag von Luxemburg an die Levante fliegen. Mit Scholz musste ein zweites Flugzeug nach Frankfurt fliegen. Dieses Flugzeug hat Baerbock dann an die Levante geflogen.
Natürlich hätte Baerbock auch mit dem Zug von Berlin nach Luxemburg fahren können, der Flieger wäre genauso geflogen. Auch wenn ich wenig von den Besuchen beim Fußballspiel halte, hier hat die Opposition halt mal wieder eine Gelegenheit genutzt, um ein bisschen an den Fakten vorbei Stimmung zu machen. Weils so schön ins Bild passt, bleibt halt nur die Hetze hängen.


Das halte ich für ein Gerücht. Das Flugzeug musste wegen der maximal zulässigen Flugstundenzahl danach nämlich wieder nach Köln zur Basis und dann wieder nach Luxemburg.
https://regionalheute.de/baerbocks-kurzstreckenflug-loeste-weitere-ministrecken-fluege-aus-1721386924/ (https://regionalheute.de/baerbocks-kurzstreckenflug-loeste-weitere-ministrecken-fluege-aus-1721386924/)
https://www.welt.de/politik/deutschland/article252604396/Auf-Baerbocks-EM-Kurzstreckenflug-folgten-noch-weitere-Ministrecken-Fluege.html (https://www.welt.de/politik/deutschland/article252604396/Auf-Baerbocks-EM-Kurzstreckenflug-folgten-noch-weitere-Ministrecken-Fluege.html)
Einfach mal die Fakten anerkennen, dass dieser Flug komplett unsinnig war. Du liegst übrigens auch bei der Strecke falsch. Es geht nicht um Berlin nach Luxemburg, sondern um die Strecke von Frankfurt nach Luxemburg. Ersteres sind knapp 740 km, das zweite nur 260 km (alles per Auto)... Also bitte nicht auf Fakten verweisen ohne die eigenen Aussagen zu checken.


Und um nochmal ein wenig ins Detail zu gehen
https://www.wiwo.de/politik/deutschland/haushalt-abgeordnete-bekommen-2024-kein-geld-mehr-fuer-dienstreisen/29876846.html (https://www.wiwo.de/politik/deutschland/haushalt-abgeordnete-bekommen-2024-kein-geld-mehr-fuer-dienstreisen/29876846.html)
2022 hatte der Bundestag im gesamten Jahr 3,1 mio. für Dienstreisen ausgegeben.
2023 nach 3 Quartalen schon 3,7 mio.
2024 ist nach 7 Monaten kein Geld mehr übrig aus dem Budget
Passt aber wohl nicht in dein Weltbild, dass die Ampel einen scheiße auf CO2-Einsparungen und Umweltschutz gibt, wenn sie selbst die Umweltsünder sind.


Aber Baerbock gibt auch 11.000 Euro pro Monat für ihre Frisur aus.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article252260578/Baerbock-rechtfertigt-Kosten-fuer-Make-up-Ansonsten-sieht-man-aus-wie-ein-Totengraeber.html (https://www.welt.de/politik/deutschland/article252260578/Baerbock-rechtfertigt-Kosten-fuer-Make-up-Ansonsten-sieht-man-aus-wie-ein-Totengraeber.html)
Da war es bei Merkel als Kanzlerin noch günstiger. Wobei man bemerken sollte, dass zumindest 2023 Merkel ihre Kosten wohl immernoch aus Staatsfinanzen beglichen hat.


Die Ampel hat übrigens die Gesamtkosten für Fotographen, Friseurer und Visagisten im Jahr 2022 auf 1,5 mio. Euro gesteigert, was 80% mehr ist als zu Zeiten der Großen Koalition
https://www.n-tv.de/politik/Kanzleramt-bezahlt-Merkels-Friseur-Rechnungen-article24225399.html (https://www.n-tv.de/politik/Kanzleramt-bezahlt-Merkels-Friseur-Rechnungen-article24225399.html)


Du magst die Ampel toll finden, objektiv kannst du deine Position allerdings nicht belegen.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.August 2024, 09:01:10
Findest du nicht, dass die Regulierung in allen möglichen Bereichen in den letzten,sagen wir 10,Jahren stark zugenommen hat?

Doch, aber das hat jetzt mit den Grünen als Partei erstmal gar nichts zu tun.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 12.August 2024, 18:45:50
Das hatten wir hier meine ich schon besprochen. Baerbock musste am nächsten Vormittag von Luxemburg an die Levante fliegen. Mit Scholz musste ein zweites Flugzeug nach Frankfurt fliegen. Dieses Flugzeug hat Baerbock dann an die Levante geflogen.
Natürlich hätte Baerbock auch mit dem Zug von Berlin nach Luxemburg fahren können, der Flieger wäre genauso geflogen. Auch wenn ich wenig von den Besuchen beim Fußballspiel halte, hier hat die Opposition halt mal wieder eine Gelegenheit genutzt, um ein bisschen an den Fakten vorbei Stimmung zu machen. Weils so schön ins Bild passt, bleibt halt nur die Hetze hängen.
Das weiß ich nicht genau, vielleicht ja auch ein Versuch abzulenken und das zu relativieren? Wenn ich weiß, dass ich morgen nach Luxemburg und später nach Israel muss, habe ich heute einfach keine Zeit für ein EM Spiel, schon gar nicht wenn das Klima angelich eine Rolle spielt, Flugzeug würde für normale Bürger ja nicht gehen weil Nachtflugverbot. Es geht mir da auch nicht um den Flug oder den EM Besuch an sich, eher um die Moralische Haltung die viele aus der Ecke an den Tag legen,wenn sogar die Grünen Spitzenleute ab und an selbst nicht daran halten weil sie z.B Lust haben ein Fußballspiel zu gucken sollte man den Zeigefinger vielleicht eher stecken lassen.
Im Vergleich fällt mir dazu Cem Özdemir ein, der zur Minister Ernennung mit dem Fahrrad aufgetaucht ist. :D Wenn die andren Grünen sich mehr so geben und verhalten würden wie er hätten sie weniger Probleme, ihm nehme ich auch durchaus ab,dass es keine symbolische Rad Werbung war sondern er auch sonst ab und an so zur Arbeit fährt.
https://www.youtube.com/watch?v=CMyGO8tV5iY

Aber Baerbock gibt auch 11.000 Euro pro Monat für ihre Frisur aus.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article252260578/Baerbock-rechtfertigt-Kosten-fuer-Make-up-Ansonsten-sieht-man-aus-wie-ein-Totengraeber.html (https://www.welt.de/politik/deutschland/article252260578/Baerbock-rechtfertigt-Kosten-fuer-Make-up-Ansonsten-sieht-man-aus-wie-ein-Totengraeber.html)
Da war es bei Merkel als Kanzlerin noch günstiger. Wobei man bemerken sollte, dass zumindest 2023 Merkel ihre Kosten wohl immernoch aus Staatsfinanzen beglichen hat.


Die Ampel hat übrigens die Gesamtkosten für Fotographen, Friseurer und Visagisten im Jahr 2022 auf 1,5 mio. Euro gesteigert, was 80% mehr ist als zu Zeiten der Großen Koalition
https://www.n-tv.de/politik/Kanzleramt-bezahlt-Merkels-Friseur-Rechnungen-article24225399.html (https://www.n-tv.de/politik/Kanzleramt-bezahlt-Merkels-Friseur-Rechnungen-article24225399.html)
Da muss man aber auch fairerweise sagen,dass es auch Politiker anderer Parteien gibt die dafür sehr oder zu viel Geld ausgeben. Sollte aber auch von jedem aus eigener Tasche bezahlt werden,dass Grehalt ist ja hoch genug, kann mir nicht vorstellen,dass die Kosten so hoch ausfallen wüden wenn das der Fall wäre.

Doch, aber das hat jetzt mit den Grünen als Partei erstmal gar nichts zu tun.
Es ist ja schon ein interessantes Phänomen, dass viele Verbote schnell den Grünen zugeschrieben werden, auch Richtlinien und Gesetze die aus der EU kommen.Wird auch mehere Gründe haben. Den Ruf haben sie aber nun einmal.

Vor ein paar Tagen kam auch ein Bericht über eine mögliche CO2 Abgabe für Holzheizungen raus, Habeck hat dann später dementiert und abgestritten,dass so etwas geplant ist. Würde mich nicht wundern wenn wir das in Zukunft noch sehen werden und das jetzt wegen der Landtagswahlen nur zum falschen Zeitpunkt rauskam.
https://www.fr.de/wirtschaft/holzheizungen-als-klimakiller-bericht-zu-co-abgabe-habeck-ministerium-reagiert-93236119.html

Aktuelle Umfragen zu den Wahlen in Sachsen und Thüringen: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-extra-sachsen-thueringen-100.html Mal sehen wie sich das BSW gegenüber der AfD verhält und ob Grüne und/oder SPD in Sachsen rausfliegen. Eine Regierungsbildung wird da nicht einfach.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 12.August 2024, 19:30:47
@TNDO: Vielen Dank für die Info, das hatte ich nicht mitbekommen. Dann sieht die Sache natürlich anders aus, auch wenn es wohl auch nicht ganz klar ist, wie viel Baerbock von diesem Extraflug mitbekommen hatte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.August 2024, 10:30:30
https://taz.de/Aufhebung-des-Compact-Verbots/!6026955/
Ein schöner Artikel zur Aufhebung des Compact-Verbots. Typisch Nancy Faeser. Kann es sein, dass die eine Schläferin der Rechten ist und ihnen durch ihr Handeln helfen will? Oder ist sie ideologisch so verblendet, dass sie meint mit allem durchkommen zu können.


https://www.tagesschau.de/inland/compact-106.html
Selbst der deutsche Jounalisten-Verband (DJV) begrüsst diese Entscheidung. Und Reporter ohne Grenzen hatten das Verbot als rechtsstaatlich fragwürdig bezeichnet.


Und am 01.09.2024 ist Wahl in Sachsen und Thüringen und die afD und Compact können sich nun als Opfer der Bösen darstellen. Da könnte ich kotzen. Kann wohl für die sPD zurecht mit dem Rausflug aus den beiden Landestagen enden, die Grünen und die FDP kommen eh nicht rein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 15.August 2024, 15:25:26
Mit der Beurteilung würde ich abwarten bis zur Hauptverhandlung. Die Entscheidung jetzt zeigt halt eher, dass die Pressefreiheit sehr ernst genommen wird. Das Jürgen Elsässer ein ekelhafter anti semit ist und das Magazin nur zur Hetze gut ist lässt sich nicht abstreiten. Wenn es rein um Hetze geht müsste man allerdings auch die Bild verbieten, wobei Compact da natürlich nochmal ein paar Schippen draufpackt und Offenkundig rechtsextremistisch ist. Was da teilweise geschrieben wurde ist wirklich haarsträubend. Ob es ausreicht wird man dann sehen.

Zu denken gibt mir, dass man mitlerweile viele Parallelen zur Zeit der Weimarer Republik ziehen kann. Die zustimmungswerte der AFD in Thüringen und Sachsen geben wirklich zu denken und auch diese Entscheidung passt irgendwie ins Bild das in einer Demokratie man solche Meinungen aushalten muss. Ja Pressefreiheit ist Wichtig aber es ist halt auch gefährlich solche Ströme zu dulden. Siehe bspw. die USA, die was Meinungsfreiheit angeht ja nochmal deutlich freier sind. Da wird es bei einer Niederlage Trumps sicherlich auch wieder sehr ungemütlich werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 15.August 2024, 16:08:46
Das Problem bei Compact ist ja, dass das Innenministerium über das Vereinsrecht ein Verbot erwirken wollte. Und wenn das Schule macht, dann kann man auch andere Medien entsprechend verbieten. Ich will damit nicht sagen, dass die aktuelle Regierung das umsetzen wird, aber die Grundlage des Verbots war von Anfang juristisch extrem fragwürdig und das fällt Faeser nun zurecht auf die Füße. Wer auch immer im Ministerium juristisch im Vorfeld beratend tätig war, sollte seinen Hut dafür nehmen müssen, denn das war ein Griff ins Klo mit Ansage.

Die Pressefreiheit ist zurecht ein hohes Gut und kann und darf nicht einfach so durch ein anderes Grundrecht angegangen werden, auch wenn Compact erwiesenermaßen journalistische Standards mit den Füßen tritt und rechtsextreme Ansichten propagiert. Dem Magazin hätte man daher mit anderen juristischen Mitteln beikommen müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.August 2024, 22:10:31
Das Problem ist auch, dass Compact jetzt einen riesigen Bekanntheitsgrad erlangt hat, eine bessere PR hätten die gar nicht bekommen können. Ich bin übrigens der Meinung dass Faeser zurücktreten sollte, diese Frau ist imho nicht mehr tragbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 15.August 2024, 23:15:58
Mit der Beurteilung würde ich abwarten bis zur Hauptverhandlung. Die Entscheidung jetzt zeigt halt eher, dass die Pressefreiheit sehr ernst genommen wird. Das Jürgen Elsässer ein ekelhafter anti semit ist und das Magazin nur zur Hetze gut ist lässt sich nicht abstreiten. Wenn es rein um Hetze geht müsste man allerdings auch die Bild verbieten, wobei Compact da natürlich nochmal ein paar Schippen draufpackt und Offenkundig rechtsextremistisch ist. Was da teilweise geschrieben wurde ist wirklich haarsträubend. Ob es ausreicht wird man dann sehen.

Zu denken gibt mir, dass man mitlerweile viele Parallelen zur Zeit der Weimarer Republik ziehen kann. Die zustimmungswerte der AFD in Thüringen und Sachsen geben wirklich zu denken und auch diese Entscheidung passt irgendwie ins Bild das in einer Demokratie man solche Meinungen aushalten muss. Ja Pressefreiheit ist Wichtig aber es ist halt auch gefährlich solche Ströme zu dulden. Siehe bspw. die USA, die was Meinungsfreiheit angeht ja nochmal deutlich freier sind. Da wird es bei einer Niederlage Trumps sicherlich auch wieder sehr ungemütlich werden.
Ist die Frage was das Ziel sein soll,es ist erstmal eine vorläufige Entscheidung, schon richtig, nur war der Zweck hnter dem Verbot ja wahrscheinlich,dass Magazin aus der Verbreitung zu nehmen damit weniger Leute es lesen und die AfD keine große Plattform ohne kritische Einordnung bekommt. Was hat man jetzt erreicht? Aufmerksamkeit und kostenlose Werbung für Compact, einen feiernden Elsässer der sich die Hände reiben wird weil er die nächsten Jahre sehr viel mehr Zeitschriften verkaufen und Menschen erreichen wird als bisher und ein Opfer Narrativ geschenkt bekommt,dass die Inenministerin willkürlich seine arme Zeitschrift verbieten und ihn unterdrücken will. Wenn die Regierung Pech hat verliert man dann auch in der Hauptsache,verschwendet unnötig Steuergeld und gibt der AfD mehr Munition, bis dahin werden sich die Leute von Compact auch einen Ausweichplan überlegt haben wie man dann trotzdem weitermachen kann.
Das alles auch noch direkt vor kritischen Wahlen in den Ostbundesländern. Besonders schlau kommt mir das nicht vor.

Als das Verbot kam,gab es ja auch einige kritische Stimmen die gewarnt haben und das nicht so klar gesehen haben, sowas sollte man,finde ich, nur durchziehen, wenn man sich 100% sicher ist,dass es auch bestand hat und nicht gleich wieder kassiert wird.

Presse und Meinungsfreiheit sind auch Themen für sich, wenn man da zu stark beschneidet,alles mögliche verbietet und keine kritische Stimme mehr zulässt kann man irgendwann auch nicht mehr von Demokratie reden,da greift Meinungsfreiheit erst richtig wenn jemand etwas sagt was einem komplett gegen den Strich geht und man es aber trotzdem aushalten muss, ist in den USA auch nicht immer so klar, nach dem Attentat auf Trump wurde sich von der MAGA Seite über Leute aufgeregt, die es schade gefunden haben,dass er nicht getroffen wurde und es wurde versucht zu "canceln" mit doxen,Arbeistelle kontaktieren usw. Einem User bei dem ich es mitbekommen habe, hat "free speech!" Musk sogar höchstpersönlich die Monetarisierung gestrichen.  :P

Das Problem ist auch, dass Compact jetzt einen riesigen Bekanntheitsgrad erlangt hat, eine bessere PR hätten die gar nicht bekommen können. Ich bin übrigens der Meinung dass Faeser zurücktreten sollte, diese Frau ist imho nicht mehr tragbar.
Eigentlich hätte sie schon nach der Hessen Wahl zurücktreten müssen wenn man alte Maßstäbe ansetzt, wäre aber schon die dritte Ministerin die Scholz tauschen müsste.

Die FDP schaltet jetzt wohl in den Wahlkampfmodus, auf einmal will man Autopartei sein und freies Parken in Innenstädten ermöglichen, nur blöd,dass der Bund keine Kontrolle darüber hat und die Städte und Kommunen das selbst regeln.
https://www.spiegel.de/auto/fdp-fordert-gratis-parken-in-innenstaedten-als-pro-auto-programm-a-c926e1ec-3a39-4ae6-9411-9c745ff15edd
Ganz ehrlich, das kauft denen doch nach der Zeit in der Ampel keiner ab, warum wurde das Verbrennerverbot nicht verhindert?

Außerdem wurde der Vorschlag gemacht, das Entwicklungsministerium in das Auswärtige Amt einzugliedern, könnte sinnvoll sein aber natürlich haben die anderen beiden Parteien, besonders die Grünen, darauf verständlicherweise keine Lust, auch etwas,dass man hätte klären müssen bevor man in die Koalition einsteigt
https://www.merkur.de/politik/irrwitzig-scharfe-kritik-an-fdp-vorstoss-zu-entwicklungsministerium-zr-93241547.html.
Wirkt wirklich so als würde man den Wählern vorspielen wollen das man doch gute Politik machen will,nach dem alles wichtige schon durchgelassen wurde.  :D

Lauterbach hat 15 Millionen Impfdosen des angepassten Coronaimpfstoffs bestellt, nachdem von dem alten schon sehr wenig verimpft und eine Menge vernichtet wurde, erscheint mir das als Geld verbrennen mit Ansage.Könnte falsch liegen aber würde mich wundern, wenn viel davon verbraucht wird.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-08/bundesregierung-coronavirus-impfung-15-millionen-dosen

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/gefangene-austausch-putin-westen-100.html

Wie ist denn hier die Meinung zum Gefangenenaustausch? Ich würde mich nicht wundern, wenn wir in Zukunft mehr unschuldige Deutsche und westliche Bürger in Russischen Gefängnissen und mehr politische Morde auf unseren Straßen sehen werden. Ich kann schon verstehen, dass man die Menschen gerne da rausholen will aber dadurch bringt man doch zukünftig jeden in Gefahr der in bestimmte Länder reist, ganz zu schweigen von dem Sinal einen verurteilten Mörder und Agenten laufen zu lassen und Putin das zu geben was er will.
https://www.spiegel.de/ausland/russland-us-russin-in-russland-zu-zwoelf-jahren-haft-wegen-verrats-verurteilt-a-5617c054-fee9-48b0-91f8-c08a1b2e1629
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 23.August 2024, 22:00:49
Ich zitiere mich mal selbst aus dem alten Allgemeine Nachrichten Topic, 2021  :P
Zitat
Janine Wissler war vor ihrer Bewerbung um den Partevorsitz Mitglied der Sozialistischen Linken und bei Marx21,beide werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Mit der Wahl von Wissler hat die Partei eine Richtungsentscheidung getroffen,die wieder von der Mitte wegführt.Der Verlust von Stimmen ist da folgerichtig.
Zu dem Zeitpunkt stand die Partei in den Umfragen noch bei 7% hatte bei der Wahl dann noch 4,9 und ist 3 Jahre später bei 3% angekommen, Aufgabe erfüllt, Wissler und Co Vorsitzender gehen von Bord. ::)
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/linke-rueckzug-wissler-schirdewan-nachfolge-gallert-100.html
Ich frage mich ja ob die in der Partei so davon überzeugt waren,dass ihre Themen genug ziehen um erfolgreich zu bleiben oder ob die so große Stimmverluste in kauf nehmen und sich nicht verbiegen wollten. Der Erfolg des BSW und der Absprung einiger Ur Linker ist ein gutes Beispiel wie festhalten an bestimmten Überzeugungen eine Partei zerreissen kann. Ob das BSW als Ersatz unbedingt besser ist wird sich zeigen.

In den USA hat sich Robert Kennedy JR gerade aus dem Wahlkampf zurückgezogen und unterstützt Trump, wahrscheinlich gegen irgendeinen wichtigen Posten. Der hat in einigen Staaten ein paar Wähler gebunden die jetzt den Unterschied machen könnten.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.August 2024, 08:47:13
Oh, hier wurde ja noch gar nicht darüber gesprochen, dass Faeser nach ihrem Compact-Verbot zumindest eine vorläufige Ohrfeige vom BVG einkassiert hat. Die Frage nach einem Rücktritt wurde mit einem höhnischen Lachen quittiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 24.August 2024, 09:12:14
Aber überleg auch mal, wie viele Politiker in den vergangenen Jahren sich irgendeinen Bock gerissen haben und selbstverständlich nicht zurückgetreten sind. Die machen sicher nicht ihre tollen Posten von alleine frei und kehren in die 2. oder 3. Reihe zurück, wo das Rampenlicht nicht hinkommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 24.August 2024, 09:28:56
Der letzte Spitzenpolitiker, der den Anstand hatte, war meines Wissens Gutenberg. Der scheint da heute im Nachhinein auch ganz froh drüber zu sein, nicht mehr als Politiker unterwegs zu sein, wenn man ihn so reden hört. Kann an der Stelle übrigens nur nochmal den Podcast mir Gregor Gisy empfehlen. Bleibt manches Mal zwar recht oberflächlich, insgesamt ist das aber hörenswert. Und gerade auf symbolischer Ebene auch toll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.August 2024, 11:29:50
Mal sehen, ob vor der Wahl in Brandenburg, Sachsen und Thüringen noch etwas über den gestrigen Täter in Solingen bekannt wird. Sollte es ein Migrant gewesen sein, wird die AfD das maximal ausschlachten, die Blödzeitung schreibt schon von einem arabisch aussehenden Täter, die Polizei spricht angeblich von einem südländisch aussehenden Mann. Es soll eine erste Festnahme gegeben haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 24.August 2024, 15:03:14
Solingen. Direkte Nachbarstadt. Das ist ein übles Gefühl. Ich bin durchaus ganz froh, dass meine Tochter heute keine Lust auf Spielplatz hat. Der Täter ist ja noch auf freiem Fuß.  :'( :blank:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 24.August 2024, 16:46:45
Oh, hier wurde ja noch gar nicht darüber gesprochen, dass Faeser nach ihrem Compact-Verbot zumindest eine vorläufige Ohrfeige vom BVG einkassiert hat. Die Frage nach einem Rücktritt wurde mit einem höhnischen Lachen quittiert.
War doch weiter oben kurz Thema.Gab es da wieder etwas neues? Das Hauptverfahren findet im Februar 2025 statt, mal sehen um wieviel bis dahin die Auflage steigt und ob es dann für ein Verbot reicht.Wahrscheinlich könnte Compact dann auch noch in Berufung gehen? und das Ganze zieht sich ewig.
https://www.zeit.de/news/2024-08/23/compact-verbot-entscheidung-im-hauptverfahren-im-februar

Aber überleg auch mal, wie viele Politiker in den vergangenen Jahren sich irgendeinen Bock gerissen haben und selbstverständlich nicht zurückgetreten sind. Die machen sicher nicht ihre tollen Posten von alleine frei und kehren in die 2. oder 3. Reihe zurück, wo das Rampenlicht nicht hinkommt.
Fängt ja schon beim Kanzler an der sich in der Cum Ex Geschichte nicht erinnern will, warum zurücktreten wenn man einfach aussitzen und damit durchkommen kann? Scholz hat aber das Problem, dass aus seinem Kabinett schon Zwei Frauen gehen mussten und er bei der letzten schon einen Mann eingewechselt hat, wahrscheinlich fehlt ihm einfach das passende Personal. Ich finde die Hessenwahl war schon sehr drüber, für viele Spitzenkandidaten wäre das ja schon ein Grund sich zurückzuziehen, sie darf aber als Ministerin weitermachen so als wäre nichts passiert.

Der letzte Spitzenpolitiker, der den Anstand hatte, war meines Wissens Gutenberg. Der scheint da heute im Nachhinein auch ganz froh drüber zu sein, nicht mehr als Politiker unterwegs zu sein, wenn man ihn so reden hört. Kann an der Stelle übrigens nur nochmal den Podcast mir Gregor Gisy empfehlen. Bleibt manches Mal zwar recht oberflächlich, insgesamt ist das aber hörenswert. Und gerade auf symbolischer Ebene auch toll.
Viele fallen mir auch nicht ein die sich in den letzten Jahren schnell und auch komplett verabschiedet haben, Lambrecht war ja ein Sonderfall, weil die schon angezählt und für viele komplett ungeeignet auf dem Posten war. Franziska Giffey ist damals ja auch wegen Plagiatsvorwürfen zurückgetreten, wurde dann aber schnell Bürgermeisterin von Berlin.  :D

Mal sehen, ob vor der Wahl in Brandenburg, Sachsen und Thüringen noch etwas über den gestrigen Täter in Solingen bekannt wird. Sollte es ein Migrant gewesen sein, wird die AfD das maximal ausschlachten, die Blödzeitung schreibt schon von einem arabisch aussehenden Täter, die Polizei spricht angeblich von einem südländisch aussehenden Mann. Es soll eine erste Festnahme gegeben haben.
Das läuft ja jetzt schon an.Die Politik wirkt aber auch mal wieder sehr hilflos, jetzt diskutieren die allen ernstes über ein Messerverbot, als ob das an der Tat etwas geändert hätte oder Sicherheit bringt.Wenn es ein normales Stadtfest ohne Einlasskontrollen ist kann jeder egal was verstecken und reinschmuggeln und wenn er Menschen umbringt wird ihm die Strafe dafür egal sein, gibt es aber Einlasskontrollen kassieren die auch so schon Messer ein, wird aber auf offenen Festen unmöglich sein.


Lauterbach hat 15 Millionen Impfdosen des angepassten Coronaimpfstoffs bestellt, nachdem von dem alten schon sehr wenig verimpft und eine Menge vernichtet wurde, erscheint mir das als Geld verbrennen mit Ansage.Könnte falsch liegen aber würde mich wundern, wenn viel davon verbraucht wird.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-08/bundesregierung-coronavirus-impfung-15-millionen-dosen
https://www.n-tv.de/panorama/Corona-Medikament-unbrauchbar-420-000-Packungen-Paxlovid-sind-abgelaufen-article25179353.html




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.August 2024, 03:41:17

https://www.tagesschau.de/inland/solingen-faq-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/solingen-faq-100.htmlT)
Täter in Solingen ist in einem Flüchtlingsheim festgenommen worden und soll aus Syrien stammen und der IS hat sich dazu bekannt. Das wird wieder Wasser auf die Mühlen der afD, als ob Faesar ihnen nicht schon genug geholfen hat mit ihrem Versagen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.August 2024, 09:06:33
Beinahe jeden Tag ein Messermord oder sowas wie die Exekution im Frankfurter Hbf. Aber wehe, man kritisiert die Politik, die solche Zustände erst möglich gemacht hat und nicht im Traum daran denkt, sie zu ändern, dann ist man gleich "rechts" und "xenophob". Mir wird regelrecht schlecht, wenn ich die heiße Luft lese, die diese Leute jetzt wieder öffentlich mit Betroffenheitsmiene ablassen.
Man kann nur hoffen, dass es mit Merz besser wird (falls der denn überhaupt als Kandidat antritt), falls nicht, wird es ganz finster.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 25.August 2024, 13:43:50
Beinahe jeden Tag ein Messermord oder sowas wie die Exekution im Frankfurter Hbf. Aber wehe, man kritisiert die Politik, die solche Zustände erst möglich gemacht hat und nicht im Traum daran denkt, sie zu ändern, dann ist man gleich "rechts" und "xenophob". Mir wird regelrecht schlecht, wenn ich die heiße Luft lese, die diese Leute jetzt wieder öffentlich mit Betroffenheitsmiene ablassen.
Man kann nur hoffen, dass es mit Merz besser wird (falls der denn überhaupt als Kandidat antritt), falls nicht, wird es ganz finster.


Was soll die CDU denn besser machen ? Mal davon ab das die CDU lange genug an der Macht war und mit für die jetzigen Zustände mitverantwortlich ist. Das sich jemand ein Messer schnappt und damit Amok läuft lässt sich nicht verhindern. Egal was AFD, CDU oder sonstwer erzählen möchte. Ja klar abschieben von abgelehnten Asylbewerbern aber wohin denn ? Möchte gerne deine Lösungsvorschläge sehen, wie Leute die von ihrem Heimatland nicht aufgenommen werden oder Staatenlos sind abgeschoben werden sollen.

Mal von der CDU Seite von 2016 zitiert wie die CDU zur Asylfrage stand und was sie mit ihrer Politik erreichen wollten.

Zitat
1.Wir wollen die Migration ordnen, insbesondere die EU-Außengrenzen schützen und den Schleusern das Handwerk legen.
2.Wir wollen die Fluchtursachen durch Hilfen für Transit- und Herkunftsländer bekämpfen.
3.Wir wollen die Migration besser steuern und vor allem abgelehnte Asylbewerber zügig zurückführen.
4.Wir wollen mehr europäische Solidarität beim Umgang mit Flüchtlingen.

Hat ja alles super funktioniert. Aber Merz wird es schon richten.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.August 2024, 14:09:51
Was soll die CDU denn besser machen ?
Alles. Ob sie es will oder kann weiß ich nicht, aber ich hoffe es. Denn wenn sie es nicht tut, wird das ein böses Ende nehmen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 26.August 2024, 01:16:53
Was soll die CDU denn besser machen ? Mal davon ab das die CDU lange genug an der Macht war und mit für die jetzigen Zustände mitverantwortlich ist. Das sich jemand ein Messer schnappt und damit Amok läuft lässt sich nicht verhindern. Egal was AFD, CDU oder sonstwer erzählen möchte. Ja klar abschieben von abgelehnten Asylbewerbern aber wohin denn ? Möchte gerne deine Lösungsvorschläge sehen, wie Leute die von ihrem Heimatland nicht aufgenommen werden oder Staatenlos sind abgeschoben werden sollen.

Mal von der CDU Seite von 2016 zitiert wie die CDU zur Asylfrage stand und was sie mit ihrer Politik erreichen wollten.

Zitat
1.Wir wollen die Migration ordnen, insbesondere die EU-Außengrenzen schützen und den Schleusern das Handwerk legen.
2.Wir wollen die Fluchtursachen durch Hilfen für Transit- und Herkunftsländer bekämpfen.
3.Wir wollen die Migration besser steuern und vor allem abgelehnte Asylbewerber zügig zurückführen.
4.Wir wollen mehr europäische Solidarität beim Umgang mit Flüchtlingen.

Hat ja alles super funktioniert. Aber Merz wird es schon richten.  ::)
Da gibt es schon eine ganze Reihe an Maßnahmen die man anwenden und Dinge die man tun könnte. Es ist aber erstmal wichtig,dass in der Politik und bei den Menschen ankommt,dass es ein Problem gibt. Die Situation gerade erinnert mich von der Stimmung her etwas an den Anfang des Ukrainekrieges und an die Lieferung von 5000 Helmen aus Deutschland, als vielen Beobachtern schon klar war das es deutlich härter krachen wird als deutsche Politiker da erwartet haben, da herrscht wahrscheinlich einfach eine gewisse Blindheit was bestimmte Probleme angeht.

Der Anschlag jetzt wäre vermeidbar gewesen, der Mann war anscheinend nach Bulgarien ausreisepflichtig, die hätten den auch zurückgenommen aber die Behörden bei uns haben sich nicht gekümmert, er ist dann wohl unter und wieder aufgetaucht als die Frist in der man ihn hätte überstellen können abgelaufen war und hat danach subsidiären Schutz bekommen. Es wäre ja schon viel geholfen wenn man Leuten die dem Staat so offensichtlich auf der Nase rumtanzen keinen Schutz gewährt, jegliche Gelder streicht und ihn auch nicht mit anderen, wahrscheinlich normalen, Menschen in eine Unterkunft steckt.
Gefunden haben die ihn jetzt auch erst nach dem er sich selbst gestellt hat.
https://www.tagesschau.de/inland/festnahme-solingen-syrer-102.html

Was mich wirklich ärgert ist die Messerdebatte die jetzt losgeht, schlechtere Symbolpolitik habe ich auch noch nicht erlebt, nicht nur stoppt man damit keinen einzigen Kriminellen der verletzen oder töten will, man drangsaliert auch normale Bürger und macht es ggf. noch unsicherer als es ohnehin schon ist. Es hat mich damals schon genervt,als Einhandmesser verboten wurden, auf einmal machst du dich dann strafbar nur weil du ab und an mal auf der Arbeit ein Paket öffnen oder Privat sonstwas schneiden willst. Mit der jetzt vorgeschlagenen Klingenlänge von 6cm dürfte man wahrscheinlich nicht mal mehr ein normales Taschenmesser führen.
Nachts in bestimmten gegenden wäre mir mein Sicherheitsgefühl auch wichtiger als die Meinung von Faeser,Habeck und co.

https://www.tagesschau.de/inland/steinmeier-kritik-ampel-100.html
Vorhin noch gelesen, dass Steinmeier auch nicht viel von der Aussage von Omid Nouripour hält, das die Ampel eine Übergangsregierung ist.
Zitat
Wenn die Lage objektiv schlecht ist, dann erwarten doch die Menschen, dass alles getan wird in der zur Verfügung stehenden Zeit, um sie zu verbessern. Wenn man aber mit dem Begriff der Übergangsregierung signalisiert, wir sind eigentlich schon in der Auslaufstrecke, dann verfehlt man genau diese Erwartungen.
Da hat er mal recht,eigentlich wäre es mit so einer Einstellung auch höchste Zeit für eine Neuwahl.




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 26.August 2024, 08:04:49
Was soll die CDU denn besser machen ?
Alles. Ob sie es will oder kann weiß ich nicht, aber ich hoffe es. Denn wenn sie es nicht tut, wird das ein böses Ende nehmen.


Lässt sich nicht vieles, was heute holprig läuft, auf die vielen CDU-Regierungsjahre zurückführen? Wie soll in drei Jahren eine Kehrtwende gelingen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 26.August 2024, 08:17:45
Also erstmal mag ich den Beißreflex nach hinten, machen viele Politiker ja ebenso, überhaupt nicht. Ja, unter Merkel gab es viele Versäumnisse. Aber die Frau war 16 Jahre an der Macht. Scheinbar fallen uns ihre "Fehler" aber alle in den Jahren 17 bis 20 (also nach dem Regierungswechsel) auf die Füße. Das ist jetzt natürlich auch eine Übertreibung.

Ich glaube sogar, dass es unter der CDU vielleicht ähnlich gelaufen wäre - nur langsamer. Wenn die aktuelle Regierung irgendwo mal greifbare Lösungen hätte, würde mich ein kurzer Abschwung auch gar nicht stören. Das sehe ich aber nicht. Daher glaube auch ich, dass eine CDU es derzeit besser machen würde - einfach weil es gefühlt ohnehin kaum schlechter geht.

Was noch hinzukommt. Rejs sprach von den CDU-Regierungsjahren. Es ist auch immer wieder von der Merkel-Ära die Rede. Doch die Bundeskanzlerin hatte nie die alleinige Mehrheit. In vier Jahren war die FDP mit an Bord. Und in zwölf Jahren war es die SPD. Gerade da verbietet sich dieser Beißreflex nach hinten fast schon, weil die Damen und Herren in Rot mit am Tisch saßen.

Wie soll in drei Jahren eine Kehrtwende gelingen?

Indem man sie zumindest einleitet. Sieht das bei der aktuell sich gegenseitig blockierenden (was mich teilweise ärgert, wo ich teilweise aber sogar froh bin) Regierung derzeit wirklich irgendjemand? Ich leider nicht.

Die CDU hat aber noch genug Potenzial sich selber zu zerfleischen. Söder will nicht (mehr) mit den Grünen (Feindbild vieler Deutscher). Merz am liebsten nicht mit der SPD (vermutlich weil es die größten Geldausgeber sind - Soziales). Und nun?

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 26.August 2024, 09:14:44
Es ist aber erstmal wichtig,dass in der Politik [...] ankommt,dass es ein Problem gibt.
Das halte ich für essenziell. Denn unabhängig davon, ob Migration jetzt tatsächlich so ein riesiges Problem ist oder nicht (Kosten, Kriminalität, Culture Clash etc.): Es wird von einem großen Teil der Bevölkerung als solches wahrgenommen, wie auch diverse Umfragen zur Europawahl gezeigt haben, und ist damit de facto ein ernsthaftes Problem, dem sich die Politik stellen muss. Ich rede da jetzt nicht von stumpfem Populismus, sondern schlicht darum, dass von allen etablierten Parteien das Signal ausgeht: "Wir haben es jetzt verstanden und wir sehen ein, dass wir das zu lange ignoriert haben." Das alleine reicht natürlich nicht, sondern es muss dann schon auch schnell um konkrete Maßnahmen gehen, die glaubwürdig und praktikabel sind. Scheindiskussionen um einen Aufnahmestopp (wie soll das rechtlich funktionieren, Herr Merz?) oder Messerverbot (wer soll das kontrollieren?) nützen da nichts.

Der Anschlag jetzt wäre vermeidbar gewesen [...]
Mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig. Auch dass "sich die Behörden nicht gekümmert" hätten, finde ich ein falsches Bild. Dass ausreisepflichtige Asylbewerber untertauchen ist ja leider nichts Neues. Dass unauffällige Menschen dann nicht zur Fahndung ausgeschrieben werden mag viele Gründe haben, ich vermute mal, es liegt schlicht an den fehlenden Kapazitäten, solche Fälle zu verfolgen. Das muss aber natürlich Teil der o. g. Debatte sein: Was braucht es, damit solche Fälle in Zukunft nicht mehr passieren können?

https://www.tagesschau.de/inland/steinmeier-kritik-ampel-100.html
Vorhin noch gelesen, dass Steinmeier auch nicht viel von der Aussage von Omid Nouripour hält, das die Ampel eine Übergangsregierung ist.
Zitat
Wenn die Lage objektiv schlecht ist, dann erwarten doch die Menschen, dass alles getan wird in der zur Verfügung stehenden Zeit, um sie zu verbessern. Wenn man aber mit dem Begriff der Übergangsregierung signalisiert, wir sind eigentlich schon in der Auslaufstrecke, dann verfehlt man genau diese Erwartungen.
Da hat er mal recht,eigentlich wäre es mit so einer Einstellung auch höchste Zeit für eine Neuwahl.
Absolut. Das war auch einfach eine saudämliche Aussage. Übergang zu was eigentlich?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 28.August 2024, 19:01:39
Lässt sich nicht vieles, was heute holprig läuft, auf die vielen CDU-Regierungsjahre zurückführen? Wie soll in drei Jahren eine Kehrtwende gelingen?
Es wäre ein Anfang wenn die Partei zugeben würde, dass Merkel einige falsche Entscheidungen getroffen, dem Land geschadet hat und man bereit ist umzudenken.
In Bezug auf Migration könnte man da auch einsehen, dass wir das"Wir schaffen das" anscheinend nicht geschafft haben und die Politik dann entsprechend ausrichten müssen.

Indem man sie zumindest einleitet. Sieht das bei der aktuell sich gegenseitig blockierenden (was mich teilweise ärgert, wo ich teilweise aber sogar froh bin) Regierung derzeit wirklich irgendjemand? Ich leider nicht.

Die CDU hat aber noch genug Potenzial sich selber zu zerfleischen. Söder will nicht (mehr) mit den Grünen (Feindbild vieler Deutscher). Merz am liebsten nicht mit der SPD (vermutlich weil es die größten Geldausgeber sind - Soziales). Und nun?

LG Veni_vidi_vici
Ich würde Merz empfehlen jetzt so viel Druck zu machen wie es geht, z.B Gesetze einbringen die dann von der Ampel abgelehnt werden, benennen was von der jetzigen Regierung versäumt wird um stark in die nächste zu gehen und die Sachen die man jetzt ankündigt auch konsequent umzusetzen. Er sollte auch Abweichler aus der eigenen Partei und einen Teil der Medien einfach ignorieren da werden ihm ja jetzt wieder Äußerungen in den Mund gelegt um vom Thema abzulenken. Wenn man sich anschaut wie schlecht die Ampel regiert sind 30% für die Union eigentlich viel zu wenig.

"Wir haben es jetzt verstanden und wir sehen ein, dass wir das zu lange ignoriert haben." Das alleine reicht natürlich nicht, sondern es muss dann schon auch schnell um konkrete Maßnahmen gehen, die glaubwürdig und praktikabel sind. Scheindiskussionen um einen Aufnahmestopp (wie soll das rechtlich funktionieren, Herr Merz?) oder Messerverbot (wer soll das kontrollieren?) nützen da nichts.
Ich habe da schon ein paar Interviews,z.B von Faeser gesehen in denen betont wird,dass der rechtliche Rahmen die Grenze des Handelns ist, wenn der politische Wille da wäre könnte man bestimmt auch eine Obergrenze oder einen Aufnahmestopp durchsetzen, den Merz nebenbei auch nicht so vorgeschlagen hat, ich sehe es eher als Strohmann der jetzt gegen ihn aufgemacht wird um die Diskussion zu torpedieren.
Gesetze kann man da relativ schnell ändern, die Ampel hat ja auch vor einiger Zeit Erleichterungen bei der Pass Vergabe und ein Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft eingeführt,mir aus heutiger Sicht auch unverständlich.

Mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig. Auch dass "sich die Behörden nicht gekümmert" hätten, finde ich ein falsches Bild. Dass ausreisepflichtige Asylbewerber untertauchen ist ja leider nichts Neues. Dass unauffällige Menschen dann nicht zur Fahndung ausgeschrieben werden mag viele Gründe haben, ich vermute mal, es liegt schlicht an den fehlenden Kapazitäten, solche Fälle zu verfolgen. Das muss aber natürlich Teil der o. g. Debatte sein: Was braucht es, damit solche Fälle in Zukunft nicht mehr passieren können?
Die Zahlen müssen so weit sinken, dass die Behörden wieder normal arbeiten können, ein Anfang wäre vielleicht, die Leute nicht nur in Heimatländer abzuschieben sondern in jedes sichere Drittland aus dem sie eingereist sind, was theoretisch einfach sein sollte weil Deutschland ja nur von sichere Drittländern umgeben ist,praktisch nätürlich etwas komplizierter. Oder man stellt es so um,dass Anträge nur noch außerhalb des Landes gestellt werden und dann geprüft wird wer überhaupt einreisen darf.

Syrer oder Afghanen jetzt als eine homogene Gruppe hinzustellen wäre auch nicht richtig, da hast du Leute die genausowenig Lust auf Islamisten haben wie der normale Bürger hier,z.B Jesiden, man sollte da eher versuchen die Islamisten nicht ins Land zu lassen oder auch den Islam hier reformieren und den Einfluß aus dem Ausland zu begrenzen. Für Menschen die z.B andere wegen einer Mohammed Karikatur Tod sehen wollen fehlt mir das Verständnis und da gibt es dann geeignetere Länder um glücklich zu werden. Ähnlich sehe ich das mit dem Juden und Israelhass der im Moment rumgeht,gefühlt wird sich da jede Woche mehr getraut und wenn man sich mal andere Länder einschaut ist die Gruppe da inzwischen so groß, dass es auch Einfluß auf die Politik nimmt wenn es um Hilfe für Israel oder andere politische Entscheidungen geht.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/fassade-mit-hamas-dreieck-beschmiert-farbanschlag-auf-tagesspiegel-verlagsgebaude-12263261.html

Migration war auch gestern Thema bei Lanz
https://www.youtube.com/watch?v=TM3Unc1zV6M

Absolut. Das war auch einfach eine saudämliche Aussage. Übergang zu was eigentlich?
Gute Frage, aber die Grünen haben sich ja als viertstärkste Partei auch schon auf einen Kanzlerkandidaten geeinigt, vielleicht sieht er da etwas was wir verpassen.Habeck meinte ja danach, dass eigentlich jede Regierung eine Übergangsregierung sei.  :D

Es ist ja schon ein interessantes Phänomen, dass viele Verbote schnell den Grünen zugeschrieben werden, auch Richtlinien und Gesetze die aus der EU kommen.Wird auch mehere Gründe haben. Den Ruf haben sie aber nun einmal.
https://www.rnd.de/politik/erstwaehler-studie-viele-junge-menschen-haben-angst-vor-afd-und-gruenen-6V3M3M7PAVHRFBB5PTMUD6DKCE.html
Das Menschen anfangen Angst vor der Partei zu bekommen muss man auch erstmal schaffen.  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 28.August 2024, 19:35:54
Migration war auch gestern Thema bei Lanz
https://www.youtube.com/watch?v=TM3Unc1zV6M

Hab ich mir vorhin auch angesehen.
Ich kann das nur jeden empfehlen der lauthals nach Lösungen schreit, die bitte bis gestern umzusetzen wären.
Das wird hier nämlich auch thematisiert. Genauso wie, dass die CDU, die nach der AfD mit der CSU am lautesten gegen EU-Dinge mosert, ja eine nicht unerhebliche Position dort inne hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.August 2024, 20:53:00
Seit wie vielen Jahren werden angeblich schon Lösungen gesucht? Scholz hat vor ca. einem Jahr im Spiegel gedröhnt: "Wir müssen endlich im großen Stil abschieben!"

Und was hat sich getan? Nichts. Genau wie Merkels "nationale Kraftanstrengung" bei Abschiebungen. Was hat sich geändert? Nichts. Im Gegenteil, es kamen immer mehr Menschen aus aller Herren Länder.

Und auch diesmal wird sich nichts ändern. Und falls der nächste Kanzler - vermutlich von der Union - auch nichts ändert, wird es stockfinster, es brodelt im Volk und lange geht das nicht mehr gut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 03.September 2024, 10:39:33
Wenn als finale Eskalationsstufe dann nationale Klima- und Weitblick-Experten a la AfD überall an die Macht kommen, wird irgendwann weder eine Mauer noch ein Stacheldraht noch eine bewaffnete Grenzkontrolle reichen, um all die Flüchtlinge zu stoppen.

Seit jeher der gleiche Nepp: Politik, die aus diversen Gründen so langfristig angelegt ist wie der Kantinenplan des Bundestags: Nächste Woche endlich wieder deutsche Kartoffeln! Danach schaun mer mal. Und die Menschen checken es entweder immer noch nicht. Oder ihnen sind ihre Nachfahren egal.

Geistlos geht die Demokratie zugrunde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 03.September 2024, 11:49:23
Wenn als finale Eskalationsstufe dann nationale Klima- und Weitblick-Experten a la AfD überall an die Macht kommen, wird irgendwann weder eine Mauer noch ein Stacheldraht noch eine bewaffnete Grenzkontrolle reichen, um all die Flüchtlinge zu stoppen.

Seit jeher der gleiche Nepp: Politik, die aus diversen Gründen so langfristig angelegt ist wie der Kantinenplan des Bundestags: Nächste Woche endlich wieder deutsche Kartoffeln! Danach schaun mer mal. Und die Menschen checken es entweder immer noch nicht. Oder ihnen sind ihre Nachfahren egal.

Geistlos geht die Demokratie zugrunde.


Sind die Klimaexperten der afD soviel schlechter als die anderen? Fragen die man sich stellen muss. Und deine Arroganz ist zu glauben, dass die Menschen zu dumm sind oder es nicht checken. Beim Bildungsmonitor haben diese beiden Bundesländer die Plätze 1 und 4 inne (Sachsen 64,1 Punkte und Thüringen 52,7 Punkte)... Die Menschen haben es gecheckt und vor allem wählen (siehe Analysen der Tagesschau) mittlerweile aus Überzeugung afD.
Die Demokratie geht zugrunde, weil etablierte Parteien die Bodenhaftung verloren haben und in ihren Elfenbeintürmen eine Politik betreiben die an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbeigeht.


In Sachsen sind die spD und die Grünen bei 7,3% bzw. 5,1% gelandet. Ein Wert, den ich ihnen (im Gegensatz scheinbar zu dir) aus tiefstem Herzen gönne. In Thüringen liegt die spD bei 6,1% und die Grünen sind nicht im Landtag mit 3,2%. Und trotzdem werden sie so weitermachen. Die fdP ist dort sowieso komplett weg.
Meine Prognose ist :
In Sachsen gibt es entweder cdU mit Linke, Grüne und spD oder cdU mit spD und BSW... Ganz gleich wie es kommt, der Wähler vernimmt eines : Egal wie er wählt, er bekommt auf jeden Fall die spD und wenn es ganz schlimm läuft sogar noch die Grünen dazu. In Thüringen geht eigentlich nur noch cdU, Linke und BSW in der Regierung. Das ist Selbstmord für die cdU. Alle, die eine bürgerliche Wende wollen, werden danach nicht mehr cdU wählen und der Weg für Mehrheiten für die afD wird frei... Wir werden einen weiteren Anstieg sehen, weil wir jede Gelegenheit verpasst haben den Aufstieg der afD zu stoppen mit Polliik die dem Volk dient. Parallelen werden ganz stark sichtbar zu Weimar 1932, wo KPD und NSDAP zusammen 52% der Stimmen geholt haben. Konnte man das kommen sehen? Ja, davor warne ich seit Jahren... Aber genau wie damals lernen Politiker nicht aus Fehlern. Wie auch, wenn Geschichtswissen dort teilweise komplett fehlt (Grüße an Frau Fester)...


Du arbeitest hier mit kurzen Posts, bringst keine Daten und polemisierst. Du machst genau das, was die afD so stark gemacht hat und fühlst dich gut dabei. Und das kotzt mich an. Die Demokratie geht nicht geistlos zugrunde. Demokratie scheitert, wenn eine Minderheit die Mehrheit vergisst und ignoriert...


Und zu deinem Bild mit Flüchtlingen, wo eine Mauer mit Stacheldraht und bewaffnete Grenzkontrollen nicht mehr reichen, um all die Flüchtlinge zu stoppen. Ich weiß, dass du damit meinst, die Bevölkerung würde dann aus Deutschland fliehen weil es so schlimm geworden ist. Aber du bist hier, wie allgemein extrem oberflächlich und ignorierst die Fakten. Nach 2015 ist die Zahl der deutschen Auswanderer von 138.000 auf ein Niveau von 260.000 bis 280.000 pro Jahr gestiegen und bei den Ausländern ist seit 2011 ein Anstieg von 538.000 auf 1.083.000 im Jahr 2017 die Realität. Letztes Jahr haben 1.004.000 Ausländer und 268.000 Deutsche unser Land verlassen. Die Auswanderungswelle hat diese Regierung zu verantworten und auch die davor.
https://www.bpb.de/themen/migration-integration/regionalprofile/deutschland/550949/auswanderung-aus-deutschland/
Kannst es gerne mal selbst nachschauen. Und dann erzähl mir mal, was die afD damit zu tun hat...



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 03.September 2024, 12:26:58
Ich mag hier die gleiche Prügel beziehen wie auf Social Media, aber: wer seine Stimme einer rassistischen, rechtsextremen, homophoben, fortschrittsfeindlichen, reaktionären Partei seine Stimme gibt, IST dumm. Man kann hochgebildet sein, aber das ist dennoch dumm.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.September 2024, 14:55:26
Wie dumm ist es dann, so eine rassistische, rechtsextreme, homophobe, fortschrittsfeindliche, reaktionäre sowie eine neustalinistische, fortschrittsfeindliche, reaktionäre, putinhörige Partei durch jahrelange, miserable Politik entgegen dem Wählerwillen überhaupt erst so stark zu machen?
Und das, obwohl vor genau diesem Szenario seit Jahren gewarnt wird? Von Leuten, die man wegen ihrer Kritik an dieser Politik an den Pranger stellte und immer noch stellt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 03.September 2024, 15:47:52
Sind die Klimaexperten der afD soviel schlechter als die anderen? Fragen die man sich stellen muss.

Sie sind genauso Experten im Klima wie ihre "Vorgänger", die die Experten in Sache Rente, Pflege, Energie und Pipapo ignoriert haben. Da wurde gewarnt -- seit Jahrzehnten. Getan hat sich: so gut wie nichts. Die Fehler baden jetzt alle genauso aus wie alle, die u.a. unter der Klimapolitik einer Partei leiden würden, die unter anderem über selbst aufgebaute Parallelmedienwelten verbreitet, der menschengemachte Klimawandel sei umstritten.

Was viele als "Politik fürs Volk" verstehen ist leider das hier: kurzfristige, schöne Wahlgeschenke für aktuelle Wählerkunden. Reformen sind nur leider immer etwas Langfristiges, das kurzfristig unpopuläre Maßnahmen erfordert. Nur: Je weiter sie verschoben werden, desto teurer wirds. Für alle, die die Zeche in Zukunft noch zu zahlen haben. Ich habe noch nie Grün gewählt und bin auch kein großer Fan. Aber ein ausgesprochen demokratischer Treppenwitz in der Klimageschichte ist, dass sie unter anderem jetzt genau von jenen attackiert werden, die den Wandel so lange aufgeschoben und behindert haben.

Der Begriff "Generationengerechtigkeit" ist wirklich nur mehr ein politischer Kampfbegriff und verdeckt, um was es hier die ganze Zeit schon ging, und zwar in Deutschland schon lange vor der AfD: um die Achillesferse jeder Demokratie.

Und zu deinem Bild mit Flüchtlingen, wo eine Mauer mit Stacheldraht und bewaffnete Grenzkontrollen nicht mehr reichen, um all die Flüchtlinge zu stoppen. Ich weiß, dass du damit meinst, die Bevölkerung würde dann aus Deutschland fliehen weil es so schlimm geworden ist.

Wenn es zu größeren Fluchtbewegungen käme: Aus Deutschland würde bestimmt niemand fliehen. Immerhin liegt Deutschland in gemäßigteren Klimazonen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 03.September 2024, 15:48:02
Wie dumm ist es dann, so eine rassistische, rechtsextreme, homophobe, fortschrittsfeindliche, reaktionäre sowie eine neustalinistische, fortschrittsfeindliche, reaktionäre, putinhörige Partei durch jahrelange, miserable Politik entgegen dem Wählerwillen überhaupt erst so stark zu machen?
Und das, obwohl vor genau diesem Szenario seit Jahren gewarnt wird? Von Leuten, die man wegen ihrer Kritik an dieser Politik an den Pranger stellte und immer noch stellt.

Dieser Argumentation nach hat ein Thüringer oder Sachse also gar keine andere Wahl als die AfD zu wählen? Quasi ein unausgesprochener Zwang?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 03.September 2024, 16:57:54
Wir sehen aber irgendwo auch die Grenzen der Demokratie. SPD, Grüne und FDP - funktioniert so nicht. Alles blockiert sich gegenseitig. Nichts geht vorwärts. Und die CDU will im Osten jetzt mit BSW und Linken zusammenarbeiten. Eventuell mag das - mit den richtigen handelnden Personen - funktionieren oder auf landesebene vielleicht einfacher sein, als auf bundesebene. Fakt ist aber auch, dass die Schnittmenge von CDU und AfD größer wäre. Auch der Wählerwille wäre im größeren Umfang abgedeckt. Wäre die AfD nur eine rechte Partei, hätte ich damit kein Problem. Doch auch mir sind da klar rechtsradikale Strömungen zu stark vertreten. Deshalb will ich die eigentlich auch in keiner Regierung sehen. Was kommt also raus? CDU und Links ist vermutlich Murks und mit der AfD will ohnehin keiner. Also die nächste schlechte Regierung. Wie hier schon beschrieben ist das, wenn es denn wieder nicht funktioniert, nur Wasser auf die AfD-Mühlen. Eine Sackgasse.

Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass ich inzwischen ebenfalls diverse AfD-Wähler kenne. Davon würde ich keinen als rechtsradikal bezeichnen. Das sind Leute, die sind von der aktuellen Politik enttäuscht oder im negativen Sinne betroffen. Beschäftigte in der Auto- und Stahlindustrie, Künstler und häufig der ganz normale Arbeiter. Niemand hat mehr das Gefühl, dass Politik für das Volk gemacht wird. Politiker wissen immer alles besser und versuchen ihre eigene Agenda, das eigene Weltbild durchzusetzen. Die Migrationskrise kommt dazu und die AfD ist auf Rekordkurs. Aktuell kann nur die CDU, die bewusst und völlig zu Recht aktuell wieder mehr nach rechts rückt, hier noch argumentativ mithalten. Ob sie als Regierungspartei dann überzeugen und damit der AfD wieder Zuspruch nehmen, wissen wir vermutlich ab nächstem Jahr.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 03.September 2024, 17:44:50
Ich bin selbst von der Politik sehr enttäuscht. Keines der dringenden Probleme scheint angegangen worden zu sein. Ich halte der Regierung grundsätzlich zugute, dass sie es versucht hat, aber wie man am Beispiel der Grünen sieht: das Volk WILL bisweilen auch keine Lösungen, sonst würde diese Partei ihrer Lösungen gegen die Klimakrise wegen nicht so angefeindet. IM Gesundheitssektor ist Lauterbach eine einzige Katastrophe. So oder so: als Alternative die Stimme einer Partei zu geben, die noch niemals irgendwo eine sinnvolle Lösung angeboten hat, ist einfach falsch und dumm. Protest kann auch eine Kleinpartei sein, wenn es nur darum geht, die Regierung abzustrafen.

Ich halte auch nicht >30% der Bevölkerung Thüringens oder Sachsens für rechtsradikal. Aber andererseits muss man sich auch nicht zwingend so bezeichnen, um dennoch rechtsradikale Motive zu propagieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.September 2024, 18:15:55
Dieser Argumentation nach hat ein Thüringer oder Sachse also gar keine andere Wahl als die AfD zu wählen?
Warum nimmst du BSW raus?

Wenn man keine linke oder grüne Politik will, wird es schon schwierig mit der Wahlentscheidung, selbst wenn der Thüringer oder Sachse CDU wählt, kann er diese Politik bekommen. Die CDU sollte imho tunlichst von Koalitionen mit der Linkspartei und BSW absehen, da gebe ich veni_vidi_vici recht. AfD und BSW sollen jetzt mal selber zusehen, wie sie eine Regierung auf die Beine stellen.

Aber ich will gar nicht so eine Wahlentscheidung verteidigen, ich halte das auch für kontraproduktiv, meiner Meinung nach liegt die Ursache aber in der unterirdischen Politik der etablierten Parteien und da nehme ich "meine" FDP gar nicht aus. Die braucht auch ganz dringend ein make over und viel mehr eigenes Profil.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.September 2024, 18:29:07
...aber wie man am Beispiel der Grünen sieht: das Volk WILL bisweilen auch keine Lösungen, sonst würde diese Partei ihrer Lösungen gegen die Klimakrise wegen nicht so angefeindet.
Die Grünen werden nicht wegen ihrer Lösungen zur Klimakrise angefeindet, sondern weil sie diese Lösungen mit aller Macht gegen alle Widerstände durchsetzen wollen und zB. Habeck danach irgendwas von "Test" faselt. Die Menschen haben Existenzängste und der kommt dann mit "Test" an. Sorry, das ist komplett daneben.

Und dass es den Grünen um's Klima ginge, das fällt auch vielen schwer zu glauben, denn sonst hätte man die AKW fit gemacht und deren Laufzeit verlängert. Damit hätte sich viel mehr CO2 einsparen lassen, als mit irgendwelchen kleinteiligen Vorschriften, mit denen man den Bürgern auf den Sack gehen will.

Und dann diese komplette Weltfremdheit was die Flüchtlingsfrage angeht. Da labert die Lang davon, dass das nicht die wichtigste Frage bei den Landtagswahlen gewesen wäre, ein paar Tage nach Solingen und entgegen aller Umfragen.

Aber selbst wenn die laufenden Deindustrialisierung Deutschlands die größte Sorge wäre, sind die Grünen auch da die treibende Kraft. Wohl eher die vertreibende. Habecks Wirtschaftspolitik ist ein Desaster, jetzt bricht ihm vermutlich auch noch sein Vorzeigeobjekt "Intel Chipfabrik" weg.

Beenden will ich den rant mit Helmut Schmidts weisen Worten:
„Wer die Grünen wählt, der wird sich später mal bitterste Vorwürfe machen.“
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 03.September 2024, 19:32:46
Atomenergie? Und was wäre mit dem Atommüll? Wo lagert man den? Dafür gibt es immer noch keine Lösung, und wie ich das interpretiere auch auf Jahrzehnte hinaus nicht geben.

In der Wahrnehmung scheinen die Grünen am meisten schuld zu sein an allem. Dabei versuchen sie - mehr oder weniger recht als schlecht - das mit auszubaden was über Jahrzehnte vermasselt wurde wieder auf einen besseren Weg zu bringen.

Aber eine Dreier-Koalition auf Bundesebene funktioniert nicht. Leider für die Bürger.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 03.September 2024, 19:41:05
aber wie man am Beispiel der Grünen sieht: das Volk WILL bisweilen auch keine Lösungen, sonst würde diese Partei ihrer Lösungen gegen die Klimakrise wegen nicht so angefeindet.

Auch mir stieß diese Passage ins Auge. Die Grünen hatten für mich immer ein großes Plus-Argument: Die Möglichkeit zu zeigen wie es geht, damit andere Länder uns nachahmen. Was ist passiert? Die Grünen (im Zusammenspiel mit Gelb und Rot) haben genau das Gegenteil erreicht. Längst sind wir in Deutschland zum Negativbeispiel geworden. Die internationale Presse titeln eher in die Richtung "gebt die Wirtschaft nicht für die Umwelt auf". Umweltschutz geht nur global. Das Vorzeigemodell Deutschland ist gescheitert. Die Erkenntnis: Umweltschutz geht nur, wenn man mit den Leuten arbeitet. Die Grünen haben es mit Vorschriften, Bevormundung, Bürokratie und einer merkwürdigen Auffassung von Wahrheit geschafft selbst das Vertrauen bei der eigenen Stammwählerschaft ein gutes Stück zu verspielen. Mit ihren Maßnahmen wären sie allen Hausbesitzern ans Geld gegangen. Viele hätten es nicht gehabt. Wer sein Haus gerade abbezahlt hat, würde keinen neuen Kredit aufnehmen wollen. Wer es noch nicht abbezahlt hat, hätte es sich nur schwerlich leisten können (teilweise trotz Förderung, die m.E. auch nicht immer gerecht gewesen wäre). Die Hardcore-Grünen sind wiederum unzufrieden, weil keine Maßnahmen es in die "Vollstreckung" schaffen.

Aber die Grünen kommen wieder. Die nächste Umwelt- oder Naturkatastrophe wird leider nicht lange auf sich warten lassen. Doch den Rückschritt hat die Partei mir ihrer Politik gegen das Volk selber zu verantworten. Über die SPD/Bürgergeld ließe sich ähnliches schreiben.

Atomenergie? Und was wäre mit dem Atommüll?

Daumendrücken: https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/strom-aus-atommuell-deutschland-koennte-300jahre-versorgt-werden-83361432.bild.html (https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/strom-aus-atommuell-deutschland-koennte-300jahre-versorgt-werden-83361432.bild.html)

Aber sowas wurde in Deutschland wieder nicht gefördert.

LG Veni_vici_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.September 2024, 21:28:39
Und was wäre mit dem Atommüll? Wo lagert man den?
Den lagert man zwischen, bis man eine technische Lösung hat, an der ja schon gearbeitet wird, das ist nur eine Frage der Zeit.

Zitat
In der Wahrnehmung scheinen die Grünen am meisten schuld zu sein an allem.
Nein, die Grünen sind nicht an allem Schuld, die FDP hatte ich nicht ausgenommen und auch die SPD ist als Kanzlerpartei noch mehr verantwortlich für das Desaster. Die Grünen hatte Henningway ins Spiel gebracht.

Zitat
Dabei versuchen sie - mehr oder weniger recht als schlecht - das mit auszubaden was über Jahrzehnte vermasselt wurde wieder auf einen besseren Weg zu bringen.
Das klingt schon wieder nach armem Opfer. Warum kann sich Deutschland eigentlich nicht bis 2060 Zeit lassen, um CO2 neutral zu werden? Warum muss das so über's Knie gebrochen werden? So sehr, dass es der Wirtschaft immens schadet und die Menschen in kurzer Zeit sehr viel, zu viel Geld kostet. Und hier sind die Grünen diejenigen, die Druck machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 03.September 2024, 22:42:21
Sind die Klimaexperten der afD soviel schlechter als die anderen? Fragen die man sich stellen muss.

Sie sind genauso Experten im Klima wie ihre "Vorgänger", die die Experten in Sache Rente, Pflege, Energie und Pipapo ignoriert haben. Da wurde gewarnt -- seit Jahrzehnten. Getan hat sich: so gut wie nichts. Die Fehler baden jetzt alle genauso aus wie alle, die u.a. unter der Klimapolitik einer Partei leiden würden, die unter anderem über selbst aufgebaute Parallelmedienwelten verbreitet, der menschengemachte Klimawandel sei umstritten.

Was viele als "Politik fürs Volk" verstehen ist leider das hier: kurzfristige, schöne Wahlgeschenke für aktuelle Wählerkunden. Reformen sind nur leider immer etwas Langfristiges, das kurzfristig unpopuläre Maßnahmen erfordert. Nur: Je weiter sie verschoben werden, desto teurer wirds. Für alle, die die Zeche in Zukunft noch zu zahlen haben. Ich habe noch nie Grün gewählt und bin auch kein großer Fan. Aber ein ausgesprochen demokratischer Treppenwitz in der Klimageschichte ist, dass sie unter anderem jetzt genau von jenen attackiert werden, die den Wandel so lange aufgeschoben und behindert haben.

Der Begriff "Generationengerechtigkeit" ist wirklich nur mehr ein politischer Kampfbegriff und verdeckt, um was es hier die ganze Zeit schon ging, und zwar in Deutschland schon lange vor der AfD: um die Achillesferse jeder Demokratie.

Und zu deinem Bild mit Flüchtlingen, wo eine Mauer mit Stacheldraht und bewaffnete Grenzkontrollen nicht mehr reichen, um all die Flüchtlinge zu stoppen. Ich weiß, dass du damit meinst, die Bevölkerung würde dann aus Deutschland fliehen weil es so schlimm geworden ist.

Wenn es zu größeren Fluchtbewegungen käme: Aus Deutschland würde bestimmt niemand fliehen. Immerhin liegt Deutschland in gemäßigteren Klimazonen.


Es geht beim Klimawandel nur darum, wie hoch der menschliche Anteil ist und wie hoch andere Ursachen beteiligt sind. Und das ist in der Tat umstritten, weil immer eine gewisse Ungenauigkeit vorhanden ist. Das ist Wissenschaft nunmal. Es gibt keine absolute Wahrheit, zumindest kann man es nicht 100% eingrenzen wie groß der Anteil ist.
Aber die Grünen haben in der Umweltpolitik das Gegenteil erreicht von dem, wofür sie stehen. Wir haben mit Dänemark zusammen den teuersten Strom in Europa und andere Länder (ich nenne mal z.B. Portugal) haben mehr Strom aus erneuerbaren Energien. Wir schrotten unsere Wirtschaft, um weniger umweltfreundlichen Strom zu haben wie andere Länder. Kein Wunder, dass die sich dann mit Grausen abwenden.


Zum Thema Klima in Deutschland. Ob es in Deutschland und in Europa nicht kurzfristig ziemlich kalt werden könnte, da gibt es eine Diskussion. Der Golfstrom (sowas wie eine gigantische Wärmepump) "stottert" dank dem Klimwandel nämlich und das könnte paradoxerweise zu sehr kalten Wintern und nicht mehr eisfreien Häfen in Europa führen...


@Henningway : Du magst die Entscheidung für dumm halten, sie wurde aber getroffen und das nicht nur von wenigen. Ich würde so eine Entscheidung nicht als dumm bezeichnen, kann aber vielleicht auch die Zwangssituation in der sich diese Leute zu befinden glauben vielleicht nicht verstehen. Daher halte ich mich mit so einer Aussage lieber zurück. Aber wäre es nicht ein Ansatz zu erforschen, was die Alternative zur Alternative für Deutschland sein könnte? Scheinbar hat das BSW ja als einzige Partei der afD Stimmen abjagen können und eventuell ein höheres Ergebnis verhindert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 04.September 2024, 11:52:12
Es geht beim Klimawandel nur darum, wie hoch der menschliche Anteil ist und wie hoch andere Ursachen beteiligt sind. Und das ist in der Tat umstritten, weil immer eine gewisse Ungenauigkeit vorhanden ist. Das ist Wissenschaft nunmal. Es gibt keine absolute Wahrheit, zumindest kann man es nicht 100% eingrenzen wie groß der Anteil ist.

Das nicht, aber es gibt genug wissenschaftliche Studien, die zeigen: Die menschengemachten Treibhausgasemissionen sind verantwortlich für den Klimawandel. Natürliche Ursachen als mögliche Erklärung wurden zur Genüge untersucht und sind teilweise sogar gegenläufig (d. h. sie würden eher für einen Abkühlungseffekt sorgen), eben weil man den Leugnern den menschengemachten Klimawandels damit den Wind aus den Segeln nehmen wollte. Leider gibt es (zu) viele Leute, die schlicht faktenresistent sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 04.September 2024, 13:06:56
Zitat
Zitat
Dabei versuchen sie - mehr oder weniger recht als schlecht - das mit auszubaden was über Jahrzehnte vermasselt wurde wieder auf einen besseren Weg zu bringen.
Das klingt schon wieder nach armem Opfer. Warum kann sich Deutschland eigentlich nicht bis 2060 Zeit lassen, um CO2 neutral zu werden? Warum muss das so über's Knie gebrochen werden? So sehr, dass es der Wirtschaft immens schadet und die Menschen in kurzer Zeit sehr viel, zu viel Geld kostet. Und hier sind die Grünen diejenigen, die Druck machen.

Warum ? Weil die Zeit ausgeht. Sogenannte Kippunkte werden erreicht, dessen umkehr dann unmöglich sind bzw. katastrophale Spiralen in gang setzen. Anstieg Meeresspiegel, Atlantische Umwälzströmung versiegt( extreme Abühlung der Temperaturen in Nordeuropa), Regenwälder als CO2 Speicher gehen verloren(Mehr CO2 wird freigesetzt), Permafrostböden tauen auf(Mehr CO2 wird freigesetzt) und alle diese Kippunkte verschlimmern die Auswirkungen Regional oder Weltweit.
Problem hierbei ist das diese Kippunkte sehr schlecht erforscht sind und es große Unsicherheiten gibt. Heißt man wird erst mit Sicherheit wissen das ein Kippunkt erreicht ist, wenn diese eingetreten sind.
Also ja du kannst sagen lassen wir uns bis 2060 doch Zeit aber in der Zeit kann es dann halt passieren das wir nicht mehr 50% CO2 einsparen müssen sondern 500% um die Erderwärmung aufzuhalten.(Nur geschätzt) Heißt mit jedem Jahr das man verliert werden die Kosten schlimmer. Ist dann natürlich bequemer anzunehmen das wir gar nichts für die Erderwärmung können. Würde ich als CEO und Politiker auch tun, weil minder ja die Rendite und den eigenen Bonus, bzw. warum sollte man sich als Politiker um etwas scheren  das wahrscheinlich erst in 10,20,30 oder 100 Jahren eintritt.  ::)

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/kipppunkte-100.html (https://www.tagesschau.de/wissen/klima/kipppunkte-100.html)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.September 2024, 15:39:00
Warum ? Weil die Zeit ausgeht.
Und du glaubst ernsthaft, dass Deutschland mit seinem mickrigen CO2-Ausstoß das Ruder rumreißen könnte? Ich nicht.

Zitat
Problem hierbei ist das diese Kippunkte sehr schlecht erforscht sind und es große Unsicherheiten gibt.
Das mit den Kipppunkten ist so eine Sache, das PIK und mW. Herr Rahmstorf himself hat die in die Welt gesetzt, die werden aber nicht allen Wissenschaftlern geteilt, Herr Marotzke teilt diese Angst nicht:

Interview mit Jochem Marotzke zu Kipppunkten und der Kommunikation des Klimawandels | Max-Planck-Gesellschaft

Findet man in komplexen Erdsystemmodellen, die Ozean, Landmasse und Atmosphäre gleichzeitig beschreiben, überhaupt irreversible Kipppunkte? 

Das wird gerade noch diskutiert. Meine Kollegin Ricarda Winkelmann hat in einer Studie von 2020 womöglich solche Kipppunkte in einem komplexen Modell gefunden. Laut Weltklimabericht ist es denkbar, aber wir wissen es nicht genau. Regional finden wir solche abrupten Übergänge viel einfacher, die haben aber keine globalen Auswirkungen. Es gibt aber eine Ausnahme und das ist der Grönländische Eisschild. Wenn der mal geschmolzen ist, wird er nicht wiederkommen. Es ist wirklich ein differenziertes Bild, das man hier zeichnen muss und man muss sich das Bild für jeden Kipppunkt einzeln genau anschauen.
https://www.mpg.de/21173804/interview-marotzke-klimakommunikation
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 04.September 2024, 16:58:45
Das wird hier nämlich auch thematisiert. Genauso wie, dass die CDU, die nach der AfD mit der CSU am lautesten gegen EU-Dinge mosert, ja eine nicht unerhebliche Position dort inne hat.
Die EU ist ja auch eine Sache für sich, mMn sollte das aktuelle System dringend reformiert werden, dass Parlament ist zu weit weg von den Menschen und viele Gesetze Unsinn. Es kommt mir da manchmal so vor als würde man einfach irgendetwas beschließen um eben etwas zu beschließen und nicht weil es durchdacht und eine sinnvolle Verbesserung ist. In Teilen wird die EU ja auch dazu benutzt nationale Gesetze durchzubringen die in den Ländern für Empörung sorgen würden, das nutzt man dann als Ausrede und schiebt es auf das Parlament da. Die meisten Gesetze die von da kommen sollten nur von den Ländern selbst beschlossen werden.
Es wurde ja auch vor der letzten Wahl damit gespielt,dass von der Leyen das Verbrenner Verbot kippen könnte falls sie gewählt wird, nur um danach zu sagen,dass sie am Green Deal festhalten will.
Als Zusammenschluss einzelner Länder und um große Themen zu besprechen finde ich die EU wirklich gut, das Parlement kann man aber von mir aus auflösen.
Es wird ja auch überlegt die Prozent Hürde hochzusetzen, falls das wirklich kommt wird man sich auch da über 20-30% für die AfD wundern.

Seit wie vielen Jahren werden angeblich schon Lösungen gesucht? Scholz hat vor ca. einem Jahr im Spiegel gedröhnt: "Wir müssen endlich im großen Stil abschieben!"

Und was hat sich getan? Nichts. Genau wie Merkels "nationale Kraftanstrengung" bei Abschiebungen. Was hat sich geändert? Nichts. Im Gegenteil, es kamen immer mehr Menschen aus aller Herren Länder.

Und auch diesmal wird sich nichts ändern. Und falls der nächste Kanzler - vermutlich von der Union - auch nichts ändert, wird es stockfinster, es brodelt im Volk und lange geht das nicht mehr gut.
Es ist aber auch ein Thema, dass man an Zahlen festmachen kann und bei dem die sonstigen Formeln der Politik: leeres Gerede, Menschen vertrösten bis es vergessen wird, nicht greifen.
Wenn die Zahlen mal von 300k auf 10k Asylsuchende fallen wird man das ja merken.

Es geht da ja nicht nur um eine Migrationswende sondern allgemein um Grundertrauen in die Politik, dass die bei ihrem Handeln das Interesse des Landes und seiner Bürger an erste Stelle stellt
und auch um eine Verständnisfrage was Asyl in Bezug zu Migration eigentlich bedeutet.

Für einen Teil der Bürger ist Asyl gleichzusetzen mit Einwanderung,für einen anderen Teil besteht das Selbstverständnis, dass Asyl nur einen zeitlich begrenzter Aufenthalt im Land rechtfertigt und wenn Asylgründe, wie z.B Krieg, wegfallen auch der Aufenthalt beendet ist. Die meisten Bürger werden sich nicht mit sowas beschäftigen, weil es bei vielen wahrscheinlich ein Grundvertrauen in die Politik gibt,das die das schon in ihrem Interesse regeln wird, wenn das Groß der Menschen aber merkt,dass dem nicht so ist und das im Gegenteil sabotiert und Regeln gebogen werden wo es geht, setzt eine Entfremdung und ein Vertrauensverlust ein.

Das was die Regierung vor der Wahl gemacht hat, aus ganz Deutschland Straftäter zu sammeln nach Afghanistan abzuschieben wird auch eher kontraproduktiv gewesen sein, erstmal kommt es zu der Unzeit,dass die Taliban gerade ein noch härteres Gesetz zur Unterdrückung von Frauen beschlossen haben, dann gab es das durch die Medien aufgegriffene Handgeld, 1000 Euro + wahrscheinlich weitere Unterstützung danach, was wohl über 2 Jahresgehälter in Afghanistan sind, und man hat Aufmerksamkeit darauf gelenkt, das ein verurteilter Vergewaltiger einer 14 Jährigen nur 2 Jahre Haft bekommt und danach wieder in der Gemeinde untergebracht wurde in der er die Tat begangen hat.
Dazu kommt, dass es 100% Leute geben wird die sehr genau darauf schauen werden wer von den Abgeschobenen wann wieder nach Deutschland einreisen wird und was für eine Duldung und Unterstützung die dann bekommen. Der Vergewaltiger will ja, laut Anwalt, wohl schnell wieder zurück.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-straftaeter-abgeschoben-erleichterung-in-illerkirchberg-100.html

Das wirklich absurde ist, das die Regierung um Scholz wahrscheinlich denkt, dass die mit diesem Flug richtig was geleistet haben und alle laut über die Abschiebung klatschen werden. Es soll ja nebenbei auch keine regelmäßigen Abschiebeflüge geben, wahrscheinlich hebt man sich die für die Wahlen auf, würde mich nicht wunder,wenn Ende des Monats vor der Brandenburgwahl auch wieder einer abhebt.

Alles blockiert sich gegenseitig. Nichts geht vorwärts. Und die CDU will im Osten jetzt mit BSW und Linken zusammenarbeiten..
Die CDU sollte eigentlich nicht in eine Regierung in Thüringen einsteigen oder sich zumindest Zeit lassen, man ist nicht stärkste Kraft, der Druck liegt nicht bei der CDU, dazu hat man auch einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linken ,spielt beim BSW auf einmal keine Rolle obwohl es die gleichen Leute sind und dazu muss man doch mit einer Stimme der Linken tricksen(Ramelow) um eine Regierung zu bekommen in der die nächsten 4 Jahre die einzige harte Opposition die AfD sein wird.Ganz davon abgesehen,das der Wählerwille zu einem Politikwechsel weg von Linken und SPD komplett ignoriert wird.
Leider wird das Ego und die Gier doch mal an die Macht zu kommen größer sein als klare Grenzen zu setzen und in 5 Jahren fragt man sich dann warum die AfD dann 40%+ hat. Vielleicht reicht es ja in der Zwischenzeit für ein Verbot.  :P

In Sachsen ist es ähnlich aber ich traue Kretschmer da schon zu das als positiver zu verkaufen und sich mehr durchzusetzen als es in Thüringen der Fall sein wird.

Allgemein kann man auch sagen,dass Teile der Politik und Medien immer noch nichts verstanden haben, da werden die gleichen Plattitüden abgespult und davon geredet,dass die Menschen einfach die Politik nicht richtig verstehen und man alls nur besser erklären müsse, dazu wird dann immer von "Demokraten" geredet wenn man nicht von der AfD spricht, wird bestimmt der Demokratie helfen und Stimmen zurückholen wenn man einem Drittel der Wähler abspricht demokratisch gewählt zu haben.
Im ZDF gab es in einem Kommentar zur Wahl dann auch erstmal eine Einleitung in der der Überfall auf Polen angesprochen wurde. https://youtu.be/tApJ-tpB3yU?si=d6K5cAYyVG9zmVau

Die Arroganz die da teilweise rüberkam ist schwer ertäglich, da wurde sich z.B aus der SPD das Ergebnis schöngeredet, dass man ja gar nicht so viel verloren hätte, bei 7% geht es auch nicht sehr viel weiter runter.

Ich bin selbst von der Politik sehr enttäuscht. Keines der dringenden Probleme scheint angegangen worden zu sein. Ich halte der Regierung grundsätzlich zugute, dass sie es versucht hat, aber wie man am Beispiel der Grünen sieht: das Volk WILL bisweilen auch keine Lösungen, sonst würde diese Partei ihrer Lösungen gegen die Klimakrise wegen nicht so angefeindet. IM Gesundheitssektor ist Lauterbach eine einzige Katastrophe. So oder so: als Alternative die Stimme einer Partei zu geben, die noch niemals irgendwo eine sinnvolle Lösung angeboten hat, ist einfach falsch und dumm. Protest kann auch eine Kleinpartei sein, wenn es nur darum geht, die Regierung abzustrafen.

Ich halte auch nicht >30% der Bevölkerung Thüringens oder Sachsens für rechtsradikal. Aber andererseits muss man sich auch nicht zwingend so bezeichnen, um dennoch rechtsradikale Motive zu propagieren.
Ich finde man muss sich da auch fragen lassen ob die Lösungen die man anbietet wirklich Lösungen sind oder alles nur noch schlimmer machen, wenn da mal etwas funtionieren würde hätten wir ja nicht diese schlechte Stimmung, keiner kann gegen Erfolge argumentieren.
Das Problem das ich da sehe ist,dass man sich nicht an der Realität orientiert und dann das macht was wirklich praktikabel ist und weiterhilft sondern anscheinend eine Utopie im Kopf hat in der bestimmte Reaktionen und Ereignisse wie durch ein Wunder zusmmangreifen und funktionieren, wenn es das dann mal nicht tut ist man irritiert und schiebt die Schuld auf den dummen Bürger der die gute Lösung nicht erkennt.
Höcke zu wählen halte ich da nebenbei auch nicht für eine Lösung, ich finde es wirklich erschreckend, dass so einer 30% holen kann. Ich habe aber auch keine Ahnung wen ich jetzt als Thüringer gewählt hätte, bei kleinen Parteien ist die Stimme einfach verschenkt und eine Regierung mit BSW und Linken würde ich auch nicht unterstützen wollen.

Atomenergie? Und was wäre mit dem Atommüll? Wo lagert man den? Dafür gibt es immer noch keine Lösung, und wie ich das interpretiere auch auf Jahrzehnte hinaus nicht geben.
Die Frage spielt für den Weiterbetrieb oder die Inbetriebnahme neuer Reaktoren keine Rolle weil man ja jetzt schon ein Lager für den Müll suchen muss.  :P

Warum ? Weil die Zeit ausgeht. Sogenannte Kippunkte werden erreicht, dessen umkehr dann unmöglich sind bzw. katastrophale Spiralen in gang setzen. Anstieg Meeresspiegel, Atlantische Umwälzströmung versiegt( extreme Abühlung der Temperaturen in Nordeuropa), Regenwälder als CO2 Speicher gehen verloren(Mehr CO2 wird freigesetzt), Permafrostböden tauen auf(Mehr CO2 wird freigesetzt) und alle diese Kippunkte verschlimmern die Auswirkungen Regional oder Weltweit.
Problem hierbei ist das diese Kippunkte sehr schlecht erforscht sind und es große Unsicherheiten gibt. Heißt man wird erst mit Sicherheit wissen das ein Kippunkt erreicht ist, wenn diese eingetreten sind.
Also ja du kannst sagen lassen wir uns bis 2060 doch Zeit aber in der Zeit kann es dann halt passieren das wir nicht mehr 50% CO2 einsparen müssen sondern 500% um die Erderwärmung aufzuhalten.(Nur geschätzt) Heißt mit jedem Jahr das man verliert werden die Kosten schlimmer. Ist dann natürlich bequemer anzunehmen das wir gar nichts für die Erderwärmung können. Würde ich als CEO und Politiker auch tun, weil minder ja die Rendite und den eigenen Bonus, bzw. warum sollte man sich als Politiker um etwas scheren  das wahrscheinlich erst in 10,20,30 oder 100 Jahren eintritt.  ::)

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/kipppunkte-100.html (https://www.tagesschau.de/wissen/klima/kipppunkte-100.html)
Ich wage da mal die Aussage, dass eine Grüne Regierung mit absoluter Mehrheit im Vegleich zu jeder anderen keinen Unterschied in Bezug auf die Klimakrise machen würde, weil es von so vielen Faktoren abhängt,dass unser(deutscher) Einfluss darauf zu gering ist um Global ins Gewicht zu fallen. Gedanken da den Klimawandel mit Abgaben zu stoppen sind einfach Wunschvorstellungen so lange nicht alle an einem Strang ziehen und da optimistisch zu sein gibt die Entwicklung in der Welt nicht her. Gefühlt geht Weltweit gerade alles noch viel mehr den Bach runter als es die letzten 40 Jahre gelaufen ist, ich würde eher im Gegenteil sagen,dass das Land, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen ,wirtschaftlich stark aufgestellt sein muss und man alles zun sollte,dass es so lange wie möglich so bleibt.
Das heißt gleichzeitig nicht,das man den Klimawandel leugnen oder regionalen Umweltschutz vernachlässigen sollte, man muss da eine gute Balance finden, am besten mit Unterstützung der Bevölkerung, die man auch gerade immer mehr verspielt.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 04.September 2024, 20:23:15
Die meisten Bürger werden sich nicht mit sowas beschäftigen, weil es bei vielen wahrscheinlich ein Grundvertrauen in die Politik gibt,das die das schon in ihrem Interesse regeln wird, wenn das Groß der Menschen aber merkt,dass dem nicht so ist und das im Gegenteil sabotiert und Regeln gebogen werden wo es geht, setzt eine Entfremdung und ein Vertrauensverlust ein.
Ich vermute, dass bei vielen Menschen in D - und damit meine ich nicht nur die Ureinwohner, sondern auch Zugewanderte - dieser Punkt überschritten ist.
Meine nicht-deutschen Freunde und Bekannten können überhaupt nicht verstehen, was hier los ist, warum man solche Verbrecher wie von dem Afghanistanflug nicht sofort mit einem Fußtritt im hohen Bogen rauskickt, für dieses "Handgeld" haben die noch weniger Verständnis.

Zitat
Das was die Regierung vor der Wahl gemacht hat, aus ganz Deutschland Straftäter zu sammeln nach Afghanistan abzuschieben wird auch eher kontraproduktiv gewesen sein...
Die Aktion war zwar schon länger geplant, kam dann aber zur Unzeit, weil es mal wieder wie hilflose Symbolpolitik aussieht und ich will auch gar nicht wissen, welche Zugeständnisse man an Katar z.B. gegen Israel machen musste.
Deutschland und die EU haben sich selber juristisch beinahe handlungsunfähig gemacht, daran muss mit Kraft und Nachdruck gearbeitet werden. Es muss eine Normalität erreicht werden, die bedeutet, dass Schwerstkriminelle und Leute ohne Asylanspruch zügig nach Hause gehen und das auch nicht mit Sonderflügen, die 20.000 EUR pro Nase kosten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 05.September 2024, 22:46:30
Ich vermute, dass bei vielen Menschen in D - und damit meine ich nicht nur die Ureinwohner, sondern auch Zugewanderte - dieser Punkt überschritten ist.
Meine nicht-deutschen Freunde und Bekannten können überhaupt nicht verstehen, was hier los ist, warum man solche Verbrecher wie von dem Afghanistanflug nicht sofort mit einem Fußtritt im hohen Bogen rauskickt, für dieses "Handgeld" haben die noch weniger Verständnis.
Ist ja auch oft so das in Diskussionen da Gruppen zusammengewürfelt werden die gar nicht zusammen gehören, der normale qualifizierte Einwanderer hat logischerweise auch keine Lust auf Kriminelle und Islamisten weil die auch seine Sicherheit gefährden und es bestimmt nicht toll ist mit solchen leuten in einen Topf geworfen zu werden. Darum denke ich auch das eine Trenung von Asyl und Migration erforderlich ist und eine bessere Überprüfung und höhere Hürden am Ende dafür sorgen werden,dass mehr Fachkräfte kommen.

Die Aktion war zwar schon länger geplant, kam dann aber zur Unzeit, weil es mal wieder wie hilflose Symbolpolitik aussieht und ich will auch gar nicht wissen, welche Zugeständnisse man an Katar z.B. gegen Israel machen musste.
Deutschland und die EU haben sich selber juristisch beinahe handlungsunfähig gemacht, daran muss mit Kraft und Nachdruck gearbeitet werden. Es muss eine Normalität erreicht werden, die bedeutet, dass Schwerstkriminelle und Leute ohne Asylanspruch zügig nach Hause gehen und das auch nicht mit Sonderflügen, die 20.000 EUR pro Nase kosten.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass der Flug noch ein paar Tage vorher geändert wurde damit es vor der Wahl stattfindet, finde das aber nicht mehr, kann auch anders sein, aber so oder so war der Termin bestimmt kein Zufall. Im Moment laufen ja Gespräche in Sachen Asyl/Migration zwischen Union und Regierung um Lösungen zu finden, mal sehen ob man sich da auf etwas einigen kann, optimistisch bin ich aber nicht.

Das Problem das ich da sehe ist,dass man sich nicht an der Realität orientiert und dann das macht was wirklich praktikabel ist und weiterhilft sondern anscheinend eine Utopie im Kopf hat in der bestimmte Reaktionen und Ereignisse wie durch ein Wunder zusmmangreifen und funktionieren, wenn es das dann mal nicht tut ist man irritiert und schiebt die Schuld auf den dummen Bürger der die gute Lösung nicht erkennt.
Da habe ich auch gestern ein Video von Habeck zu VW gesehen das als Beispiel passt.
https://x.com/ARD_BaB/status/1831359022185976164
Statt zuzugeben, dass wahrscheinlich auch Einmischung der Politik durch verschärfte Regeln und das Verbrennerverbot den Konzern in Schieflage gebracht haben schiebt er es auf Kritiker und Verunsicherung durch die Opposition, er kann sich ja z.B auch mal fragen, warum Hersteller es im Wettbewerb nicht schaffen profitabel günstige Kleinwagen zu produzieren, da gehen nämlich auch die letzten,für den kleinen Geldbeutel bezahlbaren, Verbrenner aus der Produktion weil es sich nicht mehr rechnet. Dazu hat er ja letztes Jahr selbst über Nacht und ohne Vorlaufzeit den E Autos die Förderung gestrichen.




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.September 2024, 07:44:44
Da habe ich auch gestern ein Video von Habeck zu VW gesehen das als Beispiel passt.
https://x.com/ARD_BaB/status/1831359022185976164
Statt zuzugeben, dass wahrscheinlich auch Einmischung der Politik durch verschärfte Regeln und das Verbrennerverbot den Konzern in Schieflage gebracht haben schiebt er es auf Kritiker und Verunsicherung durch die Opposition, er kann sich ja z.B auch mal fragen, warum Hersteller es im Wettbewerb nicht schaffen profitabel günstige Kleinwagen zu produzieren, da gehen nämlich auch die letzten,für den kleinen Geldbeutel bezahlbaren, Verbrenner aus der Produktion weil es sich nicht mehr rechnet. Dazu hat er ja letztes Jahr selbst über Nacht und ohne Vorlaufzeit den E Autos die Förderung gestrichen.
Habeck hat aber auch schon 2019 die Strategie von Volkswagen kritisiert und davor gewarnt, dass der Konzern etwa 2025 massive Probleme bekommen könnte, wenn er so weitermacht. Komplett ahnungslos ist er nicht, auch wenn ich seine Arbeit als Wirtschaftsminister durchaus kritisch sehe und der Meinung bin, er wäre in einem anderen Amt besser aufgehoben gewesen (im Übrigen erinnere ich an der Stelle an die Sparzwänge weswegen die E-Auto-Förderung gestrichen wurde, wenn es nach Habeck allein ginge, hätte er das sicher nicht gemacht). Was nicht heißt, dass du Unrecht hast, es ist aber halt auch nur ein Teil der Wahrheit. Kritik an VW ist ebenso legitim wie an den Produktionsbedingungen und dem Markt in Deutschland, wofür Habeck (mit)verantwortlich ist. Ebenso ist richtig, dass die politische Debatte um das Verbrenneraus für Verunsicherung gesorgt haben könnte, nur taugt das als politisches Argument nicht, denn es ist Teil eines demokratischen Diskurses und insofern war die Aussage ganz schwach von Habeck. Allerdings treibe ich mich schon seit Jahren bewusst nicht mehr auf TwiX rum, weil alles, was man dort bekommt, Verkürzungen und aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen sind, die einem den Puls steigen lassen. Differenzierte Debatten sind dort kaum möglich, das ist ja selbst hier mitunter schwierig und wir haben keine Zeichenbegrenzung. Bin froh, dass ich nur ab und zu vertretungsweise beruflich dort unterwegs bin.

Ich würde gerne mal einen Schritt zurück machen, um ein größeres Bild zu zeichnen:
Vergleicht man die Umfragen zur Bundestagswahl von heute und von vor zwei Jahren fällt auf, dass die Mitte (Union, FDP, SPD und Grüne) ein ganzes Stück weit erodiert ist. Zwar entfallen auf diese Parteien immer noch rund 2/3 der Stimmen, also eine stabile Mehrheit, aber von den rund 75% von vor 2 Jahren ist das ein ganzes Stück weg. Auffällig ist da insbesondere das Abrutschen der Grünen, das teilweise selbstverschuldet ist (die Fehler will ich gar nicht bestreiten und auch nicht nochmal ausdiskutieren), aber auch Ergebnis der Unions-Strategie, die Grünen zum Hauptgegner zu erklären und bei jeder Gelegenheit zu diffamieren. Was paradox ist, denn auf Landesebene arbeiten CDU und Grüne ja in einigen Ländern gut zusammen und ich sehe in vielen Punkten tatsächlich auch deutliche Gemeinsamkeiten. Das Ergebnis: Schwarz-Grün geht nicht mehr, die Grünen sind aktuell auf ihre Stammwählerschaft zusammengeschrumpft, viel wird die Union da also auch nicht mehr abgreifen können, denn wenn man sich Wählerwanderungen anschaut, passiert genau das: Die Union klaut nicht der AfD (und BSW) stimmen, sondern verliert an diese und holt sie sich stattdessen von den Ampelparteien. Die Strategie geht für die Union also nur kurz- und mittelfristig auf, langfristig wird sie Probleme bekommen, Koalitionen zu bilden. Aktuell wäre noch eine Zweierkoalition mit der SPD drin. Dass Grüne und FDP sich nochmal für eine Regierung zusammenraffen wirkt aktuell wenig wahrscheinlich, also fällt Jamaika raus. Im Grunde wären für die Bundestagswahl 2025 für die Union also starke Grüne viel besser, als die derzeitige Situation. Denn dass die Union den nächsten Kanzler stellen wird, halte ich aktuell für sehr wahrscheinlich.

Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich mit der erodierenden Mitte auf etwas ganz Anderes hinaus. Das ist ja auch Ausdruck der Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien. Wurde hier ebenfalls auch schon einige Male diskutiert. Es zeigt aber auch ein Stück weit den Vertrauensverlust in die Demokratie allgemein, wenn in einem Bundesland eine (dort) als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei 30% holt.* Daher stellt sich mir die Frage, ob es nicht ein grundsätzlich anderes Herangehen an Politik braucht und wie das aussehen könnte. Was mir in den Sinn kam: Befragungen zu wichtigen Themen und/oder solchen, die sehr stark den Alltag der Menschen betreffen, und die Politik danach ausrichten. Ob das in der jetzigen Parteienlandschaft stattfindet oder es eine neue Partei dazu braucht, spielt da letztlich keine Rolle. Das könnten dann Fragen sein wie: Sollte Fleisch teurer sein, aber dafür höhere Anforderungen an das Tierwohl gestellt werden? Sollten die Sicherheitsbehörden mit mehr Befugnissen ausgestattet werden, um (potenzielle) Straftäter besser überwachen zu können? Sollte das Grundgesetz geändert werden, um das Recht auf Asyl einzuschränken? Sollte die Bahn (im Inland) günstiger sein als fliegen?
Einfach mal als noch nicht gut ausgearbeitete Beispiele. Natürlich müsste man dann genau schauen, dass man solche Fragestellungen möglichst neutral formuliert werden und Vorkehrungen treffen, um diese "Volksabstimmungen" gegen Fake News, dumpfen Populismus (Brexit, anyone?) und Einflussnahme von außen (Hallo Russland, du alter AfD-Förderverein) zu schützen. Ob das möglich ist, weiß ich nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ein solches Abholen der Menschen zumindest bei Themen, die alltagsrelevant sind (Energiepreise, Mieten, Lebensmittel, Mobilität) dafür sorgt, dass sie sich wieder ernst(er) von der Politik genommen fühlen, als das aktuell der Fall ist.

Mich würden aber auch eure Ideen interessieren, wie man wieder mehr Vertrauen in die Demokratie schaffen und die Menschen mitnehmen könnte.

*Im Übrigen kotzen mich die ganzen Kommentare in Zeit, FAZ und Co. an, die das relativieren im Sinne von "da leben ja nicht so viele Menschen, in absoluten Zahlen sind das also nicht so viele Leute, die AfD gewählt haben" versehen mit dem Zusatz, dass es auf die Wahlen in den bevölkerungsreichen Bundesländern ankomme. Bitte was? Welches Signal sendet denn sowas an den Osten? Man sagt damit doch einfach (einmal mehr), dass der Osten nicht zählt. Das regt mich echt auf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 06.September 2024, 08:24:22
Mich würden aber auch eure Ideen interessieren, wie man wieder mehr Vertrauen in die Demokratie schaffen und die Menschen mitnehmen könnte.

Parteien sollten ihre Ziele vor der Wahl ganz konkret benennen. Dazu zählt auch, welche diese Ziele nicht in einer Koalition geopfert werden. Dafür muss auf der Homepage der Partei und später der Regierung eine Auflistung der Ziele vorliegen. Diese können aufgeklappt werden, um die dafür vorgesehenen und bereits unternommenen Schritte einzusehen (Bürger mitnehmen). Eine politische Roadmap sozusagen, die langfristig ausgelegt, aber doch ein Stück weit flexibel sein muss. Diese muss jedoch auch unabhängig bewertet werden. Wahlprogramme sind derzeit teilweise zu schwammig. Meist steht auch gar nicht dabei, wie Ziele zu erreichen sind.

Ich weiß nicht, ob das politisch möglich ist. Aber Parteien könnten sich vorher auf mögliche Koalitionen festlegen, die dann auch gewählt werden können. Würde die Wahlzettel erweitern. Hier müsste aber die höchste Prozentzahl ausreichen, sonst kommt es auf dieser Basis vermutlich zu keiner Regierungsbildung. In Kombination mit dem ersten Vorschlag, müssten Koalitionsgespräche schon vor der Wahl stattfinden.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 06.September 2024, 11:02:04
Mich würden aber auch eure Ideen interessieren, wie man wieder mehr Vertrauen in die Demokratie schaffen und die Menschen mitnehmen könnte.

Aus meiner Sicht wäre ein klares Muss um das zu erreichen, die Eindämmung des Lobyismus.
Politiker im Bundestag sollten keine weiteren Posten in der freien Marktwirtschaft inne haben dürfen. Oder sonstige "vorbereitende" Stellen, für deren späteres Berufsleben.
Das was in anderen Länder die so angefeindete Korruption ist, ist in Deutschland ebenso existent. Aber nunmal politisch und rechtlich korrekt unter dem Deckmantel des Lobbyismus.
Ich denke, ich brauche da keine Beispiele nennen, denn es wurden genug davon in den Medien ausgeschlachtet über die letzten Jahre.

Generell wäre in der Hinsicht mehr Transparenz und präventives Handeln nötig, um einen Grundstein des Vertrauens in die Politik zu legen.
Viele Menschen in Deutschland (insbesondere Richtung Osten) haben ja eine Wahrnehmung von "die gegen uns" und "die da oben".
Und das kann, wenn überhaupt, nur dann geändert werden, wenn Politik und Politiker auch im Spektrum des Lebens dieser Menschen passiert und aufhält.
Wenn sich die gesetzten Prioritäten auch mal Richtung des Bürgers zeigen.
Als es um die Banken ging, schaffte man es in gefühlt Stunden, Gesetze und Hilfen in Milliardenhöhe(?) auf den Weg zu bringen. Bei Dingen, die aus der Sicht des Bürgers aber einen direkten Einfluss haben, scheint es Monate, wenn nicht Jahre zu dauern, bis sich etwas tut. Als wolle man die Probleme aussitzen und so lange herauszögern, bis eigentlich kein politisches Handeln mehr nötig wäre, weil sich jeder damit abfand. Das hatte die CDU unter Merkel ja perfektioniert.

Und ja, ich stimme auch zu, dass Wahlversprechen auch verfolgt werden sollten. Das kommt mir bei so ziemlich jeder Partei am Ende viel zu kurz. Und das hinterlässt natürlich bei vielen Bürgern das Gefühl, dass man "verarscht" wird. Viele tolle Dinge versprechen, die eh nicht verfolgt werden, um dann andere Ziele zu verfolgen, die man lieber nicht öffentlich gemacht hatte.
Ob es so ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn wichtig ist, was der Wähler glaubt. Und auch das muss nicht immer der Realität entsprechen – jedoch bestimmt dessen "Realität" seine Wahlentscheidung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Elemotion am 06.September 2024, 12:12:44
1. Es müsste viel mehr positives berichtet werden, denn die Arbeit der Ampel war nicht so schlecht wie es häufig gespiegelt wird.

2. vielleicht eine unpopuläre Meinung ABER Gehälter der Abgeordneten und Richter/Staatsanwälte müssen stark steigen, und dann dafür Lobbyismus verbieten der Abgeordneten verbieten. Warum höhere Gehälter für staatliche Juristen, ganz einfach wenn ich in einer Kanzlei Hunderttausende bis Millionen verdienen kann, warum sollte ich Richter/Staatsanwalt werden.

3. Transparenz schaffen was Parteispenden, politischen Background, Unterstützer etc. angeht aber auch was die Parteien selber Unterstützen zb. Think Tanks oder Forschungsstiftungen etc.

4. alle Parteien (außer der AFD die will sowieso nicht) sollten wieder im normalen Rahmen debattieren, ja damit meine ich dich CDU und FDP aber auch die Grünen. Jede sinnvolle politische Debatte wird aktuell im Keim erstickt weil alles so dermaßen emotionalisiert wird und es nur schwarz und weiß gibt. Entweder sind alle rechts (extrem) oder die bösen linksgrünversifften. Ich kann aber auch den Klimawandel als Problem identifizieren genauso wie unkontrollierte Masseneinwanderung. Nur weil mir eines der großen Themen wichtiger ist als ein anderes ist die andere Seite nicht automatisch dumm. Wenn die Parteien öffentlich wieder normaler debattieren wirkt sich das auch auf einen Großteil der Wähler aus und das Vertrauen steigt automatisch.

5. Bot Farmen und Fake-News sind zu riesigen Problemen geworden welche unsere FDGO bedrohen dies muss viel deutlicher gemacht werden und Social Media Konzerne müssen in die Pflicht genommen werden endlich etwas dagegen zu tun und zwar wirkungsvoll. (Aus diesem Grund sollte man insb. TikTok und X erstmal europaweit sperren, da es dort m.e am schlimmsten ist. Das ist aber nur billiger Populismus meinerseits und soll das Problem verdeutlichen).

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 06.September 2024, 15:36:57
1. Es müsste viel mehr positives berichtet werden, denn die Arbeit der Ampel war nicht so schlecht wie es häufig gespiegelt wird.

Zustimmung.

Und ja, ich stimme auch zu, dass Wahlversprechen auch verfolgt werden sollten. Das kommt mir bei so ziemlich jeder Partei am Ende viel zu kurz. Und das hinterlässt natürlich bei vielen Bürgern das Gefühl, dass man "verarscht" wird. Viele tolle Dinge versprechen, die eh nicht verfolgt werden, um dann andere Ziele zu verfolgen, die man lieber nicht öffentlich gemacht hatte.
Ob es so ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn wichtig ist, was der Wähler glaubt. Und auch das muss nicht immer der Realität entsprechen – jedoch bestimmt dessen "Realität" seine Wahlentscheidung.

Was die Ampel (oder jede andere Regierung) wirklich macht geht sehr oft unter. Hier gewinnt oft die gefühlte Wahrheit, weil wird schon ordentlich schlecht sein. Sagen ja alle. Oder anders: Wer hat den die Zeit und den Nerv sich wirklich mal die Liste der Versprechungen herzunehmen und durchzugucken,was davon gemacht wurde? Außer vielleicht die Bertelsmann-Stiftung.

https://www.mdr.de/wissen/psychologie-sozialwissenschaften/versprechen-wahl-koalition-ampel-besser-als-ihr-ruf-102.html
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ampel-koalition-vorhaben-100.html
In einer Studie von Bertelsmann-Stiftung und Universität Trier bekommt die Ampel dafür sehr gute Noten: Die Ampel hätte zur Halbzeit bereits sehr viele ihrer Ziele umgesetzt, schreiben die Forscher. Überlagert werde das aber immer wieder durch den öffentlich inszenierten Koalitionsstreit.


https://bundestagszusammenfasser.de
^ Hier mal der Versuch transparent zu machen, in welchem Zustand genau welche Gesetze hängen, wie um sie steht, wer welche Position hat und so weiter... Da merkt man auch gleich, warum so wenige die Zeit und den Nerv haben sich wirklich mal die Liste der Versprechungen herzunehmen und durchzugucken,was davon gemacht wurde...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.September 2024, 15:59:25
Ich finde, es geht gar nicht mal so sehr um die Wahlversprechen. Natürlich sollte jede Partei, die in Regierungsverantwortung kommt, versuchen, bestmöglich das umzusetzen, was sie angekündigt hat. Dass das aber in Koalitionen nicht funktioniert, sondern am Ende immer Kompromisse gemacht werden müssen, sollte klar sein. Was mir fehlt, ist die Erklärung dieser Kompromisse, das hat Gregor Gysi unlängst auch im GGG-Podcast schön dargelegt: Als Partei A fordert X, Partei B fordert Y, am Ende vertreten aber beide (mehr oder weniger überzeugt) den Kompromiss Z. Damit den Leuten aber klar wird, warum aus X und Y schließlich Z wurde, muss man das auch erklären, ansonsten entsteht der Eindruck, dass beide Parteien sich nicht an ihre Wahlversprechen halten, sondern einfach nur Z machen. Das nur als kleiner Einwurf zum Thema Versprechungen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 06.September 2024, 16:08:30
Habeck klatsch überall Geld drauf, vor allem wo es nicht nötig ist. Ich vermerke mal, dass ich Volkswagen-Aktien besitze und dieses Jahr für das letzte Geschäftsjahr 9,00 € pro Aktie Dividende bekommen habe. Der Aktienkurs ist bei etwa 92 Euro zur Zeit, was eine Dividendenrendite von 10% bedeutet. Volkswagen hat im Geschäftsjahr 2023 ganze 22,6 Mrd. € als operatives Ergebnis erwirtschaftet.
Ein paar Daten von 2019 bis 2023 :
Personalaufwandsquote : 2019 - 17%, 2023 - 15,4%
Der Anteil der Personalkosten ist also gesunden.
Eigenkapitalquote : 2019 - 25,3%, 2023 - 31,6%
Volkswagen hat also mehr Eigenkapital, da es wohl nicht alle Gewinne investiert oder an die Aktionäre ausgeschüttet hat in Form von Dividenden. Achso : Dividenden hat Volkswagen in diesem Jahr für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 11,7 Mrd. an die Aktionäre gezahlt.
Wollte ihr mal die Dividendenentwicklung pro Aktie bei Volkswagen sehen :
2017 - 3,90 €
2018 - 4,80 €
2019 - 4,80 €
2020 - 4,80 €
2021 - 7,50 €
2022 - 8,70 €
2023 - 9,00 €
Nächstes Jahr wird eine höher Dividende erwartet, evtl. sogar um die 10,00 €...
Habt ihr euch übrigens mal den Tenor angehört : Volkswagen will seine Kosten um 10 Mrd. senken, aber hat bisher "nur" 5 Mrd. geschafft. Da steht nichts davon, dass das Unternehmen Verluste macht als Gesamtkonzern. Was ist nur mit den Medien los, dass selbst sowas nicht mehr recherchiert wird...

Achso aktuelle Zahlen aus Quartal 1 / 2024 :
Umsatzerlöse            75,5 Mrd. €
Operative Rendite         7,0-7,5%
Operatives Ergebnis     4,6 Mrd. €


Die Markengruppe Core (zu der auch die Marke VW gehört) hat von ein Operatives Ergebnis von 3,5 Mrd. € erwirtschaftet und eine Operative Rendite von 5% geschafft...


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 06.September 2024, 16:32:55
1. Es müsste viel mehr positives berichtet werden, denn die Arbeit der Ampel war nicht so schlecht wie es häufig gespiegelt wird.

Zustimmung.

Widerspruch. Denn die Bertelsmann-Studie hakt ja auch Dinge, wie das hoch umstrittene Bürgergeld und die Cannabis-Legalisierung, ab. Letzteres ist mir herrlich egal. Tatsächlich haben Bürgergeld und damit zusammenhängende Sozialleistungen in der Studie !10! Haken bekommen. Auch das Gebäudeenergiegesetzt bekommt den Stempel "in Erledigung". Die Bürokratieentlastung gilt als "angegangen". Oder anders gesagt: Der Erfolg von Maßnahmen wir ja gar nicht berücksichtigt. Auch die stümperhafteste Regierung kann Dinge umsetzen. Die Frage ist doch, ob die Projekte ein Erfolg sind. Obendrein geht aus diesem Artikel hervor, dass "das Progressive Zentrum", der Ampel ohnehin wohlgesonnen ist: https://www.fr.de/meinung/halbzeitbilanz-der-ampelkoalition-eine-frage-des-massstabs-92529761.html (https://www.fr.de/meinung/halbzeitbilanz-der-ampelkoalition-eine-frage-des-massstabs-92529761.html)

Und weil Merkel ja hier immer ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt wird. Bei der letzten großen Koalition lag die Zielerfüllung der Bertelsmann-Stiftung auf einem ähnlichen Niveau. 64 zu 60 %. Nur mal zur Einordnung. Aber auch damals wird es die gleichen Probleme gegeben haben.

Ich mag die Floskel, dass ja eigentlich gute Politik geleistet, es aber nur schlecht erklärt wird, nicht. Da bin ich bei all den Leuten die sagen, dass das einfach an der Lebenswirklichkeit vorbeigeht.


Auch an den vielen Lauterbach-Projekten gibt es Kritik. Das kann ich selber aber schlecht einordnen. Gab aber auch viele Haken.

Das sind nur wenige Beispiele. Aber von politischer Seite wurde viel Unsicherheit geschürt. Und nein, dass liegt keineswegs an schlechter Kommunikation. Es kann ja jeder Politiker seine Erfolge mal im TV mit einem echten Experten/Betroffenen aus dem jeweiligen Bereich diskutieren.

Ob die Bertelsmann-Studie ansonsten unabhängig erstellt oder ggf. sogar von der Politik in Auftrag gegeben wurde, konnte ich auf die Schnelle nicht ermitteln.

Politik ist ein Stück weit Wahrnehmungs-/Gewichtungssache. Aber Energiepreise, Insolvenzen, Jobabbau, etc. sind messbare Größen. Da höre ich von aktuellen Politikern immer nur, dass es ja die vorherige Regierung (an der die SPD ja sogar beteiligt war) verbockt hat. Nachtreten ist jedoch schlechter Stil. Die Frage ist doch, was hat die aktuelle Regierung aktiv getan um die genannten Folgen zu verhindern oder wenigstens abzufedern.

Mein persönliches Fazit: Die aktuelle Koalition/Politik ist genauso schlecht wie ihr Ruf.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 06.September 2024, 17:12:56
Habeck hat aber auch schon 2019 die Strategie von Volkswagen kritisiert und davor gewarnt, dass der Konzern etwa 2025 massive Probleme bekommen könnte, wenn er so weitermacht.
Er hat damals gesagt,dass es für VW schwer werden wird wenn man weiter auf eine Stratgie setzt nur in der oberen Preisklasse zu produzieren, ist schon richtig, nur sind die Produktionskosten ja auch eintsprechend hoch und man muss die Autos mit einem bestimmten Standart auch für einen bestimmten Preis verkaufen damit man Gewinn macht. Dafür sind in teilen dann auch Vorgaben aus EU und Bund verantwortlich. Ob VW oder andere Hersteller jetzt Autos an den Markt bringen könnten die 10-20K Euro kosten halte ich für fraglich. Laut ADAC stehen die günstigsten Modelle für 28k im Laden. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/auto-kaufen-verkaufen/autokosten/guenstigste-elektroautos/
Allgemein denke ich, das man Werksschließungen für Unternehmen in der Verkehrswende schon mit eingeplant hat, die Käufer werden ihren Verbrenner Neukauf nicht 1 zu 1 suf ein Elektroauto umlegen und wegen der gestiegenen Preise neuere gebrauchte Verbrenner fahren so lange es geht.
Der Umstieg ist einfach zu holprig, statt langsam umzustellen und mit besserer Technik und weniger Verbrauch zu locken macht man einfach die Verbrenner auch so teuer wie möglich und wundert sich dann, dass keiner zuschlägt.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/kleinwagen-gewinnspanne-autobauer-100.html
2011 hatte er nebenbei auch mal ein Interview in der TAZ in dem er sich weniger Autos wünscht, vielleicht würde sich der Habeck von damals ja sogar über die Entwicklung freuen.  :P
https://taz.de/Der-Gruene-Robert-Habeck-ueber-Wohlstand/!5119247/

(im Übrigen erinnere ich an der Stelle an die Sparzwänge weswegen die E-Auto-Förderung gestrichen wurde, wenn es nach Habeck allein ginge, hätte er das sicher nicht gemacht). Was nicht heißt, dass du Unrecht hast, es ist aber halt auch nur ein Teil der Wahrheit. Kritik an VW ist ebenso legitim wie an den Produktionsbedingungen und dem Markt in Deutschland, wofür Habeck (mit)verantwortlich ist. Ebenso ist richtig, dass die politische Debatte um das Verbrenneraus für Verunsicherung gesorgt haben könnte, nur taugt das als politisches Argument nicht, denn es ist Teil eines demokratischen Diskurses und insofern war die Aussage ganz schwach von Habeck. Allerdings treibe ich mich schon seit Jahren bewusst nicht mehr auf TwiX rum, weil alles, was man dort bekommt, Verkürzungen und aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen sind, die einem den Puls steigen lassen. Differenzierte Debatten sind dort kaum möglich, das ist ja selbst hier mitunter schwierig und wir haben keine Zeichenbegrenzung. Bin froh, dass ich nur ab und zu vertretungsweise beruflich dort unterwegs bin.
Ich weiß nicht ob Subventionen da überhaupt der richtige Weg waren, kann ja auch sein, dass das die Preise künstlich hochgehalten hat weil die Hersteller das mit eingeplant haben, es geht mir da eher um die Art und Weise wie es weggefallen ist, so kurzfristig wie es ging den Leuten vor den Kopf gestoßen die schon ein Auto bestellt haben und so für Verunsicherung gesorgt,dass man da eher negatives im Kopf hatte, da hätte der Übergang langsam und durchdacht erfolgen müssen. Wenn Habeck die Chance hätte würde er wahrscheinlich jetzt auch VW mit Steuergeld unterstützen und die Produktion so künstlich hochhalten, ist nicht der richtige Weg wenn der Markt die produzierten Sachen nicht haben will.

Twitter ist ein zweischneidiges Schwert, du hast da viele verkürzte Informationen auch viele Falschmeldungen und eine Menge schlechtgelaunter Nutzer aus jeder Politischen Richtung die alles mögliche schreiben,dass dann auch nicht stimmen muss. Gleichzeitig kann es aber auch Quelle für Infos sein die man sonst erst sehr viel später oder gar mitbekommen hätte, wenn man nur die klassischen Medien verfolgt und man kann bestimmte Themen besser einschätzen. Als Beispiel kann man da ja die Kritik am Öffentlich rechtlichen Rundfunk nennen, logischerweise berichtet der nicht selbst über Geldverschwendung und interne Postenvergaben. Oder vorhin habe ich einen tweet gesehen, in dem darübr berichtet wird, dass die Bundesregierung anscheinend beim erreichen des 2%NATO Ausgaben Ziels so trickst, dass auch Brücken Sanierungen eingerechnet werden, das hätte ich sonst verpasst, auch wenn der Artikel leider hinter einer Paywall ist.   :P
https://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-nato-ukraine-zwei-prozent-ziel-finanzierung-unklarheiten-lux.PfYGJcsZvud1pBtnyJsRWV?reduced=true

Man hat da aber keinen Filter der vorher Information prüft so wie es eine Redaktion machen würde,allgemein muss man sich wahrscheinlich selber Hürden setzen, ich versuche z.B bei vielen Themen Argumente aus unterschiedlichen Richtungen zuzulassen und auch mal bei Grünen,Linken usw. Accounts reinzuschauen was die so schreiben und auch erstmal skeptisch zu sein ob denn alles so stimmt.
Die Zeit in der man sich mit Politik beschäftigen kann ist ja begrenzt, von daher sind kurze Nachrichten schon in Ordnung, wenn mich dann ein Thema interessiert schaue ich eben die komplette Sendung,Talkshow oder lese Artikel.


Ich würde gerne mal einen Schritt zurück machen, um ein größeres Bild zu zeichnen:
Vergleicht man die Umfragen zur Bundestagswahl von heute und von vor zwei Jahren fällt auf, dass die Mitte (Union, FDP, SPD und Grüne) ein ganzes Stück weit erodiert ist. Zwar entfallen auf diese Parteien immer noch rund 2/3 der Stimmen, also eine stabile Mehrheit, aber von den rund 75% von vor 2 Jahren ist das ein ganzes Stück weg. Auffällig ist da insbesondere das Abrutschen der Grünen, das teilweise selbstverschuldet ist (die Fehler will ich gar nicht bestreiten und auch nicht nochmal ausdiskutieren), aber auch Ergebnis der Unions-Strategie, die Grünen zum Hauptgegner zu erklären und bei jeder Gelegenheit zu diffamieren. Was paradox ist, denn auf Landesebene arbeiten CDU und Grüne ja in einigen Ländern gut zusammen und ich sehe in vielen Punkten tatsächlich auch deutliche Gemeinsamkeiten. Das Ergebnis: Schwarz-Grün geht nicht mehr, die Grünen sind aktuell auf ihre Stammwählerschaft zusammengeschrumpft, viel wird die Union da also auch nicht mehr abgreifen können, denn wenn man sich Wählerwanderungen anschaut, passiert genau das: Die Union klaut nicht der AfD (und BSW) stimmen, sondern verliert an diese und holt sie sich stattdessen von den Ampelparteien. Die Strategie geht für die Union also nur kurz- und mittelfristig auf, langfristig wird sie Probleme bekommen, Koalitionen zu bilden. Aktuell wäre noch eine Zweierkoalition mit der SPD drin. Dass Grüne und FDP sich nochmal für eine Regierung zusammenraffen wirkt aktuell wenig wahrscheinlich, also fällt Jamaika raus. Im Grunde wären für die Bundestagswahl 2025 für die Union also starke Grüne viel besser, als die derzeitige Situation. Denn dass die Union den nächsten Kanzler stellen wird, halte ich aktuell für sehr wahrscheinlich.
Wenn du dann noch weiter zurückgehst ergibt das vielleicht mehr Sinn,die Union hat bei früheren Wahlen oftmals Ergebnisse jenseits der 40% geholt, der Ton da war noch deutlich rauher als der den z.B Merz jetzt wieder anschlägt. Angela Merkel hat damals sogar mit dem Migrationsthema und einem ähnlichen Ton Wahlkampf gemacht https://www.faz.net/aktuell/politik/integrationsdebatte-schroeder-warnt-vor-kampf-der-kulturen-1191509.html und das später noch bekräftigt. https://www.sueddeutsche.de/politik/integration-seehofer-sieben-punkte-plan-gegen-zuwanderung-1.1012736
Verbale Angriffe auf die Grünen gab es damals auch schon oder noch viel stärker als heute, die Union bewegt sich als eher auf einen Punkt zurück auf dem sie auch sonst erfolgreich gewesen ist. Natürlich spielen da auch andere Themen oder gesllschaftliche Veränderungen rein, aber man sollte da nicht so tun als wäre das etwas komplett neues.
Das Problem das Merz und die Union im Moment haben sind zum Teil die leeren Versprechungen der Merkel Jahre, ich hatte vor der Wahl in Thüringen mit einem AfD Wähler darüber gesprochen,dass eine Stimme für die AfD im Bund verschenkt ist und man dadurch (noch) kein Schwarz Blau sondern stärkere Grüne oder SPD in der Regierung haben wird, da ist aber nichts zu machen, weil die Leute Merz einfach nicht abnehmen,dass er es ernst meint und es mit ihm politisch wieder weg von den Merkel Jahren geht, solche Wähler zu überzeugen geht nur über Vertrauensbildung durch wirksame Politik und sichtbare Resultate.
Die Wählerwanderung geht ja nebenbei nicht nur von der Union zur AfD sondern auch von den Ampelparteien und den Linken, was ja auch für einen Vertrauensverlust spricht.
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2024-09-01-LT-DE-TH/analyse-wanderung.shtml
Gleichzeitig ist es schon krass wie die AfD Nichtwähler mobilisieren kann. In dem Fall ja sogar mehr als von den anderen Parteien zusammengekommen sind, das widerspricht ja auch dem was man sonst immer sagt, das nicht wählen den Rechten hilft.  :P

Allgemein besteht da ja die Gefahr, das sich die AfD festsetzt und sich mit dem Erfolg von extremen Leuten wie Höcke eine Linie etabliert die dann auf die ganze Partei ausstrahlt, es ist ja jetzt schon so, das da andauernd Grenzen überschritten werden, es wird sich nicht mehr von Aussagen distanziert und Leute wie Krah werden höchstens bei Misserfolgen zurückgesetzt,verbleiben aber in der Partei. Darum wäre es  wichtig das Merz so gut wie möglich abschneidet und seine Politik durchziehen kann, auch wenn das nicht jedem gefallen mag.

Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich mit der erodierenden Mitte auf etwas ganz Anderes hinaus. Das ist ja auch Ausdruck der Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien. Wurde hier ebenfalls auch schon einige Male diskutiert. Es zeigt aber auch ein Stück weit den Vertrauensverlust in die Demokratie allgemein, wenn in einem Bundesland eine (dort) als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei 30% holt.* Daher stellt sich mir die Frage, ob es nicht ein grundsätzlich anderes Herangehen an Politik braucht und wie das aussehen könnte. Was mir in den Sinn kam: Befragungen zu wichtigen Themen und/oder solchen, die sehr stark den Alltag der Menschen betreffen, und die Politik danach ausrichten. Ob das in der jetzigen Parteienlandschaft stattfindet oder es eine neue Partei dazu braucht, spielt da letztlich keine Rolle. Das könnten dann Fragen sein wie: Sollte Fleisch teurer sein, aber dafür höhere Anforderungen an das Tierwohl gestellt werden? Sollten die Sicherheitsbehörden mit mehr Befugnissen ausgestattet werden, um (potenzielle) Straftäter besser überwachen zu können? Sollte das Grundgesetz geändert werden, um das Recht auf Asyl einzuschränken? Sollte die Bahn (im Inland) günstiger sein als fliegen?
Einfach mal als noch nicht gut ausgearbeitete Beispiele. Natürlich müsste man dann genau schauen, dass man solche Fragestellungen möglichst neutral formuliert werden und Vorkehrungen treffen, um diese "Volksabstimmungen" gegen Fake News, dumpfen Populismus (Brexit, anyone?) und Einflussnahme von außen (Hallo Russland, du alter AfD-Förderverein) zu schützen. Ob das möglich ist, weiß ich nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ein solches Abholen der Menschen zumindest bei Themen, die alltagsrelevant sind (Energiepreise, Mieten, Lebensmittel, Mobilität) dafür sorgt, dass sie sich wieder ernst(er) von der Politik genommen fühlen, als das aktuell der Fall ist.

Mich würden aber auch eure Ideen interessieren, wie man wieder mehr Vertrauen in die Demokratie schaffen und die Menschen mitnehmen könnte.

*Im Übrigen kotzen mich die ganzen Kommentare in Zeit, FAZ und Co. an, die das relativieren im Sinne von "da leben ja nicht so viele Menschen, in absoluten Zahlen sind das also nicht so viele Leute, die AfD gewählt haben" versehen mit dem Zusatz, dass es auf die Wahlen in den bevölkerungsreichen Bundesländern ankomme. Bitte was? Welches Signal sendet denn sowas an den Osten? Man sagt damit doch einfach (einmal mehr), dass der Osten nicht zählt. Das regt mich echt auf.
Gute Frage, mir persönlich würde ein Wechsel gefallen in dem der einzelne Politiker mehr Macht hat und sich nicht dem Fraktionszwang unterordnen muss, dass du regional jemanden wählen kannst, der dann auch deine Interessen vertritt und nicht so wie es jetzt ist, das alle immer alles abnicken nur weil man da der Weisung der Partei folgen muss.

Das Problem bei Befragungen wird das gleiche sein wie bei dem Instrument der Bürgerräte, du wirst Politiker oder andere haben die von vornherein Einfluss nehmen so das kein neutrales Ergebnis dabei herauskommen kann. Der Bürgerrat Klima sowie der für Ernährung sind ja Negativbeispiele und bilden einfach nicht die Meinung der Bevölkerung ab. Man müsste es dann schon im Stil einer Volksbefragung durchziehen da wird aber immer gesagt,dass es logistisch nicht möglich sei, wahrscheinlich um sich vor der Möglichkeit einer echten Volksabstimmung zu schützen.

Mir fallen immer mal wieder Kleinigkeiten auf die einfach besser geregelt werden könnten, Beispielsweise hätten man vor dem Heizungsgesetz jedes öfffentliche Gebäude auf Wärmepumpe umrüsten können,jeden Dienstwaagen auf ein E Auto. Man könnte bei jeder Entscheidung darauf achten Politiker mit gutem Beispiel vorangehen zu lassen, Scholz hätte sich hinstellen und demonstrativ auf den Kanzleramtsneubau verzichten können, Diäten einfach so lange aussetzen bis es wieder aufwärts geht.
Ich habe da gerade das Bild aus der Coronazeit im Kopf das Politiker und Journalisten im Regierungsflieger ohne Maske sitzen. Wahrscheinlich könnte man sowas abstellen in dem  Politiker sich mehr wie ein teil des Volkes betrachten und nicht nur als Kaste die über andere bestimmen kann.
Einfach mal vorleben und Vorbild sein bei Sachen die man von anderen verlangt.

Bei Wahlen mit den Versprechungen runterfahren und nur Sachen anpreisen die man wirklich umsetzen kann, ich habe da manchmal das Gefühl, als würden Politiker denken,dass nach der Wahl ein Resetknopf gedrückt und die Erinnerungen an die Versprechen gelöscht werden, so wie die Ampel Parteien bestimmt wieder mit dem Klimageld Wahlkampf machen werden.  ;D

Bei den Kommentaren hast du recht, man darf ja nicht vergessen, dass die meisten Menschen da nicht die AfD gewählt haben und man einen Großteil der Wähler hoffentlich irgendwann wieder überzeugen kann anders zu wählen.

1. Es müsste viel mehr positives berichtet werden, denn die Arbeit der Ampel war nicht so schlecht wie es häufig gespiegelt wird.
Würde ich auch anders sehen, mMn haben SPD und gerade die Grünen sehr viel positive Berichterstattung und Medien hinter sich, da wird oft nur berichtet wenn es schon knallt und selten hinterfragt.z.B Barbocks Arbeit als Außenministerin und die Geldverschwendung durch Lauterbach.
Hast du Beispiele für positive Entwicklungen unter der Ampel die da zu kurz kommen?

5. Bot Farmen und Fake-News sind zu riesigen Problemen geworden welche unsere FDGO bedrohen dies muss viel deutlicher gemacht werden und Social Media Konzerne müssen in die Pflicht genommen werden endlich etwas dagegen zu tun und zwar wirkungsvoll. (Aus diesem Grund sollte man insb. TikTok und X erstmal europaweit sperren, da es dort m.e am schlimmsten ist. Das ist aber nur billiger Populismus meinerseits und soll das Problem verdeutlichen).
Eine Twitter Sperre wurde ja im Zuammenhang mit der Sperre in Brasliien ja auch bei uns von ein paar Leuten angedeutet, löst bei mir aber eher den Gedanken an Zensur aus auch wenn es natürlich politische Beeinflussung gibt.Allgemein ist da Frage nach richtig und falsch und Information und Desinformation nicht so einfach zu beantworten, ich finde das ist eher eine große Grauzone und wäre erstmal skeptisch gegenüber Stellen die Fake News einordnen und Sperren anordnen, so die denn staatlich aufgestellt würden.
Bei einer TikTok Sperrung würde ich vielleicht sogar mitgehen.  :P

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.September 2024, 20:08:06
Habeck hat aber auch schon 2019 die Strategie von Volkswagen kritisiert und davor gewarnt, dass der Konzern etwa 2025 massive Probleme bekommen könnte, wenn er so weitermacht.
Das finde ich interessant, hast du dazu eine Quelle? Schließlich hat sich VW ja stark auf den Elektroantrieb konzentriert, wollte gar 2030 aus den Verbrennern raus sein.

Zitat
Mich würden aber auch eure Ideen interessieren, wie man wieder mehr Vertrauen in die Demokratie schaffen und die Menschen mitnehmen könnte.
Für mich, ad hoc aus dem Stehgreif:
Das ist ein ganz dickes Brett, das die Politik zu bohren hat, um mein Vertrauen zurück zu gewinnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.September 2024, 20:18:44
Einfach mal vorleben und Vorbild sein bei Sachen die man von anderen verlangt.
Das ist ein guter Punkt, der in meiner Aufzählung noch fehlt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 07.September 2024, 11:41:33
- Aufhören, auf Emotionen statt auf Inhalte zu setzen und sachlich auf Faktenbasis diskutieren. Wenn gewisse Politiker als erstes tatsächlich und rechtlich völlig undurchführbare Forderungen durch die Gegend grölen, weckt das Erwartungen, die nicht erfüllt werden können und führt zu Frustation, die die Rechten stärkt. In diesem Land gibt glücklicherweise die Judikative der Legislative und Exekutive vor, was diese dürfen und was nicht, nicht umgekehrt.
- Aufhören, die unterprivilegierten Teile der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen und gegen Bürgergeldempfänger oder Flüchtlinge zu hetzen. SGB II-Leistungen beziehen ist weder bequem noch tut das eine nennswerte Anzahl von Menschen freiwillig. Gleichzeitig finde ich die Empathielosigkeit mit der gewisse Parteien, die sich auch noch christlich oder sozial schimpfen, über Menschen sprechen, die vor Zuständen und unter Entbehrungen fliehen, die sich unsereins nicht mal vorstellen kann, erschütternd. Diese Empathielosigkeit überträgt sich in die Bevölkerung und erleichtert die Hetze der Rechten
- Aufhören, der Bevölkerung zu erzählen, was sie hören will, sondern die Realität. Das gilt sowohl für den Klimawandel (nein, wenn wir in den "nächsten zehn Jahren die Weichen richtig stellen" sind wir nicht "gut aufgestellt", Herr Merz) als auch die Migration (wenn wir nicht sämtliche humanistischen Prinzipien völlig über Bord werfen und an den EU-Ausgrenzen auf Flüchtlinge schießen wollen, werden wir auf absehbare Zeit - und wenn der Klimawandel reinkickt erst recht - mit Migration in reellem Ausmaß zu tun haben. Wer das negiert oder suggeriert, dies ließe sich vermeiden, handelt schlicht verantwortungslos.

Edit: Letztlich ist aber Demokratie auch keine Einbahnstraße. Wenn das Volk nicht bereit ist, sich mit Argumenten, Ursachen und Zusammenhängen auseinanderzusetzen oder überhaupt mal Wahlprogramme zu lesen, sondern sich von Feindbildern und Emotionen leiten lässt, wird es nicht funktionieren. Sieht man ja auch an der AfD: 99% der Wähler dieser Partei würden unter einer AfD-Regierung wirtschaftlich nicht profitieren, sondern eher leiden. Juckt aber keinen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.September 2024, 12:57:07
Mich würden aber auch eure Ideen interessieren, wie man wieder mehr Vertrauen in die Demokratie schaffen und die Menschen mitnehmen könnte.


Von Seiten der Politik :
- Keine Lobbyisten mehr in der Politik
- Verbot von Nebentätigkeiten als Politiker (besonders in Aufsichtsräten etc.)
- Mehr Vielfalt in der Parteienlandschaft (damit meine ich demokratisch alle Seiten abdecken) so dass auch jeder eine mögliche Partei zu Repräsentation hat
- Weniger Emotionen (Grüne und afD sind in der Hinsicht Spitzenreiter und agieren stark mit Emotionen und Angst)
- Mehr Volksabstimmungen bei wichtigen Fragen
- Mehr Zusammenarbeit bei Sachfragen (Grüne und afD könnten zum Beispiel bei der Förderung der heimischen ökologischen Landwirtschaft durchaus Gemeinsamkeiten finden)


Von Seiten der Medien :
- Mehr Vielfalt in der Meinung (nicht alle dasselbe schreiben)
- Mehr und gründlichere Recherche (Bsp. momentan VW aber auch meine Lokalzeitung z.B. bei einer Neueröffnung)
- Mehr Pro und Contra betrachten und weniger alles von einer Seite sehen (es gibt Pro für Atomkraft bspw. die Signor Rossi hervorhebt, aber auch Contras und beides sollte erörtert werden), damit jeder Leser/Konsument für sich diese gewichten kann


Von Seiten der Bevölkerung :
- Mehr Informationen, mehr Hinterfragen (VW übertreibt seine "Krise", Wahlprogramme lesen und vor allem auch vergleichen)
- Weniger "Parteibindung" => Im Osten ist die cdU und die spD weniger verankert als im Westen, eine Entwicklung die auch im Westen mit Zeitverzug ankommen wird. Wieso nicht einmal neuen Parteien (Volt, Piratenpartei etc.) eine Chance geben? Diese Parteibindung erlaubt es den Parteien Politik gegen das Volk zu machen
- Mehr Toleranz von beiden Seiten, tolerare ist Latein und bedeutet "ertragen, aushalten, erdulden" und genau das wäre wünschenswert. Auch wenn du die Gegenmeinung nicht teilst, nicht magst, solltest du dafür sein, dass er seine Meinung behalten darf, egal ob Grün, Blau, Schwarz oder Rot eingefärbt. Im Moment will jeder seine Meinung durchsetzen (alle Seiten) und damit geht eine starke Intoleranz einher, dass verschieden Gruppen sich nur noch anschreien, anstatt miteinander zu reden und Argumente auszutauschen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.September 2024, 14:53:41
Ich hab noch was vergessen: Ende mit Rumscholzen, der Ukraine endlich die Waffen liefern, die sie braucht und das auch nicht in homöopathischen Dosen.

Und noch eine Ergänzung zu Pkt. 15: das betrifft natürlich nur Arbeitsfähige, die auch gesund genug zum arbeiten sind. Alle anderen sollte man sowieso aus ALG2 rausnehmen und in die Erwerbsminderungsrente schicken, was dann zur Not auch aus Steuern subventioniert werden müsste.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 07.September 2024, 16:28:44
Allgemein ist da Frage nach richtig und falsch und Information und Desinformation nicht so einfach zu beantworten, ich finde das ist eher eine große Grauzone und wäre erstmal skeptisch gegenüber Stellen die Fake News einordnen und Sperren anordnen, so die denn staatlich aufgestellt würden.
Weil mir das Gestern nach dem Post noch auffiel,mal als Beispiel ein Tweet von Karl Lauterbach über Merz, er retweetet da einen aus dem Zusammenhang gerissenen Clip einer längeren Rede+Text der Merz in Verbindung mit der NPD bringt. Dazu kommentiert er mit"Ausländerhetze" und bringt die Kritik von Merz and der Migration emotional in Verbindung mit Ärzten, wahrscheinlich um Angst zu erzeugen und zu suggerieren,dass Merz auch in Richtung "Remigration" gehen und alle Ausländer abschieben will. Ich traue Lauterbach schon zu ,zu wissen,dass die Rede  länger ist als der Clip, der Sinn auch ein anderer ist und Merz eben keine Ärzte meint. Es passt aber einfach um den politischen Gegner anzugreifen. Sowas gibt es wirklich aus allen Richtungen und dutzendfach auf Twitter und kann mMn schon als Fake News und Hetze gelten.
Ist die Frage ob man so etwas jetzt sperren lassen sollte oder ob das von einer staatlichen Stelle überhaupt regestriert und gewertet werden würde. Lauterberbach selbst hat ja auch immer mal wieder mit solchen Tweets zu tun im denen seine Aussagen sinnentstellend widergegeben werden.Ich würde sowas einfach stehen lassen und darauf vertrauen,dass die Nutzer den Zusammenhang erkennen,zumal das ja auch nicht strafbar ist, Grauzone eben. Ist auch die Frage inwieweit man solche Tweets analysieren kann wenn neben Lauterbach auch 1000 andere den gleichen Clip teilen und dabei jeweils andere Formulierungen wählen, irgendwann müsste der Betreiber dann vorsorglich sperren und nachträglich prüfen, was ja auch nicht fair den Leuten gegenüber ist, die normal kommentiert haben.
https://x.com/Karl_Lauterbach/status/1831636456076398757

Im aktuellen ZDF Politbarometer steht die Ampel bei "Gewünschte Koalitionen" bei 0%, dass muss man auch erstmal schaffen.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-cdu-fuehrt-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.September 2024, 07:51:54
Ich möchte mich an der Stelle einfach nur kurz für die vielen konstruktiven Vorschläge auf meine Frage hin bedanken. :-* Ich finde das sehr positiv und auch schön zu sehen, dass es unabhängig vom politischen Standpunkt doch einige Überschneidungen gibt. Im Grunde bestätigt das ja die These, dass bestimmte Maßnahmen zur Veränderung der politischen "Prozesse" (ich nenne es mal in Ermangelung eines besseren Wortes so) unabhängig von inhaltlichen Differenzen die Chance hatten, Vertrauen in die Demokratie als Form gesellschaftlicher und politischer Organisation zurückzugewinnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 09.September 2024, 12:15:46
1. Es müsste viel mehr positives berichtet werden, denn die Arbeit der Ampel war nicht so schlecht wie es häufig gespiegelt wird.
Da gebe ich dir ebenso Recht. Allerdings speziell auf die jetzige Regierung bezogen, sorgen sie ja doch eher (bewusst) selbst dafür, dass gerade die negativen Dinge herausgestellt werden.
Ich denke da insbesondere an einen Lindner der nicht müde wird zu betonen, dass so vieles ja nicht ginge, was seine Koalitionspartner auf die Strecke bringen möchten.
Das läuft andersherum sicher ähnlich, auch wenn ich das persönlich in diese Richtung selten wahrnehme.


Und ja, ich stimme auch zu, dass Wahlversprechen auch verfolgt werden sollten. Das kommt mir bei so ziemlich jeder Partei am Ende viel zu kurz. Und das hinterlässt natürlich bei vielen Bürgern das Gefühl, dass man "verarscht" wird. Viele tolle Dinge versprechen, die eh nicht verfolgt werden, um dann andere Ziele zu verfolgen, die man lieber nicht öffentlich gemacht hatte.
Ob es so ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn wichtig ist, was der Wähler glaubt. Und auch das muss nicht immer der Realität entsprechen – jedoch bestimmt dessen "Realität" seine Wahlentscheidung.

Was die Ampel (oder jede andere Regierung) wirklich macht geht sehr oft unter. Hier gewinnt oft die gefühlte Wahrheit, weil wird schon ordentlich schlecht sein. Sagen ja alle. Oder anders: Wer hat den die Zeit und den Nerv sich wirklich mal die Liste der Versprechungen herzunehmen und durchzugucken,was davon gemacht wurde? Außer vielleicht die Bertelsmann-Stiftung.
Hier sehe ich notwendig mich nochmals zu äußern, da meine Aussage offenbar zu eng gefasst interpretiert wurde.
Ich bezog mich damit nicht alleinig auf die Ampel. Meine Aussage war auf die gesamte Zeit bezogen, seit ich am politischen Leben teilnehme. Das ist seit der Zeit Schröder.
In all diesen Amtsperioden wurde in der Außenwahrnehmung zu selten die doch recht umfassenden Wahlversprechen durchgezogen. Zumindest (und damit schließt sich der Kreis zu meiner weiterführenden Aussage des Posts und auch jener von Elemotion), nimmt das die deutliche Mehrheit der Wählerschaft so auf.
Und das ist das Entscheidende, denn diese Wahrnehmung prägt die politischen Absichten der Wählerschaft bei der folgenden Wahl. Nicht die Fakten sind hier relevant, sondern das, was die Wähler für Fakten anerkennen.
Das war eigentlich der Kern meines Posts.


https://bundestagszusammenfasser.de
^ Hier mal der Versuch transparent zu machen, in welchem Zustand genau welche Gesetze hängen, wie um sie steht, wer welche Position hat und so weiter... Da merkt man auch gleich, warum so wenige die Zeit und den Nerv haben sich wirklich mal die Liste der Versprechungen herzunehmen und durchzugucken,was davon gemacht wurde...
Danke, diese Seite kannte ich tatsächlich noch nicht. Die sieht auf den ersten Blick sehr interessant aus. Wie seriös ist sie?
Wäre toll, wenn sie seriös wäre, denn solch eine Informationsquelle vermisse ich schon länger.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.September 2024, 12:47:19
https://bundestagszusammenfasser.de
^ Hier mal der Versuch transparent zu machen, in welchem Zustand genau welche Gesetze hängen, wie um sie steht, wer welche Position hat und so weiter... Da merkt man auch gleich, warum so wenige die Zeit und den Nerv haben sich wirklich mal die Liste der Versprechungen herzunehmen und durchzugucken,was davon gemacht wurde...
Danke, diese Seite kannte ich tatsächlich noch nicht. Die sieht auf den ersten Blick sehr interessant aus. Wie seriös ist sie?
Wäre toll, wenn sie seriös wäre, denn solch eine Informationsquelle vermisse ich schon länger.

Das muss jeder selber entscheiden.  :angel:

Das Projekt wird von einer privaten Person gestemmt, die auch hier (https://parlamentsrevue.de/) Plenarsitzungen des Bundestags zusammenfasst. Zu der Revue kann ich nicht viel sagen. Der Bundestagszusammenfasser macht größtenteils von einer API gebrauch und stellt Daten dar, die sowieso verfügbar sind. Da findet keine Interpretation oder sonst irgendwas statt. Ansonten werden öffentlich zugängliche PDFs ausgewertet und Webseiten der Ministerien abgescannt. Weitere Papiere werden manuell gefunden und eingetragen.

Politisch würde ich die Person eher im linken Spektrum verorten mit einem Hintergrund zu Netzpolitik. Aber die findet meiner Meinung nach im rechten und konservativen Spektrum, abgesehen vom Wunsch nach mehr Überwachung, sowieso nicht statt.
Das Projekt kann mit Spenden unterstützt werden.

Ich wüsste nicht, wie das unseriös sein kann. Die Frage ist, was die Person davon hätte die Fortschritte des Bundestags absichtlich falsch darzustellen. Da fällt mir nicht viel ein. Bleiben menschliche Fehler, die dort genau so passieren wie überall sonst. Es kann falsch und unvollständig sein. Aber ich habe ja schon gefragt, wer sich die Arbeit macht sowas zu machen... Wer macht sich die Arbeit sowas zu prüfen?  ;)
Ich habe die Person öffentlich darüber sprechen hören und das wirkte nicht nach irgend einer Agenda, sondern einfach nur nach dem Wunsch sich konstruktiv an der Demokratie zu beteilgen aus der Resignation heraus, dass die Ampel das angekündigte digitale Gesetzgebungsportal wohl nicht auf die Kette kriegt.





Edit:
Und ja, ich stimme auch zu, dass Wahlversprechen auch verfolgt werden sollten. Das kommt mir bei so ziemlich jeder Partei am Ende viel zu kurz. Und das hinterlässt natürlich bei vielen Bürgern das Gefühl, dass man "verarscht" wird. Viele tolle Dinge versprechen, die eh nicht verfolgt werden, um dann andere Ziele zu verfolgen, die man lieber nicht öffentlich gemacht hatte.
Ob es so ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn wichtig ist, was der Wähler glaubt. Und auch das muss nicht immer der Realität entsprechen – jedoch bestimmt dessen "Realität" seine Wahlentscheidung.

Was die Ampel (oder jede andere Regierung) wirklich macht geht sehr oft unter. Hier gewinnt oft die gefühlte Wahrheit, weil wird schon ordentlich schlecht sein. Sagen ja alle. Oder anders: Wer hat den die Zeit und den Nerv sich wirklich mal die Liste der Versprechungen herzunehmen und durchzugucken,was davon gemacht wurde? Außer vielleicht die Bertelsmann-Stiftung.
Hier sehe ich notwendig mich nochmals zu äußern, da meine Aussage offenbar zu eng gefasst interpretiert wurde.
Ich bezog mich damit nicht alleinig auf die Ampel. Meine Aussage war auf die gesamte Zeit bezogen, seit ich am politischen Leben teilnehme. Das ist seit der Zeit Schröder.
In all diesen Amtsperioden wurde in der Außenwahrnehmung zu selten die doch recht umfassenden Wahlversprechen durchgezogen. Zumindest (und damit schließt sich der Kreis zu meiner weiterführenden Aussage des Posts und auch jener von Elemotion), nimmt das die deutliche Mehrheit der Wählerschaft so auf.
Und das ist das Entscheidende, denn diese Wahrnehmung prägt die politischen Absichten der Wählerschaft bei der folgenden Wahl. Nicht die Fakten sind hier relevant, sondern das, was die Wähler für Fakten anerkennen.
Das war eigentlich der Kern meines Posts.


Das hier habe ich übersehen.

Weiß gar nicht... Ist das so? Das eine deutliche Mehrheit der Wählerschaft denk, dass umfassende Wahlversprechen nicht durchgezogen werden? Ich persönlich gehöre dann zur Minderheit.
Bisher ging ich davon aus, dass es hier in der Diskussion erstmal darum geht, dass Dinge zu Ende bearbeitet werden und eine Ergebniss geliefer wurde. Aber, dass hat hier schon jemand anders geschrieben, ist natürlich nur eine quantitiative Betrachtung.

Wie soll eine qualitative Betrachtung aussehen? Nur als Beispiel: Wir haben vielleicht drei Jahre nach Wahlversprechen eine Gesetzesänderung. Dann gibt es den quantitativen Haken und die Koalition schüttelt sich die Hände. In fünf Jahren haben wir dann eine Auswirkung. Wen interessiert jetzt noch das Wahlvesprechen? Es ist doch das Ergebnis was zählt. Versprechen hin oder her. Grundsätzlich versprechen die Regierungsparteien ja eh kein Scheiß zu bauen, oder?
Ich kann doch dann einfach sagen, dass die Ampel es verbockt hat, weil ihre Gesetze nach fünf Jahren zu einem unerwünschten Ergebnis geführt haben. Muss ich jetzt auch noch betrachten, dass sie es aber sogar versprochen haben es eigentlich besser zu machen? Diesen Winkelzug in der Kritik verstehe ich nicht.
Und was heißt effektiv? Wie misst man das? Man macht ja keine Kennzahlen aus, um an ihnen Erfolg zu messen. Kann man jetzt schon sagen, dass das Gebäudeenergiegesetz schlecht ist? Man könnte Kennzahlen verlangen. Aber hier ist die Frage, ob das überhaupt möglich ist. Kann man in so einem komplexen System Kennzahlen ausmachen, um klar und deutlich die Wirkung eines Gesetzes nachweisen zu können, ohne Seiteneffekte zu betrachten. Und zwar im Laufenden Betrieb mit sich wechselnden Bedingungen. Ist unsere politisches System, die Medien und wir als Wähler so fair das nüchtern zu betrachten? Ab und zu habe ich den Eindruck, dass schon der erste geleakte Entwurf in der Luft zerrissen wird, da hat man noch nicht mal ganz nen Eindruck, was überhaupt drin steht. Die Wissenschaft selber bewertet erst nach vielen Jahren was welche Wirkung hatte...

Also meiner Meinung nach ist nicht einfach zu sagen was politsicher Erfolg ist. Zumal das selten nüchtern und rein sachlich betrachtet wird. Auch x Jahre nach der Entscheidung sind die dann herschenden Verhältnisse mit Meinung und Stimmung aufgeladen und es wird von allen Seiten versucht politisches Kapital daraus zu schlagen. Seltens hat mal eine Partei explizit gesagt, dass sie Mist gebaut hat und es jetzt besser versucht.

Und dann wäre noch die Frage, ob die Politik vor 20, 30 oder 40 Jahren anders agiert hat als heute, oder ob damals einfach die Fehlertoleranz höher waren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 09.September 2024, 15:03:29
Ich gebe dir ja recht in vielen deiner Punkte. Wäre ja nicht so, dass ich es so viel anders sehen würde.
Ich zielte ja nur auf das ab, was derzeit durch gegebener Wahlen dort wieder einmal mehr deutlich wird, wenn man Richtung Osten blickt. Fragt man nach politischen Dingen, ist die absolute Mehrheit dort bitterlichst unzufrieden. Das ist ja auch den gezeigten Interviews die dort in einschlägiger Wählerschaft gemacht worden sind, entnehmbar. Jedoch wenn konkret die Gründe erfragt werden, was genau(!) denn nun anders gemacht werden soll oder falsch gemacht wurde, bleiben die Antworten, sofern sie denn überhaupt kommen, sehr sehr oberflächlich und mit wenig Substanz.
Die von dir genannte Faktenlage, dass die Ampel entsprechend viele der Wahlversprechen bereits umsetzte oder in Umsetzung hat, spielt hier offenbar keinerlei Rolle. Und das führt mich wieder zu dem bereits mehrfach genannten Umstand: Fakten spielen in der Wählerschaft nachweisbar eher eine untergeordnete Rolle. Deutlich prominenter ist hier die Wahrnehmung der Politik durch die Wählerschaft.
Hier kommt auch deine Aussage zum Tragen: "Wer macht sich die Arbeit?". Ja, die wenigsten der deutschen Bürger machen sich die Mühe die Wahlprogramme zu lesen und noch weniger machen sich die Mühe, das mit der nötigen Objektivität und Tiefe anschließend zu verfolgen, um sich eine fundierte Meinung bilden zu können.
Hier wird oft das Privileg (also Wahlrecht) mit der Bürgerpflicht (sich politisch zu informieren) verwechselt. Wie der Name schon sagt, ist das eine ein Recht, das andere eine Pflicht. Wer nicht wählt (also vom Recht kein Gebrauch machen will), ist nicht von der Bürgerflicht sich politische zu informieren befreit.

Die Leute wollen ähnlich wie im Fußball kurzfristige Erfolge. Es werden immer weniger, die eine langfristige Zielsetzung (und einhergehend langwierige Änderungsprozesse) dulden oder für richtig halten.
Man will schnelle Ergebnisse... Schnelle Umsetzung... Egal was es kostet. Selbiges siehst du an den Forderungen der Fortführung der Atomkraft. Diese bringt schnellen "Erfolg". Dass seit Jahrzehtnen die Klärung, was denn nun mit dem Atommüll eigentlich passieren soll und den eignetlich auch niemand in seiner Gegend haben möchte, spielt auch hier wieder keine Rolle. Das ist dann alles ein Problem des "Zukunftsdeutschen".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2024, 15:25:21
...Vertrauen in die Demokratie als Form gesellschaftlicher und politischer Organisation zurückzugewinnen.
Dieses Vertrauen habe ich nie verloren, es gibt nichts besseres als die FDGO mit sozialer Marktwirtschaft. Wenn man aber sieht, was unsere Politiker trotz allerbester Voraussetzungen daraus machen, ist es nur noch zum Verzweifeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2024, 15:38:32
Die Leute wollen ähnlich wie im Fußball kurzfristige Erfolge.
Glaube ich nicht. Imho wollen die Menschen, dass ihre Sorgen und Nöte ernst genommen und nicht verhöhnt ("Wutbürger") werden und dass die Politik ernsthaft versucht, Probleme zielgerichtet und pragmatisch anzugehen. Die jetzige Art Politik zu machen wird mMn. nicht mehr lange funktionieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 09.September 2024, 17:26:09
Die Leute wollen ähnlich wie im Fußball kurzfristige Erfolge.
Glaube ich nicht. Imho wollen die Menschen, dass ihre Sorgen und Nöte ernst genommen und nicht verhöhnt ("Wutbürger") werden und dass die Politik ernsthaft versucht, Probleme zielgerichtet und pragmatisch anzugehen. Die jetzige Art Politik zu machen wird mMn. nicht mehr lange funktionieren.


Woran machst du fest, dass die Politik nicht versucht zielgerichtet Probleme zu lösen? Staaten sind sehr träge und dadurch sind massive und vor allem dauerhafte positive Auswirkungen mitunter 10 Jahre benötigen. Der Nachteil: Man merkt es halt nicht sofort.
Und es wird tatsächlich einiges langfristig angegangen. Klimawandel und Energiewende. Da wird jetzt wichtige Arbeit geleistet. Nachteil dabei: Die durch die vorherigen Regierungen vermurkste Energieabhängigkeit kostet halt jetzt. Das ist der saure Apfel. Nur um jetzt einen niedrigeren Preis zu haben, wäre es falsch mehr auf fossile Energieträger zu setzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.September 2024, 20:25:25
10 Jahre. Ernsthaft? Dann sollte man dringend über die Verlängerung der Legislaturperiode nachdenken. Auch merkwürdig, dass in anderen Ländern viel schneller Bewegung reinkommt als bei uns, in D ist immer alles unmöglich. Und damit wird die Murkspolitik der letzten 15 Jahre schöngeredet.
Die Energiewende läuft schon seit fast 35 Jahren und ist immer noch ein großer Haufen Murks.
Und wenn man sich Habecks Wirtschaftspolitik ansieht, dann wirkt der Murks auch viel schneller und braucht keine 10 Jahre... Merkels Selbsteintritt wirkte über Nacht und wirkt bis heute. Weil keiner die Eier hat, diesen Murks zu beenden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 11.September 2024, 16:13:12
Glaube ich nicht. Imho wollen die Menschen, dass ihre Sorgen und Nöte ernst genommen und nicht verhöhnt ("Wutbürger") werden
Das in den letzten 10 Jahren viele Menschen als Wutbürger oder "besorgte Bürger" ausgelacht wurden rächt sich jetzt. Sie hatten Sorge das Deutschland dem unbegrenzten Flüchtlingsstrom nicht Herr wird. Damit hatten sie leider, wie man heute sieht Recht. Damit meine ich leere Kassen, überforderte Städte und Behörden die komplett überlastet sind, viel zu lange Verfahren und Deutschkurse wie vor 30 Jahren.
Ein "Wir schaffen das" hat selbstverständlich nicht überzeugt. Diese Menschen werden die Altparteien nicht mehr erreichen. Die AFD wird stärker und stärker., auch im Westen.

Mich würden aber auch eure Ideen interessieren, wie man wieder mehr Vertrauen in die Demokratie schaffen und die Menschen mitnehmen könnte.
Spätestens seit Corona konnte man sehen wie schnell und flexibel Unternehmen sein mussten um zu überleben. In der Zeit wurde aus "das haben wir immer so gemacht" und "das geht doch nicht" ein "oh, das geht ja doch. Und erheblich schneller und unkomplizierter als befürchtet".
Unsere Behörden arbeiten weiterhin wie vor 30 Jahren. Das ist etwas was sich ändern muss. Jetzt, nicht erst in 10 Jahren. Von innen heraus wird das nicht passieren.
In den kommenden 10 Jahren gehen über ein Viertel der Beamten in den Ruhestand. Aktuell fehlen schon über 500.000 Personen.
Die Digitalisierung, auch bei Ämtern, muss schneller vorangetrieben werden, ansonsten wird dort noch langsamer gearbeitet.

Bürokratieabbau
Seit meiner Kindheit ( Jahrgang 1978 ) wird regelmäßig über die Bürokratie geschimpft und, vor Wahlen, versprochen diese zu bekämpfen. Wurde das Thema Bürokratie in den letzten Jahrzehnten angegangen? Ja, es scheint aber das es mehr und mehr wird.

AFD
Die AFD ist, meiner Meinung nach, so groß geworden weil das Thema Migration von den Altparteien nicht besetzt wurde - aus Furcht das jemand "Nazi" oder "Rechter" sagt. Das war und ist grundlegend falsch. CDU und SPD hätten die vorhandenen Gesetze schlichtweg nur umsetzen müssen. Wer vom Gesetz her ein Recht auf Verbleib hat darf bleiben, wer nicht hat umgehend zu gehen. Ohne Möglichkeit unterzutauchen, ohne fehlender Kommunikation zwischen Behörden.
Wer straffällig geworden ist hat sein Aufenthaltsrecht verwirkt.
Dänemark arbeitet hier ganz anders als Deutschland: https://www.br.de/nachrichten/bayern/daenemark-empfiehlt-deutschland-striktere-asylpolitik,U0gm3KD (https://www.br.de/nachrichten/bayern/daenemark-empfiehlt-deutschland-striktere-asylpolitik,U0gm3KD)
"Der dänische Minister erklärt, worum es ihm gehe: Den Menschen helfen, die wirklich in Not sind. Nicht denen, die es zuerst schaffen, herzukommen. Deutschland hatte im Jahr 2022 rund 14-mal so viele Einwohner wie Dänemark, aber 53-mal mehr Asylbewerber."

Bei uns wird ständig gesagt das Länder ihre eigenen Bürger nicht zurücknehmen und man nichts machen könne. "Wolle" wäre der bessere Ausdruck.
In Dänemark läuft das so:" Länder, die keine Flüchtlinge zurücknehmen, bekommen keine Entwicklungshilfe mehr."

Da ich oben die Deutschkurse mit 80er Jahre Charme erwähnt habe hier eine bessere Idee. Mit Babbel kann man erheblich schneller, flexibler und in seinem Tempo eine Sprache lernen. Jeder Flüchtling erhält einen kostenlosen Zugang und kann damit die Sprache lernen. Alle x Wochen gibt es einen Test der in einer Aula oä stattfindet.

Wahlen
Ich habe noch nie rechts gewählt und werde es auch niemals machen. Ein Freund hat mir jetzt, sehr vorsichtig ob meiner Reaktion, gesagt dass er bei der Europawahl die AFD gewählt hat. Nicht
weil er die für fähig hält zu regieren sondern um den Altparteien mitzuteilen was ihn bewegt, das Thema Migration. Ohne die AFD würde sich bei dem Thema weiterhin nichts ändern.

Ich selbst habe kein Vertrauen mehr in die Politik. Die Parteien sind im dauerhaften Wahlkampfmodus, behindern sich gegenseitig - besonders die Parteien der Ampelregierung.
Im nächsten Jahr sind wieder Bundestagswahlen, am Ende wird es wieder eine Koalition von mindestens 2 Parteien ( 3 wären wieder eine Katastrophe und ein weiterer jahrelanger Stillstand ) geben die sich wenige Tage vorher noch aufs Blut bekämpft haben. Werden die das machen weshalb Menschen ihnen das Vertrauen im vorhinein geschenkt haben? Zum Wohle des Landes und der Menschen praktische Kompromisse finden und zügig umsetzen?
Eher wird Schalke deutscher Meister.

Das waren jetzt einige Gedanken zum Thema Politik. Ich freue mich auf Euren input und Diskussionen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.September 2024, 16:49:32
Sie hatten Sorge das Deutschland dem unbegrenzten Flüchtlingsstrom nicht Herr wird. Damit hatten sie leider, wie man heute sieht Recht.
Richtig, mittlerweile kann man es dann auch in der Tagesschau lesen. Die Menschen werden nur noch umgeschichtet, dort "Betten-Tetris" genannt, wichtige Dinge für die Integration bleiben auf der Strecke: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/gefluechtete-kommunen-100.html Aber am Ende heißt es dann wieder: die Gesellschaft hat versagt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 14.September 2024, 14:25:42
Das "Witzige" ist, dass die Migration zwar gelöst werden muss. Sie im Vergleich zur Rente aber ein Mückenschiss in der Geschichte deutscher Politik ist.  Sowohl in Relation als auch in absoluten Finanzierungsfragen. Wäre die jemals gelöst worden, wären selbst multiple Krisenorgasmen abfederbar. Ist sie natürlich nicht. Tatsächlich hat die Ampel das Thema erst dieses Jahr noch einmal eskaliert. (https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/rentenpaket-kommentar-100.html) Das Rentenpaket samt einseitiger Belastung ist noch nicht verabschiedet, aber: 2024 ist trotz dieses politischen Kalküls bezeichnenderweise noch nicht mal ein ausgewiesenes Superwahljahr. Und spätestens, wenn die Beiträge (und aus Steuern finanzierten Zuschüsse) soweit gestiegen sind, dass die Gerechtigkeitsfrage zu massiven Verwerfungen führt. Und spätestens, wenn das alles trotzdem nur mehr für Kartoffelsuppe mit betreuter Pfandflaschenparty reicht, wird's lustig. In der Rente war das alles absehbar. Die WIRKLICHE Achillesferse jeder Demokratie und ein sehr demokratischer Witz: Politik, die tendenziell immer jeweils zulasten künftiger Generationen gemacht wird. Die wählen schließlich noch nicht.

Wie schön also, dass sich nicht nur politische Dienstleister im Kampf um Wahlkundschaft zuvorderst geifernd auf urdeutsche Neid- und Triggerthemen stürzen -- diesmal noch befeuert von ehemaliger NPD-Rhetorik, die längst in der Mitte nicht nur Bautzens angekommen ist. Sondern sich der Wahlpöbel auch von ihnen triggern lässt. Die Fehler vergangener Generationen? Shit happens. Aber nichts aus ihnen zu lernen? Willkommen in Deutscheland. Flieht, wenn ihr könnt. Und all die Polit-Brandstifter, die arme Rentner noch in Zukunft gegen "RADWEGE IN PERU!!!!1" ausspielen, reiben sich bereits die Hände.

Ich bin kein Untergangsfantast. Allerdings wird dies DAS Thema sein, das entsprechende Gesellen in Zukunft bespielen werden. Denn es wird viele Millionen betreffen. Und das unmittelbar. Direkt. Und direkt in der eigenen Geldbörse.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 15.September 2024, 11:37:15
Weil wir das Heizungsthema hier ja auch schon ein paar mal hatten. Das klingt richtig interessant: https://www.bild.de/leben-wissen/job-karriere/handwerker-klueger-als-habeck-der-heizungs-revoluzzer-66a26055ad980708da9be6fd (https://www.bild.de/leben-wissen/job-karriere/handwerker-klueger-als-habeck-der-heizungs-revoluzzer-66a26055ad980708da9be6fd)

Scheinbar wäre keine große Renovierung nötig. Strom würde genutzt werden, wenn ohnehin Überschuss da ist. Auf andere Energiequellen wird zurückgegriffen, wenn wenig Strom produziert wird bzw. wenn es zu kalt für die Wärmepumpe ist (die dann wohl ggf. eine Nummer kleiner ausfallen kann).

Zum Thema Rente: Ein sehr kluger Mensch meinte im Gespräch mit mir einmal, dass wir unser Rentensystem unbedingt beibehalten sollten. Er sprach davon, dass es "nur" ca. 20 Jahre bezuschusst werden müsste. Damals war Deutschland wirtschaftlich aber noch in einer anderen Situation als heute.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.September 2024, 13:04:44
Hier zB. kann man ohne Bild-Abo darüber lesen: https://www.hwk-koblenz.de/artikel/innovationspreis-rheinland-pfalz-praesentiert-klimaretter-aus-dem-handwerk-52,0,1472.html

Scheint ein klasse System zu sein!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 16.September 2024, 08:27:06
Danke für die Hinweise und Links. Klasse Typ! Ich hoffe, er hat damit den verdienten Erfolg und solche praxisnahen Lösungen bekommen die Aufmerksamkeit (und Förderung!), die sie verdienen. In dem Fall scheint es ja sogar so zu sein, dass das System über den Prototyp-Status hinaus ist und bereits mehrfach erfolgreich verbaut wurde. D. h. es ist marktreif, was bei solchen Preisen und Pressemeldungen oftmals eben genau nicht der Fall ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.November 2024, 21:06:06
Die Ampel ist Geschichte :o Welch heftiger Politik-Tag heute.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 06.November 2024, 22:29:43
In der Tat. :o Aber wie heißt es? Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Insofern war das Ende der Koalition vielleicht längst schon überfällig. Scholz' Rede fand ich mit Blick auf die anstehenden Aufgaben gut und ich hoffe, man rauft sich auch in der Union zusammen und findet Wege, mit SPD und Grünen Kompromisse in den drängenden Fragen zu finden. Und im März dann Neuwahlen, puh!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.November 2024, 22:41:02
Mir kam Scholz Rede wie die eines beleidigten Kleinkindes vor. Lindner hat ja einiges geraderücken müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 06.November 2024, 23:29:49
Was hat er denn gerade gerückt? Lindner war seit Beginn der Regierung als Opposition unterwegs. Dazu das absolut unsinnige Festhalten an der Schuldenbremse, das absurde Theater der letzten Wochen muss man ja gar nicht heranziehen, alles davor war doch auch schon sehr... kurios.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 07.November 2024, 00:27:19
Die Ampel ist Geschichte :o Welch heftiger Politik-Tag heute.
Habe Gestern noch gedacht,dass der Trump Sieg ja auch eine Chance für die Ampel ist sich voll auf die Wirtschaft zu konzentrieren und auf den Lindner Kurs einzuschwenken, weil mit Klimatschutz unter Trump ja eher Essig ist. :D Wenn man die Entwicklung so sieht hätte Linder schon lange vorher aussteigen können, da tritt er mal auf die Bremse und behart auf seinem Vorschlag und wird vor die Tür gesetzt. Dazu dann das gerede von Scholz über Kompromisse während er in der selben Rede Zugeständnisse ausschließt und trotzdem alles finanzieren will.
Eine Notlage wegen des Ukrainekrieges zu erklären erscheint mir auch fragwürdig wenn man die Entwicklung in den USA sieht und noch gar nicht weiß wie Trump reagiert, ersetzen kann man die USA da auf keinen Fall. Kommt mir auch eher wie eine Ausrede vor um die Bremse loszuwerden.
https://www.youtube.com/watch?v=t1kfbT6Y_Z8

In der Tat. :o Aber wie heißt es? Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Insofern war das Ende der Koalition vielleicht längst schon überfällig. Scholz' Rede fand ich mit Blick auf die anstehenden Aufgaben gut und ich hoffe, man rauft sich auch in der Union zusammen und findet Wege, mit SPD und Grünen Kompromisse in den drängenden Fragen zu finden. Und im März dann Neuwahlen, puh!
Ich frage mich ja wie Scholz Merz überreden will da bis März als Mehrheitsbeschaffer zu dienen, eigentlich müsste er ablehnen und Scholz auflaufen lassen oder zumindest vorher Neuwahlen erzwingen. Würde mich nicht wundern wenn Scholz da auf den Rückenwind durch Wahlen in Hamburg anfang März schielt.

Nebenbei sind in Sachsen Gestern auch die Sondierungen geplatzt.
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/sachsen-sondierungen-von-cdu-bsw-und-spd-gescheitert-110093609.html

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 07.November 2024, 01:08:17
Ach wo man hinguckt nur noch katastrophen. Trump in den USA, Neuwahlen in Deutschland wo jeder weiß das jede Ampel Partei abgestraft werden wird und am Ende lacht sich Merz ins Fäustchen. Endlich ist er am Ziel seiner Träume. Ich freue mich schon das bald in Deutschland wieder Milch und Honig fließen werden, wenn Merz Kanzler ist. Eine Person der seine veralteten Wirtschaftstheorien predigen darf und uns damit ins gelobte Land führt.  ::)
Komisch das Lindner die Schuldenbremse bis zum Ende verteidigt, aber mit der Zweckentfremdung des Sondervermögens war er d'accord. Für mich wirkt das so als würde Lindner den letzten Strohhalm greifen um die FDP doch noch ins gute Licht zurücken.

Ich prophezeie bei der nächsten Bundestagswahl wird die AFD zweitstärkste Kraft und CDU wird sich mit Grünen und SPD einigen müssen möchte man nicht mit der AFD ins bett steigen.
Ich könnte echt im Strahl kotzen wie es Politisch immer weiter bergab geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.November 2024, 06:47:43
Mir hat die Rede von Scholz auch nicht gefallen. Denn von Selbstkritik, die ja durchaus ebenfalls angebracht gewesen wäre, war da nichts zu hören.

Für mich wirkt das so als würde Lindner den letzten Strohhalm greifen um die FDP doch noch ins gute Licht zurücken.

Was ja irgendwo auch seine Aufgabe als Parteichef ist. Machen SPD und Grüne ja nicht anders.

Was hat er denn gerade gerückt? Lindner war seit Beginn der Regierung als Opposition unterwegs. Dazu das absolut unsinnige Festhalten an der Schuldenbremse, das absurde Theater der letzten Wochen muss man ja gar nicht heranziehen, alles davor war doch auch schon sehr... kurios.

Die Schuldenbremse ist fest verankert. Der letzte Versuch sie loszuwerden (vor ca. 1 Jahr?) ist vor dem Verfassungsgericht gescheitert. Ich persönlich bin gar nicht gegen ein Aussetzen. Aber nicht unter dieser Rot-Grünen Regierung. Zu viel Soziales und Grünes, zu wenig Wirtschaft. Hier hätte ich wirklich Sorge, dass das Aussetzen der Schuldenbremse in die falschen Projekte fließt. EDIT: "drei Milliarden für die Ukraine, zwölf Milliarden für das Stopfen von Haushaltslöchern – und 1,3 Milliarden für die Senkung der Strom-Netzentgelte" (Quelle: Bild) waren von Scholz gefordert. Sag ich ja. Für die Wirtschaft der kleinste Teil. Für mich gehört zuerst der Rotstift angesetzt. Erst dann kann auch eine Aussetzung der Schuldenbremse Thema werden. Nebenbei waren die Zinsen die letzten Jahre so hoch wie lange nicht. Auch finanztechnisch wäre es kein guter Zeitpunkt gewesen. Als es noch Negativzinsen gegeben hat, da wäre es optimal gewesen.

Lindner war also seit Beginn als Opposition unterwegs? Stimmt teilweise. Gilt aber für die Grünen auch. Man hat halt immer die Projekte der Gegenseite blockiert, weil es mit dem eigenen Klientel nicht zu vereinbaren war. Über das ein oder andere gescheiterte Projekt war ich durchaus froh. Die SPD sieht aber auch nicht gut aus. Denn die "stärkste" Partei in der Regierung war auch am unauffälligsten. Wer Führung bestellt... *lach*

Neuwahlen schön und gut. Dann stellt die CDU den Kanzler. Mit der FDP, falls diese überhaupt die 5 % Hürde überschreitet, wird es eher nicht reichen. Also wieder Rot (Festhalten am aktuellen Bürgergeld, weil das eigene Projekt und scheitern eingestehen ist uncool + an Rente festhalten - die beiden größten Kostenfaktoren im Bundeshaushalt) oder Grün (Überzogene Projekte auf Kosten kleiner Leute oder der Wirtschaft). Finde ich auch beides nicht so prickelnd. Die AfD will natürlich auch niemand, ich auch nicht. Für das BSW gilt das sogar nochmal mehr.

Wo Lindner hier gerade so kritisiert wird. Das Feedback aus der Wirtschaft für sein doch relativ konkretes Papier ist recht positiv. Das von Wirtschaftsminister Habeck, der jetzt auch das Finanzministerium übernimmt, eher negativ. Oder sieht das jemand anders? Die Wirtschaftsmenschen sollten es am besten wissen. Auch ich würde bei den meisten Vorschlägen im Lindner-Papier wohl zustimmend nicken.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.November 2024, 07:58:41
Mir kam Scholz Rede wie die eines beleidigten Kleinkindes vor. Lindner hat ja einiges geraderücken müssen.

Man sieht ja an den nachfolgenden Kommentaren, dass da die Wahrnehmungen unterschiedlich sind. Beide, Scholz und Lindner, haben ihre Sicht der Dinge dargestellt. Welcher Argumentation man da eher folgt bzw. welche Ansicht man teilt, muss jeder für sich entscheiden - persönlich finde ich beide Statements sogar miteinander vereinbar, weil sie deutlich zeigen, dass einfach keine Zusammenarbeit mehr möglich war. Und ich suche da explizit nicht den Schuldigen, deshalb bin ich da auch gar nicht drauf eingegangen und lasse mich nicht auf deren Spielchen ein. Mir ging es daher ja, wie ich geschrieben habe, um die anstehenden Aufgaben. Da wirkte Scholz auf mich sehr klar und fokussiert und wie gesagt hoffe ich, dass sich die Union da zusammenrauft und nicht aus Machtkalkül jegliche Kooperations- und Kompromissbereitschaft vermissen lässt. Hoffnung habe ich da allerdings wenig...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 08:20:18
Mir ging es daher ja, wie ich geschrieben habe, um die anstehenden Aufgaben.
Mir kommt es bei diesen Aufgaben eher so vor, als wolle man noch so viel Geld wie möglich unter seine Klientel bringen und ich hoffe, dass sich die Union dafür nicht hergibt. Das Scholz'sche Gerede konterkariert seine Taten vorher, dazu kommt noch dieses für einen Kanzler peinliche Austeilen auf der persönlichen Ebene.

Was ist eigentlich, wenn im Bundestag über ein Vorhaben abgestimmt wird und die AfD stimmt dann MIT SPD und Grünen? Was dann?

Warum sonst bis Januar warten? Scholz muss sofort die Vertrauensfrage stellen und dann muss es schnellstens, im Januar, Neuwahlen geben, damit wir schnellstens eine stabile und handlungsfähige neue Regierung bekommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.November 2024, 08:36:55
Ich vermute mal, dass es darauf auch hinauslaufen wird, weil der Druck zu groß werden wird, schnelle Neuwahlen durchzuführen. Bin mir nämlich sicher, dass die Union den gleichen Tenor abstimmen wird. Trotzdem ist es ja richtig, daß bestimmte Dinge noch in diesem Jah beschlossen werden sollten und da hoffe ich, dass tragbare Kompromisse gefunden werden.

Mal ne Frage zur Wahl: Wenn jetzt vorgezogene Neuwahlen sind, richtet sich die neue Legislaturperiode dann nach dem Wahltermin oder findet die nächste reguläre Bundestagswahl dann wieder im September in 4 Jahren statt?

Edit: Lese gerade, dass Wissing Minister bleibt und aus der FDP austritt. :o Mal gucken, ob sich das als genauso falsch herausstellt, wie die Meldung, dass Habeck Finanzminister werden soll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.November 2024, 09:21:52
Habeck hat jetzt bekanntgegeben dass er nicht zusätzlich Finanzminister wird. Ich will ihm für diese Entscheidung Respekt zollen.


Zur Machtfrage : Die Vertrauensfrage ist ein Mittel um keine Regierung zu haben, die handlungsunfähig ist, weil zerstritten. Diese erst am 15. Januar durchzuführen wirkt da schon wie Hohn.
Artikel 68 GG lautet :
(2) Zwischen dem Antrag und der Abstimmung müssen achtundvierzig Stunden liegen.
Scholz macht daraus 2 Monate...


Um mal Beispiele aus der Geschichte zu nehmen.
Am 20.09.1972 stellt Willy Brandt die Vertrauensfrage. Abgestimmt wurde am 22.09.1972.
Am 03.02.1982 stellte Helmut Schmidt die Vertrauensfrage. Abgestimmt wurde am 05.09.1972.
Gerhard Schröder stellte die Vertrauensfrage am 27.06.2005. Abgestimmt wurde am 01.07.2005.

In einem anderen Thread wurde ja Trump vorgeworfen, dass er demokratische Spielregeln nicht beachtet. Was macht denn der Scholz hier gerade. Ich habe extra Leute aus seiner Partei genommen, um zu zeigen, dass er auch entgegen der historischen Parteipraxis handelt.

Um nochmal auf die Schuldenbremse zu kommen. Die ist sinnvoll. 2024 waren im Haushalt 39,5 Mrd. Euro für Zinszahlungen vorgesehen. Ist damit Platz 4 auf der Liste der Aufgaben oder 8,3% der Ausgaben für NUR Zinsen. Das Ministerium für Bildung und Forschung bekommt demgegenüber 21,4 Mrd. Euro... Lasst uns noch mehr Schulden machen, damit wir mehr Zinsen zahlen und finanziell nicht mehr handlungsfähig sind... Viele die mehr Schulden machen wollen, würden mit so einer Einstellung privat schnell in die Privatinsolvenz gehen. Vielleicht ist da ja auch ihr Geschäftsmodell : Kaufen auf Pump und dann Insolvenz anmelden. Gibt es glaub ich sogar auf TikTok so ein Trend und bestärkt mich darin, diese Plattform nicht zu installieren.
https://www.bundeshaushalt.de/DE/Bundeshaushalt-digital/bundeshaushalt-digital.html

Die FDP kommt übrigens am 05.11. deutschlandweit auf 3,6% in Umfragen. Eine Regierungsbeteiligung halte ich da für sehr unwahrscheinlich. Könnte die letzte gewesen sein für diese Partei.








Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 09:22:36
Ich vermute mal, dass es darauf auch hinauslaufen wird, weil der Druck zu groß werden wird, schnelle Neuwahlen durchzuführen.
Die Union fordert die sofortige Vertrauensfrage und schnelle Neuwahlen: https://www.stern.de/news/merz-fordert-von-scholz-vertrauensfrage-naechste-woche-35206798.html

Da wird es wohl nicht viel Bereitschaft geben, die rot-grüne Minderheitsregierung 2,5 Monate zu unterstützen. Scholz kann natürlich stur bleiben, das wäre aber zum Schaden des Landes, was er ja laut öffentlicher Aussage vermeiden will.

Zitat
Mal ne Frage zur Wahl: Wenn jetzt vorgezogene Neuwahlen sind, richtet sich die neue Legislaturperiode dann nach dem Wahltermin oder findet die nächste reguläre Bundestagswahl dann wieder im September in 4 Jahren statt?
Gute Frage, lt. Art 39 GG müsste es sich nach dem neuen Termin richten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 07.November 2024, 10:30:19
Zitat
Um nochmal auf die Schuldenbremse zu kommen. Die ist sinnvoll. 2024 waren im Haushalt 39,5 Mrd. Euro für Zinszahlungen vorgesehen. Ist damit Platz 4 auf der Liste der Aufgaben oder 8,3% der Ausgaben für NUR Zinsen. Das Ministerium für Bildung und Forschung bekommt demgegenüber 21,4 Mrd. Euro... Lasst uns noch mehr Schulden machen, damit wir mehr Zinsen zahlen und finanziell nicht mehr handlungsfähig sind... Viele die mehr Schulden machen wollen, würden mit so einer Einstellung privat schnell in die Privatinsolvenz gehen. Vielleicht ist da ja auch ihr Geschäftsmodell : Kaufen auf Pump und dann Insolvenz anmelden. Gibt es glaub ich sogar auf TikTok so ein Trend und bestärkt mich darin, diese Plattform nicht zu installieren.

Volkswirtschaftlich ist deine Aussage leider kompletter Mist beschreibt aber genau das was Lindner und Merz gerne propagieren, um SPD und Grüne als Schuldenmacher zu diffamieren.
Einen Staat mit einem privaten Haushalt zu Vergleichen ist einfach maximal falsch und zeugt nicht gerade davon, dass man verstanden hat wie Volkswirtschaften funktionieren. Trifft aber das typische Deutsche Denken. Schulden = schlecht.
Ein Privatmensch kann nur das ausgeben was er einnimmt. Für einen Staat gilt das ganze genau andersherum. Er kann nur das einnehmen was er ausgegeben hat.
Dazu kommt dann das rumhantieren mit absoluten Werten die absolut nichts aussagen. Wichtiger wäre zu wissen wie entwickeln sich die Schulden im Vergleich zur Wirtschaftsleistung.
Der nominelle Zins wäre aufgrund der hohen Inflation in den letzten Jahren bei 0% gewesen. Heißt man hätte neue Schulden machen können ohne letztlich mehr für Zinsen zu bezahlen. Natürlich steigt die absolute Zahl an Zinsen aber die Steuern steigen eben auch aufgrund der steigenden Inflation, um die Zinsen zu bedienen. Letztlich wäre es dann ein Nullsummenspiel gewesen.

Die Geschichte der Schuldenbremse ansich ist ja auch absurd. Man hat eine privatwirtschaftliche Schuldenkrise und hat sich dann als Staat eine Schuldenbremse ins GG geschrieben obwohl man überhaupt keine Probleme mit zu hohen Staatsschulden hat und immernoch nicht hat. Oder wann lief der Deutsche Staat Gefahr seine Schulden nicht zu bedienen ?

Aber ja es ist wichtig zu vermitteln wofür man neue Schulden machen will und das Geld sinnvoll einzusetzen. Milliarden für den Ukraine Krieg haben da in der Bevölkerung halt auch einfach kein Verständnis.

Die 3 Milliarden für die Ukraine kann man sich ja nun sparen. Trump wird den Ukraine krieg ja innerhalb von einem Tag beenden, wenn er vereidigt ist.  ::)  ::) Da freu ich mich schon drauf wie das für die Ukraine ausgeht. Sicherlich nicht sonderlich positiv.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 07.November 2024, 11:04:55
Im ersten Moment war mein Reflex bezüglich "Vertrauensfrage im Januar stellen" gelinde gesagt Verwirrung. Waurm so lange warten? Dann wären Neuwahlen vielleicht Ende März. Warum wartet man so lange?

Tja, ich vermute es liegt am zu verabschiedenden Bundeshaushalt für 2025.

Stellt man jetzt die Vertrauensfrage und das Ergebnis führt zu Neuwahlen, dann haben wir diese Ende Januar. Dann kommt die Koalitionsbildung und erst danach kann sich die neue Regierung einem Bundeshaushalt widmen.

Wenn das der Gedanke dahinter war/ist, dann macht das in meinen Augen schon Sinn. Ob die anderen Parteien, die man jetzt dafür braucht, das Ganze mittragen, ist der Knackpunkt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.November 2024, 11:13:38
Zitat
Um nochmal auf die Schuldenbremse zu kommen. Die ist sinnvoll. 2024 waren im Haushalt 39,5 Mrd. Euro für Zinszahlungen vorgesehen. Ist damit Platz 4 auf der Liste der Aufgaben oder 8,3% der Ausgaben für NUR Zinsen. Das Ministerium für Bildung und Forschung bekommt demgegenüber 21,4 Mrd. Euro... Lasst uns noch mehr Schulden machen, damit wir mehr Zinsen zahlen und finanziell nicht mehr handlungsfähig sind... Viele die mehr Schulden machen wollen, würden mit so einer Einstellung privat schnell in die Privatinsolvenz gehen. Vielleicht ist da ja auch ihr Geschäftsmodell : Kaufen auf Pump und dann Insolvenz anmelden. Gibt es glaub ich sogar auf TikTok so ein Trend und bestärkt mich darin, diese Plattform nicht zu installieren.

Volkswirtschaftlich ist deine Aussage leider kompletter Mist beschreibt aber genau das was Lindner und Merz gerne propagieren, um SPD und Grüne als Schuldenmacher zu diffamieren.
Einen Staat mit einem privaten Haushalt zu Vergleichen ist einfach maximal falsch und zeugt nicht gerade davon, dass man verstanden hat wie Volkswirtschaften funktionieren. Trifft aber das typische Deutsche Denken. Schulden = schlecht.
Ein Privatmensch kann nur das ausgeben was er einnimmt. Für einen Staat gilt das ganze genau andersherum. Er kann nur das einnehmen was er ausgegeben hat.
Dazu kommt dann das rumhantieren mit absoluten Werten die absolut nichts aussagen. Wichtiger wäre zu wissen wie entwickeln sich die Schulden im Vergleich zur Wirtschaftsleistung.
Der nominelle Zins wäre aufgrund der hohen Inflation in den letzten Jahren bei 0% gewesen. Heißt man hätte neue Schulden machen können ohne letztlich mehr für Zinsen zu bezahlen. Natürlich steigt die absolute Zahl an Zinsen aber die Steuern steigen eben auch aufgrund der steigenden Inflation, um die Zinsen zu bedienen. Letztlich wäre es dann ein Nullsummenspiel gewesen.

Die Geschichte der Schuldenbremse ansich ist ja auch absurd. Man hat eine privatwirtschaftliche Schuldenkrise und hat sich dann als Staat eine Schuldenbremse ins GG geschrieben obwohl man überhaupt keine Probleme mit zu hohen Staatsschulden hat und immernoch nicht hat. Oder wann lief der Deutsche Staat Gefahr seine Schulden nicht zu bedienen ?

Aber ja es ist wichtig zu vermitteln wofür man neue Schulden machen will und das Geld sinnvoll einzusetzen. Milliarden für den Ukraine Krieg haben da in der Bevölkerung halt auch einfach kein Verständnis.

Die 3 Milliarden für die Ukraine kann man sich ja nun sparen. Trump wird den Ukraine krieg ja innerhalb von einem Tag beenden, wenn er vereidigt ist.  ::) ::) Da freu ich mich schon drauf wie das für die Ukraine ausgeht. Sicherlich nicht sonderlich positiv.


Fangen wir mal mit debunken an...
Die Staatsverschuldung des Bundes betrug
2019 - 1866 Mrd. €
2020 - 2173 Mrd. € +16,45%
2021 - 2321 Mrd. € +6,8%
2022 - 2368 Mrd. € +2%
2023 - 2445 Mrd. € +3,25%
Über 5 Jahre : +31%
Da du ja sagst, dass wir das in Relation zur Wirtschaftsleistung setzen sollten, machen wir das doch mal. Ich rechne hierbei mit dem realen BIP-Wachstum


2019 - 3534.9 Mrd. €
2020 - 3449,6 Mrd. € -2,5%
2021 - 3676,5 Mrd. € +6,5%
2022 - 3953,9 Mrd. € +7,5%
2023 - 4185,6 Mrd. € +5,8%
Über 5 Jahre : +18,4%


Unsere Staatsverschuldung ist also doppelt so stark gestiegen wie unsere Wirtschaftsleistung. 2019 betrugen die Schulden des Bundes noch 52,8% des BIP, 2023 schon 58,4%. Und du willst die Schuldenbremse lösen und mehr Geld für Konsum ausgeben, denn nichts anderes tut die Politik überwiegend... Und wie du siehst ist die Verschuldung trotz Schuldenbremse stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung, was schlecht ist, weil somit mehr Zinszahlungen im Haushalt anfallen in Proportion zu anderen ausgeben. Will heißen : Wir müssen andere Sachen zurückfahren um die Zinsen zu zahlen und Sozialleistungen und die Alimentierung von Nichtleistenden  (nicht nur Arbeitslose sind damit gemeint) wird es nicht sein!
Ich habe übrigens verstanden was die Funktion eines Staates in der VWL ist. Es geht bei Staatsschulden auch nicht darum, die auf 0 zu bringen, das ist mir durchaus bewusst. Aber die Schulden in Relation zur Wirtschaftleistung zu stark steigen zu lassen führt dazu, dass du in exponentielles Schuldenwachstum gerätst und damit der Schuldendienst alle anderen Staatsausgaben verdrängt. Schulden sind gut, wenn sie in Innovation und Forschung gehen, wie du am meinem Post erkennen kannst. Aber wir geben aktuell mehr Geld für Zinsen aus statt für Innovation und Forschung.


Weißt du wie eine exponentielle Schuldenexplosion aussieht. Schau mal in die USA. Die haben 2022 noch 724 Mrd. Dollar nur für Zinsen gezahlt. 2023 schon 875 Mrd. Dollar. Für 2024 erwarten wir Zinszahlungen von über 1000 Mrd. Dollar. Die Kreditwürdigkeit der USA wurde von der Ratingagentur Fitch übrigens am 01.08.2023 gesenkt, obwohl diese in den USA sind. Du kannst dir auch zusammenrechnen wie lange die USA dieses Spiel spielen können. Die Staatsschuldenquote auf Bundeseben  ist dort mittlerweile bei 126,9%. Aber ja ich bin völlig ahnungslos, stimmt...


Und zu deiner Anmerkung zum Einsatz von Schulden. Ich bin absolut nicht dagegen Schulden zu machen um in die Zukunft zu investieren. Die von dir beschriebenen Milliarden für den Ukrainekrieg kann man mit einigen Verrenkungen sogar dazuzählen. Was man nicht dazuzählen kann sind Konsumausgaben ohne messbaren Wert. Das ist eine Domäne von grüner Poltik und die wollen wir nun bis Januar noch mal richtig Geld raushauen lassen...


Ich wette übrigens mit jedem, dass Trump den Ukraine-Krieg nicht in 24 Stunden beenden wird. Allerhöchstens zieht er die USA daraus zurück und lässt die Ukraine draufgehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.November 2024, 11:19:54
Im ersten Moment war mein Reflex bezüglich "Vertrauensfrage im Januar stellen" gelinde gesagt Verwirrung. Waurm so lange warten? Dann wären Neuwahlen vielleicht Ende März. Warum wartet man so lange?

Tja, ich vermute es liegt am zu verabschiedenden Bundeshaushalt für 2025.

Stellt man jetzt die Vertrauensfrage und das Ergebnis führt zu Neuwahlen, dann haben wir diese Ende Januar. Dann kommt die Koalitionsbildung und erst danach kann sich die neue Regierung einem Bundeshaushalt widmen.

Wenn das der Gedanke dahinter war/ist, dann macht das in meinen Augen schon Sinn. Ob die anderen Parteien, die man jetzt dafür braucht, das Ganze mittragen, ist der Knackpunkt.

Genau das ist der Grund. Das wurde in den letzten Wochen mehrfach aus verschiedenen Richtungen erwähnt.

Scholz biegt da auch keine Regeln, wie tndo sagt. Er stellt die Frage nicht und damit muss es auch zu keiner Abstimmung kommen. Er hat die Frage für den 15.01 angekündigt, also muss die Abstimmung, falls es dazu kommt, bis 17.01 erfolgen. Da ist also nichts mit zwei Monaten, die nicht sein dürfte.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.November 2024, 11:48:47
Mit der Entlassung von Lindner und dem Bruch ist die Ampel aber nicht mehr beschlussfähig. Und genau dem soll die Vertrauensfrage ja vorbeugen. Nicht mehr habe ich gesagt. Jetzt weiterzumachen hat weitreichende Auswirkungen.
Zum einen fehlt mir die Fantasie wie man ohne Mehrheit den Haushalt 2025 verabschieden will. Wird wohl wie 2024 erst Ende Februar einen Haushalt geben bzw. eventuell sogar noch später.
Es werden aber einige Gesetzesvorhaben wohl erstmal ad acta gelegt werden müssen, z.B.
- das Tariftreuegesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil
- das Wachstumspaket für die Wirtschaft
Wir verlieren also wohl wertvolle Zeit. Wir haben aber im Gegensatz zu den USA den Vorteil, dass Beamte, Rentner, Studenten etc. weiterhin ihr Geld von Staat bekommen werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 11:56:23
Volkswirtschaftlich ist deine Aussage leider kompletter Mist...
Ist sie nicht. Und selbstverständlich kann auch ein Staat nur das ausgeben, was er einnimmt. Er kann Schulden machen und seine Einnahmen kurzfristig erhöhen, nur ist irgendwann auch damit Schluss und je schlechter die Bonität, desto höher klettern die Zinsen. Die Folgen solcher Politik kann man sich in Argentinien vor Milei ansehen.

Zitat
Schulden = schlecht.
Schulden sind schlecht, wenn sie für den Konsum ausgegeben werden. In Deutschland wird aber sehr viel Geld für konsumptive Ausgaben des Staates ausgegeben, daher sollte zuerst dort gespart werden.

Wenn Schulden für Investitionen gemacht werden, von denen man sich erhöhte Einnahmen verspricht, sind Schulden in Maßen in Ordnung, sie dürfen nur die Zahlungsfähigkeit nicht gefährden. Solche Investitionen braucht Deutschland sehr dringend, in Schulen und Universitäten, in Straßen und in die Bahn, in Brücken, in die Bundeswehr und in die restliche Infrastruktur (Strom, Wasser, Abwasser, Gas, Telekommunikation). Damit Deutschland wieder ein attraktiver Wirtschaftsstandort wird, ganz abgesehen von Steuern, Lohnnebenkosten und der Bürokratie. Das ist wieder ein anderes Thema, wo auch vieles im Argen liegt.

Ein weiteres Problem an Investitionen in die Infrastruktur ist on top, dass es gar nicht genug Unternehmen gibt, die das alles zeitnah reparieren und bauen können. Auf dem Gebiet hat Merkel sehr vieles schleifen lassen und die ehemalige Ampel hat es auch nicht viel besser gemacht. Es wird Jahrzehnte brauchen, das alles wieder auf Vordermann zu bringen, falls es überhaupt gelingt.

Zitat
Wichtiger wäre zu wissen wie entwickeln sich die Schulden im Vergleich zur Wirtschaftsleistung.
Die Schulden steigen, die Wirtschaftsleistung stagniert.

Zitat
Der nominelle Zins wäre aufgrund der hohen Inflation in den letzten Jahren bei 0% gewesen.
Leute, die dt. Schuldpapiere kaufen, können rechnen, niemand vergibt einen Kredit ohne dass unter dem Strich ein Profit dabei heraus kommt.

Die Aussage ist prinzipiell nicht falsch, sie gilt aber nur, wenn die Inflation durch die Gelddruckpresse hervorgerufen wird und nicht durch exogene Faktoren. Deutschland alleine kann die Druckerpresse sowieso nicht mehr anschmeißen, da müsste man erst zur D-Mark zurück. Was das Ende der EU wäre und alleine deswegen nicht in Frage kommt.

Zitat
Milliarden für den Ukraine Krieg haben da in der Bevölkerung halt auch einfach kein Verständnis.
Glaube ich nicht, dass es dafür kein Verständnis gäbe. Voraussetzung wäre aber, dass man tatsächlich eisern spart und alle Ausgaben auf den Prüfstand stellt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 11:59:26
Ob die anderen Parteien, die man jetzt dafür braucht, das Ganze mittragen, ist der Knackpunkt.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Union einen Haushalt mitträgt, der von rot-grün entworfen wurde und der ganz andere Planungen beinhaltet als die Union sie sich vorstellt. Da muss dann auch verhandelt werden, was sicher nicht einfacher als mit der FDP wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.November 2024, 12:30:41
Unmittelbar gilt es ja zwei Fragen zu klären: Den Haushalt 2025 und wie die Wirtschaft in Schwung zu bringen ist. In Bezug auf diese beiden Punkte ist es aus meiner Sicht egal, ob die Neuwahlen im Januar oder im März sind. Denn selbst, wenn im Januar gewählt wird - bis eine Regierungskoalition steht, kann es dann auch Ende März oder gar noch später werden. Zu spät für Wirtschaft und Haushalt - und deswegen müssen dafür jetzt Kompromisse gefunden werden. Da erwarte ich dann auch einfach von einer Union, die gerne staatstragend wäre, mit SPD und Grünen Wege zu finden - genauso wie ich von SPD und Grünen erwarte, in der Situation schmerzhafte Zugeständnisse zu machen, um wenigstens diese beiden Bretter gebohrt zu bekommen.

Mittel- bis langfristig wird man weiter über die Ausrichtung des Staatshaushaltes diskutieren müssen und da wird es harte Prioritätensetzungen brauchen - unabhängig von der Schuldenbremse. Die soziale Schere geht jetzt schon zu weit auseinander, die Verteidigungsausgaben werden steigen müssen, es gilt in die Infrastruktur zu investieren, die Energiewende voranzutreiben und Klimawandelanpassungen vorzunehmen, gleichzeitig die in Rente gehenden Boomer zu finanzieren, um nur mal ein paar sehr präsente Beispiele zu nennen. Das alles hat gewaltige politische, aber auch soziale Sprengkraft, die Populisten und Extremisten für sich ausnutzen können. Da erwarte ich einfach von allen Demokraten ideologiefrei und pragmatisch Lösungen zu finden, die der Aushöhlung der Demokratie nicht weiter Vorschub leisten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 07.November 2024, 12:37:00
@TNDO Debunked hast du da absolut gar nichts. Außer dem Corona Jahr 2021 wo es sicherlich logisch ist das die Schulden derart stark gestiegen sind sehe ich da eigentlcih nur das die Wirtschaftsleistung stärker gestiegen ist als die Schulden.
Ist aber natürlich praktisch wenn man mit einem Krisenjahr anfängt und dann behauptet es würde den eigenen Punkt unterstützen obwohl es klar ist das 2020 ein statistischer Ausreißer ist. Eventuell sollte man die letzten 20 Jahre betrachten um ein allgemeineres Bild zu erhalten. Ich erspare dir die Arbeit 2010 war die Schuldenquote bei 80%. Jetzt ist sie bei 63%. Huch wir konnten 80% Schuldenquote bewältigen in der tiefsten Finanzkrise und jetzt sollen wir bei 63% plötzlich in Probleme geraten ?  ::)

Weiterhin gehst du auch irgendwie nicht darauf ein das der Nominalzins = 0 war.
Du wirfst einfach viel zu viel mit absoluten Zahlen um dich herum obwohl diese genau 0 Aussagen. Das ganze Spiel lässt sich nicht derart vereinfachen. Und Schuldenexplosion schön und gut aber davon ist Deutschland weit entfernt. Gleiches gilt für den Vergleich mit den USA. Es ist völlig egal wie hoch die Zinsen eines Landes sind, solange es die Schulden bedienen kann aus der eigenen Wirtschaftsleistung. Und das können die USA scheinbar sonst hätte man dort schon eine Hyperinflation.

Wenn du verstehst wie Volkswirtschaft funktioniert dann bring bitte keine Beispiele die ein Merz besser nicht machen könnte. Ein Staat ist kein Privatmensch und dementsprechend sind solche Vergleiche einfach Käse.
Auch ist der Vergleich des Posten Zinsen mit dem Posten Forschung und Entwicklung völlig absurd. Die Schulden die gemacht werden kommen allen anderen Haushalten zugute. Heißt es können Projekte realisiert werden die man sonst nicht realisieren könnte. Dazu gehören dann auch Forschung und Entwicklung. Diese Positionen dann miteinander zu vergleichen und zu sagen guck mal wir zahlen mehr als wir für Forschung und Entwicklung ausgeben ist einfach eine absurde Denkweise.

Ist sie nicht. Und selbstverständlich kann auch ein Staat nur das ausgeben, was er einnimmt. Er kann Schulden machen und seine Einnahmen kurzfristig erhöhen, nur ist irgendwann auch damit Schluss und je schlechter die Bonität, desto höher klettern die Zinsen. Die Folgen solcher Politik kann man sich in Argentinien vor Milei ansehen.

Es ging mir viel mehr um TNDO Beispiel mit einem Privathaushalt. Ein Staat muss Geld oder viel mehr eine Währung ausgeben um einzunehmen. Ein Privatmensch nimmt Geld ein und gibt es dann aus. Das ist ein komplett andere Situation und lässt sich nicht miteinander vergleichen.
Und das du sagst das ein Staat nur das ausgeben kann was er einnimmt. ist ebenfalls nicht korrekt. Wenn das so wäre hätten wir keine Schulden.  ::)
Natürlich kann ein Staat nicht ewig Schulden machen das ist jedem klar. Aber davon ist Deutschland weit entfernt. Siehe oben Schuldenquote von 80% auf 63% geschrumpft innerhalb von 14 Jahren. Und ihr wollt mir jetzt weiß machen wir können es uns nicht leisten notwendige Investitionen zu machen ?  ::) Selbst 2010 in der tiefsten Finanzkrise gab es diese Notwendigkeit einer Schuldenbremse absolut null. Es ist einfach absurd das man die Probleme des Privaten Bankensektors auf die Staatliche Ebene verallgemeinert hat. Der eigentliche begrenzende Faktor ist die Wirtschaftsleistung eines Landes.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 12:53:46
Ein Staat muss Geld oder viel mehr eine Währung ausgeben um einzunehmen.
Welche Währung gibt der deutsche Staat aus und wie viel nimmt er damit sein?
Der deutsche Staat finanziert sich durch Steuereinnahmen und Abgaben.

Zitat
Und das du sagst das ein Staat nur das ausgeben kann was er einnimmt. ist ebenfalls nicht korrekt.
Doch das ist sehr wohl korrekt, auch ein Staat kann prinzipiell nicht mehr ausgeben, als er einnimmt. Dass ein Staat auch Schulden machen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt, der Preis dafür sind Zinsen, die wiederum die Ausgaben für die Folgejahre reduzieren. Im Falle Deutschlands sind das schon knapp 30 Mrd. EUR.
Manche Staaten können auch die Druckerpresse anwerfen, die Geschichte lehrt aber, dass das eine ganz schlechte Idee ist und mehr Probleme schafft als löst.

Zitat
Und ihr wollt mir jetzt weiß machen wir können es uns nicht leisten notwendige Investitionen zu machen ?
Wo soll ich das getan haben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 13:32:04
Da erwarte ich dann auch einfach von einer Union, die gerne staatstragend wäre, mit SPD und Grünen Wege zu finden...
Sehe ich nicht so und die Union hat imho schon klar zum Ausdruck gebracht, dass sie für so ein Theater nicht zur Verfügung steht. Scholz hat die Regierungskoalition platzen lassen, jetzt muss er auch die Konsequenzen ziehen und sofort die Vertrauensfrage stellen, rot-grün hat schlicht keine Legitimation mehr, am Bundeshaushalt für 2025 zu arbeiten. Es sei denn, sie entschließen sich zu einer Minderheitsregierung.

Es könnte aber auch sein, dass Merz Scholz in die Falle gelockt und angedeutet hat, dass er mitspielen würde, wenn er Lindner rauswirft. Was Scholz dann überhaupt erst ermutigt hat, diesen Schritt zu gehen. Oder Scholz hat den Schritt einfach nicht gut genug durchdacht. Oder er hat auf mehr Überläufer wie Wissing gehofft. Wir wissen es nicht.

Zitat
Da erwarte ich einfach von allen Demokraten ideologiefrei und pragmatisch Lösungen zu finden, die der Aushöhlung der Demokratie nicht weiter Vorschub leisten.
Dam Wunsch schließe ich mich an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 07.November 2024, 13:38:19
Man sieht ja an den nachfolgenden Kommentaren, dass da die Wahrnehmungen unterschiedlich sind. Beide, Scholz und Lindner, haben ihre Sicht der Dinge dargestellt. Welcher Argumentation man da eher folgt bzw. welche Ansicht man teilt, muss jeder für sich entscheiden
Wenn man es rechtlich betrachtet hat Scholz versucht Linder zu einem Verfassungsbruch zu drängen. Ich finde da gibt es nicht so viel Spielraum zur interpretation, die Schuldenbremse wegen des Ukrainekrieges aufzuweichen ist einfach nicht möglich, da würde gegen geklagt werden und die Kläger würden Recht bekommen. meine Vermutung ist ,dass man Lindner jetzt als Sündenbock hinstellen will und den Schritt schon länger geplant hat, weil es ja klar war, das man in Wirtschaftsfragen nicht zusammenkommt. Scholz kommt mir da sehr "fake" vor,gestern habe ich noch ein Video gesehen wie er nach seine Rede von der SPD Fraktion beklatscht wird,so als ob er da etwas großes geleistet hätte, da denkt man wirklich man ist im falschen Film.  :D

Die Union fordert die sofortige Vertrauensfrage und schnelle Neuwahlen: https://www.stern.de/news/merz-fordert-von-scholz-vertrauensfrage-naechste-woche-35206798.html
Die einzig richtige Entscheidung aus Unionssicht, dafür,dass der Zeitpunkt ungünstig ist,kann man Scholz die Schuld geben, ich bin mir ziemlich sicher das der absichtlich so gewählt wurde um Druck aufzubauen, da geht es einzig und alleine darum den schwarzen Peter and andere zu verteilen. Lindner wäre Schuld weil der an der Schuldenbremse festhält, die Union ist Schuld weil sie keine Minderheitsregierung stützen will.
Die Probleme in der Ampel gibt es ja nicht erst seit gestern die Situation war absehbar. Scholz hätte auch die Möglichkeit gehabt die Koalition früher aufzukündigen um genug Zeit für Neuwahlen zu lassen, dass was er jetzt macht ist einfach Parteitaktik auf kosten der Bürger.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 07.November 2024, 13:41:34
Theater? Für das Theater ist die Union mit ihren taktischen Spielchen zu einem gewissen Teil mitverantwortlich.

Ist es denn die bessere Alternative, nichts zu tun bis nach möglichen Neuwahlen eine Regierung steht? Darauf zu spekulieren - und das ist mein Eindruck von der Union - ist für mich ein No-Go. Denn die Union denkt in meinen Augen mehr an die eigenen Pfründe als sachliches Arbeiten.

Um es flapsig zu formulieren: Aktuell haben alle Dreck am Stecken und keiner will sich den Schuh anziehen. Sowohl Ampel als auch Union. Eigeninteressen stehen über allem.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Ensimismado am 07.November 2024, 13:47:40
Die Schuldenbremse nochmal auszusetzen wäre durchaus möglich. Kann sein, dass gegen geklagt worden wäre, aber das alleine kann nicht der Grund sein, es zu diskutieren. https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/haushalt-bundestag-bverfg-ukraine-notlage-2024-schuldenbremse
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 14:12:43
Theater? Für das Theater ist die Union mit ihren taktischen Spielchen zu einem gewissen Teil mitverantwortlich.
Nein, für das Theater ist Scholz verantwortlich, der nicht abtreten will.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.November 2024, 14:57:42
Die Schuldenbremse auszusetzen wäre m.E. sinnvoll mit dem Papier von Lindner als Grundlage, aber nicht um die aktuellen Löcher der rot-grünen Pläne zu stopfen.

"Theater" machen alle - nennt sich Wahlkampf. Die Union wird sich an der Verschwendung durch Rot-Grün nicht beteiligen wollen. Rot-Grün ihrerseits werden versuchen die CDU als Blocker hinzustellen. Beides ist Profilierung. Stimmenfang. Überhaupt noch auf Beschlüsse zu kommen ist nur möglich, wenn sofort die Vertrauensfrage gestellt wird. Deswegen wäre es das einzig Richtige.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.November 2024, 15:44:19
Da erwarte ich dann auch einfach von einer Union, die gerne staatstragend wäre, mit SPD und Grünen Wege zu finden...
Sehe ich nicht so und die Union hat imho schon klar zum Ausdruck gebracht, dass sie für so ein Theater nicht zur Verfügung steht. Scholz hat die Regierungskoalition platzen lassen, jetzt muss er auch die Konsequenzen ziehen und sofort die Vertrauensfrage stellen, rot-grün hat schlicht keine Legitimation mehr, am Bundeshaushalt für 2025 zu arbeiten. Es sei denn, sie entschließen sich zu einer Minderheitsregierung.

Auch hier geht es um Pragmatismus. Wie schon geschrieben: Unterstützung für die Wirtschaft und ein Haushalt können nicht bis nach den Neuwahlen warten, egal, ob die nun im Januar oder März stattfinden. Gehen wir mal davon aus, es kommt Ende Januar zu Neuwahlen. FDP und Linke fliegen aus dem Bundestag, die Union ist stärkste Kraft und stellt den Kanzler, kommt aber (außer vielleicht mit der AfD) nur in einer Dreierkoalition auf die erforderliche Mehrheit. Die AfD kommt nicht infrage, das BSW hat gerade in Sachsen gezeigt, dass mit ihm kein Staat zu machen ist, bleiben SPD und Grüne. Koalitionsverhandlungen werden dann, selbst wenn es schnell geht, 4 Wochen brauchen, zu groß sind die Unterschiede. Oder die Union wird in eine Minderheitsregierung mit der SPD gedrängt. Dann ist Ende Februar. Wie langwierig Haushaltsverhandlungen sehr unterschiedlicher Partner sein können, haben wir ja jetzt zur Genüge erleben dürfen. Bedeutet: Haushalt vielleicht im April und bis dahin? Ich sehe gar keine andere Möglichkeit, als dass die Union jetzt mit SPD und Grünen für die wichtigsten und drängendsten Vorhaben zusammenarbeitet. Entzieht sich die Union in dieser Ausnahmesituation jetzt der Verantwortung, die ihr nunmal ungewollt zufällt, wäre das eine politische Bankrotterklärung, die dem Bruch der Ampelkoalition in nichts nachstünde.

Im Übrigen halte ich nichts von monokausalen Schuldzuweisungen. An der jetzigen Situation haben alle kräftig mitgewirkt. Ob das nun von Scholz einkalkuliert ist oder er sich dazu gezwungen sah und notgedrungen handelte tut da nichts zur Sache. Er hat die Nummer durchgeführt, aber nicht alleine zu verantworten. Und ich wünsche mir weder ihn, noch Merz, noch sonst irgendwen aus der Bundespolitik zum Kanzler. Diese selbsgerechten Schauspieler können mir alle gestohlen bleiben. Aber ich wappne mich schonmal mental für Kanzler Merz.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 17:25:36
Unterstützung für die Wirtschaft und ein Haushalt können nicht bis nach den Neuwahlen warten, egal, ob die nun im Januar oder März stattfinden.
Doch, das kann beides warten, außerdem hatte es die SPD bisher auch nicht sonderlich eilig mit der Unterstützung der Wirtschaft. Würde Scholz das alles ernst meinen, was er so pathetisch angesprochen hat, dann hätte er die Ampel nicht jetzt beenden dürfen, sondern hätte warten müssen, bis die dringenden Punkte abgearbeitet sein. Zu meinen, dass Verhandlungen über einen Haushalt mit der Union einfacher ablaufen als mit der FDP ist bestenfalls naiv, zumal die Union auch schon klar gemacht hat, dass erst verhandelt wird, wenn Scholz die Vertrauensfrage gestellt hat.

Zitat
Gehen wir mal davon aus, es kommt Ende Januar zu Neuwahlen. FDP und Linke fliegen aus dem Bundestag, die Union ist stärkste Kraft und stellt den Kanzler, kommt aber (außer vielleicht mit der AfD) nur in einer Dreierkoalition auf die erforderliche Mehrheit.
Solche Szenarien kann man viele erdenken und durchspielen. Vllt. bekommt die Union die absolute Mehrheit? Oder die FDP kommt auf 10%. Oder FDP und Freie Wähler bekommen genug Stimmen für eine Dreierkoalition.

Wolfram Weimer hat imho einen guten Grund genannt, warum Scholz so lange warten will:
Er will zunächst einmal bis Mitte Januar freihändig weiter regieren, obwohl er nicht einmal eine Mehrheit für den nächsten Bundeshaushalt hat. Das Kanzleramt schlägt vor, die Neuwahlen auf den 9. März hinauszuzögern. Warum? Weil am 2. März in Hamburg Bürgerschaftswahlen stattfinden und sich Scholz davon ein relativ gutes Ergebnis für die SPD in seiner Heimatstadt erhofft, Hamburg ist SPD-Hochburg. Dies könnte ihm dann im Finale des Wahlkampfs Rückenwind verschaffen. Der Zeitplan ist ein durchsichtiges, rein wahltaktisches Manöver - ein Spiel auf Zeit zum Schaden Deutschlands, um sich selbst an der Macht zu halten.
https://web.de/magazine/politik/ampel-miesen-tricks-kanzler-olaf-scholz-40316688

Zitat
Ich sehe gar keine andere Möglichkeit, als dass die Union jetzt mit SPD und Grünen für die wichtigsten und drängendsten Vorhaben zusammenarbeitet.
Kann ich verstehen, aber die einzige Option, die ich sehe ist, dass Scholz schnellstens die Vertrauensfrage stellt. Er hat ja viel von der Ukraine und Trump geredet und Dringlichkeit angemahnt, da kann man nicht gemütlich bis März mit der Neuwahl warten. Danach muss dann ja auch eine Koalition gefunden werden und wenn das so kompliziert wird, wie du meinst, ist es Mai oder Juni, ehe wir eine neue Regierung haben. So viel Zeit können wir nicht verschwenden.

Zitat
Entzieht sich die Union in dieser Ausnahmesituation jetzt der Verantwortung, die ihr nunmal ungewollt zufällt, wäre das eine politische Bankrotterklärung, die dem Bruch der Ampelkoalition in nichts nachstünde.
Das ist Unsinn und das weißt du auch. Was ist denn, wenn man sich nicht einigen kann? Ist dann auch die Union Schuld? Die Union hat keinerlei Pflicht und Verantwortung mit einer Minderheitsregierung zusammen zu arbeiten. Nachher sagt Scholz noch: "Ätschibätschi, ich stelle doch keine Vertrauensfrage!" Soll die Union den dann weiter wegen einer "Verantwortung" unterstützen?

Zitat
Im Übrigen halte ich nichts von monokausalen Schuldzuweisungen.
Warum fandest du dann Scholz' Rede gut? Das war eine einzige, monokausale Schuldzuweisung an Lindner, auf unterirdischem Niveau, stil- und würdelos, dem Amt völlig unangemessen.

Zitat
Er hat die Nummer durchgeführt, aber nicht alleine zu verantworten.
Aber sicher hat er diese Nummer zu verantworten, das war nicht irgendwie im Affekt gehandelt, sondern genau geplant. Wenn er diese Verantwortung nicht hätte haben wollen, dann hätte er die FDP die Koalition brechen lassen müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.November 2024, 17:55:39
Zitat
Im Übrigen halte ich nichts von monokausalen Schuldzuweisungen.
Warum fandest du dann Scholz' Rede gut? Das war eine einzige, monokausale Schuldzuweisung an Lindner, auf unterirdischem Niveau, stil- und würdelos, dem Amt völlig unangemessen.

Und ich suche da explizit nicht den Schuldigen, deshalb bin ich da auch gar nicht drauf eingegangen und lasse mich nicht auf deren Spielchen ein. Mir ging es daher ja, wie ich geschrieben habe, um die anstehenden Aufgaben. Da wirkte Scholz auf mich sehr klar und fokussiert und wie gesagt hoffe ich, dass sich die Union da zusammenrauft und nicht aus Machtkalkül jegliche Kooperations- und Kompromissbereitschaft vermissen lässt. Hoffnung habe ich da allerdings wenig...

Lass den Unsinn bleiben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 18:01:41
 ::)
Scholz' Rede fand ich mit Blick auf die anstehenden Aufgaben gut...

Keine Kritik am anderen Teil der Rede.

Aber gut, beenden wir die Diskussion eben auf diese Weise.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.November 2024, 19:03:47
Mit der Entlassung von Lindner und dem Bruch ist die Ampel aber nicht mehr beschlussfähig. Und genau dem soll die Vertrauensfrage ja vorbeugen. Nicht mehr habe ich gesagt. Jetzt weiterzumachen hat weitreichende Auswirkungen.
Zum einen fehlt mir die Fantasie wie man ohne Mehrheit den Haushalt 2025 verabschieden will. Wird wohl wie 2024 erst Ende Februar einen Haushalt geben bzw. eventuell sogar noch später.
Es werden aber einige Gesetzesvorhaben wohl erstmal ad acta gelegt werden müssen, z.B.
- das Tariftreuegesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil
- das Wachstumspaket für die Wirtschaft
Wir verlieren also wohl wertvolle Zeit. Wir haben aber im Gegensatz zu den USA den Vorteil, dass Beamte, Rentner, Studenten etc. weiterhin ihr Geld von Staat bekommen werden.

Klar hat du mehr gesagt. Du hast gesagt, dass hier demokratische spielregeln gebrochen werden und führst dabei die zwei Tage zwischen stellen der vetrauensfrage und Abstimmung an. Du suggerierst, dass gegen das Grundgesetz verstoßen wird und machst vergleiche zu trump.

Und jetzt ruderst du zurück und willst nur gesagt haben, dass er die Frage stellen soll. Das hat aber nichts mit der Spielregel dem Grundgesetz und deiner Kritik zu tun. Wenn er sich entschließt die Frage am 15. Januar zu stellen und bis zum 18. Januar nicht abgestimmt wurde ist deine Kritik  und dein Vorwurf berechtigt. Aber nicht, wenn die Frage nicht gestellt wurde.
Das kannst du ja auch gerne kritisieren, dass er die Frage nicht stellt.. Aber der Vorwurf mit dem Grundgesetz und Vergleich ist gar nicht anwendbar und inhaltlich falsch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 07.November 2024, 19:14:04
::)
Scholz' Rede fand ich mit Blick auf die anstehenden Aufgaben gut...

Keine Kritik am anderen Teil der Rede.

Aber gut, beenden wir die Diskussion eben auf diese Weise.

Weil ich es nicht explizit kritisiere, finde ich es automatisch gut? Komm schon, das ist albern. :D Genau genommen ist es sogar dreist und hat mit einer Diskussion nichts mehr zu tun.

Ich habe geschrieben, dass ich mich auf die Spielchen von Scholz und Lindner nicht einlassen möchte und es mir um das geht, was jetzt kommt. Das war unterschwellige Kritik. Ich habe später geschrieben, dass ich nichts von monokausalen Schuldzuweisungen halte (ganz allgemein) und mit den ganzen selbstgerechten Schauspielern in der Bundespolitik nichts anfangen kann. Auch das war Kritik. Aber gut, ausdrücklich nochmal für dich: Ich finde Scholz' Schuldzuweisungen Mist, ich finde die von Lindner Mist und ich finde deine Mist. Warum? Weil sie den Hergang aus meiner Sicht zu sehr simplifizieren, weil die Schuldzuweisungen der Politiker ausschließlich dazu dienen, den eigenen Schuldanteil zu verschleiern, und weil sie der Situation absolut nicht gerecht werden.

Wie dem auch sei: Die Unterstellung wollte ich noch von mir gewiesen haben. Ich bin auf den Rest deines Postings dann nicht mehr weiter eingegangen, weil ich uns zwei ja mittlerweile gut genug kenne, um zu wissen, dass wir da nicht zusammenkommen werden. ;) Ist auch okay für mich. In dem Sinne: Einen schönen Abend noch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.November 2024, 20:19:47
Wer jetzt am Ende den Stecker gezogen hat, dass der Ampel die Lichter ausgehen, ist eigentlich egal. SPD oder FDP, es war überfällig.

Ich halte die Schuldfrage auch nicht für angemessen. Aber wenn wir schon in die Vergangenheit blicken wollen, dann hat Scholz es bereits mit der unrechtmäßigen Verteilung des Sondervermögens verbockt. Darauf war die gesamte Koalition aufgebaut. Das war seine Idee. Und er hätte es am ehesten selber besser wissen müssen. Plötzlich fehlte eine Menge Geld für Projekte, auf die am Ende alle beharrt haben. Und es fehlte weiteres Geld, weil der Sozialminister überhaupt nicht rechnen kann (oder wirklich gedacht hat, dass Leute gerne Arbeiten gehen, wenn sie mit Geld zugeschüttet werden - absichtlich überspitzt).

Jetzt sind wir wo wir sind. Natürlich gehört die Vertrauensfrage sofort gestellt. Rot-Grüne Projekte werden ohnehin nicht mehr verabschiedet. Zur Ukraine-Krise könnte es noch Mehrheiten geben.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 21:20:10
Zur Ukraine-Krise könnte es noch Mehrheiten geben.
Die Scholz dann als großen Erfolg für sich reklamieren und für den Wahlkampf aus dem Kanzleramt heraus nutzen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.November 2024, 21:30:01
...und ich finde deine Mist.
Ich weiß, es ist Mist O0 Sowie dreist und albern, denn du hast ja unterschwellig kritisiert, dass Scholz in bester Trump'scher Manier über Lindner hergezogen hat.
Dir auch einen schönen Abend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 07.November 2024, 22:32:44
Bitte keine Doppelpostings. Schon gar nicht wiederholt. Danke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.November 2024, 23:06:43
@TNDO Debunked hast du da absolut gar nichts. Außer dem Corona Jahr 2021 wo es sicherlich logisch ist das die Schulden derart stark gestiegen sind sehe ich da eigentlcih nur das die Wirtschaftsleistung stärker gestiegen ist als die Schulden.
Ist aber natürlich praktisch wenn man mit einem Krisenjahr anfängt und dann behauptet es würde den eigenen Punkt unterstützen obwohl es klar ist das 2020 ein statistischer Ausreißer ist. Eventuell sollte man die letzten 20 Jahre betrachten um ein allgemeineres Bild zu erhalten. Ich erspare dir die Arbeit 2010 war die Schuldenquote bei 80%. Jetzt ist sie bei 63%. Huch wir konnten 80% Schuldenquote bewältigen in der tiefsten Finanzkrise und jetzt sollen wir bei 63% plötzlich in Probleme geraten ?  ::)

Weiterhin gehst du auch irgendwie nicht darauf ein das der Nominalzins = 0 war.
Du wirfst einfach viel zu viel mit absoluten Zahlen um dich herum obwohl diese genau 0 Aussagen. Das ganze Spiel lässt sich nicht derart vereinfachen. Und Schuldenexplosion schön und gut aber davon ist Deutschland weit entfernt. Gleiches gilt für den Vergleich mit den USA. Es ist völlig egal wie hoch die Zinsen eines Landes sind, solange es die Schulden bedienen kann aus der eigenen Wirtschaftsleistung. Und das können die USA scheinbar sonst hätte man dort schon eine Hyperinflation.

Wenn du verstehst wie Volkswirtschaft funktioniert dann bring bitte keine Beispiele die ein Merz besser nicht machen könnte. Ein Staat ist kein Privatmensch und dementsprechend sind solche Vergleiche einfach Käse.
Auch ist der Vergleich des Posten Zinsen mit dem Posten Forschung und Entwicklung völlig absurd. Die Schulden die gemacht werden kommen allen anderen Haushalten zugute. Heißt es können Projekte realisiert werden die man sonst nicht realisieren könnte. Dazu gehören dann auch Forschung und Entwicklung. Diese Positionen dann miteinander zu vergleichen und zu sagen guck mal wir zahlen mehr als wir für Forschung und Entwicklung ausgeben ist einfach eine absurde Denkweise.

Ist sie nicht. Und selbstverständlich kann auch ein Staat nur das ausgeben, was er einnimmt. Er kann Schulden machen und seine Einnahmen kurzfristig erhöhen, nur ist irgendwann auch damit Schluss und je schlechter die Bonität, desto höher klettern die Zinsen. Die Folgen solcher Politik kann man sich in Argentinien vor Milei ansehen.

Es ging mir viel mehr um TNDO Beispiel mit einem Privathaushalt. Ein Staat muss Geld oder viel mehr eine Währung ausgeben um einzunehmen. Ein Privatmensch nimmt Geld ein und gibt es dann aus. Das ist ein komplett andere Situation und lässt sich nicht miteinander vergleichen.
Und das du sagst das ein Staat nur das ausgeben kann was er einnimmt. ist ebenfalls nicht korrekt. Wenn das so wäre hätten wir keine Schulden.  ::)
Natürlich kann ein Staat nicht ewig Schulden machen das ist jedem klar. Aber davon ist Deutschland weit entfernt. Siehe oben Schuldenquote von 80% auf 63% geschrumpft innerhalb von 14 Jahren. Und ihr wollt mir jetzt weiß machen wir können es uns nicht leisten notwendige Investitionen zu machen ?  ::) Selbst 2010 in der tiefsten Finanzkrise gab es diese Notwendigkeit einer Schuldenbremse absolut null. Es ist einfach absurd das man die Probleme des Privaten Bankensektors auf die Staatliche Ebene verallgemeinert hat. Der eigentliche begrenzende Faktor ist die Wirtschaftsleistung eines Landes.


(https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Bilder/Infografiken/stabile-haushalte-haushaltsentwicklung-02.jpg?__blob=square&v=4)
Weißt du wann wir die Schuldenbremse verbindlich eingeführt haben : 2011. Und auf einmal konnten wir wieder in Sichtweite zu den Maastricht-Kriterien kommen über die Jahre. Sie hat also gewirkt. Dann wurde sie während der Krise ausgesetzt und oh Wunder, die Schuldenquote steigt wieder. Du willst diese Schuldenbremse die funktioniert hat jetzt wieder abschaffen um konsumptive Ausgaben zu tätigen. Du bestätigst also dass was ich sage.
Und auf die schnelle habe ich für 2010 Zinskosten von 38 Mrd. € gefunden bei einem Gesamthaushalt von 353 Mrd. €. 2024 sprechen wir über 39 Mrd. bei 476 Mrd. Haushalt. Hätten wir also den gleichen Anteil an Zinsen zu zahlen wie damals müssten wir 51 Mrd. an Zinsen zahlen. Wünsche dir Spaß dabei 12 Mrd. € woanders zusammensparen zu müssen. Und wie lange kann der Staat sich immer höher verschulden bis er es nicht mehr bedienen kann? Du denkst halt auch nur sehr kurzfristig im Hier und Jetzt.
Und dein Nominalzins von 0% war einmal, aber es gibt ein Zinsänderungsrisiko. Stand jetzt sind die Anleihen mit 2,48% zu verzinsen. Wie lange willst du denn die Zinsen auf 0% halten, deinen ominösen 0% Nominalzins kannst du nicht immer haben. Und da Staatsschulden immer wieder erneuert werden (also die Anleihen) hast du bei steigenden Zinsen Probleme.
Warum das bei den USA übrigens noch so gut geht mit dem neuen Geld drucken : Export der eigenen Währung ins Ausland als Weltleitwährung. Sonst würde die Inflation beim Gelddruck dort viel stärker zuschlagen. Und wir haben in der Niedrigzinsphase doch gesehen, dass die Inflation schon begonnen hat hochzugehen vor dem Ukraine-Konflikt. Der hat das nur noch befeuert. Und da willst du jetzt in alle Ewigkeit die Zinsen niedrig halten, also viel Geld in den Umlauf bringen. Viel Erfolg, du inflationierst deine Staatschulden damit zwar weg, aber die Leidtragenden sind die Kleinsparer, also wohl auch du und ich. Haben einige südeuropäische Länder jahrzehntelang gemacht und konnten das mit dem Euro dann nicht mehr. Wurde dann schwierig. Frag mal die Griechen.


https://privatebank.jpmorgan.com/eur/de/insights/markets-and-investing/tmt/how-worried-should-you-be-about-government-debt (https://privatebank.jpmorgan.com/eur/de/insights/markets-and-investing/tmt/how-worried-should-you-be-about-government-debt)
Sieh mal auf Punkt 3.
Zitat
3. Hohe Schulden und hohe Defizite könnten produktivere Ausgaben verdrängenDas CBO geht davon aus, dass bis Mitte der 2030er-Jahre alle Bundeseinnahmen allein zur Finanzierung der obligatorischen Staatsausgaben benötigt werden: hauptsächlich für Medicare, Medicaid, Sozialversicherung und Schuldzinsen. Dann könnten grundlegende Aufgaben wie Verteidigung, Strafverfolgung, Infrastruktur und Bildung nur noch finanziert werden, indem sich die Regierung mehr Geld leiht oder andere nicht festgeschriebene Ausgaben kürzt.
Dies könnte das langfristige Wirtschaftswachstum und Innovationen behindern. Bundesprogramme wie die Defense Advanced Research Projects Agency (1958), der Orphan Drug Act (1983) und die National Nanotechnology Initiative (2000) waren für Innovationen in den Bereichen Kommunikation, Computer- und Biotechnologie von entscheidender Bedeutung.
[/size][/color]
Und bei Punkt 4. Die BRICS-Staaten arbeiten schon an der Ablösung der Dollar als Weltreservewährung.

Mit der Entlassung von Lindner und dem Bruch ist die Ampel aber nicht mehr beschlussfähig. Und genau dem soll die Vertrauensfrage ja vorbeugen. Nicht mehr habe ich gesagt. Jetzt weiterzumachen hat weitreichende Auswirkungen.Zum einen fehlt mir die Fantasie wie man ohne Mehrheit den Haushalt 2025 verabschieden will. Wird wohl wie 2024 erst Ende Februar einen Haushalt geben bzw. eventuell sogar noch später.Es werden aber einige Gesetzesvorhaben wohl erstmal ad acta gelegt werden müssen, z.B.- das Tariftreuegesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil- das Wachstumspaket für die WirtschaftWir verlieren also wohl wertvolle Zeit. Wir haben aber im Gegensatz zu den USA den Vorteil, dass Beamte, Rentner, Studenten etc. weiterhin ihr Geld von Staat bekommen werden.



Klar hat du mehr gesagt. Du hast gesagt, dass hier demokratische spielregeln gebrochen werden und führst dabei die zwei Tage zwischen stellen der vetrauensfrage und Abstimmung an. Du suggerierst, dass gegen das Grundgesetz verstoßen wird und machst vergleiche zu trump.

Und jetzt ruderst du zurück und willst nur gesagt haben, dass er die Frage stellen soll. Das hat aber nichts mit der Spielregel dem Grundgesetz und deiner Kritik zu tun. Wenn er sich entschließt die Frage am 15. Januar zu stellen und bis zum 18. Januar nicht abgestimmt wurde ist deine Kritik  und dein Vorwurf berechtigt. Aber nicht, wenn die Frage nicht gestellt wurde.
Das kannst du ja auch gerne kritisieren, dass er die Frage nicht stellt.. Aber der Vorwurf mit dem Grundgesetz und Vergleich ist gar nicht anwendbar und inhaltlich falsch.

Habs mir nochmal durchgelesen und du hast Recht was den Vergleich zu Trump angeht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.November 2024, 01:25:11
Habs mir nochmal durchgelesen und du hast Recht was den Vergleich zu Trump angeht.

Es geht nicht nur um den Vergleich. Die Sache mit dem Grundgesetzes ist falsch und verzerrt die Diskussion. Niemand macht aus zwei Tagen, die im GG geregelt sind, zwei Monate.

Es gibt kein Gesetz, dass den Bundeskanzler in irgendeiner Situation dazu verpflichtet die Vertrauensfrage zu stellen und es gibt kein Gesetz, gegen das er verstößt, wenn er es nicht macht.

Edit: wenn du meintest, dass es Hohn sei, dass es jetzt zwei Monate dauert statt den mindesten 48 Stunden und die Verschleppung kritisierst, ohne dabei meinst, dass er gegen das GG verstößt, dann hatte ich die falsch verstanden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 08.November 2024, 21:19:51
Theater? Für das Theater ist die Union mit ihren taktischen Spielchen zu einem gewissen Teil mitverantwortlich.

Ist es denn die bessere Alternative, nichts zu tun bis nach möglichen Neuwahlen eine Regierung steht? Darauf zu spekulieren - und das ist mein Eindruck von der Union - ist für mich ein No-Go. Denn die Union denkt in meinen Augen mehr an die eigenen Pfründe als sachliches Arbeiten.

Um es flapsig zu formulieren: Aktuell haben alle Dreck am Stecken und keiner will sich den Schuh anziehen. Sowohl Ampel als auch Union. Eigeninteressen stehen über allem.
Merz/die Union hat Scholz ja im laufe des Jahres mehrfach eine Zusammenarbeit und sogar eine Übergangsregierung für Neuwahlen angeboten, dass wurde jedes mal abgelehnt, sich jetzt unter Druck setzen zu lassen um Rot-Grün zu stützen passt einfach nicht.

Die Schuldenbremse nochmal auszusetzen wäre durchaus möglich. Kann sein, dass gegen geklagt worden wäre, aber das alleine kann nicht der Grund sein, es zu diskutieren. https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/haushalt-bundestag-bverfg-ukraine-notlage-2024-schuldenbremse
Ja ok,Möglich wäre es aber nicht rechtens, es hängt aber nicht daran ob es Verfassungskonform ist sondern ob die Union klagen würde. Finde da wirklich komisch,dass es ernsthaft zur Diskussion steht wieder die Verfassung zu brechen nachdem es schon Urteile dazu gegeben hat und dann auch noch den Ukrainekrieg und nicht mal eine Notlage im eigenen Land als Begründung zu nehmen.  Da wird getrickst und gebogen wo es geht und am Ende wird es einem als völlig normal verkauft und Lindner ist der Dumme weil er da nicht mitmachen wollte.  :D

Würde Scholz das alles ernst meinen, was er so pathetisch angesprochen hat, dann hätte er die Ampel nicht jetzt beenden dürfen, sondern hätte warten müssen, bis die dringenden Punkte abgearbeitet sein. Zu meinen, dass Verhandlungen über einen Haushalt mit der Union einfacher ablaufen als mit der FDP ist bestenfalls naiv, zumal die Union auch schon klar gemacht hat, dass erst verhandelt wird, wenn Scholz die Vertrauensfrage gestellt hat.
Sehe ich auch so,diese angeblich kurzfristige Entscheidung kaufe ich ihm  nicht ab, würde es ihm um das Land gehen,wäre er den Schritt schon früher gegangen um Zeit für Organisation der Wahlen zu lassen oder er hätte sich zusamengerissen und durchgezogen bis alles beschlossen ist. Wenn er die Koalition auflöst kann er als Kanzler nicht weitermachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 08.November 2024, 22:26:57
Zum Wahltermin: Ich habe jetzt einige Experten gehört, und da ist die herrschende Meinung, dass Neuwahlen in 60 Tagen, also Anfang Januar organisatorisch relativ aufwendig wäre. So eine Wahl muss ja auch auf Kommunalebene organisiert werden und das in Kombination mit Weihnachtsurlaub und so scheint gar nicht so ohne zu sein. Für die kleineren Parteien gilt es auch noch Listen aufzustellen, Unterschriften zu sammeln, etc. Die Vertrauensfrage erst nach der Weihnachtspause des Bundestags scheint aber auch eher politisch motiviert zu sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 08.November 2024, 23:06:24
Es geht auch um andere Fristen. Siehe hier (https://www.bundeswahlleiterin.de/bundestagswahlen/2025/termine.html) für den aktuell gültigen Wahltermin 2025.

Ja, Fristen können verkürzt werden, dennoch ist es logistisch schwierig, das Ganze innerhalb von 60 Tagen quasi "durchzupeitschen".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 09.November 2024, 08:23:17
Zum Wahltermin: Ich habe jetzt einige Experten gehört, und da ist die herrschende Meinung, dass Neuwahlen in 60 Tagen, also Anfang Januar organisatorisch relativ aufwendig wäre. So eine Wahl muss ja auch auf Kommunalebene organisiert werden und das in Kombination mit Weihnachtsurlaub und so scheint gar nicht so ohne zu sein. Für die kleineren Parteien gilt es auch noch Listen aufzustellen, Unterschriften zu sammeln, etc. Die Vertrauensfrage erst nach der Weihnachtspause des Bundestags scheint aber auch eher politisch motiviert zu sein.

Aber gerade der Städtetag hat dem widersprochen. Man bekomme das hin, auch über die Feiertag, wir dort zitiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.November 2024, 09:21:09
Dann macht man die Wahl halt Anfang Februar, sie muss aber so schnell wie möglich stattfinden und dazu gehört, dass Scholz so schnell wie möglich den Platz räumt oder verkündet, dass er es mit einer Minderheitsregierung versucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.November 2024, 09:36:05
Ja was denn nun? Die Bundeswahlleiterin warnt vor unwägbaren Risiken bei einer schnellen Neuwahl, der Städtetag sagt, es sei kein Problem. Vielleicht ist ja beides richtig.

Jedenfalls laufen die Verhandlungen im Hintergrund schonmal an und das ist gut so. Keine Zeit vergeuden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.November 2024, 10:08:28
Die Bundeswahlleiterin verdankt ihren Posten der SPD...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 09.November 2024, 10:16:34
Die Bundeswahlleiterin verdankt ihren Posten der SPD...

Oder sie weiß einfach wovon sie redet? Möglicherweise? So ganz vielleicht?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 09.November 2024, 15:15:10
Die Bundeswahlleiterin verdankt ihren Posten der SPD...

Oder sie weiß einfach wovon sie redet? Möglicherweise? So ganz vielleicht?

Du meinst, sie könnte Ahnung von ihrem Job haben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 09.November 2024, 15:34:35
Zum Wahltermin: Ich habe jetzt einige Experten gehört, und da ist die herrschende Meinung, dass Neuwahlen in 60 Tagen, also Anfang Januar organisatorisch relativ aufwendig wäre. So eine Wahl muss ja auch auf Kommunalebene organisiert werden und das in Kombination mit Weihnachtsurlaub und so scheint gar nicht so ohne zu sein. Für die kleineren Parteien gilt es auch noch Listen aufzustellen, Unterschriften zu sammeln, etc. Die Vertrauensfrage erst nach der Weihnachtspause des Bundestags scheint aber auch eher politisch motiviert zu sein.
Dafür kann man sich bei Scholz bedanken, natürlich ist es wirklich schlecht sowas über Weihnachten zu organisieren wenn die Leute eigentlich die Feiertage genießen und ein bisschen Ruhe haben wollen.Man sollte ihm aber nicht den Gefallen tun und sein Spiel mitspielen.Ich hoffe auch, dass die Wähler ihn durchschauen und es sich bei der Wahl negativ für die SPD auswirken wird.

Aber gerade der Städtetag hat dem widersprochen. Man bekomme das hin, auch über die Feiertag, wir dort zitiert.
Bei Berlin wäre ich ewas skeptisch.  :P

Dann macht man die Wahl halt Anfang Februar, sie muss aber so schnell wie möglich stattfinden und dazu gehört, dass Scholz so schnell wie möglich den Platz räumt oder verkündet, dass er es mit einer Minderheitsregierung versucht.
Ist die einzige Möglichkeit. Je mehr ich darüber nachdenke um so frecher finde ich es,dass die Koaltion platzt und Scholz einfach weitermacht als wäre nichts gewesen.Bei der Debatte darüber im Bundestag ist er nicht mal da, Esken meinte bei Lanz, dass denen nicht die Koaliton "um die Ohren geflogen ist" sondern das die einen koalitionspartner verloren haben und dass es noch eine Regierung gibt,so als wäre das ein ganz normaler Vorgang und als ob man keine Mehrheit bräuchte. https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-7-november-2024-102.html Minute 6:20, bei 4:50 auch noch mal die Szene mit dem Klatschen für Scholz.  :D

Vielleicht sollte die Union die Brandmauer kippen, würde gerne die Gesichter von Esken und co sehen wenn die alle in die Opposition müssten. Wirklich schade,dass es keine echte Alternative gibt.

Die Bundeswahlleiterin verdankt ihren Posten der SPD...
Der Gedanke kam mir bei Steinmeier auch, ich frage mich ob ein Bundespräsident mit einem anderen Hintergrund anders handeln und mehr Druck machen würde. Statt zu warnen und zu diskutieren könnte man ja schon mal damit anfangen die Wahl vorzubereiten, dann hat man schon mal was geschafft wenn es beschlossen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 09.November 2024, 17:30:25
Wer sagt denn, dass das nicht trotz der Warnungen schon im Hintergrund anläuft? Also teilweise ist mir das noch etwas zu weit bis Weihnachten für so viel Spekulatius hier im Thread.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 09.November 2024, 21:34:36
Wer sagt denn, dass das nicht trotz der Warnungen schon im Hintergrund anläuft? Also teilweise ist mir das noch etwas zu weit bis Weihnachten für so viel Spekulatius hier im Thread.
Kann schon sein,zu den Spekulationen hat die Wahlleitung aber auch einiges beigetragen, erst wird verbreitet,dass kurzfristige Neuwahlen kein Problem sind, dann rudert die Wahlleiterin zurück und bringt Argumente die dann von den zuständigen Stellen dementiert werden. Jetzt soll es am Montag ein Treffen mit den Wahlleitern der Länder geben, vielleicht hätte sie erstmal prüfen sollen wie denn die Lage genau ist bevor sie von Verzögerung spricht und eine Debatte auslöst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.November 2024, 22:09:53
Und was da vorgebracht wird ist auch ein Armutszeugnis. Die Post kann das nicht so schnell zustellen und sowieso gibt es nicht genug Papier und die Druckereien packen das nicht. Die Neuwahlen in Frankreich gingen in 4 Wochen über die Bühne, Deutschland braucht angeblich 4 Monate.

Braucht man natürlich nicht, es wird getrickst wie nur was, um das maximal rauszuzögern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 10.November 2024, 00:07:20
Die Bundeswahlleiterin verdankt ihren Posten der SPD...

Oder sie weiß einfach wovon sie redet? Möglicherweise? So ganz vielleicht?

Du meinst, sie könnte Ahnung von ihrem Job haben?

Absurder Gedanke; ich weiß. Man kann natürlich auch einfach auch Behauptungen aufstellen, obwohl man weder die Person Ruth Brand persönlich geschweige denn ihre politischen Ansichten kennt, noch die Fachkenntnis besitzt, um ihre Äußerungen substantielll beurteilen zu können. Das ist natürlich deutlich konstruktiver.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 10.November 2024, 00:34:42
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/neuwahlen-wahlleiter-papiermangel-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/neuwahlen-wahlleiter-papiermangel-100.html)
Upsi, doch kein Papiermangel, der eine Neuwahl verhindern könnte...  ;)


Und unser hochbezahlter Beamten- und Verwaltungsapparat braucht mindestens 60 Tage zur Vorbereitung einer Neuwahl, weil die so aufwändig ist. Ich glaube wir brauchen mehr Migration von Fachkräften. Ich schlage vor, Verwaltungsbeamte aus Großbritannien zu holen. Die haben es geschafft nach der Auflösung des Unterhauses am 22.05.2024 eine Neuwahl am 04.07.2024 zu organisieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 10.November 2024, 08:52:02
Habt ihr auch die anderen Gründe gelesen oder sind die jetzt alle nichtig, nur weil das mit dem Papier nicht stimmt? Kann es vielleicht auch sein, dass die Papierindustrie gar nicht die Fristen kennt, bis wann welche Unterlagen beim Bürger sein müssen, um beispielsweise auch eine Briefwahl aus dem Ausland sicherzustellen, und schlicht ihren Ruf verteidigen wollte (was ihr gutes Recht ist)? Von uns kann doch niemand wirklich überblicken, wie aufwändig so eine Wahl zu organisieren ist und was es braucht, um sie sicher, fair und ordnungsgemäß durchführen zu können. Daher wäre ich da mit irgendwelchen voreiligen Schlussfolgerungen sehr zurückhaltend - auch was den Vergleich mit anderen Ländern anbelangt, wo wir die Umstände noch viel weniger beurteilen können.

Die Integrität der Bundeswahlleiterin öffentlich anzuzweifeln halte ich angesichts des ohnehin schon abnehmenden Vertrauens in die Demokratie für gefährlich. Das war seitens der Union äußerst unklug.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 10.November 2024, 09:05:07
Habt ihr auch die anderen Gründe gelesen oder sind die jetzt alle nichtig, nur weil das mit dem Papier nicht stimmt? Kann es vielleicht auch sein, dass die Papierindustrie gar nicht die Fristen kennt, bis wann welche Unterlagen beim Bürger sein müssen, um beispielsweise auch eine Briefwahl aus dem Ausland sicherzustellen, und schlicht ihren Ruf verteidigen wollte (was ihr gutes Recht ist)? Von uns kann doch niemand wirklich überblicken, wie aufwändig so eine Wahl zu organisieren ist und was es braucht, um sie sicher, fair und ordnungsgemäß durchführen zu können. Daher wäre ich da mit irgendwelchen voreiligen Schlussfolgerungen sehr zurückhaltend - auch was den Vergleich mit anderen Ländern anbelangt, wo wir die Umstände noch viel weniger beurteilen können.

Die Integrität der Bundeswahlleiterin öffentlich anzuzweifeln halte ich angesichts des ohnehin schon abnehmenden Vertrauens in die Demokratie für gefährlich. Das war seitens der Union äußerst unklug.

Für mich sind es vorgeschobene Gründe. Wir haben im Grundgesetz 60 Tage drin stehen + die Frist nach der Vertrauensfrage von 21 Tagen. Macht insgesamt 81 Tage um eine Wahl zu planen und durchzuführen. Das sind ca. 2,5 Monate. Sollte diese Zeit jetzt nicht ausreichen und man zögert es aus welchen Gründen auch immer, die Wahl hinaus, sollte man sich überlegen, ob die Bundeswahlleiterin ihren Job korrekt macht.

Und  da jetzt schon bekannt ist, dass wir zeitnah wählen sollen, kann sie mit der Papierbeschaffung etc. ruhig schon starten und hat dadurch Zeit gewonnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.November 2024, 09:06:48
Ich stelle mir gerade vor, die AfD würde solche Sachen veranstalten...

Aber nochmal: der Wahltermin muss jetzt noch gar nicht festgelegt werden. Was getan werden muss: Scholz muss schnellstens die Vertrauensfrage stellen, damit der frühestmögliche Wahltermin dann auch realisiert werden kann.

Wenn unsere "Hochleistungsbürokratie" es nicht schneller gebacken bekommt, müssen wir eben im Februar wählen. Es ist halt nur wieder ein Armutszeugnis vor der Welt und zeigt, wie runtergerockt Deutschland ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 10.November 2024, 10:08:09
Habt ihr auch die anderen Gründe gelesen oder sind die jetzt alle nichtig, nur weil das mit dem Papier nicht stimmt? Kann es vielleicht auch sein, dass die Papierindustrie gar nicht die Fristen kennt, bis wann welche Unterlagen beim Bürger sein müssen, um beispielsweise auch eine Briefwahl aus dem Ausland sicherzustellen, und schlicht ihren Ruf verteidigen wollte (was ihr gutes Recht ist)? Von uns kann doch niemand wirklich überblicken, wie aufwändig so eine Wahl zu organisieren ist und was es braucht, um sie sicher, fair und ordnungsgemäß durchführen zu können. Daher wäre ich da mit irgendwelchen voreiligen Schlussfolgerungen sehr zurückhaltend - auch was den Vergleich mit anderen Ländern anbelangt, wo wir die Umstände noch viel weniger beurteilen können.

Die Integrität der Bundeswahlleiterin öffentlich anzuzweifeln halte ich angesichts des ohnehin schon abnehmenden Vertrauens in die Demokratie für gefährlich. Das war seitens der Union äußerst unklug.


Ja habe ich, deswegen auch das Beispiel mit Großbritannien. Die haben eine Neuwahl hinbekommen in weniger Zeit. Und Deutschland rühmt sich doch ob seiner tollen Verwaltung und Bürokratie. Scheint ja nicht wirklich so zu sein, wenn andere Länder das organisiert bekommen. Und der Aufwand in Großbritannien ist sicher nicht weniger, der Wahlen dort laufen auch ordnungsgemäß und fair ab. Die hatten die gleichen Probleme zu lösen wie Deutschland.
Deutschland hatte das übrigens schonmal. Am 06.01.1983 hat der Bundespräsident Prof. Dr. Karl Carstens die Auflösung des Deutschen Bundestages angeordnet. Gewählt wurde dann am 06.03.1983 ohne irgendwelche Probleme.
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw01-kalenderblatt-parlamentsaufloesung-532172 (https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw01-kalenderblatt-parlamentsaufloesung-532172)
Ich schließe daraus, dass Deutschland mittlerweile trotz modernerer und digitalisierter Verwaltung und mehr Beamten nicht mehr in der Lage ist, das zu leisten, wozu es vor 40 Jahren imstande war.


Es geht vor allem darum, dass sie die Aussage mit dem Papiermangel trifft. Die ist so offensichtlich gelogen, das einem schlecht wird. Es gibt keinen Grund sowas rauszuhauen, da ja auch bekannt sein dürfte, dass das schnell rauskommt mit der Lüge...


Frage dich mal warum das Vertrauen in den Staat und die Demokratie abnimmt. Ich hätte da so eine Theorie...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 10.November 2024, 10:32:35
Ich schließe daraus, dass Deutschland mittlerweile trotz modernerer und digitalisierter Verwaltung und mehr Beamten nicht mehr in der Lage ist, das zu leisten, wozu es vor 40 Jahren imstande war.

Digitalisierte Verwaltung? Wo? :D Spaß beiseite: Der Kritik schließe ich mich auch an,  sollte das so nicht mehr möglich sein. Wir brauchen auch nicht darüber diskutieren, dass hier Vieles im Argen liegt. Ich persönlich (!) kann jedenfalls nicht beurteilen, ob die Aussagen der Bundeswahlleiterin wahr oder falsch sind. Ich kann auch nicht beurteilen, ob sie gelogen hat oder instrumentalisiert wird. Dazu kenne ich die Vorgänge schlicht nicht gut genug. Wenn ihr das beurteilen könnt: gut für euch. Was man aus meiner Sicht sagen kann: Ihre Aussagen sind nicht mit zuständigen Partnern abgestimmt. Und das ist unklug. Mehr kann ich jedenfalls aber nicht sicher sagen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 10.November 2024, 10:40:41
Ich schließe daraus, dass Deutschland mittlerweile trotz modernerer und digitalisierter Verwaltung und mehr Beamten nicht mehr in der Lage ist, das zu leisten, wozu es vor 40 Jahren imstande war.

Digitalisierte Verwaltung? Wo? :D Spaß beiseite: Der Kritik schließe ich mich auch an,  sollte das so nicht mehr möglich sein. Wir brauchen auch nicht darüber diskutieren, dass hier Vieles im Argen liegt. Ich persönlich (!) kann jedenfalls nicht beurteilen, ob die Aussagen der Bundeswahlleiterin wahr oder falsch sind. Ich kann auch nicht beurteilen, ob sie gelogen hat oder instrumentalisiert wird. Dazu kenne ich die Vorgänge schlicht nicht gut genug. Wenn ihr das beurteilen könnt: gut für euch. Was man aus meiner Sicht sagen kann: Ihre Aussagen sind nicht mit zuständigen Partnern abgestimmt. Und das ist unklug. Mehr kann ich jedenfalls aber nicht sicher sagen.


Wir sind gar nicht so weit auseinander. Ich spreche ja davon, dass nur die Aussage mit dem Papier gelogen ist. Beim Rest habe ich nicht gesagt, das wäre gelogen, sondern schlicht und ergreifen wie peinlich das ist, dass wir das nicht hinkriegen in Deutschland, was im Grundgesetz gefordert wird und damals schon möglich war, jetzt aber scheinbar nicht mehr. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 10.November 2024, 15:11:25
Nun könnte man der Bundeswahlleiterin zugutehaltend einwenden, dass damals nur die alte BRD beliefert werden musste, die Post in staatlicher Hand war und die zu versorgende Bevölkerung auch kleiner gewesen ist, aber dennoch hat sie sich da mit einigen Aussagen unnötig in die Schlagzeilen gebracht und ein fatales Signal abgegeben. Dass Deutschland dadurch einmal mehr zu einer internationalen Lachnummer wird, wäre wirklich vermeidbar gewesen, wenn man vorher ein paar Anrufe tätigt bzw. Erkundigungen einholt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 10.November 2024, 17:19:35
Habt ihr auch die anderen Gründe gelesen oder sind die jetzt alle nichtig, nur weil das mit dem Papier nicht stimmt? Kann es vielleicht auch sein, dass die Papierindustrie gar nicht die Fristen kennt, bis wann welche Unterlagen beim Bürger sein müssen, um beispielsweise auch eine Briefwahl aus dem Ausland sicherzustellen, und schlicht ihren Ruf verteidigen wollte (was ihr gutes Recht ist)? Von uns kann doch niemand wirklich überblicken, wie aufwändig so eine Wahl zu organisieren ist und was es braucht, um sie sicher, fair und ordnungsgemäß durchführen zu können. Daher wäre ich da mit irgendwelchen voreiligen Schlussfolgerungen sehr zurückhaltend - auch was den Vergleich mit anderen Ländern anbelangt, wo wir die Umstände noch viel weniger beurteilen können.

Die Integrität der Bundeswahlleiterin öffentlich anzuzweifeln halte ich angesichts des ohnehin schon abnehmenden Vertrauens in die Demokratie für gefährlich. Das war seitens der Union äußerst unklug.
In ihrem Tagesschau Interview hat sie aber explizit von der Papierbeschaffung und den Druckaufträgen dazu gesprochen, nicht von der Zustellung zum Wähler,da muss sie sich die Richtigstellung gefallen lassen,dazu kommt die erste Meldung, dass eine kurzfristige Wahl kein Problem ist. Andere Punkte, wie z.B Nachteile für kleine Parteien,kann ich verstehen,der Zeitpunkt über Weihnachten ist,wie schon geschrieben,auch nicht ideal(danke Olaf  ;)) nur wäre es mMn noch schlechter eine lange Übergangszeit ohne Regierung zu haben. 

https://www.youtube.com/watch?v=yWg5b02zZao&t=471
Zitat
Eine kurzfristige Neuwahl wäre aus Sicht der Bundeswahlleiterin kein Problem. Man sehe keine besondere Herausforderung, auch wenn das nun kurzfristig passieren würde, sagte ein Sprecher der Behörde.
https://www.boerse.de/nachrichten/Kurzfristige-Neuwahl-fuer-Bundeswahlleiterin-kein-Problem/36666313

Zum Vertrauen in die Demokratie, es sind hier,finde ich, Scholz und die SPD die mit ihrem getrickse an der Demokratie sägen, wenn die Koalition platzt ist es einfach logisch so schnell wie möglich Neuwahlen anzuschieben, die Vertrauensfrage an eine Zustimmung zu Gesetzen zu knüpfen ist falsch und grenzt an erpressung, das Land sollte da an erster Stelle stehen und nicht der SPD Kanzler. Ich frage mich was er macht wenn die Union nicht zustimmt, taucht er denn gar nicht mehr im Bundestag auf? Kann dann in den nächsten Monaten nichts mehr beschlossen werden?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 10.November 2024, 17:32:34
Eine Vertrauensfrage mit einem Sachantrag oder einem Gesetzesentwurf zu verknüpfen ist verfassungsrechtlich völlig legitim, hat Schröder damals zB auch gemacht.

Edit: Ich glaube, ich habe dich missverstanden. Nevermind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 10.November 2024, 18:36:11
Eine Vertrauensfrage mit einem Sachantrag oder einem Gesetzesentwurf zu verknüpfen ist verfassungsrechtlich völlig legitim, hat Schröder damals zB auch gemacht.

Edit: Ich glaube, ich habe dich missverstanden. Nevermind.
Ja so hast du schon recht, der Fall jetzt ist aber ein anderer als unter Schröder, es geht einfach darum den Weg für Neuwahlen freizumachen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.November 2024, 08:10:00
Wir sind gar nicht so weit auseinander. Ich spreche ja davon, dass nur die Aussage mit dem Papier gelogen ist. Beim Rest habe ich nicht gesagt, das wäre gelogen, sondern schlicht und ergreifen wie peinlich das ist, dass wir das nicht hinkriegen in Deutschland, was im Grundgesetz gefordert wird und damals schon möglich war, jetzt aber scheinbar nicht mehr.
Gelogen oder nicht besser gewusst bzw. abgestimmt? In jedem Fall hat sie sich damit keinen Gefallen getan. Abgesehen davon ist das aber falsch, was du schreibst: Sie weist nur darauf hin, dass es zur Sicherstellung einer freien, gerechten, sicheren und ordnungsgemäßen Wahl wichtig sei, die im GG verankerte Frist von 60 Tagen voll auszunutzen. Es ging nie darum, diese Frist zu überschreiten. Daher ist mir das auch alles zu viel Hysterie, insbesondere von der Union.

In ihrem Tagesschau Interview hat sie aber explizit von der Papierbeschaffung und den Druckaufträgen dazu gesprochen, nicht von der Zustellung zum Wähler,da muss sie sich die Richtigstellung gefallen lassen,dazu kommt die erste Meldung, dass eine kurzfristige Wahl kein Problem ist. Andere Punkte, wie z.B Nachteile für kleine Parteien,kann ich verstehen,der Zeitpunkt über Weihnachten ist,wie schon geschrieben,auch nicht ideal(danke Olaf  ;)) nur wäre es mMn noch schlechter eine lange Übergangszeit ohne Regierung zu haben. 

https://www.youtube.com/watch?v=yWg5b02zZao&t=471
Zitat
Eine kurzfristige Neuwahl wäre aus Sicht der Bundeswahlleiterin kein Problem. Man sehe keine besondere Herausforderung, auch wenn das nun kurzfristig passieren würde, sagte ein Sprecher der Behörde.
Wie oben schon geschrieben: Einen Gefallen hat sie sich damit nicht getan, aber die Aufregung ist halt auch Quatsch. Wenn Fachleute sagen, eine Wahl im Januar sei nicht optimal, um eine ordnungsgemäße Durchführung sicherzustellen, wie es z. B. jetzt auch der Berliner Landeswahlleiter sagt, dann werden die schon Gründe haben, die sie ja auch anführen. Bezüglich des Papiers bin ich auch ehrlich gesagt unschlüssig, was ich davon halten soll: Die Papierindustrie sagt, es sei kein Problem, die Bundeswahlleiterin und jetzt auch der Berliner Landeswahlleiter sagen, das sei eine Herausforderung. Jetzt frage ich mich: Haben die einfach nicht miteinander gesprochen? Kennen die die jeweiligen Fristen für Produktion und Organisation nicht? Das ist jedenfalls mein Eindruck und nicht, dass da irgendwer lügt. Wie gesagt halte ich das aktuell für viel Lärm um (fast) nichts.

Zum Vertrauen in die Demokratie, es sind hier,finde ich, Scholz und die SPD die mit ihrem getrickse an der Demokratie sägen, wenn die Koalition platzt ist es einfach logisch so schnell wie möglich Neuwahlen anzuschieben, die Vertrauensfrage an eine Zustimmung zu Gesetzen zu knüpfen ist falsch und grenzt an erpressung, das Land sollte da an erster Stelle stehen und nicht der SPD Kanzler. Ich frage mich was er macht wenn die Union nicht zustimmt, taucht er denn gar nicht mehr im Bundestag auf? Kann dann in den nächsten Monaten nichts mehr beschlossen werden?
Da stimme ich dir teilweise zu. De facto ist man jetzt in einer Minderheitsregierung mit den Grünen, auch wenn das noch niemand aus den beiden Parteien so gesagt hat, glaube ich. Es wurde immer nur von "handlungsfähiger Regierung" gesprochen. An einer Minderheitsregierung ist jetzt erstmal nichts Schlimmes, auch für die Union nicht, die das in Sachsen ja offenbar anstrebt. Von daher haben wir gerade auch keine "Überganszeit ohne Regierung". Wir haben eine Minderheitsregierung.

Ich verstehe aber den Punkt: Natürlich ist es Unsinn, den Zeitpunkt der Vertrauensfrage an Gesetzesvorhaben zu knüpfen, das finde ich auch nicht gut, weil das zwei getrennte Prozesse sein sollten. Die Neuwahl ist nach dem Platzen der Koalition schnellstmöglich anzuschieben und dabei ist sicherzustellen, dass wir eine ordnungsgemäße Wahl abhalten können. Parallel dazu kann man dann mit Union (und ggf. FDP) über Vorhaben sprechen, die dann bis zu Neuwahl noch verabschiedet werden können. Insofern ja, bei dem Punkt bin ich bei dir: Wir befinden uns schon im Wahlkampf (hat ja z. B. Lindner auch offen so eingeräumt) und dass man diesen auf dem Rücken demokratischer Prozesse austrägt ist unredlich, den Vorwurf müssen sich Scholz und die SPD gefallen lassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.November 2024, 08:44:07
Sie weist nur darauf hin, dass es zur Sicherstellung einer freien, gerechten, sicheren und ordnungsgemäßen Wahl wichtig sei, die im GG verankerte Frist von 60 Tagen voll auszunutzen.
Hat denn jemand gefordert, dass es schneller gehen muss? Bis zum 19. Januar sind es immer noch 69 Tage, Scholz und Steinmeier müssen schnellstens in die Gänge kommen.

Zitat
Daher ist mir das auch alles zu viel Hysterie, insbesondere von der Union.
Es gibt keine "Hysterie", wohl aber berechtigte und verärgerte Kritik an Scholz, weil der mal wieder nicht im Traum daran denkt, sich zu bewegen. 2/3 der Wähler wollen schnelle Neuwahlen.

Die Motivation der Bundeswahlleiterin ist völlig egal, es ist einfach nur peinlich, welchen Eiertanz diese Dame aufführt. Anstatt voller Elan zu sagen "Ja, das ist eine große Herausforderung, besonders in der Weihnachtszeit, aber wir sind Profis und wir werden selbstverständlich faire Wahlen im gesetzlich vorbestimmten Zeitrum möglich machen" kommen solche kleinlichen, lahm runter geleierten Ausreden, warum man im Januar nicht wählen kann. Es ist doch klar, dass dann die Spekulationen ins Kraut schießen und die Menschen das suspekt finden.

Zitat
Jetzt frage ich mich: Haben die einfach nicht miteinander gesprochen?
Irgendjemand hielt es anscheinend für eine tolle Idee, als Ausrede zu benutzen, dass wir nicht genug Papier haben. Oder dass die Druckereien nicht schnell genug drucken können. Oder dass die Post es nicht schafft. Wir blamieren uns im Ausland, Tusk hat es sich nicht nehmen lassen, genüsslich Papier anzubieten, Polen hat anscheinend genug davon.

Zitat
Wir haben eine Minderheitsregierung.
Scholz könnte theoretisch auch bis nach der Wahl im Herbst im Amt bleiben, den Weg hat er sich aber mit Ankündigung der Vertrauensfrage selber verbaut, aus der Nummer kommt er nicht mehr raus. Er meint jetzt aber, er könnte die Union mit "Verantwortung für das Land" dazu zwingen, bei seinen Last Minute-Gesetzesvorhaben - viele davon von der FDP - mitzumachen. Und macht die Union das nicht, wird er das im Wahlkampf ausschlachten, so wie er sich schon jetzt als der von der FDP verhinderten Retter der Ukraine aufspielen will.

Zitat
Die Neuwahl ist nach dem Platzen der Koalition schnellstmöglich anzuschieben und dabei ist sicherzustellen, dass wir eine ordnungsgemäße Wahl abhalten können.
Richtig. Scholz hat die Vertrauensfrage schnellstmöglich zu stellen, damit schnellstmöglich neu gewählt werden kann. Alles andere liegt nicht in seiner Hand, aber je später er den Weg frei macht, desto später kann gewählt werden und das kommt, nach jetzigem Stand der Dinge, beim Wähler nicht gut an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 11.November 2024, 11:33:13
Zitat
Hat denn jemand gefordert, dass es schneller gehen muss? Bis zum 19. Januar sind es immer noch 69 Tage, Scholz und Steinmeier müssen schnellstens in die Gänge kommen.
Was kann Steinmeier machen, außer "gut zureden"?

Zitat
Es gibt keine "Hysterie", wohl aber berechtigte und verärgerte Kritik an Scholz, weil der mal wieder nicht im Traum daran denkt, sich zu bewegen. 2/3 der Wähler wollen schnelle Neuwahlen.
Nicht ganz richtig. Ich vermute, du beziehst dich auf den Deutschlandtrend. Da wurden 1065 Personen befragt, das ist wie der Name schon sagt ein "Trend" und keine Bevölkerungsrepräsentativität, da die Befragten zufallsbasiert ausgewählt werden.
Aber ich stimme dir zu, es wird ein großer Teil der Bevölkerung dieser Meinung sein.

Zitat
Die Motivation der Bundeswahlleiterin ist völlig egal, es ist einfach nur peinlich, welchen Eiertanz diese Dame aufführt. Anstatt voller Elan zu sagen "Ja, das ist eine große Herausforderung, besonders in der Weihnachtszeit, aber wir sind Profis und wir werden selbstverständlich faire Wahlen im gesetzlich vorbestimmten Zeitrum möglich machen" kommen solche kleinlichen, lahm runter geleierten Ausreden, warum man im Januar nicht wählen kann. Es ist doch klar, dass dann die Spekulationen ins Kraut schießen und die Menschen das suspekt finden.
Jein. Auf mögliche Probleme hinzuweisen ist ihre Aufgabe und wichtig. Wie sie dies kommuniziert und rüber bringt, ist - gelinde gesagt - unglücklich.

Zitat
Irgendjemand hielt es anscheinend für eine tolle Idee, als Ausrede zu benutzen, dass wir nicht genug Papier haben. Oder dass die Druckereien nicht schnell genug drucken können. Oder dass die Post es nicht schafft. Wir blamieren uns im Ausland, Tusk hat es sich nicht nehmen lassen, genüsslich Papier anzubieten, Polen hat anscheinend genug davon.
Polemik bringt uns weiter? Nein.

Zitat
Scholz könnte theoretisch auch bis nach der Wahl im Herbst im Amt bleiben, den Weg hat er sich aber mit Ankündigung der Vertrauensfrage selber verbaut, aus der Nummer kommt er nicht mehr raus. Er meint jetzt aber, er könnte die Union mit "Verantwortung für das Land" dazu zwingen, bei seinen Last Minute-Gesetzesvorhaben - viele davon von der FDP - mitzumachen. Und macht die Union das nicht, wird er das im Wahlkampf ausschlachten, so wie er sich schon jetzt als der von der FDP verhinderten Retter der Ukraine aufspielen will.
Das Ausschlachten gehört zum Wahlkampf - leider - dazu. Und da geben sich alle nichts. Egal ob Söder, Merz, Lindner, Scholz, Habeck usw.

Zitat
Richtig. Scholz hat die Vertrauensfrage schnellstmöglich zu stellen, damit schnellstmöglich neu gewählt werden kann. Alles andere liegt nicht in seiner Hand, aber je später er den Weg frei macht, desto später kann gewählt werden und das kommt, nach jetzigem Stand der Dinge, beim Wähler nicht gut an.
Hoffentlich kommt Deutschland dann nicht vom Regen in die Traufe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.November 2024, 11:43:34
Was kann Steinmeier machen, außer "gut zureden"?
Nach der Vertrauensfrage den Bundestag schnellstens auflösen und nicht die 21 Tage voll ausnutzen.

Zitat
Auf mögliche Probleme hinzuweisen ist ihre Aufgabe und wichtig.
Warum sollte das wichtig sein, warum hat sie das sofort der Presse mitzuteilen und dann auch noch mit immer neuen - angeblich in 60 Tagen unlösbaren - "Problemen"? Sie hat dafür zu sorgen, dass spätestens 60 Tage nach Auflösung des Bundestages eine ordnungsgemäße Wahl durchgeführt werden kann. Das ist ihre Aufgabe und Verantwortung, kann sie das nicht sicherstellen, dann sollte sie den Posten räumen.

Zitat
Polemik bringt uns weiter? Nein.
Solche "Probleme" vorzuschützen bringt uns erst recht nicht weiter.

Zitat
Das Ausschlachten gehört zum Wahlkampf - leider - dazu.
Es ist trotzdem extrem mieser Stil. Und nein, das machen andere Politiker nicht, weil sie gar nicht in der Lage sind, so etwas zur Nötigung zu instrumentalisieren.

Zitat
Hoffentlich kommt Deutschland dann nicht vom Regen in die Traufe.
Viel schlechter kann es eigentlich nicht werden. Sollte die kommende Regierung die Performance der Ampel aber noch unterbieten, dann wird es sicherlich extrem schwierig für die Demokratie in Deutschland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.November 2024, 12:18:58
Zur Aussage der Bundeswahlleiterin:
Die kommen ja aus einem internen Brief von ihr an Scholz. Wie er an die Presse kam habe ich auf die Schnelle nicht rausgefunden. Ich habe nicht gefunden, dass sie damit als erstes an die Öffentlichkeit ist. Ich habe aber auch nicht herausgefunden wer den Brief sonst an die Presse gegeben hat.

Aber sagen wir es mal so... Ich rede mit meinen internen Kollegen oder Vorgesetzten auch anders als mit meinen Kunden. Das sollte manchmal auch nicht öffentlich werden. Von daher würde ich, bevor die oben gestellte Frage nach der Veröffentlichung nicht sicher ist, dass mit einbeziehen, wenn man bewertet, wie kritisch und besorgt sie sich äußert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 11.November 2024, 12:46:41
Zitat
Nach der Vertrauensfrage den Bundestag schnellstens auflösen und nicht die 21 Tage voll ausnutzen.
Falsch. Nicht nach der Vertrauensfrage sondern wenn die Vertrauensfrage negativ beschieden wird. Es könnte auch für Scholz ausgehen.

Zitat
Warum sollte das wichtig sein, warum hat sie das sofort der Presse mitzuteilen und dann auch noch mit immer neuen - angeblich in 60 Tagen unlösbaren - "Problemen"? Sie hat dafür zu sorgen, dass spätestens 60 Tage nach Auflösung des Bundestages eine ordnungsgemäße Wahl durchgeführt werden kann. Das ist ihre Aufgabe und Verantwortung, kann sie das nicht sicherstellen, dann sollte sie den Posten räumen.
Ist es erwiesen, dass sie damit an die Öffentlichkeit gegangen ist?

Zitat
Solche "Probleme" vorzuschützen bringt uns erst recht nicht weiter.
Richtig. Beides bringt uns nicht weiter. Sachlich sein und bleiben, das hätte ich gerne. Und zwar von allen Seiten.

Zitat
Es ist trotzdem extrem mieser Stil. Und nein, das machen andere Politiker nicht, weil sie gar nicht in der Lage sind, so etwas zur Nötigung zu instrumentalisieren.
Es geht um diesen miesen Stil im Allgemeinen. Das war mit meiner Aussage gemeint. Nicht nur auf diesen einen spezifischen Fall bezogen.

Zitat
Viel schlechter kann es eigentlich nicht werden. Sollte die kommende Regierung die Performance der Ampel aber noch unterbieten, dann wird es sicherlich extrem schwierig für die Demokratie in Deutschland.
Die Union stellt sich gerade so hin als wäre gefühlt nichts davon auf ihrem Mist gewachsen. Zum Beispiel die Kritik an Wissings Verkehrspolitik. Wer stellte denn vor der Ampel den Verkehrsminister, und das über mehrere Legislaturperioden? Seit 2010 die Union.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.November 2024, 13:22:58
Solche "Probleme" vorzuschützen bringt uns erst recht nicht weiter.
Also findest du es nicht notwendig, auch kleineren Parteien, die Unterschriften sammeln müssen, bevor sie überhaupt zur Wahl zugelassen werden können, die nötige Zeit dafür einzuräumen? Nur mal als ein Beispiel. Übrigens warnt jetzt auch der Geschäftsführer von Deutschlands größter Stimmzetteldruckerei: Das Papier sie längst reserviert worden, ein früher Wahltermin lasse aber weniger Spielraum für Korrekturen, die bei Fehlern notwendig seien. Eine Wahl im Januar sei zwar machbar, aber nur "unter Biegen und Brechen". Anders gesagt: Eine kurze Frist führt offenbar zu schlechtere Qualitätskontrolle und erhöht damit die Gefahr für fehlerhafte Stimmzettel. Natürlich kann man das Risiko eingehen und alle Beteiligten werden dann ihren Job erledigen - "vorgeschützt" finde ich das aber keinesfalls.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 11.November 2024, 14:31:59
Wie oben schon geschrieben: Einen Gefallen hat sie sich damit nicht getan, aber die Aufregung ist halt auch Quatsch. Wenn Fachleute sagen, eine Wahl im Januar sei nicht optimal, um eine ordnungsgemäße Durchführung sicherzustellen, wie es z. B. jetzt auch der Berliner Landeswahlleiter sagt, dann werden die schon Gründe haben, die sie ja auch anführen. Bezüglich des Papiers bin ich auch ehrlich gesagt unschlüssig, was ich davon halten soll: Die Papierindustrie sagt, es sei kein Problem, die Bundeswahlleiterin und jetzt auch der Berliner Landeswahlleiter sagen, das sei eine Herausforderung. Jetzt frage ich mich: Haben die einfach nicht miteinander gesprochen? Kennen die die jeweiligen Fristen für Produktion und Organisation nicht? Das ist jedenfalls mein Eindruck und nicht, dass da irgendwer lügt. Wie gesagt halte ich das aktuell für viel Lärm um (fast) nichts.
Anscheinend wurde da wirklich nicht kommuniziert, nach ihren Aussagen kam ja der Bericht,dass sie sich heute mit den Wahlleitern der Länder treffen und beraten will, dass hätte man vorher machen können. Berlin wäre aber auch der einzige Ort, dem ich abkaufen würde, das nicht zu hinzubekommen.  :P
Ein Punkt der für schnelle Neuwahlen spricht ist mMn auch,dass es,aus meiner Sicht, von Scholz direkt in die Zeit gelegt wurde um zu verzögern, das sollte man nicht auch noch belohnen.
In den vorgeschlagenen Gesetzen und Maßnahmen, die man gerne mit der Union noch beschließen will ,ist auch nicht mehr die Rede von den Ukrainehilfen,was ja als Grund für das Aus der Ampel genannt wurde. https://www.br.de/nachrichten/meldung/spd-fraktion-will-im-streit-ueber-neuwahlen-eine-paketloesung,3006d1f58

Da stimme ich dir teilweise zu. De facto ist man jetzt in einer Minderheitsregierung mit den Grünen, auch wenn das noch niemand aus den beiden Parteien so gesagt hat, glaube ich. Es wurde immer nur von "handlungsfähiger Regierung" gesprochen. An einer Minderheitsregierung ist jetzt erstmal nichts Schlimmes, auch für die Union nicht, die das in Sachsen ja offenbar anstrebt. Von daher haben wir gerade auch keine "Überganszeit ohne Regierung". Wir haben eine Minderheitsregierung.
Ja, das hätten sie gerne. Ohne "Bremsklotz" FDP weitermachen wie bisher,wird aber schwer, wenn man für die Vorhaben keine Mehrheiten bekommt. Ich hoffe mal das sich keine andere Partei dafür einspannen lässt, die Stimmung in der Bevölkerung ist ja auch eindeutig und nach der ganzen Geschichte mit der Ampel keine Neuwahlen anzustoßen sagt auch viel über die Politiker aus. Die könnten sich ja der Wahl stellen, damit Wahlkampf machen und danach eine frische Minderheitsregierung starten wenn sie so überzeugt davon sind.

Ich verstehe aber den Punkt: Natürlich ist es Unsinn, den Zeitpunkt der Vertrauensfrage an Gesetzesvorhaben zu knüpfen, das finde ich auch nicht gut, weil das zwei getrennte Prozesse sein sollten. Die Neuwahl ist nach dem Platzen der Koalition schnellstmöglich anzuschieben und dabei ist sicherzustellen, dass wir eine ordnungsgemäße Wahl abhalten können. Parallel dazu kann man dann mit Union (und ggf. FDP) über Vorhaben sprechen, die dann bis zu Neuwahl noch verabschiedet werden können. Insofern ja, bei dem Punkt bin ich bei dir: Wir befinden uns schon im Wahlkampf (hat ja z. B. Lindner auch offen so eingeräumt) und dass man diesen auf dem Rücken demokratischer Prozesse austrägt ist unredlich, den Vorwurf müssen sich Scholz und die SPD gefallen lassen.
Den Übergang hätten sie aber auch mit der FDP in der Regierung organisieren können, so hat man einem Großteil der Partei vor den Kopf gestoßen, die fordern ja,genau wie die Union, schnelle Neuwahlen. Würde mich auch nicht wundern wenn das Ganze nur dazu dienen soll FDP und Union als nicht Kompromissbereit hinzustellen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.November 2024, 15:34:51
Also findest du es nicht notwendig, auch kleineren Parteien, die Unterschriften sammeln müssen, bevor sie überhaupt zur Wahl zugelassen werden können, die nötige Zeit dafür einzuräumen?
Ich zitiere dich mal im Hinblick auf diese Suggestivfrage: "Lass den Unsinn bleiben."

Das Grundgesetz räumt 60 Tage Zeit ein, das hat früher bei ähnlichen Vorgängen gereicht. Heute soll es auf einmal nicht mehr reichen, wobei es ja noch weit mehr als 60 Tage sind, ehe neugewählt werden kann.

Zitat
Übrigens warnt jetzt auch der Geschäftsführer von Deutschlands größter Stimmzetteldruckerei: Das Papier sie längst reserviert worden, ein früher Wahltermin lasse aber weniger Spielraum für Korrekturen, die bei Fehlern notwendig seien.
Dann muss man sich wohl eine leistungsfähigere Druckerei suchen, die den Druck von Stimmzetteln in der vom GG gesetzten Frist garantieren kann. Der GF hat sich anscheinend übernommen, als er den Auftrag angenommen hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.November 2024, 16:17:46
Das war keine Suggestivfrage, sondern ernst gemeint, weil du ja die Begründungen für vorgeschoben hältst. Niemand stellt hier im Übrigen das GG und die Frist infrage. Aber du scheinst es ja genauer zu Wissen, so wie du über die Arbeit anderer Leute urteilst. Gut, dass wenigstens einer Bescheid weiß. 8)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 11.November 2024, 16:21:46
Es gibt die Möglichkeit des Misstrauensvotums, warum wird das nicht angewandt? Bzw. öffentlich gar nicht diskutiert?
Damit könnte die Union das Ganze proaktiv angehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.November 2024, 16:24:46
Das war keine Suggestivfrage, sondern ernst gemeint, weil du ja die Begründungen für vorgeschoben hältst. Niemand stellt hier im Übrigen das GG und die Frist infrage. Aber du scheinst es ja genauer zu Wissen, so wie du über die Arbeit anderer Leute urteilst. Gut, dass wenigstens einer Bescheid weiß. 8)
Bei mir ist das als Suggestivfrage angekommen und dein beißender Sarkasmus auf persönlicher Ebene ist auch alles andere als sachlich. Leg mal bitte deine Maßstäbe auch bei dir selber an.

Das Grundgesetz verlangt maximal 60 Tage von der Auflösung des Parlamentes bis zum Wahltermin, wenn der Drucker diese Frist nicht einhalten kann, falls das in den kommenden 9 Tage der Fall wäre, dann darf er so einen Auftrag nicht annehmen, das ist unredlich.

Es gibt die Möglichkeit des Misstrauensvotums, warum wird das nicht angewandt? Bzw. öffentlich gar nicht diskutiert?
Damit könnte die Union das Ganze proaktiv angehen.
Soll Merz sich etwa von AfD und BSW wählen lassen? Man hat bei Kemmerich gesehen, was das bedeutet, Merz will seiner Familie sicher kein Mobbing und Morddrohungen zumuten.
Und wie soll es dann weitergehen? Mit einer schwarzen Minderheitsregierung? Das macht auch keinen Sinn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 11.November 2024, 16:30:20
Wie hat es denn Kohl gemacht? Genau so. Sich zum Kanzler wählen lassen, Vertrauensfrage gestellt, absichtlich gescheitert, Neuwahlen.

Die AfD und das BSW sind gut genug für die Ablösung von Scholz... ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.November 2024, 16:47:19
Also findest du es nicht notwendig, auch kleineren Parteien, die Unterschriften sammeln müssen, bevor sie überhaupt zur Wahl zugelassen werden können, die nötige Zeit dafür einzuräumen?
Ich zitiere dich mal im Hinblick auf diese Suggestivfrage: "Lass den Unsinn bleiben."

Das Grundgesetz räumt 60 Tage Zeit ein, das hat früher bei ähnlichen Vorgängen gereicht. Heute soll es auf einmal nicht mehr reichen, wobei es ja noch weit mehr als 60 Tage sind, ehe neugewählt werden kann.

Zitat
Übrigens warnt jetzt auch der Geschäftsführer von Deutschlands größter Stimmzetteldruckerei: Das Papier sie längst reserviert worden, ein früher Wahltermin lasse aber weniger Spielraum für Korrekturen, die bei Fehlern notwendig seien.
Dann muss man sich wohl eine leistungsfähigere Druckerei suchen, die den Druck von Stimmzetteln in der vom GG gesetzten Frist garantieren kann. Der GF hat sich anscheinend übernommen, als er den Auftrag angenommen hat.

Ich sehe das auch so. 60 Tage sind laut Grundgesetz festgeschrieben. Dann muss man das auch irgendwie hinkriegen. Trotz Weihachtsferien und Urlaub. Ja, Risiko - sicher. Kann man meiner Meinung nach auch drauf hinweisen. Für alle ist das natürlich scheiße. Jeder will viel Ruhe, gute Vorbereitung und einen möglichst guten Wahlkampf. Aber die Situation ist halt nicht normal und lässt das alles nicht zu. Aber wenn das nicht geht muss der nächste gewählte Bundestag einsehen, dass das nicht klappt und 90 Tage draus machen oder man braucht hier klarere und schnellere Prozesse.


Wenn jetzt die CDU ein Misstrauensvotum stellt und die AFD zustimmt, kann leicht geframed werden, dass die CDU mit der AFD gemeinsame Sache gemacht hat. Das ist kein guter Start in einen zwei Monats-Wahlkampf. Ich bin mir sicher, dass das ohne die AFD im Bundestag schon längst im Gespräch wäre.

Mich würde interessieren, wieviel gerade noch konstruktiv in den Hinterzimmern läuft. Es gibt ja durchaus noch ein paar Gesetze, bei denen die CDU und die FDP nicht abgeneigt sein könnten, diese durchkommen zu lassen, bevor sie durch Neuwahlen annuliert werden und man wieder bei 0 anfängt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DeDaim am 11.November 2024, 16:49:40
@Signor Rossi: Meines Wissens bist du nicht in der Druckerbranche tätig. Worauf fußt dann deine Beurteilung, dass sich die größte deutsche Stimmzetteldruckerei übernommen habe, wenn der Geschäftsführer auf potenzielle Mängel in der Qualitätskontrolle hinweist? Was weißt du über den Druckprozess, seine Fehleranfälligkeit und darüber, wie die Qualitätsprüfung durchgeführt wird? Auf welcher Grundlage nimmst du dir heraus, den Geschäftsführer der Druckerei und seine Arbeit so zu bewerten?  Er hat übrigens nicht gesagt, dass es nicht geht, sonder auf mögliche Probleme hingewiesen. Kann man auch als verantwortungsvoll interpretieren. Mir scheint eher, dir passt die Aussage nicht und dann wir eben geurteilt. Das ist nicht die feine Art, nicht redlich.

Und sicher, mein Sarkasmus war es auch nicht, aber so wie du dich hier äußerst fand ich ihn angebracht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 11.November 2024, 16:51:50
Es gibt die Möglichkeit des Misstrauensvotums, warum wird das nicht angewandt? Bzw. öffentlich gar nicht diskutiert?
Damit könnte die Union das Ganze proaktiv angehen.
Merz würde nicht gut aussehen wenn er das ansprechen und scheitern würde weil ihn ein Teil der Abgeordneten nicht unterstützt, Union,FDP und AfD wären bestimmt dabei, die kommen aber nicht  auf die nötigen Stmmen, Waagenknecht würde Bedingungen stellen, ist es nicht wert wenn man einfach nur abwarten muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 11.November 2024, 16:57:56
https://www.youtube.com/watch?v=I5fbIfp1tDo (https://www.youtube.com/watch?v=I5fbIfp1tDo)


Die Union ist ganz klar gegen das 49 Euro-Ticket. Ziemlich durchschaubarer Versuch, die Union vor den Karren zu spannen um dann Wahlkampf zu machen nach dem Motto : Schaut was wir euch noch gutes getan haben und jetzt wählt uns.
Beim Kindergeld : Die Union hat Mitte September die Kindergrundsicherung für gescheitert erklärt.
Ich finde es einfach dreist, was die sPD hier gerade macht. Die Union soll gegen ihre Position für die sPD-Vorschläge stimmen?


Und zur kalten Progression : Ich kenne da eine Partei, die ihre Zustimmung geben würde, die kalte Progression zu mindern. Hat sie heute noch bestätigt : die FDP... Upsi...


Wie hat es denn Kohl gemacht? Genau so. Sich zum Kanzler wählen lassen, Vertrauensfrage gestellt, absichtlich gescheitert, Neuwahlen.Die AfD und das BSW sind gut genug für die Ablösung von Scholz... ;)
An Merz Stelle würde ich das nicht mithilfe der afD machen. Sorry.

@Signor Rossi: Meines Wissens bist du nicht in der Druckerbranche tätig. Worauf fußt dann deine Beurteilung, dass sich die größte deutsche Stimmzetteldruckerei übernommen habe, wenn der Geschäftsführer auf potenzielle Mängel in der Qualitätskontrolle hinweist? Was weißt du über den Druckprozess, seine Fehleranfälligkeit und darüber, wie die Qualitätsprüfung durchgeführt wird? Auf welcher Grundlage nimmst du dir heraus, den Geschäftsführer der Druckerei und seine Arbeit so zu bewerten?  Er hat übrigens nicht gesagt, dass es nicht geht, sondern auf mögliche Probleme hingewiesen. Kann man auch als verantwortungsvoll interpretieren. Mir scheint eher, dir passt die Aussage nicht und dann wir eben geurteilt. Das ist nicht die feine Art, nicht redlich.Und sicher, mein Sarkasmus war es auch nicht, aber so wie du dich hier äußerst fand ich ihn angebracht.
Wir haben das vor über 40 Jahren aber locker hinbekommen. So wie sich das anhört hat sich
a) die Verwaltung in den letzten 40 Jahren so sehr verschlechtert, dass sie das auf einmal nicht mehr hinbekommt
b) die größte deutsche Stimmzetteldruckerei scheinbar auch nachgelassen

Und warum dann nicht in Ländern drucken, wo die Leute noch arbeiten wollen, Polen z.B. Die Handwerker, die meine Solaranlage installiert haben waren überrascht dass ich morgens 05.30 Uhr aus dem Haus gehe und dann erst 16.00 Uhr wiederkomme. Die meinten nur, dass deutsche Handwerker immer so früh Feierabend machen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.November 2024, 17:10:19
Worauf fußt dann deine Beurteilung, dass sich die größte deutsche Stimmzetteldruckerei übernommen habe, wenn der Geschäftsführer auf potenzielle Mängel in der Qualitätskontrolle hinweist?
Hatte ich bereits erklärt: wenn er den Auftrag nicht in der vom Grundgesetz vorgeschriebenen Zeit abarbeiten kann, dann darf er ihn gar nicht erst annehmen. Tut mir leid, ich finde das Grundgesetz wichtiger als die Befindlichkeiten eines Druckers. Was an der Aussage "nicht redlich" sein soll, kannst du ja mal sachlich erklären.

Zitat
...aber so wie du dich hier äußerst fand ich ihn angebracht.
Ich habe dich nicht auf persönlicher Ebene angesprochen, im Gegensatz zu dir. Du kommst anscheinend mit sachlicher Kritik an den Vorgängen nicht klar und fühlst dich deswegen genötigt, mich persönlich anzugehen. Lasse das sein.

Wie hat es denn Kohl gemacht? Genau so.
Wann?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 11.November 2024, 20:07:38
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/30588502_misstrauensvotum05-202276

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.November 2024, 20:10:54
Kohl hatte damals die Mehrheit im Bundestag und einen Koalitionspartner. Merz hat keins von beidem.

Und:
Nach nur 41-tägiger Verhandlungszeit stand das Urteil fest: Die Karlsruher Richter billigten zwar im Nachhinein Kohls Weg zu Neuwahlen durch das bewusste Herbeiführen einer Niederlage bei der Abstimmung über die Vertrauensfrage. Zugleich betonten sie aber, dass die Vertrauensfrage nur in einer „echten“ Krise zulässig sei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 11.November 2024, 20:21:51
So ist das, wenn die Union ihre (möglichen) Koalitionspartner reihenweise selbst ausschließt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 11.November 2024, 20:48:58
Worauf fußt dann deine Beurteilung, dass sich die größte deutsche Stimmzetteldruckerei übernommen habe, wenn der Geschäftsführer auf potenzielle Mängel in der Qualitätskontrolle hinweist? Was weißt du über den Druckprozess, seine Fehleranfälligkeit und darüber, wie die Qualitätsprüfung durchgeführt wird? Auf welcher Grundlage nimmst du dir heraus, den Geschäftsführer der Druckerei und seine Arbeit so zu bewerten?  Er hat übrigens nicht gesagt, dass es nicht geht, sonder auf mögliche Probleme hingewiesen.

Hier möchte ich mal mit Gegenfragen einhaken. War nicht längst bekannt, dass Neuwahlen hätten kommen können? Müsste die zuständige Druckerei nicht vorbereitet sein? Papier wäre ja auch bis Oktober 2025 nicht verfallen. Fristen sind gesetzlich geregelt. Müsste es in diesem Zeitraum nicht immer möglich sein seiner Verantwortung nachzukommen? Dass es am Papier nicht scheitert ist jetzt von diversen Stellen unterstrichen worden. Sorry, aber Deutschland macht sich mit diesen Ausreden gerade weltweit lächerlich. Zwei Monate sind eine lange Frist für eine Wahl und keine kurze. Anderswo bekommt man es schneller auf die Reihe. Auch SPD-Anhänger sollten doch einsehen, dass jetzt das höchste Ziel ist, schnell wieder handlungsfähig zu werden. Aktuell sind wir es nicht.

Ich persönlich kommt seit 2 bis 3 Jahren aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus - was alle Regierungsparteien betrifft. Bei mir persönlich mehr (aber nicht ausschließlich) die SPD und Grünen. Wobei ich durchaus nachvollziehen kann, wenn es anderen bei der FDP eher so geht. Ist halt ein Stück weit eine Frage der politischen Ausrichtung und der persönlichen Ansichten - was erstmal vollkommen in Ordnung ist. Handlungsunfähigkeit ist es nicht. Deshalb sollten jetzt bestmöglich alle an einem Strang ziehen, um dieses politische Vakuum aufzulösen.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.November 2024, 21:01:36
So ist das, wenn die Union ihre (möglichen) Koalitionspartner reihenweise selbst ausschließt.
Wer soll das sein?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 11.November 2024, 23:38:03
Wenn man Grüne, AfD, BSW und Linke ausschließt bleiben ja nur SPD und vielleicht noch die FDP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 08:14:05
Wann hat die Union die Grünen ausgeschlossen? Und in Thüringen will man sogar mit den Stalinisten koalieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 12.November 2024, 09:12:09
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/soeder-union-koalition-spd-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 09:15:24
https://www.br.de/nachrichten/bayern/soeders-nein-zu-schwarz-gruen-klingt-nun-etwas-anders,UTXgJoh O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 12.November 2024, 09:23:37
Und in einer Woche sagt er dann wieder etwas anderes. Je nach Wetterlage.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 09:27:15
Eben. Es gibt keinen Beschluss der Union, die Grünen als Koalitionspartner auszuschließen. Den gibt es nur zur Linkspartei und AfD.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 12.November 2024, 11:01:40
Niemand hat hier etwas über einen Beschluss geschrieben. Sondern ich habe auf eindeutige öffentliche Aussagen von Söder hingewiesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 11:06:41
Als Antwort auf "Wann hat die Union die Grünen ausgeschlossen?"  :laugh:
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 12.November 2024, 11:24:57
Dr. Markus Söder IST quasi die CSU. Wenn König Maggus etwas sagt, dann braucht es keinen Parteitag. ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 11:49:31
Ich weiß, es ist einfach unmöglich einzugestehen, dass die Union die Grünen nicht als Koalitionspartner ausgeschlossen hat O0 "König Maggus"? Auch nicht sonderlich sachlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 12.November 2024, 12:18:34
https://www.br.de/nachrichten/bayern/soeders-nein-zu-schwarz-gruen-klingt-nun-etwas-anders,UTXgJoh O0
Der von dir zitierte Artikel zum Auftritt bei Maischberger war vor den von Rossi und mir zitierten Aussagen. Ich meine, wie würdest du denn die folgende Aussage bewerten?

Zitat von: Söder
Die einzige im Moment realistische Chance ist mit der SPD ohne Olaf Scholz
https://www.sueddeutsche.de/bayern/bruch-der-ampel-koalition-soeder-wir-wollen-die-gruenen-nicht-in-der-regierung-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-241110-930-284774

Für mich ist das - Stand jetzt - ein Ausschluss von anderen Koalitionspartnern.

Ja, es gibt keinen offiziellen Beschluss.
Ja, Söder schließt Koalitionspartner sehr deutlich aus in seinen Auftritten. Was nicht heißt, dass sich das nicht ändern kann.
Man kann natürlich sich in Spitzfindigkeiten aufreiben, aber wenn Söder bei dieser Haltung bleibt, dann werden Koalitionen schwierig, oder siehst du das anders?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 12:37:14
Ja, es gibt keinen offiziellen Beschluss.
Eben, mehr gibt es dazu nicht zu sagen, die Grünen wurden von der Union nicht als Koalitionspartner ausgeschlossen, sondern nur die AfD und Linkspartei.

Mittlerweile gibt es aber einen neuen Wahltermin, der 23. Februar soll es werden, danach werden die Karten neu gemischt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 12.November 2024, 13:41:39
Jup. Es dauert jetzt lächerliche vier Wochen länger als beim von Merz geforderten Termin, der Wahltermin wird von der Bundeswahlleiterin als rechtssicher und beherrschbar bewertet und alles geht seinen Gang. Aber Hauptsache man krakeelt erstmal lauthals polemisch durch die Gegend inklusive haltlosen Unterstellungen und diskutiert im Anschluss tagelang über Papier - politischer Diskurs 2024.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 12.November 2024, 14:33:57
Ich weiß, es ist einfach unmöglich einzugestehen, dass die Union die Grünen nicht als Koalitionspartner ausgeschlossen hat O0 "König Maggus"? Auch nicht sonderlich sachlich.

Glashaus und Steine, Du weißt selbst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 12.November 2024, 15:03:46
Jup. Es dauert jetzt lächerliche vier Wochen länger als beim von Merz geforderten Termin, der Wahltermin wird von der Bundeswahlleiterin als rechtssicher und beherrschbar bewertet und alles geht seinen Gang. Aber Hauptsache man krakeelt erstmal lauthals polemisch durch die Gegend inklusive haltlosen Unterstellungen und diskutiert im Anschluss tagelang über Papier - politischer Diskurs 2024.
Lächerlich ist, wenn man aufgrund politischer Ausrichtung nicht sieht, dass eine Neuwahl für einen Staat nur mit 3 Monaten Vorlaufzeit rechtssicher und beherrschbar ist, obwohl im Grundgesetz 60 Tage stehen und exakt dieser Staat vor über 40 Jahren genau dies noch zustande bringen konnte. Jetzt wo man einen Wahltermin hat, kann man ja dann die Vertrauensfrage genau 60 Tage vorher stellen, um die Frist einzuhalten. Damit wäre man zumindest vor dem Grundgesetz sicher. Dass man sich weltweit und auch innerhalb Deutschlands als Staat und Bürokratie lächerlich gemacht hat muss man halt in Kauf nehmen. Hier zeigt sich halt Deutschlands Abstieg ganz deutlich.
Schaut mal nach Frankreich : Macron löst am 06.06.2024 das Parlament auf und am 30.06.2024 wird gewählt.
Mai 2023 in Spanien : Pedro Sanchez löst das Parlament auf und am 23.07.2023 wurde neu gewählt.
Deutschland ist der kranke Mann Europas, was Organisation und Verwaltung angeht. Wir sind langsam, faul und unorganisiert geworden, im Gegensatz zu vielen europäischen Nachbarn. Ein Zeichen von Dekadenz und Selbstzufriedenheit...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 12.November 2024, 15:28:46
Deutschland: Scholz stellt voraussichtlich am 16.12.2024 die Vertrauensfrage. Anschließend wird durch Steinmeier der Bundestag aufgelöst und am 23.02.2025 neu gewählt.
Sorry, ich sehe das Problem nicht. Ich weiß auch nicht, was diese ständigen Vergleiche zu anderen Ländern mit anderen Wahlsystemen und anderen Wahlgesetzen bringen sollen. Auch nicht was das mit politischer Ausrichtung zu tun hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 15:30:45
Glashaus und Steine, Du weißt selbst.
Ich weiß: Quod licet Iovi, non licet bovi.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 12.November 2024, 16:14:56
Glashaus und Steine, Du weißt selbst.
Ich weiß: Quod licet Iovi, non licet bovi.
errare humanum est


Bei der öffentlichen Diskussion habe ich manchmal das Gefühl, Deutschland wäre ein Dritte-Welt-Land. Dem ist keinesfalls so. Es fehlt mehr und mehr die Sachlichkeit im Diskurs.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 12.November 2024, 16:22:16
Union,FDP und AfD wären bestimmt dabei
Ergänzung, die AfD hatte schon ausgeschlossen sich an einem Misstrauensvotum zu beteiligen.

Ich persönlich kommt seit 2 bis 3 Jahren aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus - was alle Regierungsparteien betrifft. Bei mir persönlich mehr (aber nicht ausschließlich) die SPD und Grünen. Wobei ich durchaus nachvollziehen kann, wenn es anderen bei der FDP eher so geht. Ist halt ein Stück weit eine Frage der politischen Ausrichtung und der persönlichen Ansichten - was erstmal vollkommen in Ordnung ist. Handlungsunfähigkeit ist es nicht. Deshalb sollten jetzt bestmöglich alle an einem Strang ziehen, um dieses politische Vakuum aufzulösen.

LG Veni_vidi_vici
Geht mir da ganz genauso, die Politik die da gemacht wurde hatte keine logische Richtung, ging an der Realität vorbei und das Land steht in fast jeden Bereich noch schlechter da als vorher. Jedes Problem das auftaucht mit Geld zuzuschütten und sich dann wundern warum die Kosten explodieren ist auch eine Leistung, am Ende kann man sich wirklich bei Linder bedanken, dass es nicht noch katastrophaler ausgefallen ist. Wobei man ihm und der FDP vorwerfen muss viel zu viel mitgemacht zu haben, die Situation jetzt hätte man auch schon im ersten Jahr haben können und es hätte uns wahrscheinlich eine Menge Ärger erspart. Die Streitereien und das gezerre über Posten und Kleinkram haben da wirklich viel Vertrauen in die Politik zerstört, dass wird für die nachfolge Regierung eigentlich unmöglich wiederherzustellen sein. 

Eben. Es gibt keinen Beschluss der Union, die Grünen als Koalitionspartner auszuschließen. Den gibt es nur zur Linkspartei und AfD.
Es wäre mMn besser wenn man eine Koalition mit den Grünen mit der aktuellen Ausrichtung und der Besetzung auschließen würde, ich bin mir sicher,das viele  Wähler zögern werden und man nach einem Einknicken nach der Wahl wieder Vertrauen verlieren würde. Mit den Grünen,so wie sie jetzt aufgestellt sind,wird man die nötigen Schritte in der Migrationsfrage und einen Richtungswechsel in Sachen Klimaschutz nicht angehen können.

Jup. Es dauert jetzt lächerliche vier Wochen länger als beim von Merz geforderten Termin, der Wahltermin wird von der Bundeswahlleiterin als rechtssicher und beherrschbar bewertet und alles geht seinen Gang. Aber Hauptsache man krakeelt erstmal lauthals polemisch durch die Gegend inklusive haltlosen Unterstellungen und diskutiert im Anschluss tagelang über Papier - politischer Diskurs 2024.
Danke an Olaf Scholz für das rumgeeiere und das vermeiden klarer Worte, dass die Spekulationen erst ausgelöst hat.  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.November 2024, 16:25:07
Es fehlt mehr und mehr die Sachlichkeit im Diskurs.
Da wären wir dann wieder beim Glashaus und den Steinen  O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 12.November 2024, 21:51:19
Jup. Es dauert jetzt lächerliche vier Wochen länger als beim von Merz geforderten Termin, der Wahltermin wird von der Bundeswahlleiterin als rechtssicher und beherrschbar bewertet und alles geht seinen Gang. Aber Hauptsache man krakeelt erstmal lauthals polemisch durch die Gegend inklusive haltlosen Unterstellungen und diskutiert im Anschluss tagelang über Papier - politischer Diskurs 2024.
Lächerlich ist, wenn man aufgrund politischer Ausrichtung nicht sieht, dass eine Neuwahl für einen Staat nur mit 3 Monaten Vorlaufzeit rechtssicher und beherrschbar ist, obwohl im Grundgesetz 60 Tage stehen und exakt dieser Staat vor über 40 Jahren genau dies noch zustande bringen konnte. Jetzt wo man einen Wahltermin hat, kann man ja dann die Vertrauensfrage genau 60 Tage vorher stellen, um die Frist einzuhalten. Damit wäre man zumindest vor dem Grundgesetz sicher. Dass man sich weltweit und auch innerhalb Deutschlands als Staat und Bürokratie lächerlich gemacht hat muss man halt in Kauf nehmen. Hier zeigt sich halt Deutschlands Abstieg ganz deutlich.
Schaut mal nach Frankreich : Macron löst am 06.06.2024 das Parlament auf und am 30.06.2024 wird gewählt.
Mai 2023 in Spanien : Pedro Sanchez löst das Parlament auf und am 23.07.2023 wurde neu gewählt.
Deutschland ist der kranke Mann Europas, was Organisation und Verwaltung angeht. Wir sind langsam, faul und unorganisiert geworden, im Gegensatz zu vielen europäischen Nachbarn. Ein Zeichen von Dekadenz und Selbstzufriedenheit...

In Frankreich gibts auch keine Briefwahl, kein Wunder, dass die keine Probleme mit dem Briefwahlpapier haben ;)
Und Zeit für die Briefwahl braucht man auch nicht einplanen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 12.November 2024, 23:33:58
Jup. Es dauert jetzt lächerliche vier Wochen länger als beim von Merz geforderten Termin, der Wahltermin wird von der Bundeswahlleiterin als rechtssicher und beherrschbar bewertet und alles geht seinen Gang. Aber Hauptsache man krakeelt erstmal lauthals polemisch durch die Gegend inklusive haltlosen Unterstellungen und diskutiert im Anschluss tagelang über Papier - politischer Diskurs 2024.
Lächerlich ist, wenn man aufgrund politischer Ausrichtung nicht sieht, dass eine Neuwahl für einen Staat nur mit 3 Monaten Vorlaufzeit rechtssicher und beherrschbar ist, obwohl im Grundgesetz 60 Tage stehen und exakt dieser Staat vor über 40 Jahren genau dies noch zustande bringen konnte. Jetzt wo man einen Wahltermin hat, kann man ja dann die Vertrauensfrage genau 60 Tage vorher stellen, um die Frist einzuhalten. Damit wäre man zumindest vor dem Grundgesetz sicher. Dass man sich weltweit und auch innerhalb Deutschlands als Staat und Bürokratie lächerlich gemacht hat muss man halt in Kauf nehmen. Hier zeigt sich halt Deutschlands Abstieg ganz deutlich.
Schaut mal nach Frankreich : Macron löst am 06.06.2024 das Parlament auf und am 30.06.2024 wird gewählt.
Mai 2023 in Spanien : Pedro Sanchez löst das Parlament auf und am 23.07.2023 wurde neu gewählt.
Deutschland ist der kranke Mann Europas, was Organisation und Verwaltung angeht. Wir sind langsam, faul und unorganisiert geworden, im Gegensatz zu vielen europäischen Nachbarn. Ein Zeichen von Dekadenz und Selbstzufriedenheit...

In Frankreich gibts auch keine Briefwahl, kein Wunder, dass die keine Probleme mit dem Briefwahlpapier haben ;)
Und Zeit für die Briefwahl braucht man auch nicht einplanen.
Vor 40 Jahren konnte Deutschland das noch. Heute kannst du deine Briefwahlunterlagen online beantragen. Das ist kein komplizierter Prozess. Also die Briefwahl ist jetzt also Schuld. Das lasse ich dann mal so stehen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 13.November 2024, 06:28:04
Geht mir da ganz genauso, die Politik die da gemacht wurde hatte keine logische Richtung, ging an der Realität vorbei und das Land steht in fast jeden Bereich noch schlechter da als vorher. Jedes Problem das auftaucht mit Geld zuzuschütten und sich dann wundern warum die Kosten explodieren ist auch eine Leistung,

Grundsätzlich zwar: ja. Aber zwei bis drei Jahre sollten in seriöser Politik NICHTS sein. Ist es natürlich nicht, weil alles auf einen extrem kurzfristigen Popularitätswettbewerb hinausläuft. Genau das macht es so schwer, zu reformieren. Denn: All das kostet kurz- bis langfristig Asche. Und wirft erst langfristig Früchte ab. Der Grund für viele Probleme ist, dass Politik aber seit jeher in solchen Intervallen gemacht und gedacht wird. Und da gehören Wähler als Menschen, die diese Politik legitimieren, mit dazu. Da kann man Jahrzehnte zurückgehen, immer das gleiche Spiel.

Wenn jetzt noch Krisen on top kommen -- die immer mal wieder auftauchen können -- dann wird der Spielraum noch enger. Jeder seriöse Privathaushalt sorgt für klamme Zeiten vor und wirtschaftet vorausschauend. Aber er ist in der Regel auch von Einzelpersonen geführt... (Das jetzt bitte nicht als Argument für eine Diktatur sehen, aber joar). :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 13.November 2024, 07:26:36
Geht mir da ganz genauso, die Politik die da gemacht wurde hatte keine logische Richtung, ging an der Realität vorbei und das Land steht in fast jeden Bereich noch schlechter da als vorher. Jedes Problem das auftaucht mit Geld zuzuschütten und sich dann wundern warum die Kosten explodieren ist auch eine Leistung,

Grundsätzlich zwar: ja. Aber zwei bis drei Jahre sollten in seriöser Politik NICHTS sein. Ist es natürlich nicht, weil alles auf einen extrem kurzfristigen Popularitätswettbewerb hinausläuft. Genau das macht es so schwer, zu reformieren. Denn: All das kostet kurz- bis langfristig Asche. Und wirft erst langfristig Früchte ab. Der Grund für viele Probleme ist, dass Politik aber seit jeher in solchen Intervallen gemacht und gedacht wird. Und da gehören Wähler als Menschen, die diese Politik legitimieren, mit dazu. Da kann man Jahrzehnte zurückgehen, immer das gleiche Spiel.

Wenn jetzt noch Krisen on top kommen -- die immer mal wieder auftauchen können -- dann wird der Spielraum noch enger. Jeder seriöse Privathaushalt sorgt für klamme Zeiten vor und wirtschaftet vorausschauend. Aber er ist in der Regel auch von Einzelpersonen geführt... (Das jetzt bitte nicht als Argument für eine Diktatur sehen, aber joar). :D

Stimmt zwar. Aber welche Reformen hat die aktuelle Regierung denn angestoßen, die sich in Zukunft auszahlen?

Bei Krisen, wie dem Ukraine-Krieg, hätte der Haushalt auch neu aufgestellt werden können. Aber niemand wollte von seinen Projekten abweichen. Ohnehin sind der Ampel die Lichter schon mit der Haushaltstrickserei ausgegangen (Unrechtmäßige Umschichtung des Sondervermögens). Seitdem fehlte das Geld an allen Ecken und Enden. Fehlplanungen (Bürgergeld) haben die Finanzmisere weiter verstärkt. Plötzlich standen diverse Pläne auf der Kippe und die Reibung ist vom positiven ins negative Maß gekippt.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 13.November 2024, 07:43:12
Geht mir da ganz genauso, die Politik die da gemacht wurde hatte keine logische Richtung, ging an der Realität vorbei und das Land steht in fast jeden Bereich noch schlechter da als vorher. Jedes Problem das auftaucht mit Geld zuzuschütten und sich dann wundern warum die Kosten explodieren ist auch eine Leistung,

Grundsätzlich zwar: ja. Aber zwei bis drei Jahre sollten in seriöser Politik NICHTS sein. Ist es natürlich nicht, weil alles auf einen extrem kurzfristigen Popularitätswettbewerb hinausläuft. Genau das macht es so schwer, zu reformieren. Denn: All das kostet kurz- bis langfristig Asche. Und wirft erst langfristig Früchte ab. Der Grund für viele Probleme ist, dass Politik aber seit jeher in solchen Intervallen gemacht und gedacht wird. Und da gehören Wähler als Menschen, die diese Politik legitimieren, mit dazu. Da kann man Jahrzehnte zurückgehen, immer das gleiche Spiel.

Wenn jetzt noch Krisen on top kommen -- die immer mal wieder auftauchen können -- dann wird der Spielraum noch enger. Jeder seriöse Privathaushalt sorgt für klamme Zeiten vor und wirtschaftet vorausschauend. Aber er ist in der Regel auch von Einzelpersonen geführt... (Das jetzt bitte nicht als Argument für eine Diktatur sehen, aber joar). :D

Stimmt zwar. Aber welche Reformen hat die aktuelle Regierung denn angestoßen, die sich in Zukunft auszahlen?

Wie gesagt, grundsätzlich. Zwei bis drei Jahre sind ein Fingerschnippen. Tatsächlich eskaliert die Ampel sogar einiges (Rentenpaket 2).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.November 2024, 09:46:28
Stimmt zwar. Aber welche Reformen hat die aktuelle Regierung denn angestoßen, die sich in Zukunft auszahlen?

Bei Krisen, wie dem Ukraine-Krieg, hätte der Haushalt auch neu aufgestellt werden können. Aber niemand wollte von seinen Projekten abweichen. Ohnehin sind der Ampel die Lichter schon mit der Haushaltstrickserei ausgegangen (Unrechtmäßige Umschichtung des Sondervermögens). Seitdem fehlte das Geld an allen Ecken und Enden. Fehlplanungen (Bürgergeld) haben die Finanzmisere weiter verstärkt. Plötzlich standen diverse Pläne auf der Kippe und die Reibung ist vom positiven ins negative Maß gekippt.

LG Veni_vidi_vici

Das erste mal seit Jahrzenten wurde die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gestärkt
Die jahrzente lange Abhängigkeit zu russischen Gas wurde beendet. Der befürchtete Blackout blieb aus
Der Anteil an Erneuerbaren Energien hat sich in drei Jahren von 44 auf 62 Prozent erhöht
Die Schuldenbremse wurde trotz enormem Druck beibehalten
Der gesetzliche Mindestlohn wurde außerplanmäßige erhöht
Abschaffung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche
Selbstbestimmungsgesetz
Ausbildungsgarantie
Wahlrechtsreform

Nur um mal ein paar Sachen zu nennen, die anders hätten kommen können, die sich aber auf die Zukunft auswirken werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 13.November 2024, 15:22:15
Verteidigung unter Zwang, Abhängigkeit vom russischen Gas als absolute Notwendigkeit. Aber ja, hier hat man gesehen, dass es geht, wenn es sein muss.

Alles was mit Energie zu tun hat, ist aber auch in Abhängigkeit zum Energiepreis zu sehen. Die Entwicklung der Energie- und Strompreise ist sicherlich kein Pluspunkt der aktuellen Regierung.

Schuldenbremse hätten zwei Drittel der Regierung gerne gelockert. Und den richtigen Voraussetzungen wird das auch unter der CDU kommen (vermute ich mal). Wie früher schon geschrieben - aber nicht um rot-grüne Löcher zu stopfen. Deshalb ist es durchaus gut, dass die FDP auf der Schuldenbremse beharrt hat. Unterschreibe ich so.

Mindestlohnt ist gut, solange er nicht zum Abbau von Jobs führt. Mit dem stärkeren Anstieg des Bürgergelds ist auch das für mich aber kein Erfolg der Regierung. Der Mindestlohn schafft es die Inflation auszugleichen und ein Stück zu überflügeln. Insoweit war die Erhöhung notwendig.

Wahlrechtsreform finde ich auch gut. Zu den übrigen Sachen habe ich zu wenig mitbekommen, um micht zu äußern.

Wenn das aber die größten Erfolge sind... schon erschreckend, dass wirklich gar nichts für die Wirtschaft dabei ist. Auch für den "Arbeiter", der keinen Mindestlohnt bezieht nicht wirklich. Auch ein richtig "grünes" Gesetz ist nicht dabei, oder? Es ist also schon nachvollziehbar warum die aktuelle Regierung am Ende ist. Die Interessen der eigenen Wähler waren halt nicht abgedeckt.

Dennoch danke @DragonFox für die schöne Zusammenstellung.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.November 2024, 15:48:05
Verteidigung unter Zwang, Abhängigkeit vom russischen Gas als absolute Notwendigkeit. Aber ja, hier hat man gesehen, dass es geht, wenn es sein muss.

Alles was mit Energie zu tun hat, ist aber auch in Abhängigkeit zum Energiepreis zu sehen. Die Entwicklung der Energie- und Strompreise ist sicherlich kein Pluspunkt der aktuellen Regierung.

Wenn das aber die größten Erfolge sind... schon erschreckend, dass wirklich gar nichts für die Wirtschaft dabei ist. Auch für den "Arbeiter", der keinen Mindestlohnt bezieht nicht wirklich. Auch ein richtig "grünes" Gesetz ist nicht dabei, oder? Es ist also schon nachvollziehbar warum die aktuelle Regierung am Ende ist. Die Interessen der eigenen Wähler waren halt nicht abgedeckt.

Dennoch danke @DragonFox für die schöne Zusammenstellung.

LG Veni_vidi_vici

Die Grünen haben das Gebäudeenergiegesetz. Das hat auch eine Auswirkung auf die nächsten Jahre.  ;D

Verteidigung und Gas war natürlich unter Zwang. Aber was ändert sich schon wirklich ohne Zwang? Ich wollte nicht kommentiert, ob es gute oder schlechte Auswirkungen haben wird (zumal ich das gar nicht könnte) und wie es zustande kam.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 13.November 2024, 16:16:17
Und ich wollte nur ein wenig einordnen. Denn das die Politiker nur Däumchen gedreht haben, stimmt ja auch nicht. Doch das Wählerinteresse und darum sollte es doch gehen (oder?) wurde doch zu einem gewissen oder größeren Teil mit Füßen getreten. Wahlprogramm klingt immer gut (zumindest für das eigene Klientel), doch gemessen werden sollte doch an den Erfolgen. Was haben also die Grünen für ihre Wähler erreicht? Die SPD? FDP?

Das ist jetzt meine persönliche Meinung: Für mich hat die Regierung so gar nix getan/erreicht. Auch für meine Ansichten nicht bzw. nur wenig (Stichwort: Energiestabilität) oder es entzieht sich noch meiner Bewertung. Deshalb bin ich unzufrieden. Andere mögen das anders sehen/bewerten, was vollkommen in Ordnung ist.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.November 2024, 08:00:05
https://www.hindustantimes.com/world-news/us-news/triggered-by-donald-trumps-victory-seattle-woman-brutally-kills-father-with-ice-axe-on-election-night-101731567554842.html
https://nypost.com/2024/11/13/us-news/corey-burke-hacked-father-to-death-after-trumps-election-night-victory/


Unglaublich wie verblendet manche sind. Hoffentlich bleibt sie den Rest ihres Lebens im Knast. Tötet den eigenen Vater und sieht seelenruhig beim Sterben zu. Nennt das dann auch noch "Act of Liberation". Der Grund : Man ist triggered vom Trump-Sieg und der Vater will das Licht nicht ausmachen. WTF !!! Und dann kommt die auch noch auf Kaution raus, nachdem sie das zugibt. Teile der USA sind schon echt abgefucked.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.November 2024, 10:36:05
Ich möchte auf den Vorgang hier speziell nicht eingehen, jedoch ist es immer gefährlich, von solchen Einzelfällen auf eine nationale Strömung zu schließen. Das bedeutet nicht, dass ich Dir nicht Recht geben würde (aber auch nicht das Gegenteil).

Wir können "fröhlich" dabei zusehen, wie Trump gerade freidreht. Sämtliche seiner Personalentscheidungen bis hierher sind fachfremd und nur darauf ausgerichtet, dass er als Präsident keinen Widerspruch erfährt. Einen Fernsehmoderator zum Verteidigungsminister zumachen und einen erklärten Feind der wissenschaftlichen medizinischen Methode zum Gesundheitsminister, kommt einer bewussten Aushöhlung des Staates von innen gleich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 15.November 2024, 10:57:48
Immerhin hat er schonmal in der Armee gedient, das war bei unseren VerteidigungsministerInnen nicht immer der Fall. :D
Ich würde da auch mehr die Positionen und das Wesen der Politiker als deren ehemaligen Beruf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.November 2024, 12:14:05
Man könnte jetzt auch vom Kinderbuchautor berichten...  O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.November 2024, 14:31:51
@Signor:  ???

Immerhin hat er schonmal in der Armee gedient, das war bei unseren VerteidigungsministerInnen nicht immer der Fall. :D
Ich würde da auch mehr die Positionen und das Wesen der Politiker als deren ehemaligen Beruf.

Dann wäre es ja sogar noch schlimmer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.November 2024, 15:52:09
Ist doch ein Trugschluss und bis zu einem gewissen Stück auch ein gängiges Vorurteil, dass Politiker fachfremd sind und deswegen ihren Bereich gar nicht bearbeiten könnten. Die meisten Politiker sind fachfremd. Ich denke jeder von uns kann Politiker nennen, die in ihrem Posten gute Arbeit gemacht haben, obwohl sie mit dem Thema davor nichts zu tun hatten. Mir ist die fachliche VOR-Kentnisse von einem Minister ziemlich egal.
Und jetzt mal abgesehen von der Politik: Auch bei Managern ist die Vorkentniss egal. Da wechselt man von der Bank zur Bahn und vom Automobilhersteller zur Fluglinie. Denkt ihr, Manager erhalten ein Millionengehalt, weil sie sich so toll in der Branche auskennen und wissen wie genau die fachlichen Prozesse funktionieren?

Ich bin übrigens auch in all meinen Projekten immer fachfremd. Ich habe gar kein Fachlichkeit gelernt. So geht es vielen. Was macht den der Physiker? In der Physikfirma an Physik arbeiten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.November 2024, 16:04:15
@Signor:  ???
Lassen wir das Fass geschlossen ;)

Die meisten Minister sind keine Fachleute in dem Gebiet, müssen sie auch eigentlich nicht sein, sondern ihr "Haus" managen. Natürlich braucht es auch Fachwissen und Expertise, die sollte aber bei den Beamten vorhanden sein. Schwierig wird es natürlich, wenn man als Fachfremder große "Visionen" hat, nicht auf Fachleute hört und den Umbau ganzer Systeme durchsetzen will, das endet dann gerne im Desaster.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.November 2024, 16:49:19
Genau darauf möchte ich hinaus. Wenn man das Gesundheitsministerium in die Hände eines Menschen legt, der die medizinische Forschung in großen Teilen ablehnt, ist das ein wenig beruhigender Vorgang.

Ich bin auch nicht der der Meinung, dass Leute mit gelernter Expertise besser geeignet sind für einen Ministerposten. Im Grunde macht es Karl Lauterbach ja bestens vor und auch Philip Rösler war ein prima Beispiel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.November 2024, 22:05:14
Ich möchte auf den Vorgang hier speziell nicht eingehen, jedoch ist es immer gefährlich, von solchen Einzelfällen auf eine nationale Strömung zu schließen. Das bedeutet nicht, dass ich Dir nicht Recht geben würde (aber auch nicht das Gegenteil).

Wir können "fröhlich" dabei zusehen, wie Trump gerade freidreht. Sämtliche seiner Personalentscheidungen bis hierher sind fachfremd und nur darauf ausgerichtet, dass er als Präsident keinen Widerspruch erfährt. Einen Fernsehmoderator zum Verteidigungsminister zumachen und einen erklärten Feind der wissenschaftlichen medizinischen Methode zum Gesundheitsminister, kommt einer bewussten Aushöhlung des Staates von innen gleich.


Nach der letzten Wahl ging das ja von der anderen Seiten auch nicht geräuschlos über die Bühne. Was ich damit sagen will : Beide Seiten sind teilweise so bockig und festgefahren, dass solche Dinge passieren. Ist kein gutes Zeichen für ein Land, wenn die Gesellschaft so zerrissen ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.November 2024, 00:23:18
Setzt du gerade das Austicken von irgendeiner Privatperson und einem dramatischen Mord mit dem Aufruf zum Sturm auf das Kapitol durch den gerade abgewählten Präsidenten und den anschließenden gescheiterten Versuch von ungefähr 1000 Menschen mit fünf Toten und über hunderte Verletzte gleich?  :o´

Edit: Also ja, dem was du daraus schließt kann man vielleicht etwas abgewinnen. Die USA, das ist kein Geheimnis, ist massiv gespalten. Und die Situation ist sicher angespannt und verfahren. Aber die Herleitung und wie du das argumentierst... schräg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.November 2024, 01:54:03
Setzt du gerade das Austicken von irgendeiner Privatperson und einem dramatischen Mord mit dem Aufruf zum Sturm auf das Kapitol durch den gerade abgewählten Präsidenten und den anschließenden gescheiterten Versuch von ungefähr 1000 Menschen mit fünf Toten und über hunderte Verletzte gleich?  :o ´

Edit: Also ja, dem was du daraus schließt kann man vielleicht etwas abgewinnen. Die USA, das ist kein Geheimnis, ist massiv gespalten. Und die Situation ist sicher angespannt und verfahren. Aber die Herleitung und wie du das argumentierst... schräg.
Ich glaube nicht dass es schräg ist. Beides ist zu verurteilen, die Skalierung ist anders, da gebe ich dir recht.


https://nypost.com/2024/11/10/us-news/women-furious-about-trumps-win-start-matga-movement-which-glorifies-poisoning-men/
https://www.cnbctv18.com/world/matga-movement-furious-over-trump-win-women-start-a-deadly-trend-on-social-media-19507541.htm
Ich hoffe, dass das beim Fantasieren bleibt und würde betroffenen Frauen doch raten, einfach die Scheidung einzureichen. Wie gesagt, das läuft von beiden Seiten in Richtung Bürgerkrieg. Beide sollten aufeinander zugehen, weil so geht es nicht weiter. In 4 Jahren haben die Demokraten auf einmal einen vernünftigen Kandidaten und dann dreht die andere Seite wieder hohl?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 16.November 2024, 02:12:39
Grundsätzlich zwar: ja. Aber zwei bis drei Jahre sollten in seriöser Politik NICHTS sein. Ist es natürlich nicht, weil alles auf einen extrem kurzfristigen Popularitätswettbewerb hinausläuft. Genau das macht es so schwer, zu reformieren. Denn: All das kostet kurz- bis langfristig Asche. Und wirft erst langfristig Früchte ab. Der Grund für viele Probleme ist, dass Politik aber seit jeher in solchen Intervallen gemacht und gedacht wird. Und da gehören Wähler als Menschen, die diese Politik legitimieren, mit dazu. Da kann man Jahrzehnte zurückgehen, immer das gleiche Spiel.

Wenn jetzt noch Krisen on top kommen -- die immer mal wieder auftauchen können -- dann wird der Spielraum noch enger. Jeder seriöse Privathaushalt sorgt für klamme Zeiten vor und wirtschaftet vorausschauend. Aber er ist in der Regel auch von Einzelpersonen geführt... (Das jetzt bitte nicht als Argument für eine Diktatur sehen, aber joar). :D
Ich sehe das so schon ähnlich, bestimmte Ereignisse und Handlungen zeigen ihre Folgen erst Jahre manchmal Jahrzehnte später, die US Wahl war da auch so ein Beispiel, ich bin mir ziemlich sicher, dass Biden eine Menge gute Änderungen angeschoben hat die in der Trump Amtszeit schon Resultate zeigen werden, trotzdem haben ihm die meisten Wähler die postiven Veränderungen nicht abgekauft. Er hatte aber auch pech,dass sich sein Alter so bemerkbar gemacht hat, wer weiß wie es sonst ausgegangen wäre. 

Der Ampel würde ich aber trotzdem nicht zugestehen groß etwas postives bewegt zu haben,dafür bin ich bei grundsätzlichen Themen einfach komplett anderer Meinung.

Das erste mal seit Jahrzenten wurde die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gestärkt
Die jahrzente lange Abhängigkeit zu russischen Gas wurde beendet. Der befürchtete Blackout blieb aus
Der Anteil an Erneuerbaren Energien hat sich in drei Jahren von 44 auf 62 Prozent erhöht
Die Schuldenbremse wurde trotz enormem Druck beibehalten
Der gesetzliche Mindestlohn wurde außerplanmäßige erhöht
Abschaffung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche
Selbstbestimmungsgesetz
Ausbildungsgarantie
Wahlrechtsreform

Nur um mal ein paar Sachen zu nennen, die anders hätten kommen können, die sich aber auf die Zukunft auswirken werden.
Notgredrungen aus der Situation heraus, vorher war das fairerweise auch unpopulär.

Nicht ganz freiwillig und dafür hat man dann den Atomausstieg durchgezogen.

Sehe ich nicht positiv, in meiner Gegend steigt deswegen der Strompreis und alles wird mit Windrädern und Solar vollgestellt.

Dank Linder und der FDP.

Würde mich da veni anschließen.

Gute Sache.

Das Selbstbestimmungsgesetz ist wahrscheinlich so wie es gemacht wurde nicht zuende gedacht, ich kenne mich da nicht 100% aus um zu argumentieren,bekomme aber ab und an mal Fälle mit in denen es da Ärger gibt. https://www.emma.de/artikel/ein-verstoss-gegen-das-gesetz-341077 Die Regeln erscheinen mir da sehr undurchsichtig.

Wir können "fröhlich" dabei zusehen, wie Trump gerade freidreht. Sämtliche seiner Personalentscheidungen bis hierher sind fachfremd und nur darauf ausgerichtet, dass er als Präsident keinen Widerspruch erfährt. Einen Fernsehmoderator zum Verteidigungsminister zumachen und einen erklärten Feind der wissenschaftlichen medizinischen Methode zum Gesundheitsminister, kommt einer bewussten Aushöhlung des Staates von innen gleich.
Ich bin mal gespannt ob die Nominierungen wirklich durch den Senat gehen, Gaetz, Gabbard und RFK Jr sind eigentlich auch bei den Republikanern nicht unumstritten und die Mehrheit ist so knapp,dass schon einzelne Abweichler für eine Ablehnung reichen können. Es könnte auch nur eine Geste von Trump als Dank für die Unterstützung sein.
Elon Musk scheint aber fest als Berater eingeplant zu sein und jetzt schon mitzuarbeiten, ich habe gelesen, dass er sich wohl schon mit Leuten aus dem Iran und Selenskij unterhalten hat,der könnte noch für eine Menge Chaos sorgen.

Ist doch ein Trugschluss und bis zu einem gewissen Stück auch ein gängiges Vorurteil, dass Politiker fachfremd sind und deswegen ihren Bereich gar nicht bearbeiten könnten. Die meisten Politiker sind fachfremd. Ich denke jeder von uns kann Politiker nennen, die in ihrem Posten gute Arbeit gemacht haben, obwohl sie mit dem Thema davor nichts zu tun hatten. Mir ist die fachliche VOR-Kentnisse von einem Minister ziemlich egal.
Und jetzt mal abgesehen von der Politik: Auch bei Managern ist die Vorkentniss egal. Da wechselt man von der Bank zur Bahn und vom Automobilhersteller zur Fluglinie. Denkt ihr, Manager erhalten ein Millionengehalt, weil sie sich so toll in der Branche auskennen und wissen wie genau die fachlichen Prozesse funktionieren?

Ich bin übrigens auch in all meinen Projekten immer fachfremd. Ich habe gar kein Fachlichkeit gelernt. So geht es vielen. Was macht den der Physiker? In der Physikfirma an Physik arbeiten?
Boris Pistorius kommt ja z.B auch ganz gut an im Moment, man muss  die richtigen Leute für die Posten finden, das wird bei uns in der Politik schon schwierig weil man da nicht nach Leistung sondern an Parteiprominenz verteilt. Scholz hatte sich ja auch selbst auferlegt paritätisch zu besetzen,sonst wäre Lambrecht vermutlich nicht Verteidigungsministerin geworden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.November 2024, 08:38:56
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung

Der Rausschmiss der FDP aus der Regierung wurde von einer kleinen Gruppe dieser Partei schon länger geplant, Projektname „Operation D-Day“. Volker Wissing war der einzige, der nicht mitmachen wollte.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 16.November 2024, 09:45:05
Überrascht das irgendwen? Es war doch offensichtlich, dass das "Wirtschaftspapier" einzig den Zweck hatte, den Bruch zu provozieren, ohne als (Allein)Schuldiger dazustehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.November 2024, 10:15:48
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung)

Der Rausschmiss der FDP aus der Regierung wurde von einer kleinen Gruppe dieser Partei schon länger geplant, Projektname „Operation D-Day“. Volker Wissing war der einzige, der nicht mitmachen wollte.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung)


1982 hat die fdP die sozial-liberale Koalition mit der spD verlassen um mit der cdU zu koalieren unter Kohl. Scheint ein gängiges Vorgehen bei der fdP zu sein. Würde mir als Partei in Koalitionsverhandlungen immer im Hinterkopf bleiben (nicht wahr Herr Merz)...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.November 2024, 10:36:29
Um hier mal ne kleine Lanze für die FDP zu brechen. Die haben in der Regierung nur wenig Projekte umsetzen können/dürfen. Sollten bei den SPD- und Grünen-Projekten aber immer abnicken. Zuletzt wollte man wohl auch an die Schuldenbremse ran. Kannst du deiner eigenen Wählergruppe dann irgendwann nicht mehr erklären.

Mir persönlich leuchtet das "Wirtschaftspapier" von der FDP deutlich mehr ein, als das was Habeck vorgelegt hat (und wovon mal wieder nur verschwindend wenig umgesetzt ist). Die Leute aus der Wirtschaft selber unterstützen (gefühlt) Lindners Papier auch mehr.

War das Aus geplant? Vermutlich. Aus meiner Sicht war es Zeit, vermutlich eher zu spät als zu früh. Über Stil lässt sich streiten. Ein klares "Es reicht. Jetzt ist Schluss." wäre mir von der FDP auch lieber gewesen. Wie Scholz anschließend über die FDP herzieht war wiederum nicht eines Kanzlers würdig. Kaspertheater in der deutschen Politik. Leider. Leidtragende sind dann wir Bürger.

Ich weiß nicht wie es den anderen hier geht, aber so richtig vertreten fühle ich mich von keiner Partei. Es ist nur die Wahl des kleinsten Übels und das dann natürlich auch nur aus meiner Sicht.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.November 2024, 10:47:33

Ich weiß nicht wie es den anderen hier geht, aber so richtig vertreten fühle ich mich von keiner Partei. Es ist nur die Wahl des kleinsten Übels und das dann natürlich auch nur aus meiner Sicht.

LG Veni_vidi_vici


Ich kann mich sehr gut damit identifizieren, mir geht es genauso. Nur dass ich einige Parteien (afD/Grüne) per se ausschließe. Ich fand die Piratenpartei super, die ist aber leider wieder untergegangen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 16.November 2024, 10:51:26
Politisch sind wir alle auch leicht unterschiedlicher Meinung, das macht Demokratie aus und auch die teils sehr gut geführten Diskussionen hier. Aber veni_vidi_vici, du hast Recht mit deiner letzten Aussage. Wen soll man noch wählen? Man kann ja beinahe nur noch nach Sympathie wählen, da die etablierten demokratischen Parteien sich meist nicht mit Ruhm bekleckern, der Wähler sich nicht mehr vertreten bzw. verstanden bzw. gehört fühlt. Und im Grundsatz unterscheiden sich die beiden großen Parteien auch nicht mehr so sehr voneinander wie es einst mal war. Also, wen wählen? Oder gar nicht? Aber das hilft mir dem rechten und linken Rand und der one-woman-show ohne großartiges Konzept. Also doch das kleinste Übel wählen... Aber wer ist das kleinste Übel?
Mr. Burns?
Die Schnarchnase der letzen drei Jahre?
Rooobert, der in Teilen sowas von völlig überfordert wirkte und jedes Jahr um gefühlt 5 gealtert ist?
Den Porschefahrer, der eher dem Wohle der Großen denn der Kleinen dient?
Gar den selbstherrlichen Sonnenkönig aus dem Freistaate zu Bayern?

Puh, das wird aber nicht einfach im Februar...



Edit: hier ist bewusst überspitzt formuliert worden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.November 2024, 12:56:53
Um hier mal ne kleine Lanze für die FDP zu brechen. Die haben in der Regierung nur wenig Projekte umsetzen können/dürfen. Sollten bei den SPD- und Grünen-Projekten aber immer abnicken. Zuletzt

Wenn das aber die größten Erfolge sind... schon erschreckend, dass wirklich gar nichts für die Wirtschaft dabei ist. Auch für den "Arbeiter", der keinen Mindestlohnt bezieht nicht wirklich. Auch ein richtig "grünes" Gesetz ist nicht dabei, oder? Es ist also schon nachvollziehbar warum die aktuelle Regierung am Ende ist. Die Interessen der eigenen Wähler waren halt nicht abgedeckt.
LG Veni_vidi_vici

Wie passen den die beiden Aussagen von dir zusammen? Hat die SPD alleine reagiert?

Bei jedem Gesetz das durchging und das nicht über eine Oppositionspartei und über die FDP hinweg gewählt wurde, war die FDP dabei. Und die Grünen. Und die SPD. Es ist schwer auf die Liste der umgesetzten Themen zu blicken und sie ganz klar einer Partei zuzuordnen. Auf den Gesetzesentwürfen stehen nunmal immer alle drei Parteien und alle drei Parteien tragen für zugestimmte Gesetze die Verantwortung. Das war eine verstrittene Koalition, die viel diskutiert hat und harte Kompromisse erreichen musste. Und da hat die FDP genau so gestalterisch und destruktiv mitmachen können wie die beiden anderen Partein.

Und btw... Zentrale Forderungen der FDP aus ihrem Wahlprogramm und was erreicht wurde:


Also ich weiß nicht... Ich sehe durch die komplette Regierung klar und deutlich die Handschrift aller drei Ampelparteien. Man muss ja nur sehen, wo jeweils eine Partei froh geklatscht hat und das Gesetz durchging. Wo sie abgelehnt hat und das Gesetz nicht durchging. Und wo sie Forderungen stellte und das Gesetz mit einem Kompromiss durchging. Da findet sich in dieser (nicht vollständigen) Liste aus der Sicht der FDP doch alle drei Varianten. Zu sagen, dass die FDP überhaupt nichts aus ihrem Programm umsetzen konnte und quasi geknebelt und gefesselt am Tisch saß und drei Jahre lang nickends zusehenmusste, bis sie die Möglichkeit zur Flucht hatte verzehrt für mich das Bild der Ampel sehr negativ.





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 16.November 2024, 13:23:04
Mal davon ab, dass es halt nunmal so ist, wenn man als kleinster Partner in eine Koalition eintritt. Dann muss man halt auch Dinge mittragen, die man selbst nicht will. Dass es da Differenzen gibt, war vorher klar. Unter anderem deshslb handelt man ja einen Koalitionsvertrag aus.
Am Ende war es halt immer wieder die FDP, die ausgehandelte Kompromisse dann doch nicht mittragen wollte, auf "Nachverhandlungen" bestanden und eigentlich vereinbarte Vorhaben blockiert hat, um sich an anderer Stelle zu profilieren.
Lindner hat 2017 aus gekränkter Eitelkeit Jamaika platzen lassen, jetzt kalkuliert den Ampel-Bruch forciert. Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit sehen anders aus.

Edit:
https://www.fr.de/politik/ampel-koalition-bruch-fdp-lindner-wissing-scholz-spd-dday-entlassung-schuldenbremse-f-kabinett-93415506.html
Nicht, dass es eine Überraschung wäre, aber unabhängig davon, wo man politisch steht: Charakterlich ist das das Allerletzte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 16.November 2024, 15:52:20
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung

Der Rausschmiss der FDP aus der Regierung wurde von einer kleinen Gruppe dieser Partei schon länger geplant, Projektname „Operation D-Day“. Volker Wissing war der einzige, der nicht mitmachen wollte.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung
Musste lachen als ich gestern den Artikel und die gespielte Empörung von einigen SPD Leuten gesehen habe, da wird wirklich alles versucht um der FDP die Schuld zuzuschieben.  :D Als ob nicht jede Partei da einen Plan für das Scheitern der Ampel in der Schublade gehabt hat so wie da teilweise gestriten wurde. Man kommt aber nicht an der Tatsache vorbei,dass es Olaf Scholz gewesen ist der die Koaltion beendet hat und da soll man natürlich glauben,dass es eine komplett spontane Aktion und nicht lange geplant gewesen ist. Würde mich auch nicht wundern wenn Wissing demnächst in die SPD eintritt.

Mal davon ab, dass es halt nunmal so ist, wenn man als kleinster Partner in eine Koalition eintritt. Dann muss man halt auch Dinge mittragen, die man selbst nicht will. Dass es da Differenzen gibt, war vorher klar. Unter anderem deshslb handelt man ja einen Koalitionsvertrag aus.
Am Ende war es halt immer wieder die FDP, die ausgehandelte Kompromisse dann doch nicht mittragen wollte, auf "Nachverhandlungen" bestanden und eigentlich vereinbarte Vorhaben blockiert hat, um sich an anderer Stelle zu profilieren.
Lindner hat 2017 aus gekränkter Eitelkeit Jamaika platzen lassen, jetzt kalkuliert den Ampel-Bruch forciert. Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit sehen anders aus.
Aus meiner Sicht hat die FDP zu viel mitgetragen, das nachverhandelt wurde lag ja unter anderem an der veränderten Haushaltsalage durch die Urteile über das Sondervermögen, Lindner meinte auch neulich,dass es ein Fehler war danach keinen neuen Koalitionsvertrag aufzusetzen. Man hat aber schon vorher gemerkt das es nicht passt, die Ansichten und die Ausrichtung der Politik gingen da nicht zusammen, auf der einen Seite den Blick auf vernünftiges Geldausgeben um zu sparen auf der anderen wurde immer wieder die Abschaffung der Schuldenbremse ins Spiel gebracht um alles mögliche zu finanzieren. Das sind ja zwei komplett unterschiedliche politische Ansätze. Zu dem Jamaika aus gibt es von Lindner ja auch die Aussage "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren" hätte er sich jetzt mal früher daran gehalten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.November 2024, 16:24:54
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung

Der Rausschmiss der FDP aus der Regierung wurde von einer kleinen Gruppe dieser Partei schon länger geplant, Projektname „Operation D-Day“. Volker Wissing war der einzige, der nicht mitmachen wollte.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung
Musste lachen als ich gestern den Artikel und die gespielte Empörung von einigen SPD Leuten gesehen habe, da wird wirklich alles versucht um der FDP die Schuld zuzuschieben.  :D Als ob nicht jede Partei da einen Plan für das Scheitern der Ampel in der Schublade gehabt hat so wie da teilweise gestriten wurde. Man kommt aber nicht an der Tatsache vorbei,dass es Olaf Scholz gewesen ist der die Koaltion beendet hat und da soll man natürlich glauben,dass es eine komplett spontane Aktion und nicht lange geplant gewesen ist. Würde mich auch nicht wundern wenn Wissing demnächst in die SPD eintritt.

Es gibt halt keine Recherche zur SPD.  ;)

Aber das es spontan rüber kommen sollte, würde ich widersprechen. Scholz hat bereits gesagt, dass er über den Rauswurf Lindner bereits im Sommer nachgedacht hat. Es ist ja auch bekannt, dass er sich auf Eventualitäten mit drei Reden vorbereitet hat.
Genauso, wie jetzt bekannt ist, dass Lindners Ergriffenheit im ersten Interview nicht echt sein kann, wenn er seit Monaten schon auf genau dieses Szenario hinarbeitet und es Strategiepapier gibt, die diesen Fall abdecken.

Die Parteien erzählen halt Geschichten. Hallo, es ist Wahlkampf. Objektivität ist leider von keiner Partei zu erwarten.


Mal davon ab, dass es halt nunmal so ist, wenn man als kleinster Partner in eine Koalition eintritt. Dann muss man halt auch Dinge mittragen, die man selbst nicht will. Dass es da Differenzen gibt, war vorher klar. Unter anderem deshslb handelt man ja einen Koalitionsvertrag aus.
Am Ende war es halt immer wieder die FDP, die ausgehandelte Kompromisse dann doch nicht mittragen wollte, auf "Nachverhandlungen" bestanden und eigentlich vereinbarte Vorhaben blockiert hat, um sich an anderer Stelle zu profilieren.
Lindner hat 2017 aus gekränkter Eitelkeit Jamaika platzen lassen, jetzt kalkuliert den Ampel-Bruch forciert. Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit sehen anders aus.
Aus meiner Sicht hat die FDP zu viel mitgetragen, das nachverhandelt wurde lag ja unter anderem an der veränderten Haushaltsalage durch die Urteile über das Sondervermögen, Lindner meinte auch neulich,dass es ein Fehler war danach keinen neuen Koalitionsvertrag aufzusetzen. Man hat aber schon vorher gemerkt das es nicht passt, die Ansichten und die Ausrichtung der Politik gingen da nicht zusammen, auf der einen Seite den Blick auf vernünftiges Geldausgeben um zu sparen auf der anderen wurde immer wieder die Abschaffung der Schuldenbremse ins Spiel gebracht um alles mögliche zu finanzieren. Das sind ja zwei komplett unterschiedliche politische Ansätze. Zu dem Jamaika aus gibt es von Lindner ja auch die Aussage "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren" hätte er sich jetzt mal früher daran gehalten.

Das wird jeder Wähler "zu seiner Partei" in der Ampelregierung sagen. Die Krux an einer Koalition. Es ist schwer so zu regieren, dass am Ende alle das Gefühl gewonnen zu haben. Dafür bräuchte es ein Konsens. Man hat aber, sonst wäre man nicht verschiedene Partein, meistens nur den Kompromiss. Wenn überhaupt.

So wie du es sagst, hat die FDP damit ja nur Fehler gemacht. Vielleicht sogar schon, überhaupt mitzuregieren?  Das Regieren 2013 hat der FDP nicht gut getan. Das Regieren 2021 auch nicht. Die FDP verliert wenn sie regiert. Die letzten beiden "Beteiligungen" von ihr endeten in Schuldzuweisungen und "Blame Game", wie der Spiegel es 2017 nannte.
Jetzt will Lindner irgendwie in zwei Monaten auf 10 Prozent kommen. Falls das passiert, bin ich gespannt, ob die Union sich darauf einlässt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.November 2024, 17:22:40
Um hier mal ne kleine Lanze für die FDP zu brechen. Die haben in der Regierung nur wenig Projekte umsetzen können/dürfen. Sollten bei den SPD- und Grünen-Projekten aber immer abnicken. Zuletzt

Wenn das aber die größten Erfolge sind... schon erschreckend, dass wirklich gar nichts für die Wirtschaft dabei ist. Auch für den "Arbeiter", der keinen Mindestlohnt bezieht nicht wirklich. Auch ein richtig "grünes" Gesetz ist nicht dabei, oder? Es ist also schon nachvollziehbar warum die aktuelle Regierung am Ende ist. Die Interessen der eigenen Wähler waren halt nicht abgedeckt.
LG Veni_vidi_vici

Wie passen den die beiden Aussagen von dir zusammen? Hat die SPD alleine reagiert?

Das die FDP abnicken sollte heißt ja nicht, dass sie es immer getan haben. Ich weiß natürlich was du meinst. So widersprüchlich finde ich das aber nicht. Die Kernaussage war, dass die jeweiligen Parteien nicht mal ihre eigenen Wähler haben (wie gewünscht) "bedienen" können. Lässt sich ja auch an den gesunkenen Umfragewerten ablesen.

Deine Auflistung zeigt sehr schön, dass doch was passiert ist. Aber viele Sachen wurden halt eher verhindert. Was aus meiner Sicht oftmals richtig war, sich aber schwerer als eigenes Projekt verkaufen lässt.

Ein paar Dinge möchte ich kurz was zu sagen.

Keine Steuererhöhung: Stimmt objektiv, aber mal sehen wie sich die Kosten für die Sozialversicherung ab 2025 gestaltet. Da wollte die Regierung ja eigentlich gegenfinanzieren - was wegen fehlender Mittel glaub ich schon vor Ampel-Aus gecancelt war.

Erhöhung des Grundfreibetrages: Gut so!

Digitalisierung der Verwaltung und Bürokratieabbau: Will vermutlich jede Partei. Besonders geschickt stellt sich hier niemand im Einzelnen oder in der Gesamtheit an.

Sanktionen für Bürgergeld: Immerhin etwas. Neulich fehlten schon 9,6 Millarden (wurde offiziell glaub ich dementiert, aber ohne eine akkurate Richtigstellung). Aktuell verweigert Heil mal wieder aktuelle Zahlen. Meine Prognose: Da fehlt noch viel mehr. Warum? Weil die Regierung hier immer mit dem optimistischsten Ausgang gerechnet hat, der aber halt nicht eingetreten ist.

Tempolimit kam nicht: Sicherlich ein Kuhhandel im Austausch einer Zustimmung anderswo. Das war SPD und Grünen dann vermutlich nicht wichtig genug.

Technologieoffenheit: Richtig so.

Zum Rest kann ich tatsächlich wenig beitragen.

Zu sagen, dass die FDP überhaupt nichts aus ihrem Programm umsetzen konnte und quasi geknebelt und gefesselt am Tisch saß und drei Jahre lang nickends zusehenmusste, bis sie die Möglichkeit zur Flucht hatte verzehrt für mich das Bild der Ampel sehr negativ.

Ich war beim Start der Ampel skeptisch. Wurde zwischenzeitlich aber eines Besseren belehrt. Zwar war ich nicht mit allem zufrieden, aber wesentliche Dinge (wie die Energiesicherheit) haben sie auf die Kette bekommen. Für mich begann das Scheitern mit der Gerichtsentscheidung, welche die Finanztrickserei bei der Umschichtung des Sondervermögens auffliegen ließ. Plötzlich fehlte das Geld. Und damit fehlte auch die Einigkeit.

Mir ist die Berichterstattung derzeit kontra Lindner auch zu einseitig, zumal Scholz im Interview eingeräumt hat, bereits im Sommer über eine Entlassung von Lindner sinniert zu haben. Damals gab es das strittige Wirtschaftspapier der FDP noch nicht. Die Schuldenbremse wird damals schon Thema gewesen sein.

Jetzt heißt es die FDP hat den Rauswurf provoziert. Ebenso heißt es, dass die SPD den Rauswurf lange geplant hat. Vermutlich stimmt beides. Denn die Umfragen waren im Keller. Schon jetzt blockierte man sich häufig (nicht immer) gegenseitig. Eine Besserung war nicht in Sicht. Das Ampel-Aus war die logische Konsequenz. Jetzt ist halt wieder Wahlkampf mit der Chance die Umfragewerte zu verbessern.

Dass es da Differenzen gibt, war vorher klar. Unter anderem deshslb handelt man ja einen Koalitionsvertrag aus.

Am Ende war es halt immer wieder die FDP, die ausgehandelte Kompromisse dann doch nicht mittragen wollte, auf "Nachverhandlungen" bestanden und eigentlich vereinbarte Vorhaben blockiert hat, um sich an anderer Stelle zu profilieren.

Der Koalitionsvertrag hätte mit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine überarbeitet gehört. Nachdem das Geld durch die geplante Umschichtung des Sondervermögens gefehlt hat, brodelte es in allen Parteien. Die Idee kam von Scholz. Viele Dinge aus dem Koalitionsvertrag ließen sich nicht mehr finanzieren. Die Blockade nur auf die FDP zu schieben finde ich daher zu kurz gegriffen. Persönlich bin ich froh dass das ein oder andere blockiert wurde. Das wiederum ist aber nur meine Meinung. Und ich verstehe durchaus, dass andere das anders sehen.

Nicht, dass es eine Überraschung wäre, aber unabhängig davon, wo man politisch steht: Charakterlich ist das das Allerletzte.

Bei unseren Politikern das Wort "charakterlich" zu lesen. Gedächtnislücken-Olaf (Cum-Ex), Dinner-Baerbock (Gästeliste?) und Co. sind definitiv nicht integer. Da ist mir persönlich wieder mal der arrogante und elitäre (sehe ich beides auch so) Lindner noch lieber. Und mir ist bewusst, dass sich zu allen genannten und weiteren Politikern Ähnliches finden lässt. Egal wo man politisch steht, charakterlich ist es gerade überall das Allerletzte. Nicht vergessen: Die SPD liebäugelte schon im Sommer mit dem FDP-Rauswurf.

Noch mal 50-Cent von mir: Scholz mit seinem Industriegipfel. Habeck mit einem eigenen Wirtschaftspapier, was wohl mit SPD und FDP nicht abgesprochen war. Wussten die beiden Partien vielleicht schon etwas früher, dass der Wahlkampf begonnen hat? Lindner ist dann auch noch nachgezogen. Wirkte schon damals merkwürdig und im Rückblick sogar noch merkwürdiger.

Lediglich die D-Day-Bezeichnung stößt mir hier auch sehr negativ auf.

Das wird jeder Wähler "zu seiner Partei" in der Ampelregierung sagen. Die Krux an einer Koalition. Es ist schwer so zu regieren, dass am Ende alle das Gefühl gewonnen zu haben.

Aktuell hat aber ein Großteil das Gefühl, dass alle verloren haben. 80 Prozent sind mit der aktuellen Regierung unzufrieden, was schon eine Hausnummer ist. Auch deshalb: Gut, dass es vorbei ist. Ärgerlich, dass es noch über drei Monate dauert, bis gewählt wird. Aber immerhin steht ein Termin.

Das größte Manko ist, dass ich auch für die kommende Regierung keine allzu große Hoffnung habe. Hoffentlich werde ich eines Besseren belehrt. Eine Partei alleine wird es nicht schaffen. Und jede logische Kombination gefällt mir in der aktuellen Zusammensetzung nicht.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 17.November 2024, 12:25:38
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung

Der Rausschmiss der FDP aus der Regierung wurde von einer kleinen Gruppe dieser Partei schon länger geplant, Projektname „Operation D-Day“. Volker Wissing war der einzige, der nicht mitmachen wollte.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-11/christian-lindner-ampel-aus-fdp-bundesregierung
Musste lachen als ich gestern den Artikel und die gespielte Empörung von einigen SPD Leuten gesehen habe, da wird wirklich alles versucht um der FDP die Schuld zuzuschieben.  :D Als ob nicht jede Partei da einen Plan für das Scheitern der Ampel in der Schublade gehabt hat so wie da teilweise gestriten wurde. Man kommt aber nicht an der Tatsache vorbei,dass es Olaf Scholz gewesen ist der die Koaltion beendet hat und da soll man natürlich glauben,dass es eine komplett spontane Aktion und nicht lange geplant gewesen ist.

Doch, kommt man. Die FDP hat über Monate gezielt und unter vorsätzlicher Täuschung ihrer Koalitionspartner darauf hingearbeitet, Scholz in eine Position zu bringen, in der ihm keine andere Wahl bleibt und hatte als Plan B ausgearbeitet, wie man die Koalition selbst aufkündigt, falls Scholz wider Erwarten den "Gefallen" nicht tun sollte. Dass am Ende Scholz den Schnitt gemacht hat, ist da nicht relevant. Dass SPD und Grüne nicht auf den Kopf gefallen sind und ihre eigenen Notfallpläne gemacht haben, ist doch nur logisch.

@vvv
Und weil Andere auch mal Mist gebaut haben ist es nicht schlimm, wenn eine gesamte Parteispitze über Monate gezielt ihre Koalitionpartner täuscht und belügt? Sorry, aber das ist einfach next level an Verantwortungs- und Ehrlosigkeit.


Allgemein würde mich ja mal interessieren, wie es hier aussähe, wenn es bspw. eine Deutschland- oder Jamaika-Koalition gegeben und sich SPD oder Grüne so aufgeführt hätten wie FDP. Ob die Stimmung dann auch so "verständnisvoll" wäre? Irgendwie habe ich da Zweifel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.November 2024, 13:14:06
Allgemein würde mich ja mal interessieren, wie es hier aussähe, wenn es bspw. eine Deutschland- oder Jamaika-Koalition gegeben und sich SPD oder Grüne so aufgeführt hätten wie FDP. Ob die Stimmung dann auch so "verständnisvoll" wäre? Irgendwie habe ich da Zweifel.

Die Stimmung ist ja nicht verständnisvoll. Medien und Bevölkerung sprechen schon eine deutliche Sprache.

Ich sehe das wie du. Ideen im Kopf entwickeln und abwägen (Zum Beispiel im Falle Scholz, was man mit Lindner macht) ist eben etwas anderes, als systematisch im Hinterzimmer planen. Und ja, Cum Ex gibt es auch noch. Aber der FDP Spitze das nachsehen, weil Scholz Cum Ex am Stecken hat ist schon etwas Whataboutism. Wir könnten ja auch in einer Gesellschaft leben, in der beides Scheiße ist.

Dabei wird es halt aber auch bleiben. Was will man auch anderes tun? Moralisch den Zeigefinger heben und sagen, dass Intrigen im Hinterzimmer fies sind? Trotzdem passieren sie halt dauerhaft in jedem gesellschaftlichen Kreis. Wenn sie auffliegen versucht jeder Kapital draus zu schlagen. Über die FDP gibt es die Recherche. Die SPD gibt der FDP die Schuld. Die FDP gibt der SPD die Schuld. Die Union gibt allen die Schuld. Die Grünen verhalten sich ziemlich ruhig und sind wahrscheinlich froh nicht komplett in der Schusslinie zu stehen. Die Bevölkerung gibt der FDP, gefolgt von den Grünen und auf dem Dritten Platz der SPD die Schuld.
Jetzt hören wir uns zwei Monate an wie sich gegenseitig der schwarze Peter zugeschoben wird und nach der Wahl interessiert das niemanden mehr.

Und trotzdem ist es ja so, dass so eine Aktion nur die empört, die eher nicht mit der FDP sympatisierne, die FDP-Sympatisanten eine andere mildere Sicht haben und allenfalls die Ränder etwas aufweichen. Und das ist jetzt nicht nur auf die FDP bezogen... So ist das doch bei jeder Partei.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 17.November 2024, 15:31:13
@vvv
Und weil Andere auch mal Mist gebaut haben ist es nicht schlimm, wenn eine gesamte Parteispitze über Monate gezielt ihre Koalitionpartner täuscht und belügt? Sorry, aber das ist einfach next level an Verantwortungs- und Ehrlosigkeit.

Ich hab doch geschrieben, dass mir ein sauberer Cut auch lieber gewesen wäre. Ohne Vorbereitung. Einfach sagen: So geht es nicht mehr. Geht mit dem Land nicht voran, nicht mit dieser Politik. Und dann den Stecker ziehen.

Ich finde schon, dass sich viele empören. Das der Aufschrei nicht größer ist, liegt nicht an der Partei. Es liegt daran, dass 80 Prozent mit der Politik der Ampel unzufrieden waren. Jetzt ist die Erleichterung über einen Kurswechsel größer als die Empörung.

Wobei ich Kurswechsel das falsch Wort finde. Die CDU stellt vermutlich den Kanzler. Mit der FDP wird es eher nicht reichen. Also bleiben die SPD (eventuell weiterhin mit Arbeitsminister Heil) oder die Grünen (eventuell mit Wirtschaftsminister Habeck) weiter an der Macht. Sich da ein Scheitern beim Bürgergeld oder bei der Wirtschaft einzugestehen ist immer schwierig. Es muss sich also zeigen, ob sich wirklich etwas Grundlegendes ändert.

Du schreibst von Verantwortungs- und Ehrlosigkeit. Da darf man sicherlich Quervergleiche ziehen. Wenn die Grünen sich und "ihren Organisationen" mehr oder minder unter der Hand Gelder zuschieben oder ein Heil trotz mehrfacher Anfragen keine Zahlen zum Bürgergeld nennen kann oder will, ist das zumindest nicht weniger verantwortungslos. Ist aber vermutlich wirklich ein Stück weit von der Perspektive abhängig. Bei Cum Ex kam die Ehre und das Verantwortungsgefühl von Scholz so richtig durch. Und deshalb ist das auch kein Whataboutism, weil ja auch die Charakterfrage gestellt wurde.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.November 2024, 17:03:58
Es gibt halt keine Recherche zur SPD.  ;)
Also jeder weiß das alle Parteien einen Plan für den Fall des Ausstiegs haben,Scholz beendet die Koalition,gibt anscheinend auch noch zu das er den Gedanken schon länger hatte, grillt Linder in seiner Rede aber durch einen reißerischen Artikel ändert sich die Wahrnehmung?
https://youtu.be/Sq8gkIdLJ2U?si=A7GXZZ6TQ0wcsSGG&t=292  Lindner fasst das da ganz gut zusammen, denke aber auch nicht das er daüber traurig sein wird, das Problem das die potentiellen Wähler mit der FDP haben ist ja nicht das man jetzt einen Abgang forciert und sich negaitv über SPD und Grüne geäußert hätte sondern das der 3 Jahre zu spät gekommen ist, dadurch das man Lindner jetzt quasi in die Opposition stellt könte es der FDP wieder ein paar Stimmen bringen die vorher abgesprungen sind. Man hatte nebenbei ja schon vorher ein paar Gelegenheiten auszusteigen, z.B hat man noch Ende letzten Jahres über den Verbleib in der Ampel abstimmen lassen, nur per Online Befragung und die Spitze hat sich für einen Verbleib ausgesprochen, den Ausstieg hätte man also da schon haben können wenn man wirklich gewollt hätte.


Aber das es spontan rüber kommen sollte, würde ich widersprechen. Scholz hat bereits gesagt, dass er über den Rauswurf Lindner bereits im Sommer nachgedacht hat. Es ist ja auch bekannt, dass er sich auf Eventualitäten mit drei Reden vorbereitet hat.
Genauso, wie jetzt bekannt ist, dass Lindners Ergriffenheit im ersten Interview nicht echt sein kann, wenn er seit Monaten schon auf genau dieses Szenario hinarbeitet und es Strategiepapier gibt, die diesen Fall abdecken.

Die Parteien erzählen halt Geschichten. Hallo, es ist Wahlkampf. Objektivität ist leider von keiner Partei zu erwarten.
War die Erzählung nicht erst,dass er von Lindner überrascht wurde und die Organisation deswegen so ungünstig fällt? Oder ist das jetzt nach der teil Einigung mit Merz Geschichte?  :P

Ja, ist leider so, auch gut auf dem Parteitag der Grünen zu sehen, auf einmal will man auch eine Partei für die normalen Leute sein und Habeck gibt sich mit Küchentisch Werbevideos ganz Bürgernah, ich warte noch darauf,dass das Klimageld wieder aufgegriffen wird, nach der nächsten Wahl kommmt das bestimmt.  :D  Passend dazu kommen einige Accounts die sich vorher demonstrativ von Twitter verabschiedet haben wieder zurück, Habeck und der SPD Vorstand z.B.
Was die Grünen aber ganz schlau gemacht haben war Nouripur und Ricarda Lang aus der Schußlinie zu nehmen, die wären ja beim Parteitag eh abgewählt worden, bzw. nicht noch mal angetreten jetzt haben die sich vorher verabschiedet und ich würde wetten,dass man Lang da nach Baerbock Nachfolgerin als weibliche Spitze aufbauen will. Da hat sich schon einiges an ihrem Image getan seit sie zuerst aufgetaucht ist.
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Lang-kritisiert-in-Abschiedsrede-Elitenprojekt-Image-article25366635.html

Habeck hat auch gerade einen "Skandal" weil er jemanden angezeigt hat der in den sozialen Medien ein Meme geteilt hat, in dem er als Schwachkopf bezeichnet wurde und was dann zu einer Hausdurchsuchung bei der Person geführt hat.  :D
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/habeck-beleidigung-plattform-x-ermittlungen-100.html

Da gibt es ja inzwischen einen Geschäftszweig der online Kommentare und Profile durchsucht und gerade Politiker haben mit dem 188 StGB eine starke Möglichkeit gegen Kritiker vorzugehen.
Vor einiger Zeit wurde da auch der erste "Trusted Flagger" vorgestellt, eine NGO die die Betreiber der sozialen Medien direkt zur löschung von Inhalten aufforden kann,ohne die Nachteile einer staatlichen Behörde zu haben,also politisch nicht unbedingt neutral ist. Das interessante ist,dass wahrscheinlich keine der großen Parteien ein Problem darin sieht und nicht daran denken wird die Regeln wieder zurückzufahren oder den 188 abzuschwächen, BSW und AfD würden das einfach für ihre Zwecke nutzen und die AfD statt einer linken NGO einfach eine rechte einsetzen.
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/bundesnetzagentur-trusted-flagger-dsa-100.html
https://www.cicero.de/innenpolitik/meldestellen-und-trusted-flagger-staatlich-gefordertes-denunzieren-die-demokratie-stirbt-zentimeterweise-
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/ki-hass-start-up-100.html
Ich finde es nicht verkehrt bestimmte Sachen anzuzeigen die in Richtung Morddrohungen usw. gehen, die Schwelle sollte aber deutlich höher sein als sie im Moment ist und systematisch Stellen aufzubauen die Bürger bespitzeln und nicht nur Sache anzuzeigen die z.B Habeck direkt auffallen, kommt mir bei unserer Geschichte einfach falsch vor,das geht da schon in Richtung Einschüchterung.

Das wird jeder Wähler "zu seiner Partei" in der Ampelregierung sagen. Die Krux an einer Koalition. Es ist schwer so zu regieren, dass am Ende alle das Gefühl gewonnen zu haben. Dafür bräuchte es ein Konsens. Man hat aber, sonst wäre man nicht verschiedene Partein, meistens nur den Kompromiss. Wenn überhaupt.

So wie du es sagst, hat die FDP damit ja nur Fehler gemacht. Vielleicht sogar schon, überhaupt mitzuregieren?  Das Regieren 2013 hat der FDP nicht gut getan. Das Regieren 2021 auch nicht. Die FDP verliert wenn sie regiert. Die letzten beiden "Beteiligungen" von ihr endeten in Schuldzuweisungen und "Blame Game", wie der Spiegel es 2017 nannte.
Jetzt will Lindner irgendwie in zwei Monaten auf 10 Prozent kommen. Falls das passiert, bin ich gespannt, ob die Union sich darauf einlässt.
Das ist ja normal, aber das was in der Ampel passiert ist hat noch mal eine ganz andere Dimension, da geht es nicht um das Gefühl irgendetwas gewonnen zu haben sondern das Land in mehreren Punkten in eine völlig falsche Richtung zu steuern,bei der einfach Grenzen überschritten worden sind, die man nicht hätte mitgehen dürfen. Wenn etwas grundlegend falsch ist tritt man auf die Bremse und wenn es nicht gelöst wird kann man nicht zusammen regieren, wenn Kompromisse so aussehen,dass die FDP in wichtigen Fragen 2-1 überstimmt wird ist es kein Kompromiss.

Ich denke schon das es in Ordnung war die Ampel zu versuchen, ich war ja am Anfang selbst noch etwas optimistisch das man sich einigen kann oder sogar etwas postives rauskommt weil die FDP ja eigentlich die perfekte Bremse für die Fantasien der anderen beiden Partner ist und gleichzeitig Themen wie Umweltschutz und Rechte von Arbeitnehmern wichtig sind,dass das dann in der Ampel vernachlässigt wurde hätte ich so nicht erwartet. Jetzt haben wir Werksschließungen in der Autobranche und CO2 Verpressungen unter der Nordsee.  :D

Doch, kommt man. Die FDP hat über Monate gezielt und unter vorsätzlicher Täuschung ihrer Koalitionspartner darauf hingearbeitet, Scholz in eine Position zu bringen, in der ihm keine andere Wahl bleibt und hatte als Plan B ausgearbeitet, wie man die Koalition selbst aufkündigt, falls Scholz wider Erwarten den "Gefallen" nicht tun sollte. Dass am Ende Scholz den Schnitt gemacht hat, ist da nicht relevant. Dass SPD und Grüne nicht auf den Kopf gefallen sind und ihre eigenen Notfallpläne gemacht haben, ist doch nur logisch.
Ich würde es eher so sehen,dass Scholz und die Grünen die FDP immer weiter an den Rand gedrängt haben , dass immer wieder das Thema Schuldenbremse aufgemacht und Lindner als Blockierer hingesellt wurde und dadurch das Bild entstehen sollte das wir jetzt haben. Was gibt es denn sachlich am Verhalten von Lindner auszusetzen? Die Urteile zur Schuldenbremse geben ihm Recht, die wirtschaftliche Lage auch. Er musste Scholz nicht in eine Lage bringen, er konnte in der Situation ja nicht anders handeln als einen Wechsel zu erzwingen oder die Koalition zu verlassen. Das nicht in einem geordneten Übergang zu tun in dem man wichtige Sachen in Ruhe abwickelt war dann die Entscheidung von Scholz.
Man kann allgemein sagen,dass es ja schon lange nicht gepasst hat, da wurden Aussagen und Dokumente hin und her geleakt und mehr übereinander als miteinander geredet, von allen Parteien, nicht umsonst hat jede Partei stark an Zustimmung verloren.
Ich bin nebenbei auch kein großer Lindner Fan, der Grund warum die Ampel so lange gehalten hat wird auch sein Ego und der Ministerposten gewesen sein, die Ereignisse jetzt bringen ihm ein paar + Punkte aber das reißt die letzten Jahre nicht raus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 17.November 2024, 17:36:36

[/quote]

Hat Scholz nicht auch schon im Sommer überlegt, die FDP-Minister zu entlassen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.November 2024, 19:10:39
Aber das es spontan rüber kommen sollte, würde ich widersprechen. Scholz hat bereits gesagt, dass er über den Rauswurf Lindner bereits im Sommer nachgedacht hat. Es ist ja auch bekannt, dass er sich auf Eventualitäten mit drei Reden vorbereitet hat.
Genauso, wie jetzt bekannt ist, dass Lindners Ergriffenheit im ersten Interview nicht echt sein kann, wenn er seit Monaten schon auf genau dieses Szenario hinarbeitet und es Strategiepapier gibt, die diesen Fall abdecken.

Die Parteien erzählen halt Geschichten. Hallo, es ist Wahlkampf. Objektivität ist leider von keiner Partei zu erwarten.
War die Erzählung nicht erst,dass er von Lindner überrascht wurde und die Organisation deswegen so ungünstig fällt? Oder ist das jetzt nach der teil Einigung mit Merz Geschichte?  :P
Weiß nicht. War sie das? Wann?


Habeck hat auch gerade einen "Skandal" weil er jemanden angezeigt hat der in den sozialen Medien ein Meme geteilt hat, in dem er als Schwachkopf bezeichnet wurde und was dann zu einer Hausdurchsuchung bei der Person geführt hat.  :D
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/habeck-beleidigung-plattform-x-ermittlungen-100.html
Ist die Unterstellung hier (nicht von dir, sondern in diesem "Skandal"), dass Habeck die Staatsanwaltschaft dazu angehalten haben soll bei dem Fall richtig Druck zu machen? Die Polizei hat nachgefragt, ob eine Anzeige gestellt werden will und man hat halt ja gesagt. Die Anführungszeichen um das Skandal muss schon sehr groß sein.
https://www.morgenpost.de/politik/article407691282/hass-hetzte-habeck-beleidigt-hausdurchsuchung-sorgt-fuer-debatte.html

Das wird jeder Wähler "zu seiner Partei" in der Ampelregierung sagen. Die Krux an einer Koalition. Es ist schwer so zu regieren, dass am Ende alle das Gefühl gewonnen zu haben. Dafür bräuchte es ein Konsens. Man hat aber, sonst wäre man nicht verschiedene Partein, meistens nur den Kompromiss. Wenn überhaupt.

So wie du es sagst, hat die FDP damit ja nur Fehler gemacht. Vielleicht sogar schon, überhaupt mitzuregieren?  Das Regieren 2013 hat der FDP nicht gut getan. Das Regieren 2021 auch nicht. Die FDP verliert wenn sie regiert. Die letzten beiden "Beteiligungen" von ihr endeten in Schuldzuweisungen und "Blame Game", wie der Spiegel es 2017 nannte.
Jetzt will Lindner irgendwie in zwei Monaten auf 10 Prozent kommen. Falls das passiert, bin ich gespannt, ob die Union sich darauf einlässt.
Das ist ja normal, aber das was in der Ampel passiert ist hat noch mal eine ganz andere Dimension, da geht es nicht um das Gefühl irgendetwas gewonnen zu haben sondern das Land in mehreren Punkten in eine völlig falsche Richtung zu steuern,bei der einfach Grenzen überschritten worden sind, die man nicht hätte mitgehen dürfen. Wenn etwas grundlegend falsch ist tritt man auf die Bremse und wenn es nicht gelöst wird kann man nicht zusammen regieren, wenn Kompromisse so aussehen,dass die FDP in wichtigen Fragen 2-1 überstimmt wird ist es kein Kompromiss.

Ich denke schon das es in Ordnung war die Ampel zu versuchen, ich war ja am Anfang selbst noch etwas optimistisch das man sich einigen kann oder sogar etwas postives rauskommt weil die FDP ja eigentlich die perfekte Bremse für die Fantasien der anderen beiden Partner ist und gleichzeitig Themen wie Umweltschutz und Rechte von Arbeitnehmern wichtig sind,dass das dann in der Ampel vernachlässigt wurde hätte ich so nicht erwartet. Jetzt haben wir Werksschließungen in der Autobranche und CO2 Verpressungen unter der Nordsee.  :D
Wer sagt den, dass Land in eine völlig falsche Richtung gesteuert wurde? Falsch für wen? Und ist das eine allgemeine Aussage zu jeder Entscheidung? Gibt es da ein objektives Ermittlungskomitee? Schien ja lange genug nicht falsch zu sein, für die drei Parteien.
Man kann in einer Demokratie nicht 2-1 überstimmen und der, der alleine steht ist machtlos. Dann würde das ganze System der Koalition keinen Sinn ergeben. Was sind den Gesetze, wo die FDP sich nicht am Kompromiss beteiligen konnte, so wie du es gerade darstellst? Und gibt es nicht vielleicht auch gesetze wo SPD und die Grünen nicht genau das bekommen haben was sie eigentlich wollten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.November 2024, 20:41:15
Weiß nicht. War sie das? Wann?
Direkt nach dem Vorfall und dem Rauswurf.

Ist die Unterstellung hier, dass Habeck die Staatsanwaltschaft dazu angehalten haben soll bei dem Fall richtig Druck zu machen? Die Polizeit hat nachgefragt, ob eine Anzeige gestellt werden will und man hat halt ja gesagt. Die Anführungszeichen um das Skandal muss schon sehr groß sein.
https://www.morgenpost.de/politik/article407691282/hass-hetzte-habeck-beleidigt-hausdurchsuchung-sorgt-fuer-debatte.html
Die allgemeine Kritik richtet sich der wohl daran das es Unsinn ist sowas geringfügiges anzuzeigen und dann zu verfolgen,das wird auch nur die Spitze des Eisbergs sein weil viel einfach gelöscht wird oder untergeht weil Kritik in der Richtung eher unpopulär ist.

Meine wäre das alles mögliche und massenhaft gesucht und Angezeigt wird ohne das es Habeck trifft oder das er es überhaupt gesehen hat, da werden die Petz Meldestellen aussichtsreiche Fälle suchen, an sein Büro schicken, die filtern dann und legen ihm das zur Unterschrift vor. Nicht so wie es eigentlich sein sollte,dass er sich so gestört fühlt das es eine Anzeige braucht um das zu unterbinden. Er wusste vielleicht nicht mal was das jetzt genau für eine Beleidigung war. Stand jetzt sieht es für mich so aus als hätte die Polizei den "Schwachkopf" als Vorwand benutzt um eine Durchsuchung zu bekommen, den Laptop zu filzen und ggf was in Richtung Volksverhetzung zu finden.

Vorhin gesehen,dass er das in einem Bericht aus Berlin Interview quasi bestätigt.https://x.com/ARD_BaB/status/1858162268967501898 "Das wird über Agenturen gefiltert" sowas finde ich einfach falsch.

Wer sagt den, dass Land in eine völlig falsche Richtung gesteuert wurde? Falsch für wen? Gibt es da ein objektives Ermittlungskomitee? Schien ja lange genug nicht falsch zu sein, für die drei Parteien.
Man kann in einer Demokratie nicht 2-1 überstimmen und der, der alleine steht ist machtlos. Dann würde das ganze System der Koalition keinen Sinn ergeben. Was sind den Gesetze, wo die FDP sich nicht am Kompromiss beteiligen konnte, so wie du es gerade darstellst? Und gibt es nicht vielleicht auch gesetze wo SPD und die Grünen nicht genau das bekommen haben was sie eigentlich wollten?
Also viel positives kann ich am Fazit nach der Ampel nicht erkennen.Gibt es da wirklich einen Bevölkerungsanteil der sich freut das alles richtig gemacht wurde und wir uns auf einem guten Weg befinden? Flüchtlings und Migrationsktise angepackt und gelöst? Das grüne Wirtschaftftswunder hat uns gerettet?Man kann da im Ergibnis schon sagen,dass nicht viel dabei rumgekommen ist. Die sind die erste Koalition der BRD die wirklich 0%der Menschen in der nächsten Regierung haben wollen.Irgendwie verstehe ich die Frage nicht.  :P

Den Parteien geht es auch um Posten und Pensionssicherung,man hat sich da viel schöngeredet vielleicht auch um Kritiker nicht zu bestätigen, ich bin aber auch überfragt warum die so lange durchgezogen haben, der Bruch wird ja schon lange da gewesen sein.

Da würden mir zum Beispiel Atomaustieg und Verbrennerverbot einfallen. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/scholz-machtwort-regierung-koalition-101.html
Natürlich gab es das aus der anderen Richtung auch, dass waren aber oft Geschichten die an der Schuldenbremse und am Haushalt gescheitert sind, ich weiß nicht ob man der FDP vorwerfen kann sich an das Gesetz zu halten. Kommt wahrscheinlich auch viel auf die persönliche Meinung an, mMn gab es viel zu viele Luftschlösser und zu wenig anerkennen der Realität in den Entscheidungen, ich habe hier im Forum ja über die Jahre auch viel gemeckert und geschrieben was mich gestört hat.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.November 2024, 21:36:45
Weiß nicht. War sie das? Wann?
Direkt nach dem Vorfall und dem Rauswurf.
Habe ich nicht mitbekommen. Weiß ich von nichts. Kann man nicht trotzdem überrascht sein, dass es passiert, obwohl man es als 1 von 3 Szenarien möglich hält? Worüber war er den überrascht? Das er ihn rauswerfen wird?

Ist die Unterstellung hier, dass Habeck die Staatsanwaltschaft dazu angehalten haben soll bei dem Fall richtig Druck zu machen? Die Polizeit hat nachgefragt, ob eine Anzeige gestellt werden will und man hat halt ja gesagt. Die Anführungszeichen um das Skandal muss schon sehr groß sein.
https://www.morgenpost.de/politik/article407691282/hass-hetzte-habeck-beleidigt-hausdurchsuchung-sorgt-fuer-debatte.html
Die allgemeine Kritik richtet sich der wohl daran das es Unsinn ist sowas geringfügiges anzuzeigen und dann zu verfolgen,das wird auch nur die Spitze des Eisbergs sein weil viel einfach gelöscht wird oder untergeht weil Kritik in der Richtung eher unpopulär ist.

Meine wäre das alles mögliche und massenhaft gesucht und Angezeigt wird ohne das es Habeck trifft oder das er es überhaupt gesehen hat, da werden die Petz Meldestellen Aussichtsreiche Fälle suchen, an sein Büro schicken, die filtern dann und legen ihm das zur Unterschrift vor. Nicht so wie es eigentlich sein sollte,dass er sich so gestört fühlt das es eine Anzeige braucht um das zu unterbinden. Er wusste vielleicht nicht mal was das jetzt genau für eine Beleidigung war. Stand jetzt sieht es für mich so aus als hätte die Polizei den "Schwachkopf" als Vorwand benutzt um eine Durchsuchung zu bekommen, den Laptop zu filzen und ggf was in Richtung Volksverhetzung zu finden.

Vorhin gesehen,dass er das in einem Bericht aus Berlin Interview quasi bestätigt.https://x.com/ARD_BaB/status/1858162268967501898 "Das wird über Agenturen gefiltert" sowas finde ich einfach falsch.

Joa... Finde ich auch nicht gut. Also grundsätzlich das, was du vorhin beschrieben hast. Ich kenne die Kritiken und sehe auch, dass hier schnell zensiert werden kann und Dinge "kriminalisiert"/geschlöscht werden, die gar keinen Tatbestand aufweisen. Einfach, damit man als Anbieter seine Ruhe hat.
Andererseits halte ich es für legitim eine Stelle zu beauftragen, die sich in meinem Namen mit den Beleidigungen an mich beschäftigt. Ist halt wie ne Hausverwaltung oder sonst ein Vertreter meiner Rechte als Dienstleistung.

Aber ich verstehe trotzdem den Skandal nicht. In dem Fall ist, wie du schon sagst, die "Petz Meldestelle" die Polizei. Also nicht mal eine Argentur...

Wer sagt den, dass Land in eine völlig falsche Richtung gesteuert wurde? Falsch für wen? Gibt es da ein objektives Ermittlungskomitee? Schien ja lange genug nicht falsch zu sein, für die drei Parteien.
Man kann in einer Demokratie nicht 2-1 überstimmen und der, der alleine steht ist machtlos. Dann würde das ganze System der Koalition keinen Sinn ergeben. Was sind den Gesetze, wo die FDP sich nicht am Kompromiss beteiligen konnte, so wie du es gerade darstellst? Und gibt es nicht vielleicht auch gesetze wo SPD und die Grünen nicht genau das bekommen haben was sie eigentlich wollten?
Also viel positives kann ich am Fazit nach der Ampel nicht erkennen.Gibt es da wirklich einen Bevölkerungsanteil der sich freut das alles richtig gemacht wurde und wir uns auf einem guten Weg befinden? Flüchtlings und Migrationsktise angepackt und gelöst? Das grüne Wirtschaftftswunder hat uns gerettet?Man kann da im Ergibnis schon sagen,dass nicht viel dabei rumgekommen ist. Die sind die erste Koalition der BRD die wirklich 0%der Menschen in der nächsten Regierung haben wollen.Irgendwie verstehe ich die Frage nicht.  :P

Den Parteien geht es auch um Posten und Pensionssicherung,man hat sich da viel schöngeredet vielleicht auch um Kritiker nicht zu bestätigen, ich bin aber auch überfragt warum die so lange durchgezogen haben, der Bruch wird ja schon lange da gewesen sein.

Da würden mir zum Beispiel Atomaustieg und Verbrennerverbot einfallen. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/scholz-machtwort-regierung-koalition-101.html
Natürlich gab es das aus der anderen Richtung auch, dass waren aber oft Geschichten die an der Schuldenbremse und am Haushalt gescheitert sind, ich weiß nicht ob man der FDP vorwerfen kann sich an das Gesetz zu halten. Kommt wahrscheinlich auch viel auf die persönliche Meinung an, mMn gab es viel zu viele Luftschlösser und zu wenig anerkennen der Realität in den Entscheidungen, ich habe hier im Forum ja über die Jahre auch viel gemeckert und geschrieben was mich gestört hat.
Das schlimmste, was die Ampel gemacht hat, ist, dass sie einen toxischen Politikalltag gezeigt hat der im Streit und mit Missgunst auseinander ging. Die haben das lange und schön als konstruktiv beschrieben. Das war es am Anfang sicher auch noch. Aber es hat sich einfach gezeigt, dass die Personen in den Ämtern nicht gut miteinander auskamen und es viel zu viel schmutzige Machtspiele gab. Das hat das sowieso schon schlechte Bild zur Demokratie in Deutschland weiter zerstört.
Ich bin mir relativ sicher, dass das ein Hauptpunkt ist, dass zu den schlechten Umfrageergebnissen führt. Normal sind die Regierungen in Deutschland nicht so laut. Das da dann noch ein paar schlechte Entscheidungen dabei waren (Heizungsgesetz zum Beispiel) macht die Sache nicht besser. Ich frage mich, ob eine andere Koalititon die Herausforderung mit dem Haushalt hätte meisten können. Ich frage mich auch, wie es die CDU anstellen wird, falls sie gewinnt. Die steht ja direkt vor dem gleichen Problem, dass >17 Milliarden Euro fehlen.

Ich frage, weils einfach so dahin gestellt wird von dir. "Es wurden Grenzen überschritten, die nie hätten überschritten werden dürfen." Das klingt so, wie man es eben sagt, wenn Anstand und Sitte verletzt wurde.  ;D Als hätte die Ampelkolation absichtlich und im Bewusstsein schlecht gehandelt. Welche Grenzen sollen es den sein, die nie überschritten werden durften?

Beim Atomausstieg hat die FDP tatsächlich verloren - wegen dem Machtwort von Scholz. Der Verbenneraus war eine Blockade auf Europaebene. Die FDP hat erfolgreich mit der Regelung zu synthetischen Kraftstoffen (zum Beispiel E-Fuel) dazu beigetragen, dass Technologieoffenheit herrscht. Dabei hat die FDP also nur den Umstand des Öko-Kraftstoffe verloren. Damit ist das doch ein Teilerfog. Oder eine Teilniederlage. Aber die FDP war in den Debatten nie grundsätzlich gegen den Verbrenneraus mit Diesel oder Benzin, soweit ich weiß.

Das man einer Partei nicht vorwerfen darf, dass sie sich an Gesetze hält ist klar. Den ersten Haushaltsentwurf, der vor Gericht gekippt wurde haben sie gemeinsamen getragen. Ich denke der Finanzministerhätte da sicher ein Veto einlegen können. Seitdem streiten sie sich am laufenden Band. Welche Gesetze wollten andere Parteien nicht einhalten?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.November 2024, 22:58:14
Ist die Unterstellung hier, dass Habeck die Staatsanwaltschaft dazu angehalten haben soll bei dem Fall richtig Druck zu machen? Die Polizeit hat nachgefragt, ob eine Anzeige gestellt werden will und man hat halt ja gesagt. Die Anführungszeichen um das Skandal muss schon sehr groß sein.
https://www.morgenpost.de/politik/article407691282/hass-hetzte-habeck-beleidigt-hausdurchsuchung-sorgt-fuer-debatte.html (https://www.morgenpost.de/politik/article407691282/hass-hetzte-habeck-beleidigt-hausdurchsuchung-sorgt-fuer-debatte.html)
Die allgemeine Kritik richtet sich der wohl daran das es Unsinn ist sowas geringfügiges anzuzeigen und dann zu verfolgen,das wird auch nur die Spitze des Eisbergs sein weil viel einfach gelöscht wird oder untergeht weil Kritik in der Richtung eher unpopulär ist.

Meine wäre das alles mögliche und massenhaft gesucht und Angezeigt wird ohne das es Habeck trifft oder das er es überhaupt gesehen hat, da werden die Petz Meldestellen Aussichtsreiche Fälle suchen, an sein Büro schicken, die filtern dann und legen ihm das zur Unterschrift vor. Nicht so wie es eigentlich sein sollte,dass er sich so gestört fühlt das es eine Anzeige braucht um das zu unterbinden. Er wusste vielleicht nicht mal was das jetzt genau für eine Beleidigung war. Stand jetzt sieht es für mich so aus als hätte die Polizei den "Schwachkopf" als Vorwand benutzt um eine Durchsuchung zu bekommen, den Laptop zu filzen und ggf was in Richtung Volksverhetzung zu finden.

Vorhin gesehen,dass er das in einem Bericht aus Berlin Interview quasi bestätigt.https://x.com/ARD_BaB/status/1858162268967501898 (https://x.com/ARD_BaB/status/1858162268967501898) "Das wird über Agenturen gefiltert" sowas finde ich einfach falsch.

Joa... Finde ich auch nicht gut. Also grundsätzlich das, was du vorhin beschrieben hast. Ich kenne die Kritiken und sehe auch, dass hier schnell zensiert werden kann und Dinge "kriminalisiert"/geschlöscht werden, die gar keinen Tatbestand aufweisen. Einfach, damit man als Anbieter seine Ruhe hat.
Andererseits halte ich es für legitim eine Stelle zu beauftragen, die sich in meinem Namen mit den Beleidigungen an mich beschäftigt. Ist halt wie ne Hausverwaltung oder sonst ein Vertreter meiner Rechte als Dienstleistung.

Aber ich verstehe trotzdem den Skandal nicht. In dem Fall ist, wie du schon sagst, die "Petz Meldestelle" die Polizei. Also nicht mal eine Argentur...




Das Problem der Trusted Flagger und das bekommen die aktuellen "Herrschenden" nicht mit, dass das Pendel auch zur anderen Seite ausschlagen kann. Was macht man eigentlich wenn die afD irgendwann mal Trusted Flagger berufen kann und wird? Dann stehen die, welche jetzt die Deutungshoheit haben selbst in der Schusslinie. Und Unternehmen scheren sich einen Dreck um Politik. Da geht es nur ums Geld. Im Moment folgen sie halt dem Zeitgeist. Aber ändern sich die Zeiten, dann ändern sich auch die Ansichten der Unternehmen. Viele der Unternehmen, die jetzt die Woke-Welle reiten, haben unter Hitler auch mitgemacht. Vor Jahren dachte man, man kriegt die afD klein mit seinen tollen Rezepten gegen Rechts und kann weitermachen wie bisher und es immer weiter treiben bis die Bürger die Schnauze voll haben. Die stehen im Moment bei 18% und man versucht da jetzt Überwachung und Kontrolle dagegen zu setzen... Wie kurzsichtig kann man sein? Bekämpft halt die Ursachen und nehmt der afD die Basis ihres Erfolges, aber dazu wird es nicht kommen...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.November 2024, 23:17:15
Ist die Unterstellung hier, dass Habeck die Staatsanwaltschaft dazu angehalten haben soll bei dem Fall richtig Druck zu machen? Die Polizeit hat nachgefragt, ob eine Anzeige gestellt werden will und man hat halt ja gesagt. Die Anführungszeichen um das Skandal muss schon sehr groß sein.
https://www.morgenpost.de/politik/article407691282/hass-hetzte-habeck-beleidigt-hausdurchsuchung-sorgt-fuer-debatte.html (https://www.morgenpost.de/politik/article407691282/hass-hetzte-habeck-beleidigt-hausdurchsuchung-sorgt-fuer-debatte.html)
Die allgemeine Kritik richtet sich der wohl daran das es Unsinn ist sowas geringfügiges anzuzeigen und dann zu verfolgen,das wird auch nur die Spitze des Eisbergs sein weil viel einfach gelöscht wird oder untergeht weil Kritik in der Richtung eher unpopulär ist.

Meine wäre das alles mögliche und massenhaft gesucht und Angezeigt wird ohne das es Habeck trifft oder das er es überhaupt gesehen hat, da werden die Petz Meldestellen Aussichtsreiche Fälle suchen, an sein Büro schicken, die filtern dann und legen ihm das zur Unterschrift vor. Nicht so wie es eigentlich sein sollte,dass er sich so gestört fühlt das es eine Anzeige braucht um das zu unterbinden. Er wusste vielleicht nicht mal was das jetzt genau für eine Beleidigung war. Stand jetzt sieht es für mich so aus als hätte die Polizei den "Schwachkopf" als Vorwand benutzt um eine Durchsuchung zu bekommen, den Laptop zu filzen und ggf was in Richtung Volksverhetzung zu finden.

Vorhin gesehen,dass er das in einem Bericht aus Berlin Interview quasi bestätigt.https://x.com/ARD_BaB/status/1858162268967501898 (https://x.com/ARD_BaB/status/1858162268967501898) "Das wird über Agenturen gefiltert" sowas finde ich einfach falsch.

Joa... Finde ich auch nicht gut. Also grundsätzlich das, was du vorhin beschrieben hast. Ich kenne die Kritiken und sehe auch, dass hier schnell zensiert werden kann und Dinge "kriminalisiert"/geschlöscht werden, die gar keinen Tatbestand aufweisen. Einfach, damit man als Anbieter seine Ruhe hat.
Andererseits halte ich es für legitim eine Stelle zu beauftragen, die sich in meinem Namen mit den Beleidigungen an mich beschäftigt. Ist halt wie ne Hausverwaltung oder sonst ein Vertreter meiner Rechte als Dienstleistung.

Aber ich verstehe trotzdem den Skandal nicht. In dem Fall ist, wie du schon sagst, die "Petz Meldestelle" die Polizei. Also nicht mal eine Argentur...




Das Problem der Trusted Flagger und das bekommen die aktuellen "Herrschenden" nicht mit, dass das Pendel auch zur anderen Seite ausschlagen kann. Was macht man eigentlich wenn die afD irgendwann mal Trusted Flagger berufen kann und wird? Dann stehen die, welche jetzt die Deutungshoheit haben selbst in der Schusslinie. Und Unternehmen scheren sich einen Dreck um Politik. Da geht es nur ums Geld. Im Moment folgen sie halt dem Zeitgeist. Aber ändern sich die Zeiten, dann ändern sich auch die Ansichten der Unternehmen. Viele der Unternehmen, die jetzt die Woke-Welle reiten, haben unter Hitler auch mitgemacht. Vor Jahren dachte man, man kriegt die afD klein mit seinen tollen Rezepten gegen Rechts und kann weitermachen wie bisher und es immer weiter treiben bis die Bürger die Schnauze voll haben. Die stehen im Moment bei 18% und man versucht da jetzt Überwachung und Kontrolle dagegen zu setzen... Wie kurzsichtig kann man sein? Bekämpft halt die Ursachen und nehmt der afD die Basis ihres Erfolges, aber dazu wird es nicht kommen...

Ich habe das schon verstanden. Ich habe das allerdings gerade auch falsch geschrieben. Die Deutungshoheit hat nach der Änderung der Agentur immer noch die Staatsanwaltschaft, die man dann auch noch austauschen oder mit anderen Gesetzen austatten müsste. Aktuell gehen Meldungen ein wie die Leugnung des Holocaust, Aufrufe zu Gewalt oder die Verbreitung verbotener Symbole. Ich sehe also eigentlich gar keine so große Gefahr, dass das mal eben kurz geändert werden könnte. Man müsste relativ viel im Strafgesetzbuch ändern, was verboten ist und was nicht.

Eine Beleidigung gegen eine Person kann von so einer Agentur gar nicht verarbeitet werden, was mich noch mehr wundert wie wir da jetzt im Bezug auf Habeck drauf kamen.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 19.November 2024, 17:38:32
Habe ich nicht mitbekommen. Weiß ich von nichts. Kann man nicht trotzdem überrascht sein, dass es passiert, obwohl man es als 1 von 3 Szenarien möglich hält? Worüber war er den überrascht? Das er ihn rauswerfen wird?
Ich habe da gerade den Faden verloren, ich glaube wir schreiben an einander vorbei.  :P Wenn Scholz schon im Sommer nicht mehr mit Lindner konnte, die Schuldenbremse da ein valider Grund war und man geplant hat Lindner da vor die Wahl zu stellen die Verfassung zu brechen oder zu gehen, wäre das ein besserer Zeitpunkt gewesen ihn rauszuwerfen weil man den Menschen dann keinen Stress über die Feiertage gemacht hätte, den Grund dafür das jetzt zu machen habe ich so verstanden, dass verbreitet wird, Lindner hätte sich plötzlich quer gestellt und Scholz hätte keine andere Wahl gehabt als zu handeln.

Joa... Finde ich auch nicht gut. Also grundsätzlich das, was du vorhin beschrieben hast. Ich kenne die Kritiken und sehe auch, dass hier schnell zensiert werden kann und Dinge "kriminalisiert"/geschlöscht werden, die gar keinen Tatbestand aufweisen. Einfach, damit man als Anbieter seine Ruhe hat.
Andererseits halte ich es für legitim eine Stelle zu beauftragen, die sich in meinem Namen mit den Beleidigungen an mich beschäftigt. Ist halt wie ne Hausverwaltung oder sonst ein Vertreter meiner Rechte als Dienstleistung.

Aber ich verstehe trotzdem den Skandal nicht. In dem Fall ist, wie du schon sagst, die "Petz Meldestelle" die Polizei. Also nicht mal eine Argentur...
Das Beispiel mit der Hauverwaltung würde ja eher passen wenn Musk die NGO einsetzen würde um auf Twitter Meldungen zu finden und nicht der Staat, ich habe mir die Stelle mal genauer angeschaut als das rauskam so vertrauenswürdig kommt die mir nicht vor und ich will eher nicht,dass gerade die ggf meine Posts bewerteen und entscheiden was jetzt eine Grenze überschreitet.
Im Gegensatz zu einer Staatlichen Stelle gibt es da weniger Transparenz und man kann sich denken,dass es eher einseitiges bewerten/löschen geben wird und die nicht neutral sind,ist ja auch logisch,ein Grün geführtes Ministerium wird eher Stellen einsetzen die auf Linie sind und ähnliche Ansichten vertreten. Was wohl los wäre wenn es keine linke NGO wäre sondern man z.B sowas wie die Identitäre Bewegung damit beauftragen würde Posts zu bewerten und löschen zu lassen.

Das allgemeine Problem bei sowas ist,dass es nicht um die Sache an sich geht, sondern das Einfluss auf die Meinungsbildung und genommen werden soll in dem kritische Posts und Meinungen unterbunden werden egal ob strafbar oder nicht, was genau Hass und Hetze ist entscheidet in dem Fall keine neutrale staatliche Behörde die an Gesetze gebunden ist sondern die Meinung eines NGO Mitarbeiters.
In einem Video wird auch offen gesagt, dass man einfach alles mögliche Melden soll um Gesetze zu verändern. 
https://youtu.be/Mn95rYwH6es?si=foxxuscVYwLezSUr&t=118
Es gibt da auch einen Leitfaden für Trusted Flagger in dem seht grobe Punkte aufegführt sind was gemeldet werden kann, theoritisch könnte das alles mögliche sein.
https://x.com/stagerbn/status/1843679762885280228 zufällig auf Twitter gesehen.

Den Skandal hatte ich auch in Anführungszeichen gesetzt weil mir kein besseres Wort einfiel. Ich habe ja oben schon beschrieben wie ich vermute das der Ablauf ist, Petz Stellen suchen Posts, leiten die an das Büro von Habeck weiter, er unterschreibt blind alles was von denen gefiltert wurde,weil er Minister ist und es den § 188 StGB gibt werden Behörden schon bei anderen Sachen tätig als es bei normalen Menschen der Fall wäre. Der "Skandal" ist das er als Spitzenpolitiker so kleinlich ist und nicht mal aushalten kann wenn ihn jemand als Schwachkopf bezeichnet und es deswegen eine Haudurchsuchung gab. Einen ähnlichen Fall gab es damals auch über einen Hamburger Innensenator, ging auch nach hinten los https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hamburg-innensenator-andy-grote-pimmelgate-chronologie-a-dbd0040d-1126-43c6-a5d9-c33c8eb193a5

Ich finde da aber schlimmer, dass man da anscheinend ein immer größer werdendes Denunziations System aufbaut und er aktiv daran mitwirkt. Gestern habe ich gelesen, dass er wohl auch eine Frau angezeigt hat die ihn falsch zitiert hat. Keine Ahnung was da dran ist, wundern würde es mich nach der Geschichte nicht https://www.welt.de/politik/deutschland/plus254565428/Gruene-Minister-Anzeige-von-Habeck-und-Baerbock-wegen-falscher-Zitate-fuehrte-zu-Hausdurchsuchung-bei-Frau.html

Passend dazu gab es im Sommer auch einen weiteren Bürgerrat der sich miit Desinformation und den sozialen Medien beschäftigt und Empfehlungen gegeben hat, auch wieder geleitet duch  "Experten" und natürlich kamen da genau die gewünschten Ergebnisse raus.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/forum-gegen-fakes-2256034
Da haben sich so viele Bürger beteiligt und es war so transparent, dass so gut wie keiner etwas davon mitbekommen hat.  :P
Wird dann trotzdem als Bestätigung genommen um die eigene Politik zu bewerben. https://x.com/KonstantinNotz/status/1834266290669658347
Danach kommen dann vielleicht schärfere Gesetze weil die Büger das ja so wollen.

Das schlimmste, was die Ampel gemacht hat, ist, dass sie einen toxischen Politikalltag gezeigt hat der im Streit und mit Missgunst auseinander ging. Die haben das lange und schön als konstruktiv beschrieben. Das war es am Anfang sicher auch noch. Aber es hat sich einfach gezeigt, dass die Personen in den Ämtern nicht gut miteinander auskamen und es viel zu viel schmutzige Machtspiele gab. Das hat das sowieso schon schlechte Bild zur Demokratie in Deutschland weiter zerstört.
Ich bin mir relativ sicher, dass das ein Hauptpunkt ist, dass zu den schlechten Umfrageergebnissen führt. Normal sind die Regierungen in Deutschland nicht so laut. Das da dann noch ein paar schlechte Entscheidungen dabei waren (Heizungsgesetz zum Beispiel) macht die Sache nicht besser. Ich frage mich, ob eine andere Koalititon die Herausforderung mit dem Haushalt hätte meisten können. Ich frage mich auch, wie es die CDU anstellen wird, falls sie gewinnt. Die steht ja direkt vor dem gleichen Problem, dass >17 Milliarden Euro fehlen.

Ich frage, weils einfach so dahin gestellt wird von dir. "Es wurden Grenzen überschritten, die nie hätten überschritten werden dürfen." Das klingt so, wie man es eben sagt, wenn Anstand und Sitte verletzt wurde.  ;D Als hätte die Ampelkolation absichtlich und im Bewusstsein schlecht gehandelt. Welche Grenzen sollen es den sein, die nie überschritten werden durften?

Beim Atomausstieg hat die FDP tatsächlich verloren - wegen dem Machtwort von Scholz. Der Verbenneraus war eine Blockade auf Europaebene. Die FDP hat erfolgreich mit der Regelung zu synthetischen Kraftstoffen (zum Beispiel E-Fuel) dazu beigetragen, dass Technologieoffenheit herrscht. Dabei hat die FDP also nur den Umstand des Öko-Kraftstoffe verloren. Damit ist das doch ein Teilerfog. Oder eine Teilniederlage. Aber die FDP war in den Debatten nie grundsätzlich gegen den Verbrenneraus mit Diesel oder Benzin, soweit ich weiß.

Das man einer Partei nicht vorwerfen darf, dass sie sich an Gesetze hält ist klar. Den ersten Haushaltsentwurf, der vor Gericht gekippt wurde haben sie gemeinsamen getragen. Ich denke der Finanzministerhätte da sicher ein Veto einlegen können. Seitdem streiten sie sich am laufenden Band. Welche Gesetze wollten andere Parteien nicht einhalten?
Ich denke eher,dass der Streit es ein Stück weit die politische Arbeit und die Resultate überdeckt hat, egal was passiert ist es wurde immer die Kommunikation in den Vordergrund gestellt,so als ob die Streitereien das eigentliche Problem wären. Bei dem Heizungsgesetz von Habeck wurde ja auch viel daraf geschoben,dass es angeblich zu früh durchgesteckt wurde, das Gesetz an sich war aber eine schlechte Idee. Ich sehe jetzt im Ergebnis auch nicht viel positives was da rausgekommen ist. Ohne FDP in der Regierung hätte es bestimmt weniger Streit gegeben aber mMn würden wir ohne deren Beteiligung deutlich schlechter dastehen.
Aber natürlich war die Art in der miteinander umgegangen wurde nicht ideal, man hatte da oft den Eindruck,dass es mehr um das eigene Ego geht als sich für das Land zusammenzureißen.Wenn man aber trozdem positive Ergebnisse oder irgendetwas vorzuweisen hätte wären die Umfragewerte nicht ganz so katastrophal. Irgendeinem würden die Erfolge ja schon zugeschrieben werden.

Ja die Union wird da eigentlich auch keine großen Sprünge machen können,die Erwartungshaltung an Merz wird auch zu groß sein um die erfüllen zu können, gerade auch weil man entweder den Klotz SPD oder Grüne am Bein hat und es keinen richtigen Politikwechsel geben wird, ich etwarte aber eigentlich auch von denen ein aufweichen der Schuldenbremse um sich dadurch Geld zu besorgen. Ich bin mir schon sicher das eine Union bestimmte Sachen besser gelöst hätte weil man idiologisch z.B nicht am Atomaustieg oder am Klimawandel hängt wie die Grünen oder auch bei Waffenlieferungen für die Ukraine nicht so gebremst hätte wie die SPD.

Die Formulierung mit den Grenzen war auf die FPD und deren Wähler und Standpunkte bezogen,da wird für die meisten eben bei Verbrennerverbot und Atomausstieg Schluss sein und darum stehen die jetzt bei 4%. Da muss man sich als Partei überlegen ob man sich so verbiegen will das man nicht mehr erkennt wofür man steht und sich dann bei der nächsten Wahl auch nicht darüber wundern,dass man rausfliegt.

Ja, das man sich nicht gegen das Verbrennerverbot gestellt hat war mMn ein Fehler, ich verstehe bis heute nicht was der Sinn sein und was damit positives erreicht werden soll und das Union und FDP da mitgehen noch weniger und klar kam das aus der EU, nur kann man sich als Land auch dagegen stemmen und versuchen das zu verhindern, wenn sich Deutschland hinstellt und mit Blockaden oder Austrtt droht wird man ja sehen was passiert ganz abgesehen davon,dass ja alle Länder zusammen über Gesetze verhandeln und das Argument mit"Kann man nichts machen kommt von der EU" in vielen Fällen nur eine Ausrede ist damit sich die Bürger dann über die EU ärgern und nicht über die eigene Regierung. Beispiel Lieferkettengesetz bei dem Deutschland ja auch erst Vorreiter war. Komplett anderes Thema aber ch finde die EU sollte in vielen Fragen auch nicht über nationalem Recht stehen wenn es den Bürgern massiv schadet.Da wäre ic in einigen Punkten sogar bei Orban.

Darum wäre es besser gewesen den Haushalt und Koalitionsvertrag nach dem Urteil noch mal neu zu verhandeln oder da Neuwahlen zu haben um sich Bestätigung für die Pläne abzuholen, man hat ja zu dem Zeitpunkt schon Politik gegen die Umfragen und gegen den Wählerwillen gemacht. Man hat von Lindner ja öfter verlangt,dass er die Schuldenbremse aufweicht, obwohl es da dann sogar ein klares Urteil gab. Das es zu wenig Geld für alles mögliche gab war ja klar aber seine Aufgabe als Finanzminister ist eben, dass fair im Rahmen der Gesetze und damit der Schuldenbremse, zu verteilen.

Gestern noch die Meldung gelesen. https://www.deutschlandfunk.de/gruene-wollen-voellig-neues-modell-104.html
Zitat
"Ein auf dem Parteitag in Wiesbaden beschlossenes Modell sieht einen sogenannten Lebensfreibetrag in Höhe von beispielsweise einer Million Euro vor. Das bedeutet, dass mehrere Erbschaften einer Person bei der Besteuerung zusammengerechnet werden.
Oberhalb des Freibetrags soll demnach ein linearer Steuersatz von etwa 25 Prozent für alle Vermögensgegenstände gelten, inklusive Immobilien und Aktien. Bisher geltende Verschonungsregelungen und Ausnahmen sollen weitgehend entfallen. Dies gilt auch für Betriebsvermögen. Um Unternehmen und Arbeitsplätze nicht durch Liquiditätsengpässe zu gefährden, solle die Steuer längerfristig gestundet und in jährlichen Raten beglichen werden können."
Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis /der Familie schon ein paar Leute die das Betriebsvermögen von einer Million überschreiten dürften, wenn man da z.B mal einen Bauernhof oder normalen Handwerksbetrieb nimmt kommt die Summe doch schnell zusammen, wahrscheinlich geht bei vielen dann eher die Firma kaputt wenn man neben laufenden Kosten noch eine Stundung an den Staat zahlen muss.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 19.November 2024, 19:13:00
Zitat
"Ein auf dem Parteitag in Wiesbaden beschlossenes Modell sieht einen sogenannten Lebensfreibetrag in Höhe von beispielsweise einer Million Euro vor. Das bedeutet, dass mehrere Erbschaften einer Person bei der Besteuerung zusammengerechnet werden.
Oberhalb des Freibetrags soll demnach ein linearer Steuersatz von etwa 25 Prozent für alle Vermögensgegenstände gelten, inklusive Immobilien und Aktien. Bisher geltende Verschonungsregelungen und Ausnahmen sollen weitgehend entfallen. Dies gilt auch für Betriebsvermögen. Um Unternehmen und Arbeitsplätze nicht durch Liquiditätsengpässe zu gefährden, solle die Steuer längerfristig gestundet und in jährlichen Raten beglichen werden können."
Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis /der Familie schon ein paar Leute die das Betriebsvermögen von einer Million überschreiten dürften, wenn man da z.B mal einen Bauernhof oder normalen Handwerksbetrieb nimmt kommt die Summe doch schnell zusammen, wahrscheinlich geht bei vielen dann eher die Firma kaputt wenn man neben laufenden Kosten noch eine Stundung an den Staat zahlen muss.  ::)

Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, der heutzutage vermutlich geradeso die 1 Mio. knackt. Natürlich auf Basis des Landwertes. Das ist ein kleiner Hof. Und ja, da geht der Betrieb dann eher kaputt. Nochmal mehr, wenn vielleicht auch noch Geschwister auszuzahlen sind.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Veilchen blühen ewig am 27.November 2024, 20:20:12
Wie ich Politik in Österreich mittlerweile hasse.

Die Parteien schauen alle nur auf ihren eigenen Vorteil, das Land ist ihnen völlig egal. Bitte löst alle Partien auf, und setzt eine Regierung ein, wo jeder Minister kompetent für sein Fach ist.

Ich will keine Parteienakademie Absolventen mehr sehen, die in ihrem Leben noch nie in der Privatwirtschaft gearbeitet haben.

Mir kommt nur noch das kotzen in der österr. Politik.

Edit: Sry, musste ich eben loswerden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 27.November 2024, 21:13:07
Wie ich Politik in Österreich mittlerweile hasse.

Die Parteien schauen alle nur auf ihren eigenen Vorteil, das Land ist ihnen völlig egal. Bitte löst alle Partien auf, und setzt eine Regierung ein, wo jeder Minister kompetent für sein Fach ist.

Ich will keine Parteienakademie Absolventen mehr sehen, die in ihrem Leben noch nie in der Privatwirtschaft gearbeitet haben.

Mir kommt nur noch das kotzen in der österr. Politik.

Edit: Sry, musste ich eben loswerden.


Kannst Österreich durch Deutschland ersetzen, der Wahrheitsgehalt bleibt dabei gleich. Geteiltes Leid ist halbes Leid...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.November 2024, 21:16:53
Gibt es denn ein besseres System als die repräsentative Demokratie? Eine Technokratie ist imho keine bessere Alternative.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 27.November 2024, 21:27:14
Gibt es denn ein besseres System als die repräsentative Demokratie? Eine Technokratie ist imho keine bessere Alternative.


Man müsste die repräsentative Demokratie reformieren und vor allem die Macht der Parteien begrenzen. Wie kann es sein, dass im ÖRR die Parteien ihre Finger im Spiel haben?




Wie kann es sein, dass die spD soviel Macht bei Zeitungen und Verlagen hat?
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Druck-_und_Verlagsgesellschaft
https://de.wikipedia.org/wiki/Redaktionsnetzwerk_Deutschland

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.November 2024, 23:22:55
Der Einfluss der Parteien ist über die Jahrzehnte gewachsen und sicherlich ein großes Problem, mir fällt da aber auch keine Lösung ein. Und wer sollte so eine Lösung auch anstreben und umsetzen? Das müssten die Parteien selber tun. Sehr unwahrscheinlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Funker Hornsby am 28.November 2024, 12:45:11
Der Einfluss der Parteien ist über die Jahrzehnte gewachsen und sicherlich ein großes Problem, mir fällt da aber auch keine Lösung ein. Und wer sollte so eine Lösung auch anstreben und umsetzen? Das müssten die Parteien selber tun. Sehr unwahrscheinlich.
Lösung: Konstitutionelle Monarchie - zumindest in der Theorie

Du hast einen starken Monarchen, der unabhängig ist von Wählerstimmen etc.. Die Politik wird grundsätzlich weiter auf Basis eines Parlament gemacht, der Monarch steuert jedoch Dinge, bei welchen die Parteien sich selbst ins Fleisch schneiden würden. Bspw Bundestagsdiäten, Einfluss auf ÖRR oder Verlage usw.
Eine Machtfaktor innerhalb einer grds demokratischen Verfassung, der aber nicht auf Wählerstimmen angewiesen ist.

In der Praxis natürlich reinste Utopie, da auch eine solche Position von einem Menschen besetzt wäre und auch dieser von allem Möglichem beeinflusst werden würde.

Und nein ich bin kein Reichsbürger und wünsche mir weder das Deutsche Reich unter den Nazis noch das Kaiserreich zurück. Bitte nicht falsch verstehen, reines Gedankenspiel
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 28.November 2024, 13:40:18
Der Einfluss der Parteien ist über die Jahrzehnte gewachsen und sicherlich ein großes Problem, mir fällt da aber auch keine Lösung ein. Und wer sollte so eine Lösung auch anstreben und umsetzen? Das müssten die Parteien selber tun. Sehr unwahrscheinlich.
Lösung: Konstitutionelle Monarchie - zumindest in der Theorie

Du hast einen starken Monarchen, der unabhängig ist von Wählerstimmen etc.. Die Politik wird grundsätzlich weiter auf Basis eines Parlament gemacht, der Monarch steuert jedoch Dinge, bei welchen die Parteien sich selbst ins Fleisch schneiden würden. Bspw Bundestagsdiäten, Einfluss auf ÖRR oder Verlage usw.
Eine Machtfaktor innerhalb einer grds demokratischen Verfassung, der aber nicht auf Wählerstimmen angewiesen ist.

In der Praxis natürlich reinste Utopie, da auch eine solche Position von einem Menschen besetzt wäre und auch dieser von allem Möglichem beeinflusst werden würde.

Und nein ich bin kein Reichsbürger und wünsche mir weder das Deutsche Reich unter den Nazis noch das Kaiserreich zurück. Bitte nicht falsch verstehen, reines Gedankenspiel

Ich habe eine Theorie, die das Problem löst. Ich erzähle drei Zeilen von der Theorie. Dann komme ich zum Schluss, dass sie das Problem nicht löst.

Merkste selber, oder?  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.November 2024, 14:20:54
Bitte nicht falsch verstehen, reines Gedankenspiel
Es gibt ja auch den "gutmütigen Diktator", der nur das Beste für sein Volk will. Was aber, wenn der nächste Diktator oder Monarch das nicht mehr will? Den kann man dann nichtmal abwählen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 28.November 2024, 17:23:56
Hier in Deutschland hat es mit der Ampel zuletzt ja nicht geklappt. Ein gewichtiger Grund waren Unstimmigkeiten zwischen den Parteien. Auch bei vorherigen Koalitionen fällt immer mal wieder auf, dass der Wähler nicht das kommt, was er eigentlich will - im Zweifel halt nur die Partei.

Eventuell könnte man die Wahl in zwei Schritte aufteilen. Der erste Schritt bleibt identisch. Im zweiten Schritt würden die Wähler die Parteien ranken. Sozusagen eine Stichwahl. So wäre am Ende nur eine Partei gewählt und könnte die politischen Ämter besetzen. Wie man den Bundestag dann zusammensetzt, damit a) Kontrolle gewährleistet und b) trotzdem Neuerungen angestoßen werden können, wäre zu prüfen.

Die wichtigste Kontrollinstanz sollte jedoch unabhängig von parteiinternen Spielereien sein. Eine Zweiteilung fände ich gut. Einmal der Bürger selber und einmal ein "unabhängiges Gremium" - wie auch immer das zu gestalten wäre. Schon im Vorfeld der Wahl müssten die Partien meinetwegen zwei Kernziele näher definieren. Dazu zählt auch die Art, wie das Ziel zu erreichen ist. Eventuell macht man gleiches noch für vier nachrangige Ziele. Die Parteien selber beschreiben den Fortschritt und die Handlungsschritte. Nach zwei und drei Jahren bewerten das Gremium und die Bürger über eine Abstimmung, ob Ziele zu erreichen sind bzw. in welchem Maß die Umsetzung glückt.

So würde Politik für das Volk auch greifbarer werden. Außerdem wären die Parteien mehr an ihre Ziele aus dem Wahlkampf gebunden.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Funker Hornsby am 28.November 2024, 18:06:03
Der Einfluss der Parteien ist über die Jahrzehnte gewachsen und sicherlich ein großes Problem, mir fällt da aber auch keine Lösung ein. Und wer sollte so eine Lösung auch anstreben und umsetzen? Das müssten die Parteien selber tun. Sehr unwahrscheinlich.
Lösung: Konstitutionelle Monarchie - zumindest in der Theorie

Du hast einen starken Monarchen, der unabhängig ist von Wählerstimmen etc.. Die Politik wird grundsätzlich weiter auf Basis eines Parlament gemacht, der Monarch steuert jedoch Dinge, bei welchen die Parteien sich selbst ins Fleisch schneiden würden. Bspw Bundestagsdiäten, Einfluss auf ÖRR oder Verlage usw.
Eine Machtfaktor innerhalb einer grds demokratischen Verfassung, der aber nicht auf Wählerstimmen angewiesen ist.

In der Praxis natürlich reinste Utopie, da auch eine solche Position von einem Menschen besetzt wäre und auch dieser von allem Möglichem beeinflusst werden würde.

Und nein ich bin kein Reichsbürger und wünsche mir weder das Deutsche Reich unter den Nazis noch das Kaiserreich zurück. Bitte nicht falsch verstehen, reines Gedankenspiel

Ich habe eine Theorie, die das Problem löst. Ich erzähle drei Zeilen von der Theorie. Dann komme ich zum Schluss, dass sie das Problem nicht löst.

Merkste selber, oder?  ;)

Der einzige der gleich auf die persönliche Ebene abdriftet bist aber du, merkste selber?

Aber natürlich bitte ich um Entschuldigung und werde nur noch Essays mit mehr als 473 Worten in diesem Forum als Beitrag posten. Hoffe du kannst mir meinen Dreizeiler verzeihen. (Wusste gar nicht, dass das so in den Forenregeln steht, denke du wirst mir den entsprechenden Passus aber aus dem Kopf zitieren können)

Untertänigst…

Zurück zur sachlichen Diskussion?
Da meine Theorie sowieso für reinse Utopie ist, dachte ich es ist nicht nötig diese seitenlang auszuarbeiten. Durch mein Dreizeiler sollte lediglich die Theorie kurz veranschaulicht werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 28.November 2024, 19:12:16
Der Einfluss der Parteien ist über die Jahrzehnte gewachsen und sicherlich ein großes Problem, mir fällt da aber auch keine Lösung ein. Und wer sollte so eine Lösung auch anstreben und umsetzen? Das müssten die Parteien selber tun. Sehr unwahrscheinlich.
Lösung: Konstitutionelle Monarchie - zumindest in der Theorie

Du hast einen starken Monarchen, der unabhängig ist von Wählerstimmen etc.. Die Politik wird grundsätzlich weiter auf Basis eines Parlament gemacht, der Monarch steuert jedoch Dinge, bei welchen die Parteien sich selbst ins Fleisch schneiden würden. Bspw Bundestagsdiäten, Einfluss auf ÖRR oder Verlage usw.
Eine Machtfaktor innerhalb einer grds demokratischen Verfassung, der aber nicht auf Wählerstimmen angewiesen ist.

In der Praxis natürlich reinste Utopie, da auch eine solche Position von einem Menschen besetzt wäre und auch dieser von allem Möglichem beeinflusst werden würde.

Und nein ich bin kein Reichsbürger und wünsche mir weder das Deutsche Reich unter den Nazis noch das Kaiserreich zurück. Bitte nicht falsch verstehen, reines Gedankenspiel

Ich habe eine Theorie, die das Problem löst. Ich erzähle drei Zeilen von der Theorie. Dann komme ich zum Schluss, dass sie das Problem nicht löst.

Merkste selber, oder?  ;)

Der einzige der gleich auf die persönliche Ebene abdriftet bist aber du, merkste selber?

Aber natürlich bitte ich um Entschuldigung und werde nur noch Essays mit mehr als 473 Worten in diesem Forum als Beitrag posten. Hoffe du kannst mir meinen Dreizeiler verzeihen. (Wusste gar nicht, dass das so in den Forenregeln steht, denke du wirst mir den entsprechenden Passus aber aus dem Kopf zitieren können)

Untertänigst…

Zurück zur sachlichen Diskussion?
Da meine Theorie sowieso für reinse Utopie ist, dachte ich es ist nicht nötig diese seitenlang auszuarbeiten. Durch mein Dreizeiler sollte lediglich die Theorie kurz veranschaulicht werden.

Ich habe keine Ahnung, ob du gegen Forenregel verstoßen hast. Ich denke nicht.

Ich bin nicht sachlich auf deinen Beitrag eingegangen, weil du ihn bereits selbst zu Ende diskutiert hast. Es wurde ein Problem an der Demokratie identifiziert. Du stellst eine Lösung in den Raum. Und drei Zeilen weiter sagst du, dass die Lösung gar nicht das Problem löst. Ich habe das jetzt nochmal wiederholt, weil dir mein kurzer Beitrag zu persönlich war. Ich wollte dich nicht persönlich kritsieren, sondern nur auf das jetzt bereits zwei mal beschriebene inhaltliche Problem deines Beitrags hinweisen, der mich zum schmunzeln brachte.  Ich verstehe, dass man das schnippisch lesen kann. Aber das war nicht böse gemeint.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.November 2024, 20:33:46
Außerdem wären die Parteien mehr an ihre Ziele aus dem Wahlkampf gebunden.
Die größten Änderungen gibt es aber doch infolge von Krisen, die gar nicht im Wahlprogramm stehen, wie zB. die Bankenkrise, ein Tsunami in Japan, ein weinendes Flüchtlingsmädchen, der Angriffskrieg gegen die Ukraine. On top kommt noch der ganze Kram, den sich die EU einfallen lässt, um den Menschen das Leben schwerer statt einfacher zu machen. Und man kann der Ampel nur schwerlich vorwerfen, sie hätten zu wenig aus ihrem Koalitionsvertrag umgesetzt, das war schon auch alles angekündigt.

Ich weiß, dass ich mich jetzt wieder unbeliebt mache, aber Deutschland braucht jemand wie Milei, der den Dschungel aus Bürokratie, Filz und Amigotum mit der Kettensäge rodet. Afuera! Interessant fand ich, dass Habeck genau dieses Kettensägen-Bild auch schon bemühte. Es muss viel mehr als das Lieferkettengesetz "weggebolzt" werden. Wir brauchen einen schlanken, agile Staat, der schnell auf Krisen reagieren kann und der nur so wenig mit nötig in das Leben der Menschen eingreift.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 28.November 2024, 20:41:30
Außerdem wären die Parteien mehr an ihre Ziele aus dem Wahlkampf gebunden.
Die größten Änderungen gibt es aber doch infolge von Krisen, die gar nicht im Wahlprogramm stehen, wie zB. die Bankenkrise, ein Tsunami in Japan, ein weinendes Flüchtlingsmädchen, der Angriffskrieg gegen die Ukraine. On top kommt noch der ganze Kram, den sich die EU einfallen lässt, um den Menschen das Leben schwerer statt einfacher zu machen. Und man kann der Ampel nur schwerlich vorwerfen, sie hätten zu wenig aus ihrem Koalitionsvertrag umgesetzt, das war schon auch alles angekündigt.

Ja, das mit den Krisen ist natürlich ein Thema. Da müssten dann eventuell Anpassungen erlaubt sein. Aber halt auch öffentlich diskutieren. Daran hat es doch dieses Mal gekrankt. Plötzlich war Krieg, aber alle wollten weiterhin ihre Ziele durchpeitschen. Das hielt das (ertrickste) Budget nicht aus.

Und bei der Umsetzung aus dem Koalitionsvertrag ist es nicht (nur) das Ob, sondern insbesondere auch das Wie. Hier vorher schon zu erklären, wie großspurige Wahlversprechen gehalten werden sollen, finde ich gut. Ein Beispiel: Die Grünen wollen raus aus dem Atomstrom. Was man ja durchaus gut finden kann. Wenn das aber nur mit gesteiterten Stromimporten aus Frankreich (Atom-Strom) gelingt, dann wären Wähler vielleicht weniger überzeugt.

Außerdem wären die Parteien mehr an ihre Ziele aus dem Wahlkampf gebunden.
Ich weiß, dass ich mich jetzt wieder unbeliebt mache, aber Deutschland braucht jemand wie Milei, der den Dschungel aus Bürokratie, Filz und Amigotum mit der Kettensäge rodet. Afuera! Interessant fand ich, dass Habeck genau dieses Kettensägen-Bild auch schon bemühte. Es muss viel mehr als das Lieferkettengesetz "weggebolzt" werden. Wir brauchen einen schlanken, agile Staat, der schnell auf Krisen reagieren kann und der nur so wenig mit nötig in das Leben der Menschen eingreift.

Einverstanden.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 29.November 2024, 10:06:44

Und bei der Umsetzung aus dem Koalitionsvertrag ist es nicht (nur) das Ob, sondern insbesondere auch das Wie. Hier vorher schon zu erklären, wie großspurige Wahlversprechen gehalten werden sollen, finde ich gut. Ein Beispiel: Die Grünen wollen raus aus dem Atomstrom. Was man ja durchaus gut finden kann. Wenn das aber nur mit gesteiterten Stromimporten aus Frankreich (Atom-Strom) gelingt, dann wären Wähler vielleicht weniger überzeugt.


Das würde bedeuten, dass man im Koalitionsvertrag schon die gesamten vier Jahre durchdeklinieren müsste. Das "Wie" ist die Aufgabe in der Legislaturperiode. Wenn man sich überlegt, wie lange zum Teil an Gesetzen nachgeschärft wird, dann würde man eine sehr lange Phase der Koalitionsbildung haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 29.November 2024, 10:47:18

Und bei der Umsetzung aus dem Koalitionsvertrag ist es nicht (nur) das Ob, sondern insbesondere auch das Wie. Hier vorher schon zu erklären, wie großspurige Wahlversprechen gehalten werden sollen, finde ich gut. Ein Beispiel: Die Grünen wollen raus aus dem Atomstrom. Was man ja durchaus gut finden kann. Wenn das aber nur mit gesteiterten Stromimporten aus Frankreich (Atom-Strom) gelingt, dann wären Wähler vielleicht weniger überzeugt.


Das würde bedeuten, dass man im Koalitionsvertrag schon die gesamten vier Jahre durchdeklinieren müsste. Das "Wie" ist die Aufgabe in der Legislaturperiode. Wenn man sich überlegt, wie lange zum Teil an Gesetzen nachgeschärft wird, dann würde man eine sehr lange Phase der Koalitionsbildung haben.

Das soll ja nicht so ins Detail gehen. Ob die  Flüchtlingskrise über eine Schließung der Grenzen oder die Reduzierung der Zuwendung geschehen soll, könnte man definieren.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 29.November 2024, 11:05:25
Auf der Ebene wird bereits definiert. Du kannst dir ja mal die knapp 180 Seiten des letzten Koalitionsvertrags durchlesen. Da steht eigentlich nie, dass wir xy einfach so erreichen sollen, sondern immer eine konkrete Maßnahme.
Deine Beispiele haben gemeinsam, dass sie einfach gar nicht Thema waren. Als die Ampel die Koalition anfing musste man nicht mehr über den Atomausstieg entscheiden. Der war bereits seit 2011 durchgesetzt. Erst ein externer Faktor hat das Fass wieder aufgemacht und es führte zu Diskussionen. Auch bei der CDU, als das Thema durchging, war es nicht Teil des Koalitionsvertrags und wurde innerhalb der Legislaturperiode (Kehrtwende von Angela Merkel) entschieden.
Das gleiche gilt für die Flüchtlingskrise (ich nehe an, du meinst 2015). Krise sagt ja schon, dass das nicht planbar sein kann. Die CDU und SPD wusste 2013 sicher nicht wozu es 2015 kommen sollte.

Ansonsten stehen im Koalitionsvertrag schon konkrete Ideen und Vorstellungen drin, zum Teil auch direkte Beispiele welche Gesetze wie angepasst werden und worauf man sich beziehen möchte. Und zwar immer von einem Ziel her diskutiert. Es gibt keine Änderungen zum Selbstzweck und es gibt keine Ziele ohne Herleitung, wie ein Weg aussehen könnte. Das zieht sich durch das komplette Dokument durch. Jeder Absatz beginnt mit einem Ziel, gefolgt von einer Auflistung der Maßnahmen, die zur Erreichung des Ziels dienen sollen.
Für unrealistisch halte ich es zum Beispiel, daran schon ein kompletten Haushalt abzuleiten, ohne das man in der Regierung ist. Daran ist ja, wie du schon gesagt hast, die Ampel oft gescheitert und das wäre einfach nicht absehbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 29.November 2024, 19:09:48
Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, der heutzutage vermutlich geradeso die 1 Mio. knackt. Natürlich auf Basis des Landwertes. Das ist ein kleiner Hof. Und ja, da geht der Betrieb dann eher kaputt. Nochmal mehr, wenn vielleicht auch noch Geschwister auszuzahlen sind.

LG Veni_vidi_vici
Vielleicht hilft es ja dabei die Grünen in Richtung 5% zu drücken, sowas kann ja eigentlich keiner wollen, weil dann irgendwann Konzerne oder Investoren alles übernehmen oder es niemand mehr auf sich nimmt etwas aufzubauen um es seinen Kindern zu hinterlassen.
Gerade auf dem Bauernhof wird ja die Versorgung der Eltern meistens auch aus dem Hof und dem Erbe bezahlt, eigentlich sollte man da gar keine Abgaben zahlen müssen.

Ich finde da aber schlimmer, dass man da anscheinend ein immer größer werdendes Denunziations System aufbaut und er aktiv daran mitwirkt.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2024-11/justiz-richterbund-anzeigen-ueberlastung-hass-internet
Zitat
Immer weniger dieser Fälle landeten dabei vor Gericht. Während 2013 noch jeder zehnte Fall vor einem Gericht angeklagt worden sei, sei es im vergangenen Jahr einer von 15 Fällen gewesen. "Nach Ermessensvorschriften mit oder ohne Auflagen eingestellt" wurde demnach an den Staatsanwaltschaften sogar jeder dritte Fall. Das betreffe Fälle, "in denen die Behörden zwar einen hinreichenden Tatverdacht sehen, die Vorwürfe gegen die Beschuldigten aber als eher geringfügig einstuften".

Die Folgen seien ein immer größerer Verfahrensstau und immer langwierigere Prozesse, sagte Rebehn. Zwischen der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und einem Urteil vergingen durchschnittlich mehr als 21 Monate. Um das auszugleichen, würden rund 2.000 zusätzliche Ermittler benötigt. 

Ein Grund für die hohe Zahl der Anzeigen sei unter anderem die Zunahme von Anzeigen wegen Hass oder Hetze im Netz.

Ich weiß, dass ich mich jetzt wieder unbeliebt mache, aber Deutschland braucht jemand wie Milei, der den Dschungel aus Bürokratie, Filz und Amigotum mit der Kettensäge rodet. Afuera! Interessant fand ich, dass Habeck genau dieses Kettensägen-Bild auch schon bemühte. Es muss viel mehr als das Lieferkettengesetz "weggebolzt" werden. Wir brauchen einen schlanken, agile Staat, der schnell auf Krisen reagieren kann und der nur so wenig mit nötig in das Leben der Menschen eingreift.
Da würde ich zustimmen, auch wenn es nicht ganz so radikal sein muss wie bei Milei. Ich hoffe für Argentinien,dass er seine Reformen durchziehen kann und Erfolg hat, vielleicht nimmt sich hier dann ja einer ein Beispiel daran.
Ich frage mich auch ob diese Regulierungswut irgendwann mal endet oder ob alles immer weiter verkompliziert und verschärft wird bis wir irgendwann in Glascontainern leben und an Nahrungswürfeln lutschen, weil der Rest wegreguliert wurde. Ich bin überzeugt davon,dass man die meisten Vorschriften und irgendwelche XY Beauftragten einfach streichen könnte ohne negative Folgen zu haben, eher im Gegenteil, vieles würde reibungsloser und weniger gestresst ablaufen.

Der Einfluss der Parteien ist über die Jahrzehnte gewachsen und sicherlich ein großes Problem, mir fällt da aber auch keine Lösung ein. Und wer sollte so eine Lösung auch anstreben und umsetzen? Das müssten die Parteien selber tun. Sehr unwahrscheinlich.
Die Politiker müssten sich mal darauf besinnen für wen sie eigentlich Politik machen, es kommt mir da manchmal so vor als wird die Wahl da als selbstverständlich gesehen und man zieht da einfach weiter seinen Stiefel durch, egal wie die Stimmung in der Bevölkerung ist. Wen kann ich denn z.B wählen damit nach der nächsten Wahl de CO2 Steuer abgeschafft wird? Ist ja verständlich das die Grünen für so etwas sind aber die anderen scheinen da keine großen Anstalten zu machen, so als ob die Steuer gottgegeben und unmöglich anzutasten ist. Da müsste man schon AfD wählen und wenn man das macht, verstehen die anderen Parteien nicht warum.  :P

Es wäre auch viel geholfen,wenn die Politiker sich vor jeder Entscheidung fragen würden ob man damit das Land weiterbringt und es gut für die Bürger ist, so könnten viele unnötige Ausgaben vermieden werden.
Als Beispiel mal die letzte Klimakonferenz, Baerbock setzt sich dafür ein,dass Industrieländer und "fossile" Staaten mehr Geld an andere Länder zahlen sollen, dabei wird komplett ignoriert, dass ein Teil der Länder sehr korrupt und instabil sind,das Geld also wahrscheinlich einfach verschwinden würde ohne einen Unterschied zu machen. Ist es wirklich in unserem Interesse da auf höhere Zahlungen zu pochen? Wirkt auch irgendwie komisch wenn wir uns hier über Ausgaben streiten und da einfach mal eine größere Milliarden Summe überweisen können. Ich fände es allgemein schon sinnvoll zu investieren, aber dann auch kontrolliert, mit Verträgen in denen der Geldgeber bestimmt wo das Geld ausgegeben und was gemacht wird, ggf mit Vorteilen bei anderen Geschäften.

https://www.tagesschau.de/ausland/baku-cop29-reaktionen-100.html
Zitat
Auch die Vertreterin Nigerias sprach unter Applaus aus Teilen des Saals bei der Summe von 300 Milliarden von einem "Witz" und einer "Beleidigung".
https://www.spiegel.de/wirtschaft/nigeria-praesident-sorgt-mit-millionenausgaben-fuer-aerger-in-der-bevoelkerung-a-e399a01f-e356-482c-93ce-e9a2bb168c2c
Zitat
Der nigerianische Präsident Bola Tinubu hat mit einem Nachtragshaushalt in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar Unmut in der Bevölkerung ausgelöst, die ihrerseits massiv unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten leidet. Der Haushalt, der am 2. November im Parlament verabschiedet wurde, enthält auch Mittel für eine Präsidentenjacht, teure Dienstfahrzeuge für das Büro der First Lady und Renovierungsarbeiten im Wohnhaus des Präsidenten.
Zitat
Erst vor Kurzem bestätigte die 460 Mitglieder zählende Nationalversammlung des Landes einen Antrag, dass alle Abgeordneten jeweils einen neuen Geländewagen im Wert von etwa 150.000 Dollar erhalten sollen. Die Fahrzeuge würden ihnen helfen, ihre Arbeit besser zu erledigen, hieß es.



Deine Beispiele haben gemeinsam, dass sie einfach gar nicht Thema waren. Als die Ampel die Koalition anfing musste man nicht mehr über den Atomausstieg entscheiden. Der war bereits seit 2011 durchgesetzt. Erst ein externer Faktor hat das Fass wieder aufgemacht und es führte zu Diskussionen. Auch bei der CDU, als das Thema durchging, war es nicht Teil des Koalitionsvertrags und wurde innerhalb der Legislaturperiode (Kehrtwende von Angela Merkel) entschieden.
Das gleiche gilt für die Flüchtlingskrise (ich nehe an, du meinst 2015). Krise sagt ja schon, dass das nicht planbar sein kann. Die CDU und SPD wusste 2013 sicher nicht wozu es 2015 kommen sollte.
Durch die veränderte Situation wegen des Krieges in der Ukraine hätte man aber eine Anpassung und einen Ausstieg vom Ausstieg bei der Atomkraft vornehmen können, man hätte auch an der Stelle den Koalitionsvertrag ergänzen und noch mal aufmachen können oder müssen. Das Thema hätte mMn auch eine extra Volksbefragung gerechtfertigt.

Das Problem mit dem verschleppen des Asylproblems war schon lange vorher bekannt, man konnte oder wollte sich in der EU aber nicht auf eine wirklich große Reform einigen. Merkel hat 2015 den Fehler gemacht aber unter Scholz kam das wieder  hoch,auch da ist es wieder ein Thema bei dem man den Koalitionsvertrag nachverhandeln und anpassen kann. Von Scholz kam ja sogar das Versprechen, dass man "im großen Stil abschieben" will, passiert ist aber nichts.
Man könnte ja einige Maßnahmen anschieben wie Leistungen reduzieren,Gemeinden selbst Obergrenzen für die Aufnahme selbst festlegen lassen oder Menschen, die länger hier wohnen oder schon bei der Einreise eine Arbeitsstelle haben z.B bei der Wohnungsvergabe bevorzugen. Statt sich ernsthaft darüber zu unterhalten wurde intern blockiert und das Problem verwaltet und das dann als Erfolg verkauft.

Inzwischen kommt auch im Mainstream an,dass der Öffentlich-rechtliche Rundfunk wohl ein Problem mit seinem Pensionssystem hat, ich bin mal sehr gespannt wann da die Blase platzt und der Steuerzahler einspringen muss.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/pensionen-treiben-rbb-in-die-pleite-rechnungshof-berlin-alarmiert-110140313.html

Gerade der RBB scheint da ein Problemkind zu sein, die hatten ja auchden Skandal mit ihrer Intendantin.
https://www.sueddeutsche.de/medien/rbb-schlesinger-1.5643395
https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/rbb-zwischenbericht-101.html
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/prozess-schlesinger-gegen-rbb-kommt-erst-naechstes-jahr-19900761.html



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 29.November 2024, 20:57:12
Deine Beispiele haben gemeinsam, dass sie einfach gar nicht Thema waren. Als die Ampel die Koalition anfing musste man nicht mehr über den Atomausstieg entscheiden. Der war bereits seit 2011 durchgesetzt. Erst ein externer Faktor hat das Fass wieder aufgemacht und es führte zu Diskussionen. Auch bei der CDU, als das Thema durchging, war es nicht Teil des Koalitionsvertrags und wurde innerhalb der Legislaturperiode (Kehrtwende von Angela Merkel) entschieden.
Das gleiche gilt für die Flüchtlingskrise (ich nehe an, du meinst 2015). Krise sagt ja schon, dass das nicht planbar sein kann. Die CDU und SPD wusste 2013 sicher nicht wozu es 2015 kommen sollte.
Durch die veränderte Situation wegen des Krieges in der Ukraine hätte man aber eine Anpassung und einen Ausstieg vom Ausstieg bei der Atomkraft vornehmen können, man hätte auch an der Stelle den Koalitionsvertrag ergänzen und noch mal aufmachen können oder müssen. Das Thema hätte mMn auch eine extra Volksbefragung gerechtfertigt.

Das Problem mit dem verschleppen des Asylproblems war schon lange vorher bekannt, man konnte oder wollte sich in der EU aber nicht auf eine wirklich große Reform einigen. Merkel hat 2015 den Fehler gemacht aber unter Scholz kam das wieder  hoch,auch da ist es wieder ein Thema bei dem man den Koalitionsvertrag nachverhandeln und anpassen kann. Von Scholz kam ja sogar das Versprechen, dass man "im großen Stil abschieben" will, passiert ist aber nichts.
Man könnte ja einige Maßnahmen anschieben wie Leistungen reduzieren,Gemeinden selbst Obergrenzen für die Aufnahme selbst festlegen lassen oder Menschen, die länger hier wohnen oder schon bei der Einreise eine Arbeitsstelle haben z.B bei der Wohnungsvergabe bevorzugen. Statt sich ernsthaft darüber zu unterhalten wurde intern blockiert und das Problem verwaltet und das dann als Erfolg verkauft.


Joa, man hätte so viel machen können und das wurde hier schon rauf und runter diskutiert. Deswegen fange ich an der stelle nicht nochmal damit an und habe vermieden die Beispiele inhaltlich zu diskutieren. Es ging nämlich auch gar nicht darum.
Es ging in der aktuellen Diskussion um eine Reformation des demokratischen Systems dahingehend, dass man den Koalitionsvertrag bei der Erstwahl konkreter, genauer und verbindlicher fassen könnte. Und da sind Beispiele über Ereignisse, die sich erst weit nach der Einigiung eines Koalitionsvertrags stattfanden nicht passend.
Wobei das von dir gesagte zumindest diesem Thema noch eine Komponente hinzufügt. Jetzt hätte man ein total krass ausdefinierten Koalitionsvertrag... Ergäben dann Nachverhandlungen und Änderungen überhaupt Sinn? Wie wären die zu erklären? Hätte man dann Vorteile aus Sicht des Wählers, im Sinne einer verbindlichere Wahl?

Man muss doch irgendwie hinnehmen, dass ein Koalitionsvertrag ein Schönwetter-Dokument ist. Wenn alles so bleibt schaffen wir das vielleicht. Alle sind erstmal zufrieden, weil auf dem Papier ein Kompromiss steht. Und dann wird das Wetter schlecht.

Es wäre auch viel geholfen,wenn die Politiker sich vor jeder Entscheidung fragen würden ob man damit das Land weiterbringt und es gut für die Bürger ist, so könnten viele unnötige Ausgaben vermieden werden.

Und wer will objektiv bewerten, was das Land weiterbringt? Wenn wir hier aus diesem Thread die rausziehen, die viel posten, würden wir uns in der kleinen Gruppe in vielen Themengebieten nicht auf Maßnahmen einigen können, bei denen jeder das Gefühl hätte, dass sie das Land weiter bringen. Heißt das jetzt, dass jemand von uns nicht das Beste im Sinne hat? Es ist halt unheimlich einfach einem Menschen den guten Vorsatz abzusprechen, weil er etwas anderes macht was man selbst für richtig hält.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 29.November 2024, 22:45:43
Joa, man hätte so viel machen können und das wurde hier schon rauf und runter diskutiert. Deswegen fange ich an der stelle nicht nochmal damit an und habe vermieden die Beispiele inhaltlich zu diskutieren. Es ging nämlich auch gar nicht darum.
Es ging in der aktuellen Diskussion um eine Reformation des demokratischen Systems dahingehend, dass man den Koalitionsvertrag bei der Erstwahl konkreter, genauer und verbindlicher fassen könnte. Und da sind Beispiele über Ereignisse, die sich erst weit nach der Einigiung eines Koalitionsvertrags stattfanden nicht passend.
Wobei das von dir gesagte zumindest diesem Thema noch eine Komponente hinzufügt. Jetzt hätte man ein total krass ausdefinierten Koalitionsvertrag... Ergäben dann Nachverhandlungen und Änderungen überhaupt Sinn? Wie wären die zu erklären? Hätte man dann Vorteile aus Sicht des Wählers, im Sinne einer verbindlichere Wahl?

Man muss doch irgendwie hinnehmen, dass ein Koalitionsvertrag ein Schönwetter-Dokument ist. Wenn alles so bleibt schaffen wir das vielleicht. Alle sind erstmal zufrieden, weil auf dem Papier ein Kompromiss steht. Und dann wird das Wetter schlecht.
Die Beispiele waren ja darauf bezogen das es eigentlich eine Änderung der Politik hätte geben müssen und gerade solche Ereignisse die Meinung der Bevölkerung drehen und einen vorher komplett geplanten Koalitionsvertrag unmöglich machen. Ein großer Punkt der Grünen vor der Wahl war ja auch keine Waffen in Kriegsgebiete zu liefern, da hat man sich ja nach dem Krieg auch bewegt weil man musste. Die Meinung der Menschen zur Flüchtlingskrise hat sich geändert und nach dem Wegfall der Gaslieferungen aus Russland auch die zu den AKWs.
Man müsste da als Koalition und Partei ehrlich darauf schauen ob man mit den Versprechen, mit denen man gewählt worden ist, noch die aktuellen Probleme bewältigen kann,wenn das nicht der Fall ist und man sich nicht einigen kann gibt es eben früher Neuwahlen.

Und wer will objektiv bewerten, was das Land weiterbringt? Wenn wir hier aus diesem Thread die rausziehen, die viel posten, würden wir uns in der kleinen Gruppe in vielen Themengebieten nicht auf Maßnahmen einigen können, bei denen jeder das Gefühl hätte, dass sie das Land weiter bringen. Heißt das jetzt, dass jemand von uns nicht das Beste im Sinne hat? Es ist halt unheimlich einfach einem Menschen den guten Vorsatz abzusprechen, weil er etwas anderes macht was man selbst für richtig hält.
Gute Frage, oben habe habe ich ein Beispiel gepostet, unkontrolliert Geld in ein Land wie Nigeria zu pumpen ,wenn der Präsident sich erstmal eine Jacht und allen Abgeordneten einen neuen Geländewagen kauft, ist mMn objektiv eine dumme Idee. :P

Ansosten hast du schon Recht,die Meinungen werden da auseinandergehen und selbst wenn ich glaube etwas zu wissen und überzeugt bin,dass mein Gedanke der richtige ist, kann ich auch falsch liegen.
Ist es aber  in der der Politik und bei Politikern nicht etwas anderes? Man kann sich bei vielen Entscheidungen ja schon Fragen ob es einfach Inkompetenz oder Absicht ist wenn mal wieder etwas schief geht, oft kann man das ja wirklich bewerten, wenn z.B etwas versprochen wurde was nicht eingetreten ist und bestimmte Sachen kann man auch schon von vorherein als ein Projekt erkennen, dass höchstwahrschinlich scheitern wird und es wird trotzdem immer wieder im gleichen Stil durchgezogen.

Allgemein ist es ja so,dass Bewertungen von politischen Zielen und Bewegungen subjektiv sind, in China sind viele Menschen Anhänger der Kommunistischen Partei, in den USA wurde gerade Trump gewählt und in Afghanisten regieren die Taliban, alles auch keine Richtungen die ich gerne bei uns an der Spitze sehen würde.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 30.November 2024, 13:30:50
Joa, man hätte so viel machen können und das wurde hier schon rauf und runter diskutiert. Deswegen fange ich an der stelle nicht nochmal damit an und habe vermieden die Beispiele inhaltlich zu diskutieren. Es ging nämlich auch gar nicht darum.
Es ging in der aktuellen Diskussion um eine Reformation des demokratischen Systems dahingehend, dass man den Koalitionsvertrag bei der Erstwahl konkreter, genauer und verbindlicher fassen könnte. Und da sind Beispiele über Ereignisse, die sich erst weit nach der Einigiung eines Koalitionsvertrags stattfanden nicht passend.
Wobei das von dir gesagte zumindest diesem Thema noch eine Komponente hinzufügt. Jetzt hätte man ein total krass ausdefinierten Koalitionsvertrag... Ergäben dann Nachverhandlungen und Änderungen überhaupt Sinn? Wie wären die zu erklären? Hätte man dann Vorteile aus Sicht des Wählers, im Sinne einer verbindlichere Wahl?

Man muss doch irgendwie hinnehmen, dass ein Koalitionsvertrag ein Schönwetter-Dokument ist. Wenn alles so bleibt schaffen wir das vielleicht. Alle sind erstmal zufrieden, weil auf dem Papier ein Kompromiss steht. Und dann wird das Wetter schlecht.
Die Beispiele waren ja darauf bezogen das es eigentlich eine Änderung der Politik hätte geben müssen und gerade solche Ereignisse die Meinung der Bevölkerung drehen und einen vorher komplett geplanten Koalitionsvertrag unmöglich machen. Ein großer Punkt der Grünen vor der Wahl war ja auch keine Waffen in Kriegsgebiete zu liefern, da hat man sich ja nach dem Krieg auch bewegt weil man musste. Die Meinung der Menschen zur Flüchtlingskrise hat sich geändert und nach dem Wegfall der Gaslieferungen aus Russland auch die zu den AKWs.
Man müsste da als Koalition und Partei ehrlich darauf schauen ob man mit den Versprechen, mit denen man gewählt worden ist, noch die aktuellen Probleme bewältigen kann,wenn das nicht der Fall ist und man sich nicht einigen kann gibt es eben früher Neuwahlen.
Hm... Dann habe ich die Diskussion wohl falsch verstanden. Ich hatte dein Eindruck, es ging darum, dass man die Politiker mehr an die Pläne vom Anfang bindet und den Koalitionsvertrag ausführlicher beschreibt. Der Kernsatz von veni_vidi_vici war: "Außerdem wären die Parteien mehr an ihre Ziele aus dem Wahlkampf gebunden." Und in dem Zuge, dachte ich, stehen diese Beispiele, die ja dann nichts mit Zielen aus dem Wahlkampf zu tun haben.

Es gibt ja jetzt frühere Neuwahlen aus genau diesem Grund. Mit anderen Worten: Worum geht es eigentlich?  ;D
Und wer will objektiv bewerten, was das Land weiterbringt? Wenn wir hier aus diesem Thread die rausziehen, die viel posten, würden wir uns in der kleinen Gruppe in vielen Themengebieten nicht auf Maßnahmen einigen können, bei denen jeder das Gefühl hätte, dass sie das Land weiter bringen. Heißt das jetzt, dass jemand von uns nicht das Beste im Sinne hat? Es ist halt unheimlich einfach einem Menschen den guten Vorsatz abzusprechen, weil er etwas anderes macht was man selbst für richtig hält.
Ansosten hast du schon Recht,die Meinungen werden da auseinandergehen und selbst wenn ich glaube etwas zu wissen und überzeugt bin,dass mein Gedanke der richtige ist, kann ich auch falsch liegen.
Ist es aber  in der der Politik und bei Politikern nicht etwas anderes? Man kann sich bei vielen Entscheidungen ja schon Fragen ob es einfach Inkompetenz oder Absicht ist wenn mal wieder etwas schief geht, oft kann man das ja wirklich bewerten, wenn z.B etwas versprochen wurde was nicht eingetreten ist und bestimmte Sachen kann man auch schon von vorherein als ein Projekt erkennen, dass höchstwahrschinlich scheitern wird und es wird trotzdem immer wieder im gleichen Stil durchgezogen.

Allgemein ist es ja so,dass Bewertungen von politischen Zielen und Bewegungen subjektiv sind, in China sind viele Menschen Anhänger der Kommunistischen Partei, in den USA wurde gerade Trump gewählt und in Afghanisten regieren die Taliban, alles auch keine Richtungen die ich gerne bei uns an der Spitze sehen würde.

Was ging den so richtig schief? Lkw Maut, jawohl! Auf so was kann man sich einfach einigen.

Aber es gibt doch wahnsinnig viel, wo das nicht so einfach geht. Du stellst ja jetzt einfach wieder objektive Wahrheit in den Raum und alles andere muss Inkompetenz oder Absicht sein. Waffen an Ukraine ja/nein? AKW ja/nein? Grenzen zu ja/nein? Ich würde in der Ampel keinem Politiker Inkompetenz zusprechen, auch wenn mir manche Einstellungen von einigen nicht passen. Die Opposition bringt auch immer gute Argumente, die in sich oft schlüssig sind und von Experten und Beraten gedeckt sind. Liegen die immer falsch, weil nie darauf eingegangen wird? Oder liegt die Regierung falsch? So wie du das darstellst, muss eine Seite inkompetent sein. Sonst läge die Lösung ja auf der Hand und alle wären sich einig, wie es am besten sein muss. Oder dreht sich die Inkompetenz jeweils nach der Wahl, jenachdem wer gewonnen hat?

Und Absicht? Echt? Glaubst du, es lässt sich jemand wirklich zu einem hochrangigen Politiker wählen, um dann absichtlich und in dem Falle gar nicht anders möglich, mit Boshaftigkeit, Schaden am Land her zu regieren? Wenn man mal lange Interviews von Politikern hört und das nicht totale Schauspieler sind, dann zeigt sich eigentlich, dass die zumindest in der Sache oft sehr überzeugt sind und glauben, dass sie das richtige für das Land machen. Das gilt für Habeck, für Lindner, für Buschmann, für Baerbock, für Scholz und für viele andere, die ich in den letzten Jahren sehr gerne und viele Stunden angehört habe. Die haben dann noch ein paar Berater, die gleicher Meinung sind und wo sicher zu einem großen Teil ihr Wissen herkommt. Die Opposition hat andere Berater und andere Meinungen. Aber sich für diese Sache zur Wahl zu stellen und Mehrheiten zu suchen... Dafür reicht Wissen meiner Meinung nach nicht aus. Dafür braucht es schon Überzeugung. Und die kann sicher auch fehlgeleitet sein. Und objektiv betrachtet hat halt nur eine Seite recht. Nur wer?
Und das ist genau so wie hier im Forum. In beiden Fällen sind es nur Menschen, die glauben etwas zu wissen und überzeugt zu sind, dass ihre Meinung die richtigen sind. Und alle können falsch liegen.

Wo ich zweifele ist bei Verschwörungstheoretikern und Co. Corona-Leugnern (nicht nur auf der sachlichen Ebene, Schule auf ja/nein, sondern grundsätzlich), Leugner des menschengemachten Klimawandels und im großen und ganzen Populisten jeglicher Couleur. Wenn die Ziele und Vorschläge die komplexe Sachlage verlassen. Da frage ich mich schon manchmal, ob die das selber ernst meinen oder ob da eine Welle geritten wird. Aber da sind FDP, Grüne und SPD weit entfernt für mich.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 30.November 2024, 19:45:14
Haben wir nicht eine funktionierende LKW-Maut?  O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 30.November 2024, 21:22:36
Haben wir nicht eine funktionierende LKW-Maut?  O0

Weiß nicht. Bin kein LKW Fahrer.  ;D

Das PKW Ding meinte ich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 30.November 2024, 23:54:02
Hm... Dann habe ich die Diskussion wohl falsch verstanden. Ich hatte dein Eindruck, es ging darum, dass man die Politiker mehr an die Pläne vom Anfang bindet und den Koalitionsvertrag ausführlicher beschreibt. Der Kernsatz von veni_vidi_vici war: "Außerdem wären die Parteien mehr an ihre Ziele aus dem Wahlkampf gebunden." Und in dem Zuge, dachte ich, stehen diese Beispiele, die ja dann nichts mit Zielen aus dem Wahlkampf zu tun haben.

Es gibt ja jetzt frühere Neuwahlen aus genau diesem Grund. Mit anderen Worten: Worum geht es eigentlich?  ;D
An sich ist die Idee ja nicht schlecht, aber es gibt eben Probleme und Stimmungswechsel in der Bevölkerung die nicht planbar sind,da erwarte ich von den Parteien eher,dass die nicht stur an ihren Zielen festhalten sondern reagieren, wie z.B in der Energiekrise keine Kraftwerke abzuschalten und wenn man es so sieht, kommt die Neuwahl 2 Jahre zu spät.


Was ging den so richtig schief? Lkw Maut, jawohl! Auf so was kann man sich einfach einigen.

Aber es gibt doch wahnsinnig viel, wo das nicht so einfach geht. Du stellst ja jetzt einfach wieder objektive Wahrheit in den Raum und alles andere muss Inkompetenz oder Absicht sein. Waffen an Ukraine ja/nein? AKW ja/nein? Grenzen zu ja/nein? Ich würde in der Ampel keinem Politiker Inkompetenz zusprechen, auch wenn mir manche Einstellungen von einigen nicht passen. Die Opposition bringt auch immer gute Argumente, die in sich oft schlüssig sind und von Experten und Beraten gedeckt sind. Liegen die immer falsch, weil nie darauf eingegangen wird? Oder liegt die Regierung falsch? So wie du das darstellst, muss eine Seite inkompetent sein. Sonst läge die Lösung ja auf der Hand und alle wären sich einig, wie es am besten sein muss. Oder dreht sich die Inkompetenz jeweils nach der Wahl, jenachdem wer gewonnen hat?

Und Absicht? Echt? Glaubst du, es lässt sich jemand wirklich zu einem hochrangigen Politiker wählen, um dann absichtlich und in dem Falle gar nicht anders möglich, mit Boshaftigkeit, Schaden am Land her zu regieren? Wenn man mal lange Interviews von Politikern hört und das nicht totale Schauspieler sind, dann zeigt sich eigentlich, dass die zumindest in der Sache oft sehr überzeugt sind und glauben, dass sie das richtige für das Land machen. Das gilt für Habeck, für Lindner, für Buschmann, für Baerbock, für Scholz und für viele andere, die ich in den letzten Jahren sehr gerne und viele Stunden angehört habe. Die haben dann noch ein paar Berater, die gleicher Meinung sind und wo sicher zu einem großen Teil ihr Wissen herkommt. Die Opposition hat andere Berater und andere Meinungen. Aber sich für diese Sache zur Wahl zu stellen und Mehrheiten zu suchen... Dafür reicht Wissen meiner Meinung nach nicht aus. Dafür braucht es schon Überzeugung. Und die kann sicher auch fehlgeleitet sein. Und objektiv betrachtet hat halt nur eine Seite recht. Nur wer?
Und das ist genau so wie hier im Forum. In beiden Fällen sind es nur Menschen, die glauben etwas zu wissen und überzeugt zu sind, dass ihre Meinung die richtigen sind. Und alle können falsch liegen.

Wo ich zweifele ist bei Verschwörungstheoretikern und Co. Corona-Leugnern (nicht nur auf der sachlichen Ebene, Schule auf ja/nein, sondern grundsätzlich), Leugner des menschengemachten Klimawandels und im großen und ganzen Populisten jeglicher Couleur. Wenn die Ziele und Vorschläge die komplexe Sachlage verlassen. Da frage ich mich schon manchmal, ob die das selber ernst meinen oder ob da eine Welle geritten wird. Aber da sind FDP, Grüne und SPD weit entfernt für mich.
Natürlich gibt es auch komplizierte Probleme die nicht zu einfach zu lösen sind, aber auch richtig viele Sachen die gelöst werden könnten und bei denen offensichtlich nicht auf die Konsequenzen geschaut wird oder weil man keine Lust hat harte Entscheidungen zu treffen. Bei vielen Punkten werden ja sogar Ziele formuliert die offensichtlich torpediert oder nicht konsequent verfolgt werden. Beispiel Integration, man zwingt einzelne Gemeinden ohne irgendeinen Plan eine zu große Anzahl an Menschen aufzunehmen, Turnhallen werden belegt, Wohnungen und Gebäude an das Amt vermietet die dann auf dem normalen Wohnungsmarkt fehlen, trotzdem wird daran festgehalten,dass man gerne integrieren will und gleichzeitig wird sich angeblich gewundert warum es oft nicht klappt und sich Problemviertel bilden,es ärger gibt und die Betroffenen eher im Bürgergeldd hängen als in Arbeit zu kommen.

Waffen an die Ukraine, müsste man schauen was das Ziel sein soll, da wurde frmuliert,dass Putin nicht gewinnen darf, oder? Für uns ergibt es schon Sinn zumindest einen Teil der Ukraine unabhängig zu halten damit keine noch größere Fluchtbewegung einsetzt, also ja aber mehr und wesentlich früher. An Putins Plänen und Haltung werden Waffenlieferungen sowieso nichts ändern,dass hätte nur was gebracht wenn man sich am Anfang entschieden hätte sich wegen der Gaslieferungen herauszuhalten oder sich auf die Seite russlands zu stellen.

AKW,ja, wenn das Ziel ist Energiesicherheit und vergleichsweise sauberen Strom zu haben und man nicht wieder mehr Kohle zu fördern oder mit fracking anfangen will.

Genzen zu, als Ergänzung zu anderen Maßnahmen die kommen müssen wenn das Ziel wirklich begrenzung der illegalen Migration sein soll.

Ich stelle mir bei den Beispielen aber schon vor,dass man in der Ampel da insgeheim eine andere Meinung dazu hatte, unserer Politik wäre es bestimmt lieber gewesen wenn Putin die Ukraine in ein paar Tagen überannt hätte, gerade macht die SPD ja Wahlkampf damit, dass "Merz Russland ein Ultimatum stellen will",Scholz will eher als Diplomat und Friedenskanzler gesehen werden. Die Abschaltung der AKWs wird den Grünen wichtiger gewesen sein als Energiesicherheit, wenn es hart auf hart kommt und Strom knapp werden sollte wird man schon einen Schuldigen finden auf den man zeigen kann, nicht genug Windräder gebaut oder so.
Ich kann mir nicht vorstellen,dass man sich wirklich eine Begrenzung der Migration als Ziel gesetzt hat, man hat so getan als würde man etwas machen und gehofft das die Menschen es schlucken, anders kann ich mir den aufgeweichten Kompromiss da nicht erklären.

Zur Absicht und der Motivation dahinter, dass wird von Person zu Person unterschiedlich sein, bei manchen steckt Machterhalt dahinter,bei anderen Korruption und ein versprochener Posten in Aufsichtsrat XY, wieder andere werden denken,dass sie es eigentlich besser wissen als der Bürger aber das es in einer bestimmten art und weise verkauft werden muss, weil man, wenn man ehrlich wäre, keine Stimmen bekommen würde. Vielleicht haben auch einige im besten Fall wirklich ein Ideal oder eine Vision im Kopf an der sie sich orientieren statt an Fakten.
Das manche Politiker Lügen oder ab und an mal an der Wahrheit vorbei reden obwohl sie es besser wissen oder wissen müssten oder Sachen Versprechen bei denen jeder weiß,dass die nie kommen oder eingehalten werden, kann man aber nicht wirklich leugnen,oder? Da hat man sich das Misstrauen auch irgendwie selbst verschuldet.
Ich würde das auch nicht jedem Politiker unterstellen, aber irgendetwas muss ja der Grund sein das da so viel falsch läuft das auch vorher absehbar war. Du wirst ja bestimmt auch ein paar Beispiele im Kopf haben bei denen einfach Mist gebaut wurde und für die es eine Erklärung geben muss.
Was glaubst du denn was der Grund für die PKW Maut war? war Scheuer davon überzeugt und einfach inkompetent nicht auf die Prüfung zu warten oder hatte er eine andere Motivation? Nicht das ich unterstellen würde irgendwo Geld genommen zu haben.  :P

Recht geben einem ja meistens die Resultate, wenn man jetzt mal das sterben der Autobranche als Beispiel nimmt, was soll da gerade das Ziel sein? Will man die erhalten + die zig 1000 Arbeitsplätze die da dran hängen? oder ist es bestimmten Politikern egal ob die verwschwinden? Spätestens mit den Beschlüssen zum Verbrenerverbot war ja klar,dass es da Verluste und Schließungen geben wird.

Wo ich zweifele ist bei Verschwörungstheoretikern und Co. Corona-Leugnern (nicht nur auf der sachlichen Ebene, Schule auf ja/nein, sondern grundsätzlich), Leugner des menschengemachten Klimawandels und im großen und ganzen Populisten jeglicher Couleur. Wenn die Ziele und Vorschläge die komplexe Sachlage verlassen. Da frage ich mich schon manchmal, ob die das selber ernst meinen oder ob da eine Welle geritten wird. Aber da sind FDP, Grüne und SPD weit entfernt für mich.
Wobei mir das manchmal auch zu viel in Schubladen stecken ist, gerade bei Corona kam ja mit der Zeit so viel raus, dass man eigentlich in der Pandemie schon hätte offen Diskutieren können müssen ohne gleich einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, z.B wenn Menschen ihre sterbenden Angehörigen nicht im Krankenhaus besuchen durften oder das komplette negieren von Gefahren durch Impfschäden. Ich kann mit Verschwörungstheoretikern auch nicht viel angangenaber gleichzeitig bin ich der Meinung,dass jemand wie Karl Lauterbach viel Vertrauen in die Politik und medizinische Abläufe zerstört hat.

Aber ansonsten hat du schon Recht, gerade aus der AfD Ecke ist es ja einfach unrealistische Forderungen aufzustellen bei denen man sich nie um die Umsetzung kümmern muss. Ich bin mal sehr gespannt was Trump jetzt in den USA anstellen wird,er hat ja auch einen sehr populistischen Wahlkampf geführt und viel versprochen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 01.Dezember 2024, 12:48:53
Hm... Dann habe ich die Diskussion wohl falsch verstanden. Ich hatte dein Eindruck, es ging darum, dass man die Politiker mehr an die Pläne vom Anfang bindet und den Koalitionsvertrag ausführlicher beschreibt. Der Kernsatz von veni_vidi_vici war: "Außerdem wären die Parteien mehr an ihre Ziele aus dem Wahlkampf gebunden." Und in dem Zuge, dachte ich, stehen diese Beispiele, die ja dann nichts mit Zielen aus dem Wahlkampf zu tun haben.

Es gibt ja jetzt frühere Neuwahlen aus genau diesem Grund. Mit anderen Worten: Worum geht es eigentlich?  ;D
An sich ist die Idee ja nicht schlecht, aber es gibt eben Probleme und Stimmungswechsel in der Bevölkerung die nicht planbar sind,da erwarte ich von den Parteien eher,dass die nicht stur an ihren Zielen festhalten sondern reagieren, wie z.B in der Energiekrise keine Kraftwerke abzuschalten und wenn man es so sieht, kommt die Neuwahl 2 Jahre zu spät.

Ich erwarte von Politikern aber auch, dass sie sich, wenns sein muss, auch mal unpopulär machen und gegen das Volk stellen. Quasi ihrer Linie folgen. Was dann? Machen wir dann einfach nur noch Mehrheitsentscheide vom Volk aus? Wofür brauchen wir dann Parteien und eine indirekte Wahl? Dann können wir doch alles einfach direkt entscheiden lassen.

Was ging den so richtig schief? Lkw Maut, jawohl! Auf so was kann man sich einfach einigen.

Aber es gibt doch wahnsinnig viel, wo das nicht so einfach geht. Du stellst ja jetzt einfach wieder objektive Wahrheit in den Raum und alles andere muss Inkompetenz oder Absicht sein. Waffen an Ukraine ja/nein? AKW ja/nein? Grenzen zu ja/nein? Ich würde in der Ampel keinem Politiker Inkompetenz zusprechen, auch wenn mir manche Einstellungen von einigen nicht passen. Die Opposition bringt auch immer gute Argumente, die in sich oft schlüssig sind und von Experten und Beraten gedeckt sind. Liegen die immer falsch, weil nie darauf eingegangen wird? Oder liegt die Regierung falsch? So wie du das darstellst, muss eine Seite inkompetent sein. Sonst läge die Lösung ja auf der Hand und alle wären sich einig, wie es am besten sein muss. Oder dreht sich die Inkompetenz jeweils nach der Wahl, jenachdem wer gewonnen hat?

Und Absicht? Echt? Glaubst du, es lässt sich jemand wirklich zu einem hochrangigen Politiker wählen, um dann absichtlich und in dem Falle gar nicht anders möglich, mit Boshaftigkeit, Schaden am Land her zu regieren? Wenn man mal lange Interviews von Politikern hört und das nicht totale Schauspieler sind, dann zeigt sich eigentlich, dass die zumindest in der Sache oft sehr überzeugt sind und glauben, dass sie das richtige für das Land machen. Das gilt für Habeck, für Lindner, für Buschmann, für Baerbock, für Scholz und für viele andere, die ich in den letzten Jahren sehr gerne und viele Stunden angehört habe. Die haben dann noch ein paar Berater, die gleicher Meinung sind und wo sicher zu einem großen Teil ihr Wissen herkommt. Die Opposition hat andere Berater und andere Meinungen. Aber sich für diese Sache zur Wahl zu stellen und Mehrheiten zu suchen... Dafür reicht Wissen meiner Meinung nach nicht aus. Dafür braucht es schon Überzeugung. Und die kann sicher auch fehlgeleitet sein. Und objektiv betrachtet hat halt nur eine Seite recht. Nur wer?
Und das ist genau so wie hier im Forum. In beiden Fällen sind es nur Menschen, die glauben etwas zu wissen und überzeugt zu sind, dass ihre Meinung die richtigen sind. Und alle können falsch liegen.

Wo ich zweifele ist bei Verschwörungstheoretikern und Co. Corona-Leugnern (nicht nur auf der sachlichen Ebene, Schule auf ja/nein, sondern grundsätzlich), Leugner des menschengemachten Klimawandels und im großen und ganzen Populisten jeglicher Couleur. Wenn die Ziele und Vorschläge die komplexe Sachlage verlassen. Da frage ich mich schon manchmal, ob die das selber ernst meinen oder ob da eine Welle geritten wird. Aber da sind FDP, Grüne und SPD weit entfernt für mich.
Natürlich gibt es auch komplizierte Probleme die nicht zu einfach zu lösen sind, aber auch richtig viele Sachen die gelöst werden könnten und bei denen offensichtlich nicht auf die Konsequenzen geschaut wird oder weil man keine Lust hat harte Entscheidungen zu treffen. Bei vielen Punkten werden ja sogar Ziele formuliert die offensichtlich torpediert oder nicht konsequent verfolgt werden. Beispiel Integration, man zwingt einzelne Gemeinden ohne irgendeinen Plan eine zu große Anzahl an Menschen aufzunehmen, Turnhallen werden belegt, Wohnungen und Gebäude an das Amt vermietet die dann auf dem normalen Wohnungsmarkt fehlen, trotzdem wird daran festgehalten,dass man gerne integrieren will und gleichzeitig wird sich angeblich gewundert warum es oft nicht klappt und sich Problemviertel bilden,es ärger gibt und die Betroffenen eher im Bürgergeldd hängen als in Arbeit zu kommen.

Waffen an die Ukraine, müsste man schauen was das Ziel sein soll, da wurde frmuliert,dass Putin nicht gewinnen darf, oder? Für uns ergibt es schon Sinn zumindest einen Teil der Ukraine unabhängig zu halten damit keine noch größere Fluchtbewegung einsetzt, also ja aber mehr und wesentlich früher. An Putins Plänen und Haltung werden Waffenlieferungen sowieso nichts ändern,dass hätte nur was gebracht wenn man sich am Anfang entschieden hätte sich wegen der Gaslieferungen herauszuhalten oder sich auf die Seite russlands zu stellen.

AKW,ja, wenn das Ziel ist Energiesicherheit und vergleichsweise sauberen Strom zu haben und man nicht wieder mehr Kohle zu fördern oder mit fracking anfangen will.

Genzen zu, als Ergänzung zu anderen Maßnahmen die kommen müssen wenn das Ziel wirklich begrenzung der illegalen Migration sein soll.

Ich stelle mir bei den Beispielen aber schon vor,dass man in der Ampel da insgeheim eine andere Meinung dazu hatte, unserer Politik wäre es bestimmt lieber gewesen wenn Putin die Ukraine in ein paar Tagen überannt hätte, gerade macht die SPD ja Wahlkampf damit, dass "Merz Russland ein Ultimatum stellen will",Scholz will eher als Diplomat und Friedenskanzler gesehen werden. Die Abschaltung der AKWs wird den Grünen wichtiger gewesen sein als Energiesicherheit, wenn es hart auf hart kommt und Strom knapp werden sollte wird man schon einen Schuldigen finden auf den man zeigen kann, nicht genug Windräder gebaut oder so.
Ich kann mir nicht vorstellen,dass man sich wirklich eine Begrenzung der Migration als Ziel gesetzt hat, man hat so getan als würde man etwas machen und gehofft das die Menschen es schlucken, anders kann ich mir den aufgeweichten Kompromiss da nicht erklären.

Ja keine Ahnung... Du "löst" halt hochkomplexe Fragestellungen hier in Onelinern, je nachdem, wie sie die deiner Meinung entsprechen. Themen, über die sich Experten wochenlang streiten, um die Schattierungen auszuloten. Bei AKW lässt du die ganze Fragestellung weg, ob es überhaupt möglich gewesen wäre. Wie teuer es gewesen wäre. Bis wann man hätte Brennstäbe besorgen können. Was die Alternativen waren (Es gab nunmal kein Blackout - also irgendwas wurde ja wohl gemacht). Warum es gut oder schlecht ist auf AKWs zu setzen. Ob man ein langfristiges Ziel für eine kurze Krise über den Haufen werfen muss und sollte. Wie so eine Entscheidung in eine langfristige Strategie passen kann. Und was für eine Strategie das überhaupt sein können.
(Die Bundesregierung hat sich hier übrigens gegen den Wäherwillen gestellt. Das passt sowohl zu dem oben, als auch zu dem kommenden Thema.)

Ich bleibe dabei, dass man zu den meisten Themen mehrere Betrachtungswege finden kann, die sich gegenüber stehen und beide nicht falsch sein müssen.

Wir drehen uns etwas im Kreis.

Zur Absicht und der Motivation dahinter, dass wird von Person zu Person unterschiedlich sein, bei manchen steckt Machterhalt dahinter,bei anderen Korruption und ein versprochener Posten in Aufsichtsrat XY, wieder andere werden denken,dass sie es eigentlich besser wissen als der Bürger aber das es in einer bestimmten art und weise verkauft werden muss, weil man, wenn man ehrlich wäre, keine Stimmen bekommen würde. Vielleicht haben auch einige im besten Fall wirklich ein Ideal oder eine Vision im Kopf an der sie sich orientieren statt an Fakten.
Das manche Politiker Lügen oder ab und an mal an der Wahrheit vorbei reden obwohl sie es besser wissen oder wissen müssten oder Sachen Versprechen bei denen jeder weiß,dass die nie kommen oder eingehalten werden, kann man aber nicht wirklich leugnen,oder? Da hat man sich das Misstrauen auch irgendwie selbst verschuldet.
Ich würde das auch nicht jedem Politiker unterstellen, aber irgendetwas muss ja der Grund sein das da so viel falsch läuft das auch vorher absehbar war. Du wirst ja bestimmt auch ein paar Beispiele im Kopf haben bei denen einfach Mist gebaut wurde und für die es eine Erklärung geben muss.
Was glaubst du denn was der Grund für die PKW Maut war? war Scheuer davon überzeugt und einfach inkompetent nicht auf die Prüfung zu warten oder hatte er eine andere Motivation? Nicht das ich unterstellen würde irgendwo Geld genommen zu haben.  :P

Recht geben einem ja meistens die Resultate, wenn man jetzt mal das sterben der Autobranche als Beispiel nimmt, was soll da gerade das Ziel sein? Will man die erhalten + die zig 1000 Arbeitsplätze die da dran hängen? oder ist es bestimmten Politikern egal ob die verwschwinden? Spätestens mit den Beschlüssen zum Verbrenerverbot war ja klar,dass es da Verluste und Schließungen geben wird.

Ich würde schon sagen, dass es Lügner und Betrüger (vor allem Korruption) gibt. Aber ich vorverurteile niemanden. Das generelle Bild des korrupten Politikers lehne ich ab, auch wenn ich weiß, dass es einzelne korrupte Politiker gibt.
Was ich weiß ist, dass Politiker Fehler machen, wie alle anderen. Ich erlebe täglich Fehler. Sei es auf der Arbeit, von mir selbst oder von Dienstleistern und überall gibt es eine gewissen Fehlerkultur. Aber wehe wenn Politiker mal einen Fehler machen sind alle empört: Das dürfen die nicht. Das ist für mich nichts.
Jens Spahn hat zum Beispiel meiner Meinung nach einfach einen Fehler gemacht und die Preise der Masken damals viel zu hoch angesetzt. Ich glaube in dem Fall nicht an Korruption. Von wem auch? "Der Maskenindustrie"?
Aber er sagt heute auch, dass er es anders machen würde und es schlecht war. Aber es war Panik, Gesundheitsdirektoren haben ihm gedroht, dass Einrichtungen geschlossen werden, wenn es keine Masken da sind, die Ausmaße der Pandemie waren nicht abzusehen und dann hat er eben reingebuttert. Niemand hätte gesagt, pass blos auf, dass du nicht zu viel zahlst. Joa... Ich kann das nachvollziehen. Die beiden Fälle, Spahn und Scheuer, sind daher beide ähnlich. In beiden Fällen musste ein Risiko abgeschätzt werden und in beiden Fällen wurde sich verschätzt. Sowas kenne ich aus dem Arbeitsalltag auch. Überkompensation, lieber mal zwei Leute mehr aufs Projekt schicken, als dass es nicht fertig wird. Oh? Budget um 40% überzogen... Ja, konnte man damals ja nicht ahnen. Wenn da keine Unsummen dazu kommen nimmt da auch keiner den Hut, weil es völlig klar ist, dass Irren Menschlich ist.
Damit will ich keinen Freifahrtschein ausstellen. Aber ich finde, dass die Gesellschaft heut zu Tage bei handwerklichen Fehlern all zu schnell und hart über Politiker wertet. Trotzdem finde ich, dass insgesamt mehr veröffentlich, mehr transparent gemacht und mehr untersucht und aufgearbeitet werden sollte und auch in der Partei fehler einfach mal offen angesprochen werden sollten. Es muss ne Fehlerkultur in der Politik geben.

Zu den Resultaten: Nö, so einfach finde ich das auch nicht. Bleiben wir beim Beispiel AKW. Wir haben die AKW abgeschaltet gelassen. Es gab keine Blackouts. Wir fördern keinen Atommüll mehr, der irgendwo gelagert werden muss. Es gibt jetzt mehr Kohle. Es fehlen hier sicher noch ein paar Auswirkungen dieser Entscheidung.
^ Wo ist das Resultat den einfach mit gut/schlecht zu bewerten? Da kann sich ja jetzt jeder was rauspicken. Für Leute die es nur warm haben wollen ist es egal. Atomkraft-Gegner schreien Hurra. Die absoluten Klimaschützer mit Fokus auf Co2 rümpfen die Nase wegen der Kohle. Europabeführworter loben die gute Einbindung in das europäische Stromnetz. Eher national eingestellte Menschen kritsieren die gute Einbindung in das europäische Stromnetz.
Ich bräuchte schon einen Blick in ein Paralleluniversum, um zu sehen, ob wir mit angestellten AKW jetzt besser oder schlechte dastehen würden. Mir fällt es extrem schwer das zu beurteilen und ein absolutes Resultat davon abzuleiten.

Wo ich zweifele ist bei Verschwörungstheoretikern und Co. Corona-Leugnern (nicht nur auf der sachlichen Ebene, Schule auf ja/nein, sondern grundsätzlich), Leugner des menschengemachten Klimawandels und im großen und ganzen Populisten jeglicher Couleur. Wenn die Ziele und Vorschläge die komplexe Sachlage verlassen. Da frage ich mich schon manchmal, ob die das selber ernst meinen oder ob da eine Welle geritten wird. Aber da sind FDP, Grüne und SPD weit entfernt für mich.
Wobei mir das manchmal auch zu viel in Schubladen stecken ist, gerade bei Corona kam ja mit der Zeit so viel raus, dass man eigentlich in der Pandemie schon hätte offen Diskutieren können müssen ohne gleich einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, z.B wenn Menschen ihre sterbenden Angehörigen nicht im Krankenhaus besuchen durften oder das komplette negieren von Gefahren durch Impfschäden. Ich kann mit Verschwörungstheoretikern auch nicht viel angangenaber gleichzeitig bin ich der Meinung,dass jemand wie Karl Lauterbach viel Vertrauen in die Politik und medizinische Abläufe zerstört hat.

Aber ansonsten hat du schon Recht, gerade aus der AfD Ecke ist es ja einfach unrealistische Forderungen aufzustellen bei denen man sich nie um die Umsetzung kümmern muss. Ich bin mal sehr gespannt was Trump jetzt in den USA anstellen wird,er hat ja auch einen sehr populistischen Wahlkampf geführt und viel versprochen.

Ich habe ja gerade nicht in Schubladen gesteckt sondern nur die absoluten Leugner als Beispiel hergezogen, die meinten, Corona ist gar nicht existent oder in irgend einer Art und Weiße gefährlich. Im Detail und mit dem Wissen von heute hätte man sicher vieles besser machen können und ich würde mir auch wünschen, dass die ganze Corona Thematik politisch aufgearbeitet wird. Aber dazu kommen wird es leider nicht.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 01.Dezember 2024, 19:56:57
Ich erwarte von Politikern aber auch, dass sie sich, wenns sein muss, auch mal unpopulär machen und gegen das Volk stellen. Quasi ihrer Linie folgen. Was dann? Machen wir dann einfach nur noch Mehrheitsentscheide vom Volk aus? Wofür brauchen wir dann Parteien und eine indirekte Wahl? Dann können wir doch alles einfach direkt entscheiden lassen.
Ein Punkt wäre da ob man ehrlich ist und gleichzeitig gute Argumente für die Entscheidung hat, einige Themen, bei denen die Meinungen auseinandergehen sind kompliziert und die Menschen beschäftigen sich wenn dann nur oberflächlich damit,bei anderen wie z.B AKW Abschaltung oder der Haltung gegenüber Russland,da gab es Jahrelang einseitige Informationen so das man automatisch skeptisch gegenüber anderen Optionen ist. Ein anderer wie stark der Gegenwind aus der Bevölkerung ist, wenn du als Politiker nur die Meinung von einem kleinen Teil vertrittst sollte man sich schon sehr gut überlegen was man macht und sehr sicher sein, dass man später auch ein Ergebnis sieht,dass einem Recht gibt.
Als Beispiel kann man da die Debatte um die Impfpflicht nehmen, zum Zeitpunkt in der die Abstimmung kam war die komplett überholt und unnötig, trotzdem war es relativ knapp,soweit ich mich erinnere gab es da auch eine Mehrheit in der Bevölkerung pro Impfpflicht weil das Thema doch schwer zu überblicken war. Die Politiker die dagegen gestimmt haben hatten Recht und das wurde später bestätigt.
Grundsätzlich kann man aber nicht dauerhaft Politik gegen die Mehrheitsmeinung machen, selbst wenn man als Politiker anderer Meinung ist,andere Ziele hat und denkt man wüsste es besser, dass ist eben auch Demokratie. Man sieht ja gerade bei uns wie das laufen kann mit einer AfD die immer radikaler wird und trotzdem bei 19% steht.
 
Ja keine Ahnung... Du "löst" halt hochkomplexe Fragestellungen hier in Onelinern, je nachdem, wie sie die deiner Meinung entsprechen. Themen, über die sich Experten wochenlang streiten, um die Schattierungen auszuloten. Bei AKW lässt du die ganze Fragestellung weg, ob es überhaupt möglich gewesen wäre. Wie teuer es gewesen wäre. Bis wann man hätte Brennstäbe besorgen können. Was die Alternativen waren (Es gab nunmal kein Blackout - also irgendwas wurde ja wohl gemacht). Warum es gut oder schlecht ist auf AKWs zu setzen. Ob man ein langfristiges Ziel für eine kurze Krise über den Haufen werfen muss und sollte. Wie so eine Entscheidung in eine langfristige Strategie passen kann. Und was für eine Strategie das überhaupt sein können.
(Die Bundesregierung hat sich hier übrigens gegen den Wäherwillen gestellt. Das passt sowohl zu dem oben, als auch zu dem kommenden Thema.)

Ich bleibe dabei, dass man zu den meisten Themen mehrere Betrachtungswege finden kann, die sich gegenüber stehen und beide nicht falsch sein müssen.

Wir drehen uns etwas im Kreis.
Meine Beiträge sind ja so schon relativ lang und werden von 3-4 Leuten  gelesen, ich fühle mich da nicht gezwungen jeden Punkt über 20 Seiten auszuführen. Natürlich ist das meine persönliche Meinung, ich akzeptiere auch das ich falsch liegen kann und ändere die auch wenn ich neue Informationen und Belege sehe, mit meisten Punkten die ich anspreche habe ich mich aber beschäftigt und mir auch Argumente von mehreren Seiten angehört.
Bei sehr vielen Themen sind sogenannte Experten einfach Aktivisten die nicht neutral sind sondern ihre Meinung verkaufen wollen oder auch nachplappern was die Parteilinie oder der Industriezweig, von dem sie profitieren,vorgibt.
Das was du schreibst ist ja auch nicht falsch, die Situation war nicht Ideal aber die beschriebenen Probleme wären lösbar gewesen wenn der politische Wille da gewesen wäre, das Argument mit dem "es gab keinen Blackout" ist einfach extrem oberflächlich, es geht einfach um Energiesicherheit,da hatte ich vor ein paar Monaten schon etwas geschrieben:
Der Punkt da wäre ja was passiert wenn man mal in eine Situation kommt in der man Eigenversorgung benötigt, ist ja schön,dass man im Normalfall durch Importe versorgt wird aber das man sich nicht 100% auf andere verlassen sollte hat ja die Gasabhängigkeit von Russland gezeigt.
Ich fände es schon wichtig vom Import wieder auf Selbstversorgung oder Export zu kommen, gegen Kohlekraftwerke oder fracking Gas erscheint mir Kernenergie da die beste Lösung zu sein, wenn man auch den Umweltschutz im Blick haben will.
Ich finde es auch interessant, dass sich die Argumente beim Klimaschutz und zur Kernenergie in teilen widersprechen,Atomstrom ist zu teuer, kosten für Windenergie und Geldverteilung an andere Länder sind egal weil gut für das Klima. Klimaschutz ist angeblich so wichtig, dass wir bei uns die komplette Autobranche zerstören müssen aber nicht wichtig genug um weiter auf Atomstrom zu setzen, gleichzeitig sind wir ja gar nicht unabhängig von Kernenergie sondern beziehen die weiter aus dem Ausland, was uns die Kontrolle entzieht um mögliche technische Störungen und einen Gau selbst zu verhindern.  :D

Allgemein gibt es mir da zu viele Argumente die auf Wunschvorstellungen oder Angstmacherei basieren, die komplette Klima Argumentationskette basiert auf einem "was wäre wenn" und setzt vorraus,dass schon alle bei bestimmten Plänen zum Klimaschutz mitmachen werden, was realistisch einfach nicht passieren wird.
Man schafft es ja nicht mal ganz einfache Probleme zu lösen oder ein afrikanisches Land dazu zu bringen, zurückgeschenkte Kunstgegenstände auszustellen.
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/nigerias-praesident-schenkte-die-von-annalena-baerbock-zurueckgegeben-benin-bronzen-nun-einem-koenig-li.345686

Also mein Wissen und meine Ansichten mögen da Lücken haben aber ich finde ,dass es an der verbreiteten Regierungsmeinung auch genug zu kritisieren gibt.

Ich würde schon sagen, dass es Lügner und Betrüger (vor allem Korruption) gibt. Aber ich vorverurteile niemanden. Das generelle Bild des korrupten Politikers lehne ich ab, auch wenn ich weiß, dass es einzelne korrupte Politiker gibt.
Was ich weiß ist, dass Politiker Fehler machen, wie alle anderen. Ich erlebe täglich Fehler. Sei es auf der Arbeit, von mir selbst oder von Dienstleistern und überall gibt es eine gewissen Fehlerkultur. Aber wehe wenn Politiker mal einen Fehler machen sind alle empört: Das dürfen die nicht. Das ist für mich nichts.
Jens Spahn hat zum Beispiel meiner Meinung nach einfach einen Fehler gemacht und die Preise der Masken damals viel zu hoch angesetzt. Ich glaube in dem Fall nicht an Korruption. Von wem auch? "Der Maskenindustrie"?
Aber er sagt heute auch, dass er es anders machen würde und es schlecht war. Aber es war Panik, Gesundheitsdirektoren haben ihm gedroht, dass Einrichtungen geschlossen werden, wenn es keine Masken da sind, die Ausmaße der Pandemie waren nicht abzusehen und dann hat er eben reingebuttert. Niemand hätte gesagt, pass blos auf, dass du nicht zu viel zahlst. Joa... Ich kann das nachvollziehen. Die beiden Fälle, Spahn und Scheuer, sind daher beide ähnlich. In beiden Fällen musste ein Risiko abgeschätzt werden und in beiden Fällen wurde sich verschätzt. Sowas kenne ich aus dem Arbeitsalltag auch. Überkompensation, lieber mal zwei Leute mehr aufs Projekt schicken, als dass es nicht fertig wird. Oh? Budget um 40% überzogen... Ja, konnte man damals ja nicht ahnen. Wenn da keine Unsummen dazu kommen nimmt da auch keiner den Hut, weil es völlig klar ist, dass Irren Menschlich ist.
Damit will ich keinen Freifahrtschein ausstellen. Aber ich finde, dass die Gesellschaft heut zu Tage bei handwerklichen Fehlern all zu schnell und hart über Politiker wertet. Trotzdem finde ich, dass insgesamt mehr veröffentlich, mehr transparent gemacht und mehr untersucht und aufgearbeitet werden sollte und auch in der Partei fehler einfach mal offen angesprochen werden sollten. Es muss ne Fehlerkultur in der Politik geben.

Zu den Resultaten: Nö, so einfach finde ich das auch nicht. Bleiben wir beim Beispiel AKW. Wir haben die AKW abgeschaltet gelassen. Es gab keine Blackouts. Wir fördern keinen Atommüll mehr, der irgendwo gelagert werden muss. Es gibt jetzt mehr Kohle. Es fehlen hier sicher noch ein paar Auswirkungen dieser Entscheidung.
^ Wo ist das Resultat den einfach mit gut/schlecht zu bewerten? Da kann sich ja jetzt jeder was rauspicken. Für Leute die es nur warm haben wollen ist es egal. Atomkraft-Gegner schreien Hurra. Die absoluten Klimaschützer mit Fokus auf Co2 rümpfen die Nase wegen der Kohle. Europabeführworter loben die gute Einbindung in das europäische Stromnetz. Eher national eingestellte Menschen kritsieren die gute Einbindung in das europäische Stromnetz.
Ich bräuchte schon einen Blick in ein Paralleluniversum, um zu sehen, ob wir mit angestellten AKW jetzt besser oder schlechte dastehen würden. Mir fällt es extrem schwer das zu beurteilen und ein absolutes Resultat davon abzuleiten.
Ich denke um in die erste Reihe der Politik zu kommen muss man schon abgebrüht sein und ein gewisses Ego besitzen, vielleicht sehe ich das auch zu pessimistisch oder bin desillusioniert weil meine Vorurteile ja auch öfter bestätigt werden, ich meine unser Bundeskanzler ist ja schon mit dem cum ex Skandal im schlepptau und meit einem "kann mich nicht erinnern" ins Amt gekommen, soll man gerade dem jetzt vorteilsfrei alles glauben was er sagt? ist das nicht naiv?

Bestimmte verhaltensweisen und Geschichten gehören auch einfach zur Politik dazu, dass bei Habeck oder auch Ricarda Lang wahrscheinlich eine Image Beratung im Hintergrund sitzt die vorgeben und prüfen wie man sich jetzt am besten verkaufen kann ist ja keine Verschwörungstheorie. Habeck wird auch nur Wahlkampfilme veröffentlichen bei denen er nicht mit Fragen zu Migration und Heizungssanierung gegrillt wird, der geht zu Leuten die schon auf Linie sind und verkauft das dann als Plausch mit Wählern. Das man da allgemein misstrauisch wird ist eben Teil des Geschäfts.

Also ich finde es ist schon ein Unterschied ob man bei der Arbeit mal einen Fehler macht oder Millionen/Milliarden Steuergelder einfach so verschleudert, gerade beim Fall von Scheuer hätte der Fehler ja ganz einfach durch eine Prüfung verhindert werden können ,er hatte keinen Druck etwas umsetzen zu müssen und hätte mMn dafür zurücktreten müssen. Allgemein hast du schon recht, wenn es wirklich kleine Fehler sind sollte man auch nicht skandalisieren und darauf herumreiten, aber inzwischen ist es ja so, das Politker selten  Verantwortung übernehmen und eher bis zum letzten Moment an ihren Stühlen kleben, oft auch nicht mal mit dem zugeben und der Erkenntnis, da was falsch gemacht zu haben.

War es bei Spahn nicht auch so,dass er die Masken bei dem Hersteller gekauft hat bei dem sein Mann angestellt war? Sowas wirkt einfach immer komisch.Ich würde auch bei der Coronazeit sehr viel durchgehen lassen und mit Stress begründen, gleichzeitig ist da aber viel falsch gelaufen das nicht hätte passieren dürfen, Lauterbach hat ja in diesem Jahr wieder zu viel Impfstoff bestellt,könnte mir vorstellen, dass der dann abläuft und wieder vernichtet wird. Bei Verschwendung finde ich es schon schwierig da einen Freibrief auszustellen, wir haben ja nicht umsonst ein großes Ausgabenproblem.

Zu den AKWs habe ich ja oben schon etwas geschrieben,ein Endlager suchen musst du so oder so, es gibt ja schon Atommüll. Du wirst es an dem Punkt rausfinden wenn man mal eine eigene,sichere, Versorgung braucht, ich persönlich hoffe,dass wir das nie so rausfinden werden, ich glaube aber in der Ukraine sind sie gerade ganz froh im Westen noch mehr AKW außer dem in Saporishja zu haben.
Ich bin trotzdem der Meinung, das man ja zumindest ein Ideal Szenario im Kopf haben sollte wenn man bestimmte Sachen entscheidet und man das Resultat dann auch bewerten können sollte, bei der Flüchtlingspolitik wird das vielleicht einfacher möglich sein als bei den AKWs weil Entscheidungen dazu immer noch aktuell sind und bleiben.
In Syrien bricht ja anscheinend gerade wieder der Bürgerkrieg voll aus, da könnte man mal schauen was sich seit 2015 getan hat und wie man jetzt reagieren soll falls es da wieder eine Flüchtlingswelle geben sollte.

Ich habe ja gerade nicht in Schubladen gesteckt sondern nur die absoluten Leugner als Beispiel hergezogen, die meinten, Corona ist gar nicht existent oder in irgend einer Art und Weiße gefährlich. Im Detail und mit dem Wissen von heute hätte man sicher vieles besser machen können und ich würde mir auch wünschen, dass die ganze Corona Thematik politisch aufgearbeitet wird. Aber dazu kommen wird es leider nicht.
Wollte ich dir auch nicht vorwerfen und ich würde mich dem Wunsch nach Aufarbeitung anschließen,ab und an kommt ja doch mal wieder etwas Druck oder ein Artikel, wie z.B im Sommer über die RKI Protokolle oder vor ein paar Tagen über den Einfluss von Lauterbach auf die RKI Bewertung. https://www.merkur.de/politik/corona-karl-lauterbach-rki-empfehlung-ignoriert-ampel-koalition-spd-kommentar-93438527.html

Die Tagesschau hatte neulich auch mal einen Artikel über regionale Bürgerentscheide, da wird ja auch immer mehr Stimmung gegen gemacht um sowas zu unterbinden.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/energiewende-buergerbegehren-100.html Finde das auch recht einseitig negativ geschrieben, dabei sind solche Entscheide ja ein gutes Instrument vor Ort um wirklich etwas mitzubestimmen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 01.Dezember 2024, 21:13:18
Ich erwarte von Politikern aber auch, dass sie sich, wenns sein muss, auch mal unpopulär machen und gegen das Volk stellen. Quasi ihrer Linie folgen. Was dann? Machen wir dann einfach nur noch Mehrheitsentscheide vom Volk aus? Wofür brauchen wir dann Parteien und eine indirekte Wahl? Dann können wir doch alles einfach direkt entscheiden lassen.
Ein Punkt wäre da ob man ehrlich ist und gleichzeitig gute Argumente für die Entscheidung hat, einige Themen, bei denen die Meinungen auseinandergehen sind kompliziert und die Menschen beschäftigen sich wenn dann nur oberflächlich damit,bei anderen wie z.B AKW Abschaltung oder der Haltung gegenüber Russland,da gab es Jahrelang einseitige Informationen so das man automatisch skeptisch gegenüber anderen Optionen ist. Ein anderer wie stark der Gegenwind aus der Bevölkerung ist, wenn du als Politiker nur die Meinung von einem kleinen Teil vertrittst sollte man sich schon sehr gut überlegen was man macht und sehr sicher sein, dass man später auch ein Ergebnis sieht,dass einem Recht gibt.
Als Beispiel kann man da die Debatte um die Impfpflicht nehmen, zum Zeitpunkt in der die Abstimmung kam war die komplett überholt und unnötig, trotzdem war es relativ knapp,soweit ich mich erinnere gab es da auch eine Mehrheit in der Bevölkerung pro Impfpflicht weil das Thema doch schwer zu überblicken war. Die Politiker die dagegen gestimmt haben hatten Recht und das wurde später bestätigt.
Grundsätzlich kann man aber nicht dauerhaft Politik gegen die Mehrheitsmeinung machen, selbst wenn man als Politiker anderer Meinung ist,andere Ziele hat und denkt man wüsste es besser, dass ist eben auch Demokratie. Man sieht ja gerade bei uns wie das laufen kann mit einer AfD die immer radikaler wird und trotzdem bei 19% steht.

Joa.. Dann musst du dich jetzt aber entscheiden was du willst. Willst du Politiker die zur ihrer Überzeugung stehen und diese auch mal gegen die populäre Meinung durchboxen oder willst du Politiker die immer der Wählerstimme nachrennen und sich wie ein Fähnchen im Wind drehen. Das ist ja zum Teil die Kritik im weiteren Postverlauf gewesen.

 
Ja keine Ahnung... Du "löst" halt hochkomplexe Fragestellungen hier in Onelinern, je nachdem, wie sie die deiner Meinung entsprechen. Themen, über die sich Experten wochenlang streiten, um die Schattierungen auszuloten. Bei AKW lässt du die ganze Fragestellung weg, ob es überhaupt möglich gewesen wäre. Wie teuer es gewesen wäre. Bis wann man hätte Brennstäbe besorgen können. Was die Alternativen waren (Es gab nunmal kein Blackout - also irgendwas wurde ja wohl gemacht). Warum es gut oder schlecht ist auf AKWs zu setzen. Ob man ein langfristiges Ziel für eine kurze Krise über den Haufen werfen muss und sollte. Wie so eine Entscheidung in eine langfristige Strategie passen kann. Und was für eine Strategie das überhaupt sein können.
(Die Bundesregierung hat sich hier übrigens gegen den Wäherwillen gestellt. Das passt sowohl zu dem oben, als auch zu dem kommenden Thema.)

Ich bleibe dabei, dass man zu den meisten Themen mehrere Betrachtungswege finden kann, die sich gegenüber stehen und beide nicht falsch sein müssen.

Wir drehen uns etwas im Kreis.
Meine Beiträge sind ja so schon relativ lang und werden von 3-4 Leuten  gelesen, ich fühle mich da nicht gezwungen jeden Punkt über 20 Seiten auszuführen. Natürlich ist das meine persönliche Meinung, ich akzeptiere auch das ich falsch liegen kann und ändere die auch wenn ich neue Informationen und Belege sehe, mit meisten Punkten die ich anspreche habe ich mich aber beschäftigt und mir auch Argumente von mehreren Seiten angehört.
Bei sehr vielen Themen sind sogenannte Experten einfach Aktivisten die nicht neutral sind sondern ihre Meinung verkaufen wollen oder auch nachplappern was die Parteilinie oder der Industriezweig, von dem sie profitieren,vorgibt.
Das was du schreibst ist ja auch nicht falsch, die Situation war nicht Ideal aber die beschriebenen Probleme wären lösbar gewesen wenn der politische Wille da gewesen wäre, das Argument mit dem "es gab keinen Blackout" ist einfach extrem oberflächlich, es geht einfach um Energiesicherheit,da hatte ich vor ein paar Monaten schon etwas geschrieben:

Der Punkt da wäre ja was passiert wenn man mal in eine Situation kommt in der man Eigenversorgung benötigt, ist ja schön,dass man im Normalfall durch Importe versorgt wird aber das man sich nicht 100% auf andere verlassen sollte hat ja die Gasabhängigkeit von Russland gezeigt.
Ich fände es schon wichtig vom Import wieder auf Selbstversorgung oder Export zu kommen, gegen Kohlekraftwerke oder fracking Gas erscheint mir Kernenergie da die beste Lösung zu sein, wenn man auch den Umweltschutz im Blick haben will.

Ich finde es auch interessant, dass sich die Argumente beim Klimaschutz und zur Kernenergie in teilen widersprechen,Atomstrom ist zu teuer, kosten für Windenergie und Geldverteilung an andere Länder sind egal weil gut für das Klima. Klimaschutz ist angeblich so wichtig, dass wir bei uns die komplette Autobranche zerstören müssen aber nicht wichtig genug um weiter auf Atomstrom zu setzen, gleichzeitig sind wir ja gar nicht unabhängig von Kernenergie sondern beziehen die weiter aus dem Ausland, was uns die Kontrolle entzieht um mögliche technische Störungen und einen Gau selbst zu verhindern.  :D

Allgemein gibt es mir da zu viele Argumente die auf Wunschvorstellungen oder Angstmacherei basieren, die komplette Klima Argumentationskette basiert auf einem "was wäre wenn" und setzt vorraus,dass schon alle bei bestimmten Plänen zum Klimaschutz mitmachen werden, was realistisch einfach nicht passieren wird.
Man schafft es ja nicht mal ganz einfache Probleme zu lösen oder ein afrikanisches Land dazu zu bringen, zurückgeschenkte Kunstgegenstände auszustellen.
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/nigerias-praesident-schenkte-die-von-annalena-baerbock-zurueckgegeben-benin-bronzen-nun-einem-koenig-li.345686

Also mein Wissen und meine Ansichten mögen da Lücken haben aber ich finde ,dass es an der verbreiteten Regierungsmeinung auch genug zu kritisieren gibt.

Aber genau darum geht es doch. Überdenke bitte mal woher wir mit dieser Diskussion kommen und was der Ausgangspunkt war. Es ging um die Frage, ob man eine politische Entscheidung objektiv als gut oder schlecht bewerten kann. Dafür brauchst du keine 20 Seiten und auch großen inhaltlichen Argumente zu einem Thema. Die CDU und die FDP fanden es schlecht die AKWs in der Situation abzuschalten. Die Grünen und die SPD waren dafür. Ist ja toll, dass du es auch schlecht fandest. Bist du ein Aktivist? Hast du eine Parteilinie? Wem plapperst du hinterher? Ich find es gut, dass die AKWs abgeschaltet wurden. Bin ich Aktivist? Habe ich eine Parteilinie? Wem plapper ich hinterher?

Siehst du das Problem? Es ist nicht bewertbar. Du kannst nicht einfach für dich beanspruchen, dass deine Meinung besser ist. Das könnte ich auch. Und wir haben beide einen ganzen Sack voll Argumente.


Ich denke um in die erste Reihe der Politik zu kommen muss man schon abgebrüht sein und ein gewisses Ego besitzen, vielleicht sehe ich das auch zu pessimistisch oder bin desillusioniert weil meine Vorurteile ja auch öfter bestätigt werden, ich meine unser Bundeskanzler ist ja schon mit dem cum ex Skandal im schlepptau und meit einem "kann mich nicht erinnern" ins Amt gekommen, soll man gerade dem jetzt vorteilsfrei alles glauben was er sagt? ist das nicht naiv?

Ja, das wäre naiv. Bei jedem Politiker. Andererseits geht es eben auch nicht ohne ein gewisses Vertrauen. Sonst ist Politikverdrossenheit vorprogrammiert.

Bestimmte verhaltensweisen und Geschichten gehören auch einfach zur Politik dazu, dass bei Habeck oder auch Ricarda Lang wahrscheinlich eine Image Beratung im Hintergrund sitzt die vorgeben und prüfen wie man sich jetzt am besten verkaufen kann ist ja keine Verschwörungstheorie. Habeck wird auch nur Wahlkampfilme veröffentlichen bei denen er nicht mit Fragen zu Migration und Heizungssanierung gegrillt wird, der geht zu Leuten die schon auf Linie sind und verkauft das dann als Plausch mit Wählern. Das man da allgemein misstrauisch wird ist eben Teil des Geschäfts.

Wir können davon ausgehen, dass alle Politiker auf der Ebene gechoacht werden.

Also ich finde es ist schon ein Unterschied ob man bei der Arbeit mal einen Fehler macht oder Millionen/Milliarden Steuergelder einfach so verschleudert, gerade beim Fall von Scheuer hätte der Fehler ja ganz einfach durch eine Prüfung verhindert werden können ,er hatte keinen Druck etwas umsetzen zu müssen und hätte mMn dafür zurücktreten müssen. Allgemein hast du schon recht, wenn es wirklich kleine Fehler sind sollte man auch nicht skandalisieren und darauf herumreiten, aber inzwischen ist es ja so, das Politker selten  Verantwortung übernehmen und eher bis zum letzten Moment an ihren Stühlen kleben, oft auch nicht mal mit dem zugeben und der Erkenntnis, da was falsch gemacht zu haben.

Ich bin mir nicht sicher, ob es einfach hätte geprüft werden können. Ich frage mich allerdings auch, warum er nicht gehen musste. Das er aber ohne großen Grund und großes Aufsehen sein Mandat niedergelegt hat, wird sicher damit zu tun haben.

War es bei Spahn nicht auch so,dass er die Masken bei dem Hersteller gekauft hat bei dem sein Mann angestellt war? Sowas wirkt einfach immer komisch.Ich würde auch bei der Coronazeit sehr viel durchgehen lassen und mit Stress begründen, gleichzeitig ist da aber viel falsch gelaufen das nicht hätte passieren dürfen, Lauterbach hat ja in diesem Jahr wieder zu viel Impfstoff bestellt,könnte mir vorstellen, dass der dann abläuft und wieder vernichtet wird. Bei Verschwendung finde ich es schon schwierig da einen Freibrief auszustellen, wir haben ja nicht umsonst ein großes Ausgabenproblem.

Ja das stimmt, das hätte meiner Meinung nach nicht passieren dürfen.

Zu den AKWs habe ich ja oben schon etwas geschrieben,ein Endlager suchen musst du so oder so, es gibt ja schon Atommüll. Du wirst es an dem Punkt rausfinden wenn man mal eine eigene,sichere, Versorgung braucht, ich persönlich hoffe,dass wir das nie so rausfinden werden, ich glaube aber in der Ukraine sind sie gerade ganz froh im Westen noch mehr AKW außer dem in Saporishja zu haben.
Ich bin trotzdem der Meinung, das man ja zumindest ein Ideal Szenario im Kopf haben sollte wenn man bestimmte Sachen entscheidet und man das Resultat dann auch bewerten können sollte, bei der Flüchtlingspolitik wird das vielleicht einfacher möglich sein als bei den AKWs weil Entscheidungen dazu immer noch aktuell sind und bleiben.
In Syrien bricht ja anscheinend gerade wieder der Bürgerkrieg voll aus, da könnte man mal schauen was sich seit 2015 getan hat und wie man jetzt reagieren soll falls es da wieder eine Flüchtlingswelle geben sollte.

Auch hier wieder: Ich möchte keine inhaltliche Diskussion über AKWs führen. Das Thema wurde hier zu der Zeit als es passierte rauf und runter diskutiert. Das ist nur ein Beispiel, an dem ich veranschaulichem will, dass es für mich nicht so binär ist wie du sagst. Zuerst kamen wir daher, dass man vorher schon den idealen Weg finden sollte. Am besten im Koalitionsvertrag schon das Optimum in der Tasche haben. Aber ich denke, dass man nicht mal an den Resultaten unbedingt ablesen kann, ob eine Entscheidung gut war.

Zur Idealentscheidung: Das ist wie oben im Text. Was ist den Ideal? Was ist, wenn es für mich so wie es passiert war ideal war? Sagen wir ich war 100% zufrieden und die Politiker sollten wieder so entscheiden, falls die Frage noch einmal im Raum steht. Ja, doof. Wie passt das zusammen, dass es für dich nicht ideal war? Dann muss ich ja inkompetent oder ein Lügner sein. Weil du beanspruchst schon für dich, dass du recht hast.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 01.Dezember 2024, 22:56:50
Joa.. Dann musst du dich jetzt aber entscheiden was du willst. Willst du Politiker die zur ihrer Überzeugung stehen und diese auch mal gegen die populäre Meinung durchboxen oder willst du Politiker die immer der Wählerstimme nachrennen und sich wie ein Fähnchen im Wind drehen. Das ist ja zum Teil die Kritik im weiteren Postverlauf gewesen.
Ich hätte gerne Politiker die ihre Entscheidungen an Fakten ausrichten,die auch begründen können und das wohl des Landes und die Folgen im Blick haben, entscheiden muss ich da gar nicht und ich kann auch jede Entscheidung einzeln kritisieren.  :P
 
Aber genau darum geht es doch. Überdenke bitte mal woher wir mit dieser Diskussion kommen und was der Ausgangspunkt war. Es ging um die Frage, ob man eine politische Entscheidung objektiv als gut oder schlecht bewerten kann. Dafür brauchst du keine 20 Seiten und auch großen inhaltlichen Argumente zu einem Thema. Die CDU und die FDP fanden es schlecht die AKWs in der Situation abzuschalten. Die Grünen und die SPD waren dafür. Ist ja toll, dass du es auch schlecht fandest. Bist du ein Aktivist? Hast du eine Parteilinie? Wem plapperst du hinterher? Ich find es gut, dass die AKWs abgeschaltet wurden. Bin ich Aktivist? Habe ich eine Parteilinie? Wem plapper ich hinterher?

Siehst du das Problem? Es ist nicht bewertbar. Du kannst nicht einfach für dich beanspruchen, dass deine Meinung besser ist. Das könnte ich auch. Und wir haben beide einen ganzen Sack voll Argumente.
Das kann ich für mich schon so sehen, bisher sehe ich aber auch nicht viele Argumente die bei den genannten Punkten gegen meine Ansichten sprechen, wenn mir z.B jemand,ohne Luftschloss Argumente, Belege liefert wieviel Grad Erderwährmung Deutschland in den nächsten 5 Jahren nach unten drehen wird ändere ich meine Meinung zur Klimapolitik vielleicht.

Natürlich hast du bei komplexen Problemen auch zig Fragen die man alle diskutieren könnte aber wie vorher schon geschrieben, es kommt immer auf die Ziele an die man erreichen will ,über die kann man sich streiten, wenn die aber klar sind kann man meistens auch Punkte finden,die objektiv die richtige Richtung zeigen. Für die Energiesicherheit ist es einfach besser Kraftwerke am Netz zu lassen, da kannst du ja nicht einfach sagen,das die Situation mit 2 Kraftwerken weniger und dem Wechsel von Export auf Import Strom in dem Bereich eine Verbesserung ist. 
Wenn dir da andere Aspekte wichtiger sind ist das auch vollkommen in Ordnung.

Das Problem das es da in der Politik gibt ist ja eher,dass nicht ehrlich gesagt wird was Sache ist, was die Prorität und das Ziel sind,wie wir da hin kommen und warum man nicht alles dafür tut  das zu erreichen.
Wenn Grüne beispielsweise ein Problem mit Begrenzung der Migration haben kann ich das verstehen, aber dann wäre es besser ehrlich zu sein und das klar zu sagen und nicht einen verwässerten Kompromiss an den Start zu bringen,bei dem man so tut als würde man begrenzen wollen. wenn du Kraftwerke abschalten willst weil du Angst vor einem,nuklearen Störfall hast kann ich das unlogisch finden aber trotzdem verstehen, da muss man aber nicht so tun als hätte die Sicherheit der Energieversorgung nicht verschlechtert und als hätte man sich dadurch nicht neue Probleme geschaffen.

Zur Idealentscheidung: Das ist wie oben im Text. Was ist den Ideal? Was ist, wenn es für mich so wie es passiert war ideal war? Sagen wir ich war 100% zufrieden und die Politiker sollten wieder so entscheiden, falls die Frage noch einmal im Raum steht. Ja, doof. Wie passt das zusammen, dass es für dich nicht ideal war? Dann muss ich ja inkompetent oder ein Lügner sein. Weil du beanspruchst schon für dich, dass du recht hast.
Das Szenario war eher auf die Politiker bezogen die die Entscheidungen treffen,die werden sich ja etwas dabei gedacht haben und daran kann man dann messen ob es funktioniert hat oder nicht.

Und die persönliche Idialvorstellung ,darum gibt es ja mehrere Parteien die eigentlich unterschiedliche Ansichten vertreten sollten,dann kann jeder für sich entscheiden was ihm wichtig ist und da sein Kreuz machen, also theoretisch sollte das so sein, bei der Ampel hat ja gefühlt keiner bekommen was er wollte.  :D

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 02.Dezember 2024, 00:30:47
Für mich funktioniert auch diese klare Priorisierung auf ein Ziel nicht. Die sind ja auch schon nicht klar. Dadurch funktioniert für mich auch nicht der Schluss, dass man dem nur noch folgen muss, nachdem es festgelegt wurde.

Ich weiß noch die Reaktionen, als in Norwegen Umweltaktivisten gegen einen Windpark demonstriert haben, der das recht indigener Völker verletzt. "Öh! Das sind doch Umweltaktivisten. Die dürfen doch jetzt nicht gegen Windparks sein!?!??!" Die Kommentarspalten in den Sozial Media Kanälen bebten vor Häme und Entrüstung.
Doch, dürfen sie. Und müssen sie, wenn sie ihrem eigentlichen Ziel nicht alle anderen möglichen Ziele unterordnen oder zum Opfer fallen lassen wollen. Dann wird das ganze ein Spagat und man muss plötzlich abwägen.
Du hast das mit deinem Widersprechen bei der Klimafrage ja auch schon angesprochen. Ist halt scheiße, wenn für einen AKW UND Kohle doof sind, aber irgendwas gebraucht wird, weil der Blackout auf jeden Fall doof ist. Man will plötzlich alle drei Ziele unter einen Hut bekommen. Wenn einem AKW egal ist, wird es einfacher. Wenn einem CO2 egal ist, wird es einfacher. Blackout war keinem egal und ist aus der Gleichung raus. Aber wenn einem alle drei Ziele wichtig sind muss man letztendlich anfangen Abstriche zu machen und Kompromisse eingehen. Und dann macht man sich unglaubwürdig, weil man "nicht ehrlich" war und zu seinem Ziel steht?

Das ist allerdings nicht exlusiv bei grüner Politik. Chat-Kontrolle zum Beispiel. Pro-Argument: Schützt Opfer vor Kindesmissbrauch. Und dann stehen Leute auf die etwas von Datenschutz, Privatsphäre, Kommunikationsgrundrechten und Überwachung reden und dagegen sind. Was für eine krasse Abwägung und was für unterschiedliche Ziele zur gleichen Maßname. "The stakes are high". Und plötzlich sitzen hunderte Lobbyverbände und Interessensvertreter am Tisch mit zig Nuancen und Vorstellungen. Was wäre den hier das einfache Ziel, dem man sich verpflichten müsste und welche lässt man fallen?

Das nennt sich konkurrierenden Ziele und ist halt Realität. Ein Problem auf genau eine Lösung herunterbrechen funktioniert vielleicht im Privaten beim Urlaub buchen, beim Autokauf oder was es zum Abendessen gibt. Und ich sage vielleicht, weil auch schon bei solchen Fragen Beziehungen zugrunde gegangen sind. Bei komplexen Situationen mit unbekannten Variablen und verschiedenen konkurrierenden Zielen und mehrere Entscheidungsträgern ist meiner Erfahrung nach ganz schnell Schluss mit klaren Zielen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 02.Dezember 2024, 16:22:24
Für mich funktioniert auch diese klare Priorisierung auf ein Ziel nicht. Die sind ja auch schon nicht klar. Dadurch funktioniert für mich auch nicht der Schluss, dass man dem nur noch folgen muss, nachdem es festgelegt wurde.
Wahrscheinlich schreiben wir auch aneinander vorbei und du wirst da schon recht haben, es ist ja keine objektiv richtige Lösung, wenn einer im Raum aus einem anderen Standpunkt heraus eine andere Meinung hat. Trotzdem denke ich,dass man, auch als Laie Politik und bestimmte Abläufe bewerten, beurteilen und an den gegebenen Versprechen messen kann, sonst wäre es ja einfach schlechte Politik damit zu verteidigen, dass die Menschen zu dumm sind und keine Ahnung haben,weil keine Experten oder eben Politiker.

Ich weiß noch die Reaktionen, als in Norwegen Umweltaktivisten gegen einen Windpark demonstriert haben, der das recht indigener Völker verletzt. "Öh! Das sind doch Umweltaktivisten. Die dürfen doch jetzt nicht gegen Windparks sein!?!??!" Die Kommentarspalten in den Sozial Media Kanälen bebten vor Häme und Entrüstung.
Doch, dürfen sie. Und müssen sie, wenn sie ihrem eigentlichen Ziel nicht alle anderen möglichen Ziele unterordnen oder zum Opfer fallen lassen wollen. Dann wird das ganze ein Spagat und man muss plötzlich abwägen.

Gerade bei dem Beispiel ist es ja auch interessant, dass in der Wahrnehmung von vielen Klimaschutz mit Umweltschutz gleichgesetzt wird und Windraftanlagen, egal wo die gebaut werden und was die für Probleme verursachen immer etwas gutes sein müssen. Bei dem speziellen Fall kam die Häme aber auch daher, das Greta Thunberg auch bei dem Protest dabei war und die da ja noch die Klima-Ikone war, wenn also hier Windräder immer gut sind und in den Augen der Klimaschützer hier auch keiner über Windräder meckern darf, passte der Protest von Greta nicht mit der verbreiteten Medienkampagne zusammen. Dabei ist es genauso schlecht hier Windräder direkt neben Häuser, in einem Wald oder in Vogelschutzgebiete zu setzen.
Solche ehrlichen negativen Berichte über Windräder gibt es aber aus dem Ausland immer mal wieder. Im DLF gab es da vor Jahren auch mal einen über welche in Mexiko. https://www.deutschlandfunkkultur.de/europaeische-grossprojekte-in-mexiko-100.html

Du hast das mit deinem Widersprechen bei der Klimafrage ja auch schon angesprochen. Ist halt scheiße, wenn für einen AKW UND Kohle doof sind, aber irgendwas gebraucht wird, weil der Blackout auf jeden Fall doof ist. Man will plötzlich alle drei Ziele unter einen Hut bekommen. Wenn einem AKW egal ist, wird es einfacher. Wenn einem CO2 egal ist, wird es einfacher. Blackout war keinem egal und ist aus der Gleichung raus. Aber wenn einem alle drei Ziele wichtig sind muss man letztendlich anfangen Abstriche zu machen und Kompromisse eingehen. Und dann macht man sich unglaubwürdig, weil man "nicht ehrlich" war und zu seinem Ziel steht?
Mir geht es eher darum das die Ziele klar definiert werden und man nicht vorgibt man würde an Lösungen arbeiten wenn dem nicht so ist,weil die negative Reaktion der Bevölkerung vorprogrammiert ist. Würdest du denn im Umkehschluss sagen,dass alles super läuft und es mit der Art Politik zu machen keine Probleme gibt? Es gibt doch in jedem Jahr mehr Leute die gar nicht oder Parteien an den Rändern wählen, über die Hälfte der Menschen traut keiner Partei zu mit den Problemen im Land fertig zu werden. Bei dem AKW Beispiel wäre es wichtig ehrlich zu sein und klar zu sagen was Sache ist und dann im besten Fall die Mernschen selbst darüber entscheiden zu lassen was sie wollen.

Falls der Fall eintritt und wir wirklich mal massive Nachteile dadurch haben, wird aus der Politik mit den Schultern gezuckt und vorgegeben,dass man nichts gewusst hat und das nicht hätte absehen können, so wie es bei anderen Geschichten auch schon gewesen ist, sowas kann man einfach nicht ewig weiter durchziehen.

Das ist allerdings nicht exlusiv bei grüner Politik. Chat-Kontrolle zum Beispiel. Pro-Argument: Schützt Opfer vor Kindesmissbrauch. Und dann stehen Leute auf die etwas von Datenschutz, Privatsphäre, Kommunikationsgrundrechten und Überwachung reden und dagegen sind. Was für eine krasse Abwägung und was für unterschiedliche Ziele zur gleichen Maßname. "The stakes are high". Und plötzlich sitzen hunderte Lobbyverbände und Interessensvertreter am Tisch mit zig Nuancen und Vorstellungen. Was wäre den hier das einfache Ziel, dem man sich verpflichten müsste und welche lässt man fallen?

Das nennt sich konkurrierenden Ziele und ist halt Realität. Ein Problem auf genau eine Lösung herunterbrechen funktioniert vielleicht im Privaten beim Urlaub buchen, beim Autokauf oder was es zum Abendessen gibt. Und ich sage vielleicht, weil auch schon bei solchen Fragen Beziehungen zugrunde gegangen sind. Bei komplexen Situationen mit unbekannten Variablen und verschiedenen konkurrierenden Zielen und mehrere Entscheidungsträgern ist meiner Erfahrung nach ganz schnell Schluss mit klaren Zielen.
Kommt es wahrscheinlich auch auf Vertrauen an, vertraust du darauf, dass man sich nur darauf konzentriert? Oder ist es der Fuß in der Tür, mit dem Ermittler oder Bots irgendwann private Chats nach Beleidigungen gegen Politiker durchsuchen.Es geht auch nicht um einfache Ziele, es geht darum sich auf bestimmte Sachen zu einigen und die dann auch ehrlich durchzuziehen.

Sich vorzumachen und der Bevölkerung vorzuspielen man könnte da etwas lösen was in der Realität nicht funktionieren kann ist aber auch nicht ideal. Du kannst auch mehrere Ziele gleichzeitig haben aber irgendwann kommt man eben an den Punkt an dem es gegeneinander läuft, man nicht von der Stelle kommt und gar nichts erreicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 02.Dezember 2024, 17:20:47
Für mich funktioniert auch diese klare Priorisierung auf ein Ziel nicht. Die sind ja auch schon nicht klar. Dadurch funktioniert für mich auch nicht der Schluss, dass man dem nur noch folgen muss, nachdem es festgelegt wurde.
Wahrscheinlich schreiben wir auch aneinander vorbei und du wirst da schon recht haben, es ist ja keine objektiv richtige Lösung, wenn einer im Raum aus einem anderen Standpunkt heraus eine andere Meinung hat. Trotzdem denke ich,dass man, auch als Laie Politik und bestimmte Abläufe bewerten, beurteilen und an den gegebenen Versprechen messen kann, sonst wäre es ja einfach schlechte Politik damit zu verteidigen, dass die Menschen zu dumm sind und keine Ahnung haben,weil keine Experten oder eben Politiker.
Ich denke auch.  ;D Wobei ich auch darauf gar nicht hinaus will. Also, dass Menschen dumm sind und keine Ahnung haben. Natürlich muss der Wähler versuchen Politiker zu bewerten. Ich wollte einfach nur sagen, das es schwer sein kann das zu bewerten und man hinnehmen muss, dass Sachverhalte unheimlich komplex sind.
Nur wie gesagt, nochmal der Fingerzeig, wo wir mit der Diskussion her kamen und auf desen Weg ich immer wieder versuche zurück zu kehren. Es ging um formale Regeländerungen und andere Ansprüche, wie man Politik transparenter und klarer machen kann. Ein detailierterer Koalitionsvertrag wurde besprochen. Ein vordefiniertes (richtiges) Ziel. Eine objektive Bewertung der Resultate. Im Einzelfall ist nicht auzuschließen, dass so etwas gelingen kann. Aber im Detail und der Masse der Entscheidungen, wenn die Entscheidung entsprechend komplex werden und noch Überzeugungen dazu kommen wird es kompliziert.

Du merkst ja selber, dass wir zum Beispiel unterschiedlicher Meinung sind. Was meinst du, was wir für ein Spaß im Hinterzimmer als Politiker hätten uns auf weitreichende Ziele zu einigen. Da stieß es mir eben auf, dass es so klang, dass ja das eine Ziel ideal sein muss - zufällig deins, oder meins?  ;). Wenn da so wäre, müsste ich mich erst gar nicht mit dir ins Hinterzimmer setzen. Und dann müssten wir auch nie wieder über Politik reden. Weil, wo ist dann die Basis auf Zusammenarbeit und Verständnis?

Ich weiß noch die Reaktionen, als in Norwegen Umweltaktivisten gegen einen Windpark demonstriert haben, der das recht indigener Völker verletzt. "Öh! Das sind doch Umweltaktivisten. Die dürfen doch jetzt nicht gegen Windparks sein!?!??!" Die Kommentarspalten in den Sozial Media Kanälen bebten vor Häme und Entrüstung.
Doch, dürfen sie. Und müssen sie, wenn sie ihrem eigentlichen Ziel nicht alle anderen möglichen Ziele unterordnen oder zum Opfer fallen lassen wollen. Dann wird das ganze ein Spagat und man muss plötzlich abwägen.

Gerade bei dem Beispiel ist es ja auch interessant, dass in der Wahrnehmung von vielen Klimaschutz mit Umweltschutz gleichgesetzt wird und Windraftanlagen, egal wo die gebaut werden und was die für Probleme verursachen immer etwas gutes sein müssen. Bei dem speziellen Fall kam die Häme aber auch daher, das Greta Thunberg auch bei dem Protest dabei war und die da ja noch die Klima-Ikone war, wenn also hier Windräder immer gut sind und in den Augen der Klimaschützer hier auch keiner über Windräder meckern darf, passte der Protest von Greta nicht mit der verbreiteten Medienkampagne zusammen. Dabei ist es genauso schlecht hier Windräder direkt neben Häuser, in einem Wald oder in Vogelschutzgebiete zu setzen.
Solche ehrlichen negativen Berichte über Windräder gibt es aber aus dem Ausland immer mal wieder. Im DLF gab es da vor Jahren auch mal einen über welche in Mexiko. https://www.deutschlandfunkkultur.de/europaeische-grossprojekte-in-mexiko-100.html
Das ging auch viel um Greta, weil Feindbilder immer toll sind. Es ging aber auch einfach darum, dass diese Gruppierung sich hier anscheinend in Widersprüchen verstrickt, der sie unglaubwürdig macht. Und dem widerspreche ich. Da du so einen Widerspruch auch angesprochen hast, passte das für mich als Beispiel.

Das man Windräder nicht überall hinsetzen sollte und auch andere Interessen herrschen sehe ich auch so. Zum Glück. Diese Gegensätze werden ja auch ausgefochten. Gibt auch in Deutschland einige Windparkanlagen, die wegen einem vermeintlichen Vogel nicht gebaut wurden. Auch, wenn ich das im Detail manchmal für seltsam halte. Nicht, wegen dem armen Vogel. Aber in Deutschland reicht schon die Behauptung, dass da ein Vogel sei und der Bauherr muss dann nachweisen, dass da keiner war. Haha, viel Spaß. (Ich bin mir nicht sicher, ob das immer noch so ist).
Auch so etwas wie die 10H Regel in Bayern fand ich seltsam, weil sie das ganze vorhaben tot reguliert. Genauso, wie ich es seltsam fände es ins andere Extrem zu überziehen und die Teile in die Vorgärten der Anwohner zu stecken. Man kann ja jetzt ausdiskutieren, ob ein Kilometer Abstand reicht, oder ob es wirklich zwei sein müssten. Wurde gemacht und jetzt kann man in Bayern 800 Windräder bauen, wo davor keins ging.
Irgendwo müssen sie halt stehen und man muss in jedem Fall ausloten was geht und was nicht. Manchmal finde ich die Bauanträge und manchmal die Beschwerden bescheuert. Aber grundsätzlich eins davon als negativ darstellen, würde ich nicht. Obwohl ich manchmal schon denke, dass die Einstellung "ja gerne, aber nicht hier" bei vielen Themen vorherrscht und ich manchmal sehr unkonstruktiv empfinde. Ich meine damit aber nicht nur gegen Windparkanlagen.

Es gab an der Sache noch eine andere Kritik. Es wurde gezetert, dass das indigene Volk Unterstütung in Form eines Protests bekommt und die Anwohner in Bayern es selber ausfechten müssen. Ist das Protestneid? Ein Protest in Norwegen nimmt doch den Einwohnern in Deutschland nicht ihre Rechte weg, selbst ihrem Unmut kund zu tun. Solche Einstellungen finde ich etwas kleinkarriert. Aber mir ist halt auch klar, dass ich hier gerade über eine laute Internetminderheit rede. Fürs Seelenheil hält man sich von so Kommentarspalten eh lieber fern.  ::)

Du hast das mit deinem Widersprechen bei der Klimafrage ja auch schon angesprochen. Ist halt scheiße, wenn für einen AKW UND Kohle doof sind, aber irgendwas gebraucht wird, weil der Blackout auf jeden Fall doof ist. Man will plötzlich alle drei Ziele unter einen Hut bekommen. Wenn einem AKW egal ist, wird es einfacher. Wenn einem CO2 egal ist, wird es einfacher. Blackout war keinem egal und ist aus der Gleichung raus. Aber wenn einem alle drei Ziele wichtig sind muss man letztendlich anfangen Abstriche zu machen und Kompromisse eingehen. Und dann macht man sich unglaubwürdig, weil man "nicht ehrlich" war und zu seinem Ziel steht?
Mir geht es eher darum das die Ziele klar definiert werden und man nicht vorgibt man würde an Lösungen arbeiten wenn dem nicht so ist,weil die negative Reaktion der Bevölkerung vorprogrammiert ist. Würdest du denn im Umkehschluss sagen,dass alles super läuft und es mit der Art Politik zu machen keine Probleme gibt? Es gibt doch in jedem Jahr mehr Leute die gar nicht oder Parteien an den Rändern wählen, über die Hälfte der Menschen traut keiner Partei zu mit den Problemen im Land fertig zu werden. Bei dem AKW Beispiel wäre es wichtig ehrlich zu sein und klar zu sagen was Sache ist und dann im besten Fall die Mernschen selbst darüber entscheiden zu lassen was sie wollen.

Falls der Fall eintritt und wir wirklich mal massive Nachteile dadurch haben, wird aus der Politik mit den Schultern gezuckt und vorgegeben,dass man nichts gewusst hat und das nicht hätte absehen können, so wie es bei anderen Geschichten auch schon gewesen ist, sowas kann man einfach nicht ewig weiter durchziehen.
Zu pauschalen Gesamtaussagen würde ich mich sowieso nicht hinreisen lassen.
Grundsätzlich zu diesem Fall:
Ich habe grün nicht gewählt, habe mich aber generell gefreut, dass die AKWs in Deutschland keine Zukunft haben. Ich finde, dass die Balance zwischen den Zielen gut getroffen wurde. Ein Blackout ist nicht eingetroffen. Das kann man als Erfolg attestieren. Für mich war es logisch, dass es für die Grünen ein No-Go war die AKWs wieder anzumachen. Die Grünen bildeten sich zu einem großen Teil aus der Anti-Atomkraft Bewegung der 70er und das Thema ist vergleichbar, wenn nicht sogar noch stärker in ihrer DNA verwurzelt, wie die Schuldenbremse in der FDP. Also haben sie in den sauren Apfel gebissen und die Kohle angefeuert, sind zu den Saudis gefahren, haben Geld ausgegen, um die Preise zu deckeln (die meines Wissens nach auch mit AKW erheblich gestiegen wären) und so weiter... Im Zusammenhang damit, dass als Gegenzug in den letzten 2-3 Jahren massiv regenerierbare Energie aufgebaut wurden, man darauf achtete, dass Gasinfrastruktur in Zukunft auch Wasserstoff verwenden kann und ein Gesetz in der Entwicklung war, um die Vorhaltung von Kraftwerken zu regeln. Ich sehe hier eine eine Gesamtstrategie, die für mich schlüssig ist.
Das ist jetzt ein bisschen verkürzt und stellt eher meine Sicht auf die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen, die getroffen wurden, zusammen. Der Fall war sicher komplexer. Aber wie die Energiekrise behandelt wurde fand ich gut.
Und ich bin auch der Meinung, dass das genau so kommuniziert wurde. Das Ziel war, kein Blackout trotz Abschaltung der AKW und Alternative finden zu Gas aus Russland. So zumindest die Kommunikation von Habeck. Wurde gesagt, wurde gemacht. Natürlich hat das komplette politische System wild durcheinander kommuniziert, weil unterschiedliche Ideen am Start waren. Aber nur weil sich Teile der Regierung gerade streiten und die Opposition auch noch ne Meinung hat, ist die Kommunikation nicht fehlgeleitet.

Fand ich deswegen alles gut was die Ampel gemacht und kommuniziert hat? Nö.

Das ist allerdings nicht exlusiv bei grüner Politik. Chat-Kontrolle zum Beispiel. Pro-Argument: Schützt Opfer vor Kindesmissbrauch. Und dann stehen Leute auf die etwas von Datenschutz, Privatsphäre, Kommunikationsgrundrechten und Überwachung reden und dagegen sind. Was für eine krasse Abwägung und was für unterschiedliche Ziele zur gleichen Maßname. "The stakes are high". Und plötzlich sitzen hunderte Lobbyverbände und Interessensvertreter am Tisch mit zig Nuancen und Vorstellungen. Was wäre den hier das einfache Ziel, dem man sich verpflichten müsste und welche lässt man fallen?

Das nennt sich konkurrierenden Ziele und ist halt Realität. Ein Problem auf genau eine Lösung herunterbrechen funktioniert vielleicht im Privaten beim Urlaub buchen, beim Autokauf oder was es zum Abendessen gibt. Und ich sage vielleicht, weil auch schon bei solchen Fragen Beziehungen zugrunde gegangen sind. Bei komplexen Situationen mit unbekannten Variablen und verschiedenen konkurrierenden Zielen und mehrere Entscheidungsträgern ist meiner Erfahrung nach ganz schnell Schluss mit klaren Zielen.
Kommt es wahrscheinlich auch auf Vertrauen an, vertraust du darauf, dass man sich nur darauf konzentriert? Oder ist es der Fuß in der Tür, mit dem Ermittler oder Bots irgendwann private Chats nach Beleidigungen gegen Politiker durchsuchen.Es geht auch nicht um einfache Ziele, es geht darum sich auf bestimmte Sachen zu einigen und die dann auch ehrlich durchzuziehen.

Ich habe ja gar nicht gesagt wofür ich da bin.  ;) Auch das war ja nur ein Beispiel, worüber geredet wird. Konkurrierende Ziele mit erheblichen Ausmaßen.

Sich vorzumachen und der Bevölkerung vorzuspielen man könnte da etwas lösen was in der Realität nicht funktionieren kann ist aber auch nicht ideal. Du kannst auch mehrere Ziele gleichzeitig haben aber irgendwann kommt man eben an den Punkt an dem es gegeneinander läuft, man nicht von der Stelle kommt und gar nichts erreicht.
Ich würde es ab einem gewissen Ausmaß als niederträchtig bewerten ein Vorgehen zu kommunizieren, dass wissentlich nicht umgesetzt werden kann.

Das Punkte gegeneinander laufen stimmt Aber das ist eben die Krux an der Demokratie. In einer Diktatur kann der eine machen was er will. Da gibt es schnelle Entscheidungeg.
In einer Demokratie muss zwischen allen verhandelt werden. Das sorgt dafür, dass es langsam wird. Das auch mal über Sachen geredet wird, die einen gar nicht interessieren. Das die eigene Stimme im schlimmsten Fall gar nicht gehört wird. Das ein Kompromis raus kommt, der für alle ein sauren Beigeschmack hat. Das man sich so verstreitet, dass man kein Meter mehr vorran kommt und zu gar nichts mehr kommt.
Aber das ist nunmal so. Und jetzt sind wir wieder am Anfang, wo wir vor ein paar Tagen waren. Die Demokratie ist kein perfektes System.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 09.Dezember 2024, 17:28:19
Ich bin mal gespannt welcher Politiker die Syrer dann durchs Dorf treibt für den Bundestagswahlkampf. Es dürfte klar sein das die AFD da ganz vorne dabei sein wird. Letztlich heißt das Ende des Assad Regime in Syrien nicht unbedingt etwas gutes. Syrische Kommilitonen haben mir das 2012 schon prophezeit das keine von beiden Seiten wirklich gut für die Zukunft Syriens sind. Auf der einen Seite das Assad Regime das nachweislich Leute in ein Loch schmeißt und foltert und die eigene Bevölkerung Rücksichtlos bombardiert oder mit Gift Gas verrecken lässt auf der anderen Seite die Rebellen die von den USA und Europäern hochgejubelt und gerüstet wurden und zum größten Teil aus religösen Fanatikern bestehen.
Die Wahl zwischen Pest und Cholera. Mein Beileid an alle Syrer die in dieses neue Syrien zurückkehren müssen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2024, 20:49:20
Mein Beileid an alle Syrer die in dieses neue Syrien zurückkehren müssen.
Die syr. Flüchtlinge in der Türkei kehren freiwillig heim und sind froh darüber: https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 09.Dezember 2024, 21:09:36
Mein Beileid an alle Syrer die in dieses neue Syrien zurückkehren müssen.
Die syr. Flüchtlinge in der Türkei kehren freiwillig heim und sind froh darüber: https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305

Von einem einfachen Landarbeiter auf alle Syrer zu schließen ist natürlich auch sehr interessant. Die Syrer in der Türkei werden wohl keine Wahl haben und denen wird es in der Türkei auch über die vergangenen Jahre nicht sonderlich gut gegangen sein. Das man dann in die Heimat zurückkehrt und hofft das jetzt alles besser wird ist sicherlich normal.

Die von mir angesprochenen Akademiker die ganz genau wissen wer da gerade die Macht übernimmt werden sich das mit Sicherheit zweimal überlegen ob man dort zurückkehren möchte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 09.Dezember 2024, 23:13:17
Mein Beileid an alle Syrer die in dieses neue Syrien zurückkehren müssen.
Die syr. Flüchtlinge in der Türkei kehren freiwillig heim und sind froh darüber: https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305 (https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305)


Die Rebellen sind Islamisten und der Westen feiert die. Als Nicht-Islamist kommst du als Syrer vom Regen in die Traufe. Nur im Westen freut man sich, dass man Putin eine ausgewischt hat. Situation ist ähnlich wie damals in Afghanistan, wo die Islamisten die Russen vertrieben haben und auch alle das gefeiert haben. Der 11/09 hat uns dann gezeigt, dass man sich da zu früh gefreut hat. Befürchte, dass in Syrien jetzt die Situation nicht wesentlich besser werden wird. Und Frauenrechte kannst dann jetzt auch vergessen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2024, 23:18:48
Von einem einfachen Landarbeiter auf alle Syrer zu schließen ist natürlich auch sehr interessant. [..]
Die von mir angesprochenen Akademiker...
Ich denke mal, dass es mehr syrische Landarbeiter als Akademiker gibt, aber auch und gerade Akademiker würden gebraucht, um das Land aufzubauen. Aber mir ist schon klar, worauf das hinausläuft :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 10.Dezember 2024, 10:21:37
Mein Beileid an alle Syrer die in dieses neue Syrien zurückkehren müssen.
Die syr. Flüchtlinge in der Türkei kehren freiwillig heim und sind froh darüber: https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305 (https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305)


Die Rebellen sind Islamisten und der Westen feiert die. Als Nicht-Islamist kommst du als Syrer vom Regen in die Traufe. Nur im Westen freut man sich, dass man Putin eine ausgewischt hat. Situation ist ähnlich wie damals in Afghanistan, wo die Islamisten die Russen vertrieben haben und auch alle das gefeiert haben. Der 11/09 hat uns dann gezeigt, dass man sich da zu früh gefreut hat. Befürchte, dass in Syrien jetzt die Situation nicht wesentlich besser werden wird. Und Frauenrechte kannst dann jetzt auch vergessen...

Die Rebellen sind mitnichten alle Islamisten. Es gibt auch Gemäßigte sowie kurdische Gruppen (sogar recht präsent). Und gerade dieses Konglomerat wird es äußerst schwierig machen, eine stabile Regierung zu bilden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Dezember 2024, 11:02:50
Die Syrer in Deutschland feiern auch: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/feiern-syrien-deutschland-100.html

Warten wir die nächsten Monate ab, vielleicht können sich diese Gruppen ja zusammenraufen und eine halbwegs menschenfreundliche Regierung bilden. Es kann aber auch sein, dass die sich untereinander weiter bekriegen, besonders Erdogan führt seinen Angriffskrieg gegen die Kurden in Syrien unbeirrt weiter.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 10.Dezember 2024, 11:56:12
Mein Beileid an alle Syrer die in dieses neue Syrien zurückkehren müssen.
Die syr. Flüchtlinge in der Türkei kehren freiwillig heim und sind froh darüber: https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305 (https://rp-online.de/politik/ausland/syrien-erste-fluechtlinge-kehren-aus-der-tuerkei-zurueck_aid-121926305)


Die Rebellen sind Islamisten und der Westen feiert die. Als Nicht-Islamist kommst du als Syrer vom Regen in die Traufe. Nur im Westen freut man sich, dass man Putin eine ausgewischt hat. Situation ist ähnlich wie damals in Afghanistan, wo die Islamisten die Russen vertrieben haben und auch alle das gefeiert haben. Der 11/09 hat uns dann gezeigt, dass man sich da zu früh gefreut hat. Befürchte, dass in Syrien jetzt die Situation nicht wesentlich besser werden wird. Und Frauenrechte kannst dann jetzt auch vergessen...

Die Rebellen sind mitnichten alle Islamisten. Es gibt auch Gemäßigte sowie kurdische Gruppen (sogar recht präsent). Und gerade dieses Konglomerat wird es äußerst schwierig machen, eine stabile Regierung zu bilden.


https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/syrien-umsturz-assad-machtwechsel-zukunft-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/syrien-umsturz-assad-machtwechsel-zukunft-100.html)
Die HTS (Hajat Tahrir al-Scham) hat ihre Leute schon in Stellung gebracht und führt die Rebellen an.


https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/syrien-hts-islamistengruppe-hintergrund-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/syrien-hts-islamistengruppe-hintergrund-100.html)
Sie werden in Deutschland noch als terroristisch eingestuft und stehen auf UN-Sanktionslisten, sind aus der Al-Nusr-Front hervorgegangen. Bemühungen nicht ganz so islamistisch daherzukommen sind wohl erkennbar, aber ob das nicht nur Marketing war wird sich zeigen.


https://www.dw.com/de/kampf-f (https://www.dw.com/de/kampf-f)ür-freiheit-aufstand-gegen-die-islamisten-in-idlib/a-69164626
Das war noch im Mai, also keine 7 Monate her.


Und nun stellt sich ein Herr Söder hin und will die Flüchtlinge auffordern, dahin zurückzugehen. Bei allem Respekt kann ich so ein Vorhaben nicht unterstützen. Die die feiern können ja gerne jetzt dorthin gehen, aber jemand zu zwingen da wieder hinzumüssen, das halte ich für falsch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 10.Dezember 2024, 13:16:47
Das es nicht alles Islamisten sind ist klar aber die führenden Kräfte sind die HTS und das sind glasklare Islamisten mit dem Auftrag einen Gottesstaat aufzbauen. Das die Kurden etc. da irgendwie Land sehen werden ist sehr unrealistisch alleine weil ein Erdogan die HTS pusht und ein sehr große Interesse daran hat das die Kurden klein gehalten werden.
Wie TNDO es schon geschrieben hat gibt der Anführer der HTS sich in letzter Zeit eher gemäßigt aber das das eher marketing ist sollten einem eigentlich klar sein. Für Frauen, Religiöse Minderheiten etc wird das im zukünftigen Syrien keine schöne Zeit werden.

@Signor Rossi das man nach dem Terror Regime von Assad feiert das der Mann  weg ist ist wohl klar. Die christlichen Syrer und andere Minderheiten sind dahingehend eher skeptisch und sollte sich die HTS durchsetzen und ihren Islamistischen Gotesstaat aufbauen, dürfte da keinem nach Feiern zumute sein.  ::)

@TNDO dem Söder darf man nicht zuhören. Dem Mann ist in der Corona Zeit irgendwas auf den Kopf gefallen. Oder das ist in Bayern einfach so das man mit dem alter komisch wird. Stoiber Syndrom.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Dezember 2024, 13:25:47
Die ersten Regeln lesen sich recht gemäßigt:
„Wir bekräftigen, dass die persönliche Freiheit für alle garantiert ist und dass die Achtung der Rechte des Einzelnen die Grundlage für den Aufbau einer zivilisierten Nation ist.“
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/syrien-nach-sturz-von-assad-rebellen-verk%C3%BCnden-erste-regeln-und-verbote/ar-AA1vxnwU

Kann natürlich nur Gerede sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.Januar 2025, 12:16:03
Kurz vor der Bundestagswahl soll plötzlich wieder ein Abschiebeflug nach Afghanistan möglich sein O0

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/abschiebeflug-afghanistan-108.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 24.Februar 2025, 07:52:09
Wie 0,03% eine Wahl erträglicher machen... Allein mit dem jetzigen Ergebnis wird eine Koalition schon schwer auf einen Nenner zu bringen, aber nach den Tönen der Union gegenüber den Grünen können wir froh sein, dass es das BSW nicht in den Bundestag geschafft hat...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 24.Februar 2025, 10:24:07
Wie 0,03% eine Wahl erträglicher machen... Allein mit dem jetzigen Ergebnis wird eine Koalition schon schwer auf einen Nenner zu bringen, aber nach den Tönen der Union gegenüber den Grünen können wir froh sein, dass es das BSW nicht in den Bundestag geschafft hat...

Erträglich ist an der Wahl gar nichts. Der Osten ist komplett verloren an die AFD, CDU Und SPD müssen sich einigen, was vor allem in Sachen Abschiebungen etc. schwer werden wird, da die SPD schon angekündigt hat nicht gegen geltendes EU Recht zu verstoßen, was die CDU aber wohl muss wenn sie ihre Abschiebe Pläne umsetzen will. Einzig in Sachen Schuldenbremse wird was passieren müssen, aber da ist man dann auf die anderen Parteien angewiesen für die benötigte 2/3 Mehrheit. Ansonsten wird es auch für die CDU schwer die Wahlversprechen zu finanzieren. Ein Erhöhung der Mehrwertsteuer würde politischer Selbstmord sein. Allgemein gibt es viele Fragezeichen bei der Umsetzbarkeit der CDU Wahlversprechen.
Die Wahl konnte Merz nicht verlieren. Allerdings stirbt die Wählerschaft der CDU so langsam weg. Die Jugend ist sichtbar gespalten zwischen AFD und Linke. Das zeigt das Dilemma in diesem Land und wird auch in Zukunft für weiteren sozialen Sprengstoff sorgen.
Ich bin sehr pessimistisch was die Zukunft angeht. Ich habe wenig Vertrauen das man die wichtigen Probleme mit der Groko gelöst bekommt und auch ein Merz als Kanzler ist für mich auch ein Graus. Noch schlimmer aber das solche Nulpen wie Spahn und Dobrindt vermutlich wieder mit von der Partie sein werden und wichtige Ministerien übernehmen  ::). Die Asylfrage ist da wirklich unser kleinstes Problem.
Das einzig positive an der Wahl wir sind endlich Christian Lindner los. Er wird sicherlich mit einem gut dotierten Job in der Wirtschaft getröstet werden. Der Arme keine Schwarz Weiß Porträts mehr die sein ego stützen. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Februar 2025, 10:34:43
Wenn der BSW oder die FDP in den Bundestag gekommen wäre, hätte die CDU eine Koalition mit SPD UND den Grünen eingehen müssen. Die Verhandlungen dahin wären der Supergau gewesen. Oder glaubst du, dass die Grünen geholfen hätten, dass sich die SPD und CDU bei schweren Themen einigen kann? Eher nicht...
Ich weiß nicht ob Neuwahlen oder nochmal eine Koalition mit drei sich nicht einigenden Parteien schlimmer gewesen wäre.

Von daher stimme ich m4 zu, dass das die Wahl erträglichER macht. Nicht erträglich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Addison53 am 24.Februar 2025, 10:41:44
Kann die Ansicht nachvollziehen - würde aber zwecks extremer Wahltendenzen der jüngeren Wählergruppe (zähle mit 28 glaub ich gerade noch so rein) nicht ausschließlich pessimitisch denken. Man darf folgende Faktoren nicht vergessen:

- junge Leute unserer Zeit sind stark Algorithmus gebunden und umso extremer eine politische Ansicht (in beide Richtungen) umso "viraler" geht es und erreicht dadurch automatisch mehr junge Menschen. Man bekommt auf Instagram oder Tiktok kaum Reels zu den mittleren Parteien angezeigt die sind nicht "flashy" genug und polarisieren zu wenig. Ein Anstieg von AFD und Linke war daher zu erwarten. Die meisten jungen Leute (und davon kommen immer weniger nach) "berappeln" sich mit der Zeit und rücken tendenziell einer politisch mittleren Ansicht immer näher und näher.

- Extreme befeuern immer Extreme, da sich diese Parteien auch ungewollt immer näher stehen als Sie zur Mitte stehen durch absolute Forderungen und geringe Kompromissbereitschaft. Umso mehr AFD umso mehr Links das ist normal.

Daher würde ich die Wahl schon vorsichtig euphorisch deuten. Seien wir ehrlich: Hätte es Schwarz/Rot/Grün geben müssen aufgrund eines Einzugs der BSW in den Bundestag hätte die AFD nächste Wahl vermutlich an der 27-28 gekratzt. Eine Koalition aus drei Parteien ist mMn. das letzte was DE jetzt braucht. CDU und SPD werden auch vermutlich die größten Kompromisse finden können aus allen Konstellationen und sich im Optimalfall (wenn man DE wie eine Firma betrachtet) verhalten wie ein (guter) Vorstand und ein (guter) Betriebsrat. Das wäre die Optimalvorstellung an die wir jetzt glauben müssen um wieder mehr Leute in die Mitte zu ziehen. 


Wie 0,03% eine Wahl erträglicher machen... Allein mit dem jetzigen Ergebnis wird eine Koalition schon schwer auf einen Nenner zu bringen, aber nach den Tönen der Union gegenüber den Grünen können wir froh sein, dass es das BSW nicht in den Bundestag geschafft hat...

Erträglich ist an der Wahl gar nichts. Der Osten ist komplett verloren an die AFD, CDU Und SPD müssen sich einigen, was vor allem in Sachen Abschiebungen etc. schwer werden wird, da die SPD schon angekündigt hat nicht gegen geltendes EU Recht zu verstoßen, was die CDU aber wohl muss wenn sie ihre Abschiebe Pläne umsetzen will. Einzig in Sachen Schuldenbremse wird was passieren müssen, aber da ist man dann auf die anderen Parteien angewiesen für die benötigte 2/3 Mehrheit. Ansonsten wird es auch für die CDU schwer die Wahlversprechen zu finanzieren. Ein Erhöhung der Mehrwertsteuer würde politischer Selbstmord sein. Allgemein gibt es viele Fragezeichen bei der Umsetzbarkeit der CDU Wahlversprechen.
Die Wahl konnte Merz nicht verlieren. Allerdings stirbt die Wählerschaft der CDU so langsam weg. Die Jugend ist sichtbar gespalten zwischen AFD und Linke. Das zeigt das Dilemma in diesem Land und wird auch in Zukunft für weiteren sozialen Sprengstoff sorgen.
Ich bin sehr pessimistisch was die Zukunft angeht. Ich habe wenig Vertrauen das man die wichtigen Probleme mit der Groko gelöst bekommt und auch ein Merz als Kanzler ist für mich auch ein Graus. Noch schlimmer aber das solche Nulpen wie Spahn und Dobrindt vermutlich wieder mit von der Partie sein werden und wichtige Ministerien übernehmen  ::). Die Asylfrage ist da wirklich unser kleinstes Problem.
Das einzig positive an der Wahl wir sind endlich Christian Lindner los. Er wird sicherlich mit einem gut dotierten Job in der Wirtschaft getröstet werden. Der Arme keine Schwarz Weiß Porträts mehr die sein ego stützen. ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Februar 2025, 10:54:23
Eine stark Algorithmus gebunden junge Wählerschaft stimmt mich allerdings nicht wirklich positiv, wenn ich mir so ansehe, was die großen Algorithmus-Macher der Welt so anstellen...  ;D

Beim Rest gebe ich dir recht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Addison53 am 24.Februar 2025, 11:24:28
Eine stark Algorithmus gebunden junge Wählerschaft stimmt mich allerdings nicht wirklich positiv, wenn ich mir so ansehe, was die großen Algorithmus-Macher der Welt so anstellen...  ;D

Beim Rest gebe ich dir recht.

Ja das wird grundsätzlich denke ich einer der größten Problem unserer Zukunft. In Kombination damit, dass gebildetere Menschen im Schnitt immer weniger Kinder machen und ungebildete Menschen konstant Kinder auf diese Welt setzen ist das eine brandgefährliche Sache - Idiocrazy lässt grüßen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 24.Februar 2025, 11:41:04

Zitat
Daher würde ich die Wahl schon vorsichtig euphorisch deuten. Seien wir ehrlich: Hätte es Schwarz/Rot/Grün geben müssen aufgrund eines Einzugs der BSW in den Bundestag hätte die AFD nächste Wahl vermutlich an der 27-28 gekratzt. Eine Koalition aus drei Parteien ist mMn. das letzte was DE jetzt braucht. CDU und SPD werden auch vermutlich die größten Kompromisse finden können aus allen Konstellationen und sich im Optimalfall (wenn man DE wie eine Firma betrachtet) verhalten wie ein (guter) Vorstand und ein (guter) Betriebsrat. Das wäre die Optimalvorstellung an die wir jetzt glauben müssen um wieder mehr Leute in die Mitte zu ziehen.

Und dieses ``hoffen aufs Gute`` ist genau das Problem. Man vergisst das es sich hier um zwei Parteien handelt die für die Erstarkung der rechten Ansicht mit hauptverantwortlich sind. Die Einen mehr in der Gegenwart, die Anderen in der Vergangenheit.
Dazu wird man seine Versprechungen, gerade in Themen, die bedeutend für diese Wiedererstarkung sind, zum Großteil nicht halten können. Auch wenn ich denke, dass dies keine Partei schaffen könnte - Nur haben CDU, sowie SPD, eben schon eine Vergangenheit, in der Beide die Chance hatten, diesen Rechtsruck zu unterbinden und sind krachend gescheitert. Die Rufe & Meinungen wurden nicht erhört, gar ignoriert, um stur die eigene Linie weiter durchzusetzen! Entsprechend steht hier das Vertrauen auch mehr auf der Kippe als bei Jenen, die noch nie den Regierungsauftrag hatten.

Die Optimalvorstellung liegt darin zu hoffen, dass diese festgefahrenen Altparteien erkennen das dies ihre letzte Chance sein wird, bevor DE wieder extremistisch regiert wird. Und da sei es mal dahingestellt ob es Links oder Rechts ist.

Ein wesentlicher Punkt ist meiner Meinung nach offener einzelnen Punkten der ``verachtenden`` Parteien gegenüberzustehen, als sie komplett zu ignorieren. Diese knallharte Schiene die Merz zum Beispiel gegen die AFD fährt, wird sich früher oder später rächen, wenn man nicht aus eigener Kraft im Stande ist, gute Politik für das eigene Volk zu führen. Denn wer über 10 Mio. Wähler ignoriert, wird diese niemals mehr Richtung Mitte ziehen können. Und die CDU steht deutlich mehr in der Pflicht dies zu beweisen, als eine AFD, Linke etc.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Februar 2025, 11:49:51

Zitat
Daher würde ich die Wahl schon vorsichtig euphorisch deuten. Seien wir ehrlich: Hätte es Schwarz/Rot/Grün geben müssen aufgrund eines Einzugs der BSW in den Bundestag hätte die AFD nächste Wahl vermutlich an der 27-28 gekratzt. Eine Koalition aus drei Parteien ist mMn. das letzte was DE jetzt braucht. CDU und SPD werden auch vermutlich die größten Kompromisse finden können aus allen Konstellationen und sich im Optimalfall (wenn man DE wie eine Firma betrachtet) verhalten wie ein (guter) Vorstand und ein (guter) Betriebsrat. Das wäre die Optimalvorstellung an die wir jetzt glauben müssen um wieder mehr Leute in die Mitte zu ziehen.

Und dieses ``hoffen aufs Gute`` ist genau das Problem. Man vergisst das es sich hier um zwei Parteien handelt die für die Erstarkung der rechten Ansicht mit hauptverantwortlich sind. Die Einen mehr in der Gegenwart, die Anderen in der Vergangenheit.
Dazu wird man seine Versprechungen, gerade in Themen, die bedeutend für diese Wiedererstarkung sind, zum Großteil nicht halten können. Auch wenn ich denke, dass dies keine Partei schaffen könnte - Nur haben CDU, sowie SPD, eben schon eine Vergangenheit, in der Beide die Chance hatten, diesen Rechtsruck zu unterbinden und sind krachend gescheitert. Die Rufe & Meinungen wurden nicht erhört, gar ignoriert, um stur die eigene Linie weiter durchzusetzen! Entsprechend steht hier das Vertrauen auch mehr auf der Kippe als bei Jenen, die noch nie den Regierungsauftrag hatten.

Die Optimalvorstellung liegt darin zu hoffen, dass diese festgefahrenen Altparteien erkennen das dies ihre letzte Chance sein wird, bevor DE wieder extremistisch regiert wird. Und da sei es mal dahingestellt ob es Links oder Rechts ist.

Ein wesentlicher Punkt ist meiner Meinung nach offener einzelnen Punkten der ``verachtenden`` Parteien gegenüberzustehen, als sie komplett zu ignorieren. Diese knallharte Schiene die Merz zum Beispiel gegen die AFD fährt, wird sich früher oder später rächen, wenn man nicht aus eigener Kraft im Stande ist, gute Politik für das eigene Volk zu führen. Denn wer über 10 Mio. Wähler ignoriert, wird diese niemals mehr Richtung Mitte ziehen können. Und die CDU steht deutlich mehr in der Pflicht dies zu beweisen, als eine AFD, Linke etc.

Was willste machen statt hoffen? Verdrossen werden?

Du sprichst es schon an: Keine Partei hat ne Lösung.

Meine Hoffnung ist, dass es nicht wie im Wahlkampf weiter geht. Das die CDU und die SPD gemeinsam eine Lösung in der Wirtschaft finden und sich um Probleme wie Rente, Pflege und Mieten kümmern. Sich auf die Migration zu verschränken, um der AFD den Rang abzulaufen ist ein Fehler, weil hier nicht die Lösung für die oben genannten Probleme liegt. Wenn keine Migranten mehr kämen (und so einfach ist nicht) wären wir immer noch im dritten Jahr einer Rezession.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 24.Februar 2025, 12:39:53
Zusammenfassung (für eilige Leser):
 
Von allen möglichen Scheißergebnissen ist dieses am wenigsten scheißig. :o
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 24.Februar 2025, 13:38:45

Wie 0,03% eine Wahl erträglicher machen... Allein mit dem jetzigen Ergebnis wird eine Koalition schon schwer auf einen Nenner zu bringen, aber nach den Tönen der Union gegenüber den Grünen können wir froh sein, dass es das BSW nicht in den Bundestag geschafft hat...

Erträglich ist an der Wahl gar nichts. Der Osten ist komplett verloren an die AFD, CDU Und SPD müssen sich einigen, was vor allem in Sachen Abschiebungen etc. schwer werden wird, da die SPD schon angekündigt hat nicht gegen geltendes EU Recht zu verstoßen, was die CDU aber wohl muss wenn sie ihre Abschiebe Pläne umsetzen will. Einzig in Sachen Schuldenbremse wird was passieren müssen, aber da ist man dann auf die anderen Parteien angewiesen für die benötigte 2/3 Mehrheit. Ansonsten wird es auch für die CDU schwer die Wahlversprechen zu finanzieren. Ein Erhöhung der Mehrwertsteuer würde politischer Selbstmord sein. Allgemein gibt es viele Fragezeichen bei der Umsetzbarkeit der CDU Wahlversprechen.
Die Wahl konnte Merz nicht verlieren. Allerdings stirbt die Wählerschaft der CDU so langsam weg. Die Jugend ist sichtbar gespalten zwischen AFD und Linke. Das zeigt das Dilemma in diesem Land und wird auch in Zukunft für weiteren sozialen Sprengstoff sorgen.
Ich bin sehr pessimistisch was die Zukunft angeht. Ich habe wenig Vertrauen das man die wichtigen Probleme mit der Groko gelöst bekommt und auch ein Merz als Kanzler ist für mich auch ein Graus. Noch schlimmer aber das solche Nulpen wie Spahn und Dobrindt vermutlich wieder mit von der Partie sein werden und wichtige Ministerien übernehmen  ::). Die Asylfrage ist da wirklich unser kleinstes Problem.
Das einzig positive an der Wahl wir sind endlich Christian Lindner los. Er wird sicherlich mit einem gut dotierten Job in der Wirtschaft getröstet werden. Der Arme keine Schwarz Weiß Porträts mehr die sein ego stützen. ::)


Wenn der BSW oder die FDP in den Bundestag gekommen wäre, hätte die CDU eine Koalition mit SPD UND den Grünen eingehen müssen. Die Verhandlungen dahin wären der Supergau gewesen. Oder glaubst du, dass die Grünen geholfen hätten, dass sich die SPD und CDU bei schweren Themen einigen kann? Eher nicht...
Ich weiß nicht ob Neuwahlen oder nochmal eine Koalition mit drei sich nicht einigenden Parteien schlimmer gewesen wäre.

Von daher stimme ich m4 zu, dass das die Wahl erträglichER macht. Nicht erträglich.

Mehr ist dem nicht hinzuzufügen :)

Es wäre ein absoluter Supergau gewesen, wenn wir eine Koalition aus Union, SPD und Grüne hätten machen müssen. Jetzt bin ich auf die Lösungen der Verhandlung zwischen Union und SPD gespannt, eine Einigung ist dort schon extrem schwierig. Mit den Grünen wäre es utopisch geworden.

Ich hoffe einfach, dass das Ergebnis der AFD endlich der letzte Weckruf ist und man bei bspw den Themen Migration, Wirtschaft und Rente gute Kompromisse findet, um der AFD etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. Wenn das die kommende Regierung nicht schafft, dann seh ich dort einen großen Schritt Richtung 3 vorne...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 24.Februar 2025, 14:33:25
Stichwort Sperrminorität durch AFD und Linke. Das wird eine sehr hohe Hürde werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Februar 2025, 14:45:25
Kommt halt drauf an wofür. Schuldenbremse aufbrechen würden die Linken mitmachen. Viel inhaltliche Zusammenarbeit wird es zwischen AFD und Linke nicht geben. Bei den Sonderausgaben für Militär könnte es relevant werden.

Ansonsten ist das doch eher ein Randproblem, oder? Wenn ich es richtig im Kopf habe, hatten bei der Ampel die CDU und AFD auch eine Sperrminorität. Hat den Kohl auch nicht fett gemacht.  Siehst du da größere Probleme?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.Februar 2025, 16:17:29
Das wird der nächste Linksruck dank Brandmauer, die deutschen Michels wollen es so. Anstatt Union und FDP zu wählen, wählen sie lieber die radikale Idiotenpartei vom rechten Rand und on top noch die radikale Idiotenpartei vom linken Rand. Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 24.Februar 2025, 16:46:26
Weil "das Volk" links und rechts wählt, hat es eine Regierung der Mitte verdient?

Klingt spannend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 24.Februar 2025, 17:16:25
Kommt halt drauf an wofür. Schuldenbremse aufbrechen würden die Linken mitmachen. Viel inhaltliche Zusammenarbeit wird es zwischen AFD und Linke nicht geben. Bei den Sonderausgaben für Militär könnte es relevant werden.

Ansonsten ist das doch eher ein Randproblem, oder? Wenn ich es richtig im Kopf habe, hatten bei der Ampel die CDU und AFD auch eine Sperrminorität. Hat den Kohl auch nicht fett gemacht.  Siehst du da größere Probleme?

Kein Randproblem, daher nun auch die Bemühungen dies noch im alten, noch aktuellen Bundestag zur Abstimmung zu bringen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.Februar 2025, 22:45:03
Wie 0,03% eine Wahl erträglicher machen... Allein mit dem jetzigen Ergebnis wird eine Koalition schon schwer auf einen Nenner zu bringen, aber nach den Tönen der Union gegenüber den Grünen können wir froh sein, dass es das BSW nicht in den Bundestag geschafft hat...

Erträglich ist an der Wahl gar nichts. Der Osten ist komplett verloren an die AFD, CDU Und SPD müssen sich einigen, was vor allem in Sachen Abschiebungen etc. schwer werden wird, da die SPD schon angekündigt hat nicht gegen geltendes EU Recht zu verstoßen, was die CDU aber wohl muss wenn sie ihre Abschiebe Pläne umsetzen will. Einzig in Sachen Schuldenbremse wird was passieren müssen, aber da ist man dann auf die anderen Parteien angewiesen für die benötigte 2/3 Mehrheit. Ansonsten wird es auch für die CDU schwer die Wahlversprechen zu finanzieren. Ein Erhöhung der Mehrwertsteuer würde politischer Selbstmord sein. Allgemein gibt es viele Fragezeichen bei der Umsetzbarkeit der CDU Wahlversprechen.
Die Wahl konnte Merz nicht verlieren. Allerdings stirbt die Wählerschaft der CDU so langsam weg. Die Jugend ist sichtbar gespalten zwischen AFD und Linke. Das zeigt das Dilemma in diesem Land und wird auch in Zukunft für weiteren sozialen Sprengstoff sorgen.
Ich bin sehr pessimistisch was die Zukunft angeht. Ich habe wenig Vertrauen das man die wichtigen Probleme mit der Groko gelöst bekommt und auch ein Merz als Kanzler ist für mich auch ein Graus. Noch schlimmer aber das solche Nulpen wie Spahn und Dobrindt vermutlich wieder mit von der Partie sein werden und wichtige Ministerien übernehmen  ::) . Die Asylfrage ist da wirklich unser kleinstes Problem.
Das einzig positive an der Wahl wir sind endlich Christian Lindner los. Er wird sicherlich mit einem gut dotierten Job in der Wirtschaft getröstet werden. Der Arme keine Schwarz Weiß Porträts mehr die sein ego stützen. ::)
Groko ist eigentlich immer ein : Weiter so. Da passiert gar nichts, keine Reformen oder sonst irgendwas. Aber nicht nur der cdU sterben die Wähler weg, der spD auch. Beide Volksparteien sind auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit in den nächsten Jahren (und das auch zurecht). Man schaue sich mal die Ergebnisse nach Alter an.
Zur spD : Sie war mal eine Arbeiterpartei, hat aber genau diese verraten. Bürgergeldempfänger zu bestechen ist ja nett. Aber zahlen tut es der Arbeiter und der kann sich auch dank spD nicht mehr viel leisten. Und die spD tut auch nichts für die Arbeiter (auch wenn sie es immer verspricht). Hier in NRW war das Ruhrgebiet mal eine rote Bastion mit Werten von 40+ Prozent. Das ist vorbei. Wo es richtig schlecht (Gelsenkirchen, Duisburg Nord z.B.) geht, wählen mittlerweile viele (auch Migranten die schon länger hier sind) die afD. Eine sozialdemokratische Partei, die bei sozialer Gerechtigkeit von den Rechten überholt wird braucht man nicht. Und genau das sieht man bei dieser Wahl.
Zur cdU : Unter 30% ist erschreckend wenig. Auch die cdU hat mit ihrem "Linksruck" in die Mitte einen großen Teil der Kernwählerschaft verloren. Die arrangieren sich gerade bei der afD mit den "zu rechten", weil die konservativ-bürgerliche cdU ihre Kernwählerschaft verraten hat. Selbst Schuld.


Die Jugend hat das wohl erkannt und die Linke und die afD werden wohl auf Dauer die neuen Volksparteien sein. Kann man von halten was man will. Aber wenn man das Volk so verarscht wie unsere Politikerkaste, dann braucht man sich nicht zu wundern.


Zur fdP : Lindners Fehler war nicht, die Ampel zu verlassen. Sein Fehler war, diese überhaupt eingegangen zu sein. Er meinte mal "Lieber nicht regieren als schlecht regieren." Hätte er sich da mal dran gehalten...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Februar 2025, 23:16:11
Zur fdP : Lindners Fehler war nicht, die Ampel zu verlassen. Sein Fehler war, diese überhaupt eingegangen zu sein. Er meinte mal "Lieber nicht regieren als schlecht regieren." Hätte er sich da mal dran gehalten...

Die FDP hatte halt ein gutes Gefühl. Hat zumindest Strack-Zimmermann mal so formuliert. Aus der damligen Sicht war es für die FDP wohl kein Fehler. Danach ist man immer schlauer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 25.Februar 2025, 07:38:15
Ich glaube Lindner hat zwei Fehler gemacht:

1. das ganze Theater nicht ein Jahr früher zu beenden. Dann hätte die FDP einigermaßen ihr Gesicht gewahrt und sagen können: Wir haben es 2 Jahre in gutem Gewissen getan, aber lieber nicht weiter regieren als schlecht regieren.

2. Das Schmierentheater mit Scholz bei Beendigung der Ampel war sowohl für FDP als auch SPD nicht förderlich, was man am deutlich geringerem Stimmenverlust der Grünen meines Erachtens sehen kann.

Die FDP wäre dann vermutlich noch im Bundestag.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 25.Februar 2025, 07:52:00
Ich glaube Lindner hat zwei Fehler gemacht:

1. das ganze Theater nicht ein Jahr früher zu beenden. Dann hätte die FDP einigermaßen ihr Gesicht gewahrt und sagen können: Wir haben es 2 Jahre in gutem Gewissen getan, aber lieber nicht weiter regieren als schlecht regieren.

2. Das Schmierentheater mit Scholz bei Beendigung der Ampel war sowohl für FDP als auch SPD nicht förderlich, was man am deutlich geringerem Stimmenverlust der Grünen meines Erachtens sehen kann.

Die FDP wäre dann vermutlich noch im Bundestag.



Ach, irgendwann kommen sie doch eh alle wieder. Ist so ähnlich wie beim Trainer-Karussel der Bundesliga: im Dauertief wird umgekrempelt. Danach kommt die Partei, äh, der Club wieder auf bessere Ergebnisse (schlechter gings ja auch nicht mehr). Hat langfristig wieder erwartbaren Punkteschnitt. Dann kommt das nächste Tief. Es wird wieder umgekrempelt. Wash, rinse, repeat.

Siehe den Gegenentwurf zur FDP, Die Linke. Die ist aber gerade wieder aus diesem Schweinezyklus raus. Und hat wieder Ergebnisse wie sonst immer. :D



Apropos: War Sonntag Wahlhelfer. Schönster Stimmzettel: Erststimme FDP, Zweitstimme Linke. Hatte kurz überlegt, nachzufragen, ob das gültig ist. :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 25.Februar 2025, 10:48:05
Die Ergebnis der Linken ist auf den ersten Blick vergleichbar mit dem der Grünen 2021:

Linke:
18-24 Jahre: 25 % (2017: 11 %; 2021: 8 %)
25-34 Jahre: 16 % (2017: 11 %; 2021: 7 %)

Grüne:
18-24 Jahre: 10 % (2017: 13 %; 2021: 23 %)
25-34 Jahre: 14 % (2017: 10 %; 2021: 21 %)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 25.Februar 2025, 14:22:14
Wie 0,03% eine Wahl erträglicher machen... Allein mit dem jetzigen Ergebnis wird eine Koalition schon schwer auf einen Nenner zu bringen, aber nach den Tönen der Union gegenüber den Grünen können wir froh sein, dass es das BSW nicht in den Bundestag geschafft hat...

Erträglich ist an der Wahl gar nichts. Der Osten ist komplett verloren an die AFD, CDU Und SPD müssen sich einigen, was vor allem in Sachen Abschiebungen etc. schwer werden wird, da die SPD schon angekündigt hat nicht gegen geltendes EU Recht zu verstoßen, was die CDU aber wohl muss wenn sie ihre Abschiebe Pläne umsetzen will. Einzig in Sachen Schuldenbremse wird was passieren müssen, aber da ist man dann auf die anderen Parteien angewiesen für die benötigte 2/3 Mehrheit. Ansonsten wird es auch für die CDU schwer die Wahlversprechen zu finanzieren. Ein Erhöhung der Mehrwertsteuer würde politischer Selbstmord sein. Allgemein gibt es viele Fragezeichen bei der Umsetzbarkeit der CDU Wahlversprechen.
Die Wahl konnte Merz nicht verlieren. Allerdings stirbt die Wählerschaft der CDU so langsam weg. Die Jugend ist sichtbar gespalten zwischen AFD und Linke. Das zeigt das Dilemma in diesem Land und wird auch in Zukunft für weiteren sozialen Sprengstoff sorgen.
Ich bin sehr pessimistisch was die Zukunft angeht. Ich habe wenig Vertrauen das man die wichtigen Probleme mit der Groko gelöst bekommt und auch ein Merz als Kanzler ist für mich auch ein Graus. Noch schlimmer aber das solche Nulpen wie Spahn und Dobrindt vermutlich wieder mit von der Partie sein werden und wichtige Ministerien übernehmen  ::) . Die Asylfrage ist da wirklich unser kleinstes Problem.
Das einzig positive an der Wahl wir sind endlich Christian Lindner los. Er wird sicherlich mit einem gut dotierten Job in der Wirtschaft getröstet werden. Der Arme keine Schwarz Weiß Porträts mehr die sein ego stützen. ::)
Groko ist eigentlich immer ein : Weiter so. Da passiert gar nichts, keine Reformen oder sonst irgendwas. Aber nicht nur der cdU sterben die Wähler weg, der spD auch. Beide Volksparteien sind auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit in den nächsten Jahren (und das auch zurecht). Man schaue sich mal die Ergebnisse nach Alter an.
Zur spD : Sie war mal eine Arbeiterpartei, hat aber genau diese verraten. Bürgergeldempfänger zu bestechen ist ja nett. Aber zahlen tut es der Arbeiter und der kann sich auch dank spD nicht mehr viel leisten. Und die spD tut auch nichts für die Arbeiter (auch wenn sie es immer verspricht). Hier in NRW war das Ruhrgebiet mal eine rote Bastion mit Werten von 40+ Prozent. Das ist vorbei. Wo es richtig schlecht (Gelsenkirchen, Duisburg Nord z.B.) geht, wählen mittlerweile viele (auch Migranten die schon länger hier sind) die afD. Eine sozialdemokratische Partei, die bei sozialer Gerechtigkeit von den Rechten überholt wird braucht man nicht. Und genau das sieht man bei dieser Wahl.
Zur cdU : Unter 30% ist erschreckend wenig. Auch die cdU hat mit ihrem "Linksruck" in die Mitte einen großen Teil der Kernwählerschaft verloren. Die arrangieren sich gerade bei der afD mit den "zu rechten", weil die konservativ-bürgerliche cdU ihre Kernwählerschaft verraten hat. Selbst Schuld.


Die Jugend hat das wohl erkannt und die Linke und die afD werden wohl auf Dauer die neuen Volksparteien sein. Kann man von halten was man will. Aber wenn man das Volk so verarscht wie unsere Politikerkaste, dann braucht man sich nicht zu wundern.


Zur fdP : Lindners Fehler war nicht, die Ampel zu verlassen. Sein Fehler war, diese überhaupt eingegangen zu sein. Er meinte mal "Lieber nicht regieren als schlecht regieren." Hätte er sich da mal dran gehalten...

Dieses "die Parteien sind doch an allem selber schuld" ist mir aber auch zu billig.
Die SPD hat den Mindestlohn durchgesetzt, möchte diesen erhöhen, tritt für mehr Tarifbindung ein, schließt eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus und wollte 95 % der Steuerzahler entlasten. Wenn Arbeiter dann mit der AfD stattdessen lieber eine Partei wählen, bei der ein Blick ins Wahlprogramm von etwa 20 Sekunden ausreichen würde, um festzustellen, dass ihre Regierung die Verhältnisse für Arbeiter massiv verschlechtern würde, dann ist das nicht die Schuld der SPD. Genauso wenig ist es die Schuld der Merkel-CDU, dass viele Leute lieber die Lüge von den bösen Migranten und den einfachen Lösungen fressen, als sich damit auseinanderzusetzen, dass die ganze Angelegenheit eben hoch komplex ist.

Im Übrigen ist die CDU unter Merz wieder massiv nach rechts gerückt und hat dennoch ca 1 Mio Wähler an die AfD verloren. Das Wahlergebnis bestätigt nur, was ich schon lange prophezeit habe: Man schwächt Rechtsextremisten nicht, indem man selbst nach rechts rückt, deren Programm übernimmt und deren populistischen Narrative wiederkäut. Das hat in Deutschland historisch nicht funktioniert, das hat in anderen EU-Ländern nicht funktioniert und das wird auch dieses Mal nicht funktionieren. Das Einzige, was man damit erreicht, ist, den gesamten politischen Diskurs nach rechts zu verschieben und die Positionen der Rechtsextremisten in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 25.Februar 2025, 16:34:40
Dieses "die Parteien sind doch an allem selber schuld" ist mir aber auch zu billig.
Die SPD hat den Mindestlohn durchgesetzt, möchte diesen erhöhen, tritt für mehr Tarifbindung ein, schließt eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus und wollte 95 % der Steuerzahler entlasten. Wenn Arbeiter dann mit der AfD stattdessen lieber eine Partei wählen, bei der ein Blick ins Wahlprogramm von etwa 20 Sekunden ausreichen würde, um festzustellen, dass ihre Regierung die Verhältnisse für Arbeiter massiv verschlechtern würde, dann ist das nicht die Schuld der SPD. Genauso wenig ist es die Schuld der Merkel-CDU, dass viele Leute lieber die Lüge von den bösen Migranten und den einfachen Lösungen fressen, als sich damit auseinanderzusetzen, dass die ganze Angelegenheit eben hoch komplex ist.

Im Übrigen ist die CDU unter Merz wieder massiv nach rechts gerückt und hat dennoch ca 1 Mio Wähler an die AfD verloren. Das Wahlergebnis bestätigt nur, was ich schon lange prophezeit habe: Man schwächt Rechtsextremisten nicht, indem man selbst nach rechts rückt, deren Programm übernimmt und deren populistischen Narrative wiederkäut. Das hat in Deutschland historisch nicht funktioniert, das hat in anderen EU-Ländern nicht funktioniert und das wird auch dieses Mal nicht funktionieren. Das Einzige, was man damit erreicht, ist, den gesamten politischen Diskurs nach rechts zu verschieben und die Positionen der Rechtsextremisten in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu machen.

Ich kann dir da aus mehr als leidlicher persönlicher Erfahrung im DIREKTEN privaten Umfeld sagen, dass grade der Blick in das Wahlprogramm nicht stattfindet. Weder in das der AfD noch in sonst irgendwelche Programme.
Wie beschrieben habe ich in meinem direkten privaten Umfeld eine Person, die aus Überzeugung AfD gewählt hat. Und ich kann dir ebenso sagen, dass diese Person weder die Programme noch irgendeine Sekunde einer Politsendung oder sonstiges gesehen hat.
Die AfD wird von vielen Menschen gewählt, die ihre politische Bildung ausschließlich von TikTok und Instagram haben. Das erklärt warum eine derart Substanzbefreite Partei mit gegen ihre eigene Wählerschaft betreibende Politik, so viel Stimmen erhält.
Da stellt sich dann deine oben genannte Frage der Schuld. Ich sehe nach wie vor das Informieren über poltische Themen und Entwicklungen als Bürgerpflicht einer jeder Bürgerin und eines jeden Bürgers der Bundesrepublik Deutschlands an. Im Übrigen ungeachtet dessen ob die jeweilige Bürgerin bzw. der jeweilige Bürger von ihrem bzw. seinem Wahlrecht Gebrauch macht oder nicht.
Des Weiteren ist aber nunmal auch zu konstatieren, dass die Inahlte bei TikTok und Instagram von oder über die AfD offenbar erheblich mehr Wählerstimmen erzeugen, als die der anderen Parteien.
Da ich diese Medien meide (wie offenbar die etablierten Parteien auch?) und aus Überzeugung keine Accounts dort führe, kann ich zu den Inhalten selbst wenig äußern. Ich sehe nur das Ergebnis.
Es helfen die tollsten TV-Auftritte, -Duelle, Quadrelle und was noch alles nichts, wenn das einzige Medium das eine große Wählerschaft überhaupt erreicht, nur die genannten "Qualitätsmedien" TikTok und Instagram sind...
Wir leben in einer Zeit in der ein durchschnittlicher Mittzwanziger vermutlich mehr TikToker aufzählen kann, die irgendwelche "React"-Clips online stellen, als dass er amtierende Minister benennen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Februar 2025, 17:56:25
Das Problem ist Populismus vs nicht Populismus. Die Welt ist komplex und die Lösungen zu erklären dauert länger als ein Tweet oder ein Tok. Der Populismus hat hier immer Kommunikationsvorteile. Deswegen haben auch Wähler der AFD oft den Kommunikationsvorteil im privaten. Falschbehauptungen sind schneller als Wissen. Sobald man zögert eine Behauptung zu bringen, weil man sich nicht ganz sicher ist und nichts falsche sagen will hat man verloren.

Ich habe vor einer Weile mit einem Kumpel über die Sache diskutiert und er meinte, dass es eigentlich nur möglich ist den Populismus zu schlagen, wenn man ähnlich "kurz" kommuniziert. Aber man darf dabei nicht die Präzision und Haftung zur Wahrheit verlieren. Die Schwierigkeit ist dann, dass man komplexe Sachverhalte so klingen lassen muss als seien sie Populismus, ohne Populismus zu sein. Eigentlich unmöglich und deswegen hat hier auch - für mich zumindest erklärbar - noch kein Politiker einen Weg gefunden. Rechter Populismus wird bisher nur von irgendeiner anderen Art von Populismus gekontert.


Schuldzuweisungen nur gegen Politiker ist mir zu einfach. Vor allem, wenn dann kommt, dass Partei xy ja nur z machen müsse und dann wäre alles gut. Eine Partei darf ihr Profil nicht ändern, weil dann sofort extreme Kräfte an die Macht kommen? Das ist schräg. Das ist vielleicht eine Erklärung für die extremen Kräfte. Aber es ist doch keine Entschuldigung... "Ich mag das nicht, dann wähle ich jetzt Rechtsextrem." << Mit diesem Argument sanktioniert man diese Denkweise. Wenn die AFD wenigstens Politik für ihre Hauptwählerschaft machen würde, könnte ich es ja noch nachvollziehen.


In erster Linie würde ich mal den Politiker der AFD die Schuld geben, dass sie so stark sind. Populismus ist moralisch falsch und Betrug am Wähler.
Als zweites würde ich dem AFD-Wähler die Schuld geben, dass die AFD so stark ist. Unmüdig sein in einer Demokratie ist auch falsch und Betrug am System.

Und dann kommen halt Teilschuldige:
Medien, die zu wenig machen, um Falschaussagen richtig zu stellen. Viel Berichterstattung ist heute zu kurz, unpräzise und zu sehr auf Klicks.  (Wieso müssen Wahlkampfdebatten live sein? Kann man die nicht vormittags aufzeichnen und bis Abends ein Faktencheck machen?)
Unpopulistische Politiker, die nicht auf die Ergebnisse aus der Wissenschaft horchen und merken, dass man populistischen Parteien nicht den Rang ablaufen kann, in dem man sie kopiert anstatt eigene Lösungen und Profile zu entwerfen. (Die CDU hat mit ihrem 5 Punkte Plan Wähler von der SPD gewonnen und an die AFD verloren.)
Naja... Und dann halt der ganze Rest.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 25.Februar 2025, 20:37:59
Kurz vor der Bundestagswahl soll plötzlich wieder ein Abschiebeflug nach Afghanistan möglich sein O0

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/abschiebeflug-afghanistan-108.html
Und kurz nach der Wahl kommen wieder Flüge aus Afghanistan bzw Pakistan.  :P
https://www.focus.de/politik/charterfluege-wieder-aufgenommen-aufnahmezusage-von-afghanen-kostet-deutschland-mehrere-hundert-millionen-euro_id_260751715.html


Weil es hier auch letztes Jahr Thema war, man hat es anscheinend wirklich nicht geschafft rechtzeitig Wahlunterlagen an Wähler im Ausland zuzustellen, sogar der deutsche Botschafter in London konnte wohl nicht wählen.
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/bundestagswahl/id_100608848/deutscher-botschafter-miguel-berger-kann-an-wahl-nicht-teilnehmen.html

Wenn der BSW oder die FDP in den Bundestag gekommen wäre, hätte die CDU eine Koalition mit SPD UND den Grünen eingehen müssen. Die Verhandlungen dahin wären der Supergau gewesen. Oder glaubst du, dass die Grünen geholfen hätten, dass sich die SPD und CDU bei schweren Themen einigen kann? Eher nicht...
Ich weiß nicht ob Neuwahlen oder nochmal eine Koalition mit drei sich nicht einigenden Parteien schlimmer gewesen wäre.

Von daher stimme ich m4 zu, dass das die Wahl erträglichER macht. Nicht erträglich.
Wäre dann nicht auch eine Deutschland Koalition mit FDP,Union und SPD möglich gewesen? Ich wollte nebenbei schon seit 3 Monaten auf den Post von dir antworten, hatte zwischendurch Corona und hatte auch zwischenzeitlich die Schnauze voll von Politik, vielleicht hole ich das noch nach.  :D

Ich glaube Lindner hat zwei Fehler gemacht:

1. das ganze Theater nicht ein Jahr früher zu beenden. Dann hätte die FDP einigermaßen ihr Gesicht gewahrt und sagen können: Wir haben es 2 Jahre in gutem Gewissen getan, aber lieber nicht weiter regieren als schlecht regieren.

2. Das Schmierentheater mit Scholz bei Beendigung der Ampel war sowohl für FDP als auch SPD nicht förderlich, was man am deutlich geringerem Stimmenverlust der Grünen meines Erachtens sehen kann.

Die FDP wäre dann vermutlich noch im Bundestag.
Ja sehe ich ähnlich, man hat einfach komplett ignoriert was die Wähler von denen wollten, im Wahlkampf waren die Argumente die von den FDP Leuten kamen auch mit am Vernünftigsten, wenn man nicht teilweise in der Ampel genau gegenteilig abgestimmt und gehandelt hätte. Ich finde es trotzdem schade,dass sie rausgeflogen sind.

Im Übrigen ist die CDU unter Merz wieder massiv nach rechts gerückt und hat dennoch ca 1 Mio Wähler an die AfD verloren. Das Wahlergebnis bestätigt nur, was ich schon lange prophezeit habe: Man schwächt Rechtsextremisten nicht, indem man selbst nach rechts rückt, deren Programm übernimmt und deren populistischen Narrative wiederkäut. Das hat in Deutschland historisch nicht funktioniert, das hat in anderen EU-Ländern nicht funktioniert und das wird auch dieses Mal nicht funktionieren. Das Einzige, was man damit erreicht, ist, den gesamten politischen Diskurs nach rechts zu verschieben und die Positionen der Rechtsextremisten in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu machen.
Das sehe ich anders, ich denke jetzt wäre es an Merz die alte ,eher linke, Merkel Ausrichtung abzuschütteln stark nach rechts zu rücken und die CDU wieder fest in der Mitte zu verankern, ich habe vor der Wahl versucht ein paar AfD Leute davon zu überzeugen Union zu wählen,aber keine Chance, da herrscht mMn immer noch ne Menge Misstrauen durch Merkel, es ist jetzt an der nächsten Regierung abzuliefern und sich zu beweisen. Ich bin mir nicht sicher ob man es mit der SPD schafft, ich denke Merz hätte zumindest mit der AfD über eine Minderheitsregierung reden können, auch wenn es wahrscheinlich nichts geworden wäre, so kann sich die SPD dann quasi aussuchen welche Kröte die Union zu schlucken hat.

Das wird der nächste Linksruck dank Brandmauer, die deutschen Michels wollen es so. Anstatt Union und FDP zu wählen, wählen sie lieber die radikale Idiotenpartei vom rechten Rand und on top noch die radikale Idiotenpartei vom linken Rand. Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.
Ich war auch etwas schockiert wieviel % die Linke bekommen hat, ich hoffe wir bekommen da nicht noch eine DDR2.0.

Allgemein hoffe ich,dass sich durch die Abwahl der Ampel die Gesellschaft auch wieder in eine normale Richtung bewegt.Der Öffentlich-rechtliche Rundfunk müsste dazu mMn dringend reformiert werden, die Berichterstattung und Wahlformate kamen mir sehr einseitig vor, beispielsweise habe ich mal kurz in den Twitch Stream zum Kanzler Duell reingeschaut, hätte ebensogut ein Stream direkt aus der Parteizentrale der Grünen oder Linken sein können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Februar 2025, 20:53:32
Wenn der BSW oder die FDP in den Bundestag gekommen wäre, hätte die CDU eine Koalition mit SPD UND den Grünen eingehen müssen. Die Verhandlungen dahin wären der Supergau gewesen. Oder glaubst du, dass die Grünen geholfen hätten, dass sich die SPD und CDU bei schweren Themen einigen kann? Eher nicht...
Ich weiß nicht ob Neuwahlen oder nochmal eine Koalition mit drei sich nicht einigenden Parteien schlimmer gewesen wäre.

Von daher stimme ich m4 zu, dass das die Wahl erträglichER macht. Nicht erträglich.
Wäre dann nicht auch eine Deutschland Koalition mit FDP,Union und SPD möglich gewesen? Ich wollte nebenbei schon seit 3 Monaten auf den Post von dir antworten, hatte zwischendurch Corona und hatte auch zwischenzeitlich die Schnauze voll von Politik, vielleicht hole ich das noch nach.  :D


Öhm.. Wenn die FDP knapp mit 5% reingekommen wäre, hätte das glaube ich nicht gereicht. Aber sicher bin ich mir nicht. Ändert sich ja dann immer sofort die komplette Sitzaufteilung.

Kein Thema. Schön, dass du wieder gesund bist.


Edit:
Was meinst du damit?
ich hoffe wir bekommen da nicht noch eine DDR2.0.

Was bedeutet der Begriff für dich?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 25.Februar 2025, 21:38:02
Die Ergebnis der Linken ist auf den ersten Blick vergleichbar mit dem der Grünen 2021:

Linke:
18-24 Jahre: 25 % (2017: 11 %; 2021: 8 %)
25-34 Jahre: 16 % (2017: 11 %; 2021: 7 %)

Grüne:
18-24 Jahre: 10 % (2017: 13 %; 2021: 23 %)
25-34 Jahre: 14 % (2017: 10 %; 2021: 21 %)


Mmn ist der starke Anstieg der Linken eine Folge des Rechtsruckes von Grünen und SPD. Habeck hat dies soweit ich weiß ja auch schon eingeräumt, dass man sich bewusst koalitionsfähiger ausgerichtet hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 25.Februar 2025, 23:25:16

Zitat
Dieses "die Parteien sind doch an allem selber schuld" ist mir aber auch zu billig.

Das ist nicht billig, sondern eines der Hauptprobleme.

Zitat
In erster Linie würde ich mal den Politiker der AFD die Schuld geben, dass sie so stark sind. Populismus ist moralisch falsch und Betrug am Wähler.
Als zweites würde ich dem AFD-Wähler die Schuld geben, dass die AFD so stark ist. Unmüdig sein in einer Demokratie ist auch falsch und Betrug am System.

Die AFD verdankt ihrer Stärke vor allem den Fehlern der etablierten Parteien. Über die letzten Jahre hinweg haben CDU, sowie SPD Politik an den Bürgern großteilig vorbei gemacht, Probleme ignoriert und Kritik als ``rechts`` abgestempelt.
Das Ergebnis? Eine Partei die nun all dies ausspricht, was andere verschweigen, und den ``ignorierten`` Bürgern den Honig ums Maul schmiert.

Während die SPD sich immer weiter von der Arbeiterklasse entfremdete und stattdessen Identitätspolitik betrieb, verabschiedete sich die CDU unter Merkel von konservativen Werten und wurde zur weichgespülten Kopie der Grünen, was sich mitunter dann auch noch auf die SPD übertrug.
Wenn man nun schon mit der Komplexität der Welt-Themen daherkommt, sollte man in dieser Hinsicht eigentlich von den ``politisch gebildeten`` eigentlich erwarten können was dies nun bedeutet und wie das Wahlverhalten sich dann nun bei den Bürgern ändert, die sich von ihren ursprünglichen Parteien nicht mehr vertreten fühlen.

Ob Migration, Wirtschaft, oder Meinungsfreiheit. Zum Großteil wollen diese Themen noch nicht mal von den etablierten Parteien diskutiert werden - Während die Wähler an jene verloren werden, die dieses mehr oder minder tun.
Die Meisten haben genug von steigenden Preisen, insbesondere bei der Energie, unklare Rentenversorgung, sowie schlaffe Migration und einer allgemeinen Politik, die sich mehr um die eigene Ideologie als um den Alltag der Menschen kümmert.

Die Ironie des Ganzen ist - Hätten die CDU und SPD in ihren vergangenen Regierungsaufträgen ihren Job gemacht, gäbe es diese Erstarkung von Rechts sowie Links gar nicht. Doch anstatt sich mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen, wird lieber über die ``Gefahr von rechts`` gejammert, während immer mehr Menschen sich nicht mehr vorschreiben lassen was sie zu denken und zu wählen haben.

``Billig`` ist daher eher in klug dahergesagten - oder geschriebenen - Worten immer aufs Neue verdeutlichen zu wollen warum Rechts- und Links schlecht ist und die Wähler dafür, keiner Entschuldigung bzw. Argumente für ihre Entscheidung haben dürfen, während man sich selbst aufs Korn nehmen lässt und ``Wahlprogrammen`` vertraut & darauf hinweist, die selbst nicht das wiedergeben & umsetzen werden und können. Aber davor verschließt man ja gern die Augen, solange man die Erstarkung der vermeintlich Extremen, mitunter ihren Wählern die Schuld unterjubeln kann.

Besorgniserregend finde ich es nicht das ``rechts`` immer mehr Fahrt aufnimmt - Sondern das man in diesem Land praktisch keine Partei ihrer Stimme zukommen lassen kann, ohne das man hinterher zufrieden ist.
Und bei allem Respekt - Der einzige Unterschied zwischen einem CDU-, SPD-, sowie AFD-Wähler liegt nur darin, dass die Einen eine Partei wählen, die schon bewiesen haben, ihren Auftrag gegen die Wand zu fahren, während die Anderen nur das Potenzial dazu haben. Der Rest ist nur moralisches Gerede um seine eigene Ideologie zu brüsten und das diese die Richtige ist.

Zitat
Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.

Amen.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 25.Februar 2025, 23:26:30
Koalitionsfähig zu bleiben ist nicht automatisch ein Rechtsruck. Aber ich verstehe was du damit sagen willst und ich verstehe Habecks Standpunkt.
Und ich kann den Gedanken nachvollziehen, dass nach der ominösen Abstimmung im Bundestag einige Wahlstimmen genau in die andere Richtung gegangen sind. Im Endeffekt hat Merz das Wahlergebnis der Linken durch sein Handeln zu einem gewissen Teil mit zu verantworten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Februar 2025, 00:57:13

Das Ergebnis? Eine Partei die nun all dies ausspricht, was andere verschweigen, und den ``ignorierten`` Bürgern den Honig ums Maul schmiert.



Welche Partei spricht den all dies aus? Zur Wirtschaft und Meinungsfreiheit? Da es um die Ränder ging wohl Links oder AFD. Was sind den die Probleme in der Meinungsfreiheit und was die Lösungen in der Wirtschaft die diese beiden Parteien präsentieren? Oder ist es egal, weil das Wahlprogramm eh egal ist?

Die Ironie des Ganzen ist - Hätten die CDU und SPD in ihren vergangenen Regierungsaufträgen ihren Job gemacht, gäbe es diese Erstarkung von Rechts sowie Links gar nicht. Doch anstatt sich mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen, wird lieber über die ``Gefahr von rechts`` gejammert, während immer mehr Menschen sich nicht mehr vorschreiben lassen was sie zu denken und zu wählen haben.

Wurde Menschen vor, sagen wir, 20-30 Jahren vorgeschrieben was sie zu denken und zu wählen haben? Was meinst du damit?

``Billig`` ist daher eher in klug dahergesagten - oder geschriebenen - Worten immer aufs Neue verdeutlichen zu wollen warum Rechts- und Links schlecht ist und die Wähler dafür, keiner Entschuldigung bzw. Argumente für ihre Entscheidung haben dürfen, während man sich selbst aufs Korn nehmen lässt und ``Wahlprogrammen`` vertraut & darauf hinweist, die selbst nicht das wiedergeben & umsetzen werden und können. Aber davor verschließt man ja gern die Augen, solange man die Erstarkung der vermeintlich Extremen, mitunter ihren Wählern die Schuld unterjubeln kann.

Wenn man für seine Wahl sich entschuldigen muss ist schon ein Fehler im System. Sehe ich nicht, wo das notwendig ist. Zumal sie geheim ist...

Ist das nicht der Punkt, wenn man ne Meinung hat? Das abweichende Meinungen einem nicht gefallen müssen? Argumente wegnehmen werde ich aber sicher nicht. Freie Wahl, freies Land. Jeder soll wählen was er will. Weiß nicht wie du dazu kommst das zu schreiben. Ganz im Gegenteil... Ich höre eigentlich viel zu wenig Argumente für die AFD.
Abgesehen davon darf aber wohl trotzdem noch ne Meinung zu Wahl Anderer haben. Damit mache ich doch die Argumente, Erklärungen und Meinungen von anderen nicht kaputt?  ??? Ansonsten müssten wir uns über Meinungsfreiheit unterhalten. Da hätten wir dann nicht das selbe Verständnis. 

Sondern das man in diesem Land praktisch keine Partei ihrer Stimme zukommen lassen kann, ohne das man hinterher zufrieden ist.

Hier stimme ich dir zu.

Und bei allem Respekt - Der einzige Unterschied zwischen einem CDU-, SPD-, sowie AFD-Wähler liegt nur darin, dass die Einen eine Partei wählen, die schon bewiesen haben, ihren Auftrag gegen die Wand zu fahren, während die Anderen nur das Potenzial dazu haben. Der Rest ist nur moralisches Gerede um seine eigene Ideologie zu brüsten und das diese die Richtige ist.

Hier stimme ich dir nicht zu.


Zitat
Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.

Amen.
Was ja irgendwie heißt, dass doch der Wähler bestimmt. Weil was kann der Wähler dafür, dass der Politiker nicht seinen Job mache?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 26.Februar 2025, 08:10:30
Und bei allem Respekt - Der einzige Unterschied zwischen einem CDU-, SPD-, sowie AFD-Wähler liegt nur darin, dass die Einen eine Partei wählen, die schon bewiesen haben, ihren Auftrag gegen die Wand zu fahren, während die Anderen nur das Potenzial dazu haben. Der Rest ist nur moralisches Gerede um seine eigene Ideologie zu brüsten und das diese die Richtige ist.

Hier muss ich aber sehr stark widersprechen!
Von Wahlprogrammen und Fehlern in der Vergangenheit abgesehen, ist es die Aufgabe, ja, sogar muss es die DNA einer demokratischen Partei sein, moralische Werte zu repräsentieren, die dem Welt- und Gesellschaftsbild entsprechen müssen. Nennen wir es gerne den kategorischen Imperativ. Die AfD hat hier aber gerade einen schwarzen Fleck: alle gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sind ebenso wenig wert wie die Stellung zur größten Schuld des deutschen Volkes, dem zweiten Weltkrieg. Offener Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Geschichtsrelativismus - das alles sind flächig verbreitete Verhalten, die man in den Reihen der AfD findet und die dort offenbar auch seitens der Parteiführung nicht nur toleriert (Weidel), sondern gar hofiert (Höcke) werden. Erst gestern hat man den SS-Freund Krah wieder aufgenommen.
In dem Moment könnte die AfD die tollsten Wahlversprechen abgeben, das dürfte keine Rolle spielen, solange die Partei für eine solche Gesellschaft steht, die sie mit ihrer eigenen Zusammensetzung zu repräsentieren scheint.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 26.Februar 2025, 10:38:24

Zitat
Hier muss ich aber sehr stark widersprechen!
Von Wahlprogrammen und Fehlern in der Vergangenheit abgesehen, ist es die Aufgabe, ja, sogar muss es die DNA einer demokratischen Partei sein, moralische Werte zu repräsentieren, die dem Welt- und Gesellschaftsbild entsprechen müssen. Nennen wir es gerne den kategorischen Imperativ. Die AfD hat hier aber gerade einen schwarzen Fleck: alle gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sind ebenso wenig wert wie die Stellung zur größten Schuld des deutschen Volkes, dem zweiten Weltkrieg. Offener Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Geschichtsrelativismus - das alles sind flächig verbreitete Verhalten, die man in den Reihen der AfD findet und die dort offenbar auch seitens der Parteiführung nicht nur toleriert (Weidel), sondern gar hofiert (Höcke) werden. Erst gestern hat man den SS-Freund Krah wieder aufgenommen.
In dem Moment könnte die AfD die tollsten Wahlversprechen abgeben, das dürfte keine Rolle spielen, solange die Partei für eine solche Gesellschaft steht, die sie mit ihrer eigenen Zusammensetzung zu repräsentieren scheint.

Schön und gut, den kategorischen Imperativ als moralisches Zepter zu schwingen – aber wer damit prahlt, sollte nicht vergessen, dass Moral kein Einbahnstraßenverkehr ist. Klar, die AfD hat ihre dunklen Flecken, doch wenn man ausschließlich mit moralischem Fingerzeig agiert, wird einem schnell vorgehalten, dass auch der eigene Hausputz oft zu wünschen übrig lässt. Vielleicht ist es so langsam mal an der Zeit nicht nur auf den schwarzen Fleck der einen zu zeigenn, sondern sich auch selbst mal den Staub abzuwischen!


Zitat
Wurde Menschen vor, sagen wir, 20-30 Jahren vorgeschrieben was sie zu denken und zu wählen haben? Was meinst du damit?

Es geht nicht um Vorschriften die einer Diktatur o.Ä gleichen, sondern um kulturelle und soziale Prägung, die über die Jahre hinweg bestimmte Denk- sowie Wahlmuster gefestigt hat. Es wurde viel in Normen und gesellschaftliche Erwartung investiert, die den Menschen früh klar gemacht haben was als akzeptabel galt und wasa nicht. Der Unterschied zu heute sind die Veränderung der politischen Ränder, die sich mehr und mehr von von den traditionellen Normen der Bürger distanzieren und diese ihren Kopf wieder selbst benutzen - auch wenn es manch einem als unbequem erscheint.

Damals hat man zwar nicht ausdrücklich vorgeschrieben was man denken darf. Jedoch wurden die unsichtbaren Regeln von den etablierten Parteien längst diktiert. Freieheit, sowie auch Demokratie, heißt mehr als nur das Fehlen eines Zwangs, sie fordert auch echte Alternativen. Ohne die ist auch die Wahl nur ein Trugbild. Und das zieht sich bis Heute.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.Februar 2025, 10:49:51
Und bei allem Respekt - Der einzige Unterschied zwischen einem CDU-, SPD-, sowie AFD-Wähler liegt nur darin, dass die Einen eine Partei wählen, die schon bewiesen haben, ihren Auftrag gegen die Wand zu fahren, während die Anderen nur das Potenzial dazu haben. Der Rest ist nur moralisches Gerede um seine eigene Ideologie zu brüsten und das diese die Richtige ist.

Hier muss ich aber sehr stark widersprechen!
Von Wahlprogrammen und Fehlern in der Vergangenheit abgesehen, ist es die Aufgabe, ja, sogar muss es die DNA einer demokratischen Partei sein, moralische Werte zu repräsentieren, die dem Welt- und Gesellschaftsbild entsprechen müssen. Nennen wir es gerne den kategorischen Imperativ. Die AfD hat hier aber gerade einen schwarzen Fleck: alle gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sind ebenso wenig wert wie die Stellung zur größten Schuld des deutschen Volkes, dem zweiten Weltkrieg. Offener Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Geschichtsrelativismus - das alles sind flächig verbreitete Verhalten, die man in den Reihen der AfD findet und die dort offenbar auch seitens der Parteiführung nicht nur toleriert (Weidel), sondern gar hofiert (Höcke) werden. Erst gestern hat man den SS-Freund Krah wieder aufgenommen.
In dem Moment könnte die AfD die tollsten Wahlversprechen abgeben, das dürfte keine Rolle spielen, solange die Partei für eine solche Gesellschaft steht, die sie mit ihrer eigenen Zusammensetzung zu repräsentieren scheint.


Bei Moral müssen sich aber auch die Grünen und Linken selbst stark hinterfragen. Dort herrscht in großen Teilen ein Antisemitismus der offener und schlimmer als in der afD ist.
https://www.zeit.de/kultur/2024-03/kulturstaatsministerin-claudia-roth-antisemitismus-kulturbetrieb-offener-brief
https://www.welt.de/politik/deutschland/article250283968/Die-antisemitischen-Abgruende-auf-der-Berlinale-und-Claudia-Roth-im-Zentrum-der-Kritik.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kritik-thunberg-102.html
https://www.youtube.com/watch?v=RNN5CkBom4Q
https://taz.de/Linker-Antisemitismus/!5966630/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Addison53 am 26.Februar 2025, 11:40:09
Und bei allem Respekt - Der einzige Unterschied zwischen einem CDU-, SPD-, sowie AFD-Wähler liegt nur darin, dass die Einen eine Partei wählen, die schon bewiesen haben, ihren Auftrag gegen die Wand zu fahren, während die Anderen nur das Potenzial dazu haben. Der Rest ist nur moralisches Gerede um seine eigene Ideologie zu brüsten und das diese die Richtige ist.

Hier muss ich aber sehr stark widersprechen!
Von Wahlprogrammen und Fehlern in der Vergangenheit abgesehen, ist es die Aufgabe, ja, sogar muss es die DNA einer demokratischen Partei sein, moralische Werte zu repräsentieren, die dem Welt- und Gesellschaftsbild entsprechen müssen. Nennen wir es gerne den kategorischen Imperativ. Die AfD hat hier aber gerade einen schwarzen Fleck: alle gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sind ebenso wenig wert wie die Stellung zur größten Schuld des deutschen Volkes, dem zweiten Weltkrieg. Offener Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Geschichtsrelativismus - das alles sind flächig verbreitete Verhalten, die man in den Reihen der AfD findet und die dort offenbar auch seitens der Parteiführung nicht nur toleriert (Weidel), sondern gar hofiert (Höcke) werden. Erst gestern hat man den SS-Freund Krah wieder aufgenommen.
In dem Moment könnte die AfD die tollsten Wahlversprechen abgeben, das dürfte keine Rolle spielen, solange die Partei für eine solche Gesellschaft steht, die sie mit ihrer eigenen Zusammensetzung zu repräsentieren scheint.

Das ist vollkommen wahr - aber leider müssen wir ehrlich sein und zugeben, dass wenn wir die AFD ausschließlich mit diesen Punkten angreifen wir Sie niemals schwächen können. Die meisten Wähler der AFD wissen das und wollen (leider) das. Ich finde das Hauptproblem mit unseren Medien war, dass wir die AFD auf Ihren Rassismus begrenzt haben und Sie überwiegend (ausschließlich) über Ihren Rassismus versucht haben schlechtzureden. Dabei hat gerade die AFD ein nicht umsetzbares Wahlprogramm und genau DAS sollten wir stärker den Bürgern versuchen nahezubringen.

Das Wahlprogramm der AFD umfasst allein in den Punkten Steuerentlastungen für Bürger in Höhe von 150 MRD €. Dem gegenüber stehen realisierbare Einsparungen in Höhe von 37,5-40 MRD €. Die Schuldenbremse will die AFD auch auf gar keinen Fall lockern - also lügt sie hier schlicht und ergreifend. Weiter will Sie ja auch Renten erhöhen, Sicherheit erhöhen - ja eigentlich wollen Sie ja alles erhöhen was Geld kostet. Wie Sie das machen überlassen Sie der Fantasie Ihrer Wähler die sich leider damit zufrieden gibt eine zusammenhanglose Brandrede der AFD zu hören ohne Anspruch auf realisierbare Lösungsvorschläge. Wenn ich mit AFD-Wählern diskutiere höre ich teilweise Argumente wie "statt Radwege in Peru zu bauen könnten wir schauen, dass es unseren Rentnern gut geht" - ja, statt 300 Mio Entwicklungshilfe größtenteils kreditverzinst nach Peru zu schicken könnten wir einmalig für einen Monat jedem Rentner in DE 10€ mehr geben. Sehr weit gedachte Lösung.  Daher ist in meinen Augen der größte Unterschied zwischen AFD und Union / SPD Wählern folgender: Im Gegensatz zu Wählern der AFD wählen Schwarz-Rot Wähler ein Programm was wenigstens in der Theorie größtenteils umsetzbar ist. Es ist also nicht so, dass die AFD nur das Potenzial hat den Auftrag gegen die Wand zu fahren. Die AFD hat laut Ihren eigenen Plänen erst gar nicht das Potenzial Ihre Wahlversprechen NICHT gegen die Wand zu fahren.

Die AFD hat keinerlei Anspruch mit Ihren Versprechen wirklich zu regieren. Sie baut darauf, dass Ihre Wähler keine Recherche zur Umsetzbarkeit betreiben. Unsere Medien sollten also in der Pflicht stehen Tag für Tag die Versprechen der AFD auseinander zu nehmen und den Leuten auf eine moderne "flashy" Art und Weise zu zeigen: Die AFD wird einen feuchten Sch... gegen die Dinge tun können, die dich als Protestwähler ankotzen.

EDIT:

Ich hab übrigens mal ChatGPT die Wahlprogramme aller Parteien analysieren lassen auf die 6 Fragen:

1. realistische Umsetzbarkeit der Programme?

1. CDU, Grüne FDP
2. SPD (
3. AFD, BSW, die Linke (suprise suprise die Idealisten)

2. Welches Programm fördert potenziell eine Wirtschaftskrise am meisten? ACHTUNG HIER IST DER ERSTE PLATZ DIE SCHLECHTESTE WAHL WEIL NEGATIVFRAGE:

1. AFD
2. BSW, Linke
3. SPD, Grüne
4. CDU, FDP

3. Welches Programm würde Kriminalität am effektivsten bekämpfen?

1. CDU
2. SPD
3. AFD
4. Die Linke
5. BSW

4. Welches Programm senkt die Arbeitslosenquote am effektivsten?

1. SPD, Grüne
2. CDU
3. BSW, AFD
4. FDP
5. Die Linke

5. Welches Programm schränkt die Rechte von Frauen und Kindern am meisten ein? ACHTUNG HIER IST DER ERSTE PLATZ DIE SCHLECHTESTE WAHL WEIL NEGATIVFRAGE:

1. AFD
2. BSW
3. CDU, FDP
4. SPD, Grüne, Linke

6. Welches Programm würde Vergewaltigungen am effektivsten eindämmen?

1. SPD
2. Grüne, Die Linke
3. CDU
4. AFD

Das sind alles 6 Fragen mit deren "Antworten" die AFD bei Ihren Wählern punktet - obwohl Sie in diesen Fragen fast durchgehend am schlechtesten abschneidet.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 26.Februar 2025, 12:21:11

Politik auf einen Taschenrechner zu reduzieren, als wäre es ein Zahlensport ist auch nicht gerade vielsagend.

Das die AFD nicht die beste Lösung für jeden Bereich hat, ist richtig. Man sollte aber ebenso erkennen dass der politische Diskurs in diesem Land zunehmend von einem System geprägt ist, der sich auf Konsens & Kompromissen verlassen hat und genau dies viele Menschen frustriert.
Wenn man anhand von Wahlergebnissen & Programmen nur die klaren Sieger sehen will übersieht man vor allem die Frage warum immer mehr Menschen aus Protest, anstatt aus Überzeugung wählen?
Es geht auch nicht darum, dass Parteien wie die AFD, oder aber auch die Linken, alles richtig machen, oder gar das Richtige vorhaben, sondern dass diese die Unzufriedenheit der Bürger widerspiegeln, die das bisherige System ignoriert und zu weiten Teilen nicht anerkannt hat!
Wer dies nicht beachtet, der nimmt den wesentlichen Teil eines politischen Fortschritts.

ChatGpt rechnet auch nur nüchtern den Status quo der Parteien und wirft die jeweiligen Programme als trockene Wirtschaftszahlen aus, während hier der Frust der Bürger nicht beachtet werden.
Während die Altparteien beispielsweise mit ihren Durchschnittszahlen umherwerfen, weckt bspw. die AFD mit ihren kühnen Zukunftsversprechen genau den Nerv, den die Standards der anderen Parteien schon lange übersehen haben. Nur ist dies eben auch mit mehr Risiko und Drang zu unberechenbaren Ideen verbunden.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 26.Februar 2025, 12:24:40
Da tue ich mich aber ehrlich schwer mit, mich mit der AfD inhaltlich auseinanderzusetzen. Diese Partei bietet ja keine Lösungen an. Sie schreibt in ihr Programm, was der Wähler gerne hören möchte. Nichts anderes sieht man dann überall dort, wo AfDler Bürgermeisterposten übernehmen und unmittelbar grandios scheitern und plötzlich zugeben müssen, dass die Wahlversprechen ja gar nicht durchführbar sind.
Wie will man denn mit jemandem diskutieren, der, überspitzt formuliert, die Ausländer remigrieren möchte? Man sollte nicht so naiv sein zu glauben, dass die AfD nur bestimmte Ausländer damit meint. Es würde am Ende so laufen wie in den USA, wo plötzlich Juden umgebracht werde von anderen Juden, weil sie aussehen wie die Zielgruppe der Trump'schen Verfolgungsrhetorik; wo sich Neuntklässer das Leben nehmen, weil Mitschüler sie mit der Deportation mobben.
Wenn die Partei unverhohlen in ihr Programm schreibt, dass sie ihre eigenen Wähler am allerstärksten benachteiligen will und die das gar nicht schnallen - wo ist dann die Diskussionsgrundlage?
Ja, ich behaupte auch, dass die Flüchtlingspolitik von 2015 in Teilen fragwürdig durchgeführt wurde. Ja, ich meine ebenfalls, dass die Coronapolitik dringend aufgearbeitet gehört. Ja, das Geschmiere mit Cum Ex ist peinlich und verhöhnt das Volk. Aber darüber lässt sich diskutieren. Wo will man das mit der AfD tun, die dann einfach irgendwelche Lügen verbreitet?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Addison53 am 26.Februar 2025, 12:26:23
ChatGpt rechnet auch nur nüchtern den Status quo der Parteien und wirft die jeweiligen Programme als trockene Wirtschaftszahlen aus, während hier der Frust der Bürger nicht beachtet werden.
Während die Altparteien beispielsweise mit ihren Durchschnittszahlen umherwerfen, weckt bspw. die AFD mit ihren kühnen Zukunftsversprechen genau den Nerv, den die Standards der anderen Parteien schon lange übersehen haben. Nur ist dies eben auch mit mehr Risiko und Drang zu unberechenbaren Ideen verbunden.

Ist eventuell aber gerade deshalb wichtig. "Frust der Bürger" würde doch deutlich mehr ansteigen, wenn Parteien an die Macht kommen die faktisch so gut wie nichts von dem was Sie vorhaben umsetzen können und werden?

Das die AFD nicht die beste Lösung für jeden Bereich hat, ist richtig. Man sollte aber ebenso erkennen dass der politische Diskurs in diesem Land zunehmend von einem System geprägt ist, der sich auf Konsens & Kompromissen verlassen hat und genau dies viele Menschen frustriert.
Wenn man anhand von Wahlergebnissen & Programmen nur die klaren Sieger sehen will übersieht man vor allem die Frage warum immer mehr Menschen aus Protest, anstatt aus Überzeugung wählen?

Für mich hat kein Wähler aus "Überzeugung" gewählt der das Wahlprogramm seiner gewählten Partei nicht durchgelesen und auf Umsetzbarkeit hinterfragt hat. Was ist eine Überzeugung wert, wenn man überzeugt von etwas gelogenem ist?



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 26.Februar 2025, 12:52:54

Schön, wenn man behauptet, sich nicht mit Inhalten der AfD auseinandersetzen zu müssen, weil sie „nur Wählerwünsche“ bedienen... als ob das Wählerfeedback nicht selbst ein Spiegelbild des gescheiterten & bisherigen Systems wäre.
Klar, manche AfD-Bürgermeister haben grandios versagt, aber vielleicht liegt das weniger an der AfD als vielmehr am System, das ihre ehrlichen (wenn auch provokanten) Forderungen schlicht ignoriert.
Jedoch, wenn es unbequem wird über Aussagen zu diskutieren, die provokant und herausfordernd sind, dann liegt das daran, dass das Etablierte lieber in seinen altbewährten Floskeln und halben Lösungen verharrt, anstatt den offenen Dialog zu suchen.

Bezüglich die pauschale Verunglimpfung von Aussagen wie „Ausländer remigrieren“ ... Wer sagt denn, dass solche Worte nicht nur als Spiegel eines tiefen gesellschaftlichen Missstandes zu verstehen sind, den andere Parteien aus Angst vor Veränderung lieber vertuschen? Es geht nicht darum, Lügen zu verbreiten, sondern darum, unbequeme Wahrheiten anzusprechen, die das Versagen der bisherigen Politik offenbaren. Ein echter Diskurs muss auch die unbequemen Fragen und Visionen beinhalten anstatt sie im Vorgriff als lügenhaft & moralisch höchst ablehnend abzustempeln.
Ebenso ist es unvorteilhaft dramatisiert immer auf eine Art ``Horrorsturm`` mit Vergleichen aus den USA zu setzen. So verliert man schnell den Bezug zur Realität. Zielführend ist es jedenfalls nicht jede Diskussion in einem Panikmodus zu führen, wenn man einen offenen Diskurs führen möchte, in denen auch unbequeme Aussagen & Themen hinterfragt werden müssen!
Wenn die AfD sofort pauschal als ‚remigrierend‘ abgestempelt wird, überlassen wir uns selbst die Möglichkeit, differenzierter auf die tatsächlichen Probleme einzugehen. Angst und Vorverurteilung bringen uns nicht weiter.


Zitat
Wenn die Partei unverhohlen in ihr Programm schreibt, dass sie ihre eigenen Wähler am allerstärksten benachteiligen will und die das gar nicht schnallen - wo ist dann die Diskussionsgrundlage?
Ja, ich behaupte auch, dass die Flüchtlingspolitik von 2015 in Teilen fragwürdig durchgeführt wurde. Ja, ich meine ebenfalls, dass die Coronapolitik dringend aufgearbeitet gehört. Ja, das Geschmiere mit Cum Ex ist peinlich und verhöhnt das Volk. Aber darüber lässt sich diskutieren. Wo will man das mit der AfD tun, die dann einfach irgendwelche Lügen verbreitet?

Pauschal zu behaupten, die AfD wolle ihre eigenen Wähler am stärksten benachteiligen, greift zu kurz. Viele ihrer Forderungen, wie z.B. die Senkung von Steuern oder die Begrenzung von Migration, sprechen direkt die Sorgen und Lebensrealitäten vieler Bürger an. Dass die AfD einfache Antworten auf komplexe Probleme gibt, mag man kritisieren, aber die Frage ist doch: Warum fühlen sich so viele Menschen von den „etablierten“ Parteien nicht mehr vertreten?
Wer politische Alternativen nur mit moralischer Empörung abtut, läuft Gefahr die Ursachen zu ignorieren. Statt die AfD und ihre Wähler zu dämonisieren, wäre es klüger, sich zu fragen, warum ausgerechnet sie für viele Menschen als einzige Alternative wahrgenommen wird.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 26.Februar 2025, 13:05:57
Wenn man sich mit den Inhalten der AFD auseinander setzt, braucht man nur eine einzige Hirnzelle um zu sehen, dass das ein Märchenschloss ist. Dort werden Themen wahllos aneinandergereiht, welche Unmut bei der Bevölkerung auslösen ohne eine gesetzeskonforme oder finanzierbare Lösung aufzuzeigen. Noch besser eigentlich: Themen widersprechen sich inhaltlich teilweise voneinander.

Das einzige wo die AFD konkret wird, ist ihr Aufzeigen des rassistischen Gedankengut und der Verherrlichung der Nazi-Zeit.

Eine positive Sache muss man der AFD aber lassen... Der Parteiname Alternative für Deutschland ist halt goldwert und zieht automatisch den einen oder anderen Wähler an, der sich mit Politik nicht auseinandersetzt und nutzt die Unzufriedenheit gegenüber den etablierten Parteien maximal aus (deren gztes Recht).
Des Weiteren verbreitet die AFD regelmäßig clevere Zusammenschnitte von Aussagen, welche andere Politiker leisten und die sich widersprechen (bspw. geht in den sozialen Medien Marz Aussage über Grenzkontrolle vor der Wahl und die Absage der Grenzschließung nach der Wahl steil), was gegenübergestellt auf den ersten Blick wieder Unmut schürt. Da die wenigsten sich die Mühe machen das zu hinterfragen, fällt kaum jemanden auf, dass Merz NIE von GrenzSCHLIEßUNGEN gesprochen hat, sondern von GrenzKONTROLLEN, welche nichts mit einer Schließung zu tun haben. Trotzdem gibt es etliche Wähler, die bei der Aussage Steil gehen....

Ich persönlich kann absolut nicht nachvollziehen, wieso man in irgendeiner Form die AFD in Schutz nehmen kann, da Sie nachweislich rassistisch und demokratiegefährdend ist. Die Parallelen zur NSDAP sind erschreckend...

Dazu für interessierte ein interessanter Link:https://datajournal.org/schon-wieder/ (https://datajournal.org/schon-wieder/)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Februar 2025, 13:23:26
Und bei allem Respekt - Der einzige Unterschied zwischen einem CDU-, SPD-, sowie AFD-Wähler liegt nur darin, dass die Einen eine Partei wählen, die schon bewiesen haben, ihren Auftrag gegen die Wand zu fahren, während die Anderen nur das Potenzial dazu haben. Der Rest ist nur moralisches Gerede um seine eigene Ideologie zu brüsten und das diese die Richtige ist.

Hier muss ich aber sehr stark widersprechen!
Von Wahlprogrammen und Fehlern in der Vergangenheit abgesehen, ist es die Aufgabe, ja, sogar muss es die DNA einer demokratischen Partei sein, moralische Werte zu repräsentieren, die dem Welt- und Gesellschaftsbild entsprechen müssen. Nennen wir es gerne den kategorischen Imperativ. Die AfD hat hier aber gerade einen schwarzen Fleck: alle gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sind ebenso wenig wert wie die Stellung zur größten Schuld des deutschen Volkes, dem zweiten Weltkrieg. Offener Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Geschichtsrelativismus - das alles sind flächig verbreitete Verhalten, die man in den Reihen der AfD findet und die dort offenbar auch seitens der Parteiführung nicht nur toleriert (Weidel), sondern gar hofiert (Höcke) werden. Erst gestern hat man den SS-Freund Krah wieder aufgenommen.
In dem Moment könnte die AfD die tollsten Wahlversprechen abgeben, das dürfte keine Rolle spielen, solange die Partei für eine solche Gesellschaft steht, die sie mit ihrer eigenen Zusammensetzung zu repräsentieren scheint.


Bei Moral müssen sich aber auch die Grünen und Linken selbst stark hinterfragen. Dort herrscht in großen Teilen ein Antisemitismus der offener und schlimmer als in der afD ist.
https://www.zeit.de/kultur/2024-03/kulturstaatsministerin-claudia-roth-antisemitismus-kulturbetrieb-offener-brief
https://www.welt.de/politik/deutschland/article250283968/Die-antisemitischen-Abgruende-auf-der-Berlinale-und-Claudia-Roth-im-Zentrum-der-Kritik.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kritik-thunberg-102.html
https://www.youtube.com/watch?v=RNN5CkBom4Q
https://taz.de/Linker-Antisemitismus/!5966630/


Jup, stimmt. Wobei bei Thunberg hinzuzufügen ist, dass sie nicht die Grünen ist. Selbst Fridays for Future Germany sind nicht die Grünen und haben sich wiederum von den Aussagen Thunbergs distanziert. Das sich die Klimabewegung in teilen radikalisiert hat ist nicht von der Hand zu weisen. Roth und Paus zumindest haben Fehler eingeräumt und sich versucht zu entschuldigen. Quelle lieferst du selbst.
Das alles stimmt, macht aber die AFD nicht besser. Eine Roth kann man sehr locker mit einem Krah aufwiegen. (https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/afd-fraktion-krah-helferich-100.html). Den Grünen hängt man das Handeln einer zivilen Organisation an, bei der AFD kann man in die eigenen Reihen sehen. (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html).
 
Würdest du sagen, dass diese Themen die du anbringst gleichzusetzen sind mit offenem Rechtsradikalismus in der Form, wie man ihn beobachten kann? Sieh dir mal die Aussagen von aktiven AFD Funktionären durch (Thema Schießbefehl an Grenzen, Aufrufe zu neuen Holocaust, Releativierungen zur SS und Hitler), die ohne Kritik aus den eigenen Reihen gesagt, sogar verteidigt wurde. Kannst du das gleichsetzen mit der Kritik von dir an Grünen und Linken? Von denen die Hälfte der Kritik sogar nicht mal die Parteien betrifft, sondern sich an NGOs oder sonstige Organisationen wendet?


Zitat
Wurde Menschen vor, sagen wir, 20-30 Jahren vorgeschrieben was sie zu denken und zu wählen haben? Was meinst du damit?

Es geht nicht um Vorschriften die einer Diktatur o.Ä gleichen, sondern um kulturelle und soziale Prägung, die über die Jahre hinweg bestimmte Denk- sowie Wahlmuster gefestigt hat. Es wurde viel in Normen und gesellschaftliche Erwartung investiert, die den Menschen früh klar gemacht haben was als akzeptabel galt und wasa nicht. Der Unterschied zu heute sind die Veränderung der politischen Ränder, die sich mehr und mehr von von den traditionellen Normen der Bürger distanzieren und diese ihren Kopf wieder selbst benutzen - auch wenn es manch einem als unbequem erscheint.

Damals hat man zwar nicht ausdrücklich vorgeschrieben was man denken darf. Jedoch wurden die unsichtbaren Regeln von den etablierten Parteien längst diktiert. Freieheit, sowie auch Demokratie, heißt mehr als nur das Fehlen eines Zwangs, sie fordert auch echte Alternativen. Ohne die ist auch die Wahl nur ein Trugbild. Und das zieht sich bis Heute.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe worauf du hinaus möchtest.

Wen du sagst, dass Wähler eingelullt wurden halte ich diese Betrachtung gegenüber älteren Generationen für nicht fair. Du behauptest damit, dass unsere Eltern- und Großelterngeneration keinen eigenen Willen hatte und im Kollektiv nach einer gemeinsamen Norm entschieden hätte. Gleichzeitig gibst du damit den etablierten Parteien die Schuld daran, dass die Wähler sie wählen mussten. War das denn 1933 auch so? Das würde schließlich die Frage der Verantwortung klären. Oder ab wann hat dieser Zustand eingesetzt, in dem Normen und gesellschaftliche Erwartungen so eng gestrickt wurden, dass es kein Ausweg mehr gab?
Und was hat jetzt dazu geführt, dass sich der Zustand ändert? Die etablierten Parteien können daran schließlich keine Interesse haben. Neue Medien? Andere/Mehr Bildung? Durch was hat sich der Wähler aus diesen beschränkenden Normen befreit und wählt jetzt Ränder?


Ich sehe auch nicht, dass die Normen so strikt sind. Was ist den mit Progressiven Veränderungen? 2005 waren die politischen Ideen aus den 90ern und 80ern auch alt und abgehakt. Normen verändern sich am laufenden Band. In den 90ern Jahren wurde abgestimmt, ob ein Ehemann seine Ehefrau straffrei vergewaltigen darf. Das ist heute undenkbar, zurück zu gehen und gerade mal 29 Jahre her. Glaubst du, dass Demokratie für eine Frau sich 1925 anders anfühlte als 1905? Oder für einen Homosexuellen 1975, im Vergleich zu 1955. Widersprechen diese Entwicklungen nicht dem, dass gesellschaftliche Normen strikt sind?

ABER, vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden. Ich bin mir echt nicht sicher.


Das die AFD nicht die beste Lösung für jeden Bereich hat, ist richtig. Man sollte aber ebenso erkennen dass der politische Diskurs in diesem Land zunehmend von einem System geprägt ist, der sich auf Konsens & Kompromissen verlassen hat und genau dies viele Menschen frustriert.
Wenn man anhand von Wahlergebnissen & Programmen nur die klaren Sieger sehen will übersieht man vor allem die Frage warum immer mehr Menschen aus Protest, anstatt aus Überzeugung wählen?

Die Wähler der AFD sind in großen Teilen keine Protestwähler mehr. Das wäre ja noch schöner. Wenn das alles Protestwähler wären, könnten die sich ja darauf berufen, dass sie das alles gar nicht so meinen. Das machen die nur, um den anderen Parteien ein Arschtritt zu geben. Nene. Es gibt mittlerweile genug Forschungsmaterial, dass belegt, dass ein großer Teil der AFD Wähler sich mit den Ansichten und Aussagen der AFD identifiziert.

Zu den Inhalte, weil du das mittlerweile öfters sagst. Man kann der AFD auch inhaltlich begegnen. Das macht es aber nicht falsch, auf den rechtsradikalen und populistischen Hintergrund zu verweisen. Warum geht nicht beides? Nur weil man das sagt, kann man doch trotzdem über das für und wider der Beendigung von TTIP oder CETA reden. Man kann ja auch darüber reden, dass die AFD die Beamten und Selbstständige in der Rente einbinden will. Aber ehrlich gesagt ist das auch ein hausgemachtes Problem, weil (achtung anekdotisch) die AFD Wähler in meinem Umfeld meistens getriggert mit Klima, Gendern oder Migration um die Ecke kommen und wie schlimm alles ist und man zu Punkten in Wirtschafts oder Sozialpolitik gar nicht kommt.
Sollen sie die Nazis rauswerfen, die Sprache weg lassen, den Populismus etwas runter drehen und sich in manchen Ecken etwas mehr an gesicherte wissenschaftliche Erkentnisse halte, hätte ich gar keine Probleme mit der AFD. Das Problem entsteht für mich nur, weil 20% der Wähler wohl ignorieren, dass sie einer Partei folgen, die sich offen mit Nazis verbündet und nicht einfach mal fordert, dass die AFD auch ganz dufte wäre, wenn sie das sein lassen würden. Durch dieses Ignorieren wird akzeptiert. Du magst es Befreiung von gesellschaftlichen Normen nennen. Man könnte es auch Verrohung bezeichnen. Ist vielleicht ein Ding der Perspektive oder der Moral.

Oft wird gesagt (so auch m4 aktuell), dass ihr Programm nicht umsetzbar ist. Das gilt aber für viele Parteien. Ich halte Punkte bei den Grünen, der FDP, der SPD für genau so unrealistisch wie bei der AFD. Mich juckt auch nicht, dass mir die AFD in vielen Teilen zu konservativ ist. Ich stimme in ganz vielen Bereichen nicht zu. Aber auch das gilt für viele andere Parteien. Hier liegt nicht meine Kritik an der AFD.

Ich weiß nicht welche Art von Medien du konsumierst. Aber sowohl aus den Öffentlich Rechtlichen, als auch in bezahlten Printmedien kenne ich genug Beispiele die sich kritisch, inhaltlich, sachlich mit den politischen Inhalten der AFD auseinander setzen. So, wie mit jeder anderen Partei auch. Das die AFD von dem Medien schief angeschaut wurde, kommt noch aus den Anfängen nach Pegida und Folgejahre. Das ist aber lange her. 
Auch Politiker machen das wo es nötig ist. Die AFD stellt seit Jahren Anträge, wie jede andere Partei, die bearbeitet und kommentiert werden. Und da wird nicht gesagt: "Nein, weil ihr Nazis seid". Die Anträge werden bearbeitet wie es für das Gremium üblich ist.
Das die AFD dann immer mal wieder einen Aufreger produziert, der durch die Presse geht und über die sich verschiedene öffentliche Personen und Stellen entsrechend empören könnte man ja auch als hausgemacht ansehen. Die AFD werden von 80% der Wähler nunmal nicht gewählt. Warum sollten die jede Entgleisung hinnehmen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 26.Februar 2025, 17:37:44
Was bedeutet der Begriff für dich?
Ein erstarken der Linken, vielleicht eine Regierung mit SPD und Grünen, wenn es in Zukunft die zu erwartenden Einschnitte in Förderungen und Sozialprogramme gibt wird es bestimmt Leute geben die auf die Versprechen reinfallen. Meiner Meinung nach haben wir in den letzten Jahren schon Bewegung in die Richtung gesehen, anstoßen von gesteuerten Bürgerräten,"NGOs" die gezielt andersdenkende melden,dass etablieren eines einseitigen Demokratiebegriffes usw. zuletzt das mobilmachen gegen Merz was dann zu "Demos gegen Rechts" geführt hat, wobei ich gegen Demos per se nichts habe, nur den Grund den Leuten vor der Wahl noch mal Angst zu machen finde ich daneben.
Die Reaktionen auf eine Anfrage der Union zu NGOs sprechen auch Bände. 
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/union-anfrage-organisationen-102.html
Neulich gab es auch in der US Sendung 60 Minutes einen Beitrag über den deutschen Kampf gegen "hatespeech". Das wirkt auf mich schon sehr surreal. Ich glaube uns ist gar nicht klar in welche Richtung es da geht oder gehen könnte weil vieles eben auch aus der Mitte der Gesellschaft kommt und es nicht so einfach zu erkennen ist wie im Vergleich Sachen die aus der rechtsextremen Ecke kommen. Die Amis fragen sich in den Kommentaren auch was bei uns los ist. https://www.youtube.com/watch?v=-bMzFDpfDwc

Bei Moral müssen sich aber auch die Grünen und Linken selbst stark hinterfragen. Dort herrscht in großen Teilen ein Antisemitismus der offener und schlimmer als in der afD ist.
https://www.zeit.de/kultur/2024-03/kulturstaatsministerin-claudia-roth-antisemitismus-kulturbetrieb-offener-brief
https://www.welt.de/politik/deutschland/article250283968/Die-antisemitischen-Abgruende-auf-der-Berlinale-und-Claudia-Roth-im-Zentrum-der-Kritik.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kritik-thunberg-102.html
https://www.youtube.com/watch?v=RNN5CkBom4Q
https://taz.de/Linker-Antisemitismus/!5966630/
Ich finde auch krass wie Salonfähig Antisemitismus seit dem 7.Oktober geworden ist,was da alles möglich ist ohne das es große Reaktionen gibt. Da läuft auch allgemein etwas falsch, ob es jetzt die Gesellschaft, Politik oder die Medien sind.
Ich schaue mir z.B regelmäßig die Tagesschau an, wer wissen will was verzerrte Berichterstattung ist muss sich da mal die Berichte zu Gaza oder Israel angucken, im Krieg wurden oft Videos aus Gaza gezeigt die bestimmt nicht ohne Hamas Erlaubnis veröffentlicht wurden, natürlich waren dann in den kaputten Häusern nie irgendwelche Waffen oder sonstiges zu sehen. Als vor kurzem die Leichen der Familie Bibas an Israel zurückgegeben wurden hat die Hamas eine große Party gefeiert, davon wurde dann ganz kurz etwas gezeigt, danach ein anderer Beitrag,dass Israel im Westjordanland auch einen Militäreinsatz gestartet hat. Das die Familie auch die Deutsche Staatsbürgerschaft hatte wird vielleicht mal irgendwo am Rande erwähnt. 
https://youtu.be/9GO0jn99c4g?si=wjj5F16JtECnooYV&t=524

Die Bundesregierung hat dem UNRWA in Gaza in den letzten zwei Jahren  142 Millionen Euro gezahlt.
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/deutschland-gab-palaestinensern-in-zwei-jahren-913-mio-euro/

Baerbock hat kurz vor der Wahl noch eine Rede gehalten in der sie meint das sie eher zurücktreten würde als die Hilfe für Gaza einzustellen.
https://politik.watson.de/politik/deutschland/179015368-aussenministerin-annalena-baerbock-verteidigt-gaza-hilfen

https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/das-erdrueckende-schweigen-der-anstaendigen-beim-thema-antisemitismus/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 26.Februar 2025, 17:58:03

Zitat
Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe worauf du hinaus möchtest.

Wen du sagst, dass Wähler eingelullt wurden halte ich diese Betrachtung gegenüber älteren Generationen für nicht fair. Du behauptest damit, dass unsere Eltern- und Großelterngeneration keinen eigenen Willen hatte und im Kollektiv nach einer gemeinsamen Norm entschieden hätte. Gleichzeitig gibst du damit den etablierten Parteien die Schuld daran, dass die Wähler sie wählen mussten. War das denn 1933 auch so? Das würde schließlich die Frage der Verantwortung klären. Oder ab wann hat dieser Zustand eingesetzt, in dem Normen und gesellschaftliche Erwartungen so eng gestrickt wurden, dass es kein Ausweg mehr gab?
Und was hat jetzt dazu geführt, dass sich der Zustand ändert? Die etablierten Parteien können daran schließlich keine Interesse haben. Neue Medien? Andere/Mehr Bildung? Durch was hat sich der Wähler aus diesen beschränkenden Normen befreit und wählt jetzt Ränder?


Ich sehe auch nicht, dass die Normen so strikt sind. Was ist den mit Progressiven Veränderungen? 2005 waren die politischen Ideen aus den 90ern und 80ern auch alt und abgehakt. Normen verändern sich am laufenden Band. In den 90ern Jahren wurde abgestimmt, ob ein Ehemann seine Ehefrau straffrei vergewaltigen darf. Das ist heute undenkbar, zurück zu gehen und gerade mal 29 Jahre her. Glaubst du, dass Demokratie für eine Frau sich 1925 anders anfühlte als 1905? Oder für einen Homosexuellen 1975, im Vergleich zu 1955. Widersprechen diese Entwicklungen nicht dem, dass gesellschaftliche Normen strikt sind?

ABER, vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden. Ich bin mir echt nicht sicher.

Es geht mir nicht darum einer bestimmten Generation den freien Willen abzusprechen. Vielmehr beziehe ich mich auf die gesellschaftlichen und politischen Strukturen, die über Jahre hinweg die Wahrnehmung und Entscheidungsprozesse beeinflusst haben.

Es gibt tatsächlich eine klare historische Linie, in der normales bzw. wünschenswertes Verhalten und kollektive Erwartungen stark von den etablierten Parteien und den jeweiligen Herrschaftsstrukturen geprägt wurden. Der Vergleich zu 1933 bringt es nicht direktr auf den Punkt, weil die damalige Situation von einer ganz anderen politischen Landschaft und einer totalitären Diktatur geprägt war.
Dass, vor allem die Altparteien, immer noch ein gewisses Maß an Einfluss auf die Wählerschaft haben, ist unbestritten, doch der Unterschied zu früheren Zeiten liegt in der zunehmenden Fragmentierung der politischen Landschaft. Es gibt heute mehr Alternativen, aber sie kommen oft aus den politischen Rändern, was zu einer breiteren Diskussion über gesellschaftliche Normen & Erwartungen und deren Veränderung führt.

Ab wann dieser Zustand eingesetzt hat, dass die politischen Normen so eng gestrickt wurden ... Das ist aus meiner Sicht tatsächlich ein langsamer Prozess, der spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg begann. Die Zeit des „Wirtschaftswunders“ und die Bewegung in den 60er Jahren sind zentrale Wendepunkte, an denen Normen und Werte zunehmend hinterfragt und neu verhandelt wurden. So wie die 90er Jahre in Deutschland eine völlig andere politische Atmosphäre schufen, so waren die 80er für die westliche Gesellschaft auch ein Jahrzehnt, in dem die sozialen und politischen Normen in Bewegung geraten sind.

Was die heutigen Wahlen und die Rolle der -Ränder- betrifft, könnte man argumentieren dass es vor allem die neuen Medien und die zunehmende Globalisierung sind, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Diese Faktoren schaffen eine neue Dynamik im politischen Diskurs und machen es möglich, dass Menschen sich zunehmend von traditionellen politischen Mitteln, Verhaltensweisen & Erwartungen lösen. Das schafft Raum für politische Strömungen, die außerhalb des Mainstreams operieren, was, wie man sieht, oft auch auf Ablehnung trifft & teils als moralisch verwerflich abgetan wird.

Zitat
Die Wähler der AFD sind in großen Teilen keine Protestwähler mehr. Das wäre ja noch schöner. Wenn das alles Protestwähler wären, könnten die sich ja darauf berufen, dass sie das alles gar nicht so meinen. Das machen die nur, um den anderen Parteien ein Arschtritt zu geben. Nene. Es gibt mittlerweile genug Forschungsmaterial, dass belegt, dass ein großer Teil der AFD Wähler sich mit den Ansichten und Aussagen der AFD identifiziert.

Es gibt tatsächlich eine signifikante Anzahl an AFD-Wählern die sich mit den Ansichten und Aussagen der Partei identifizieren. Das Problem liegt allerdings nicht nur darin, diese Wähler in Schubladen zu stecken, sondern vor allemin der Tatsache, dass es eine erhebliche Vielfalt innerhalb der AFD-WWählerschaft gibt.

Es gibt auch viele Wähler, die der AFD ihre Stimme geben weil sie enttäuscht sind von den zuletzt regierenden Parteien und mit der politischen Landschaft unzufrieden sind. Diese Wähler könnten durchaus als „Protestwähler“ im weiteren Sinne betrachtet werden und nicht zwangsläufig in dem Sinne, dass sie die A FD-Politik aus Überzeugung vertreten, sondern weil sie keine andere Partei sehen, die ihre Unzufriedenheit mit der etablierten Politik aufgreift.
Das Problem mit der pauschalen Abwehr des „Protestwähler“-Arguments ist dass es den realen Umstand ignoriert, dass die Wähler in einem recht vielfältigem, politischen System oft aus verschiedenen Gründen wählen. Es geht nicht nur um die Frage, „was will ich?“, sondern auch um die Frage „mit wem habe ich das Gefühl, gehört zu werden?“. Und viele AfD-Wähler fühlen sich von anderen Parteien ignoriert oder sogar marginalisiert. Sei es aufgrund ihrer Ängste in Bezug auf Migration, Globalisierung, oder den Verlust vermeintlicher Werte. Das ist nicht nur ein Protest, sondern eine Reaktion auf wahrgenommene Veränderungen in der Gesellschaft!

Es wird oft zu schnell gesagt, dass die Wähler der afD nur „die anderen Parteien ärgern“ wollen, ohne die zugrunde liegenden Ängste und Sorgen zu berücksichtigen. Wähler, die diese Partei langfristig unterstützen, sind oft nicht nur auf der Suche nach einem „Arschtritt“ für andere, sondern haben klare Vorstellungen von gesellschaftlichen Veränderungen, auch wenn wir diese als problematisch empfinden. Der Unterschied zu früheren Protestbewegungen liegt eben auch darin, dass die AFD mittlerweile eine ernstzunehmende politische Plattform ist die nicht mehr nur von Enttäuschten und Protestwählern getragen wird.


Zitat
Ich persönlich kann absolut nicht nachvollziehen, wieso man in irgendeiner Form die AFD in Schutz nehmen kann, da Sie nachweislich rassistisch und demokratiegefährdend ist. Die Parallelen zur NSDAP sind erschreckend...

Die Parallelen zur NSDAP sehe ich viel eher problematisch und verharmlosen die Realität für die beide Parteien stehen/standen. Während die AFD sicherlich mit rechtsextremen Tendenzen einhergeht, sind die Unterschiede zum Nationalsozialismus fundamental! Die AFD hat keine totalitäre Agenda und strebt keine Gewalt oder Vernichtung an. Ihre Politik ist demokratisch legitimiert, auch wenn man dies gern verkennt bzw. nicht teilt. Fairerweise sind einige Aussagen sicherlich problematisch. Es ist jedoch wichtig die AFD zu kritisieren ohne die Gefahr zu beschwören, diese Fehler zu wiederholen, indem wir sie mit extremen historischen Regimen auf eine Stufe stellen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Februar 2025, 18:43:26
Was bedeutet der Begriff für dich?
Ein erstarken der Linken, vielleicht eine Regierung mit SPD und Grünen, wenn es in Zukunft die zu erwartenden Einschnitte in Förderungen und Sozialprogramme gibt wird es bestimmt Leute geben die auf die Versprechen reinfallen. Meiner Meinung nach haben wir in den letzten Jahren schon Bewegung in die Richtung gesehen, anstoßen von gesteuerten Bürgerräten,"NGOs" die gezielt andersdenkende melden,dass etablieren eines einseitigen Demokratiebegriffes usw. zuletzt das mobilmachen gegen Merz was dann zu "Demos gegen Rechts" geführt hat, wobei ich gegen Demos per se nichts habe, nur den Grund den Leuten vor der Wahl noch mal Angst zu machen finde ich daneben.
Die Reaktionen auf eine Anfrage der Union zu NGOs sprechen auch Bände. 
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/union-anfrage-organisationen-102.html
Neulich gab es auch in der US Sendung 60 Minutes einen Beitrag über den deutschen Kampf gegen "hatespeech". Das wirkt auf mich schon sehr surreal. Ich glaube uns ist gar nicht klar in welche Richtung es da geht oder gehen könnte weil vieles eben auch aus der Mitte der Gesellschaft kommt und es nicht so einfach zu erkennen ist wie im Vergleich Sachen die aus der rechtsextremen Ecke kommen. Die Amis fragen sich in den Kommentaren auch was bei uns los ist. https://www.youtube.com/watch?v=-bMzFDpfDwc


Danke für die Erklärung.



Zitat
Die Wähler der AFD sind in großen Teilen keine Protestwähler mehr. Das wäre ja noch schöner. Wenn das alles Protestwähler wären, könnten die sich ja darauf berufen, dass sie das alles gar nicht so meinen. Das machen die nur, um den anderen Parteien ein Arschtritt zu geben. Nene. Es gibt mittlerweile genug Forschungsmaterial, dass belegt, dass ein großer Teil der AFD Wähler sich mit den Ansichten und Aussagen der AFD identifiziert.

Es gibt tatsächlich eine signifikante Anzahl an AFD-Wählern die sich mit den Ansichten und Aussagen der Partei identifizieren. Das Problem liegt allerdings nicht nur darin, diese Wähler in Schubladen zu stecken, sondern vor allemin der Tatsache, dass es eine erhebliche Vielfalt innerhalb der AFD-WWählerschaft gibt.

Es gibt auch viele Wähler, die der AFD ihre Stimme geben weil sie enttäuscht sind von den zuletzt regierenden Parteien und mit der politischen Landschaft unzufrieden sind. Diese Wähler könnten durchaus als „Protestwähler“ im weiteren Sinne betrachtet werden und nicht zwangsläufig in dem Sinne, dass sie die A FD-Politik aus Überzeugung vertreten, sondern weil sie keine andere Partei sehen, die ihre Unzufriedenheit mit der etablierten Politik aufgreift.
Das Problem mit der pauschalen Abwehr des „Protestwähler“-Arguments ist dass es den realen Umstand ignoriert, dass die Wähler in einem recht vielfältigem, politischen System oft aus verschiedenen Gründen wählen. Es geht nicht nur um die Frage, „was will ich?“, sondern auch um die Frage „mit wem habe ich das Gefühl, gehört zu werden?“. Und viele AfD-Wähler fühlen sich von anderen Parteien ignoriert oder sogar marginalisiert. Sei es aufgrund ihrer Ängste in Bezug auf Migration, Globalisierung, oder den Verlust vermeintlicher Werte. Das ist nicht nur ein Protest, sondern eine Reaktion auf wahrgenommene Veränderungen in der Gesellschaft!

Es wird oft zu schnell gesagt, dass die Wähler der afD nur „die anderen Parteien ärgern“ wollen, ohne die zugrunde liegenden Ängste und Sorgen zu berücksichtigen. Wähler, die diese Partei langfristig unterstützen, sind oft nicht nur auf der Suche nach einem „Arschtritt“ für andere, sondern haben klare Vorstellungen von gesellschaftlichen Veränderungen, auch wenn wir diese als problematisch empfinden. Der Unterschied zu früheren Protestbewegungen liegt eben auch darin, dass die AFD mittlerweile eine ernstzunehmende politische Plattform ist die nicht mehr nur von Enttäuschten und Protestwählern getragen wird.


Was für ein Problem liegt darin, dass es eine Tatsache ist, dass es eine Vielfalt innerhalb der AFD-Wählerschaft gibt? Ich habe doch gar nicht in eine Schublade gesteckt.


Wenn man das gefühl hat gehört zu werden bedeutet das doch Identifikation . Was ist den der Unterschied zwischen "was will ich?" und "das Gefühl gehört zu werden"?
Du schreibst doch selber am Ende des zweiten Absatzes, dass es kein Protest ist. Zumindest nicht nur?

Die Abwehr mit dem Protest-Argument sei nicht gut, schreibst du. Die Wahlen seien kein Protest, sondern... Eine ernsthafte Wahl?
Gleichzeitig hast du vor ein paar Posts die Protestwähler selbst in die Diskussion gebracht und behauptet, dass die Anzahl der Menschen die aus Protest wählen immer weiter zunehmen würde. Jetzt ist die Wählerschaft aber vielfältig und hat mehrfach Gründe die kein Protest sein sollen?

Wiedersprichst du dir hier nicht selbst? Oder möchtest du eine dritte Kategorie von Wählern definieren, die irgendwie noch Protest wählt aber sich auch schon identifiziert und gehört fühlt und irgendwie dazwischen steckt? Dann verstehe ich diese dritte Kategorie nicht. Was macht den Wähler zu einem Protestwähler, der sich aber von der Partei verstanden fühlt und sich damit ja mindestens mit einem Teil ihrer Werte identifizieren muss und die Personen für geeignete Vertreter seiner Meinung hält? Die beiden Punkte wären für mich zumindest zwei Bedingungen, dass ich mich von einer Partei "verstanden fühle".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 26.Februar 2025, 21:42:23
Das Protestwähler-Argument halte ich immer für bedenklich. Wenn ich den sogenannten etablierten Parteien eins auswischen wollte, dann wähle ich "Die Partei", aber nicht einen rechtsextremen Haufen Geschichtsrelativierer. Soviel Verstand sollte doch wohl angenommen werden zu verstehen, dass es keine besonders gute Idee ist, einer Nazi-Partei die Stimme zu geben, nur weil man angepisst ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 26.Februar 2025, 21:51:56


Die Parallelen zur NSDAP sehe ich viel eher problematisch und verharmlosen die Realität für die beide Parteien stehen/standen. Während die AFD sicherlich mit rechtsextremen Tendenzen einhergeht, sind die Unterschiede zum Nationalsozialismus fundamental! Die AFD hat keine totalitäre Agenda und strebt keine Gewalt oder Vernichtung an. Ihre Politik ist demokratisch legitimiert, auch wenn man dies gern verkennt bzw. nicht teilt. Fairerweise sind einige Aussagen sicherlich problematisch. Es ist jedoch wichtig die AFD zu kritisieren ohne die Gefahr zu beschwören, diese Fehler zu wiederholen, indem wir sie mit extremen historischen Regimen auf eine Stufe stellen.

Die Politik der NSDAP inklusive des Ermächtigungsgesetzes war (zwar getrickst) ebenfalls "demokratisch" legitimiert. Scheiße war es trotzdem.
Und dass Sie keine Gewalt oder Vernichtung angestrebt wird, sehe ich in den ganzen extremen Aussagen, die von Seiten hochrangiger AFD Mitglieder getätigt werden, auch nicht in Stein gemeißelt. Vorallem eine Partei in Schutz zu nehmen, von denen einer der hochrangigsten Funktionäre gerichtlich legitimiert Faschist genannt werden darf, sowie die mehrfach Nazisprache benutzt und den Holocaust leugnet/verharmlost finde ich schon sehr zweifelhaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Zockerbit am 26.Februar 2025, 23:44:29

Die Wahlmotive sind viel komplexer, als sie auf den ersten Blick scheinen. Es ist vergleichbar komplex & vielschichtig als wie wenn man sagt, warum die Wähler gewisse Themengebiete (Bspw. Migration) vereinfacht betrachten und vermeintlich einfache Lösungen fordern, obwohl dies auf der Kehrseite schwieriger umzusetzen ist, als es der Wähler glauben bzw. wissen mag.
Ebenso wenig zielführend ist es also eine ellenlange, aber doch simple Diskussion darüber zu führen wieso das Wahlverhalten bei einer gewissen Masse nun so ist wie sie ist - Und Wir sprechen hier nicht von einer Minderheit, sondern einer zweistelligen Millionenzahl.
Zu erwarten, dass jeder Mensch, oder zumindest ein Großteil, einen wohlüberlegten Schachzug tätigt, sofern er sich ``im Stich gelassen`` - oder nicht vertreten fühlt, ist einfach fern der Realität. Denn wer dies als Erwartung setzt, könnte genauso gut darüber debattieren warum Menschen sich heutzutage überhaupt noch bekriegen. Auf eine (logische) Erkenntnis wird man da nicht kommen.

Ob Protest, oder Identifikation sei in erster Linie mal dahingestellt. Für mich persönlich ist die Entwicklung, u.a. der AFD eher ein Symptom auf die vergangenen Ereignisse die das politische System, die Medien, Terrorismus, aber vor allem auch die Parteien/Politiker hervorgerufen haben. Und bei allem Respekt - Vor allem die Politiker im Regierungsauftrag stehen hier in der Pflicht die Schuldfrage hier großteilig entgegenzunehmen. Denn wer sich im Auftrag eines Landes in der Öffentlichkeit nicht selten unglücklich ausdrückt, oder gewisse Tätigkeiten ausübt, sollte sich hinterher nicht die Frage stellen wo denn nun der Respekt und vor allem das Vertrauen hin ist, weil man den Anschein machte das eigene Volk an der Nase herumführen zu wollen - Stichwort: Man ist nicht insolvent, sondern man produziert einfach nicht mehr etc. pp. (Weitere Beispiele erspare ich jetzt).

Ehrlicherweise habe ich hier bei einigen Argumentationen & Ansichten das Gefühl als erwarte man vom Wähler (dem normalen Bürger) mehr als von den hochbezahlten & gebildeten (Einige mal ausgenommen...) Politikern die im Auftrag des Volkes handeln sollen. Und genau das sollte mehr Sorge bereiten, da der Strom, mit dem man (seit Jahren) schwimmt, dann doch unbewusst Richtung Abgrund tendiert, wenn die ``vermeintlich`` richtigen Parteien nicht den Ernst der Lage erkennen.

Am Ende verdient man sich das Vertrauen & Respekt nicht durch tolle Worte oder Wahlprogramme, sondern durch die Taten die man vollbringt (Darunter zählt auch das öffentl. Auftreten). Schafft man es nicht durch diese Taten, verliert man die Gesellschaft an Solche, die gute & schmackhafte Worte finden, aber (noch) keine Chance hatten Taten walten zu lassen. Dieses ``Phänomen`` ist aber nur natürlich und keine Frage von ``Wie konnte sowas nur passieren? Wieso denkt man nicht nach?`` Auch hier - Wer so kurzsichtig denkt, ist fern der Realität.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Februar 2025, 01:45:42
Dann kommen wir da nicht zusammen. Für mich sind die Wähler schuld. Für dich die Politiker der Mitte. Nicht, dass du den Wählern viel zutrauen würdest. Sie scheinen ja jeder Karotte wie ein Esel hinterher zu trotten. Erst Jahrzehnte eingelullt und jetzt befreit, um endlich selbstbestimmt rechtsextrem wählen zu können, weil diese ein paar tolle Worte von sich geben und das einzige positive Argument auf ihrer Seite haben, es selbst noch nicht verkackt zu haben. Naja... Ich frage mich, was aus dem Prinzip der Volkssouveränität geworden ist. Oder aus dem von dir mit einem Amen abgesegneten "Das Volk bekommt die Regierung, die es verdient hat.". Wer hat den die Wahl?

Das du die ellenlange Diskussion als nicht zielführend bezeichnest, weil sie die Komplexität der Realität gar nicht abdecken kann, nur um dann weiter zu machen, um eine recht einfache und kurze Meinung zu vertreten, warum die AFD heute so stark gewählt wird und wie man "am Ende" Vertrauen und Respekt verdient passt für mich nicht zusammen.
Wenn die Diskussion für dich lässtig ist, dann lasse sie doch bleiben. Du hast immerhin mit steigender Zahl der Protestwählern angefangen und bist dann zu einer Bewertung von Protestwählern hin zu, dass es gar nicht viele Protestwähler gäbe schlussendlich zu keinem anderen Punkt gekommen, außer, dass die ganze Diskussion nicht zielführend sei. Für mich war das alles sehr spannend.


Beim zweiten und dritten Abssatz stimme ich dir zu. Symptome vergangene Ereignisse, klar. Keine Lösungen von den etablierten Parteien. Geht mir ähnlich.

Vierter Absatz... Hm... Ich wiederholde die Aufzählung nochmal: Thema Schießbefehl an Grenzen, Aufrufe zu neuem Holocaust und Gewalt, Releativierungen zur SS und Hitler. Anderen Forenmitglieder haben andere Beispiele genannt. Dazu das Wahlprogramm, dass inhaltlich gar nicht zu dem Hauptwählerstamm passt. Tolle Worte, die Vertrauen und Respekt verdienen. Gute und schmackhafte Worte.  Klar, Wahlprogramm zählt für dich nicht. Den Punkt hast du schon gemacht. Also entweder unsere Meinung über Vertrauen und Respekt sowie tolle, gute und schmackhafte Worte gehen sehr weiter auseinander, oder der Punkt, dass sie noch keine Chance in der Regierung hatten hat ein viel stärkere Gewichtung in deiner Erklärung. (An der Stelle tatsächlich mal die Frage: Ist die AFD für dich rechtsextrem? Wenn du eigentlich ja sagen würdest, aber die Wähler moralisch nicht ins falsche Licht rücken willst aus Angst, dass noch mehr abrutschen könnten, ist es in Ordnung, wenn du lieber nicht antwortest. )
Hätten sie sich nicht die Partei Bibeltreuer Christen, den Südschleswigscher Wählerverband oder die Tierschutzpartei aussuchen können? Die hatten auch noch keine Chance in der Regierung. Vielleicht sind die ja gut? Ne, jetzt sind erstmal die rechtsextremen Populisten an der Reihe und du erklärst, dass das alles seine Ordnung hat, dass man das nicht negativ bewerten darf und es immer noch besser ist als eingelullt zu werden von der politischen Mitte wie vor 20 Jahren.
Ja, egal wie die Erklärung klingt... Vielleicht stimmt sie. Ich kann dir da gar nicht widersprechen. Vielleicht ist das wirklich der Mechanismus. Aber ich darf doch das Resultat trotzdem doof finden, oder? Für mich ist die AFD eine rechtextreme Partei und eine Gefahr für Deutschland (Für alle die, die jetzt DIE LINKEN, DIE ANTIFA, DER TERRORISMUS, DER ISLAMISUMS oder sonst irgendwas schreiben wollen wie die ganzen Male davor. Ja, ihr habt recht. Und ich sagte eine.... Nicht einzige.). Ich weiß, überdramatisch und mit moralischem Zeigefinger kritisiere ich hier 20% der Wähler. Du hast mich über die Gefahr aufgeklärt und warum das nicht gut sei. Ich bleibe dabei und wage es.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Februar 2025, 09:11:10
Wer seit Ewigkeiten1) Politik gegen die eigenen Bürger macht, der darf sich halt nicht über solche Wahlergebnisse wundern, auch die extremen Parteien am linken Rand haben ja einiges an Stimmen eingesammelt.
Merz hat meiner Meinung nach jetzt die letzte Chance, die Demokratie in Deutschland zu retten. Schafft er das nicht, wird es finster.

1) Merkel war eine Katastrophenkanzlerin, aber das durfte man ja schon damals nicht ansprechen, in deren Amtszeit fielen 10 Jahre niedrigster Zinsen und hoher Steuereinnahmen, trotzdem hat sie die Infrastruktur und die Bundeswehr verrotten lassen, woran aber auch ein Schäuble seinen Anteil hatte.

Ehe jemand auf krumme Gedanken kommt: nein, ich habe nicht AfD oder andere Extremisten gewählt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 27.Februar 2025, 10:23:16
Zitat von: DragonFox
Jup, stimmt. Wobei bei Thunberg hinzuzufügen ist, dass sie nicht die Grünen ist. Selbst Fridays for Future Germany sind nicht die Grünen und haben sich wiederum von den Aussagen Thunbergs distanziert. Das sich die Klimabewegung in teilen radikalisiert hat ist nicht von der Hand zu weisen. Roth und Paus zumindest haben Fehler eingeräumt und sich versucht zu entschuldigen. Quelle lieferst du selbst. Das alles stimmt, macht aber die AFD nicht besser. Eine Roth kann man sehr locker mit einem Krah aufwiegen. (https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/afd-fraktion-krah-helferich-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/afd-fraktion-krah-helferich-100.html)). Den Grünen hängt man das Handeln einer zivilen Organisation an, bei der AFD kann man in die eigenen Reihen sehen. (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html)). Würdest du sagen, dass diese Themen die du anbringst gleichzusetzen sind mit offenem Rechtsradikalismus in der Form, wie man ihn beobachten kann? Sieh dir mal die Aussagen von aktiven AFD Funktionären durch (Thema Schießbefehl an Grenzen, Aufrufe zu neuen Holocaust, Releativierungen zur SS und Hitler), die ohne Kritik aus den eigenen Reihen gesagt, sogar verteidigt wurde. Kannst du das gleichsetzen mit der Kritik von dir an Grünen und Linken? Von denen die Hälfte der Kritik sogar nicht mal die Parteien betrifft, sondern sich an NGOs oder sonstige Organisationen wendet?

Krah bezeichnet sich selbst als Rechts und ist selbst in der afD umstritten. Da braucht man keine Diskussion führen, wo der politisch steht, wenn selbst in der afD da manche ihn als problematisch sehen.  Macht die Aussagen welche ich verlinkt habe und die Verhaltensweisen auch nicht besser. Klingt nach Deflection. Nur weil die Rechten zu großen Teilen Antisemitismus betreiben ist das doch kein Grund, dass die Linken sich für sowas keine Kritik annehmen müssen, besonders weil sie selbst sich als moralisch sehen und Menschenrechte angeblich verteidigen. Vor allem weil öffentlich der linker Antisemitismus wesentlich offener und sichtbarer ist, siehe Palästina-Demos (wo auch "Linke" mitlaufen und skandieren). Ich will gar keinen Antisemitismus, weder von Links noch von Rechts. Das heißt, dass ich auch beide kritisieren werde und nicht nur auf die Rechten draufschlage, während von links das öffentlichkeitswirksamer und sichtbarer gelebt wird.


@Addison53 : ChatGPT ist keine solide Basis für solche Aussagen. Ist nicht ernstzunehmen meiner Meinung nach. Beispiel gefällig? Die Steuerpläne der CDU/CSU sollen laut IW Köln 110 Mrd. Euro kosten. Gegenfinanzierung gibt es dazu keine. Wo ist denn das realistisch umsetzbar? Bei aller Kritik sind da zum Beispiel die SPD-Pläne durchdachter gewesen. Die kosten nämlich 11 Mrd. für Entlastungen und würden durch höhere Abgaben/Steuern auf Kapital- und Sparvermögen, sowie eine Erhöhung der Erbschaftssteuer finanziert. Die Entlastungspläne der fdP sind sogar noch teuer als die der afD. Gegenfinanzierung fehlt auch da, wenn man "Wirtschaftswachstum" nicht als Gegenfinanzierung sieht.
Tatsächlich aber kommt bei der unteren Hälfte der Bevölkerung ein Viertel der Entlastungen an (afD) und nur 11% bei cdU und fdP... Die beiden sind also tatsächlich weniger sozial als die afD...
https://www.l-iz.de/politik/kassensturz/2025/02/diw-hat-steuersenkungsplane-der-parteien-gepruft-union-fdp-afd-staatsdefizit-616656 (https://www.l-iz.de/politik/kassensturz/2025/02/diw-hat-steuersenkungsplane-der-parteien-gepruft-union-fdp-afd-staatsdefizit-616656)


Zum Thema Protestwähler :
Ein Protestwähler wird ja gerade dadurch bestärkt, dass die afD die richtige Wahl ist, weil die halt locker die 5%-Marke knackt und vor allem die "Altparteien" sehr stark darauf reagieren. Die Werteunion ist ja krachend gescheitert, BSW nach der Taktiererei im Osten wurde abgestraft. Die Linke sammelt ebenfalls einen (kleinen) Teil der Protestwähler aus dem linken Spektrum ein. Denn eines will der Protestwähler : Den Parteien schaden, die ihn "verraten" haben. Das geht nur, wenn die Protestpartei die 5%-Hürde knackt. Was die Wahlstatistiken zeigen ist, dass die afD ihre größten Zugewinne von Nicht-Wählern bezieht.
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/analyse-wanderung.shtml (https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/analyse-wanderung.shtml)
Ferner sieht man, dass fdP und Union ca. 2 mio. Stimmen an die verloren haben und sogar die spD 720.000, nicht zu vergessen 100.000 Grünenwähler.
Aber ihr seht das leider nicht als Weckruf. Deutschland taumelt Richtung Abgrund. Die Wähler verpassen den "Altparteien" ständig Denkzettel (afD) und diese Beschimpfen die afD aber sie machen in ihrer Politik einfach so weiter gegen die Interessen der kleinen Leute. So fährt man eine Demokratie gegen die Wand. Solange wir aber sagen : Der Wähler soll die afD nicht wählen, während wir ihm das Leben immer schwerer machen, erreicht man genau das Gegenteil. Die afD zu bekämpfen geht nur mit Reformen, eine Verbesserung der Gesellschaft und der Lebensstandard für große Teile der Arbeiter und Mittelschicht. Solange wir das nicht machen, wirst du die afD nicht kleinkriegen. Selbst wenn du sie verbietest, werden sich die Wähler ein anderes Ventil suchen, evtl. BSW oder MLPD. Hauptsache erstmal nicht die "Altparteien".


Ich war übrigens auch wählen, aber meine Stimme ist sozusagen im Mülleimer gelandet, da die Partei die 5%-Hürde nicht geknackt hat.




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Februar 2025, 12:36:49
Zitat von: DragonFox
Jup, stimmt. Wobei bei Thunberg hinzuzufügen ist, dass sie nicht die Grünen ist. Selbst Fridays for Future Germany sind nicht die Grünen und haben sich wiederum von den Aussagen Thunbergs distanziert. Das sich die Klimabewegung in teilen radikalisiert hat ist nicht von der Hand zu weisen. Roth und Paus zumindest haben Fehler eingeräumt und sich versucht zu entschuldigen. Quelle lieferst du selbst. Das alles stimmt, macht aber die AFD nicht besser. Eine Roth kann man sehr locker mit einem Krah aufwiegen. (https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/afd-fraktion-krah-helferich-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/afd-fraktion-krah-helferich-100.html)). Den Grünen hängt man das Handeln einer zivilen Organisation an, bei der AFD kann man in die eigenen Reihen sehen. (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html (https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html)). Würdest du sagen, dass diese Themen die du anbringst gleichzusetzen sind mit offenem Rechtsradikalismus in der Form, wie man ihn beobachten kann? Sieh dir mal die Aussagen von aktiven AFD Funktionären durch (Thema Schießbefehl an Grenzen, Aufrufe zu neuen Holocaust, Releativierungen zur SS und Hitler), die ohne Kritik aus den eigenen Reihen gesagt, sogar verteidigt wurde. Kannst du das gleichsetzen mit der Kritik von dir an Grünen und Linken? Von denen die Hälfte der Kritik sogar nicht mal die Parteien betrifft, sondern sich an NGOs oder sonstige Organisationen wendet?

Krah bezeichnet sich selbst als Rechts und ist selbst in der afD umstritten. Da braucht man keine Diskussion führen, wo der politisch steht, wenn selbst in der afD da manche ihn als problematisch sehen.  Macht die Aussagen welche ich verlinkt habe und die Verhaltensweisen auch nicht besser. Klingt nach Deflection. Nur weil die Rechten zu großen Teilen Antisemitismus betreiben ist das doch kein Grund, dass die Linken sich für sowas keine Kritik annehmen müssen, besonders weil sie selbst sich als moralisch sehen und Menschenrechte angeblich verteidigen. Vor allem weil öffentlich der linker Antisemitismus wesentlich offener und sichtbarer ist, siehe Palästina-Demos (wo auch "Linke" mitlaufen und skandieren). Ich will gar keinen Antisemitismus, weder von Links noch von Rechts. Das heißt, dass ich auch beide kritisieren werde und nicht nur auf die Rechten draufschlage, während von links das öffentlichkeitswirksamer und sichtbarer gelebt wird.


Also jetzt schieben wir uns ja gegenseitig die Deflection zu.  ;) Du darfst kritisieren so wie ich auch. Ich kritisiere die linke Partei ebenfalls. Mir wäre im aktuellen Bundestag die FDP lieber gewesen als die Linke.

Aber es geht nicht um ja oder nein und das man eine Seite nicht kritisieren darf oder nicht. Es geht um einen Vergleich, der für ich immer mitschwingt. Es gibt im linken Spektrum Antisemitsmus der nicht von der Hand zu weißen und scharf zu verurteilen ist. Das gleiche gilt für die Nähe zu Russland, die ich in aktuellen Zeiten ablehne. Die Linken wurden in der Vergangenheit ebenso vom Verfassungsschutz kontrolliert, wie die AFD heute zu teilen gesichert Rechts eingestuft wird. 
Aber heute, aktuell und im Vergleich trägt die AFD ihre extremes Gedankengut in den Bundestag, in die öffentliche Debatte und in ihre Mitgliederreihen. Und dieses Gedankengut verfängt oder wird hingenommen, wie man am Wahlerfolg sehen kann. Bei linken Politikern findet man auch Aussagen und Diskussionen die fragwürdig sind. Bei der AFD gibt es eine Flut solcher Aussagen in einer Extreme, an die meiner Meinung nach die Linke nicht ranreicht. Und ich rede jetzt nicht von irgendwelchen linken oder rechten Organisationen in ihren jeweiligen Spektren, die hier und anderswo oft im Zusammenhang mit Grün oder Links genannt werden. Das ist bei der AFD nicht nötig. Ich rede von demokratisch gewählten Volksvertretern in unseren Parlamenten. 
Wir hatten diese Vergleiche hier schon, als die Linke bei 3% hing und sich intern demontierte und die AFD laut Umfrage bei 16% und auf dem Weg war die stärkste Opposition zu werden. Da konnte man nichts gegen die AFD sagen, ohne das sofort jemand parat stand, um "aber auch links" zu sagen. Ja, auch links. Seit einer Woche mag das "aber auch links" wieder relevanter sein, da sie bei 8% steht und damit einen massiven Wahlerfolg erziehlen konnte.
Trotzdem relativiert sich mit diesen ständig auftauchenden Kommentaren die Gefahr, die im Vergleich von der AFD ausgeht. Entweder, ich überschätze die AFD massiv. Oder, ich unterschätze die Linke massiv. Aber wie man bei Aussagen und Vorhaben der AFD sagen kann, dass die Gretha sich politisch komplett verirrt hat, was man dann auf die Grünen fallen lässt, was dann ja dadurch irgendwie mit der AFD gleichsetzt wird... Das geht mir nicht in den Kopf.

Oder sollen wir einfach standardgemäß unter jede Kritik von einer Einzelpartei eine Standardverfehlung einer anderen Partei schreiben? Bei der CDU Spendenaffäre in den 90er. SPD, Scholz Cum Ex. FDP D-Day. Jetzt haben wir sie alle durch mit einer weiterhin, in meinen Augen, absolut unangemessenen Vergleichziehung der Schwere von Vorkommnissen. Aber hauptsache sie haben alle Dreck am Stecken.



@Addison53 : ChatGPT ist keine solide Basis für solche Aussagen. Ist nicht ernstzunehmen meiner Meinung nach. Beispiel gefällig? Die Steuerpläne der CDU/CSU sollen laut IW Köln 110 Mrd. Euro kosten. Gegenfinanzierung gibt es dazu keine. Wo ist denn das realistisch umsetzbar? Bei aller Kritik sind da zum Beispiel die SPD-Pläne durchdachter gewesen. Die kosten nämlich 11 Mrd. für Entlastungen und würden durch höhere Abgaben/Steuern auf Kapital- und Sparvermögen, sowie eine Erhöhung der Erbschaftssteuer finanziert. Die Entlastungspläne der fdP sind sogar noch teuer als die der afD. Gegenfinanzierung fehlt auch da, wenn man "Wirtschaftswachstum" nicht als Gegenfinanzierung sieht.
Tatsächlich aber kommt bei der unteren Hälfte der Bevölkerung ein Viertel der Entlastungen an (afD) und nur 11% bei cdU und fdP... Die beiden sind also tatsächlich weniger sozial als die afD...
https://www.l-iz.de/politik/kassensturz/2025/02/diw-hat-steuersenkungsplane-der-parteien-gepruft-union-fdp-afd-staatsdefizit-616656 (https://www.l-iz.de/politik/kassensturz/2025/02/diw-hat-steuersenkungsplane-der-parteien-gepruft-union-fdp-afd-staatsdefizit-616656)


100% zustimmung. Das mit ChatGPT ist nicht mehr als eine Fingerübung. Sicher kein Taschenrechner. Aber wenn es so einfach ginge könnten wir uns ja gleich von der KI regieren lassen.

Zum Thema Protestwähler :
Ein Protestwähler wird ja gerade dadurch bestärkt, dass die afD die richtige Wahl ist, weil die halt locker die 5%-Marke knackt und vor allem die "Altparteien" sehr stark darauf reagieren. Die Werteunion ist ja krachend gescheitert, BSW nach der Taktiererei im Osten wurde abgestraft. Die Linke sammelt ebenfalls einen (kleinen) Teil der Protestwähler aus dem linken Spektrum ein. Denn eines will der Protestwähler : Den Parteien schaden, die ihn "verraten" haben. Das geht nur, wenn die Protestpartei die 5%-Hürde knackt. Was die Wahlstatistiken zeigen ist, dass die afD ihre größten Zugewinne von Nicht-Wählern bezieht.
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/analyse-wanderung.shtml (https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/analyse-wanderung.shtml)
Ferner sieht man, dass fdP und Union ca. 2 mio. Stimmen an die verloren haben und sogar die spD 720.000, nicht zu vergessen 100.000 Grünenwähler.
Aber ihr seht das leider nicht als Weckruf. Deutschland taumelt Richtung Abgrund. Die Wähler verpassen den "Altparteien" ständig Denkzettel (afD) und diese Beschimpfen die afD aber sie machen in ihrer Politik einfach so weiter gegen die Interessen der kleinen Leute. So fährt man eine Demokratie gegen die Wand. Solange wir aber sagen : Der Wähler soll die afD nicht wählen, während wir ihm das Leben immer schwerer machen, erreicht man genau das Gegenteil. Die afD zu bekämpfen geht nur mit Reformen, eine Verbesserung der Gesellschaft und der Lebensstandard für große Teile der Arbeiter und Mittelschicht. Solange wir das nicht machen, wirst du die afD nicht kleinkriegen. Selbst wenn du sie verbietest, werden sich die Wähler ein anderes Ventil suchen, evtl. BSW oder MLPD. Hauptsache erstmal nicht die "Altparteien".


Ich war übrigens auch wählen, aber meine Stimme ist sozusagen im Mülleimer gelandet, da die Partei die 5%-Hürde nicht geknackt hat.

Wen meinst du mir ihr?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 27.Februar 2025, 13:22:37
Was bedeutet der Begriff für dich?
Ein erstarken der Linken, vielleicht eine Regierung mit SPD und Grünen, wenn es in Zukunft die zu erwartenden Einschnitte in Förderungen und Sozialprogramme gibt wird es bestimmt Leute geben die auf die Versprechen reinfallen. Meiner Meinung nach haben wir in den letzten Jahren schon Bewegung in die Richtung gesehen, anstoßen von gesteuerten Bürgerräten,"NGOs" die gezielt andersdenkende melden,dass etablieren eines einseitigen Demokratiebegriffes usw. zuletzt das mobilmachen gegen Merz was dann zu "Demos gegen Rechts" geführt hat, wobei ich gegen Demos per se nichts habe, nur den Grund den Leuten vor der Wahl noch mal Angst zu machen finde ich daneben.
Die Reaktionen auf eine Anfrage der Union zu NGOs sprechen auch Bände. 
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/union-anfrage-organisationen-102.html
Neulich gab es auch in der US Sendung 60 Minutes einen Beitrag über den deutschen Kampf gegen "hatespeech". Das wirkt auf mich schon sehr surreal. Ich glaube uns ist gar nicht klar in welche Richtung es da geht oder gehen könnte weil vieles eben auch aus der Mitte der Gesellschaft kommt und es nicht so einfach zu erkennen ist wie im Vergleich Sachen die aus der rechtsextremen Ecke kommen. Die Amis fragen sich in den Kommentaren auch was bei uns los ist. https://www.youtube.com/watch?v=-bMzFDpfDwc

Bei Moral müssen sich aber auch die Grünen und Linken selbst stark hinterfragen. Dort herrscht in großen Teilen ein Antisemitismus der offener und schlimmer als in der afD ist.
https://www.zeit.de/kultur/2024-03/kulturstaatsministerin-claudia-roth-antisemitismus-kulturbetrieb-offener-brief
https://www.welt.de/politik/deutschland/article250283968/Die-antisemitischen-Abgruende-auf-der-Berlinale-und-Claudia-Roth-im-Zentrum-der-Kritik.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kritik-thunberg-102.html
https://www.youtube.com/watch?v=RNN5CkBom4Q
https://taz.de/Linker-Antisemitismus/!5966630/
Ich finde auch krass wie Salonfähig Antisemitismus seit dem 7.Oktober geworden ist,was da alles möglich ist ohne das es große Reaktionen gibt. Da läuft auch allgemein etwas falsch, ob es jetzt die Gesellschaft, Politik oder die Medien sind.
Ich schaue mir z.B regelmäßig die Tagesschau an, wer wissen will was verzerrte Berichterstattung ist muss sich da mal die Berichte zu Gaza oder Israel angucken, im Krieg wurden oft Videos aus Gaza gezeigt die bestimmt nicht ohne Hamas Erlaubnis veröffentlicht wurden, natürlich waren dann in den kaputten Häusern nie irgendwelche Waffen oder sonstiges zu sehen. Als vor kurzem die Leichen der Familie Bibas an Israel zurückgegeben wurden hat die Hamas eine große Party gefeiert, davon wurde dann ganz kurz etwas gezeigt, danach ein anderer Beitrag,dass Israel im Westjordanland auch einen Militäreinsatz gestartet hat. Das die Familie auch die Deutsche Staatsbürgerschaft hatte wird vielleicht mal irgendwo am Rande erwähnt. 
https://youtu.be/9GO0jn99c4g?si=wjj5F16JtECnooYV&t=524

Die Bundesregierung hat dem UNRWA in Gaza in den letzten zwei Jahren  142 Millionen Euro gezahlt.
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/deutschland-gab-palaestinensern-in-zwei-jahren-913-mio-euro/

Baerbock hat kurz vor der Wahl noch eine Rede gehalten in der sie meint das sie eher zurücktreten würde als die Hilfe für Gaza einzustellen.
https://politik.watson.de/politik/deutschland/179015368-aussenministerin-annalena-baerbock-verteidigt-gaza-hilfen

https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/das-erdrueckende-schweigen-der-anstaendigen-beim-thema-antisemitismus/

Eins vorweg:
Ich finde, Antisemitismus darf in einer freien Gesellschaft keine Akzeptanz finden. Punkt.

Gerade die Aussagen im letzten Link sind aber teilweise halt auch echt problematisch bzw derart konstruiert, dass es mich wundert, wieso Du die unkommentiert als Belege für Antisemitismus übernimmst und hier reinstellst.

Prägnantestes Beispiel:

Zitat
Mit Palästina-Flaggen und Kuffiyeh skandierten die Teilnehmer antisemitische Parolen wie »Muslimisch, jüdisch oder christlich - wir sind antizionistisch« oder »Ärzte werden massakriert, warum wird das akzeptiert?«.

Bitte zeige mir bei den beiden Zitaten auf, wo sie antisemitisch sind.

Antizionismus im Wortsinne (also "gegen den inzwischen in der Forschung allgemein als Sonderform des Nationalismus verstandenen Zionismus") kann ich nämlich unterstützen, Antisemitismus dagegen nicht.

Das ist wieder die gleiche Masche, mit der Netanjahu jede Kritik an seiner Politik als antisemitisch abbügelt (und damit vergleichbar dem Totschlagargument "das ist rechts!" in Debatten hierzulande.)

Wieso man keine humanitären Hilfen für den inzwischen weitgehend zerbombten Gazastreifen unterstützen darf, ohne sich des Antisemitismus-Vorwurfs ausgesetzt zu sehen, verstehe ich übrigens auch nicht.
Und wieso von jedem Menschen, der israelische Politik kritisiert, sofort immer gleich angenommen wird, dass er im gleichen Atemzug selbstverständlich pro-Hamas ist, werde ich sowieso nie verstehen.

Provokante Frage:
ist die Haaretz für Dich eigentlich auch antisemitisch bzw verzerrt sie die Berichterstattung mehr, genauso oder weniger als die westlichen Medien wie Tagesschau?
Und wieso ist es für die Berichterstattung wichtig, ob Opfer eines Terrorangriffes einen deutschen Pass haben oder nicht?
Macht die "falsche"/"richtige" Nationalität ein Verbrechen etwa schlimmer/weniger schlimm?
(Oder versteh ich den Halbsatz einfach nur grad falsch?)



Ich für mein Teil kann nur sagen, dass mir die gesamte furchtbare Situation im Nahen Osten drei Dinge überdeutlich zeigt:

1. Religion (egal, welche!) ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Und sie hat mit einer modernen, auf ein friedliches Miteinander ausgerichteten Ethik wenn überhaupt dann höchstens zufällig mal etwas zu tun.

2. Es gibt auf allen Seiten des Konflikts leider zuviele Fraktionen, die sich von weiterem Leiden der betroffenen Zivilbevölkerungen Vorteile versprechen und daher immer wieder aufs Neue einen Konflikt anheizen, der vor genau 30 Jahren (!) schonmal ganz nahe am Beginn einer Lösung war.

Schon damals, Mitte der Neunziger, paßte ein wie auch immer gestaltetes friedliches Zusammenleben mit den Palästinensern der ultrareligiösen israelischen Rechten derart wenig in die eigene Agenda, dass sie einen der Architekten des Osloer Friedensprozesses, Ministerpräsident Jitzchak Rabin, kurzerhand erschossen - nachdem er bereits monatelang für seine Friedensbemühungen öffentlich beschimpft, beleidigt, angefeindet und bespuckt worden war.
Übrigens nicht zuletzt auch vom jetzigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, bei dessen Reden seine Zuhörer nicht selten Bilder von Rabin als angeblichem Nazi (in auf den Bildern entsprechend gefakter Uniform), als "Israelverräter" und als "Ceaucescu Israels" schwenkten.

Netanjahu hielt damals wie heute absolut nichts von irgendwelchen Zugeständnissen an die Palästinenser - er war nie an einem friedlichen Zusammenleben interessiert. Dazu ist das Land zu "heilig". Und zwar im wörtlichen Sinne, denn auch Netanjahu gehört zu denjenigen, die aus einem obskuren, jahrtausendealten "Heiligen Buch" mit ursprünglich lediglich lokaler Verbreitung wie schon die christlichen Kreuzritter vor ihnen einen "legitimen Anspruch" auf eine Gegend erheben.
Hat in gewisser Weise Parallelen zu der Vorstellung, die Italiener würden gesamt West- und Mittel- und Südosteuropa bis zum Rhein und zur Donau von den dort lebenden Völkerschaften "zurück"fordern, auf der Grundlage eines Kaiser Trajan zugeschriebenen Erlasses.
(Der Vergleich hinkt, zugegeben.)

Auf der anderen Seite des Konfliktes sehen sich mindestens genauso fanatische Gruppen ebenfalls in einem religiös begründeten "Heiligen Krieg" gegen wahlweise "Besatzer" oder "Ungläubige" (oder auch "ungläubige Besatzer") und sind genausowenig an Frieden interessiert.
Das kann man an den historischen Ereignissen genauso ableiten - Verhältnis "PLO zu Hamas" wäre ein gutes Stichwort an der Stelle.
Ich bin fest davon überzeugt, dass auch Yassir Arafat aus den eigenen Reihen umgebracht worden wäre, wenn Rabins Ermordung dem ganzen Prozess nicht den Stecker gezogen hätte.

3. Imperialismus und Kolonialismus sind sogar noch schlechtere Ratgeber für ein vernünftiges Miteinander als egal welche Religion.

Ohne "von-oben-herab-Sichtweise" wäre von den Siegermächten nämlich nicht einfach ein Stück Land festgelegt worden, aus dem eine dort lebende Gruppe Menschen zu verschwinden hatte, um einer anderen Gruppe Menschen Platz zu machen, die diese Gegend als ihr von ihrem Gott verliehenes "Heiliges Land" ansahen.
(Ungeacht der Tatsache, dass die so Vertriebenen dasselbe Land als vom gleichen Gott IHNEN zugedachtes "Heiliges Land" ansahen - bis zu Jesus und zur Frage, was genau er war, sind sich die drei abrahamitischen Weltreligionen in der Sache ja abstruserweise einig.
Ich frage mich, ob Historiker in 400 oder 500 Jahren auf den "ewigen" Konflikt zwischen Judentum, Christentum und Islam genauso zurückblicken werden wie die heutigen Geschichtswissenschafter auf die Religionskriege (vom Albigenserkreuzzug über die Hussitenkriege bis zum 30jährigen Krieg und zur Hugenottenverfolgung) in der europäischen Geschichte.
Im Endeffekt streiten sich Inhaber "ewiger Wahrheiten" ja auch in diesem Falle wieder darum, ob im Buch nun ein Punkt steht oder ob sich da einfach eine Fliege taktisch unglücklich erleichtert hat.)

tl;dr:
Es gibt keine "saubere" Seite in diesem fürchterlichen Konflikt - gab es von Beginn an (1948) nicht.
Kritik an Israel pauschal zum "antisemitischen Ausfall" zu erklären, wird daran genausowenig etwas ändern wie der iranische Versuch, den Hamas-Terror zu Notwehr gegen die israelische Aggression" umzudefinieren.




Zur AfD und der angeblich "legitimen Form des Protestes, um Gehör zu finden" kann ich nur eins sagen:

AfD wählen, um dagegen zu protestieren, dass CDUCSUSPDFDPGrüne die eigenen Probleme ignorieren, ist wie Rasierklingen schlucken, weil der Arzt nur unwirksame Tabletten gegen die Halsschmerzen verschreibt.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Februar 2025, 14:17:45
"Antizionistisch" bedeutet nichts anders, als das Existenzrecht Israels abzulehnen und genau DAS ist antisemitisch. Und jetzt komm nicht damit, man würde Nationalismus ablehnen, denn dann dürfte man auch keinen weiteren Staat für Palästinenser fordern.

"Ohne "von-oben-herab-Sichtweise" wäre von den Siegermächten nämlich nicht einfach ein Stück Land festgelegt worden, aus dem eine dort lebende Gruppe Menschen zu verschwinden hatte, um einer anderen Gruppe Menschen Platz zu machen..."

So ähnlich haben die Ostvertriebenen im 20. Jahrhundert auch argumentiert. Wer kein Land verlieren will, sollte keine Angriffskriege verlieren, so wie es die Araber seit 1948 immer und immer wieder tun, ohne daraus zu lernen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 27.Februar 2025, 15:11:52
"Antizionistisch" bedeutet nichts anders, als das Existenzrecht Israels abzulehnen und genau DAS ist antisemitisch. Und jetzt komm nicht damit, man würde Nationalismus ablehnen, denn dann dürfte man auch keinen weiteren Staat für Palästinenser fordern.

Nö:

Zitat
In Westeuropa lehnte ein Großteil der Juden zionistische Ziele und Organisationen bis in die NS-Zeit ab. Vielfach wurde die Befürchtung laut, zionistische Forderungen würden die Lage europäischer Juden nur verschlechtern und ihren Integrationsbemühungen schaden. Das Ziel eines Judenstaats galt als Hindernis zur Anerkennung der jüdischen Minderheiten in den jeweiligen Heimatstaaten Europas. Bereits frühzeitig wurde kritisiert, dass der Zionismus – ebenso wie der Antisemitismus – die Juden als „fremden Körper“ in den europäischen Nationalstaaten betrachte. Diese Kritik wurde in der Gegenwart von einigen israelischen Historikern wie Anita Shapira aufgenommen.
Wiki-Quelle (https://de.wikipedia.org/wiki/Zionismus#:~:text=Das%20Ziel%20eines%20Judenstaats%20galt,in%20den%20europ%C3%A4ischen%20Nationalstaaten%20betrachte.)
Anita Shapira (https://de.wikipedia.org/wiki/Anita_Shapira)

Dann sind also auch israelische Holocaust-Überlebende automatisch Antisemiten, weil sie Kritik am Zionismus als religiös motivierte nationalistische Bewegung äußern?  ::)

Nationalismus und damit auch Zionismus als wertender Abgrenzungsbegriff ist nach meinem Ethikverständnis abzulehnen.
Du darfst das gerne anders sehen, gegen die Verleumdung "Antisemit" verwahre ich mich allerdings entschieden!

Das Existenzrecht Israels ist, nur um das auch nochmal klar zu sagen, nichts, worüber ich diskutieren würde.
Israel existiert, Punkt. Und es gibt keinen einzigen Grund, das Recht dazu infragezustellen.
Es würde auch nicht ein einziges der Probleme in der Region lösen, wenn man es infragestellte.
Was genau sollte besser werden, wenn wir vor den Status Quo von 1948 zurückgehen?
Wir würden einfach nur die gleiche falsche Herangehensweise (über die Köpfe von Menschen hinwegzuentscheiden) ein weiteres Mal anwenden, mit absehbarem neuem Leid für Millionen Menschen.

Das Vorgehen 1948 war auch doppelt falsch.
Der zweite Fehler war, das britische Mandat ersatzlos an dem Tag enden zu lassen, an dem David Ben Gurion den Staat Israel ausrief.
Wenn man schon eine Entscheidung trifft, mit der die meisten Nachbarstaaten ausdrücklich nicht einverstanden sind und die sie zu eindeutigen Drohgebärden veranlaßt, dann muß man seine Kreation auch schützen.
Die Siegermächte haben Israel stattdessen in einem Atemzug zum bestgehaßten Staat der Region gemacht und schutzlos zurückgelassen.


Zitat
"Ohne "von-oben-herab-Sichtweise" wäre von den Siegermächten nämlich nicht einfach ein Stück Land festgelegt worden, aus dem eine dort lebende Gruppe Menschen zu verschwinden hatte, um einer anderen Gruppe Menschen Platz zu machen..."

So ähnlich haben die Ostvertriebenen im 20. Jahrhundert auch argumentiert. Wer kein Land verlieren will, sollte keine Angriffskriege verlieren, so wie es die Araber seit 1948 immer und immer wieder tun, ohne daraus zu lernen.

Nach dem Ausdruck "die Araber" kann man diese Argumentation eigentlich zu den Akten legen - mehr Beweis für mein "von oben herab" konntest Du kaum liefern.
Glaubst Du nicht?
Ersetze in Gedanken mal "die Araber" durch "die Semiten", vielleicht fällt Dir dann auf, was an Deiner Argumentation problematisch sein könnte.  ;)

Wenn der Teilungs- (und Vertreibungs)plan der UN nicht irgendwo weit weg im Nahen Osten, sondern in Europa durchgeführt worden wäre, wüßten vielleicht heutzutage mehr Leute darüber bescheid, dass der Angriff auf den gerade am Tag zuvor erst ausgerufenen Staat Israel zwar selbstverständlich ein nicht entschuldbarer Akt der Aggression war, aber nicht "aus der Luft" heraus passierte, sondern aufgrund der Tatsache, dass der UN-Plan ein Gebiet aufteilte, welches sich die Europäer (konkret: Frankreich und Großbritannien) nach dem ersten Weltkrieg aus strategischen Erwägungen "unter den Nagel gerissen" hatten und in dem 1948 bereits mehrere Millionen Juden mit mehreren Millionen lokaler arabischer Bevölkerung zusammenlebten (nicht sonderlich friedlich, es gab aus beiden Bevölkerungsteilen auch vor dem 2. WK bereits mehrfach gewalttätige Aufstände) - in einem gemeinsamen Staat.
Das reichte den Zionisten Herzl-scher Ausprägung allerdings nicht, sie wollten den neuen Staat (bzw ihren Teil) für sich allein.
Und die lokale Bevölkerung sah es von der anderen Seite aus genauso.

(Genau das meinte ich (unter anderem) mit "beide Seiten haben Schuld auf sich geladen".)

Warum die lokale arabische Bevölkerung "selbst schuld" daran ist, dass die Staaten Ägypten, Transjordanien, Libanon, Irak und Syrien den neuen Staat Israel nicht nur nicht anerkannten, sondern auch sofort angriffen, hätte ich übrigens schon gern erklärt, am besten ohne rassistische Untertöne wie "die Araber sind ja selbst schuld".
.
Nach der Logik ist die Zivilbevölkerung Israels wohl auch schuld am Hamas-Angriff, weil Netanjahus Leute ja irgendwas gemacht haben, was der Hamas nicht gepaßt hat?
Und die Bevölkerung des Gaza-Streifens (die zu großen Teilen keine Freunde der Hamas sind, aber das Gebiet ja dank verschlossener Grenzen auch nicht verlassen können) ist dann auch "selbst schuld" daran, dass ihre Häuser und ihre kärgliche Lebensgrundlage zerbombt werden, weil die Hamas ja eine Terrororganisation ist...?  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 27.Februar 2025, 18:46:53
Das Protestwähler-Argument halte ich immer für bedenklich. Wenn ich den sogenannten etablierten Parteien eins auswischen wollte, dann wähle ich "Die Partei", aber nicht einen rechtsextremen Haufen Geschichtsrelativierer. Soviel Verstand sollte doch wohl angenommen werden zu verstehen, dass es keine besonders gute Idee ist, einer Nazi-Partei die Stimme zu geben, nur weil man angepisst ist.
Es ist ja logisch,dass man aus Protest eher eine Partei wählt die die anderen Parteien auch nerven kann als eine, die dann gar nicht im Bundestag ist. "Die Partei" hat sich in den letzen Jahren auch von einem Spaß Kurs zu einer hart linken Partei gedreht, der einzig positive Punkt ist da noch Martin Sonneborn.

Allgemein bringen einen das AfD bashing und irgendwelche Brandmauern auch nicht weiter, was helfen würde wäre vernünftige Politik, da hat man aber eher den Eindruck, als ob in vielen Parteien einfach Besserwisser sitzen die die Beschwerden und Sorgen der Bürger nicht ernst nehmen und vorne etwas versprechen aber hintenrum etwas anderes machen. Man hatte vor der Wahl mMn eine große Chance gehabt mit der Union für härtere Kontrollen an den Grenzen zu stimmen und so der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat sich aber bewusst dafür entschieden eine Brandmauer Kampagne gegen die Union zu fahren,irgendwann ist da auch mal die Grenze erreicht bei der man sich als Bürger verarscht vorkommt.
Die AfD ist,zumindest im Osten, inzwischen eher eine Volkspartei als die SPD, in den nächsten 10 Jahren kommt man nicht mehr an denen vorbei weil die Mehrheiten holen werden, da kann man Brandmauern aufstellen soviel man will,dass ist die Realität und damit muss man umgehen.
Ich hätte z.B aus den anderen großen Parteien gerne das Angebot die CO2 Steuer und den Klimakurs abzuwählen, die Union geht schon in die Richtung aber ich denke das wird ein großes Thema der  nächsten Jahre werden und wenn man das nicht besetzt gibt es da auch wieder mehr Stimmen.

Bei der SPD nimmt die AfD denen gerade die Stimmen der Arbeiter weg, was wäre so schwer daran das wieder als Kern Thema zu setzen?
Zitat
Der SPD-Politiker und frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat nach der schweren Wahlniederlage seiner Partei Fehler bei der inhaltlichen Ausrichtung beklagt. Die SPD habe zu sehr auf Themen gesetzt, "die nicht in der Mitte der Gesellschaft liegen", sagte Thierse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Als Beispiele nannte er das Selbstbestimmungsgesetz, die Cannabis-Legalisierung und das Heizungsgesetz. Die SPD müsse zurückkehren zu den Fragen von Arbeit, Einkommen, wirtschaftlicher Zukunft und Zukunft des Sozialstaates, sagte Thierse. "Diversität, Identität, Gender et cetera sind Nebenfragen, die nicht dasselbe Gewicht haben dürfen."

Die Niederlage der SPD bei der Wahl sei "bitter". Es sei nun viel Selbstkritik notwendig, sagte Thierse.
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-bundestagswahl-2025-montag-100.html#Thierse

Das da nichts gelernt wurde sieht man jetzt schon, da wird sich vor der Wahl schon gestritten und so getan als würde man gar nicht in Regierungsverantwortung wollen.
Zitat
SPD-Chef Lars Klingbeil hat eine parlamentarische Anfrage der Unionsfraktion zur Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen scharf kritisiert. Der Antrag sei "ein Foulspiel" und stelle Organisationen, die sich für Demokratie einsetzten, "an den Pranger", sagte Klingbeil, der heute auch zum Vorsitzenden der Bundestagsfraktion gewählt wurde. "Die Union sollte noch mal sehr schnell in sich gehen, ob sie daran festhält." Klingbeil warnte dabei auch vor einer Belastung möglicher Koalitionsgespräche von CDU/CSU mit den Sozialdemokraten.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/union-anfrage-organisationen-104.html
Kann mir einer erklären wo das Foulspiel und das Problem bei der Anfrage ist, dass so eine Reaktion rechtfertigen würde? Mich interessiert jetzt wirklich an wen da was für Gelder fließen.




Eins vorweg:
Ich finde, Antisemitismus darf in einer freien Gesellschaft keine Akzeptanz finden. Punkt.

Gerade die Aussagen im letzten Link sind aber teilweise halt auch echt problematisch bzw derart konstruiert, dass es mich wundert, wieso Du die unkommentiert als Belege für Antisemitismus übernimmst und hier reinstellst.

Prägnantestes Beispiel:

Zitat
Mit Palästina-Flaggen und Kuffiyeh skandierten die Teilnehmer antisemitische Parolen wie »Muslimisch, jüdisch oder christlich - wir sind antizionistisch« oder »Ärzte werden massakriert, warum wird das akzeptiert?«.

Bitte zeige mir bei den beiden Zitaten auf, wo sie antisemitisch sind.

Antizionismus im Wortsinne (also "gegen den inzwischen in der Forschung allgemein als Sonderform des Nationalismus verstandenen Zionismus") kann ich nämlich unterstützen, Antisemitismus dagegen nicht.

Das ist wieder die gleiche Masche, mit der Netanjahu jede Kritik an seiner Politik als antisemitisch abbügelt (und damit vergleichbar dem Totschlagargument "das ist rechts!" in Debatten hierzulande.)

Zitat
Dabei musste man gar nicht bis zum Reichstag laufen, um live und in Farbe vorgeführt zu bekommen, wie sogar ein »3 vor Pogromnacht« aussehen kann. Denn schon am Vortag zog unter dem Motto »Hands off Westbank« eine Demonstration mit etwa 280 Teilnehmern in Richtung Potsdamer Platz. Laut Informationen der Tageszeitung »Bild« sollen dabei Parolen wie: »Wer eine Waffe hat, soll damit Juden erschießen oder sie der Hamas übergeben!« gebrüllt worden sein.
Sowas in der Art sieht man wirklich viel auf solchen Demos, eine Distanzierung von der Hamas und dem 7.10 aber sehr selten.In der Szene gibt es recht viel "dogwhistling" z.B der Slogan Free Palestine hat da je nach Auslegung unterschiedliche Bedeutungen und ist ggf schon antisemitisch.

Zum Zitat, da geht es um israelbezogenen Antisemitismus, Zionist steht da in der Bedeutung für einen Staat Israel zu sein und Antizionismus eben für das Gegenteil also Ablehnung bis zu pro Vernichtung Israels. Da geht es direkt gegen den Staat und seine Bewohner in den Grenzen in denen er heute existiert.
Bei"Ärzte werden Massakriert" steht ja der Vorwurf das Israel Menschen,dazu noch Ärzte Massakrieren würde,klassische Täter-Opfer umkehr, muss nicht antisemitisch sein aber da wird wohl Israel gemeint sein.


Wieso man keine humanitären Hilfen für den inzwischen weitgehend zerbombten Gazastreifen unterstützen darf, ohne sich des Antisemitismus-Vorwurfs ausgesetzt zu sehen, verstehe ich übrigens auch nicht.
Und wieso von jedem Menschen, der israelische Politik kritisiert, sofort immer gleich angenommen wird, dass er im gleichen Atemzug selbstverständlich pro-Hamas ist, werde ich sowieso nie verstehen.
Meine Meinung zu Hilfsliefrungen ist das Deutschland an der Seite Israels stehen sollte, die Mehrzahl der Bevölkerung scheint der Hamas gegenüber freundlich eingestellt zu sein, ein Teil der Geiseln wurde ja auch von Zivilisten entführt und gefangen gehalten. Das UNRWA hat anscheinend nach dem Abzug Israels 2006 zugelassen,dass sich der Gazastreifen in ein Trainingscamp für eine Terrororganisation verwandelt hat zusätzlich zu einem Abfluß an Hilfsgeldern in die Richtung,gerade auch mit Blick auf unsere Vergangenheit sollten wir das nicht unterstützen. Ich würde eher sehen das sich die Bundeswehr und das KSK da engagiert und bei der Rettung der Geiseln hilft. Wenn man doch Hilfsgelder bewiligt sollte das an Klare Bedingungen geknüpft sein.


Provokante Frage:
ist die Haaretz für Dich eigentlich auch antisemitisch bzw verzerrt sie die Berichterstattung mehr, genauso oder weniger als die westlichen Medien wie Tagesschau?
Und wieso ist es für die Berichterstattung wichtig, ob Opfer eines Terrorangriffes einen deutschen Pass haben oder nicht?
Macht die "falsche"/"richtige" Nationalität ein Verbrechen etwa schlimmer/weniger schlimm?
(Oder versteh ich den Halbsatz einfach nur grad falsch?)
Ich finde es schon in Ordnung kritisch zu berichten, Netanjahu ist ja in Israel selbst auch nicht unumstritten, seinen Umbau des Justizsystems würde ich auch kritisch sehen und mit jemandem wie Ben Gvir muss man auch nicht immer einer Meinung sein.

Da geht es um Feinheiten im Vergleich zu der Berichterstattung in anderen Fällen, wenn hier jemand ein Verbrechen begeht und eine doppelte Staatsangehörigkeit hat wird der in den Statistiken als Deutscher geführt und auch erstmal so berichtet, sonst wird auch immer die Deutsche Staatsbürgerschaft betont, würde man hier die deutsche Staatsbürgerschaft anführen müsste sich das Auswärtige Amt eher Fragen gefallen lassen warum nicht stärker geholfen wird und das öffentliche Bild das man anscheinend versucht zu halten würde anfangen zu wackeln. Ähnlich mit der Party die die Hamas veranstaltet hat, warum wird da nicht gezeigt was los war? Terrororganisation veranstaltet große Feier und verhöhnt Opfer klingt schon anders als Hamas übergibt Leichen an Israel. Ähnlich auch die Berichterstattung über die Palästinensischen Gefangenen ,würde man sich nur aus der Tagesschau informieren hätte man den Eindruck,dass Israel lauter Unschuldige einsperrt, dabei ist auch ein ziemlicher Teil Terroristen und Mörder.

Ich für mein Teil kann nur sagen, dass mir die gesamte furchtbare Situation im Nahen Osten drei Dinge überdeutlich zeigt:

1. Religion (egal, welche!) ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Und sie hat mit einer modernen, auf ein friedliches Miteinander ausgerichteten Ethik wenn überhaupt dann höchstens zufällig mal etwas zu tun.
Da würde ich zustimmen, wobei man als Kritiker des Christentums wahrscheinlich größere Chancen hat alt zu werden als wenn man Strömungen des Islam kritisiert.

Zum Rest und auch der historischen Einordnung, ich habe mich nach dem 7.10 wirklich viel damit beschäftigt und es ist da einfach ein zu komplexes Thema um das im Detail zu klären und auf einen Nenner zu kommen,man könnte da teilweise über jedes Ereignis und über jeden Friedensprozess debattieren wer jetzt an was Schuld hat und wäre am Ende trotzdem nicht schlauer.
Die Anstalt hat da mal einen passenden Beitrag gebracht. https://www.youtube.com/watch?v=KlDUz6KTA4g

Meine Meinung ist das Israel, unabhängig davon wie es entstanden ist, dass Recht hat zu existieren und die Nachbarn anfangen müssen das anzuerkennen. Man müsste sich im Vergleich mal überlegen wenn wir nach dem verlorenen 2.Weltkrieg immernoch darüber reden würden das wir gerne "unsere" verlorenen Gebiete wieder zurückbekommen wollen, zwischen damals und heute liegen Generationen. Für Deutschland in Bezug auf Israel würde ich mir mir wünschen das sich Israelis und Juden hier genauso sicher fühlen und frei bewegen können wie in Israel selbst ,dass es gerade hier nicht und auch sonst nirgends möglich ist gibt vielleicht einen Denkanstoß warum Israel und die Leute da so handeln und wie sie denken, meiner Meinung nach ist das was Israel macht ein gelebtes "nie wieder".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Februar 2025, 19:22:08
Nö:
Das jüdische Feigenblatt darf bei den "Israelkritikern" nie fehlen. Mit mehr weder ich diesen einseitig geschichtsverzerrenden, antiisraelischem Wust aus Wörtern nicht adeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Februar 2025, 20:17:53
Kann mir einer erklären wo das Foulspiel und das Problem bei der Anfrage ist, dass so eine Reaktion rechtfertigen würde? Mich interessiert jetzt wirklich an wen da was für Gelder fließen.

Ich glaube Klingbeil hält diese Organisationen für einen Schutz der Demokratie und findet, dass die Union sie mit dieser Anfrage unnötigerweiße in Frage und an den Pranger stellt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 27.Februar 2025, 20:59:18
Kann mir einer erklären wo das Foulspiel und das Problem bei der Anfrage ist, dass so eine Reaktion rechtfertigen würde? Mich interessiert jetzt wirklich an wen da was für Gelder fließen.

Ich glaube Klingbeil hält diese Organisationen für einen Schutz der Demokratie und findet, dass die Union sie mit dieser Anfrage unnötigerweiße in Frage und an den Pranger stellt.
Die Sorge nehme ich ihm irgendwie nicht ab,am Ende sind es ja nur Fragen die man einfach beantworten kann, der Pranger entsteht ja gerade nur durch die aufgeregte Reaktion,ich habe langsam auch den Eindruck,dass da wirklich etwas zu finden sein könnte.  :P und wäre da dann im Umkehrschluss besser wenn alles komplett undurchsichtig bleibt? MMn sollte die Finanzierung von Stellen durch en Staat eh transparent sein, auch wenn es in die andere Richtung geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Februar 2025, 21:12:49
Kann mir einer erklären wo das Foulspiel und das Problem bei der Anfrage ist, dass so eine Reaktion rechtfertigen würde? Mich interessiert jetzt wirklich an wen da was für Gelder fließen.

Ich glaube Klingbeil hält diese Organisationen für einen Schutz der Demokratie und findet, dass die Union sie mit dieser Anfrage unnötigerweiße in Frage und an den Pranger stellt.
Die Sorge nehme ich ihm irgendwie nicht ab,am Ende sind es ja nur Fragen die man einfach beantworten kann, der Pranger entsteht ja gerade nur durch die aufgeregte Reaktion,ich habe langsam auch den Eindruck,dass da wirklich etwas zu finden sein könnte.  :P und wäre da dann im Umkehrschluss besser wenn alles komplett undurchsichtig bleibt? MMn sollte die Finanzierung von Stellen durch en Staat eh transparent sein, auch wenn es in die andere Richtung geht.

Naja. Es ist halt so ein bisschen die Situation, oder? Diese Organisationen sind eher Links bis Mitte und nicht Rechts bis Mitte. Also gehören sie eher zur SPD als zur Union, wenn man das so naiv sagen kann. Den Merz (die Union) hat es ziemlich aufgeregt, dass es Demos gegen Rechts im Wahlkampf gab und da auch gegen die CDU gewettert wurde. Der Grund war diese Abstimmung mit der AFD. Die SPD hatte übrigens auch zu Demonstrationen gegen Rechts aufgerufen...
Und es ist ja wie Klingbeil schon sagt: Jetzt sitzen Vormittags die SPD und Union am Tisch und versuchen gegenseitig auf sich zuzugehen und am Nachmittag haut die Union so ein Ding raus und zielt damit eben auf Organisation, die, wie oben, eher Links bis Mitte sind und für die SPD zur demokratischen Grundordnung gehören. Und das in einem Umfeld, in dem es doch wichtigere Dinge gibt. Die Union und die SPD sollten doch mal Kette kriegen und ne Regierung bilden. Die NGOs laufen ja nicht weg und sind in sechs Monaten noch genau so organsiert wie heute.

Ich verstehe auch die Vorwürfe der Union und nichts spricht gegen eine Prüfung. Vor allem die Kommentare von Middelberg. Aber der Zeitpunkt, ich weiß nicht... CDU neigt sich vor ein paar Wochen zur AFD. Merz bezeichnet die Grünen und Linken auf der Welt (die da draußen gegen Rechts demonstrieren) als Spinner. Dann gewinnt er ne Wahl und geht direkt mit ner kleinen Anfrage in die offensive anstatt auf den Koalitionspartner zu.

Ich weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Ja, so ne Anfrage ist berechtigt. Vielleicht hätte man sie machen können, wenn man am Verhandlungstisch etwas gefestigter ist?

Ich bin auf jeden Fall gespannt was raus kommt. Die Anfrage habe ich mal überflogen. Schon lustig, was noch als "kleine Anfrage" durchgeht.  ::) In zwei Wochen haben wir dann ne Antwort.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 27.Februar 2025, 22:11:28
@Viking:
Danke für die ausführliche, fundierte Antwort!
Mir fehlt im Moment leider die Zeit, darauf genauso ausführlich einzugehen, ich hoffe, ich komme da morgen zu. :)


Nö:
Das jüdische Feigenblatt darf bei den "Israelkritikern" nie fehlen. Mit mehr weder ich diesen einseitig geschichtsverzerrenden, antiisraelischem Wust aus Wörtern nicht adeln.

Gibt keine Grundlage für irgendeine weitere Diskussion zwischen Dir und mir, soweit sind wir uns einig.
Du kennst halt "die WahrheitTM" und bist ihrer so sicher, dass Du alles Anderslautende nicht mal lesen mußt, um zu wissen, dass es "antiisraelischer Wust" ist.
Und wenn irgendein Mensch, der im Gegensatz zu Dir und mir seit Jahrzehnten direkt "dran" an den Geschehnissen ist, nicht Deine Sichtweise teilt, ist er (oder Sie, in diesem Falle) natürlich ein "jüdisches Feigenblatt" eines "Israelkritikers".
Was Du da statt "Israelkritiker" eigentlich schreiben wolltest, aber dann doch lieber nur andeutest, wissen wir beide und ich empfinde diese Deine Unterstellung als niederträchtige Unverschämtheit, die durch nichts außer Deinen eigenen Vorurteilen gerechtfertigt wird.

Du könntest beim Lesen zwar genügend Anhaltspunkte dafür finden, dass ich vieles, aber sicher nicht antiisraelisch bin (Anti-Hamas und Anti-Ultraorthodox dagegen sehr wohl), aber hey: wozu lesen, wenn man doch ganz genau weiß?

Egal, wir sind uns wie gesagt einig, dass ein Gespräch zwischen uns ungefähr so sinnvoll ist wie der Versuch, in der Wüste zu tauchen und ich werde mein Möglichstes tun, Dich mit meinem "Israelhaß" nicht mehr zu behelligen.  ::)
Du wirst zum Glück genügend andere finden, denen Du inbrünstig zurufen kannst, was sie für "Idioten" (implizites Zitat von Dir aus diesem Thread) sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Februar 2025, 08:45:22
Tja, tut mir leid, dass dich das so trifft, dieses ewige Gebashe gegen Israel ist halt einfach nur noch zum speien, besonders nach dem, was am 7. Oktober 2023 passiert ist und was du mit keinem Wort erwähnst. Immer nur ist Israel der Böse, du schreibst zwar "beide Seiten", Kritik gibt es aber immer nur an Israel, die Palis haben nix falsch gemacht, schon seit dem "Vertreibungsplan" 🤪 der UN.
Und ja, das ist geschichtsverzerrend und antiisraelisch, ob du das wahrhaben willst oder nicht.

Was das für ein Land war, auf dem Israel gegründet werden sollte, interessiert dich nicht, dass die Araber riesige Länder bekommen haben und auch noch diesen kleinen, unwirtlichen Landstrich - den erst die Juden kultiviert haben - haben wollten interessiert dich auch nicht, dass selbst dieser kleine Landstrich noch einmal geteilt werden sollte und die Araber einen weiteren Staat bekommen sollten, interessiert dich auch nicht.

Macht Israel alles richtig? Selbstverständlich nicht, Juden sind auch nur Menschen, die Fehler machen. Aber das ändert nichts daran, dass solche bestialischen Angriffe auf Israel die entsprechende Antwort bekommen müssen, dazu hat Israel jedes Recht der Welt. Und die Leute in Gaza sind auch nicht nur arme Opfer, wie fanatisiert viele Menschen dort sind, hat man an dem Zirkus der Geiselübergabe gesehen. Widerlich, abartig, menschenverachtend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 28.Februar 2025, 17:40:04

Naja. Es ist halt so ein bisschen die Situation, oder? Diese Organisationen sind eher Links bis Mitte und nicht Rechts bis Mitte. Also gehören sie eher zur SPD als zur Union, wenn man das so naiv sagen kann. Den Merz (die Union) hat es ziemlich aufgeregt, dass es Demos gegen Rechts im Wahlkampf gab und da auch gegen die CDU gewettert wurde. Der Grund war diese Abstimmung mit der AFD. Die SPD hatte übrigens auch zu Demonstrationen gegen Rechts aufgerufen...
Und es ist ja wie Klingbeil schon sagt: Jetzt sitzen Vormittags die SPD und Union am Tisch und versuchen gegenseitig auf sich zuzugehen und am Nachmittag haut die Union so ein Ding raus und zielt damit eben auf Organisation, die, wie oben, eher Links bis Mitte sind und für die SPD zur demokratischen Grundordnung gehören. Und das in einem Umfeld, in dem es doch wichtigere Dinge gibt. Die Union und die SPD sollten doch mal Kette kriegen und ne Regierung bilden. Die NGOs laufen ja nicht weg und sind in sechs Monaten noch genau so organsiert wie heute.

Ich verstehe auch die Vorwürfe der Union und nichts spricht gegen eine Prüfung. Vor allem die Kommentare von Middelberg. Aber der Zeitpunkt, ich weiß nicht... CDU neigt sich vor ein paar Wochen zur AFD. Merz bezeichnet die Grünen und Linken auf der Welt (die da draußen gegen Rechts demonstrieren) als Spinner. Dann gewinnt er ne Wahl und geht direkt mit ner kleinen Anfrage in die offensive anstatt auf den Koalitionspartner zu.

Ich weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Ja, so ne Anfrage ist berechtigt. Vielleicht hätte man sie machen können, wenn man am Verhandlungstisch etwas gefestigter ist?

Ich bin auf jeden Fall gespannt was raus kommt. Die Anfrage habe ich mal überflogen. Schon lustig, was noch als "kleine Anfrage" durchgeht.  ::) In zwei Wochen haben wir dann ne Antwort.
Ja da hast du schon einen Punkt, dass ganze war auch Thema bei Lanz. z.B Minute 19 https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-27-februar-2025-100.html wenn es einzig und allein um die Koalitionsgespräche geht hätte man das auch lassen können.

Dazu aber ein paar Gedanken, ich habe mir schon bei den Demos gedacht,dass es wirklich sehr komisch ist die CDU zusammen mit der AfD in einen Topf zu werfen und quasi Demos gegen rechts auch gegen Merz zu veranstalten und zum Teil CDU Leute zu bedrängen,aus meiner Sicht ist die Union gerade die größte Hürde gegen eine AfD Übernahme und es wundert mich wirklich,dass aus der Ecke der Graben zwischen SPD,Grünen+Linken und dann der Union und der AfD gezogen wird.  Es muss aber jeder selber wissen für oder gegen was er demonstriert, wo es aber für mich ein "Gschmäckle" bekommt ist wenn da Organisationen beteiligt sind die direkt aus Staatsmitteln finanziert werden.
Ich kann schon verstehen,dass die Union da gerne wissen will was Sache ist und da ggf die Finanzierung beenden will. Anscheinend wurde die Anfrage 2 Tage vor der Wahl gestellt, wenn man die stellen will muss es ja passieren bevor die neue Regierung gebildet wird.
Ich könnte mir vorstellen das der Gedanke dabei ist, die Vorgänge jetzt in die Öffentlichkeit zu bringen um sich später wenn man in der Regierung ist keine Fragen gefallen lassen zu müssen warum man NGOs gegen Rechts absägt oder neustrukturiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 28.Februar 2025, 20:30:05
Ich weiß gar nicht, wie man die Energie aufbringen kann, sich darüber noch solche Gedanken zu machen. Gleichzeitig zerstört ein einzelner Mann die älteste Demokratie der Welt und bereitet durch sein infantiles Getrampel wunderbar den Weg für Despoten und Tyrannen, um über uns hinwegzulaufen. Putin wird ja geradezu ermutigt, seine Panzerarmee, Drohnen und Flugzeuge über das Baltikum nach Polen zu schicken und weil "America first" die neue Grundregel lautet, bleibt das dann achselzuckend unbeantwortet. Womöglich wird es zuvor sogar einen Deal geben, keine Rüstungsgüter mehr an Europa zu liefern. Noch nie habe ich der Welt so hoffnungslos gegenüber gestanden wie heute.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 28.Februar 2025, 21:36:13
Ich weiß gar nicht, wie man die Energie aufbringen kann, sich darüber noch solche Gedanken zu machen. Gleichzeitig zerstört ein einzelner Mann die älteste Demokratie der Welt und bereitet durch sein infantiles Getrampel wunderbar den Weg für Despoten und Tyrannen, um über uns hinwegzulaufen. Putin wird ja geradezu ermutigt, seine Panzerarmee, Drohnen und Flugzeuge über das Baltikum nach Polen zu schicken und weil "America first" die neue Grundregel lautet, bleibt das dann achselzuckend unbeantwortet. Womöglich wird es zuvor sogar einen Deal geben, keine Rüstungsgüter mehr an Europa zu liefern. Noch nie habe ich der Welt so hoffnungslos gegenüber gestanden wie heute.
Hatte schon Fremdscham als ich mir das Gespräch angeschaut habe,dass ist wirklich peinlich für die USA, keine Ahnung ob ich vorher schon mal sowas gesehen habe. Als Deutschland und Europa müssen wir uns überlegen wie wir möglichst schnell so unabhängig wie möglich werden, nur noch Rüstungsaufträge innerhalb Europas vergeben und komplett ohne die USA planen, so wie Trump anscheinend drauf ist kann man sich da nicht mehr auf Zusagen verlassen. Und wirklich schade,dass sich Selenskijy mit sowas rumschlagen muss, eigentlich hat er ja keine große Wahl als dem zuzustimmen was ihm vorgesetzt wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Drei Ecken Elfer am 28.Februar 2025, 21:53:53
(https://i.ibb.co/4wBRnxqV/ojkosmyfoxle1.png) (https://ibb.co/5XqhgV0R)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Februar 2025, 22:32:57
Dieses "Gespräch" war absolut furchtbar, der arme Selenskyj, als hätte der nicht schon genug Probleme. Trumps Haltung ist einfach unbegreiflich, einfacher bekommt der Russland nicht mehr abgerüstet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 01.März 2025, 00:36:20
Es war irgendwie absehbar das irgendwann mal jemand den Stuss und das arrogante Verhalten seitens Trump und seinem Vize nicht mehr mitmacht. Es ist ekelhaft wie Trump ein Land nach dem anderen erpresst und so tut als hätte er die Weisheit mit Löffeln gefressen und man zu allem ja und amen sagen soll.
Man kann mit dieser US Regierung keine Geschäfte mehr machen ohne über den Tisch gezogen zu werden. Das bedeutet America First. Putin lacht sich sicherlich gerade kaputt wie Trump es schafft einen Keil zwischen sich und den Rest der Welt treibt. Wir Europäer bekommen diesen Zirkus ja auch schon zu spüren. Verlieren tut bei diesem Penis Vergleich eigentlich nur der normale Verbraucher.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 01.März 2025, 01:47:02

Naja. Es ist halt so ein bisschen die Situation, oder? Diese Organisationen sind eher Links bis Mitte und nicht Rechts bis Mitte. Also gehören sie eher zur SPD als zur Union, wenn man das so naiv sagen kann. Den Merz (die Union) hat es ziemlich aufgeregt, dass es Demos gegen Rechts im Wahlkampf gab und da auch gegen die CDU gewettert wurde. Der Grund war diese Abstimmung mit der AFD. Die SPD hatte übrigens auch zu Demonstrationen gegen Rechts aufgerufen...
Und es ist ja wie Klingbeil schon sagt: Jetzt sitzen Vormittags die SPD und Union am Tisch und versuchen gegenseitig auf sich zuzugehen und am Nachmittag haut die Union so ein Ding raus und zielt damit eben auf Organisation, die, wie oben, eher Links bis Mitte sind und für die SPD zur demokratischen Grundordnung gehören. Und das in einem Umfeld, in dem es doch wichtigere Dinge gibt. Die Union und die SPD sollten doch mal Kette kriegen und ne Regierung bilden. Die NGOs laufen ja nicht weg und sind in sechs Monaten noch genau so organsiert wie heute.

Ich verstehe auch die Vorwürfe der Union und nichts spricht gegen eine Prüfung. Vor allem die Kommentare von Middelberg. Aber der Zeitpunkt, ich weiß nicht... CDU neigt sich vor ein paar Wochen zur AFD. Merz bezeichnet die Grünen und Linken auf der Welt (die da draußen gegen Rechts demonstrieren) als Spinner. Dann gewinnt er ne Wahl und geht direkt mit ner kleinen Anfrage in die offensive anstatt auf den Koalitionspartner zu.

Ich weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Ja, so ne Anfrage ist berechtigt. Vielleicht hätte man sie machen können, wenn man am Verhandlungstisch etwas gefestigter ist?

Ich bin auf jeden Fall gespannt was raus kommt. Die Anfrage habe ich mal überflogen. Schon lustig, was noch als "kleine Anfrage" durchgeht.  ::) In zwei Wochen haben wir dann ne Antwort.
Ja da hast du schon einen Punkt, dass ganze war auch Thema bei Lanz. z.B Minute 19 https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-27-februar-2025-100.html wenn es einzig und allein um die Koalitionsgespräche geht hätte man das auch lassen können.

Dazu aber ein paar Gedanken, ich habe mir schon bei den Demos gedacht,dass es wirklich sehr komisch ist die CDU zusammen mit der AfD in einen Topf zu werfen und quasi Demos gegen rechts auch gegen Merz zu veranstalten und zum Teil CDU Leute zu bedrängen,aus meiner Sicht ist die Union gerade die größte Hürde gegen eine AfD Übernahme und es wundert mich wirklich,dass aus der Ecke der Graben zwischen SPD,Grünen+Linken und dann der Union und der AfD gezogen wird.  Es muss aber jeder selber wissen für oder gegen was er demonstriert, wo es aber für mich ein "Gschmäckle" bekommt ist wenn da Organisationen beteiligt sind die direkt aus Staatsmitteln finanziert werden.
Ich kann schon verstehen,dass die Union da gerne wissen will was Sache ist und da ggf die Finanzierung beenden will. Anscheinend wurde die Anfrage 2 Tage vor der Wahl gestellt, wenn man die stellen will muss es ja passieren bevor die neue Regierung gebildet wird.
Ich könnte mir vorstellen das der Gedanke dabei ist, die Vorgänge jetzt in die Öffentlichkeit zu bringen um sich später wenn man in der Regierung ist keine Fragen gefallen lassen zu müssen warum man NGOs gegen Rechts absägt oder neustrukturiert.

Ich glaube nicht, dass da der Graben gezogen wird. Zumindest nicht flächendeckend.

Aber diese Abstimmung mit der AFD kurz vor der Wahl war eben provokativ. Wozu war die da? Um den Wählern, die zwischen AFD und CDU hängen zu zeigen, dass die CDU es durchaus ernst meint. Genau so wie es diesen Effekt rechts hatte, hat es aber auch einen Effekt in die andere Richtung. Letztendlich wird ja auch innerhalb diskutiert, ob man es mit der AFD nicht doch probieren sollte (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/brandmauer-afd-cdu-zusammenarbeit-100.html). Auch wenn ich glaube, dass das unter Merz im Bundestag nichts wird. Aber wie schnell es kippen kann, hat man ja nunmal bei dieser Abstimmung gesehen. Denn genau so wie die Abstimmung wohl auf die Unionen einen Effekt hatte und auf der linken Seite einen Gegeneffekt zeigte hat natürlich auch die AFD dadurch etwas im Wahlkampf gewonnen: Legitimation.

Zu dem Gschmäckle: Wäre für mich noch ein Unterschied, ob die Organisationen einfach nur grundsätzlich zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus aufrufen, oder ob sie tatsächlich die Demonstrationen vor den Zentralen der CDU selbst organisieren. Das so Organisationen grundsätzlich nicht gegen Extremismus demonstrieren dürfen, wäre für mich eine seltsame Auffassung von zivilen Organisationen. Es muss ja schon geziehlt gegen eine Partei gehen, damit es fragwürdig wird.

Bei dem Wissen wollen bin ich bei dir und ich meinte ja schon, dass ich gespannt die Antwort abwarte. Ein paar Anfragen sind meiner Meinung nach Quatsch. Es ist bekannt, dass Correctiv sich zum Beispiel nicht aus Fördermitteln der Bundesregierung finanziert. Ingesamt finde ich die Wahl einiger Organisationen seltsam. Aber klar ist, die Anfrage ist berechtigt und ich bin gespannt was raus kommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 01.März 2025, 08:41:54
Correctiv wird auch von der öffentlichen Hand und von Stiftungen finanziert. Ein Großteil der Finanzierung kommt aus Spenden. Ist hier auf ihrer eigenen Seite einzusehen:

https://correctiv.org/ueber-uns/finanzen/ (https://correctiv.org/ueber-uns/finanzen/)

Das mit den Demos interessiert mich auch. Es gibt ein Demonstrationsrecht und das ist auch richtig. Wenn ein Großteil der Demos jedoch vom Staat finanziert werden, dann ist es irgendwo auch Meinungsmache. Besonders dann, wenn die Bürger das nicht wissen. Fände ich persönlich nicht gut. Wenn es dann ggf. noch gegen einen politischen Gegner geht (um diesen klein zu halten/zu bekommen), dann hat das mit meiner Auffassung von Demokratie auch wenig zu tun.

Das mit der Abstimmung CDU/AfD finde ich nicht so einfach. Es war doch ein CDU-Antrag. Hätte die CDU, weil die AfD zustimmt, gegen ihren eigenen Antrag stimmen sollen? Dann macht die AfD ja bereits Politik durch die Hintertür. Gerüchteweise habe ich gehört, dass die AfD den gleichen Antrag (der ja von der CDU schon im Herbst 2024 - glaub ich - verfasst wurde) einbringen wollte. Auch in dem Wortlaut. Dann hätte die CDU, um die Brandmauer aufrechtzuerhalten, gegen ihre eigenen Ideen stimmen müssen. Das hätte bestimmt Stimmen gekostet.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.März 2025, 09:19:10
Die Union hat vor der Abstimmung sehr klar gemacht, was sie von der AfD hält, hat sie als zu bekämpfenden politischen Gegner bezeichnet. Daraus eine wie auch immer geartete Kooperation zu machen, ist schon ziemlich dreist. Merz hatte mit diesen Abstimmungen imho im Sinn, dem Volk klipp und klar aufzuzeigen, wer in Sachen Migrationspolitik alles blockiert. Das ist prinzipiell auch gelungen, wurde aber vom linken Getöse über die angebliche Zusammenarbeit deutlich übertönt. Schon praktisch, wenn die meisten Medien auch links besetzt sind.

Zu den NGOs: absolut richtige Anfrage der Union. Diese Finanzierung muss beendet werden, die bezeichnen sich als Nichtregierungsorganisationen, werden sie von der Regierung bezahlt spotten sie ihrem Namen. Und dass dann quasi die Regierung gegen die Opposition demonstriert ist in einer Demokratie schon wirklich extrem übel.

Aber diese NGOs sind super praktisch, mit denen kann man vieles durchsetzen, was die Regierung selber nicht tun darf, zB. mit trusted flaggern social media zensieren oder wie schon geschrieben gegen die Opposition demonstrieren. Sowas ist verdammt gefährlich, undemokratisch und imho auch verfassungsfeindlich, dem MUSS ein Riegel vorgeschoben werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 01.März 2025, 10:43:57


Eins vorweg:
Ich finde, Antisemitismus darf in einer freien Gesellschaft keine Akzeptanz finden. Punkt.

Gerade die Aussagen im letzten Link sind aber teilweise halt auch echt problematisch bzw derart konstruiert, dass es mich wundert, wieso Du die unkommentiert als Belege für Antisemitismus übernimmst und hier reinstellst.

Prägnantestes Beispiel:

Zitat
Mit Palästina-Flaggen und Kuffiyeh skandierten die Teilnehmer antisemitische Parolen wie »Muslimisch, jüdisch oder christlich - wir sind antizionistisch« oder »Ärzte werden massakriert, warum wird das akzeptiert?«.

Bitte zeige mir bei den beiden Zitaten auf, wo sie antisemitisch sind.

Antizionismus im Wortsinne (also "gegen den inzwischen in der Forschung allgemein als Sonderform des Nationalismus verstandenen Zionismus") kann ich nämlich unterstützen, Antisemitismus dagegen nicht.

Das ist wieder die gleiche Masche, mit der Netanjahu jede Kritik an seiner Politik als antisemitisch abbügelt (und damit vergleichbar dem Totschlagargument "das ist rechts!" in Debatten hierzulande.)

Zitat
Dabei musste man gar nicht bis zum Reichstag laufen, um live und in Farbe vorgeführt zu bekommen, wie sogar ein »3 vor Pogromnacht« aussehen kann. Denn schon am Vortag zog unter dem Motto »Hands off Westbank« eine Demonstration mit etwa 280 Teilnehmern in Richtung Potsdamer Platz. Laut Informationen der Tageszeitung »Bild« sollen dabei Parolen wie: »Wer eine Waffe hat, soll damit Juden erschießen oder sie der Hamas übergeben!« gebrüllt worden sein.
Sowas in der Art sieht man wirklich viel auf solchen Demos, eine Distanzierung von der Hamas und dem 7.10 aber sehr selten.In der Szene gibt es recht viel "dogwhistling" z.B der Slogan Free Palestine hat da je nach Auslegung unterschiedliche Bedeutungen und ist ggf schon antisemitisch.

Zum Zitat, da geht es um israelbezogenen Antisemitismus, Zionist steht da in der Bedeutung für einen Staat Israel zu sein und Antizionismus eben für das Gegenteil also Ablehnung bis zu pro Vernichtung Israels. Da geht es direkt gegen den Staat und seine Bewohner in den Grenzen in denen er heute existiert.
Bei"Ärzte werden Massakriert" steht ja der Vorwurf das Israel Menschen,dazu noch Ärzte Massakrieren würde,klassische Täter-Opfer umkehr, muss nicht antisemitisch sein aber da wird wohl Israel gemeint sein.

Wenn die "eindeutigen" Slogans/Plakate so stark in der Überzahl sind, find ich es dann allerdings seltsam, warum die nicht erwähnt werden in dem verlinkten Artikel - und stattdessen welche, bei denen sich der Durchschnittsbürger (also nicht der geifernde Antisemit, sondern zB einfach jemand, der sich mit der Materie zuwenig beschäftigt, um "free Palestine" als antisemitisch zu erkennen) fragt, wo hier der Antisemitismus ist?
Ein solches Vorgehen läuft doch dem eigenen Interesse - den Antisemitismus deutlich zu machen - eher zuwider?

Ich geb Dir nebenbei gesagt recht, dass die Friedensdemos (die ich in ihrem Grundgedanken nicht per se für antisemitisch halte) instrumentalisiert wurden und werden - ähnlich wie mit den Friedensdemos zu Beginn des russischen Überfalls.
Und ja, ich würde mir ebenfalls wünschen, dass man sich da eindeutig von der Hamas und ähnlichen Terrorgruppen abgrenzt. *

Zitat von: Viking
Wieso man keine humanitären Hilfen für den inzwischen weitgehend zerbombten Gazastreifen unterstützen darf, ohne sich des Antisemitismus-Vorwurfs ausgesetzt zu sehen, verstehe ich übrigens auch nicht.
Und wieso von jedem Menschen, der israelische Politik kritisiert, sofort immer gleich angenommen wird, dass er im gleichen Atemzug selbstverständlich pro-Hamas ist, werde ich sowieso nie verstehen.
Meine Meinung zu Hilfsliefrungen ist das Deutschland an der Seite Israels stehen sollte, die Mehrzahl der Bevölkerung scheint der Hamas gegenüber freundlich eingestellt zu sein, ein Teil der Geiseln wurde ja auch von Zivilisten entführt und gefangen gehalten. Das UNRWA hat anscheinend nach dem Abzug Israels 2006 zugelassen,dass sich der Gazastreifen in ein Trainingscamp für eine Terrororganisation verwandelt hat zusätzlich zu einem Abfluß an Hilfsgeldern in die Richtung,gerade auch mit Blick auf unsere Vergangenheit sollten wir das nicht unterstützen. Ich würde eher sehen das sich die Bundeswehr und das KSK da engagiert und bei der Rettung der Geiseln hilft. Wenn man doch Hilfsgelder bewiligt sollte das an Klare Bedingungen geknüpft sein.

Bin ich zum großen Teil bei Dir, gerade die Rolle der UNRWA muß inzwischen wirklich kritisch gesehen werden. Das Versagen hat schon echt groteske Züge teilweise.
Wo ich Dir allerdings wiederspreche: wenn ein Teil der Zivilbevölkerung (entweder freiwillig oder gezwungen - denn wie gesagt: von denen kann keiner raus, die Palästinenser sitzen im Gazastreifen in einem großen Reservat und kennen das Recht auf Freizügigkeit höchstens theoretisch)  an Verbrechen gegen die israelische Zivilbevölkerung beteiligt ist, kann die Lösung dafür nicht sein, dass wir im Gegenzug halt die gesamte Bevölkerung umbringen (indem wir Lebensmittel und Medikamente einfach nicht mehr liefern).

Und das Argument "mit Blick auf unsere Vergangenheit sollten wir das nicht zulassen" find ich ganz ohne Ironie super, bin ich zu 100% Deiner Meinung.
Wäre allerdings schön, wenn uns unsere historische Verantwortung nicht immer nur dann einfallen würde, wenn es nicht um die Profite unserer Rüstungsindustrie geht.
Aber das ist dann gleich das nächste Riesenthema, das möchte ich jetzt eigentlich gar nicht aufmachen.

Zitat von: Viking
Provokante Frage:
ist die Haaretz für Dich eigentlich auch antisemitisch bzw verzerrt sie die Berichterstattung mehr, genauso oder weniger als die westlichen Medien wie Tagesschau?
Und wieso ist es für die Berichterstattung wichtig, ob Opfer eines Terrorangriffes einen deutschen Pass haben oder nicht?
Macht die "falsche"/"richtige" Nationalität ein Verbrechen etwa schlimmer/weniger schlimm?
(Oder versteh ich den Halbsatz einfach nur grad falsch?)
Ich finde es schon in Ordnung kritisch zu berichten, Netanjahu ist ja in Israel selbst auch nicht unumstritten, seinen Umbau des Justizsystems würde ich auch kritisch sehen und mit jemandem wie Ben Gvir muss man auch nicht immer einer Meinung sein.

Da geht es um Feinheiten im Vergleich zu der Berichterstattung in anderen Fällen, wenn hier jemand ein Verbrechen begeht und eine doppelte Staatsangehörigkeit hat wird der in den Statistiken als Deutscher geführt und auch erstmal so berichtet, sonst wird auch immer die Deutsche Staatsbürgerschaft betont, würde man hier die deutsche Staatsbürgerschaft anführen müsste sich das Auswärtige Amt eher Fragen gefallen lassen warum nicht stärker geholfen wird und das öffentliche Bild das man anscheinend versucht zu halten würde anfangen zu wackeln. Ähnlich mit der Party die die Hamas veranstaltet hat, warum wird da nicht gezeigt was los war? Terrororganisation veranstaltet große Feier und verhöhnt Opfer klingt schon anders als Hamas übergibt Leichen an Israel. Ähnlich auch die Berichterstattung über die Palästinensischen Gefangenen ,würde man sich nur aus der Tagesschau informieren hätte man den Eindruck,dass Israel lauter Unschuldige einsperrt, dabei ist auch ein ziemlicher Teil Terroristen und Mörder.

Ich hab Dich bei der Aussage zur Staatsbürgerschaft offensichtlich wirklich mißverstanden.
Nach der Erklärung kann ich Dir wiederum zustimmen.
Was ich mich allerdings in dem Zusammenhang frage - kriege ich durch meine Medien-/Quellenauswahl wirklich ein so stark ausgewogeneres Bild als Leute, die sich nur auf die Tagesschau verlassen?
(click to show/hide)

Die Hamas-Feier war mir zB bekannt.
Auch Netanjahus Behauptung, lediglich Kriminelle einzusperren, ist mir nicht neu.
Die (auch in Israel!) an dieser Behauptung lautgewordene Kritik allerdings ebenso.

Ich denke aber, wir sind uns einig, dass eine ausführlichere und neutralere Berichterstattung ganz grundsätzlich sehr wünschenswert ist.
(Immer schwieriger zu managen, weil die Menge an Medien/Informationen/Sinnesreizen mit jedem Jahr exponentiell zunimmt.)

Zitat von: Viking
Ich für mein Teil kann nur sagen, dass mir die gesamte furchtbare Situation im Nahen Osten drei Dinge überdeutlich zeigt:

1. Religion (egal, welche!) ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Und sie hat mit einer modernen, auf ein friedliches Miteinander ausgerichteten Ethik wenn überhaupt dann höchstens zufällig mal etwas zu tun.
Da würde ich zustimmen, wobei man als Kritiker des Christentums wahrscheinlich größere Chancen hat alt zu werden als wenn man Strömungen des Islam kritisiert.

Absolut korrekt.
Der "Mainstream"-Islam heute zeigt aus meiner Sicht deutliche Parallelen zum Christentum vor 500 Jahren (hab ich ja schonmal erwähnt) - man KÖNNTE also sagen:
"Der Islam heute ist die direkte Folge von 500 Jahren Kolonialismus und Imperialismus der europäischen Staaten seit dem Ede der Reconquista. Wir haben den Muslimen 500 Jahre Entwicklung 'gestohlen' und beschweren uns jetzt, dass ihnen diese 500 Jahre auch auf religiösem Gebiet fehlen."

Das wäre natürlich eine reichlich zynische Entschuldigung für die Verbrechen, die im Namen dieser Rreligion verübt wurden, aber es ist dennoch nicht von der Hand zu weisen, dass  es - um mal beim Beispiel der jüdischen Minderheit zu bleiben - im arabisch kontrollierten Teil des mittelalterlichen Spaniens für einen Juden deutlich angenehmer war als in christlichen Ländern. Die Religionsfreieheit und generelle Toleranz war sprichwörtlich.
Das hat sich nach 1492 - aus meiner Sicht auch als Folge der politischen Entwicklungen - leider stark geändert und heute ist der Islam in einer Situation, in der die notwendige Aufklärung/Säkularisierung überfällig, aber noch nicht geschehen ist.

(Im Iran und auch anderswo kann man die allerersten Anzeichen dafür erkennen, dass die Bevölkerung zumindest fühlt, dass sich da etwas ändern muß - und in der Reaktion der herrschenden theokratischen Elite kann man die vollständige Unwilligkeit zu Veränderung erkennen. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir schon in 10 Jahren in der Vergangenheitsform vom "Mullahregime" sprechen, weil die Bevölkerung inzwischen echt die Faxen dicke hat, sich im Namen einer bronzezeitlich-patriarchischen Religion so komplett kleinhalten zu lassen.)

Und genau deswegen, weil wir diesen von etlichen SEHR gewalttätigen Auseinandersetzungen begleiteten Reformationsprozess bereits hinter uns haben (der in einem deutlich zurückgegangenen Einfluß der (christlichen) Religion auf das Alltagsleben resultierte) ... nur deshalb wird man als Atheist oder Religionskritiker im Zweifelsfalle nicht mehr gelyncht.


Zitat von: Viking
Zum Rest und auch der historischen Einordnung, ich habe mich nach dem 7.10 wirklich viel damit beschäftigt und es ist da einfach ein zu komplexes Thema um das im Detail zu klären und auf einen Nenner zu kommen,man könnte da teilweise über jedes Ereignis und über jeden Friedensprozess debattieren wer jetzt an was Schuld hat und wäre am Ende trotzdem nicht schlauer.
Die Anstalt hat da mal einen passenden Beitrag gebracht. https://www.youtube.com/watch?v=KlDUz6KTA4g

Bin ich auch wieder bei Dir - sowohl bei der Einschätzung, dass es ein Thema ist, das jeden Forenrahmen sprengt als auch bei der Empfehlung dieses Videos.
Ich kann die Anzahl an Sendungen dieses Satire-(!)-Formats gar nicht mehr zählen, die man problemlos als Lehr-und-Lern-Videos in Schulen einsetzen könnte und sollte.

Zitat von: Viking
Meine Meinung ist das Israel, unabhängig davon wie es entstanden ist, dass Recht hat zu existieren und die Nachbarn anfangen müssen das anzuerkennen. Man müsste sich im Vergleich mal überlegen wenn wir nach dem verlorenen 2.Weltkrieg immernoch darüber reden würden das wir gerne "unsere" verlorenen Gebiete wieder zurückbekommen wollen, zwischen damals und heute liegen Generationen. Für Deutschland in Bezug auf Israel würde ich mir mir wünschen das sich Israelis und Juden hier genauso sicher fühlen und frei bewegen können wie in Israel selbst ,dass es gerade hier nicht und auch sonst nirgends möglich ist gibt vielleicht einen Denkanstoß warum Israel und die Leute da so handeln und wie sie denken, meiner Meinung nach ist das was Israel macht ein gelebtes "nie wieder".

Ich wiederhole mich: das Existenzrecht Isreals ist nicht infragezustellen. Ende der Diskussion.
Und zwar unabhängig von irgendwelchen moralischen oder rechtlichen Erwägungen schon ganz pragmatisch aus dem einfachen Grund, dass das kein problem lösen und nur unzählige neue schaffen würde.

Dass wir einer Vertreibung eines Volkes grundsätzlich niemals zustimmen dürfen, ist dann die ethische Grundsatzeinstellung, die ich anfügen möchte. Wie das Volk heißt, ist mir dabei völlig egal.

Über das "gelebte 'nie wieder' " kann man geteilter Meinung sein.
Ich bin der Meinung, dass es Israel trotz allem nicht zusteht, Millionen Palästinener als Reaktion auf 1500 (?) tote Israelis in den Tod zu schicken und das als "angemessen" zu verkaufen, aber ich lebe nicht dort.
Und ich lebe schon gar nicht seit Jahrzehnten mit der täglichen Sorge, wo wohl die nächste Rakete einschlägt.  :-\


~~~~~~~~~~


* An der Stelle bin ich dann übrigens auch dafür, Abschiebungen deutlich zu vereinfachen. Wer unsere Gastfreundschaft im Rahmen des Asylrecht dazu nutzt, um gegen andere Menschen zu hetzen und deren Tod zu fordern, darf gern wieder zurück in die gewalttätigen Situationen, vor denen er angeblich geflohen ist, denn er scheint Gewalt ja gut zu finden. Gleiches gilt für die Typen, die die Errichtung eines Kalifats fordern. Ist für mich im Gefahrenpotential für unsere Demokratie gleichzusetzen mit den "Eliten" der Reichsbürgerbewegung.
Aber Abschiebungen sind das nächste Riesenthema, wo eine klare, sinnvolle und ethisch vertretbare Regelung kaum möglich scheint.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 01.März 2025, 10:51:22
@Signor Rossi:


Du meinst die Union, bzw. deren Kanzlerkandidaten, der im November noch im Bundestag gesagt hat dass man nur noch Anträge zur Abstimmung bringen sollte die eine Mehrheit ohne die AfD zu Stande kommen?

Zu den NGOs: Das könnte man auch als Einschüchterungsversuch werten. Ich verstehe, dass man alles überprüfen darf und möchte. Aber der Zeitpunkt und die Umstände sind - gelinde gesagt - unglücklich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 01.März 2025, 12:45:45
Man könnte sich auch mal selbstkritisch mit der Frage auseinandersetzen, ob ein klarer Wortbruch, der binnen Tagen Hunderttausende auf die Straße treibt, so eine brillante Idee war. Tut man aber nicht, denn Selbstkritik ist Friedrich Merz und der Union fremd. Stattdessen beschimpft er friedliche Demonstranten als Spinner und vergiftet das politische Klima aus persönlichem und parteipolitischem Kalkül weiter.

Mal sehen, wie das ausgeht. Es würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn diese Koalition am Ende am Veto der SPD-Mitglieder scheitert...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 01.März 2025, 15:55:02
Zu den NGOs: Das könnte man auch als Einschüchterungsversuch werten. Ich verstehe, dass man alles überprüfen darf und möchte. Aber der Zeitpunkt und die Umstände sind - gelinde gesagt - unglücklich.

Zumal er einseitig ist. Was ist den mit all den wirtschaftsnahen Lobbyverbänden? Oder einfach mal auch zum Bauenverband anfragen. Der wird auch vom Staat gefördert. Bauerverbandsvorstand in Bayern steht auf der CSU Liste und soll neuer Landwirtschaftsminister werden. Da ist ja mal gar keine Parteinähe zu vermuten.  ::)

Zumal die Frage, inwiefern so Verbände politisch sein dürfen gar nicht eindeutig geklärt ist. Was bringt die Prüfung, wenn man danach keinen Konsens hat, was man mit dem Ergebnis anfängt? Klar ist, dass der Staat und seine Organe zur Neutralität verpflichtet sind. Ein bekannter Fall, der das belegt war Merkel, die bei einem Auftritt in ihrer Funktion als Bundeskanzlerin ein Kommentar zur Wahl von Kämmerich abgab und sich dabei in diesem Moment nicht genug von ihrer Rolle als Kanzlerin distanzieren konnte. Das wurde von einem Gericht bestätigt, dass sie das nicht hätte tun dürfen. Aber inwiefern diese Neutralitätspflicht durch die Finanzierung einer zivielen Organisation auf die Organisation übergeht ist nicht geklärt. Hier gibt es ein Spannungsverhältniss zwischen Neutralität und den Grundrechten auf freie Meinungsäußer und Co, die für die Zivilgesellschaften gelten müssen. Gemeinnützigkeit verpflichtet etwas mehr und der Spielraum ist enger. Hier gibt es das Urteil zu Attac von 2019. Wie eng dieser Spielrraum allerding ist, ist nicht geklärt. Das wollte die Ampel festlegen, ist aber nicht zustande gekommen.
Vielleicht hat das die CDU auch vor. Aber dann hätten sie es der SPD ja mal stecken können. Sind ja gerade eh in Koalitionsverhandlungen...

Wenn man einfach nur prüfen will, ob es ein Problem mit Verbänden und NGOs gibt die parteinah sind (und zwar in allen politischen Spektren), hätte man das allgemein fragen können und nicht eindeutig politisch geprägt und nur in eine Richtung zeigend. Das ist aktuell einfach nur Gift für eine Regierung in der aktuellen Situation von einer Union, die in erster Linie mit der SPD zusammen arbeiten muss, aber auch für größere Lösungen die Grünen und Linken braucht.


Das in der Anfrange dann auch noch die Wortwahl nach Begriffe aus der Verschwörungstheorie rangezogen werden, die man eher aus dem Mund der AFD oder Trump erwarten würde, macht das Ganze auch nicht besser.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.März 2025, 16:07:17
Du meinst...
... das hier:

Wer die illegale Migration bekämpft, entzieht auch Populisten ihre politische Arbeits-
grundlage. Die AfD nutzt Probleme, Sorgen und Ängste, die durch die massenhafte
illegale Migration entstanden sind, um Fremdenfeindlichkeit zu schüren und Ver-
schwörungstheorien in Umlauf zu bringen. Sie will, dass Deutschland aus EU und
Euro austritt und sich stattdessen Putins Eurasischer Wirtschaftsunion zuwendet. All
das gefährdet Deutschlands Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Deshalb ist diese
Partei kein Partner, sondern unser politischer Gegner.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 01.März 2025, 16:49:17
Du meinst...
... das hier:

Wer die illegale Migration bekämpft, entzieht auch Populisten ihre politische Arbeits-
grundlage. Die AfD nutzt Probleme, Sorgen und Ängste, die durch die massenhafte
illegale Migration entstanden sind, um Fremdenfeindlichkeit zu schüren und Ver-
schwörungstheorien in Umlauf zu bringen. Sie will, dass Deutschland aus EU und
Euro austritt und sich stattdessen Putins Eurasischer Wirtschaftsunion zuwendet. All
das gefährdet Deutschlands Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Deshalb ist diese
Partei kein Partner, sondern unser politischer Gegner.

Man hat aber den Gegner genau dazu "eingeladen", was man kurz davor absolut verneint hat. Es geht auch um das Wie, nicht nur das Was.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.März 2025, 18:01:04
Meinst du Merz Rede vom 13.11.?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 01.März 2025, 19:04:03
Ich glaube nicht, dass da der Graben gezogen wird. Zumindest nicht flächendeckend.

Aber diese Abstimmung mit der AFD kurz vor der Wahl war eben provokativ. Wozu war die da? Um den Wählern, die zwischen AFD und CDU hängen zu zeigen, dass die CDU es durchaus ernst meint. Genau so wie es diesen Effekt rechts hatte, hat es aber auch einen Effekt in die andere Richtung. Letztendlich wird ja auch innerhalb diskutiert, ob man es mit der AFD nicht doch probieren sollte (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/brandmauer-afd-cdu-zusammenarbeit-100.html). Auch wenn ich glaube, dass das unter Merz im Bundestag nichts wird. Aber wie schnell es kippen kann, hat man ja nunmal bei dieser Abstimmung gesehen. Denn genau so wie die Abstimmung wohl auf die Unionen einen Effekt hatte und auf der linken Seite einen Gegeneffekt zeigte hat natürlich auch die AFD dadurch etwas im Wahlkampf gewonnen: Legitimation.

Zu dem Gschmäckle: Wäre für mich noch ein Unterschied, ob die Organisationen einfach nur grundsätzlich zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus aufrufen, oder ob sie tatsächlich die Demonstrationen vor den Zentralen der CDU selbst organisieren. Das so Organisationen grundsätzlich nicht gegen Extremismus demonstrieren dürfen, wäre für mich eine seltsame Auffassung von zivilen Organisationen. Es muss ja schon geziehlt gegen eine Partei gehen, damit es fragwürdig wird.

Bei dem Wissen wollen bin ich bei dir und ich meinte ja schon, dass ich gespannt die Antwort abwarte. Ein paar Anfragen sind meiner Meinung nach Quatsch. Es ist bekannt, dass Correctiv sich zum Beispiel nicht aus Fördermitteln der Bundesregierung finanziert. Ingesamt finde ich die Wahl einiger Organisationen seltsam. Aber klar ist, die Anfrage ist berechtigt und ich bin gespannt was raus kommt.
Bei der Abstimmung darf man nicht vergessen,dass vorher Zwei Menschen ermordet wurden, dass war der Auslöser warum Bewegung in die Sache gekommen ist, zusammen mit den anderen Vorfällen die auch kurz vorher stattgefunden haben.
Und ja, es war dazu da um zu zeigen,dass Merz es ernst meint, nur hätten da SPD und Grüne locker mitziehen und mitabstimmen können, stattdessen hat man daraus und aus den Demos dann eine Wahlkampfveranstaltung gegen die Union gemacht und auf Emotionen gesetzt weil man inhaltlich nichts dagegen halten konnte.
Ich gehe da schon davon aus, dass ein Teil der Empörung die es da zu sehen gab gespielt war, wenn man sich den Plan von Merz anschaut steht darin nichts drin das die Aufregung rechtfertigt, eher im Grgenteil, aus der Ampel wurde ähnliches versprochen. Das Grüne und SPD dem nicht zugestimmt haben wird in Zukunft jedes Versprechen,dass sie in Bezug auf Begrenzung der Migration abgeben unglaubwürdig machen und das hilft dann am Ende der AfD.

Ich finde ich es auch schon fast etwas pervers,dass man inzwischen nach jedem Anschlag die Uhr danach stellen kann,dass eine Demo gegen Rechts organisiert wird, von der Demo ging dann ja auch ein fröhliches Selfie der Grünen Polit Prominenz rum,das wirkt auf mich einfach extrem kalt.

Zur Abstimmung mit der AfD und damit vielleicht auch zur Politik allgemein als Antwort zu dem Post von vor ein paar Monaten. Mein Vorschlag wäre die Politik wieder sachlicher zu machen und weniger auf Parteien und Richtungen sondern mehr auf Abgeordnete zu schauen, z.B den Fraktionszwang aufheben, die Menschen könnten dann regional jemanden in den Bundestag schicken der ihre Interessen bestmöglich vertritt, wenn ein Antrag eingebracht wird sollte es nicht darum gehen wer den eingebracht hat, also egal ob Grüne oder AfD, sondern darum wie sinnvoll der für die einzelnen Abgeordneten ist und ob der das Land weiterbringt. Diese Macht und Parteispiele blockieren einfach viel und kosten Zeit, das hätte man nicht wenn die Politiker zuerst dem Wähler verpflichtet wären und dann der Partei.
Konkret heißt das in diesem Fall, dass es keine Rolle spielen sollte wer da mit wem abstimmt und es stört mich auch 0 das es die AfD ist.Eher im Gegenteil ich hätte Merz zu genau dem Schritt geraten. Wir bezahlen den Leuten die da sitzen einen Haufen Geld und ich erwarte kein Theater oder Kindergarten sondern Lösungsorientiertes Verhalten.

Ja ich würde auch zwischen den Aktionen und den Organisationen unterscheiden, meine Tante ist z.B auch bei den Omas gegen Rechts, die sind im Vergleich zu anderen wahrscheinlich eher harmlos.  :P Gestern gesehen, dass Paus vor den Demos nochmal darauf hingewiesen hat hat so neutral wie möglich zu bleiben,spricht ja schon für eine Verbindung zwischen den Parteien und den Organisationen. https://www.welt.de/vermischtes/article255563794/Ministerium-liess-Mahnung-zur-politischen-Neutralitaet-an-NGOs-schicken.html
Ich halte aber generell nichts davon NGOs zu stark aus Steuermitteln zu fördern, besonders wenn die ein so einseitiges Demokratieverständnis haben.


Wenn die "eindeutigen" Slogans/Plakate so stark in der Überzahl sind, find ich es dann allerdings seltsam, warum die nicht erwähnt werden in dem verlinkten Artikel - und stattdessen welche, bei denen sich der Durchschnittsbürger (also nicht der geifernde Antisemit, sondern zB einfach jemand, der sich mit der Materie zuwenig beschäftigt, um "free Palestine" als antisemitisch zu erkennen) fragt, wo hier der Antisemitismus ist?
Ein solches Vorgehen läuft doch dem eigenen Interesse - den Antisemitismus deutlich zu machen - eher zuwider?

Ich geb Dir nebenbei gesagt recht, dass die Friedensdemos (die ich in ihrem Grundgedanken nicht per se für antisemitisch halte) instrumentalisiert wurden und werden - ähnlich wie mit den Friedensdemos zu Beginn des russischen Überfalls.
Und ja, ich würde mir ebenfalls wünschen, dass man sich da eindeutig von der Hamas und ähnlichen Terrorgruppen abgrenzt. *
Wie gesagt wird da auch viel mit dogwhistling gearbeitet, Demos auf denen es in der Mehrzahl radikale Sprüche und Transparente gibt laufen Gafahr beobachtet und verboten zu werden, dass heißt aber nicht, dass auf gemäßigter scheinenden Demos nicht auch solche Sprüche und Ansichten gibt wenn man einzelne Teilnehmer rausgreift. Die Szene hat allgemein das "Problem" dass die etablierten Slogans und Vergleiche aus dem Ausland in Deutschland ggf unter Volksverhetzung fallen, inzwischen hat man sich da entsprechend angepasst.
Da der erwähnte Artikel der Bild.
https://www.bild.de/regional/berlin/nach-aufruf-zu-judenmord-berlin-prueft-demonstrations-verbote-679f8f4ad72ca12c3499cdff
Hier noch ein zufälliger Tweet den ich vorhin beim scrollen gesehen habe. https://x.com/JFDA_eV/status/1894336011041112158 wenn man sich Berichte über Demos anschaut ist sowas normal,dass da nicht aufgestanden wird und die Leute nicht aus der Demo entfernt werden ist ein Problem.

Bin ich zum großen Teil bei Dir, gerade die Rolle der UNRWA muß inzwischen wirklich kritisch gesehen werden. Das Versagen hat schon echt groteske Züge teilweise.
Wo ich Dir allerdings wiederspreche: wenn ein Teil der Zivilbevölkerung (entweder freiwillig oder gezwungen - denn wie gesagt: von denen kann keiner raus, die Palästinenser sitzen im Gazastreifen in einem großen Reservat und kennen das Recht auf Freizügigkeit höchstens theoretisch)  an Verbrechen gegen die israelische Zivilbevölkerung beteiligt ist, kann die Lösung dafür nicht sein, dass wir im Gegenzug halt die gesamte Bevölkerung umbringen (indem wir Lebensmittel und Medikamente einfach nicht mehr liefern).

Und das Argument "mit Blick auf unsere Vergangenheit sollten wir das nicht zulassen" find ich ganz ohne Ironie super, bin ich zu 100% Deiner Meinung.
Wäre allerdings schön, wenn uns unsere historische Verantwortung nicht immer nur dann einfallen würde, wenn es nicht um die Profite unserer Rüstungsindustrie geht.
Aber das ist dann gleich das nächste Riesenthema, das möchte ich jetzt eigentlich gar nicht aufmachen.
Ja da müsste es eigentlich eine große Reform geben, wahrscheinlich ist es einfach ein Korruptionssumpf der selbst gar kein interesse daran hat die Situation zu verbessern und die anderen Ländern zahlen ein damit sie ihre Ruhe haben.
Ich glaube da wird oft die Radikalisierung unterschätzt die die Bevölkerung durchläuft, wenn dir jeden Tag vorgesetzt wird das Israel der Feind ist und Juden der Teufel macht das auch was mit den Menschen, wieviele es am Ende sind die die Hamas unterstützen finde ich auch schwer zu sagen, ich gehe aber davon aus,dass es die Mehrzahl ist weil die Hamas ja auch gewählt wurde und seitdem  ununterbrochen und ungestört ihre Propaganda verbreiten konnte.  Allgemein gibt es aber nicht nur in Gaza sonderm im Umkreis und auch in der Muslimischen Welt eine eher ablehnende Haltung gegenüber Israel.
Zum "Reservat" da würde ich erstmal zwischen der Situation vor und nach dem 7.10 unterscheiden. Es wird auch oft ignoriert, dass es ja auch eine Grenze zu Ägypten gibt/gab und die Menschen da auch nicht frei durchkonnten, aus der Sicht von Israel ergibt es mMn schon Sinn so streng zu kontrollieren und Niemanden mit Verbindung zur Hamas ins Land zu lassen wenn es eine reale Gefahr gibt,dass es Terroristen sein könnten. Vor dem 7.10 gab es aber auch eine Anzahl Palästinenser die in Israel gearbeitet haben und man hat sich Saudi Arabien angenähert, man kann davon ausgehen,dass sich die Situation der Menschen dadurch stetig weiter verbessert hätte. Ich denke es hing da sehr viel an den Palästinensern selbst, sie hätten aus Gaza auch einen Touristenort machen und so eine Öffnung erwzingen können, dass liegt aber weder im Interesse der Hamas noch in dem der politischen Aufwiegler aus dem Ausland.

Ich denke nicht das es durch den Wegfall unserer Unterstützung eine Lebensmittel oder Medikamentenknappheit geben würde, man könnte ja Gelder aus dem Iran oder Katar dafür nehmen.

Ich hab Dich bei der Aussage zur Staatsbürgerschaft offensichtlich wirklich mißverstanden.
Nach der Erklärung kann ich Dir wiederum zustimmen.
Was ich mich allerdings in dem Zusammenhang frage - kriege ich durch meine Medien-/Quellenauswahl wirklich ein so stark ausgewogeneres Bild als Leute, die sich nur auf die Tagesschau verlassen?
(click to show/hide)

Die Hamas-Feier war mir zB bekannt.
Auch Netanjahus Behauptung, lediglich Kriminelle einzusperren, ist mir nicht neu.
Die (auch in Israel!) an dieser Behauptung lautgewordene Kritik allerdings ebenso.

Ich denke aber, wir sind uns einig, dass eine ausführlichere und neutralere Berichterstattung ganz grundsätzlich sehr wünschenswert ist.
(Immer schwieriger zu managen, weil die Menge an Medien/Informationen/Sinnesreizen mit jedem Jahr exponentiell zunimmt.)
Allgemein finde ich es immer sinnvoll sich aus verschiedenen Quellen zu informieren, gerade wenn es um so etwas wie Kriege geht kann man schon davon ausgehen,dass es oft Propaganda und/oder einseitig geschnitten ist wenn man Berichte von einer Seite bekommt, Israel würde ich da auch nicht unbedingt ausnehmen,da hat man aber Gleichzeitig noch kritische Berichterstattung im Land selbst. Gerade bei dem Thema ist es schwer Quellen zu finden die neutral berichten,von der Tagesschau und den öffentlich rechtlichen Medien erwarte ich aber einfach mehr. Bei mir ist es einfach Tradition Tagesschau zu gucken  :P selbst wann man die Themen schon vorher auf dem Schirm hat. Die Qualität nimmt leider stetig ab und es wird zunehmend tendenziös. Also ja, wenn man sich nur 15 Minuten Zeit nimmt und alles glaubt was gesagt wird entsteht schon ein anderes Bild, kenne ich auch durch Gespräche mit Menschen aus meinem Umfeld.

Was ich auch interessant fand, Israel hat ja Al Jazeera verboten weil die sehr einseitig und Pro Hamas berichtet haben,da gab es recht viel Kritik, später hat die palästinensischa Autonomiebehörde das gleiche gemacht.

Israel ist ein Rechtstaat, es gibt aber eine Untersuchungshaft, wie in anderen Ländern auch.Das es nach dem 7.10 eine härtere Gangart gibt und auch erstmal Leute auf Verdacht eingesperrt werden is dem Ausnahmezustand geschuldet, wie es weitergeht wenn/falls der Konflikt mal beendet ist wird man sehen.


Absolut korrekt.
Der "Mainstream"-Islam heute zeigt aus meiner Sicht deutliche Parallelen zum Christentum vor 500 Jahren (hab ich ja schonmal erwähnt) - man KÖNNTE also sagen:
"Der Islam heute ist die direkte Folge von 500 Jahren Kolonialismus und Imperialismus der europäischen Staaten seit dem Ede der Reconquista. Wir haben den Muslimen 500 Jahre Entwicklung 'gestohlen' und beschweren uns jetzt, dass ihnen diese 500 Jahre auch auf religiösem Gebiet fehlen."

Das wäre natürlich eine reichlich zynische Entschuldigung für die Verbrechen, die im Namen dieser Rreligion verübt wurden, aber es ist dennoch nicht von der Hand zu weisen, dass  es - um mal beim Beispiel der jüdischen Minderheit zu bleiben - im arabisch kontrollierten Teil des mittelalterlichen Spaniens für einen Juden deutlich angenehmer war als in christlichen Ländern. Die Religionsfreieheit und generelle Toleranz war sprichwörtlich.
Das hat sich nach 1492 - aus meiner Sicht auch als Folge der politischen Entwicklungen - leider stark geändert und heute ist der Islam in einer Situation, in der die notwendige Aufklärung/Säkularisierung überfällig, aber noch nicht geschehen ist.

(Im Iran und auch anderswo kann man die allerersten Anzeichen dafür erkennen, dass die Bevölkerung zumindest fühlt, dass sich da etwas ändern muß - und in der Reaktion der herrschenden theokratischen Elite kann man die vollständige Unwilligkeit zu Veränderung erkennen. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir schon in 10 Jahren in der Vergangenheitsform vom "Mullahregime" sprechen, weil die Bevölkerung inzwischen echt die Faxen dicke hat, sich im Namen einer bronzezeitlich-patriarchischen Religion so komplett kleinhalten zu lassen.)

Und genau deswegen, weil wir diesen von etlichen SEHR gewalttätigen Auseinandersetzungen begleiteten Reformationsprozess bereits hinter uns haben (der in einem deutlich zurückgegangenen Einfluß der (christlichen) Religion auf das Alltagsleben resultierte) ... nur deshalb wird man als Atheist oder Religionskritiker im Zweifelsfalle nicht mehr gelyncht.
Religösen Fanatismus und die Folgen nur auf Kolonialisierung zu schieben ist mir zu einfach, da wird die Verantwortung einfach in eine andere Ecke geschoben aber sonst hast du schon Recht,dass es da weniger Entwicklung gegeben hat. Ist aber auch ein komplexes Thema.

Wie ist denn dein Standpunkt da in Bezug auf Zuwanderung? Ist es in Ordnung Grenzen zu setzen und nur Leute bei uns aufzunehmen die aufgeklärter sind? Meiner Meinung nach hätte es schon lange Bestrebungen geben müssen den Islam hier in eine westliche Richtung zu lenken , in vielen Ländern sieht man aber eher das krasse Gegenteil.
Ich sehe auch irgendwie nicht was da den Anstoß für Veränderungen geben soll. Menschen die da etwas waagen leben wirklich gefährlich, vor kurzem wurde z.B der erste offen Homosexuelle Imam ermordet. https://www.spiegel.de/panorama/justiz/kapstadt-bekannter-homosexueller-imam-muhsin-hendricks-erschossen-a-a0e29b46-f934-4a00-8904-e1895a5653ec
Und der Mann der in Schweden den Koran verbrannt hat wurde auch erschossen, wobei ich die Aktion auch eher daneben fand, trotzdem kein Grund den umzubringen.
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/schweden-koran-verbrennung-angeklagter-tot-100.html

Beim Iran wäre ich eher skeptisch, die Geschichte und Entwicklungen in der Region haben ja gezeigt, dass solche Veränderungen entweder hart unterdrückt werden und nach einem Wechsel auch etwas schlimmeres folgen kann. Es ist auch die Frage ob die Bevölkerung von sich aus die Kraft hat etwas zu verändern wenn staatlich alles kontrolliert wird, eher wandern die Menschen aus die es können und es nicht mit den Mullahs halten. Es ist da auch noch völlig offen wie der Konflikt um das Atomprogramm weitergeht und wie Trump in Zukunft reagiert.



Ich wiederhole mich: das Existenzrecht Isreals ist nicht infragezustellen. Ende der Diskussion.
Und zwar unabhängig von irgendwelchen moralischen oder rechtlichen Erwägungen schon ganz pragmatisch aus dem einfachen Grund, dass das kein problem lösen und nur unzählige neue schaffen würde.

Dass wir einer Vertreibung eines Volkes grundsätzlich niemals zustimmen dürfen, ist dann die ethische Grundsatzeinstellung, die ich anfügen möchte. Wie das Volk heißt, ist mir dabei völlig egal.

Über das "gelebte 'nie wieder' " kann man geteilter Meinung sein.
Ich bin der Meinung, dass es Israel trotz allem nicht zusteht, Millionen Palästinener als Reaktion auf 1500 (?) tote Israelis in den Tod zu schicken und das als "angemessen" zu verkaufen, aber ich lebe nicht dort.
Und ich lebe schon gar nicht seit Jahrzehnten mit der täglichen Sorge, wo wohl die nächste Rakete einschlägt.  :-\
Vertreibung wäre da auch nicht die Lösung weil man den Hass nur auf andere Länder verteilen würde, Ägypten und Jordanien weigern sich ja nicht ohne Grund Leute aus Gaza aufzunehmen, ich finde den Plan von Trump auch nicht durchdacht. Mit einer Besatzung muss man sich aber wahrscheinlich arrangieren.
Ich habe aber selbst auch keine einfache Lösung dafür, in der Theorie es wäre es vielleicht am besten wenn man es schafft es die Hamas soweit zu dezimieren und abzulösen so dass man die Menschen deradikalisieren kann, praktisch ist das aber nicht leicht umzusetzen und auch unrealistisch weil der Hamas die eigene Bevölkerung offenbar komplett gleichgültig ist, es ist ja allgemein schon sehr Selbstmörderisch einem militärisch überlegenen Land den Krieg zu erklären.
Gleichzeitig hat Israel einfach das Recht Terrorangriffe zu unterbinden und für die Sicherheit seiner Bevölkerung zu sorgen. Dabei wird auch darauf geachtet die Bevölkerung in Gaza zu schonen aber im Gegensatz zu vor dem 7.10 wird auch angegriffen auch wenn das militärische Ziel in einem bewohnten Gebiet liegt und es wird weniger gewarnt, nebenbei ist das aufstellen von Raketen in solchen Gebieten auch die Entscheidung der Hamas, genauso wie das wechseln in Zivillkleidung um sich zu verstecken.

Allgemein müssen sich die Palästinser selbst überlegen wie es weitergehen soll, wählt man Frieden und akzeptiert die Dinge wie sie sind oder verliert man am Ende vielleicht alles, die Autonimiebehörde geht schon Schritte in Richtung Frieden, z.B wurde da anscheinend vor einiger Zeit die Gelder für den Märtyrerfond gestoppt, aus dem Terroristen, die Israelis angegriffen haben ,bezahlt wurden. Die Frage ist nur ob die Bevölkerung den Weg mitgeht oder eher der Hamas oder dem Islamischen Jihad folgt und mit Anhängern dieser Gruppen hält sich mein Mitleid wirklich sehr in Grenzen.

* An der Stelle bin ich dann übrigens auch dafür, Abschiebungen deutlich zu vereinfachen. Wer unsere Gastfreundschaft im Rahmen des Asylrecht dazu nutzt, um gegen andere Menschen zu hetzen und deren Tod zu fordern, darf gern wieder zurück in die gewalttätigen Situationen, vor denen er angeblich geflohen ist, denn er scheint Gewalt ja gut zu finden. Gleiches gilt für die Typen, die die Errichtung eines Kalifats fordern. Ist für mich im Gefahrenpotential für unsere Demokratie gleichzusetzen mit den "Eliten" der Reichsbürgerbewegung.
Aber Abschiebungen sind das nächste Riesenthema, wo eine klare, sinnvolle und ethisch vertretbare Regelung kaum möglich scheint.

Damit hast du meine Frage von oben wohl schon beantwortet und das sehe ich genauso.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 01.März 2025, 19:49:45
Ich glaube nicht, dass da der Graben gezogen wird. Zumindest nicht flächendeckend.

Aber diese Abstimmung mit der AFD kurz vor der Wahl war eben provokativ. Wozu war die da? Um den Wählern, die zwischen AFD und CDU hängen zu zeigen, dass die CDU es durchaus ernst meint. Genau so wie es diesen Effekt rechts hatte, hat es aber auch einen Effekt in die andere Richtung. Letztendlich wird ja auch innerhalb diskutiert, ob man es mit der AFD nicht doch probieren sollte (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/brandmauer-afd-cdu-zusammenarbeit-100.html). Auch wenn ich glaube, dass das unter Merz im Bundestag nichts wird. Aber wie schnell es kippen kann, hat man ja nunmal bei dieser Abstimmung gesehen. Denn genau so wie die Abstimmung wohl auf die Unionen einen Effekt hatte und auf der linken Seite einen Gegeneffekt zeigte hat natürlich auch die AFD dadurch etwas im Wahlkampf gewonnen: Legitimation.

Zu dem Gschmäckle: Wäre für mich noch ein Unterschied, ob die Organisationen einfach nur grundsätzlich zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus aufrufen, oder ob sie tatsächlich die Demonstrationen vor den Zentralen der CDU selbst organisieren. Das so Organisationen grundsätzlich nicht gegen Extremismus demonstrieren dürfen, wäre für mich eine seltsame Auffassung von zivilen Organisationen. Es muss ja schon geziehlt gegen eine Partei gehen, damit es fragwürdig wird.

Bei dem Wissen wollen bin ich bei dir und ich meinte ja schon, dass ich gespannt die Antwort abwarte. Ein paar Anfragen sind meiner Meinung nach Quatsch. Es ist bekannt, dass Correctiv sich zum Beispiel nicht aus Fördermitteln der Bundesregierung finanziert. Ingesamt finde ich die Wahl einiger Organisationen seltsam. Aber klar ist, die Anfrage ist berechtigt und ich bin gespannt was raus kommt.
Bei der Abstimmung darf man nicht vergessen,dass vorher Zwei Menschen ermordet wurden, dass war der Auslöser warum Bewegung in die Sache gekommen ist, zusammen mit den anderen Vorfällen die auch kurz vorher stattgefunden haben.
Und ja, es war dazu da um zu zeigen,dass Merz es ernst meint, nur hätten da SPD und Grüne locker mitziehen und mitabstimmen können, stattdessen hat man daraus und aus den Demos dann eine Wahlkampfveranstaltung gegen die Union gemacht und auf Emotionen gesetzt weil man inhaltlich nichts dagegen halten konnte.
Ich gehe da schon davon aus, dass ein Teil der Empörung die es da zu sehen gab gespielt war, wenn man sich den Plan von Merz anschaut steht darin nichts drin das die Aufregung rechtfertigt, eher im Grgenteil, aus der Ampel wurde ähnliches versprochen. Das Grüne und SPD dem nicht zugestimmt haben wird in Zukunft jedes Versprechen,dass sie in Bezug auf Begrenzung der Migration abgeben unglaubwürdig machen und das hilft dann am Ende der AfD.

Ich finde ich es auch schon fast etwas pervers,dass man inzwischen nach jedem Anschlag die Uhr danach stellen kann,dass eine Demo gegen Rechts organisiert wird, von der Demo ging dann ja auch ein fröhliches Selfie der Grünen Polit Prominenz rum,das wirkt auf mich einfach extrem kalt.

Zur Abstimmung mit der AfD und damit vielleicht auch zur Politik allgemein als Antwort zu dem Post von vor ein paar Monaten. Mein Vorschlag wäre die Politik wieder sachlicher zu machen und weniger auf Parteien und Richtungen sondern mehr auf Abgeordnete zu schauen, z.B den Fraktionszwang aufheben, die Menschen könnten dann regional jemanden in den Bundestag schicken der ihre Interessen bestmöglich vertritt, wenn ein Antrag eingebracht wird sollte es nicht darum gehen wer den eingebracht hat, also egal ob Grüne oder AfD, sondern darum wie sinnvoll der für die einzelnen Abgeordneten ist und ob der das Land weiterbringt. Diese Macht und Parteispiele blockieren einfach viel und kosten Zeit, das hätte man nicht wenn die Politiker zuerst dem Wähler verpflichtet wären und dann der Partei.
Konkret heißt das in diesem Fall, dass es keine Rolle spielen sollte wer da mit wem abstimmt und es stört mich auch 0 das es die AfD ist.Eher im Gegenteil ich hätte Merz zu genau dem Schritt geraten. Wir bezahlen den Leuten die da sitzen einen Haufen Geld und ich erwarte kein Theater oder Kindergarten sondern Lösungsorientiertes Verhalten.

Ja ich würde auch zwischen den Aktionen und den Organisationen unterscheiden, meine Tante ist z.B auch bei den Omas gegen Rechts, die sind im Vergleich zu anderen wahrscheinlich eher harmlos.  :P Gestern gesehen, dass Paus vor den Demos nochmal darauf hingewiesen hat hat so neutral wie möglich zu bleiben,spricht ja schon für eine Verbindung zwischen den Parteien und den Organisationen. https://www.welt.de/vermischtes/article255563794/Ministerium-liess-Mahnung-zur-politischen-Neutralitaet-an-NGOs-schicken.html
Ich halte aber generell nichts davon NGOs zu stark aus Steuermitteln zu fördern, besonders wenn die ein so einseitiges Demokratieverständnis haben.




Das da inhaltlich nicht dagegen gehalten wurde, sehe ich nicht so. Ich habe genug Argumentationen inhaltlich gegen den fünf Punkteplan gehört und warum es nicht gut ist eine Abstimmung zu starten, bei der im vorhinein klar ist, dass es nur durch die AFD zu einer Mehrheit kommt und diese Abstimmung darüber hinaus nicht mal eine Wirkung hat, weil sie nur ein Symbol ist.
Man könnte andersherum auch sagen, dass die Tragödie im Wahlkampf instrumentalisiert wurde und die angestrebten Lösungen in keinster Weiße dem Fall angemessen sind. Eine Tragödie im Wahlkampf zu verwenden, um tausende unschuldige Migranten mit einem Täter (Der Täter ist übrigens schuldunfähig, er hat nur die falsche/richtige Nationalität.) in die Ecke zu stellen, weil sie eine ähnliche Herkunftsgeschichte haben, ist auch extrem kalt.
Das Schwierige bei der Migration ist für mich, dass es schon in der grundlegenden Bewertung über Problem und notwendige Lösung massive Spaltungen zwischen den einzelnen Parteien gibt. Dazu ist es noch durch die AFD extrem aufgeladen. Das führt dazu, dass dem im Wahlkampf viel zu viel Platz eingeräumt wurde. Während man sich vorher darauf einigte, dass man gar nicht oder kaum darüber reden will waren am Ende in den TV Duellen über 30% der Sprechzeit von diesem Thema dominiert. Wirtschaft oder Ausenpolitik blieb auf der Strecke. Für mich wird das Thema größer gemacht als es ist.

Und sorry, der Selfie? Menschen sind losgelöst von dem Fall in einem anderen Kontext an einem völlig anderen Ort. Ich fand damals die überzogene Kritik an Laschets Lachen im Hintergrund schon echt platt. Der war sogar vor Ort. Brauchen wir ein Gesetz? Bei Morden und anderen Tragödien in Deutschland 3 Tage Lachverbot für deutsche Politiker?



Zu deinem Vorschlag: Gibt es sowas irgendwo? Also als Beispiel? Für mich kingt es seltsam. Aber vielleicht verstehe ich es auch nicht richtig.
Glaubst du nicht, dass sich Hunderte von Politikern sofort wieder zu Gruppen zusammenschließen würden? Parteien und Koalitionen haben den Vorteil, dass sie Ideen bündeln und gruppieren. So würde ja jeder Abgeordnete aus jedem Wahlkreis mitdiskutieren wollen. Und zwar überall. Er muss sogar mitdiskutieren. Sonst vertritt er ja in irgendeinem Thema nicht mehr sein Wahlkreis.
Parteien und Koalitionen teilen sich Aufgabengebiete dagegen untereinander auf. Nicht jeder Abgeordnete hat Ahnunug von allem, weil er nur in bestimmten Arbeitskreisen sitzt. Ist jeder für sich alleine müsste man viel weniger parallel bearbeiten, weil jeder immer bei 0 anfangen und Mehrheiten suchen muss, ohne sich auf grob abgesteckte gewählte Mehrheiten berufen zu können. Das aktuelle System hat dagegen auch den Vorteil, dass man schon zum Start der Arbeit an einem Gesetz weiß, dass man theoretisch die Mehrheit hat, wenn man sich einigt. Das hätte man als Einzelperson nicht.
Und natürlich würde es dort auch die gleichen Probleme geben. Der Politiker im linken Spektrum würde eher nicht mit Politiker aus dem rechten Spektrum zusammen arbeiten wollen.



So stark werden meines Wissens NGOs gar nicht gefördert. So Gruppen wie BUND übernehmen staatliche Aufgaben und bekommen dafür Geld. Zum Beispiel für die Renaturierung von Gebieten im Rahmen der Naturschutz-Ziele des Bundes. Ansonsten gibt es Geld für zweckgebundene extra beeantrage und geprüfte Projekte, die dann unter bestimmten Auflagen durchgeführt werden müssen. An die werden dann aber auch Maßsstäbe wie Neutralität angelegt. Aber wie schon zwei mal gesagt: In zwei Wochen wissen wir mehr.

Edit:
Gestern gesehen, dass Paus vor den Demos nochmal darauf hingewiesen hat hat so neutral wie möglich zu bleiben,spricht ja schon für eine Verbindung zwischen den Parteien und den Organisationen.


Hmm? Das spricht für eine Verbindung zwischen einem Bundesamt und den Organisationen. In dem von dir verlinkten Text steht, dass die Organisationen nur für bestimmte Projekte ihm Rahmen von Demokratie Lebt Gelder erhalte und diese (und die Symbole) damit auch nur ihm Rahmen der Projekte verwenden dürfe. Mit dem Hinweis bewahrt das Bundesamt ja sogar Neutralität und trennt klar zwischen den Projekten und anderen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen).

Das Bundesamt selbst ist als Organ der Regierung zur Neutralität verpflichtet. Der Hinweis des Bundesamts an die Organisationen diese Symbole raus zu lassen und damit Neutralität zu waren lässt aber gerade auf das Gegenteil schließen, was du sagst. Nämlich, dass das Bundesamt eine nicht neutrale Verwendung festgestellt hat und diese nicht möchte. Man kann den Organisationen also einen Fehler nachsagen. Aber wo ist den die Verbindung zu Parteien?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 01.März 2025, 21:53:28
Das da inhaltlich nicht dagegen gehalten wurde, sehe ich nicht so. Ich habe genug Argumentationen gegen den fünf Punkteplan gehört.
Man könnte andersherum auch sagen, dass die Tragödie im Wahlkampf instrumentalisiert wurde und die angestrebten Lösungen in keinster Weiße dem Fall angemessen sind. Eine Tragödie im Wahlkampf zu verwenden, um tausende unschuldige Migranten mit einem Täter (Der Täter ist übrigens schuldunfähig, er hat nur die falsche/richtige Nationalität.) in die Ecke zu stellen, wie sie eine ähnliche Herkunftsgeschichte haben, ist auch extrem kalt.
Das Schwierige bei der Migration ist für mich, dass es schon in der grundlegenden Bewertung über Problem und Lösung massive Spaltungen zwischen den einzelnen Parteien gibt. Dazu ist es noch durch die AFD extrem aufgeladen. Das führt dazu, dass dem im Wahlkampf viel zu viel Platz eingeräumt wurde. Während man sich vorher darauf einigte, dass man gar nicht oder kaum darüber reden will waren am Ende in den TV Duellen über 30% der Sprechzeit von diesem Thema dominiert. Wirtschaft oder Ausenpolitik blieb auf der Strecke. Für mich wird das Thema größer gemacht als es ist.
Ja gute Punkte, da gehen unsere Meinungen in welche Richtung das gehen sollte wahrscheinlich auseinander, ich bin z.B der Meinung,dass das Argument,dass man durch die Merz Vorschläge gegen EU Recht verstößt nicht zieht, weil jeder der bei uns an der Grenze ankommt schon durch ein sicheres Land gekommen sein muss und selbst wenn es so wäre hat das ausgehandelte Abkommen bisher versagt, so das es rechtfertigen würde sich dagegen zu sperren.
Es geht ja nicht um den einzelnen Fall, es ist einfach ein Punkt an dem es reicht, 2024/25 sind die Jahre ab denen wir Messerverbotszonen bekommen haben in denen die Polizei normale Bürger schikaniert und ab dem Feiern und Demos abgesagt werden wenn es nicht genug Poller und Einsatzkräfte gibt. Da will ich eine Politik die reagiert und nicht eine die einfach darauf hofft, das es weniger Anschläge gibt.
Die AfD steht daneben und freut sich weil sie mit jedem neuen Vorfall mehr Stimmen bekommt.Es gibt ja inzwischen auch eine ziemliche Anzahl Migranten die die wählen weil die darauf auch keine Lust haben, so wie auch Opfer von Gewalttaten und Anschlägen oftmals selbst Migranten sind. Wenn man das nicht kontrolliert in Reformen lenkt wird die platte "Ausländer raus" Welle vielleicht mal so stark,dass man sich wünscht man hätte vorher reagiert.

Du hast Recht, Außenpolitik/Verteidigung und Wirtschaft sind auch wichtige Themen und die kamen im Wahlkampf zu wenig vor, trotzdem bleibt das Thema wichtig, weil es mMn Einfluss auf alle Bereiche der inneren Politik hat, Soziales, Sicherheit, Wohungsmangel usw.

Und sorry, der Selfie? Menschen sind völlig losgelöst von dem Fall in einem anderen Kontext an einem völlig anderen Ort. Ich fand damals die überzogene Kritik an Laschets Lachen im Hintergrund schon echt platt. Der war sogar vor Ort. Brauchen wir ein Gesetz? Bei Morden und anderen Tragödien in Deutschland 3 Tage Lachverbot für deutsche Politiker?
Ja die Reaktion auf Laschet fand ich damals auch überzogen, trotzdem muss man das nicht machen, die haben mit ihren Demos die Schlagzeilen des Anschlags verdrängt , Mission geglückt,da darf man sich freuen, :P sorry für die Polemik,wahrscheinlich hast du da auch Recht. Die ganze Situation da ging mir einfach hart gegen den Strich weil man da locker hätte zusammenstehen und ein Zeichen setzen können, stattdessen kloppt man sich weiter weil Wahlkampf.

Zu deinem Vorschlag: Gibt es sowas irgendwo? Also als Beispiel? Für mich kingt es seltsam. Aber vielleicht verstehe ich es auch nicht richtig.
Glaubst du nicht, dass sich Hunderte von Politikern sofort wieder zu Gruppen zusammenschließen würden? Parteien und Koalitionen haben den Vorteil, dass sie Ideen bündeln und gruppieren. So würde ja jeder Abgeordnete aus jedem Wahlkreis mitdiskutieren wollen. Und zwar überall. Er muss sogar mitdiskutieren. Sonst vertritt er ja in irgendeinem Thema nicht mehr sein Wahlkreis.
Parteien und Koalitionen teilen sich Aufgabengebiete dagegen untereinander auf. Nicht jeder Abgeordnete hat Ahnunug von allem, weil er nur in bestimmten Arbeitskreisen sitzt. Ist jeder für sich alleine müsste man viel weniger parallel bearbeiten, weil jeder immer bei 0 anfangen und Mehrheiten suchen muss, ohne sich auf grob abgesteckte gewählte Mehrheiten berufen zu können. Das aktuelle System hat dagegen auch den Vorteil, dass man schon zum Start der Arbeit an einem Gesetz weiß, dass man theoretisch die Mehrheit hat, wenn man sich einigt. Das hätte man als Einzelperson nicht.
Und natürlich würde es dort auch die gleichen Probleme geben. Der Politiker im linken Spektrum würde eher nicht mit Politiker aus dem rechten Spektrum zusammen arbeiten wollen.
Nein, wahrscheinlich nicht, ist auch eher eine Idealvorstellung wie es mMn laufen sollte. Man könnte sich ja zu Gruppen formieren aber trotzdem dem Wähler und der Sache verpflichtet bleiben. Wenn man Beispielsweise ab und an sieht wie ein kluger Vorschlag der ppposition kommt aber abgelehnt wird und ne Woche später kommt aus der Regierung quasi das gleiche und wird angenommen, es ist einfach Geld und Zeitverschwendung. Mit dem wissen bzw, nicht wissen hat du auch einen Punkt, man kann aber schon erwarten, dass die Leute sich zumindest grob damit beschäftigen was gerade läuft.
Durch das neue Wahlrecht gibt es nebenbei auch Regionen in Deutschland die nicht durch direkt gewählte Vertreter repräsentiert werden, so gesehen geht es eher in die andere Richtung.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/bundestagswahl-2025-wahlkreis-tuebingen-ergebnis-cdu-naser-100.html


So stark werden meines Wissens NGOs gar nicht gefördert. So Gruppen wie BUND übernehmen staatliche Aufgaben und bekommen dafür Geld. Zum Beispiel für die Renaturierung von Gebieten im Rahmen der Naturschutz-Ziele des Bundes. Ansonsten gibt es Geld für zweckgebundene extra beeantrage und geprüfte Projekte, die dann unter bestimmten Auflagen durchgeführt werden müssen. An die werden dann aber auch Maßsstäbe wie Neutralität angelegt. Aber wie schon zwei mal gesagt: In zwei Wochen wissen wir mehr.
Vielleicht sind wir ja nach der Anfrage schlauer, ich finde aber,dass einige NGOs wie z.B diese, vonSignor Rossi erwähnten, trusted flagger auch zu viel Macht haben. Da wird es stark drauf ankommen was genau die machen und welchen Einfluß die am Ende haben, gibt ja bestimt auch welche die nur aus Spenden finanziert werden und in sowas wie extremismus Beratung tätig sind, da kann man nichts gegen sagen.

Hmm? Das spricht für eine Verbindung zwischen einem Bundesamt und den Organisationen. In dem von dir verlinkten Text steht, dass die Organisationen nur für bestimmte Projekte ihm Rahmen von Demokratie Lebt Gelder erhalte und diese (und die Symbole) damit auch nur ihm Rahmen der Projekte verwenden dürfe. Mit dem Hinweis bewahrt das Bundesamt ja sogar Neutralität und trennt klar zwischen den Projekten und anderen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen).

Das Bundesamt selbst ist als Organ der Regierung zur Neutralität verpflichtet. Der Hinweis des Bundesamts an die Organisationen diese Symbole raus zu lassen und damit Neutralität zu waren lässt aber gerade auf das Gegenteil schließen, was du sagst. Nämlich, dass das Bundesamt eine nicht neutrale Verwendung festgestellt hat und diese nicht möchte. Man kann den Organisationen also einen Fehler nachsagen. Aber wo ist den die Verbindung zu Parteien?
Wenn die Organisationen daraus finanziert werden ändert es aber nichts wenn man einfach das Logo entfernt und gäbe es keine Einflussnahme müsste man auch keinen Brief schicken. Vielleicht sehe ich das aber auch falsch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 02.März 2025, 14:42:47
Das da inhaltlich nicht dagegen gehalten wurde, sehe ich nicht so. Ich habe genug Argumentationen gegen den fünf Punkteplan gehört.
Man könnte andersherum auch sagen, dass die Tragödie im Wahlkampf instrumentalisiert wurde und die angestrebten Lösungen in keinster Weiße dem Fall angemessen sind. Eine Tragödie im Wahlkampf zu verwenden, um tausende unschuldige Migranten mit einem Täter (Der Täter ist übrigens schuldunfähig, er hat nur die falsche/richtige Nationalität.) in die Ecke zu stellen, wie sie eine ähnliche Herkunftsgeschichte haben, ist auch extrem kalt.
Das Schwierige bei der Migration ist für mich, dass es schon in der grundlegenden Bewertung über Problem und Lösung massive Spaltungen zwischen den einzelnen Parteien gibt. Dazu ist es noch durch die AFD extrem aufgeladen. Das führt dazu, dass dem im Wahlkampf viel zu viel Platz eingeräumt wurde. Während man sich vorher darauf einigte, dass man gar nicht oder kaum darüber reden will waren am Ende in den TV Duellen über 30% der Sprechzeit von diesem Thema dominiert. Wirtschaft oder Ausenpolitik blieb auf der Strecke. Für mich wird das Thema größer gemacht als es ist.
Ja gute Punkte, da gehen unsere Meinungen in welche Richtung das gehen sollte wahrscheinlich auseinander, ich bin z.B der Meinung,dass das Argument,dass man durch die Merz Vorschläge gegen EU Recht verstößt nicht zieht, weil jeder der bei uns an der Grenze ankommt schon durch ein sicheres Land gekommen sein muss und selbst wenn es so wäre hat das ausgehandelte Abkommen bisher versagt, so das es rechtfertigen würde sich dagegen zu sperren.
Es geht ja nicht um den einzelnen Fall, es ist einfach ein Punkt an dem es reicht, 2024/25 sind die Jahre ab denen wir Messerverbotszonen bekommen haben in denen die Polizei normale Bürger schikaniert und ab dem Feiern und Demos abgesagt werden wenn es nicht genug Poller und Einsatzkräfte gibt. Da will ich eine Politik die reagiert und nicht eine die einfach darauf hofft, das es weniger Anschläge gibt.
Die AfD steht daneben und freut sich weil sie mit jedem neuen Vorfall mehr Stimmen bekommt.Es gibt ja inzwischen auch eine ziemliche Anzahl Migranten die die wählen weil die darauf auch keine Lust haben, so wie auch Opfer von Gewalttaten und Anschlägen oftmals selbst Migranten sind. Wenn man das nicht kontrolliert in Reformen lenkt wird die platte "Ausländer raus" Welle vielleicht mal so stark,dass man sich wünscht man hätte vorher reagiert.

Das mit dem EU Recht war ein bisschen platt dahergesagt und generell bewerte ich den 5 Punkteplan auch differenzierter.

Punkt eins und vier halte ich einfach für schlicht unmöglich.
Der Polizeiverband hat direkt eine Ablehnung gezeigt und die Aussage war, dass dafür tausende (ich meine, 8000 war die Zahl) neue Beamte bräuchte, die nur die Grenze schützen. Im Vergleich zu einigen anderen Ländern haben wir sehr einfach zu überwindende Grenzen. Keine Gebirge oder Meere. Schon bei den zeitlich begrenzten Grenzkontrollen zur Olympiade und WM vergangenen Somme zeigte sich, dass sie nicht viel Effekt haben. Sie waren nicht flächendeckend genug und jemand, der abgelehnt wurde lief einfach 5 Kilometer feldeinwärts und kam über einen Feldweg ins Land.
Für die Inhaftierung der ungefähr 20.000 ausreisepflichtigen Personen stehen 750 Plätze in Einrichtungen zur Verfügung. Hier bräuchte man nicht nur erheblich mehr Personal, sondern auch Infrastruktur.
Der Punkt übersieht allerdings, dass der große Teil dieser ausreisepflichtigen Personen eine Duldung haben. Zum Beispiel, weil sie gerade in einer Berufsausbildung sind, oder ein Mindesjähriges Kind haben, dass wiederum eine Aufenthaltserlaubnis hat. Es gibt natürlich auch andere Gründe. Aber diese beiden Gründe zeigen zum Beispiel, dass man diese Personen auch nicht über einen Kamm scheren kann. Man darf Personen nicht abschieben, weil sie eine Beraufausbildung machen... Also inhaftieren wir sie. Was?

Bei Punkt 2 war ich mir lange unsicher (und bin es immer noch)... Ich dachte, dass das ein doofes Signal an unsere EU-Nachbarn ist, wenn wir einfach die Grenze zumachen und ihnen das Thema überlassen. Jetzt macht es Österreich auch. Das mit dem EU-Recht stimmt so nicht ganz, weil man in Deutschland auf zwei Rechtswegen Asyl beantragen kann. Einmal mit Artikel 16a, der diese "Sichere Drittstaaten"-Klausen enthält und daher auch kaum zur Anwendung kommt. Und einmal mit der Genfer Flüchtlingskonvention, die diese "Sichere-Drittstaaten"-Klause nicht kennt. 2022 zum Beispiel wurden nur 2000 Menschen auf Grund von Artikel 16a anerkannt. Etwas über 40.000 Menschen auf Grund der Flüchtlingskonvention.
Das grundsätzliche Problem das ich hier sehe ist, dass wir jetzt nö sagen. Österreich sagt nö. Was sagen dann Italien und Griechenland? Und dann haben wir überhaupt kein Flüchtlingsschutz mehr und die Festung Europa ist errichtet. Also ja, das mit dem "EU-Recht" war von mir etwas salopp dahergeschrieben, auch wenn das etwas mit reinspielt.
Worum es mir eher geht ist, dass das eine Entwicklung ist, an deren Ende wir uns als europäische Gesellschaft fragen müssen, ob wir uns von Hilfesuchenden abwenden, oder ob wir gemeinsam dafür eine Lösung finden. Das auf nationaler Ebene jeder für sich Nein sagt und so tut, als ginge ihn das nichts an ist natürlich eine Lösung. Für mich ist es aber die falsche.

Punkt 3 kann ich nur halbwegs nachvollziehen. Klar, man will sich das Problem nicht aufbürdern, dass man mit Menschen ohne Dokumente nachher schlechter verfahren kann. Zum Beispiel kann man sie kaum mehr zurückführen. Man hat auch schon Probleme mit der identifizierung und so weiter. Allerdings finde ich es doch grundsätzlich seltsam, dass das Recht auf Asyl an ein Stück Papier geklammert wird. Man stelle sich mal große Flüchtlingsströme in der Geschichte vor, die alle abgewiesen werden, weil man die Dokumente verloren hat. Wir haben bereits Länder auf der Welt, wo Minderheiten flächendeckend die Papiere genommen werden. Da wird einem dann auch einfach das Menschenrecht genommen, dass am Papier und nicht am Menschen hängt. Ich halte diese Forderung einfach für bequem und kurzssichtig.

Einzig und alleine Punkt 5 unterschreibe ich. Wer in Deutschland als Asylsuchender in Duldung oder in Prüfung eine Strafttat begeht, hat die Hilfe verwehrt. Ich grenze hier aber ein, weil man bei Menschen die hier zu recht leben nicht mehr unterscheiden sollte. Sonst bewegen wir uns ja dauerhaft in eine Zweiklassengesellschaft in der die Straftatet von Menschen mit Migrationshintergrund anders bewertet werden, als die Straftaten von Menschen ohne Migrationshintergrund.
Hinzu kommt, das wir die Rechtsauffassung haben, dass Menschen die hier eine Straftatet verüben und verurteilt werden auch hier ihre Strafe verbüsen müssen. Abgeschoben könnten sie sofort auf freien Fuß kommen. Wie würden sich die Opfer fühlen, wenn sie wüssten, dass die Person einen kostenlosen Flug bekommen hat und jetzt wieder frei herumläuft? Ich argumentiere hier jetzt gerade mit einem Einzelfall. Aber die einfachen Forderung, dass Straftäter statt Gefängnis abgeschoben werden steht nunmal gegen unsere Auffassung von Rechtssinn. Das sollte zumindest mal diskutiert werden.
Was auch ausgelassen wir, ist der Umstand, dass abschieben oft gar nicht funktioniert. Wenn das Heimatland nö sagt, kann Deutschland sich auf den Kopf stellen. Die Person wird dort nicht aus dem Flugzeug gelassen. Das gilt für Strafttäter und für Geduldete.
Das Thema ist wirklich wichtig, weil hier vor allem die Akzeptanz flöten geht. Aber wirklich konstruktive Vorschläge gibt es nicht, weil es nur auf einer Auflistung mit 5 einzelnen Sätzen einfach klingt.


Was mich am meisten an diesem Punkteplan stört, ist, dass tragische Fälle aufgegriffen und emotionalisiert werden, um gegen eine große Gruppe von Menschen Politik zu machen die zu einem überwältigen Teil nicht für diese Fälle verantwortlich ist.

Was ich mir wünschen ist, dass wir als Gesellschaft die Flüchtlingshilfe nicht aufgeben, da ich die Inhalte der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 für achtungswürdig halte. Dazu ist eine Lösung auf EU-Ebene notwendig, um zu entscheiden wie man mit dem Strom an Flüchtlingen gemeinsam umgeht. Dublin funktioniert nicht und nationale Einzelgäng im Nein Sagen ist auch nein sagen zur Flüchtlingskonvention oder der falsche Glaube, dass sich das Problem irgendwo an anderer Stelle lösen wird.
Auf Punkt 5 muss man geziehlt eingehen und prüfen, wie man Menschen mit Duldung besser überwachen kann. Da geht es dann aber um 20.000 Menschen (- Menschen in Ausbildung und Co) und nicht pauschal um Alle.

Du hast Recht, Außenpolitik/Verteidigung und Wirtschaft sind auch wichtige Themen und die kamen im Wahlkampf zu wenig vor, trotzdem bleibt das Thema wichtig, weil es mMn Einfluss auf alle Bereiche der inneren Politik hat, Soziales, Sicherheit, Wohungsmangel usw.

Das Thema ist auf jeden Fall wichtig. Vor allem, weil es die Gemüter so erhitzt. Ich wollte mich nicht dafür aussprechen, dass Thema ganz raus zu lassen. Aber die Prioritäten in der politischen Debatte stimmen für mich nicht. Das Manöver von Merz und die darauf folgende Empörung hat alles überschattet. Und das ist schade.

Und sorry, der Selfie? Menschen sind völlig losgelöst von dem Fall in einem anderen Kontext an einem völlig anderen Ort. Ich fand damals die überzogene Kritik an Laschets Lachen im Hintergrund schon echt platt. Der war sogar vor Ort. Brauchen wir ein Gesetz? Bei Morden und anderen Tragödien in Deutschland 3 Tage Lachverbot für deutsche Politiker?
Ja die Reaktion auf Laschet fand ich damals auch überzogen, trotzdem muss man das nicht machen, die haben mit ihren Demos die Schlagzeilen des Anschlags verdrängt , Mission geglückt,da darf man sich freuen, :P sorry für die Polemik,wahrscheinlich hast du da auch Recht. Die ganze Situation da ging mir einfach hart gegen den Strich weil man da locker hätte zusammenstehen und ein Zeichen setzen können, stattdessen kloppt man sich weiter weil Wahlkampf.

Mir geht das alles auf den Keks. Klar ist da auch etwas dran. Das sind Spitzenpolitiker. Die könnten um die Ecke denken und reflektieren, dass sie auf einer Demo sind, die auf einer Entscheidung der CDU beruht, die wiederum auf einer Tragödie mit Toten beruht. Haben sie halt nicht gemacht.
Das ist und bleibt doch trotzdem ein Bagattell. Gleich danach kommt: "Der Habeck ist doch nur Kinderbuchautor!", "Der Lindner ging doch schon selber mal bankrott.", "Die Baerbock hat sich versporchen!", "Guck dir die Frisur von der Merkel an.", "Dem Lauterbach seine Zähne!" Der Merz hat nen Flugzeug!".
Inhalt zur Sache, Fairplay und Abstimmungsverhalten interessieren mich. Alles andere ist für mich kurz vor Boulevard. Das kann man ja alles mal als randbemerkung mit zwinkerndem Auge raushauen. Aber manchmal ersetzt sowas auch einfach die Argumente und das ist schade.

Durch das neue Wahlrecht gibt es nebenbei auch Regionen in Deutschland die nicht durch direkt gewählte Vertreter repräsentiert werden, so gesehen geht es eher in die andere Richtung.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/bundestagswahl-2025-wahlkreis-tuebingen-ergebnis-cdu-naser-100.html

Das finde ich auch nicht gut. Ich finde jeder Wahlkreis braucht seinen Vertreter. Auch wenn er nicht von der eigenen Partei ist. Ich hoffe, dass da Union und SPD nochmal etwas nachschärfen, mit Bedacht. Mit Bedacht sage ich, weil ich auch hoffe, dass es nicht wieder eine große Reform gibt, die irgendwie in die andere Richtung kippt... Die Reform der Ampel war ein guter Schritt. Was wir nicht brauchen ist Gerrymandering aus der USA.


Hmm? Das spricht für eine Verbindung zwischen einem Bundesamt und den Organisationen. In dem von dir verlinkten Text steht, dass die Organisationen nur für bestimmte Projekte ihm Rahmen von Demokratie Lebt Gelder erhalte und diese (und die Symbole) damit auch nur ihm Rahmen der Projekte verwenden dürfe. Mit dem Hinweis bewahrt das Bundesamt ja sogar Neutralität und trennt klar zwischen den Projekten und anderen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen).

Das Bundesamt selbst ist als Organ der Regierung zur Neutralität verpflichtet. Der Hinweis des Bundesamts an die Organisationen diese Symbole raus zu lassen und damit Neutralität zu waren lässt aber gerade auf das Gegenteil schließen, was du sagst. Nämlich, dass das Bundesamt eine nicht neutrale Verwendung festgestellt hat und diese nicht möchte. Man kann den Organisationen also einen Fehler nachsagen. Aber wo ist den die Verbindung zu Parteien?
Wenn die Organisationen daraus finanziert werden ändert es aber nichts wenn man einfach das Logo entfernt und gäbe es keine Einflussnahme müsste man auch keinen Brief schicken. Vielleicht sehe ich das aber auch falsch.

Ein Kumpel von mir vergibt für seinen Kreis die Gelder aus dem Demokratie Leben Topf. Stell dir das eher wie ein Sponsoring vor. Der Gesponsorte bekommt Geld für eine angemeldetes Projekt das strikt durchgeplant ist und bestimmte Kriterien erfüllen muss. Sagen wir der Verein für Freundlichkeit will ein "Frühstück der Kulturen" in der Gemeinde veranstalten. Für diese Maßnahme erhält der Verein Geld und darf das Logo verwenden, weil es ein offizielles "Demokratie Leben"-Projekt ist. Das Amt erhält dafür als Resultat ein Projekt, von dem es sich positive Wirkung für die Gesellschaft erhofft.
Wenn sich der Verein für Freundlichkeit aber zu etwas äußert, was nichts mit dem Projekt zu tun hat, dann darf er weder das Geld noch das Logo verwenden. Und zwar egal, ob das Neutral ist, gegen oder für eine Partei. Die Gelder und das Logo sind nicht für andere Sachen zu verwenden als für das Projekt.
Da das Bundesamt kein Geld für Demonstrationen vergeben hat, ist das Logo fehlt am Platz und darauf weißt es hin. Das Bundesamt achtet einfach darauf, dass diese Grenze gewahrt bleibt. Wenn die NGO nicht das Geld und das Logo verwenden, ist dem Amt aber egal was die NGO macht.

Und worauf ich eigentlich hinauswollte: Es geht ja um Parteieinflüsse. Nicht um Amtseinflüsse. Die NGO spricht mit dem Amt über ein Projekt. Dafür erhält sie Leistungen und das Amt erhält ein Projektresultat. An der Stelle kann man von gegenseitiger Beinflussung sprechen. Aber das Amt ist neutral und das Projekt soll auch neutral sein.
Es geht bei dieser Umfrage meiner Meinung nach nicht um diese "Transaktion". Es geht darum, ob NGOs Geld bekommen um damit Projekte zu machen, die von Parteien beinflusst sind oder sich gegen andere Parteien stellen, womit das Geld keiner neutralen Verwendung mehr zukommen würde. Oder andersherum wäre noch möglich, aber darauf zielt die Anfragen nicht ab, dass das Amt von Parteien beinflusst ist und Gelder an NGOs nicht neutral vergibt.

Und wie gesagt, wie Neutral das wirklich zugehen soll steht nicht fest. Letztendlich geht die Union noch einen Schritt weiter als ich einen Abschnitt oben beschreibe. Es geht in die Richtung, dass eine NGO gar nicht mehr von der Neutralität abweichen darf, sobald sie irgendwie gefördert wird. Auch wenn die Förderung in einem ganz anderen Bereich für eine ganz andere Tätigkeit und unter Einhaltung der damit einhergehenden Auflagen stattfand.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 04.März 2025, 15:07:04
Und auf einmal möchte Merz doch Rekordschulden machen.  ::) Huch hat die CDU gemerkt das die eigenen Pläne die man vor der Wahl ausgegeben hat doch nicht so mir nichts dir nichts finanzierbar sind. Aber die Ampel vor der Wahl für eben solche Pläne kritisieren und verteufeln und einen von der schwäbischen Hausfrau erzählen und jetzt Schulden in Rekordhöhe machen wollen.  ::)  Ach diese Doppelmoral ist einfach nur ekelhaft.

Die Dimensionen und wofür man das Geld raushauen will machen mir allerdings Angst. Infrastruktur ist nicht wegzudiskutieren aber ich habe große Zweifel das das Geld an den richtigen Stellen ankommen wird. Die 100 Milliarden für die Bundeswehr hat man ja schon ausgegeben bzw. veplant. Und jetzt sollen da nochmal 400 Milliarden hinzu kommen. Es fühlt sich für mich wie ein Selbstbedienungsladen an und ich habe große Zweifel das die Bundeswehr in ein paar Jahren wirklich Kampffähiger sein wird als heute.
Dankeschön Frau Merkel für die Goldenen Jahre und die Schwarze Null die absolut nichts gebracht hat außer die Probleme in die Zukunft zu verlagern.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 04.März 2025, 22:28:19
Und auf einmal möchte Merz doch Rekordschulden machen.  ::) Huch hat die CDU gemerkt das die eigenen Pläne die man vor der Wahl ausgegeben hat doch nicht so mir nichts dir nichts finanzierbar sind. Aber die Ampel vor der Wahl für eben solche Pläne kritisieren und verteufeln und einen von der schwäbischen Hausfrau erzählen und jetzt Schulden in Rekordhöhe machen wollen.  ::)  Ach diese Doppelmoral ist einfach nur ekelhaft.

Die Dimensionen und wofür man das Geld raushauen will machen mir allerdings Angst. Infrastruktur ist nicht wegzudiskutieren aber ich habe große Zweifel das das Geld an den richtigen Stellen ankommen wird. Die 100 Milliarden für die Bundeswehr hat man ja schon ausgegeben bzw. veplant. Und jetzt sollen da nochmal 400 Milliarden hinzu kommen. Es fühlt sich für mich wie ein Selbstbedienungsladen an und ich habe große Zweifel das die Bundeswehr in ein paar Jahren wirklich Kampffähiger sein wird als heute.
Dankeschön Frau Merkel für die Goldenen Jahre und die Schwarze Null die absolut nichts gebracht hat außer die Probleme in die Zukunft zu verlagern.  ::)


Ich bin dafür dass die Befürworter von neuen Schulden oberhalb der Schuldengrenze die neuen Zinsen mit ihrem Geld bezahlen. Dann hört dieses verdammte "Wir müssen mehr Schulden machen" auf. Bin aber nochmal in meinem Urteil gegenüber Merz bestätigt, dass er ein Lügner und Umfaller ist. Perfektes Duo mit Söder halt. Gut, dass ich die cdU nicht gewählt habe. Wir hatten übrigens keine schwarze Null gehabt. Nur mal soviel dazu. Und die Schuldenbremse heißt nicht, dass man gar keine Schulden macht, sondern nur, dass man nichts so dumm wie die Amis ist. Aber wir machen es ihnen wie eigentlich immer nach...
Mehr Geld für die Bundeswehr wird sich bestimmt auszahlen...  ::)  Man stelle sich mal vor, wir würden das Geld lieber in die maroden Schulen stecken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 05.März 2025, 07:16:12
@kn0xville
@TNDO

Ich würde mir wirklich wünschen, dass all diejenigen, die bei "neuen Schulden" sofort den ökonomischen Sensenmann am Horizont erblicken, mal ganz kurz einen Blick auf ihre eigene Altersvorsorge, in ihre Depots und Lebensversicherungen werfen und mal drei Sekunden darüber nachdenken, woher das Geld für die Zinsen und Dividenden kommt, die sie dort "erwirtschaften".
Man könnte auch nachschauen, in welche Papiere gerade die Versicherer in schwindelerregenden Höhen investieren.
Stichwort: "Staatsanleihen".
Woher sollen die Milliarden und Abermilliarden von Zinserträgen kopmmen, wenn nicht irgendwer dieses Geld ausgibt (bzw aus anderen Bereichen abzieht)?
Woher soll ein gesamtwirtschaftliches Wachstum kommen, wenn nicht durch neue Schulden eines Wirtschaftskreislaufteilnehmers? *
Und solche Teilnehmer gibt es nur 3.
Bürger, Unternehmen und Staaten.

In unserer Wirtschaftsordnung geht nunmal ganz konkret NICHTS ohne neue Schulden, weder auf Bürgerebene noch auf Unternehmensebene noch auf Staatsebene.

Wer den Staat daran hindern will, sich an dieser systemimmanenten Spirale zu beteiligen, sollte so ehrlich sein und hinzufügen, dass er dennoch selbstverständlich nicht auf eigene Vermögenszuwächse zu verzichten (oder sein Vermögen durch Negativzinsen gar zu verringern!) gedenkt und demzufolge von den Bevölkerungsteilen ohne eigenes Vermögen erwartet, dass sie die fehlenden Zinsen zusätzlich "erwirtschaften" (zB indem sie sich selbst noch tiefer verschulden). Alternativ dürfen sich auch gern andere Staaten noch tiefer in die roten Zahlen begeben - solange, bis wir ihnen den IWF auf den Hals hetzen können, weil ihr "Geschäftsmodell nicht tragfähig" ist...

Wenn die Staaten und die ärmeren Bevölkerungsschichten lange genug keine neuen Schulden machen, geht nämlich die ganze schöne Zinseszinsspirale, mit der die oben angesprochenen finanziellen Reserven bezahlt werden (auch meine eigenen, nicht dass hier gleich wieder das stetige Totschlag"agument" kommt, ich wäre ja nur neidisch  :P), ganz entspannt den Bach runter.

Wers nicht glaubt, kann sich bei Gelegenheit ja auch mal die Entwicklungen von Schulden und Vermögen anschauen.
Die Korrelation in dem Bereich muß man ja auch sehr aktiv übersehen, weil sie eigentlich eindeutig ist.

Schulden an sich sind nicht schlimm und die Unterscheidung in "Investitionen und Konsumausgaben" ist genauso unsinnig, weil der Konsum den Binnenmarkt und damit die Konjunktur und damit wiederum die Vermögen der Vermögenden ankurbelt.

Zur Betrachtung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen ist die berüchtigte "schwäbische Hausfrau" jedenfalls genausogut geeignet wie der pro-Kopf-Bananen-Verbrauch von Orang-Utans auf Borneo.
Nämlich gar nicht.

Und deswegen ist auch genau diese Metapher das Schlimmste, was uns Frau Merkel hinterlassen hat.
Mit diesem ökonomisch unsinnigen, aber leider sehr griffigen Bild hat sie die Debatte um Jahrzehnte zurückgeworfen.

(Das andere Schreckensbild - "Investitionen erfolgen auf Kosten der nächsten Generation!" - ist aber fast genauso schlimm - denn diese Investitionen sind sowieso unumgänglich. Das einzige, was Lindner, Merz und Co. damit bezweckt haben, war sich JETZT aus der Verantwortung zu stehlen und die horrenden Kosten auf die kommenden Generationen umzuwälzen.
Also exakt das Gegenteil dessen, was sie mit dem Satz "auf Kosten der kommenden Generation" behaupten.)

@TNDO

Beim Thema "Mehr Geld für die Bundeswehr" (bzw überhaupt für die Rüstung) bin ich übrigens ganz Deiner Meinung, da hab ich auch üble Bauchschwerzen, weil das gegen meine tiefsten (pazifistischen) Überzeugungen geht.
Aber in einer Welt, in der die USA in Rekordzeit vom globalen Sicherheitsfaktor zum Sicherheitsrisiko geworden sind und in der Europa bei der Verteidigung gegen Aggressoren ganz offensichtlich auf sich allein gestellt ist, ist Pazifismus leider eine wohlfeile, jedoch nicht praktikable Leitlinie.
(Ich könnte kotzen, dass ich das so schreiben muß - damit werfe ich 40 Jahre meines Lebens weltbild-technisch aus dem Fenster.)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 05.März 2025, 10:06:23
@Noergelgnom, interessant das du mich ansprichst wo ich mit keinem Wort behaupte das Schulden schlecht sind. Mich nervt nur Merz offensichtlicher Kurswechsel, nachdem er und die CDU/CSU die Ampel Regierung verteufelt hat mit ihren Plänen und die CDU im Wahlkampf so getan hat als wenn ihre Wahlversprechen ohne neue Schulden machbar wären. Dazu Merz dämliches schwäbische Hausfrau Gleichnis. Dieses Kurswechsel ist einfach nur frech und zeigt mal wieder wie der Wähler verarscht wird. Und da kann man der CDU dann nur vorwerfen keinen ehrlichen Wahlkampf geführt zu haben. Ich weiß auch nicht was das sollte, da jeder realist wusste ohne neue Schulden wird es nicht gehen.

Dazu sehe ich nicht das uns Investitionen von nochmal 400 Milliarden in die Bundeswehr in irgendeiner Art und Weise nützen. Investitionen in Infrastruktur da gehe ich mit das ist mehr als überfällig und bringt am Ende des Tages auch etwas.
Aber bei der Bundeswehr werden diese 400 Milliarden irgendwo versickern und es wird enden wie immer bei der Bundeswehr. Nichts funktioniert und man hat wieder horrende Summen ausgegeben für Berater, PR Kampagnen oder Kleidung.  ::)
Ich würde sogar auch diese Investition unterstützen wenn ich nicht wüsste das sich damit einige die Taschen vollmachen werden und in den Entscheidenden Posten unfähige Personen sitzen die keine Ahnung von der Materie haben.
Unser gefühlte Sicherheit wird davon sicher nicht profitieren.

Ansonsten stimme ich dir zu. Ich kann dieses deutsche Problem mit Schulden auch nicht verstehen. Eben was du ansprichst notwendige Investitionen auf zukünftige Generationen abzuwälzen ist verantwortungslos. Es dann auch noch mit der Begründung zu tun man wolle diese Generationen vor den horrenden Kosten schützen ist eine ekelhafte Argumentation.
Trotzdem gehört in Deutschland der ausufernde Beamtenapparat und andere Kostenexplosionen im Haushalt dringend auf den Prüfstand.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 05.März 2025, 10:17:03
Das Investitionen notwendig sind, da sind wir uns sicherlich alle einig. Das die Schuldenbremse so wie sie war nicht zu halten sein wird, war mir auch vor der Wahl klar. Das ist etwas was die CDU in der Verhandlung mit der SPD fast schon gerne aufgibt. Mal sehen in wieweit die SPD jetzt bereit ist, beim Thema Bürgergeld und Grenze entgegenzukommen.

Deswegen verstehe ich die Aufregung um Merz Wahlkampf nicht ganz. Die SPD hat auch gesagt, dass Zurückweisungen nicht möglich sind (wie es sich die CDU vorstellt) und ich vermute, dass es dennoch so kommt. Auch andere Parteien hätten in einer Koalition Wahlversprechen kassieren müssen. Transparanter wäre es natürlich, wenn die Parteien vorher bekanntgeben, zu welche Zugeständnisse sie bereit sind. Das ist aber utopisch. Das die Schuldenbremse aber fällt war abzusehen.

Was mich persönlich mehr ärgert ist die Reihenfolge. Es werden erst Schulden bewilligt und danach wird der Plan aufgestellt... Andersherum wäre es mir lieber. Erst einen Bedarf ermitteln, diskutieren wofür das Geld ausgegeben werden soll. Danach geht es an die Einsparungen für unnötige Ausgaben. Im Anschluss wäre die Schuldenbremse zu lockern.

Das würde aber vermutlich zu lange dauern. Denn unter der alten Regierung ist die Schuldenbremse leicher aus dem Weg zu räumen. Unter der neuen Regierung könnte sich eine Einheit dagegen formieren. Noch nicht im Amt und schon geht die Trickserei wieder los. Das wiederum bietet erneut der AfD eine großartige Angriffsfläche - übrigens egal wie es ausgeht. Und dann mal sehen, wo wir in vier Jahren stehen. Alles Mist.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 05.März 2025, 16:03:45
@kn0xville
@TNDO

Ich würde mir wirklich wünschen, dass all diejenigen, die bei "neuen Schulden" sofort den ökonomischen Sensenmann am Horizont erblicken, mal ganz kurz einen Blick auf ihre eigene Altersvorsorge, in ihre Depots und Lebensversicherungen werfen und mal drei Sekunden darüber nachdenken, woher das Geld für die Zinsen und Dividenden kommt, die sie dort "erwirtschaften".
Man könnte auch nachschauen, in welche Papiere gerade die Versicherer in schwindelerregenden Höhen investieren.
Stichwort: "Staatsanleihen".
Woher sollen die Milliarden und Abermilliarden von Zinserträgen kopmmen, wenn nicht irgendwer dieses Geld ausgibt (bzw aus anderen Bereichen abzieht)?
Woher soll ein gesamtwirtschaftliches Wachstum kommen, wenn nicht durch neue Schulden eines Wirtschaftskreislaufteilnehmers? *
Und solche Teilnehmer gibt es nur 3.
Bürger, Unternehmen und Staaten.

In unserer Wirtschaftsordnung geht nunmal ganz konkret NICHTS ohne neue Schulden, weder auf Bürgerebene noch auf Unternehmensebene noch auf Staatsebene.

Wer den Staat daran hindern will, sich an dieser systemimmanenten Spirale zu beteiligen, sollte so ehrlich sein und hinzufügen, dass er dennoch selbstverständlich nicht auf eigene Vermögenszuwächse zu verzichten (oder sein Vermögen durch Negativzinsen gar zu verringern!) gedenkt und demzufolge von den Bevölkerungsteilen ohne eigenes Vermögen erwartet, dass sie die fehlenden Zinsen zusätzlich "erwirtschaften" (zB indem sie sich selbst noch tiefer verschulden). Alternativ dürfen sich auch gern andere Staaten noch tiefer in die roten Zahlen begeben - solange, bis wir ihnen den IWF auf den Hals hetzen können, weil ihr "Geschäftsmodell nicht tragfähig" ist...

Wenn die Staaten und die ärmeren Bevölkerungsschichten lange genug keine neuen Schulden machen, geht nämlich die ganze schöne Zinseszinsspirale, mit der die oben angesprochenen finanziellen Reserven bezahlt werden (auch meine eigenen, nicht dass hier gleich wieder das stetige Totschlag"agument" kommt, ich wäre ja nur neidisch  :P ), ganz entspannt den Bach runter.

Wers nicht glaubt, kann sich bei Gelegenheit ja auch mal die Entwicklungen von Schulden und Vermögen anschauen.
Die Korrelation in dem Bereich muß man ja auch sehr aktiv übersehen, weil sie eigentlich eindeutig ist.

Schulden an sich sind nicht schlimm und die Unterscheidung in "Investitionen und Konsumausgaben" ist genauso unsinnig, weil der Konsum den Binnenmarkt und damit die Konjunktur und damit wiederum die Vermögen der Vermögenden ankurbelt.

Zur Betrachtung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen ist die berüchtigte "schwäbische Hausfrau" jedenfalls genausogut geeignet wie der pro-Kopf-Bananen-Verbrauch von Orang-Utans auf Borneo.
Nämlich gar nicht.

Und deswegen ist auch genau diese Metapher das Schlimmste, was uns Frau Merkel hinterlassen hat.
Mit diesem ökonomisch unsinnigen, aber leider sehr griffigen Bild hat sie die Debatte um Jahrzehnte zurückgeworfen.

(Das andere Schreckensbild - "Investitionen erfolgen auf Kosten der nächsten Generation!" - ist aber fast genauso schlimm - denn diese Investitionen sind sowieso unumgänglich. Das einzige, was Lindner, Merz und Co. damit bezweckt haben, war sich JETZT aus der Verantwortung zu stehlen und die horrenden Kosten auf die kommenden Generationen umzuwälzen.
Also exakt das Gegenteil dessen, was sie mit dem Satz "auf Kosten der kommenden Generation" behaupten.)

@TNDO

Beim Thema "Mehr Geld für die Bundeswehr" (bzw überhaupt für die Rüstung) bin ich übrigens ganz Deiner Meinung, da hab ich auch üble Bauchschwerzen, weil das gegen meine tiefsten (pazifistischen) Überzeugungen geht.
Aber in einer Welt, in der die USA in Rekordzeit vom globalen Sicherheitsfaktor zum Sicherheitsrisiko geworden sind und in der Europa bei der Verteidigung gegen Aggressoren ganz offensichtlich auf sich allein gestellt ist, ist Pazifismus leider eine wohlfeile, jedoch nicht praktikable Leitlinie.
(Ich könnte kotzen, dass ich das so schreiben muß - damit werfe ich 40 Jahre meines Lebens weltbild-technisch aus dem Fenster.)


Ich bin nicht grundsätzlich gegen Schulden an sich. Auch die Schuldenbremse erlaubt Schulden in einem gesunden Maß. 0,35% der Wirtschaftleistung dürfen ohne Einschränkung als neue Schulden aufgenommen werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung_der_Vereinigten_Staaten#/media/Datei:Total_US_Federal_Debt_by_President_(1940_to_2015).png
Hier mal die Staatsverschuldung der USA, welche übrigens komplett abhängig sind vom Konsum der "Reichen". Die haben nämlich dass Vermögen, dass dort den Schulden entgegensteht. Die Mehrheit der Menschen dort haben nichts. Das sollte kein Vorbild für uns sein. Du siehst auch einen exponentiellen Verlauf, der sich beschleunigt. Goldman-Sachs geht davon aus, dass bei der gegenwärtigen Entwicklung in den 2030ern die USA an ihren Schulden ersticken. Warum wohl passiert jetzt das mit Doge und warum sind die auf einmal so hinterher einzusparen? Bei allem was man Trump und Elon vorwerfen mag : Sie haben gesehen, dass die USA so nicht weitermachen können. Und sie hatten als Weltleitwährung die Möglichkeit ihre Staatsschulden als Dollar zu drucken und dann zu "exportieren". Die Möglichkeit haben wir hier nicht.
Die Folgen übrigens sind nicht zu übersehen : Die "Reichen" werden immer schneller reich und die "Armen" werden immer schneller ärmer und ärmer. Staatsverschuldung hilft vor allem auch den "Reichen", die dann von den Zinserträgen leben können. Die Schuldenpoltik schadet also der Mittelschicht und den Armen, auch in Deutschland. Oder hat einer hier massenhaft Staatsanleihen, mit denen er von den "neuen Schulden" profitiert?
Ihr könnt natürlich versuchen Schulden wegzuinflationieren. Das haben wir ja schonmal probiert und die Folgen haben Generationen in Deutschland entscheidend geprägt. Oder die südeuropäischen Länder haben das früher gemacht, das ging dann aber mit dem Euro nicht mehr. Frag mal die Griechen was dann passiert.


Kommen wir nun zu einem weiteren Thema. Ich halte nichts von Merz, schon vor der Wahl nicht. Seine Wahlgeschenke will er ja irgendwie finanzieren. Und ich befürchte (Achtung Spekulation!), dass er die beiden größten Posten hinter dem Sozialetat (Verteidigung und Infrastruktur) aus dem Sondervermögen finanziert und im normalen Haushalt dort dann Gelder "freiwerden", die er dann woanders einsetzen kann. Wäre eine ziemlich miese Nummer und daher bei Merz sehr gut vorstellbar. Merz als Kanzler finde ich sogar schlimmer als Habeck (als Ex-JUler eine harte Aussage).


Hier mal etwas aus dem Bundestag :
https://dserver.bundestag.de/btd/20/097/2009761.pdf
Wir haben Milliarden in Infrastruktur im Ausland investiert, während hier die Schulen verrotten. Geht gerne einmal durch, was dort alles ausgegeben wird. Dann brauchen wir uns nicht mehr drüber zu unterhalten, wo unser Geld bleibt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 05.März 2025, 19:43:58
Und auf einmal möchte Merz doch Rekordschulden machen.  ::) Huch hat die CDU gemerkt das die eigenen Pläne die man vor der Wahl ausgegeben hat doch nicht so mir nichts dir nichts finanzierbar sind. Aber die Ampel vor der Wahl für eben solche Pläne kritisieren und verteufeln und einen von der schwäbischen Hausfrau erzählen und jetzt Schulden in Rekordhöhe machen wollen.  ::)  Ach diese Doppelmoral ist einfach nur ekelhaft.

Die Dimensionen und wofür man das Geld raushauen will machen mir allerdings Angst. Infrastruktur ist nicht wegzudiskutieren aber ich habe große Zweifel das das Geld an den richtigen Stellen ankommen wird. Die 100 Milliarden für die Bundeswehr hat man ja schon ausgegeben bzw. veplant. Und jetzt sollen da nochmal 400 Milliarden hinzu kommen. Es fühlt sich für mich wie ein Selbstbedienungsladen an und ich habe große Zweifel das die Bundeswehr in ein paar Jahren wirklich Kampffähiger sein wird als heute.
Dankeschön Frau Merkel für die Goldenen Jahre und die Schwarze Null die absolut nichts gebracht hat außer die Probleme in die Zukunft zu verlagern.  ::)
Finde ich nicht in Ordnung. dass es Schulden geben würde war klar aber 900 Mrd sind schon eine Nummer ,Verteidigung schön und gut, da wird den Menschen Angst gemacht und es muss sich ja wirklich etwas tun aber dann auch noch SPD und Grünen ihre Wünsche finanzieren?
Zudem kommt mir das Ganze auch noch undemokratisch vor, der neue Bundestag ist gewählt, man hat nach dem aktuellen Wählerwillen keine Mehrheit dafür. Aber gut, statt langwierig über Reformen zu verhandeln,ist alles mit Geld zuschütten dann auch eine Lösung um schnell zum Abschluß zu kommen.  ::)

Was mich persönlich mehr ärgert ist die Reihenfolge. Es werden erst Schulden bewilligt und danach wird der Plan aufgestellt... Andersherum wäre es mir lieber. Erst einen Bedarf ermitteln, diskutieren wofür das Geld ausgegeben werden soll. Danach geht es an die Einsparungen für unnötige Ausgaben. Im Anschluss wäre die Schuldenbremse zu lockern.
Sehe ich auch so, wenn man mit den bisherigen Steuereinnahmen nicht hinkommt und alles versickert wird das mit einem Teil der Neuschulden ganz genauso sein, ich könnte mir gut vorstellen,dass wir in 4 Jahren hier sitzen und uns fragen wo das Geld geblieben ist weil man nichts davon gemerkt und es keine Reform gegeben hat.
https://www.tagesschau.de/investigativ/wdr/korruption-bekaempfung-verteidigungsministerium-101.html

Das mit dem EU Recht war ein bisschen platt dahergesagt und generell bewerte ich den 5 Punkteplan auch differenzierter.

Das grundsätzliche Problem das ich hier sehe ist, dass wir jetzt nö sagen. Österreich sagt nö. Was sagen dann Italien und Griechenland? Und dann haben wir überhaupt kein Flüchtlingsschutz mehr und die Festung Europa ist errichtet. Also ja, das mit dem "EU-Recht" war von mir etwas salopp dahergeschrieben, auch wenn das etwas mit reinspielt.
Worum es mir eher geht ist, dass das eine Entwicklung ist, an deren Ende wir uns als europäische Gesellschaft fragen müssen, ob wir uns von Hilfesuchenden abwenden, oder ob wir gemeinsam dafür eine Lösung finden. Das auf nationaler Ebene jeder für sich Nein sagt und so tut, als ginge ihn das nichts an ist natürlich eine Lösung. Für mich ist es aber die falsche.
Ich kürze den Absatz mal damt das Zitat nicht so lang wird.Allgemein Sorry,das ich nicht so ausführlich antworte, aber sonst dauert das wieder 3 Monate.
Ich denke der finale Plan hinter einem reagieren und einer Reform muss genau das sein was du oben beschrieben hast, eine faire Verteilung und nicht einfach ein europaweites durchwinken der Menschen, genau wie bei der Drittstaaten Regel haben auch andere Länder die Genfer Flüchtlingskonvention akzeptiert, es gibt da als keinen Grund warum man anders handeln sollte als bei der anderen Regelung.
Was es bräuchte wäre eine grundsätzliche Reform bei der man bereit ist Gesetze zu ändern und unserer Zeit und unseren Problemen anzupassen, darum sehe ich den 5 Punkte Plan nur als ersten Schritt,als Signal und darum denke ich,dass der trotz der von dir aufgezählten Probleme ,bei denen du schon gute Argumente hast,greifen würde, weil es eben nur zeitlich begrenzt wäre,weil es dadurch zu weniger ankommenden Menschen führen würde.

Leute die hier in Duldung sind,arbeiten und sich selbst finanzieren sollten nicht mit Gefährdern in einen Topf geworfen werden, das muss man aber gesetzlich regeln.

Am Ende muss einem klar sein, dass die Alternative zu einer Reform und härteren Gangart jetzt, nicht heißt,dass alles einfach ewig so weiter geht wie bisher, irgendwann wird das System implodieren und was dann folgt wird schlimmer sein, ob es jetzt der Zusammenbruch von Sozialsystemen ist oder eine mögliche AfD Mehrheit die dann auch nicht mehr groß differenzieren wird, wenn man gerade in die USA schaut und was sich für eine Bewegung um Trump aufgebaut hat hat man da schon ein Beispiel.

zu 1. Es ist verständlich,dass die Polizei da erstmal abwinkt, aber wie schon gesagt dürfte die Zahl der Ankommenden abnehmen, dazu wird ja jetzt schon kontrolliert. Es müsste eine Unterscheidung zwischen Asyl und Einwanderung aufgrund von Arbeit und entsprechende Verteilung geben.

2. Habe ich oben schon beantwortet,man wird da mMn nicht an einem EU weiten fairen Verteilungssytem vorbeikommen bei dem vielleicht an den EU Außengrenzen der Antrag gestellt wird und nach Platz verteilt wird. Mit Obegrenzen und Abweisungen. Wenn man da logisch draufschaut gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen in denen man Menschen unterbringen und auch wirklich integrieren kann.

3. Die Hürde für eine Einreise müsste auf jeden Fall höher sein, es gibt ja die Videos die immer durch social media geistern auf denen Leute im Boot oder an der Grenze einfach ihre Papiere ins Meer oder in den Wald werfen, wie da eine Lösung genau aussehen kann muss man im Detail klären aber es gibt auch eine Verantwortung den Menschen gegenüber die hier leben, man muss genau erfassen wen man ins Land lässt bevor es einen Status und Unterstützung geben kann.

zu 5. Es ist aber eine direkte Folge der unkontrollierten Einwanderung,dass es mehr Staftaten gibt die es ohne Einwanderung gar nicht gäbe, Beispielsweise religös motivierte Anschläge und Clan Kriminalität,darum würde ich da schon unterscheiden. Wenn es einen Straftäter gibt, der warum auch immer,nach verbüßen einer Haftstrafe nicht abgeschoben werden kann dann muss meinen einen Ort zur Unterbringung finden an dem der keine Gefahr für die anderen Bürger darstellt, bis eine Abschiebung möglich ist.

Das finde ich auch nicht gut. Ich finde jeder Wahlkreis braucht seinen Vertreter. Auch wenn er nicht von der eigenen Partei ist. Ich hoffe, dass da Union und SPD nochmal etwas nachschärfen, mit Bedacht. Mit Bedacht sage ich, weil ich auch hoffe, dass es nicht wieder eine große Reform gibt, die irgendwie in die andere Richtung kippt... Die Reform der Ampel war ein guter Schritt. Was wir nicht brauchen ist Gerrymandering aus der USA.
Man muss da einen Mittelweg finden, es sollte auch nicht dazu führen,dass der Bundestag wieder aufgeblasen wird.

Ein Kumpel von mir vergibt für seinen Kreis die Gelder aus dem Demokratie Leben Topf. Stell dir das eher wie ein Sponsoring vor. Der Gesponsorte bekommt Geld für eine angemeldetes Projekt das strikt durchgeplant ist und bestimmte Kriterien erfüllen muss. Sagen wir der Verein für Freundlichkeit will ein "Frühstück der Kulturen" in der Gemeinde veranstalten. Für diese Maßnahme erhält der Verein Geld und darf das Logo verwenden, weil es ein offizielles "Demokratie Leben"-Projekt ist. Das Amt erhält dafür als Resultat ein Projekt, von dem es sich positive Wirkung für die Gesellschaft erhofft.
Wenn sich der Verein für Freundlichkeit aber zu etwas äußert, was nichts mit dem Projekt zu tun hat, dann darf er weder das Geld noch das Logo verwenden. Und zwar egal, ob das Neutral ist, gegen oder für eine Partei. Die Gelder und das Logo sind nicht für andere Sachen zu verwenden als für das Projekt.
Da das Bundesamt kein Geld für Demonstrationen vergeben hat, ist das Logo fehlt am Platz und darauf weißt es hin. Das Bundesamt achtet einfach darauf, dass diese Grenze gewahrt bleibt. Wenn die NGO nicht das Geld und das Logo verwenden, ist dem Amt aber egal was die NGO macht.

Und worauf ich eigentlich hinauswollte: Es geht ja um Parteieinflüsse. Nicht um Amtseinflüsse. Die NGO spricht mit dem Amt über ein Projekt. Dafür erhält sie Leistungen und das Amt erhält ein Projektresultat. An der Stelle kann man von gegenseitiger Beinflussung sprechen. Aber das Amt ist neutral und das Projekt soll auch neutral sein.
Es geht bei dieser Umfrage meiner Meinung nach nicht um diese "Transaktion". Es geht darum, ob NGOs Geld bekommen um damit Projekte zu machen, die von Parteien beinflusst sind oder sich gegen andere Parteien stellen, womit das Geld keiner neutralen Verwendung mehr zukommen würde. Oder andersherum wäre noch möglich, aber darauf zielt die Anfragen nicht ab, dass das Amt von Parteien beinflusst ist und Gelder an NGOs nicht neutral vergibt.

Und wie gesagt, wie Neutral das wirklich zugehen soll steht nicht fest. Letztendlich geht die Union noch einen Schritt weiter als ich einen Abschnitt oben beschreibe. Es geht in die Richtung, dass eine NGO gar nicht mehr von der Neutralität abweichen darf, sobald sie irgendwie gefördert wird. Auch wenn die Förderung in einem ganz anderen Bereich für eine ganz andere Tätigkeit und unter Einhaltung der damit einhergehenden Auflagen stattfand.
Schon interessant, mich würde da interessieren was das genau für Kriterien sind die beachtet werden müssen, ich habe z.B letztes Jahr gelesen das die Filmförderung mit einem eher grünen Anstrich übzogen werden sollte, also Regeln zu öko, Diversität, Beauftragte die da drüber schauen usw. nebenbei keine Ahnung ob das am Ende wirklich so beschlossen wurde.
Wird da bei Vereinen stark darauf geachten ob die Vorrausetzungen erfüllen? Also beispielsweise generell eine "Woke" Einstellung bevorzugt? Wenn man die Regeln da einseitig setzt könnten eher konservative Vereine ja z.B aus der Förderung rausfallen. Das einige Vereine und auch Demos nur einen Teil der Gesellschaft vertreten haben dürfte ja durch die Wahl klargeworden sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 05.März 2025, 21:23:04
https://www.deutsche-finanzagentur.de/bundeswertpapiere/bundeswertpapierarten/bundesanleihen


Der Zinssatz für Bundesanleihen ist direkt mal um 0,4% hochgegangen. Höchster Wert seit 2010. Glückwunsch Herr Merz. Ihr reichen Freunde freuen sich gerade einen Ast über die neuen Zinseinnahmen.


https://de.investing.com/rates-bonds/germany-10-year-bond-yield
Mit der Bekanntgabe übrigens nochmal ein schöner Anstieg gestern Abend.


https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77722/umfrage/rendite-von-zehnjaehrigen-staatsanleihen-nach-europaeischen-laendern/
Wie es endet wenn man die Verschuldung zu hoch treibt? Schaut mal die Rendite für Staatsanleihen im Dezember letzten Jahres. Die USA zahlen höhere Zinsen auf die Staatsanleihen als Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich. Wird Zeit, dass wir es genauso wie die USA machen...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 06.März 2025, 18:15:05
Ich habe mich mit Eurer Diskussion nicht befasst und habe mir auch nicht die Vor- und Nachteile angesehen. Ich schreibe rein aus meinem Gefühl heraus. UND ich will nicht werten, was Merz da tut und vorher gesagt hat. Aber ich empfinde es als Wohltat, dass nach dem Stillstand der letzten Jahre bereits jetzt schon etwas bewegt wurde. Ich bin klar der Meinung, dass das Land Investitionen braucht, nachdem über Jahrzehnte kaputtgespart wurde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 06.März 2025, 22:40:54
Ich bin klar der Meinung, dass das Land Investitionen braucht, nachdem über Jahrzehnte kaputtgespart wurde.

Stimmt. Aber ich bleibe dabei. Die Reihenfolge ist grundverkehrt. Erst gehört zusammengestrichen, was nicht notwendig ist. Auch diverse Auslandshilfen und "komische" Projekte gehören für mich dazu. Dann muss ein Bedarfsplan aufgestellt werden. Es wird entschieden wo investiert wird und was damit erreicht werden soll. Erst dann sollte eigentlich die Schuldenbremse gelockert werden. Dann könnte ich damit wesentlich besser leben.

So sieht es nach Aktionismus aus. Außerdem spielt man der AfD doch wieder in die Karten, wenn das Sondervermögen jetzt noch unter alter Besetzung beschlossen wird. Das bietet Angriffsfläche.

Plus. Das ist ein großes Entgegenkommen von Merz in Richtung SPD. Daran gab es auch, verständlich, viel Kritik. Ich habe dieses Jahr CDU gewählt. Das die Schuldenbremse fällt stört mich (eigentlich - siehe oben) nicht. Aber ich erwarte bei der SPD jetzt ein ebenso großes Entgegenkommen bei Asyl und Bürgergeld. Und da bin ich mir halt noch nicht so sicher, dass die SPD-Granden das auch so sehen.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Kaliumchlorid am 07.März 2025, 05:02:40
Plus. Das ist ein großes Entgegenkommen von Merz in Richtung SPD. Daran gab es auch, verständlich, viel Kritik. Ich habe dieses Jahr CDU gewählt. Das die Schuldenbremse fällt stört mich (eigentlich - siehe oben) nicht. Aber ich erwarte bei der SPD jetzt ein ebenso großes Entgegenkommen bei Asyl und Bürgergeld. Und da bin ich mir halt noch nicht so sicher, dass die SPD-Granden das auch so sehen.

LG Veni_vidi_vici

Sehe das eher nicht als Entgegenkommen an, sondern Merz schaut, dass er Geld für seine Kanzlerschaft bekommt. Denn das Wahlprogramm, das sich die CDU vorstellt, weist halt doch gravierende Defizite auf. Und wenn Merz und die CDU sich diese Geld nicht über eine ordentliche Vermögens- und Erbschaftssteuer holen möchte, müssen sie es eben über neue Schulden machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.März 2025, 08:31:13
Plus. Das ist ein großes Entgegenkommen von Merz in Richtung SPD. Daran gab es auch, verständlich, viel Kritik. Ich habe dieses Jahr CDU gewählt. Das die Schuldenbremse fällt stört mich (eigentlich - siehe oben) nicht. Aber ich erwarte bei der SPD jetzt ein ebenso großes Entgegenkommen bei Asyl und Bürgergeld. Und da bin ich mir halt noch nicht so sicher, dass die SPD-Granden das auch so sehen.

LG Veni_vidi_vici

Sehe das eher nicht als Entgegenkommen an, sondern Merz schaut, dass er Geld für seine Kanzlerschaft bekommt. Denn das Wahlprogramm, das sich die CDU vorstellt, weist halt doch gravierende Defizite auf. Und wenn Merz und die CDU sich diese Geld nicht über eine ordentliche Vermögens- und Erbschaftssteuer holen möchte, müssen sie es eben über neue Schulden machen.

Ich verstehe diese Argumentation. Aber es gab ja vorher ein Treffen. Dort wurde aufgezeigt, dass weniger Geld verfügbar ist, als gedacht. Auch wegen der vorherigen Regierung unter SPD Beteiligung? In jedem Fall musste Merz ein Wahlversprechen kassieren. Das kostet ihm vertrauen. Und da reicht von der SPD halt nicht aus nur das Bürgergeld umzubenennen. Ich bin schon der Meinung und wäre sehr enttäuscht, wenn von den Roten bei Migration und/oder Bürgergeld nicht auch eine größere Bewegung eintritt. Denn auch damit ließe sich die neue Regierung (weniger Kosten für Bürgergeld) ein Stück weit gegenfinanzieren - allerdings in diesem Fall ohne Schulden.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 07.März 2025, 10:09:07

Ich verstehe diese Argumentation. Aber es gab ja vorher ein Treffen. Dort wurde aufgezeigt, dass weniger Geld verfügbar ist, als gedacht. Auch wegen der vorherigen Regierung unter SPD Beteiligung? In jedem Fall musste Merz ein Wahlversprechen kassieren. Das kostet ihm vertrauen. Und da reicht von der SPD halt nicht aus nur das Bürgergeld umzubenennen. Ich bin schon der Meinung und wäre sehr enttäuscht, wenn von den Roten bei Migration und/oder Bürgergeld nicht auch eine größere Bewegung eintritt. Denn auch damit ließe sich die neue Regierung (weniger Kosten für Bürgergeld) ein Stück weit gegenfinanzieren - allerdings in diesem Fall ohne Schulden.

LG Veni_vidi_vici

Nein das ist aus meiner Sicht Kalkül gewesen seitens Merz und CDU/CSU. Seit es das Wahlprogramm gibt war klar das das nicht finanzierbar ist was die CDU sich vorstellt ohne das man entweder neue Schulden macht oder an anderer Stelle spart bzw. Steuern erhöht. Jetzt damit zu kommen das man sich dem Kurs der SPD anschließt oder das weniger Geld verfügbar ist als gedacht ist einfach Verarschung des Wählers in kürzester Zeit und ein sehr einfach zu druchschauendes Manöver. Für die SPD ist das aus meiner Sicht auch nicht ungefährlich. Irgendwie lässt man das unkommentiert stehen und macht mit. Ich sehe schon das Merz das ganze auf die SPD schiebt und das man sich ja nur angenähert hat.  ::) Bzw. die Bild titelt ja schon das die SPD Merz zu diesen Mega Schulden Deal "zwang". Ekelhaft diese Zeitung.

Es wird also schon sehr in die Richtung manipuliert das Merz gar keine andere Wahl hat.  ::) Kommt ihm gelegen aber jeder normaldenkende Bürger weiß wie es wirklich war und zwar das die CDU von vorneherein genau dieses Szenario geplant hat, da ja absehbar war das man nur mit SPD und evtl. noch den Grünen eine Regierung bilden kann und beiden Parteien den schwarzen Peter zu schieben wollte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 07.März 2025, 14:01:27
@Noergelgnom, interessant das du mich ansprichst wo ich mit keinem Wort behaupte das Schulden schlecht sind. Mich nervt nur Merz offensichtlicher Kurswechsel, nachdem er und die CDU/CSU die Ampel Regierung verteufelt hat mit ihren Plänen und die CDU im Wahlkampf so getan hat als wenn ihre Wahlversprechen ohne neue Schulden machbar wären. Dazu Merz dämliches schwäbische Hausfrau Gleichnis. Dieses Kurswechsel ist einfach nur frech und zeigt mal wieder wie der Wähler verarscht wird. Und da kann man der CDU dann nur vorwerfen keinen ehrlichen Wahlkampf geführt zu haben. Ich weiß auch nicht was das sollte, da jeder realist wusste ohne neue Schulden wird es nicht gehen.

Dazu sehe ich nicht das uns Investitionen von nochmal 400 Milliarden in die Bundeswehr in irgendeiner Art und Weise nützen. Investitionen in Infrastruktur da gehe ich mit das ist mehr als überfällig und bringt am Ende des Tages auch etwas.
Aber bei der Bundeswehr werden diese 400 Milliarden irgendwo versickern und es wird enden wie immer bei der Bundeswehr. Nichts funktioniert und man hat wieder horrende Summen ausgegeben für Berater, PR Kampagnen oder Kleidung.  ::)
Ich würde sogar auch diese Investition unterstützen wenn ich nicht wüsste das sich damit einige die Taschen vollmachen werden und in den Entscheidenden Posten unfähige Personen sitzen die keine Ahnung von der Materie haben.
Unser gefühlte Sicherheit wird davon sicher nicht profitieren.

Ansonsten stimme ich dir zu. Ich kann dieses deutsche Problem mit Schulden auch nicht verstehen. Eben was du ansprichst notwendige Investitionen auf zukünftige Generationen abzuwälzen ist verantwortungslos. Es dann auch noch mit der Begründung zu tun man wolle diese Generationen vor den horrenden Kosten schützen ist eine ekelhafte Argumentation.
Trotzdem gehört in Deutschland der ausufernde Beamtenapparat und andere Kostenexplosionen im Haushalt dringend auf den Prüfstand.

@kn0xville:
@TNDO
:

Irgendwie hab ich die "Stoßrichtung" Eurer Beiträge beim ersten Lesen falsch verstanden, sorry.
Dass Merz die Schuldenbremse auszuweichen gedenkt, war mir schon ein paar Wochen vor der Wahl klar, als er in diversen Interviews klare Bekenntnisse zu diesem Instrument vermieden hat.
Aus meiner Sicht hat er daher auch keinen offenen Wortbruch begangen, sondern nur einen impliziten, sozusagen.
Wortklauberei, ist mir auch klar. ;)

Und klar, der Beamtenapparat hat sich auch in D längst verselbständigt, da sind inzwischen etliche kleine, mittlere und unfaßbar große Privilegien, Sonderrechte, Ungereimtheiten und Unverschämtheiten aufgelaufen, die ihren Teil zur Situation beitragen.
Beispiele dafür hat wohl jeder von uns zu Dutzenden vor dem geistigen Auge.

Was die Milliarden für die Bundeswehr angeht, bin ich zuerst instinktiv auf der Seite der Kritiker. "Aufrüstung ist aus vielen Gründen schlecht." ist ganz tief in meinem Wertekanon verankert.
Wenn ich mir die Realität anschaue, kann ich diesem Instinkt aber leider nicht folgen.
Ja, es bleibt furchtbar, haufenweise Geld, für das es buchstäbliche tausende bessere Verwendungsmöglichkeiten gäbe, in die Rüstung zu stecken.
Aber es nicht zu tun wäre Vogel-Strauß-Taktik und nur mit der Hoffnung erklärbar, dass mindestens einer (besser beide) aus dem duo infernale Donald "Krasnov" Trump oder Wladimir "Niemand hat die Absicht, einen Angriffskrieg zu führen." Putin zur Besinnung kommt.
Und das ist leider nicht zu erwarten.

Daher: ja, wahrscheinlich versickert ein Teil der 400 (+x) Milliarden irgendwo. Wenn wir sie nicht ausgeben, steigt allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft nicht mehr das deutsche Parlament entscheidet, wie wir unser Geld zu verschwenden gedenken.  ::)




Ich bin nicht grundsätzlich gegen Schulden an sich. Auch die Schuldenbremse erlaubt Schulden in einem gesunden Maß. 0,35% der Wirtschaftleistung dürfen ohne Einschränkung als neue Schulden aufgenommen werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung_der_Vereinigten_Staaten#/media/Datei:Total_US_Federal_Debt_by_President_(1940_to_2015).png
Hier mal die Staatsverschuldung der USA, welche übrigens komplett abhängig sind vom Konsum der "Reichen". Die haben nämlich dass Vermögen, dass dort den Schulden entgegensteht. Die Mehrheit der Menschen dort haben nichts. Das sollte kein Vorbild für uns sein. Du siehst auch einen exponentiellen Verlauf, der sich beschleunigt. Goldman-Sachs geht davon aus, dass bei der gegenwärtigen Entwicklung in den 2030ern die USA an ihren Schulden ersticken. Warum wohl passiert jetzt das mit Doge und warum sind die auf einmal so hinterher einzusparen? Bei allem was man Trump und Elon vorwerfen mag : Sie haben gesehen, dass die USA so nicht weitermachen können. Und sie hatten als Weltleitwährung die Möglichkeit ihre Staatsschulden als Dollar zu drucken und dann zu "exportieren". Die Möglichkeit haben wir hier nicht.
Die Folgen übrigens sind nicht zu übersehen : Die "Reichen" werden immer schneller reich und die "Armen" werden immer schneller ärmer und ärmer. Staatsverschuldung hilft vor allem auch den "Reichen", die dann von den Zinserträgen leben können. Die Schuldenpoltik schadet also der Mittelschicht und den Armen, auch in Deutschland. Oder hat einer hier massenhaft Staatsanleihen, mit denen er von den "neuen Schulden" profitiert?
Ihr könnt natürlich versuchen Schulden wegzuinflationieren. Das haben wir ja schonmal probiert und die Folgen haben Generationen in Deutschland entscheidend geprägt. Oder die südeuropäischen Länder haben das früher gemacht, das ging dann aber mit dem Euro nicht mehr. Frag mal die Griechen was dann passiert.


Kommen wir nun zu einem weiteren Thema. Ich halte nichts von Merz, schon vor der Wahl nicht. Seine Wahlgeschenke will er ja irgendwie finanzieren. Und ich befürchte (Achtung Spekulation!), dass er die beiden größten Posten hinter dem Sozialetat (Verteidigung und Infrastruktur) aus dem Sondervermögen finanziert und im normalen Haushalt dort dann Gelder "freiwerden", die er dann woanders einsetzen kann. Wäre eine ziemlich miese Nummer und daher bei Merz sehr gut vorstellbar. Merz als Kanzler finde ich sogar schlimmer als Habeck (als Ex-JUler eine harte Aussage).


Hier mal etwas aus dem Bundestag :
https://dserver.bundestag.de/btd/20/097/2009761.pdf
Wir haben Milliarden in Infrastruktur im Ausland investiert, während hier die Schulen verrotten. Geht gerne einmal durch, was dort alles ausgegeben wird. Dann brauchen wir uns nicht mehr drüber zu unterhalten, wo unser Geld bleibt...

Die USA sind ganz sicher nicht "komplett abhängig vom Konsum der Reichen", denn der Konsum einer Bevölkerung wird in seiner überwältigenden Mehrheit durch diejenigen Bevölkerungsteile generiert, die Massenwaren kaufen - von Nahrung über Genußmittel und Reisen bis hin zu Mieten (wobei "Massenwaren" hier natürlich kein korrekter Begriff mehr sind).

Mehr als (dekadent) essen kann auch Elon Musk nicht. Und selbst wenn der sich jeden Monat einen neuen JumboJet (ca 290 Millionen) kaufen würde, fiele das in der Gesamtbetrachtung nicht mal  stark ins Gewicht als wenn sich jeder US-Bürger einmal im Monat ein Kilogramm Bananen (aktuell ca 1,70 Dollar) kauft.
Reich sein kurbelt nämlich nicht den täglichen Konsum an, sondern den Vermögensaufbau - von dem der Binnenkonsum nichts hat.

Dieses Argument "Die Reichen finanzieren alles" ist schon immer ein Strohmann-Argument gewesen - denn die Reichen sind auch diejenigen, die sich über die Steuererklärung und etliche dort nutzbare Tricks einen Gutteil der Summe zurückholen können.
Stichworte: "Stiftungsvermögen und Spenden", "Abschreibungen auf Investitionen" (deren Gewinne selbstverständlich dem Unternehmer zustehen, während das unternehmerische Risiko der Anschaffung genauso selbstverständlich der Staat und damit die Bevölkerung trägt).

Und (etwas mehr als) die Hälfte der Menschen hierzulande hat auch nichts. Die unteren 50% der deutschen Bevölkerung verfügten 2017 laut Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken gerade mal über 2,6% des gesamten Vermögens.
Und die USofA mögen zwar an ihren Schulden ersticken, das liegt aber daran, dass sich das Vermögen auch in den USA bei immer weniger immer reicheren Personen konzentriert, die nichts damit anzufangen wissen und es jedenfalls nicht wieder in Umlauf bringen.
Die unteren 80% der Bevölkerung haben gar keine andere Wahl, als (nahezu) das gesamte Einkommen sofort wieder auszugeben.
Genaugenommen haben die USA nicht nur eine Schulden-, sondern vor allem auch eine Einnahmekrise, hervorgerufen durch genau diejenigen, die jetzt im Oval Office sitzen und Massenentlassungen als Allheilmittel preisen.
(Und von den Demokraten vorher genauso - es ist die große Tragödie der USofA, dass die angebliche "älteste Demokratie der Welt" seit langem wenig mehr als ein Selbstbedienungsladen für das oberste Prozent der Bevölkerung ist. )


(Es ist übrigens bestimmt richtig, dass ein Teil der Beamten in den USA wie auch bei uns einfach unnötige Posten besetzt - aber selbst wenn die gesamte Staatsverwaltung entlassen würde, hätte das keine Lösung der Krise zur Folge.
Ganz im Gegenteil - der Konsum dieser Menschen würde mangels Einkommen aus neuen Jobs ja auch noch wegfallen, weil auch den Unternehmen in Krisensituationen traditionell nichts anderes einfällt, als die Belegschaft auf die Straße zu setzen, sich mit dem Prosecco in den elitären Club zu setzen und zu jammern, wie schlecht man doch dran ist. Zynismus Ende.)

Nicht falsch verstehen: ich agitiere ganz sicher nicht für eine zügel- und wahllose Neuverschuldung.
Und die Mißbrauchsorgien, die (in D genauso wie in den USofA) zB während Covid-19 sowohl auf Bürokraten- als auch auf Unternehmens- und Privatpersonen-Ebene mit staatlichem Geld gefeiert worden sind, gehören zu den dunkelsten Kapiteln der jeweiligen Finanzgeschichte, so wie die ungeheure Treuhandkorruptionsgeschichte, der Flick-Skandal, Kohls Leuna-Deal oder Scholz' CumEx-Skandal (jeder darf ja mal).
Aber sich hinzustellen und den vom ahnungslosesten Wirtschaftsminister ever, his inferior majesty Patr... äh ... Christian Lindner, auch noch künstlich kleingerechneten Neuverschuldungsrahmen als DIE Lösung anzusehen, ist genauso weltfremd.

Wir brauchen doch allein für die zentralen Bereiche der verrotteten Infrastruktur hunderte Milliarden Euro. Und zwar jetzt, nicht 2100!
Es ist schließlich nicht eine Brücke in Dresden, eine Schule, eine Bahnstrecke oder eine Autobahn, die dringend der Aufmerksamkeit bedürfen - je nachdem, welcher Rechnung man glaubt, brauchen wir in den nächsten 3-6 Jahren zwischen 250 und 800 Milliarden Euro, um auch nur die unaufschiebbaren Sachen zu erledigen.
(Da ist noch kein Euro in Richtung Klima, Verteidigung oder Zukunftstechnologien geflossen, da ist nichts neugebaut - Stichwort: sozialer Wohnungsbau, um gegen die nächste Krisenurgewalt anzukämpfen - das ist nur zum reparieren dessen nötig, was schon da und kurz vorm Einsturz ist!)

All diese Kosten Schuldenbremse-konform zu decken ... da reden wir nicht über "die nächste Generation", die als immer Feigenblatt in dieser Diskussion herhalten muß, sondern über einen Zeitraum bis ins nächste Jahrhundert...


Ach ja: Doge gibt es, um den Superreichen (und da vor allem Elon Musk und denjenigen, die Donald die Präsidentschaft gekauft haben) noch mehr Möglichkeiten zu geben, Geld zu scheffeln, egal wie, ohne dass lästige Gesetze dazwischenfunken.
Schau Dir an, wo der Rotstift angesetzt wird, schau Dir an, aus welchen Abkommen Donald ausgetreten ist oder den Austritt angekündigt hat, schau Dir an, warum er so hinter bestimmten souveränen Staaten her ist ... das hat doch nichts damit zu tun, dass er sich Sorgen um die Verschuldung der USofA macht!
Der Typ ist die personifizierte Schulden-Jongleur-Nummer, mutmaßlicher Geldwäscher für die Mafia, seine Familie ist mit mobilen Puffs und Casinos reich geworden.
Dem gehen alle seine Mitbürger und auch der Staat, den er jetzt so leitet wie eine Außenstelle von Inkasso Moskau (Lügen, Betrügen, Drohen, Schutzgeld erpressen) soweit am gelifteten Allerwertesten vorbei, dass er die nichtmal mit dem Fernglas noch findet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.März 2025, 14:03:19

Ich kürze auch ab.  :D


Bei dem Punkt mit der Einwanderung sind wir ja dann mit ähnlichen Gedanken unterwegs. Ich kritisiere ja nur, dass die Politiker das nur schwarz und weiß sehen. Die AFD will Grenzen ganz schließen, keine EU, gar nichts. Die Union hat mit diesen 5 Punkten in ein ähnliches Horn geblasen. Scholz hat sich in einem Duell mit Merz schon fast gestritten, wer stärker die Grenzen zu machen und das Problem beheben könnte. Ansonsten hört man von Teilen der SPD und vom ganzen Rest nur empörendes nö.
Eine sinnvolle Debatte über realistische Wege die respektvoll mit den vielfältigen Hintergründen und Beweggründen der Menschen die zu uns kommen und im Gegensatz mit unseren Grundwerten und Überzeugungen national und auf europäischer Ebene umgehen vermisse ich seit Jahren. Stattdessen ist es einfach ein polarisierendens Empörungsthema und die Debatte und die Wortwahl verschärft sich immer weiter.
Das wird auch nicht den Ängsten und Sorgen der Bevölkerung recht, wenn die politische Führung nur in Extremen spricht und damit nie zum Punkt kommt. Keine leichte Aufgabe, aber ich sehe nicht mal den Versuch.



Zu dem Demokrate Leben Thema:
Ich überlege da immer mal wieder dran herum. Ich würde sagen, dass sich das ganze Programm eher an mitte bis links wendet, weil es nunmal ihr Feld bedient. Das ist eine reine Vermutung und ich wäre gerne an deiner Einschätzung interessiert. Ich beobachte zumindest, dass viele zivile Organisationen und Gruppen die sich mit Themen wie Gleichwertigkeit, Vielfalt, Toleranz, Verständnis, Rechtsstaatlichkeit, Förderung und Bildung von Demokratie und dem Schutz der Menschenrechte widmen eher aus mitte bis linken Teilen der Gesellschaft kommen.
Das ist gar keine Kritik am Programm, sondern meine Einschätzung der Bevölkerung. Oder das Eingeständnis, dass ich offensichtlich einen blinden Fleck habe. Aber alle Programm und Vorstöße in dieser Richtung, die ich kennen, oder die mir zumindest in den Sinn kommen, sind eher geprägt von einer linken Idee. Es gibt auch Forschung, die belegt, dass sich der konservative Teil der Bevölkerung eher nicht aktiv in die Gesellschaft einbringt.

Falls das stimmt, was ich in Frage stelle, würde das für mich zumindest nahe legen, dass ein überwiegender Teil der Projektanträge links sind und damit bei den bewilligten Anträgen linke Projekte überwiegen. Da würde ich dann allerdings keine Agenda unterstellen. Wenn ich alle Kinder belohne, die ein rotes Auto malen, dann werde ich viele rotes Autos zu Gesicht bekommen. Damit ist nicht der Malwettbewerb zu kritistieren, sondern höchstens die Frage zu stellen, ob es wo anders auch um blaue Flugzeuge geht.

Da der Backlash zu dem Begriff Woke dazu geführt hat, dass er alles in diese Richtung als negativ gesehen wird, bin ich mir nicht sicher was du meinst. Ein Unterpunkt der Projekte bei Demokratie Leben sollen Zusammenhalt, Menschenfeindlichkeit, eine offene Gesellschaft sowie Toleranz fördern. Dazu gehört dann ganz sicher auch Bemühungen gegen Rassismus, Sexismus, Homophobiem Transphobie und so weiter. Das wäre dann wohl woke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.März 2025, 17:00:04
@Noergelgnom :
Die Hälfte aller Konsumausgaben in den USA stammen von 10 Prozent der Bevölkerung, die auch wahrscheinlich massiv Staatsanleihen kaufen können (Zinssatz 4,4% pro Jahr und damit höher als in Italien, Griechenland, Frankreich).
https://www.spiegel.de/wirtschaft/usa-wirtschaft-wird-immer-abhaengiger-von-reichen-a-55837c04-6f81-4b51-ab0d-5c42d5c49f5e (https://www.spiegel.de/wirtschaft/usa-wirtschaft-wird-immer-abhaengiger-von-reichen-a-55837c04-6f81-4b51-ab0d-5c42d5c49f5e)

(https://photos.app.goo.gl/3u98QCeeVdhS57k69)
Zu deinem Einwand, dass in den USA die unteren 80% der Bevölkerung dank Inflation selbst ihren bisherigen Konsumlevel nicht aufrechterhalten können. Das stimmt und trotzdem geben sie mehr aus, als sie einnehmen. Brauche glaub ich nicht ausführen wozu das führt. Table 2 zeigt das DPI (Disposable Personal Income) und dann die PS (Personal Savings), die bei den unteren 20% der Amerikaner 700 Dollar pro Monat negativ ist. Die grüne Linie PCE (Personal Comsumption Expenditures) ist nämlich höher als das DPI und das nicht erst seit gestern. So kommen ruckzuck heftige Schulden zusammen, denn damit wird das finanziert.
(https://photos.google.com/photo/AF1QipOWFFGhKN5YFKe7oi7i44QLc880mFswNcChZ3p7)

(https://photos.google.com/photo/AF1QipOWFFGhKN5YFKe7oi7i44QLc880mFswNcChZ3p7)
In Table 1 sieht man die Gesamtkonsumausgaben der einzeln percentile (in 20er-Schritten). In 2022 haben
die unteren 20%      : 1.371.636,553 Billion $ (Millarden Dollar) an Konsumausgaben gehabt
die 20-40%-Gruppe : 2.060.659,033 Billion $
die 40-60%-Gruppe : 2.521.864,297 Billion $
die 60-80%-Gruppe : 3.224.412,674 Billion $
die oberen 20%       : 6.056.651,865 Billion $
Die oberen 20% haben also soviel 10% mehr für Konsum ausgegeben wie die unteren 60% zusammen. Und nebenbei haben sie auch noch die höchste Sparrate, die über Anleihen und Aktien/Immobilien noch mehr Geld generiert. Denen jetzt auch noch mehr Anleihen zum Kaufen bereitzustellen erhöht den Zinssatz (höheres Angebot bei gleicher Nachfrage) und somit auch die Ungleichheit.

Quelle und Link: https://www.bls.gov/cex/pce-ce-distributions.htm (https://www.bls.gov/cex/pce-ce-distributions.htm)


(https://www.federalreserve.gov/econres/notes/feds-notes/fig3-3611.png)
Quelle : https://www.federalreserve.gov/econres/notes/feds-notes/a-better-way-of-understanding-the-u-s-consumer-decomposing-retail-spending-by-household-income-20241011.html (https://www.federalreserve.gov/econres/notes/feds-notes/a-better-way-of-understanding-the-u-s-consumer-decomposing-retail-spending-by-household-income-20241011.html)


Was man hier sieht ist die Entwicklung der Konsumausgaben in den USA aufgeschlüsselt nach Haushaltseinkommen. Wie man sieht konnten die Low Income-Households durch die Corona-Hilfen kurzfristig ihre Ausgaben erhöhen. Generell sehen die Middle-Income-Earner und die Low-Income-Earner eher schlecht aus, steigen ihre Konsumausgaben schwächer als die der High-Income-Earner.


Das schlimme bei den Schulden ist, dass es eine verkappte Umverteilung von unten nach oben ist. Die wollen das Geld von der Anleihe nicht zurück sondern nur auf ewig die Zinsen kassieren. Nannte sich früher Schuldknechtschaft, heute nennt man es anders, das Prinzip bleibt gleich. Denn wer kauft denn die Staatsanleihen in sein Portfolio? Sicher nicht der "normale Bürger", sondern die, die ohnehin schon viel Geld haben. Die erhöhen sich ihr Einkommen damit und zahlen tut es am Ende doch der Steuerzahler, als auch du und ich...

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/europa-verteidigung-kosten-finanzierung-anleihenmarkt-100.html (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/europa-verteidigung-kosten-finanzierung-anleihenmarkt-100.html)

Hier nochmal aus ganz seriöser Quelle, dass die USA höhere Zinssätze für ihre Anleihen zahlen und dass in Deutschland nach Merz Ankündigung exakt diese Zinssätze hochgehen. Das wirkt sich auch auf die Bauzinsen und die Inflation aus. Wer also ein Eigenheim bauen möchte, wird sich auch auf wesentlich höhere Kosten einstellen müssen (die sind eh schon extrem hoch). Nicht nur wegen der hohen Bauzinsen, sondern auch weil der Fachkräftemangel allgegenwärtig ist bei Handwerker. Will ja keiner mehr mit seinen Händen Geld verdienen, sondern lieber Häuptling im Büro sein. Hat schon jemand mal einen Indianerstamm gesehen, der nur aus Häuptlingen besteht? Ich nicht... Aber dieser Handwerkermangel wird sich eher noch verschlimmern, weil die Sanierungen ja irgendjemand übernehmen muss. Und wenn sie das machen bleibt weniger Zeit für den privaten Bereich. Habe letztes Jahr meine Heizung reparieren lassen. 2 Firmen haben auf der Webseite schon geschrieben, dass sie komplett ausgebucht sind, die dritte hat mich noch irgendwie in den Zeitplan gequetscht, ich musste nur 2 Wochen warten (Glück gehabt). Stellt euch mal vor, wir sanieren jetzt noch unsere Infrastruktur? Dann ist für die privaten Bauvorhaben wieder DIY angesagt. Ich vermisse hier bei Merz die Weitsicht auch mal den Handwerkermangel zu beheben, indem man mehr Leute fürs Handwerk begeistert. Aber Merz ist dazu zu charakterlos und abgehoben (ich konnte ihn noch nie leiden, sry).




Kommen wir zu deinem Einwand, dass wir die Infrastruktur jetzt brauchen. Bin ich komplett deiner Meinung, aber :
Wie oben geschrieben haben wir gar nicht genug Handwerker. Wir müssen also erstmal genug Leute qualifizieren in Handwerksberufen. Ansonsten ziehen wir nur Ressourcen von den privaten Bauträgern ab und erhöhen die Kosten für das Bauen in Deutschland. Dazu müssten wir unsere Genehmigungsverfahren entschlacken und darüber nachdenken, wieso so wenig gebaut wird.
Ich zitiere hier mal Dietmar Walberg (Leiter der Kieler Bauforschungsinstitut Arge) :"Wer profitabel Mietwohnungen bauen will, müsse 20 Euro pro Quadratmeter an Miete verlangen." Das liegt an Knappheit an Handwerkern, aber auch an den Baunebenkosten und Bauvorschriften, die einen lähmenden Einfluss durch ihre bürokratische Ausgestaltung haben. Die beiden Hebel würden alleine dazu führen, dass wieder mehr gebaut wird, das bauen günstiger wird und auch die Wohnungsmieten wieder sinken können. Und wer jedes Jahr 500.000 Einwanderer will muss für diese auch Wohnungen haben, denn es ist nicht zumutbar, dass diese jahrelang in Turnhallen und Flüchtlingsunterkünften abgeschoben werden.

Anbei mal die dazugehörige Studien
https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/ARGE/ARGE-Studie_ (https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/ARGE/ARGE-Studie_)–_Wohnungsbau-Tag_2024.pdf

Auf Seite 19 dazu nochmal :
"Eine frei finanzierte Vermietung lässt eine monatliche Kaltmiete je Quadratmeter Wohnfläche von unter ca. 17,50 € auf dem aktuellen Kosten- und Zinsniveau kaum mehr zu."
"Weitere, qualitative Anforderungen für die Erstellung von Wohngebäuden machen die Realisierung von bezahlbarem Wohnraum kaum noch möglich."

Auf Seite 21 dazu noch die Entwicklung der Bauwerkskosten. Man sieht ganz deutlich den Anstieg für die Ampelgesetze und die Auswirkungen dessen.
Seite 23 geht hier nochmal mehr ins Detail. Der Rohbau hat von 2000 bis 2023 seine Kosten um 100% gesteigert. Die Baunebenkosten (Expertengutachten, Abgaben/Gebühren) um 132% und dank EnEV/GEG, EEWärmeG hat sich der technische Ausbau um 336% verteuert...

Zu deiner Auflistung von Skandalen : Ja, da bin ich voll bei dir. Dass Kohl und Scholz überhaupt Kanzler bleiben durften ist schon ein Schlag ins Gesicht eines jeden ehrlichen Bürgers. Schreib du mal dem Finanzamt, dass du dich wie Scholz an bestimmten Dinge nicht erinnern kannst. Dann stehen die sofort vor deiner Tür und pfänden dich bis du pleite bist.

Zu Doge : USAID hat wie auch die dt. Entwicklungshilfe einen extremen Hang zur Geldverschwendung (habe hier einen Link gepostet zu einer Anfrage der cdU hinsichtlich der Verwendung von Mitteln).
Aber gehen wir doch den bisherigen Haushalt 2025 des Bundes durch
https://www.bundeshaushalt.de/DE/Bundeshaushalt-digital/bundeshaushalt-digital.html (https://www.bundeshaushalt.de/DE/Bundeshaushalt-digital/bundeshaushalt-digital.html)
37,59% gehen an : Kommandobehörden und Truppen, Sozialversicherungsbeiträge, Fürsorgemaßnahmen und Versorgung für Soldatinnen und Soldaten
15,34% Unterbringung
15,01% Bundeswehrverwaltung, Universitäten der Bundeswehr, Militärseelsorge usw.
12,76% Materialerhaltung (das erste was unsere Ausrüstung betrifft)
7,75% sonstiger Betrieb der Bundeswehr
4,66% Militärische Beschaffung (neue System = unter 5%)
Wir verschwenden ziemlich viel Geld denke ich...

Achtung persönliche Meinung :
Friedrich Merz macht Politik für seine reichen Freunde (die freuen sich über neue Staatsanleihen und höhere Zinsen darauf) und kauft sich die Kanzlerschaft. Die spD kommt hier gestärkt raus. Die cdU hat Merz mit seiner Verlogenheit hingerichtet. Statt die afD zu halbieren, halbiert er die Union und bringt die afD auf 30+%. Merz ist der Steigbügelhalter für die afD und ich hasse ihn dafür. Damit bin ich nicht allein, viele aus cdU-nahen Kreisen sind komplett entsetzt und viele cdU-Wähler enttäuscht und ein paar die ich kenne, die Wahlkampf für die Union gemacht haben, sind aufgrund seines Kurswechsels extrem sauer. Die haben den potentiellen Wähler auf der Straße Dinge erzählt, die er jetzt in Rekordzeit komplett über den Haufen wirft. Das kann nicht sein. Und auch wenn ich meist eher nicht mit Merkel einer Meinung bin, so bin ich in Sachen Ablehnung von Friedrich Merz ganz bei ihr. Der Typ gehört nicht in die Politik und schon genau ins Kanzleramt. Ihn überhaupt zu nominieren war schon dämlich. Die cdU hat nicht wegen sondern trotz ihm "gewonnen". Wobei das Wahlergebnis von 28,x% mit eines der schlechtesten ihrer Geschichte war.

Ich weiß dass so ein langer Post schwer zu lesen ist. Ich habe mich aber bemüht es kurz und leicht verständlich zu halten. Ich hoffe meine Position und warum ich bei meiner Ablehnung so eisern bin, dürfte damit klarer geworden sein.





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.März 2025, 18:47:34
Bei den Baugenehmigungen stimme ich dir zu. Das habe ich jetzt schon öfters gehört und kann ich nachvollziehen. Unserer niedrigster Standard ist zu hoch.

Ich verstehe deine Aussage zu den Militärausgaben nicht. Woran machst du an den von dir bereitgestellten prozentualen Werten fest, dass wir in dem Bereich Geld verschwenden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 08.März 2025, 08:40:56

[...]

LG Veni_vidi_vici

Nein das ist aus meiner Sicht Kalkül gewesen seitens Merz und CDU/CSU. [...]

Die Wahlprogramme aller Parteien hatten diese Lücken. Aber ja, dass von der CDU am ehesten. Dennoch hätte man ja auch damit beginnen können Förderungen für NGOs, Auslandshilfen etc. erstmal zu streichen und nicht gleich ein Sondervermögen aufzusetzen. Ich bleibe daher dabei, dass die CDU hier ein Stück weit (das Sondervermögen wird ja riesig und das entspricht halt eher den Vorstellungen der SPD-Wähler) in Richtung SPD gerückt ist. Eigenen Wählern und der Basis hat das übrigens gar nicht gefallen. Aktuell hält man sich noch zurück. Wenn es bei anderen Punkten aber keine klaren CDU-Gewinne gibt, dann kracht es auch hier eventuell nochmal.

Statt die afD zu halbieren, halbiert er die Union und bringt die afD auf 30+%. Merz ist der Steigbügelhalter für die afD und ich hasse ihn dafür.

Das stimmt so m.E.n. nicht. Merz ist kein angenehmer Mensch. Da gehe ich sogar mit. Er ist mir aber lieber als der unsichbarste und vergesslichste Kanzler ever. Er ist mir auch lieber als das lebene Paradox Weidel und ein Habeck, der seine Unfähigkeit als Wirtschaftsminister viel zu lange zeigen durfte. Die Verwunderung ist groß, dass so viele ihre Stimmen an die anderen Parteien geben. Verstehe ich persönlich nicht. Mit der aktuellen Regierung war die Mehrheit unzufrieden und es werden die gleichen lahmen Gäule ins Rennen geschickt. Söder hätte vermutlich mehr Stimmen geholt als Merz. Er hängt sein Fähnchen nach Meiner Meinung immer ziemlich nach dem Wind. Was sich zunächst  schlecht anhört bedeutet aber auch, dass er dem Willen seiner Wähler folgt. Vielleicht gibt es also Schlimmeres.

Lachhaft finde ich hingegen die Aussage, dass Merz der Steigbügelhalter für die AfD ist. Der Steigbügel wurde nämlich längst von der Ampel gehalten. Ein Anstieg bei der AfD um 50 % in den 3,5 Ampel-Jahren. Selbst die von dir prognostizierten 30 % wären im Verhältnis ein geringerer Anstieg. Die SPD wäre jeweils beteiligt gewesen. Und bevor bei der Ampel der Schwarze Peter wieder einmal in Richtung FDP geschoben wird. Es sind die Themen, wo SPD und Grüne mauern, die die AfD stark machen.

Das gilt auch für die aktuelle Koalitionsverhandlung. Die AfD wird stärker, wenn Merz sich in Sachen Asyl nicht durchsetzt. Das ist das Kernanliegen der AfD-Wählerschaft. An Merz Stelle würde ich mich auf keine Regierung mit der SPD einlassen, wenn es hier keine wesentlich strengeren Regeln gibt. Denn so bekommst du die AfD am ehesten klein(er). Persönlich verstehe ich auch nicht, warum die SPD hier dermaßen mauert. Die Mehrheit ihrer Wähler würde einen härteren Asyl-Kurs mittragen.

Was die AfD im Besonderen stark macht ist, dass die anderen Parteien zu sehr auf ihre Partei-Agenda schauen. Das Wohl oder der Wille des Volkes wird hier teilweise mit Füßen getreten. Natürlich kannst du es nicht allen Recht machen. Aber in dem Moment, wo keiner etablierten Partei eine echte Änderung/Besserung zugetraut wird, geht die Stimme derzeit zur AfD. Das ist auch aus meiner Sicht ärgerlich. Aber den Unmut über unsere aktuelle Politik und die handelnden Politiker teile ich. Und die neue Dekade beginnt aktuell mit sehr viel Konfliktpotenzial.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 08.März 2025, 21:25:19
Zitat
Lachhaft finde ich hingegen die Aussage, dass Merz der Steigbügelhalter für die AfD ist. Der Steigbügel wurde nämlich längst von der Ampel gehalten. Ein Anstieg bei der AfD um 50 % in den 3,5 Ampel-Jahren. Selbst die von dir prognostizierten 30 % wären im Verhältnis ein geringerer Anstieg. Die SPD wäre jeweils beteiligt gewesen. Und bevor bei der Ampel der Schwarze Peter wieder einmal in Richtung FDP geschoben wird. Es sind die Themen, wo SPD und Grüne mauern, die die AfD stark machen.

Die Schlussfolgerung ist etwas zu einfach - meiner bescheidenen Meinung nach.

Sieht man sich die Wählerwanderung (https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/analyse-wanderung.shtml) an, so hat die AfD von CDU/CSU mehr Wahlstimmen "gewonnen", als von jeder einzelnen Ampelpartei:

- Grüne: 100.000
- SPD: 720.000
- FDP: 890.000
- CDU/CSU: 1.010.000

Ja, in Summe hat die AfD von der Ampel als Ganzes mehr hinzu gewonnen, sondern von allen. Hinzu kommt, dass die AfD mehr Nichtwählende aktivieren konnte als die anderen Parteien. Den Schuh dürfen sich also schön alle zusammen anziehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 08.März 2025, 23:00:45

[...]

LG Veni_vidi_vici

Nein das ist aus meiner Sicht Kalkül gewesen seitens Merz und CDU/CSU. [...]

Die Wahlprogramme aller Parteien hatten diese Lücken. Aber ja, dass von der CDU am ehesten. Dennoch hätte man ja auch damit beginnen können Förderungen für NGOs, Auslandshilfen etc. erstmal zu streichen und nicht gleich ein Sondervermögen aufzusetzen. Ich bleibe daher dabei, dass die CDU hier ein Stück weit (das Sondervermögen wird ja riesig und das entspricht halt eher den Vorstellungen der SPD-Wähler) in Richtung SPD gerückt ist. Eigenen Wählern und der Basis hat das übrigens gar nicht gefallen. Aktuell hält man sich noch zurück. Wenn es bei anderen Punkten aber keine klaren CDU-Gewinne gibt, dann kracht es auch hier eventuell nochmal.

Statt die afD zu halbieren, halbiert er die Union und bringt die afD auf 30+%. Merz ist der Steigbügelhalter für die afD und ich hasse ihn dafür.

Das stimmt so m.E.n. nicht. Merz ist kein angenehmer Mensch. Da gehe ich sogar mit. Er ist mir aber lieber als der unsichbarste und vergesslichste Kanzler ever. Er ist mir auch lieber als das lebene Paradox Weidel und ein Habeck, der seine Unfähigkeit als Wirtschaftsminister viel zu lange zeigen durfte. Die Verwunderung ist groß, dass so viele ihre Stimmen an die anderen Parteien geben. Verstehe ich persönlich nicht. Mit der aktuellen Regierung war die Mehrheit unzufrieden und es werden die gleichen lahmen Gäule ins Rennen geschickt. Söder hätte vermutlich mehr Stimmen geholt als Merz. Er hängt sein Fähnchen nach Meiner Meinung immer ziemlich nach dem Wind. Was sich zunächst  schlecht anhört bedeutet aber auch, dass er dem Willen seiner Wähler folgt. Vielleicht gibt es also Schlimmeres.

Lachhaft finde ich hingegen die Aussage, dass Merz der Steigbügelhalter für die AfD ist. Der Steigbügel wurde nämlich längst von der Ampel gehalten. Ein Anstieg bei der AfD um 50 % in den 3,5 Ampel-Jahren. Selbst die von dir prognostizierten 30 % wären im Verhältnis ein geringerer Anstieg. Die SPD wäre jeweils beteiligt gewesen. Und bevor bei der Ampel der Schwarze Peter wieder einmal in Richtung FDP geschoben wird. Es sind die Themen, wo SPD und Grüne mauern, die die AfD stark machen.

Das gilt auch für die aktuelle Koalitionsverhandlung. Die AfD wird stärker, wenn Merz sich in Sachen Asyl nicht durchsetzt. Das ist das Kernanliegen der AfD-Wählerschaft. An Merz Stelle würde ich mich auf keine Regierung mit der SPD einlassen, wenn es hier keine wesentlich strengeren Regeln gibt. Denn so bekommst du die AfD am ehesten klein(er). Persönlich verstehe ich auch nicht, warum die SPD hier dermaßen mauert. Die Mehrheit ihrer Wähler würde einen härteren Asyl-Kurs mittragen.

Was die AfD im Besonderen stark macht ist, dass die anderen Parteien zu sehr auf ihre Partei-Agenda schauen. Das Wohl oder der Wille des Volkes wird hier teilweise mit Füßen getreten. Natürlich kannst du es nicht allen Recht machen. Aber in dem Moment, wo keiner etablierten Partei eine echte Änderung/Besserung zugetraut wird, geht die Stimme derzeit zur AfD. Das ist auch aus meiner Sicht ärgerlich. Aber den Unmut über unsere aktuelle Politik und die handelnden Politiker teile ich. Und die neue Dekade beginnt aktuell mit sehr viel Konfliktpotenzial.

LG Veni_vidi_vici

Ich glaube nicht, dass die AfD kleiner wird, nur weil der Kurs in Sachen Migration strenger wird. Es gab diese Wahl einen massiven Rechtsruck in der Frage und die AfD hat ihre Stimmen verdoppelt.
Das größte Problem der Ampel war die indiskutable Außendarstellung, das ständige Gestreite, dass es der CDU leicht gemacht hat. Die Ampel war zusehr mit sich selbst beschäftigt und vor allem damit gegen die anderen Mitglieder Stimmung zu machen.


Ich sehe aber schon den nächsten großen Streit kommen, wenn der Plan mit dem alten Bundestag nicht aufgeht. Die Ampel ist auch an der Finanzierung zerbrochen, ob Schwarz-Rot sich unter der aktuellen Schuldenbremse auf einen Kurs einigen kann? Ich hoffe es sehr und noch mehr hoffe ich, dass man sich in Europa auf einen Kurs einigen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 09.März 2025, 10:36:02
Man muss sich einigen, es ist die letzte Chance, sowohl Innen- als auch vor allem außenpolitisch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 09.März 2025, 21:39:23

[...]

LG Veni_vidi_vici

Nein das ist aus meiner Sicht Kalkül gewesen seitens Merz und CDU/CSU. [...]

Die Wahlprogramme aller Parteien hatten diese Lücken. Aber ja, dass von der CDU am ehesten. Dennoch hätte man ja auch damit beginnen können Förderungen für NGOs, Auslandshilfen etc. erstmal zu streichen und nicht gleich ein Sondervermögen aufzusetzen. Ich bleibe daher dabei, dass die CDU hier ein Stück weit (das Sondervermögen wird ja riesig und das entspricht halt eher den Vorstellungen der SPD-Wähler) in Richtung SPD gerückt ist. Eigenen Wählern und der Basis hat das übrigens gar nicht gefallen. Aktuell hält man sich noch zurück. Wenn es bei anderen Punkten aber keine klaren CDU-Gewinne gibt, dann kracht es auch hier eventuell nochmal.

Statt die afD zu halbieren, halbiert er die Union und bringt die afD auf 30+%. Merz ist der Steigbügelhalter für die afD und ich hasse ihn dafür.

Das stimmt so m.E.n. nicht. Merz ist kein angenehmer Mensch. Da gehe ich sogar mit. Er ist mir aber lieber als der unsichbarste und vergesslichste Kanzler ever. Er ist mir auch lieber als das lebene Paradox Weidel und ein Habeck, der seine Unfähigkeit als Wirtschaftsminister viel zu lange zeigen durfte. Die Verwunderung ist groß, dass so viele ihre Stimmen an die anderen Parteien geben. Verstehe ich persönlich nicht. Mit der aktuellen Regierung war die Mehrheit unzufrieden und es werden die gleichen lahmen Gäule ins Rennen geschickt. Söder hätte vermutlich mehr Stimmen geholt als Merz. Er hängt sein Fähnchen nach Meiner Meinung immer ziemlich nach dem Wind. Was sich zunächst  schlecht anhört bedeutet aber auch, dass er dem Willen seiner Wähler folgt. Vielleicht gibt es also Schlimmeres.

Lachhaft finde ich hingegen die Aussage, dass Merz der Steigbügelhalter für die AfD ist. Der Steigbügel wurde nämlich längst von der Ampel gehalten. Ein Anstieg bei der AfD um 50 % in den 3,5 Ampel-Jahren. Selbst die von dir prognostizierten 30 % wären im Verhältnis ein geringerer Anstieg. Die SPD wäre jeweils beteiligt gewesen. Und bevor bei der Ampel der Schwarze Peter wieder einmal in Richtung FDP geschoben wird. Es sind die Themen, wo SPD und Grüne mauern, die die AfD stark machen.

Das gilt auch für die aktuelle Koalitionsverhandlung. Die AfD wird stärker, wenn Merz sich in Sachen Asyl nicht durchsetzt. Das ist das Kernanliegen der AfD-Wählerschaft. An Merz Stelle würde ich mich auf keine Regierung mit der SPD einlassen, wenn es hier keine wesentlich strengeren Regeln gibt. Denn so bekommst du die AfD am ehesten klein(er). Persönlich verstehe ich auch nicht, warum die SPD hier dermaßen mauert. Die Mehrheit ihrer Wähler würde einen härteren Asyl-Kurs mittragen.

Was die AfD im Besonderen stark macht ist, dass die anderen Parteien zu sehr auf ihre Partei-Agenda schauen. Das Wohl oder der Wille des Volkes wird hier teilweise mit Füßen getreten. Natürlich kannst du es nicht allen Recht machen. Aber in dem Moment, wo keiner etablierten Partei eine echte Änderung/Besserung zugetraut wird, geht die Stimme derzeit zur AfD. Das ist auch aus meiner Sicht ärgerlich. Aber den Unmut über unsere aktuelle Politik und die handelnden Politiker teile ich. Und die neue Dekade beginnt aktuell mit sehr viel Konfliktpotenzial.

LG Veni_vidi_vici


Scholz und Habeck sind genauso schlecht. Aber das macht aus Merz keinen guten Kanzler. Weidel wird nicht Kanzlerin, soviel dürfte klar sein. Und wie Herr Rossi ja dargestellt hat, hat die afD am meisten von Wechselwählern aus Richtung Union und FDP profitiert (sieht man von den Nichtwählern ab). Warum haben denn über 1 mio. Wähler eben nicht die Union unter Merz gewählt. Da hat Merz sicher ganz viel Anteil dran. Und nach den letzten Tagen dürfte sich dieser Effekt verstärken. Tendenziell dürfte im Moment die spD die Hosen anhaben, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Ist für Merz keine gute Nachricht, wird er doch so als schwach und nicht wirklich als Kanzler gesehen.


@Tim Twain :
Warum die afD trotz Rechtsruck der anderen beim Thema Migration (selbst der Grünen) soviele Stimmen holen konnte? Wen wählst du am ehesten? Das Original oder die Kopie, die sozusagen auf den Zug aufspringt. Und nach den letzten Tagen scheinen sie damit auch richtig zu liegen, denn Merz kassiert das ja alles jetzt ganz schnell ein. Das wird eher dazu führen, dass man der Union in dem Thema nicht mehr vertraut. Profiteur ist dabei wieder die afD. Die Ampel hatte halt mit fdP und den Grünen 2 extreme Pole (nicht unbedingt bei Migration) die halt nicht durch die spD moderiert wurden und so Kompromisse eingehen konnten. Deshalb flogen halt die Fetzen. Ohne Schuldzuweisung war das ein Scheitern mit Ansage. Sehe ich bei der "GroKo" (so man sie so nennen will, wenn die spD bei 16% hängt) nicht so stark gegeben, zumal Merz sich ja von der spD am Nasenring durch die Manege führen lässt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 09.März 2025, 21:57:16
Und wie Herr Rossi ja dargestellt hat, hat die afD am meisten von Wechselwählern aus Richtung Union und FDP profitiert (sieht man von den Nichtwählern ab). Warum haben denn über 1 mio. Wähler eben nicht die Union unter Merz gewählt.

Weil es einen generellen Rechtsruck gegeben hat. Und von der CDU geht es halt aktuell nicht viel weiter nach Rechts. Die Wechsel von der SPD zur AfD sind doch viel extremer und haben für mich daher auch mehr Gewicht. Aber der von mir angesprochene Rechtsruck wird ja auch dadurch ersichtlich, dass von der SPD 1,76 Mio. Wähler zur CDU gewandert sind. Ist das auch Merz "Schuld"? Wobei wir über einen Kanzler Merz gerne diskutieren können. Bin da auch nicht der größte Fan. Hätte sicherlich in den Kreisen der CDU bessere Kandidaten gegeben. Nur von der Ausrichtung finde ich es richtig. Er knickt aber tatsächlich schon zu viel ein. Und das spielt dann tatsächlich der AfD in die Hände - lässt sich aber vermutlich ohnehin kaum mehr aufhalten.

zumal Merz sich ja von der spD am Nasenring durch die Manege führen lässt.

Finde ich aktuell noch schwer zu sagen. Aber ein paar Formulierungen deuten ein wenig darauf hin. Ob dann aber die Parteibasis ihr okay gibt oder ob die Grünen überall mitstimmen, ist ja auch noch eine andere Frage. Um dir bei dem Zitat zuzustimmen, ist es mir noch ein wenig zu früh. Vielleicht hole ich das später noch nach - ich hoffe aber nicht. Immerhin kommen bei Bürgergeld und Asyl Bewegung rein. Wenn andere europäische Staaten mitziehen, kann es durchaus funktionieren. Mir gefällt es aber nicht, dass im Zweifel von anderen abhängig zu machen. Gemeinsame Lösung ist richtig. Falls das aber nicht klappt, muss sich ja trotzdem etwas ändern.

Das größte Problem der Ampel war die indiskutable Außendarstellung, das ständige Gestreite, dass es der CDU leicht gemacht hat. Die Ampel war zusehr mit sich selbst beschäftigt und vor allem damit gegen die anderen Mitglieder Stimmung zu machen.

Das Märchen (meine Meinung) der Außendarstellung hat die Ampel glaube ich mit Beginn des Heiz-Desasters zu erzählen begonnen. Sehe ich persönlich anders. Klar war die Außendarstellung eine Katastrophe. Aber das klingt immer so, als wäre es sonst ganz gut gewesen - was es aber nicht war. Und es war halt nicht nur die Außendarstellung. Das war für mich der kleinere Teil. Gebrochene Versprechen (wir schieben ab, Bürgergeld wird jetzt gekürzt, dies geht nicht, das geht nicht statt Lösungen zu suchen), handwerkliche Fehler (Heizgesetz m.M.n.) und Vieles andere, aber die Außendarstellung ist nur das letzte Mosaik in dieser Kette.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 09.März 2025, 22:25:13
Zum Rechtsruck : Die Union steht weiter links als sie es früher tat. Es gibt also tatsächlich einen demokratischen rechten Raum neben der cdU, genau wie es einen linken demokratischen Raum links der spD gibt. Dieses Rennen zur "Mitte" hat halt die Ränder geöffnet. Links hat sich halt schnell die Linkspartei dort etabliert, jetzt ist es die afD rechts. Aber : Beide haben gehen teilweise über diese Grenze hinaus (meine persönliche Meinung). Tatsächlich sollte die cdU wieder den Slogan beherzigen : Rechts von uns ist im demokratischen Spektrum kein Platz mehr. Vor allem da dank Brandmauer für die cdU momentan nur eine Koalition mit eher linken Kräften bleibt, was wiederum der afD nützt, vor allem in Anbetracht der "Schwäche" der cdU diesen gegenüber. Um wirklich wieder eine bürgerliche Regierung stellen zu können hilft eigentlich nur eine cdU mit 35+% und eine FDP mit 5+%. Die FDP kann dies im Moment aber nicht. Also muss (theoretisch) die cdU wieder auf 40+% kommen, um ohne spD und Grüne regieren zu können.
Das erklärt auch warum viele spD-Wähler von der spD zur cdU wandern konnten. Die Unterschiede sind nicht mehr so groß, da auch die spD nicht mehr so weit links steht wie vor 10-15 Jahren. Dementsprechend ist der Weg von spD zur cdU und umgekehrt gar nicht mehr so weit.
Meine Befürchtung auf lange Sicht ist : Die spD und cdU nähern sich weiter an und Linkspartei und afD übernehmen sozusagen die Volkspartei-Rolle und decken die Ränder ab, aber auch darüberhinaus.
Generell müssen wir jetzt abwarten was die Sondierungen bringen. Es sieht nicht wirklich gut aus, scheitern dürfte es aber nicht, weil eine erneute Wahl zu noch schlimmeren Ergebnissen führen könnte. Ich hoffe dass auch in der spD der letzte verstanden hat, was jetzt nötig ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 09.März 2025, 23:06:59
Welche positionen der cdu waren denn früher weiter rechts?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 10.März 2025, 14:58:01
Die Frage wäre: wann ist früher und wann jetzt? Bzw. wann ist früher vorbei und wann hat jetzt begonnen.
Wenn wir Regierungshandeln als Maßstab nehmen, dann fallen mir gerade ein:

- AKWs
- Mindestlohn
- Wehrpflicht
- Einbürgerungen
- Mietpreisbremse
- "Ehe für alle"
- Frauenquoten in Aufsichtsrat und Vorstand
- ...

Noch früher war es noch anders und jetzt-jetzt ggfs. ein wenig "rechter"/konservativer als direkt vor "jetzt.
Da muss man aber abwarten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 10.März 2025, 15:14:15
Man kann aber nicht einfach die Regierungen heranziehen, die Wahlergebnisse waren eben oft so, dass die CDU die SPD brauchte. Mindestlohn und Mietpreisbremse wollte die Union nie, das hat die SPD durchgesetzt. Die Ehe für Alle ist auch gegen eine große Mehrheit der Unionsstimmen durchgesetzt worden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.März 2025, 15:33:21
Man kann aber nicht einfach die Regierungen heranziehen, die Wahlergebnisse waren eben oft so, dass die CDU die SPD brauchte. Mindestlohn und Mietpreisbremse wollte die Union nie, das hat die SPD durchgesetzt. Die Ehe für Alle ist auch gegen eine große Mehrheit der Unionsstimmen durchgesetzt worden.

Die CDU war immer gegen Mindestlohn und setzte auf Marktmechanismen ohne Eingriff des Staates. 2014 hat sie sie mit der SPD eingeführt. Aber heute ist sie mehr oder weniger dafür. 2022 stimme sie, obwohl sie Opposition war, der Erhöhung zu. Was bleibt ist, dass die CDU etwas vorsichtiger damit umgehen will.

Auch der Mietpreisbremse wurde nach langjähriger Ablehnung zugestimmt mit Vorbehalten. Auch hier war die CDU liberaler und wollte eher Anreize setzen und den Bau neuer Wohnungen fördern. Der einzige Vorbehalt ist, dass die Mietpreisbremse nicht dem Neubau im Weg stehen darf und dort der Hauptaugenmerkt liegen sollte.

Die Ablehnung der "Ehe für alle" war auch fest verankert. Am Ende wurde sie allerdings nur noch von der Fraktionsdisziplin gehalten. Als die fallen gelassen wurde, wurde in der CDU in dem Thema ein Bewegung Richtung sozialer Liberalisierung erkennbar.


In allen Beispiele hat sich die Haltung der CDU innerhalb der letzten 20 Jahre geändert. Klar, war da auch immer die SPD dabei. Aber so ist das nunmal bei unserem System. Der Grund ist aber egal, wenn man beobachten will, dass sich die Partei verändert hat: Komplette Ablehnung wich pragmatischer Zustimmung mit Vorbehalten und Fokusierung auf bestimmte Einschränkungen und eine differenziertere interne Debattenkultur. Heute wird nicht gesagt, dass das nur die SPD wolle und man dafür xy bekommen hat. Die Position der CDU ist heute eine andere.

Wenn man an die AFD daneben legt: Sie lehnt Mindestlohn, Mietpreisbremse und "Ehe für alle" ab. Damit ist die AFD bei diesen drei Positionen mehr oder weniger das, was die CDU vor 20 Jahren war. Sogar die Argumente und Überzeugung sind ähnlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Hanz Maia am 10.März 2025, 16:06:59
Man kann sicher diskutieren, was originäre CDU-Politik ist und welche Koalitionskröten sie geschluckt hat.
Aber dass sie allein dazu bereit war, ist schon aussagekräftig, nach links.
Daher sehe ich das so wie DragonFox.

Dazu passen zwei alte Mottos des Konservatismus:
1. Der richtige Zeitpunkt für Veränderungen ist immer der spätbestmögliche.
2. Konservatismus ist die Kanonisierung der Häresie aka "Wir bekämpfen die Linken durch Übernahme ihrer Postionen".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 10.März 2025, 19:44:02
Und jetzt wollen die Grünen den Infrastruktur-Fond wohl blockieren - nicht grün genug. Wollen also auch ein Stück vom Kuchen. Wo ich den Grünen sogar zustimme: Es sieht schon ein wenig konzeptlos aus. Strukturelle Änderungen sind erstmal nur wenige zu erkennen. Vielleicht ist es dafür noch ein wenig zu früh.

Allerdings soll das ja durch die Abstimmung bevor der eigentliche Politikwechsel kommt. Dagegen klagt jetzt die AfD (und vielleicht auch die Linke). Und auch wenn ich den Verein nicht mag. Aber hier treffen sie sogar mein Gerechtigkeitsempfinden. Denn hier soll der Haushalt noch unter der alten Regierung festgezurrt werden, für die neue Periode. Das wirkt nicht stimmig.

Was ist eigentlich, wenn die  Grünen bei der Blockade-Haltung bleiben. Dann geht die Infrastruktur-Geschichte in der neuen Konstellation auf Mehrheiten-Suche. Diese gibt es dann nur mit AfD. Müssen dann CDU und SPD dagegen stimmen?  ;)

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.März 2025, 22:26:59
Das die Grünen sich erstmal quer stellen ist klar. Würde jede andere Partei auch so machen. Durch die knappe Zeit werden sie ziemlich viel Gewicht in die Verhandlung bringen. Mir wäre etwas mehr Plan, was mit dem Geld passieren darf und soll und was nicht auch lieber.


Ich bin gespannt, was die Gerichte entscheiden. Das Gesetz sagt eindeutig, dass der aktuelle Bundestag der Bundestag ist. Es wird erst schwammig, wenn es um Entscheidungen geht. Ich sehe es so, dass eine Mehrheit eine Mehrheit ist. Dafür gibt es nunmal Fristen. Es ist halt ein lustiges Spielchen, dass die CDU bei der Ampel immer nein sagte und jetzt 2/3 Parteien der Ampel hernimmt, um es doch zu machen. Alles Fähnchen im Wind.
Rechtswissenschaftler und Experten, die sagen, dass das nicht okay ist, scheinen in der Minderheit zu sein.


Die AFD wird auch nein sagen. Die sind klar für die Schuldenbremse und brauchen der CDU sicher keine Milliarden geben. Außerdem sind sie gegen Hilfe an die Ukraine. Es gibt also schon zweimal keinen Grund. Für die AFD wäre auch, im Vergleich zu den Grünen, nichts am Verhandlungstisch zu holen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 10.März 2025, 23:34:15
Problem sehe ich eher bei den nötigen Lesungen. Da wurde ja beim Heizungsgesetz glaube ich bereits erfolgreich gerichtlich eingeschritten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 11.März 2025, 07:06:25
Der "alte" Bundestag ist bis zum "neuen" Bundestag voll geschäftsfähig. Da können AFD, Linke oder sonst wer klagen, was sie wollen. Wenn der "alte" Bundestag die Aufweichung der Schuldenbremse mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschließt, dann ist dies rechtskräftig. Ob das ganze bei den sich ändernden Machtverhältnissen im "neuen" Bundestag moralisch vertretbar ist, steht auf einem anderen Papier. Aber wann interessieren sich Politiker schon für moralisch vertretbare Entscheidungen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 11.März 2025, 08:10:49
Ich halte das auch für moralisch verwerflich, zumal der auslaufende Bundestag in der Geschichte der BRD nur ganz selten solch weitreichende Entscheidungen gefällt hat. Das Vorgehen ist jedoch dermaßen plump, dass sich am Ende niemand wundern muss, wenn die AfD das für sich ausschlachtet und enttäuschte oder von der Politik nicht überzeugte Wähler sich zurecht fragen, wie das nochmals war mit dem Wählerwillen. Das soll nicht heißen, dass Wählerwillen und Realpolitik identisch sind, das ist klar. Aber durch ein solches Manöver treibst du zweifelnde Wähler in die Arme von Populisten. Damit erweist man der Demokratie einen Bärendienst und das macht einen überzeugten Demokraten wie mich sehr sauer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.März 2025, 09:28:35
Ich halte das auch für moralisch verwerflich, zumal der auslaufende Bundestag in der Geschichte der BRD nur ganz selten solch weitreichende Entscheidungen gefällt hat.
Dieses Vorhaben zeigt exemplarisch auf, dass der mehrheitliche Wille des Souveräns, der in Sachen Asylpolitik schon seit Jahren ignoriert wird, im Grunde gar nichts mehr zählt. Es werden seit dem - meiner Meinung nach - Missbrauch des Selbsteintrittsrechtes, die Vorschriften der Gesetze, des GG und der EU-Vorschriften je nach Bedarf ausgelegt und maximal gedehnt, die sehr autoritäre Handhabung der Coronapandemie spielt da auch mit rein. Ja, man darf das alles vermutlich so machen, aber das war und ist halt auch nicht im Sinne der Demokratie.

Man darf auch gespannt sein, ob sich die Union jetzt von den Grünen erpressen lässt oder ob sie es doch auf Neuwahlen ankommen lassen. Und dann dieser mutmaßliche Koalitionspartner SPD, deren Hauptakteure der Union "Humanität und Verantwortung für andere Menschen" komplett absprechen, die von einer "radikalisierten, rechten CDU" sprechen und die von einem "Kampfauftrag" der Union schwadronieren, mit dem sie die "kulturelle und politische Hegemonie" erreichen wollen.

Wie soll angesichts solcher Aussagen und auch der Hetze gegen die Union vor der Bundestagswahl eine halbwegs harmonisch arbeitende Regierung herauskommen? Deutschland ist auf dem Weg in den blauen Abgrund, diese Politiker haben immer noch nicht verstanden, dass es 5 vor 12 für die dt. Demokratie ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 11.März 2025, 10:08:50
Bei dem ganzen Gehetze frag ich mich: Was ist der Plan dahinter? Die Union hat aktuell nur einen potentiellen Koalitionspartner, da die Differenzen zu den anderen Parteien (noch viel) größer sind. Manchmal wirkt es für mich so, dass man die Union in die Fänge der AFD treiben will... Vermutlich sind die Schnittmengen mit der AFD in einigen Punkten größer und intensiver als mit allen anderen Bundestagsparteien, dafür sind in anderen Punkten die Gräben zwischen Union und AFD viel größer als zu den Meisten anderen Parteien.

Um speziell über die SPD zu sprechen zu kommen: Es wirkt so, dass Teile der SPD gar kein Interesse an einer Koalition haben, sodass ich sogar vermute, dass ein ausgearbeiteter Koalitionsvertrag die Abstimmung (stand jetzt) nicht überleben wird. Dort ist man noch immer mit internen Machtkämpfen beschäftigt und erkennt nicht, dass die deutsche Demokratie auf der Klippe steht.

Sollte es zu Neuwahlen kommen, sehe ich bei der AFD insgesamt mindestens 5-10% Wählerzuwachs, da ich nicht glaube, dass die Wahlbeteiligung wieder so hoch wäre und dies vorallem der AFD zu Gute käme...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.März 2025, 13:46:36
Man darf auch gespannt sein, ob sich die Union jetzt von den Grünen erpressen lässt oder ob sie es doch auf Neuwahlen ankommen lassen.

Was haben die Grünen mit Neuwahlen zu tun? Wenn die Union, SPD und Grüne sich nicht einigen können, können die Pläne zu der Schuldenbremse und Sondervermögen nicht durchgesetzt werden.
Eine Neuwahl dagegen hängt an den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD. Die Verhandlungen sollen bis Ostern gehen. Die Grünen sitzen hier doch gar nicht am Tisch.

Oder wie meinst du das?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 11.März 2025, 21:12:29
Ich kürze auch ab.  :D


Bei dem Punkt mit der Einwanderung sind wir ja dann mit ähnlichen Gedanken unterwegs. Ich kritisiere ja nur, dass die Politiker das nur schwarz und weiß sehen. Die AFD will Grenzen ganz schließen, keine EU, gar nichts. Die Union hat mit diesen 5 Punkten in ein ähnliches Horn geblasen. Scholz hat sich in einem Duell mit Merz schon fast gestritten, wer stärker die Grenzen zu machen und das Problem beheben könnte. Ansonsten hört man von Teilen der SPD und vom ganzen Rest nur empörendes nö.
Eine sinnvolle Debatte über realistische Wege die respektvoll mit den vielfältigen Hintergründen und Beweggründen der Menschen die zu uns kommen und im Gegensatz mit unseren Grundwerten und Überzeugungen national und auf europäischer Ebene umgehen vermisse ich seit Jahren. Stattdessen ist es einfach ein polarisierendens Empörungsthema und die Debatte und die Wortwahl verschärft sich immer weiter.
Das wird auch nicht den Ängsten und Sorgen der Bevölkerung recht, wenn die politische Führung nur in Extremen spricht und damit nie zum Punkt kommt. Keine leichte Aufgabe, aber ich sehe nicht mal den Versuch.
Ich werde das wahrscheinlich deutlich härter sehen als du  :P  gegen Islamismus und Kriminalität in dem Bereich vorzugehen und da einen Riegel vorzuschieben wird/sollte auch Grundkonsens sei. Ich finde aber inzwischen das sogar ein kompletter Aufnahmestopp angebracht wäre bis wir die Menschen die hier sind integriert,verteilt oder abgeschoben haben. Danach müsste eine Obergrenze eigeführt werden die gute Betreuung gewährleistet,also z.B jedem der psychische Probleme hat zeitnah eine Behandlung zur Seite stellen.

Ich gebe dir da aber auch recht, eine wirkliche Debatte darüber fehlt und den Versprechen der AfD werden auf der anderen Seite leere Versprechen entgegengehalten. Bei dem Punkt sehe ich auch das eigentliche Problem hinter der "wer AfD Sprache/Themen übernimmt hilft der AfD" Aussage die an auch oft hört, es ist eigentliche eher ein, wer Lösungen verspricht aber nicht liefert hilft der AfD.
Scholz verspricht massenhafte Abschiebungen, es passiert aber nichts, stattdessen werden beispielsweise Afghanen in Pakistan ider Tadschikistan "zwischengeparkt" um die jetzt nach der Wahl nach Deutschland zu lotsen ohne das anscheinend klar ist wer da kommt und es die für einen Hintergrund haben.
https://www.focus.de/politik/aufnahmezusage-an-48-000-menschen-nur-fuenf-ortskraefte-drei-strafanzeigen-nach-landung-wer-im-afghanistan-flieger-sass_id_260751715.html
https://www.welt.de/politik/deutschland/article255592070/Einreise-Naechstes-Flugzeug-mit-Afghanen-soll-nur-zwei-Ortskraefte-an-Bord-haben.html
https://www.focus.de/politik/deutschland/beamte-packen-aus-wirbel-um-afghanen-flug-behoerden-wollen-dna-tests-baerbock-ministerium-verbietet-sie_e7980025-3b9e-42ce-bde9-33958c9b7085.html

Und zur Differenzierung bei dem Thema muss man sich mal Syrien anschauen, ein Land in dem es verschiedene Bevölkerungsgruppen gibt, vor dem Assad Sturz wuden bestimmte Gruppen verfolgt während andere sich sicher fühlen konnten, jetzt sind da Islamisten an der Macht die vielleicht genau diese Gruppen verfolgen. In der letzten Woche gab es ja Berichte über Massaker und Folter an Zivilisten aus eher christlich und alawitischen Gegenden. Ein ziemlicher Teil des Landes wird von Kurden kontrolliert, kann man da überhaupt noch von "dem Syrer" sprechen?
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/syrien-massaker-alawiten-hilferufe-100.html

Zu dem Demokrate Leben Thema:
Ich überlege da immer mal wieder dran herum. Ich würde sagen, dass sich das ganze Programm eher an mitte bis links wendet, weil es nunmal ihr Feld bedient. Das ist eine reine Vermutung und ich wäre gerne an deiner Einschätzung interessiert. Ich beobachte zumindest, dass viele zivile Organisationen und Gruppen die sich mit Themen wie Gleichwertigkeit, Vielfalt, Toleranz, Verständnis, Rechtsstaatlichkeit, Förderung und Bildung von Demokratie und dem Schutz der Menschenrechte widmen eher aus mitte bis linken Teilen der Gesellschaft kommen.
Das ist gar keine Kritik am Programm, sondern meine Einschätzung der Bevölkerung. Oder das Eingeständnis, dass ich offensichtlich einen blinden Fleck habe. Aber alle Programm und Vorstöße in dieser Richtung, die ich kennen, oder die mir zumindest in den Sinn kommen, sind eher geprägt von einer linken Idee. Es gibt auch Forschung, die belegt, dass sich der konservative Teil der Bevölkerung eher nicht aktiv in die Gesellschaft einbringt.

Falls das stimmt, was ich in Frage stelle, würde das für mich zumindest nahe legen, dass ein überwiegender Teil der Projektanträge links sind und damit bei den bewilligten Anträgen linke Projekte überwiegen. Da würde ich dann allerdings keine Agenda unterstellen.
Nicht so einfach zu beantworten weil es ja eine große Ansammlung von verschiedenen Vereinen ist,und ich allgemein keinen Überblick habe was es da aus der anderen Richtung gibt und was da vertreten wird.
Was man aus dem Umfeld aber auch beobachtet ist das teilweise aggressive Auftreten gegenüber Leuten die anders ticken und nicht ins Muster passen das man da aufgestellt hat, Toleranz und Verständis solange bis jemand aus der Reihe tanzt und nicht genau die gleiche Vorstellung hat die da vorgegeben wird. Demokratie wird ausgelegt wie es gerade passt, man versucht den Begriff der "demokratischen Parteien" zu etablieren und schließt damit andere aus.
Ich hoffe mal,dass das ganze nicht mit der Bildung der neuen Regierung versandet und ggf bestehende Verpflechtungen oder Korruption aufgeklärt wird. Ich rechne abe eher damit das gar nichts passiert und alles so weiterläuft wie bisher.

Wenn ich alle Kinder belohne, die ein rotes Auto malen, dann werde ich viele rotes Autos zu Gesicht bekommen. Damit ist nicht der Malwettbewerb zu kritistieren, sondern höchstens die Frage zu stellen, ob es wo anders auch um blaue Flugzeuge geht.
Schon ein guter Punkt, wahrscheinlich wird es auf unteren Ebenen auch ein natürlicher Prozess sein Gelder an Leute zu verteilen oder Menschen einzustellen die ähnliche Ansichten haben, ich gehe aber auch davon aus,dass es in bestimmten Positionen politisch gesteuert ist um genau das zu erreichen, ist ist ja beim Öffentlich-rechtlichen Rundfunk wahrscheinlich ähnlich aufgestellt, ich hatte hier auch schon irgendwann geschrieben,dass es da eine ganze Menge Sendungen und youtube/instagram/twitter Kanäle gibt die eher eine linke Schlagseite haben aber so gut wie keinen der konservative Themen bearbeitet, die AfD bleibt ganz außen vor obwohl jeder Bürger dafür zahlt. Wenn  jede Führungsposition mit ähnlich denkenden Leuten besetzt ist weden die das auch so lenken wie die es für richtig halten statt alle Meinungen abzubilden hat man eine Schieflage.

Ich glaube z.B nicht das man Kanäle finden wird die durchgehend solche Meinungen verbreiten. : https://www.focus.de/politik/meinung/kolumne-von-susanne-schroeter-deutschlands-woken-droht-der-machtverlust-das-macht-sie-noch-gefaehrlicher_id_260756018.html weil es gerade zum Woke Thema passt.  :P

Da der Backlash zu dem Begriff Woke dazu geführt hat, dass er alles in diese Richtung als negativ gesehen wird, bin ich mir nicht sicher was du meinst. Ein Unterpunkt der Projekte bei Demokratie Leben sollen Zusammenhalt, Menschenfeindlichkeit, eine offene Gesellschaft sowie Toleranz fördern. Dazu gehört dann ganz sicher auch Bemühungen gegen Rassismus, Sexismus, Homophobiem Transphobie und so weiter. Das wäre dann wohl woke.
Ich denke der Woke Begriff hat sich komplett gedreht von dem für das er früher mal stand zu einer Beschreibung für eine Ideologie, die mit erhobenem Zeigefinger bestimmen will was richtig oder falsch ist,dabei Gegebenheiten,Fakten und Argumente ignoriert ,Emotionen in den Mittelpunkt stellt und dazu jeden ausgrenzt der nicht in das vorgebene Weltbild passt. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Wokeness auch ihren Beitrag dazu geleistet hat Trump wieder ins Amt zu heben einfach weil eine menge Leute davon genervt waren , der dreht das gerade um und steuert genau in die andere Richtung und wird wahrscheinlich etwas etablieren,dass dann ähnlich aussieht mit dem rechten Zeigefinger winkt.
https://www.dw.com/de/wokeness-woke-kritik-usa-donald-trump-kulturkampf-diskriminierung-dei-v2/a-71873109

Ich halte das auch für moralisch verwerflich, zumal der auslaufende Bundestag in der Geschichte der BRD nur ganz selten solch weitreichende Entscheidungen gefällt hat. Das Vorgehen ist jedoch dermaßen plump, dass sich am Ende niemand wundern muss, wenn die AfD das für sich ausschlachtet und enttäuschte oder von der Politik nicht überzeugte Wähler sich zurecht fragen, wie das nochmals war mit dem Wählerwillen. Das soll nicht heißen, dass Wählerwillen und Realpolitik identisch sind, das ist klar. Aber durch ein solches Manöver treibst du zweifelnde Wähler in die Arme von Populisten. Damit erweist man der Demokratie einen Bärendienst und das macht einen überzeugten Demokraten wie mich sehr sauer.
Ist schon interessant wie es vor der Wahl noch Demos für die Demokratie gegeben hat und jetzt so gebogen und getrickst wird, dass gerade AfD und Linke die einzigen sind die sich daran stören ist auch lustig. Dazu scheint es ja doch relativ einfach zu sein das Grundgesetz zu ändern wenn es in den kram passt.

Ich habe ja CDU gewählt und vorher wirklich nicht viel erwartet, dass man wahrscheinlich mit der SPD regieren muss war klar,dass Schulden aufgenommen werden auch. Die Zugeständnisse die man jetzt gemacht hat und wahrscheinlich auch an die Grrünen machen will überraschen mich aber schon, da wird ja nicht mal im Ansatz versucht zu reformieren stattdessen werden Schulden bis zum Anschlag abgezapf. Es wirkt auf mich fast so als hätte die SPD die Wahl gewonnen und wäre nicht vor kurzem mit einem schlechten Ergebnis abgestraft worden.  :D Über einen Vertrauensverlust muss sich da wirklich keiner wundern, ich schäme mich schon fast,dass ich wirklich geglaubt habe man würde nach der Wahl einen besseren Ansatz sehen. So wirkt es eher wie eine Fortführung der Ampel und stand jetzt hätte ich meine Stimme auch wegschmeißen können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 11.März 2025, 21:36:37
Über einen Vertrauensverlust muss sich da wirklich keiner wundern, ich schäme mich schon fast,dass ich wirklich geglaubt habe man würde nach der Wahl einen besseren Ansatz sehen. So wirkt es eher wie eine Fortführung der Ampel und stand jetzt hätte ich meine Stimme auch wegschmeißen können.

Ich gehe der Zeit halber nur auf das ein, was mich darin bestätigt, dass die Union und auch die SPD offensichtlich nicht den Schuss gehört haben. Mit welcher Unverfrorenheit da teilweise vorgegangen wird, ist schon dreist. Wie will man jungen Wählern da ernsthaft vermitteln, dass sie durch ihre Wahl etwas bewegen können, wenn demokratische Gepflogenheiten so mit den Füßen getreten werden.

(Ich unterrichte seit diesem Jahr auch Politik, daher macht mir das wirklich zu schaffen)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 13.März 2025, 19:42:42
Puh. Wagenknecht stürzt nun aber durchaus mental in Trump'sche Indikationsschlüssel ab. Jetzt behauptet sie, Deutschland rüste sich insgeheim für einen Angriffskrieg. Klar.

Ich stehe noch immer staunend da, wenn ich beobachte, wie sich die USA degenerieren. Alles, was dieses Land an die Spitze der Weltgemeinschaft gehievt hat, wird ausgehöhlt und mit der Klospülung entfernt: Wissenschaft, Technologie, Diplomatie, Verzahnung in freundschaftlichen Bündnissen. Russland ist momentan zu schwach, um daraus Profit zu schlagen. China aber müsste die halbe Jahresweltproduktion von Handcreme aufkaufen, so rau wie deren Hände vom Reiben sein dürften. Wir erleben aktuell den Wechsel vom amerikanischen zum chinesischen Zeitalter und das alles wegen eines Mannes und seiner sich um ihn schleimenden Sycophanten, die dieses Land und dessen Vormachtstellung wegen puren Opportunismus opfern. Und die Öffentlichkeit jubelt, weil "endlich mal jemand aufräumen tut".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 13.März 2025, 20:41:42
Puh. Wagenknecht stürzt nun aber durchaus mental in Trump'sche Indikationsschlüssel ab. Jetzt behauptet sie, Deutschland rüste sich insgeheim für einen Angriffskrieg. Klar.

Ich stehe noch immer staunend da, wenn ich beobachte, wie sich die USA degenerieren. Alles, was dieses Land an die Spitze der Weltgemeinschaft gehievt hat, wird ausgehöhlt und mit der Klospülung entfernt: Wissenschaft, Technologie, Diplomatie, Verzahnung in freundschaftlichen Bündnissen. Russland ist momentan zu schwach, um daraus Profit zu schlagen. China aber müsste die halbe Jahresweltproduktion von Handcreme aufkaufen, so rau wie deren Hände vom Reiben sein dürften. Wir erleben aktuell den Wechsel vom amerikanischen zum chinesischen Zeitalter und das alles wegen eines Mannes und seiner sich um ihn schleimenden Sycophanten, die dieses Land und dessen Vormachtstellung wegen puren Opportunismus opfern. Und die Öffentlichkeit jubelt, weil "endlich mal jemand aufräumen tut".


Zu Wagenknecht kein Kommentar.
Zu den USA : Die Wissenschaft ist von zwei Seiten unter Beschuss. Die rechten Leugnen die Evolution und die Linken halten 1+1=2 für rassistisch. Aber deine Einschätzung dass es alles nur Trump seine Schuld ist greift zu kurz. Die Verschuldung (sowohl vom Staat als auch der Bevölkerung) baut sich ja schon seit Jahrzehnten auf und erreicht ihr Endstadium. Wir sind in Deutschland aber dumm genug, dass genauso machen zu wollen (800 Milliarden ist doch nichts, Klarna regelt wenns nicht für die 15te Handtasche reicht). Wer also meint, dass die deutschen Wähler schlauer als die amerikanischen sind, sollte nochmal darüber nachdenken.
Und bei Technologie sind uns sowohl China als auch die USA noch meilenweit voraus. Aber Technologie ist ja immer böse für viele hier und das Internet Neuland...
Ob wir den Wechsel vom amerikanischen zum chinesischen System erleben bezweifle ich. Es wird eine multipolare Welt sein, in der die USA stark bleiben werden, aber auch China, Indien und evtl. Russland Teil eines Gleichgewichts der Großmächte werden. Ob Europa (nicht Deutschland allein) dabei sein wird als Großmacht wird davon abhängen ob Deutschland seinen Niedergang stoppen kann oder ob wir einfach so weitermachen wie bisher und ob Europa merkt, dass die Einzelstaaten viel zu klein geworden sind...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 14.März 2025, 08:21:53
Mein Thema waren die USA, nicht Deutschland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.März 2025, 12:19:22
Mein Thema waren die USA, nicht Deutschland.


Die USA haben massive Probleme, das stimmt. Verschuldung, Polarisierung in der Politik zwischen 2 Extremen, Konsumismus, private Schulden wegen ebendiesem, Abkehr von Wissenschaft durch Rechts und links, Verschuldung der Konzerne (langwierig zu erklären) aus dummen und egoistischen Gründen.
Aber auch China hat Probleme. Trotz allem sind die USA (noch) stark genug, um weiter Großmacht zu bleiben. Supermacht dürfte indes bald vorbei sein. Sie müssen dann akzeptieren, dass andere Mächte sich ebenfalls auf Augenhöhe sind (Indien, China, evtl. Russland oder Europa). Aber dies nur an Trump festzumachen greift halt wie gesagt zu kurz. Die Gründe für den Downfall gibt es nicht erst seit heute, es beschleunigt sich nur. Und ob eine demokratisch geführte Regierung mit massiven Ausgaben das nicht ebenso beschleunigt hätte, nur auf eine andere Weise, das ist Spekulation.
Btw. hat China immernoch um die 800 Mrd. $ an US-Anleihen und ist damit nach Japan der zweitgrößte Gläubiger der USA. 2013 waren es noch über 1200 Milliarden und China stößt diese seit Anfang letztem Jahr in Rekordtempo ab (haben bei Biden schon angefangen). Die Chinesen lösen sich also vom US-Dollar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.März 2025, 16:17:31
Jetzt hat man sich anscheinend geeinigt, mit einem 100Mrd Geschenk an die Grünen, es ist wirklich unglaublich.  :D
https://www.welt.de/politik/deutschland/article255698280/Bundestag-Union-SPD-und-Gruene-einigen-sich-im-Streit-ueber-Schuldenpaket.html
Habe das erst übersehen:
Zitat
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte mit Blick auf die anstehende Grundgesetzänderung bei einer Pressekonferenz: Das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 solle auch im Grundgesetz verankert werden.
Das würde ja bedeuten,dass es selbst mit einer anderen einfachen Mehrheit schwer wäre die Politik zu drehen. Es ist mir wirklich schleierhaft wie man so etwas zustimmen kann, gerade mit der sich verändernden Lage in der Welt.

Ich gehe der Zeit halber nur auf das ein, was mich darin bestätigt, dass die Union und auch die SPD offensichtlich nicht den Schuss gehört haben. Mit welcher Unverfrorenheit da teilweise vorgegangen wird, ist schon dreist. Wie will man jungen Wählern da ernsthaft vermitteln, dass sie durch ihre Wahl etwas bewegen können, wenn demokratische Gepflogenheiten so mit den Füßen getreten werden.

(Ich unterrichte seit diesem Jahr auch Politik, daher macht mir das wirklich zu schaffen)
Wie nennt man noch mal eine Regierungsform bei der es Wahlen gibt aber das Ergebnis schon von vornherein feststeht?   :D Es müsste wirklich ein Rückgaberecht bei Wahlen geben, gegen ehrliche Kompromisse habe ich auch gar nichts, aber in dem Fall ist das ja wirklich eine 180° Wende. Es wird einfach weiter grüne Politik gemacht, wie zum Schluß unter Merkel und der Ampel.
So langsam gehen aber auch die Wahl Alternativen aus und das Geld, das jetzt aufgenommen wird wird man auch mit einer Wende in 4 oder 8 Jahren nicht wieder reinholen, meine,zugegeben pessimistische,Prognose: wir werden von den Ausgaben nicht viel merken und eher im Gegenteil negative Auswirkungen spüren.

Viel Erfolg mit deinem Unterricht.  :P

Aber deine Einschätzung dass es alles nur Trump seine Schuld ist greift zu kurz.
Trotzdem kann man Trump aber kritisieren,ich verstehe schon warum er gewählt wurde und das es nebenbei auch andere Probleme gibt aber er als Person und der Stil mit dem er regiert ist wirklich daneben. Es gibt ja Leute die in ihm einen harten Mann und ein Genie sehen und es in seinen Handlungen einen tiefen Sinn gibt,ich nehme ihn eher als jemanden wahr, der eine Rolle spielt und ein guter Showman ist, gleichzeitig aber weder von Politik noch von Themen wie Geschichte oder Diplomatie Ahnung hat. Ich sehe auch nicht,dass seine Art den USA langfristig weiterhelfen wird.

Sein Gerede darüber,dass er gerne Grönland annektieren und Kanda zum 51 Bundestaat machen würde ist gefährlich und auch für sein Land kontraproduktiv, klar wird es da auch um Deals gehen aber gleichzeitig schlägt er Jahrzehntelang aufgebautes Vertrauen kaputt und das völlig ohne Not, die USA haben gute Handelsbeziehungen zu Kanada und schon Militär auf Grönland. Der Entzug der Militärischen Hilfe der Ukraine und auch das zurückhalten von Geheimdienstinformationen wid ein Signal an andere Länder sein unabhängiger zu werden und aufzurüsten und sich ggf auch gegen die USA aufzustellen. Für uns sollte das vielleicht heißen, dass wir uns um eine nukleare Abschreckung kümmern sollten, auch unabhängig von Frankreich, falls da Le Pen oder die Sozialisten gewählt werden stehen wir auch dumm da.
gestern zufällig das Video gesehen, fasst es ganz gut zusammen.
https://www.youtube.com/watch?v=QlihiSWb0qo

@DragonFox, jetzt kam ja die Antwort zu den NGOs raus und es wurde eigentlich nichts beantwortet, finde ich schon frech dem Bürger gegenüber und ich sehe die nicht neutrale Antwort als Bestätigung, dass die Vorwürfe stimmen und es Filz und Verpflechtungen mit Parteien gibt.
https://www.n-tv.de/politik/Bundesregierung-schickt-deutliche-Antwort-auf-CDU-Antrag-article25625708.html
Eigentlich müsste die neue Regierung da erstmal alles streichen und für transparenz sorgen, wird aber bestimmt auch Teil des Koalitionsdeals sein das unter den Tisch fallen zu lassen.

Edit: noch mal zu Punkt 1, es will einfach nicht in meinen Kopf wie das so ablaufen kann, es ist klar eine Entscheidung die mit ihren Konsequenzen gegen den Willen der Mehrheit geht, die Menschen haben deutlich für eine andere Richtung gestimmt,Schulden, SPD und Unions Koalition hin oder her, wenn man das ins Grundgesetz schreibt wird sich die gesamte Politik in Zukunft an der Klimaneutralität Orientieren müssen und hätte man es vor der Wahl gewusst, es hätte nichts geändert weil die das im alten Bundestag durchbringen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2025, 17:20:22
@DragonFox, jetzt kam ja die Antwort zu den NGOs raus und es wurde eigentlich nichts beantwortet, finde ich schon frech dem Bürger gegenüber und ich sehe die nicht neutrale Antwort als Bestätigung, dass die Vorwürfe stimmen und es Filz und Verpflechtungen mit Parteien gibt.
https://www.n-tv.de/politik/Bundesregierung-schickt-deutliche-Antwort-auf-CDU-Antrag-article25625708.html
Eigentlich müsste die neue Regierung da erstmal alles streichen und für transparenz sorgen, wird aber bestimmt auch Teil des Koalitionsdeals sein das unter den Tisch fallen zu lassen.

"Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor"

Das heißt, dass der Bundesregierung keine Erkenntnisse vorliegen. Das alleine stimmt auch nicht ganz, weil sie verweißt, dass sie diese ganzen Informationen auf Länderebene liegen und es nicht ihre Sache ist. Bedanke dich also beim Förderalismus.

Was soll den der nicht neutrale Teil der Antwort sein, der dich im Bezug auf die Vorwürfe bestätigt? Ich habe die Antwort im Orginal quergelesen (vor allem das allgemeine Vorbemerkung, die den großteil der Argumentation enthält) und deinen Text über den ersten Abschnitt hinaus. Die Bundesregierung gibt schon noch etwas mehr Argumentation, wie sie die Sachlage sieht. Sie argumentiert auf dem Grundgesetz, dass "gemeinnützige Organisationen politisch aktiv sein dürfen". Es sei auch "nicht zu beanstanden (...), wenn eine steuerbegünstigte Körperschaft außerhalb ihrer Satzungszwecke vereinzelt zu tagespolitischen Themen Stellung nimmt". Damit gibt sie doch ihre Ansicht zu dem Thema preis. Meinst du nicht neutral, dass sie Stellung zum Grundgesetz nimmt?

Ich würde ja gerne einfach mal die gleiche Anfrage in 4 Wochen sehen und lesen, was die CDU dazu sagt.

Letztendlich haben wir in ein paar Wochen die CDU in der Bundesregierung. Dann können sie ja nochmal genauer hingucken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.März 2025, 17:43:58

"Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor"

Das heißt, dass der Bundesregierung keine Erkenntnisse vorliegen. Das alleine stimmt auch nicht ganz, weil sie verweißt, dass sie diese ganzen Informationen auf Länderebene liegen und es nicht ihre Sache ist. Bedanke dich also beim Förderalismus.

Was soll den der nicht neutrale Teil der Antwort sein, der dich im Bezug auf die Vorwürfe bestätigt? Ich habe die Antwort im Orginal quergelesen (vor allem das allgemeine Vorbemerkung, die den großteil der Argumentation enthält) und deinen Text über den ersten Abschnitt hinaus. Die Bundesregierung gibt schon noch etwas mehr Argumentation, wie sie die Sachlage sieht. Sie argumentiert auf dem Grundgesetz, dass "gemeinnützige Organisationen politisch aktiv sein dürfen". Es sei auch "nicht zu beanstanden (...), wenn eine steuerbegünstigte Körperschaft außerhalb ihrer Satzungszwecke vereinzelt zu tagespolitischen Themen Stellung nimmt". Damit gibt sie doch ihre Ansicht zu dem Thema preis. Meinst du nicht neutral, dass sie Stellung zum Grundgesetz nimmt?

Ich würde ja gerne einfach mal die gleiche Anfrage in 4 Wochen sehen und lesen, was die CDU dazu sagt.

Letztendlich haben wir in ein paar Wochen die CDU in der Bundesregierung. Dann können sie ja nochmal genauer hingucken.
So wie ich das verstehe hätte man es schon aufzeigen können wo genau Geld fließt wenn man gewollt hätte, was ja auch im Sinne der Bürger wäre um es so transparent und einfach wie möglich zu halten. Der Verweis auf das Grundgesetz hat in der Antwort mMn nichts zu suchen, da sollte es nur eine Auflistung der Gelder geben damit man sich selbst ein Bild machen kann.

Von der neuen Regierung erwarte ich bei dem Punkt und allgemein nach der letzten Woche nichts mehr. Das Thema wird einfach versanden.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.März 2025, 02:16:14
Weiß nicht, wie du das aus der Quelle oder der Antwort herausliest.

Wenn ich etwas gefragt werde und nicht antworten kann, fände ich es seltsam, wenn man mir direkt Filz und Verflechtungen, Unwillen oder Vertuschung vorwirft.

Man könnte sich ja auch mal mit der Antwort auseinander setzen. Das die Bundesregierung auf das Grundgesetz verweist. Das ein Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gibt und hier anerkennt. Dass die Bundesregierung von sich denkt, nicht das Recht zu haben Vorschriften zu machen, auch wenn eine Organisation an anderer Stelle für etwas anderes Geld erhält. Das eine Organisation sich auch mal losgelöst von ihrer Rolle politisch äußern kann. Und das ist nunmal das aktuelle Recht nach der aktuellen Gesetzsprechung. Das wird die CDU in ein paar Wochen nicht anders machen. Da gibt es keine Auslegungssache. Das dem Grenzen gesetzt sind, zeigt das Gerichtsurteil zu Attac von 2019 auf das die Bundesregierung verweist. Und wenn die CDU meint, dass ihr Unrecht geschehen ist, muss sie eben auch in den Fällen den Rechtsweg bestreiten und dann muss ein Gericht entscheiden, ob Organisation x oder y für Demonstrationen gegen Rechts vor einer CDU Zentrale aufrufen darf, oder ob das in einem Konflikt mit einem eventuellen Gebot zur Neutralität steht. Genau so, wie wenn sie denkt, dass in der Frage die Sachlage nicht eindeutig entschieden ist. Immerhin hat sie ja gerade ne ganz gute Ausgangslage, um in der Sache etwas zu bewirken. Die Bundesregierung kann sich doch auf gar nicht anderes beziehen, als auf das Grundgesetz, seine dementsprechenden Pflichten und seine Neutralität. Eine Neutralität, die eigentlich schon sagt, dass sie nicht sagen kann, wie Parteien zu NGOs stehen. Sie ist kein ermittelndes oder überwachendes Organ in dieser Sache.

Die Bundesregierung macht auch nicht einfach nur keine Aussage über Zahlungen, sondern rügt die CDU, dass sie nicht ins Lobbyregister des Bundestages und auf andere öffentliche Quellen zuzugreifen, die Antworten in diese Richtung liefern. Die kleinen Anfragen sind kein Recherchedienst. (Wobei unpräzise Antworten, oder Antworten, für die man die Antwort eigentlich selbst quasi googeln könnte oft vorkommen. Das ist gar nicht so die große Sache. Manchmal sind Anfrangen auch nur da, um etwas ins Gespräch zu bringen und nicht, weil man unbedingt etwas wissen will.) Und darüber hinaus verweist sie, dass sie für viele der Fragen auch einfach nicht zuständig sei.

Was hätten sie den sagen müssen, dass es für dich gut gewesen wäre und ein Beweis dargestellt hätte, dass nichts falsch läuft? 



Und wenn es versandet, dann kann der CDU ja nicht viel dran gelegen haben. War das Ganze dann nicht ein Schuss in den Ofen? Also entweder die CDU vermutet da etwas und soll es in den nächsten vier Jahren verfolgen, ermitteln und offen legen. Oder was soll das gewesen sein?
Ich will mich da gar nicht irgendwie schützend vor irgendwelche Organisationen stellen. Das kann gerne alles transparent, offen und nachvollziehbar sein. Die Anfrage habe ich ja bereits verteidigt und finde sinnvoll, dass man sowas fragen darf. Das geht ja auch noch in eine andere Richtung: Welche NGO nimmt den Einfluss auf Parteien und Politiker? Da wendet sich das Blatt leider, wie die Geschichte zeigt, wiederum zur CDU hin. Genauso stellt sich direkt danach die Frage, wie es mit der Parteienfinanzierung aussieht und wo hier eventuell Neutralitäten verletzt werden und Einfluss genommen wird. Man kann gerne das ganze Feld dieses Themas betrachten und offen legen.
Ich fürchte nur, dass es nicht so einfach ist, und die Datensammlung einfach so in einem Aktenordner in der Bundesregierung liegt. Direkt neben der Liste der Steuerhinterzieher und Falschparker. Das weiß die CDU aber, die kennt das Amt sehr gut. Die hat in ein paar Wochen, wenn sie wieder am Ruder ist, auch keine Anworten auf ihre Fragen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2025, 08:28:12
So wie ich das verstehe hätte man es schon aufzeigen können wo genau Geld fließt wenn man gewollt hätte, was ja auch im Sinne der Bürger wäre um es so transparent und einfach wie möglich zu halten.
Im Sinne der Bürger? Guter Witz. Dass sich die "große" Politik am Bürgersinn oder -wohl orientiert sehe ich schon lange nicht mehr, eher das Gegenteil.

Zitat
Das Thema wird einfach versanden.
Und das Geld wird natürlich weiter fließen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 15.März 2025, 08:33:16
So wenig wie man jetzt über die NGOs preisgegeben hat, finde ich selber auch enttäuschend. Entweder weiß man es nicht besser. Dann würde ich die Zahlungen einstellen oder drosseln, bis ich mehr weiß. Oder man weiß mehr und will es der Öffentlichkeit nicht sagen. Wir wollen zwar einen Bürokratieabbau. Aber der Bürger, der diese Organisationen mit seinen Steuergeldern finanziert, hat schon ein Recht zu Erfahren, was mit diesen Geldern gemacht wird. Ich bleibe auch dabei: Politische Meinungsmache sollte definitiv nicht dazugehören.

An Merz Stelle wäre ich nicht so kompromissbereit und hätte es im Zweifel darauf ankommen lassen. Das beziehe ich jetzt aber eher auf die Verhandlung mit den Grünen. Das Wort "Klimaneutralität" bis 2045 ins Grundgesetz zu schreiben, ist aus meiner Sicht eine Katastrophe. Und bevor mir das falsch ausgelegt wird. Natürlich bin ich für Umweltschutz und für entsprechende Maßnahmen. Wenn es aber im Grundgesetzt steht, können dann nicht diverse Organisationen - z.B. NGOs - gegen jedwede Maßnahme klagen, die dem irgendwie entgegenläuft. Z.B. Sanierung einer Autobahn vs. Bau eines Fahrradweges? Dann fließt das Sondervermögen im Endeffekt zu zu großen Teilen in Projekte, die unsere (vermutlich) Wirtschaft eben nicht in Schwung bringen.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2025, 10:05:48
Das Wort "Klimaneutralität" bis 2045 ins Grundgesetz zu schreiben, ist aus meiner Sicht eine Katastrophe.
Das wird der letzte Sargnagel für Deutschland, es kann kein einziger Euro für die Wirtschaft oder für Straßen ausgegeben werden, weil das ja alles nicht zur Klimaneutralität beiträgt.

Wie will man ein Haus klimaneutral bauen, wenn Baumaschinen noch mit Diesel arbeiten und Zement mit viel dreckiger Energie hergestellt wird? Geht nicht, ein Haus kann CO2 über die Lebensdauer einsparen aber kein CO2, das beim Bau entstanden ist, zurückholen. Wie will man eine klimaneutrale Bundeswehr betreiben? Geht nicht, also dürfen auch keine Panzer, Flugzeuge und Schiffe mehr angeschafft werden.

Merz wird aus persönlichen Eitelkeiten zum Totengräber Deutschlands, das hätte ich von dem nicht gedacht. Ich bin nur froh, dass ich nicht CDU gewählt habe, sondern meiner FDP treu geblieben bin, ich kann meine Hände in Unschuld waschen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 15.März 2025, 11:42:17
So wie ich das verstehe hätte man es schon aufzeigen können wo genau Geld fließt wenn man gewollt hätte, was ja auch im Sinne der Bürger wäre um es so transparent und einfach wie möglich zu halten.
Im Sinne der Bürger? Guter Witz. Dass sich die "große" Politik am Bürgersinn oder -wohl orientiert sehe ich schon lange nicht mehr, eher das Gegenteil.


Die Politik richtet sich seit Jahrzehnten am "Bürgerwohl" aus. "Hier habt ihr eure Pommesschnitzel, was moin passiert, kümmert uns wie euch nen Pups." Irgendwo muss sie ja hergekommen sein, diese Schuldenbremse.


Wirschaffendas!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2025, 11:48:41
Die Politik richtet sich seit Jahrzehnten am "Bürgerwohl" aus.
Deshalb sind die Bürger ja auch so zufrieden mit den letzten Regierungen O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 15.März 2025, 11:58:01
Die Politik richtet sich seit Jahrzehnten am "Bürgerwohl" aus.
Deshalb sind die Bürger ja auch so zufrieden mit den letzten Regierungen O0



Ist wie überall, wo Geld verjubelt wird: Irgendwann werden die (Werbe-)Geschenke kleiner und kleiner. Und irgendwann sind nicht mal nennenswert Polster für Krisen da...

Das größte Problem (im internationalen Vergleich, zumindest), ist in Deutschland nicht mal die explizite Verschuldung (Anleihen, Kredite). Sondern die implizite, die u.a. daher rührt, dass Sozialsysteme nie wirklich reformiert wurden. Obwohl absehbar war, was passieren würde. Aber wer wollte in den letzten Jahrzehnten schon Kundschaft vergraulen, indem er sagt: "Wir müssen hier umsteuern?"
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2025, 12:26:56
Aber wer wollte in den letzten Jahrzehnten schon Kundschaft vergraulen, indem er sagt: "Wir müssen hier umsteuern?"
Irgendwann werden die Politiker dazu gezwungen sein und ich befürchte, dass dieser Tag viel näher ist, als viele Leute meinen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.März 2025, 12:38:22
Hat Habeck nicht genau das versucht mit der grünen Klimapolitik. Und siehe, wohin es geführt hat. Menschen wollen nie unschöne Wahrheiten hören. Menschen wollen auch keine Gewohnheiten ändern. Politik muss deshalb "leise" erfolgen, nicht rapide.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2025, 12:39:58
Wo hatte Habeck denn das "Bürgerwohl" im Sinn?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.März 2025, 14:00:34
Habeck hat das Klimawohl im Sinn, was, wenn man es wirklich verfolgt, zu Einschnitten im Alltagsleben führen dürfte. Ungeachtet dieses "Handelns gegen das Bürgerwohl" hat er bzw. haben die Grünen das versucht. Ich beziehe mich auf diesen Satz von Dir im Kontext:

Aber wer wollte in den letzten Jahrzehnten schon Kundschaft vergraulen, indem er sagt: "Wir müssen hier umsteuern?"
Irgendwann werden die Politiker dazu gezwungen sein und ich befürchte, dass dieser Tag viel näher ist, als viele Leute meinen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2025, 14:16:20
Habeck hat das Klimawohl im Sinn...
Was nichts mit dem Bürgerwohl sondern eher dem Gegenteil zu tun hat und nebenbei völliger Humbug ist, weil Deutschlands Einfluss auf das Klima verschwindend gering ist. Und nein, das bedeutet nicht, das Deutschland nichts tun sollte. Das aber im Rahmen des Machbaren und nicht mit der Brechstange. Aber das mit dem Machbaren hat sich dann mit der GG-Änderung auch erledigt, noch mehr Brechstange geht gar nicht.

Zitat
Ich beziehe mich auf diesen Satz von Dir im Kontext:
Dieser Zwang zum Umsteuern wird ein monetärer sein: wo nichts mehr ist kann auch nichts mehr verteilt werden. Und wenn es sich bewahrheitet, dass jede Investition aus dem Schuldenpaket nur getätigt werden darf, wenn sie dem Ziel der Klimaneutralität bis 2045 dient, dann wird das schneller als befürchtet der Fall sein. Dann ist es nämlich nix mit Ankurbelung der Wirtschaft, auch Merz wird kein "grünes Wirtschaftswunder" bewirken, die Deindustrialisierung wird weiter ungebremst gehen und die Rezession wird sich vertiefen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.März 2025, 14:39:15
Das sind alles Punkte, die für sich so stimmen mögen oder nicht, aber ich fühle mich da nicht als richtiger Adressat. Du hast gemeint, irgendwann, und der Tag ist nahe, an dem die Bürger mit unliebsamen Realitäten konfrontiert werden würden. Und ich meine, die Grünen hätten das bereits versucht. Ich schreibe weder etwas über die Sinnhaftigkeit der grünen Politik geschrieben noch darüber, wie der Zwang aussehen würde in der Zukunft. Ich finde es, wie geschrieben, nur irgendwie spaßig, dass alle Welt die Grünen und Habeck insbesondere verteufelt, gleichzeitig aber hier erwähnt wird, dass es ja schon Fünf vor Zwölf ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2025, 15:13:10
Den Kontext des Gesagten solltest du aber schon beachten, es ging nicht um "unliebsame Realitäten" per se.

Ich finde es, wie geschrieben, nur irgendwie spaßig, dass alle Welt die Grünen und Habeck insbesondere verteufelt, gleichzeitig aber hier erwähnt wird, dass es ja schon Fünf vor Zwölf ist.
Wo ist da jetzt schon wieder der Zusammenhang? Es ging darum, dass den Sozialsystemen das Geld ausgeht, mir ist jetzt nichts bekannt, dass Habeck und die Grünen da große Reformen angestrebt hätte. Im Gegenteil, mit seiner wirtschaftsfeindlichen Politik hat er diese Probleme noch befeuert. Und Merz lässt sich das jetzt auch noch ins Grundgesetz schreiben 🤣

Habeck war gar nicht Thema, bis du ihn hier eingebracht hast.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 15.März 2025, 16:34:28
Weiß nicht, wie du das aus der Quelle oder der Antwort herausliest.

Wenn ich etwas gefragt werde und nicht antworten kann, fände ich es seltsam, wenn man mir direkt Filz und Verflechtungen, Unwillen oder Vertuschung vorwirft.
Wenn es Förderungen an Organisationen gibt sollte man das schon beantworten können und das da Vermutungen aufkommen hat man sich mMn selbst zuzuschreiben.

Man könnte sich ja auch mal mit der Antwort auseinander setzen. Das die Bundesregierung auf das Grundgesetz verweist. Das ein Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gibt und hier anerkennt. Dass die Bundesregierung von sich denkt, nicht das Recht zu haben Vorschriften zu machen, auch wenn eine Organisation an anderer Stelle für etwas anderes Geld erhält. Das eine Organisation sich auch mal losgelöst von ihrer Rolle politisch äußern kann. Und das ist nunmal das aktuelle Recht nach der aktuellen Gesetzsprechung. Das wird die CDU in ein paar Wochen nicht anders machen. Da gibt es keine Auslegungssache. Das dem Grenzen gesetzt sind, zeigt das Gerichtsurteil zu Attac von 2019 auf das die Bundesregierung verweist. Und wenn die CDU meint, dass ihr Unrecht geschehen ist, muss sie eben auch in den Fällen den Rechtsweg bestreiten und dann muss ein Gericht entscheiden, ob Organisation x oder y für Demonstrationen gegen Rechts vor einer CDU Zentrale aufrufen darf, oder ob das in einem Konflikt mit einem eventuellen Gebot zur Neutralität steht. Genau so, wie wenn sie denkt, dass in der Frage die Sachlage nicht eindeutig entschieden ist. Immerhin hat sie ja gerade ne ganz gute Ausgangslage, um in der Sache etwas zu bewirken. Die Bundesregierung kann sich doch auf gar nicht anderes beziehen, als auf das Grundgesetz, seine dementsprechenden Pflichten und seine Neutralität. Eine Neutralität, die eigentlich schon sagt, dass sie nicht sagen kann, wie Parteien zu NGOs stehen. Sie ist kein ermittelndes oder überwachendes Organ in dieser Sache.
Es kommt mir da einfach wie eine Ablenkungstaktik vor, man gibt die Kritik an die Union zurück und baut da einen Strohmann auf, darüber das es Demonstrationen mit Vertretern von Parteien gegen die Opposition gegeben hat redet man nicht mehr.
Nur weil man es so machen kann heißt es für mich nicht das es richtig ist, man hätte jede Kritik ganz einfach mit einer sachlichen Reaktion und Transparenz kontern können.

Die Bundesregierung macht auch nicht einfach nur keine Aussage über Zahlungen, sondern rügt die CDU, dass sie nicht ins Lobbyregister des Bundestages und auf andere öffentliche Quellen zuzugreifen, die Antworten in diese Richtung liefern. Die kleinen Anfragen sind kein Recherchedienst. (Wobei unpräzise Antworten, oder Antworten, für die man die Antwort eigentlich selbst quasi googeln könnte oft vorkommen. Das ist gar nicht so die große Sache. Manchmal sind Anfrangen auch nur da, um etwas ins Gespräch zu bringen und nicht, weil man unbedingt etwas wissen will.) Und darüber hinaus verweist sie, dass sie für viele der Fragen auch einfach nicht zuständig sei.

Was hätten sie den sagen müssen, dass es für dich gut gewesen wäre und ein Beweis dargestellt hätte, dass nichts falsch läuft? 

Ja und das würde ich kritisieren, ich erwarte, auch wenn man sich alles mühsam selbst zusammen suchen könnte, eine Auflistung der Gelder. Die Antwort + der Sturm der Entrüstung davor lösen bei mir einfach das Gefühl aus, dass es da etwas zu verbergen gibt,ich könnte mir vorstellen das man sich in einigen Organisationen, ähnlich wie es ja bei den Bürgerräten ist, eine Art Außenstelle geschaffen hat mit der man aus den Parteien Bälle hin und her spielt, entweder um sich Bestätigung für Politik durch die "Bevölkerung" zu holen oder um Sachen zu steuern die man als Partei oder auch aus der Regierung heraus eher nicht kann, beispielsweise klagen oder Demos gegen Mitbewerber organisieren. Nicht unbedingt durch direkte Steuerung und Anweisungen sondern eher durch platzieren von Vetrauten und Leuten mit ähnlicher politischer Meinung und gezielter Förderung.

Ich bin da allgemein der Meinung,dass die Regelungen für Förderungen deutlich strenger gehandhabt werden sollten, die Organistationen können machen was sie wollen aber eine Förderung muss schon gut begründet und transparent sein. Es kann auch gut sein,das ich da einfach schon einen bias habe weil mich z.B diese NGO Struktur mit den petz Stellen im Internet nervt und ich anscheinend nicht teil dieser"Zivilgesellschaft" bin wie sie auf Demos dargestellt wird.

Und wenn es versandet, dann kann der CDU ja nicht viel dran gelegen haben. War das Ganze dann nicht ein Schuss in den Ofen? Also entweder die CDU vermutet da etwas und soll es in den nächsten vier Jahren verfolgen, ermitteln und offen legen. Oder was soll das gewesen sein?
Ich will mich da gar nicht irgendwie schützend vor irgendwelche Organisationen stellen. Das kann gerne alles transparent, offen und nachvollziehbar sein. Die Anfrage habe ich ja bereits verteidigt und finde sinnvoll, dass man sowas fragen darf. Das geht ja auch noch in eine andere Richtung: Welche NGO nimmt den Einfluss auf Parteien und Politiker? Da wendet sich das Blatt leider, wie die Geschichte zeigt, wiederum zur CDU hin. Genauso stellt sich direkt danach die Frage, wie es mit der Parteienfinanzierung aussieht und wo hier eventuell Neutralitäten verletzt werden und Einfluss genommen wird. Man kann gerne das ganze Feld dieses Themas betrachten und offen legen.
Ich fürchte nur, dass es nicht so einfach ist, und die Datensammlung einfach so in einem Aktenordner in der Bundesregierung liegt. Direkt neben der Liste der Steuerhinterzieher und Falschparker. Das weiß die CDU aber, die kennt das Amt sehr gut. Die hat in ein paar Wochen, wenn sie wieder am Ruder ist, auch keine Anworten auf ihre Fragen.
Ja gute Frage, ich muss da sagen,dass sich meine Bewertung in der letzen Woche geändert hat, es war entweder ein Wahlkampfmanöver der Union oder ein weiterer Punkt den man in den Koalitionsverhandlungen eingedealt hat. Die Union wird vielleicht kein Interesse daran haben das abschließend zu klären, weil man jetzt in der Regierung sitzt und die Leute beim nächsten mal dann nur gegen die AfD demonstrieren.

Ich wäre da auch für Transparenz in alle Richtungen, nicht nur bei NGOs, es wird auch Absicht sein alles so kompliziert zu halten und wahrscheinlich würde man sich wundern welche Verwandten,Bekannten oder sontige Leute mit Verbindung in die Politik in irgendwelchen Zweigstellen sitzen an die sie sonst nie rangekommen wären.

Allgemein noch was zur Demokratie,die Ereignisse um das Schuldenpaket und die Abstimmung im Bundestag sind für mich ein Bruch in der Politik, es ist mMn eine Lücke in der Gesetzgebung,dass es möglich ist nach einer Wahl noch so etwas zur Abstimmung zu bringen und Gesetze zu ändern, die Zeit jetzt sollte nur eine Übergangsphase sein bis der neue Bundestag zusammentritt. Das da durch Union,Grüne und SPD anscheinend einfach jeglicher Respekt vor dem Wähler fehlt ist für mich ein Zeichen, dass gewaltig etwas verrutscht ist und um den Bogen zu den den NGOs zu schlagen: das die Organisationen,die sich die Verteidigung der Demokratie auf die Fahnen geschrieben haben, jetzt gerade die Füße still halten, zeigt doch wie nah die eigentlich an der Politik dran sind.
Es regnet Geld für alle, da ist das biegen und tricksen nicht so schlimm,mit dem Preis, dass das Argument der Demokratie Verteidigung in Zukunft an Gewicht verlieren und eigentlich nichts mehr wert sein wird.

Das Wort "Klimaneutralität" bis 2045 ins Grundgesetz zu schreiben, ist aus meiner Sicht eine Katastrophe. Und bevor mir das falsch ausgelegt wird. Natürlich bin ich für Umweltschutz und für entsprechende Maßnahmen. Wenn es aber im Grundgesetzt steht, können dann nicht diverse Organisationen - z.B. NGOs - gegen jedwede Maßnahme klagen, die dem irgendwie entgegenläuft. Z.B. Sanierung einer Autobahn vs. Bau eines Fahrradweges? Dann fließt das Sondervermögen im Endeffekt zu zu großen Teilen in Projekte, die unsere (vermutlich) Wirtschaft eben nicht in Schwung bringen.

Würde ich unterschreiben und man muss einfach sehen, dass es am Ende gar nichts am Klimawandel ändern wird wenn wir uns Ziele zur Klimaneutralität setzen solange andere Länder das nicht auch tun, wir haben es mit einer Vorbildfunktion probiert und es hat nicht funktioniert, eigentlich wäre es besser die Klimamaßnahmen, die jetzt schon in Gesetzen festgehalten sind, komplett zu streichen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 15.März 2025, 20:43:09
Merz wird aus persönlichen Eitelkeiten zum Totengräber Deutschlands, das hätte ich von dem nicht gedacht. Ich bin nur froh, dass ich nicht CDU gewählt habe, sondern meiner FDP treu geblieben bin, ich kann meine Hände in Unschuld waschen.

Hier schaufeln leider viel zu viele Parteien mit. Die FDP hätte die vorherige Regierung früher beenden müssen. Es war schon 1 Jahr länger abzusehen, dass es in vielen Bereichen nicht mehr funktionierte. Die SPD hat die Unzufriedenheit mit dem Bürgergeld stark angeheizt. Ich persönlich habe in den letzten Jahren öfters gehört, dass Leute hinterfragt haben, ob sich Arbeiten denn noch lohnt. Schlussendlich haben trotzdem alle weitergearbeitet, weil sich die Regeln hier ja irgendwann wieder ändern. Auch jetzt macht die SPD m.M.n. Politik gegen einen großen Teil ihrer Kernwählerschaft (Asyl/Migration und ggf. Bürgergeld - mal sehen wohin es sich entwickelt, steht ja noch nicht exakt fest). Die CDU hat es über viele Jahre verschlafen Investitionen und Reformen einzuleiten. Und die Grünen haben oftmals wohlklingende Ziele. Doch die Umsetzung ist meist eine Katastrophe. Und nein, es ist nicht (nur) die Komunikation.

Auf den Punkt gebracht: Keine Partei kann "Ihre" Politik durchsetzen oder Politik anbieten, die von ihr erwartet wird. Dies liegt auch daran, dass Koalitionen nötig sind. Dadurch bekommt gewissermaßen kein Bürger was er gewählt hat und im Endeffekt profitiert eine andere Partei am äußeren Rand. Vielleicht sollten wir unsere Regierungs-/Staatsform oder das Wahlmodell mal hinterfragen. Durch die Aufsplittung in viele Parteien, die alle mitreden dürfen, bekommt irgendwie nicht jeder was er will, sondern niemand.

Ich habe CDU gewählt. Was soll ich auch anderes tun. Ich wünsche mir eine rechtere Politik, will aber eine Partei wählen, die auch eine Chance hat. Da ich die AfD ausschließe, bleibt mir nicht viel übrig. Ich hoffe noch, dass sich hier etwas zum Besseren bewegt. Allerdings sind es mir schon zu viele Kompromisse in die falsche Richtung. Derzeit hoffe ich eher, dass keine Regierungsbildung zustande kommt (zumindest nicht so). Vor vier Jahren wählte ich die FDP. Dafür verspreche ich mir in diesem Form nur wenig Akzeptanz. Aber ich bin mit meiner Wahl einigermaßen zufrieden. Ich wollte die FDP durchaus als Bremse in der Regierung haben. Natürlich habe ich mir aber nicht gewünscht, dass es alles auf die Art und Weise kolabiert.

Hat Habeck nicht genau das versucht mit der grünen Klimapolitik. Und siehe, wohin es geführt hat. Menschen wollen nie unschöne Wahrheiten hören. Menschen wollen auch keine Gewohnheiten ändern. Politik muss deshalb "leise" erfolgen, nicht rapide.

Aber genau hier machen es die Grünen doch verkehrt. Leise? Warum musste die Wärmepumpe gleich in jeden Keller? Wieso nicht bei den Behörden anfangen, dann die Unternehmen. Bis dahin wären die Unternehmen umgestellt, die Pumpen technisch auf einem höheren Niveau, die Preise vermutlich gesunken. Dann wären die Bürger an der Reihe gewesen. Die Grünen müssen aber immer "besser" sein. Warum muss Deutschland bis 2045 Klimaneutral sein? Alle anderen haben 5 Jahre mehr Zeit. Ob wir kleines Land 5 Jahre früher dran sind, da kümmert sich das Klima nicht drum.

Ich glaube auch, dass unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren sind. Aber gute Vorsätze reichen nicht. Die Politik muss es schaffen die Bürger auf ihre Seite zu ziehen. Dies gelingt mit den Wendehälsen, die wir durchweg in unserer Politiklandschaft haben, aber nicht. Dafür braucht es durchdachtere Konzepte, als ich sie in den letzten Jahren gesehen habe.

Zitat
... Bürgerwohl ...
Scheint mir eine Sache der Definition zu sein. Rossi sieht Bürgerwohl eher als das, was der Bürger sich wünscht oder aktuell möchte. Henning als dass, was der Bürger sich zu seinem Besten wünschen sollte. Und ja, auch dass ist ein Spagat, den die Politik nicht hinbekommt.

Es ging darum, dass den Sozialsystemen das Geld ausgeht, mir ist jetzt nichts bekannt, dass Habeck und die Grünen da große Reformen angestrebt hätte. Im Gegenteil, mit seiner wirtschaftsfeindlichen Politik hat er diese Probleme noch befeuert. Und Merz lässt sich das jetzt auch noch ins Grundgesetz schreiben 🤣

Hier von mir leider 100 % Zustimmung. Macht mich derzeit auch ziemlich fassungslos. Knapp 12 % wählen die Grünen und jetzt gibt es eine Grundgesetzänderung stark zu deren Gunsten. Klima war (ob das richtig ist sei einmal dahingestellt, auf jeden Fall ist es nachvollziehbar) im Wahlkampf 2025 und in den Köpfen der Bürger, ein untergeordnetes Thema. Und wieder bekommen die Bürger nicht was sie wollen. Und hinterher ist die Verwunderung wieder groß, dass die AfD weiter Stimmen gewinnt. Oder man erklärt, dass man es wieder nicht geschafft haben den Bürger begreiflich zu machen, was man eigentlich erreicht habe.  ::)

Das Wort "Klimaneutralität" bis 2045 ins Grundgesetz zu schreiben, ist aus meiner Sicht eine Katastrophe. Und bevor mir das falsch ausgelegt wird. Natürlich bin ich für Umweltschutz und für entsprechende Maßnahmen. Wenn es aber im Grundgesetzt steht, können dann nicht diverse Organisationen - z.B. NGOs - gegen jedwede Maßnahme klagen, die dem irgendwie entgegenläuft. Z.B. Sanierung einer Autobahn vs. Bau eines Fahrradweges? Dann fließt das Sondervermögen im Endeffekt zu zu großen Teilen in Projekte, die unsere (vermutlich) Wirtschaft eben nicht in Schwung bringen.

Würde ich unterschreiben und man muss einfach sehen, dass es am Ende gar nichts am Klimawandel ändern wird wenn wir uns Ziele zur Klimaneutralität setzen solange andere Länder das nicht auch tun, wir haben es mit einer Vorbildfunktion probiert und es hat nicht funktioniert, eigentlich wäre es besser die Klimamaßnahmen, die jetzt schon in Gesetzen festgehalten sind, komplett zu streichen.

Ja, die Geschichte mit der Vorbildfunktion ist spätestens seit der letzten Regierung begraben. Die internationale Presse macht sich entweder lustig oder ist entsetzt, wie wir uns durch "grüne" Entscheidungen selbst zerlegen. Das ahmt wirklich niemand mehr nach. Deshalb ist es nicht falsch etwas für das Klima zu tun. Doch die Klimamaßnahmen haben sich m.M.n. den anderen Zielen derzeit unterzuordnen. Wo es gemeinsam geht, wird dann etwas in diese Richtung umgesetzt. Mit der "Klimaneutralität" im Grundgesetzt läuft es aber vermutlich andersherum.

Bleibt zu hoffen, dass noch irgendein Politiker die Eier(stöcke) hat, die aktuelle Richtung in der Politik zu stoppen, bevor die neue Regierung steht. Danach ist es vermutlich zu spät. Schulden ohne Plan oder Strukturreform, noch Unstimmigkeiten bei Asyl und Co, auch beim Ex-Bürgergeld ist das letzte Wort eventuell noch nicht gesprochen und "Klimaneutralität" im Grundgesetz ... Wir haben leider keinen Kopf-Schüttel-Smiley.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.März 2025, 06:55:15
Die Wärmepumpe war aber doch ökonomisch das geringeste Problem an der EEG-Reform? Die Wärmepumpe ist - so mein Stand - in nahezu allen Fällen die ökonomischte Variante eine Haus zu beheizen, wenn man die Betriebskosten und nicht nur die Anschaffung rechnet.

Problematischer fand ich die Dämmöflicht bei Eigentümerwechsel, sofern man nicht eh an die Wand ran muss ist die Fassadendämmung schon sehr unrentabel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.März 2025, 08:07:43
Die Wärmepumpe war aber doch ökonomisch das geringeste Problem an der EEG-Reform? Die Wärmepumpe ist - so mein Stand - in nahezu allen Fällen die ökonomischte Variante eine Haus zu beheizen, wenn man die Betriebskosten und nicht nur die Anschaffung rechnet.

Problematischer fand ich die Dämmöflicht bei Eigentümerwechsel, sofern man nicht eh an die Wand ran muss ist die Fassadendämmung schon sehr unrentabel.

Mein Haus ist ein 60er-Jahre-Bau mit niedriger EEK. Habe ich vor über 10 Jahren für 125.000 Euro gekauft. Es passend für die Wärmepumpe zu sanieren würde mich nochmals einen sechsstelligen Betrag kosten (von mehreren Leuten prüfen lassen). Dies beginnt bei der Dämmung der Außenfassade, über die Anschaffung neuer Fenster, hin zu Dachboden, bis zur Wärmepumpe selber. Größere Heizkörper wären nötig. Als Selbstständiger verdiene ich nicht schlecht, ohne große Rücklagen zu haben. Die Förderung würde eher gering ausfallen. Dabei habe ich für Heizkosten in den vergangenen Jahren immer zwischen 700 und 1200 Euro bezahlt. Wenn ich also die Renovierungs-/Umbaukosten durch 1.000 Euro (durchschnittliche Heizkosten pro Jahr) teile, dauert es mindestens 100 Jahre bis es sich rentiert hat. Und hier habe ich schon so gerechnet, dass ich anschließend keine Heizkosten mehr hätte - was ja Quatsch ist. Vermutlich wären 200 Jahre realistischer. Nicht eingerechnet die Zinsen die ich für ein Darlehen zahlen müsste. Gilt für Leute, die das Geld haben, aber ebenfalls. Die bekommen dann ja keine Rendite mehr auf ihr Geld.

Im ländlichen Raum scheint mir dieses Problem eher die Regel zu sein. Wir haben hier ca. 1.200 Einwohner. Mal abseits der zwei Neubaugebiete wird mein Problem auf so ziemlich den Rest des Ortes zutreffen.

Was mich halt ärgert: Ich bemühe mich durchaus um einen geringen Energieverbrauch. Persönlich reichen mit 19 Grad (Badezimmer ausgenommen) hin. Das Gesetz hätte aber nie auf die persönliche Situation abgezielt. Selbst bei einem sehr geringen Verbrauch wäre ich um eine Modernisierung (wenn ich eine neue Heizung benötige) nicht herumgekommen.

Nur um eines klarzustellen: Eine Wärmepumpe als nächste Heizung schließe ich gar nicht kategorisch aus. Das wird aber von diversen Faktoren (wie lange macht meine aktuelle Heizanlage noch, was würde mich später die Renovierung kosten, habe ich dafür Geld über, etc.) abhängen. Kurios übrigens: Ich könnte mein gesamtes Haus vermutlich für 8.000 Euro mit Infrarotheizungen ausstatten. Klar, die Heizkosten wären vermutlich signifikant höher. Aber im Vergleich zu der Investition von 100.000+ Euro für Umbaumaßnahmen wäre es zu meinen Lebzeiten wohl eher die kostengünstigere Variante.

Es mag sein, dass die Wärmepumpe im Betrieb die ökonomischste Variante ist. Wenn du aber alle Kosten addierst, um die Wärmepumpe effizient zu betreiben, dann stimmt das m.M.n. und ich hatte schon einen Energieberater hier, der mir das für meinen Fall auch bestätigt hat, nicht mehr. Und ja, die Fassadendämmung wäre bei mir auch der größte Faktor. Ohne die würde ich bei den jährlichen Energiekosten aber wohl kaum/wenig sparen. Dann rentiert sich die hohe Investitionssumme nämlich nicht.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2025, 09:11:02
Hätte gerreicht, wenn einfach ein Nachweis da sein muss, wenn es finanziell nicht sinnvoll ist. So wie bei dir zum Beispiel. Von mir aus mit Grenze. Kostenvoranschlag einer Sanierung von Gas/Öl vs Wärmepumpe. Wenn Wärmepumpe x% teurer und damit unzumutbar ist, trotz Förderung, dann entfällt die Pflicht. Sollte man sich ja sowieso ordentlich ausrechnen lassen, wenn eine Sanierung ins Haus steht.

Dann hat sich der Eigentümer wenigstens damit auseinander gesetzt und den Vergleich gesehen. Aber er muss nicht indivuellen Unfug machen. Falls das zu viel Bürokratie wäre: Bei verpflichtender Wärmepumpte ist eh jede Sanierung ein Förderantrag. Da würde es auch nicht den Kohl fett machen, dass man anstatt Förderung diesen Nachweis bearbeitet.

Dann wäre es lediglich ein Zwang, wenn es finanziell im Rahmen wäre und würde lediglich die Bürger betreffen, die Gas/Öl nehmen, weil das schon immer so war, weil Wärmepumpte zu Grün ist oder warum auch immer.

Das muss man nicht mal sehr kontrollieren. Wer im Nachweis Gas/Öl schön oder Wärmepumpe schlecht rechnen würde, schneidet sich ja irgendwie ins eigene Fleisch.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2025, 09:19:52
Auf den Punkt gebracht: Keine Partei kann "Ihre" Politik durchsetzen oder Politik anbieten, die von ihr erwartet wird.
Stand heute können die SPD-Wähler sehr zufrieden sein, sogar die Grünen haben als Oppositionspartei unglaublich viel rausgeholt, deren Jubel sagt doch alles, die Dröge hat den Merz nach Strich und Faden über den Tisch gezogen, das ist schon aller Ehren wert.

Was bleibt für die Unionswähler? Bisher dürfte es nur Frust sein, Merz' lautes Wahlversprechen, die Schuldenbremse nicht zu lösen, hat er jedenfalls schonmal gebrochen und Geschenke in Höhe von zig Milliarden EUR an SPD und Grüne verteilt.

Ich bin auf den Koalitionsvertrag gespannt und was dann tatsächlich an konservativer Politik gemacht wird. "Ich werde am ersten Tag die Grenzen schließen!" Glaubt jemand daran? Ich nicht, es wird ja schon jetzt relativiert, das wäre ganz anders gemeint gewesen. Ich glaube nach den letzten Tagen nicht mehr an die versprochene Politikwende, es wird weiter linke und grüne Politik geben, auch in Sachen Asyl, weil Merz abhängig von diesen Parteien ist, er hat sich erpressbar gemacht und er wird nichts von dem durchbringen, was er angekündigt hat, er ist schon jetzt eine "lame duck".

Zitat
Ich habe CDU gewählt. Was soll ich auch anderes tun.
Ich habe im konservativeren Freundes- und Bekanntenkreis dafür geworben, bitte die CDU und nicht die AfD zu wählen, wenn man konservative Politik haben will. Schon jetzt stehe ich da wie ein Depp und bekomme hämische Whatapps, dass ich da wohl ziemlichen Scheiß empfohlen hätte. Ich will nicht, dass die AfD an die Macht kommt und habe dagegen angekämpft, aber bei so einem Ergebnis komme ich mir auch verarscht vor, ich will auch keine unendliche Fortsetzung linker und grüner Politik.

Zitat
Vielleicht sollten wir unsere Regierungs-/Staatsform oder das Wahlmodell mal hinterfragen.
Nee, es gibt nichts besseres als Demokratie. Das Problem ist, dass sich die Herrschenden schon auch freiwillig an die Regeln halten müssen. Tun sie das nicht, kann sie niemand stoppen, so gesehen während der Coronapandemie und was in den USA derzeit passiert ist auch schon sehr bedenklich. Merkels Eingriff in die Wahl von Kemmerich zum MP war verfassungswidrig. Strafe? Keine.

Zitat
Warum muss Deutschland bis 2045 Klimaneutral sein? Alle anderen haben 5 Jahre mehr Zeit.
Der weltgrößte CO2-Sünder China, der fast 20mal mehr CO2 ausstößt als Deutschland, darf sich sogar bis 2060 Zeit lassen. Mir kommt das so vor, als würde man ein glimmendes Streichholz stundenlang mit drei Feuerwehrzügen löschen, obwohl der Dachstuhl in hellen Flammen steht, nein, das Streichholz ist wichtiger.

Der Klimaklimbim ist in D zur reinen Abzockmasche eskaliert, die Minimengen, die Deutschland ausstößt sind dermaßen irrelevant, auf den Klimawandel hat das vermutlich noch nichtmal einen messbaren Einfluss. Ginge es wirklich ums Klima, hätte man die KKW nicht abgestellt, ginge es ums Klima, würde man für Windräder nicht Wälder abholzen, sondern würde sie auf die Wiese nebenan setzen, ginge es wirklich ums Klima, würde man alle Arten von EE, auch Biogas, nachhaltig fördern.

Es geht nicht ums Klima, es geht ums Geld, das man der Fossillobby wegnehmen will, um es der eigenen Lobby zustecken zu können. Und die meisten Deutschen machen begeistert mit, lassen sich rupfen wie eine Weihnachtsgans, im guten Glauben, sie würden das Klima retten 🤦

Zitat
Rossi sieht Bürgerwohl eher als das, was der Bürger sich wünscht oder aktuell möchte.
Bürgerwohl bedeutet für mich, dass es den Menschen gut geht, dass sie nicht über Gebühr belastet werden, dass der Staat dafür sorgt, dass man sicher leben kann, dass der Staat höchst sorgfältig mit dem Geld, dass die Bürger für den Staat erwirtschaften, umgeht, dass der Staat externe Krisen abpuffert und nicht auch noch vertieft, dass Politiker sich wieder als das verstehen, was sie sind, nämlich Vertreter und Ausführungsorgan des Willens des Souveräns und keine Majestäten im Selbstbedienungsladen.

Zitat
Und wieder bekommen die Bürger nicht was sie wollen. Und hinterher ist die Verwunderung wieder groß, dass die AfD weiter Stimmen gewinnt.
So geht das schon seit 2015, der Wille des Souveräns wird immer wieder ignoriert. Dass das irgendwann Konsequemnzen haben wird, sollte jedem klar sein.
Mein Tipp: 2029 wird die AfD stärkste Partei, Union SPD und Grüne plus evtl. Linkspartei oder BSW bilden eine Einheitsregierung, es wird weiter linke Politik gemacht. 2033, genau passend zum 100jährigen Jubiläum der deutschen Megakatastrophe, bekommt die AfD die absolute Mehrheit der Stimmen.

Zitat
Ja, die Geschichte mit der Vorbildfunktion ist spätestens seit der letzten Regierung begraben.
Auch vorher schon hat man international nur den Kopf geschüttelt, das WSJ titelte schon 2019 "World's dumbest energy politics". Kein Schwein macht den deutschen Weg nach, weil der extrem teuer und extrem ineffizient ist und den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung auch noch erhöht, anstatt zu senken. Deutschland hat seinen CO2-Ausstoß seit 1990 mittlerweile halbiert. China, USA, Russland, Indien, Japan? Wir wurden in Sachen CO2-Ausstoß mittlerweile auch schon von Iran, Saudi Arabien und Indonesien überholt. Ist alles egal, die Grünen werden nicht ruhen. Wenn "Klimaneutralität" ins GG aufgenommen wird, dann war es das mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland, dann brechen extrem harte Zeiten in Deutschland an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.März 2025, 18:19:36
Dann wäre es lediglich ein Zwang, wenn es finanziell im Rahmen wäre und würde lediglich die Bürger betreffen, die Gas/Öl nehmen, weil das schon immer so war, weil Wärmepumpte zu Grün ist oder warum auch immer.

Als Politiker hätte ich eine zusätzliche Gebühr für umweltschädliche Heizstoffe/Heizungsarten erlassen. Also wohl für Öl und Gas. Der Beitrag wäre hier von Jahr zu Jahr gestiegen mit dem Maximum nach ca. 20 Jahren. Bis dahin war jeder mit dem Umstieg dran und kann sich ausrechnen, was günstiger kommt. Bin da ja durchaus zu Abstrichen bereit. Nur die Kostenbelastung dann alles auf einmal ist halt Unsinn. Diese Einnahmen müssten dann zweckgebunden direkt in die Förderung für Wärmepumpen und ggf. alternative Heizungsarten (falls vom Konzept beim Haus klimaverträglich) fließen.

Zitat
Vielleicht sollten wir unsere Regierungs-/Staatsform oder das Wahlmodell mal hinterfragen.
Nee, es gibt nichts besseres als Demokratie. Das Problem ist, dass sich die Herrschenden schon auch freiwillig an die Regeln halten müssen. Tun sie das nicht, kann sie niemand stoppen, so gesehen während der Coronapandemie und was in den USA derzeit passiert ist auch schon sehr bedenklich. Merkels Eingriff in die Wahl von Kemmerich zum MP war verfassungswidrig. Strafe? Keine.

Und wollte keine Monarchie einführen. Mir schwebte eher sowas vor: Es gibt die Wahl, so wie jetzt auch. Die stärksten zwei Parteien gehen gewissermaßen in die Stichwahl. Ließe sich vermutlich weiterhin mit einem Wahlbogen machen. So wird noch immer eine Partei mit Mehrheit gewählt. Über die Zusammensetzung der Opposition müsste man dann nachdenken. Keine Ahnung ob das besser ist. Ist jetzt auch nur so ein Gedanke. Aktuell scheint halt kein Bürger wirklich das zu bekommen, wofür er bei der Wahl sein Kreuz macht.

Was mich aktuell auch stört ist, dass sich Parteien immer absprechen und dann gewissermaßen mit einer Stimme sprechen. Das man so stark und geschlossen auftritt, leuchtet ja ein. Aber irgendwie fände ich es besser, wenn jeder so stimmt, wie er es wirklich für das beste hält und nicht aus parteitaktischen Überlegungen die Hand hebt. Beim Rest sind wir so ziemlich auf einer Linie @Signor Rossi.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 16.März 2025, 18:28:44
Ja, die Geschichte mit der Vorbildfunktion ist spätestens seit der letzten Regierung begraben. Die internationale Presse macht sich entweder lustig oder ist entsetzt, wie wir uns durch "grüne" Entscheidungen selbst zerlegen. Das ahmt wirklich niemand mehr nach. Deshalb ist es nicht falsch etwas für das Klima zu tun. Doch die Klimamaßnahmen haben sich m.M.n. den anderen Zielen derzeit unterzuordnen. Wo es gemeinsam geht, wird dann etwas in diese Richtung umgesetzt. Mit der "Klimaneutralität" im Grundgesetzt läuft es aber vermutlich andersherum.

Bleibt zu hoffen, dass noch irgendein Politiker die Eier(stöcke) hat, die aktuelle Richtung in der Politik zu stoppen, bevor die neue Regierung steht. Danach ist es vermutlich zu spät. Schulden ohne Plan oder Strukturreform, noch Unstimmigkeiten bei Asyl und Co, auch beim Ex-Bürgergeld ist das letzte Wort eventuell noch nicht gesprochen und "Klimaneutralität" im Grundgesetz ... Wir haben leider keinen Kopf-Schüttel-Smiley.
Ich bin ja der Meinung,dass dem Klima,Weltweit gesehen,sogar mehr geholfen wäre wenn wir hier entbürokratisieren,keine verbindlichen Klimaregeln aufstellen und die Wirtschaft stärken,dadurch hätte am Ende jeder Bürger mehr Geld in der Tasche und könnte regionale Produkte kaufen und die Produktion würde im Land bleiben. So wandern Firmen und Industrie ab und man holt sich zum Grillen eben importiertes Fleisch, weil der Schlachter um die Ecke zu teuer geworden ist. 
Beim Klimaschutz sollte die Betonung auf Schutz liegen, also Katastrophenschutz verbessern,überlegen wo gebaut wird und allgemein schauen wie man die Folgen möglichst gut abfedert.

Ich glaube nicht daran das noch einer dagegen aufsteht, dafür wird einfach überall Geld verteilt,viel vertrauen,dasses noch gerichtlich gekippt wird,habe ich auch nicht.

Vorhin einen CDU tweet mit einem Merz Zitat gesehen.
https://x.com/CDU/status/1901184784686031088
Zitat
"Auf das Jahr 2045 haben sich Bundestag und Bundesrat im Klimaschutzgesetz verbindlich geeinigt. Unsere Verabredung, das Grundgesetz zu ändern, ändert also an dieser Aufgabe nichts“, so @_FriedrichMerz in der Bild am Sonntag.
da fasst man sich wirklich an den Kopf.

Man muss sich wirklich klar machen, das es für das Klima keinen großen Unterschied macht ob wir ab jetzt alle nackt rumlaufen, in Höhlen wohnen und Baumrinde essen oder alle Regeln über Bord werfen.

Ich habe im konservativeren Freundes- und Bekanntenkreis dafür geworben, bitte die CDU und nicht die AfD zu wählen, wenn man konservative Politik haben will. Schon jetzt stehe ich da wie ein Depp und bekomme hämische Whatapps, dass ich da wohl ziemlichen Scheiß empfohlen hätte. Ich will nicht, dass die AfD an die Macht kommt und habe dagegen angekämpft, aber bei so einem Ergebnis komme ich mir auch verarscht vor, ich will auch keine unendliche Fortsetzung linker und grüner Politik.
Habe ich auch gemacht und man muss einfach zugeben,dass die AfD Wähler mit denen ich diskutiert habe Recht hatten,wie oft mir da gesagt wurde,dass die Stimme verschwendet ist und wie viel Zeit ich da investiert habe.
Ich komme mir auch etwas blöd vor selbst CDU gewählt zu haben.
Aber auf der anderen Seite weiß man jetzt woran man ist, man hat es versucht und es hat nicht funktioniert,da die Wahl bei der Entscheidung jetzt ignoriert wurde, ich bin mir ziemlich sicher,dass wir auch mit einer schwachen Union dann einfach schwarz rot grün und auch Schulden bekommen hätten, ist es komplett egal was wir gewählt haben.

Es gibt auch nach wie vor  gute Gründe nicht AfD zu wählen, aber abgesehen von einer möglichen Neuaufstellung der FDP und nicht mehr wählen zu gehen bleibt es wahrscheinlich in Zukunft die einzige Option um gegen die aktuelle Politik vorzugehen. Keine Ahnung was ich da mache aber gerade wirkt die antidemoktische Scheiße, die da durch schwarz/rot/grün abgezogen wurde, deutlich schlimmer als eine AfD bei 30%+

Ich frage mich auch was die Idee der Union dahinter ist, man schießt sich da ja mit Absicht selbst ins Bein, hofft man wirklich das in den 4 Jahren drehen zu können? dass die Leute so vergesslich sind? auf ein AfD Verbot?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2025, 19:36:02
Dann wäre es lediglich ein Zwang, wenn es finanziell im Rahmen wäre und würde lediglich die Bürger betreffen, die Gas/Öl nehmen, weil das schon immer so war, weil Wärmepumpte zu Grün ist oder warum auch immer.

Als Politiker hätte ich eine zusätzliche Gebühr für umweltschädliche Heizstoffe/Heizungsarten erlassen. Also wohl für Öl und Gas. Der Beitrag wäre hier von Jahr zu Jahr gestiegen mit dem Maximum nach ca. 20 Jahren. Bis dahin war jeder mit dem Umstieg dran und kann sich ausrechnen, was günstiger kommt. Bin da ja durchaus zu Abstrichen bereit. Nur die Kostenbelastung dann alles auf einmal ist halt Unsinn. Diese Einnahmen müssten dann zweckgebunden direkt in die Förderung für Wärmepumpen und ggf. alternative Heizungsarten (falls vom Konzept beim Haus klimaverträglich) fließen.



Sowas gibt es eigentlich schon: CO2-Preis.  Gebäudewärme wird ab 2027 ins Emissionshandelssystem übergehen. Ab da wird bis 2050 die vorhanden Zertifikate auf null gesenkt. Wird für mich gefühlt in der Diskussion oft übersehen, wenn man die Heizung aug 20 Jahre berechnet. Man ist da dann nämlich schon am Ende knapp vor 0. Ist nicht mal ne Sache des Eigenheims. Seit 2023 sind Mieter verpflichtet sich an den CO2 Kosten des Gebäudes zu beteiligen.

Das ist also schon lange geplant und umgesetzt. Eine große Wirkung scheint es aber nicht zu haben. Es ist einfach schwer sich hohe Preise in 15 Jahren und später vorzustellen. Vor allem, wenn man vielleicht insgeheim hofft, dass die Preise wieder wie vor dem Einmarsch von Russland in die Ukraine werden.


Und wollte keine Monarchie einführen. Mir schwebte eher sowas vor: Es gibt die Wahl, so wie jetzt auch. Die stärksten zwei Parteien gehen gewissermaßen in die Stichwahl. Ließe sich vermutlich weiterhin mit einem Wahlbogen machen. So wird noch immer eine Partei mit Mehrheit gewählt. Über die Zusammensetzung der Opposition müsste man dann nachdenken. Keine Ahnung ob das besser ist. Ist jetzt auch nur so ein Gedanke. Aktuell scheint halt kein Bürger wirklich das zu bekommen, wofür er bei der Wahl sein Kreuz macht.

Gegen so etwas wird sofort die fehlende Präsentation des Wählerwillens angeführt. Wir haben bei dieser Wahl zwei Parteien die relativ knapp an den 5% scheiterten. 13,9 Prozent der Stimmen sind im Bundestag nicht vertreten. Das wäre bei so einem System noch viel höher.

Und stell dir mal die vorletzte Bundestagswahl vor: Deutschland muss SPD oder Grün wählen. Oder diese Bundestagswahl: CDU oder AFD. Ich halte das für relativ befremdlich, weil man in der zweiten Wahl eventuell gar kein Spektrum mehr hat. Dieses ganze koalieren ist zwar auch wieder ein Nachteil. Aber ich sehe die Vielfalt der Parteienlandschaft in Deutschland eigentlich als etwas Positives.




Ich sehe das bisher nicht so grün wie ihr. Das Grün mitsprechen darf war klar. Aber was wäre den die Alternative? Gehen wir mal davon aus, dass Sondervermögen und Schuldenbremse unbedingt weg müsse... SPD und Grüne wollten das schon letztes Jahr und ohne die FDP wäre das bereits Status Quo. Wäre eine SPD/Grün Koalition statt Ampel an der Macht gewesen, wäre die Regelung jetzt viel einseitiger auf SPD und Grüne zugeschnitten und keine konservative Partei hätte Mitspracherecht gehabt.
Die CDU schon viel früher zustimmen und die Rolle der jetzigen Grünen einnehmen können. Sie wurde von SPD und Grün im Wahlkampf sogar gewarnt. Trotzdem hat sie sich auf ein seltsames Herumgeeier eingelassen, das jetzt viele enttäuscht.
Die CDU hat abgewartet, weil das Geld dann der Ampel und nicht ihnen zugekommen wäre. Das ist vertsändlich. Vielleicht wollte sie auch nicht zwischen die Fronten geraten, weil absehbar war, dass die FDP ihre harte Position fallen gelassen und konstruktiv geworden wäre, wenn die CDU ein vermeintlicher Partner im Boot gewesen wäre. Sei es drum, das ist Geschichte. Die CDU hat abgewartet und ist damit das Risiko eingegangen, dass alles selbst ausstreiten zu müssen. Vielleicht war das Kalkühl, dass sie mit der SPD alleine verhandeln kann. Aber die CDU ist trotzdem der stärkere Partner und sitzt jetzt an den Entscheidungen das Geld zu verteilen am Tisch.


Ich finde die Erfolge der Grünen in zum Großen Teil in Ordnung. Transformationsfond ist ja auch Infrastruktur. Dass die Militärausgaben auch Zivile Organisationen und Nachrichtendienste betreffen finde ich gut. Ich bin allerdings kein Fan davon große politische Ziele in das Grundgesetz zu schreiben. Das gilt für das Klimaziel genauso wie die harte Schuldenbremse. Eine Regierung muss einfach flexibel bleiben.
Allerdings: Ich höre und lese sehr unterschiedliche Dinge, was das bedeutet. Zuerst hieß es, dass die ganzen 500 Milliarden komplett an das Ziel geknüpft sind. Mittlweile habe ich es so verstanden, dass die Klimaneutralität weder an den 500 Milliarden, noch an einem Ziel hängt. Der Begriff kommt lediglich im Namen des Geldtopfs vor. Damit ist nicht geregelt wofür der Geldtopf verwendet werden darf. Wobei mir nochmal klar ist welcher Geldtopf. Die ganzen 500 Milliarden oder nur die 100 davon, die in den Fond gehen.
Es gibt ja schon das Ziel "Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen" und das Bundesverfassungsgericht sieht darin auch den Klimaschutz. Klimaneutralität bis 2045 steht schon im Klimaschutzgesetzt. Für mich sieht das bisher eher wie ein Symbol aus, weil es bereits andere viel prägnantere Stellen gibt, auf die man sich bei Klagen und so weiter berufen kann. Zumindest scheint mir, als sei an der Situation nichts anders.

Hm... Wird das gerade alles etwas überinterpretiert, oder übersehe ich etwas?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2025, 19:45:44
Es gibt die Wahl, so wie jetzt auch. Die stärksten zwei Parteien gehen gewissermaßen in die Stichwahl.
Das ist an sich eine gute Idee. Dafür müssten wir aber das Wahlrecht gewaltig umkrempeln und das mit der Opposition ist auch ein berechtigter Einwurf. Und: kleinere Parteien bekämen so keine Chance zur Regierungsbeteiligung mehr.

Aber auf der anderen Seite weiß man jetzt woran man ist, man hat es versucht und es hat nicht funktioniert...
Naja, noch gibt es die Hoffnung, dass Merz trotz allem einen Politikwechsel hinlegen kann, warten wir mal ein Jahr ab. Im Grunde muss er ja gar nicht so viel erreichen, es reicht doch schon, wenn Bewegung in die Asylpolitik kommt und er die Wirtschaft wieder ans Laufen bekommt. Letzteres sollte mit den gewaltigen Geldmengen, die jetzt zur Verfügung stehen, machbar sein.

Zitat
Ich frage mich auch was die Idee der Union dahinter ist, man schießt sich da ja mit Absicht selbst ins Bein, hofft man wirklich das in den 4 Jahren drehen zu können? dass die Leute so vergesslich sind? auf ein AfD Verbot?
Ich weiß es auch nicht. Vermutlich denkt man gar nicht mehr weiter als über die kommende Legislaturperiode hinaus. Das ist eine Schwäche der Demokratie, da haben solche Staaten wie China oder Russland einen Vorteil.

Hm... Wird das gerade alles etwas überinterpretiert, oder übersehe ich etwas?
Das Grundgesetz ist nicht irgendein Gesetz, sondern das Fundament, auf dem unsere Demokratie steht. Und wenn man da als Ziel "Klimaneutralität bis 2045" reinschreibt, dann kann man dieses Ziel mMn. nicht einfach nur auf ein paar Geldtöpfe beschränken. Das ist dann ein Ziel, dem jede politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivität dienen muss.

Ich bin kein Verfassungsrechtler, aber ich habe da schwerste Bedenken, dass das BVerfG - das einhunderprozentig deswegen angerufen werden wird, wenn ein Vorhaben (zB. der eigentlich jetzt schon notwendige Ausbau des BER) irgendeinem Klimaschützer nicht gefällt - auch genauso argumentieren wird: "Liebe Politiker, ihr habt euch ein Ziel gesetzt, jetzt seht auch zu, dass ihr das einhaltet, der Ausbau eines Flughafen ist kontraproduktiv!"

So gerät man dann in Sachen Infrastruktur noch mehr ins Hintertreffen.

Und noch eine Befürchtung meinerseits: wir werden erleben, wie schnell die 900 Milliarden plus verschwunden sein werden, ohne dass sich drastisch etwas ändert, weil auch sehr viel in konsumptive Zwecke "investiert" wird. Aber wie gesagt, warten wir ab und hoffen wir das Beste.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2025, 20:42:49
Das Grundgesetz ist nicht irgendein Gesetz, sondern das Fundament, auf dem unsere Demokratie steht. Und wenn man da als Ziel "Klimaneutralität bis 2045" reinschreibt, dann kann man dieses Ziel mMn. nicht einfach nur auf ein paar Geldtöpfe beschränken. Das ist dann ein Ziel, dem jede politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivität dienen muss.

Im Grundgesetz stehen nicht nur Ziele unsere Demokratie. Hast du gelesen was ich geschrieben habe?

Das Sondervermögen Deutsche Bundespost steht auch im Grundgesetz. Das ist doch schon ein Beispiel, dass zeigt, dass das was du schreibst nicht stimmen kann. Mit dem Namen alleine ist kein Ziel verbunden. Für das Ziel folgen noch ein paar Wörter und Sätze, die das erklären. Oder was soll das Ziel "Deutsche Bundespost" sein? Und in Anlehnung darauf (auch wenn ich schon bei der Behauptung, dass es ein Ziel sein soll nicht mitgehe): Wo siehst du, dass das "Ziel" "Deutsche Bundespost", sich durch das ganze Grundgesetz zieht und nicht auf einen Geldtopf beschränkt sein kann, weil das "Ziel" jeder politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivität dienen müsse? "Die Würde des Menschen ist unantastbar. (und die Deutsche Bundespost)", oder wie?


Edit: Das mit der Investition und der Vepuffung der Milliarden sehe ich auch so. 12 Jahre (wenn überhaupt) unbeschwehrt Regieren und dann wieder Krise.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2025, 20:43:59
Tut mir leid, das ist mir zu aggro.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2025, 20:59:30
Entschuldige. Mein Ziel war es nicht dich persönlich anzugehen.

Ich verstehe deine Argumentationslinie nicht. Ich zeige verschiedene Ansätze bei dieser Betrachtung, wie ich sie in verschiedenen Medien verstehe und stelle dabei mein Wissen in Frage. Den Punkt den du anbringst, inwiefern das ein Ziel ist, spreche ich direkt in mehreren Ebenen. Zum einen, dass es nur ein Name sein soll und zum anderen, dass es schon stark verankerte Ziele gibt und der Status Quo sich dadurch gar nicht zu ändern scheint.

Lasse doch so ein oberflächliches kommentieren bitte bleiben, wenn du sowieso nicht auf den Inhalt eingehst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2025, 21:39:43
Lasse doch so ein oberflächliches kommentieren bitte bleiben, wenn du sowieso nicht auf den Inhalt eingehst.
Und direkt die nächste Spitze. Ich habe dich mit meinem Beitrag um 19:45:44 weder angegriffen noch habe ich "oberflächlich kommentiert" und ich bin auch auf deinen Inhalt eingegangen.
Du kannst ja gerne anderer Meinung sein, dagegen habe ich rein gar nichts einzuwenden, aber sowas kannst du dir echt sparen. Wie ich das interpretiere habe ich versucht zu erklären, da ich kein Verfassungsrechtler bin, kann meine Interpretation falsch sein oder auch übertrieben besorgt, aber selbst Verfassungsrechtler sind uneins, der eine sieht die Festlegung eines Staatszieles, der andere sieht nur eine "Etikettierung eines Teils der Investitionen". Wir werden erleben, wie das BVerfG urteilt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2025, 22:13:08
Lasse doch so ein oberflächliches kommentieren bitte bleiben, wenn du sowieso nicht auf den Inhalt eingehst.
Und direkt die nächste Spitze. Ich habe dich mit meinem Beitrag um 19:45:44 weder angegriffen noch habe ich "oberflächlich kommentiert" und ich bin auch auf deinen Inhalt eingegangen.
Du kannst ja gerne anderer Meinung sein, dagegen habe ich rein gar nichts einzuwenden, aber sowas kannst du dir echt sparen. Wie ich das interpretiere habe ich versucht zu erklären, da ich kein Verfassungsrechtler bin, kann meine Interpretation falsch sein oder auch übertrieben besorgt, wir werden es ja sehen.


Mittlweile habe ich es so verstanden, dass die Klimaneutralität weder an den 500 Milliarden, noch an einem Ziel hängt. Der Begriff kommt lediglich im Namen des Geldtopfs vor. Damit ist nicht geregelt wofür der Geldtopf verwendet werden darf.

Das Grundgesetz ist nicht irgendein Gesetz, sondern das Fundament, auf dem unsere Demokratie steht. Und wenn man da als Ziel "Klimaneutralität bis 2045" reinschreibt, dann kann man dieses Ziel mMn. nicht einfach nur auf ein paar Geldtöpfe beschränken. Das ist dann ein Ziel, dem jede politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivität dienen muss.

Du schreibst etwas, was direkt gegen meine Annahme steht, die ich in Frage stelle. Ich schreibe: "so verstanden, dass die Klimaneutralität [...] nicht an einem Ziel hängt." Deine Antwort: "...wenn man da als Ziel "Klimaneutralität bis 2045" reinschreibt...". Du wiederholst dann noch das Wort Ziel öfters und erklärst, dass es als definiertes Ziel im Grundgesetz auch eingehalten werden müsse. Also genau das, was ich in Frage stelle und versuche zu erfahren. Ich habe gekennzeichnet, dass das keine Meinung von mir ist.
Du gehst als nicht darauf ein, ob es ein Ziel ist, sondern stattdessen, was es bedeutet wenn es eins wäre. An der Stelle bin ich bei dir und habe das Ziel bereits abgelehnt: "Ich bin allerdings kein Fan davon große politische Ziele in das Grundgesetz zu schreiben."


Jetzt muss ich, für den Gesprächsfaden, die Rolle rückwärts machen und mich inhaltlich direkt wiederholen. Signor Rossi, du schreibst so, als sei "Klimaneutralität bis 2045" ein festverankerstes Ziel im Grundgesetz. Wie du gelesen hast, sehe ich das aus aktuellen Medienberichten nicht als sicher und weiß nicht genau wie es definiert ist, ob es nur ein Name ist und woran es, falls überhaupt, geknüpft ist. Das ist keine Meinung und deswegen frage ich: Woran machst du fest, dass der Eintrag ein verbindliches Ziel darstellt, dass die von dir beschriebenen Konsequenzen nach sich ziehen könnte?



Und ja, ich sehe diese Rolle rückwärts als nicht zielführend, weil ich denke, dass wir beide durchaus unterscheiden können, ob wir über eine Ursache (Ist es ein Ziel?) oder eine Wirkung (Was sind die Auswirkungen von diesem Ziel?) sprechen. Eine höffliche Bitte und eine Spitze sind für mich unterschiedliche Dinge. Das du mich angegriffen hättest, habe ich nicht behauptet und mache ich auch weiterhin nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2025, 23:00:31
Hier der exakte Wortlaut an dem ich das festmache:
Der Bund kann ein Sondervermögen mit eigener Kre-
ditermächtigung für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur
und für zusätzliche Investitionen zur Erreichung der Klimaneut-
ralität bis 2045 mit einem Volumen von bis zu 500 Milliarden
Euro errichten.

https://dserver.bundestag.de/btd/20/151/2015117.pdf

Für mich ist die Formulierung "Erreichung der Klimaneutralität bis 2045" ein klar definiertes Ziel. Was soll das denn auch sonst sein? Für eine wachsweiche Politikerformulierung fehlt mir da der Konjunktiv und die ausweichenden Umschreibungen, wie zB. "wir wollen erreichen" oder "wir streben an". Nein, die Formulierung ist kurz und knapp, exakt und konkret.

Ob das die Folgen impliziert, die ich befürchte, wird aber imho das BVerfG entscheiden, dass es solche Klagen geben wird, halte ich für unausweichlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2025, 23:13:11
Danke für die Quelle. Die scheint sehr neu zu sein. Ich hatte eine vorläufen Entwurf von vor ungefähr einer Woche, der nur der erste Vorschlag war. Ansonsten eben nur diverse Berichterstattungen. Und da war es nie so konkret benannt, bzw wurde auch etwas ganz anderes berichtet.

Ich gebe dir recht. Das ist natürlich etwas anderes als ein Name wie Sondervermögen "Bundeswehr" oder Sondervermögen "Deutsche Bundespost", wo ein Begriff einfach mal vorkommt. Ich schließe mich deiner Befürchtung an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.März 2025, 08:00:39
Hier noch ein Statement der Grünen, die sprechen auch explizit von Ziel:

Der zweite Punkt ist der Klimaschutz. Als Grüne verhandeln wir natürlich als Allererstes für mehr Klimaschutz. Das haben wir sowohl gemacht mit Blick auf das Infrastruktur-Sondervermögen selbst: In diesem Infrastruktur-Sondervermögen wurde der Titel so geändert, dass nicht nur die Finanzierung von Infrastruktur, sondern auch die Finanzierung von Investitionen in Klimaschutz jetzt klar verabredet sind. Wir haben im Grundgesetz verankert, dass diese Investitionen dem Ziel der Klimaneutralität 2045 dienen sollen.
https://www.gruene-bundestag.de/presse/default-4ef65d4fb6/einigung-ueber-die-geplanten-grundgesetzaenderungen/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 17.März 2025, 08:18:16
Ja, ich finde das nach wie vor auch kritisch. Wobei Rechtsexperten das tatsächlich unterschiedlich bewerten. Wenn es jedoch eine Änderung ohne Auswirkung wäre, dann hätte es nicht ins Grundgesetzt gemusst. Da hätte eine Art der Zweckbindung ausgereicht.

Fast schon witzig, dass jetzt der erste Unions-Politiker die Reaktivierung der AKWs ins Spiel bringt, da dies dem genannten Ziel dienlich ist.

https://www.bild.de/politik/inland/klimaneutralitaet-bis-2045-das-bedeutet-der-klima-satz-im-gesetz-fuer-deutschland-67d6a2e0a7ec4b4b052dde8f (https://www.bild.de/politik/inland/klimaneutralitaet-bis-2045-das-bedeutet-der-klima-satz-im-gesetz-fuer-deutschland-67d6a2e0a7ec4b4b052dde8f)

LG Veni_vidi_vici

Edit: Jetzt will die SPD wohl noch über die Kanzlerschaft von Merz per Mehrheitsbeschluss abstimmen lassen. Wer in die Partei jetzt eintritt, der darf noch abstimmen. ... Verfassungsrechtler sehen scheinbar auch hier kein Problem. Aber was hindert jetzt die AfD-Wähler dort einzutreten, gegen eine Merz-Kanzlerschaft zu stimmen und wieder auszutreten? Oder denke ich zu kompliziert?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.März 2025, 20:55:14
Ich sehe das bisher nicht so grün wie ihr. Das Grün mitsprechen darf war klar. Aber was wäre den die Alternative? Gehen wir mal davon aus, dass Sondervermögen und Schuldenbremse unbedingt weg müsse... SPD und Grüne wollten das schon letztes Jahr und ohne die FDP wäre das bereits Status Quo. Wäre eine SPD/Grün Koalition statt Ampel an der Macht gewesen, wäre die Regelung jetzt viel einseitiger auf SPD und Grüne zugeschnitten und keine konservative Partei hätte Mitspracherecht gehabt.
Die CDU schon viel früher zustimmen und die Rolle der jetzigen Grünen einnehmen können. Sie wurde von SPD und Grün im Wahlkampf sogar gewarnt. Trotzdem hat sie sich auf ein seltsames Herumgeeier eingelassen, das jetzt viele enttäuscht.
Die CDU hat abgewartet, weil das Geld dann der Ampel und nicht ihnen zugekommen wäre. Das ist vertsändlich. Vielleicht wollte sie auch nicht zwischen die Fronten geraten, weil absehbar war, dass die FDP ihre harte Position fallen gelassen und konstruktiv geworden wäre, wenn die CDU ein vermeintlicher Partner im Boot gewesen wäre. Sei es drum, das ist Geschichte. Die CDU hat abgewartet und ist damit das Risiko eingegangen, dass alles selbst ausstreiten zu müssen. Vielleicht war das Kalkühl, dass sie mit der SPD alleine verhandeln kann. Aber die CDU ist trotzdem der stärkere Partner und sitzt jetzt an den Entscheidungen das Geld zu verteilen am Tisch.

Dafür das eigentlich gar nichts grünes in der neuen Regierung vorkommen sollte ist es schon sehr grün. ;) Ich sehe es eher so, dass es schon letztes Jahr Neuwahlen hätte geben müssen als der Haushalt gekippt wurde und die Schuldenbremse Thema wurde.
Man hat einfach Wahlkampf mit etwas versprochen von dem man wusste,dass man genau das Gegenteil tun würde,eigentlich auf mehreren Ebenen, ich müsste jetzt überlegen ob man überhaupt etwas einhält was versprochen wurde.

Ich finde die Erfolge der Grünen in zum Großen Teil in Ordnung. Transformationsfond ist ja auch Infrastruktur. Dass die Militärausgaben auch Zivile Organisationen und Nachrichtendienste betreffen finde ich gut.
Sind mit den zivilen Organisationen auch NGOs gemeint?  :P

Heute im Radio wurde etwas über die anstehenden Koalitionsverhandlungen erzählt, man muss sich mal vor Augen führen wie die Situation gerade ist, täglich werden die berichteten Schulden mehr, am Anfang hieß es noch 500 mrd, dann 900, dann 1,5 und vorhin habe ich 1,7 Billionen gelesen, dazu noch die Grungesetzänderung, in kürzester Zeit zusammengestellt weil man es noch unbedingt schnell durch den abgewählten Bundestag peitschen will, ohne Plan, ohne lange Beratung,ohne Koalition und ohne zu prüfen was jeder einzelne Punkt ganz genau für uns bedeutet.
Dazu dann wieder die einseitigen Berichte einzelner Medien die das Ganze als "Finanzpaket"herunterspielen und gar nicht auf mögliche Folgen eingehen.

Ich kann schon verstehen das man da Schulden aufnehmen will aber irgendwann muss doch das Verantwortungsgefühl dem Bürger oder Land gegenüber anspringen,dass ist nichts, was man mal eben zwischen Tür und Angel beschließt und wenn der neue Bundestag keine Mehrheit für den Plan stellen kann,dann muss man sich etwas anderes überlegen und eben reformieren statt unbegrenzt Schulden zu machen,

Naja, noch gibt es die Hoffnung, dass Merz trotz allem einen Politikwechsel hinlegen kann, warten wir mal ein Jahr ab. Im Grunde muss er ja gar nicht so viel erreichen, es reicht doch schon, wenn Bewegung in die Asylpolitik kommt und er die Wirtschaft wieder ans Laufen bekommt. Letzteres sollte mit den gewaltigen Geldmengen, die jetzt zur Verfügung stehen, machbar sein.
Ich denke eher im Gegenteil das er nach den Aktionen jetzt schon sehr viel bewegen und richtig machen müsste um das noch zu drehen, er hat ja jetzt schon so viele Zugeständnisse gemacht und es ist absehbar, dass es keinen Wechsel geben wird.
Was ich da gerne gehabt hätte, Heizungsgesetz weg,  Verbrennerverbot weg,härtere Regeln bei der Migration, wenn möglich alles zum Klimaschutz aus dem Grundgesetz streichen,AKWs falls möglich wieder ans Netz eine klare Abgrenzung gegen die Grünen, Reformen in Verwaltung und Ministerien,Bürokratieabbau. usw.
Ich gehe jetzt eher davon aus, das dieser Demokratiebruch und die Schulden das "wir schaffen das" der Merz Kanzlerzeit werden. Es spricht einfach gar nichts dafür,dass da irgendwas funktionieren wird und etwas anderes rauskommen könnte als Geldverschwendung.

Ich bin kein Verfassungsrechtler, aber ich habe da schwerste Bedenken, dass das BVerfG - das einhunderprozentig deswegen angerufen werden wird, wenn ein Vorhaben (zB. der eigentlich jetzt schon notwendige Ausbau des BER) irgendeinem Klimaschützer nicht gefällt - auch genauso argumentieren wird: "Liebe Politiker, ihr habt euch ein Ziel gesetzt, jetzt seht auch zu, dass ihr das einhaltet, der Ausbau eines Flughafen ist kontraproduktiv!"

So gerät man dann in Sachen Infrastruktur noch mehr ins Hintertreffen.

Und noch eine Befürchtung meinerseits: wir werden erleben, wie schnell die 900 Milliarden plus verschwunden sein werden, ohne dass sich drastisch etwas ändert, weil auch sehr viel in konsumptive Zwecke "investiert" wird. Aber wie gesagt, warten wir ab und hoffen wir das Beste.
Ja, ähnlich wie es ja bisher schon mit dem 1,5 Grad Ziel gelaufen ist.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.März 2025, 00:37:04
Ich sehe das bisher nicht so grün wie ihr. Das Grün mitsprechen darf war klar. Aber was wäre den die Alternative? Gehen wir mal davon aus, dass Sondervermögen und Schuldenbremse unbedingt weg müsse... SPD und Grüne wollten das schon letztes Jahr und ohne die FDP wäre das bereits Status Quo. Wäre eine SPD/Grün Koalition statt Ampel an der Macht gewesen, wäre die Regelung jetzt viel einseitiger auf SPD und Grüne zugeschnitten und keine konservative Partei hätte Mitspracherecht gehabt.
Die CDU schon viel früher zustimmen und die Rolle der jetzigen Grünen einnehmen können. Sie wurde von SPD und Grün im Wahlkampf sogar gewarnt. Trotzdem hat sie sich auf ein seltsames Herumgeeier eingelassen, das jetzt viele enttäuscht.
Die CDU hat abgewartet, weil das Geld dann der Ampel und nicht ihnen zugekommen wäre. Das ist vertsändlich. Vielleicht wollte sie auch nicht zwischen die Fronten geraten, weil absehbar war, dass die FDP ihre harte Position fallen gelassen und konstruktiv geworden wäre, wenn die CDU ein vermeintlicher Partner im Boot gewesen wäre. Sei es drum, das ist Geschichte. Die CDU hat abgewartet und ist damit das Risiko eingegangen, dass alles selbst ausstreiten zu müssen. Vielleicht war das Kalkühl, dass sie mit der SPD alleine verhandeln kann. Aber die CDU ist trotzdem der stärkere Partner und sitzt jetzt an den Entscheidungen das Geld zu verteilen am Tisch.

Dafür das eigentlich gar nichts grünes in der neuen Regierung vorkommen sollte ist es schon sehr grün. ;) Ich sehe es eher so, dass es schon letztes Jahr Neuwahlen hätte geben müssen als der Haushalt gekippt wurde und die Schuldenbremse Thema wurde.
Man hat einfach Wahlkampf mit etwas versprochen von dem man wusste,dass man genau das Gegenteil tun würde,eigentlich auf mehreren Ebenen, ich müsste jetzt überlegen ob man überhaupt etwas einhält was versprochen wurde.

Aber auch dann wären die Grünen wahrscheinlich nötig gewesen. Wenn man das politische Ziel hatte die Schuldenbremse um Grundgesetz zu ändern, dann ist seit Anfang der Ampel bis heute immer eine große Kompromisssuppe notwendig gewesen. Mit der Ampel SPD, Grün, FDP. Jetzt eben CDU, SPD, Grün. Wenn FDP oder Linke in den Bundestag gekommen wären, hätten sich sogar vier Parteien einigen müssen.
Ich kann nachvollziehen, dass es ärgerlich ist, dass man gerade als CDU Wähler eine Zusammenarbeit mit den Grünen sieht. Aber ich sehe da auch keine Alternative, wenn man nicht am grundsätzlichen System wackeln will, dass zur Änderung des Grundgesetzes die Dreiviertel Mehrheit notwendig ist. Man kann sich eben keine Mehrheiten aussuchen.
In den Änderungen steckt grün drin. Aber das die CDU (und SPD) jetzt große Handlungsfreiheit hat, die die Ampel nicht hatte und die daran zu Grunde ging, darf man eben nicht außer acht lassen.

Ich finde die Erfolge der Grünen in zum Großen Teil in Ordnung. Transformationsfond ist ja auch Infrastruktur. Dass die Militärausgaben auch Zivile Organisationen und Nachrichtendienste betreffen finde ich gut.
Sind mit den zivilen Organisationen auch NGOs gemeint?  :P
Das weißt ich ehrlich gesagt nicht. Es gibt viele NGOs im Bevölkerungsschutz:  Allgemeiner Rettungsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Johanitter-Unfall-Hilfe, Maltester-Hilfsdienst, BUndesverband-Rettungshunde.
Daneben stehen staatliche Organisationen wie das Technische Hilfswerk oder das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Ob das Geld jetzt nur die staatlichen Organisationen oder auch private Organisationen abdeckt weiß ich nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.März 2025, 08:57:08
Viele Abgeordnete beklagen sich, dass es zu wenig Zeit gab, um über das Vorhaben im Parlament zu beraten und dass die amtierende Bundesregierung Fragen zu dem Vorhaben nicht gut genug beantwortet.

Gab es da nicht schon einmal ein Gesetz, dessen Abstimmung vom Bundesverfassungsgericht deswegen verschoben wurde? War das nicht Habecks Heizungsgesetz, das auch in so kurzer Zeit durchgepeitscht werden sollte?

Da finde ich es schon merkwürdig, dass das jetzt, bei einer Grundgesetzänderung mit viel größerer Tragweite, nicht gelten soll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.März 2025, 12:14:10
Da stimmt, könnte hier auch zutreffen. Wobei das damals eine relativ große Abwägung war. Zeit zur Diskussion im Bundestag vs Dauer bis Gesetzesänderung eintrifft. Die Begründung des Urteils war ziemlich komplex und es wurde eigentlich nur verzögert, weil es keinen Unterschied macht, ob jetzt oder ein paar Wochen später entschieden wird.

Wenn die Abgeordneten das als begründet sehen, sollten sie auch hier ein Verfahren einleiten. Von alleine macht das Bundesverfassungsgericht das nicht und jemand anders macht diese Abwägung nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.März 2025, 12:32:51
Das BVerfG hat entsprechende Anträge im Eilverfahren abgelehnt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 18.März 2025, 14:03:01
Aber auch dann wären die Grünen wahrscheinlich nötig gewesen. Wenn man das politische Ziel hatte die Schuldenbremse um Grundgesetz zu ändern, dann ist seit Anfang der Ampel bis heute immer eine große Kompromisssuppe notwendig gewesen. Mit der Ampel SPD, Grün, FDP. Jetzt eben CDU, SPD, Grün. Wenn FDP oder Linke in den Bundestag gekommen wären, hätten sich sogar vier Parteien einigen müssen.
Ich kann nachvollziehen, dass es ärgerlich ist, dass man gerade als CDU Wähler eine Zusammenarbeit mit den Grünen sieht. Aber ich sehe da auch keine Alternative, wenn man nicht am grundsätzlichen System wackeln will, dass zur Änderung des Grundgesetzes die Dreiviertel Mehrheit notwendig ist. Man kann sich eben keine Mehrheiten aussuchen.
In den Änderungen steckt grün drin. Aber das die CDU (und SPD) jetzt große Handlungsfreiheit hat, die die Ampel nicht hatte und die daran zu Grunde ging, darf man eben nicht außer acht lassen.
Da ich der Meinung bin,dass es die Schuldenbremse nicht ohne Grund gibt und man eigentlich mit dem auskommen müsste was man an Steuereinnahmen hat, ist es für mich kein Grund ,sich so über den Tisch ziehen zu lassen, man kann miteinander reden wenn man es gerne möchte aber man sollte auch in der Lage sein ohne Abschaffung der Bremse zu regieren. Ich sehe für die meisten Punkte auch keine Notwendigkeit die mit Schulden zuzuschütten, man macht es mMn weil man zu bequem ist sich mit der SPD zu streiten und um Merz schnellstmöglich zum Kanzler zu machen.
Man darf nicht vergessen,dass es ja die Möglichkeit gibt in Notlagen zweckgebunden Schulden aufzunehmen und ich bin mir sicher,dass sich die Parteien auf ein Budget für Verteidigung hätten einigen können wenn das jetzt wirklich so dringend ist. Das es Kompromisse geben musste war klar aber nicht,dass es so kommt.

Mein Ärger geht aber über die Enttäuschung eines nicht erfüllten Wahlversprechens hinaus, da wird eine Wahl komplett ignoriert, da wird grüne Politik zusätzlich über Jahrzehnte in die Verfassung geschrieben und da werden so viele Schulden aufgenommen,dass die nächsten Generationen massiv belastet werden, ohne Plan und mit einer "wird schon gut gehen" Einstellung. Das ist für mich wirklich undemokratisch.

Viele Abgeordnete beklagen sich, dass es zu wenig Zeit gab, um über das Vorhaben im Parlament zu beraten und dass die amtierende Bundesregierung Fragen zu dem Vorhaben nicht gut genug beantwortet.

Gab es da nicht schon einmal ein Gesetz, dessen Abstimmung vom Bundesverfassungsgericht deswegen verschoben wurde? War das nicht Habecks Heizungsgesetz, das auch in so kurzer Zeit durchgepeitscht werden sollte?

Da finde ich es schon merkwürdig, dass das jetzt, bei einer Grundgesetzänderung mit viel größerer Tragweite, nicht gelten soll.
Ja da gab es eine Klage auf eine längere Beratungszeit der stattgegeben wurde, eigentlich hätte es hier auch so sein müssen weil es ja eine ungleich größere Änderung ist, für die man sich ausreichend Zeit nehmen müsste. Ich finde auch unverständlich,dass nicht gegen die Abstimmung/für eine Verschiebung geurteilt wird,es is aber schon ein großer Druck weil man die Änderung dadurch quasi verhindern würde weil ja sonst die Frist für den neuen Bundestag abläuft. Ich bin kein Jurist aber wirkt schon komisch wenn es beim Heizungsgesetz einen Grund gab und hier nicht.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/heizungsgesetz-verfassungsgericht-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.März 2025, 14:31:32
Jetzt beginnt die Abstimmung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.März 2025, 15:31:28
Aber auch dann wären die Grünen wahrscheinlich nötig gewesen. Wenn man das politische Ziel hatte die Schuldenbremse um Grundgesetz zu ändern, dann ist seit Anfang der Ampel bis heute immer eine große Kompromisssuppe notwendig gewesen. Mit der Ampel SPD, Grün, FDP. Jetzt eben CDU, SPD, Grün. Wenn FDP oder Linke in den Bundestag gekommen wären, hätten sich sogar vier Parteien einigen müssen.
Ich kann nachvollziehen, dass es ärgerlich ist, dass man gerade als CDU Wähler eine Zusammenarbeit mit den Grünen sieht. Aber ich sehe da auch keine Alternative, wenn man nicht am grundsätzlichen System wackeln will, dass zur Änderung des Grundgesetzes die Dreiviertel Mehrheit notwendig ist. Man kann sich eben keine Mehrheiten aussuchen.
In den Änderungen steckt grün drin. Aber das die CDU (und SPD) jetzt große Handlungsfreiheit hat, die die Ampel nicht hatte und die daran zu Grunde ging, darf man eben nicht außer acht lassen.
Da ich der Meinung bin,dass es die Schuldenbremse nicht ohne Grund gibt und man eigentlich mit dem auskommen müsste was man an Steuereinnahmen hat, ist es für mich kein Grund ,sich so über den Tisch ziehen zu lassen, man kann miteinander reden wenn man es gerne möchte aber man sollte auch in der Lage sein ohne Abschaffung der Bremse zu regieren. Ich sehe für die meisten Punkte auch keine Notwendigkeit die mit Schulden zuzuschütten, man macht es mMn weil man zu bequem ist sich mit der SPD zu streiten und um Merz schnellstmöglich zum Kanzler zu machen.
Man darf nicht vergessen,dass es ja die Möglichkeit gibt in Notlagen zweckgebunden Schulden aufzunehmen und ich bin mir sicher,dass sich die Parteien auf ein Budget für Verteidigung hätten einigen können wenn das jetzt wirklich so dringend ist. Das es Kompromisse geben musste war klar aber nicht,dass es so kommt.

Mein Ärger geht aber über die Enttäuschung eines nicht erfüllten Wahlversprechens hinaus, da wird eine Wahl komplett ignoriert, da wird grüne Politik zusätzlich über Jahrzehnte in die Verfassung geschrieben und da werden so viele Schulden aufgenommen,dass die nächsten Generationen massiv belastet werden, ohne Plan und mit einer "wird schon gut gehen" Einstellung. Das ist für mich wirklich undemokratisch.


Da bin ich bei dir. Ich plädiere auch nicht unbedingt für eine Abschaffung der Schuldenbremse. Auch wenn ich denke, dass sie so wie sie im Grundgesetz steht nicht hätte sein müssen, weil sie auch ein politische Ziel fest verankert und das genau so unflexibel ist wie Klimaneutralität 2045. Zusätzlich haben wir uns durch viele Jahre Politik aktuell an einen Punkt gebracht haben, wo es ohne Abschaffung nicht einfach wäre. Das es unmöglich wäre glaube aber nicht. Mit etwas Zeit käme wahrscheinlich sogar eine bessere Lösung bei raus, als jetzt alles mit Geld zuzuwerfen.

Aber die SPD und die Grünen wollten schon immer Abschaffen. Die CDU wollte zuerst nicht, im Wahlkampf immer noch nicht und jetzt doch. Und dann ist das was ich beschrieben habe meiner Meinung nach eben die Realität und der beste Ausgang für die CDU, wenn sie dieses Ziel so hoch priorisieren wie sie es eben macht. Die Alternative wäre gewesen, Schuldenbremse abzuschaffen unter der Ampel.

Wie gesagt... Immer unter der Prämisse, dass Parteien dieses Ziel verfolgen. Wenn man dagegen ist kann man das alles doof finden.

Viele Abgeordnete beklagen sich, dass es zu wenig Zeit gab, um über das Vorhaben im Parlament zu beraten und dass die amtierende Bundesregierung Fragen zu dem Vorhaben nicht gut genug beantwortet.

Gab es da nicht schon einmal ein Gesetz, dessen Abstimmung vom Bundesverfassungsgericht deswegen verschoben wurde? War das nicht Habecks Heizungsgesetz, das auch in so kurzer Zeit durchgepeitscht werden sollte?

Da finde ich es schon merkwürdig, dass das jetzt, bei einer Grundgesetzänderung mit viel größerer Tragweite, nicht gelten soll.
Ja da gab es eine Klage auf eine längere Beratungszeit der stattgegeben wurde, eigentlich hätte es hier auch so sein müssen weil es ja eine ungleich größere Änderung ist, für die man sich ausreichend Zeit nehmen müsste. Ich finde auch unverständlich,dass nicht gegen die Abstimmung/für eine Verschiebung geurteilt wird,es is aber schon ein großer Druck weil man die Änderung dadurch quasi verhindern würde weil ja sonst die Frist für den neuen Bundestag abläuft. Ich bin kein Jurist aber wirkt schon komisch wenn es beim Heizungsgesetz einen Grund gab und hier nicht.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/heizungsgesetz-verfassungsgericht-100.html

Der Grund war, dass das Heizungsgesetz ab Abstimmung erst nach mehreren Monaten in Kraft treten sollte und es auf zwei Wochen mehr Zeit nicht ankam.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 18.März 2025, 16:14:35
Jetzt beginnt die Abstimmung.

Und da ist das erwartbare Ergebnis.
Da ändert ein abgewählter Bundestag noch schnell das GG damit das Geld fließt, weil es im neuen Bundestag keine Mehrheit dafür gibt. Könnte es nicht der Wählerwille gewesen sein, dass dies so nicht geschehen soll? Zumindest wurde es von der CDU ja so immer im Wahlkampf erzählt.
Die Ränder werden so weiter gestärkt und die nächsten Wahlen werden entsprechende Ergebnisse zeigen. Ich hoffe ich muss mir dann von den Politikern nicht mehr anhören, dass sie ihre Politik besser erklären müssen....
Merz hat für mich als Kanzler schon fertig bevor er angefangen hat. Schade um meine Stimme. Ich fühle mich betrogen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.März 2025, 18:09:43
Da ändert ein abgewählter Bundestag noch schnell das GG damit das Geld fließt, weil es im neuen Bundestag keine Mehrheit dafür gibt.
Ja, das hat schon einen üblen Beigeschmack, zumal das ja auch nicht einfach nur das normale Ende einer Wahlperiode war, sondern der Bundestag durch Steinmeier aufgelöst wurde.

Ich hoffe jedenfalls inständig, dass die kommende Regierung mit dem vielen Geld auch wirklich was anstellen kann und es nicht in Bürokratie und Unvermögen ohne positive Effekte versickert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 18.März 2025, 19:24:02
Ich habe die Debatte heute ein wenig verfolgt. Eine scheinbar große Diskrepanz scheint es noch bei den Sozialleistungen zu geben. Die CDU will hier einsparen, die SPD hat aber klargemacht, dass man nicht am Sozialstaat sparen sollte.

Ansonten, auch wenn Gerichte scheinbar keine Einwände hatten, wird wieder vom Start weg getrickst. Bei Scholz war es die "Umwidmung" von Geldern, was die ganze Regierung beeinflusst hat. Bei Merz ist es zumindest die Legitimierung der Schuldenpläne. Immerhin kann ihm die nicht in der eigenen Koalition vor die Füße fallen, nur wenn kein Erfolg erzielt wird. Bin aber auch der Meinung, dass das Durchpeitschen eines Beschlusses für die neue Regierung unter alter Besetzung nicht stimmig ist.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 19.März 2025, 00:17:04
Da bin ich bei dir. Ich plädiere auch nicht unbedingt für eine Abschaffung der Schuldenbremse. Auch wenn ich denke, dass sie so wie sie im Grundgesetz steht nicht hätte sein müssen, weil sie auch ein politische Ziel fest verankert und das genau so unflexibel ist wie Klimaneutralität 2045. Zusätzlich haben wir uns durch viele Jahre Politik aktuell an einen Punkt gebracht haben, wo es ohne Abschaffung nicht einfach wäre. Das es unmöglich wäre glaube aber nicht. Mit etwas Zeit käme wahrscheinlich sogar eine bessere Lösung bei raus, als jetzt alles mit Geld zuzuwerfen.

Aber die SPD und die Grünen wollten schon immer Abschaffen. Die CDU wollte zuerst nicht, im Wahlkampf immer noch nicht und jetzt doch. Und dann ist das was ich beschrieben habe meiner Meinung nach eben die Realität und der beste Ausgang für die CDU, wenn sie dieses Ziel so hoch priorisieren wie sie es eben macht. Die Alternative wäre gewesen, Schuldenbremse abzuschaffen unter der Ampel.

Wie gesagt... Immer unter der Prämisse, dass Parteien dieses Ziel verfolgen. Wenn man dagegen ist kann man das alles doof finden.
Ich denke man sieht genau an diesem Fall jetzt warum es die Bremse brauchte, Hauptsache Geld aufnehmen, eigentlich schon fast egal wofür. Damals als nichts für Sanierungen usw. getan wurde war schon genug Geld da, es wurde nur für andere Sachen ausgegeben. Wenn man jetzt nicht lernt zu priorisieren und das Geld zuerst für wichtige Dinge zu nutzen, wird es weiter wie vorher aus dem Fenster geworfen und am Ende werden mit den Schulden nur die Fenster größer.

Ja aus der Sicht hast du schon Recht. Fair wäre gewesen die Dimension vorher klar zu machen, man kann sich als Merz nicht hinstellen und "Links ist vorbei" sagen und sich dann so drehen. Vielleicht arbeitet man ja schon an einem AfD Verbotsverfahren bis zur nächsten Wahl, dass würde erklären warum er noch so entspannt ist. Die Union hat ab jetzt ein großes Glaubwürdigkeitsproblem, so viel sollte klar sein. Vorher konnte man das noch als Irrweg unter Merkel verkaufen, dass funktioniert ab jetzt nicht mehr.

Ja, das hat schon einen üblen Beigeschmack, zumal das ja auch nicht einfach nur das normale Ende einer Wahlperiode war, sondern der Bundestag durch Steinmeier aufgelöst wurde.
Auch ein sehr guter Punkt, stimmt.

Ich habe die Debatte heute ein wenig verfolgt. Eine scheinbar große Diskrepanz scheint es noch bei den Sozialleistungen zu geben. Die CDU will hier einsparen, die SPD hat aber klargemacht, dass man nicht am Sozialstaat sparen sollte.

Ansonten, auch wenn Gerichte scheinbar keine Einwände hatten, wird wieder vom Start weg getrickst. Bei Scholz war es die "Umwidmung" von Geldern, was die ganze Regierung beeinflusst hat. Bei Merz ist es zumindest die Legitimierung der Schuldenpläne. Immerhin kann ihm die nicht in der eigenen Koalition vor die Füße fallen, nur wenn kein Erfolg erzielt wird. Bin aber auch der Meinung, dass das Durchpeitschen eines Beschlusses für die neue Regierung unter alter Besetzung nicht stimmig ist.

LG Veni_vidi_vici
Die SPD hat Merz ab jetzt im Sack, was will er denn machen wenn die sich nicht bewegen? Falls es Neuwahlen gibt stellen die Pistorius auf und Merz ist verbrannt, dann haben wir vielleicht RRG mit 2 Billionen Budget.  :D Sollte mich wirklich wundern wenn wir viel von der Union in der Koalition sehen, dass wird eher eine Ampel 2.0.

Ich habe nur kurz mal reingeschaltet, wenn man da die Rede vo Haßelmann und auch die Reaktionen anderer grüner oder auch Leuten wie Luisa Neubauer sieht merkt man schon,dass die ab sofort immer mit dem 2045 Eintrag wedeln werden, mal sehen wie lange es da bis zur ersten Klage dauert.

Zumindest bin ich mit der Meinung,dass es nicht ganz richtig gelaufen ist nicht alleine, wenn man da teilweise positive Beiträge sieht oder wie Leute sich darüber freuen so als sei es das normal wie es abglaufen ist,zweifelt man doch etwas ob man alles richtig mitbekommen hat.  :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.April 2025, 21:58:30
Bei dem was Merz hier so gerade anstellt und was die cdU so gerade von sich gibt, dann wünsche ich mir doch glatt die Ampel zurück. Hauptsache nicht mehr Merz.  >:(

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 14.April 2025, 23:21:11
Bei dem was Merz hier so gerade anstellt und was die cdU so gerade von sich gibt, dann wünsche ich mir doch glatt die Ampel zurück. Hauptsache nicht mehr Merz.  >:(



Tja... da dachte man die Ampel war scheiße... und dann kommt sowas :D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2025, 07:37:32
Was genau ist der Aufreger?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 15.April 2025, 08:46:20
Frage ich mich auch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.April 2025, 21:10:31
Hat mal jemand die 146 Seiten durchgelesen?
Zeile 201 bis 205 :
Zitat
1. Eine steuerliche Begünstigung von Dienstwagen durch eine Erhöhung der Bruttopreisgrenze bei der steuerlichen Förderung von E-Fahrzeugen auf 100.000 Euro.
 2. Eine Sonderabschreibung für E-Fahrzeuge.
Im Ernst? Wir haben Geld dafür, dass Gutverdiener eine schöne Entlastung kriegen, aber Steuererleichterung für die breite Masse da kommt dann der Finanzierungsvorbehalt.


Zeile 369 bis 376
Zitat
Wir werden den Einzelhandel vor unlauterem Wettbewerb aufgrund der Flutung durch billige Konsumgüter aus Fernost schützen und auf europäischer Ebene ein level playing field durchsetzen, bei dem unsere Standards von allen Marktteilnehmern – auch aus Drittländern – eingehalten werden müssen. Bei den Verhandlungen zur Reform der EU-Zollunion setzen wir uns dafür ein, dass die Vorschläge für E-Commerce bevorzugt beraten werden. Erfüllen die Unternehmen die Pflichten nicht, werden die Accounts ihrer Onlinehandelsplattformen gesperrt.
Na, wer hat denn hier Trump für seine Zölle verurteilt. Nicht, dass wir ja höhere Zölle auf Industriegüter aus den USA genommen haben als die auf Güter aus Europa (im Gesamten, z.B. auch bei Autos) und jetzt will man das noch schärfer ausbauen. Ich krieg das Kotzen bei dieser Doppelmoral.


Zeile 596 bis 602
Zitat
Zum 01.01.2026 wollen wir die Frühstart-Rente einführen. Wir wollen für jedes Kind vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr, das eine Bildungseinrichtung in Deutschland besucht, pro Monat zehn Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtscha lich organisiertes Altersvorsorgedepot einzahlen. Der in dieser Zeit angesparte Betrag kann anschließend ab dem 18. Lebensjahr bis zum Renteneintri durch private Einzahlungen bis zu einem jährlichen Höchstbetrag weiter bespart werden. Die Erträge aus dem Depot sollen bis zum Renteneintri steuerfrei sein. Das Sparkapital ist vor staatlichem Zugriff geschützt und wird erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze ausgezahlt.
Gute Idee. Wetten, dass das wegen Finanzierungsvorbehalt gekippt wird. Die Steuerbefreiung für Dienstwagen für Gutverdiener wird wichtiger sein.


Übrigens für den Einzelhandel gibt es obengenanntes und insgesamt etwa 8 Zeilen. Inklusion kriegt 30!!! obwohl das viel weniger Menschen betrifft. Von anderen Punkten wie ganz abgesehen. Generell bekommen viele Branchen gar keine Beachtung, vor allem nicht wo man hart arbeiten muss (oder hat jemand was zur Gastronomie gefunden?). Aber sind ja keine Hippen Großstadtbewohner sondern Menschen zweiter Klasse. War die spD nicht mal eine Arbeiterpartei? Bei Merz weiß ich ja, dass er von Arbeit und Ehrlichkeit nicht viel hält. Ehrlich gesagt sollte mir das mittlerweile aber auch von den "Roten" genauso klar sein.


Zeile 1441 bis 1448
Zitat
Wir werden die Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zur Mitte der Legislatur senken.
 Wir werden die Schere zwischen der Entlastungswirkung der Kinderfreibeträge und dem Kindergeld schrittweise verringern.
Durch eine gesetzliche Regelung stellen wir sicher, dass bei einer Erhöhung des Kinderfreibetrags auch eine adäquate Anhebung des Kindergelds erfolgt.
 Wir werden die finanzielle Situation von Alleinerziehenden durch Anhebung oder Weiterentwicklung des Alleinerziehenden-Entlastungsbetrags verbessern. Der Solidaritätszuschlag bleibt unverändert bestehen.

Zur Mitte der Legislatur. Bis dahin darf die kalte Progression weiter wirken. Was ist eigentlich mit den nicht Alleinerziehenden? Achso übrigens im Nachhinein kam dann ja der Finanzierungsvorbehalt. Aber für Waffen ist Geld da, für Menschen die jeden Tag zur Arbeit gehen nicht. Danke auch.


Zeile 1456
Zitat
Der Gewerbesteuer-Mindesthebesatz wird von 200 auf 280 Prozent erhöht.
Braucht man da noch Worte?


Zeile 1515-1516
Zitat
Zur Vermeidung etwaiger unberech gter Vergüns gungen bei der Dividendenbesteuerung („Cum Cum-Geschä e“) werden wir weitere Maßnahmen prüfen.
Nur prüfen. Dabei wird nichts herauskommen, die spD wird dafür schon sorgen... Stellt die nicht den Finanzminister?


Zeile 2943-2944
Zitat
Der gestiegenen Kinder- und Jugendkriminalität wollen wir entgegenwirken. Sowohl für die Opfer als auch die Täter ist es wich g, dass die Taten angemessen aufgearbeitet werden. Zu den Ursachen der gestiegenen Kinder- und Jugendgewalt werden wir eine Studie in Auftrag geben, die auch gesetzgeberische Handlungsoptionen erfasst.
Ich verweise mal auf den "Sturz" aus dem Hochhaus. Da braucht man keine Studie. Vor allem ist hier nicht eine Maßnahme drin. Motto : Lassen wir es einfach so weiterlaufen, 4 Jahre wird das schon noch gutgehen.


Zeile 3260-3262
Zitat
Für uns gehört der Zugang zu Verhütungsmitteln zu einer verlässlichen Gesundheitsversorgung. Deswegen prüfen wir die Möglichkeit einer kostenlosen Abgabe von ärztlich verordneten Verhütungsmi tteln für Frauen um weitere zwei Jahre bis zum 24. Lebensjahr.
Wieso nicht auch für Männer. Beide sollten darauf achten, zumal Kondome auch vor Geschlechtskrankheiten schützen.


Zeile 3347 bis 3361
Zitat
Hohe Defizite prägen derzeit die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung. Die Einnahmeentwicklung bleibt deutlich hinter der Entwicklung der Ausgaben zurück. Die Beitragssätze steigen. Ziel ist es, die Finanzsituation zu stabilisieren und eine weitere Belastung für die Beitragszahlerinnen und -zahler zu vermeiden. Hierzu setzen wir auf ein Gesamtpaket aus strukturellen Anpassungen und kurzfristigen Maßnahmen. Ziel ist es, die seit Jahren steigende Ausgabendynamik zu stoppen und die strukturelle Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen zu schließen. Wir wollen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung auch langfristig stabilisieren und zugleich eine hohe Qualität und ein hohes Niveau der Leistungen sichern. Wir wollen die Einnahmen durch ein höheres Beschäftigungsniveau vergrößern und die Kosten auf der Ausgabenseite reduzieren. Für diese Aufgabe werden wir eine Kommission unter Beteiligung von Expertinnen und Experten und Sozialpartnern einrichten. Wir wollen, dass die Kommission die gesundheitspolitischen Vorhaben dieses Koalitionsvertrags in der Gesamtwirkung betrachtet und bis zum Frühjahr 2027 Ableitungen trifft und konkrete weitere Maßnahmen vorschlägt.
Man könnte damit anfangen die Leistungen für Bürgergeldempfänger aus den Steuereinnahmen zu nehmen. Immerhin sind das 9,2 Mrd. Euro in 2024. Das würde mal die Beitragssprünge zumindest aufhalten. Aber wer noch arbeitet soll halt noch mehr zahlen.


Zeile 3927-3942
Zitat
Gezielte Einflussnahme auf Wahlen sowie inzwischen alltägliche Desinformation und Fake News sind ernste Bedrohungen für unsere Demokratie, ihre Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die bewusste Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen ist durch die Meinungsfreiheit nicht gedeckt. Deshalb muss die staatsferne Medienaufsicht unter Wahrung der Meinungsfreiheit auf der Basis klarer gesetzlicher Vorgaben gegen Informationsmanipulation sowie Hass und Hetze vorgehen können. Systematisch eingesetzte manipulative Verbreitungstechniken wie der massenhafte und koordinierte Einsatz von Bots und Fake Accounts müssen verboten werden. Wir werden durchsetzen, dass Online-Plattformen ihren Pflichten hinsichtlich Transparenz und Mitwirkung gegenüber der Aufsicht nachkommen, sowie eine verschärfte Haftung für Inhalte prüfen. Outlinks zu Drittanbietern sind zuzulassen. Der Digital Services Act (DSA) muss stringent umgesetzt und weiterentwickelt werden, systemisches Versagen muss in einem abgestimmten Verfahren mit der EU Kommission Konsequenzen haben. Die Fortentwicklung des europäischen Medienrechts muss unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips erfolgen. Die Spielräume der Mitgliedstaaten zum Schutz kultureller und medialer Vielfalt sind bei allen EU-Rechtsakten zu wahren. Wir unterstützen den Aufau einer europäischen Medienplattorm unter Einbeziehung von ARTE. Wir stärken die Deutsche Welle und novellieren ihre gesetzliche Grundlage als im Ausland verbreiteter Sender zeitgemäß.
Deutsche Welle und ARTE find ich gut, da will ich nicht klagen. Aber gezielte Einflussnahme auf Wahlen? Das kann zum Boomerang werden, wenn die USA und Rumänien das hören. Und staatsferne Medienaufsicht? Sehe ich nicht so. Vor allem die ÖRR mit ihren spD und cdU-Freundeskreisen haben extreme Schlagseite. Zählen eigentlich öffentliches Lügen vor den Wahlen als Desinformation Herr Merz oder gilt das für Politiker nicht? Er bestreitet ja auch noch gelogen zu haben obwohl das auf Sendung gesagt wurde und Millionen das mitbekommen haben.


Zeile 4194 bis 4198
Zitat
Wir richten unsere Rüstungsexporte stärker an unseren Interessen in der Außen-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik aus. Wir wollen eine strategisch ausgerichtete Rüstungsexportpolitik, welche der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, ihren ausländischen Partnern sowie ihren Kunden Verlässlichkeit gibt. Die Unterstützung von Rüstungsexporten über Government-to-Government- Vereinbarungen bauen wir aus.
Ganz schwere Kost. Außen- und Sicherheitspolitik kann man ja eine Diskussion führen. Aber Rüstungsexporte an den Interessen der Wirtschaftspolitik? Exportieren wir dann Waffen um damit Arbeitsplätze zu schaffen nach Syrien um damit Zugriff auf das Öl und Gas dort zu bekommen (ist gut für die Wirtschaft)?




Das ist jetzt nur ein kleiner Auszug.


Und Merz hat doch bei Miosga angekündigt, die CO2-Bepreisung durchzusetzen und alles teurer zu machen. Aber das Geld geht in den Staatshaushalt. Klimageld als Ausgleich, was CO2-bewusster lebende Menschen die Möglichkeit gibt, dass es nicht teurer wird und wie es im Wahlkampf besprochen wurde? Das wird noch zu besprechen sein. Übersetzung : Gibt es nicht.
Beim Bild am Sonntag-Interview dann auf die Frage, ob es sein könne, dass die Menschen wegen steigender Sozialbeiträge und ausbleibender Steuersenkung netto weniger Geld zur Verfügung haben im Jahr 2029. "Diese Befürchtung sei aus heutiger Sicht sicherlich nicht unberechtigt." Also ja, wir werden noch höhere Abgaben haben. Hab jetzt schon keinen Bock mehr auf dieses Land. Ist der Punkt gekommen, wenn Putin hier einmarschiert, ich würde Deutschland nicht mehr verteidigen. Irgendwann reicht es einfach. Das Institut der deutschen Wirtschaft geht von 46 Prozent Sozialabgaben aus (Arbeitgeber und Arbeitnehmer). Hunderte Euro im Jahr bei jedem Arbeitnehmer.


Bin eigentlich nur noch fertig mit diesem Land. 

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2025, 22:02:09
Das ist aber nicht nur auf Merz' Mist gewachsen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.April 2025, 22:06:37
Das ist aber nicht nur auf Merz' Mist gewachsen.
Merz will Kanzler werden, Merz sollte die Verantwortung tragen. Zumal er zumindest die Kernpunkte seines Wahlkampfes nicht ins komplette Gegenteil verkehren sollte. Er macht ja das Gegenteil von dem was er im Wahlkampf versprochen hat. Aber er hatte es so wie es aussieht nie vor umzusetzen. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 16.April 2025, 00:53:20
Das ist aber nicht nur auf Merz' Mist gewachsen.
^

klar ist das nicht nur auf Merz Mist gewachsen. Aber was davon entspricht denn nur annähernd dem Wahlprogramm der CDU? Ich wusste ja, dass die Union gern mal viel redet, wenn der Tag lang ist, aber eine Wählertäuschung in der extremen Form hätte ich nichtmal denen zugetraut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2025, 08:57:39
Was soll Merz denn machen? Er hat nunmal nur die SPD mit der er koalieren kann und das weiß die SPD auch. Hätten die AfD-Wähler für die Union oder die FDP gestimmt, sähe das alles ganz anders aus, aber nein, man musste ja unbedingt Protest wählen, wie im Kindergarten.
Und warten wir doch mal ab, was wirklich als Politik herauskommt. Ich habe zwar auch nnur wenig Hoffnung und mir graut vor der nächsten Bundestagswahl, aber noch ist nicht aller Tage Abend.
Und zur CO2-Steuer: das ist auch eine Sache der EU. Ja, natürlich hat Deutschland das auch mitbestimmt, aber Merz kommt da nicht raus, wenigstens sagt er den Leuten schon vorab, was Sache ist. Von der EU wird auch bald ein Heizungsgesetz auf uns zurollen, dagegen war das von Habeck noch human. So kann man den Menschen auch noch das großartige EU-Projekt vermiesen, nur freies Reisen und eine gemeinsame Währung ist als Vorteil für den Bürger bei den ganzen Zumutungen etwas wenig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.April 2025, 09:31:52
Sehe ich genauso wie Signor Rossi. Das meiste, was mir missfällt, hat eher mit Blockade der SPD zu tun. Obwohl die CDU die Wahl gewonnen hat, saß die SPD am längeren Hebel. Die AfD hat die Union (zu Recht) schon im Wahlkampf abgeleht. Mit keiner anderen Partei war eine Mehrheit möglich. Es blieb nur die SPD und das wusste die SPD natürlich auch. Wobei ich eine Minderheitsregierung der CDU mit wechselnden Mehrheiten - stand heute - vielleicht sogar lieber sehen würde.

Hoffentlich wird beim Bürgergeld die Uhr wirklich mal ein Stück zurückgedreht. Das Resort geht ja auch an die SPD. Für Waffen ist Geld da? Naja, eigentlich ist kein Geld da - für fast gar nix. Deshalb ja das Aussetzen der Schuldenbremse.

Dass wir Waffen benötigen ist ärgerlich. Ich weiß auch, dass diese Notwendigkeit nicht jeder so sieht. Vor ein paar Jahren hätte ich das auch noch nicht so gesehen. Die aktuelle Lage ist aber eine andere. Die Investition hier ist m.M.n. nötig. "Willst du Frieden, so rüste dich für den Krieg." Schade, dass das in modernen Zeiten noch immer wahr ist.

Kurz und knapp: Kritik hätte ich auch zu Genüge. Kann die aber partout nicht alleine an Merz festmachen. Außerdem steht die neue Regierung noch gar nicht. Daher gebe ich der Sache noch ein wenig Zeit. Mal sehen was dabei herumkommt.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2025, 09:50:10
Wobei ich eine Minderheitsregierung der CDU mit wechselnden Mehrheiten - stand heute - vielleicht sogar lieber sehen würde.
Also Politik mit Zustimmung der AfD? Meine Meinung: nein danke.

Zitat
Naja, eigentlich ist kein Geld da - für fast gar nix.
Ja, so stellt es die Politik dar und das finde ich ein Unding. Der deutsche Staat nimmt über 1.900 Milliarden EUR ein, damit - plus die sowieso erlaubte Neuverschuldung - nicht auszukommen ist ein Armutszeugnis. Man müsste endlich mal die staatliche Verschwendung angehen, es wird soviel Geld sinnlos zum Fenster rausgeworfen, es ist eine Schande. Wir bräuchten sowas wie DOGE, nur halt in seriös, wo erst analysiert und jeder EURO auf den Prüfstand kommt, ob er den Bürgern und dem Land nutzt, ehe man mit den Kürzungen und Entlassungen anfängt.

Ein Beispiel: an der Uni Bielefeld werden zwei Genderprofessuren für 450.000 EUR geschaffen, bezahlt vom NRW-Steuerzahler. Von dem Geld sollten die lieber eine Kita bauen oder eine Sprachschule für Migranten. Oder die Bundeswehr: die hat bald mehr Offiziere als Soldaten, das verschlingt auch Unsummen. Im Gesundheitswesen versickert auch elend viel Geld, da werden Leistungen abgerechnet die nie geleistet wurde, Fahrten, die nie gefahren wurden oder der Praktikant wird als Fachkraft angegeben. Es werden massenhaft Hüft- und Knie-OPs gemacht, bei der Hüfte sind wir glaube ich pro 100.000 Einwohner Weltspitze, oft sind diese OPs aber gar nicht notwendig und man könnte auch mit konventioneller Therapie Erfolge erzielen.

Straßenbau ist auch so ein Thema, ich habe lange im nahen EU-Ausland gelebt, da wurde immer mit Hochdruck an Straßen gearbeitet, auch wenn es nur Nebenstraßen waren, die waren in Windeseile fertiggestellt, ohne solche extremen Budgetüberziehungen wie in Deutschland. In D hat man von so einer Baustelle monatelang inkl. Tagen/Wochen, wo man nicht einen Bauarbeiter sieht. Hier gibt es eine Bundesstraße, die neu gemacht wurde, da hat es sage und schreibe 5 Monate gedauert, bis man die Fahrbahnmarkierung aufbringen konnte. Apropos Ausland, wenn ich die Grenze überquere, merke ich das sofort: die Schlaglöcher sind weg. Die Straßen dort sind top in Schuss.

Oder wenn zB. der Kanal neu gemacht wird. Das dauert ewig und kostet Unsummen, das Zauberwort überhaupt auf dem Bau lautet "Nachträge", weil die Ausschreibungen falsch formuliert sind. Und kaum sind die Kanalbauer fertig, kommt die Telekom oder der Stromversorger oder der Kabelnetzbetreiber und reißt die Straße wieder auf. Sowas alles in einem Aufwasch zu machen geht nicht, weil Bürokratie im Weg steht.

Das ist alles so dermaßen verkorkst...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.April 2025, 11:04:27
Wobei ich eine Minderheitsregierung der CDU mit wechselnden Mehrheiten - stand heute - vielleicht sogar lieber sehen würde.
Also Politik mit Zustimmung der AfD? Meine Meinung: nein danke.

Mit Zustimmung der jeweiligen Partei, die die CDU-Politik mitträgt. Bin davon persönlich auch nicht begeistert. Aber die AfD, die von 20 Prozent der Bevölkerung gewählt wird, komplett zu isolieren scheint in der Bevölkerung den gegenteiligen Effekt zu haben, von dem was wir uns alle wünschen. Bin hier aber auch eher unschlüssig. Von meiner persönlichen Einstellung will ich nämlich auch nicht, dass die AfD irgendwas mitbestimmt. Wenn sich die ansonstigen linke Politiklandschaft aber weiterhin wichtigen Änderungen - die von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht ist - verschließt, was ist dann die Alternative? Vier Jahre warten bis die AfD dann die Mehrheit hat? Es ist vertrakt.

Zitat
Naja, eigentlich ist kein Geld da - für fast gar nix.
Ja, so stellt es die Politik dar und das finde ich ein Unding. Der deutsche Staat nimmt über 1.900 Milliarden EUR ein, damit - plus die sowieso erlaubte Neuverschuldung - nicht auszukommen ist ein Armutszeugnis. Man müsste endlich mal die staatliche Verschwendung angehen, es wird soviel Geld sinnlos zum Fenster rausgeworfen, es ist eine Schande. Wir bräuchten sowas wie DOGE, nur halt in seriös, wo erst analysiert und jeder EURO auf den Prüfstand kommt, ob er den Bürgern und dem Land nutzt, ehe man mit den Kürzungen und Entlassungen anfängt.

Die Hälfte der Einnahmen wird wohl so ungefähr für Rente, Bürgergeld und Co. draufgehen. Ja, beim Rest sollte man konsequent den Rotstift ansetzen.

Schnelles Bauen scheitert derzeit an vielen "Baustellen" - Bürokratie, Ausschreibungsverfahren, zu wenig Personal... Hier bei uns im Ort wird gerade Glasfaser verlegt. Erstes Unternehmen: Verlegt die Kabel an der Straße. Zweites Unternehmen: Macht die Verkabelung zum Haus. Später kommt dann wer (drittes Unternehmen?), der freischalten soll. Nehmen wir den Vertragsdienstleister dazu, sind hier vier Unternehmen beteiligt. Keiner der Handwerker sprach deutsch, was hier im ländlichen Raum für einige Personen wirklich ein Problem war. Die kommen aus Osteuropa und Schweden. Übrigens sprachen sie teilweise auch nur sehr gebrochenes Englisch. Und was da alles schiefgelaufen ist. Zwei Jahre dauert es auch schon. Noch habe ich kein Glasfaser. Und mein Vertragspartner fühlt sich bei Rücksprachen irgendwie nie zuständig. Termine wurden auch nie gemacht. Die haben einfach immer geklingelt und gehofft, dass wer da ist. Hier könnte ich mich auch in Rage reden. Der Ort sieht jetzt übrigens aus wie früher im Osten. Hier Kies geschüttet, da Pflastersteine verlegt, etc. Alles mitten auf der Straße. Aber hey, vielleicht machen sie Straßen am Ende ja nochmal komplett neu.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2025, 12:19:51
Mit Zustimmung der jeweiligen Partei, die die CDU-Politik mitträgt.
Aber nicht mit der AfD, das geht einfach nicht, diese Partei ist selbst den anderen Rechtsaußen in Europa zu rechts.

Zitat
Bin hier aber auch eher unschlüssig.
Die AfD ist immer noch monothematisch auf Migration und deren Folgen fixiert. Ich bin überzeugt, dass man die AfD rasant verkleinern könnte, wenn man dieses Thema endlich mal so anpacken würde, dass sowohl die irreguläre Einwanderung sinkt und auch Straftaten schneller und härter inklusive Ausweisung geahndet werden. Wenn die Leute merken, dass die Politik erkannt hat, was ihnen Sorgen macht und man dann auch mit wirksamer Politik gegensteuert, dann wäre schon viel gewonnen. Nimm der AfD 5 oder 10 Prozentpunkte weg, dann ist die schon viel unbedeutender. Diese Politik darf dann aber kein Strohfeuer sein, das muss fortgesetzt werden.

Ändert man an der Migration nichts, was die Reaktion der Jusos und anderer SPD Leute befürchten lässt, dann sehe ich allerdings schwarz bzw. blau.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.April 2025, 12:53:17
@Signor Rossi :
Die afD soll abstimmen wie sie abstimmen will. Wenn ich einen Vorschlag einbringe und sie dem zustimmt, werde ich diesen nicht ändern, nur damit sie nicht mehr zustimmt.
Zur Zusammenarbeit mit der spD, um mal Lindner zu zitieren :"Besser nicht regieren als schlecht regieren." Im Nachhinein hätte meine Partei dies besser berücksichtigt, wir sind nicht mehr im Bundestag.
Die afD hat in Umfragen sogar die cdU überholt. Ich hatte ja schon jahrelang die Befürchtung, dass die Politik die Ursachen nicht angeht und die Bevölkerung so mehr und mehr entfremdet wird und dann eben afD wählt. Sogar die Mehrheit hatte ich schon vor Jahren vorausgesagt. Hier hätte ich gerne falsch gelegen. Die Entwicklung verläuft nun leider so, wie ich befürchtet habe. Ob die afD an die Macht kommt, das glaube ich nicht, dass eine absolute Mehrheit mir ziemlich unwahrscheinlich erscheint.
450000 € für 2 Genderprofessuren? Das soll ja jetzt ein Scherz sein?
Wobei hier im Kreis in Bocholt auch eine Ärztin vor Gericht steht, die soll innerhalb von 5 Jahren an die 180 Behandlungen in Rechnung gestellt haben, die nie stattgefunden haben, auch Corona-Impfungen. Ich wohne ja an der holländischen Grenze und bewundere es, wie schnell die Straßen bauen und vor allem, wie sie den Verkehr steuern und leiten. Trotz niedrigem Tempolimit bist du dort nicht langsamer, ganz einfach weil der Verkehrsfluss im Gegensatz zu Deutschland wesentlich besser ist, z.B. die Ampelschaltungen. In Österreich hatte ich ja Urlaub gemacht, da wurde an einer Baustelle sogar nachts gearbeitet (Tauerntunnel von Böckstein nach Mallnitz, wir waren in Mallnitz).
Übrigens
Kommunalfinanzierung in Tunesien : 48.000.000,00 €
Klimafreundliche urbane Mobilität in Indien : 206.626.986,00 €
Klimafreundliche urbane Mobilität in Indien II : 128.035.790,50 €
Nachhaltige Stadtentwicklung - Smart Cities in Indien : 166.577.625,90 €
Klimafreundliche urbane Mobilität in Indien IV : 362.552.972,80 €
Energieeffizienzprogramm Indien : 122.748.763,98 €
Dezentralisierung Kommunalfinanzierung II in Tunesien : 39.670.000,00 €
Energiereformprogramm Indien : 150.870.547,90 €
Klimafreundliche urbane Mobilität in Indien III : 212.889.058,79 €
Energieeffizienzprogramm Indien II : 11.158.249,75  €
Finanzierungsfazilitäten für städtische Entwicklung I in Indien : 208.375.237,31 €
Nachhaltige und Klimaresiliente Städtische Infrastruktur in Indien : 147.126.758,00 €
Das ist nur ein kleiner Teil, der Programme die existieren. Wir finanzieren also Kommunen in Tunesien während Gelsenkirchen vor sich hin vegetiert. Wir haben kein Geld... Die indische Wirtschaft wächst um ca. 6,5-10% pro Jahr. Das Land plant 2025/26 Infrastrukturinvestitionen von 131,9 Mrd. $ bei einem niedrigen Preisniveau. Fraglich bei der Förderung ist übrigens, wieviel Geld da wirklich in Indien ankommt und wieviel hier in der Verwaltung für "wichtige Verwaltungsjobs" draufgeht.


@Veni_vidi_vici :
Bei uns im Kreis ist Deutsche Glasfaser führend und die hat auch bei uns die Glasfaser verlegt. Es gab kaum Probleme. Zwei große Ausfälle gab es, aber der letzte z.B. weil bei einer Tunnelbohrspülung die Firma die Leitungen der Deutschen Glasfaser beschädigt hat. Prompt waren ein paar tausend Leute ohne Internet, Telefon und Fernsehen (läuft alles über Glasfaser).
Meine Solaranlage wurde übrigens von einer polnischen Truppe aufgebaut (Firma ist aus Münster) und dort konnte einer so gut Englisch, dass man sich zumindest unterhalten konnte. Die haben übrigens nicht um 15 Uhr den Hammer fallen lassen und waren auch überrascht wie "früh" die Deutschen aufhören zu arbeiten.







Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2025, 13:45:52
@TNDO: solche Zahlungen sind aber auch oft Exportfinanzierung für die deutsche Wirtschaft, die dann die entsprechenden Maßnahmen dort vor Ort baut. Im Grunde ist das nichts anderes als Bestechungsgeld.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 16.April 2025, 14:57:16
@TNDO: solche Zahlungen sind aber auch oft Exportfinanzierung für die deutsche Wirtschaft, die dann die entsprechenden Maßnahmen dort vor Ort baut. Im Grunde ist das nichts anderes als Bestechungsgeld.

Danke!

Der Großteil der Entwicklungshilfe, die weltweit geleistet wird (nicht nur von Deutschland, sondern von ALLEN Geberstaaten), ist nichts anderes als Wirtschaftssubventionierung für die Firmen im eigenen Land.
Oder "selbstlose" Investitionen in Bereiche, von denen der Entwicklungshilfeleister politisch wie wirtschaftlich profitiert.
Wer sich lautstark über diese "Geldverschwendung" aufregt, geht damit Leuten auf den Leim, die es entweder selbst genausowenig verstanden haben oder aber bewußt Falschinformationen verbreiten.

@TNDO:
Die FDP in der Regierung war nicht das Übel.
Die sich selbst als Fundamentalopposition gerierende FDP in der Regierung, die zwar einen Koalitionsvertrag unterschrieben hatte, diesen jedoch (in Gestalt ihres "Spitzen"personals) hauptsächlich als Eintrittskarte in vier Jahre größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit sah statt als gemeinsame Willenserklärung, bestimmte Themen auf bestimmte Art und Weise anzugehen - DAS war das Übel.

Bzw die vollständige, von jedweder Realität abgekoppelte Egozentrik dieser Kleinstklientelpartei ist seit Jahrzehnten das Übel.

Ich stimme jedem zu, der sagt "Wir brauchen eine liberale Stimme im Bundestag."
Leider ist die FDP allerspätestens seit Möllemann/Westerwelle ff außerstande, überhaupt zu verstehen, was "liberal" bedeutet und dass es noch andere Facetten von "liberal" gibt als "marktliberal".

"Libertär" und "marktbesessen, ohne Smith auch nur vollständig gelesen, geschweige denn verstanden zu haben" - das ist die FDP von Personen wie Kubicki oder Lindner.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.April 2025, 18:56:41
Ja genau, das sind Exportsubventionen. Kritisieren wir nicht genau das an China. Und nachhaltig ist das meistens auch nicht :
https://www.spiegel.de/ausland/entwicklungshilfe-in-afrika-warum-die-armut-trotz-einer-billion-euro-nicht-verschwindet-a-dc9fe8d7-7259-4bf8-abc5-116b8c6f14d6 (https://www.spiegel.de/ausland/entwicklungshilfe-in-afrika-warum-die-armut-trotz-einer-billion-euro-nicht-verschwindet-a-dc9fe8d7-7259-4bf8-abc5-116b8c6f14d6)
Mal als kleines Beispiel : Viel Show, viel Tamtam. Ganz viele die sich mit ihrer "Wohltätigkeit" in Szene setzen (was hier der FDP vorgeworfen wird), aber im Endeffekt steht man meistens dort, wo man vorher war.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/entwicklungshilfe-in-der-kritik-teure-almosen-fuer-afrika-100.html (https://www.deutschlandfunkkultur.de/entwicklungshilfe-in-der-kritik-teure-almosen-fuer-afrika-100.html)
https://www.youtube.com/watch?v=DZyZC60Ixds (https://www.youtube.com/watch?v=DZyZC60Ixds)
Können wir uns das leisten? Eher nicht, da auch die Effekte für unsere Wirtschaft überschaubar sind. Deswegen schrieb ich ja von "wichtigen Verwaltungsjobs". Es geht um BS-Jobs für Leute und eine Industrie, die leider nichts gebracht hat für die Leute, denen sie helfen wollte.

Wenn ihr die Länder entwickeln wollt, dann sicher nicht so. Übrigens braucht man nur nach Süditalien und in die neuen Bundesländer sehen, dass Entwicklungspolitik ganz oft erst mit extremen Geldmitteln überhaupt eine Wirkung entfaltet. Mittlerweile sind Teile der Ruhrpotts der "neue Osten".

Was haben sie denn bei Smith nicht verstanden? Du scheinst ihn ja sehr gut zu kennen und kannst uns das sicher näher erläutern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 16.April 2025, 19:08:58
Was soll Merz denn machen?
Nicht die eigene Karriere und Ambition auf das Kanzleramt über den Wählerwillen stellen.

Er hat nunmal nur die SPD mit der er koalieren kann und das weiß die SPD auch. Hätten die AfD-Wähler für die Union oder die FDP gestimmt, sähe das alles ganz anders aus, aber nein, man musste ja unbedingt Protest wählen, wie im Kindergarten.
Und warten wir doch mal ab, was wirklich als Politik herauskommt. Ich habe zwar auch nnur wenig Hoffnung und mir graut vor der nächsten Bundestagswahl, aber noch ist nicht aller Tage Abend.
Und zur CO2-Steuer: das ist auch eine Sache der EU. Ja, natürlich hat Deutschland das auch mitbestimmt, aber Merz kommt da nicht raus, wenigstens sagt er den Leuten schon vorab, was Sache ist. Von der EU wird auch bald ein Heizungsgesetz auf uns zurollen, dagegen war das von Habeck noch human. So kann man den Menschen auch noch das großartige EU-Projekt vermiesen, nur freies Reisen und eine gemeinsame Währung ist als Vorteil für den Bürger bei den ganzen Zumutungen etwas wenig.
Ich finde es falsch da den Wählern die Schuld zu geben, es ist ein Problem der Union, nicht der Bürger. Man hatte ja mal Werte nah an der absoluten Mehrheit, dass Blinken nach Links unter Merkel hat dann zur Spaltung geführt und anscheinend will man den Kurs jetzt weitergehen. Ich denke die Wahl war eine Richtungsentscheidung, man hätte die Chance gehabt Vertrauen zu gewinnen aber anscheinend will man das nicht. Merz hat sich von der SPD einfach hart über einen sehr großen Tisch ziehen lassen, die SPD hat sogar mehr Ministerposten als die CDU.
Jetzt hat man ja den Schuldenberg und wird versuchen den Menschen bis zur nächsten Wahl damit Sand in die Augen zu streuen. Groß ändern wird sich nichts.
Ich wäre auch bereit gewesen Merz Spielräume einzuräumen wenn er ehrlich geblieben wäre, so müsste er schon ganz schön liefern um mich zu überzeugen, z.B illegale Migration stoppen, AKW wieder ans Netz bzw. planen, abkehr von der alten Klimapolitik, da gibt es vonn Merz ja auch schon Aussagen, dass er Öl weiter verteuern will um Leute dazu zu zwingen Wärmepumpen einzubauen.

Ich war vorher auch einer schwarz blauen Option gegenüber skeptisch, man hätte die aber zumindest auf dem Tisch lassen und auch mit der AfD sondieren müssen, einfach um eine Alternative zur SPD zu haben.

Bei mir hat sich auch eher Resignation eingestellt, es gab mal ne Zeit in der ich die Politiker in der Landesregierung + Vorgänger und Werdegang aufsagen konnte, ist anders seit CDU und SPD sich eigentlich nur durch Kleinigkeiten unterscheiden und egal wer gewinnt, beide mit den Grünen koalieren .
Ich gehe davon aus, das es jetzt im Bund auch so laufen wird, warum soll ich mich groß mit Politik beschäftigen und mir stundenlang zig Sachen anschauen und durchlesen wenn es im Ergebnis komplett egal ist wie gut ich informiert bin. Den Koalitionsvertrag habe ich zum Teil gelesen, stehen schon komische Sachen drin, z.B das falsche Tatsachenbehautungen nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind und man anscheinend knallhart Gängelungen durch die EU umsetzen will.
So ein Fall wie der hier sollte mMn niemals zu einer Verurteilung führen. https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/ag-bamberg-nancy-faeser-meme-verleumdung-oeffentlicher-person-meinungsfreiheit sowas in der Art könnten wir dann in Zukunft häufiger sehen.

Was mich aber auch immer noch extrem stört ist das zusammenrufen und abstimmen mit dem alten Bundestag, mag etwas zu sehr Aluhut sein, aber ich frage mich, ob wie da den Anfang vom Ende der Demokratie gesehen haben
Die Basis der Demokratie bestehet doch im Grunde darin, dass die Wähler Volksvertreter bennenen und dann darauf vertrauen, dass die gegebene Macht dazu genutzt wird den Willen der Wähler bestmöglich umzusetzen,dazu das Grundvertrauen, dass die Macht nicht missbraucht wird, z.B um sich selbst Vorteile zu ver oder Wahlen abzuschaffen und das Selbstverständnis den Kurs,den das Land nehmen soll an der Wahlurne zu bestimmen.
Dazu ist man aber auch ein Stück weit auf den Respekt und Achtung des Status quo der Politiker selbst angewiesen, ich denke letzteres haben wir da ein Stück weit verloren.

Man kann mMn schon sagen, dass die Wahl nicht respektiert wurde und dazu wurde eine politische Meinung und Richtung ins Grundgesetz eingebaut, die keine allgemeine Meinung der Bevölkerung an Sich darstellt,eigentlich nicht ins Grundgesetz gehört und die wieder abzuwählen nahezu unmöglich sein wird. Man nimmt den Menschen also gezielt die Wahl sich bewusst für/gegen einen Klimakurs und für/gegen Grüne Politik zu entscheiden.
Ich frage mich jetzt, was in Zukunft passiert falls sich die Mehrheit der Menschen doch entscheidet,dass sie auf den Kurs keine Lust mehr hat, und irgendeine Partei wählt die den  Ideen von schwarzrotgrün zuwieder läuft, kann man sich da als Wähler darauf verlassen, dass die Abstimmung akzeptiert wird? oder trifft sich dann auch wieder der alte Bundestag um noch schnell alles mögliche ins Grundgesetz zu schreiben,dass eigentlich nicht gewählt wurde?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 16.April 2025, 19:34:23
Was haben sie denn bei Smith nicht verstanden? Du scheinst ihn ja sehr gut zu kennen und kannst uns das sicher näher erläutern. [/size]

Ganz ohne jeden Sarkasmus:
Für die von Smith postulierte und in den letzten Jahrzehnten immer und immer und immer wieder mantraartig zum Retter erklärte "unsichtbare Hand des Marktes" (der dank dieser unsichtbaren Hand ja "alles regelt", laut nicht nur, aber besonders häufig, den FDP-Wirtschaftsexperten) gibt es laut Smith bestimmte Voraussetzungen, damit diese Theorie bzw dieser Mechanismus Gültigkeit hat/wirkt.

Und von diesen Voraussetzungen höre ich leider nie etwas bei diesen Diskussionen.
Warum?
Meine Vermutung: weil dann jedem Zuhörer nach wenigen Sätzen klar wäre, dass Smith hier einen höchst theoretischen Mechanismus postulierte, dessen Wirkvoraussetzungen in der Realität noch nie erfüllt waren, zur Zeit nicht erfüllt sind und mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals erfüllt sein werden/können.

Zu den Voraussetzungen, die er explizit oder implizit formuliert, gehören:

vollständige/umfassende Information:
(Alle Marktteilnehmer haben Zugang zu allen relevanten Informationen (Preis, Nutzen, Qualität etc) über alle Güter.)
Das ist in einer globalisierten Welt schonmal eindeutig nicht erfüllbar - es ist nichtmal innerhalb einer kleinen, als geschlossen angenommenen Mikroökonomie erfüllbar, weil es Dinge wie Betriebsgeheimnisse, Datenschutz etc gibt und weil nicht jeder Kunde zu jedem Produkt alle Informationen erhalten kann, genausowenig wie jeder Anbieter alle Informationen zu allen Kunden hat.

komplette/vollständige Konkurrenz:
(Es gibt keinerlei vor-/beherrschende Marktteilnehmer, die aufgrund ihrer Marktmacht Einfluß auf die Preise nehmen können.)
Das ist offensichtlich genausowenig Realität.


Uneingeschränkter Marktzugang für alle Marktteilnehmer ohne jedwede staatliche Eingriffe:
Wie realitätsfern das ist, sehen wir gerade erst wieder an Donald McZollwahn.
(Und wir hätten es auch vorher schon sehen können, die USA haben Zölle ja nicht plötzlich erfunden, die gab es auch vorher schon, (fast) immer und (fast) überall - so gesehen muß man dem orangenen Wüterich fast dankbar sein, dass er das Thema Zölle mal wieder ins Bewußtsein gerückt hat, wenn das auch sicher so nicht beabsichtigt war.)

uneingeschränkte Eigentumsrechte:
(Alle Marktteilnehmer können frei über ihre Ressourcen verfügen und diese frei tauschen, veräußern, kaufen etc. Der Staat garantiert die Eigentumsrechte durch Gesetze und setzt diese durch, hält sich ansonsten aber aus dem gesamten Markt am besten komplett raus.)
"Spannende" Voraussetzung, die sehr tief blicken läßt - aber auch die einzige Voraussetzungen, die zumindest theoretisch erfüllt sein kann. In der Praxis hängt es wieder davon ab, ob sich jeder einen Anwalt der höchsten Güteklasse und die Medienmacht leisten kann, um seine Ansprüche auch öffentlichkeitswirksam zu formulieren oder die Ansprüche Anderer ebenso wirksam abzuschmettern.


Der erste dieser vier Punkte reicht schon, um zu erkennen, dass das ganze Gedankengebäude in der Realität überhaupt nicht funktionieren kann.
Da muß man schon wirklich selektiv an diese Theorie rangehen, um die für praxistauglich zu halten und sie gar zur Grundlage einer ganzen Wirtschaftstheorie zu machen und die Politik nach ihr ausrichten zu wollen.

So, andererseits hab ich weder VWL noch Politologie studiert und bin damit nur interessierter Laie - vielleicht hab ich ja auch irgendwas massiv mißverstanden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.April 2025, 20:26:54
Mit Zustimmung der jeweiligen Partei, die die CDU-Politik mitträgt.
Aber nicht mit der AfD, das geht einfach nicht, diese Partei ist selbst den anderen Rechtsaußen in Europa zu rechts.

Zitat
Bin hier aber auch eher unschlüssig.
Die AfD ist immer noch monothematisch auf Migration und deren Folgen fixiert. Ich bin überzeugt, dass man die AfD rasant verkleinern könnte, wenn man dieses Thema endlich mal so anpacken würde, dass sowohl die irreguläre Einwanderung sinkt und auch Straftaten schneller und härter inklusive Ausweisung geahndet werden. Wenn die Leute merken, dass die Politik erkannt hat, was ihnen Sorgen macht und man dann auch mit wirksamer Politik gegensteuert, dann wäre schon viel gewonnen. Nimm der AfD 5 oder 10 Prozentpunkte weg, dann ist die schon viel unbedeutender. Diese Politik darf dann aber kein Strohfeuer sein, das muss fortgesetzt werden.

Ändert man an der Migration nichts, was die Reaktion der Jusos und anderer SPD Leute befürchten lässt, dann sehe ich allerdings schwarz bzw. blau.

Ist ja alles irgendwo richtig. Und was machen wir, wenn die SPD-Basis den Koalitionsvertrag nicht durchwinkt? "Nachschärfen", also weiter nach links (inklusive Blockade beim Migrationskurswechsel)? Neuwahlen, vermutlich dann mit höherem AfD-Anteil und hinterher bestenfalls der selben Ausgangslage wie vorher? Oder doch Minderheitsregierung? Wähle.  ;)

Mir hätte es auch besser gefallen, wenn man zumindest mit der Minderheitsregierung besser gepokert hätte. Aber diese Mitgliederbefragung hängt wie ein Damoklesschwert über jedem Ergebnis.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.April 2025, 00:58:25
Smith sieht auch Justiz- und Militärbeamte, sowie Armee und Flotte als unproduktive Arbeiter, die von dem Produzierten der Anderen leben. Geistliche, Ärzte, Gelehrte aller Art setzt er übrigens auch auf diese Stufe.


Und für Herrn Merz und alle Linken hätte Adam Smith auch eine tolle Ansage :"Sparsamkeit, nicht Fleiß, ist die unmittelbare Ursache der Kapitalvermehrung Der Fleiß schafft zwar die Sachen herbei, welche die Sparsamkeit anhäuft; aber soviel der Fleiß auch erwürbe, so würde doch, wenn die Sparsamkeit es nicht zurücklegte und sammelte, das Kapital niemals größer werden."


Auch noch was zum Thema Selbstverantwortung und Regierung :"Die gleichmäßige, beständige und ununterbrochene Anstrengung jedes Menschen, seine Lage zu verbessern, diese Quelle des Nationalreichtums und des Privatwohlstands, ist oft mächtig genug, um trotz der Ausschweifung der Regierung und der größten Irrtümer in der Verwaltung den natürlichen Fortschritt zum Besseren frisch zu erhalten."
Der erste Part wird in Deutschland rigoros bestraft. Das ist das Problem. Und viele haben resigniert und so fehlt jene Voraussetzung ebenfalls. Und auch Smith ist durchaus bewusst, dass Regierung und Verwaltung ein Bremsklotz sind...  ;D


Dass seine Voraussetzungen niemals vollständig erfüllbar sein würde, ist aber logisch. Auch die Voraussetzungen für andere Wirtschaftsformen sind im Grunde nie komplett umsetzbar. Es geht halt darum, ob das System auch funktioniert, wenn diese nur teilweise erfüllt sind und vor allem, wieviel erfüllt sein muss, dass es funktioniert.


@Viking : Für dieses Bild ist der verurteilt worden? Ich kann Alice Weidel als Nazi-Schlampe bezeichnen aber dafür gibt es eine Bewährungsstrafe? Welche NGO hat ihn da angezeigt und was genau ist der Deutschland-Kurier? Ich vermute anhand des Namens, dass er der afD nahe steht? Diese Geschichte ist tatsächlich komplett an mir vorbei gegangen, habe es auch in den Medien nicht wirklich mitbekommen. Schon krass.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Noergelgnom am 17.April 2025, 07:32:04
Smith sieht auch Justiz- und Militärbeamte, sowie Armee und Flotte als unproduktive Arbeiter, die von dem Produzierten der Anderen leben. Geistliche, Ärzte, Gelehrte aller Art setzt er übrigens auch auf diese Stufe.

Und das ist ein Argument für die Praxistauglichkeit seiner Wirtshaftstheorie, versteh ich Dich da richtig?   :-X


Und für Herrn Merz und alle Linken hätte Adam Smith auch eine tolle Ansage :"Sparsamkeit, nicht Fleiß, ist die unmittelbare Ursache der Kapitalvermehrung Der Fleiß schafft zwar die Sachen herbei, welche die Sparsamkeit anhäuft; aber soviel der Fleiß auch erwürbe, so würde doch, wenn die Sparsamkeit es nicht zurücklegte und sammelte, das Kapital niemals größer werden."

Ein schöner Satz.
Der Fleißige soll heranschaffen und nicht nur Güter produzieren, sondern vor allem Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaften, damit die Erben des längst verstorbenen Unternehmensgründers dann (bitte ungestört!) sparen und weitervererben können, damit auch deren Kinder das Ererbte weiter gaaanz sparsam für sich anschaffen lassen und anstrengungslosen Wohlstand genießen können.
Genau diese Passage beschreibt doch perfekt, warum in der Welt zwar Billionen und Aberbillionen "nutzloses" Kapital herumfliegen, die für nichts Sinnvolles eingesetzt werden (außer für die "Investition" in immer aberwitzigere Finanzprodukte), aber die Realwirtschaft an Kreditklemme und Investitionsstau leidet.

Der "kleine mittelständische Untrnehmer", mit dem die offen antidemokratischen* Hayek- und Mises-Jünger (von komplett Antisozialen wie der Mont-Pelerin-Gesellschaft, die sich ja nicht umsonst nicht offen hinstellt und ihre Ziele propagiert, sondern schön im Verborgenen gegen die übergroße Bevölkerungsmehrheit arbeitet, ganz zu schweigen) die FDP vorschicken (und den Seeheimer Kreis und den Wirtschaftsflügel der Union und wen auch immer sonst sie noch bezahlen, Pardon, mit Parteispenden beglücken), ist ein Strohmann und zunehmend eine Phantasie, weil genau diese Stoßrichtung "der Wirtschaft" (wer auch immer "die Wirtschaft" sein soll) für die zunehmende Entkopplung der wirklich Reichen vom normalen Leben sorgt und deren Kapital und vor allem dessen Zinszuflüsse zunehmend weniger im normalen Wirtschaftskreislauf zirkulieren, sondern rausgezogen und gehortet werden.

Anstrengungsloser Wohlstand eben.

( *
Laut diesen "Wirtschaftsweisen" sind freier Markt und Demokratie ja auch unvereinbar und es gibt keinerlei Pflichten fürs Allgemeinwohl, nur Rechte aus dem Kapitalbesitz.)

(click to show/hide)


Der erste Part wird in Deutschland rigoros bestraft. Das ist das Problem. Und viele haben resigniert und so fehlt jene Voraussetzung ebenfalls. Und auch Smith ist durchaus bewusst, dass Regierung und Verwaltung ein Bremsklotz sind...  ;D

Genau. Ganz genau.
Und weil das so ist, darben Unternehmer allesamt am Hungertuch, während die arbeitende Masse sich täglich Kaviar nach Hause liefern läßt. ::)

Sorry, aber wenn Du wirklich überzeugt bist, dass DAS das Problem ist, hast Du erstens bewiesen, dass Du ganz sicher der aktuellen FDP angehörst und wir brauchen uns zweitens überhaupt nicht weiterzuunterhalten.
Ganz polemisch und in Anlehnung an "Argumente" in früheren Debatten:
"Dann geh doch in die USA!"
Dort ist die Eigenverantwortung nämlich bei 100% angelangt.
Für genau die 99% der Bevölkerung, die den Lobbyisten des reichsten 1% traditionell völlig egal sind.
Ich verstehe wirklich nicht, wie man sich in der heutigen Welt umschauen kann und ernsthaft zum Schluß kommt, dass zuviel Regulation für die Reichsten ernsthaft das Problem ist.

Ich ärgere mich ehrlich gesagt auch, dass ich überhaupt auf Deinen Beitrag oben eingegangen bin.
Zeitverschwendung - Deine und meine Weltanschauung sind komplett inkompatibel.
Nur dass hinter Deiner Weltanschauung leider das Kapital steht und sie befeuert.
Auf das auch bei uns blühende Landschaften wie in den USA entstehen.

@Viking : Für dieses Bild ist der verurteilt worden? Ich kann Alice Weidel als Nazi-Schlampe bezeichnen aber dafür gibt es eine Bewährungsstrafe? Welche NGO hat ihn da angezeigt und was genau ist der Deutschland-Kurier? Ich vermute anhand des Namens, dass er der afD nahe steht? Diese Geschichte ist tatsächlich komplett an mir vorbei gegangen, habe es auch in den Medien nicht wirklich mitbekommen. Schon krass.

Ich glaube (!), dass das auch deswegen so rigoros bestraft wurde, weil der Redaktuer ein Bild genommen und per KI verfremdet hat, ohne dass das zu erkennen war und weil er statt des Originaltextes (der dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus diente!) eine "lustige" Unterstellung gegenüber Faeser einfügte, die in meinen Augen das Orignalzitat regelrecht verhöhnt.

"Wir erinnern uns an die Opfer des Nationalsozialismus!" durch "Ich hasse Meinungsfreiheit!" zu ersetzen, impliziert doch, dass das Originalzitat nur eine Meinung ist, die man auch anders sehen kann.  :o

Dessen ungeachtet:
1. Wer kann Alice Weidel ungestraft als Nazischlampe bezeichnen?
Gibts da irgendwelche konkreten Fälle? Das wär an mir vorbeigegangen.  :o

2. Ich finde das Urteil und die Begründung ... schwierig.
Dass der Deutschland-Kurier und speziell dieser ChefRed wirklich unappetitlich sind, ist nichts Neues.
Aber diese Verurteilung bereitet mir vom rein rechtlichen Standpunkt her dennoch Bauchschmerzen.  :-\

Andererseits ist das Plakat für mich - da sind wir  dann aber bei "gefühlt", nicht mehr bei objektiven Fakten - eine Höcke-Aktion.
Grenzen verschieben und Meinungen salonfähig machen, die es nie wieder sein sollten - alles für das große Ziel, endlich wieder ungehindert "Deutschland den ..." sagen zu können und sich wieder wie der cholerische Herr im Haus aufführen zu dürfen.

Ich würde jedenfalls nicht empfehlen, Deutschland-Kurier zu lesen.
Da wird einem regelmäßig schlecht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.April 2025, 07:37:13
...vielleicht hab ich ja auch irgendwas massiv mißverstanden?
Ich bin jetzt kein Experte für Adam Smith, aber er wusste auch, dass es keinen vollkommenen Markt gibt.

In der Praxis haben wir Märkte, die immer mehr vom Staat mit Vorschriften zugekleistert werden und dann wundert man sich, wenn der entsprechende Markt nicht mehr funktioniert. Das beste Beispiel ist die Mietpreisbremse, die das Problem von zu wenig Wohnungen und damit zu hohen Mieten nur noch verschlimmert. Weil das aber bei den Wählern, die eben auch unter Unvollkommenheit (hier: der Information) leiden, gut ankommt, macht die Politik weiter damit.

Milei hat den Quatsch in Argentinien aufgehoben, mit dem Erfolg, dass sowohl die Mieten gesunken sind als auch mehr Wohnungen angeboten wurden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.April 2025, 08:00:07
Und das ist ein Argument für die Praxistauglichkeit seiner Wirtshaftstheorie, versteh ich Dich da richtig?
Es ist nicht Smith' alleinige Wirtschaftstheorie und die Marktwirtschaft funktioniert, wenn man sie lässt. Und ja, natürlich muss es Regeln geben, die der Staat vorgibt, damit vor allen Dingen der Verbraucher nicht über den Tisch gezogen wird. Gleichzeitig ermöglicht die Marktwirtschaft, dass man sich einen immens aufwändigen Sozialstaat leisten kann. Die Marktwirtschaft aka Kapitalismus hat jedenfalls mehr Armut auf der Welt beseitigt, als es jede Entwicklungshilfe je tun wird.

Sozialismus funktioniert jedenfalls nachweislich nicht.

Zitat
Der Fleißige soll heranschaffen...
Das ist die sozialistische Interpretation des Satzes.

Zitat
Genau diese Passage beschreibt doch perfekt, warum in der Welt zwar Billionen und Aberbillionen "nutzloses" Kapital herumfliegen...
Hier gebe ich dir sogar Recht. Dass die Börse mit so vielen "nutzlosen" Finanzprodukten unglaublich aufgebläht ist, damit rennst du bei mir offenen Türen ein. Das ist pures Casino, das man nicht bräuchte. Das wird man aber ohne gewaltigen Wirtschaftscrash nicht mehr los.

Zitat
Der "kleine mittelständische Untrnehmer"...
Ist immer noch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und der leidet am meisten unter zu hohen Kosten und überbordender Bürokratie.

Zitat
Anstrengungsloser Wohlstand eben.
Das ist doch das, was die Sozialisten wollen.

Zitat
Halbpolemischer, halbverzweifelter Einschub:
OMG🤦🏽‍♂️

Zitat
Das, was FDP und AfD wollen...
Die FDP steht und stand immer zur sozialen Marktwirtschaft, aber klar, die bietet sich für Sozialisten als Hauptfeind an, die man mit Hinweis auf die AfD bestens verleumden kann. In 4 Jahren müsst ihr euch aber einen anderen Feind suchen, denn der Liberalismus in Deutschland ist mausetot, die Deutschen wollen nicht frei und selbstbestimmt leben.

Und jetzt höre ich auf, dein sehr polemisches, ziemlich unsachliches und antikapitalistisches posting weiter zu lesen. Es hat keinerlei Zweck, dagegen sachlich zu argumentieren und unsachliches Streiterei muss hier nicht sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.April 2025, 10:16:14
@Noergelgnom :
Was ich damit sage ist, dass du Smith nicht zu 100% umsetzen kannst und musst. Du stellst die fdP von Lindner und Kubicki als "Libertär und Marktbesessen" dar wie Smith, ohne dass sie Smith verstanden haben.
Smith geht weit über das hinaus, was die fdP will, die ist wie Signore Rossi schon gesagt hat für die soziale Marktwirtschaft und nicht für Sozialismus.


Du hast den Satz mit dem Fleiß und der Sparsamkeit übrigens nicht verstanden. Ein oft vorkommender Fehler bei Linken und Sozialisten. Er sagt vereinfacht gesagt : Egal wie fleißig du bist, dein Kapital vermehrt sich nur, wenn du nicht alles ausgibst. Genau das Gegenteil von dem was der "linke" Mainstream propagiert. Der spricht die ganze Zeit von Konsum, Konsum, Konsum, notfalls auch auf Pump. Konsumismus in Reinkultur. Woher kommen denn die Billionen und Aberbillionen "nutzloses" Kapital? Sie wurden durch Schulden geschaffen. Genau das befeuert Merz doch noch weiter und er macht die Reichen noch reicher. Die halten nämlich den Großteil der Anleihen. Davon rede ich die ganze Zeit.


Was ist für dich "der Unternehmer"? Den großen Konzernen geht es vergleichsweise gut, und wenn es denen zu teuer wird, dann bekommen sie Staatsmilliarden oder wandern ins Ausland ab. Letztes Jahr ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 25% in die Höhe geschossen. Unterhalte dich doch mal mit den meisten Bauern, dem Inhaber eines Friseursalons (der meist selbst auch arbeitet) oder Handwerksbetrieben. Selbst linke Parteien haben erkannt, dass Menschen wenig motiviert sind zu arbeiten wenn ihnen mehr als 50% weggenommen werden sobald sie anfangen zu arbeiten. Früher setzte der Spitzensteuersatz nicht so früh ein und vor allem wird doch sobald du anfängst ein Großteil der Transferleistungen abgezogen, so dass dein Vorteil sehr klein ist, solltest du dir eine Arbeit zum Mindestlohn suchen anstatt Bürgergeld zu bekommen.
Und nein ich stehe der Wirtschaft in den USA genau wegen ihren Schulden sehr kritisch gegenüber, habe also keine Anstalten dorthin auszuwandern. Dass man aber die amerikanische Schuldenpolitik kopiert, weil man keine Lust auf Reformen hat, obwohl man sieht, wie die USA dabei sind, daran zugrunde zu gehen, ist schon der Gipfel an Blindheit. Die USA zahlen höhere Zinsen auf ihre Anleihen als Italien und das als Weltleitwährung. Die haben laut US Debt Clock Ausgaben für Zinsen von 1 Billion Dollar und Verteidigungsausgaben von 893 Mrd. Dollar. Jede Großmacht auf die das zutrifft (Niederlande um 1715, Spanien im 17ten Jahrhundert) haben ihren Status nicht mehr halten können und sind in die "zweite Reihe" gerückt. Die USA sind höher verschuldet im Verhältnis zum GDP als nach dem zweiten Weltkrieg, der Wert ist seit 2000 (58,3%) auf 122,67% gestiegen und hat sich verdoppelt. Übrigens Social Security hat mit 1,5 Billionen sogar fast die doppelte Größe im Haushalt wie die Rüstung und Medicare/Medicaid mit 1,6 Billionen auch.
Zitat von: Noergelgnom
Sorry, aber wenn Du wirklich überzeugt bist, dass DAS das Problem ist, hast Du erstens bewiesen, dass Du ganz sicher der aktuellen FDP angehörst und wir brauchen uns zweitens überhaupt nicht weiterzuunterhalten.Ganz polemisch und in Anlehnung an "Argumente" in früheren Debatten:"Dann geh doch in die USA!"Dort ist die Eigenverantwortung nämlich bei 100% angelangt.Für genau die 99% der Bevölkerung, die den Lobbyisten des reichsten 1% traditionell völlig egal sind.Ich verstehe wirklich nicht, wie man sich in der heutigen Welt umschauen kann und ernsthaft zum Schluß kommt, dass zuviel Regulation für die Reichsten ernsthaft das Problem ist.Ich ärgere mich ehrlich gesagt auch, dass ich überhaupt auf Deinen Beitrag oben eingegangen bin.Zeitverschwendung - Deine und meine Weltanschauung sind komplett inkompatibel.Nur dass hinter Deiner Weltanschauung leider das Kapital steht und sie befeuert.Auf das auch bei uns blühende Landschaften wie in den USA entstehen.
Und dass du jetzt zum Schluss kommst, dass man bei komplett konträren Meinungen nicht diskutiert ist typisch links. Die gehen auch nicht gerne dorthin, wo sie nicht die Meinungshoheit haben (Podcast z.B.) und haben scheinbar ein Problem mit Diskurs und Meinungsfreiheit. Denn nur durch Dialog kann man überhaupt einen Kompromiss schließen. Wenn ich aber jedweder Gegenmeinung aus dem Weg geht, weil die eigenen Argumente nicht funktionieren könnte das ein Problem sein.
Und Eigenverantwortung in Deutschland sieht so aus : Ich geh zum Zahnarzt, Kunststoffüllung ist rausgefallen (was sie nach 25 Jahren auch darf). Kosten : 50 €. Wofür zahle ich Krankenkasse? Bei 400€/Monat in die gesetzliche Krankenkasse mache ich massiv Verlust. Ja ich verstehe das Solidarprinzip, aber mittlerweile ist das ja schon dreist. Rückenvorsorge zahle ich übrigens auch selbst. Und beim Arzt bin ich vielleicht 1-2 mal im Jahr, dazu noch halt die Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt. Währenddessen zahlt der Bürgergeldempfänger als Härtefall keine 50 €, wird also besser behandelt, obwohl er von der Gemeinschaft mitfinanziert wird (ob von Krankenkassenbeiträgen oder Steuern ist dabei egal). Also warum stehe ich schlechter da? Sollte ich in dem Fall nicht auch ohne die 50€ auskommen?


Und wenn du schonmal gebaut hast : Mietraum bauen für unter 20 € Kaltmiete wird nicht profitabel möglich sein. Schuld sind die Bürokratie und Vorgaben, die allzu oft komplett über das Ziel hinaus gehen. Da hilft dir eine Mietpreisbremse auch nicht. Aber die Verwaltungsbeamten brauchen ja neue Aufgaben, um ihre Existenz zu rechtfertigen.



Hier nochmal zum Thema N***-Schl**** :
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/nazi-schlampe-ist-okay-weil-satire-3831946.html
Die Meinungsfreiheit und Satire deckt das ab... Also wenn das durchgeht, dann sollte auch der Kläger im Faeser-Fall mal darüber nachdenken, ob die Klage rechtmässig war. Wer ist denn überhaupt auf die Idee gekommen, das anzuklagen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.April 2025, 13:22:04
Hier nochmal zum Thema N***-Schl**** :
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/nazi-schlampe-ist-okay-weil-satire-3831946.html
Die Meinungsfreiheit und Satire deckt das ab... Also wenn das durchgeht, dann sollte auch der Kläger im Faeser-Fall mal darüber nachdenken, ob die Klage rechtmässig war. Wer ist denn überhaupt auf die Idee gekommen, das anzuklagen?

Ich nehme an, die jeweilige Person hat geklagt. Warum sollte ein Kläger über die Rechtmäßigkeit seiner Klage nachdenken? Ein Kläger kann klagen was er will. Die Unrechtmäßigkeit muss ihm nachgewiesen werden.

Der Unterschied zwischen Weidel und Faser ist wahrscheinlich, dass es im Falle von Weidel eine bekannte Satire Sendung war und im Falle von Faeser ein Journalist (Chefredakteur) auf einem offiziellen Kanal einer Nachrichten-Website in einem öffentlichen Medium, auf dem man als Leser Nachrichten vermutet. Der Postillion oder eine Vergleichbare Quelle wäre damit wahrscheinlich durchgekommen. Dazu kommt in Faesers Fall noch die Manipulation von Bildmaterial. Ich sehe da wenig Parallelen. Oder sollte für einen Journalisten auf seinem offiziellen Nachrichtenkanal generell die Kunstfreiheit herrschen?



Weil das mit den falscher Tatsachenbehauptungen aus dem Koalitionsvertrag schon zwei mal auftauchte:
Das ist nichts Neues. Dazu gibt es bereits ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2012. https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2012/10/rk20121025_1bvr090111.html. Dort heißt es schon "die erwiesen oder bewusst unwahre Tatsachenbehauptung nicht vom Schutz des Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG umfasst wird.". Das ist also Realität und muss von der zukünftigen Koalition nicht erst geschaffen werden.
Zwischen Wahrheitsministerium mit voller Zensur und einem öffentlichen Raum in dem jeder jeden beleidigen, verleumnden oder mit falschen Aussagen manipulieren darf liegen einige Abstufungen. Wie so oft sind beide Ränder nicht erstrebenswert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.April 2025, 19:28:52

Ich glaube (!), dass das auch deswegen so rigoros bestraft wurde, weil der Redaktuer ein Bild genommen und per KI verfremdet hat, ohne dass das zu erkennen war und weil er statt des Originaltextes (der dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus diente!) eine "lustige" Unterstellung gegenüber Faeser einfügte, die in meinen Augen das Orignalzitat regelrecht verhöhnt.
Geschmacklos ist es in dem Zusammenhang schon,es sollte aber trotzdem nichts sein was einem eine Strafe einbringt. Ich denke allgemein, dass der 188 stgb zu hart ausgelegt und zu häufig angewandt wird, es wird 100% Fälle geben in denen man den zu recht anwenden kann, ernsthafte Bedrohungen z.B, aber solche Memes und Bilder sollten nicht darunter fallen. "und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren" wird da einfach in den meisten Fällen nicht beachtet, wird jemand als Kommunalpolitiker bedroht hat das schon Auswirkungen auf die politische Arbeit, dass kann ich bei dem Faeser Meme und bei den meisten Posts oder Tweets gegen Bundespolitiker,aber nicht erkennen.
In den meisten Fällen sehen die Poliker die Posts und Memes ja nicht mal und werden erst durch extra eingerichtete Petz Stellen darauf Aufmerksam gemacht, wie damals bei Habeck und dem Schwachkopf Meme, keine Ahnung wie das hier genau war.
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html

Edit:wahrscheinlich würden aber für Drohungen und harte Beleidigungen auch die bisherigen Gesetze ausreichen,ich bin mal mit dem Spiegel einer Meinung und finde man sollte den streichen.
https://x.com/derspiegel/status/1912776310037839976
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Mai 2025, 10:52:38
Merz ist im 1. Wahlgang durchgefallen.

Was ist nur mit Deutschland los? :'(
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 06.Mai 2025, 12:22:52
Merz ist im 1. Wahlgang durchgefallen.

Was ist nur mit Deutschland los? :'(


Merz wird im zweiten Wahlgang gewählt. Notfalls wählen Grüne und Linke mit und man bildet eine wirkliche GroKo... Dass Merz auch beim zweiten Wahlgang scheitert halte ich für ziemlich ausgeschlossen. Wobei das wohl auch das erste Mal sein dürfte, wo ein Kanzler im ersten Wahlgang scheitert.


Aber was mit Deutschland los ist? Weg in die Diktatur ist hier los gefühlt. Egal was man wählt, man bekommt immer das gleiche. Okay du kannst es mit einer Partei versuchen die man jetzt verbieten will, aber das ist keine Alternative.


Ich fände aber folgendes Szenario lustig : Man verbietet die afd und dann auch die cdu. Dann macht man eine Einheitsfront aus spd, linken und Grünen. Privateigentum wird abgeschafft, Eingangssteuersatz auf 90% gesetzt, deutsche Staatsbürger müssen bis 75 arbeiten und kriegen danach 50 € Einheitsrente. Achso Eigenheime reißen wir ab und errichten klimafreundlich Plattenbauten. Dann ist Deutschland gerettet und alle Welt wird unserem Beispiel folgen. Im Moment erinnert mich dieses Land an "Animal Farm" und große Teile der Bevölkerung erinnern mich an "Boxer".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 06.Mai 2025, 12:38:44
Merz ist im 1. Wahlgang durchgefallen.

Was ist nur mit Deutschland los? :'(

Ich zitiere mich selbst aus einer privaten WhatsApp-Gruppe und entschuldige mich im Vorfeld bereits für die Wortwahl. Allein, mir fallen auch jetzt keine besseren Worte ein:

Ich bin es leid. Wirklich. Wie kann man denn als Politiker noch in den Spiegel schauen? Die Demokratie und mit ihr Menschenrechte und Wohlstand sind akut bedroht, bereits innerhalb unserer EU (die den Wohlstand einstmals sichern sollte) wie auch von unserem engsten Verbündeten. Es herrscht Krieg, nicht heiß und unmittelbar, aber virtuell und versteckt. Und diese beschissenen, elitären Arschlöcher taktierend schmunzelnd und feixend weiter, als ginge es immer noch um Haushaltspläne und Bildungspolitik und Migranten. Ich kann es nicht mehr mit ansehen. Dann sollen sie doch die scheiß AfD bekommen und in ihren Löchern verrotten. Wenn ich in dreißig Jahren an irgendeinem Gedenkstein oder einer Statue eines dieser Politiker vorbeikomme, spucke ich darauf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 06.Mai 2025, 14:05:53
Merz ist im 1. Wahlgang durchgefallen.

Was ist nur mit Deutschland los? :'(
Passt dazu wie die Regierung zustande gekommen ist, mit Lügen und Trickserei. Mal sehen ob es nur ein Denkzettel,vielleicht auch aus der eigenen Partei,war oder ob es dabei bleibt, vielleicht springen die Grünen ja auch ein.
Ich bin unschlüssig was ich davon halten soll, das Land braucht eine stabile Regierung und am besten so schnell wie möglich, gleichzeitig wirkt es dann doch wieder ein Stück weit mehr demokratisch und nicht so von oben vorbestimmt wie es nach der Wahl den Eindruck gemacht hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Mai 2025, 14:17:24
Wenn ich in dreißig Jahren an irgendeinem Gedenkstein oder einer Statue eines dieser Politiker vorbeikomme, spucke ich darauf.
Die, die jetzt aus Union und SPD gegen Merz gestimmt haben, werden wohl kaum ein Denkmal bekommen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 06.Mai 2025, 15:01:55
Wenn ich in dreißig Jahren an irgendeinem Gedenkstein oder einer Statue eines dieser Politiker vorbeikomme, spucke ich darauf.
Die, die jetzt aus Union und SPD gegen Merz gestimmt haben, werden wohl kaum ein Denkmal bekommen.

Mal davon ab, dass man dazu erstmal wissen müsste, wer es war... ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Mai 2025, 15:30:03
Jetzt gilt es Daumen drücken, der zweite Wahlgang läuft.

Wollen wir hoffen, dass es klappt und dass dem holprigen Start eine stabile Regierung folgt, die vernünftige Politik macht und der AfD massenhaft Stimmen wegnimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.Mai 2025, 16:17:10
Puh, er hat es geschafft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 06.Mai 2025, 16:58:24
Das Ergebnis des ersten Wahlgangs ist schon mehr als nur ein Schuss vor den Bug. Wobei die Intention bei den "Abtrünnigen" - meiner bescheidenen Ferndiagnose nach - zu einem gewissen Teil woanders gelegen hat: Das Leben in der "Berliner Blase" und Profilierung lassen den Blick für die Realität verschwinden.

Auch wenn ich von Merz (und Söder, bzw. CDU und CSU) wenig bis nichts halte: Diese Kanzlerschaft muss einfach funktionieren. Forsa- und INSA-Umfragen (veröffentlicht gestern) sehen CDU/CSU und AfD gleichauf. Der heutige Tag hat die Tendenz wahrscheinlich Richtung blau verschoben.

Ich könnte zusammen mit Henning im Duett kotzen ob der politischen Lage. Vielleicht geht es nicht anders, als dass die AfD die Kanzlerschaft für eine Legislaturperiode übernimmt und sich dann hoffentlich zeigt dass das noch größere Stümper sind. Auch wenn es nicht Sinn und Zweck einer gesicherten Zukunft für uns alle sein kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: gruffi am 06.Mai 2025, 17:21:20
Das Ergebnis des ersten Wahlgangs ist schon mehr als nur ein Schuss vor den Bug. Wobei die Intention bei den "Abtrünnigen" - meiner bescheidenen Ferndiagnose nach - zu einem gewissen Teil woanders gelegen hat: Das Leben in der "Berliner Blase" und Profilierung lassen den Blick für die Realität verschwinden.

Auch wenn ich von Merz (und Söder, bzw. CDU und CSU) wenig bis nichts halte: Diese Kanzlerschaft muss einfach funktionieren. Forsa- und INSA-Umfragen (veröffentlicht gestern) sehen CDU/CSU und AfD gleichauf. Der heutige Tag hat die Tendenz wahrscheinlich Richtung blau verschoben.

Ich könnte zusammen mit Henning im Duett kotzen ob der politischen Lage. Vielleicht geht es nicht anders, als dass die AfD die Kanzlerschaft für eine Legislaturperiode übernimmt und sich dann hoffentlich zeigt dass das noch größere Stümper sind. Auch wenn es nicht Sinn und Zweck einer gesicherten Zukunft für uns alle sein kann.

Wenn sich unsere Polikter mal aus ihrer Blase bewegen würden und vernünftige Politik betreiben. Also mal wirklich zum Wohl des Landes bzw. die Interessen der Bevölkerung im Auge haben, wenn das gelingt sollte die Zustimmung der AfD von Alleine schwinden.

Leider fehlt mir der Glaube und es wird lustig weiter die gleiche Politik wie die letzten Jahre gemacht und man lügt sich dabei die Tasche voll, wie toll man doch regiert und wie super alles ist. Warum sollten Menschen, die so seit vielen agieren und es auch so gelernt haben auf einmal anders ticken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 06.Mai 2025, 17:48:04
Wenn sich unsere Polikter mal aus ihrer Blase bewegen würden und vernünftige Politik betreiben. Also mal wirklich zum Wohl des Landes bzw. die Interessen der Bevölkerung im Auge haben, wenn das gelingt sollte die Zustimmung der AfD von Alleine schwinden. .

Nein. Solche Parteien werden immer ein Triggerthema finden. Die Rente ist das nächste -- und da ist die Migration et all ein Vogelschiss in der deutschen Politikgeschichte dagegen. Eben genau WEIL hier immer im Interesse der Bevölkerung gehandelt wird, auch aktuell -- aber eben der jeweils aktuellen, die stellt schließlich die Wahlkundschaft. Echte Reformen? Brauchen unpopuläre Maßnahmen. Geduld. Kosten also womöglich Stimmen, hier, jetzt. Bringen aber erst langfristig Ertrag. Ergo regelt regelt das irgendwann schon wer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 06.Mai 2025, 23:17:05
Wenn sich unsere Polikter mal aus ihrer Blase bewegen würden und vernünftige Politik betreiben. Also mal wirklich zum Wohl des Landes bzw. die Interessen der Bevölkerung im Auge haben, wenn das gelingt sollte die Zustimmung der AfD von Alleine schwinden. .

Nein. Solche Parteien werden immer ein Triggerthema finden. Die Rente ist das nächste -- und da ist die Migration et all ein Vogelschiss in der deutschen Politikgeschichte dagegen. Eben genau WEIL hier immer im Interesse der Bevölkerung gehandelt wird, auch aktuell -- aber eben der jeweils aktuellen, die stellt schließlich die Wahlkundschaft. Echte Reformen? Brauchen unpopuläre Maßnahmen. Geduld. Kosten also womöglich Stimmen, hier, jetzt. Bringen aber erst langfristig Ertrag. Ergo regelt regelt das irgendwann schon wer.

Ist doch ganz einfach alle Zahlen in einen Topf ein Fertig. Keine Beamtenrente, Ärzterente, Anwaltsrente, Zahnarztrente und am Ende bleibt nur der blöde normale Arbeiter über der zusammen mit den sozial schwachen sich um die Reste prügelt.Wird niemals passieren in Deutschland wäre aber auf Anhieb eine echte Reform die Wirkung zeigt.

Da hat Merz heute den Dolchstoß aus der eigenen Reihe bekomme. Da bin ich mir ziemlich sicher das die Abweichler bei der CDU/CSU zu finden sind. Sicherlich ist da noch viel Groll aus alten Tagen gegenüber Merz und natürlich sein umkippen im Thema Schulden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.Mai 2025, 21:44:45
Wenn sich unsere Polikter mal aus ihrer Blase bewegen würden und vernünftige Politik betreiben. Also mal wirklich zum Wohl des Landes bzw. die Interessen der Bevölkerung im Auge haben, wenn das gelingt sollte die Zustimmung der AfD von Alleine schwinden. .

Nein. Solche Parteien werden immer ein Triggerthema finden. Die Rente ist das nächste -- und da ist die Migration et all ein Vogelschiss in der deutschen Politikgeschichte dagegen. Eben genau WEIL hier immer im Interesse der Bevölkerung gehandelt wird, auch aktuell -- aber eben der jeweils aktuellen, die stellt schließlich die Wahlkundschaft. Echte Reformen? Brauchen unpopuläre Maßnahmen. Geduld. Kosten also womöglich Stimmen, hier, jetzt. Bringen aber erst langfristig Ertrag. Ergo regelt regelt das irgendwann schon wer.


Die Aussage dass die Politiker die Interessen der Bevölkerung im Auge haben halte ich für sehr weit hergeholt bzw. trifft das nur auf einen kleinen Teil zu.


@kn0xv1lle : Da gehe ich auch von aus, dass die Abweichler bei der cdu/csu zu finden sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 08.Mai 2025, 06:40:04
Vollzitat Spiegel Online. Richtig so.


Zitat
Warum die Erinnerung niemals verblassen darf

»Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.«
Mit diesen Worten warnte der italienische Schriftsteller und Auschwitz-Überlebende Primo Levi einst davor, im Gedenken an den Holocaust und den Zivilisationsbruch der Nazis nachzulassen. Lapidare Sätze, die auf den Punkt bringen, worum es gerade heute geht.
 
Am 8. Mai erinnern Deutschland und die Welt an das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom nationalsozialistischen Terror vor 80 Jahren, auf zahllosen Gedenkveranstaltungen, Demonstrationen, bei Kranzniederlegungen, auf Paraden und Kundgebungen. Weil es ein runder Jahrestag ist, fällt das Programm besonders üppig aus.
Doch ganz gleich ob 77, 80 oder 83 Jahre, vor allem die Gegenwart sollte uns bewusst machen, dass die Erinnerung an die Jahre vor 1945 niemals verblassen darf. Die AfD, vom Verfassungsschutz nunmehr als rechtsextrem eingestuft, wird immer stärker, rechte Kräfte sind in ganz Europa auf dem Vormarsch, die USA scheinen unter einem Präsidenten mit Faible fürs Autoritäre auf dem besten Weg in ein faschistisches System.
In dieser Zeit »wäre es zentral, sich auf die Geschichte zu besinnen«, schreibt meine Kollegin Eva-Maria Schnurr, die beim SPIEGEL das Geschichtsressort leitet, in ihrem Essay zum Weltkriegsgedenken. »Nicht (nur), weil es moralisch geboten ist, die eigenen Untaten nicht zu vergessen. Sondern weil die Vergangenheit mahnt, was passieren kann, wenn Demokratien zerbrechen und autoritäre, imperialistische Regime an ihre Stelle treten.«

Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Mai 2025, 09:11:02
Wenn man "Nie wieder" wirklich mit Leben füllen will, dann sollte man erstens die Ukraine vernünftig mit Waffen ausrüsten, zweitens aufhören, die Judenschlächter der Hamas zu unterstützen und drittens den Antisemitismus in Deutschland nicht nur mit Worthülsen zu bekämpfen, und zwar nicht nur den von rechts sondern auch den von links sowie den importierten.

Wer kriminelle Ausländer und solche ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland außer Landes schaffen will, der will diese Menschen weder "deportieren" noch will man sie einer "Endlösung" zuführen, sowas wird ja auch gerne mal unterstellt. Aber eine vernünftige Flüchtlingspolitik wird notwendig sein, um die AfD zurückzudrängen, dass so etwas möglich ist und auch sehr schnell funktioniert, hat Dänemark bewiesen. Diese Partei einfach nur irgendwann zu verbieten, wird die Probleme, die deren Wähler mit der bisher gemachten Politik haben, nicht verschwinden lassen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 08.Mai 2025, 19:07:10
Warum wird explizit immer wieder Antisemitismus genannt? Ist Rassismus Juden gegenüber schlimmer als der "restliche" Rassismus? Diskriminierung und Rassismus sollten nicht "kategorisiert" werden. Sondern grundsätzlich bekämpft werden.

Genauso sollte es möglich sein, Israels Art der Kriegsführung zu kritisieren, ohne "schief angesehen" zu werden. Genauso wie man Russland kritisiert.


Edit: Das war keine spezifische Kritik an dir, Signor Rossi. Das habe ich allgemein gemeint.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Mai 2025, 19:32:21
Warum wird explizit immer wieder Antisemitismus genannt?
Weil Deutschland ca. 6 Millionen Juden ermordet hat und der Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland Staatsräson sein sollte.

Zitat
Genauso sollte es möglich sein, Israels Art der Kriegsführung zu kritisieren, ohne "schief angesehen" zu werden.
Das kommt ganz auf die Kritik an. Wer die Art der Kriegsführung der Hamas nicht kritisiert hat, der hat in der Tat ein Problem, wenn er Israels Art der Kriegsführung kritisiert.

Israel führt übrigens anders als Russland keinen Angriffskrieg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 08.Mai 2025, 22:04:31
Warum wird explizit immer wieder Antisemitismus genannt?
Weil Deutschland ca. 6 Millionen Juden ermordet hat und der Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland Staatsräson sein sollte.

Zitat
Genauso sollte es möglich sein, Israels Art der Kriegsführung zu kritisieren, ohne "schief angesehen" zu werden.
Das kommt ganz auf die Kritik an. Wer die Art der Kriegsführung der Hamas nicht kritisiert hat, der hat in der Tat ein Problem, wenn er Israels Art der Kriegsführung kritisiert.

Israel führt übrigens anders als Russland keinen Angriffskrieg.

Deutschland hat auch andere Volksgruppen im 2. Weltkrieg ermordet.

Auch wenn es kein Angriffskrieg ist, das rechtfertigt keine Kriegsverbrechen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 08.Mai 2025, 22:33:14
Rassismus ist generell Scheiße ganz gleich gegen wen. Dass man die Rassisten von der Hamas so unkritisch sieht ist schon schlimm. Israel kannst du übrigens kritisieren. In Gaza dürfte es dir schlecht ergehen. Verglichen übrigens mit der Kriegsführung der Hamas ist Israel recht gesittet. Was die Hamas so treibt ist unglaublich, aber da wird auch von linker Seite sehr wenig Kritik laut. Es gibt einige mutige Artikel zwar (z.B. auch in der Taz) aber die sind in der krassen Minderheit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Mai 2025, 22:46:42
Deutschland hat auch andere Volksgruppen im 2. Weltkrieg ermordet.
Aber nicht in dieser unglaublichen Menge. Willst du hier wirklich die Beispiellosigkeit des Holocaust in Frage stellen?

Zitat
Auch wenn es kein Angriffskrieg ist, das rechtfertigt keine Kriegsverbrechen.
Welche Kriegsverbrechen? Aber bitte kein Pallywood, sondern seriöse, verifizierte Quellen.

Kein Staat auf dieser Welt warnt übrigens die Zivilisten bei einem Angriff vor, sowas macht nur Israel. Darüberhinaus ist Israel ein Rechtsstaat, der solche Verbrechen, falls sie vorkommen, selber verfolgt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 09.Mai 2025, 11:30:16
Deutschland hat auch andere Volksgruppen im 2. Weltkrieg ermordet.
Aber nicht in dieser unglaublichen Menge. Willst du hier wirklich die Beispiellosigkeit des Holocaust in Frage stellen?

Zitat
Auch wenn es kein Angriffskrieg ist, das rechtfertigt keine Kriegsverbrechen.
Welche Kriegsverbrechen? Aber bitte kein Pallywood, sondern seriöse, verifizierte Quellen.

Kein Staat auf dieser Welt warnt übrigens die Zivilisten bei einem Angriff vor, sowas macht nur Israel. Darüberhinaus ist Israel ein Rechtsstaat, der solche Verbrechen, falls sie vorkommen, selber verfolgt.

Nein, aber die 6 Mio. getöteten Juden dürfen nicht alle anderen Gräueltaten überlagern bzw. in den Hintergrund drängen.

Ist Human Rights Watch (https://www.hrw.org/de/news/2024/11/14/israels-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-gaza) für dich eine verlässliche Quelle?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 09.Mai 2025, 11:45:02
Du meinst diese Human Rights Watch ?
https://www.welt.de/welt_print/politik/article4358559/Kritik-an-Menschenrechtsorganisation.html


In der englischen Wikipedia steht auch was darüber, dass es große Kritik an einem zugrundeliegenden Antisemitismus und Israelfeindlichkeit bei denen gibt. Soll sogar Leute dort gegeben haben die Nazi-Andenken gesammelt haben...
https://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Human_Rights_Watch


Und dem deutschen Sozialstaat werfen die auch noch mal schön die Verletzung der Menschenrechte vor.
https://taz.de/Armut-in-Deutschland/!6074781/

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 09.Mai 2025, 13:19:02
Ich kenne die Kritik an HRW, genauso die Kritik an z. B. Amnesty International. Das heißt aber nicht daß die Berichte pauschal falsch sind. Wenn wir anfangen, nach Quellen zu suchen die frei von Kritik sind, werden wir kaum fündig werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 09.Mai 2025, 16:54:58

Nein. Solche Parteien werden immer ein Triggerthema finden. Die Rente ist das nächste -- und da ist die Migration et all ein Vogelschiss in der deutschen Politikgeschichte dagegen. Eben genau WEIL hier immer im Interesse der Bevölkerung gehandelt wird, auch aktuell -- aber eben der jeweils aktuellen, die stellt schließlich die Wahlkundschaft. Echte Reformen? Brauchen unpopuläre Maßnahmen. Geduld. Kosten also womöglich Stimmen, hier, jetzt. Bringen aber erst langfristig Ertrag. Ergo regelt regelt das irgendwann schon wer.
Das ist schon richtig, nur hat es ja Gründe warum die AfD inzwischen so stark ist, die besetzen eine ganze Reihe von Themen und bieten angebliche Lösungen für Probleme an die andere Parteien komplett vernachlässigen,was in der Vergangenheit nicht in dem Maß vorgekommen ist. Der SPD laufen die Arbeiter als Wähler weg, Migration wurde von allen lange komplett ignoriert, aus der Sicht vieler Menschen sitzen da 4 eher linke Parteien + AfD  im Bundestag. Ich denke vor der Rente werden die Belastungen durch die CO2 Steuern und der Umbau da das große Thema werden.

Das Problem der Rente ist ja allgemein,dass das System nicht verstanden wird, die Leute denken wahrscheinlich,dass sie wie in ein Sparbuch einzahlen,das Geld rumliegt und die das dann mit Zinsen wieder rausbekommen,ich sehe auch nicht wie man das lösen kann, die Maßnahmen dagegen sind ja,wie du schon schreibst, eher unpopulär.Am Ende könnte bei dem Thema aber eher die Linke als die AfD profitieren, da wird ja auch das Blaue vom Himmel versprochen.

Merz hat da mit seiner Regierung eine Aufgabe vor sich, die Unzufriedenheit der Menschen wird ja nicht auf Null gesetzt,dazu die Art und Weise wie er jetzt angefangen hat,Vertrauensvorschuss gibt es nicht und es zählen nur Ergebnisse.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Mai 2025, 19:24:45
Nein...
Es hörte sich aber so an.

Was hast du an dem Satz im Kontext zur Befreiung vom Nationalsozialismus eigentlich auszusetzen?
Wenn man "Nie wieder" wirklich mit Leben füllen will, dann sollte man erstens die Ukraine vernünftig mit Waffen ausrüsten, zweitens aufhören, die Judenschlächter der Hamas zu unterstützen und drittens den Antisemitismus in Deutschland nicht nur mit Worthülsen zu bekämpfen, und zwar nicht nur den von rechts sondern auch den von links sowie den importierten.

Zitat
Ist Human Rights Watch (https://www.hrw.org/de/news/2024/11/14/israels-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-gaza) für dich eine verlässliche Quelle?
Einige Anmerkung dazu, was mir schon nach ein paar Absätzen aufgefallen ist:
1. Man bezieht sich auf Zahlen der UN. Woher hat die UN ihre Zahlen? Etwa vom UNHCR?
2. Man nennt die Evakuierung von Zivilisten "Vertreibung". Hätte Israel etwa in bewohnten Gegenden kämpfen sollen? Damit man sich dann über Berge an zivilen Opfern aufregen und das Kriegsverbrechen nennen kann?
3. Dann wird behauptet, Israel hätte "zielgerichtet zivile Infrastruktur und private Häuser zerstört". Dass sich die Hamas gerne hinter Zivilisten und ziviler Infrastruktur verschanzt, bleibt unerwähnt.

Das reicht mir dann auch schon mit dieser Quelle, objektiv geht imho anders. Sehen die hier auch so: https://ngo-monitor.org/reports/hrw-antisemitism/ Ja, ich weiß, das ist die andere Seite.

Und was haben Juden in Deutschland, die unter Antisemitismus leiden, mit dem Konflikt in Gaza zu tun, warum dieser Reflex mit Israel? Wo ist der Kontext?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 09.Mai 2025, 20:09:31
Auch interessant, dass es scheinbar niemanden aufregt, dass Merz mit Stimmen der Linken zum Kanzler wird. Gab es da nicht ebenfalls so einen Beschluss mit denen nicht abzustimmen? Dasselbe mit Stimmen der AfD und überall wäre wieder der Teufel losgewesen. Das mag nicht exakt das Gleiche sein. Aber ich lehne Extremismus in jeder Form ab. Und die Linken sind teilweise auch sehr extrem unterwegs.

Plus: Wie geht es jetzt weiter? Stimmen die Abweichler immer weiter gegen Merz, bei jedem Vorhaben? Was dann? Mit den Linken und der AfD will man nicht. Was bleibt? Die Grünen. Die wissen sowas für sich zu nutzen. Wenn sich den Wählern gegenüber der Eindruck verstärkt, dass die nicht gewählten Grünen zu viel Einfluss haben, dann profitiert mal wieder die Partei, die wir alle nicht bei so viel Prozent sehen wollen.

Ich persönlich glaube übrigens eher an Abweichler-Stimmen bei der SPD. Eskens Ausbootung mag hier der Auslöser gewesen sein. Vielleicht teilen sich die Abweichler aber auch auf. Da Abstimmungen zu Recht geheim sind, werden wir es wohl nie erfahren.

Scheinbar wurden die Grenzkontrollen immerhin ausgeweitet. Hier finde ich es geradezu scheinheilig, wie sich manche Nachbarstaaten aufregen. Beim Asyl müssen die Leute schließlich eigentlich dortbleiben (bis sie verteilt werden), wo sie zuerst gemeldet sind. Oder? Daher hätten diese Länder immer einen riesen Schwung Leute von uns zurücknehmen müssen, was nur in einem minimalen Umfang passiert ist. Hier hat m.M.n. aktuell niemand das Recht sich aufzuregen. Richtig ist aber, dass an einer europäischen Lösung gearbeitet werden muss. Das geht übrigens vermutlich schneller, wenn nicht immer alle ins Schlaraffenland DE durchgeschoben werden können.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Mai 2025, 20:40:22
Beim Asyl müssen die Leute schließlich eigentlich dortbleiben (bis sie verteilt werden), wo sie zuerst gemeldet sind. Oder?
Eigentlich ist man ja meistens schon im Nachbarland, ansonsten in einem drauf folgenden Nachbarland in Sicherheit. Wer durch zig sichere Länder "flüchtet", um dann Asyl in Deutschland zu beantragen, den kann ich nur noch schwer als "Schutzsuchenden" ansehen. An so etwas haben unsere Mütter und Väter des Grundgesetzes beim Asylrecht auch nicht gedacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 10.Mai 2025, 09:21:34
Nein...

Zitat
Ist Human Rights Watch (https://www.hrw.org/de/news/2024/11/14/israels-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-gaza) für dich eine verlässliche Quelle?
Einige Anmerkung dazu, was mir schon nach ein paar Absätzen aufgefallen ist:
2. Man nennt die Evakuierung von Zivilisten "Vertreibung". Hätte Israel etwa in bewohnten Gegenden kämpfen sollen? Damit man sich dann über Berge an zivilen Opfern aufregen und das Kriegsverbrechen nennen kann?

2. Die Kritik ist nicht, sie aus der Kriegszone zu bringen, um sie zu schützen, sondern, dass sie in keine sichere Zone gebracht werden. Israel bombardiert die Routen und die Zonen, in die sie vertrieben werden, genauso.
Zitat
While it could be argued that Israel at times moved Palestinians in Gaza to areas that were safer than areas from which they were ordered to leave, this report demonstrates that evacuation routes and so-called safe zones were consistently and repeatedly bombed, undermining the Israeli military’s position that people were being moved “for their safety.”

Israel cannot rely on the security and safety of civilians as a justification for evacuating people if there are no safe areas to which civilians can move.
Beim Asyl müssen die Leute schließlich eigentlich dortbleiben (bis sie verteilt werden), wo sie zuerst gemeldet sind. Oder?
Eigentlich ist man ja meistens schon im Nachbarland, ansonsten in einem drauf folgenden Nachbarland in Sicherheit. Wer durch zig sichere Länder "flüchtet", um dann Asyl in Deutschland zu beantragen, den kann ich nur noch schwer als "Schutzsuchenden" ansehen. An so etwas haben unsere Mütter und Väter des Grundgesetzes beim Asylrecht auch nicht gedacht.
Sich einerseits auf die historische Verantwort Deutschlands ob seiner Gräueltaten zu berufen, andererseits aber Personen kein Asyl zu geben zu wollen, weil sie ja schon in einem sicheren Land gewesen seien (ganz egal, wie sie dort behandelt werden), ist aber schon ein wenig ambivalent meiner Meinung nach.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 10.Mai 2025, 10:09:01
Beim Asyl müssen die Leute schließlich eigentlich dortbleiben (bis sie verteilt werden), wo sie zuerst gemeldet sind. Oder?
Eigentlich ist man ja meistens schon im Nachbarland, ansonsten in einem drauf folgenden Nachbarland in Sicherheit. Wer durch zig sichere Länder "flüchtet", um dann Asyl in Deutschland zu beantragen, den kann ich nur noch schwer als "Schutzsuchenden" ansehen. An so etwas haben unsere Mütter und Väter des Grundgesetzes beim Asylrecht auch nicht gedacht.
Sich einerseits auf die historische Verantwort Deutschlands ob seiner Gräueltaten zu berufen, andererseits aber Personen kein Asyl zu geben zu wollen, weil sie ja schon in einem sicheren Land gewesen seien (ganz egal, wie sie dort behandelt werden), ist aber schon ein wenig ambivalent meiner Meinung nach.

Asyl bekommen Menschen, die anderswo verfolgt, von Krieg oder Terror bedroht sind. Diese Bedrohungslage liegt aber in unseren Nachbarländern bereits nicht mehr vor. Asyl ist kein Anspruch darauf es den Geflüchteten so angenehm wie möglich zu machen. Wenn die Behandlung anderswo nicht passt (was teilweise definitiv stimmt), dann muss dort an einer (europäischen) Lösung gearbeitet werden. Aber die Lösung darf nicht sein - Deutschland nimmt alles wenn hier jemand Asyl ruft.

Und auch wenn ich mich hier unbeliebt mache. Die Aufnahme bestimmter Bevölkerungsgruppen muss hinterfragt werden dürfen, wenn diese einen statistisch überhöhten Anteil an der Kriminalitätsstatistik ausmachen, keinen Willen zeigen in Arbeit zu kommen oder unsere Staatsform ändern wollen - zumindest solange, bis die Politik hier Lösungen in Richtung einer besseren Integration parat hat.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Mai 2025, 10:32:06
Israel bombardiert...
Und warum bombardiert Israel? Weil die Hamas Israel auch aus diesen Gebieten angreift. Israel tut alles, um zivile Opfer zu vermeiden, Hamas tut alles, um zivile Opferzahlen zu erhöhen. Israel wird "kritisiert". Total gaga ist das.

Zitat
Sich einerseits auf die historische Verantwort Deutschlands ob seiner Gräueltaten zu berufen, andererseits aber Personen kein Asyl zu geben zu wollen, weil sie ja schon in einem sicheren Land gewesen seien (ganz egal, wie sie dort behandelt werden), ist aber schon ein wenig ambivalent meiner Meinung nach.
Das kannst du gerne als ambivalent ansehen, ist es aber nicht. Oder soll Deutschland alle armen und verfolgten Menschen dieser Welt aufnehmen? Falls du das ablehnst, wäre das dann auch ambivalent? Schutz und Asyl sind nunmal keine Pauschalreise, wo man sich ein Land nach Wunsch aussuchen kann. Es geht darum, sich aus größter Not in Sicherheit zu bringen und das ist meist im Nachbarland schon der Fall.

Ich bin übrigens nicht gegen Asyl und die Aufnahme schutzbedürftiger Menschen, aber es müssen a) tatsächlich Schutzbedürftige und keine Glücksritter aus aller Herren Länder sein und es muss b) gewährleistet sein, dass unsere Systeme nicht überfordert werden, es muss also eine Höchstgrenze geben, die sich auch daran bemisst, wie viele Menschen das System verlassen haben und für sich selber sorgen können. Und last but not least muss sichergestellt werden, dass Schwerkriminelle das Land nach einem Urteil und evtl. Verbüßung der Strafe (auch zum Teil) umgehend in ihre Heimat gebracht werden. Bei Menschen, die keine Aufenthaltserlaubnis mehr haben, sollte man endlich den oft angekündigten "Spurwechsel" ermöglichen, falls sie arbeiten und für sich selber sorgen können. Wer das nicht kann, muss auch wieder nach Hause gehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 10.Mai 2025, 11:36:04
@Tim Twain :
Wenn es um Asyl geht, dann ist das erste sichere Land ja schon ausreichend. Reise ich durch mehrere dieser Länder durch, dann geht es nicht mehr primär um Asyl sondern um Sozialsysteme. Warum wohl z.B. wollten lange Zeit soviele auch nach Schweden. Schweden übrigens hat seine Migrationspolitik geändert und eine Abgeordnete der schwedischen Sozialdemokraten (Louise Meijer) hat sich öffentlich für diese offene Migrationspolitik entschuldigt. Der Leidensdruck in Schweden war allerdings auch noch wesentlich höher als hier.


Und zu Israel : Die Hamas schießt ihre Raketen aus Krankenhäusern, Schulen und anderen zivilen Punkten aus genau diesem Grund ab, dass Israel wenn sie zurückschießen eben diese zivilen Ziele trifft. Solche Helden sind also die Hamas, dass sie sich hinter Zivilisten feige verstecken.


@Veni_Vidi_vici :
Das Problem ist doch, dass hier nur "junge Männer" ankommen und sehr wenige Frauen und Kinder. Hätten wir in der Türkei sozusagen Aufnahmezentren, dann wäre das Verhältnis anders, dorthin hätten auch Frauen und Kinder kommen können. Dann hätte man sie auf Deutschland vorbereitet und hierhin geholt. Ist nur leider nicht passiert. Junge Männer z.B. sind generell krimineller als andere Gruppen. Nationalitäten verstärken diesen Trend, aber der Trend ist in allen Nationalitäten vorhanden.


Übrigens arbeiteten kaum ukrainische Flüchtlinge in Deutschland und es kostete dieses Land 6 Mrd. € im Jahr Bürgergeld in 2024. In Polen wiederum arbeiten genauso viele wie in der einheimischen Bevölkerung. Woran das wohl liegt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.Mai 2025, 12:49:26
Übrigens arbeiteten kaum ukrainische Flüchtlinge in Deutschland und es kostete dieses Land 6 Mrd. € im Jahr Bürgergeld in 2024. In Polen wiederum arbeiten genauso viele wie in der einheimischen Bevölkerung. Woran das wohl liegt...

Ein Faktor. Wenn es hingegen ausschließlich die Stütze vom Staat wäre, dann wären in Dänemark oder in den Niederlanden die Erwerbsquote auch nicht viel höher. Sind sie aber. Deutschland ist hier abgeschlagen.

"Ukrainer arbeiten nicht, weil halt Bürgergeld" könnte ein Wahlplakat der NPD sein. Wie gesagt, jeglicher Reformunwille seit Jahrzehnten in Sachen Sozialsysteme/Rente wird ein ewiger Triggerpunkt für entsprechende Parteien bleiben. Und anders als Migration wird die selbst mitverschuldete Rentenkrise Millionen betreffen -- unmittelbar. Und überaus direkt. Und sollte sich das Thema Klima irgendwann ebenfalls zuspitzen, selbst die bisherigen Klimaleugner würden anbeißen und das Thema für sich zunutze machen.

Jedes langfristige Vergehen ist ein innerer Reichsparteitag für Germany's Next, Übernext und Überübernext Höcke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Mai 2025, 13:38:39
Deutschland ist hier abgeschlagen.
Und woran liegt es dann?

Zitat
Und anders als Migration wird die selbst mitverschuldete Rentenkrise Millionen betreffen -- unmittelbar.
Was heißt selbstverschuldet? Soll man die Leute zwingen, mehr Kinder in die Welt zu setzen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.Mai 2025, 14:15:31
Übrigens arbeiteten kaum ukrainische Flüchtlinge in Deutschland und es kostete dieses Land 6 Mrd. € im Jahr Bürgergeld in 2024. In Polen wiederum arbeiten genauso viele wie in der einheimischen Bevölkerung. Woran das wohl liegt...
Dafür gibt es viele Gründe. Lediglich einer davon ist das Bürgergeld. In Dänemark arbeiten knapp 80% der Urkainischen Flüchlinge. In der Niederlande sind es mehr als 50%. In Deutschland sind es gerade mal 20%. Alle drei Länder zahlen dauerhaft Sozialleistungen in ähnlicher Höhe. Im Vergleich zu Polen ist das Bürgergeld sicher ein Faktor. Aber nicht pauschal und alleinstehend.


Und auch wenn ich mich hier unbeliebt mache. Die Aufnahme bestimmter Bevölkerungsgruppen muss hinterfragt werden dürfen, wenn diese einen statistisch überhöhten Anteil an der Kriminalitätsstatistik ausmachen

Es gibt mehrere aktuelle kriminologische und statistische Studien, die zeigen, dass eine höhere Rate von Migranten in der Kriminalstatistik weder eine höhere Neigung von Migranten zu Kriminalität noch ein Wachstum der Kriminalität an den Orten, an denen sie sich niederlassen belegt.

https://www.ifo.de/publikationen/2025/aufsatz-zeitschrift/steigert-migration-die-kriminalitaet-ein-datenbasierter-blick
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kriminalitaet-migration-100.html
https://www.bpb.de/themen/innere-sicherheit/dossier-innere-sicherheit/301624/migration-und-kriminalitaet-erfahrungen-und-neuere-entwicklungen/
https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/faktencheck (unter "Flüchtlinge sind krimnell")
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/auslaender-kriminalitaet-studie-ifo-polizeiliche-kriminalstatistik-100.html
https://migrant-integration.ec.europa.eu/library-document/studie-der-fluchtlingszuzug-nach-deutschland-und-seine-auswirkungen-auf-die_en
https://kriminologie.uni-koeln.de/sites/kriminologie/UzK_2015/dokumente/publikationen/Wollinger_Boegelein_2025_Kriminalitaet_im_Kontext_von_Migration.pdf

Deutschland ist hier abgeschlagen.
Und woran liegt es dann?

Zitat
Und anders als Migration wird die selbst mitverschuldete Rentenkrise Millionen betreffen -- unmittelbar.
Was heißt selbstverschuldet? Soll man die Leute zwingen, mehr Kinder in die Welt zu setzen?

Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt. Trotzdem wird heute und seit Jahrzehnten nichts getan. Es ist nicht auf der Agenda der deutschen Politiker oder sehr weit unten, ein Randthemen in Wahlkämpfen und es wird nicht von der Bevölkerung gefordert. Eigentlich müsste das jedem Arbeitnehmer im Mittleren Alter in Deutschland ein Herzensangelegenheit sein. Es ist aber furchtbar still. Wenn man ein Problem erkennt und nicht an einer Lösung arbeitet ist das doch selbstverschuldet, oder?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 10.Mai 2025, 15:41:10
Zitat
Und anders als Migration wird die selbst mitverschuldete Rentenkrise Millionen betreffen -- unmittelbar.
Was heißt selbstverschuldet? Soll man die Leute zwingen, mehr Kinder in die Welt zu setzen?

Bisschen spät, oder? Es könnte ja schon helfen, nicht mehr die Augen vorm Problem zu verschließen, vor dem bereits seit Jahrzehnten gemahnt wurde.

Der demokratischste Witz der Welt: dass (auch) AfD-Vertretet behaupten könnten, Politik sei jemals gegen die Wähler gemacht worden... (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/koalitionsverhandlungen-rentenplaene-generationengerechtigkeit-li.3233457)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Mai 2025, 15:47:28
Bisschen spät, oder? Es könnte ja schon helfen, nicht mehr die Augen vorm Problem zu verschließen, vor dem bereits seit Jahrzehnten gemahnt wurde.
Und welche Lösung siehst du?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 10.Mai 2025, 18:53:45
Warum wird explizit immer wieder Antisemitismus genannt? Ist Rassismus Juden gegenüber schlimmer als der "restliche" Rassismus? Diskriminierung und Rassismus sollten nicht "kategorisiert" werden. Sondern grundsätzlich bekämpft werden.

Genauso sollte es möglich sein, Israels Art der Kriegsführung zu kritisieren, ohne "schief angesehen" zu werden. Genauso wie man Russland kritisiert.
Antisemitismus geht tiefer als "normaler" Rassismus, auf der einen Seite gibt es da die ewigen Verschwörungserzählungen,da werden so viele geschichtliche und heutige Ereignisse negativ mit Juden in Verbindung gebracht und dazu dann die Situation um Israel und die Hetze in die Richtung, ich finde das mit Fremdenfeindlichkeit oder z.B Rassismus wegen anderer Hautfarbe nicht vergleichbar.

Ist es auch , aber scheinbar ist es für viele Kritiker schwer Kritik auch so zu äußern ohne dabei ins antisemitische abzudriften,was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die Kampagne gegen Israel ja schon sehr lange läuft und Gruppen die schon länger dabei sind vielleicht eher Demos organisieren oder neue Proteste kapern und ihren Hass da mit einbringen.
Wenn man sich z.B sowas anschaut:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article255959882/Schaeden-bis-zu-100-000-Euro-Radikale-Aktivisten-verwuesten-Humboldt-Universitaet-Deutsche-Unis-blind-auf-dem-linken-Auge.html
Wer da from the river to the sea und das Hamas Dreieck hinschmiert muss sich nicht wundern wenn vorgebrachte Kritik ignoriert wird und sowas ist auch kein Einzelfall, ich müsste jetzt wirklich überlegen wann ich das letzte mal einen Bericht über normalen Protest oder normale sachliche Kritik gesehen habe.

Auch interessant, dass es scheinbar niemanden aufregt, dass Merz mit Stimmen der Linken zum Kanzler wird. Gab es da nicht ebenfalls so einen Beschluss mit denen nicht abzustimmen? Dasselbe mit Stimmen der AfD und überall wäre wieder der Teufel losgewesen. Das mag nicht exakt das Gleiche sein. Aber ich lehne Extremismus in jeder Form ab. Und die Linken sind teilweise auch sehr extrem unterwegs.

Plus: Wie geht es jetzt weiter? Stimmen die Abweichler immer weiter gegen Merz, bei jedem Vorhaben? Was dann? Mit den Linken und der AfD will man nicht. Was bleibt? Die Grünen. Die wissen sowas für sich zu nutzen. Wenn sich den Wählern gegenüber der Eindruck verstärkt, dass die nicht gewählten Grünen zu viel Einfluss haben, dann profitiert mal wieder die Partei, die wir alle nicht bei so viel Prozent sehen wollen.

Ich persönlich glaube übrigens eher an Abweichler-Stimmen bei der SPD. Eskens Ausbootung mag hier der Auslöser gewesen sein. Vielleicht teilen sich die Abweichler aber auch auf. Da Abstimmungen zu Recht geheim sind, werden wir es wohl nie erfahren.

Scheinbar wurden die Grenzkontrollen immerhin ausgeweitet. Hier finde ich es geradezu scheinheilig, wie sich manche Nachbarstaaten aufregen. Beim Asyl müssen die Leute schließlich eigentlich dortbleiben (bis sie verteilt werden), wo sie zuerst gemeldet sind. Oder? Daher hätten diese Länder immer einen riesen Schwung Leute von uns zurücknehmen müssen, was nur in einem minimalen Umfang passiert ist. Hier hat m.M.n. aktuell niemand das Recht sich aufzuregen. Richtig ist aber, dass an einer europäischen Lösung gearbeitet werden muss. Das geht übrigens vermutlich schneller, wenn nicht immer alle ins Schlaraffenland DE durchgeschoben werden können.

LG Veni_vidi_vici
Solche Beschlüsse und Regeln werden ignoriert wenn es um Macht geht, Merz hätte 3 Tage warten müssen bis er zum Kanzler gemacht wird, das kann man ihm nicht zumuten und darum ist das egal.Ich gehe auch davon aus,das man da schon vorher Absprachen getroffen hat falls man eine 2/3 Mehrheit für etwas benötigt, mal sehen ob es reicht das die Linke jetzt in den Kreis der "demokratischen Parteien" aufgenommen wurde oder ob es mehr Gegenleistungen gibt.
 Ist aber schon irgendwie lustig, dass man das ausgerechnet mit der wieder nach links gerückten Linken durchzieht, Reichinnek meinte ja neulich, dass sie gerne den Kapitalismus abschaffen will und der mit" Demokratie nichts  zu tun" hat.  :D
Das Wort Demokratie scheint inzwischen auch eine andere Bedeutung zu haben,passend zur jeweiligen Richtung bestimmen dann einfach Parteien und Personen was jetzt gerade demokratisch ist.

Es gibt mehrere aktuelle kriminologische und statistische Studien, die zeigen, dass eine höhere Rate von Migranten in der Kriminalstatistik weder eine höhere Neigung von Migranten zu Kriminalität noch ein Wachstum der Kriminalität an den Orten, an denen sie sich niederlassen belegt.
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kriminalitaet-migration-100.html
Ich glaube die Studie wird falsch verstanden, da wurde geprüft ob der Faktor Migrant zu sein alleine dazu beiträgt die Kriminalitätsrate zu erhöhen, unhabäng von anderen Sachen die da reinspielen, im Text steht ja sogar, dass Migranten in der Statistik öfter auftauchen, dass aber am Zusammenspiel mit anderen Faktoren liegt, mehr junge Männer, Wohnort. Das geht ja schon etwas an der Debatte vorbei.
Einwanderer aus Afghanistan und Syrien könnten öfter in einer Statistik auftauchen während der Japaner der zum studieren hergezogen ist eher weniger auffällt, beide Gruppen sind aber Migranten, unterschiede in Kultur und Lebensweise so wie Religion dürften da auch Faktoren sein.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 10.Mai 2025, 20:59:09
Es gibt mehrere aktuelle kriminologische und statistische Studien, die zeigen, dass eine höhere Rate von Migranten in der Kriminalstatistik weder eine höhere Neigung von Migranten zu Kriminalität noch ein Wachstum der Kriminalität an den Orten, an denen sie sich niederlassen belegt.
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kriminalitaet-migration-100.html
Ich glaube die Studie wird falsch verstanden, da wurde geprüft ob der Faktor Migrant zu sein alleine dazu beiträgt die Kriminalitätsrate zu erhöhen, unhabäng von anderen Sachen die da reinspielen, im Text steht ja sogar, dass Migranten in der Statistik öfter auftauchen, dass aber am Zusammenspiel mit anderen Faktoren liegt, mehr junge Männer, Wohnort. Das geht ja schon etwas an der Debatte vorbei.
Einwanderer aus Afghanistan und Syrien könnten öfter in einer Statistik auftauchen während der Japaner der zum studieren hergezogen ist eher weniger auffällt, beide Gruppen sind aber Migranten, unterschiede in Kultur und Lebensweise so wie Religion dürften da auch Faktoren sein.

Aber genau darum gehts doch. Es geht darum, dass bei der Kriminaltitätsrate andere Faktoren reinspielen, als das es "nur" Migranten sind. Zum Beispiel, wo die hinziehen, wie die integriert werden und so weiter.
Mir fällt es daher schwer den Satz "Die Aufnahme bestimmter Bevölkerungsgruppen muss hinterfragt werden dürfen, wenn diese einen statistisch überhöhten Anteil an der Kriminalitätsstatistik ausmachen" einzuordnen, wenn ich eine Studie vorlege, die sagt, dass es nicht pauschal zutrifft, dass Migranten (auch aus bestimmten Bevölkerungsgruppen) zu einer erhöhrten Kriminalität führt, OBWOHL sie verstärkt in der Kriminalitätsstatistik auftauchen. Und vor allem, dass sie davor warnen, dass es in der öffentlichen Meinung eine chronische Fehlwarnehmung gibt. Man könnte annehmen, dass dein Satz genau auf dieser Fehlwarnehmung basiert.
Der von dir angesprochene Japaner ist dabei gar kein primäres Forschungsobjekt, da er höchstwahrscheinlich nicht in der Kriminalstatistik auftauchen wird. Aber auch, weil für ihn die Faktoren nicht gelten. Der kommt hier her, hat eine Perspektive und wahrscheinliche eine Versorgung, wird ziemlich sicher nicht in soziale Brennpunkte wohnen und ist durch seine Tätigkeit wahrscheinlich besser integriert als jeder Flüchtling.

Davon ganz ab, dass das grundsätzlich mal eine pauschalisierende Aussage ist: Wir nehmen keine Menschen aus Bevölkerungsgruppe xy mehr auf, weil die statistisch krimineller sind als andere. Das hieße ja, unabhängig von den Umständen des Individums und dem jeweilige Schutzstatus. Das stellt alle Teilnehmer dieser Bevölkerungsgruppe unter den Verdacht kriminiell zu sein und behandelt alle auf Grund ihrer Gruppenzugehörigkeit. Für mich klänge das nach einer rassistisch motivierten, diskriminierenden Einwanderungsregulierung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 10.Mai 2025, 22:47:50
Davon ganz ab, dass das grundsätzlich mal eine pauschalisierende Aussage ist: Wir nehmen keine Menschen aus Bevölkerungsgruppe xy mehr auf, weil die statistisch krimineller sind als andere. Das hieße ja, unabhängig von den Umständen des Individums und dem jeweilige Schutzstatus. Das stellt alle Teilnehmer dieser Bevölkerungsgruppe unter den Verdacht kriminiell zu sein und behandelt alle auf Grund ihrer Gruppenzugehörigkeit. Für mich klänge das nach einer rassistisch motivierten, diskriminierenden Einwanderungsregulierung.

Puh. Ist schwierig. Wenn es statistisch nicht belegt ist, wie hier beschrieben wird (und was ich ja gar nicht unbedingt ausschließe), dann ist es ja nicht nötig. Aber wenn es ein signifikant höherer Anteil an Personen ist, dann darf der Schutz der bereits vorhandenen Bevölkerung (was ja Asylsuchende und Migranten ebenfalls einschließt) m.E. durchaus höher gewichtet werden. Und wenn es die Wahrheit ist, kann es dann rassistisch sein (jetzt wird es philosophisch). Überspitztes Beispiel: 50 Prozent einer Bevölkerungsgruppe werden straffällig. Heißt 50 Prozent werden es nicht. Wäre ein Aufnahmestopp noch immer rassistisch/diskriminierend. Bei 51 Prozent könnte man noch davon reden, dass die Mehrheit "unter Verdacht" stehen würde.

Die "Amokfahrten" auf Weihnachstmärkte sind ein weiterer Punkt. Da geht es ja auch um Religion und christiliche Symbole. Wenn jetzt Volksfeste etc. abgesagt werden, was ja schon passiert ist, kommt sowas eher häufiger vor (meine Einschätzung). Wenn es hier jetzt eine starke Häufung geben würde - sagen wir 12 Stück im Jahr und die religiös motiviert wären. Nehmen wir also weiterhin ungebremst oder ungeprüft (schlecht geprüft) entsprechende Personen auf. Selbst wenn mir klar ist, dass es Einzelfälle sind. Man könnte mit Personen weitermachen, die am liebsten die Scharia hier in DE sehen wollen.

Wer hier leben und arbeiten will, wer die Sprache lernen und sich integrieren möchte, der ist willkommen - natürlich unabhängig von Religion und Nationalität. Wer Asyl sucht und eine Straftat (ab einer bestimmten Schwere) begeht, der hat sein Aufenthaltsrecht für mich verwirkt. Wer einen Gottesstaat ausrufen oder arbeitsunwillig ist, der ebenfalls. Ggf. sogar jemand, der nicht in Arbeit zu bringen ist, wenn er andernorts vielleicht arbeiten könnte. Ich habe halt das Gefühl, dass die Kontrolle verloren geht. Auch hier muss gelten: Ein kompletter Aufnahmestopp müsste auch erlaubt sein, wenn man die Zeit nutzt, um die Integration zu verbessern.

Man könnte annehmen, dass dein Satz genau auf dieser Fehlwarnehmung basiert.

Prozentual scheinbar. Wenn man das so herausstellt, wird es in absoluten Zahlen wohl passen. Mag eine Fehlwahrnehmung sein. Schließe ich nicht aus. Vermutlich auch persönlich gefärbt, weil gerade so viel Mist abgeht (auch hier in der Gegend).

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 10.Mai 2025, 23:07:15
Übrigens arbeiteten kaum ukrainische Flüchtlinge in Deutschland und es kostete dieses Land 6 Mrd. € im Jahr Bürgergeld in 2024. In Polen wiederum arbeiten genauso viele wie in der einheimischen Bevölkerung. Woran das wohl liegt...

Ein Faktor. Wenn es hingegen ausschließlich die Stütze vom Staat wäre, dann wären in Dänemark oder in den Niederlanden die Erwerbsquote auch nicht viel höher. Sind sie aber. Deutschland ist hier abgeschlagen.

"Ukrainer arbeiten nicht, weil halt Bürgergeld" könnte ein Wahlplakat der NPD sein. Wie gesagt, jeglicher Reformunwille seit Jahrzehnten in Sachen Sozialsysteme/Rente wird ein ewiger Triggerpunkt für entsprechende Parteien bleiben. Und anders als Migration wird die selbst mitverschuldete Rentenkrise Millionen betreffen -- unmittelbar. Und überaus direkt. Und sollte sich das Thema Klima irgendwann ebenfalls zuspitzen, selbst die bisherigen Klimaleugner würden anbeißen und das Thema für sich zunutze machen.

Jedes langfristige Vergehen ist ein innerer Reichsparteitag für Germany's Next, Übernext und Überübernext Höcke.


In den Niederlanden sind 59% erwerbstätig. Aber dir fehlt da noch ein weiterer Baustein : Die niederländischen Behörden wollen denjenigen Ukrainern, die dort Steuern zahlen, eine langfristige Aufenthaltsgenehmigung erteilen. Dieser Anreiz fehlt in Deutschland. Die zahlen in Dänemark sind 83% der arbeitsfähigen Flüchtlinge. Insgesamt sprechen wir Mai 2024 von 53%, weil viele wegen ihrem körperlichen und psychischen Zustand nicht arbeiten können. Und warum funktioniert das in Dänemark?
In Deutschland müssen die Ukrainer erstmal zum Sprachkurs und kriegen Bürgergeld. Damit hat du sie im System drin. Und da geht es oft auch nicht mehr raus. Kann man an vielen Gruppen in Deutschland beobachten. Wie läuft das in Dänemark : Wenn im Job Englisch ausreichend ist, dann gibt es englische Inserate. Somit können die Flüchtlinge sofort arbeiten und fallen nicht ins Bürgergeld. Und nach dem Feierabend kriegen sie dann ihre Sprachkurse. Und stand letzten Jahres lernen sie Dänisch schneller als hier Deutsch gelernt wird. Liegt sicher nicht an der Sprache und auch nicht daran, dass sie hier zu wenig Zeit haben. Sie kommen nämlich dann im Job mit Dänen in Kontakt und lernen Dänisch, wer hätte das gedacht. Die Gemeinden in Dänemark kriegen übrigens Bonuszahlungen, wenn sie Ukrainern auch eine Arbeit vermitteln.
Bleibt also mein Punkt : Bürgergeld für Ukrainer kostet 6 Mrd. €, in Dänemark, Polen und den Niederlanden jedoch weitaus weniger pro Geflüchteten. In Deutschland liegt die Erwerbsquote nach 5 Jahren bei mageren 45 Prozent. Nach zehn Jahren sind es dann 55 Prozent. Da sind um uns herum alle besser. In Tschechien zahlen Ukrainer mehr Steuern als die Regierung an Sozialleistungen zahlt. Nur in Deutschland funktioniert es nicht. Kann an der Bevölkerung und ihrem Wahlverhalten liegen, was sie wählen.


@KI-Guardiola : Meine Position ist die der Union vor der Wahl oder auch eines Bijan Djir-Sarai von der FDP. Aber danke, dass du mir gezeigt hast, dass ich besser NPD oder Höcke wählen sollte. Scheinst mir ja dabei helfen zu wollen eine bessere Wahlentscheidung zu treffen. Werde das bei der nächsten Wahl wohl berücksichtigen und AFD wählen. Bist du jetzt zufrieden? Oder soll ich lieber NPD wählen, damit du weiterhin Unsinn erzählen kannst.


Und zu deinem Rententhema. Haben wir zuwenig eigene Kinder in Deutschland : JA. Hat Immigration dies geändert? Nein. 2023 lag die Fertilitätsrate von "Deutschen" bei 1,26 und bei "Ausländern" bei 1,74. Beides ist zu wenig. Und bis auf 2016 und 2017 haben auch die "Ausländer" in Deutschland keine bestandserhaltende Fertilität hinbekommen. Soweit nunmal Fakten. Es ist also nicht die Lösung die Deutschen durch Ausländer mit mehr Kinder zu ersetzen. Denn auch die werden auf lange Sicht schrumpfen, nur nicht so schnell wie die "Deutschen". Das Boot sinkt also, nur die Geschwindigkeit unterscheidet sich. Aber Rente mit 68 mag für Büroleute gehen, im Einzelhandel-Discount, auf dem Bau etc. kann ich aber garantieren, dass dies nicht möglich sein wird für die meisten. Darin liegt sicher nicht die Lösung.
Und wir haben ja auch die Integration vieler Migranten nicht hinbekommen. In meiner Abi-Stufe gab es bei ca. 80 Schülern die Abi gemacht haben genau 3 Menschen mit Migrationshintergrund. 1 Jordanier, 1 Türkin und mich... Auf der Hauptschule sah es damals schon ganz anders aus. Wir haben also es versäumt, auch Migranten zu guten Schulabschlüssen zu verhelfen. Bezeichnend halt dass teuer linke Schulpolitik genau das nicht geschafft hat : Migranten in Deutschland eine Bildungsperspektive zu geben. Klar kann das durch Eigenmotivation überwunden werden, die ist jedoch auf bei vielen Deutschen nicht sehr ausgeprägt. Wir haben es aber geschafft eine ganze Generation von Migrantenkindern nahezu komplett zu verlieren mitsamt ihrer Talente und Fähigkeiten. Trotz linker Multikulti-Rhetorik. Aber ja, wenn man Integration von Ausländern in Deutschland will ist man natürlich sofort rechtsextrem...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: KI-Guardiola am 11.Mai 2025, 06:27:54
Und welche Lösung siehst du?


Es wäre ja schon mal ein massiver Schritt, es für zukünftige Generationen nicht noch schwerer zu machen. Beim aktuellen Handeln: sich überhaupt einzugestehen, dass das Problem da ist bzw. sich verschärfen wird. (https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-04/koalitionsvertrag-rente-union-spd-steuern-beitraege) Aber wir schaffen das! Wie gesagt, der demokratischste Witz der Welt: Politik, die angeblich nie für die Wähler gemacht wird. Sie wird es und wurde es schon immer. Bloß halt fürs JETZT. Das wollte sich aber niemand eingestehen. Denn schließlich gehören hierzu zwei Seiten: Parteien. Und Wähler.

Jede weitere Eskalation freut extreme Ränder. Denn sie werden sich auf solches Triggerpotenzial stürzen wie Fußballclubs auf Stürmertalente.


Aber ja, wenn man Integration von Ausländern in Deutschland will ist man natürlich sofort rechtsextrem...

Nein! :D Aber "Ukrainer arbeiten nicht weil Bürgergeld" ist halt unterkomplex. (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/buergergeld-ukrainer-anerkennung-berufsabschluss-kinderbetreuung-100.html#:~:text=Seit%20zwei%20Jahren%20bekommen%20Kriegsfl%C3%BCchtlinge,in%20ihre%20Heimat%20zu%20schicken.) Und bedient Stammtisch-Trigger, die auch entsprechende Parteien bedienen, seit jeher.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 11.Mai 2025, 06:53:27
Und welche Lösung siehst du?


Es wäre ja schon mal ein massiver Schritt, Problemlösungen nicht immer in die Zukunft zu verschieben. Beziehungsweise es für zukünftige Generationen nicht immer schwerer zu machen. Beim aktuellen Handeln: sich überhaupt einzugestehen, dass das Problem da ist bzw. sich verschärfen wird. (https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-04/koalitionsvertrag-rente-union-spd-steuern-beitraege)


Aber ja, wenn man Integration von Ausländern in Deutschland will ist man natürlich sofort rechtsextrem...

Nein! :D Aber "Ukrainer arbeiten nicht weil Bürgergeld" ist halt unterkomplex. (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/buergergeld-ukrainer-anerkennung-berufsabschluss-kinderbetreuung-100.html#:~:text=Seit%20zwei%20Jahren%20bekommen%20Kriegsfl%C3%BCchtlinge,in%20ihre%20Heimat%20zu%20schicken.) Und bedient Stammtisch-Trigger, die auch entsprechende Parteien bedienen, seit jeher.


"Übrigens arbeiteten kaum ukrainische Flüchtlinge in Deutschland und es kostete dieses Land 6 Mrd. € im Jahr Bürgergeld in 2024. In Polen wiederum arbeiten genauso viele wie in der einheimischen Bevölkerung. Woran das wohl liegt..."
Habe ich übrigens nicht geschrieben, dann nochmal genau ausgeführt mit Begründung. Muss wohl alles haarklein erklären, mein Fehler. Meine Meinung über deutsche Bürokratie ist ja übrigens bekannt, daher dachte ich dass es klar ist. Aber Hauptsache andere Leute in die rechte Ecke stellen. Trotzdem kostet uns das in 2024 6 Mrd. €, wohingegen Tschechien sogar Nutzen ziehen konnte aus den Flüchtlingen.


Zum Rententhema : In Aktien vorsorgen bei allen Risiken und dann noch nach Willen der spD 30% Abgeltungssteuer zahlen. Hab gehört, dass Aktiengewinne nach 7 Jahren in Frankreich steuerfrei sind. Könnte man auch auf 20 Jahre setzen und somit Aktienvorsorge für die Rente von Spekulation trennen. Aber privat sorgt man besser nicht vor, wird in Deutschland ja einfach nur bestaft.
Weiter zum Thema Renten. Viele versicherungsfremde Leistungen und Wahlgeschenke wurden von der Politik verteilt und belasten die Rentenkasse. Beispiel : Mütterrente. Die gesamte Gemeinschaft kann das ja per Steuer zahlen aber nein, wir bürden das allein den Rentenbeitragszahlern auf. Das ist schon ziemlich dreist. Weitere Beispiele wären die Rente mit 63. , Renten für Kriegs- und Wehrdienstopfer, Rentenansprüche für Schul- und Hochschulausbildungszeiten oder auch die Anrechnung von Pflegezeiten. Da es nicht 100 Prozent transparent ist gibt es verschiedene Zahlen. Generell aber ist der Trend abzulesen, dass der Bundeszuschuss recht nah an dem dran ist, was die Rentenversicherung an versicherungsfremden Leistungen ausbezahlt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Mai 2025, 09:09:42
Beim aktuellen Handeln: sich überhaupt einzugestehen, dass das Problem da ist bzw. sich verschärfen wird. (https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-04/koalitionsvertrag-rente-union-spd-steuern-beitraege)
Es gab doch gestern einen Vorschlag der zuständigen Ministerin Bas, dass ALLE, auch Beamte und Selbständige, in die RV einzahlen sollen. Der Bund der Beamten hat sich direkt dagegen ausgesprochen, ein CDUler nennt das gar "populitischen Unfung". Ob da schon der erste Streit heraufzieht? Im Koalitionsvertrag war das nicht vereinbart.

Zitat
Wie gesagt, der demokratischste Witz der Welt: Politik, die angeblich nie für die Wähler gemacht wird. Sie wird es und wurde es schon immer.
Ja, aber nur für Wählerminoritäten. Die Einwanderungspolitik wird seit Jahren von 70-80% der Wähler abgelehnt, gleiches gilt für die Wirtschafts- und Energiepolitik, trotzdem zogen die Politiker ihre Agenda durch. Deswegen ist die AfD doch so stark geworden.

Bei der Einwanderungspolitik scheint sich jetzt etwas zu tun, aber wenn ich höre, dass die Wirtschaftsministerin Reiche ihren Vorgänger in höchsten Tönen lobt, dann hoffe ich inständig, dass das einfach nur pure Freundlichkeit war.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.Mai 2025, 11:19:12
Davon ganz ab, dass das grundsätzlich mal eine pauschalisierende Aussage ist: Wir nehmen keine Menschen aus Bevölkerungsgruppe xy mehr auf, weil die statistisch krimineller sind als andere. Das hieße ja, unabhängig von den Umständen des Individums und dem jeweilige Schutzstatus. Das stellt alle Teilnehmer dieser Bevölkerungsgruppe unter den Verdacht kriminiell zu sein und behandelt alle auf Grund ihrer Gruppenzugehörigkeit. Für mich klänge das nach einer rassistisch motivierten, diskriminierenden Einwanderungsregulierung.

Puh. Ist schwierig. Wenn es statistisch nicht belegt ist, wie hier beschrieben wird (und was ich ja gar nicht unbedingt ausschließe), dann ist es ja nicht nötig. Aber wenn es ein signifikant höherer Anteil an Personen ist, dann darf der Schutz der bereits vorhandenen Bevölkerung (was ja Asylsuchende und Migranten ebenfalls einschließt) m.E. durchaus höher gewichtet werden. Und wenn es die Wahrheit ist, kann es dann rassistisch sein (jetzt wird es philosophisch). Überspitztes Beispiel: 50 Prozent einer Bevölkerungsgruppe werden straffällig. Heißt 50 Prozent werden es nicht. Wäre ein Aufnahmestopp noch immer rassistisch/diskriminierend. Bei 51 Prozent könnte man noch davon reden, dass die Mehrheit "unter Verdacht" stehen würde.

Für mich ist das nicht sehr philosophisch. Von mir aus können das 80% sein. Ein System, dass das die indiviuellen Bedürfnisse eines Indivium ignoriert und es auf Grund von Eigenschaften der Gruppe, zu dem das Invidium gehört, schlechter behandelt ist ein diskriminierendes System. Und wenn die Gruppenzugehörigkeit die Abstammung ist, ist das eine rassistisch motivierte Diskriminierung. Wenn es um das Geschlecht ginge, wäre es eben Sexismus und so weiter. Genau das ist doch die Definition.

"Entschuldigung, ich kenne Sie nicht. Aber sie gehören zu einer Bevölkerungsgruppe deren Mitglieder in unserem Land zu 51% straffällig ist. Wenn sie zu einer Bevölkerungsgruppe gehören würden, deren Mitglieder nur zu 30% straffällig wären, wäre alles in Ordnung. Sie können dafür vielleicht auch nichts, da sie möglicherweiße zu den 49% gehören. Aber das ist uns egal genau so wie uns Ihre persönlichen Beweggründe egal sind. Unsere Gesellschaft wird sie jetzt so behandeln, als gehören sie zum schlimmeren Teil."

Und genau das wird auch durch Artikel 3 Grundgesetz geschützt: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

Das gilt auch für Migranten und Flüchtlinge.


Die "Amokfahrten" auf Weihnachstmärkte sind ein weiterer Punkt. Da geht es ja auch um Religion und christiliche Symbole. Wenn jetzt Volksfeste etc. abgesagt werden, was ja schon passiert ist, kommt sowas eher häufiger vor (meine Einschätzung). Wenn es hier jetzt eine starke Häufung geben würde - sagen wir 12 Stück im Jahr und die religiös motiviert wären. Nehmen wir also weiterhin ungebremst oder ungeprüft (schlecht geprüft) entsprechende Personen auf. Selbst wenn mir klar ist, dass es Einzelfälle sind. Man könnte mit Personen weitermachen, die am liebsten die Scharia hier in DE sehen wollen.

Für mich das gleiche Beispiel. Es kommen zehntausende Menschen im Jahr nach Deutschland. Du stellst 12 (in Wahrheit werden es pro Bevölkerungsgruppe, Religion oder politische Ansichten vielleicht 1-4 sein) Amokfahrten gegenüber und sagst, dass das tausende Menschen alle unter Generellverdacht stehen sollten, weil bestimmte persönliche Merkmale mit den Tätern übereinstimmen.

Das mit der Scharia ist natürlich was anderes. Die Scharia ist zum Teil durch Artikel 4. Grundgesetz geschützt. Wer die Scharia gegen die Verfassung austauschen will steht gegen die demokratische Grundordnung. Das ist dann ein individuelle Thema, die Ansicht und das Ziel einer Person. Da bin ich bei dir.


Wer hier leben und arbeiten will, wer die Sprache lernen und sich integrieren möchte, der ist willkommen - natürlich unabhängig von Religion und Nationalität. Wer Asyl sucht und eine Straftat (ab einer bestimmten Schwere) begeht, der hat sein Aufenthaltsrecht für mich verwirkt. Wer einen Gottesstaat ausrufen oder arbeitsunwillig ist, der ebenfalls. Ggf. sogar jemand, der nicht in Arbeit zu bringen ist, wenn er andernorts vielleicht arbeiten könnte.

Da stimme ich dir auch zu. Zumindest in einer Anfangszeit. Wobei ich denke, dass der Schutzstatus über den Arbeistwillen geht. Jemand der in seiner Heimat verfolgt, gefoltert oder getötet würde diesem Schicksal zu überlassen, nur weil er hier nicht arbeitet... Ich weiß, dass uns als Gesellschaft Arbeit sehr wichtig ist. Aber kann das in Kauf genommen werden?


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Mai 2025, 12:21:34
Selbstverständlich ist die große Masse der Migranten, Ausländer und Flüchtlinge in Deutschland friedlich, das ist aber auch ein no brainer. Das Problem ist immer eine Minderheit und da muss man endlich aufhören, diese Leute mit Samthandschuhen anzufassen und z.B. nicht immer wieder nur Bewährungsstrafen zu verhängen, trotz ellenlanger Strafakte.

Einheimische Schwerkriminelle müssen lange weggesperrt werden, ausländische Schwerkriminelle müssen entweder direkt oder nach Verbüßung einer Haftstrafe abgeschoben werden und da muss es auch völlig egal sein, was denen in der Heimat blüht. Das ist auch vom Völkerrecht gedeckt, wer es nicht glauben mag, der kann es in Artikel 33a Abs. 2 GFK nachlesen:

Art. 33 GFK: Verbot der Ausweisung und Zurückweisung - freiRecht.de
(2) Auf die Vergünstigung dieser Vorschrift kann sich jedoch ein Flüchtling nicht berufen, der aus schwer wiegenden Gründen als eine Gefahr für die Sicherheit des Landes anzusehen ist, in dem er sich befindet, oder der eine Gefahr für die Allgemeinheit dieses Staates bedeutet, weil er wegen eines Verbrechens oder eines besonders schweren Vergehens rechtskräftig verurteilt wurde.

https://freirecht.de/g/GFK:33

Vergewaltiger, Räuber, Totschläger, Messerstecher, Mörder, Amokläufer, Terroristen. Die sind gemeint, nicht Schwarzfahrer oder wenn mal jemand einen Apfel klaut.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 11.Mai 2025, 12:22:35
Für mich ist das nicht sehr philosophisch. Von mir aus können das 80% sein. Ein System, dass das die indiviuellen Bedürfnisse eines Indivium ignoriert und es auf Grund von Eigenschaften der Gruppe, zu dem das Invidium gehört, schlechter behandelt ist ein diskriminierendes System. Und wenn die Gruppenzugehörigkeit die Abstammung ist, ist das eine rassistisch motivierte Diskriminierung. Wenn es um das Geschlecht ginge, wäre es eben Sexismus und so weiter. Genau das ist doch die Definition.

"Entschuldigung, ich kenne Sie nicht. Aber sie gehören zu einer Bevölkerungsgruppe deren Mitglieder in unserem Land zu 51% straffällig ist. Wenn sie zu einer Bevölkerungsgruppe gehören würden, deren Mitglieder nur zu 30% straffällig wären, wäre alles in Ordnung. Sie können dafür vielleicht auch nichts, da sie möglicherweiße zu den 49% gehören. Aber das ist uns egal genau so wie uns Ihre persönlichen Beweggründe egal sind. Unsere Gesellschaft wird sie jetzt so behandeln, als gehören sie zum schlimmeren Teil."

Und genau das wird auch durch Artikel 3 Grundgesetz geschützt: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

Das gilt auch für Migranten und Flüchtlinge.

Also nehmen wir Anschläge auf Weihnachtsmärkte und Co einfach hin? Ich will niemanden diskriminieren und - auch wenn das hier vielleicht anders rüberkommt - habe kein grundsätzliches Problem mit Ausländern. Aber die aktuellen Probleme als das neue Normal anzusehen, dass fällt mir einfach schwer. Da da sind durchaus Probleme bei, die durch Migration entstehen.

Das Grundgesetz gilt auch für Migranten und Flüchtlinge - aber erst dann, wenn sie in Deutschland sind. Für Personen, die erst mit dem Flugzeug hierher transportiert werden, definitiv nicht. Und ich weiß nicht genau, wie das bei Grenzkontrollen gehandhabt wird. Sind die Migranten da schon auf deutschem Staatsgebiet?

Da stimme ich dir auch zu. Zumindest in einer Anfangszeit. Wobei ich denke, dass der Schutzstatus über den Arbeistwillen geht. Jemand der in seiner Heimat verfolgt, gefoltert oder getötet würde diesem Schicksal zu überlassen, nur weil er hier nicht arbeitet... Ich weiß, dass uns als Gesellschaft Arbeit sehr wichtig ist. Aber kann das in Kauf genommen werden?

Wenn ein Flüchtling in DE nicht in Arbeit zu bringen ist, aber in einem anderen sicheren Nachbarstaat - so war das eigentlich gemeint. Wobei eine Rückführung prinzipiell auch möglich ist. Ich gehe mal davon aus, dass es nicht die Mehrheit der Asylsuchenden ist, die in der Heimat um ihr Leben fürchten müsste.

Es fängt doch aber schon an, dass viele mit gefälschten Pässen oder ganz ohne Pass (verloren, vergessen, aber eher absichtlich nicht dabei) einreisen wollen. Bei einer Fälschung liegt eine Straftat vor, die glaube ich in einer Höhe belangt werden könnte, die wiederum eine Einreise/den Verbleib erschwert. Hier wäre es rechtlich möglich die Strafen zu erhöhen - Gefängnis? Um die illegale Migration zu verringern.

Wer sich von A bis Z an die Regeln hält, der ist willkommen. Ansonsten muss man aber auch an den Schutz der Einwohner (was Flüchtlinge und Migranten ebenfalls mit einschließt) denken dürfen.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Mai 2025, 12:27:43
Jemand der in seiner Heimat verfolgt, gefoltert oder getötet würde, ist im Nachbarland vllt. schon in Sicherheit, oder im darauf folgenden Nachbarland. Ein homosexueller Iraner könnte zB. nach Armenien oder in die Türkei fliehen, schon ist er in Sicherheit vor Verfolgung, Folter und Todesstrafe. Aber nein, das geht ja nicht, einzig in Deutschland sind die Menschen richtig sicher, auch wenn sie x andere sichere Länder durchquert haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.Mai 2025, 13:03:56
Selbstverständlich ist die große Masse der Migranten, Ausländer und Flüchtlinge in Deutschland friedlich, das ist aber auch ein no brainer. Das Problem ist immer eine Minderheit und da muss man endlich aufhören, diese Leute mit Samthandschuhen anzufassen und z.B. nicht immer wieder nur Bewährungsstrafen zu verhängen, trotz ellenlanger Strafakte.

Einheimische Schwerkriminelle müssen lange weggesperrt werden, ausländische Schwerkriminelle müssen entweder direkt oder nach Verbüßung einer Haftstrafe abgeschoben werden und da muss es auch völlig egal sein, was denen in der Heimat blüht. Das ist auch vom Völkerrecht gedeckt, wer es nicht glauben mag, der kann es in Artikel 33a Abs. 2 GFK nachlesen:

Art. 33 GFK: Verbot der Ausweisung und Zurückweisung - freiRecht.de
(2) Auf die Vergünstigung dieser Vorschrift kann sich jedoch ein Flüchtling nicht berufen, der aus schwer wiegenden Gründen als eine Gefahr für die Sicherheit des Landes anzusehen ist, in dem er sich befindet, oder der eine Gefahr für die Allgemeinheit dieses Staates bedeutet, weil er wegen eines Verbrechens oder eines besonders schweren Vergehens rechtskräftig verurteilt wurde.

https://freirecht.de/g/GFK:33

Vergewaltiger, Räuber, Totschläger, Messerstecher, Mörder, Amokläufer, Terroristen. Die sind gemeint, nicht Schwarzfahrer oder wenn mal jemand einen Apfel klaut.

Ging nicht um Verhalten nach der Tat, sondern um Einreise. Einen verurteilten Strafttäter irgendwie zu behandeln stigmatisiert nicht seine gesamte Bevölkerungsgruppe. Es ging also nicht um Vergewaltiger, Räuber, Totschläger, Messerstecher, Mörder, Amokläufer, Terroristen. Es ging um Menschen an der Grenze die bisher nichts getan haben als an der Grenze zu stehen, irgendwo her zu kommen, irgendwie auszusehen und irgend eine Sprache zu sprechen.




Für mich ist das nicht sehr philosophisch. Von mir aus können das 80% sein. Ein System, dass das die indiviuellen Bedürfnisse eines Indivium ignoriert und es auf Grund von Eigenschaften der Gruppe, zu dem das Invidium gehört, schlechter behandelt ist ein diskriminierendes System. Und wenn die Gruppenzugehörigkeit die Abstammung ist, ist das eine rassistisch motivierte Diskriminierung. Wenn es um das Geschlecht ginge, wäre es eben Sexismus und so weiter. Genau das ist doch die Definition.

"Entschuldigung, ich kenne Sie nicht. Aber sie gehören zu einer Bevölkerungsgruppe deren Mitglieder in unserem Land zu 51% straffällig ist. Wenn sie zu einer Bevölkerungsgruppe gehören würden, deren Mitglieder nur zu 30% straffällig wären, wäre alles in Ordnung. Sie können dafür vielleicht auch nichts, da sie möglicherweiße zu den 49% gehören. Aber das ist uns egal genau so wie uns Ihre persönlichen Beweggründe egal sind. Unsere Gesellschaft wird sie jetzt so behandeln, als gehören sie zum schlimmeren Teil."

Und genau das wird auch durch Artikel 3 Grundgesetz geschützt: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

Das gilt auch für Migranten und Flüchtlinge.

Also nehmen wir Anschläge auf Weihnachtsmärkte und Co einfach hin? Ich will niemanden diskriminieren und - auch wenn das hier vielleicht anders rüberkommt - habe kein grundsätzliches Problem mit Ausländern. Aber die aktuellen Probleme als das neue Normal anzusehen, dass fällt mir einfach schwer. Da da sind durchaus Probleme bei, die durch Migration entstehen.

Naja... Die Organe der Bundesregierung erkennen auch im Ausland und von nicht Bürgen die Würde an und diskriminieren nicht. Solche Werte hören ja nicht an der Landesgrenze auf.


Was heißt hinnehmen... Wir nehmen ja auch als Gesellschaft keine kriminellen Handlungen der hier Gebohrenen hin. Aber wir verbieten auch nicht Menschen aus Brennpunkten das Kinder bekommen, weil dort die Kriminalitätsrate so hoch ist und weitere Kinder ja wahrscheinlich auch Straftaten begehen werden. Eine Stigmatisierung tausender Menschen ist keine gute Lösung.

Das versuchen wir doch in unserer Gesellschaft auch zu verhindern. Das mit dem Brennpunkt habe ich breits als Beispiel genannt. Oder überlege mal, du wohnst neben eine Reichbürgerfamilie. Durch die Nähe gehörtst du da jetzt einfach mit dazu und wirst auch beobachtet, weil es in anderen Orten auch so ist, dass die oft nebeneinander wohnen.
Mir geht es gar nicht darum, dass hinzunehmen, gut zu heißen oder sonst irgendwas. Ich finde nur, dass der Vorschlag von dir eine rassistisch diskriminierende Lösung wäre. Deswegen ist Signor Rossi Fall zum Beispiel auch anders. Hier hat man ein Indivium und seine Taten. Wenn man an der Grenze sicher indentifzieren könnte welche ein gefährdendte Person ist und welche nicht, wäre das was anderes. Aber eine Person für eine gefährdente Person halten, weil eine ähnliche andere Person auch gefährdent war... Naja. Das heißt ja nicht, dass man gar nichts tun sollte.


Da stimme ich dir auch zu. Zumindest in einer Anfangszeit. Wobei ich denke, dass der Schutzstatus über den Arbeistwillen geht. Jemand der in seiner Heimat verfolgt, gefoltert oder getötet würde diesem Schicksal zu überlassen, nur weil er hier nicht arbeitet... Ich weiß, dass uns als Gesellschaft Arbeit sehr wichtig ist. Aber kann das in Kauf genommen werden?

Wenn ein Flüchtling in DE nicht in Arbeit zu bringen ist, aber in einem anderen sicheren Nachbarstaat - so war das eigentlich gemeint. Wobei eine Rückführung prinzipiell auch möglich ist. Ich gehe mal davon aus, dass es nicht die Mehrheit der Asylsuchenden ist, die in der Heimat um ihr Leben fürchten müsste.

Es fängt doch aber schon an, dass viele mit gefälschten Pässen oder ganz ohne Pass (verloren, vergessen, aber eher absichtlich nicht dabei) einreisen wollen. Bei einer Fälschung liegt eine Straftat vor, die glaube ich in einer Höhe belangt werden könnte, die wiederum eine Einreise/den Verbleib erschwert. Hier wäre es rechtlich möglich die Strafen zu erhöhen - Gefängnis? Um die illegale Migration zu verringern.

Wer sich von A bis Z an die Regeln hält, der ist willkommen. Ansonsten muss man aber auch an den Schutz der Einwohner (was Flüchtlinge und Migranten ebenfalls mit einschließt) denken dürfen.

LG Veni_vidi_vici

Das stimmt schon. Das sind dann aber auch andere Fälle. Für die Sache mit den sicheren Nachbarstaaten brauchen wir in Europa dringend eine Lösung.

Wenn ein gefälschter Pass an der Grenze erkannt wird, ist das auch wieder ne Sache für sich. Ich weiß allerdings gar nicht, was mit so Leuten passiert. Man kann sich ja schlecht ein Schutzrecht erwirken, weil man aus Land xy kommt, wenn bekannt ist, dass der Herkunftsnachweise gefälscht ist.


Jemand der in seiner Heimat verfolgt, gefoltert oder getötet würde, ist im Nachbarland vllt. schon in Sicherheit, oder im darauf folgenden Nachbarland. Ein homosexueller Iraner könnte zB. nach Armenien oder in die Türkei fliehen, schon ist er in Sicherheit vor Verfolgung, Folter und Todesstrafe. Aber nein, das geht ja nicht, einzig in Deutschland sind die Menschen richtig sicher, auch wenn sie x andere sichere Länder durchquert haben.
Auch darum ging es nicht.  Es ging um die Priorisierung von Arbeit vs Gefahr im Herkunftsland. Nicht um Arbeit in einem europäischen Land  vs Arbeit in einem anderen europäischen Land. Das würde ich in jedem Land als problematisch ansehen.



Ganz allgemein: Es ging mir nur darum, dass die in einem Satz beschriebene Lösung von veni_vidi_vici für mich rassistisch diskriminierned ist und sie für mich daher nicht in Frage kommen kann. Das heißt nicht, dass ich für alle möglichen Probleme, Menschen, Taten und alles andere in der Sache Verständnis habe und allen die Tore weit öffnen will. Auch nicht, dass ich deswegen gut heiße, dass Menschen durch ganz Europa ziehen und sich ein Land aussuchen. Das habe ich an keiner Stelle positiv oder negativ dargestellt.
Wenn aber jemand sagt, dass wir Menschen unter Generalverdacht stellen, weil sie zu einer bestimmten Gruppe gehören und ich sage, dass das rasssitisch diskriminierend ist. Dann ist der Hinweis, dass diese Menschen ja gar nicht nach Deutschland kommen bräuchten, weil sie auch in einem anderen Land Schutz suchen könnten kein Argument mehr zu dieser Sache, sondern ein anderes Thema. Ein Thema, dass auch diskutiert werden kann und sollte. Aber das ist doch kein Argument zu dem Punkt, dass dieser Generalverdacht richtig oder falsch wäre.



Edit: Zu diesem Thema, der Überführung in Europa:  2023 wurden 75.000 Rückführungen bei Europäischen Ländern angefragt. 55.000 wurden bestätigt! Das ist schon ein ordentlicher Anteil der Gesamtflüchtlinge des Jahres. Lediglich 5000 wurden vollstreckt.
Unser System ist einfach absolut uneffizient. Das hat nichts mit Gesetzen, Verfahren an der Grenze oder Beurteilung der Menschen zu tun. Wir könnten erstmal versuchen die Wege die wir jetzt haben zu gehen und umzusetzen. Wie sollen wir den andere Verschärfungen umsetzen, wenn das schon nicht geht? Selbst bei Menschen, wo der Weg frei wäre, schaffen unsere Behörden einfach nicht die selbst gesetzten Fristen einzuhalten. Es bräuchte also in dieser Sache gar keine Verschärfung von Gesetzen, weil wir schon heute unsere eigenen Gesetze nicht umsetzen können.
Aber hauptsache komplette Grenzkontrolle. Ein Sprecher der Polizeit hat das ganz pragmatisch gesagt. Ich paraphrasiere mal: Wir machen das und wir können das. Wir fangen jetzt an Überstunden aufzubauen. Diese Lösung ist zeitlich begrenzt und auf Dauer wird das nicht gehen.
Na wie sieht es den mit der Qualität der Grenzkontrollen und mit der Inneren Sicherheit aus, wenn in 6-12 Monaten die Zeitkonten der Beamten bis zum bersten voll sind und abgebaut werden müssen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 11.Mai 2025, 13:40:18
Es ging um Menschen an der Grenze die bisher nichts getan haben als an der Grenze zu stehen, irgendwo her zu kommen, irgendwie auszusehen und irgend eine Sprache zu sprechen.
Und weiter? Es gibt keine Pflicht, jeden ins Land zu lassen, besonders dann nicht, wenn die Person keine Papiere bei sich hat. Und wenn dann "Asyl" gesagt wird, greift eben wieder das Grundgesetz:

Art 16a GG - Einzelnorm
(2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_16a.html

Das Selbsteintrittsrecht sollte die Ausnahme sein, um Härten für individuelle Flüchtlinge zu vermeiden, zB. damit Familien nicht auseinander gerissen werden, das war nie für diese Massen gedacht.

Deutschland hat viel "goodwill" gezeigt, sowohl gegenüber Schutzsuchenden als auch gegenüber den europäischen Nachbarn, aber irgendwann ist es halt einfach zu viel, auch Deutschlands Ressourcen sind endlich, wie auch die Geduld der Bevölkerung angesichts vieler schwerer Straftaten durch Ausländer. Und nein, das ist kein Verallgemeinerung.

Merz Politik der Zurückweisungen wird dazu führen, dass auch die anderen Staaten an ihren Grenzen wieder zurückweisen, bis das Problem wieder an den Außengrenzen angekommen ist. Und da muss man dann einen Weg finden, dass nur noch die Menschen Schutz bekommen, die ihn auch brauchen und man muss einen Weg finden, diese Menschen fair über die EU zu verteilen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 11.Mai 2025, 15:56:34
Jemand der in seiner Heimat verfolgt, gefoltert oder getötet würde, ist im Nachbarland vllt. schon in Sicherheit, oder im darauf folgenden Nachbarland. Ein homosexueller Iraner könnte zB. nach Armenien oder in die Türkei fliehen, schon ist er in Sicherheit vor Verfolgung, Folter und Todesstrafe. Aber nein, das geht ja nicht, einzig in Deutschland sind die Menschen richtig sicher, auch wenn sie x andere sichere Länder durchquert haben.
Auch darum ging es nicht.  Es ging um die Priorisierung von Arbeit vs Gefahr im Herkunftsland. Nicht um Arbeit in einem europäischen Land  vs Arbeit in einem anderen europäischen Land. Das würde ich in jedem Land als problematisch ansehen.

Ganz allgemein: Es ging mir nur darum, dass die in einem Satz beschriebene Lösung von veni_vidi_vici für mich rassistisch diskriminierned ist und sie für mich daher nicht in Frage kommen kann.

Punkt 1: Doch genau darum ging es. Hatte ich im letzten Post sogar nochmal so erklärt. Keine Arbeit bei uns vs. Arbeit in einem Nachbarstaat. Wir wollen doch eine europäische Lösung. Das wäre eine.

Punkt 2: Nochmal. Solange Erkenntnisse/Probleme faktenbasiert untermauert sind, bin ich nicht der Meinung das es rassistisch oder diskriminierend sein kann. Ansonsten braucht man europaweite Lösungen, zu denen diverse Länder aber eher bereit sein werden, wenn DE nicht einfach alles annimmt und kaum zurückschickt.

Ansonsten: Was Signor Rossi sagt.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.Mai 2025, 20:33:12
Es ging um Menschen an der Grenze die bisher nichts getan haben als an der Grenze zu stehen, irgendwo her zu kommen, irgendwie auszusehen und irgend eine Sprache zu sprechen.
Und weiter? Es gibt keine Pflicht, jeden ins Land zu lassen, besonders dann nicht, wenn die Person keine Papiere bei sich hat. Und wenn dann "Asyl" gesagt wird, greift eben wieder das Grundgesetz:

Art 16a GG - Einzelnorm
(2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_16a.html

Das Selbsteintrittsrecht sollte die Ausnahme sein, um Härten für individuelle Flüchtlinge zu vermeiden, zB. damit Familien nicht auseinander gerissen werden, das war nie für diese Massen gedacht.

Deutschland hat viel "goodwill" gezeigt, sowohl gegenüber Schutzsuchenden als auch gegenüber den europäischen Nachbarn, aber irgendwann ist es halt einfach zu viel, auch Deutschlands Ressourcen sind endlich, wie auch die Geduld der Bevölkerung angesichts vieler schwerer Straftaten durch Ausländer. Und nein, das ist kein Verallgemeinerung.

Merz Politik der Zurückweisungen wird dazu führen, dass auch die anderen Staaten an ihren Grenzen wieder zurückweisen, bis das Problem wieder an den Außengrenzen angekommen ist. Und da muss man dann einen Weg finden, dass nur noch die Menschen Schutz bekommen, die ihn auch brauchen und man muss einen Weg finden, diese Menschen fair über die EU zu verteilen.

Es ging für mich nicht um eine Pflicht, sondern eine rassistisch motivierte diskriminierende Auswahl-Lösung bei der Einschränkung von Einsreisen. Von daher weiß ich nicht, was Artikel 16 damit zu tun hat. Der behandelt doch alle gleich. Wo ist der Zusammenhang?

Den Rest sehe ich ähnlich wie du. Ich glaube allerdings nicht an eine europäische Lösung.

Die Zahlen der Asylanträge sinken und werden dieses Jahr wahrscheinlich auf einem Tiefstand, verglichen mit den Zahlen aus den späten 90ern. Wie weit müssen die Zahlen runter, dass es nicht mehr zu viel ist?

Jemand der in seiner Heimat verfolgt, gefoltert oder getötet würde, ist im Nachbarland vllt. schon in Sicherheit, oder im darauf folgenden Nachbarland. Ein homosexueller Iraner könnte zB. nach Armenien oder in die Türkei fliehen, schon ist er in Sicherheit vor Verfolgung, Folter und Todesstrafe. Aber nein, das geht ja nicht, einzig in Deutschland sind die Menschen richtig sicher, auch wenn sie x andere sichere Länder durchquert haben.
Auch darum ging es nicht.  Es ging um die Priorisierung von Arbeit vs Gefahr im Herkunftsland. Nicht um Arbeit in einem europäischen Land  vs Arbeit in einem anderen europäischen Land. Das würde ich in jedem Land als problematisch ansehen.

Ganz allgemein: Es ging mir nur darum, dass die in einem Satz beschriebene Lösung von veni_vidi_vici für mich rassistisch diskriminierned ist und sie für mich daher nicht in Frage kommen kann.

Punkt 1: Doch genau darum ging es. Hatte ich im letzten Post sogar nochmal so erklärt. Keine Arbeit bei uns vs. Arbeit in einem Nachbarstaat. Wir wollen doch eine europäische Lösung. Das wäre eine.

Punkt 2: Nochmal. Solange Erkenntnisse/Probleme faktenbasiert untermauert sind, bin ich nicht der Meinung das es rassistisch oder diskriminierend sein kann. Ansonsten braucht man europaweite Lösungen, zu denen diverse Länder aber eher bereit sein werden, wenn DE nicht einfach alles annimmt und kaum zurückschickt.

Ansonsten: Was Signor Rossi sagt.

LG Veni_vidi_vici

Punkt 1: Naja, aber mir ging es nunmal nicht darum.
Dein Orginaler Satz war dieser hier: Wer hier leben und arbeiten will, wer die Sprache lernen und sich integrieren möchte, der ist willkommen - natürlich unabhängig von Religion und Nationalität. Wer Asyl sucht und eine Straftat (ab einer bestimmten Schwere) begeht, der hat sein Aufenthaltsrecht für mich verwirkt. Wer einen Gottesstaat ausrufen oder arbeitsunwillig ist, der ebenfalls.
Und hier setzt du mit dem "ebenfalls" durchaus Arbeitsunwilligkeit mit Gottestaat ausrufen und Straftaten gleich und sagst, dass alles dazu führen sollte, dass das Aufenthaltsrecht verwirkt sein soll. Das es alternative Arbeitsplätze gäbe, war im folgenden Satz nur die Option, falls man hier keinen Arbeitsplatz findet (Was glaubst du, wieviele Personen es da realistisch gibt, die in Deutschland nicht arbeiten können aber in Frankreich oder in Italien? Wieso sollte es da viele geben?).
Aufenthaltsstatus verlieren ist aber nicht die Reise ins Europäische Nachbarstaaten sondern Abschiebung in die Heimat. Also ist das doch sehr wohl eine Priorisierung von Arbeit vs Gefahr im Herkunftsland.

(Du hättest oben natürlich noch hinzufügen müssen "unabhängig von Religion und Nationalität - sofern andere Mitglieder der Nationalität nicht übermäßig oft in der Kriminalstatistik auftauchen". Weil darum geht es mir hier hauptsächlich. Dazu auch Punkt 2.)

Punk 2: Dann gehen unsere Meinungen auseinander was Diskriminierung und Rassismus ist. Das ist irgendwie seltsam, dass man sich schon auf so eine Grundlegende Definition nicht einigen kann. Selbst wenn es eine statistische Signifikanz gäbe, die besagt, dass Menschen aus Land xy krimineller sind als andere wäre es doch trotzdem ein Problem alle Menschen des Landes so zu behandeln, als wären sie kriminell. Ich bin etwas verwundert, dass wir das unterschiedlich sehen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 11.Mai 2025, 22:18:43
Punk 2: Dann gehen unsere Meinungen auseinander was Diskriminierung und Rassismus ist. Das ist irgendwie seltsam, dass man sich schon auf so eine Grundlegende Definition nicht einigen kann. Selbst wenn es eine statistische Signifikanz gäbe, die besagt, dass Menschen aus Land xy krimineller sind als andere wäre es doch trotzdem ein Problem alle Menschen des Landes so zu behandeln, als wären sie kriminell. Ich bin etwas verwundert, dass wir das unterschiedlich sehen.

Vielleicht ist es einfach die Perspektive, die anders ist. Als Privatperson stimme ich dir zu. Hier sind alle Menschen gleich zu behandeln. Als Staat stehe ich aber auch den hier bereits lebenden Menschen gegenüber in der Pflicht (und nicht denen, die gerne hierher kommen würden - bei denen auch das Grundgesetz noch nicht gilt). Deshalb muss es meiner Meinung nach einfach erlaubt sein, auf einer datenbasierten Basis auch harte Entscheidungen zu treffen. Wenn ein Land hier gezielt Attentäter herschickt (ist natürlich hypothetisch) und dies dem BKA bekannt ist, dann würde die Einreise von Personen dieser Nationalität doch wohl hoffentlich ausgesetzt werden, oder?

Die Zahlen der Asylanträge sinken und werden dieses Jahr wahrscheinlich auf einem Tiefstand, verglichen mit den Zahlen aus den späten 90ern. Wie weit müssen die Zahlen runter, dass es nicht mehr zu viel ist?

Was vorerst richtig ist und auch nötig war. Doch die Maßnahmen wurden erst nach diversen Anschlägen eingeleitet. Was ja wiederum zeigt, dass es hier durchaus einen Zusammenhang gibt. Auch hier wird gewissermaßen über einen Kamm geschert, weil jetzt viele Leute nicht einreisen können auf Basis eines Fehlverhaltens weniger.

Wie weit die Zahlen runter müssen? Die müssen irgendwann wieder rauf! Aber erst muss Deutschland lernen zu integrieren. Bevor wir unsere Hausaufgaben hier nicht machen ist die Aufnahme zu vieler Personen eine gesellschaftliche Bürde. Arbeit ist der Schlüssel zu Akzeptanz und Sprache. Hier sind wir aber irgendwie zu doof.

Und hier setzt du mit dem "ebenfalls" durchaus Arbeitsunwilligkeit mit Gottestaat ausrufen und Straftaten gleich und sagst, dass alles dazu führen sollte, dass das Aufenthaltsrecht verwirkt sein soll. Das es alternative Arbeitsplätze gäbe, war im folgenden Satz nur die Option, falls man hier keinen Arbeitsplatz findet (Was glaubst du, wieviele Personen es da realistisch gibt, die in Deutschland nicht arbeiten können aber in Frankreich oder in Italien? Wieso sollte es da viele geben?).

Dabei geht es mir um das ganz bewusste Ausnutzen unserer Sozialleistungen ohne den Willen eine Gegenleistung in Form von Arbeit zu erbringen. Schwieriger ist es, wenn Flüchtlinge nicht die Fähigkeit haben hier zu arbeiten. Sollten sie dann nicht in ein Land auswandern/flüchten, wo sie selber zum Gemeinwohl beitragen können. Auch das muss kritisch hinterfragt werden dürfen. Wollte das nicht gleichsetzen. Gottesstaat ausrufen ist für mich auch ein paar Nummern darüber. Doch auch diese Leute werden ja nicht konsequent ausgewiesen. Oder hast du hier andere Informationen? Da andere Länder Migranten und Flüchtlinge besser in Arbeit bringen als Deutschland, halte ich das generell schon für möglich, anderswo besser Arbeit zu finden. Doch erstens wollen die Leute hier nicht weg und zweitens wollen andere Länder keine weiteren auf-/zurücknehmen. Das ist vermutlich das größere Problem.

Aufenthaltsrecht bezog ich hier nur auf DE. Auch hier gilt ja prinzipiell wieder, dass der Flüchtling über einen anderen sicheren Drittstaat eingereist ist.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 11.Mai 2025, 22:48:02
Punk 2: Dann gehen unsere Meinungen auseinander was Diskriminierung und Rassismus ist. Das ist irgendwie seltsam, dass man sich schon auf so eine Grundlegende Definition nicht einigen kann. Selbst wenn es eine statistische Signifikanz gäbe, die besagt, dass Menschen aus Land xy krimineller sind als andere wäre es doch trotzdem ein Problem alle Menschen des Landes so zu behandeln, als wären sie kriminell. Ich bin etwas verwundert, dass wir das unterschiedlich sehen.

Vielleicht ist es einfach die Perspektive, die anders ist. Als Privatperson stimme ich dir zu. Hier sind alle Menschen gleich zu behandeln. Als Staat stehe ich aber auch den hier bereits lebenden Menschen gegenüber in der Pflicht (und nicht denen, die gerne hierher kommen würden - bei denen auch das Grundgesetz noch nicht gilt). Deshalb muss es meiner Meinung nach einfach erlaubt sein, auf einer datenbasierten Basis auch harte Entscheidungen zu treffen. Wenn ein Land hier gezielt Attentäter herschickt (ist natürlich hypothetisch) und dies dem BKA bekannt ist, dann würde die Einreise von Personen dieser Nationalität doch wohl hoffentlich ausgesetzt werden, oder?

Das wird für mich eigentlich immer schlimmer. Wir kommen bei dem Thema aber auch nicht weiter. Die von dir angesproche datenbasierte Basis gibt es laut den Quellen, die ich verlinkt hatte nicht. Das Gesellschafts- und Menschenbild, das staatliche Organe pauschal Menschengruppen diskriminieren sollte teile ich nicht.
Das hat nichts mit einer geziehlten Fahndung bei einem begründeten Verdacht zu tun. Ich muss auch damit leben, dass ich in eine Fahrzeugkontrolle gerate, weil ich auf der gleichen Straße ein evermeintlicher Straftäter in seinem Auto vermutet wird. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit der systematischen Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer Herkunft.
Ich würde vorschlagen, wir lassen das Thema lieber.

Die Zahlen der Asylanträge sinken und werden dieses Jahr wahrscheinlich auf einem Tiefstand, verglichen mit den Zahlen aus den späten 90ern. Wie weit müssen die Zahlen runter, dass es nicht mehr zu viel ist?

Was vorerst richtig ist und auch nötig war. Doch die Maßnahmen wurden erst nach diversen Anschlägen eingeleitet. Was ja wiederum zeigt, dass es hier durchaus einen Zusammenhang gibt. Auch hier wird gewissermaßen über einen Kamm geschert, weil jetzt viele Leute nicht einreisen können auf Basis eines Fehlverhaltens weniger.

Wie weit die Zahlen runter müssen? Die müssen irgendwann wieder rauf! Aber erst muss Deutschland lernen zu integrieren. Bevor wir unsere Hausaufgaben hier nicht machen ist die Aufnahme zu vieler Personen eine gesellschaftliche Bürde. Arbeit ist der Schlüssel zu Akzeptanz und Sprache. Hier sind wir aber irgendwie zu doof.

Welche Maßnahmen sind den für eine gute Integration notwendig? Kann man damit schonmal parallel anfangen? Da hört man von CDU, AFD aber auch der SPD und in der öffentlichen Debatte recht wenig. Es geht nur um Abschiebung, Rückführung und Grenzkontrollen.
Beispiel aus dem Koalitionsvertrag:
Zurückweisung an den Staatsgrenzen
Strike Asylpolitik in Europa
Aussetzung von Familiennachzug
Größerer Definitionsspielraum bei sicheren Herkunfstsaaten
Rückführungsoffensive
Weniger Sozialleistung
Keine schnelle Einbürgerung

Dagegen sind die Pläne bei der Integration herrlich kurz gefasst. Migrationsberatung wird fortgeführt. Integrationskurse werden forgesetzt. Stratchancen-Programm wird forgesetzt. Die neuen Maßnahmen muss man mit der Lupe suchen. Ein Erfolg ist schon, dass wir die meisten Dinge so weiter machen wie bisher.

Vielleicht klappt es in vier Jahren mit der Idee, Integration von Grund auf zu lernen.

Edit: Ich finde den Grundgedanken ganz gut und ich würde dir zustimmen. Aber ich sehe nicht, dass das die Absicht ist. Ich sehe auch nicht wirklich, dass das notwendig ist. Die Zahlen sinken gerade und man könnte alle Maßnahmen rundherum anpassen. Jetzt erst abschotten und nachher wieder aufmachen? Klingt wie PC Neustarten. WIr fahren doch auch nicht unsere Wirtschaft komplett auf 0, wenn wir da eine Reform wollen. Ich würde von einem Staat erwarten, dass er auch im Laufenden Betrieb eine Reform anstreben kann.

Und hier setzt du mit dem "ebenfalls" durchaus Arbeitsunwilligkeit mit Gottestaat ausrufen und Straftaten gleich und sagst, dass alles dazu führen sollte, dass das Aufenthaltsrecht verwirkt sein soll. Das es alternative Arbeitsplätze gäbe, war im folgenden Satz nur die Option, falls man hier keinen Arbeitsplatz findet (Was glaubst du, wieviele Personen es da realistisch gibt, die in Deutschland nicht arbeiten können aber in Frankreich oder in Italien? Wieso sollte es da viele geben?).

Dabei geht es mir um das ganz bewusste Ausnutzen unserer Sozialleistungen ohne den Willen eine Gegenleistung in Form von Arbeit zu erbringen. Schwieriger ist es, wenn Flüchtlinge nicht die Fähigkeit haben hier zu arbeiten. Sollten sie dann nicht in ein Land auswandern/flüchten, wo sie selber zum Gemeinwohl beitragen können. Auch das muss kritisch hinterfragt werden dürfen. Wollte das nicht gleichsetzen. Gottesstaat ausrufen ist für mich auch ein paar Nummern darüber. Doch auch diese Leute werden ja nicht konsequent ausgewiesen. Oder hast du hier andere Informationen? Da andere Länder Migranten und Flüchtlinge besser in Arbeit bringen als Deutschland, halte ich das generell schon für möglich, anderswo besser Arbeit zu finden. Doch erstens wollen die Leute hier nicht weg und zweitens wollen andere Länder keine weiteren auf-/zurücknehmen. Das ist vermutlich das größere Problem.

Aufenthaltsrecht bezog ich hier nur auf DE. Auch hier gilt ja prinzipiell wieder, dass der Flüchtling über einen anderen sicheren Drittstaat eingereist ist.

LG Veni_vidi_vici

Ich habe ja bereits geschrieben, dass wir schlecht im Ausweisen sind. Die Zahlen sind bekannt. Aber dafür braucht es kein härteres Migrationsgesetz. Es braucht eine effektive Umsetzung der heutigen Regeln.

Ansonsten darf man alles kritisch hinterfragen. Habe ich doch auch. Du sprichst von Flüchtlingen, die nicht die Fähigkeit haben hier zu arbeiten. Wieso sollten diese Menschen in Italien, Griechenland oder Frankreich arbeiten können? Herrschen dort grundsätzlich andere Qualfikationsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt? Mir erschließt sich einfach dieses Beispiel nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 12.Mai 2025, 08:18:47
Wir kommen bei dem Thema aber auch nicht weiter. Die von dir angesproche datenbasierte Basis gibt es laut den Quellen, die ich verlinkt hatte nicht.

Vermutlich hast du Recht und wir lassen es sein. Eine Antwort gibt es von mir noch. Mir gefällt der Gedanke einfach nicht, dass der Staat komplett machtlos ist. Denn nach deiner Ansicht müsste ja jeder immer einreisen dürfen. Das da irgendwann eine Überforderung eintritt bzw. längst eingetreten ist, ist eigentlich logisch. Auf deine Quellen war ich m.M.n. insofern eingegangen, dass ich meine eigene Aussage wieder eingefangen hatte. War mir so nicht bekannt. Aber wenn Zuzug/Migration/Asyl zu begrenzen sind, dann gibt es halt nur wenige Optionen. Entweder ich suche einen schlüssigen Grund (den es nach deiner Definition von Gleichheit etc. nie geben kann) oder ich entscheide mich für eine fixe Grenze. Sagen wir mal 20.000 im Jahr. Doch dann schreit ganz schnell der erste, dass das ja für Nummer 20.001 unfair ist. Ein Staat ist aber kein Selbstbedinungsladen. Wir müssen als Deutschland einfach eine gewisse Kontrolle behalten können.

Welche Maßnahmen sind den für eine gute Integration notwendig? Kann man damit schonmal parallel anfangen? Da hört man von CDU, AFD aber auch der SPD und in der öffentlichen Debatte recht wenig. Es geht nur um Abschiebung, Rückführung und Grenzkontrollen.
Beispiel aus dem Koalitionsvertrag:
Zurückweisung an den Staatsgrenzen
Strike Asylpolitik in Europa
Aussetzung von Familiennachzug
Größerer Definitionsspielraum bei sicheren Herkunfstsaaten
Rückführungsoffensive
Weniger Sozialleistung
Keine schnelle Einbürgerung

Dagegen sind die Pläne bei der Integration herrlich kurz gefasst. Migrationsberatung wird fortgeführt. Integrationskurse werden forgesetzt. Stratchancen-Programm wird forgesetzt. Die neuen Maßnahmen muss man mit der Lupe suchen. Ein Erfolg ist schon, dass wir die meisten Dinge so weiter machen wie bisher.

Kann man parallel mit Maßnahmen anfangen? Ja, aber man macht es sich damit natürlich schwerer. Wir bekommen ja aktuell nicht mal die Leute die hier sind ausreichend integriert. Und wie du selber schreibst: Neue und zielführende Maßnahmen zur Integration sehe ich auch nicht. Auch für mich ein großer Fehler. Die Maßnahmen zur Begrenzung, die du hier aufgezählt hast, unterstütze ich dennoch alle.

Ich finde es kein Erfolg, dass wir Dinge in Sachen Migration weiter machen wie bisher. Wir müssen besser werden!

Vermutlich haben wir beide zumindest in einer Sache eine Übereinstimmung - wir wollen die AfD klein bekommen. Das geht m.E.n. nur über eine schärfere Asyl-Politik. Dänemark hat es vorgemacht - sogar die Sozialdemokraten. Ungefilterte Integration gepaart mit einer hohen Arbeitslosigkeit der Zugewanderten spielt der AfD in die Karten. Ich persönlich habe kein Problem damit, dass die Zahlen wieder hochgehen, wenn wir gelernt haben zu integrieren.

Du sprichst von Flüchtlingen, die nicht die Fähigkeit haben hier zu arbeiten. Wieso sollten diese Menschen in Italien, Griechenland oder Frankreich arbeiten können? Herrschen dort grundsätzlich andere Qualfikationsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt? Mir erschließt sich einfach dieses Beispiel nicht.

Polen und auch andere Länder bringen Flüchtlinge doch schon besser in Arbeit. Wenn ich wirklich irgendwo von der "Fähigkeit" zu arbeiten gesprochen habe, dann ging es vielleicht am Ziel vorbei. Von Arbeitsunwilligkeit habe ich aber bewusst gesprochen. Es ist doch paradox, dass zeitgleich so viele Arbeitskräfte gesucht werden. Wenn ich einkaufen gehe, dann suchen sie beim Bäcker, in Supermärkten und Co. Um an der Kasse zu arbeiten braucht es kein Diplom in Raketenwissenschaft. Hier müssen wir lernen die Leute in den Job zu bringen. Und die Flüchtlinge dürfen dann m.E. nicht wählerisch sein.

Darüber hinaus kann es z.B. durchaus sein, dass sie in Italien gerade Mechaniker suchen, hier in DE aber nicht. Warum sollte eine Vermittlung (soweit ist die EU aber nicht, kommt vermutlich auch nicht), dann aus Prinzip ausgeschlossen sein. Andere Qualifikationsanforderungen gibt es vermutlich nicht, aber die Hemnisse Personen in Arbeit zu bringen sind anderswo niedriger.

Unterdessen hat die Linke ihre Definition von Antisemitismus einfach mal geändert. Damit zeigt die Partei erneut, dass sie extrem unterwegs ist. Hier sind wir uns dann auch bei der Diskriminierung wieder einig.

https://www.deutschlandfunk.de/zentralrat-der-juden-kritisiert-linken-beschluss-zu-antisemitismus-definition-102.html (https://www.deutschlandfunk.de/zentralrat-der-juden-kritisiert-linken-beschluss-zu-antisemitismus-definition-102.html)

Ansonsten klinke ich mich jetzt wohl wirklich aus. Kostet ja auch immer alles Zeit und Nerven.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Mai 2025, 08:41:40
Es ging für mich nicht um eine Pflicht, sondern eine rassistisch motivierte diskriminierende Auswahl-Lösung bei der Einschränkung von Einsreisen.
Wer will denn "eine rassistisch motivierte diskriminierende Auswahl-Lösung bei der Einschränkung von Einreisen"? Und selbstverständlich wird an der Grenze ausgewählt, wer rein darf und wer nicht, das ist überall so und hat mit "rassistisch motiviert" rein gar nichts zu tun. Entweder man darf als EU-Bürger sowieso einreisen oder man hat ein Visum bzw. einen Reisepass, der ein solches überflüssig macht oder man muss draußen bleiben.

Zitat
Wo ist der Zusammenhang?
Wer aus einem EU-Staat einreist, kann keinen Asylantrag stellen.

Zitat
Wie weit müssen die Zahlen runter, dass es nicht mehr zu viel ist?
So weit runter, dass die Gemeinden und Kommunen nicht mehr Alarm schlagen, weil sie den Ansturm nicht bewältigen können und bis der Wohnungsmangel weitgehend behoben wurde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 12.Mai 2025, 09:42:30
Und es geht weiter : Böhmermann doxxt einen rechtsextremen Youtuber, was übrigens eine Straftat ist. Der gleiche Böhmermann der Ende 2020 gerichtlich dagegen vorging, dass seine Adresse in Telegram-Kanälen veröffentlicht wurde. Mal dazu : Das ist eine Straftat. Aber Böhmermann ist wie man bei Hessenthaler gesehen ist ein charakterloses Schwein, der Leute für den eigenen Vorteil in Gefahr bringt und nur austeilen und nicht einstecken kann. 2 Sachen dazu, warum das eine richtige beschissene Idee ist :
1) Der Account C****** (ich werde ihm hier keine Plattform geben) hat danach seine Abonenntenzahl laut Socialblade von 227.000 auf 325.000 erhöht innerhalb von 4 Tagen. Herr Böhmermann treibt also rechtsextremen Kanälen neue Leute zu, gibt ihnen eine Plattform und vergisst seine Reichweitenverantwortung. Das macht er vom Staat bezahlt. Nach all den Dingen die er sich geleistet hat, ist er im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht mehr tragbar. Er wäre bei mir übrigens schon nachdem er mehrmals das Wort N***** im Fernsehen gesagt hat untragbar gewesen.
2) Auf Twitter haben dann viele "linke" Accounts das begrüßt und gefeiert. Man feiert also Straftaten. Und stand jetzt beginnt die Gegenseite ihrerseits mit dem Doxxing dieser Accounts. Habe ich erwähnt liebe Rechte dass das eine Straftat ist? Und prompt jammern dann genau diese linken Accounts, die das vorher noch begrüßt und gefeiert haben. Es gab mal früher so einen Spruch "Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu." Beide Seiten sollten genau das mal berücksichtigen auch wenn augenscheinlich links angefangen hat. Aber das jetzt nach dem Motto "Auge um Auge" zu vergelten, das ist doch komplett dumm.
Ich sehe uns ja schon länger in Richtung amerikanische Verhältnisse abgleiten wo 2 extreme Seiten sich gegenseitig nur noch anschreien und wo es nur eine Frage der Zeit ist, bis es eskaliert. Das scheint sich aber nun von beiden Seiten zu beschleunigen. Macht den USA doch nicht jeden Mist nach.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Mai 2025, 09:50:09
Wir kommen bei dem Thema aber auch nicht weiter. Die von dir angesproche datenbasierte Basis gibt es laut den Quellen, die ich verlinkt hatte nicht.
Denn nach deiner Ansicht müsste ja jeder immer einreisen dürfen.

Mit nichten. Das habe ich aber auch nie gesagt. Ich halte restriktivere Lösungen zwar nicht unbedingt für realstisch. Vor allem was den effektiven Grenzschutz angeht. Das haben wir schonmal im Rahmen von Merz 5 Punkteplan diskutiert. Aber ich halte das für eine legitim Forderung. Also wenn nicht klar geworden ist, dass ich mich lediglich an einer diskriminierenden Lösung störe, weiß ich auch nicht...

Du sprichst von Flüchtlingen, die nicht die Fähigkeit haben hier zu arbeiten. Wieso sollten diese Menschen in Italien, Griechenland oder Frankreich arbeiten können? Herrschen dort grundsätzlich andere Qualfikationsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt? Mir erschließt sich einfach dieses Beispiel nicht.

Polen und auch andere Länder bringen Flüchtlinge doch schon besser in Arbeit. Wenn ich wirklich irgendwo von der "Fähigkeit" zu arbeiten gesprochen habe, dann ging es vielleicht am Ziel vorbei. Von Arbeitsunwilligkeit habe ich aber bewusst gesprochen. Es ist doch paradox, dass zeitgleich so viele Arbeitskräfte gesucht werden. Wenn ich einkaufen gehe, dann suchen sie beim Bäcker, in Supermärkten und Co. Um an der Kasse zu arbeiten braucht es kein Diplom in Raketenwissenschaft. Hier müssen wir lernen die Leute in den Job zu bringen. Und die Flüchtlinge dürfen dann m.E. nicht wählerisch sein.

Darüber hinaus kann es z.B. durchaus sein, dass sie in Italien gerade Mechaniker suchen, hier in DE aber nicht. Warum sollte eine Vermittlung (soweit ist die EU aber nicht, kommt vermutlich auch nicht), dann aus Prinzip ausgeschlossen sein. Andere Qualifikationsanforderungen gibt es vermutlich nicht, aber die Hemnisse Personen in Arbeit zu bringen sind anderswo niedriger.

Unterdessen hat die Linke ihre Definition von Antisemitismus einfach mal geändert. Damit zeigt die Partei erneut, dass sie extrem unterwegs ist. Hier sind wir uns dann auch bei der Diskriminierung wieder einig.

Hm... Kann sein, dass sowas möglich wäre. Euroweites Job Netzwerk für Flüchtlinge, dass auch noch funktionieren soll, klingt für mich einfach sehr weit weg bei all den Problemen die es da gibt. Wir bekommen ja nicht mal Dublin hin. Und ich glaube ehrlich gesagt nicht an die Flüchtlingsunterkunft voller ausgebildeter Mechaniker, die hier in Deutschland auf wundersamme Weiße keine Arbeit finden könnten.
Die Frage ist doch, wieviele Flüchtlinge wirklich arbeitsunwillig sind. Ich finde dazu keine Zahlen. Schon bei den deutschen Arbeitslosen ist die Zahl sehr klein und du gingst bei der letzten Diskussion von einer nicht belegbaren sehr großen Dunkelziffer aus.
Als Land machen wir es Flüchtlingen nicht gerade einfach zu arbeiten. Das ist seit Jahren eine Kritik, da das ein maßgeblicher Faktor der Integration ist. Daran ändert sich allerdings nichts. Die Frage ist also für mich bei Vergleich mit anderen Ländern: Drücken unsere Maßnahmen und unsere Taten wirklich den Wunsch aus, dass die Menschen hier schnell arbeiten? Ich würde das verneinen.



Es ging für mich nicht um eine Pflicht, sondern eine rassistisch motivierte diskriminierende Auswahl-Lösung bei der Einschränkung von Einsreisen.
Wer will denn "eine rassistisch motivierte diskriminierende Auswahl-Lösung bei der Einschränkung von Einreisen"? Und selbstverständlich wird an der Grenze ausgewählt, wer rein darf und wer nicht, das ist überall so und hat mit "rassistisch motiviert" rein gar nichts zu tun. Entweder man darf als EU-Bürger sowieso einreisen oder man hat ein Visum bzw. einen Reisepass, der ein solches überflüssig macht oder man muss draußen bleiben.

Das war der Ausgang dieser Diskussion. Ich rolle das nicht nochmal auf. Kannst du gerne bei Interesse in den Posts der letzten zwei Tage nachlesen.

Natürlich ist eine Auswahl nicht per se rassistisch motiviert. Das hat niemand behauptet.


Zitat
Wo ist der Zusammenhang?
Wer aus einem EU-Staat einreist, kann keinen Asylantrag stellen.

Antrag stellen ist doch erlaubt, oder? Oder dürfte ein österreichischer oder polnischer Staatsbürger kein Asylantrag stellen? Das Gesetz verhindert nicht die Antragsstellung, sondern regelt, wer nach diesem Antrag auf Basis dieses Gesetzes Asylrecht genießen kann oder nicht. Aber ein Aslyantrag muss nunmal gestellt werden, damit das Gesetz überhaupt zu Anwendung gebracht werden kann.

Und das Gesetz steht, wie so oft schon diskutiert, auch nicht alleine. Das BAMF entscheide nach Artikel 16a Grundgesetz, nach Genfer Flüchtlingskonvention Flüchtlingsschutz §3, nach Asylgesetz §4, auf etwaige Abschiebungsverbote im Aufenthaltsgesetzt §60 Absatz 5 und 7 und auf Dublin.

Ein Mensch, der einen Antrag auf Asyl gestellt hat, darf übrigens nicht abgewiesen werden. Er ist dann also erstmal im Land und im Verfahren. Auch, wenn das nach Artikel 16a keinen Erfolg haben wird und sogar gar nicht passieren dürfte. Hier schlägt das europäische Recht das nationale Recht. Soweit ich weiß, die Dublin-III-Verordnung. Laut der muss geprüft werden, wer zuständig ist. Und hier, wie so oft gesagt, versagen wir dann und nutzen das System nicht aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Mai 2025, 13:02:43
Das war der Ausgang dieser Diskussion.
Nicht der Diskussion mit mir.

Zitat
Antrag stellen ist doch erlaubt, oder?
So wie ich das verstehe, haben Menschen, die aus einem EU-Staat einreisen, KEIN Recht auf Asyl, können ergo auch keinen Antrag stellen. Zumal ja auch eindeutig geregelt ist, dass der Flüchtling den Antrag dort stellen muss, wo er zum ersten Mal EU-Boden betritt.

Zitat
Oder dürfte ein österreichischer oder polnischer Staatsbürger kein Asylantrag stellen?
Selbstverständlich nicht. Warum auch? In beiden Staaten gibt es keine politische Verfolgung, keinen Krieg und keinen Bürgerkrieg.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Mai 2025, 14:39:16
Das war der Ausgang dieser Diskussion.
Nicht der Diskussion mit mir.

Oh, okay. Ich hatte fälschlicherweiße angenommen, dass dein Kommentar von gestern 12:21 Uhr auf mich bezogen war. Dann diskutieren wir darüber nicht. Tut mir Leid, falls das für Verwirrung gesorgt hat.

Zitat
Antrag stellen ist doch erlaubt, oder?
So wie ich das verstehe, haben Menschen, die aus einem EU-Staat einreisen, KEIN Recht auf Asyl, können ergo auch keinen Antrag stellen. Zumal ja auch eindeutig geregelt ist, dass der Flüchtling den Antrag dort stellen muss, wo er zum ersten Mal EU-Boden betritt.
Ich verstehe es anders. Es ist zwar irgendwie ne Spitzfindigkeit, aber die sorgt für tausende langlaufende Verfahren... Das man kein Recht auf Asyl hat muss einem gesagt werden und dafür bedarf es den Antrag. Falls du ein Mann bist kannst du zum Beispiel versuchen "Vaterschafts"urlaub (nach dem Mutterschutzgesetz) nach der Geburt eines Kindes zu beantragen. Darauf hättest du kein Recht. Den Antrag stellen könnte dir aber keiner verbieten. Dein Antrag würde auf jeden Fall (wenn auch sehr kurz) geprüft werden. Du würdest dafür allerdings nicht belangt werden. Es ist nicht verboten.

So sehe ich das auch bei Asylanträgen. Da ist ein Mensch, der einen Antrag gestellt hat. Das darf er, weil jedes Land durch EU Recht verpflichtet ist, dass jeder Mensch diesen Antrag stellen darf. Ab da steckt er in einem Verfahren, dass nicht so schnell gehen wird wie das Beispiel oben (oder das Beispiel unten). Es beginnt mit Residenzpflicht für sechs Wochen, in der dieser Mensch in einer Aufnahmeeinrichtung wohnt und das zugewiesene Bundesland nicht verlassen darf. In der Zeit prüft das BAMF unter anderem genau das was du forderst und eingehalten werden sollte (Dublin III).
Nur weil ein Mensch im ersten Land der EU Asyl beantragen sollte heißt das nicht, dass er es macht. Das gilt für jedes Gesetz.

Wenn man das EU-Recht von vornherein nicht beachtet kann man sich auf Artikel 16a GG "ausruhen". Die aktuellen Grenzkontrollen inklusive Zurückweisung sind möglich, weil sich die CDU auf das EU-Recht nach 72 AEUV beruft. Notwendigkeit zum Schutz der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der Schutz der Inneren Sicherheit. Sollte das gekippt und nicht anerkannt werden, verstößt man mit den Zurückweisungen gegen EU-Recht. Ich bin gespannt, wie die CDU plant damit umzugehen.


Zitat
Oder dürfte ein österreichischer oder polnischer Staatsbürger kein Asylantrag stellen?
Selbstverständlich nicht. Warum auch? In beiden Staaten gibt es keine politische Verfolgung, keinen Krieg und keinen Bürgerkrieg.
Gleiches Thema wie oben. Ich bin der Meinung, dass ein österreichischer oder polnischer Staatsbürger formal Antrag auf Asyl stellen darf. Der Antrag würde nach $29 Asylgesetz als unzulässig abgelehnt werden. Wahrscheinlich in einem beschleunigten Verfahren. Es wäre ein so sinnloser Antrag wie der Vaterschaftsurlaub. Aber er muss gestellt werden dürfen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Mai 2025, 15:12:28
Ab da steckt er in einem Verfahren...
Nein, der Antrag (er sagt "Asyl") wird direkt vor Ort abgelehnt, weil er seinen Antrag dort stellen muss, wo er zum ersten Mal EU-Boden betreten hat.

Zitat
Nur weil ein Mensch im ersten Land der EU Asyl beantragen sollte heißt das nicht, dass er es macht.
Das ändert nichts, weil er es machen MUSS und darüber wird er dann spätestens an der dt. Grenze aufgeklärt werden.

Zitat
Wenn man das EU-Recht von vornherein nicht beachtet...
Das EU-Recht wird von den anderen Staaten nicht beachtet, die haben bisher immer nur durchgewunken, weil Deutschland das "Selbsteintrittsrecht" proklamiert hat. Damit ist aber jetzt Schluss, Dobrindt hat das beendet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Mai 2025, 15:24:39
Ab da steckt er in einem Verfahren...
Nein, der Antrag (er sagt "Asyl") wird direkt vor Ort abgelehnt, weil er seinen Antrag dort stellen muss, wo er zum ersten Mal EU-Boden betreten hat.

Zitat
Nur weil ein Mensch im ersten Land der EU Asyl beantragen sollte heißt das nicht, dass er es macht.
Das ändert nichts, weil er es machen MUSS und darüber wird er dann spätestens an der dt. Grenze aufgeklärt werden.

Zitat
Wenn man das EU-Recht von vornherein nicht beachtet...
Das EU-Recht wird von den anderen Staaten nicht beachtet, die haben bisher immer nur durchgewunken, weil Deutschland das "Selbsteintrittsrecht" proklamiert hat. Damit ist aber jetzt Schluss, Dobrindt hat das beendet.

Warten wir ab wie es weiter geht. Letztendlich wird ein Gericht entscheiden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 12.Mai 2025, 21:23:40
Aber genau darum gehts doch. Es geht darum, dass bei der Kriminaltitätsrate andere Faktoren reinspielen, als das es "nur" Migranten sind. Zum Beispiel, wo die hinziehen, wie die integriert werden und so weiter.
Mir fällt es daher schwer den Satz "Die Aufnahme bestimmter Bevölkerungsgruppen muss hinterfragt werden dürfen, wenn diese einen statistisch überhöhten Anteil an der Kriminalitätsstatistik ausmachen" einzuordnen, wenn ich eine Studie vorlege, die sagt, dass es nicht pauschal zutrifft, dass Migranten (auch aus bestimmten Bevölkerungsgruppen) zu einer erhöhrten Kriminalität führt, OBWOHL sie verstärkt in der Kriminalitätsstatistik auftauchen. Und vor allem, dass sie davor warnen, dass es in der öffentlichen Meinung eine chronische Fehlwarnehmung gibt. Man könnte annehmen, dass dein Satz genau auf dieser Fehlwarnehmung basiert.
Richtig, die anderen Faktoren ändern aber nichts an der Bewertung und auch nicht an der Kriminalstatistik,es gibt da mMn auch keine Fehlwarnehmung.

Wenn man das mal umdreht basiert ein Großteil der Kritik an der Einwanderungspolitik und dem System das wir haben  auch nicht auf Fremdenfeindlichkeit, sondern darauf das man die anderen Faktoren nicht in den Griff bekommt, wenn du ein Dorf von vielleicht 2000 Einwohnern hast und du baust da eine Flüchtlingsunterkunft für 500 Menschen, wird es unmöglich sein die in das Dorfleben zu integrieren, die Integration im Land insgesamt scheitert vielerorts einfach, nicht weil es zu wenig Angebote gibt, sondern weil es daurhaft einfach zu viele sind die ankommen. Das ist eins von vielen Problemen, auch das nicht konsequent abgeschoben wird und nicht abgeschoben werden kann, was bei dem Punkt auch ignoriert wird ist die Tatsache, das "normale" Migranten die sich einbringen wollen auch darunter leiden müssen, entweder weil die mit den anderen in einen Topf geworfen werden oder selbst Opfer von Anschlägen oder Kriminalität werden.

Und zu den Statistiken allgemein, ich kann mir vorstellen,dass die Dunkelziffer bei Straftaten deutlich höher ist weil viele Menschen resignieren und vieles nicht mehr angezeigt wird.
Der von dir angesprochene Japaner ist dabei gar kein primäres Forschungsobjekt, da er höchstwahrscheinlich nicht in der Kriminalstatistik auftauchen wird. Aber auch, weil für ihn die Faktoren nicht gelten. Der kommt hier her, hat eine Perspektive und wahrscheinliche eine Versorgung, wird ziemlich sicher nicht in soziale Brennpunkte wohnen und ist durch seine Tätigkeit wahrscheinlich besser integriert als jeder Flüchtling.
Wenn es um Migranten per se geht kann man den auch nennen und vergleichen warum der bei der Einwanderung kein Problem darstellt und eher nicht in Statistiken auftaucht.
Bei Hart aber Fair hat der Moderator bei dem Thema vor ein paar Monaten auch australische Austauschstudenten ins Spiel gebracht, fand ich Absurd und habe es mir deswegen gemerkt.  :D https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100591876/-hart-aber-fair-zur-migration-dann-unterlaeuft-klamroth-ein-fehler.html

Davon ganz ab, dass das grundsätzlich mal eine pauschalisierende Aussage ist: Wir nehmen keine Menschen aus Bevölkerungsgruppe xy mehr auf, weil die statistisch krimineller sind als andere. Das hieße ja, unabhängig von den Umständen des Individums und dem jeweilige Schutzstatus. Das stellt alle Teilnehmer dieser Bevölkerungsgruppe unter den Verdacht kriminiell zu sein und behandelt alle auf Grund ihrer Gruppenzugehörigkeit. Für mich klänge das nach einer rassistisch motivierten, diskriminierenden Einwanderungsregulierung.
Man könnte aber  genauer hinschauen wen wir ins Land lassen. Man könnte sogar sagen,dass das System das wir jetzt haben Menschen diskriminiert, weil nur welche aufgenommen werden die es bis hierher schaffen und reich genug sind um Schleuser zu bezahlen, würde man z.B eine Mehrheit an alten Menschen oder Frauen aufnehmen ,würde die Kriminalitätsrate sinken.
Intolerant wäre ich aber gegenüber extrem religösen Menschen, ich finde Leute die es in Ordnung finden Menschen umzubringen, die den Koran verbrennen oder Mohammed Karikaturen zeichnen, sollten wir nicht ins Land lassen.

Und es geht weiter : Böhmermann doxxt einen rechtsextremen Youtuber, was übrigens eine Straftat ist. Der gleiche Böhmermann der Ende 2020 gerichtlich dagegen vorging, dass seine Adresse in Telegram-Kanälen veröffentlicht wurde. Mal dazu : Das ist eine Straftat. Aber Böhmermann ist wie man bei Hessenthaler gesehen ist ein charakterloses Schwein, der Leute für den eigenen Vorteil in Gefahr bringt und nur austeilen und nicht einstecken kann. 2 Sachen dazu, warum das eine richtige beschissene Idee ist :
1) Der Account C****** (ich werde ihm hier keine Plattform geben) hat danach seine Abonenntenzahl laut Socialblade von 227.000 auf 325.000 erhöht innerhalb von 4 Tagen. Herr Böhmermann treibt also rechtsextremen Kanälen neue Leute zu, gibt ihnen eine Plattform und vergisst seine Reichweitenverantwortung. Das macht er vom Staat bezahlt. Nach all den Dingen die er sich geleistet hat, ist er im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht mehr tragbar. Er wäre bei mir übrigens schon nachdem er mehrmals das Wort N***** im Fernsehen gesagt hat untragbar gewesen.
2) Auf Twitter haben dann viele "linke" Accounts das begrüßt und gefeiert. Man feiert also Straftaten. Und stand jetzt beginnt die Gegenseite ihrerseits mit dem Doxxing dieser Accounts. Habe ich erwähnt liebe Rechte dass das eine Straftat ist? Und prompt jammern dann genau diese linken Accounts, die das vorher noch begrüßt und gefeiert haben. Es gab mal früher so einen Spruch "Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu." Beide Seiten sollten genau das mal berücksichtigen auch wenn augenscheinlich links angefangen hat. Aber das jetzt nach dem Motto "Auge um Auge" zu vergelten, das ist doch komplett dumm.
Ich sehe uns ja schon länger in Richtung amerikanische Verhältnisse abgleiten wo 2 extreme Seiten sich gegenseitig nur noch anschreien und wo es nur eine Frage der Zeit ist, bis es eskaliert. Das scheint sich aber nun von beiden Seiten zu beschleunigen. Macht den USA doch nicht jeden Mist nach.
Ja typisch Böhmermann,es gab ja schon ein paar Fälle in denen auch Fakten verdreht wurden um Leute in ein schlechtes Licht zu rücken, wurde auch damals mal mit einem Youtuber gemacht den ich da ab und an geschaut habe, der war und ist  eher Links/liberal eingestellt und wurde da in die Rechte Ecke gerückt, seitdem gucke ich die Sendung nicht mehr, höchstens wenn es mal wieder so einen Skandal gibt, zwischendurch hat er ja auch was gegen Arne Schönbohm gemacht, den damaligen Leiter des BSI, der daraufhin seinen Job verloren hat.
Strafbares Doxxing ist es wohl nicht weil sie nicht den vollen Klarnamen gesagt haben,der ging aber bei Twitter rum weil er anscheinend leicht zu finden war.
Das der Kanal jetzt auch noch kostelose Werbung und mehr Abos bekommt kommt da noch oben drauf.  :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Mai 2025, 10:58:06
Aber genau darum gehts doch. Es geht darum, dass bei der Kriminaltitätsrate andere Faktoren reinspielen, als das es "nur" Migranten sind. Zum Beispiel, wo die hinziehen, wie die integriert werden und so weiter.
Mir fällt es daher schwer den Satz "Die Aufnahme bestimmter Bevölkerungsgruppen muss hinterfragt werden dürfen, wenn diese einen statistisch überhöhten Anteil an der Kriminalitätsstatistik ausmachen" einzuordnen, wenn ich eine Studie vorlege, die sagt, dass es nicht pauschal zutrifft, dass Migranten (auch aus bestimmten Bevölkerungsgruppen) zu einer erhöhrten Kriminalität führt, OBWOHL sie verstärkt in der Kriminalitätsstatistik auftauchen. Und vor allem, dass sie davor warnen, dass es in der öffentlichen Meinung eine chronische Fehlwarnehmung gibt. Man könnte annehmen, dass dein Satz genau auf dieser Fehlwarnehmung basiert.
Richtig, die anderen Faktoren ändern aber nichts an der Bewertung und auch nicht an der Kriminalstatistik,es gibt da mMn auch keine Fehlwarnehmung.

Wenn man das mal umdreht basiert ein Großteil der Kritik an der Einwanderungspolitik und dem System das wir haben  auch nicht auf Fremdenfeindlichkeit, sondern darauf das man die anderen Faktoren nicht in den Griff bekommt, wenn du ein Dorf von vielleicht 2000 Einwohnern hast und du baust da eine Flüchtlingsunterkunft für 500 Menschen, wird es unmöglich sein die in das Dorfleben zu integrieren, die Integration im Land insgesamt scheitert vielerorts einfach, nicht weil es zu wenig Angebote gibt, sondern weil es daurhaft einfach zu viele sind die ankommen. Das ist eins von vielen Problemen, auch das nicht konsequent abgeschoben wird und nicht abgeschoben werden kann, was bei dem Punkt auch ignoriert wird ist die Tatsache, das "normale" Migranten die sich einbringen wollen auch darunter leiden müssen, entweder weil die mit den anderen in einen Topf geworfen werden oder selbst Opfer von Anschlägen oder Kriminalität werden.


Und zu den Statistiken allgemein, ich kann mir vorstellen,dass die Dunkelziffer bei Straftaten deutlich höher ist weil viele Menschen resignieren und vieles nicht mehr angezeigt wird.
Wenn ich mehrere Quellen und Studien liefere, die das Gegenteil behaupten und das einzige Gegenargument ist, "es gibt da mMn auch keine Fehlwarnehmung" und es ändern "nichts an der Bewertung und auch nicht an der Kriminalstatistik", dann ist dieses Thema an der Stelle für mich durch. Wir haben unterschiedliche Faktenbasis. Auf der Ebene ist es meiner Meinung nach zwecklos sich über das Thema zu unterhalten.

Die Quellen gehen übrigens auch auf Dunkelziffern ein.

Bei den Problemen stimme ich dir zu. Lösungsansätze (von der Politik) sehe ich keine.

Der von dir angesprochene Japaner ist dabei gar kein primäres Forschungsobjekt, da er höchstwahrscheinlich nicht in der Kriminalstatistik auftauchen wird. Aber auch, weil für ihn die Faktoren nicht gelten. Der kommt hier her, hat eine Perspektive und wahrscheinliche eine Versorgung, wird ziemlich sicher nicht in soziale Brennpunkte wohnen und ist durch seine Tätigkeit wahrscheinlich besser integriert als jeder Flüchtling.
Wenn es um Migranten per se geht kann man den auch nennen und vergleichen warum der bei der Einwanderung kein Problem darstellt und eher nicht in Statistiken auftaucht.
Bei Hart aber Fair hat der Moderator bei dem Thema vor ein paar Monaten auch australische Austauschstudenten ins Spiel gebracht, fand ich Absurd und habe es mir deswegen gemerkt.  :D https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100591876/-hart-aber-fair-zur-migration-dann-unterlaeuft-klamroth-ein-fehler.html

Du findest es selber absurd, nutzt es hier und sagst mir dann, dass du es selber absurd findest es so zu verwenden. Cool, danke. Was soll ich den jetzt dazu sagen?  ;D Ich finde es sehr gut sich Beispiele und Vorbilder zu nehmen. Aber ist es ne gute Idee eine Rethorik zu übernehmen, die man selber absurd findet?  ???

Ich habe mich an der Stelle auch geeirrt. Natürlich kann der Japaner als Migrant als Beispiel herangezogen werden. Das war von mir ein argumentativer Fehler. Er ist dann eben eher ein Positivbeispiel, dass der Studie nicht widerspricht. Für ihn gelten die Risikofaktoren nicht und dementsprechend ist er wahrscheinlich weniger auffällig in den Statistiken.

Davon ganz ab, dass das grundsätzlich mal eine pauschalisierende Aussage ist: Wir nehmen keine Menschen aus Bevölkerungsgruppe xy mehr auf, weil die statistisch krimineller sind als andere. Das hieße ja, unabhängig von den Umständen des Individums und dem jeweilige Schutzstatus. Das stellt alle Teilnehmer dieser Bevölkerungsgruppe unter den Verdacht kriminiell zu sein und behandelt alle auf Grund ihrer Gruppenzugehörigkeit. Für mich klänge das nach einer rassistisch motivierten, diskriminierenden Einwanderungsregulierung.
Man könnte aber  genauer hinschauen wen wir ins Land lassen. Man könnte sogar sagen,dass das System das wir jetzt haben Menschen diskriminiert, weil nur welche aufgenommen werden die es bis hierher schaffen und reich genug sind um Schleuser zu bezahlen, würde man z.B eine Mehrheit an alten Menschen oder Frauen aufnehmen ,würde die Kriminalitätsrate sinken.
Intolerant wäre ich aber gegenüber extrem religösen Menschen, ich finde Leute die es in Ordnung finden Menschen umzubringen, die den Koran verbrennen oder Mohammed Karikaturen zeichnen, sollten wir nicht ins Land lassen.

Das es nur manche hier her schaffen ist aber nicht unser System. Deutschland unterhält als staatliches Organ kein Schleusersystem, dass sich nur reiche Menschen leisten können. Wir haben Menschen die an unserer Grenze stehen und ich bin der Meinung, dass wir diese nach unseren Grundwerten behandeln sollten. Das bedeutet nicht, dass wir nicht abweisen oder abschieben können. Das bedeutet aber auch nicht, dass wir sie diskrimnieren sollten. Wir können nicht die Diskriminierung und Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt bekämpfen, aber wir sollten in unserem Land und an unserer Haustür dieses Ziel verfolgen.

Eine Menschen abweisen, der an die Grenzen kommt nach Asyl fragt und das Ziel formuliert den Deutschen Staat abzuschaffen ist in meinen Augen sicher nicht falsch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Mai 2025, 11:10:25
Es geht darum, dass bei der Kriminaltitätsrate andere Faktoren reinspielen, als das es "nur" Migranten sind.
Das mag Kriminalitätsforscher interessieren, aber nicht den Normalbürger. Wenn viele junge, gewaltbereite Männer einwandern und sie auch Gewalt anwenden, dann hat der Staat diesen Zustand abzustellen, denn nur er hat das Gewaltmonopol.

Als Normalbürger mit Migrationshintergrund erwarte ich vom dt. Staat, dass er a) genau hinguckt, wer hier um Asyl bittet und da auch diejenigen aussortiert, die keinen hinreichenden Grund haben (zB. junge Männer aus Nord- und Westafrika), er b) die Einwanderung so steuert, dass sie noch händelbar ist und die Menschen auch wirklich integriert werden können, er c) Gewaltstraftaten schnell, konsequent und hart ahndet und er d) verurteilte ausländische Gewaltstraftäter schnellstmöglich außer Landes schafft. Punkt c) gilt selbstverständlich auch für einheimische Straftäter, von denen wir auch so mehr als genug haben.

Ich will nämlich nicht mit solchen Typen in einen Topf geworfen werden, weder von Rechtsextremisten noch von Linken, die den Migrationshintergrund als Entschuldigung für alles missbrauchen und die die überwiegende Mehrheit der vernünftigen Migranten als Schutzschild für Schwerkriminelle instrumentalisieren.

Ergänzung, damit es nicht falsch verstanden wird: nein, nicht alle jungen Männer, die einwandern wenden Gewalt an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Mai 2025, 12:10:12
Es geht darum, dass bei der Kriminaltitätsrate andere Faktoren reinspielen, als das es "nur" Migranten sind.
Das mag Kriminalitätsforscher interessieren, aber nicht den Normalbürger. Wenn viele junge, gewaltbereite Männer einwandern und sie auch Gewalt anwenden, dann hat der Staat diesen Zustand abzustellen, denn nur er hat das Gewaltmonopol.

Als Normalbürger mit Migrationshintergrund erwarte ich vom dt. Staat, dass er a) genau hinguckt, wer hier um Asyl bittet und da auch diejenigen aussortiert, die keinen hinreichenden Grund haben (zB. junge Männer aus Nord- und Westafrika), er b) die Einwanderung so steuert, dass sie noch händelbar ist und die Menschen auch wirklich integriert werden können, er c) Gewaltstraftaten schnell, konsequent und hart ahndet und er d) verurteilte ausländische Gewaltstraftäter schnellstmöglich außer Landes schafft. Punkt c) gilt selbstverständlich auch für einheimische Straftäter, von denen wir auch so mehr als genug haben.

Ich will nämlich nicht mit solchen Typen in einen Topf geworfen werden, weder von Rechtsextremisten noch von Linken, die den Migrationshintergrund als Entschuldigung für alles missbrauchen und die die überwiegende Mehrheit der vernünftigen Migranten als Schutzschild für Schwerkriminelle instrumentalisieren.

Ich stimme dir bei denen Punkten zu. So wie du sie hier formulierst.
Wobei es hier um c) schon einmal ging. Nämlich, dass unsere gesellschaftliches Rechtsverständnis eigentlich davon ausgeht, dass ein Straftäter seine Strafe zu verbüsen hat und es nicht leichtfertig ist jemanden abzuschieben, der in seinem Land vielleicht sofort auf freien Fuß kommt oder ein anderes Strafmaß erhält. Dagegen steht das oft gehörte Argument, dass die Strafe hier uns nur Geld koste... Worum es vordergründig eigentlich nicht geht. Das finde ich ingesamt nicht so einfach zu entscheiden. Aber das ist ein Detail.

Ein Problem ist doch, dass wir das Thema unterschiedlich hoch priorisieren (nehme ich an). Für mich ist das Thema Migration wichtig, aber nicht so wichtig wie es in den Medien, im Wahlkampf und aktuell wieder von vielen Poltikern gemacht wird. Es ist für mich nicht die alleinige Lösung für alles. Wenn nur mal die Grenzen dicht sind, dann fließt Milch und Honig. Das sehe ich nicht so. Dagegen ist es alles einnehmend. Im Wahlkampf gab es die Vereinbarung, dass die Migration kein Thema sein soll. Aber Ende war kaum mehr Platz für etwas anderes. Und ich sehe auch nicht, dass andere Probleme mit dieser Vehemenz angegangen werden. Bei einigen Problemen würde ich mir das aber wünschen.

Das zweite Problem ist, dass wir uneinig sind, ob diese Ziele überhaupt möglich sind. Ich finde geschlossene Grenzen erstmal gar nicht schlimm. Artikel 16a GG ergibt schon Sinn. Auch wenn darüber meiner Meinung nach unter anderem noch eine funktionierende europäische Lösung fehlt, die dringend benötigt wird. Aber ich glaube einfach nicht, dass es funktionieren wird. Die CDU darf mir in den nächsten Monaten das Gegenteil beweisen.

Für mich ist ein Problem, dass die geschlossenen Grenzen und die Abweisung die einzige Lösung ist die erarbeitet wird. Auf europischer Ebene und bei der Integration sind laut Worten der Politiker und laut Koalitionsvertrag keine nennenswerten Fortschritte geplant. Es gibt auch Meinungen aus der Expertenriege, die davon ausgeht das einige Maßnahmen einer Integration entgegen stehen werden. Das wirkt für mich, obwohl hier so viel Energie hineingesteckt wird, als hätte man keinen größeren Plan oder eine Perspektive, wie es in 3, in 5 oder in 10 Jahren aussehen soll.

Darüber hinaus ist das alles für mich auch keine Lösung gegen die AFD. Wenn die CDU sich auf die Brust trommelt und von Migration redet bekommt die AFD Stimmen. Und wenn sich die CDU einen Fehltritt erlaubt, was ich für sehr wahrscheinlich halte, weil sie gegen Rechtsgrenzen stößt oder auf Grund von Koalitionen einen Kompromiss eingehen muss, bekommt die AFD stimmen. Das die CDU genau den einen richtige Pfad findet an der die AFD-Wähler zufrieden sind und nicht mehr die AFD wählen, halte ich für sehr unwahrscheinlich. In meinen Augen kann sie hier nur verlieren.


Zum Thema Normalbürger:  Die AFD wird von >20% der Normalbürger gewählt und leugnet die Effekte des Menschen auf den Klimawandel. Trumpf wurde von über 50% der Normalbürger gewählt und leugnet noch ganz andere Sachen.
Ich denke nicht, dass Politiker immer pauschal das machen müssen, was die Normalbürger denken, spüren, zu wissen glauben und deswegen verlangen und dass sie trotzdem Politik für die Bevölkerung machen können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Mai 2025, 12:36:03
Worum es vordergründig eigentlich nicht geht.
Mir geht es primär darum, dass die Bevölkerung, die auf das Gewaltmonopol des Staates vertraut, bestmöglich vor solchen Individuen geschützt wird. Und wenn der Straftäter tausende Kilometer weit weg in der Heimat ist, dann ist dieses Ziel erst einmal erreicht. Im Verbund mit einer strengeren Überprüfung, wer Asyl bekommt oder einwandern darf, wäre dieses Ziel jedenfalls näher als der bisherige Zustand.

Zitat
Ein Problem ist doch, dass wir das Thema unterschiedlich hoch priorisieren.
Mag sein, ich halte die Probleme, die die massenhafte Einwanderung mit sich bringt, für den ausschlaggebenden Punkt, warum die Leute AfD wählen. In Dänemark haben es die Sozialdemokraten geschafft, die dänische "AfD" mit einer restriktiven Asylpolitik in die Bedeutungslosigkeit zu befördern.

Zitat
Aber ich glaube einfach nicht, dass es funktionieren wird. Die CDU darf mir in den nächsten Monaten das Gegenteil beweisen.
Es MUSS funktionieren, die Zahlen müssen mess- und spürbar runter, besonders die Gemeinden und Kommunen müssen entlastet werden, sonst wird die AfD nur noch stärker werden.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass, egal was die Union tut, die AfD Stimmen dazu gewinnt. Schwierig wird es aber, wenn schon vor der Amtseinführung Versprechen gebrochen werden (Schulden) und zur Kanzlerwahl die Linkspartei nötig ist ("Links ist vorbei"), das erklärt mMn. den momentanen Boost der AfD.

Zitat
Das wirkt für mich, obwohl hier so viel Energie hineingesteckt wird, als hätte man keinen größeren Plan oder eine Perspektive, wie es in 3, in 5 oder in 10 Jahren aussehen soll.
Im Sommer 26 soll GEAS in Kraft treten, das wäre dann die EU-Lösung.

Zitat
Ich denke nicht, dass Politiker immer pauschal das machen müssen, was die Normalbürger denken, spüren, zu wissen glauben und deswegen verlangen und dass sie trotzdem Politik für die Bevölkerung machen können.
Der Normalbürger ist aber der Souverän und wenn seit Jahren 70-80% dieser Bürger mit der Asylpolitik unzufrieden sind, dann muss etwas geschehen. Die Politiker sind Volksvertreter, sie haben den Willen des Volkes im Parlament abzubilden und sollten nicht tun und lassen, was sie wollen. Tun sie es trotzdem, müssen sie damit leben, dass sie nicht mehr gewählt werden. Und da kommt dann der Wunsch nach einem Verbot der größten Oppositionspartei ins Spiel... Das wäre halt der bequeme Weg, man müsste seine Politik nicht ändern und hätte auch keine Opposition zu befürchten. Wirklich demokratisch ist das auch nicht und nein, das ist kein Plädoyer für die AfD.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Mai 2025, 13:20:13
Worum es vordergründig eigentlich nicht geht.
Mir geht es primär darum, dass die Bevölkerung, die auf das Gewaltmonopol des Staates vertraut, bestmöglich vor solchen Individuen geschützt wird. Und wenn der Straftäter tausende Kilometer weit weg in der Heimat ist, dann ist dieses Ziel erst einmal erreicht. Im Verbund mit einer strengeren Überprüfung, wer Asyl bekommt oder einwandern darf, wäre dieses Ziel jedenfalls näher als der bisherige Zustand.

Grundsätzlich gebe ich dir recht. Aber "bestmöglich" ist halt so ne Sache. In der USA gibt es die Todesstrafe. Bestmöglicher als töten kann der Schutz nicht sein. Das ist ein sehr drastisches Beispiel und nicht auf deine Worte bezogen.
Was ich sagen will: Auch mit dem Ziel eine Sache bestmöglich zu erreichen können Abwägungen notwendig sein. Die sehe ich hier an vielen Stellen an wesentlich undrastischeren Punkten.

Zitat
Ein Problem ist doch, dass wir das Thema unterschiedlich hoch priorisieren.
Mag sein, ich halte die Probleme, die die massenhafte Einwanderung mit sich bringt, für den ausschlaggebenden Punkt, warum die Leute AfD wählen. In Dänemark haben es die Sozialdemokraten geschafft, die dänische "AfD" mit einer restriktiven Asylpolitik in die Bedeutungslosigkeit zu befördern.

Das das der Erfolg der AFD ist würde ich auch sagen. Allerding auch, weil sie die Probleme übersitzt, übertreibt und für sich gut zu nutzen weiß.

Ich sehe Dänemark nicht als Erfolg. Die dortige rechtspopulistische Partei wurde akzeptiert, durfte mitentscheiden und hat ihre Positionen durchgebracht. Alle anderen Parteien haben einen Rechtsruck erlebt. Die Sozialdemokraten feiern das für sich als Erfolg. Aber wie groß ist den der Erfolg, wenn man letztendlich die politischen Ziele der anderen Partei umgesetzt hat? Alle anderen Parteien haben einfach hingenommen, dass die Grundstimmung des Landes jetzt genau so ist, wie die rechtspopulitische Partei es wollte: Es herrscht Anti-Migrations-, die Anti-Einwanderungs-Stimmung.

Wenn ich jemanden, der mich auf Grund seiner Ansichten stört, loswerde, in dem ich seine Ansichten übernehme, bin ich ihn dann losgeworden? Ich will nicht, dass wir die AFD loswerden, weil wir die AFD Positionen umsetzen. Zumindest hoffe ich, dass es einen anderen Weg gibt oder hier ein sehr gutes Maß gelingt.

Zitat
Aber ich glaube einfach nicht, dass es funktionieren wird. Die CDU darf mir in den nächsten Monaten das Gegenteil beweisen.
Es MUSS funktionieren, die Zahlen müssen mess- und spürbar runter, besonders die Gemeinden und Kommunen müssen entlastet werden, sonst wird die AfD nur noch stärker werden.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass, egal was die Union tut, die AfD Stimmen dazu gewinnt. Schwierig wird es aber, wenn schon vor der Amtseinführung Versprechen gebrochen werden (Schulden) und zur Kanzlerwahl die Linkspartei nötig ist ("Links ist vorbei"), das erklärt mMn. den momentanen Boost der AfD.

Ich wollte auf den 5. Punkte Plan hinaus im Wahlkampf. Der ging, nach Meinungen vieler Experten die ich dazu angehört und gelesen habe, nach hinten los. Das mit dem Vertrauen bei den Schulden ist auch problematisch aber ein anderer Fall, da gebe ich dir recht.

Die Kanzlerwahl hätte ich im Zweifel auch nochmal einen Tag verschoben. Wobei ich da gerade auch nicht ganz drin bin. Hätte man sie am nächsten Tag wiederholen können, ohne die Linken?


Zitat
Das wirkt für mich, obwohl hier so viel Energie hineingesteckt wird, als hätte man keinen größeren Plan oder eine Perspektive, wie es in 3, in 5 oder in 10 Jahren aussehen soll.
Im Sommer 26 soll GEAS in Kraft treten, das wäre dann die EU-Lösung.

Muss ich mich mal informieren.

Zitat
Ich denke nicht, dass Politiker immer pauschal das machen müssen, was die Normalbürger denken, spüren, zu wissen glauben und deswegen verlangen und dass sie trotzdem Politik für die Bevölkerung machen können.
Der Normalbürger ist aber der Souverän und wenn seit Jahren 70-80% dieser Bürger mit der Asylpolitik unzufrieden sind, dann muss etwas geschehen. Die Politiker sind Volksvertreter, sie haben den Willen des Volkes im Parlament abzubilden und sollten nicht tun und lassen, was sie wollen. Tun sie es trotzdem, müssen sie damit leben, dass sie nicht mehr gewählt werden. Und da kommt dann der Wunsch nach einem Verbot der größten Oppositionspartei ins Spiel... Das wäre halt der bequeme Weg, man müsste seine Politik nicht ändern und hätte auch keine Opposition zu befürchten. Wirklich demokratisch ist das auch nicht und nein, das ist kein Plädoyer für die AfD.

Da hast du recht, geschehen muss etwas. Wenn du auf solche Zahlen hinauswillst (aktuellen Link finde ich nicht, wir aber ähnlich sein): https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3406.html.
Aber da steckt durch die unterschiedlichen abgefragten Felder viel mehr differenzierter Unmut drin, als nur, dass die Grenzen sind offen.

Überlege mal, wir wären richtig gut in der Integration. Große Zustimmung bei "Integration in die Gesellschaft", "Integration in den Arbeitsmarkt", "Untebringung und Verteilung". Glaubst du, wir hätten so einen großen Wunsch nach Grenzschließungen?
Unsere Politik ist seit Jahren mies und die deswegen ruft die Bevölkerung nach harten Maßnahmen. Aber hinter diesem Ruf steht doch vor allem die Kritik, dass die Migrations- und Integrationspolitik schlecht ist. Wir könnten zehntausende Menschen aus dem Land bringen, kriegen es aber einfach nicht hin. Und ich glaube nicht, dass der einzige Grund für die schlechte Politik ist, dass zu viele Migranten im Land sind. Wir hatten die Probleme mit Integration schon in den 2010er Jahren. Die Masse macht sie nur sichtbar. Sei es drum: Die Politk antwortet mit harten Maßnahmen, die Kritik an der Politik wird nicht wahrgenommen. Das man sich auch konstruktiv verbessern könnte, davon redet niemand. Das ist etwas, was ich von der Bevölkerung nicht unbedingt erwarte, aber von Politikern. Das sie das komplette Spektrum erfassen. Das wird hier meiner Meinung nach nicht gemacht.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 13.Mai 2025, 13:42:17
Wenn ich mehrere Quellen und Studien liefere, die das Gegenteil behaupten und das einzige Gegenargument ist, "es gibt da mMn auch keine Fehlwarnehmung" und es ändern "nichts an der Bewertung und auch nicht an der Kriminalstatistik", dann ist dieses Thema an der Stelle für mich durch. Wir haben unterschiedliche Faktenbasis. Auf der Ebene ist es meiner Meinung nach zwecklos sich über das Thema zu unterhalten.

Die Quellen gehen übrigens auch auf Dunkelziffern ein.

Bei den Problemen stimme ich dir zu. Lösungsansätze (von der Politik) sehe ich keine.
Mein Punkt da ist, das die Studie gar nichts an der Faktenlage und auch nicht an den Maßnahmen ändert die gefordert werden, sie spielt für Debatten eigentlich keine Rolle weil sie am Thema vorbei geht. Wenn die Kritikpunkte sich nur daran ausrichten würde,dass Migranten zu uns kommen würde sie greifen,dass ist aber nicht der Fall. Eher im Gegenteil, in bestimmten Bereichen braucht das Land,gesteuerte, Zuwanderung in den Arbeitsmarkt.
Die Punkte das es zu viel unkontrollierte Zuwanderung gibt, dass Sozialsysteme und Wohnungsmarkt überlastet und Kommunen mit der Aufnahme überfordert sind, dass bestimmte Gruppen in Kriminalitätstatistiken überproportional auftauchen,dass Kulturen gibt, die sich mit unserer Lebensweise schwerer in Einklang bringen lassen als andere,dass Integration wegen Überforderung oftmals auf der Strecke bleibt, bleiben.
 
Du findest es selber absurd, nutzt es hier und sagst mir dann, dass du es selber absurd findest es so zu verwenden. Cool, danke. Was soll ich den jetzt dazu sagen?  ;D Ich finde es sehr gut sich Beispiele und Vorbilder zu nehmen. Aber ist es ne gute Idee eine Rethorik zu übernehmen, die man selber absurd findet?  ???

Ich habe mich an der Stelle auch geeirrt. Natürlich kann der Japaner als Migrant als Beispiel herangezogen werden. Das war von mir ein argumentativer Fehler. Er ist dann eben eher ein Positivbeispiel, dass der Studie nicht widerspricht. Für ihn gelten die Risikofaktoren nicht und dementsprechend ist er wahrscheinlich weniger auffällig in den Statistiken.
Ja, weil es im Rahmen der Studie passt um zu verdeutlichen,dass sie nicht greift,den Einwurf des Moderators fand ich an der Stelle besonders verdreht weil es um Gruppenvergewaltigungen geht und es schon erstaunlich wäre da so viele Australische Austauschstudenten in der Statistik ganz vorne zu sehen.  :P Es ist an der Stelle ein Argument um von den Fakten abzulenken weil es nicht in die politische Weltsicht passt obwohl er selbst ganz genau weiß,dass die Realität anders aussieht.

Das es nur manche hier her schaffen ist aber nicht unser System. Deutschland unterhält als staatliches Organ kein Schleusersystem, dass sich nur reiche Menschen leisten können. Wir haben Menschen die an unserer Grenze stehen und ich bin der Meinung, dass wir diese nach unseren Grundwerten behandeln sollten. Das bedeutet nicht, dass wir nicht abweisen oder abschieben können. Das bedeutet aber auch nicht, dass wir sie diskrimnieren sollten. Wir können nicht die Diskriminierung und Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt bekämpfen, aber wir sollten in unserem Land und an unserer Haustür dieses Ziel verfolgen.

Eine Menschen abweisen, der an die Grenzen kommt nach Asyl fragt und das Ziel formuliert den Deutschen Staat abzuschaffen ist in meinen Augen sicher nicht falsch.
Unser System begünstigt aber solche kriminellen Schleuserbanden, würde man besser verteilen und den Menschen z.B  in die Chance geben sich in Zwischenländern auf eine Liste setzen zu lassen würde man dagegen vorgehen, man akzeptiert aber dieses System weil man keine Begrenzung einführen und nicht reformieren will. Du kannst dich aber selbst fragen wie lange man das noch weiterführen kann ohne groß was zu ändern.

Da werden sich auch die meisten einig sein und darum wäre eine genaue Überprüfung und ein Abschieben auch in sichere Drittstaaten nötig. Das mit dem Überprüfen hat man aber anscheinend nicht mal mit den Afghanen geschafft die die letzte Regierung noch schnell hat einfliegen lassen.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-04/afghanen-aufnahmezusage-bundespolizei-ermittlungen-papiere
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Mai 2025, 14:13:26
Auch mit dem Ziel eine Sache bestmöglich zu erreichen können Abwägungen notwendig sein.
Diese Abwägung wurde bereits gemacht, das Völkerrecht gibt es her. Für mich spricht nichts, aber auch rein gar nichts dafür, einen verurteilen Schwerkriminellen nicht abzuschieben, ich sehe keinerlei Mehrwert darin, so jemand im Land zu behalten.

Zitat
Ich will nicht, dass wir die AFD loswerden, weil wir die AFD Positionen umsetzen.
Bei der AfD wird ja gerne so getan, als wäre sie die Reinkarnation der NSDAP und sie wolle alle Ausländer deportieren. Das wird ganz sicher nicht umgesetzt werden.

Zitat
Zumindest hoffe ich, dass es einen anderen Weg gibt oder hier ein sehr gutes Maß gelingt.
Sind meine Vorschläge inakzeptabel?

Zitat
Ich wollte auf den 5. Punkte Plan hinaus im Wahlkampf. Der ging, nach Meinungen vieler Experten die ich dazu angehört und gelesen habe, nach hinten los.
Ja, das war keine gute Aktion von Merz.

Zitat
Hätte man sie am nächsten Tag wiederholen können, ohne die Linken?
Ich meine, Mittwoch oder Donnerstag wäre der nächstmögliche Termin gewesen, da bin ich mir aber nicht sicher.

Zitat
Aber da steckt durch die unterschiedlichen abgefragten Felder viel mehr differenzierter Unmut drin, als nur, dass die Grenzen sind offen.
Hatte ich den Eindruck erweckt, es ginge nur um "offene Grenzen"? Das tut mir leid. Die Grenze ist nur der Ausgangspunkt der vielfältigen Probleme mit der Asylpolitik.

Zitat
Überlege mal, wir wären richtig gut in der Integration.
Das ist übrigens auch so ein Punkt, den ich kritisch finde. Warum müssen Asyl- und Schutzsuchende integriert werden und wollen die das überhaupt? Asyl und Schutz sollten zeitlich begrenzt sein, unser System ist aber mittlerweile so angelegt, dass diese Menschen wie Einwanderer behandelt werden.

Integration kann aber auch nur dann funktionieren, wenn das System, das die Integrationsleistung erbringen muss, nicht überlastet ist.

Zitat
Und ich glaube nicht, dass der einzige Grund für die schlechte Politik ist, dass zu viele Migranten im Land sind.
Der Grund für schlechte Politik ist mMn., dass die Politiker die Probleme der Bürger mit der Migration nicht ernst nehmen.

Es geht auch nicht um "die Migranten", sondern um die Leute, die Ärger machen und wie schon geschrieben: das ist eine Minderheit.

Ein weiteres Problem ist die Wohnungsnot: Neubauten für Flüchtlinge sind schwer zu vermitteln, wenn es für den "Normalbürger" fast schon unmöglich ist, eine Wohnung zu finden oder selber ein Haus zu bauen.

Über die Ukrainer haben wir ja auch schon gesprochen, wenn es nicht am Bürgergeld liegt, warum die hier weniger arbeiten als anderswo, dann sollte man das mal vernünftig aufklären (vllt. habe ich das aber auch nur verpasst) und erklären, was man dagegen zu tun gedenkt.

Warum gibt es immer noch keinen "Spurwechsel"? Darüber wird seit Jahren gesprochen, gemacht wird es nicht. Bei den "braven" Migranten, die sich möglichst gut integrieren wollen, die sich an Recht und Gesetz halten, die einen Job haben oder eine Ausbildung machen, ist es oft kein Problem, die in ihre Heimat abzuschieben.

Seit Jahren wird immer nur viel gequatscht, aber es geschieht nichts, ich weiß nicht, warum das so ist, da wirst du einen Politiker fragen müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.Mai 2025, 15:47:13
Auch mit dem Ziel eine Sache bestmöglich zu erreichen können Abwägungen notwendig sein.
Diese Abwägung wurde bereits gemacht, das Völkerrecht gibt es her. Für mich spricht nichts, aber auch rein gar nichts dafür, einen verurteilen Schwerkriminellen nicht abzuschieben, ich sehe keinerlei Mehrwert darin, so jemand im Land zu behalten.

Das mit der Abwägung meinte ich zu generellen Entscheidungen.

Konktret zu diesem Punkt: In der Realität entscheiden Gerichte darüber und da spricht aus heutiger Sicht oft eine ganze Menge dagegen. Abschiebung nach Afghanistan und Syrien sind schwer, weil es keine Beziehungen gibt. Droht im Zielland Folter und unmenschliche Behandlung, verbietet uns die Genfer Flüchtlingskonvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention, an die wir uns halten.
Man müsste ne ganze Menge rechtlich verändern, damit das geht. Aber auch das Abwenden oder teilweise Abwenden von diesen Konventionen macht mit uns nunmal etwas als Gesellschaft. Das "Problem" ist, dass die Konventionen schwar weiß sind. Die fassen alle Menschen ein und machen keinen Unterschied zwischen Straftätern und lieben Bürgern. Das ist auch wieder eine Abwägung, ob man das will.

Ich brauche hier keine geflüchteten Strafttäter und für mich gelten da die gleichen Wünsche wie bei dir. Zumindest höre ich das raus. Aber ich sehe jede Menge Problematik und habe gewisserweise Verständnis, warum man nicht einfach nen Menschen (auch wenn er ein Strafttäter ist) packen kann und irgendwo hinsteckt, als ginge uns nichts an was dort mit ihm passiert. Für mich ist das ein ziemliches Dilemma. Und das ist bei weitem nicht das einzige in dieser Sache.
 
Zitat
Ich will nicht, dass wir die AFD loswerden, weil wir die AFD Positionen umsetzen.
Bei der AfD wird ja gerne so getan, als wäre sie die Reinkarnation der NSDAP und sie wolle alle Ausländer deportieren. Das wird ganz sicher nicht umgesetzt werden.
Das wollte ich damit nicht sagen. Ich weiß nicht, was die AFD machen würde. Ich verteufel sie auch nicht für etwas, was sie noch gar nicht gemacht hat. Aber im Rahmen meines gesamtes Postes: Ich würde mir wünschen, wenn man das Problem in seiner Gesamtheit betrachtet, also auch wie man besser damit umgehen kann, und nicht nur den Weg der Restriktion geht. So wie du es auch weiter unten schreibst. Grenzen zu, oder ingesamt einen härtern Kurs fahren ist natürlich keine ausschließliche ADF Position. Aber die AFD hat keine andere.


Zitat
Zumindest hoffe ich, dass es einen anderen Weg gibt oder hier ein sehr gutes Maß gelingt.
Sind meine Vorschläge inakzeptabel?

Ich finde deine Vorschläge akzeptabel. Aber siehe oben. Ich sehe viele Probleme bei der Umsetzung und Schritte, die ich nicht so bereitwillig gehen würde, wie du es schreibst.

Zitat
Aber da steckt durch die unterschiedlichen abgefragten Felder viel mehr differenzierter Unmut drin, als nur, dass die Grenzen sind offen.
Hatte ich den Eindruck erweckt, es ginge nur um "offene Grenzen"? Das tut mir leid. Die Grenze ist nur der Ausgangspunkt der vielfältigen Probleme mit der Asylpolitik.
Du nicht. Ich störe mich ja nicht an deinen Entscheidungen, sondern an den Entscheidungen der aktuellen Regierung, die ich für zu eindimensional halte. Den Koalitionsvertrag habe ich bereits zitiert und die letzten Tage ging es hier im Forum auch verstärkt nur darum.

Zitat
Überlege mal, wir wären richtig gut in der Integration.
Das ist übrigens auch so ein Punkt, den ich kritisch finde. Warum müssen Asyl- und Schutzsuchende integriert werden und wollen die das überhaupt? Asyl und Schutz sollten zeitlich begrenzt sein, unser System ist aber mittlerweile so angelegt, dass diese Menschen wie Einwanderer behandelt werden.

Integration kann aber auch nur dann funktionieren, wenn das System, das die Integrationsleistung erbringen muss, nicht überlastet ist.
Ich würde sagen, weil da ne Chance drin steckt. Fakt ist doch, dass die Beschäftigungsquoten der Menschen aus Asylherkunftsländern Jahr für Jahr steigt.
Man kann auch die Menschen in eingepfertchen Lagern zwei, fünf oder zehn Jahre wie Vieh halten und sich auf die Schulter klopfen und sagen, na immerhin leben sie, die sollen froh und dankbar sein. Das ist jetzt natürlich überspitzt formuliert. Aber was ist die Alternative zwischen Integration und... ja, was?
Geht für mich halt immer noch um Menschen die, wie du unten schreibst, in ihrer Mehrheit kein Ärger machen. Mit denen kann man doch etwas anfangen... Und ich rede jetzt nicht von allen. Ich habe mich hier bereits mehrfach für effiziente Abschiebungen ausgesprochen von Menschen wo das möglich ist. Aber wenn die hier auf jeden Fall für drei oder fünf Jahre leben, weil die einen dementsprechenden Status haben?

Zitat
Und ich glaube nicht, dass der einzige Grund für die schlechte Politik ist, dass zu viele Migranten im Land sind.
Der Grund für schlechte Politik ist mMn., dass die Politiker die Probleme der Bürger mit der Migration nicht ernst nehmen.

Es geht auch nicht um "die Migranten", sondern um die Leute, die Ärger machen und wie schon geschrieben: das ist eine Minderheit.

Ein weiteres Problem ist die Wohnungsnot: Neubauten für Flüchtlinge sind schwer zu vermitteln, wenn es für den "Normalbürger" fast schon unmöglich ist, eine Wohnung zu finden oder selber ein Haus zu bauen.

Über die Ukrainer haben wir ja auch schon gesprochen, wenn es nicht am Bürgergeld liegt, warum die hier weniger arbeiten als anderswo, dann sollte man das mal vernünftig aufklären (vllt. habe ich das aber auch nur verpasst) und erklären, was man dagegen zu tun gedenkt.

Warum gibt es immer noch keinen "Spurwechsel"? Darüber wird seit Jahren gesprochen, gemacht wird es nicht. Bei den "braven" Migranten, die sich möglichst gut integrieren wollen, die sich an Recht und Gesetz halten, die einen Job haben oder eine Ausbildung machen, ist es oft kein Problem, die in ihre Heimat abzuschieben.

Seit Jahren wird immer nur viel gequatscht, aber es geschieht nichts, ich weiß nicht, warum das so ist, da wirst du einen Politiker fragen müssen.

Jup, alles was du sagst stimmt. Ein weiteres verpenntes Politikfeld. Mit dem Unterschied, dass man hier kein neues Ministerium braucht oder man sich auch nicht richtig anstrengen muss, um es wirklich besser zu machen. Das Problem ist ne schwache Gruppe von Menschen und anstatt sich den Problemen konstruktiv anzunehmen kann man ihnen auch ne Mauer vor die Nase stellen, bis sie sich an der griechschen oder italienischen Grenze stapeln. Dann ist das Problem weg. Ist mir einfach zu einfach und dafür ist mir das Problem zu ernst.



Edit: Zur Ukraine... Weil wir sie im Vergleich zu anderen Ländern mit Bürokratie voll pflastern. Die Arbeitswilligkeit wird als hoch angesehen. Aber in Deutschland ist es gang und gebe erstmal nen Sprachkurs machen zu müssen und der stellt sich für ukrainische Muttersprachler als schwer heraus. Außerdem gibt es massive Probleme mit zu langwierigen Anerkennungsverfahren von Qualifikationen und das für alles ne Genehmigung gebraucht wird. Arbeitsplätze können nicht angenommen werden, weil kein Genehmigung für einen Umzug vorliegt. Fürhererschein wird nicht anerkannt. Und so weiter. Da die Flüchtlinge vor allem Frauen und da vor allem Mütter sind, muss ich das Thema mit der Kinderbetreung wohl nicht ansprechen. Darüber hinaus fehlt es an Unterstützung durch diese Verfahren durch zu kommen, die natürlich auch am Sprachmangel scheitern.

Andere Länder hatten das wesentlich weniger Hürden. Polen und Ukraine hat zum Beispiel weniger Sprachbarriere. Dänemarkt hatte wesentlich einfache Zugänge zu allem. Bei uns wurden, bis auf die Versorgung, die Ukrainer wie Flüchtlinge behandelt und haben demenstrechend auch einen ähnlichen Wachstum bei der Arbeitsquote. Nach einem Jahr liegt der um die 7%.

Edit 2: Der unterste Absatz war polemisch.  :angel: Auch wenn ich denke, dass es in vielen formulierten und verkürzten Lösungsansätzen manchmal genau danach klingt und in Realität hängt da so viel mehr dran...
Ich finde deine Vorschläge gute Ansätze. Neubauten für Normalbürger wären ja auch schon ne Sache, um Neubauten für Flüchtlinge zu legitimieren. Da kommen wir in ein anderes Politikfeld, in dem es brennt.
Den Spurwechsel wollte die Ampel. Aber ich glaube er wurde dann nicht mehr umgesetzt, oder?
Auch die Kommunen, die Überforderung melden (das sind lange nicht alle) müsste unter die Arme gegriffen werden, damit vor Ort niemand auf der Strecke bleibt und die Leute mitgenommen werden.
Naja... Und dann eben Europa. Vielleicht klappt GESA. Habe bisher nur den "Klappentext" gelesen und noch keinen großen Eindruck davon. Aber eine Reform von Dublin kann eigentlich nicht schlecht sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Addison53 am 14.Mai 2025, 11:18:34
Es wurden wohl drei "vermutlich" russische Agenten festgenommen die Anschläge (Brand / Explosion) in Deutschland geplant haben. Wir erleben mMn. grundsätzlich in den letzten Jahren die größte Destabilisierungskampagne seitens Russland die Europa je gesehen hat. Polen hat diese Woche auch seinen Bericht zur Explosion im Einkaufszentrum vorgelegt und das russische Generalkonsulat daraufhin geschlossen. Ich bin gespannt wie "empört" darüber die AFD reagieren wird. Vermutlich werden Sie dazu mahnen erstmal die Ermittlungen abzuwarten und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen - weil die AFD gerne mal nur dann voreilige Schlüsse zieht wenn Sie es irgendwie mit Asylanten oder dem Islam in Verbindung bringen kann.

Ich finde es erschreckend inwieweit hier die Propaganda seitens Russland greift und viele dadurch Putin immer noch für einen Freund der missverstanden wurde halten. Auf die Nachricht von eben hin wurde allein bei uns im Betrieb erstmal festgestellt, dass es doch genauso gut die Ukraine sein könnte mit dem Anschlag und Russland doch keinerlei Interesse hätte an so einem Anschlag.

Klar: Russland hat sicherlich keinerlei Interesse daran in Europa Unruhe zu stiften. Weil unruhige Zeiten ja nie statistisch zum Erstarken rechtsextremer Kräfte führen und rein zufällig alle rechtsextremen Kräfte mit Russland als Partner arbeiten wollen und weiter rein zufällig alle rechtsextremen Kräfte erneuerbare Energien ablehnen und damit Russlands Einnahmen die in Gefahr sind wieder rein zufällig pushen würden. Sicherlich hat Russland keinerlei Interesse daran, dass in Europa die Parteien an die Macht kommen die seinen Haupteinnahmequellen den größten Absatz besorgen würden. Da ist die Theorie, dass Ukraine Anschläge verübt damit in der EU Russlandnahe Parteien an die Macht kommen natürlich deutlich wahrscheinlicher.

Es ist verrückt in welchem Zeitalter wir uns befinden und trotz immer mehr Zugang zu Informationen und Fakten die Menschen die neuen Wege nutzen um sich einfach noch mehr Sch**** und Lügen servieren zu lassen. Russland hat Manipulation durch Social Media verstanden. Trump hat Manipulation durch Social Media verstanden aber wir setzen immernoch auf klassische Regierungsmitteilungen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 14.Mai 2025, 12:02:29
Das Kernproblem ist sicherlich, dass es in diesen verrückten Zeiten kaum noch einen Konsens über geltende Normen und wissenschaftlich fundierte Fakten gibt. Wenn dann Fakten schlichtweg ignoriert werden oder durch alternative Fakten ersetzt werden, ist es sehr schwer, eine sachliche Diskussion zu führen. Aus dem aufklärerischen Credo, seinen eigenen Verstand zu gebrauchen, leiten immer mehr Menschen ab, selbst Naturgesetze anzuzweifeln, weil es sich damit offenbar leichter leben lässt. Ist das aus falsch verstandener Toleranz gegenüber Andersdenkenden zustandegekommen? Sollte man sich klarer positionieren und Geschwurbel nicht als Geschwurbel, sondern als Falschdarstellung abkanzeln? Vermutlich ist es dafür bei einigen Menschen zu spät, um diese noch zu erreichen.

Ich frage mich daher oft, was man in der Ausbildung tun kann (arbeite ja als Lehrer), um jungen Menschen einerseits das notwendige Wissen zu vermitteln, ihnen aber auch klar zu machen, dass beispielsweise die Leugnung der Folgen des Klimawandels auch nicht helfen werden, wenn dann in ein paar Jahren beispielsweise in Brandenburg oder anderswo das Trinkwasser rationiert werden muss. Egal, ob man daran glaubt oder es ablehnt. Die Folgen unseres heutigen Konsums und Lebensstils tragen wir und unsere Kinder alle einmal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.Mai 2025, 15:04:52
Es wurden wohl drei "vermutlich" russische Agenten festgenommen die Anschläge (Brand / Explosion) in Deutschland geplant haben. Wir erleben mMn. grundsätzlich in den letzten Jahren die größte Destabilisierungskampagne seitens Russland die Europa je gesehen hat. Polen hat diese Woche auch seinen Bericht zur Explosion im Einkaufszentrum vorgelegt und das russische Generalkonsulat daraufhin geschlossen. Ich bin gespannt wie "empört" darüber die AFD reagieren wird. Vermutlich werden Sie dazu mahnen erstmal die Ermittlungen abzuwarten und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen - weil die AFD gerne mal nur dann voreilige Schlüsse zieht wenn Sie es irgendwie mit Asylanten oder dem Islam in Verbindung bringen kann.

Ich finde es erschreckend inwieweit hier die Propaganda seitens Russland greift und viele dadurch Putin immer noch für einen Freund der missverstanden wurde halten. Auf die Nachricht von eben hin wurde allein bei uns im Betrieb erstmal festgestellt, dass es doch genauso gut die Ukraine sein könnte mit dem Anschlag und Russland doch keinerlei Interesse hätte an so einem Anschlag.

Klar: Russland hat sicherlich keinerlei Interesse daran in Europa Unruhe zu stiften. Weil unruhige Zeiten ja nie statistisch zum Erstarken rechtsextremer Kräfte führen und rein zufällig alle rechtsextremen Kräfte mit Russland als Partner arbeiten wollen und weiter rein zufällig alle rechtsextremen Kräfte erneuerbare Energien ablehnen und damit Russlands Einnahmen die in Gefahr sind wieder rein zufällig pushen würden. Sicherlich hat Russland keinerlei Interesse daran, dass in Europa die Parteien an die Macht kommen die seinen Haupteinnahmequellen den größten Absatz besorgen würden. Da ist die Theorie, dass Ukraine Anschläge verübt damit in der EU Russlandnahe Parteien an die Macht kommen natürlich deutlich wahrscheinlicher.

Es ist verrückt in welchem Zeitalter wir uns befinden und trotz immer mehr Zugang zu Informationen und Fakten die Menschen die neuen Wege nutzen um sich einfach noch mehr Sch**** und Lügen servieren zu lassen. Russland hat Manipulation durch Social Media verstanden. Trump hat Manipulation durch Social Media verstanden aber wir setzen immernoch auf klassische Regierungsmitteilungen.


Ich liefere dann mal die Quelle nach : https://www.tagesschau.de/inland/russland-sabotage-festnahmen-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/russland-sabotage-festnahmen-100.html)
Festzuhalten bleibt : Es ist erstmal ein Verdacht. Seltsam auch dass Ukrainer für die Russen arbeiten und damit die Position ihres Landes schwächen. Würde mal überprüfen ob die betreffenden nicht eigentlich Russen sind und evtl. aus den östlicheren Regionen kommen und sich eher als Russen denn als Ukrainer sehen.
Und hat hier jemand ernsthaft bezweifelt, dass Russland uns nach unserem Verhalten nicht als Gegner sieht? Das muss doch allen klargewesen sein, dass nach unseren Waffenlieferungen Putin sicherlich nicht eine neutrale Macht in uns sieht, sondern eher einen Gegner (noch nicht Kriegsgegner).
Es zeigt sich hier übrigens wieder das gleiche Bild von Staatsversagen : Ebenso wie Islamisten als Flüchtlingen aus dem Nahen Osten hierhin kamen, sind russische Agenten scheinbar als Ukrainer hierhin gekommen. Wir haben also gar keine Ahnung wen wir hier reinlassen. Es sind bestimmt nicht nur die 3, die Putin hierhin gebracht hat, sondern viel mehr.

Das Kernproblem ist sicherlich, dass es in diesen verrückten Zeiten kaum noch einen Konsens über geltende Normen und wissenschaftlich fundierte Fakten gibt. Wenn dann Fakten schlichtweg ignoriert werden oder durch alternative Fakten ersetzt werden, ist es sehr schwer, eine sachliche Diskussion zu führen. Aus dem aufklärerischen Credo, seinen eigenen Verstand zu gebrauchen, leiten immer mehr Menschen ab, selbst Naturgesetze anzuzweifeln, weil es sich damit offenbar leichter leben lässt. Ist das aus falsch verstandener Toleranz gegenüber Andersdenkenden zustandegekommen? Sollte man sich klarer positionieren und Geschwurbel nicht als Geschwurbel, sondern als Falschdarstellung abkanzeln? Vermutlich ist es dafür bei einigen Menschen zu spät, um diese noch zu erreichen.Ich frage mich daher oft, was man in der Ausbildung tun kann (arbeite ja als Lehrer), um jungen Menschen einerseits das notwendige Wissen zu vermitteln, ihnen aber auch klar zu machen, dass beispielsweise die Leugnung der Folgen des Klimawandels auch nicht helfen werden, wenn dann in ein paar Jahren beispielsweise in Brandenburg oder anderswo das Trinkwasser rationiert werden muss. Egal, ob man daran glaubt oder es ablehnt. Die Folgen unseres heutigen Konsums und Lebensstils tragen wir und unsere Kinder alle einmal.

Und hier zeigst du, dass auch die "progressive Seite" nicht davor gefeit ist, selbst wenn sie sich auf Wissenschaft beruft. Fakt ist : Höhere Temperaturen führen zu mehr Verdunstung über den Ozeanen und damit auch zu mehr Niederschlägen auch Land. Paradoxerweise habe ich schon öfters angemerkt, dass z.B. die Sahara grüner werden würde. An alle die jetzt sagen, ich schwurble :
https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/downloads/outreach/IPCC_AR6_WGI_SummaryForAll_German.pdf (https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/downloads/outreach/IPCC_AR6_WGI_SummaryForAll_German.pdf)
Der Link zur Zusammenfassung des IPCC-Bericht auf den sich die Klimawandel-Hysteriker immer stützen. Seite 12 und die rechte Grafik : Mehr Niederschlag in der Sahara. Weniger Niederschlag im Mittelmeerraum (Südfrankreich, Italien, Spanien) und nur etwas mehr Niederschlag in Deutschland und damit Brandenburg.
Hier nochmal den Beispiel Brandenburg :
https://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/projekte/klimasignalkarten/gerics_klimaausblick_brandenburg_version1.2_deutsch.pdf (https://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/projekte/klimasignalkarten/gerics_klimaausblick_brandenburg_version1.2_deutsch.pdf)
Mehr Niederschläge, mehr Tage mit mehr als 20mm Niederschlag. Klimatische Wasserbalance : Tendenz zur Zunahme.
Eine Entwicklung die man jetzt schon sieht :
https://meteo.plus/wetterstatistik-brandenburg-jahr.html#niederschlag (https://meteo.plus/wetterstatistik-brandenburg-jahr.html#niederschlag)
Die durchschnittliche Niederschlagsmenge steigt. 3 der 5 letzten Jahr waren überdurchschnittlich niederschlagsreich.
Gibt es Klimawandel : Ja. Sind die Folgen jene, die hier immer herausgeschrien werden : Nein. Kennen die Klima-Hysteriker die Berichte, auf denen sie ihre "Theorie" aufbauen : Nein. Genauso wie die Klima-Leugner beschäftigt sich also auch die Gegenseite nur "oberflächlich" mit Berichten und Fakten. Ja wir sind im postfaktischen Zeitalter. Ja, Lesen ist uncool geworden und sich eingehend mit Dingen beschäftigen auch. TikTok ist sozusagen nur das offensichtliche Merkmal wie es um die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen bestellt ist.


Zum Thema Sahara nochmal : Die Bodenfeuchte wird in jedem Szenario zunehmen.
https://www.ipcc.ch/report/ar6/syr/downloads/report/IPCC_AR6_SYR_FullVolume.pdf (https://www.ipcc.ch/report/ar6/syr/downloads/report/IPCC_AR6_SYR_FullVolume.pdf)
Ich verweise auf Seite 30 des Berichtes. Je stärker die Temperatur steigt, umso stärker also auch da das Wachstum. Woher kommt denn wohl das fossile Grundwasser dort, was wir dort ausplündern und verbrauchen? Die Sahara war nicht immer eine Wüste, sondern auch eine Savannenzone mit mehr Niederschlag...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Addison53 am 14.Mai 2025, 15:30:13
Es wurden wohl drei "vermutlich" russische Agenten festgenommen die Anschläge (Brand / Explosion) in Deutschland geplant haben. Wir erleben mMn. grundsätzlich in den letzten Jahren die größte Destabilisierungskampagne seitens Russland die Europa je gesehen hat. Polen hat diese Woche auch seinen Bericht zur Explosion im Einkaufszentrum vorgelegt und das russische Generalkonsulat daraufhin geschlossen. Ich bin gespannt wie "empört" darüber die AFD reagieren wird. Vermutlich werden Sie dazu mahnen erstmal die Ermittlungen abzuwarten und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen - weil die AFD gerne mal nur dann voreilige Schlüsse zieht wenn Sie es irgendwie mit Asylanten oder dem Islam in Verbindung bringen kann.

Ich finde es erschreckend inwieweit hier die Propaganda seitens Russland greift und viele dadurch Putin immer noch für einen Freund der missverstanden wurde halten. Auf die Nachricht von eben hin wurde allein bei uns im Betrieb erstmal festgestellt, dass es doch genauso gut die Ukraine sein könnte mit dem Anschlag und Russland doch keinerlei Interesse hätte an so einem Anschlag.

Klar: Russland hat sicherlich keinerlei Interesse daran in Europa Unruhe zu stiften. Weil unruhige Zeiten ja nie statistisch zum Erstarken rechtsextremer Kräfte führen und rein zufällig alle rechtsextremen Kräfte mit Russland als Partner arbeiten wollen und weiter rein zufällig alle rechtsextremen Kräfte erneuerbare Energien ablehnen und damit Russlands Einnahmen die in Gefahr sind wieder rein zufällig pushen würden. Sicherlich hat Russland keinerlei Interesse daran, dass in Europa die Parteien an die Macht kommen die seinen Haupteinnahmequellen den größten Absatz besorgen würden. Da ist die Theorie, dass Ukraine Anschläge verübt damit in der EU Russlandnahe Parteien an die Macht kommen natürlich deutlich wahrscheinlicher.

Es ist verrückt in welchem Zeitalter wir uns befinden und trotz immer mehr Zugang zu Informationen und Fakten die Menschen die neuen Wege nutzen um sich einfach noch mehr Sch**** und Lügen servieren zu lassen. Russland hat Manipulation durch Social Media verstanden. Trump hat Manipulation durch Social Media verstanden aber wir setzen immernoch auf klassische Regierungsmitteilungen.


Ich liefere dann mal die Quelle nach : https://www.tagesschau.de/inland/russland-sabotage-festnahmen-100.html
Festzuhalten bleibt : Es ist erstmal ein Verdacht. Seltsam auch dass Ukrainer für die Russen arbeiten und damit die Position ihres Landes schwächen. Würde mal überprüfen ob die betreffenden nicht eigentlich Russen sind und evtl. aus den östlicheren Regionen kommen und sich eher als Russen denn als Ukrainer sehen.
Und hat hier jemand ernsthaft bezweifelt, dass Russland uns nach unserem Verhalten nicht als Gegner sieht? Das muss doch allen klargewesen sein, dass nach unseren Waffenlieferungen Putin sicherlich nicht eine neutrale Macht in uns sieht, sondern eher einen Gegner (noch nicht Kriegsgegner).
Es zeigt sich hier übrigens wieder das gleiche Bild von Staatsversagen : Ebenso wie Islamisten als Flüchtlingen aus dem Nahen Osten hierhin kamen, sind russische Agenten scheinbar als Ukrainer hierhin gekommen. Wir haben also gar keine Ahnung wen wir hier reinlassen. Es sind bestimmt nicht nur die 3, die Putin hierhin gebracht hat, sondern viel mehr.

Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass es Putin wirklich darum geht wer der Ukraine Waffen liefert und wer nicht in seiner Betrachtung als Feind. Ich denke Putin ist da ein ganzes Stückchen emotional kühler und sachlicher in seiner Betrachtung und schaut einfach nur welche politische Ideologie Ihm langfristig die meisten Vorteile bringt und welche nicht. Als Land was sich hauptsächlich durch Gas und Öl finanziert fallen da nun mal alle politischen Parteien raus die sich der Wirklichkeit des Klimawandels stellen und auf erneuerbare Energien setzen. Ich war selbst kein Freund der Ampelregierung aber was bei dieser Regierung auf Social Media an Diffamierungs- und Memekampagnen aufgeführt wurde war schon sehr bedenklich. Jeder kleinste Versprecher wurde Mithilfe von tausenden Clips und Reels auf SM ausgeschlachtet um den Anschein zu erwecken, dass "grüne" Regierungen unfähig sind. Logiklöcher wurden bis ans Ende ausgeschlachtet.



Das Kernproblem ist sicherlich, dass es in diesen verrückten Zeiten kaum noch einen Konsens über geltende Normen und wissenschaftlich fundierte Fakten gibt. Wenn dann Fakten schlichtweg ignoriert werden oder durch alternative Fakten ersetzt werden, ist es sehr schwer, eine sachliche Diskussion zu führen. Aus dem aufklärerischen Credo, seinen eigenen Verstand zu gebrauchen, leiten immer mehr Menschen ab, selbst Naturgesetze anzuzweifeln, weil es sich damit offenbar leichter leben lässt. Ist das aus falsch verstandener Toleranz gegenüber Andersdenkenden zustandegekommen? Sollte man sich klarer positionieren und Geschwurbel nicht als Geschwurbel, sondern als Falschdarstellung abkanzeln? Vermutlich ist es dafür bei einigen Menschen zu spät, um diese noch zu erreichen.

Ich frage mich daher oft, was man in der Ausbildung tun kann (arbeite ja als Lehrer), um jungen Menschen einerseits das notwendige Wissen zu vermitteln, ihnen aber auch klar zu machen, dass beispielsweise die Leugnung der Folgen des Klimawandels auch nicht helfen werden, wenn dann in ein paar Jahren beispielsweise in Brandenburg oder anderswo das Trinkwasser rationiert werden muss. Egal, ob man daran glaubt oder es ablehnt. Die Folgen unseres heutigen Konsums und Lebensstils tragen wir und unsere Kinder alle einmal.

Ich hab dem nichts hinzuzufügen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.Mai 2025, 15:52:35
Zitat von: Addison53
Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass es Putin wirklich darum geht wer der Ukraine Waffen liefert und wer nicht in seiner Betrachtung als Feind. Ich denke Putin ist da ein ganzes Stückchen emotional kühler und sachlicher in seiner Betrachtung und schaut einfach nur welche politische Ideologie Ihm langfristig die meisten Vorteile bringt und welche nicht. Als Land was sich hauptsächlich durch Gas und Öl finanziert fallen da nun mal alle politischen Parteien raus die sich der Wirklichkeit des Klimawandels stellen und auf erneuerbare Energien setzen. Ich war selbst kein Freund der Ampelregierung aber was bei dieser Regierung auf Social Media an Diffamierungs- und Memekampagnen aufgeführt wurde war schon sehr bedenklich. Jeder kleinste Versprecher wurde Mithilfe von tausenden Clips und Reels auf SM ausgeschlachtet um den Anschein zu erwecken, dass "grüne" Regierungen unfähig sind. Logiklöcher wurden bis ans Ende ausgeschlachtet.[/font]
[/size]
Ich bin ziemlich sicher, dass Putin sicher nicht gegen grüne Regierungen per se ist. Und diese "grüne" Opfernarrativ ist doch lächerlich mittlerweile. Die öffentlich-rechtlichen Medien haben immer sehr wohlwollend über die Grünen berichtet verglichen mit der FDP. Und ich sehe auf Social Media nicht tausende Clips und Reels und wenn, dann sind das Aussagen die echt übel sind. Das hat dann auch nichts mit Diffamierung zu tun. Und Logiklöcher sollte eine Regierungspartei versuchen zu schließen, sie treffen schließlich Entscheidungen... Logiklöcher gibt es übrigens bei jeder Partei. Ich empfehle den Grünen übrigens einfach mal, sich auch Interviews zu stellen, wo man Gegenwind bekommt. Grundsätzlich sind progressive sehr in ihrer Bubble verhaftet und sollten auch mit den politisch Andersdenkenden diskutieren. Das findet hier nicht statt. 
Dass auch die "Rechten" in einer Bubble leben bestreite ich übrigens nicht. Sie wirken aber "gemässigter" in Diskussionen als "liberal-progressive". Wobei liberal eher gesellschaftlich die FDP ist und nicht die Grünen, die halte ich in ihren Ansichten für ebenso spießig wie die Union...

Ein Beispiel zu grüner Ahnungslosigkeit:
https://www.tiktok.com/@jetteniz/video/7501370456864312598 (https://www.tiktok.com/@jetteniz/video/7501370456864312598)
Jette Nietzard, die Königin der schlechten Aussagen bei den Grünen. Seien es nun Feuerwerk, das Männern die Hand zerfetzt, damit sie keine Frauen mehr schlagen können oder jetzt Gysi diffamieren.
Ich zitiere mal Wikipedia : "Im Juni 2016 wurde das Verfahren gegen Gysi von der Hamburger Staatsanwaltschaft eingestellt. Die eidesstattliche Erklärung, in der er die Mitarbeit bei der Stasi bestritt, ließ sich durch die Staatsanwaltschaft nicht widerlegen. Zwar konnten in den Unterlagen Hinweise auf eine mögliche Tätigkeit für die Stasi unter den Decknamen Gregor oder Notar gefunden werden, doch ließen diese unterschiedliche, teilweise widersprüchliche Interpretationen zu. Weder unter den Zeugenaussagen noch bei den Aufzeichnungen des Generalbundesanwaltes sei eindeutig belastendes Material gefunden worden."
Und ihre Queen Heidi Reichinek  hat ja bei Lanz ihre komplette Ahnungslosigkeit zum Besten gegeben, kannte keinerlei Zahlen und nennt als "Entschuldigung" eine Migräne. Aber dass sie das TikTok-Postergirl ist wundert mich nicht. Wie Octavianus schon bemerkte : Fakten sind scheinbar unwichtig heutzutage. Es geht um Aufmerksamkeit, Opfertum und auf der "richtigen" Seite zu sein, damit ich den Andersdenkenden mobben kann (ich schau nach Links und Rechts)...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 14.Mai 2025, 21:21:54
Die Quellen zum Niederschlag sind wichtig und richtig und ich will nicht in Abrede stellen, dass es in Brandenburg eine größere Niederschlagsmenge gibt. Die intensive vom Menschen verursachte Nutzung der Böden führt aber zu vermehrter Trockenheit und Dürre und dafür müssen Lösungen gefunden werden. Wenn nämlich der (Stark)Regen auf trockene Böden trifft, passieren eben genau diese Flutkatastrophen und ähnliche Ereignisse. Die Lösungsansätze dafür wären beispielsweise eine klare Ausweisung und Wiedervernässung von Mooren oder überschwemmbaren Wiesenflächen, die genau für diesen Fall vorgehalten werden. Das sind jetzt nur zwei Ansätze, die mir spontan einfallen und die ich kürzlich in einem Artikel gelesen habe (Link müsste ich heraussuchen).
Ich sehe hier vor Ort, wo ich lebe, auch, dass es ein überraschend nasser Spätfrühling ist und dennoch sind die Böden schon jetzt extrem trocken und die heißen Sommermonate kommen erst noch. Der an sich gute Niederschlag wird also schon länger nicht mehr so aufgenommen, wie das vor Jahrzehnten der Fall war. Und dies wird langfristig zu einem Problem, das die Politik jetzt lösen sollte, um eben Wasserknappheit entschieden vorzubeugen und passiven Katastrophenschutz zu betreiben, wie ich das jetzt mal nennen würde. Denn jede Fläche, die Wassermassen aufnehmen kann und zum Erhalt des Grundwasserspiegels beiträgt, ist ein Beitrag zur Verhinderung schwerer Überschwemmungen.

Übrigens wird in dem von dir zitierten Bericht von der IPCC auch klar angemerkt, dass der Meeresspiegel rasant gestiegen ist und dies weiter tut. Dies mag für uns Kontinentalbewohner kein Problem sein, aber insbesondere Inselstaaten verlieren so auf Dauer ihre Lebensgrundlage.

Die Frage, welche wir uns dabei letztlich stellen, ist, ob wir als Menschen die Verantwortung für die gesamte Menschheit übernehmen wollen oder ob wir den Blick "nur" auf unsere Nation richten. Dieser Ausgleich der Interessen ist schwer umzusetzen, was ich gerne zugebe. Ob jetzt Radwege in Lateinamerika das beste Projekt sind, was durch Deutschland gefördert werden muss, sei mal dahingestellt. Aber wir können unseren Lebensstandard nicht ewig auf Kosten anderer Nationen erhalten, sondern müssen pragmatisch denken und handeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.Mai 2025, 22:59:01
Die Quellen zum Niederschlag sind wichtig und richtig und ich will nicht in Abrede stellen, dass es in Brandenburg eine größere Niederschlagsmenge gibt. Die intensive vom Menschen verursachte Nutzung der Böden führt aber zu vermehrter Trockenheit und Dürre und dafür müssen Lösungen gefunden werden. Wenn nämlich der (Stark)Regen auf trockene Böden trifft, passieren eben genau diese Flutkatastrophen und ähnliche Ereignisse. Die Lösungsansätze dafür wären beispielsweise eine klare Ausweisung und Wiedervernässung von Mooren oder überschwemmbaren Wiesenflächen, die genau für diesen Fall vorgehalten werden. Das sind jetzt nur zwei Ansätze, die mir spontan einfallen und die ich kürzlich in einem Artikel gelesen habe (Link müsste ich heraussuchen).
Ich sehe hier vor Ort, wo ich lebe, auch, dass es ein überraschend nasser Spätfrühling ist und dennoch sind die Böden schon jetzt extrem trocken und die heißen Sommermonate kommen erst noch. Der an sich gute Niederschlag wird also schon länger nicht mehr so aufgenommen, wie das vor Jahrzehnten der Fall war. Und dies wird langfristig zu einem Problem, das die Politik jetzt lösen sollte, um eben Wasserknappheit entschieden vorzubeugen und passiven Katastrophenschutz zu betreiben, wie ich das jetzt mal nennen würde. Denn jede Fläche, die Wassermassen aufnehmen kann und zum Erhalt des Grundwasserspiegels beiträgt, ist ein Beitrag zur Verhinderung schwerer Überschwemmungen.

Übrigens wird in dem von dir zitierten Bericht von der IPCC auch klar angemerkt, dass der Meeresspiegel rasant gestiegen ist und dies weiter tut. Dies mag für uns Kontinentalbewohner kein Problem sein, aber insbesondere Inselstaaten verlieren so auf Dauer ihre Lebensgrundlage.

Die Frage, welche wir uns dabei letztlich stellen, ist, ob wir als Menschen die Verantwortung für die gesamte Menschheit übernehmen wollen oder ob wir den Blick "nur" auf unsere Nation richten. Dieser Ausgleich der Interessen ist schwer umzusetzen, was ich gerne zugebe. Ob jetzt Radwege in Lateinamerika das beste Projekt sind, was durch Deutschland gefördert werden muss, sei mal dahingestellt. Aber wir können unseren Lebensstandard nicht ewig auf Kosten anderer Nationen erhalten, sondern müssen pragmatisch denken und handeln.


Hier stellt sich die Frage, ob wir unbedingt immer mehr versiegeln müssen. Und des weiteren ob nicht auch die veränderte Landwirtschaft beiträgt.
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/trockenheit-trockener-boden-starker-regen-problem-100.html
Die Fruchtfolge ist auch hier an der Grenze zu Holland teilweise so, dass Felder wochen- und monatelang kaum bedeckt sind. Hier müssen sich dann auch die Landwirte hinterfragen, die sich ja gerne darüber beklagen, wenn Dürre herrscht, warum sie nichts für die Böden unternehmen, damit die mehr Wasser speichern.
Zum Meeresspiegel : Ich würde recht schnell mal nach Venedig in Urlaub fahren, solange es noch geht. Aber auch Projekte wie Landaufschüttungen ansehen. Der Flughafen Kansai z.B. liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Da geht sowas recht schnell. Ein Googeln der Insel Strand zeigt auch, dass in Deutschland Land verloren gehen würde (so weit über dem Meeresspiegel ist Norddeutschland auch nicht). Noch auffälliger ist dabei die Niederlande, die seit Jahrhunderten darum kämpfen nicht unterzugehen.


In China übrigens sind Range Extender im Kommen.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/range-extender-vw-bmw-und-mercedes-verpassen-den-trend/100093878.html
Nennt sich Brückentechnologie aber ist wiederum eine Abkehr von der Elektifizierung meiner Meinung nach. Kann dank der unterirdischen Ladesituation in Deutschland (Stichwort : Kosten für Strom wenn du nicht "zu Hause" auflädst) ebenfalls eine Trendwende einleiten.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Mai 2025, 03:38:59
Gibt es Klimawandel : Ja. Sind die Folgen jene, die hier immer herausgeschrien werden : Nein. Kennen die Klima-Hysteriker die Berichte, auf denen sie ihre "Theorie" aufbauen : Nein.

Was sind den die Folgen, die herausgeschriehen werden und falsch sind? Nicht, dass es die nicht gibt. Davon würde ich sicher nicht ausgehen. Ich kann es aber auf Grund deiner Quellen nicht nachvollziehen, worauf die hinauswillst?

Meiner Meinung nach wird am häufigsten als Argument der steigende Meeresspiegel, Extremwetterereignisse mit ihren Folgen und Kipppunkte genannt. Ich würde sagen, dass die drei Themen durch die Wissenschaft relativ gut belegt sind.

Für mich ist das Wasser in Brandenburg ein ziemlich aktuelles Thema und groß in den Medien, weil es durch Teslawerkes oder Nestle akut politisch wurde. Genauso wie die der Wassermangel in Flüssen, der immer wieder droht ein Problem werden zu können. Letzteres wird meines Wissens aktuell und je nach Ort von Experten durch den Klimawandel erklärt.
Aber in Brandenburg ändert sich doch am aktuellen Zustand nichts, wenn das Klima in mehreren Jahrzehnten bewirken wird, dass es wieder besser wird. Gerade ist dort Wassermangel und man sollte auf den Verbrauch achten.
Vielleicht verstehe ich das komplett falsch. Was ist das falsche Argument über das Wasser in Brandenburg?

Und wegen der Sahara: Kommen wir viele Leute unter, die behaupten, durch den Klimawandel würde mit der Sahara... Was genau soll mit der Sahara passieren? Den Zusammehang verstehe ich auch nicht.

In China übrigens sind Range Extender im Kommen.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/range-extender-vw-bmw-und-mercedes-verpassen-den-trend/100093878.html
Nennt sich Brückentechnologie aber ist wiederum eine Abkehr von der Elektifizierung meiner Meinung nach. Kann dank der unterirdischen Ladesituation in Deutschland (Stichwort : Kosten für Strom wenn du nicht "zu Hause" auflädst) ebenfalls eine Trendwende einleiten.

Bin gespannt was der europäische Markt daraus macht. Die Technologie war schonmal da und wurde nicht angenommen. Gut, zum Teil wurde sie durch Gesetze kaputt gestutzt. Aber das alleine war meiner Meinung nach nicht der Grund.

Ich würds nicht ne Abkehr nennen. Gefühlt ist eine der größten Akzeptanzprobleme neben dem Preis die Distanz. Auch wenn das oft eine unbegründete Angst zu sein scheint, weil im Durschnitt nur 40 km pro Tag gefahren wird und ein Elektroauto, dass zu Hause geladen werden kann für viele dicke reicht. Aber einmal im Jahr Urlaub hin und zurück nimmt einen großen Platz ein und die Unsicherheiten über mangelnde Reichweite und Lücken im Ladenetz sind entstehen. Range Extender sind das Backup für diese spezielle Tage.
Dazu sind 1,5 Liter auf 100 km eine spitzen Effizienz. Wenn Akkus sich so weit entwickeln, dass sie selbst lange Distanzen schaffen oder das Ladenetz gut ausgebaut wird, ist die Technologie obsolet.
Wenn aber dadurch mehr Akzeptanz geschaffen wird und die Entwicklung des primären Elektrostrangs nicht gehemmt wird, finde ich das als Option eine gute Sache.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.Mai 2025, 09:05:05
In der Realität entscheiden Gerichte darüber und da spricht aus heutiger Sicht oft eine ganze Menge dagegen.
Ja, vor allen Dingen weltfremde Richter.

Zitat
Abschiebung nach Afghanistan und Syrien sind schwer, weil es keine Beziehungen gibt. Droht im Zielland Folter und unmenschliche Behandlung, verbietet uns die Genfer Flüchtlingskonvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention, an die wir uns halten.
Das stimmt nicht, die GFK hatte ich zitiert. Und so leid es mir tut, wer hier Menschen ermordet oder Frauen vergewaltigt, der hat dann im "Zielland" einfach Pech gehabt. Niemand hat die Person zu seinen Straftaten gezwungen. Und es ist auch nicht begreiflich zu machen, warum man sich so ein Subjekt für den Rest seines Lebens aufhalsen sollte, nur weil ihm in der Heimat Ungemach drohen könnte.

Zitat
Man müsste ne ganze Menge rechtlich verändern, damit das geht.
Und wo soll das Problem sein? Das ist alles menschengemacht, das sind keine Naturgesetze.

Zitat
Aber auch das Abwenden oder teilweise Abwenden von diesen Konventionen macht mit uns nunmal etwas als Gesellschaft.
Was denn?

Würde man die Gesetze, Verfassungen, Abkommen und Konventionen so anwenden, wie sie geschrieben stehen und auch wie sie von den Urhebern gemeint waren, dann gäbe es deutlich weniger Probleme in Deutschland.

Zitat
Die fassen alle Menschen ein und machen keinen Unterschied zwischen Straftätern und lieben Bürgern.
Das stimmt nicht, Art. 33 GFK hatte ich zitiert, da wird sehr wohl differenziert. Und würde der "Spurwechsel" endlich richtig umgesetzt, würde auch da differenziert.

Zitat
Aber ich sehe jede Menge Problematik...
Diese "Problematik" halte ich für vorgeschoben, das ist wie gesagt alles menschengmecht und keine Naturgesetze. Bisher WOLLTE man die Einwanderungspolitik nicht verändern und niemand mehr abschieben, um vor allen Dingen rote, grüne und linke Wähler nicht zu verprellen. Ich drücke Merz die Daumen, dass es ihm gelingt, die Asly politik wirklich vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen.

Zitat
...und habe gewisserweise Verständnis, warum man nicht einfach nen Menschen (auch wenn er ein Strafttäter ist) packen kann und irgendwo hinsteckt, als ginge uns nichts an was dort mit ihm passiert. Für mich ist das ein ziemliches Dilemma.
Warum sollte uns das etwas angehen, wenn ein Mensch in seine Heimat zurückkehren muss und welches Dilemma soll das sein? Dort, wo er nach Hause kommt, leben ja auch Menschen. Wenn es dort so furchtbar ist und derjenige dorthin nicht zurückkehren darf, dann wäre der logische Umkehrschluss, dass wir alle Menschen von dort nach Deutschland holen müssten.

Zitat
Ich würde mir wünschen, wenn man das Problem in seiner Gesamtheit betrachtet, also auch wie man besser damit umgehen kann, und nicht nur den Weg der Restriktion geht.
Das wird doch seit 10 Jahren versucht. Erfolglos.

Zitat
Ich sehe viele Probleme bei der Umsetzung und Schritte, die ich nicht so bereitwillig gehen würde, wie du es schreibst.
Wo ein Wille, da ein Weg. Es ist erkennbar, dass du das nicht willst.

Zitat
Ich störe mich ja nicht an deinen Entscheidungen, sondern an den Entscheidungen der aktuellen Regierung, die ich für zu eindimensional halte.
Was würdest du denn tun? Und nein, "bessere Integration" funktioniert nicht, weil alle Systeme, die damit zu tun haben, überlastet sind. Hier wurde ja das Beispiel mit dem 2000 Einwohner Dorf gebracht, das 500 Flüchtlinge integrieren soll. Das funktioniert nicht. Ich komme selber vom Dorf, wir hatten auch immer Flüchtlinge da, sie wurden von den älteren Frauen bemuttert, sie gingen mit uns zur Schule und haben mit uns Fußball gespielt. Aber es waren immer nur wenige, die dadurch gezwungen waren, sich ein Stück weit anzupassen und vor allen Dingen die Sprache zu lernen. Wenn du heute in der Grundschule 80% Schüler hast, die kein Deutsch können und auch zu Hause kein Wort Deutsch sprechen, dann kannst du Integration direkt in die Tonne kloppen.

Zitat
Ich würde sagen, weil da ne Chance drin steckt. Fakt ist doch, dass die Beschäftigungsquoten der Menschen aus Asylherkunftsländern Jahr für Jahr steigt.
Und trotzdem sind es viel zu wenige, die arbeiten und die, die jetzt nach 10 Jahren immer noch keine Arbeit haben, werden wohl auch keine mehr finden. Und für uns, die Gesellschaft und für die, die arbeiten und die sich gut integriert haben, wäre der "Spurwechsel" wichtig.

Zitat
Man kann auch die Menschen in eingepfertchen Lagern zwei, fünf oder zehn Jahre wie Vieh halten...
In UN-Flüchtlingslagern werden die Menschen wie "Vieh" gehalten?

Zitat
Mit denen kann man doch etwas anfangen...
Das ist halt die große Frage, ob man das kann. Ich höre den Zetsche noch, wie er die Flüchtlinge angepriesen hat, in seinem riesigen Unternehmen hat er trotzdem kaum mehr als eine Handvoll beschäftigt. Allerdings ist unser Asylsystem nicht für die Einwanderung vorgesehen.

Zitat
Ich habe mich hier bereits mehrfach für effiziente Abschiebungen ausgesprochen von Menschen wo das möglich ist. Aber wenn die hier auf jeden Fall für drei oder fünf Jahre leben, weil die einen dementsprechenden Status haben?
Die Frage verstehe ich nicht.

Zitat
Ist mir einfach zu einfach und dafür ist mir das Problem zu ernst.
Sehe ich anders. Es gibt nunmal Staaten und Grenzen und es ist eine wichtige Aufgabe eines Staates, seine Grenze zu schützen. Illegale Einreise ist genau das: illegal und sie bleibt es auch dann, wenn jemand Asyl sagt.
Stapeln sich denn die Flüchtlinge vor Australiens Grenzen? Nein, weil die sehr konsequent handeln. Und nochmal: es geht nicht um wirklich Flüchtlinge, wer in der Heimat poolitisch verfolgt wird oder wenn es dort Krieg/Bürgerkrieg gibt, der soll Schutz und Hilfe bekommen. In zB. Marokko ist aber nichts dergleichen der Fall, es ist ein sehr schlechter Witz, wenn man solchen Leuten Zugang zum Asylsystem verschafft. Das ist einfach nur Missbrauch.

Zitat
Edit: Zur Ukraine... Weil wir sie im Vergleich zu anderen Ländern mit Bürokratie voll pflastern.
Kann sein. Wäre es so, könnte die Regierung das ja offen ansprechen und auch präsentieren, wie man dem Abhilfe schaffen will.

Zitat
Da die Flüchtlinge vor allem Frauen und da vor allem Mütter sind, muss ich das Thema mit der Kinderbetreung wohl nicht ansprechen.
Ein Beispiel für das überlastete System. Und auch die Bürokratie ist überlastet, die selbstverständlich und nicht auf diesem Gebiet ausgemistet werden muss.

Auch wenn ich denke, dass es in vielen formulierten und verkürzten Lösungsansätzen manchmal genau danach klingt und in Realität hängt da so viel mehr dran...
Naja gut, man kann in einem Forum oder am Stimmtisch wohl auch nicht erwarten, dass da ein fertig formulierter und juristisch überprüfter Gesetzesentwurf vorgelegt wird ;-) Natprlich ist das alles verkürzt und auch simplifiziert, aber mein Motto ist weiterhin "Wo ein Wille, da ein Weg". Es hieß und heißt immer wieder, es wäre unmöglich, die Grenzen zu schließen. Während der Coronapnademie ging es dann plötzlich doch.

Zitat
Ich finde deine Vorschläge gute Ansätze. Neubauten für Normalbürger wären ja auch schon ne Sache, um Neubauten für Flüchtlinge zu legitimieren. Da kommen wir in ein anderes Politikfeld, in dem es brennt.
Ja, weil auch hier Ideologie Vorrang vor Pragmatismus gegeben wird. Man hat Bauen in D extrem teuer gemacht, einmal durch die Geldschwemme und auch aus baurechtlichen Vorgaben, insbesondere zur Dämmung der Buden.

Zitat
Den Spurwechsel wollte die Ampel.
Nein, darüber wird schon viel länger diskutiert.

Zitat
Auch die Kommunen, die Überforderung melden (das sind lange nicht alle) müsste unter die Arme gegriffen werden, damit vor Ort niemand auf der Strecke bleibt und die Leute mitgenommen werden.
Sicher, aber die Frage ist: wie will man das tun? Auch Deutschlands Ressourcen sind endlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.Mai 2025, 11:36:30
In der Realität entscheiden Gerichte darüber und da spricht aus heutiger Sicht oft eine ganze Menge dagegen.
Ja, vor allen Dingen weltfremde Richter.
Das kann ich nicht beurteilen.

Zitat
Abschiebung nach Afghanistan und Syrien sind schwer, weil es keine Beziehungen gibt. Droht im Zielland Folter und unmenschliche Behandlung, verbietet uns die Genfer Flüchtlingskonvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention, an die wir uns halten.
Das stimmt nicht, die GFK hatte ich zitiert. Und so leid es mir tut, wer hier Menschen ermordet oder Frauen vergewaltigt, der hat dann im "Zielland" einfach Pech gehabt. Niemand hat die Person zu seinen Straftaten gezwungen. Und es ist auch nicht begreiflich zu machen, warum man sich so ein Subjekt für den Rest seines Lebens aufhalsen sollte, nur weil ihm in der Heimat Ungemach drohen könnte.
Die Europäische Menschenrechtskonvetionen haben diese Einschränkung soweit ich weiß nicht: https://fra.europa.eu/de/eu-charter/article/19-schutz-bei-abschiebung-ausweisung-und-auslieferung. Wir haben auch nationale Gesetze, die da reinregeln: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__60.html. Zumindest wird hier eine Straftmaß geregelt, über dass gegangen werden musste.




Zitat
Man müsste ne ganze Menge rechtlich verändern, damit das geht.
Und wo soll das Problem sein? Das ist alles menschengemacht, das sind keine Naturgesetze.
Ich sage nicht, dass das ein Problem ist.

Zitat
Aber auch das Abwenden oder teilweise Abwenden von diesen Konventionen macht mit uns nunmal etwas als Gesellschaft.
Was denn?

Würde man die Gesetze, Verfassungen, Abkommen und Konventionen so anwenden, wie sie geschrieben stehen und auch wie sie von den Urhebern gemeint waren, dann gäbe es deutlich weniger Probleme in Deutschland.
Es verändert unsere gesellschaftliche Ethik und Moralvorstellung.
Siehe zum Beispiel, dass ein Strafttäter nach schwerer Tat eventuell nicht mehr eine Strafe verbüsen muss, weil er stattdessen ausreisen "darf". Was macht das mit den Opfern, zu wissen, dass der Strafttäter auf freiem Fuß ist?
Anders herum, für einen Strafttäter, der hier seine Strafe verbüst hat und dann abgeschoben werden soll kann (und wird) argumentiert, dass das eine Doppelbestrafung ist. Das Verbot der Doppelbestrafung ist eine der fundamentalsten Säulen und Grundprinzipien.

Das sind zwei gegensätzliche Beispiele, die im Einzelfalls zum tragen kommen können. Für mich sind das beides Details, die unser Wertesystem und Rechtsverständnis als Gesellschaft bilden und nirgendwo schwar auf weiß stehen.

Verstehe mich aber nicht falsch. Das heißt für mich nicht, dass man es deswegen nicht machen sollte oder du unrecht hast. Ich wollte nur sagen, dass es einen Effekt auf uns haben wird, der uns bewusst sein muss.

Zitat
Die fassen alle Menschen ein und machen keinen Unterschied zwischen Straftätern und lieben Bürgern.
Das stimmt nicht, Art. 33 GFK hatte ich zitiert, da wird sehr wohl differenziert. Und würde der "Spurwechsel" endlich richtig umgesetzt, würde auch da differenziert.

Das war mein Fehler. GFK und deutsches Gesetz differenziert. Deutsches Gesetzt benennt sogar konkret das Straftmaß und die Art.


Zitat
Aber ich sehe jede Menge Problematik...
Diese "Problematik" halte ich für vorgeschoben, das ist wie gesagt alles menschengmecht und keine Naturgesetze. Bisher WOLLTE man die Einwanderungspolitik nicht verändern und niemand mehr abschieben, um vor allen Dingen rote, grüne und linke Wähler nicht zu verprellen. Ich drücke Merz die Daumen, dass es ihm gelingt, die Asly politik wirklich vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen.

Ich finde ganz viele Probleme, die mit der Migration in Verbindung gebracht werden vorgeschoben.  ;) Nicht konkret bei der Diskussion, ob Strafttäter abgeschoben werden. Aber grundsätzlich.

Wieviele Strafttäter werden überhaupt abgeschoben oder nicht abgeschoben? Wir diskutieren darüber, aber ich finde eigentlich gar keine Zahlen dazu. Kennst du da was?

Würdest du sagen, dass das Thema, dass man in ein Land keine Beziehungen pflegt und ein Mensch dort nicht aufgenommen wird ein vorgeschobenes Problem ist?

Meiner Meinung nach sind ganz viele der Probleme nicht vorgeschoben sondern lösbar. Sie sind vielleicht nicht einfach lösbar und deswegen machen sie heute noch Probleme. Sie haben vielleicht kleine oder große Nebeneffekte. Siehe die von mir geglaubte Auswirkung auf die Gesellschaft oben. Ich kenne keine Partei der Mitte, die gegen Abschiebungen von Strafttätern ist.

Zitat
...und habe gewisserweise Verständnis, warum man nicht einfach nen Menschen (auch wenn er ein Strafttäter ist) packen kann und irgendwo hinsteckt, als ginge uns nichts an was dort mit ihm passiert. Für mich ist das ein ziemliches Dilemma.
Warum sollte uns das etwas angehen, wenn ein Mensch in seine Heimat zurückkehren muss und welches Dilemma soll das sein? Dort, wo er nach Hause kommt, leben ja auch Menschen. Wenn es dort so furchtbar ist und derjenige dorthin nicht zurückkehren darf, dann wäre der logische Umkehrschluss, dass wir alle Menschen von dort nach Deutschland holen müssten.

Das Dilemma ist, dass ich weder den Strafttäter hier, noch den Getöteten in seiner Heimat wirklich als gute Lösung ansehe.

Grundsätzlich: Fluchthintergründe sind Einzelfälle. Man kann nicht pauschal sagen, dass ein Mensch in einem Land sicher ist, nur weil dort andere Menschen leben.

Auch grundsätzlich: Ich denke, dass wir eine direkt Verantwortung für unsere Taten haben. Als Metapher: Ich bin bei einem Umfall verpflichtet Hilfe zu leisten. Ich bin nicht verpflichtet Unfälle zu suchen, um dann Hilfe zu leisten.


Zitat
Ich würde mir wünschen, wenn man das Problem in seiner Gesamtheit betrachtet, also auch wie man besser damit umgehen kann, und nicht nur den Weg der Restriktion geht.
Das wird doch seit 10 Jahren versucht. Erfolglos.

Und wir versuchen es weiterhin nicht. Das klingt nach Resignation. Wo ist der Wille hin auf den du dich gleich berrufst?  ;)

Ich sehe es auch als unrealistisch. Ich formuliere es ja auch nur als Wunsch.

Zitat
Ich sehe viele Probleme bei der Umsetzung und Schritte, die ich nicht so bereitwillig gehen würde, wie du es schreibst.
Wo ein Wille, da ein Weg. Es ist erkennbar, dass du das nicht willst.

Das ist ein einfaches Argument, dass man zu jedem Thema sagen kann. Ich finde, dass ich relativ viel der aktuellen Maßnahmen zustimme. Weil ich Restbedenken habe, kannst du einen Willen nicht erkennen?
Ja, dann ist das vielleicht so. Mir fällt bei so Themen tatsächlich nicht so einfach mich hart für a oder b zu entscheiden. Ich bin ziemlich froh, dass ich das nicht machen muss sondern immer wieder zweifeln darf. Entscheider in der Sache will ich nicht sein.


Zitat
Ich störe mich ja nicht an deinen Entscheidungen, sondern an den Entscheidungen der aktuellen Regierung, die ich für zu eindimensional halte.
Was würdest du denn tun? Und nein, "bessere Integration" funktioniert nicht, weil alle Systeme, die damit zu tun haben, überlastet sind. Hier wurde ja das Beispiel mit dem 2000 Einwohner Dorf gebracht, das 500 Flüchtlinge integrieren soll. Das funktioniert nicht. Ich komme selber vom Dorf, wir hatten auch immer Flüchtlinge da, sie wurden von den älteren Frauen bemuttert, sie gingen mit uns zur Schule und haben mit uns Fußball gespielt. Aber es waren immer nur wenige, die dadurch gezwungen waren, sich ein Stück weit anzupassen und vor allen Dingen die Sprache zu lernen. Wenn du heute in der Grundschule 80% Schüler hast, die kein Deutsch können und auch zu Hause kein Wort Deutsch sprechen, dann kannst du Integration direkt in die Tonne kloppen.

Schnellere Verfahren bei der Aufnahme. Spurwechsel. Hürden Abbauen, die Menschen hindern schneller in Arbeit und Ausbildung zu kommen. Überlastete Kommunen stärken (500 FLüchtlinge auf 2000 Einwohner ist planerisch eine Katastrophe). Effizienteres Abschieben wo Entscheidungen getroffen wurden. Dazu unten noch mehr.

Zitat
Ich würde sagen, weil da ne Chance drin steckt. Fakt ist doch, dass die Beschäftigungsquoten der Menschen aus Asylherkunftsländern Jahr für Jahr steigt.
Und trotzdem sind es viel zu wenige, die arbeiten und die, die jetzt nach 10 Jahren immer noch keine Arbeit haben, werden wohl auch keine mehr finden. Und für uns, die Gesellschaft und für die, die arbeiten und die sich gut integriert haben, wäre der "Spurwechsel" wichtig.
Es ist eine positive Entwicklung. Du hast gefragt, warum man überhaupt integrieren soll. Damit es Menschen gibt, denenn man den Spurwechsel anbieten kann.


Zitat
Man kann auch die Menschen in eingepfertchen Lagern zwei, fünf oder zehn Jahre wie Vieh halten...
In UN-Flüchtlingslagern werden die Menschen wie "Vieh" gehalten?
UN-FLüchtlingslager sind kurzfristige Einrichtungen, um Menschen eine Bleibe zu geben und bei unmittelbaren Konflikten vor Leid zu schützen. Sie haben keine andere Aufgabe. In Deutschland gibt es kein unmittelbaren Konflikt und kein Leid.
Leider werden UN-FLüchtlingslager zur Heimat auf sehr lange Zeit, wenn die Konflikte anndauern. Aber dann ist, wie ich gesagt habe, das Ziel die Menschen am Leben zu halten. Mehr nicht. Die Einschätzung der UN selbst ist eindeutig, dass das Leben in einem Flüchtlingslager weit weg ist von einer guten Lösung und aus der Not heraus passiert, weil nichts anderes möglich ist.

Ein UN-Flüchtlingslager kann jederzeit obsolet werden. Ein Schutzstatus in Deutschland wird für drei Jahr gegeben und oft auf fünf verlängert. Diesen festen Zeithorizont hat die UN nicht.

Ich sehe da überhaupt keinen Vergleich warum wir so etwas in Deutschland aufbauen müssen. Ich halte es für fair einem Menschen, dem wir für mehrere Jahre begründet Schutz gewähren die Möglichkeit geben an unserer Gesellschaft teil haben zu lassen. NIcht anderes ist das Ziel von Integration. Dadurch entstehen die Gefahr, dass es nicht klappt und man enttäuscht wird, weil jemand zum Beispiel nicht auf dem Arbeitsmarkt ankommt. Aber die Chance das es sich positiv entwickelt überwiegt laut Statistiken.

Das mit dem Vieh war überspitzt und keine gute Sprache von mir. Sorry. Die UN-Flüchtlingslager leisten wichtige Arbeit. In Deutschland würde ich solche Lager (auch in soliderer Bauweise) für sehr befremdlich halten und der Vergleich käme mir wieder wesentlich näher. Im besten Fall sollten wir Menschen die hier für viele Jahre wohnen nicht nur verwalten und am Leben erhalten.

Zitat
Mit denen kann man doch etwas anfangen...
Das ist halt die große Frage, ob man das kann. Ich höre den Zetsche noch, wie er die Flüchtlinge angepriesen hat, in seinem riesigen Unternehmen hat er trotzdem kaum mehr als eine Handvoll beschäftigt. Allerdings ist unser Asylsystem nicht für die Einwanderung vorgesehen.
Die Beschäftigungszahlen sagen etwas anderes. Wie das in einem einzelnen Unternehmen aussieht weiß ich nicht.

Zitat
Ich habe mich hier bereits mehrfach für effiziente Abschiebungen ausgesprochen von Menschen wo das möglich ist. Aber wenn die hier auf jeden Fall für drei oder fünf Jahre leben, weil die einen dementsprechenden Status haben?
Die Frage verstehe ich nicht.
Ich meinte damit, dass ich nicht alle meine. Du schreibst zwar oben, dass ich keinen Willen habe. Trotzdem fordere ich effizientere Abschiebungen. Aber bei Menschen mit berechtigtem Schutzstatus für drei oder fünf Jahre halte ich es wert die Integration zu versuchen.
Ich schrieb das, weil du es kritisch siehst, ob überhaupt integriert werden soll. Ich würde sagen ja, wenn die Bleibeperspektive gegeben ist.


Zitat
Ist mir einfach zu einfach und dafür ist mir das Problem zu ernst.
Sehe ich anders. Es gibt nunmal Staaten und Grenzen und es ist eine wichtige Aufgabe eines Staates, seine Grenze zu schützen. Illegale Einreise ist genau das: illegal und sie bleibt es auch dann, wenn jemand Asyl sagt.
Stapeln sich denn die Flüchtlinge vor Australiens Grenzen? Nein, weil die sehr konsequent handeln. Und nochmal: es geht nicht um wirklich Flüchtlinge, wer in der Heimat poolitisch verfolgt wird oder wenn es dort Krieg/Bürgerkrieg gibt, der soll Schutz und Hilfe bekommen. In zB. Marokko ist aber nichts dergleichen der Fall, es ist ein sehr schlechter Witz, wenn man solchen Leuten Zugang zum Asylsystem verschafft. Das ist einfach nur Missbrauch.

Ist Australien nicht das Land, dass mit den Internierungslagern? Das sollte zumindest kein Vorbild für uns sein, finde ich. Soweit ich weiß hatte Australien vor allem Wirtschaftsflüchtlinge. Es ist hoffentlich klar, dass ich hier nie Wirtschatfsflüchtlinge meine.
Australien hat seit fünf Jahren niemandem mehr Asyl gewährt und die Nachbarländer beschweren sich wegen diesem Einzelgang.
Ich hoffe, dass wir es in Europa bessser hinbekommen. Ich sehe an dieser Regelung kaum etwas erstrebenswertes.


Ich glaube, ein Problem ist, dass wir zu schwammig über die Menschen reden. Es ist nicht immer klar, ob gerade ein Strafttäter gemeint ist, ein Geflüchteter aus einem sicheren Herkunftsland, ein Geflüchteter aus einem Land ohne diplomatische Verbindungen, ein Geflüchteter der einen Schutzstatus hat und so weiter. Ich meine das allgemein. Das ist dem Schreiben geschuldet. Aber ich habe den Eindruck, dass wir oft in unseren Meinungen nicht so weit auseinander liegen. Wir denken gerade nur über andere Gruppen von Menschen nach oder verstehen uns falsch, aus was sich das Gesagte beziehen soll.

So auch hier: Marokko ist ein sicherer Herkunftsland. Natürlich ist das nicht korrekt. Habe ich das je gesagt? Das einzige, wo wir uns nicht einig waren war, wie genau das mit dem Asylantrag abläuft. Und ich bin der Meinung, dass man die irregulär Einreise auf Dauer nicht effizient verhindern kann. Aber natürlich sollte man Menschen die irregulär aus sicheren Herkunftsstaaten eingereist sind und hier kein Bleibestatus haben wieder nach Hause schicken. Und zwar so effizient wir möglich.


Zitat
Edit: Zur Ukraine... Weil wir sie im Vergleich zu anderen Ländern mit Bürokratie voll pflastern.
Kann sein. Wäre es so, könnte die Regierung das ja offen ansprechen und auch präsentieren, wie man dem Abhilfe schaffen will.
Die Regierung spricht das offen an. Abhilfe wird wenig geschaffen. Das Problem mit den Hindernissen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt haben nicht nur die Ukrainer.  Letztendlich zeigt sich bei den Ukrainern das gleiche Bild wie bei allen anderen Flüchtlingen.

Zitat
Auch wenn ich denke, dass es in vielen formulierten und verkürzten Lösungsansätzen manchmal genau danach klingt und in Realität hängt da so viel mehr dran...
Naja gut, man kann in einem Forum oder am Stimmtisch wohl auch nicht erwarten, dass da ein fertig formulierter und juristisch überprüfter Gesetzesentwurf vorgelegt wird ;-) Natprlich ist das alles verkürzt und auch simplifiziert, aber mein Motto ist weiterhin "Wo ein Wille, da ein Weg". Es hieß und heißt immer wieder, es wäre unmöglich, die Grenzen zu schließen. Während der Coronapnademie ging es dann plötzlich doch.
Es wollte ja auch niemand mehr einreisen.  ;) Die Grenze kurzfristig schließen ging schon immer. Siehe WM und Olympia.

Ich erwarte das hier nicht. Das war ein Kommentar zur allgemeinen Debatte. Ich rede auch mit anderen Leuten. Das wir hier durch das geschriebene Wort und die Zeit limitiert sind ist klar. Wenn man dann mal längere Interviews von Experten hört die das Thema in vielen Facetten darlegen bin ich immer wieder verwundert, was da für ein Nebeneffekte und Nebenschauplätze zu bedenken gelten und wie komplex die Themen sind. Ich zweifel daher ein bisschen an der Wille und Weg Sache. Vor allem, weil wir als Bevölkerung nicht den einen Willen haben und es zu viele Wege gibt.


Zitat
Ich finde deine Vorschläge gute Ansätze. Neubauten für Normalbürger wären ja auch schon ne Sache, um Neubauten für Flüchtlinge zu legitimieren. Da kommen wir in ein anderes Politikfeld, in dem es brennt.
Ja, weil auch hier Ideologie Vorrang vor Pragmatismus gegeben wird. Man hat Bauen in D extrem teuer gemacht, einmal durch die Geldschwemme und auch aus baurechtlichen Vorgaben, insbesondere zur Dämmung der Buden.
Richtig. Immerhin hat es das in den Koalitionsvertrag geschafft. Ich drücke uns die Daumen.

Zitat
Den Spurwechsel wollte die Ampel.
Nein, darüber wird schon viel länger diskutiert.
Das heißt ja nicht, dass die Ampel das nicht trotzdem wollte...
Sie hat es nicht hinbekommen. Ich glaube im aktuellen Koalitionsvertrag spielt es keine Rolle.


Zitat
Auch die Kommunen, die Überforderung melden (das sind lange nicht alle) müsste unter die Arme gegriffen werden, damit vor Ort niemand auf der Strecke bleibt und die Leute mitgenommen werden.
Sicher, aber die Frage ist: wie will man das tun? Auch Deutschlands Ressourcen sind endlich.
Man könnte anerkennen, dass das kein flächendeckendes sondern ein punktuelles Problem ist.
Über 50% kommen mit der Herausforderung klar. Für gerade mal 5% ist es eine echte Überlastung. 34% sind am Limit. Die 5% darf es nicht geben. Das sind aber auch "nur" 5%.

Konkret sind es Maßnahmen, die sowieso seit Jahrzehnten gemacht werden müssen: Mehr Schulplätze und Lehrer. Mehr Erziehungseinrichtungen wie Kindertagesstätten. Mehr Wohnungen.
Daneben gibt es noch einige unmittelbare Probleme, wie die fehlenden Sprachkurse und die Zugänge zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Aber die meisten Probleme in der Integration sind einfach unsere ganz normalen gesellschaftlichen Probleme.

Der stärkste angebeben Grund ist tatsächlich der Wohnungsmarkt. Ich würde nicht sagen, dass wir einen schlechten Wohnungsmarkt haben wegen der Flüchtlinge. Wir haben einen schlechten Wohnungsmarkt wegen einer schlechten Wohnungsbau-Politik. Und jetzt kummuliert sich das von mir geschriebene in Sachen konstruktive Lösungen.
Wir sollten unseren Wohnungsmarkt nicht versuchen zu reparieren, in dem wir die Grenzen schließen. Die Grenzen schließen sorgt dafür, dass wir keine irreguläre Migration mehr bekommen. Das ist ein Effekt für sich. Der hat einen kleinen Einfluss auf den Wohnungsmarkt. Aber der maßgebliche Treiber für einen besseren Wohnungsmarkt wäre eine bessere Politik in diesem Bereich.

Das gleiche gilt für das Schulsystem. Das ist seit 30 Jahren auf Talfahrt. Das muss dringend reformiert werden.

Zu sagen, dass System sei überlastet wegen der Flüchtlinge und es wird alles besser, wenn die weg sind geht für mich an der Realität vorbei. Wir sind überlastet, weil die Systeme schlecht sind. Die Flüchtlinge sind ein Tropfen auf dem heißen Stein, der uns die Probleme sichtbar macht, weil wir hier mit dem Brennglas draufsehen.
Ich spreche mich, zum wiederholten Male, nicht dafür aus, dass deswegen jeder der hier einreist hier bleiben darf und berechtigt ist hier zu bleiben. Aber ich spreche mich dagegen aus, dass all diese großen Probleme eine universelle Lösung haben sollen: Keine Flüchtlinge. Das ist für mich, ohne hier jemandem zu Nahe treten zu wollen, das Programm der AFD mit der monokausalen Diagnose und der einen Lösung und es versteckt die Probleme unter der die Bürger genau so leiden wie die Flüchtlinge. Mit dem Unterschied, dass bei einem jungen Menschen, dessen Familie keinen Kindergartenplatz fand, der in maroden Schulen und mit Fehlstunden ausgebildet wurde und dessen Familie keine Wohnug in geigneter Größe hatte wir nicht von gescheiterter Integration sprechen und Abschiebung fordern.
Damit meine ich nicht explizit dich oder irgendwen hier im Forum und ich unterstellte hier auch keinem die nähe zur AFD. Ich meine damit, dass ich denke, dass der generelle öffentliche Disskurs dazu tendiert in diese Richtung zu gehen und die Politik folgt dieser Sichtweise.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.Mai 2025, 18:45:47
https://www.youtube.com/shorts/LUYywQ7ud6M (https://www.youtube.com/shorts/LUYywQ7ud6M)
Sie hätte ruhig ja sagen können. Divereste Umweltkatastrophen auch hier in Deutschland. Weniger Nahrungsmittel und weniger Grundwasser. Den Punkt mit dem Grundwasser gebe ich ihr wegen der Starkregenereignisse und unserer Dummheit unsere Böden vernünftig zu nutzen (wie oben ausgeführt).
Die globale Produktion an Nahrungsmitteln steigt übrigens stärker als die Weltbevölkerung an :
https://www.ufz.de/export/data/2/266696_Abb1_GlobalProduction_de.png (https://www.ufz.de/export/data/2/266696_Abb1_GlobalProduction_de.png)
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_größten_Getreideproduzenten (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_größten_Getreideproduzenten)
Hier liegt sie falsch. Die Getreideproduktion steigt auch stetig an (gemeint sind alle Getreidearten also auch Reis). So haben die Chinesen von 2000 bis 2020 ihre Produktion um 50% erhöht und seit 1970 mehr als verdreifacht, ebenso wie Indien. Selbst Deutschland hat seit 1970 seine Getreideproduktion verdoppelt.
Äthiopien (einst ein Synonym für Hunger) hat seine Getreideproduktion seit 1970 versechsfacht, die Philippinen vervierfacht. Alleine in den Jahren zwischen 2010 und 2020 hat Äthiopien seine Getreidproduktion verdoppelt. Die Bevölkerung in Äthiopien ist übrigens schwächer gewachsen als die Nahrungsmittelproduktion.
https://bildungsserver.hamburg.de/themenschwerpunkte/klimawandel-und-klimafolgen/kohlendioxid-745484 (https://bildungsserver.hamburg.de/themenschwerpunkte/klimawandel-und-klimafolgen/kohlendioxid-745484)
https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/neu-entdeckter-kohlenstoffweg-koennte-schnelleres-pflanzenwachstum-unter-steigenden-co2 (https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/neu-entdeckter-kohlenstoffweg-koennte-schnelleres-pflanzenwachstum-unter-steigenden-co2)
Tldr hieraus : C3-Pflanzen setzen eine Verdopplung des CO2-Gehalts in eine Ertragssteigerung von ca. 20% um. C4-Pflanzen wie z.B. der immer beliebter werdende Mais sind davon weniger betroffen.
https://www.uni-augsburg.de/de/campusleben/neuigkeiten/2021/04/09/4117/ (https://www.uni-augsburg.de/de/campusleben/neuigkeiten/2021/04/09/4117/)
Dieser Effekt schwächt sich ab (wahrscheinlich wegen Wassermangel, womit wir wieder bei der Nutzung der Böden sind wie ich vorher im Post schon beschrieben habe).
Der optimale CO2-Anteil in der Atmosphäre für C3-Pflanzen liegt bei ca. 800 bis 1000 ppm. C4-Pflanzen  sind bei knapp über 400 ppm (der gegenwärtige Wert) im Optimum.


https://letztegeneration.org/klimakatastrophe/ (https://letztegeneration.org/klimakatastrophe/)
Theorien der letzten Generation : Die CO2-Konzentration war die letzten Jahrtausende ziemlich konstant.
https://bildungsserver.hamburg.de/themenschwerpunkte/klimawandel-und-klimafolgen/klimawandel/treibhausgase/kohlendioxid-konzentration-artikel-745520 (https://bildungsserver.hamburg.de/themenschwerpunkte/klimawandel-und-klimafolgen/klimawandel/treibhausgase/kohlendioxid-konzentration-artikel-745520)
Über die Jahrmillionen zeigt sich eine Abnahme und vor 60 mio. Jahren war diese Konzentration der echte Wahnsinn. Wir sehen eine Zunahme dieser Konzentration, zum großen Teil wohl auch menschlichen Ursprungs.
https://de.wikipedia.org/wiki/Keeling-Kurve#/media/Datei:Co2_417k.svg (https://de.wikipedia.org/wiki/Keeling-Kurve#/media/Datei:Co2_417k.svg)
Der CO2-Wert schwankt zwischen 180 und 300 ppm. Konstant sieht anders aus. Man sieht auch wie es schwankt. Und man sieht dass es schon vor dem menschlichen Einfluss nach oben ging. Wir haben diesen Wert aber nach oben geschoben über die "natürliche" Grenze von 300ppm hinaus.


Die Katastrophe im Ahrtal war eine Folge des Klimawandels : Falsch.
Hochwasser gab es dort schon vorher :
https://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasser_der_Ahr_am_21._Juli_1804 (https://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasser_der_Ahr_am_21._Juli_1804)
https://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasser_der_Ahr_am_13._Juni_1910 (https://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasser_der_Ahr_am_13._Juni_1910)
Traurig dass wir immernoch nicht daraus gelernt haben und uns darauf eingestellt haben.


Die Hungerkatastrophe in Ostafrika durch die Auswirkungen des Klimanotfalls. Betroffen ist z.B. Äthiopien und wie ich oben ausgeführt habe, ist die Nahrungsmittelproduktion stärker als die Bevölkerung gestiegen. Im Süden Somalias hat die islamistische Shabaab-Miliz z.B. die humanitäre Hilfe erschwert und behindert. Da kann das Klima auch nichts für wenn Islamisten ihre eigenen Religionsbrüder/-Schwestern so herzlich egal sind.


https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Laenderprofile/kenia.pdf?__blob=publicationFile (https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Laenderprofile/kenia.pdf?__blob=publicationFile)
In Kenia ist (zu sehen auf Seite 9) die landwirtschaftliche Produktion seit 2000 um 92% gestiegen. Auch hier ist die landwirtschaftliche Produktion stärker als die Bevölkerung gestiegen. Wollen wir uns mal die Hauptexportprodukte von Kenia ansehen : 26,3% Kaffee, Tee, Mate und Gewürze. 10,5% Lebende Pflanzen und Blumen. 4,2% Früchte und Nüsse und 4,0% Tierische und pflanzliche Fette, Öle und Wachse. Nur Erze, Schlacke und Asche sind mit 5,1% noch dazwischen. Ansonsten sind 4 von 5 der größten Hauptwarengruppen im Export aus der Landwirtschaft. Zusammen 44% aller Exporte Kenias. Wie krass ist das denn : Die Bevölkerung hungert und ich exportiere massenweise Lebensmittel ins Ausland. Ziemlich krank finde ich.


https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Laenderprofile/aethiopien.pdf?__blob=publicationFile (https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Laenderprofile/aethiopien.pdf?__blob=publicationFile)
Das gleiche für Äthiopien. Die gesamte Landwirtschaftsproduktion ist um 183% gestiegen seit 2000, also auch hier stärker als die Bevölkerung.
Na was meint ihr was die Hauptexportgüter von Äthiopien sind?
49,4% Kaffee, Tee, Mate und Gewürze. 17,2% Gemüse. 9,2% Ölsamen, ölhaltige Früchte, Samen und Heilpflanzen. 8,3% Lebende Pflanzen und Blumen. Und als letztes 2,9% Fleisch und Schlachterzeugnisse. Alle 5 der größten Hauptwarengruppen im Export 2022 aus Äthiopien sind landwirtschaftliche Güter. 87% der gesamten Exporte in Äthiopien und die Menschen dort hungern teilweise.
Jeder mag sich mal überlegen ob sein günstiger Kenia- und Äthiopien Kaffee, Tee oder Mate das Wert ist. Hier ist das Klientel welches die Folgen des Klimawandels beschwört sehr aktiv dran beteiligt.


Aus Somalia kriegt man kaum verlässliche Daten, liegt wohl daran, dass es ein Failed State ist.
Also halten wir mal fest : Die letzte Generation macht das Klima dafür verantwortlich dass 250.000 Kinder dort vor dem 5ten Lebensjahr verhungern obwohl die Produktion von Nahrungsmitteln gestiegen ist. Ich attestiere dort nicht das Klima als das große Problem, sondern dass diese Länder lieber Mate-Tee und Hochland-Kaffee für den in Berlin lebenden Klimakleber produzieren anstatt Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung. Würden wir nicht Tee und Kaffee aus diesen Ländern kaufen, dann bliebe dort mehr Fläche für den Anbau von Nahrungsmitteln für die Bevölkerung. Wir haben also eher ein Verteilungs- und Anbauproblem denn ein Klimaproblem.


Dann schreiben sie, dass aktuelle Prognosen bis 2050 von einem Rückgang der globalen Ernteerträge um 30% ausgehen, während der Bedarf an Lebensmitteln um 50% steigen soll. Also in den nächsten 25 Jahren soll die Weltbevölkerung um 50% steigen. Quellen geben sie natürlich nicht an, also gehen wir mal auf die Suche.
https://www.bmz.de/de/service/lexikon/bevoelkerungswachstum-14094#:~:text=Nach%20Sch (https://www.bmz.de/de/service/lexikon/bevoelkerungswachstum-14094#:~:text=Nach%20Sch)ätzungen%20der%20Vereinten%20Nationen,9%2C7%20Milliarden%20Menschen%20ansteigen.
Aktuell leben mehr als 8 Mrd. Menschen auf der Welt. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit geht bis 2050 von einem Wachstum auf 9,7 Mrd. aus. Das sind 21% mehr Menschen. Hört sich viel an, ja. Aber die brauchen 50% mehr Nahrung als die Menschen, die zur Zeit leben? Das passt schonmal nicht zusammen.
Also die Erträge gehen um 30% zurück. Kann ich gar keine Quelle zu finden, also so gar keine.
Eher sowas :
https://www.schweine.net/news/ernte-igc-erwartet-globale-rekordernte-getreide.html (https://www.schweine.net/news/ernte-igc-erwartet-globale-rekordernte-getreide.html)
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/05/PD24_196_412.html (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/05/PD24_196_412.html)
Das können wir bei vielen Marktschreiern im Detail durchgehen und finden halt solche Sachen. Einer eingehenden Überprüfung halten diese Behauptungen sehr oft nicht stand, sind völlig ohne Quellenangaben und übersehen Mechanismen, die auf andere Dinge als das Klima zurückzuführen sind.


Zur Sahara :
https://www.ardalpha.de/wissen/natur/naturgewalten/sahara-wueste-wasser-geschichte-sand-see-eiszeit-wendekreiswueste-102.html (https://www.ardalpha.de/wissen/natur/naturgewalten/sahara-wueste-wasser-geschichte-sand-see-eiszeit-wendekreiswueste-102.html)
Daher kommt das fossile Wasser, was dort nicht nachhaltig abgepumpt wird. Gegen 4000 bis 3500 v. Chr. begann die Sahara auszutrocknen also weit vor dem menschlichen Einfluss. Sie wurde grün, also sich gegen Ende der letzten Kaltzeit die tropische Klimazone nach Norden verschoben hat (ca. 14000 bis 4000 v. Chr.) und auch jetzt ist wieder eine Kaltzeit am Ende und wir treiben diese Entwicklung an und schieben die tropische Klimazone nach Norden. Es wird also sehr wahrscheinlich wieder eine grüne Sahara geben.
https://www.innovations-report.de/landwirtschaft-umwelt/oekologie-umwelt-naturschutz/bericht-17035/ (https://www.innovations-report.de/landwirtschaft-umwelt/oekologie-umwelt-naturschutz/bericht-17035/)
https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2008/gruene-sahara-durch-klimawandel/ (https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2008/gruene-sahara-durch-klimawandel/)
https://www.n-tv.de/wissen/Kaeltere-Arktis-liess-Sahara-austrocknen-article20121652.html (https://www.n-tv.de/wissen/Kaeltere-Arktis-liess-Sahara-austrocknen-article20121652.html)
Hilft aber alles nichts, wenn wir die Böden kaputt machen, wie es derzeit dort passiert. Hier muss ein Umdenken stattfinden...












Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.Mai 2025, 20:33:57
Die Europäische Menschenrechtskonvetionen haben diese Einschränkung soweit ich weiß nicht: https://fra.europa.eu/de/eu-charter/article/19-schutz-bei-abschiebung-ausweisung-und-auslieferung. Wir haben auch nationale Gesetze, die da reinregeln: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__60.html. Zumindest wird hier eine Straftmaß geregelt, über dass gegangen werden musste.
Das ist natürlich auch ein Problem, dass Sachverhalte in vielen verschiedenen Gesetzen unterschiedlich geregelt werden. Aber auch das ist alles menschengemacht und kann geändert werden. Tut mir leid, ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass ein ausländischer Schwerkrimineller nicht abgeschoben werden und er hier weiter sein Unwesen treiben darf. Und wenn er inhaftiert ist, dann entstehen uns exorbitante Kosten. Das Geld und die Ressourcen wären besser in zB. Frauen und Kinder investiert, die wirklich Schutz und Asyl benötigen, weil ihnen zB. Zwangsbeschneidung droht.

Zitat
Siehe zum Beispiel, dass ein Strafttäter nach schwerer Tat eventuell nicht mehr eine Strafe verbüsen muss, weil er stattdessen ausreisen "darf".
Nein, er soll ja zumindest einen Teil seiner Strafe verbüßen.

Zitat
Anders herum, für einen Strafttäter, der hier seine Strafe verbüst hat und dann abgeschoben werden soll kann (und wird) argumentiert, dass das eine Doppelbestrafung ist.
Das kann man gerne so argumentieren, es ist aber keine Doppelbestrafung. Sonst würde man ja Menschen, die nichts getan haben, "bestrafen", wenn man sie in die Heimat zurück schickt, weil ihre Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist.

Zitat
Für mich sind das beides Details, die unser Wertesystem und Rechtsverständnis als Gesellschaft bilden und nirgendwo schwar auf weiß stehen.
Wertesystem und Rechtsverständnis unterscheiden sich ganz individuell, wie man an unserer Diskussion sehen kann. Niemand ist in D gezwungen, schwerstkriminell zu werden, wer es trotzdem tut, der muss mit den Konsequenzen leben. Irgendwo muss man halt auch mal eine rote Linie ziehen, die auch wirklich verstanden wird. Mir fehlt jegliche Empathie für solche Kriminelle und ich kann da auch kein Mitleid empfinden, wenn dem in der Heimat irgendetwas droht.

Zitat
Ich wollte nur sagen, dass es einen Effekt auf uns haben wird, der uns bewusst sein muss.
Dass manche Deutsche ihre Weltretterattitüde ablegen, wäre für mich ein Schritt in die richtige Richtung ;)

Zitat
Ich finde ganz viele Probleme, die mit der Migration in Verbindung gebracht werden vorgeschoben.
Natürlich instrumentalisiert die AfD diese Probleme und überspitzt sie. Ein Grund mehr, die Probleme grundlegend zu lösen.

Zitat
Kennst du da was?
Nein, ich kenne nur die Zahlen der inhaftierten Ausländer und man liest halt oft, dass Täter XY "polizeibekannt" war und oft auch eine Menge an Vorstrafen mit sich rumschleppte.
Und dann sieht man ja auch die plötzlich doch möglichen Abschiebeflüge nach Afghanistan. Meine Rede: wo ein Wille, da ein Weg.

Zitat
Würdest du sagen, dass das Thema, dass man in ein Land keine Beziehungen pflegt und ein Mensch dort nicht aufgenommen wird ein vorgeschobenes Problem ist?
Für den Betroffenen ist das mit Sicherheit ein Problem.

Zitat
Das Dilemma ist, dass ich weder den Strafttäter hier, noch den Getöteten in seiner Heimat wirklich als gute Lösung ansehe.
Welcher Getötete in seiner Heimat?

Zitat
Man kann nicht pauschal sagen, dass ein Mensch in einem Land sicher ist, nur weil dort andere Menschen leben.
Das stimmt, deswegen hatte ich ja auch das Beispiel des Homosexuellen aus dem Iran genannt, der deswegen aus seiner Heimat fliehen muss. Trotzdem darf das für schwerste Straftäter kein Freibrief für lebenslanges Aufenthaltsrecht in Deutschland sein.

Zitat
Ich bin bei einem Umfall verpflichtet Hilfe zu leisten.
Ja, aber auch nur im Rahmen deiner Fähigkeiten und auch nur dann, wenn du dich nicht selber in Gefahr begeben musst.

Zitat
Wo ist der Wille hin auf den du dich gleich berrufst?  ;)
Den Willen hat Merz, nur halt in der anderen Richtung, nachdem es mit 10 Jahren goodwill nicht ausreichend funktioniert hat.

Zitat
Ich finde, dass ich relativ viel der aktuellen Maßnahmen zustimme.
Das machst du, es kommt aber immer auch eine Einschränkung, warum das dann doch nicht möglich sein soll. Wenn das nur Restbedenken sind, okay, bei mir kam das eher als grundlegende Bedenken an.

Zitat
Schnellere Verfahren bei der Aufnahme. Spurwechsel. Hürden Abbauen, die Menschen hindern schneller in Arbeit und Ausbildung zu kommen. Überlastete Kommunen stärken (500 FLüchtlinge auf 2000 Einwohner ist planerisch eine Katastrophe). Effizienteres Abschieben wo Entscheidungen getroffen wurden.
Da bin ich bei dir. Nur bei den Kommunen wird es halt schwierig, weil sehr viele überlastet sind, wie will man die Kommunen stärken? Das Geld ist ja auch mittlerweile Mangelware trotz Rekordschulden. Ich halte die Menge von Menschen, die sich im Bereich "Asyl/Schutz" in Deutschland aufhalten, nicht mehr für händelbar.

Zitat
Damit es Menschen gibt, denenn man den Spurwechsel anbieten kann.
Der Spurwechsel soll für die sein, die schon da sind, das soll kein Ersatzinstrument für reguläre Einwanderung werden.

Zitat
UN-FLüchtlingslager sind kurzfristige Einrichtungen, um Menschen eine Bleibe zu geben und bei unmittelbaren Konflikten vor Leid zu schützen.
Genau das ist ja auch der Sinn und Zweck von Schutz und Asyl: ein temporärer Zustand, um die Menschen vor Konflikten und Leid zu schützen. Das soll kein Dauerzustand sein und auch nicht der Einwanderung dienen.

Zitat
Ein UN-Flüchtlingslager kann jederzeit obsolet werden.
Ja, wenn der Konflikt endet und die Menschen wieder in ihre Heimat gehen. So wie die Syrer das tun, die in der Türkei oder im Libanon Schutz gefunden haben: https://www.unhcr.org/news/briefing-notes/unhcr-needs-intensify-400-000-syrians-return

Das sollten wir vor Ort unterstützen und auch die Syrer in D motivieren, in die Heimat zurückzukehren, wenn kein Spurwechsel möglich ist.

Zitat
Diesen festen Zeithorizont hat die UN nicht.
Ja, weil so ein fester Zeitrahmen auch Unsinn ist. Nehmen wir mal an, Putin gibt auf und zieht sich morgen aus der Ukraine zurück. Dann macht es keinen Sinn, dass die Ukrainer in D noch ein paar Jahre bleiben.

Zitat
Ich sehe da überhaupt keinen Vergleich warum wir so etwas in Deutschland aufbauen müssen.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will nicht, dass wir in Deutschland UN-Flüchtlingslager errichten. Ich habe auch nichts dagegen, dass man den Menschen ein möglichst normales Leben ermöglicht, wenn sie das denn auch wollen, und es ist auch gut, dass die Kinder hier in die Schule gehen, aber der ganze Apparat muss das alles auch leisten können. Und das sehe ich im Moment nicht.
Und die Prämisse muss immer sein: wir gehen nach Hause, wenn der Schutzgrund wegfällt.

Zitat
Die Beschäftigungszahlen sagen etwas anderes.
Naja, so toll sind die Zahlen nicht, bei den Syrern sind es wimre irgendwas über 50%, bei den Afghanen noch weniger. Und welche Jobs sind das denn? Reicht das zum Leben oder muss aufgestockt werden? Es wurde ja auch viel versprochen, da kämen die Retter der Demografie und der Rente. Mir war schon 2015 klar, dass das pures Politikergelaber war. Den Geflüchteten selber mache ich keinen Vorwurf, die können nichts für ihre Vita und ihre schlechte Ausbildung, zumal auf der Flucht.

Zitat
Ich schrieb das, weil du es kritisch siehst, ob überhaupt integriert werden soll.
Vllt. verstehen wir unter dem Begriff etwas anderes. Ich sehe als Abschluß der Integration, dass derjenige deutscher Staatsbürger wird. Das ist aber Einwanderung und sollte eigentlich nichts mit Asyl und Schutz zu tun haben.

Zitat
Ich würde sagen ja, wenn die Bleibeperspektive gegeben ist.
Die Bleibeperspektive ist aber mit großer Unsicherheit behaftet. Wer hätte gedacht, dass Assad so schnell aufgibt? Im Iran könnten auch die Mullahs verjagt werden und eine liberalere Regierung an die Macht kommen, dann kann der homosexuelle Iraner auch schnell wieder nach Hause.

Zitat
Das sollte zumindest kein Vorbild für uns sein, finde ich.
Australien ist halt sehr hart in der Beziehung, Internierungslager würde ich auch nicht befürworten.

Zitat
Soweit ich weiß hatte Australien vor allem Wirtschaftsflüchtlinge. Es ist hoffentlich klar, dass ich hier nie Wirtschatfsflüchtlinge meine.
Wirtschaftsflüchtlinge haben wir aber auch. Kein Wunder, wo man doch keine Papiere brauchte, um einzureisen und Asyl beantragen zu können.

Zitat
Ich glaube, ein Problem ist, dass wir zu schwammig über die Menschen reden.
Ja, das Problem existiert, wurde aber auch von der Politik und den Medien forciert, da wurden alle in einen Topf geworfen, meist unter dem Oberbegriff "Migration". Migration ist aber ein dauerhafter Zustand, Asyl und Schutz ist ein temporärer Zustand.

Zitat
So auch hier: Marokko ist ein sicherer Herkunftsland. Natürlich ist das nicht korrekt. Habe ich das je gesagt?
Das verstehe ich jetzt nicht. Hältst du Marokko für sicher oder nicht? Und hab ich dir irgendwas damit vorgeworfen!?

Zitat
Das einzige, wo wir uns nicht einig waren war, wie genau das mit dem Asylantrag abläuft.
Ich bin der Meinung, dass Menschen, die aus einem sicheren Herkunftsland stammen oder über ein solches einreisen wollen, kein Anrecht auf Asyl in Deutschland haben und auch keinen Antrag stellen dürfen bzw. der dann direkt abgelehnt wird. Natürlich brauchen wir da eine europäische Lösung, D kann sich aufgrund der Binnenlage da nicht noch einmal komplett rausziehen, aber D kann das auch nicht alleine stemmen. GEAS ist da ein Schritt in die richtige Richtung.

Zitat
Und ich bin der Meinung, dass man die irregulär Einreise auf Dauer nicht effizient verhindern kann.
Was meinst du mit effizient?

Zitat
Aber natürlich sollte man Menschen die irregulär aus sicheren Herkunftsstaaten eingereist sind und hier kein Bleibestatus haben wieder nach Hause schicken.
Da sind wir uns prinzipiell einig, ich würde diese Menschen aber gar nicht erst einreisen lassen.

Zitat
Die Regierung spricht das offen an. Abhilfe wird wenig geschaffen.
Es ist aber zu wenig, die Arme hochzureißen, Probleme und Komplexität zu bejammern und dann nichts zu tun. Dafür braucht man dann auch keine Regierung, das kann ich auch ;D

Zitat
Letztendlich zeigt sich bei den Ukrainern das gleiche Bild wie bei allen anderen Flüchtlingen.
Das ist richtig. Sie müssten von Tag 1 arbeiten dürfen und wer es ohne Geld vom Staat schafft, der sollte auch gerne bleiben dürfen, auch wenn das das Prinzip Asyl konterkariert.

Zitat
Es wollte ja auch niemand mehr einreisen.  ;) Die Grenze kurzfristig schließen ging schon immer. Siehe WM und Olympia.
Darum ging es mir nicht. Es wird von Politikern oft behauptet, dies und jenes wäre nicht möglich, aber plötzlich geht es dann doch, ob das die geschlossene Grenze war oder der Abschiebeflieger nach Afghanistan, der natürlich purer Wahlkampf war. Und so kurz fand ich die Grenzschließungen jetzt nicht.

Zitat
Wenn man dann mal längere Interviews von Experten hört die das Thema in vielen Facetten darlegen bin ich immer wieder verwundert, was da für ein Nebeneffekte und Nebenschauplätze zu bedenken gelten und wie komplex die Themen sind.
Im Grunde ist das Thema nicht komplex, da kommt jemand und will Asyl oder Schutz. Gibt es einen triftigen Grund, dann bekommt er auch Asyl oder Schutz. Gibt es keinen solchen Grund, dann muss er wieder abziehen. Komplex wird es, weil man widersprüchliche Regelungen und viele Rechtswege geschaffen hat, die natürlich auch wahrgenommen werden. Auch das muss auf ein Normalmaß zurechtgestutzt werden.

Zitat
Ich zweifel daher ein bisschen an der Wille und Weg Sache.
Dänemark hat es auch geschafft.

Zitat
Vor allem, weil wir als Bevölkerung nicht den einen Willen haben und es zu viele Wege gibt.
Das ist richtig, aber die überwiegende Mehrheit war und ist gegen ein "Weiter so!" bei der Asylpolitik.

Zitat
Ich glaube im aktuellen Koalitionsvertrag spielt es keine Rolle.
Ich habe den noch nicht gelesen, aber ich halte das für Irrsinn.

Zitat
Über 50% kommen mit der Herausforderung klar. Für gerade mal 5% ist es eine echte Überlastung. 34% sind am Limit. Die 5% darf es nicht geben. Das sind aber auch "nur" 5%.
Hast du dazu eine Quelle?

Zitat
Konkret sind es Maßnahmen, die sowieso seit Jahrzehnten gemacht werden müssen: Mehr Schulplätze und Lehrer. Mehr Erziehungseinrichtungen wie Kindertagesstätten. Mehr Wohnungen.
Das fällt aber alles nicht vom Himmel, Kitas, Schulen, Wohnungen müssen gebaut, Lehrer ausgebildet werden. Das alles kostet viel Geld, das zuallererst erwirtschaftet werden muss. Blöderweise stecken wir aber in einer hartnäckigen Rezession fest.
Und warum brauchen wir bei einer schrumpfenden Bevölkerung (der Trend hat sich ja erst durch die Geflüchteten umgedreht) mehr Kitas, mehr Schulen, mehr Lehrer und mehr Wohnungen?

Zitat
Daneben gibt es noch einige unmittelbare Probleme, wie die fehlenden Sprachkurse und die Zugänge zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt.
Wie vor: dazu braucht man Ressourcen, viele Menschen und viel Geld.

Zitat
Ich würde nicht sagen, dass wir einen schlechten Wohnungsmarkt haben wegen der Flüchtlinge. Wir haben einen schlechten Wohnungsmarkt wegen einer schlechten Wohnungsbau-Politik.
Es kommt beides zusammen, die Bevölkerung wächst, gleichzeitig sorgt die Politik aber dafür, dass immer weniger Wohnungen gebaut werden. Fertig ist die Misere.

Zitat
Der hat einen kleinen Einfluss auf den Wohnungsmarkt.
Kurzfristig ist es nur ein kleiner Einfluss, aber auf 10, 20, 30 Jahre gerechnet ist das ein großer Einfluss.

Zitat
Zu sagen, dass System sei überlastet wegen der Flüchtlinge und es wird alles besser, wenn die weg sind geht für mich an der Realität vorbei.
Wo habe ich geschrieben "es wird alles besser, wenn die weg sind"? Die Systeme, die für Integration sorgen sollen, sind überlastet, da wir aber nicht unendlich Ressourcen haben und das Angebot nach Belieben aufstocken können, müssen wir an der anderen Stellschraube drehen und den Zustrom in diese Systeme verringern.

Zitat
Wir sind überlastet, weil die Systeme schlecht sind. Die Flüchtlinge sind ein Tropfen auf dem heißen Stein...
Das sehe ich anders. Die Systeme sind überlastet, weil sie nicht für so viele Menschen ausgelegt sind.

Zitat
Aber ich spreche mich dagegen aus, dass all diese großen Probleme eine universelle Lösung haben sollen: Keine Flüchtlinge.
Das finde ich jetzt sehr unsauber und auch unfair von dir, ich habe mit keinem Wort geschrieben, dass das Motto "keine Flüchtlinge" die universelle Lösung für alle unsere Probleme wäre. Wer Anrecht auf Asyl oder Schutz hat, der soll das auch bekommen, in Abstimmung mit unseren europäischen Partnern. Gleichsam gilt aber auch, dass derjenige sofort nach Hause geht, wenn der Asyl- oder Schutzgrund wegfällt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 15.Mai 2025, 21:26:52
Bei der AfD wird ja gerne so getan, als wäre sie die Reinkarnation der NSDAP und sie wolle alle Ausländer deportieren. Das wird ganz sicher nicht umgesetzt werden.
Ich bin da mal gespannt wie es jetzt mit der Einstufung der AfD als extremistisch und einem möglichen Verbotsverfahren weitergeht, die meisten Argumente die ich in Bezug darauf sehe sind Verweise auf die Nazi Zeit und einzelne Personen,wie z.B Malsack-Winkemann,kann mir schwer vorstellen, dass man bei der Partei als ganzes genug Beweise findet, um die Absicht die fdGO abzuschaffen nachzuweisen.

Ja, vor allen Dingen weltfremde Richter.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article255959882/Schaeden-bis-zu-100-000-Euro-Radikale-Aktivisten-verwuesten-Humboldt-Universitaet-Deutsche-Unis-blind-auf-dem-linken-Auge.html
https://www.welt.de/politik/deutschland/article256107900/Zerstoerung-und-Bedrohung-Nach-Krawallen-an-FU-Berlin-Gericht-verhindert-Abschiebung-von-Pro-Palaestina-Aktivisten.html




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 15.Mai 2025, 22:27:08
Ich halte ein Verbot für ausgeschlossen. Da wird dieses Gutachten nichts dran ändern. Teile der AfD sind mit  Sicherheit rechtsextrem aber selbst die NPD konnte man nicht verbieten. Das sollte zeigen wie hoch die Hürden für ein solches Verbot sind. Mal davon ab das eine Partei zu verbieten die 25% der Wähler wählen sicherlich nicht die Probleme löst und die Wähler dann plötzlich wieder CDU, SPD etc. wählen.
Das Problem wird sich nur lösen lassen, wenn Politiker verstehen das man nicht nur Politik für eine bestimmte Gruppe machen kann, sondern für alle machen muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.Mai 2025, 01:01:00
Ich lasse mal ein paar (wenige) Pfade weg, wo ich dir zustimme oder nicht viel zu sagen habe.

Wir haben irgendwann weiter unten ein ziemlich großes Missverständnis, dass einige Punkte darüber komplett falsch macht.
Ich empfehle dir erstmal den Punkt der mit "Ah.. Okay." anfängt zu lesen, damit du den Kontext hast... Von oben herunter antworten tappst du sonst vermutlich in die gleiche Falle.
Ich habe die Punkte trotzdem drin gelassen. Ergibt zum Teil kein Sinn, aber mir ist es jetzt zu spät das alles nochmal zu überarbeiten.



Zitat
Anders herum, für einen Strafttäter, der hier seine Strafe verbüst hat und dann abgeschoben werden soll kann (und wird) argumentiert, dass das eine Doppelbestrafung ist.
Das kann man gerne so argumentieren, es ist aber keine Doppelbestrafung. Sonst würde man ja Menschen, die nichts getan haben, "bestrafen", wenn man sie in die Heimat zurück schickt, weil ihre Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist.

Hm.. Ich bin kein Jurist. Es war ein Beispiel. Ich bin der Meinung das das ne Sache ist. In Gerichtsurteilen taucht das auf. Es gibt wissenschaftliche Arbeiten dazu, die das diskutieren. Ich habe das schon in den Medien gehört. Sowoh die Frage, ob es eine Doppelbestrafung ist, weil beides eine Sanktion auf die gleiche Sache ist. Grundsätzlich, ob es eine Sanktion ist.

Es geht aber auch gar nicht um den Punkt an sich. Ich will keine Schwerverbrecher verteidigen. Ich weiß, dass es heute in Einzelfällen Hindernisse gibt. Ich habe die unbelegbare Meinung, dass man einige dieser Hindernisse nicht durch puren Willen aus dem Weg schaffen kann. Du bist der Meinung das das geht. Ich denke, weiter werden wir an der Stelle nicht kommen, oder?


Zitat
Für mich sind das beides Details, die unser Wertesystem und Rechtsverständnis als Gesellschaft bilden und nirgendwo schwar auf weiß stehen.
Wertesystem und Rechtsverständnis unterscheiden sich ganz individuell, wie man an unserer Diskussion sehen kann. Niemand ist in D gezwungen, schwerstkriminell zu werden, wer es trotzdem tut, der muss mit den Konsequenzen leben. Irgendwo muss man halt auch mal eine rote Linie ziehen, die auch wirklich verstanden wird. Mir fehlt jegliche Empathie für solche Kriminelle und ich kann da auch kein Mitleid empfinden, wenn dem in der Heimat irgendetwas droht.

Da unterscheiden wir uns.  Ich bin dafür, dass wir in den sauren Apfel beisen und jemanden ein leben lang sicher verwahren, bevor er im Ausland stirbt. Da kommen wir aber auch nicht weiter, nehme ich an.
Und ob wir jemanden in die Unserheit schicken ist für mich ein hinweis auf das Wertesystem, dass durch unsere Rechtesystem diese Möglichkeit gibt oder nicht. Ich sehe diese Abhängikeit zwischen diesen beiden Begriffen.

Aber nochmal: Ich will das nicht verteidigen. Keine Lösung sehen ist für mich nicht gleichzusetzen mit gut heißen.


Zitat
Ich wollte nur sagen, dass es einen Effekt auf uns haben wird, der uns bewusst sein muss.
Dass manche Deutsche ihre Weltretterattitüde ablegen, wäre für mich ein Schritt in die richtige Richtung ;)

Das ist eine weite Skala. Du lehnst weiter unten Internierungslager ab. Finde ich gut. Wir finden sicher Deutsche die das auch okay fänden.  Würdest du da deine Weltretterattitüde, wie sie es vielleicht nennen würden, ablegen und zustimmen?

Zitat
Kennst du da was?
Nein, ich kenne nur die Zahlen der inhaftierten Ausländer und man liest halt oft, dass Täter XY "polizeibekannt" war und oft auch eine Menge an Vorstrafen mit sich rumschleppte.

Gut, wir reden halt auch von Schwerverbrechen. Autodiebstahl, Haftstrafe von 1-2 Jahren zählt da nicht drunter. Dieses Gesetz, dass ich mal gepostet habe sagt, kummulative Haftstrafen von drei Jahren. Da kann man lange Polizeibekannt sein.

Das machts aber auch nicht besser.


Zitat
Würdest du sagen, dass das Thema, dass man in ein Land keine Beziehungen pflegt und ein Mensch dort nicht aufgenommen wird ein vorgeschobenes Problem ist?
Für den Betroffenen ist das mit Sicherheit ein Problem.

Willst du die Leute mit dem Fallschirm abwerfen? Oder hast du schonmal versucht am Flughafen in ein Land einzureisen, wenn das Land dich nicht einreisen lassen möchte?  Was machst du, wenn es das falsche Land ist?

Wie wäre dein Standardprozess so eine Person in das Zielland einreisen zu lassen wenn das Land dort nö sagt?


Zitat
Das Dilemma ist, dass ich weder den Strafttäter hier, noch den Getöteten in seiner Heimat wirklich als gute Lösung ansehe.
Welcher Getötete in seiner Heimat?

Der, den wir abgeschoben haben. Wurde vom Regime im Herkunftsland umgebracht. Hier hätte er überlebt. Das klappt aber nur, wenn wir über den richtigen Menschen reden. Straftäter mit Schutzrecht, dem in der Heimat die Todesstrafe droht. Ich gebe zu konstruiert, aber jeder Mensch ist ein Einzelfall.

Zitat
Man kann nicht pauschal sagen, dass ein Mensch in einem Land sicher ist, nur weil dort andere Menschen leben.
Das stimmt, deswegen hatte ich ja auch das Beispiel des Homosexuellen aus dem Iran genannt, der deswegen aus seiner Heimat fliehen muss. Trotzdem darf das für schwerste Straftäter kein Freibrief für lebenslanges Aufenthaltsrecht in Deutschland sein.

Dann ist das eins weiter oben kein Dilemma für dich. Für mich bleibt es weiterhin eins.

Zitat
Wo ist der Wille hin auf den du dich gleich berrufst?  ;)
Den Willen hat Merz, nur halt in der anderen Richtung, nachdem es mit 10 Jahren goodwill nicht ausreichend funktioniert hat.

Da haben wir uns missverstanden. Es ging gerade nicht um goodwill der jetzt 10 Jahre nicht funktioniert hat, sondern darum die Dinge die hier seit Jahrzehnten schlecht laufen zu ändern. Es wurde schon in den 2000er Jahren angemerkt, dass wir nicht gut integrieren. Da war von den großen Zahlen an der Grenze noch nichts zu sehen.


Zitat
Ich finde, dass ich relativ viel der aktuellen Maßnahmen zustimme.
Das machst du, es kommt aber immer auch eine Einschränkung, warum das dann doch nicht möglich sein soll. Wenn das nur Restbedenken sind, okay, bei mir kam das eher als grundlegende Bedenken an.
Ich sehe, dass sich etwas ändern muss. Ich weiß nicht ob das jetzt richtige Bedenken oder nur Restbedenken sind.

Abgesehen davon hat die Koalition gerade 10 Maßnahmen geplant. Wenn ich bei zweien Bedenken äußere, könnte ich acht davon immer noch gut finden.

Ich denke viele Probleme sind lösbar. Ich finde manchen Problemen wird man nicht gerecht, wenn man sagt, dass das mit genug Wille irgendwie schon lösbar sein wird. Und für manche Lösungen bin ich nicht bereit den Preis zu zahlen.

Zitat
Schnellere Verfahren bei der Aufnahme. Spurwechsel. Hürden Abbauen, die Menschen hindern schneller in Arbeit und Ausbildung zu kommen. Überlastete Kommunen stärken (500 FLüchtlinge auf 2000 Einwohner ist planerisch eine Katastrophe). Effizienteres Abschieben wo Entscheidungen getroffen wurden.
Da bin ich bei dir. Nur bei den Kommunen wird es halt schwierig, weil sehr viele überlastet sind, wie will man die Kommunen stärken? Das Geld ist ja auch mittlerweile Mangelware trotz Rekordschulden. Ich halte die Menge von Menschen, die sich im Bereich "Asyl/Schutz" in Deutschland aufhalten, nicht mehr für händelbar.

Schneller Umverteilen wäre eine Idee.


Zitat
Damit es Menschen gibt, denenn man den Spurwechsel anbieten kann.
Der Spurwechsel soll für die sein, die schon da sind, das soll kein Ersatzinstrument für reguläre Einwanderung werden.
Da hast du mich falsch verstanden. Du hast generell in Frage gestellt, ob man überhaupt integrieren sollte. Da du die Menschengruppe nicht eingeschränkt hast, ging ich davon aus, dass du das generell meinst. Möchte ich einen Menschen ohne bleiberecht integrieren? Nee. Die haben ja keine Aussicht auf Bleibe.
Ich habe mehrfach explizit gesagt, dass ich Menschen mit Schutzstatus meine. Schutzsstatus ist meistens mindestens drei Jahre. Und falls du meinst, dass die auch nicht integriert werden sollen, widerspreche ich dir. Das ist doch dann kein Ersatzinstrument.

Irgendwie hast du da jetzt ziemlich außenrum zitiert...


Zitat
UN-FLüchtlingslager sind kurzfristige Einrichtungen, um Menschen eine Bleibe zu geben und bei unmittelbaren Konflikten vor Leid zu schützen.
Genau das ist ja auch der Sinn und Zweck von Schutz und Asyl: ein temporärer Zustand, um die Menschen vor Konflikten und Leid zu schützen. Das soll kein Dauerzustand sein und auch nicht der Einwanderung dienen.
Du hast nicht mitzitiert, dass diese Konflikte lange andauern können und auch ein Schutzstatus lange gehen kann. Was ist den wenn ein Mensch 10 Jahre hier wohnt? Null Integration und dann wieder in die Heimat?


Zitat
Diesen festen Zeithorizont hat die UN nicht.
Ja, weil so ein fester Zeitrahmen auch Unsinn ist. Nehmen wir mal an, Putin gibt auf und zieht sich morgen aus der Ukraine zurück. Dann macht es keinen Sinn, dass die Ukrainer in D noch ein paar Jahre bleiben.

Die Befristung im Schutzstatus klingt für mich nur wie ein bürokratischer Akt. Das BAMF kann den Schutzstatus jederzeit wiederrufen, wenn der Konflikt beendet wurde.

Zitat
Ich sehe da überhaupt keinen Vergleich warum wir so etwas in Deutschland aufbauen müssen.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will nicht, dass wir in Deutschland UN-Flüchtlingslager errichten. Ich habe auch nichts dagegen, dass man den Menschen ein möglichst normales Leben ermöglicht, wenn sie das denn auch wollen, und es ist auch gut, dass die Kinder hier in die Schule gehen, aber der ganze Apparat muss das alles auch leisten können. Und das sehe ich im Moment nicht.
Und die Prämisse muss immer sein: wir gehen nach Hause, wenn der Schutzgrund wegfällt.

Dann sag, dass du glaubst, dass es nicht möglich ist. Ist doch schön, wenn wir beide bedenken haben.  ;) Dich konnte man, finde ich, tatsächlich so verstehen, dass du es nicht für nötig hälst Menschen zu integrieren und das generell in Frage stellst. Mehr habe ich aber auch nicht gesagt. Menschen mit Schutzstatus müssen meiner Meinung nach am Leben teilnehmen dürfen. Das ist kein Ersatz für Einwanderung oder sonst irgendwas wie du oben schreibst. Aber es ist letztendlich die Chance, dass ein Mensch sich integriert und hier bleibt.  Ein Aufenthalt unter Schutzstatus geht auch mal fünf, sieben oder zehn Jahre. Ab wann bildet sich ein Gefühl von Heimat? Und wenn nicht, gehts nach Hause.

Zitat
Die Beschäftigungszahlen sagen etwas anderes.
Naja, so toll sind die Zahlen nicht, bei den Syrern sind es wimre irgendwas über 50%, bei den Afghanen noch weniger. Und welche Jobs sind das denn? Reicht das zum Leben oder muss aufgestockt werden? Es wurde ja auch viel versprochen, da kämen die Retter der Demografie und der Rente. Mir war schon 2015 klar, dass das pures Politikergelaber war. Den Geflüchteten selber mache ich keinen Vorwurf, die können nichts für ihre Vita und ihre schlechte Ausbildung, zumal auf der Flucht.

Sie nehmen zu, darum geht es. Kaum ein Flüchtling schafft es in Deutschland inden ersten zwei bis drei Jahren zu arbeiten. Das liegt aber nicht an ihm. Dafür ist das System zu langsam und das ist eine Kritik.


Hier ist ein ganzes PDF nur zu Syrern auf dem Arbeitsmarkt.
https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Migration/Generische-Publikationen/AMkompakt-Arbeitsmarktsituation-von-syrischen-Staatsangehoerigen.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Ich sehe da nur positive Entwicklungen.


Zitat
Ich schrieb das, weil du es kritisch siehst, ob überhaupt integriert werden soll.
Vllt. verstehen wir unter dem Begriff etwas anderes. Ich sehe als Abschluß der Integration, dass derjenige deutscher Staatsbürger wird. Das ist aber Einwanderung und sollte eigentlich nichts mit Asyl und Schutz zu tun haben.

Ah.. Okay. Dann verstehen wir da wirklich was anderes drunter. Dann wird mir aber auch rückblickend klar, wo ich dich nicht verstanden habe. Auch in diesem Post... Ich sehe Integration als Start eines Prozesses: Sprache lernen, Arbeitsplatz, Teilhabe an Kultur, Freizeit und Konsum, Medienfreiheit, Bewegungs und Reisefreiheit und so weiter.
Das BAMF definiert: "Ziel von Integration ist es, alle Menschen, die dauerhaft und rechtmäßig in unserem Land leben, in die Gesellschaft einzubeziehen." Dafür brauche ich aber keine Staatsbürgerschaft. Auch ein Mensch ohne deutsche Staatsbürgerschaft kann in Deutschland wohnen und bestens integriert sein. Am Ende der Integration muss die für mich auch nicht zwingend stehen.
Deswegen habe ich die ganze Zeit nicht verstanden, was du meinst mit "gar nicht integrieren". Was sollte der Mensch drei Jahre lang machen ohne auch nur ein bisschen Teilhabe? Das klang, wie du vielleicht zustimmen kannst, ziemlich extrem.

Und bevor sich jemand an dem "dauerhaft" in der Definition stört: Ein Schutzstatus regelt in dem Fall "rechtmäßiger" Aufenthalt.

Zitat
Ich würde sagen ja, wenn die Bleibeperspektive gegeben ist.
Die Bleibeperspektive ist aber mit großer Unsicherheit behaftet. Wer hätte gedacht, dass Assad so schnell aufgibt? Im Iran könnten auch die Mullahs verjagt werden und eine liberalere Regierung an die Macht kommen, dann kann der homosexuelle Iraner auch schnell wieder nach Hause.

Auch hier... Siehe oben. Bleibeperspektive bedeutet für mich: Soll nicht in 6 Monaten abgeschlossen werden. Integration wie oben beschrieben. Nicht automatisch Einwanderer.


Zitat
Soweit ich weiß hatte Australien vor allem Wirtschaftsflüchtlinge. Es ist hoffentlich klar, dass ich hier nie Wirtschatfsflüchtlinge meine.
Wirtschaftsflüchtlinge haben wir aber auch. Kein Wunder, wo man doch keine Papiere brauchte, um einzureisen und Asyl beantragen zu können.

Womit wir wieder beim Thema wären, wie wir 3876 km Landgrenze schützen sollen. Auch ein Fakt, der beim Vergleich mit Dänemark und ihren ~70km oft unter den Teppich gekehrt wird. Das müssen wir aber nicht ausdiskutieren, da haben wir ja schon gesagt, dass die CDU uns das zeigen soll.

Zitat
Ich glaube, ein Problem ist, dass wir zu schwammig über die Menschen reden.
Ja, das Problem existiert, wurde aber auch von der Politik und den Medien forciert, da wurden alle in einen Topf geworfen, meist unter dem Oberbegriff "Migration". Migration ist aber ein dauerhafter Zustand, Asyl und Schutz ist ein temporärer Zustand.

Puh, ja... Da kann ich ihnen aber auch keinen Strick draus drehen. Die Definition der BAMF: Migration ist "die räumliche Verlegung des Lebens­mittel­punkts eines Menschen". Ja danke... Verlegt ein Flüchtling etwa nicht seinen Lebensmittelpunkt? Und weiter: "Neben der Migration aus beruflichen, familiären und Bildungs­zwecken ist bei Menschen aus Drittstaaten die Flucht vor angedrohter oder erlebter Verfolgung und Gewalt ein häufiger Migrationsgrund (Schutzsuchende)." Also ist Flucht ein Migrationsgrund und damit Migration.

Ich sag es mal so: Es ist halt auch nicht einfach. Der Duden macht es auch nicht besser. Wikipedia macht völligen Matsch und hat keine klare Linie. Vor allem unterscheidet es sich im deutschen vom englischen. Wenn du eine saubere Definition hast, die klar trennt und es einfach aufschlüsselt, ich bin interessiert.  ;)


Zitat
So auch hier: Marokko ist ein sicherer Herkunftsland. Natürlich ist das nicht korrekt. Habe ich das je gesagt?
Das verstehe ich jetzt nicht. Hältst du Marokko für sicher oder nicht? Und hab ich dir irgendwas damit vorgeworfen!?

Ich hatte dich missverstanden. Bzw, habe ich falsch gelesen. Du hast mir nichts vorgeworfen.

Zu deiner Frage: Ich weiß es nicht.

Zitat
Wenn man dann mal längere Interviews von Experten hört die das Thema in vielen Facetten darlegen bin ich immer wieder verwundert, was da für ein Nebeneffekte und Nebenschauplätze zu bedenken gelten und wie komplex die Themen sind.
Im Grunde ist das Thema nicht komplex, da kommt jemand und will Asyl oder Schutz. Gibt es einen triftigen Grund, dann bekommt er auch Asyl oder Schutz. Gibt es keinen solchen Grund, dann muss er wieder abziehen. Komplex wird es, weil man widersprüchliche Regelungen und viele Rechtswege geschaffen hat, die natürlich auch wahrgenommen werden. Auch das muss auf ein Normalmaß zurechtgestutzt werden.

Mir geht das nicht so. Ich finds wahnsinnig komplex. Einfach, weil es nicht nur rechtliche sondern oft auch moralische Fragen sind. Mir sind viele Rufe nach einfachen Lösungen zu kurz gedacht.

Zitat
Ich zweifel daher ein bisschen an der Wille und Weg Sache.
Dänemark hat es auch geschafft.

Für mich ist das ein zweifelhafter Erfolg.
Ich habe noch keine Stimme gehört, die sagt, dass wir das realistisch auf uns übertragen können. Andere Mengen, andere Grenzen, anderes Eu-Recht.


Zitat
Über 50% kommen mit der Herausforderung klar. Für gerade mal 5% ist es eine echte Überlastung. 34% sind am Limit. Die 5% darf es nicht geben. Das sind aber auch "nur" 5%.
Hast du dazu eine Quelle?

https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/Gesemann_Freudenberg_DESI_Aufnahme_Integration_Gefluechtete_November_2024_FINAL.pdf

Zitat
Konkret sind es Maßnahmen, die sowieso seit Jahrzehnten gemacht werden müssen: Mehr Schulplätze und Lehrer. Mehr Erziehungseinrichtungen wie Kindertagesstätten. Mehr Wohnungen.
Das fällt aber alles nicht vom Himmel, Kitas, Schulen, Wohnungen müssen gebaut, Lehrer ausgebildet werden. Das alles kostet viel Geld, das zuallererst erwirtschaftet werden muss. Blöderweise stecken wir aber in einer hartnäckigen Rezession fest.
Und warum brauchen wir bei einer schrumpfenden Bevölkerung (der Trend hat sich ja erst durch die Geflüchteten umgedreht) mehr Kitas, mehr Schulen, mehr Lehrer und mehr Wohnungen?

Die Probleme sind älter als die Rezession. Und älter als die letzte Konjunktur. Und älter als die Rezession vor der letzten Konjunktur.

Weil ein Fünftel der Lehrer demnächst in Rente geht. Weil vor allen in Ballungsgebieten die Entwicklung aller Erziehungseinrichtungen nicht dem Wachstum folgen. Weil wir vermehrt in mit mehr Personen auf mehr Fläche leben, Landflucht in Ballungsgebiete betreiben und Gebäude auf dem Land dann vergammeln, Wohungen vermehrt zweckentfremdet werden und der Sozialwohnungsbestand abnimmt, weil er sich nicht rentiert.

Da sind nur ein paar Erklärungen, warum sich die Situationen unabhängig von der Bevölkerung entwickelt.

Zitat
Daneben gibt es noch einige unmittelbare Probleme, wie die fehlenden Sprachkurse und die Zugänge zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt.
Wie vor: dazu braucht man Ressourcen, viele Menschen und viel Geld.

Und Wille! Diese vier Dinge braucht man auch für den vollständigen Grenzschutz. Ich glaube wir haben die Lösung für viele Probleme gefunden.  Schreibst du nach Berlin? ;)

Zitat
Ich würde nicht sagen, dass wir einen schlechten Wohnungsmarkt haben wegen der Flüchtlinge. Wir haben einen schlechten Wohnungsmarkt wegen einer schlechten Wohnungsbau-Politik.
Es kommt beides zusammen, die Bevölkerung wächst, gleichzeitig sorgt die Politik aber dafür, dass immer weniger Wohnungen gebaut werden. Fertig ist die Misere.

Siehe Beispiele oben. Die Gründe für den Mangel an Wohnungen ist für mich wesentlich vielfälter als nur zwei Faktoren.

Zitat
Wir sind überlastet, weil die Systeme schlecht sind. Die Flüchtlinge sind ein Tropfen auf dem heißen Stein...
Das sehe ich anders. Die Systeme sind überlastet, weil sie nicht für so viele Menschen ausgelegt sind.
Siehe oben, ich denke nicht, dass es nur an den zwei Faktoren liegt. Das Problem wäre auch da, wenn wir einige Menschen weniger im Land wären.

Zitat
Zu sagen, dass System sei überlastet wegen der Flüchtlinge und es wird alles besser, wenn die weg sind geht für mich an der Realität vorbei.
Wo habe ich geschrieben "es wird alles besser, wenn die weg sind"? Die Systeme, die für Integration sorgen sollen, sind überlastet, da wir aber nicht unendlich Ressourcen haben und das Angebot nach Belieben aufstocken können, müssen wir an der anderen Stellschraube drehen und den Zustrom in diese Systeme verringern.

Zitat
Aber ich spreche mich dagegen aus, dass all diese großen Probleme eine universelle Lösung haben sollen: Keine Flüchtlinge.
Das finde ich jetzt sehr unsauber und auch unfair von dir, ich habe mit keinem Wort geschrieben, dass das Motto "keine Flüchtlinge" die universelle Lösung für alle unsere Probleme wäre. Wer Anrecht auf Asyl oder Schutz hat, der soll das auch bekommen, in Abstimmung mit unseren europäischen Partnern. Gleichsam gilt aber auch, dass derjenige sofort nach Hause geht, wenn der Asyl- oder Schutzgrund wegfällt.

Das hast du nicht gesagt. Ich habe aber extra geschrieben, dass ich dich nicht meinte.
"Damit meine ich nicht explizit dich oder irgendwen hier im Forum und ich unterstellte hier auch keinem die nähe zur AFD. Ich meine damit, dass ich denke, dass der generelle öffentliche Disskurs dazu tendiert in diese Richtung zu gehen und die Politik folgt dieser Sichtweise. "

Ich habe das nicht mehr gemacht, weil es spät wurde. Aber ich wollte damit thematisch den Bogen spannen zu dem Gedanken, den ich vorher mal geäußer hatte, das die Regierung jetzt einfach nur dieser Tendenz folgt. Das ist mir zu einfach. Ich sehe größere und andere Probleme. Aber mit dir hat das nichts zu tun.


Und zum Abschluss, weil du es zwei mal gesagt hast. Sagst du inhaltlich nicht trotzdem genau das? Wenn ich deine Aussagen zusammensetze kommt für mich heraus, dass die großen angesprochenen Probleme nur an der Bevölkerungszahl liegen. Kita, Schule, Wohnung ist nur ein Mengenproblem und es reicht nicht, weil es zu viele Menschen sind. Die Flüchtlinge, sagst du, sind der Grund warum sich der Trend umkehrt und wir wachsen. Heißt das nicht im Umkehrschluss, dass das eine mögliche Lösung wäre? Du schlägst sie nicht vor. Ich will dir das auch auf keinen Fall unterschieben oder in den Mund legen. Verstehe mich da bitte nicht falsch. Ich meine das sogar unabhängig vom kompletten Flüchtlingsthema. Aber aus deinen Aussagen hergeleitet ist das doch genau der Zusammehang. Dafür sorgen, dass wir nicht wachsen. Dann sind die Probleme in 10, 20, 30 Jahren gelöst. Die Menge der Menschen muss nur wieder unter die Menge der Kitas, Schulen und Wohnungen fallen. Passt das für dich? Siehst du das so einfach? Oder ist das Quatsch, wie ich das verstehe?


Edit: Ich muss übrigens mal sagen, dass mir diese Gespräch mit dir sehr gut gefällt. Ich habe einiges gelernt und verstehe deine Ansichten zu dem Thema. Es waren ein paar gute Denkanstöße dabei. Danke.  :)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Mai 2025, 20:25:16
Ich habe die unbelegbare Meinung, dass man einige dieser Hindernisse nicht durch puren Willen aus dem Weg schaffen kann. Du bist der Meinung das das geht. Ich denke, weiter werden wir an der Stelle nicht kommen, oder?
Der Wille, etwas zu ändern, steht am Anfang und natürlich wird man auf Probleme und Widerstände stoßen, aber das ist bei allem so. Und man muss ein Problem überhaupt erstmal als solches identifizieren, ich vermute, daran hapert es auch bei einigen Politikern, anders kann ich mir die Forderung nach immer mehr Flüchtlingsaufnahme nicht erklären, ohne in VTs abzudriften.

Zitat
Ich bin dafür, dass wir in den sauren Apfel beisen und jemanden ein leben lang sicher verwahren, bevor er im Ausland stirbt.
Prinzipiell möchte ich auch nicht, dass jemand stirbt, aber jemand, der unsere Menschenfreundlichkeit und Hilfe damit vergeltet, dass er hier Menschen schwer verletzt oder gar ermordet, um dessen weiteres Schicksal mache ich mir dann keine Gedanken mehr. Er hatte seine Chance und wie gesagt, niemand wird dazu gezwungen, hier solche Taten zu begehen.

Zitat
Würdest du da deine Weltretterattitüde, wie sie es vielleicht nennen würden, ablegen und zustimmen?
Wenn man Menschen, die zu Recht hier Asyl oder Schutz bekommen, auch menschenwürdig leben lassen möchte, dann ist das für mich keine Weltretterattitüde. Sonst müsste man Asyl und Schutz nach GFK rundweg ablehnen, was ich nicht tue, oder halt doch Internierungslager wollen, was ich auch nicht tue.

Zitat
Das machts aber auch nicht besser.
Nein, macht es nicht.

Zitat
Willst du die Leute mit dem Fallschirm abwerfen?
Auch das ist im Völkerrecht geregelt: kein Staat darf Staatsbürgern die Einreise verweigern. Gegenfrage: warum müssen wir uns sklavisch an ein Rechtssystem halten, das andere mit Füßen treten? Das kann nicht funktionieren.

Zitat
Wie wäre dein Standardprozess so eine Person in das Zielland einreisen zu lassen wenn das Land dort nö sagt?
Diese Diskussion ist doch akademisch, in Sachen Afghanistan hieß es auch immer: "Wir können dahin nicht abschieben, wir verhandeln nicht mit den Taliban." Auf einmal ging es dann aber doch, gleich zweimal, immer kurz vor Wahlen, welch Zufall.
Man könnte aber auch das einzige Druckmittel einsetzen, das Deutschland hat: Geld. Wer als Staat nicht kooperiert bekommt keins mehr, wer es doch tut, der bekommt vllt. noch was obendrauf, um die Verhältnisse vor Ort zu verbessern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das helfen würde, die Anzahl der "Nö's" zu verringern.

Zitat
Der, den wir abgeschoben haben. Wurde vom Regime im Herkunftsland umgebracht.
Wie oft ist das denn schon vorgekommen? Wurden die nach Afghanistan abgeschobenen Straftäter dort hingerichtet?

Zitat
Dann ist das eins weiter oben kein Dilemma für dich.
Richtig, das ist es nicht, ich habe für Schwerkriminelle keinerlei Empathie übrig, wohl aber für deren Opfer und auch deren potentielle Opfer, falls diese Schwerkriminellen hierbleiben dürfen und evtl. wieder auf freien Fuß kommen. Sicherheitsverwahrung bekommt ja auch nicht jeder und selbst da kommt man auch irgendwann wieder raus.

Zitat
Es wurde schon in den 2000er Jahren angemerkt, dass wir nicht gut integrieren.
Und welche Gründe hat das?

Zitat
Ich finde manchen Problemen wird man nicht gerecht, wenn man sagt, dass das mit genug Wille irgendwie schon lösbar sein wird.
Wie oben schon geschrieben: ohne den Willen etwas zu ändern wird sich auch nichts ändern und dieser Wille fehlte mir in der Politik der letzten 10 Jahre.

Zitat
Und für manche Lösungen bin ich nicht bereit den Preis zu zahlen.
Das ist natürlich auch dein gutes Recht.

Zitat
Schneller Umverteilen wäre eine Idee.
Dass man die Menschen immer wieder quer durch die Republik schickt, weil irgendwo gerade mal was frei wird, halte ich für keine nachhaltige Lösung.

Zitat
Was ist den wenn ein Mensch 10 Jahre hier wohnt? Null Integration und dann wieder in die Heimat?
Ich hatte schon geschrieben, dass auch Flüchtlinge schnellstens arbeiten sollen dürfen, dass sie die Sprache lernen sollen, dass ihre Kinder hier in die Schule gehen sollen. Du nennst das Integration, ich nenne es Teilhabe am Leben in Deutschland. Und ja, auch nach 10 Jahren sollten die Menschen in ihre Heimat zurückkehren, wenn der Grund für Asyl und Schutz wegfällt. Der Spurwechsel sollte für jemand, der sich und seine Familie selber versorgen kann, aber möglich sein, wenn er das denn will.

Zitat
Die Befristung im Schutzstatus klingt für mich nur wie ein bürokratischer Akt. Das BAMF kann den Schutzstatus jederzeit wiederrufen, wenn der Konflikt beendet wurde.
Man könnte also problemlos drauf verzichten. Solange der Grund für Asyl und Schutz besteht, solange bleibt der Mensch halt da, fällt der Grund weg, geht er nach Hause.

Zitat
Sie nehmen zu, darum geht es.
Dass Flüchtlinge arbeiten ist ja auch nur ein Teilaspekt, der das System finanziell entlasten kann, ich meine aber, eine Kostenrechnung sollten wir hier nicht aufmachen. Ich würde den Menschen sowieso auch eine gewisse Karenzzeit zugestehen, dass sie erstmal ankommen und sich von der Flucht erholen können, auch mental. Im Grunde sollten Flüchtlinge gar nicht arbeiten müssen, ich würde sie viel mehr auf die Zeit für nach der Flucht vorbereiten, sie in Berufen ausbilden, die zum Wiederaufbau der Heimat dringend gebraucht werden etc. pp. Das geht aber nicht, weil selbst Deutschland so etwas nicht millionenfach leisten kann und vermutlich ist das auch zu blauäugig gedacht, weil dann ja auch kritisiert würde, dass das nur Geld kostet und uns nichts einbringt.

Zitat
Ich sehe da nur positive Entwicklungen.
Ja, es entwickelt sich positiv, die Gesamtsituation ist aber imho weiterhin mangelhaft, zB.: "Die Beschäftigungsquote inklusive ausschließlich geringfügiger Beschäftigung ist seit 2016 um 30 Prozentpunkte auf 41,7 Prozent im September 2024 gestiegen."

Zitat
Und bevor sich jemand an dem "dauerhaft" in der Definition stört: Ein Schutzstatus regelt in dem Fall "rechtmäßiger" Aufenthalt.
Ich will jetzt nicht Wörter klauben, aber zwischen "dauerhaft" und "rechtmäßig" steht ein "und", kein "oder" ;)

Diese Definition ist aber genau das was ich meine: Migration ist dauerhaft. Man emigriert freiwillig aus seiner alten Heimat und immigriert in seine neue Heimat, mit der Absicht, sich dort dauerhaft niederzulassen. Man kann es auch Aus- und Einwanderung nennen.

Flucht ist unfreiwillig, man flüchtet vor politischer Verfolgung oder Krieg/Bürgerkrieg, um sein Leben zu retten, ändern sich die Zustände in der Heimat, geht man wieder nach Hause. Das ist nicht dauerhaft, sondern temporär, diese Unterscheidung ist imho das wichtigste Kriterium, wenn ich jemand integriere, dann will ich, dass der dauerhaft da bleibt.

Als Staat muss man imho den Einwanderer best- und schnellstmöglich integrieren, der soll deutscher Bürger werden, während das beim Flüchtling eher nachrangig ist, weil der ja irgendwann wieder nach Hause gehen soll.

Zitat
Bleibeperspektive bedeutet für mich: Soll nicht in 6 Monaten abgeschlossen werden.
Man weiß ja aber nicht vorher, wie lange der Zustand anhält.

Zitat
Womit wir wieder beim Thema wären, wie wir 3876 km Landgrenze schützen sollen.
Man braucht im Grunde gar keine Grenze zu schützen, irgendwann kommt derjenige an und will Asyl und Leistungen haben und dann wird man herausfinden, von wo er gekommen ist, bis dahin gilt die "Fiktion der Einreise". Und glaub mal nicht, dass die "grüne Grenze" nicht auch überwacht wird. Ich lebe im Grenzgebiet und während der Grenzschließungen zur Coronazeit ist es mir öfter passiert, dass auf dem Waldweg plötzlich die Bundespolizei stand und mich auf dem Rad angehalten hat.

Zitat
Die Definition der BAMF: Migration ist "die räumliche Verlegung des Lebensmittelpunkts eines Menschen".
Das BAMF ist durchaus Teil des Problems. Und warum heißt es überhaupt "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge"? "Bundesamt für Migration" würde doch dann reichen.

Was bei Wikipedia steht, ist eigentlich genau das, was ich auch meine: "Als Migration wird eine auf Dauer angelegte räumliche Veränderung des Lebensmittelpunktes einer oder mehrerer Personen verstanden."

Es wird vllt. deutlicher, wenn man von Einwanderung anstelle von Migration spricht. Flüchtlinge sind keine Einwanderer.

Zitat
Zu deiner Frage: Ich weiß es nicht.
In Marokko gibt es mW. weder Krieg noch Bürgerkrieg noch werden Menschen planmäßig politisch verfolgt. Sorry, wenn so ein Land schon kein sicheres Herkunftsland ist, dann haben wir aber ein gewaltiges Problem.

Zitat
Einfach, weil es nicht nur rechtliche sondern oft auch moralische Fragen sind.
Moralisch gesehen müssten wir die halbe Menschheit und mehr aufnehmen, weil es so vielen Menschen dreckig geht. Schonmal in der Dritten Welt im Slum gewesen? Ich schon und das nicht zum Sightseeing, die Zustände sind furchtbar. Ginge es um Moral, dürften wir den Menschen auch nicht bei der mörderischen Flucht zusehen, sondern müssten sie direkt vor Ort abholen.

Zitat
Für mich ist das ein zweifelhafter Erfolg.
Für mich nicht ;)

Zitat
Ich habe noch keine Stimme gehört, die sagt, dass wir das realistisch auf uns übertragen können.
Es ging ja um den Willen zur Veränderung, nicht um eine 1:1 Übertragbarkeit. Dänemark hatte eine ähnliche Situation wie D, deren AfD stand auch bei ca. 20% und drohte immer mächtiger zu werden. Mit einer verbesserten Asylpolitik wurde diese Partei dann auf - ich glaube - 2% gedrückt. Ich halte das für einen Erfolg.

In D lehnen je nach Quelle und Jahr der Umfrage zwischen 60% und 80% der Bürger die bisherige Asylpolitik ab, zum Glück wählen die nicht alle AfD, aber deren Willen kann man deswegen auch nicht einfach ignorieren.

Zitat
https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/Gesemann_Freudenberg_DESI_Aufnahme_Integration_Gefluechtete_November_2024_FINAL.pdf
Danke für den Link.

Zitat
Da sind nur ein paar Erklärungen, warum sich die Situationen unabhängig von der Bevölkerung entwickelt.
Naja, nicht wirklich. Die von dir geschilderten Punkte wären mit einer schrumpfenden Bevölkerung wesentlich einfacher beherrschbar als mit einer sprunghaft wachsenden. Aber ich gebe dir auch zum Teil recht, gerade im Bildungsbereich hat Merkels Untätigkeit und linke Gleichmacherei tiefe Wunden hinterlassen, dabei brauchen wir Bildung mehr als alles andere.

Zitat
Diese vier Dinge braucht man auch für den vollständigen Grenzschutz.
Wie schon geschrieben, vollständiger Grenzschutz ist gar nicht nötig.

Zitat
Die Gründe für den Mangel an Wohnungen ist für mich wesentlich vielfälter als nur zwei Faktoren.
Natürlich spielt auch die Binnenwanderung eine Rolle, aber Stadt- und Landflucht wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab, momentan sehen wir wieder eher eine Stadtflucht. Auf diesen Zyklus kann man aber auch versuchen, antizyklisch einzuwirken und nicht nur zu reagieren. Wenn sich ein Ende der Stadtflucht abzeichnet, sollte man schnellstens anfangen, in der Stadt Wohnungen zu bauen oder alte Wohnungen zu renovieren. Die Politik kann das natürlich nicht tun, sie kann nur Anreize setzen, damit mehr gebaut und renoviert wird. In zB. Berlin macht man aber das Gegenteil, riesige Flächen wie das Tempelhofer Feld dürfen nicht bebaut werden, was hohe Grundstückspreise nach sich zieht, bauen an sich wird durch politische Vorgaben immer teurer, aber man will wohl einen Mietdeckel haben. Da braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn niemand investieren und bauen will

Zitat
Das Problem wäre auch da, wenn wir einige Menschen weniger im Land wären.
Das Problem wäre aber - würde ich deiner These folgen - weniger gravierend. Wären diese Einrichtungen schon mit einer schrumpfenden Bevölkerung überlastet, dann würde mit einer sprunghaft wachsenden Bevölkerung gar nichts mehr funktionieren. An dem Punkt sind wir zum Glück noch nicht.

Zitat
Das hast du nicht gesagt.
Du hast Recht, das hatte ich nicht mehr gelesen, sorry ;)

Zitat
Sagst du inhaltlich nicht trotzdem genau das?
Nein, das sage ich nicht, im Gegenteil. Als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg und der Judenvernichtung hat man sich das Grundrecht auf Asyl in die Verfassung geschrieben, an diesem Grundrecht werde ich nicht rütteln. Allerdings meine ich, dass Deutschland es nicht schaffen wird, so viele Menschen für ein selbständiges Leben in Deutschland fitzumachen und Deutschland wird es auch nicht schaffen, dauerhaft so viele Menschen finanziell menschenwürdig zu versorgen, die - aus welchen Gründen auch immer - keinen Job haben, der sie ernähren kann.

Deswegen müssen wir imho sehr genau hingucken, wer jetzt wirklich Anrecht auf Asyl und Schutz hat und wer ein Einwanderer auf der Suche nach einem besseren Leben ist. Letzteres ist nicht verwerflich, ich würde als junger Mann auch aus elenden Lebensumständen abhauen wollen, nur wäre ich dann kein Flüchtling sondern Einwanderer und müsste gewisse Kriterien (insbesondere der beruflichen Qualifikation) erfüllen, die die meisten Menschen aus der Dritten Welt gar nicht erfüllen können.

Zitat
Wenn ich deine Aussagen zusammensetze kommt für mich heraus, dass die großen angesprochenen Probleme nur an der Bevölkerungszahl liegen.
Sie liegen nicht einzig und alleine an den Flüchtlingen, aber da sich die Diskussion nunmal um Flüchtlinge drehte, sind sie auch ein Teil des Problems. Und das Problem ist ja nicht neu, es sind mittlerweile 10 Jahre vergangen und es werden immer noch viel zu wenige Wohnungen, Kitas, Schulen gebaut.

Meine Kritik richtet sich weder an Flüchtlinge noch an die Leute, die ein besseres Leben suchen, meine Kritik richtet sich an die Politik, die das Problem nicht wirklich angeht. Wenn ich so viele Menschen einwandern (ja, mit Absicht einwandern geschrieben) lasse, dann muss ich auch dafür sorgen, dass die vielen Menschen vernünftig leben können und ich sie als Einwanderer dann auch bestmöglich integriere. Ewig lange in Turnhalle oder Baracken zu hausen und ewig lange auf einen Sprach- und Integrationskurs und eine Berufsaus-/-weiterbildung zu warten ist ja auch kein Zustand.

Auf der anderen Seite haben wir aber auch Einheimische, die trotz Job und ordentlichem Verdienst keine bezahlbare Wohnung mehr finden, weil die Nachfrage bei gleichem oder gar sinkendem Angebot stark gestiegen ist.

Zitat
Passt das für dich?
Nope. Das Problem ist die Politik, die massenhaft Menschen einwandern (wie vor) lässt und - überspitzt ausgedrückt - nicht mehr tut als "Wir schaffen das" zu propagieren, anstatt die Kapazitäten zu erhöhen. Zu "Kita, Schule, Wohnung" kommen ja auch noch die Felder Gesundheitssystem und Jobs. Und viele dieser Probleme sind "Verteilungskämpfe" der wirtschaftlichen "Unterschicht", der schlecht ausgebildete Deutsche konkurriert mit den Einwanderern um einfache Jobs und günstigen Wohnraum, der findet keinen Kitaplatz, der muss seine Kinder auf "Brennpunktschulen" schicken, wo - wieder überspitzt ausgedrückt - kaum noch jemand Deutsch spricht. Das ist genau die Klientel, die AfD wählt.

Aber wie ist es mit dir? Siehst du die Masse der Flüchtlinge denn überhaupt nicht als Problem? Könnte Deutschland das und noch mehr locker bewältigen, wenn man besser integrieren würde? Und wie geht es besser als jetzt, was läuft falsch bei der Integration, außer bürokratischen Hürden, die von der Politik auch seit Jahren nicht angefasst werden?

Zitat
Edit: Ich muss übrigens mal sagen, dass mir diese Gespräch mit dir sehr gut gefällt. Ich habe einiges gelernt und verstehe deine Ansichten zu dem Thema. Es waren ein paar gute Denkanstöße dabei. Danke.  :)
Danke, das gebe ich gerne zurück, ich bin froh, dass man trotz Differenzen vernünftig diskutieren kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 16.Mai 2025, 22:21:38
Ich habe mal eine Frage: Einerseits sprichst du davon, dass man die Straftäter nicht auf unsere Kosten bei einsperren soll und das Geld lieber dafür aufwenden soll, dass wir Frauen und Kindern helfen, die wirklich Schitz benötigen. Andererseits muss man sich die Abschiebungen nach Afghanistan ja doch wieder erkaufen und letztendlich die Regime unterstützen, die erst für die Missstände sorgen. Wie lässt sich das unter einen Hut bekommen?

Und sollte Deutschland seine Straftäter zurücknehmen? Die Bundesregierung hat soweit ich weiß ein entsprechendes Gesuch aus Syrien abgelehnt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Mai 2025, 23:33:24
Wie lässt sich das unter einen Hut bekommen?
Ein Tag Sicherheitsverwahrung kostet in Deutschland zwischen 400 und 500 EUR. Das macht pro Jahr bei gemittelt 450 EUR ca. 165.000 EUR. Nehmen wir mal an, der Täter ist 30 Jahre alt und hat noch 50 Jahre zu leben, dann sind wir schon bei über 8 Mio EUR. Ich denke, die Taliban lassen sich mit einer weit geringeren Summe überzeugen.

Zitat
Und sollte Deutschland seine Straftäter zurücknehmen?
Selbstverständlich. Boris Becker wurde aus dem UK nach Deutschland abgeschoben.

Zitat
Die Bundesregierung hat soweit ich weiß ein entsprechendes Gesuch aus Syrien abgelehnt.
Den Fall kenne ich nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.Mai 2025, 23:52:27
@ DragonFox : Danke für den Link lese es gerade durch. Aber teilweise sind die Zahlen erschreckend. Bin auf Seite 13/17 und da steht schwarz auf weiß bei Männern syrischer Herkunft :
19% Erwerbstätig
32% in Ausbildung/Maßnahme
42% Arbeitslos
1% Sorgearbeit
6% sonstiges
Das ist doch komplett erschreckend wie schiefgelaufen die Integration in den Arbeitsmarkt gelaufen ist. Welches Sozialsystem soll eine derartige Schieflage auffangen? Die gesamtdeutsche Erwerbstätigkeitenquote liegt bei 77,2%.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/_inhalt.html



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.Mai 2025, 03:51:40
Zitat
Würdest du da deine Weltretterattitüde, wie sie es vielleicht nennen würden, ablegen und zustimmen?
Wenn man Menschen, die zu Recht hier Asyl oder Schutz bekommen, auch menschenwürdig leben lassen möchte, dann ist das für mich keine Weltretterattitüde. Sonst müsste man Asyl und Schutz nach GFK rundweg ablehnen, was ich nicht tue, oder halt doch Internierungslager wollen, was ich auch nicht tue.

Ich wollte nur sagen, dass das eine Frage der Perspektive ist.

Zitat
Willst du die Leute mit dem Fallschirm abwerfen?
Auch das ist im Völkerrecht geregelt: kein Staat darf Staatsbürgern die Einreise verweigern. Gegenfrage: warum müssen wir uns sklavisch an ein Rechtssystem halten, das andere mit Füßen treten? Das kann nicht funktionieren.

Das sehe ich anders. Für mich funktioniert das Argument nie, dass man gegen ein Gesetz verstoßen kann, nur weil es andere auch machen. Ich würde das unter Selbstgerechtigkeit verbuchen. Das funktioniert doch auch nicht im Alltag. Wahnsinnig viele Bürger aller Schichten hinterziehen Steuern. Das rechtfertigt für mich keinen Steuerhinterzug. Das gilt für mich für Gesetze und für Werte.


Zitat
Wie wäre dein Standardprozess so eine Person in das Zielland einreisen zu lassen wenn das Land dort nö sagt?
Diese Diskussion ist doch akademisch, in Sachen Afghanistan hieß es auch immer: "Wir können dahin nicht abschieben, wir verhandeln nicht mit den Taliban." Auf einmal ging es dann aber doch, gleich zweimal, immer kurz vor Wahlen, welch Zufall.
Man könnte aber auch das einzige Druckmittel einsetzen, das Deutschland hat: Geld. Wer als Staat nicht kooperiert bekommt keins mehr, wer es doch tut, der bekommt vllt. noch was obendrauf, um die Verhältnisse vor Ort zu verbessern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das helfen würde, die Anzahl der "Nö's" zu verringern.

Aber das war ja nicht trivial. Wenn ich das richtig sehe und es stimmt was man liest hat das Innenministerium 2 Monate an einem Flug gearbeitet für 28 Personen.

Außerdem ist das nicht "umsonst". Ich meine nicht Geld. Ich bin da wieder bei Werten und Grundsätzen: Wir nähern uns der Taliban an. Dieser Flug hat zwar nicht direkten Verhandlungen benötigt, da er über Doha eingefädelt. Laut Experten wird das nicht ewig und immer gehen und waren eher mühsame Einzellösungen.
Von einem Tabu und Grundsatz mit einem terroristischen Regime Kontakt zu halten und es damit offiziell anzuerkennen kommt es zu einer Annäherung und Bereitschaft zu Verhandlungen. Das bedeutet eine internationale Anerkennung der Taliban, Signalwirkung für andere Staaten, Spannung zu Partnerländern. Ich finde das nicht so einfach zu entscheiden und ich würde wieder von einem Dilemma sprechen. Ich weiß nicht, wie ich das gegenseitig aufwiegen würde.

Also, du siehst, ich würde sagen, dass das geht. Ich habe nur Zweifel, ob man es tun sollte.


Zitat
Dann ist das eins weiter oben kein Dilemma für dich.
Richtig, das ist es nicht, ich habe für Schwerkriminelle keinerlei Empathie übrig, wohl aber für deren Opfer und auch deren potentielle Opfer, falls diese Schwerkriminellen hierbleiben dürfen und evtl. wieder auf freien Fuß kommen. Sicherheitsverwahrung bekommt ja auch nicht jeder und selbst da kommt man auch irgendwann wieder raus.

Da unterscheiden wir uns. Ich versuche für jeden Menschen Empathie zu empfinden.


Zitat
Es wurde schon in den 2000er Jahren angemerkt, dass wir nicht gut integrieren.
Und welche Gründe hat das?

Weil es nie ein Thema auf der Agenda war. Das ist genau so, wie zu fragen, warum wir bei der Digitalisierung nicht vorran kommen.

Zitat
Schneller Umverteilen wäre eine Idee.
Dass man die Menschen immer wieder quer durch die Republik schickt, weil irgendwo gerade mal was frei wird, halte ich für keine nachhaltige Lösung.

Weiß nicht, wie "immer" entsteht. Es wird was frei und dann kommt da jemand hin. Der muss ja dann nicht wieder wo anders hin, weil dort etwas noch freier wird.

Ich meine das ganz pragmatisch bei diesen Lösungen, wo man wirklich mit dem Kopf schütteln muss. 500 Flüchtling auf 2000 Einwohner. Es gab wohl auch schon 500 Flüchtlinge auf 660 Einwohner. Ich frage ich, wer sowas plant.


Zitat
Was ist den wenn ein Mensch 10 Jahre hier wohnt? Null Integration und dann wieder in die Heimat?
Ich hatte schon geschrieben, dass auch Flüchtlinge schnellstens arbeiten sollen dürfen, dass sie die Sprache lernen sollen, dass ihre Kinder hier in die Schule gehen sollen. Du nennst das Integration, ich nenne es Teilhabe am Leben in Deutschland. Und ja, auch nach 10 Jahren sollten die Menschen in ihre Heimat zurückkehren, wenn der Grund für Asyl und Schutz wegfällt. Der Spurwechsel sollte für jemand, der sich und seine Familie selber versorgen kann, aber möglich sein, wenn er das denn will.

Das war der Punkt, wo wir uns missverstanden haben. Wir denken da gleich, oder?

Zitat
Die Befristung im Schutzstatus klingt für mich nur wie ein bürokratischer Akt. Das BAMF kann den Schutzstatus jederzeit wiederrufen, wenn der Konflikt beendet wurde.
Man könnte also problemlos drauf verzichten. Solange der Grund für Asyl und Schutz besteht, solange bleibt der Mensch halt da, fällt der Grund weg, geht er nach Hause.

Stimmt. Keine Ahnung, warum das gemacht wird. Vielleicht, damit der Mensch hier einen planbaren Erwartungshorizont hat? Ich schätze man lebt etwas ruhiger, wenn man weiß, dass es zwei oder drei Jahre Stabilität gibt. Aber sicher bin ich mir nicht.

Zitat
Sie nehmen zu, darum geht es.
Dass Flüchtlinge arbeiten ist ja auch nur ein Teilaspekt, der das System finanziell entlasten kann, ich meine aber, eine Kostenrechnung sollten wir hier nicht aufmachen. Ich würde den Menschen sowieso auch eine gewisse Karenzzeit zugestehen, dass sie erstmal ankommen und sich von der Flucht erholen können, auch mental. Im Grunde sollten Flüchtlinge gar nicht arbeiten müssen, ich würde sie viel mehr auf die Zeit für nach der Flucht vorbereiten, sie in Berufen ausbilden, die zum Wiederaufbau der Heimat dringend gebraucht werden etc. pp. Das geht aber nicht, weil selbst Deutschland so etwas nicht millionenfach leisten kann und vermutlich ist das auch zu blauäugig gedacht, weil dann ja auch kritisiert würde, dass das nur Geld kostet und uns nichts einbringt.
Da stimme ich dir zu.


Zitat
Ich sehe da nur positive Entwicklungen.
Ja, es entwickelt sich positiv, die Gesamtsituation ist aber imho weiterhin mangelhaft, zB.: "Die Beschäftigungsquote inklusive ausschließlich geringfügiger Beschäftigung ist seit 2016 um 30 Prozentpunkte auf 41,7 Prozent im September 2024 gestiegen."

Das wird aber erklärt. Es fallen eingebürgerter Menschen heraus und vor allem kommen immer wieder Neue nach, die die Zahlen drücken. Deswegen ist es spannender zu sehen, wieviele Prozent in einem Jahrgang arbeiten. Und bei den Menschen, die seit 7 Jahren hier sind sind das 60%. Das ist vor allem wichtig, weil 1/3 der Gesamtmenge erst seit 2021 hier wohnt. Auch die müssen erstmal die fünf bis sieben Jahre Zeit haben. Leider, dass es so lange dauert ist ein Problem. Das ist mangelhaft.
Auch 6/10 Menschen als qualifizierte Fachkraft und 2/5 in Engpassberufen sehe ich sehr positiv.


Zitat
Und bevor sich jemand an dem "dauerhaft" in der Definition stört: Ein Schutzstatus regelt in dem Fall "rechtmäßiger" Aufenthalt.
Ich will jetzt nicht Wörter klauben, aber zwischen "dauerhaft" und "rechtmäßig" steht ein "und", kein "oder" ;)

Diese Definition ist aber genau das was ich meine: Migration ist dauerhaft. Man emigriert freiwillig aus seiner alten Heimat und immigriert in seine neue Heimat, mit der Absicht, sich dort dauerhaft niederzulassen. Man kann es auch Aus- und Einwanderung nennen.

Flucht ist unfreiwillig, man flüchtet vor politischer Verfolgung oder Krieg/Bürgerkrieg, um sein Leben zu retten, ändern sich die Zustände in der Heimat, geht man wieder nach Hause. Das ist nicht dauerhaft, sondern temporär, diese Unterscheidung ist imho das wichtigste Kriterium, wenn ich jemand integriere, dann will ich, dass der dauerhaft da bleibt.

Als Staat muss man imho den Einwanderer best- und schnellstmöglich integrieren, der soll deutscher Bürger werden, während das beim Flüchtling eher nachrangig ist, weil der ja irgendwann wieder nach Hause gehen soll.

Hm... Gutes Auge. Das "und" und "oder" war mir nicht aufgefallen.

Naja, das bestägigt im Grunde nur, was ich geschrieben habe. Es ist komplex. Da wir unsere Meinung, was Integration ist und das es nicht gleichzusetzen ist mit Einbürgerung und dauerhaften Bleibe, ist es aber für uns in dem Fall in diesem Thread ein bisschen egal.

Ich hätte die gleiche Unterscheidung für mich getroffen. Migration ist die Bewegung in ein anderes Land. Einwandern ist freiwillig. Flucht ist unfreiwillig. So sehe ich das auch. Und dann kommt die deutsche Rechtssprache und Gesetze und gibt den Menschen 20 verschiedene Bezeichungen.

Zitat
Bleibeperspektive bedeutet für mich: Soll nicht in 6 Monaten abgeschlossen werden.
Man weiß ja aber nicht vorher, wie lange der Zustand anhält.

Der Punkist obsolet, weil wir das gleiche meinen. Wenn ein Mensch hier Schutz bekommt und nach sechs  Monaten das Land in die Heimat verlassen kann dann sollten wir uns freuen, dass sich die Situation dort gebessert hat. Das wir hier dann in einen Platz in einem Sprachkurs und so weiter investiert haben steht dann für mich nicht mehr im Fordergrund. Da es aber auch fünf oder zehn Jahre dauern kann, muss man halt anfangen. Und nach fünf oder zehn Jahren stellen sich ganz andere Fragen als nach sechs Monaten

Zitat
Womit wir wieder beim Thema wären, wie wir 3876 km Landgrenze schützen sollen.
Man braucht im Grunde gar keine Grenze zu schützen, irgendwann kommt derjenige an und will Asyl und Leistungen haben und dann wird man herausfinden, von wo er gekommen ist, bis dahin gilt die "Fiktion der Einreise". Und glaub mal nicht, dass die "grüne Grenze" nicht auch überwacht wird. Ich lebe im Grenzgebiet und während der Grenzschließungen zur Coronazeit ist es mir öfter passiert, dass auf dem Waldweg plötzlich die Bundespolizei stand und mich auf dem Rad angehalten hat.

Erst heute im Podcast der Tag vom DLF von vor 2-3 Tagen gehört. Mensch kommt an, wird aufgehalten und sagt Asyl. Das wird ignoriert, er wird eingepackt und über die Grenzübergangsstelle hinweg 20 km ins Landesinnere gefahren. Dort wird er "abgefertigt" und dann soll er wieder zurück. 10 Meter vor der Grenze muss er aussteigen und soll von alleine über die Grenze laufen. Die Polizei darf ihn schließlich nicht nach Polen rein fahren.

Ich fand das sehr befremdlich.

Erstens: Was passiert, wenn er nicht freiwillig über die Grenze geht?
Zweitens: Polen scheint die Fiktion nicht zu interessiert. Der Mensch war in Deutschland und wurde von der Grenze weggefahren.
Was passiert den, wenn die Polen das gleiche machen? Schließlich ist das eine illegale Einreise aus Deutschland. Steht der Mensch dann auf der Grenze zwischen den Ländern?
Drittens: Polen hat zum Teil das Asyl ausgesetzt und bearbeitet Anträge einfach nicht. Was macht der Mensch jetzt? (Wie oben geschrieben: Nur weil Polen das macht, finde ich nicht, dass wir das auch machen sollten.)

Ich verstehe das Problem, dass hier gelöst werden soll. Aber wie es gerade gelöst wird ist in meinen Augen grotesk, dafür dass es hier um einen Menschen geht. Der ist jetzt obdachlos in Polen oder läuft irgendwo über die Grenze und ist dann obdachlos in Deutschland.
Der Fehler liegt sicher auch bei Polen. Aber irgendwer muss sich doch mal an Menschenwürde erinnern. Im Zweifel will ich, dass das mein Land macht. Die Lösung muss dann europäisch sein. Polen ist in der aktuellen Situation kein Partner. Die sind als Land mit Außengrenze das Menschen Asyl verweigert schon einige Schritte weiter in eine Richtung, die ich mir nicht erhoffe.

Zitat
Zu deiner Frage: Ich weiß es nicht.
In Marokko gibt es mW. weder Krieg noch Bürgerkrieg noch werden Menschen planmäßig politisch verfolgt. Sorry, wenn so ein Land schon kein sicheres Herkunftsland ist, dann haben wir aber ein gewaltiges Problem.
Ja, ich weiß. Aber ich bin da nicht genug drin, um das zu beurteilen. Europa sagt mittlerweile ja. Deutschland aktuell noch nein. Ich weiß es einfach nicht. Ich habe dazu zu wenig Informationen und im Moment keine Meinung.

Zitat
Einfach, weil es nicht nur rechtliche sondern oft auch moralische Fragen sind.
Moralisch gesehen müssten wir die halbe Menschheit und mehr aufnehmen, weil es so vielen Menschen dreckig geht. Schonmal in der Dritten Welt im Slum gewesen? Ich schon und das nicht zum Sightseeing, die Zustände sind furchtbar. Ginge es um Moral, dürften wir den Menschen auch nicht bei der mörderischen Flucht zusehen, sondern müssten sie direkt vor Ort abholen.
Das sehe ich nicht so und habe ich hier auch schonmal genau so argumentiert. Da hat sich nichts geändert.


Zitat
Sagst du inhaltlich nicht trotzdem genau das?
Nein, das sage ich nicht, im Gegenteil. Als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg und der Judenvernichtung hat man sich das Grundrecht auf Asyl in die Verfassung geschrieben, an diesem Grundrecht werde ich nicht rütteln. Allerdings meine ich, dass Deutschland es nicht schaffen wird, so viele Menschen für ein selbständiges Leben in Deutschland fitzumachen und Deutschland wird es auch nicht schaffen, dauerhaft so viele Menschen finanziell menschenwürdig zu versorgen, die - aus welchen Gründen auch immer - keinen Job haben, der sie ernähren kann.

Deswegen müssen wir imho sehr genau hingucken, wer jetzt wirklich Anrecht auf Asyl und Schutz hat und wer ein Einwanderer auf der Suche nach einem besseren Leben ist. Letzteres ist nicht verwerflich, ich würde als junger Mann auch aus elenden Lebensumständen abhauen wollen, nur wäre ich dann kein Flüchtling sondern Einwanderer und müsste gewisse Kriterien (insbesondere der beruflichen Qualifikation) erfüllen, die die meisten Menschen aus der Dritten Welt gar nicht erfüllen können.

Zitat
Wenn ich deine Aussagen zusammensetze kommt für mich heraus, dass die großen angesprochenen Probleme nur an der Bevölkerungszahl liegen.
Sie liegen nicht einzig und alleine an den Flüchtlingen, aber da sich die Diskussion nunmal um Flüchtlinge drehte, sind sie auch ein Teil des Problems. Und das Problem ist ja nicht neu, es sind mittlerweile 10 Jahre vergangen und es werden immer noch viel zu wenige Wohnungen, Kitas, Schulen gebaut.

Meine Kritik richtet sich weder an Flüchtlinge noch an die Leute, die ein besseres Leben suchen, meine Kritik richtet sich an die Politik, die das Problem nicht wirklich angeht. Wenn ich so viele Menschen einwandern (ja, mit Absicht einwandern geschrieben) lasse, dann muss ich auch dafür sorgen, dass die vielen Menschen vernünftig leben können und ich sie als Einwanderer dann auch bestmöglich integriere. Ewig lange in Turnhalle oder Baracken zu hausen und ewig lange auf einen Sprach- und Integrationskurs und eine Berufsaus-/-weiterbildung zu warten ist ja auch kein Zustand.

Auf der anderen Seite haben wir aber auch Einheimische, die trotz Job und ordentlichem Verdienst keine bezahlbare Wohnung mehr finden, weil die Nachfrage bei gleichem oder gar sinkendem Angebot stark gestiegen ist.

Zitat
Passt das für dich?
Nope. Das Problem ist die Politik, die massenhaft Menschen einwandern (wie vor) lässt und - überspitzt ausgedrückt - nicht mehr tut als "Wir schaffen das" zu propagieren, anstatt die Kapazitäten zu erhöhen. Zu "Kita, Schule, Wohnung" kommen ja auch noch die Felder Gesundheitssystem und Jobs. Und viele dieser Probleme sind "Verteilungskämpfe" der wirtschaftlichen "Unterschicht", der schlecht ausgebildete Deutsche konkurriert mit den Einwanderern um einfache Jobs und günstigen Wohnraum, der findet keinen Kitaplatz, der muss seine Kinder auf "Brennpunktschulen" schicken, wo - wieder überspitzt ausgedrückt - kaum noch jemand Deutsch spricht. Das ist genau die Klientel, die AfD wählt.

Aber wie ist es mit dir? Siehst du die Masse der Flüchtlinge denn überhaupt nicht als Problem? Könnte Deutschland das und noch mehr locker bewältigen, wenn man besser integrieren würde? Und wie geht es besser als jetzt, was läuft falsch bei der Integration, außer bürokratischen Hürden, die von der Politik auch seit Jahren nicht angefasst werden?

Der untere Teil hatte eigentlich gar nichts mehr so wirklich mit dem Thema zu tun. Ich wollte nur wissen, ob du es wirklich so monokausal siehst wie es klang.

Hm.. Wie es mir damit geht. Dafür habe ich keine kurze Antwort.  :angel:
Ich bin enttäuscht, dass wir heute all die Probleme haben die wir haben. Und noch enttäuschter bin ich, dass sich auch aktuell wenig ändert. Regierungen haben immer Lichtblicke. Ich finde zum Beispiel den Plan der aktuellen Koalition zum Wohnungsbau ganz gut. Aber ich habe das Gefühl, dass Regierungen immer zwei oder drei Themen wirklich stark angehen aber eigentlich müssten sie zwölf oder sechzehn Themen treiben.

Migration (Flucht in dem Fall) sehe ich als eine Herausforderung, die den Finger in viele Wunden legt, die wir sowieso schon haben. Menschen kommen hier her, sind quasi das untere Ende der Nahrungskette und müssen vom System etwas abhaben. Vor allem erstmal Grundversorgung, Wohnung und Bildung. Wenn es aber an Grundversorgung, Wohnung und Bildung fehlt, dann kommt es, wie du ganz richtig sagst, zu einem Angebotsproblem und damit zu Konkurenz. Und das bringt Spannungen.
Darüber hinaus sehe Migration als Chance. Vor allem im Angesicht unserer Demographie.
Und letztendlich sehe ich den Schutz der Menschen die hier her kommen (eigentlich nach Europa) als wichtig an, weil ich hier ein großes Paket unseres Wertesystems verankert sehe.

Natürlich sind die Ressourcen Deutschland endlich. Natürlich geht nicht immer mehr. Deswegen fordere ich eigentlich und allem vorran eine gute und faire europäische Lösung.

Jetzt muss ich nunmal hinnehmen, dass sich an den Themen in den letzten Jahrzehnten nichts getan hat und die Situation die ist, die sie ist. Unsere Kritik scheint da sehr ähnlich zu sein. Der Kurs der CDU ist für mich ein Reflex. Ich erkennen das als nachvollziehbaren Selbstschutz an. Zum einen nimmt man sich die Herausforderung und den Druck. Man nimmt sich aber auch die Chancen.
Aber vor allem, finde ich, ignoriert man die Problem. Ich bin überzeugt, dass auch ohne Flüchtlinge zu wenig Wohnungen da wären. In Deutschland verzeichnen wir seit 1990er Jahren kontinuerlich einen Rückgang bei den Sozialwohnungen. Wachsende oder schrumpfende Bevölkerungsgröße hin oder her. Selbst wenn die Bevölkerung schrumpft: Die Wohungen schrumpfen schneller. Wir haben von 2020 auf 2022 über 40.000 Sozialwohnungen verloren. Es kann auch sein, dass wir schrumpfen aber die untere Schicht wächst. Das ist auch ein großes Problem und führt ganz weit weg vom Thema...
Flüchtlinge haben auf jeden Fall ihren nicht wegzudiskutierenden Anteil und verstärken die Probleme. Das ist gar nicht weg zu diskutieren. Aber sie sind kein großer treibender Faktor für das Problem. Im idealen Fall würden wir als Gesellschaft gerne wachsen. Wenn die ganzen Flüchtlinge gebohrene Deutsche wären, würden wir diese Mängel auch nicht hinnehmen wollen. Wir würden auch keine Geburtenkontrolle einführen wollen, um den Druck weg zu nehmen. Die Lösung haben wir an der Stelle, weil es hier um Menschen geht, die man "einfach" los werden und ganz gut argumentieren kann.
Ich erspare jetzt die anderen Themenfelder. Aber für mich sieht das dort gleich aus.

Mich ärgert, dass das Narrativ in der Politik dem Narrativ der AFD folgt, dass die Flüchtlinge als monokausales Problem darstellt und eine monokausale Lösung bietet. Das ist in Dänemark auch passiert. Die Sozialen haben das gemacht, was die Partei wollte, die sie eigentlich losbekommen wollte. Das klingt für mich wie ein Schuss ins Knie. Ich würde mir von der CDU wünschen, wenn sie die Grenzen schließen, dass sie dann eine Perspektive aufzeigen, wie wir uns in Zukunft mit den Herausforderungen der Flucht von Menschen nach Europa und Deutschland besser aufstellen können. Das bleibt meiner Meinung nach aus.
Ich halte das auch dieses schwammigen Werteargument für wichtig, mit dem ich hier immer etwas unbeholfen herumhantiere. Ich bin froh, dass ich in einem Land lebe in dem die Menschenrechte geachtet werden und man sich, salopp gesagt, "kümmert". Auch, weil dieses Verhalten ein Spiegel unserer Gesellschaft ist. Ich habe leider wenig internationale Presse gefunden. Aber zumindest in deutschen Medien gibt es sehr viele Berichte, dass in Dänemarkt seit einigen Jahren der Ton und die Sprache gegen Flüchtlinge, aber auch gegen Ausländer rauer geworden ist. In Deutschland ist eine Diskursverschiebung zu Gewalt messbar. Die AFD vergiftet mit ihren Forderungen unseren sprache und schiebt Unsagbares zum Sagbaren. Für mich droht da etwas kaputt zu gehen, was nicht einfach durch einen Beschluss, ein Gesetz oder ein Entscheid schnell wieder zu reparieren ist. Eine Partei, die da ohne Einordnung und ausführlicheren Antworten und Reaktionen einfach mitgeht legitimiert das in meinen Augen.

Das 80% der Bürger eine Änderung in der Migrationspolitik wollen bedeutet für mich nicht, dass sie dringend diesem monokausalen Problem-Lösungsansatz folgen. Eine Erhebung der Friedrich Ebert Stiftung zeigt, dass Menschen auch nach innen gerichtete Sorgen haben: Angst vor Zunahme von Rechtsextremismus oder Angst vor der Spaltung der Gesellschaft. "Dann lieber schnell handeln, bevor es noch schlimmer wird." Die Gesellschaft hat nunmal auch einen Schutzreflex. Sie ist vielleicht zufrieden mit der Grenzschließung und den anderen Maßnahmen der CDU. Aber das bedeutet für mich nicht, dass sie nicht noch zufriedener sein könnte, wenn die Hauptprobleme in der Migration benannt und verbessert werden. Zumal man es nichtmal als Hauptprobleme der Migration und Lösungen für die Migration framen müsste. Grundversorgung, Wohnung und Bildung verstehen alle und wollen alle.

Was besser laufen könnte... Keine Ahnung. Einige Themen habe ich schon angesprochen. Das Problem ist, dass man den Wohnungsmarkt und das Bildungssystem mal nicht in 1-2 Jahren aufpäppelt. Ich hoffe, dass wir damit anfangen. Ich bin recht pessimistisch, dass wir sehr viel mehr Lösungen bekommen als Abgrenzung nach außen. Ich bin auch recht pessimistisch, dass wir eine gute europäische Lösung hinbekommen. Ich drücke uns die Daumen, dass wir als Gesellschaft trotz all dem freundlich bleiben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.Mai 2025, 03:58:07
@ DragonFox : Danke für den Link lese es gerade durch. Aber teilweise sind die Zahlen erschreckend. Bin auf Seite 13/17 und da steht schwarz auf weiß bei Männern syrischer Herkunft :
19% Erwerbstätig
32% in Ausbildung/Maßnahme
42% Arbeitslos
1% Sorgearbeit
6% sonstiges
Das ist doch komplett erschreckend wie schiefgelaufen die Integration in den Arbeitsmarkt gelaufen ist. Welches Sozialsystem soll eine derartige Schieflage auffangen? Die gesamtdeutsche Erwerbstätigkeitenquote liegt bei 77,2%.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/_inhalt.html

Wenn du auf Seite 13 bist, hast du unten auch das hier gelesen:
Dass die Quote trotz des deutlichen Rückgangs auf einem sehr hohen Niveau bleibt, liegt auch an
der Einbürgerung von syrischen Staatsangehörigen (wodurch die Bezugsgröße verkleinert wird)
sowie der weiter hohen Zuwanderung syrischer Schutzsuchender. Allein in den 12 Monaten
zwischen August 2023 und Juli 2024 haben 93.000 Syrerinnen und Syrer zum ersten Mal Leistungen
nach dem SGB II bezogen6.


Oder schon auf Seite 5:
Zudem ist wichtig zu beachten, dass es im Folgenden um die Arbeitsmarktlage von syrischen
Staatsangehörigen geht. Viele der aus Syrien Zugezogenen sind in den letzten Jahren eingebürgert
worden (2020-2023: rund 150.000). Da sie damit über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügen,
sind sie in den Auswertungen zu syrischen Staatsangehörigen nicht mehr enthalten.


Das wäre auch noch wichtig:
In der Regel verläuft die Arbeitsmarktintegration von Personen, die als Asylsuchende nach
Deutschland gekommen sind, langsamer als bei anderen Migrantengruppen, da sie zuerst das
Asylverfahren durchlaufen, deutsche Sprachkenntnisse erwerben und häufig auch andere
arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen nachholen sowie ihre Abschlüsse anerkennen lassen
müssen. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigt ihre Arbeitsmarktpartizipation und ihre
Beschäftigungsquoten näheren sich der anderen Migrantengruppen an.


Im Zusammenhang mit dem nächsten Punkt:
Bei der Arbeitsmarktentwicklung der Syrerinnen und Syrer ist daher zu beachten, dass etwa ein
Drittel von ihnen erst seit 2021 in Deutschland wohnt.


Und mit all dem Wissen das hier auf Seite 7:
Die Erwerbstätigenquote der Syrerinnen und Syrer, die im Jahr 2015 nach Deutschland zugezogen
sind, lag nach sieben Jahren Aufenthalt bei gut 60 Prozent, Tendenz steigend.



Man muss meiner Meinung nach fast das ganze Dokument lesen, um diese Zahlen ordentlich einordnen zu können.

Von perfekt, optimal oder hervorragend würde ich nicht reden. Aber komplett schiefgelaufen finde ich ein zu hartes Urteil.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Mai 2025, 11:06:19
Ich wollte nur sagen, dass das eine Frage der Perspektive ist.
Ja, das ist es sicherlich.

Zitat
Für mich funktioniert das Argument nie, dass man gegen ein Gesetz verstoßen kann, nur weil es andere auch machen.
Dann dürften wir aber auch keinem unerlaubt Einreisenden Asyl oder Schutz gewähren, denn dadurch wurde ja gegen ein Gesetz verstoßen.
Wenn andere gegen Gesetze verstoßen, ist man immer sehr großzügig, siehe auch die Argumentation mit den Schwerkriminellen, die man nicht ausweisen darf, weil ihnen Unheil drohen könnte, oder wenn andere Staaten ihre Staatsangehörigen nicht mehr zurücknehmen wollen, oder wenn EU-Staaten die Menschen nicht zurücknehmen, die bei ihnen schon Asyl beantragt haben. Wir sollen uns an die Regeln halten, während andere permanent Foul spielen dürfen, das geht auf Dauer nicht gut.

Zitat
Wenn ich das richtig sehe und es stimmt was man liest hat das Innenministerium 2 Monate an einem Flug gearbeitet für 28 Personen.
Und? Man muss eben Rahmenabkommen schließen (so wie die Schweiz das macht) und nicht jeden Fall einzeln verhandeln.

Zitat
Ich bin da wieder bei Werten und Grundsätzen: Wir nähern uns der Taliban an.
Man hat doch auch sonst kein Problem, mit solchen Typen zu arbeiten, siehe Saudi-Arabien, auch Putin war vor dem Ukrainekrieg schon ein Menschenschlächter und vor Xi fällt man auf die Knie und leckt ihm die Füße.

Zitat
Von einem Tabu und Grundsatz mit einem terroristischen Regime Kontakt zu halten und es damit offiziell anzuerkennen kommt es zu einer Annäherung und Bereitschaft zu Verhandlungen.
Dann sollte Deutschland über die Hälfte der Welt ignorieren? Also alles ab Platz 72: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex_(The_Economist)

Das ist für mich moralische Überhöhung. Wir müssen auch mit solchen Regimes klarkommen, die chin. Kommunisten haben sowieso schon überall viel zu viel Einfluss, wenn wir uns zurückziehen, schenken wir denen den Rest der Welt. Das wäre aber fatal, denn wir befinden uns schon längst im Kalten Krieg 2.0, auch wenn man das nicht wahrhaben will.

Zitat
Also, du siehst, ich würde sagen, dass das geht. Ich habe nur Zweifel, ob man es tun sollte.
Ich nicht, man muss die Realität anerkennen und die Geopolitik ist kein Deut besser als im 19./20. Jahrhundert.

Zitat
Ich versuche für jeden Menschen Empathie zu empfinden.
Das ist doch völlig utopisch, du kannst nicht für Milliarden Menschen, denen es schlecht geht, wirkliche, tiefgehende Empathie empfinden, sonst würdest du ob des großen Leids und Elends durchdrehen, wenn du das so an dich heranlässt. Selbstverständlich tun mir diese Menschen auch sehr leid, mir hat es auch das Herz gebrochen, als man mir ein süßes Baby schenken wollte, damit es ein besseres Leben haben wird, und ich das natürlich ablehnen musste.
Wir können die schlechten Zustände in weiten Teilen nur leider nicht nachhaltig ändern.

Zitat
Weil es nie ein Thema auf der Agenda war.
Und warum war es das nicht? Warum haben die Politiker das versäumt? Ende der 90er/Anfang der 2000er Jahre war ja rot-grün an der Macht, die hätten das doch besser machen können als Kohl vorher.

Zitat
Weiß nicht, wie "immer" entsteht. Es wird was frei und dann kommt da jemand hin. Der muss ja dann nicht wieder wo anders hin, weil dort etwas noch freier wird.
Okay, das habe ich dann falsch verstanden.

Zitat
Ich frage ich, wer sowas plant.
Soweit ich weiß, muss jeder Landkreis gewisse Kontingente aufnehmen und wenn dann alle Unterkünfte belegt sind, muss man etwas finden, wo man schnell neue Unterkünfte errichten kann. In den großen Städten gibt es immer mehr Widerstand (obwohl gerade dort mehrheitlich die politischen Befürworter der bisherigen Asylpolitik gewählt werden), da kann man schnell viele Menschen mobilisieren, also geht man auf's Dorf, da ist viel freier Platz und man hegt die Hoffnung, dass die paar Dorfbewohner sich fügen werden. Ich glaube nicht, dass das jemand absichtlich macht, es ist einfach die Not, die Fakten, die so etwas nötig machen.

Und das sind keine Einzelfälle, hier mal die Ergebnisse eine flotten Suche:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/fluechtlinge-in-hotel-in-gerolstein-michelbach-buerger-protestieren-gegen-plaene-100.html
https://www.welt.de/politik/deutschland/article253438464/Seeon-in-Bayern-Protest-gegen-Fluechtlingsheim-in-4000-Einwohner-Dorf.html
https://www.stern.de/gesellschaft/fluechtlinge-in-warngau--ein-ort-voller-frust-und-ueberforderung-34690940.html
https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/dietramszell-ort28584/erneut-gegen-asyl-unterkunft-bairawieser-demonstrieren-93502137.html
https://www.br.de/nachrichten/bayern/geplante-fluechtlingsunterkunft-widerstand-in-allgaeuer-dorf,UhC4WzF

Es sind einfach zu viele Menschen, die Deutschland aufnehmen musste, so wird "Integration" nicht gelingen.

Zitat
Wir denken da gleich, oder?
Ja, vermutlich nennen wir es nur anders.

Zitat
Aber sicher bin ich mir nicht.
Das ist ja jetzt für die Diskussion auch nicht so wichtig.

Zitat
Es fallen eingebürgerter Menschen heraus...
Das ist genau das, was ich meine. Man bürgert Flüchtlinge ein, das ist Einwanderung, unter Beugung und Ausnutzung des Asylrechts durch die Politik und die Behörden. Ich fühle mich von so etwas verarscht, auf gut Deutsch gesagt.

Zitat
Auch 6/10 Menschen als qualifizierte Fachkraft und 2/5 in Engpassberufen sehe ich sehr positiv.
Wie gesagt, die Entwicklung ist sicher positiv. Aus einer anderen Perspektive betrachtet, fehlen diese Menschen aber in Syrien, die brauchen auch Ärzte, Krankenpfleger, Erzieher, Lehrer, Bauarbeiter, Landwirte etc. pp. Vermutlich sogar dringender als wir.

Ganz allgemein finde es auch ziemlich schäbig, dass Deutschland solche Facharbeiter aus der Dritten Welt abwirbt, diese Länder bilden unter hohem Einsatz von sowieso schon knappen Ressourcen die Menschen aus und wir greifen die dann "billig" ab.

Zitat
Es ist komplex.
Ich bin der Meinung, dass diese Komplexität durch - lange Zeit moralgeschwängerte - Politik absichtlich herbeigeführt wurde, damit nur ja niemand etwas kritisieren kann und es immer neue Artikel, Paragraphen oder Verordnungen gibt, die man Kritikern vor den Latz knallen und "Ist rechtlich nicht möglich" behaupten kann.

Zitat
Da wir unsere Meinung, was Integration ist und das es nicht gleichzusetzen ist mit Einbürgerung und dauerhaften Bleibe, ist es aber für uns in dem Fall in diesem Thread ein bisschen egal.
Ja, prinzipiell ist es das.

Zitat
Ich fand das sehr befremdlich.
Das ist sicher keine ideale Lösung, aber man muss halt endlich damit anfangen, das braucht natürlich auch etwas Zeit, um die Maßnahmen zu vereinheitlichen und um sich mit den Nachbarn abzustimmen.

Zitat
Nur weil Polen das macht, finde ich nicht, dass wir das auch machen sollten.
Das ist jetzt wieder ein Moralargument.

Wenn wir aber nichts machen, wird das Problem nicht gelöst werden und man wird die Flüchtlinge immer nur weiter nach Deutschland durchleiten. Man MUSS sich in der EU einigen, sonst können wir Schengen vergessen und die EU wird zerbrechen.

Zitat
Aber wie es gerade gelöst wird ist in meinen Augen grotesk, dafür dass es hier um einen Menschen geht.
Auch das ist wieder ein moralisches Argument, das an die Mitmenschlichkeit appelliert und gegen das man nur schwer argumentieren kann. Selbstverständlich tun mir solche Menschen auch leid.

Rein faktisch kann Deutschland aber nunmal nicht alle Menchen, denen es schlecht geht, aufnehmen und sie versorgen.

Zitat
Das sehe ich nicht so und habe ich hier auch schonmal genau so argumentiert. Da hat sich nichts geändert.
Wie begründest du es denn moralisch, dass wir die zB. die schwangere Frau im Slum in der Gosse krepieren lassen, dem jungen starken Mann aus Tunesien aber Asyl gewähren? Wie kannst du es moralisch rechtfertigen, dass man Flüchtlinge auf ein lange, gefährliche und oft tödliche Reise gehen lässt, anstatt sie vor Ort abzuholen? Ich finde dieses Verhalten nicht moralisch.

Zitat
Darüber hinaus sehe Migration als Chance. Vor allem im Angesicht unserer Demographie.
Selbstverständlich brauchen wir qualifizierte Einwanderung, aber das ist auch wieder eine Vermischung von Einwanderung und Asyl/Schutz. Wenn man das gleichsetzt, dann muss man natürlich auch die Menschen behalten, die wir eigentlich nicht "gebrauchen" (ja, ich weiß, das ist ein blödes Wort) können und dürfen nicht "Rosinen picken". Dadurch entsteht dem Sozialstaat aber mehr Schaden als Nutzen und ich meine, dass wir so eine Einwanderung nicht brauchen. Vor allen Dingen werden die jetzt noch jungen Menschen ja auch mal alt und krank, und wenn ein großer Teil davon nie etwas ins Sozialsystem einzahlt, vergrößert das die "Demographiebombe" nur noch.

Ich bin auch der Meinung, dass du unsere Systeme schlechter hinstellst als sie sind und ich glaube auch zu verstehen, warum du das tust, halte es aber für falsch. Natürlich gab und gibt es auch ohne Flüchtlinge Probleme, aber durch die massenhafte Zuwanderung und die aus vielen Gründen schwierige bis unmögliche Kapazitätserhöhung auf allen Ebenen haben wir jetzt sehr große Probleme, deren Lösung immer schwieriger wird, je länger man wartet.

Zitat
Und letztendlich sehe ich den Schutz der Menschen die hier her kommen (eigentlich nach Europa) als wichtig an, weil ich hier ein großes Paket unseres Wertesystems verankert sehe.
Ja, das ist durchaus wichtig, aber es darf nicht dazu führen, dass wir unseren Sozialstaat und den inneren Zusammenhalt - der sowieso schon stark schwindet - gefährden.

Zitat
Deswegen fordere ich eigentlich und allem vorran eine gute und faire europäische Lösung.
Ja, die brauchen wir und mit GEAS ist ja der erste Schritt gemacht, es dauert in der EU halt alles immer ewig. Der erste Entwurf zum jetzigem GEAS wurde im September 2020 (FÜNF!!! Jahre nach dem Beginn der Krise) vorgelegt, im Mai 2024 wurde es beschlossen und es tritt mW. im Juli 2026 in Kraft.

Deutschland ist an der mangelnden Solidarität der EU-Partner aber auch selber Schuld, man hat sich sehr lange aus der Verantwortung gezogen und gerade die südlichen EU-Länder mit dem Problem alleine gelassen, bis die angefangen haben, die Menschen einfach nach Norden zu schicken, weil sie sich nicht mehr anders zu helfen wussten.

Zitat
Aber sie sind kein großer treibender Faktor für das Problem.
Da kann man durchaus anderer Meinung sein. Seit 2015 sind ca. 3 Mio Menschen nach Deutschland gekommen und wurden als schutzwürdig eingestuft, ob die jetzt bleiben oder nur temporär da sind, ist ja erstmal egal, denn sie müssen irgendwo menschenwürdig leben können. Das ist ungefähr eine Stadt der Größe Berlins, die man in 10 Jahren hätte neu bauen müssen. Ich halte das auch für Deutschland (oder gerade für Deutschland, wenn man sich ansieht wie sehr Großprojekte hier mittlerweile in die Hose gehen) eine gewaltige Herausforderung, es geht ja nicht nur um Wohnungen, man braucht auch die gesamte Infrastruktur für so viele Menschen. Ich meine, du machst es dir da etwas zu einfach.

Zitat
Im idealen Fall würden wir als Gesellschaft gerne wachsen.
Ich fände es positiv, wenn man schrumpfen würde, Deutschland ist ihmo schon zu dicht besiedelt.

Zitat
Die Lösung haben wir an der Stelle, weil es hier um Menschen geht, die man "einfach" los werden und ganz gut argumentieren kann.
Mir geht es nicht ums Loswerden wollen, mir geht es in erster Linie um eine Begrenzung, um eine Überlastung zu vermeiden, die sonst dazu führt, dass die Menschen schlecht oder gar nicht "integriert" werden und es zu noch viel größeren Problemen als jetzt schon kommt.
Ich will keine Banlieus wie in Frankreich, wir sind aber auf dem besten Weg dahin und ich befürchte, dass so manche Stadtteile schon nicht mehr umgedreht werden können.
Wir brauchen imho jetzt erstmal eine Atempause für ein, zwei Jahre, um den "backlog" abzuarbeiten, um die Menschen bestmöglich zu "integrieren" und um Ordnung in die Strukturen zu bringen, damit sie die Anforderungen der Zukunft bewältigen können. Wir müssen aus dem Krisen- und Notfallmodus raus.
Und es ist ja jetzt auch nicht so, als wäre Deutschland für Flüchtlinge das einzig sichere Land auf dieser Welt, auch in anderen EU-Staaten sind Flüchtlinge in Sicherheit und werden versorgt.

Zitat
Mich ärgert, dass das Narrativ in der Politik dem Narrativ der AFD folgt, dass die Flüchtlinge als monokausales Problem darstellt und eine monokausale Lösung bietet.
Stellt Merz die Flüchtlinge als monokausales Problem hin? Da hätte ich dann aber gerne mal ein Zitat. Man darf sich von der AfD nicht davon abhalten lassen, vernünftige Politik zu machen, die möglichst viele Wähler anspricht. Das ist doch genau das, was die AfD will: dass die Probleme nicht gelöst werden, weil man "dem Narrativ der AFD" nicht folgen will, so dass diese Probleme zu immer mehr Spannungen führen, die dann wiederum der AfD immer mehr Wähler bringen.

Zitat
Für mich droht da etwas kaputt zu gehen, was nicht einfach durch einen Beschluss, ein Gesetz oder ein Entscheid schnell wieder zu reparieren ist.
Ich kann das nur schwer einschätzen, aber ist nicht längst etwas kaputtgegangen, wenn so viele Menschen AfD wählen? Es tut mir leid, dass ich immer darauf herumreite, aber ein Großteil der Wähler in D will diese Asylpolitik nicht mehr und es gehört auch zur Verantwortung der Politik dazu, diesen Willen des Souveräns zumindest soweit zu beachten, dass man etwas ändert und den Zustrom von Menschen auf ein schaffbares Maß reduziert. Das ist für mich auch weit von der "Remigration" der AfD entfernt.

Zitat
Das 80% der Bürger eine Änderung in der Migrationspolitik wollen bedeutet für mich nicht, dass sie dringend diesem monokausalen Problem-Lösungsansatz folgen.
Das habe ich auch nicht behauptet, sonst würden die allesamt AfD wählen, aber 60-80% der Wähler wollen eine Veränderung und das sollte man imho nicht ignorieren.

Zitat
Eine Erhebung der Friedrich Ebert Stiftung...
Ich halte die FES nicht für eine neutrale Quelle.

Zitat
Sie ist vielleicht zufrieden mit der Grenzschließung und den anderen Maßnahmen der CDU.
Die Grenze ist nicht geschlossen, es wird nur verstärkt kontrolliert und da auch noch lange nicht jeder Grenzgänger, aber wer nicht einreisen darf und erwischt wird, der wird zurückgeschickt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.Mai 2025, 14:34:54
Ich halte ein Verbot für ausgeschlossen. Da wird dieses Gutachten nichts dran ändern. Teile der AfD sind mit  Sicherheit rechtsextrem aber selbst die NPD konnte man nicht verbieten. Das sollte zeigen wie hoch die Hürden für ein solches Verbot sind. Mal davon ab das eine Partei zu verbieten die 25% der Wähler wählen sicherlich nicht die Probleme löst und die Wähler dann plötzlich wieder CDU, SPD etc. wählen.
Das Problem wird sich nur lösen lassen, wenn Politiker verstehen das man nicht nur Politik für eine bestimmte Gruppe machen kann, sondern für alle machen muss.
Das Problem bei der NPD im Vergleich war aber,dass man sie schon hätte verbieten können wenn man gewollt hätte, das Programm und die Mitglieder hätten genug Beweise für ein Verbot geliefert, die Begründung war da,dass die Partei einfach zu unbedeutend ist. Das sehe ich aber bei der AfD auch nicht gegeben,weder im Programm oder den Zielen, noch in dem Großteil der Menschen die in der Partei sind oder dahinter stehen.
Ansonsten bin ich da deiner Meinung.

Trotzdem wird ein Verbotsverfahren gefordert, gerade erst wieder widerholt von Daniel Günther und auch von anderen Politikern, neulich wurde das im ZDF in einer Sendung auch im Zusammenhang mit dem Verbot des "Königreichs Deutschland" auf den Tisch gebracht und da ein Vergleich angestellt.
https://www.fr.de/politik/zoff-bei-afd-verbot-guenther-widerspricht-merz-schon-wieder-zr-93737774.html

Mich würde da wirklich eine Begründung interessíeren die man man bei der Partei selbst findet ohne den Nazi Vergleich anzustellen, man kann die Partei, die Leute,die Ziele und die Art ja scheiße finden, dass alleine rechtfertigt am Ende aber kein Verbot.
Eigentlich wäre es ganz gut wirklich ein Verbotsverfahren anzuschieben um die Sache so zu klären. Aber wer weiß, vielleicht geht das Verbot ja durch, ich hätte z.B auch nie gedacht, dass das teilen von Memes mal strafbar sein wird. 

Baerbock hat jetzt ihre UN Bewerbungsrede gehalten, die auf den Posten zu heben war doch bestimmt ein Deal mit Merz für die Zustimmung der Grünen bei der Grundgesetzänderung,da wurde ja eine besser geeignete Kandidatin in letzter Minute abgesägt um der den Posten zuzuschustern.
Ich habe mir die Rede angeschaut und die Frau wäre da einfach eine Fehlbesetzung.
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/un-posten-baerbock-100.html

Belgien macht seinen Atomausstieg rückgängig,wieder ein Geisterfahrer mehr,der Deutschland da entgegen kommt.  :P
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/belgien-atomausstieg-rueckgaengig-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.Mai 2025, 18:22:29
Zitat
Für mich funktioniert das Argument nie, dass man gegen ein Gesetz verstoßen kann, nur weil es andere auch machen.
Dann dürften wir aber auch keinem unerlaubt Einreisenden Asyl oder Schutz gewähren, denn dadurch wurde ja gegen ein Gesetz verstoßen.
Wenn andere gegen Gesetze verstoßen, ist man immer sehr großzügig, siehe auch die Argumentation mit den Schwerkriminellen, die man nicht ausweisen darf, weil ihnen Unheil drohen könnte, oder wenn andere Staaten ihre Staatsangehörigen nicht mehr zurücknehmen wollen, oder wenn EU-Staaten die Menschen nicht zurücknehmen, die bei ihnen schon Asyl beantragt haben. Wir sollen uns an die Regeln halten, während andere permanent Foul spielen dürfen, das geht auf Dauer nicht gut.
Ich argumentiere da mit Werten. Ich argumentiere aber auch nicht absolut. Ich finde nur, man solle es sich nicht so einfach machen.

Zitat
Ich bin da wieder bei Werten und Grundsätzen: Wir nähern uns der Taliban an.
Man hat doch auch sonst kein Problem, mit solchen Typen zu arbeiten, siehe Saudi-Arabien, auch Putin war vor dem Ukrainekrieg schon ein Menschenschlächter und vor Xi fällt man auf die Knie und leckt ihm die Füße.
Ich sehe da graduelle Unterschiede, ohne einen Partei frei sprechen zu wollen.


Zitat
Von einem Tabu und Grundsatz mit einem terroristischen Regime Kontakt zu halten und es damit offiziell anzuerkennen kommt es zu einer Annäherung und Bereitschaft zu Verhandlungen.
Dann sollte Deutschland über die Hälfte der Welt ignorieren? Also alles ab Platz 72: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex_(The_Economist)

Das ist für mich moralische Überhöhung. Wir müssen auch mit solchen Regimes klarkommen, die chin. Kommunisten haben sowieso schon überall viel zu viel Einfluss, wenn wir uns zurückziehen, schenken wir denen den Rest der Welt. Das wäre aber fatal, denn wir befinden uns schon längst im Kalten Krieg 2.0, auch wenn man das nicht wahrhaben will.

Ich werde darüber nachdenken. Vielleicht hast du recht und das ist eine moralische Überhöhung. Danke für die Perspektive.

Zitat
Ich versuche für jeden Menschen Empathie zu empfinden.
Das ist doch völlig utopisch, du kannst nicht für Milliarden Menschen, denen es schlecht geht, wirkliche, tiefgehende Empathie empfinden, sonst würdest du ob des großen Leids und Elends durchdrehen, wenn du das so an dich heranlässt. Selbstverständlich tun mir diese Menschen auch sehr leid, mir hat es auch das Herz gebrochen, als man mir ein süßes Baby schenken wollte, damit es ein besseres Leben haben wird, und ich das natürlich ablehnen musste.
Wir können die schlechten Zustände in weiten Teilen nur leider nicht nachhaltig ändern.

So meinte ich das nicht. Aber ich entscheide nicht aktiv, ab jetzt für einen Menschen keine Empathie mehr zu empfinden. Auch Empathie hat Stufen.

Und ja, da ich dazu tendiere das große Leid und Elend an mich heranzulassen sehe ich ja so viele Probleme und Dilemma und bin eher am zögern, wenn ich mir die aktuelle Entwickl so ansehe. Das kommt nicht von nichts.  ;)

Zitat
Weil es nie ein Thema auf der Agenda war.
Und warum war es das nicht? Warum haben die Politiker das versäumt? Ende der 90er/Anfang der 2000er Jahre war ja rot-grün an der Macht, die hätten das doch besser machen können als Kohl vorher.

Die Frage kann man zu allem stellen. Weil sich um anderes gekümmert wurde, nehme ich an. Ich nehme alle Parteien in die Pflicht. Aber für mich gibt es hier keinen Unterschied zu einem Thema wie Digitalisierung. Jede Regierung hätte das besser machen können.


Zitat
Ich frage ich, wer sowas plant.
Soweit ich weiß, muss jeder Landkreis gewisse Kontingente aufnehmen und wenn dann alle Unterkünfte belegt sind, muss man etwas finden, wo man schnell neue Unterkünfte errichten kann. In den großen Städten gibt es immer mehr Widerstand (obwohl gerade dort mehrheitlich die politischen Befürworter der bisherigen Asylpolitik gewählt werden), da kann man schnell viele Menschen mobilisieren, also geht man auf's Dorf, da ist viel freier Platz und man hegt die Hoffnung, dass die paar Dorfbewohner sich fügen werden. Ich glaube nicht, dass das jemand absichtlich macht, es ist einfach die Not, die Fakten, die so etwas nötig machen.


Und das sind keine Einzelfälle, hier mal die Ergebnisse eine flotten Suche:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/fluechtlinge-in-hotel-in-gerolstein-michelbach-buerger-protestieren-gegen-plaene-100.html
https://www.welt.de/politik/deutschland/article253438464/Seeon-in-Bayern-Protest-gegen-Fluechtlingsheim-in-4000-Einwohner-Dorf.html
https://www.stern.de/gesellschaft/fluechtlinge-in-warngau--ein-ort-voller-frust-und-ueberforderung-34690940.html
https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/dietramszell-ort28584/erneut-gegen-asyl-unterkunft-bairawieser-demonstrieren-93502137.html
https://www.br.de/nachrichten/bayern/geplante-fluechtlingsunterkunft-widerstand-in-allgaeuer-dorf,UhC4WzF

Es sind einfach zu viele Menschen, die Deutschland aufnehmen musste, so wird "Integration" nicht gelingen.

Ohne die Alternativen zu kennen gehe ich bei der Einschätzung, dass es pauschal "einfach zu viele" sind nicht mit. Ich halte es für einen Trugschluss der Entscheider, dass Dorfbewohner schon fügen werden. Ich bin in einem Dorf aufgewachsen. Gerade Dorfbewohner fügen sich nicht.

Alles in allem halte ich das für schlechte Entscheidungen und Pläne. Das heißt nicht automatisch, dass es nicht besser gegangen wäre.


Zitat
Es fallen eingebürgerter Menschen heraus...
Das ist genau das, was ich meine. Man bürgert Flüchtlinge ein, das ist Einwanderung, unter Beugung und Ausnutzung des Asylrechts durch die Politik und die Behörden. Ich fühle mich von so etwas verarscht, auf gut Deutsch gesagt.
Das ist das, was du unter Spurwechsel für ne gute Sache hälst. Wenn ein Flüchtling hier 8 Jahre als qualifizierte Facharbeiter arbeitet, die Sprache spricht und sonst ordentlich integriert ist aber sich von einem Schutzstatus zum nächsten hangelt, soll genau das doch der Spurwechsel möglich machen.

Vielleicht verstehe ich nicht was du mit Spurwechsel meinst.

Nach wievielen Jahren in unserer Gesellschaft macht man den Schnitt und sagt, der ist hier genau so zu Hause wie in seinem Heimatland?

Zitat
Auch 6/10 Menschen als qualifizierte Fachkraft und 2/5 in Engpassberufen sehe ich sehr positiv.
Wie gesagt, die Entwicklung ist sicher positiv. Aus einer anderen Perspektive betrachtet, fehlen diese Menschen aber in Syrien, die brauchen auch Ärzte, Krankenpfleger, Erzieher, Lehrer, Bauarbeiter, Landwirte etc. pp. Vermutlich sogar dringender als wir.

Ganz allgemein finde es auch ziemlich schäbig, dass Deutschland solche Facharbeiter aus der Dritten Welt abwirbt, diese Länder bilden unter hohem Einsatz von sowieso schon knappen Ressourcen die Menschen aus und wir greifen die dann "billig" ab.

Wenn ich in Deutschland verfolgt werden würde, wäre ich dankbar wenn mich ein Land schützt und in seine Gemeinschaft aufnimmt. Wenn ich da viele Jahr gewohnt habe, ein Leben aufgebaut habe, ein Netzwerk habe und Freunde und Kontakte, dann ist das für mich sicher keine einfache Entscheidung und logisch, dass ich auf jeden Fall wieder zurückkehren will. Siehst du eine Verpflichtung gegenüber dem Land, dass man wieder zurückkehrt?
Jemand der in Deutschland eingebürgert wurde darf trotzdem wieder in seine Heimat zurück. Das schließt sich meines Wissens nicht aus.

Das Abwerben finde ich auch seltsam. Ich kennen aber zu wenig Pro Contra Argumente für eine wirklich fundierte Meinung.

Zitat
Es ist komplex.
Ich bin der Meinung, dass diese Komplexität durch - lange Zeit moralgeschwängerte - Politik absichtlich herbeigeführt wurde, damit nur ja niemand etwas kritisieren kann und es immer neue Artikel, Paragraphen oder Verordnungen gibt, die man Kritikern vor den Latz knallen und "Ist rechtlich nicht möglich" behaupten kann.

Ich bin der Meinung, dass diese Moral wichtig ist. Ich denke, dass sich jemand, der ein Recht abschaffen oder missachten will, hinter dem ein moralisches Prinzip steht, sich mit dieser Kritik auseinander setzten muss.

Zitat
Ich fand das sehr befremdlich.
Das ist sicher keine ideale Lösung, aber man muss halt endlich damit anfangen, das braucht natürlich auch etwas Zeit, um die Maßnahmen zu vereinheitlichen und um sich mit den Nachbarn abzustimmen.

Bin gespannt, ob das mit Polen gelingt. Lass uns da in 6-12 Monaten eine Bestandaufnahme machen. Ich bin gespannt.


Zitat
Nur weil Polen das macht, finde ich nicht, dass wir das auch machen sollten.
Das ist jetzt wieder ein Moralargument.

Wenn wir aber nichts machen, wird das Problem nicht gelöst werden und man wird die Flüchtlinge immer nur weiter nach Deutschland durchleiten. Man MUSS sich in der EU einigen, sonst können wir Schengen vergessen und die EU wird zerbrechen.

Zitat
Aber wie es gerade gelöst wird ist in meinen Augen grotesk, dafür dass es hier um einen Menschen geht.
Auch das ist wieder ein moralisches Argument, das an die Mitmenschlichkeit appelliert und gegen das man nur schwer argumentieren kann. Selbstverständlich tun mir solche Menschen auch leid.

Rein faktisch kann Deutschland aber nunmal nicht alle Menchen, denen es schlecht geht, aufnehmen und sie versorgen.

Für mich sind Moralargumente nichts schlimmes. Habe ich unrecht? Ich habe schon so viele dieser Beispiele gebracht. Steuerhinterziehung. Von mir aus auch Mord oder Diebstahl. Sag mir ein gutes Beispiel, in dem du für dich einen Bruch eines Rechts (das du anerkennst) oder den verstoß DEINER Werte gut heißt, nur weil es jemand anders auch macht.

Ich betone Deine, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es von dir auf dich bezogen ein Beispiel gibt. Wir sind hier glaube ich nur auseinander, weil wir unterschiedliche Werte vertreten und Ansichten darüber, welches Recht einzuhalten gilt und welches nicht. Und das ist vollkommen fein.
Deswegen kannst du bei diesem Thema einfach sagen, wir sollten etwas tun, wo ich Bedenken anmelde. Das könnte bei anderen Theman ganz anders sein. Ich erinnere mich an eine politische Diskussion vor langer Zeit mit Deim, wo du etwas abgelehnt hast und da wiederum mit EU-Recht argumentiert hast, gegen das nicht verstoßen werden dürfe. War das vielleicht die Schuldenbremse? Ich bin mir nicht mehr sicher. Es war eine Situation, in der das Recht gerade deinen Werten und deiner Sicht entsprach.
Am Ende ist es nur eine Frage der Perspektive. Und ja, viele meiner Bedenken sind moralischen Ursprungs.

Das mit der EU Lösung unterschreibe ich voll. Das habe ich hier im Verlauf der Themas aber auch schon ein halbes Dutzend mal geschrieben. Das ist die wichtigste Entscheidung von der eigentlich fast alles andere abhängt.


Zitat
Das sehe ich nicht so und habe ich hier auch schonmal genau so argumentiert. Da hat sich nichts geändert.
Wie begründest du es denn moralisch, dass wir die zB. die schwangere Frau im Slum in der Gosse krepieren lassen, dem jungen starken Mann aus Tunesien aber Asyl gewähren? Wie kannst du es moralisch rechtfertigen, dass man Flüchtlinge auf ein lange, gefährliche und oft tödliche Reise gehen lässt, anstatt sie vor Ort abzuholen? Ich finde dieses Verhalten nicht moralisch.
Wir können den Menschen in den Slums nicht helfen. Sollen wir sie aus ihren Ländern entführen? Das gilt auch für Menschen die in irgendwelchen Ländern auf der Flucht sind. Wir helfen durch humanitäre, entwicklungspolitische und diplomatische Maßnahmen, die ich für genau so wichtig halte wie das Geben von Asyl. Wir leben in einem Land, dass an der Stelle viel macht. Wenn wir jetzt zum Beispiel über Trump und die USAID sprechen, werde ich ähnliche Bedenken äußern.
Ein Mensch der aber in unser Land kommt und hier Asyl sucht geht uns unmittelbar etwas an. Bzw, weiter gefasst, ein Mensch der in die EU kommt, geht uns als Mitglied der EU unmittelbar etwas an.  Das sind für mich zwei unterschiedliche Situationen.


Zitat
Darüber hinaus sehe Migration als Chance. Vor allem im Angesicht unserer Demographie.
Selbstverständlich brauchen wir qualifizierte Einwanderung, aber das ist auch wieder eine Vermischung von Einwanderung und Asyl/Schutz. Wenn man das gleichsetzt, dann muss man natürlich auch die Menschen behalten, die wir eigentlich nicht "gebrauchen" (ja, ich weiß, das ist ein blödes Wort) können und dürfen nicht "Rosinen picken". Dadurch entsteht dem Sozialstaat aber mehr Schaden als Nutzen und ich meine, dass wir so eine Einwanderung nicht brauchen. Vor allen Dingen werden die jetzt noch jungen Menschen ja auch mal alt und krank, und wenn ein großer Teil davon nie etwas ins Sozialsystem einzahlt, vergrößert das die "Demographiebombe" nur noch.

Ich bin auch der Meinung, dass du unsere Systeme schlechter hinstellst als sie sind und ich glaube auch zu verstehen, warum du das tust, halte es aber für falsch. Natürlich gab und gibt es auch ohne Flüchtlinge Probleme, aber durch die massenhafte Zuwanderung und die aus vielen Gründen schwierige bis unmögliche Kapazitätserhöhung auf allen Ebenen haben wir jetzt sehr große Probleme, deren Lösung immer schwieriger wird, je länger man wartet.
Die Chance besteht für mich darin, dass Menschen bei uns Schutz finden, sich hier integrieren und sich dann aus freien Stücken für uns entscheiden. Das hat nichts mit abwerben oder Rosinenpicken zu tun. Der Mensch selbst steht doch im Mittelpunkt. Das ist keine reguläre Einwanderung ist, ist klar. Aber der Spurwechsel, den wir beide fordern, ist doch letztendlich genau das. Das habe ich oben auch schon geschrieben, von wegen Heimat.

Warum glaubst du, mache ich das?

Das Problem ist, dass wir das glaube ich nicht quantifizieren können und es damit vage Vermutungen bleiben. Wir bräuchten einen Blick in die alternative Realität, wie es ohne große Migrationszahlen wäre.
Ich will das aber auch nicht getrennt diskutieren. Die Probleme werden größer. Die Migration ist kein großer treibender Faktor. Die Lösungen sind vielfältig. In der öffentlichen Debatte und bei den Lösungen der Regierung ist es monokausal. Das ist für mich ein zusammenhängender Gedankengang, der einzeln keinen Sinn ergibt, weil es das Fazit nicht mehr funktioniert. Ich habe mich nicht gegen die Maßnahme der Regierung ausgesprochen, sondern dass sie der AFD folgen und sich das "wir sind uns unserer humanitären Aufgaben bewusst" der CDU allenfalls wie ein Zähneknirschen daher kommt.

Zitat
Und letztendlich sehe ich den Schutz der Menschen die hier her kommen (eigentlich nach Europa) als wichtig an, weil ich hier ein großes Paket unseres Wertesystems verankert sehe.
Ja, das ist durchaus wichtig, aber es darf nicht dazu führen, dass wir unseren Sozialstaat und den inneren Zusammenhalt - der sowieso schon stark schwindet - gefährden.
Ja, das stimmt.


Zitat
Deswegen fordere ich eigentlich und allem vorran eine gute und faire europäische Lösung.
Ja, die brauchen wir und mit GEAS ist ja der erste Schritt gemacht, es dauert in der EU halt alles immer ewig. Der erste Entwurf zum jetzigem GEAS wurde im September 2020 (FÜNF!!! Jahre nach dem Beginn der Krise) vorgelegt, im Mai 2024 wurde es beschlossen und es tritt mW. im Juli 2026 in Kraft.

Deutschland ist an der mangelnden Solidarität der EU-Partner aber auch selber Schuld, man hat sich sehr lange aus der Verantwortung gezogen und gerade die südlichen EU-Länder mit dem Problem alleine gelassen, bis die angefangen haben, die Menschen einfach nach Norden zu schicken, weil sie sich nicht mehr anders zu helfen wussten.

Zustimmung.


Zitat
Aber sie sind kein großer treibender Faktor für das Problem.
Da kann man durchaus anderer Meinung sein. Seit 2015 sind ca. 3 Mio Menschen nach Deutschland gekommen und wurden als schutzwürdig eingestuft, ob die jetzt bleiben oder nur temporär da sind, ist ja erstmal egal, denn sie müssen irgendwo menschenwürdig leben können. Das ist ungefähr eine Stadt der Größe Berlins, die man in 10 Jahren hätte neu bauen müssen. Ich halte das auch für Deutschland (oder gerade für Deutschland, wenn man sich ansieht wie sehr Großprojekte hier mittlerweile in die Hose gehen) eine gewaltige Herausforderung, es geht ja nicht nur um Wohnungen, man braucht auch die gesamte Infrastruktur für so viele Menschen. Ich meine, du machst es dir da etwas zu einfach.

Ja, vor allem die Ukraine hat das krass nach oben getrieben. Das ist ja schon alleine ein Drittel.

Hm.. Quelle? Die Zahlen werden je nach Stelle unterschiedlich bewertet. Manche sagen viel zu viel, andere nicht.

Zitat
Im idealen Fall würden wir als Gesellschaft gerne wachsen.
Ich fände es positiv, wenn man schrumpfen würde, Deutschland ist ihmo schon zu dicht besiedelt.

Hm, okay. Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.

Zitat
Die Lösung haben wir an der Stelle, weil es hier um Menschen geht, die man "einfach" los werden und ganz gut argumentieren kann.
Mir geht es nicht ums Loswerden wollen, mir geht es in erster Linie um eine Begrenzung, um eine Überlastung zu vermeiden, die sonst dazu führt, dass die Menschen schlecht oder gar nicht "integriert" werden und es zu noch viel größeren Problemen als jetzt schon kommt.
Ich will keine Banlieus wie in Frankreich, wir sind aber auf dem besten Weg dahin und ich befürchte, dass so manche Stadtteile schon nicht mehr umgedreht werden können.
Wir brauchen imho jetzt erstmal eine Atempause für ein, zwei Jahre, um den "backlog" abzuarbeiten, um die Menschen bestmöglich zu "integrieren" und um Ordnung in die Strukturen zu bringen, damit sie die Anforderungen der Zukunft bewältigen können. Wir müssen aus dem Krisen- und Notfallmodus raus.
Und es ist ja jetzt auch nicht so, als wäre Deutschland für Flüchtlinge das einzig sichere Land auf dieser Welt, auch in anderen EU-Staaten sind Flüchtlinge in Sicherheit und werden versorgt.

Ich kann dir da zustimmen, wenn den die Atempause auch genutzt wird. Ich habe nur die Befürchtung und die Zweifel, dass das nicht passiert.

Zitat
Mich ärgert, dass das Narrativ in der Politik dem Narrativ der AFD folgt, dass die Flüchtlinge als monokausales Problem darstellt und eine monokausale Lösung bietet.
Stellt Merz die Flüchtlinge als monokausales Problem hin? Da hätte ich dann aber gerne mal ein Zitat. Man darf sich von der AfD nicht davon abhalten lassen, vernünftige Politik zu machen, die möglichst viele Wähler anspricht. Das ist doch genau das, was die AfD will: dass die Probleme nicht gelöst werden, weil man "dem Narrativ der AFD" nicht folgen will, so dass diese Probleme zu immer mehr Spannungen führen, die dann wiederum der AfD immer mehr Wähler bringen.

Naja, ich halte die Maßnahmen gerade für Lösungen in nur eine Richtung. Dementsprechend muss ich annehmen, dass auch das Problem in die gleiche Richtung gesehen wird. Ein Zitat gibt es dafür natürlich nicht. Aber die CDU hat ein großen Wahlflyer zu "Migration stoppen, Grenzen wirksam kontrollieren." Bei Integration haben sie eine Internetseite mit "das ist auch wichtig". Auch der Koalitionsvertrag enthält dick gedruckte Überschriften mit Aussetzen, Beenden, Zurückweisen, Einschränken, Ausweisen und Rückführen. Und dann kommt ein einzelner Punkt Integration auf einer halben Seite mit Fließttext und ein paar netten Ideen.

Zitat
Für mich droht da etwas kaputt zu gehen, was nicht einfach durch einen Beschluss, ein Gesetz oder ein Entscheid schnell wieder zu reparieren ist.
Ich kann das nur schwer einschätzen, aber ist nicht längst etwas kaputtgegangen, wenn so viele Menschen AfD wählen? Es tut mir leid, dass ich immer darauf herumreite, aber ein Großteil der Wähler in D will diese Asylpolitik nicht mehr und es gehört auch zur Verantwortung der Politik dazu, diesen Willen des Souveräns zumindest soweit zu beachten, dass man etwas ändert und den Zustrom von Menschen auf ein schaffbares Maß reduziert. Das ist für mich auch weit von der "Remigration" der AfD entfernt.

Zitat
Das 80% der Bürger eine Änderung in der Migrationspolitik wollen bedeutet für mich nicht, dass sie dringend diesem monokausalen Problem-Lösungsansatz folgen.
Das habe ich auch nicht behauptet, sonst würden die allesamt AfD wählen, aber 60-80% der Wähler wollen eine Veränderung und das sollte man imho nicht ignorieren.

Klar ist schon viel kaputt gegangen. Ist für mich eben der nächste Schritt.

Ich habe auch nicht behauptet, dass die Wähler ignoriert werden sollen. Ich sage nur, dass sie mit ihrer Bekundung zur Unzufriedenheit nicht einordenen, was ein guter Vorschläg wäre. Also ein Maßnahme ist für mich nicht automatisch gut, weil der Wähler irgendeine Änderung fordert. Er fordert nicht automatisch diese Maßnahme. Deswegen ist das kein Argument für genau diese Maßnahme. Es ist höchstens das Argument für irgend eine Maßnahme. Aber unter diesem Argument sind alle Maßnahmen gleich.

Und ich bin der Meinung Schwarz Rot könnte das gerade so gestalten, dass sie das offener machen. Begrenzung, europäische Regel, schneller Abschiebung. Alles gut. Ich widerspreche gar nicht, dass das falsch wäre. Aber dabei wäre für mich ein starkes Bekenntnis zu Asyl und Integration wichtig. So ein Zitat gibt es von Merz nunmal auch nicht.

Zitat
Sie ist vielleicht zufrieden mit der Grenzschließung und den anderen Maßnahmen der CDU.
Die Grenze ist nicht geschlossen, es wird nur verstärkt kontrolliert und da auch noch lange nicht jeder Grenzgänger, aber wer nicht einreisen darf und erwischt wird, der wird zurückgeschickt.
Sorry, das war unsauber formuliert. Ich meinte die verstärkten Kontrollen. Aber auch die anderen Maßnahmen im Koalitionsvertrag. Im Diskurs steht gerade vor allem das mit der Grenze. Ich verwende das fälschlicherweiße etwas synonym.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Mai 2025, 10:28:25

https://www.tagesspiegel.de/berlin/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html (https://www.tagesspiegel.de/berlin/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html)
Ich könnte kotzen ob der Schulleitung, die nichts unternommen hat. Vollkommen ungeeignet. Wo sind wir hier eigentlich gelandet, dass Schwule jetzt schon beschimpft werden?

https://www.youtube.com/watch?v=OzTQpXT0CRQ
https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/zwischenfall-am-rande-des-esc/
Und Antisemitismus wird wieder hoffähig. Scheint als würde die Menschheit nicht aus Tragödien lernen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Thorbinho09 am 23.Mai 2025, 08:11:07
Der derzeitige Krieg bietet vielen leider eine Art Grundlage sich antisemitisch zu äußern. Da geht es auch nicht darum, dass man generell Krieg oder das Handeln der Regierung auf politischer Ebene kritisiert. Aber oftmals handelt es sich ja einfach auch nur um ein Missverständnis......  :blank:

https://www.spiegel.de/panorama/leute/orf-reagiert-auf-jjs-israel-aussage-a-340994d0-a653-4564-8e18-baaefc048086



https://www.tagesspiegel.de/berlin/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html (https://www.tagesspiegel.de/berlin/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html)
Ich könnte kotzen ob der Schulleitung, die nichts unternommen hat. Vollkommen ungeeignet. Wo sind wir hier eigentlich gelandet, dass Schwule jetzt schon beschimpft werden?



Es ist einfach unerträglich das zu lesen. Selbstverständlich ist der homosexuelle Lehrer auch übergriffig geworden und kriegt erstmal eine Anzeige. Natürlich darf man solche Vorwürfe nicht abtun und muss dem nachgehen, aber hier fehlen mir einfach die Worte. So kann man Menschen auch in den Suizid treiben. Was mich auch fassungslos macht, ist die Tatsache, dass das ganze an einer Grundschule geschehen ist. Wahnsinn ist das...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 23.Mai 2025, 16:24:42
Klar muss man die Anschuldigungen untersuchen, da bin ich bei dir, aber Aussagen wie "Schwul ist ekelhaft", "Familienschande", "in der Hölle landen" und "eine Schande für den Islam" haben in Deutschland nichts zu suchen. Mal davon abgesehen, dass er kein Moslem ist, also keine Schande für den Islam sein kann, sind solche Aussagen komplett daneben. Aber passiert ist da nichts gegen die Täter. Und das geht überhaupt nicht. Wie man das lösen kann : Unterricht über Demokratie, Meinungsfreiheit und dass dies das höchste Gut in Deutschland ist. Wem das nicht gefällt, dem steht es frei zu gehen wo seine "schwulenfreie" Nation existiert. Da ist derjenige dann besser aufgehoben. 
Und zu JJ fehlen mir die Worte. Ich schäme mich dafür, dass ich meine Herkunft mit ihm teile für solche Aussagen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 09.Juni 2025, 10:55:44
https://www.youtube.com/watch?v=S6QNU0KH8KE
Wenn das so stimmt, dann ist das ja wohl ein richtig krasser Skandal.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 09.Juni 2025, 18:03:10
https://www.youtube.com/watch?v=S6QNU0KH8KE
Wenn das so stimmt, dann ist das ja wohl ein richtig krasser Skandal.

Krasser Skandal, besonders die Summen. Lobbyismus darf nur hoch offiziel von seiten der Industrie passieren. ::)

Das dann auch noch so eine absolute Pfeife wie Monika Hohlmeier Interviewt wird die im Aufsichtsrat der BayWA AG sitzt und sicherlich überhaupt nichts davon hat wenn hier gegen Klimaaktivisten Stimmung gemacht wird ist mal wieder ein Journalistisches Armutszeugnis. Offiziell wurden die Berichte von der EU- Kommission dementiert, bzw. viel mehr das Wording dementiert. Es wäre also allen geholfen wenn die Welt am Sonntag einfach mal diese Geheimverträge öffentlich macht das jeder sich ein Bild von dem Ausmaß der Beauftragung machen kann.

Wird aber nicht passieren. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen das jemand so blöd ist sowas in einen Vertrag zu schreiben. Letztlich haben da wohl NGO´s Geld bekommen damit dann Aktionen gestartet und daraus haben die Sensationsgeilen Journalisten von der Welt am Sonntag abgeleitet das die EU das so beauftragt hat. Hält nicht Stand vor Gericht aber man darf die "Geheimverträge" ja schließlich auch nicht öffentlich machen.

Ach diese Milliarden Klimaindustrie. Können die ihre Milliarden die sie mit der Klimalüge verdienen nicht genauso in Lobbyarbeit stecken wie die traditionellen Industrien das machen.  ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 09.Juni 2025, 20:39:15
https://www.youtube.com/watch?v=S6QNU0KH8KE (https://www.youtube.com/watch?v=S6QNU0KH8KE)
Wenn das so stimmt, dann ist das ja wohl ein richtig krasser Skandal.

Krasser Skandal, besonders die Summen. Lobbyismus darf nur hoch offiziel von seiten der Industrie passieren. ::)

Das dann auch noch so eine absolute Pfeife wie Monika Hohlmeier Interviewt wird die im Aufsichtsrat der BayWA AG sitzt und sicherlich überhaupt nichts davon hat wenn hier gegen Klimaaktivisten Stimmung gemacht wird ist mal wieder ein Journalistisches Armutszeugnis. Offiziell wurden die Berichte von der EU- Kommission dementiert, bzw. viel mehr das Wording dementiert. Es wäre also allen geholfen wenn die Welt am Sonntag einfach mal diese Geheimverträge öffentlich macht das jeder sich ein Bild von dem Ausmaß der Beauftragung machen kann.

Wird aber nicht passieren. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen das jemand so blöd ist sowas in einen Vertrag zu schreiben. Letztlich haben da wohl NGO´s Geld bekommen damit dann Aktionen gestartet und daraus haben die Sensationsgeilen Journalisten von der Welt am Sonntag abgeleitet das die EU das so beauftragt hat. Hält nicht Stand vor Gericht aber man darf die "Geheimverträge" ja schließlich auch nicht öffentlich machen.

Ach diese Milliarden Klimaindustrie. Können die ihre Milliarden die sie mit der Klimalüge verdienen nicht genauso in Lobbyarbeit stecken wie die traditionellen Industrien das machen.  ::)
Das ist aber auch Whataboutism. McDonalds sponsort die cdU und kriegt prompt Steuererleichterungen... Lösung : Lasst uns das auch machen? Eher nicht. Die Lösung wäre beides nicht mehr zu machen...


https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ngo-europa-100.html (https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ngo-europa-100.html)
https://www.cducsu.eu/artikel/herbst-europaeischer-rechtnungshof-bestaetigt-kritik-ngo-finanzierung (https://www.cducsu.eu/artikel/herbst-europaeischer-rechtnungshof-bestaetigt-kritik-ngo-finanzierung)
Die Tagesschau hat das vor 2 Tagen schon berichtet. Weitere Quellen bestätigen dies auch, dass es da auch nicht transparent zugeht.  Es mag ja sein, dass im Moment euch genehme "NGOs" gefördert werden (ob das "N" da noch stehen sollte...). Das Blatt kann sich aber auch wenden. Glaubt ihr nicht : Schaut mal nach Ungarn.
https://taz.de/Ungarische-Autoren-ueber-Kulturbetrieb/!6000065/ (https://taz.de/Ungarische-Autoren-ueber-Kulturbetrieb/!6000065/)
https://www.dw.com/de/ungarn-verabschiedet-umstrittenes-kulturgesetz/a-51631732 (https://www.dw.com/de/ungarn-verabschiedet-umstrittenes-kulturgesetz/a-51631732)
Das Gleiche wie in Europa nur von Rechts. Da wird es dann unangenehm.


Und ja die Summen sind schon nicht zu verachten. 2021-2023 4,8 Mrd. € und 2,2 Mrd. durch die Mitgliedsstaaten von der EU-Komission.
https://www.eca.europa.eu/de/publications/SR-2025-11 (https://www.eca.europa.eu/de/publications/SR-2025-11)
Dort ist auch nachzulesen, dass viele NRO (Nicht-Regierungsorganisationen) keine NROs sind mit Beispielen (Kasten 4).


https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-kommission-bezahlung-umweltverbaende-100.html (https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-kommission-bezahlung-umweltverbaende-100.html)
Den Verband Friends of the Earth sollen Beamte der Kommission sogar mit dem Kampf gegen das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen Europa und Südamerika beauftragt haben. Aber Trump wegen der Zölle kritisieren. Genau mein Humor und ziemlich doppelmoralisch.


Ich habe nichts gegen NROs. Aber die Bezeichnung ist bei zuviel Nähe zur Regierung komplett unangebracht. Eher kommt der Verdacht auf, dass es sich hier um "Erfüllungsgehilfen" der Regierung handelt. Und das sollte keine NRO sein. Sie sollen der Regierung auf die Finger hauen und genau hinsehen (egal wer gerade an der Macht ist). Und genau dies ist hier nicht gegeben.







Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.Juli 2025, 19:06:22

https://www.tagesspiegel.de/berlin/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html (https://www.tagesspiegel.de/berlin/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html)
Ich könnte kotzen ob der Schulleitung, die nichts unternommen hat. Vollkommen ungeeignet. Wo sind wir hier eigentlich gelandet, dass Schwule jetzt schon beschimpft werden?

https://www.youtube.com/watch?v=OzTQpXT0CRQ
https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/zwischenfall-am-rande-des-esc/
Und Antisemitismus wird wieder hoffähig. Scheint als würde die Menschheit nicht aus Tragödien lernen.
Das kommt dabei heraus wenn man jegliche Kritik an islamistischen Strukturen sofort mit Rassismus und ähnlichem abgebügelt wird.

Vor einiger Zeit gab es in der Tagesschau einen Artikel über religöse christliche Fußballer, mit Kritik an Homophobie usw. gefühlt gibt es sowas sehr selten wenn es um den Islam geht. Bei so einem Artikel würde es doch perfekt passen über einen Einfluss von Religion allgemein zu sprechen, auf Christen draufzuhauen scheint da aber einfacher zu sein als sich Kritik und Widerspruch der anderen Seite auszusetzen.
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/religioese-fussball-influencer-100.html

Ich finde die Geschichte um das gestörte Sommerinterview von Alice Weidel  interessant, die Seite der Störer klopft sich für die gelungene Aktion  auf die Schulter  und die AfD bekommt für das Interview mehr Aufmerksamkeit als vergleichbare Interviews mit anderen Politikern, kann gleichzeitig die Opfer Erzählung weiter verbreiten, dass man anders behandelt wird als andere Parteien und sich z.B über er die ARD beschweren die es vielleicht hinbekommen könnte, den Ton runterzuregeln oder das Interview an einen anderen Ort zu verlegen. Wenn ich Weidel wäre würde ich mir sowas für jeden TV Auftritt wünschen, besser geht es für die ja gar nicht.  :P
Die Aktion an sich war auch eher harmlos/lustig und eigentlich kein Grund sich groß darüber aufzuregen, abgesehen davon das man es von seiten der Polizei wahrscheinlich hätte unterbinden können wenn man gewollt hätte.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 22.Juli 2025, 19:09:10
Die ARD wollte anscheinend das Interview nach innen verlegen, aber Frau Weidel wollte nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.Juli 2025, 19:31:28
Die ARD wollte anscheinend das Interview nach innen verlegen, aber Frau Weidel wollte nicht.
Würde mich nicht wundern,habe ich aber nicht mitbekommen, nur das sie überlegt haben abzubrechen und das sie prüfen wollen wie es in Zukunft anders geht wenn gestört wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.Juli 2025, 19:32:26
Wir haben immernoch Meinungsfreiheit und die Demonstranten haben das Recht sich zu äußern. Dann hätte man das Interview ja verlegen können. Und wenn Frau Weidel das nicht wollte ist sie selbst Schuld. Es ist aber auch so, dass die andere Seite auch gerne reinschreit aber das gehört zur Meinungsfreiheit dazu, dass jeder sich äußern darf.


Zu deinem Tagesschau-Artikel : Sie kritisiert das Frauenbild der Evangelikalen, aber nicht dass im konservativen Islam. Was soll man dazu noch sagen. Der Unterschied ist, dass die Evangelikalen dich nicht mit dem Tod bedrohen. Gratismut halt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 24.Juli 2025, 19:29:25
Wir haben immernoch Meinungsfreiheit und die Demonstranten haben das Recht sich zu äußern. Dann hätte man das Interview ja verlegen können. Und wenn Frau Weidel das nicht wollte ist sie selbst Schuld. Es ist aber auch so, dass die andere Seite auch gerne reinschreit aber das gehört zur Meinungsfreiheit dazu, dass jeder sich äußern darf.


Zu deinem Tagesschau-Artikel : Sie kritisiert das Frauenbild der Evangelikalen, aber nicht dass im konservativen Islam. Was soll man dazu noch sagen. Der Unterschied ist, dass die Evangelikalen dich nicht mit dem Tod bedrohen. Gratismut halt...

Das war nicht einfach nur Meinungsfreiheit, das war bewusstes Stören. Und eine spontane Versammlung einer zweistelligen Anzahl von Menschen, ist das nicht dann eine Demonstration? Und müssen Demonstrationen nicht angemeldet werden? Ich bin da kein Experte, mir kamen diese Gedanken nur, lasse mich gerne eines Beseren Belehren.
Auch der Ton macht die Musik, jedenfalls in meinen Augen. Und kapitulieren vor ein paar Störern? Na wenn das Schule macht dass man vor Störern quasi weglaufen muss, dann haben wir demnächst nur noch solche Aktionen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juli 2025, 09:23:08
Es gibt zum Beispiel sogennante Spontanveranstaltungen, die nicht angemeldet werden müssen. Das ist aber meiner Meinung nach immer eine krasse Auslegungssache. Dieser Bus, der da vom Zentrum der politischen Schönheit vor Ort war, kam nicht spontan und zufällig vorbei und hat die Musik angemacht.

Es ist aber auch nicht so, dass das keine Konsequenzen hat. Gegen die Versammlungsleiterin und einen weiteren Verantwortlichen wird wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz ermittelt. Aber das rettet das Interview nicht mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: aragorn99werder am 25.Juli 2025, 13:59:59
Das Studium ist ne Weile her, aber nach meiner Erinnerung ist es so, dass eine Versammlung zwar grds. anzumelden ist, das Unterlassen dessen aber nicht zur "Rechtswidrigkeit" der Versammlung führt. Maßnahmen gegen eine Versammlung setzen eine Störung der öffentlichen Sicherheit voraus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juli 2025, 18:12:13
Also eine unangemeldete geplante Versammlung ist schon rechtswidrig. Aber der Rest ist halt wichtig: Die Maßnahmen erfolgen nur, wie du sagst, bei Gefahr öffentlicher Sicherheit, bei massiven Störungen (zb Verkehrschaos) oder wenn gegen andere Auflagen verstoßen wird. Das alles muss aber sehr verhältnismäßig sein. Selbst eine rechtswidrig Versammlung ist geschützt. Daher geht es danach eben nur um Ordnungswidrigkeiten für die Verantwortlichen und nicht um Maßnahmen während der Versammlung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juli 2025, 18:48:48
Also ist es eine Ordnungswidrigkeit und man stört das Interview. Da kann man ein Verwarngeld aussprechen und dann wäre das Thema erledigt für die Beteiligten. Frau Weidel hätte das Interview auch drinnen weiterführen können. Natürlich ist ihr und ihrer Partei das aber recht und die Protestierenden haben ihrer Sache damit einen Bärendienst erwiesen. Kein Wunder, waren doch Die Omas gegen Rechts übrigens auch dabei. Die werden teilweise (einzelne Regionalgruppen) aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben!" finanziell unterstützt. Ben & Jerrys übrigens hat auch seine Finger im Spiel (wenn ihr mal wieder Eis kaufen wollt, das eher nicht). Ist es also nicht so, dass also mit finanzieller Unterstützung der Regierung somit gerade ein Interview der Opposition gestört wurde?


Setzen sie die Protestierenden nicht gegen Rassismus, für Toleranz, gegen Frauenhass und gegen Rechtsextremismus ein?
https://democ.de/artikel/islamisten-gewalt-gegen-drusen-berlin (https://democ.de/artikel/islamisten-gewalt-gegen-drusen-berlin)
Wo war denn ihr Bus und ihr Chor bei dieser Demo ganz in der Nähe.
Wie gut der Islam übrigens Minderheiten schützt kann man in Syrien ganz gut sehen : https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Syrien (https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Syrien)
25% um 1900 herum, 10% im Jahr 2010, bald wird es dort keine Christen mehr geben. Und genau dieser Hardliner demonstrieren gerade in Berlin. Die Drusen sind jetzt auch fällig und in 40 Jahren auch die deutschen Christen. Ich hoffe bis dahin nicht mehr in diesem Land zu sein... Dann werden die noch lebenden Omas gegen Rechts und Pseudo-Linken merken wie es ist, wenn wirklich Rassismus, Frauenhass, Intoleranz und Rechtsextremismus herrschen.
Und es ist nicht nur Syrien : Im Irak dasselbe. 1900 etwa 25% Christen. Viele Christen fliehen aus politischen Gründen so dass 2003 es "nur" noch 8% sind und 2007 sind es noch 2%. 2009 wurde dann die 1% Marke unterschritten. Und wir importieren Leute, die das gutheißen hierhin, lassen die offen solche Positionen verbreiten, anstatt die wieder zurückzuschicken. Asyl brauchen diese Leute nicht. Ich kenne tatsächlich auch Syrer die Christen sind und habe (aus deren Erzählungen) gehört, was dort passiert sein soll. Die meiden übrigens syrische Treffen wo Muslime dabei sind.


Um jetzt mal den Bogen zu spannen zu der Protestaktion. Ich will den Leuten den Protest gegen die afD nicht verbieten, heiße aber nicht ihr Vorgehen dabei gut. Für mich ist das aber das kleinere Problem im Gegensatz zu anderen Protesten und Versammlungen die ich weit kritischer sehe, die dadurch nicht so im Fokus stehen.






Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juli 2025, 19:04:19
Ist es also nicht so, dass also mit finanzieller Unterstützung der Regierung somit gerade ein Interview der Opposition gestört wurde?

Ne, die Organisation bekommt für beantrage und geprüfte Projekte zweckgebundenes Geld. Die Demo hat damit nichts zu tun.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juli 2025, 20:13:41
https://omasgegenrechts-nord.de/2025/02/11/bundesweit-oma-finanzierung-die-fakten
Die Omas gegen Rechts kriegen 5000 € für ein Projekt zur "Stärkung rassismuskritischen Engagements in Buxtehude, unter besonderer Berücksichtigung der Schule" (bis Februar 2025)


Na was haben die wohl damit finanziert :
https://omasgegenrechts-nord.de/2024/01/08/buxtehude-internationale-wochen-gegen-rassismus


1. Lesung an der Halepaghenschule (HPS) durch Florence Brokowski-Shekete.
Selbst wenn sie von Hamburg (wo sie lebt) dahin fährt und Spritgeld bekommt ist der finanzielle Einsatz doch sehr gering... Und lass sie mal 100 Euro für die Lesung bekommen, dann ist das schon für ein Ehrenamt ein guter Lohn...
2. Filmvorführung im Kulturforum (freier Eintritt)
Amateurfilm. Das Kulturforum hat als "Kino" eine Kapazität von 100 Gästen. Bei einem Film ist auch der "Catering-Bedarf" eher gering.
3. Alternativer Stadtrundgang mit Dr. Norbert Fischer (Dauer ca. 2 Stunden) mit abschließendem Austausch im Rebel's Choice (ohne Eintritt). Keine Freigetränke also auch sehr geringe Kosten.
4. Vortrag zum anti-schwarzem Rassismus im Deck1 mit Nanouk Altmann, die auch für die VHS Vorträge hält. Die Kosten für die Miete kann man sogar beziffern : 280 €.
https://www.buxtehude.de/downloads/datei/ZTNiM2FlYTE0NzA1NjU0Mk5EdXlPQXZpTW05NDlpNGNyZ2ZEMFBpR3lzWTRFczJyWnBzc3FEeXYvM3M1QmRGVDdyaGFQRnExY1gxNjBKRVNIRDVWSzRmZHMzL09RSHo5Nlk0Q3RWaHVJeHVrU0Jza1RyUHM3OE1iS0JPTHNtcVJNMkd5YTZ5OEdhdEJtQnoya3pPUk92cUJmYmk3a256SHVGZkRJUT09
Also selbst mit Bezahlung für die Rednerin sind wir bei max. 400 Euro.
5. Filmvorführung und Diskussion mit Mo Asumang (Dokumentarfilm : Die Arier). Der Film ist in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung verfügbar, also kostenlos... Vorgeführt übrigens in der Halepaghenschule. Selbst wenn man Mo Asumang 200 € für die Diskussion danach bezahlt ist das auch überschaubar.
https://halepaghenschule.de/2024/02/26/entschlossen-neugierig-und-selbstbewusst-dem-rassismus-entgegentreten
6. Workshop zu rassismuskritischem Poetry Slam mit Schüler/-innen.
Workshop in der Schule mit Lennart Hamann und Hannes Maaß (Kulturbereicherungsbetrieb).
https://www.gesamtschule-buxtehude.de/aktuelles-termine/buxtehuder-geschichten-poetry-slam-workshop-an-der-igs-buxtehude.html
Wieviel die wohl bekommen haben?
7. Bank gegen Rassismus
Man will eine Bank gegen Rassismus aufstellen. Hergestellt in einer Werkstatt für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung (die bekommen unterirdisch wenig Geld, aber zumindest gibt man ihnen die Möglichkeit sich einzubringen).
https://www.lebenshilfe-heinsberg.de/bank-gegen-ausgrenzung-im-bundestag-aufgestellt


Alles in allem sehe ich nicht, wie man dafür 5000 Euro braucht, selbst wenn alles nur durch die Staatsfinanzierung bezahlt wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juli 2025, 21:22:04
Vielleicht solltest du dich für die Demokratie einsetzen und öffentliche Projekte beantragen und durchführen. Du scheinst sehr effizient zu sein.

So eine Rechnungen ist absolut unbelegt und das weißt du bestimmt selber. Das kann alles stimmen was du sagst. Vielleicht war auch alles umsonst. Aber es können auch viele Kosten fehlen die du nicht bedenkst: Fahrtkosten für Vorbesprechungen, Hotelkosten für Anreisende, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (Fotografen bei Veranstaltungen), etwaige Materialkosten, Catering, Dienstleister für Technik und Beleuchtung und so weiter. Leser und Sprecher lassen sich normal nicht mit 100 Euro Handgeld bezahlen, auch wenn es für ne gute Sache ist. Die verdienen nunmal ihr Geld damit.

Ist aber auch unerheblich... Das Geld von Demokratie Leben ist zweckgebunden und die Ausgaben müssen belegt werden. Jeder Euro, der für das Projekt ausgegeben wird, wird mit einer Rechnung belegt. Bei nicht oder Falschverwendung kann es zurück gefordert werden. Das kannst du so in den Förderrichtlinien nachlesen.

Das das so nicht gemacht wird ist eine unbelegete Unterstellung von dir an beide Seiten, Förderer und Geförderten. Und wenn es hier passiert, warum dann nicht überall? Das Programm Demokratie Leben unterliegt einer sehr ähnlichen standartiesierten Förderrichtlinien wie andere Förderungen in Deutschland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Juli 2025, 21:32:22
Du hast Recht insofern, dass ich das nur schätzen kann. Und zu den Rednern : 100 € für 2 Stunden sprechen + Fahrtkosten ist hoch. Auch wenn und das gebe ich zu, da in der freien Wirtschaft auch viel Schindluder getrieben wird, um Leuten Geld zuzuschanzen mit völlig überhöhten Rednerhonoraren.
Ich habe auch gelesen, dass das alles mit Rechnungen belegt wird. Teilweise konnte man ja Kosten sehen (Mietpreis für Deck1). Habe auch nie behauptet dass ich das belegen kann und es wäre kritisch, wenn ich die Beträge alle in einer Stunde rausfinden könnte.
Wie gesagt ich bin da nicht so tief in der Materie, dass ich die Richtlinien etc. kenne. Ich schätze es halt ab und das kommt mir seltsam vor, vor allem wenn die Redner scheinbar gut bezahlt werden.


Wie man dort Leute mit Geld versorgen kann zeigt das Beispiel Riester und Maschmeyer
https://www.fr.de/politik/unwuerdig-unanstaendig-11435021.html
404000 € dafür, dass er das Volk verarscht hat und dafür dann mit Vorträgen bei Profis (die wahrscheinlich die Riesterprodukte genauso gut kannten wie er) sehr gut "entlohnt".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juli 2025, 21:54:23
Naja, 100 Euro für 2 Stunden sprechen mit Fahrtkosten ist tatächlich ein ordentlicher Stundenlohn. Für zwei Stunden. Aber: Alleine die Anfrage bearbeiten, Wünsche abklären, Themen besprechen, Thema erarbeiten. Zack - 10 Stunden sind vorbei und man ist noch nicht mal aus dem Haus. Und dann sind 100 Euro nicht mal mehr Mindestlohn. Außerdem ist das Brutto.
Ich rede ja nicht davon, dass man direkt 10000 Euro für einen Abend, wie für nen gestandenen Politiker, auf den Tisch klatsch.  :P Aber 500 oder 1000 Euro können es für nen Experten oder eine "berühmte" Person schnell mal sein.

Worum es mir eigentlich nur geht ist dein logischer Schluss. Eine Organisation erhält reguliertes Geld für eine Aktion die nachweislich durchgeführt wurde. Aber da es sein könnte, dass da Geld übrig bleibe und diese Organisation auch noch andere Aktivitäten ausführt, ist der Fördnernde jetzt für alles mitverantwortlich (Demonstration in Berlin oder sonstwo) was er der Geförderte noch so macht. Das finde ich eben nicht.

Als Beispiel wo diese Argumentation für mich hinführt:
Wir fördern in Deutschland ganz stark die Landwirtschaft. Bedeutet das, dass die Regierung die Demonstrationen gegen sie selbst mitfinanziert hat und verantwortlich ist für dutzende blockierte Autobahnauffahrten und kilometerlange Staus? Bei so einem Ökostall mit Solardach für 300.000 Euro können ja auch am Ende noch 2000-3000 Euro übrig sein. Das ist ein guter Tagesschnitt für Traktorfahren nach Berlin.

Und wenn man sie jetzt noch auf rechtstextrem bürstet (keine Unterstellung an der Stelle, aber da ist dieses Argument nun mal sehr stark) dann hat die Regierung quasi die Traktofahrer angewiesen Berlin zu blockieren und die Landwirte sind eine Schattenregierung.
Die Entscheidungen zur Förderung von Demokratie leben wird übrigens oft dezentral von vielen verschiedenen Menschen in vielen verschiedenen regionalen und kommunalen Stellen entschieden. Zum Teil sind diese wiederum nicht mal die Regierung sondern Koordinierungs- und Fachstellen und Projektträger, die hier und da mal über ein Gesamtvolumen von 30 oder 50.000 Euro entscheiden dürfen und sich an die offen einsehbaren Richtlinien halten. Es wäre ein sehr breites Netzwerk an der Stelle einen geheimen Verwendungszweck aufzubauen, bei dem das Geld in sehr kleinen Beträgen durch sehr viele Hände läuft. Ich weiß nicht...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 25.Juli 2025, 22:30:47
5000 Euro sind bei sieben aufgezählten Events also 700 Euro pro Event. Neben den Kosten für z. B. Miete wo es nötig ist, kommt immer ein Posten wie z. B. Security dazu. Und schon sind die 5000 Euro ganz schnell aufgebraucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 25.Juli 2025, 22:49:28
Security werden die glaube ich nicht gebraucht haben.  ;D Aber ja... Ich glaube man unterschätzt, was mit 5000 Euro geht, wenn man paar Dienstleister hier und da braucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 26.Juli 2025, 00:00:30
Dazu kommt, dass die aufgelisteten Events nicht automatisch alle sind, sondern es noch weitere geben könnte in der Zukunft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.Juli 2025, 09:31:51
Dazu kommt, dass die aufgelisteten Events nicht automatisch alle sind, sondern es noch weitere geben könnte in der Zukunft.
Bis zum Februar 2025 kamen keine dazu und bis dahin war nur die Förderung gegeben. Security ist bei solchen Events dann auch eher unüblich. Ich glaube euch, dass das alles belegbar ist und da kaum/keine Korruption betrieben wird. Trotzdem hat sich ja dann scheinbar eine gutbezahlten "Redner"-Industrie dort entwickelt, wo Geld zu verdienen ist, wenn das Narrativ passt.




Zum Argument mit den Landwirten. Die großen Nutznießer der Subventionen sind eher nicht die kleinen Landwirte leider Gottes. Da wird extrem viel Geld sinnlos verprasst und es ist gemeinhin sehr ineffektiv und kommt meiner Meinung nach bei den Falschen an. Warum es ein starkes Argument gibt, dass Landwirte rechtsextrem sind, das kann ich wiederum nicht nachvollziehen. Dass sie eher konservativ und tendenziell eher bürgerlich-rechts verortet sind mag stimmen. Das ist aber noch ein starkes Stück von rechtsextrem entfernt. Ich vergleich ja auch nicht den spD-Wähler mit einem linksextremen, der Andersdenkende mit einem Hammer töten will... Gleichwohl würde ich es aber auch nicht ausschließen, dass auch subventionierte Bauern daran teilgenommen haben. Und jetzt kommt der Twist : Du hast sicher Recht, dass auch die Bauernproteste auch indirekt staatsfinanziert sind. Der Bayrische Bauernverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und wurde 2023 vom Agrarministerium mit 1,5 mio. Euro unterstützt. Die Proteste wurden übrigens auch in großen Teilen von den Bauernverbänden finanziert. Du liegst hier also richtig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Juli 2025, 10:42:20
Zum Argument mit den Landwirten. Die großen Nutznießer der Subventionen sind eher nicht die kleinen Landwirte leider Gottes. Da wird extrem viel Geld sinnlos verprasst und es ist gemeinhin sehr ineffektiv und kommt meiner Meinung nach bei den Falschen an. Warum es ein starkes Argument gibt, dass Landwirte rechtsextrem sind, das kann ich wiederum nicht nachvollziehen. Dass sie eher konservativ und tendenziell eher bürgerlich-rechts verortet sind mag stimmen. Das ist aber noch ein starkes Stück von rechtsextrem entfernt. Ich vergleich ja auch nicht den spD-Wähler mit einem linksextremen, der Andersdenkende mit einem Hammer töten will... Gleichwohl würde ich es aber auch nicht ausschließen, dass auch subventionierte Bauern daran teilgenommen haben. Und jetzt kommt der Twist : Du hast sicher Recht, dass auch die Bauernproteste auch indirekt staatsfinanziert sind. Der Bayrische Bauernverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und wurde 2023 vom Agrarministerium mit 1,5 mio. Euro unterstützt. Die Proteste wurden übrigens auch in großen Teilen von den Bauernverbänden finanziert. Du liegst hier also richtig.

Das die Bauernproteste rechtsextrem sind habe ich nicht gesagt und ist auch nicht meine Meinung. Ich habe in Verbindung gebracht, dass hinter dieser NGO-Erzählung in der Extreme eine Verschwörungstheorie steckt und ausgeführt, wie die dann auf das Bauernbeispiel erzählt werden müsste. Für mich sind die Bauernproteste natürlich nicht staatlich finanziert, nur weil der Bauernverband unterstützt wird. Es gibt ein gewisses Spannungsfeld, dass finanzierte Stellen auch Meinungen gegen den Finanzierer haben können. Falls du eine reine Ermöglichung der Tätigkeit meinst, stimme ich dir auch zu. Geld ist nunmal Geld und ermöglicht Dinge (wobei ich hier auch nochmal auf die projektbedingte Zweckgebundenheit verweise) Aber du hast mit dem Satz "Ist es also nicht so, dass also mit finanzieller Unterstützung der Regierung somit gerade ein Interview der Opposition gestört wurde?" es so klingen lassen, als sei das im Interesse und mit Absicht oder im Auftrag passiert. Oder was wolltest du mit dieser Frage bezwecken?

Edit:
Dazu kommt, dass die aufgelisteten Events nicht automatisch alle sind, sondern es noch weitere geben könnte in der Zukunft.
Trotzdem hat sich ja dann scheinbar eine gutbezahlten "Redner"-Industrie dort entwickelt, wo Geld zu verdienen ist, wenn das Narrativ passt.

Was soll den der Nebensatz, wenn das Narrativ passt und "dort"? Wo ist dort? Was für ein Narrativ? In welchem Narrativ gibt es keine Sprecher die Geld verdienen?
Zu jedem erdenklichen Thema gibt es Redner und Experten, die sich bezahlen lassen. Wenn du ein Kongress über Muffins und Popcakes abhälst und Sally Özcan als Sprecherin einlädst, hast du das Budget für 5000 Euro wahrscheinlich bereits gesprengt.
Als Vergleich: Die Gage für einen Musiker startet in der Regel bei 80-120 Euro pro Stunde. Dann steht der ohne Technik und Bühne bei dir und singt accapella. Aber ein Sprecher soll mit 50 Euro pro Stunde auf die Hand auskommen? Schonmal ein DJ für ne Hochzeit gebucht? Oder einen Fotografen? Da kommst du mit jeweils 50 Euro die Stunde nicht weit. Ich glaube du unterschätzt massiv wie teuer solche Dienstleistungen sein können und anscheinend stört es dich, dass es so teuer sein kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.Juli 2025, 11:25:35
Das die Bauernproteste rechtsextrem sind habe ich nicht gesagt und ist auch nicht meine Meinung. Ich habe in Verbindung gebracht, dass hinter dieser NGO-Erzählung in der Extreme eine Verschwörungstheorie steckt und ausgeführt, wie die dann auf das Bauernbeispiel erzählt werden müsste. Für mich sind die Bauernproteste natürlich nicht staatlich finanziert, nur weil der Bauernverband unterstützt wird. Es gibt ein gewisses Spannungsfeld, dass finanzierte Stellen auch Meinungen gegen den Finanzierer haben können. Falls du eine reine Ermöglichung der Tätigkeit meinst, stimme ich dir auch zu. Geld ist nunmal Geld und ermöglicht Dinge (wobei ich hier auch nochmal auf die projektbedingte Zweckgebundenheit verweise) Aber du hast mit dem Satz "Ist es also nicht so, dass also mit finanzieller Unterstützung der Regierung somit gerade ein Interview der Opposition gestört wurde?" es so klingen lassen, als sei das im Interesse und mit Absicht oder im Auftrag passiert. Oder was wolltest du mit dieser Frage bezwecken?
Es geht darum, dass man Organisationen unterstützt (zweckgebunden), welche an solchen Aktionen beteiligt sind. Ich halte generell nichts von solcher Unterstützung, seien es nun die "Omas gegen Rechts" oder der "Bayrische Bauernverband". Beide würden bei mir keine Unterstützung erhalten. Wenn die Demokratie lebendig sein soll, dann sollten die Bürger solche Sachen selbst finanzieren (aus Überzeugung). Und dann kann der Redner meinetwegen auch 2000 € pro Stunde bekommen. Nur dass dort Steuermittel fließen stört mich ganz gewaltig.
Dir wird vielleicht aufgefallen sein, dass ich das Zentrum für Politische Schönheit hier von der Kritik ausgenommen habe. Nicht unbedingt, weil ich die so toll finde und die Aktion, sondern weil sie erwiesenermaßen keine Staatsförderung erhalten, also tatsächlich unabhängig von der Regierung agieren.
https://dserver.bundestag.de/btd/19/326/1932627.pdf
Seite 19 die Antwort des Staatssekretärs Dr. Markus Kerber auf die Frage ob das Zentrum für politische Schönheit bisher Fördermittel des Bundes erhalten hat.
"Durch die Bundesregierung erfolgten keine Förderungen im Sinne der Fragestellung."

Was soll den der Nebensatz, wenn das Narrativ passt und "dort"? Wo ist dort? Was für ein Narrativ? In welchem Narrativ gibt es keine Sprecher die Geld verdienen?
Zu jedem erdenklichen Thema gibt es Redner und Experten, die sich bezahlen lassen. Wenn du ein Kongress über Muffins und Popcakes abhälst und Sally Özcan als Sprecherin einlädst, hast du das Budget für 5000 Euro wahrscheinlich bereits gesprengt.
Als Vergleich: Die Gage für einen Musiker startet in der Regel bei 80-120 Euro pro Stunde. Dann steht der ohne Technik und Bühne bei dir und singt accapella. Aber ein Sprecher soll mit 50 Euro pro Stunde auf die Hand auskommen? Schonmal ein DJ für ne Hochzeit gebucht? Oder einen Fotografen? Da kommst du mit jeweils 50 Euro die Stunde nicht weit. Ich glaube du unterschätzt massiv wie teuer solche Dienstleistungen sein können und anscheinend stört es dich, dass es so teuer sein kann.
Das Narrativ passt heißt vor allem : "Die Omas gegen Rechts" werden natürlich Leute einladen, die erzählen was sie genau hören wollen. Im Grunde ist daran nichts auszusetzen wenn es eben nicht staatlich finanziert wäre. Das Problem ist halt, dass Parteien und Politik zuviel Einfluss nehmen (Richterwahl als letztes Beispiel, Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk you name it). Solche Bewegungen sollten aus der Bürgergesellschaft finanziert sein und nicht vom Staat.
Sally Özcan ist doch diese Bäckerin. Kann jeder gerne einladen (privat finanziert). Wenn du also Bock darauf hast : Go for it. Du kannst ihr dann auch zahlen, was dir ihr Auftritt wert ist. Wenn du so begeistert bist und es dir so wichtig ist, kannst du auch gerne 10000 € zahlen...
Der letzte DJ auf einer Hochzeit von dem ich weiß wie teuer er war, war bei etwa 1500 € für 8 Stunden, ist aber fast 3 Jahre her, dürfte also mittlerweile eher bei 2000 €+ liegen. Man heiratet (hoffentlich) nur einmal im Leben, da kann man sein Geld gerne für ausgeben.
Im Berghain kriegen iirc DJ so zwischen 600 und 1500 € pro Gig. Im Metal und bei Beatdown-Konzerten irgendwas um die 1000-2000 €. Umso wichtiger dann, bei Festivals und Konzerten den Merch (z.B. Shirts) direkt von den Bands zu kaufen und sie somit zu unterstützen.







Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Juli 2025, 12:32:23
Das die Bauernproteste rechtsextrem sind habe ich nicht gesagt und ist auch nicht meine Meinung. Ich habe in Verbindung gebracht, dass hinter dieser NGO-Erzählung in der Extreme eine Verschwörungstheorie steckt und ausgeführt, wie die dann auf das Bauernbeispiel erzählt werden müsste. Für mich sind die Bauernproteste natürlich nicht staatlich finanziert, nur weil der Bauernverband unterstützt wird. Es gibt ein gewisses Spannungsfeld, dass finanzierte Stellen auch Meinungen gegen den Finanzierer haben können. Falls du eine reine Ermöglichung der Tätigkeit meinst, stimme ich dir auch zu. Geld ist nunmal Geld und ermöglicht Dinge (wobei ich hier auch nochmal auf die projektbedingte Zweckgebundenheit verweise) Aber du hast mit dem Satz "Ist es also nicht so, dass also mit finanzieller Unterstützung der Regierung somit gerade ein Interview der Opposition gestört wurde?" es so klingen lassen, als sei das im Interesse und mit Absicht oder im Auftrag passiert. Oder was wolltest du mit dieser Frage bezwecken?
Es geht darum, dass man Organisationen unterstützt (zweckgebunden), welche an solchen Aktionen beteiligt sind. Ich halte generell nichts von solcher Unterstützung, seien es nun die "Omas gegen Rechts" oder der "Bayrische Bauernverband". Beide würden bei mir keine Unterstützung erhalten. Wenn die Demokratie lebendig sein soll, dann sollten die Bürger solche Sachen selbst finanzieren (aus Überzeugung). Und dann kann der Redner meinetwegen auch 2000 € pro Stunde bekommen. Nur dass dort Steuermittel fließen stört mich ganz gewaltig.
Dir wird vielleicht aufgefallen sein, dass ich das Zentrum für Politische Schönheit hier von der Kritik ausgenommen habe. Nicht unbedingt, weil ich die so toll finde und die Aktion, sondern weil sie erwiesenermaßen keine Staatsförderung erhalten, also tatsächlich unabhängig von der Regierung agieren.
https://dserver.bundestag.de/btd/19/326/1932627.pdf
Seite 19 die Antwort des Staatssekretärs Dr. Markus Kerber auf die Frage ob das Zentrum für politische Schönheit bisher Fördermittel des Bundes erhalten hat.
"Durch die Bundesregierung erfolgten keine Förderungen im Sinne der Fragestellung."

Was soll den der Nebensatz, wenn das Narrativ passt und "dort"? Wo ist dort? Was für ein Narrativ? In welchem Narrativ gibt es keine Sprecher die Geld verdienen?
Zu jedem erdenklichen Thema gibt es Redner und Experten, die sich bezahlen lassen. Wenn du ein Kongress über Muffins und Popcakes abhälst und Sally Özcan als Sprecherin einlädst, hast du das Budget für 5000 Euro wahrscheinlich bereits gesprengt.
Als Vergleich: Die Gage für einen Musiker startet in der Regel bei 80-120 Euro pro Stunde. Dann steht der ohne Technik und Bühne bei dir und singt accapella. Aber ein Sprecher soll mit 50 Euro pro Stunde auf die Hand auskommen? Schonmal ein DJ für ne Hochzeit gebucht? Oder einen Fotografen? Da kommst du mit jeweils 50 Euro die Stunde nicht weit. Ich glaube du unterschätzt massiv wie teuer solche Dienstleistungen sein können und anscheinend stört es dich, dass es so teuer sein kann.
Das Narrativ passt heißt vor allem : "Die Omas gegen Rechts" werden natürlich Leute einladen, die erzählen was sie genau hören wollen. Im Grunde ist daran nichts auszusetzen wenn es eben nicht staatlich finanziert wäre. Das Problem ist halt, dass Parteien und Politik zuviel Einfluss nehmen (Richterwahl als letztes Beispiel, Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk you name it). Solche Bewegungen sollten aus der Bürgergesellschaft finanziert sein und nicht vom Staat.
Sally Özcan ist doch diese Bäckerin. Kann jeder gerne einladen (privat finanziert). Wenn du also Bock darauf hast : Go for it. Du kannst ihr dann auch zahlen, was dir ihr Auftritt wert ist. Wenn du so begeistert bist und es dir so wichtig ist, kannst du auch gerne 10000 € zahlen...
Der letzte DJ auf einer Hochzeit von dem ich weiß wie teuer er war, war bei etwa 1500 € für 8 Stunden, ist aber fast 3 Jahre her, dürfte also mittlerweile eher bei 2000 €+ liegen. Man heiratet (hoffentlich) nur einmal im Leben, da kann man sein Geld gerne für ausgeben.
Im Berghain kriegen iirc DJ so zwischen 600 und 1500 € pro Gig. Im Metal und bei Beatdown-Konzerten irgendwas um die 1000-2000 €. Umso wichtiger dann, bei Festivals und Konzerten den Merch (z.B. Shirts) direkt von den Bands zu kaufen und sie somit zu unterstützen.

Ja okay, dir geht es wirklich nur um die Finanzierung durch den Bund.

So lange es da keinerlei Hinweise und Beweise gibt, gehe ich davon aus, dass  in Deutschland bis auf sehr wenige Ausnahmen (Ausnahmen gibt es immer) sauber gearbetet wird. Dafür habe ich schon mit genug Förderungen und Projektanträgen von Bund und Land zu tun gehabt. Das Korsett sitzt in der Regel sehr eng. Da gilt meine Ansicht auch für das Programm Demokratie für Deutschland. Das werde ich so lange annehmen, bis es ein Beweis gibt, der das anders belegt.

Bei dem Punkt, was bezahlt werden muss sind wir unterschiedlicher Meinung.
Für mich ist es ein Interesse Deutschlands im Land politische Bildung zu betreiben und dazu gehört auch die politische Bildung gegen Rassismus. Die Omas gegen Rechts bekommen kein Geld um sich die Menschen einzuladen, die sie wollen und einfach zu existieren. Sie bekommen Geld, weil sie Menschen einladen, die sie wollen, die aber auch im Interesse der Regierung sind. Genau so, wie der Bauenverband nicht einfach für sein freies Vergnügen und seine Existenz Geld bekommt, sondern auch hier Interessen der Öffentlichkeit umgesetzt werden: Sei es Forschung und Innovation, Ausbildungsförderung gegen den Fachkräftemangel oder Projektkooperationen mit Hochschulen und so weiter. Die Organisationen treten dem Bund gegenüber als Dienstleister auf.
Da hilft es meiner Meinung nach auch nicht, andere Schauplätze aufzumachen, für die man auch mal bilden und sich einsetzen müsste. Zum einen wird das vielleicht schon getan. Zum anderen kann es so einer Organisation wie Omas gegen Rechts egal sein was noch getan werde müsste. (Um mal wieder das abgedroschen Wort auszukraben: Das wäre Whataboutism. Engagement wird nicht schlecht, nur weil wo anders auch Engegament bräuchte.) Die Erfüllen einfach das vereinbarte Interesse für das sie Geld erhalten und wenn ich mir das Programm von Buxtehude ansehe, sehe ich da kein schlechtes Programm.
Und mir fällt kein Grund ein, was daran schlecht sein sollte gegen Rassismus zu bilden.


Wenn die Regierung gar kein Geld mehr an die öffentliche Hand geben würde und die Regierung überhaupt nicht die Bevölkerung zum Umsetzen der Interessen einsetzt würde es in Deutschland recht karg aussehen. Letztendlich ist Geld nunmal ein Instrument der Regierung Einfluss zu nehmen und seine Interessen zu verfolgen. Genau das scheinst du zu kritisieren. Wo zieht man die Grenze?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.Juli 2025, 22:46:41
Politische Bildung halte ich für sehr wichtig. Aber man muss beide Seiten beleuchten. Bei der rechten Seite gelingt das sehr gut, links eher weniger, das ist mein Problem damit.
Und Bildung gegen Rassismus würde ich viel eher auch so Dinge drin sehen, wie ein Besuch in einer KZ-Gedenkstätte um die Ausmaße erkennbar zu machen in dem hier Unrecht begangen wurde. Oder zum Beispiel eine Unterrichtsreihe wo man "Mein Kampf" liest. Das Buch ist so ein kompletter Blödsinn und so kann man es auch einordnen. Gleichzeitig würde es die Faszination des Buches (ist ja so ein "Tabu") komplett vernichten. Wahrscheinlich wäre mein Ansatz auch teurer als die Omas gegen Rechts, aber ich halte tatsächlich meinen Weg für effektiver gegen Rechtsextremismus. Da wir das aber nicht probieren, werden wir es nicht herausfinden.
Das Programm der Omas gegen Rechts in Buxtehude mag für dich gut klingen, beurteilen können wir es aber nicht. Gebe dir den Punkte, dass sie etwas gemeinnütziges tun. Das große Aber ist für mich aber auch noch ein anderes : Erreiche ich die Zielgruppe? Tendenziell erreichen die Omas gegen Rechts wahrscheinlich nicht die Kids, die auf der Kippe stehen, sondern eher die, die es schon weniger gefährdet sind. Solange die also keine Pflichtveranstaltungen sind, werden vor allem viele, die eh schon auf der "richtigen" Seite stehen dort teilnehmen. Und hier ist mein Ansatz halt imo besser : Die Schüler fahren alle z.B. nach Buchenwald und lesen alle im Klassenverband und werden vom Lehrer abgeholt und aufgeklärt.
 
Der Bauernverband z.B. kriegt ja auch Mitgliedsbeiträge der Bauern und das sollte an Geld eigentlich reichen. Er soll sich ja auch für ihre Interessen einsetzen. Wo man da vom Staat aus noch Geld drauf packen muss erschließt sich mir halt nicht.





Ein Update übrigens zur Nichtanmeldung :
https://www.omas-gegen-rechts.org/2025/07/21/stellungnahme-des-vorstandes-omas-gegen-rechts-deutschland-e-v-zu-den-vorkommnissen-waehrend-des-sommer-interviews-der-ard-in-berlin
Die Spontan-Demo wurde von deren Berliner Ortsgruppe angemeldet und auch von der Polizei genehmigt. Vorwerfen kann man denen also nichts in der Hinsicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 27.Juli 2025, 02:22:22
Demokratie Leben fördert auch Projekte gegen Linksextremismus. Hier ein paar Beispiele:
https://www.aktionsplan-comora.de/linken-extremismus-ueberzeugend-kontern/
https://www.linke-militanz.de/podcast/modellprojekte-im-portraet-gute-gewalt-schlechte-gewalt/
https://radikaldemokratisch.de/
https://www.bs-anne-frank.de/radikalereflexion

Trotzdem gibt es da ein Ungleichgewicht, was auch kritisiert wird. Was glaubst du, sind Gründe, warum es mehr Aktionen gegen Rechtsextremismus gibt, als Aktionen gegen Linksextremismus?


Bei den Alternativen gebe ich dir recht. Viele Schulklassen machen so einen Besuch. In Bayern gibt es sogar eine Pflicht für Neuntklässler und die Anzahl der Schulkinder, die ein KZ besucht steigt jedes Jahr. Aber das ist sicher nichts worauf eine kleine kommunale Organisation wie die Omas gegen Rechts Buxtehude einen Einfluss von außen haben. Die setzen wo anders und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein Zeichen.
Diese großen Maßnahmen können für mich auch nicht alleinstehend sein. Zwischen KZ und Mein Kampf auf der einen Seite und Alltagsrassimus und das Bild des modernen Rechtsextremismus auf der anderen Seite liegt eine ganze Menge Transferleistung. Die Rechtsextremen laufen heute nunmal auch nicht mehr mit Springerstiefel, Bomberjacke und Seitenscheitel durch die Straße sondern verteilen Flyer mit gut gemachtem Populismus auf dem Pausenhof. (https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/identitare-bewegung-verteilt-flugblaetter-an-schulen-100.html) Ich denke verschiedene Facetten sind hier richtig.

Das mit der Zielgruppe kann man bei jeder Maßnahme sehen. Dann braucht man, außerhalb der Schulpflicht, gar nichts mehr machen. Jegliches Programm für Erwachsene wäre damit obsolet, weil man sagen kann, dass die, die man erreichen will, sowieso nicht kommen, weil die unwillig sind.
Für so ein Projekt wäre es schon Effekt, wenn bei so einer Veranstaltung ein Gedanke geweckt wird, bei einem zukünftigen Gespräch ein neues Argument kommen kann, oder eine Vor allem, da sind wir uns auch einig, wird er nicht hingehen. Das kann aber nicht das Ziel von Bildung und Aufklärung sein. Das wäre für mich utopisch.


Ich habe Beispiele genannt wofür der Bauernverband Geld erhält. Was ist falsch daran?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 27.Juli 2025, 13:28:30
Okay der Bauernverband wird gefördert für
Kooperation mit Hochschulen :
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/zoff-in-bayern-die-bauern-uni-ist-eine-lachnummer-a-518564.html (https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/zoff-in-bayern-die-bauern-uni-ist-eine-lachnummer-a-518564.html)

Die Forschung ist vor allem staatlich gefördert :
Friedrich-Löffler-Institut
https://www.fli.de/de/ueber-das-fli/das-fli (https://www.fli.de/de/ueber-das-fli/das-fli)

Julius-Kühn-Institut
https://www.julius-kuehn.de/kooperationen-und-netzwerke (https://www.julius-kuehn.de/kooperationen-und-netzwerke)

Max-Rubner-Institut
https://www.mri.bund.de/de/ueber-das-mri/das-mri (https://www.mri.bund.de/de/ueber-das-mri/das-mri)

Thünen-Institut
https://www.thuenen.de/de/thuenen-institut/profil (https://www.thuenen.de/de/thuenen-institut/profil)

Was der Bauernverband dann macht? Über Initiativkreise Forschungsergebnisse in der Praxis ausprobieren.
https://geschaeftsbericht.bauernverband.de/bildung-innovation-forschung/wissenschaft-forschung-innovation (https://geschaeftsbericht.bauernverband.de/bildung-innovation-forschung/wissenschaft-forschung-innovation)
Und Politik wird trotzdem gemacht, ich zitiere : "Wie lässt sich die Förderpolitik so umgestalten, dass das Vertrauen, die Erwartungen und die Kooperationsbereitschaft der Landwirtinnen und Landwirte positiv beeinflusst werden."
Der Bauernverband gibt übrigens nichts auf Fachkräfte-Gewinnung sondern setzt dies als Waffe ein, um eigene Interessen durchzudrücken.
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Fachkraeftemangel-Wie-wird-Landwirtschaft-zukunftssicherer,landwirtschaftstag116.html (https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Fachkraeftemangel-Wie-wird-Landwirtschaft-zukunftssicherer,landwirtschaftstag116.html)
- Kontrollen und Meldepflichten abschaffen
- Stoffstrombilanzen weg
- Tierwohl muss sich für Landwirte lohnen und bezahlbar sein (also Subventionen)

Zumal der Fachkräftemangel eher besser als schlechter geworden ist, sieht man von den Saisonkräften ab, die ausgebeutet werden und worauf (verständlicherweise) kaum jemand Lust hat
https://taz.de/Arbeitskraeftemangel-der-Landwirtschaft/!6066481/#:~:text=Der%20Bauernverband%20warnt%20weiter%20vor%20Fachkr (https://taz.de/Arbeitskraeftemangel-der-Landwirtschaft/!6066481/#:~:text=Der%20Bauernverband%20warnt%20weiter%20vor%20Fachkr)äftemangel.&text=Der%20Arbeitskräftemangel%20in%20der%20Landwirtschaft,auf%20Anfrage%20der%20taz%20mit.
Weniger offene Stelle, neue Stellen wurden 2014 in durchschnittlich 154 Tagen neu besetzt, 2024 schon in 111 Tagen. Die Zahl der offenen Stellen sinkt.
Der Generalsekretär malt dann wieder ein Schreckgespenst an die Wand (um seine Lobbyforderungen durchzudrücken) :"Wir können in Sachen Fachkräftemangel noch keine Entwarnung geben. Bei diesen Zahlen fehle ein wichtiger Teilbereich, nämlich die saisonale Beschäftigung."
Nur um dann aber von der Arbeitsagentur widerlegt zu werden :"Die Angaben enthielten auch saisonale Stellen."

Grundsätzlich ist Forschung und Innovation vom Bauernverband nicht zu erwarten, eher Filz und Korruption. Als Dienstleister würde ich den nicht haben wollen für Staat und Regierung.
Er arbeitet sogar aktiv gegen die Bundesregierung und bricht Zusagen.
https://taz.de/Doppeltes-Spiel-des-Agrarverbandes/!6009938 (https://taz.de/Doppeltes-Spiel-des-Agrarverbandes/!6009938)

https://www.nabu.de/news/2019/06/26602.html (https://www.nabu.de/news/2019/06/26602.html)
Über die Hälfte der Landwirte fühlt sich übrigens eher schlecht bis sehr schlecht vom deutschen Bauernverband vertreten (Stand 2019).

]https://taz.de/Ausverkauf-der-Landwirtschaft/!5498480 (https://taz.de/Ausverkauf-der-Landwirtschaft/!5498480)
Einfach mal den Artikel durchlesen, das haut einem schon das Weltbild durcheinander.

Es mag Verbände geben auf die deine Beschreibungen zutreffen, das will ich nicht bestreiten. Aber der Bauernverband ist als Beispiel meiner Meinung nach das schlechteste Beispiel dafür.

Deine Links, dass auch Projekte gegen Linksextremismus gefördert worden hat übrigens meinen Horizont in der Hinsicht erweitert. Danke dir für die Einsichten. Warum es mehr Aktionen gegen Rechtsextremismus als Linksextremismus gibt hängt mit Sicherheit auch mit der deutschen Geschichte zusammen und ist insofern verständlich, dass dort etwas mehr getan wird, solange die Balance nicht völlig kippt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 28.Juli 2025, 02:06:58
Hm, es amüsiert mich, dass wir über so gegensätzliche Probleme sprechen und es im Moment als das Selbe bezeichnen.

Siehst du da nicht auch einen Widerspruch:
Die Omas gegen Rechts erhalten Geld vom Staat und unter anderem ist die Kritik, dass die Regierung hier politische Einflussnahme in die Bevölkerung finanziert.
Der Bauernverband erhält Geld vom Staat und unter anderem ist die Kritik, dass er trotzdem gegen die politischen Pläne der Regierung aggiert.

Ich würde hier einige Sachen auseinander halten.

Erstens: Die Regierung gibt Geld für verschiedene Aufgaben: Omas gegen Rechts, Bauernverband, Subventionen, Förderungen und so weiter. Viele viele Stellen und Maßnahme. Das halte ich für zunächst erstmal unausweichlich, da das eines der stärksten Steuerungsmittel des Staates ist.

Zweitens: Man kann immer über den Geldeinsatz für den Zweck streiten. Man findet ein Projekt zum Beispiel unnötig oder würde etwas anderes lieber höher priorisieren. Ab hier sind wir tief in der Politik und der Entscheidung wofür überhaupt Geld ausgegeben wird. Letztendlich wird keiner von uns einem Projekt Geld gönnen, dessen Ziele ihm misfallen.

Drittens: Davon völlig abgesehen kann man immer über Effizienz sprechen und das ist wesentlich weniger politisch. Du meintest bereits richtigerweiße, dass wir nicht sagen können, ob das Programm in Buxtehude "gut" ist, also eine große Wirkung hat.  Im angesicht von gerade mal 5000 Euro finde ich die Diskussion nicht sehr erheblich. Aber klar, ich kann nicht sagen, ob man 5000 Euro für die Sache nicht auch besser an anderer Stelle hätte eingesetzt werden können.
Dagegen kann ich nicht nachvollziehen, ob beim Bauernverband wirklich nur Filz bei raus kommt. Dafür kenne ich mich zu wenig aus.
Allerdings ist die Frage, ob Geld effiezient eingesetzt wird grundsätzlich bei jeder Staatsausgabe zu stellen und sollte sich nicht nach politischer Ausrichtung (Punkt zwei) richten. Selbst wenn ein Projekt finanziert wird das mir nicht gefällt, würde ich mich freuen, wenn dann wenigstens mit dem Geld dafür möglichst sparsam und verantwortungsbewusst umgegangen wird.

Viertens: Und um das hier geht es mir vor allem in dieser Diskussion und weswegen ich mich überhaupt an der Eingangsfrage gestört habe: Mir gefällt das Spannungsfeld, dass eine Organisation Geld erhalten kann für eine Aufgabe und am nächsten Tag zu einem anderen Thema ist man sich wieder Spinne Feind. Das zeugt für die Komplexität, Vielfalt und Gegensätze in der sich die Gesellschaft bewegt.
Die Oma gegen Rechts Demonstrationen sind für mich nicht vom Staat finanziert, weil in Buxtehude ein Projekt finanziert wurde. Dadurch macht sich der Staat nicht mitverantwortlich für alles was die Organisation noch so macht. Vor allem darf die Organisation den Staat trotzdem ordentlich kritisieren und umgekehrt.
Der Bauernverband schreit nicht nach der Meinung der Regierung, nur weil er von ihnen Gelder erhält. Das ist sogar noch wichtiger. Man stelle sich vor der Bauernverband würde plötzlich zur Regierung halten, nur weil er Geld erhält. Das ist, wenn ich es richtig verstehe, gerade unter anderem deine Kritik und genau der Vorwurf, den die CDU mit der Anfrage an die eher linken NGOs in den Raum gestellt hat. Für mich ist der Bauernverband unabhängig und verfolgt politische Ziele gegen die Regierung im Spannungsfeld, dass er für die gleiche Regierung bezahlte Aufgaben übernimmt und kooperiert. Ich finde genau so muss es sein.

Das der Bauernverband nicht auf der Seite der Kleinbauern zu stehen scheint ist in aller erster Linie ein Problem der Kleinbauern. Das ist für mich aber eine ganz andere Diskussion.



Danke für deine Links und Meinungen. Ich bin am Bauernverband nicht gut informiert. Es ist ein Thema, das mich für gewöhnlich nicht all zu sehr interessiert und das mir eher fremd ist. Das Problem daran ist für mich, dass die kritischen Links politische Ziele des Bauernverbands thematisieren. Mir geht es bezogen um unsere Diskussion vor allem um sowas hier: https://www.agrarbericht.bayern.de/landwirtschaft/bayerischer-bauernverband.html?utm_source=chatgpt.com

1,5 Millionen für:

Und jetzt die Fragen: Finde ich diese Ziele gut? Keine Ahnung.  ;) Ist das Geld gut eingesetzt? Auch keine Ahnung.  ;)
Aber wie der Bauernverband laut deinen Links die Regierung vor sich hertreibt und ob das gut ist steht auf einem anderen Blatt. Es sei den Geld wird veruntreut. Aber da hätte ich auch bei den Omas und jeder anderen NGO jedes Spektrums ein Problem. Genauso, wie ich mit dem unbegründeten Verdacht ein Problem habe, dass es passiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Juli 2025, 08:04:19
Ich halte es nach wie vor falsch, Lobbyisten wie dem Bauernverband oder NGOs (die dann für mich keine NGOs mehr sind) mit Geld vom Staat zu füttern.

Die Bauern bekommen Geld von der EU, um Lebensmittel zu produzieren und um die irrsinnige Bürokratie in dem Bereich zu kompensieren.

"Omas gegen Rechts" bekommen Geld einzig und allein für politisch einseitige Agitation. Wohin das führt konnte man in Berlin sehen als auf der Demo gegen Rechts dann "Ganz Berlin hasst die CDU" skandiert wurde.

Danach hat Merz viel Wind gemacht und was ist mal wieder passiert? Nichts. Theaterdonner für's dumme Wahlvolk.

Aber gut, die Linken machen das schon clever, angefangen mit dem Marsch durch die Institutionen und dem von Schröder ausgerufenen "Kampf gegen Rechts" - Anlaß dazu gab ein antisemitischer Anschlag auf eine Synagoge begangen von zwei Männern mit arabischem Migrationshintergrund - überstrahlt alles, so können die Linken ihre Positionen festigen, immer mehr "rechte" Konkurrenten rausdrängen, bis es irgendwann keine Alternative (nein, die AfD ist keine) außer linken Parteien mehr gibt.

Das ist deren Ziel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 28.Juli 2025, 16:57:11
Ich sehe da keinen Widerspruch wenn man keinen von beiden von staatlicher Seite unterstützt. Die Regierung muss halt zumindest mal lernen nicht alles mit Geld beeinflussen zu wollen, dafür gibt es ja Gesetze, um Leitplanken einzuziehen.


Der Bauernverband ist in seiner Arbeit vor allem eine Lobbygruppe für Großbauern und Landwirtschaftskonglomerate, die einer kleinen Minderheit dient und die Mehrheit (Kleinbauern) somit überstimmt. Nicht sehr demokratisch meiner Meinung nach. Auf jeden Fall nichts, was ich vom Staat aus unterstützen sollte.
In ihrer "Radikalität" sind die "Omas gegen Rechts" eine Minderheit, selbst unter Linken. Und auch hier unterstützt man eine kleine Minderheit, während die Mehrheit leer ausgeht. Ich würde sonst die "Omas für Freiheit" gründen und könnte dann mit gleichem Recht Staatsgeld einfordern, z.B. für eine Informationsveranstaltung warum Steuern Raub sind und warum der Staat mir nicht in meine Entscheidungen für/gegen ein E-Auto reinreden darf... Allein schon dafür würde es einen riesigen Aufschrei geben. Aber gehen wir einen Schritt weiter : Merz stürzt, konservative cdU-Abgeordnete bringen die Brandmauer zu Fall und gehen ein Bündnis mit der afD ein. Dann gibt es die "Opas gegen Links" oder "Omas gegen Migranten" mit der gleichen Begründung wie du sie bei den "Omas gegen Rechts" vorgetragen hast. Dann schießen sie mit genau den Waffen auf uns, die wir ihnen erst ermöglicht haben... Ist natürlich schön, dass die "Omas gegen Rechts" die afD bekämpfen und sich pro Regierung aufstellen. Aber das kann auch nach hinten losgehen und dann sind wir auf der anderen Seite...
Was ich generell nicht verstehe ist : Wieso muss der Staat sowas finanzieren. Was ist denn mit unserer "Bürgergesellschaft". Wenn die Linken die "Omas gegen Rechts" so wichtig finden, warum unterstützen die Leute dann nicht mit Spenden die Bewegung? Die TaZ kommt ja auch gut mit Spenden aus. Warum nicht auch die "Omas gegen Rechts"?



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 28.Juli 2025, 17:48:27
Ich sehe da keinen Widerspruch wenn man keinen von beiden von staatlicher Seite unterstützt. Die Regierung muss halt zumindest mal lernen nicht alles mit Geld beeinflussen zu wollen, dafür gibt es ja Gesetze, um Leitplanken einzuziehen.

Ich halte das für einen sehr kurz gedachten Vorschlag, weil die Regierung sehr viel Geld ausgibt um sehr viele Dinge im Land zu beeinflussen, die ich nicht missen will. Ganz weit weg von Bauernverband oder Oma gegen Rechts.


Und auch hier unterstützt man eine kleine Minderheit, während die Mehrheit leer ausgeht.
Wenn man alle Menschen zusammen nimmt, die auch vom Staat unterstützt werden, ist es keine Minderheit mehr. Die große Mehrheit der Bevölkerung wird vom Staat unterstützt.


Ich würde sonst die "Omas für Freiheit" gründen und könnte dann mit gleichem Recht Staatsgeld einfordern..

Ja, aber mach das doch. Du kannst jederzeit eine Organisation gründen und Projektanträge stellen.

Aber gehen wir einen Schritt weiter : Merz stürzt, konservative cdU-Abgeordnete bringen die Brandmauer zu Fall und gehen ein Bündnis mit der afD ein. Dann gibt es die "Opas gegen Links" oder "Omas gegen Migranten" mit der gleichen Begründung wie du sie bei den "Omas gegen Rechts" vorgetragen hast. Dann schießen sie mit genau den Waffen auf uns, die wir ihnen erst ermöglicht haben... Ist natürlich schön, dass die "Omas gegen Rechts" die afD bekämpfen und sich pro Regierung aufstellen. Aber das kann auch nach hinten losgehen und dann sind wir auf der anderen Seite...

Du bekommst das aus der Gesellschaft, wie die Gesellschaft tickt. Natürlich kann eine Gesellschaft nach links und rechts kippen. Aber was ist den der Schluss daraus? Die Alternative soll sein die Bevölkerung und ihre Beteilung am Staat klein zu halten, weil sie eines Tages vielleicht andere Interessen haben? Das halte ich für dystopisch. Ich finde es gut, wenn es in der Bevölkerung ein starkes Engegament gibt das vom Staat gefördert wird und den Staat wiederum fordert. Nur so lebt doch erst Demokratie und wirkt in seinen unterschiedlichen Facetten. Das ist nochmal ein Aufruf an dich und die "Omas für Freiheit".


Was ich generell nicht verstehe ist : Wieso muss der Staat sowas finanzieren. Was ist denn mit unserer "Bürgergesellschaft". Wenn die Linken die "Omas gegen Rechts" so wichtig finden, warum unterstützen die Leute dann nicht mit Spenden die Bewegung? Die TaZ kommt ja auch gut mit Spenden aus. Warum nicht auch die "Omas gegen Rechts"?

Weil der Staat es unterstützenswert findet, dass jemand in Buxtehude gegen Rechtsextremisums bildet. Und die Omas gegen Rechts hatten zufällig die Idee das zu tun.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 29.Juli 2025, 22:49:03
Wir sollten generell als Staat weniger ausgeben statt mehr. Das ist ja das Problem dass wir haben : Alles soll der Staat machen und der ist im Normalfall wenig effizient und bürgerfreundlich. Und besonders das was du ansprichst mit den vielen kleinen Gruppen die vom Staat unterstützt werden. Ist wohl trotzdem nicht die Mehrheit, die bezahlt den Spaß nur. Jedes Mal wenn ich den Sozialstaat gebraucht habe, wurde ich enttäuscht, aber die Hand wurde trotzdem immer aufgehalten wegen "wir müssen die Armen unterstützen". 


Du vergisst einen wichtigen Punkt : Die Macht haben die, welche über die Föderung entscheiden. Das heißt im Klartext :"Die Omas für Freiheit und Liberalität" wird es niemals geben. Vor allem wie willst du "Demokratie leben" entscheiden? Ich bin ja liberal und selbst wenn man die Äußerungen über die FDP sieht, dann stehen wir ja scheinbar auch außerhalb der demokratischen Mitte für Teile der "Progressiven" wie auch die cdU. Das meine ich auch mit der Minderheit, die nur unterstützt wird. Es wird doch immer von Vielfalt gesprochen : Dann fördert halt die Vielfalt aller (demokratischen) Meinungen. Da gehören dann aber auch "bürgerliche" und "liberale" Stimmen dazu. Die werden bei den NGO aber bisher kaum gefördert.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 30.Juli 2025, 10:52:05
Wir sollten generell als Staat weniger ausgeben statt mehr. Das ist ja das Problem dass wir haben : Alles soll der Staat machen und der ist im Normalfall wenig effizient und bürgerfreundlich. Und besonders das was du ansprichst mit den vielen kleinen Gruppen die vom Staat unterstützt werden. Ist wohl trotzdem nicht die Mehrheit, die bezahlt den Spaß nur. Jedes Mal wenn ich den Sozialstaat gebraucht habe, wurde ich enttäuscht, aber die Hand wurde trotzdem immer aufgehalten wegen "wir müssen die Armen unterstützen". 

Du bringst selber den Sozialstaat ein. Ich weiß, dass in deiner Kritik nur NGOs meinst, deren vermeintliche politische Ausrichtung dir nicht gefällt. Aber der Staat finanziert auch fast jedes Freibad, fast jeden Sportverein, fast jeden Nahverkehr, fast jede Bibliothek, jedes Kind und jede Rente mit. Ich bin mir sehr sicher, dass die Mehrheit der Bevölkerung vom Staat Geld bekommt oder unmittelbar von den Zahlungen des Staates profitiert.
Pauschal zu sagen, der Staat soll kein (oder auch abgeschwächter, weniger) Geld ausgeben ist für mich viel zu kurz gegriffen.
Du machst es dir sehr einfach zu entscheiden wer kein Geld mehr erhalten sollte. Ich nicht. Ich sehe den Willen des Staates in der Bevölkerung politische Bildung für friedliches und respektvolles Zusammenleben zu fördern und gegen gruppenbezogene Menschenfeidnlichkeit und Demokratiefeindlichkeit vorzugehen für genau so wichtig, wie zu ermöglichen mit Sport und Bewegung den sozialen Zusammehalt zu stärken und die Gesundheit zu fördern (Beispiel Sportvereine). Das sind beides legitime demokratische Ziele.

Entweder dein Argument lautet, dass die Projekte die im Rahmen von Demokratie leben gefördert werden, ihr Ziel nicht erreichen oder du bist der Meinung, dass das Ziel nicht wichtig ist. Aber nur, weil die NGOs vermeintlich links und eine Minderheit sind, ist für mich kein Argument. Der Bauernverband ist wohl eher konservativ und die Landwirte eine Minderheit und da ist dein Argument ja auch nicht, dass er der kein Geld mehr bekommen sollte, weil er konservativ ist und für eine Minderheit steht sondern du hast vielfältige Gründe und Meinung.


Du vergisst einen wichtigen Punkt : Die Macht haben die, welche über die Föderung entscheiden. Das heißt im Klartext :"Die Omas für Freiheit und Liberalität" wird es niemals geben. Vor allem wie willst du "Demokratie leben" entscheiden? Ich bin ja liberal und selbst wenn man die Äußerungen über die FDP sieht, dann stehen wir ja scheinbar auch außerhalb der demokratischen Mitte für Teile der "Progressiven" wie auch die cdU. Das meine ich auch mit der Minderheit, die nur unterstützt wird. Es wird doch immer von Vielfalt gesprochen : Dann fördert halt die Vielfalt aller (demokratischen) Meinungen. Da gehören dann aber auch "bürgerliche" und "liberale" Stimmen dazu. Die werden bei den NGO aber bisher kaum gefördert.

Deswegen bringt es meiner Meinung nach nichts die ganze Zeit auf dem Spektrum herum zu reiten. Das ist eine völlig übertriebene Simplifizierung unserer Parteiensystems und der Parteien selbst. Da wird die CDU wahlweise und je nach Betrachtungswinkel plötzlich links oder rechts verortet und jeder Partei wird auf einen einzelnen Punkt im Spektrum verortet und eingebrannt. Dabei wird vergessen anzuerkennen, dass es sogar innerhalb einer Partei erhebliche Unterschiede in der Ausrichtung einzelner Politiker und verschiedener Flügel geben kann.

Meiner Meinung nach wird durch Demokratie Leben grundsätzliche Werte der Demokratie verfolgt und die im Sinne jeder Partei und jedes Wähler sein können, ohne sich in irgendwelche rechts links Spektren zu bewegen: Politische Teilhabe und Pluralismus, Ablehnung von Extremismus, Förderung von ziviligesellschaftlicher Projekte, Schutz von Minderheiten, Stärkung der Menschenrechte.
Steht das liberalen Ideen und Werten entgegen?

Du sagst, dass es einen blinden Fleck bei den Förderungen gibt. Was fehlt dir den an Vielfalt und demokratischen Meinungen, die in Deutschland zu wenig gefördert werden? Bzw, was konkret würdest du dir wünschen, was mehr gefördert und unterstützt werden sollte? Sagen wir es gäbe ein Projekt wie Demokratie Leben, nennen wir es Freie Demokratie. Welche Organisationen oder welche Ideen und Werte sollte dieses Projekt unterstützen und fördern, damit du sagst, dass die liberalen (oder auch andere) Strömungen angemessen gefördert werden und Vielfalt von demokratischen Meinungen hergestellt wurde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 30.Juli 2025, 11:52:43
Wie konnte die Demokratie nur vorher überleben, als noch keine NGOs finanziert wurden, die nur eine politische Richtung verdammen?

Dass bei der AfD nicht Schluss ist mit dem "Kampf gegen Rechts" ist für mich jedenfalls sonnenklar, das wurde auf der Demo in Berlin überdeutlich. Wenn linke Parteien oder Menschen von "unserer Demokratie" reden, wenn Organisationen wie "Omas gegen Rechts" mit "die Zivilgesellschaft" adressiert werden, dann wird mir mulmig.

Ja, der "Kampf gegen Rechts" ist wichtig, der "Kampf gegen Links" müsste aber genauso intensiv geführt werden, gegen alle Arten von Extremismus muss sich die wehrhafte Demokratie verteidigen, das nur noch auf "Rechts" zu verengen lässt den anderen zu viel Platz.

Man stelle sich nur den Sturm der Entrüstung vor, irgendein Neonazi-Bubi aus dem Vorstand der AfD-Jugendorganisation hätte andauernd sowas abgelassen wie die Nietzard nicht nur vor ein paar Tagen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 30.Juli 2025, 14:48:32
Wie konnte die Demokratie nur vorher überleben, als noch keine NGOs finanziert wurden, die nur eine politische Richtung verdammen?

Dass bei der AfD nicht Schluss ist mit dem "Kampf gegen Rechts" ist für mich jedenfalls sonnenklar, das wurde auf der Demo in Berlin überdeutlich. Wenn linke Parteien oder Menschen von "unserer Demokratie" reden, wenn Organisationen wie "Omas gegen Rechts" mit "die Zivilgesellschaft" adressiert werden, dann wird mir mulmig.

Ja, der "Kampf gegen Rechts" ist wichtig, der "Kampf gegen Links" müsste aber genauso intensiv geführt werden, gegen alle Arten von Extremismus muss sich die wehrhafte Demokratie verteidigen, das nur noch auf "Rechts" zu verengen lässt den anderen zu viel Platz.

Man stelle sich nur den Sturm der Entrüstung vor, irgendein Neonazi-Bubi aus dem Vorstand der AfD-Jugendorganisation hätte andauernd sowas abgelassen wie die Nietzard nicht nur vor ein paar Tagen...

Definiere Überleben bitte.
Wo stehen wir den politisch aktuell, im Vergleich zu vor 20, 30 Jahren? Im Bundestag sitzt eine Partei als drittstärkste Kraft, die - gelinde gesagt - nicht gerade die demokratischsten Ansichten hat.

Natürlich müssen alle Extreme bekämpft werden. Nur ist eben das rechte Extrem aktuell gefährlicher als das linke Extrem. Und der Mensch tendiert nun einmal dazu, sich dem größeren Problem zuerst zu widmen.

Verbale Ausfälle, jedenfalls die die ich mitbekomme, kommen häufiger von Rechts als von Links. Und ich möchte weder das Eine noch das Andere haben/hören.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 30.Juli 2025, 15:21:33
Definiere Überleben bitte.
Im Sinne von "nicht untergehen".

Zitat
Im Bundestag sitzt eine Partei als drittstärkste Kraft, die - gelinde gesagt - nicht gerade die demokratischsten Ansichten hat.
Nur die Gründe, warum das so ist, die werden vehement ignoriert, lieber gibt man sich der Vorstellung hin, dass mittlerweile ein Viertel der Wähler wohl irgendwie rechtsextrem geworden sein muss.

Zitat
Nur ist eben das rechte Extrem aktuell gefährlicher als das linke Extrem.
Darüber kann man geteilter Meinung sein. Mit der AfD wird niemand koalieren, die Linkspartei wird überall hofiert, im Bund wie in den Ländern. Und auch die CDU schreckt vor Zusammenarbeit und Koalition (zB. in Thüringen mit BSW) mit linksaußen nicht zurück. Und es braucht mir niemand verklickern zu wollen, dass die menschenfreundlicher wären als die vom anderen Ende des Hufeisens.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 30.Juli 2025, 15:31:01
Definiere Überleben bitte.
Im Sinne von "nicht untergehen".

Zitat
Im Bundestag sitzt eine Partei als drittstärkste Kraft, die - gelinde gesagt - nicht gerade die demokratischsten Ansichten hat.
Nur die Gründe, warum das so ist, die werden vehement ignoriert, lieber gibt man sich der Vorstellung hin, dass mittlerweile ein Viertel der Wähler wohl irgendwie rechtsextrem geworden sein muss.

Zitat
Nur ist eben das rechte Extrem aktuell gefährlicher als das linke Extrem.
Darüber kann man geteilter Meinung sein. Mit der AfD wird niemand koalieren, die Linkspartei wird überall hofiert, im Bund wie in den Ländern. Und auch die CDU schreckt vor Zusammenarbeit und Koalition (zB. in Thüringen mit BSW) mit linksaußen nicht zurück. Und es braucht mir niemand verklickern zu wollen, dass die menschenfreundlicher wären als die vom anderen Ende des Hufeisens.

Nicht untergehen? Die Demokratie ist aber auf einem gefährlichen Weg, der Untergang keine Utopie mehr.

Wer eine Partei wählt, bei der nachweislich Rechtsextremisten die Geschicke der Partei mit leiten, unterstützt auch diese Rechtsextremisten.

Mit der AfD wird niemand koalieren? Das hätte ich vor ein paar Jahren unterschrieben, jetzt traue ich das vor allem CDU/CSU durchaus zu, zuerst auf Landes-, dann auch auf Bundesebene.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 30.Juli 2025, 19:11:56
Das war nicht einfach nur Meinungsfreiheit, das war bewusstes Stören. Und eine spontane Versammlung einer zweistelligen Anzahl von Menschen, ist das nicht dann eine Demonstration? Und müssen Demonstrationen nicht angemeldet werden? Ich bin da kein Experte, mir kamen diese Gedanken nur, lasse mich gerne eines Beseren Belehren.
Auch der Ton macht die Musik, jedenfalls in meinen Augen. Und kapitulieren vor ein paar Störern? Na wenn das Schule macht dass man vor Störern quasi weglaufen muss, dann haben wir demnächst nur noch solche Aktionen.
Ich fand es auch interessant, dass die Polizei den Bus anscheinend auch mit begleitet hat oder zumindest mit Streifenwagen vor Ort war. Ich bin der Meinung, das Politiker auch sowas aushalten müssen . Eine ähnliche Diskussion hatten wir auch damals bei Habeck und der Aktion mit der Fähre.
Ich wäre aber gespannt ob es bei anderen Parteien ähnlich ablaufen würde, also wenn z.B irgendeine Gruppe aus der anderen politischen Richtung den gleichen Wagen mietet und Klingbeil oder einen Grünen Politiker nervt.Würde wetten, dass die lange vorher gestoppt werden und man davon nichts merken würde.

Und wie gesagt, in dem Fall hat es der AfD sogar geholfen.

Du bringst selber den Sozialstaat ein. Ich weiß, dass in deiner Kritik nur NGOs meinst, deren vermeintliche politische Ausrichtung dir nicht gefällt. Aber der Staat finanziert auch fast jedes Freibad, fast jeden Sportverein, fast jeden Nahverkehr, fast jede Bibliothek, jedes Kind und jede Rente mit. Ich bin mir sehr sicher, dass die Mehrheit der Bevölkerung vom Staat Geld bekommt oder unmittelbar von den Zahlungen des Staates profitiert.
Pauschal zu sagen, der Staat soll kein (oder auch abgeschwächter, weniger) Geld ausgeben ist für mich viel zu kurz gegriffen.
Du machst es dir sehr einfach zu entscheiden wer kein Geld mehr erhalten sollte. Ich nicht. Ich sehe den Willen des Staates in der Bevölkerung politische Bildung für friedliches und respektvolles Zusammenleben zu fördern und gegen gruppenbezogene Menschenfeidnlichkeit und Demokratiefeindlichkeit vorzugehen für genau so wichtig, wie zu ermöglichen mit Sport und Bewegung den sozialen Zusammehalt zu stärken und die Gesundheit zu fördern (Beispiel Sportvereine). Das sind beides legitime demokratische Ziele.
Um mich da mal kurz einzuklinken, wenn man nicht anfängt zu sparen und etwas zu ändern werden in absehbarer Zeit die Kosten explodieren, man will gerne alles Mögliche finanzieren, aber es muss auch Leute geben die einzahlen, der Sozialstaat den wir haben ist keine Selbstverständlichkeit und das System kann sehr schnell kippen.

Wie konnte die Demokratie nur vorher überleben, als noch keine NGOs finanziert wurden, die nur eine politische Richtung verdammen?

Dass bei der AfD nicht Schluss ist mit dem "Kampf gegen Rechts" ist für mich jedenfalls sonnenklar, das wurde auf der Demo in Berlin überdeutlich. Wenn linke Parteien oder Menschen von "unserer Demokratie" reden, wenn Organisationen wie "Omas gegen Rechts" mit "die Zivilgesellschaft" adressiert werden, dann wird mir mulmig.

Ja, der "Kampf gegen Rechts" ist wichtig, der "Kampf gegen Links" müsste aber genauso intensiv geführt werden, gegen alle Arten von Extremismus muss sich die wehrhafte Demokratie verteidigen, das nur noch auf "Rechts" zu verengen lässt den anderen zu viel Platz.

Man stelle sich nur den Sturm der Entrüstung vor, irgendein Neonazi-Bubi aus dem Vorstand der AfD-Jugendorganisation hätte andauernd sowas abgelassen wie die Nietzard nicht nur vor ein paar Tagen...
Man hat ja auch bei der letzten Wahl gesehen wieviel die Parteien auf Demokratie geben, von Merz wird einem da ins Gesicht gelogen und aus Machtgier dann gegen den Willen der Bevölkerung die Verfassung geändert. "Unsere Demokratie"steht nicht dafür dem Wählerwillen zu folgen sondern dafür den Status quo nicht zu verändern. Da wird mehr mit Klüngel im Hinterzimmer entschieden als in Demokratischen Prozessen. Neulich gab es ja auch die Situation, das die Unions Abgeordneten keine Lust hatten eine Verfassungsrichterin zu wählen, da wird die Wahl dann erstmal verschoben bis man genug Versprechen gemacht und gedreht hat um das Ganze doch wie von oben verordnet durchzuziehen.

Mit der AfD wird niemand koalieren? Das hätte ich vor ein paar Jahren unterschrieben, jetzt traue ich das vor allem CDU/CSU durchaus zu, zuerst auf Landes-, dann auch auf Bundesebene.
Ich denke inzwischen , dass sich die Union die Option offen halten sollte, so hat man z.B die letzte Wahl gewonnen, aber es schlägt sich nicht in der Regierungsarbeit nieder, die SPD bestimmt zum großen Teil wo es lang geht weil sich die Union mit der Brandmauer selbst an eine Richtung kettet. Dazu das Signal,dass wer Union wählt trotzdem immer SPD oder Grüne bekommt während es eine Möglichkeit für eine rechtskonservative Mehrheit gibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 31.Juli 2025, 08:38:17
Die Demokratie ist aber auf einem gefährlichen Weg, der Untergang keine Utopie mehr.
Ja, das ist sie, nur die Gründe werden weiterhin ausgeblendet.

Zitat
Wer eine Partei wählt, bei der nachweislich Rechtsextremisten die Geschicke der Partei mit leiten, unterstützt auch diese Rechtsextremisten.
Gleiches gilt für Linksextremisten, aber die hofiert man, die sind salonfähig. Ja, ich weiß, die Nazis waren in Deutschland schlimmer als die Kommis, weltweit aber nicht, beide Ideologien sind der letzte Dreck.

Zitat
Das hätte ich vor ein paar Jahren unterschrieben, jetzt traue ich das vor allem CDU/CSU durchaus zu, zuerst auf Landes-, dann auch auf Bundesebene.
Glaube ich erst, wenn ich es sehe. Eine SED 2.0 zusammen mit SPD, Grünen und Linkspartei halte ich da für deutlich realistischer, wenn die Union weiter Richtung <20% geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 31.Juli 2025, 08:45:01
Man hat ja auch bei der letzten Wahl gesehen wieviel die Parteien auf Demokratie geben, von Merz wird einem da ins Gesicht gelogen und aus Machtgier dann gegen den Willen der Bevölkerung die Verfassung geändert. "Unsere Demokratie"steht nicht dafür dem Wählerwillen zu folgen sondern dafür den Status quo nicht zu verändern. Da wird mehr mit Klüngel im Hinterzimmer entschieden als in Demokratischen Prozessen. Neulich gab es ja auch die Situation, das die Unions Abgeordneten keine Lust hatten eine Verfassungsrichterin zu wählen, da wird die Wahl dann erstmal verschoben bis man genug Versprechen gemacht und gedreht hat um das Ganze doch wie von oben verordnet durchzuziehen.

Ja, das ist auch so eine Sache, von der viele Menschen die Nase voll haben, das merkt man in Gesprächen immer wieder. Ich bin mal gespannt, ob Frau Brosius-Gersdorf wirklich ans BVErfG gewählt wird, falls ja, wird das die Union wieder Zustimmung kosten und die AfD stärken.

Der Karren steckt so tief im Schlamm, mir fällt auch nicht ein, wie man den wieder flottkriegen will. Und die Wirtschaft schrumpft weiter... Langsam braut sich der "perfekte Sturm" zusammen und unsere Politiker steuern sehendes Auges mitten rein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 31.Juli 2025, 22:04:46
Wir sollten generell als Staat weniger ausgeben statt mehr. Das ist ja das Problem dass wir haben : Alles soll der Staat machen und der ist im Normalfall wenig effizient und bürgerfreundlich. Und besonders das was du ansprichst mit den vielen kleinen Gruppen die vom Staat unterstützt werden. Ist wohl trotzdem nicht die Mehrheit, die bezahlt den Spaß nur. Jedes Mal wenn ich den Sozialstaat gebraucht habe, wurde ich enttäuscht, aber die Hand wurde trotzdem immer aufgehalten wegen "wir müssen die Armen unterstützen". 

Du bringst selber den Sozialstaat ein. Ich weiß, dass in deiner Kritik nur NGOs meinst, deren vermeintliche politische Ausrichtung dir nicht gefällt. Aber der Staat finanziert auch fast jedes Freibad, fast jeden Sportverein, fast jeden Nahverkehr, fast jede Bibliothek, jedes Kind und jede Rente mit. Ich bin mir sehr sicher, dass die Mehrheit der Bevölkerung vom Staat Geld bekommt oder unmittelbar von den Zahlungen des Staates profitiert.
Pauschal zu sagen, der Staat soll kein (oder auch abgeschwächter, weniger) Geld ausgeben ist für mich viel zu kurz gegriffen.
Du machst es dir sehr einfach zu entscheiden wer kein Geld mehr erhalten sollte. Ich nicht. Ich sehe den Willen des Staates in der Bevölkerung politische Bildung für friedliches und respektvolles Zusammenleben zu fördern und gegen gruppenbezogene Menschenfeidnlichkeit und Demokratiefeindlichkeit vorzugehen für genau so wichtig, wie zu ermöglichen mit Sport und Bewegung den sozialen Zusammehalt zu stärken und die Gesundheit zu fördern (Beispiel Sportvereine). Das sind beides legitime demokratische Ziele.

Entweder dein Argument lautet, dass die Projekte die im Rahmen von Demokratie leben gefördert werden, ihr Ziel nicht erreichen oder du bist der Meinung, dass das Ziel nicht wichtig ist. Aber nur, weil die NGOs vermeintlich links und eine Minderheit sind, ist für mich kein Argument. Der Bauernverband ist wohl eher konservativ und die Landwirte eine Minderheit und da ist dein Argument ja auch nicht, dass er der kein Geld mehr bekommen sollte, weil er konservativ ist und für eine Minderheit steht sondern du hast vielfältige Gründe und Meinung.


Du vergisst einen wichtigen Punkt : Die Macht haben die, welche über die Föderung entscheiden. Das heißt im Klartext :"Die Omas für Freiheit und Liberalität" wird es niemals geben. Vor allem wie willst du "Demokratie leben" entscheiden? Ich bin ja liberal und selbst wenn man die Äußerungen über die FDP sieht, dann stehen wir ja scheinbar auch außerhalb der demokratischen Mitte für Teile der "Progressiven" wie auch die cdU. Das meine ich auch mit der Minderheit, die nur unterstützt wird. Es wird doch immer von Vielfalt gesprochen : Dann fördert halt die Vielfalt aller (demokratischen) Meinungen. Da gehören dann aber auch "bürgerliche" und "liberale" Stimmen dazu. Die werden bei den NGO aber bisher kaum gefördert.

Deswegen bringt es meiner Meinung nach nichts die ganze Zeit auf dem Spektrum herum zu reiten. Das ist eine völlig übertriebene Simplifizierung unserer Parteiensystems und der Parteien selbst. Da wird die CDU wahlweise und je nach Betrachtungswinkel plötzlich links oder rechts verortet und jeder Partei wird auf einen einzelnen Punkt im Spektrum verortet und eingebrannt. Dabei wird vergessen anzuerkennen, dass es sogar innerhalb einer Partei erhebliche Unterschiede in der Ausrichtung einzelner Politiker und verschiedener Flügel geben kann.

Meiner Meinung nach wird durch Demokratie Leben grundsätzliche Werte der Demokratie verfolgt und die im Sinne jeder Partei und jedes Wähler sein können, ohne sich in irgendwelche rechts links Spektren zu bewegen: Politische Teilhabe und Pluralismus, Ablehnung von Extremismus, Förderung von ziviligesellschaftlicher Projekte, Schutz von Minderheiten, Stärkung der Menschenrechte.
Steht das liberalen Ideen und Werten entgegen?

Du sagst, dass es einen blinden Fleck bei den Förderungen gibt. Was fehlt dir den an Vielfalt und demokratischen Meinungen, die in Deutschland zu wenig gefördert werden? Bzw, was konkret würdest du dir wünschen, was mehr gefördert und unterstützt werden sollte? Sagen wir es gäbe ein Projekt wie Demokratie Leben, nennen wir es Freie Demokratie. Welche Organisationen oder welche Ideen und Werte sollte dieses Projekt unterstützen und fördern, damit du sagst, dass die liberalen (oder auch andere) Strömungen angemessen gefördert werden und Vielfalt von demokratischen Meinungen hergestellt wurde.


Ich sage grundsätzlich, dass auch die "Omas für Freiheit" oder "Opas für Liberalität" nicht gefördert werden sollten, obwohl sie meine politische Ausrichtung teilen. Gleichwohl würde ich als Privatperson sie unterstützen wollen. Aber das entscheide dann ich, weil es mir wichtig wäre. Genauso könntest du die "Omas gegen Rechts" oder die "Opas gegen die FDP" unterstützen privat. Damit wären das auch wiederNGOs, das "N" steht für "Non". Genauso würde es dem Bauernverband sicher dazu bewegen, sich wieder in Richtung der Kleinbauern zu bewegen, wenn er nicht mehr staatlich unterstützt wird und somit wieder die finanzielle Unterstützung der vielen Kleinbauern bräuchte. Es würde meiner Meinung nach die Verankerung der "NGO" in der Gesellschaft verstärken und zu mehr Vielfalt führen. Für die Demokratie und die Mitwirkung aller Bürger ist das für mich der bessere Weg, weil dadurch viele Menschen sich eher einbringen würden, wenn sie nicht mit staatlich gepäppelten NGOs konkurrieren müssten.


Übrigens ist es die Kernaufgabe des Staates, Kitas, Freibäder etc. zu finanzieren. Dafür zahlen wir ja Steuern. Wofür wir nicht Steuern zahlen sind 8,5 Mrd. für die Ukraine, während hier Krankenhäuser schließen oder privatisiert werden und weniger bekommen. Man kann das natürlich geostrategisch und moralisch rechtfertigen, das ist mir bewusst. Die Rente ist übrigens kein Geschenk des Staates, dafür zahlt man ja auch in die Rentenversicherung ein. Da jetzt den Staat für zu feiern, dass er Renten auszahlt für die er nicht geringe Einnahmen bekommt ist schon ein wenig seltsam. Übrigens der Kernbereich der Rentenversicherung hat 1,1 Mrd. Überschuss im Jahr 2024 erzielt. Warum wir trotzdem immer größere Löcher haben : Versicherungsfremde Leistungen, die nicht durch Beitragszeiten gedeckt sind. Bestes Beispiel : Mütterrente, Grundsicherung im Alter oder auch Rente mit 63 ohne Abzüge.


https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2025/07/2025-07-30-regierungsentwurf-bundeshaushalt-2026.html (https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2025/07/2025-07-30-regierungsentwurf-bundeshaushalt-2026.html)
Übrigens plant der Bund für 2025 mit Steuereinnahmen von 386,8 Mrd. Euro eine Ausgabenorgie von 503,0 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich dann 116,2 Mrd. Euro neue Kredite (auch wenn man das Sondervermögen nennt). 2026 soll das dann auch noch weiter ansteigen.


https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2025/01/Bilder/b01-abb2-steuerfinanzierungsquote.jpg?__blob=square&v=2 (https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2025/01/Bilder/b01-abb2-steuerfinanzierungsquote.jpg?__blob=square&v=2)
Das ist die Steuerfinanzierungsquote von 1954 bis 2024. Man sieht den beispiellosen Absturz seit 2021 (Corona) und die Pläne der Regierung schicken uns wieder dahin zurück wo wir 2021 standen. Geplante Sparmaßnahmen haben weder Klingbeil noch Merz anklingen lassen. Wohl aber hat sich Klingbeil schon eine Hintertür für weitere Steuererhöhungen aufgemacht, trotz der zweithöchsten Steuern- und Abgabenquote der Welt hinter Belgien.


Ich meine für die Staatsschulden haften wir alle. Schon vorher hat der Staat für jeden Bürger 30000 € Schulden aufgenommen. Und jetzt sollen nochmal 10000 € für jeden Bürger hinzukommen. Das heißt ich habe 40000 € Schulden (anteilig), obwohl ich das eigentlich gar nicht will. Der Kredit wird mir (noch zinsgünstig) einfach aufgezwungen, ohne dass ich dagegen etwas tun kann. Aber bezahlen muss ich dafür... 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 01.August 2025, 09:32:20
Ich sage grundsätzlich, dass auch die "Omas für Freiheit" oder "Opas für Liberalität" nicht gefördert werden sollten, obwohl sie meine politische Ausrichtung teilen. Gleichwohl würde ich als Privatperson sie unterstützen wollen. Aber das entscheide dann ich, weil es mir wichtig wäre. Genauso könntest du die "Omas gegen Rechts" oder die "Opas gegen die FDP" unterstützen privat. Damit wären das auch wiederNGOs, das "N" steht für "Non". Genauso würde es dem Bauernverband sicher dazu bewegen, sich wieder in Richtung der Kleinbauern zu bewegen, wenn er nicht mehr staatlich unterstützt wird und somit wieder die finanzielle Unterstützung der vielen Kleinbauern bräuchte. Es würde meiner Meinung nach die Verankerung der "NGO" in der Gesellschaft verstärken und zu mehr Vielfalt führen. Für die Demokratie und die Mitwirkung aller Bürger ist das für mich der bessere Weg, weil dadurch viele Menschen sich eher einbringen würden, wenn sie nicht mit staatlich gepäppelten NGOs konkurrieren müssten.

Das ist ein guter Ansatz. Ich bin trotzdem noch der Meinung, dass es okay ist, dass die Zivilgesellschaft Aufgaben des Staates gegen Finanzierung übernehmen kann und das N deswegen nicht automatisch in Gefahr gerät. Aber näher werden wir beide uns da nicht mehr kommen, schätze ich.

Übrigens ist es die Kernaufgabe des Staates, Kitas, Freibäder etc. zu finanzieren.
Für mich ist es auch eine Kernaufgabe politische Bildung zu betreiben. Bist du da anderer Meinung?

Da jetzt den Staat für zu feiern,

Ich feiere nicht. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst.


https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2025/07/2025-07-30-regierungsentwurf-bundeshaushalt-2026.html (https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2025/07/2025-07-30-regierungsentwurf-bundeshaushalt-2026.html)
Übrigens plant der Bund für 2025 mit Steuereinnahmen von 386,8 Mrd. Euro eine Ausgabenorgie von 503,0 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich dann 116,2 Mrd. Euro neue Kredite (auch wenn man das Sondervermögen nennt). 2026 soll das dann auch noch weiter ansteigen.


https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2025/01/Bilder/b01-abb2-steuerfinanzierungsquote.jpg?__blob=square&v=2 (https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2025/01/Bilder/b01-abb2-steuerfinanzierungsquote.jpg?__blob=square&v=2)
Das ist die Steuerfinanzierungsquote von 1954 bis 2024. Man sieht den beispiellosen Absturz seit 2021 (Corona) und die Pläne der Regierung schicken uns wieder dahin zurück wo wir 2021 standen. Geplante Sparmaßnahmen haben weder Klingbeil noch Merz anklingen lassen. Wohl aber hat sich Klingbeil schon eine Hintertür für weitere Steuererhöhungen aufgemacht, trotz der zweithöchsten Steuern- und Abgabenquote der Welt hinter Belgien.


Ich meine für die Staatsschulden haften wir alle. Schon vorher hat der Staat für jeden Bürger 30000 € Schulden aufgenommen. Und jetzt sollen nochmal 10000 € für jeden Bürger hinzukommen. Das heißt ich habe 40000 € Schulden (anteilig), obwohl ich das eigentlich gar nicht will. Der Kredit wird mir (noch zinsgünstig) einfach aufgezwungen, ohne dass ich dagegen etwas tun kann. Aber bezahlen muss ich dafür...

Der Staat wird ab dem Haushalt 2027 gewaltig sparen müssen. Ich habe gestern von einem Defizit von 30 Milliarden gehört. Ich halte die Finanzierung politischer Bildung trotzdem für wichtig. Das heißt nicht, das man das nicht vielleicht weniger machen kann, wenn man sowieso auf dem Kurs wäre, dass man vieles etwas weniger macht. Aber das war bisher auch nicht das Argument.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 12.September 2025, 13:05:59
Um es nicht im RIP-Thread zu schreiben: ja! Natürlich ist der Tod eines jungen Mannes, Vaters, Ehepartner furchtbar. Er muss betrauert werden. Sowas darf einfach nicht passieren!

Die politische Komponente dazu, die ausdrücklich, nicht das persönliche Schicksal thematisieren darf, ist aber, dass just dieser Mensch im April 2023 folgendes sagte: "I think it's worth it. I think it's worth to have a cost of, unfortunately, some gun deaths every single year so that we can have the Second Amendment to protect our other God-given rights.". Und dann, viel schlimmer noch, ist der politische Umgang mit seinem Tod: Ehrengarde durch den Vizepräsidenten, weitreichende Trauerbekundungen. Als in Minnesota im Juni dieses Jahres eine Politikerin und ihr Ehepartner erschossen worden waren, ging der Präsident golfen statt zur Trauerfeier.

Wie mich die aktuelle politische Bühne ankotzt. Diese Mannosphäre, dieser Rechtsextremismus, diese Abkehr von wirklich jeder Tugend, jedem zwischenmenschlichen Wert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.September 2025, 16:56:49
Die politische Komponente dazu, die ausdrücklich, nicht das persönliche Schicksal thematisieren darf, ist aber, dass just dieser Mensch im April 2023 folgendes sagte: "I think it's worth it. I think it's worth to have a cost of, unfortunately, some gun deaths every single year so that we can have the Second Amendment to protect our other God-given rights."
Bitte auch den Kontext geben:
"We must be real. We must be honest with the population. Having an armed citizenry comes with a price. That is part of liberty. You will never live in a society when you have an armed citizenry and you won’t have a single gun death. That is nonsense. It’s drivel. But I think it’s worth it. I think it’s worth the cost of, unfortunately, some gun deaths every single year so that we can have the second amendment to protect our other God given rights. That is a prudent deal. It is rational."

Dabei ging es aber um legale Waffen, die meisten Morde werden mit illegalen Waffen verübt. Der Schütze ist ja anscheinend gefasst, die Wahrscheinlichkeit, dass das nicht seine legale Waffe war, ist hoch. Es sei denn, er war auf einer Art Selbstmordtrip und wollte erwischt werden.

Zitat
...diese Abkehr von wirklich jeder Tugend, jedem zwischenmenschlichen Wert.
Meinst du jetzt die geschmacklosen, hasserfüllten Freu-Videos aus der linken Szene, die sie auf tiktok, twitter und youtube in die Welt erbrechen?

Zitat
Als in Minnesota im Juni dieses Jahres eine Politikerin und ihr Ehepartner erschossen worden waren...
Ich habe das ehrlicherweise überhaupt nicht mitbekommen, hier war es auch kein Thema. Jeder Mord ist einer zu viel und politische Morde sind zusätzlich abscheulich, weil sie sich gegen unsere Werte richte, die das Fundament der FDGO bilden. Im Fall der Politikerin wird das passive Wahlrecht angegriffen, im Fall von Kirk die Meinungsfreiheit.

Dass Trump Trumpsachen macht, darüber brauchen wir gar nicht erst zu reden, der Mann ist eine gefährliche Zumutung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.September 2025, 18:00:05
Zitat
...diese Abkehr von wirklich jeder Tugend, jedem zwischenmenschlichen Wert.
Meinst du jetzt die geschmacklosen, hasserfüllten Freu-Videos aus der linken Szene, die sie auf tiktok, twitter und youtube in die Welt erbrechen?

Beides.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 12.September 2025, 22:28:27
Um es nicht im RIP-Thread zu schreiben: ja! Natürlich ist der Tod eines jungen Mannes, Vaters, Ehepartner furchtbar. Er muss betrauert werden. Sowas darf einfach nicht passieren!

Die politische Komponente dazu, die ausdrücklich, nicht das persönliche Schicksal thematisieren darf, ist aber, dass just dieser Mensch im April 2023 folgendes sagte: "I think it's worth it. I think it's worth to have a cost of, unfortunately, some gun deaths every single year so that we can have the Second Amendment to protect our other God-given rights.". Und dann, viel schlimmer noch, ist der politische Umgang mit seinem Tod: Ehrengarde durch den Vizepräsidenten, weitreichende Trauerbekundungen. Als in Minnesota im Juni dieses Jahres eine Politikerin und ihr Ehepartner erschossen worden waren, ging der Präsident golfen statt zur Trauerfeier.

Wie mich die aktuelle politische Bühne ankotzt. Diese Mannosphäre, dieser Rechtsextremismus, diese Abkehr von wirklich jeder Tugend, jedem zwischenmenschlichen Wert.


Ich kenne seine Inhalte nicht sondern nur das was in den Medien jetzt geschrieben steht. Und ob wie Elmar Theveßen behauptet, er die Steinigung von Homosexuellen befürwortet kann ich nicht sagen, bezweifeln tue ich es jedenfalls.
Was ich gehört habe und welches Video mir in die Timeline gespült wurde, war das von diesem Mord an Charlie Kirk. Der Mord in Minnesota ging medial komplett unter, aber auch da gilt das gleiche wie für Charlie Kirk.
Was ich tun werde, ist mich mal mit den Inhalten von Charlie Kirk auseinandersetzen, um einschätzen zu können, ob er wirklich das Monster war, wie es manche darstellen. Und zu El Hotzo fehlen mir nur noch die Worte.
Von welchen Freu-Videos redet ihr? Ich kenne nur El Hotzos Reaktion auf den Tod. Ihr wollt mir doch nicht allen ernstes erzählen, dass Leute Videos hochladen, wo sie den Mord feiern und dann noch nicht gesperrt wurden (oder das Video gelöscht wurde)?


Was mich gerade irritiert ist, dass manche berichten, dass der Attentäter gefasst wurde, andere nur, dass ein Verdächtiger festgenommen wurde. Also meiner Meinung nach ist er ein Verdächtiger und solange man es ihm nicht beweisen kann und/oder kein Geständnis vorliegt, ist dieser Mann erstmal nur ein Verdächtiger und kein Attentäter.




Für alle aus NRW : Denkt an Sonntag an die Kommunalwahl und geht wählen (egal welcher Richtung und Partei ihr angehört). Ihr bestimmt die Politik vor Ort mit und könnt euch so einbringen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.September 2025, 23:38:30

Ich kenne seine Inhalte nicht sondern nur das was in den Medien jetzt geschrieben steht. Und ob wie Elmar Theveßen behauptet, er die Steinigung von Homosexuellen befürwortet kann ich nicht sagen, bezweifeln tue ich es jedenfalls.
Was ich gehört habe und welches Video mir in die Timeline gespült wurde, war das von diesem Mord an Charlie Kirk. Der Mord in Minnesota ging medial komplett unter, aber auch da gilt das gleiche wie für Charlie Kirk.
Was ich tun werde, ist mich mal mit den Inhalten von Charlie Kirk auseinandersetzen, um einschätzen zu können, ob er wirklich das Monster war, wie es manche darstellen. Und zu El Hotzo fehlen mir nur noch die Worte.



Ich habe immer mal wieder was von ihm gesehen. Zu Gute halten kann man ihm, dass er sich zur Diskussion gestellt hat. Der hat sich nen Stuhl genommen, auf nen Platz gesetzt und mit allen möglichen Leuten diskutiert. Das ist etwas, was ich in einer immer polarisierendern politischen Welt, in der man immer weniger zuhört und aufeinander eingeht, positiv sehe.

Inhaltlich hat er den menschlichen Anteil am Klimawandel und den darum herrschenden wissentschafltichen Konsens geleugnet und ein paar Verschwörungstheorien vertreten, wie zum Beispiel die Wahlfälschung von Trump. Das ist für mich halt Banane. Ansonsten war er rechtskonservativ in allen möglichen Themen, die man sich vorstellen kann. Extrem (wie rechtsextrem) war er meiner Meinung nach nicht und wurde auch nicht von Politexperten so eingeordnet. Er hätte auch gut ein republikanischer Politiker sein können. Aber er war meiner Meinung nach zumindest Rechtspopulist, wie es auch Trump ist.

Von welchen Freu-Videos redet ihr? Ich kenne nur El Hotzos Reaktion auf den Tod. Ihr wollt mir doch nicht allen ernstes erzählen, dass Leute Videos hochladen, wo sie den Mord feiern und dann noch nicht gesperrt wurden (oder das Video gelöscht wurde)?

Naja, das Internet halt.  :-\ Das so eine polarisierende Person Hass von den politischen Gegner bekommt überrascht nicht, oder? Auch wenn es bedauerlich ist. Es gab auch in Deutschland Gruppen die den Tod von Walter Lübcke oder den Überfall auf Ecke gefeiert und beführtwortet haben. Das findet man in beiden Spektren.

 
Was mich gerade irritiert ist, dass manche berichten, dass der Attentäter gefasst wurde, andere nur, dass ein Verdächtiger festgenommen wurde. Also meiner Meinung nach ist er ein Verdächtiger und solange man es ihm nicht beweisen kann und/oder kein Geständnis vorliegt, ist dieser Mann erstmal nur ein Verdächtiger und kein Attentäter.
Das is mediale Unschärfe. Jeder ist unschuldig, bis er vor Gericht verurteilt wurde. Aber es soll einen Verdächtigen geben, der sich dazu bekannt hat. Auch der muss vor Gericht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 13.September 2025, 00:54:31
Ich kenne seine Inhalte nicht sondern nur das was in den Medien jetzt geschrieben steht. Und ob wie Elmar Theveßen behauptet, er die Steinigung von Homosexuellen befürwortet kann ich nicht sagen, bezweifeln tue ich es jedenfalls.
Da hat Theveßen anscheinend,mal wieder, Unsinn erzählt, der Kontext zu der Aussage war da ein anderer. Ich frage mich da wirklich ob das Absicht ist oder ob der Mann wirklch so inkompetent ist und nicht kurz recherchieren kann, bevor er so eine Aussage verbreitet. Theveßen hat uns damals auch erzählt, dass Trump die Wahl verlieren wird, zu einem Zeitpunkt an dem klar war,dass er doch ganz gute Chancen hat und das Biden keine Probleme hat, nach mehreren sichtbaren Aussetzern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 13.September 2025, 10:48:55
https://www.spox.com/fussball/listen/wie-lange-will-sich-der-bvb-das-noch-anschauen-brisanter-post-von-felix-nmecha-bringt-borussia-dortmund-in-eine-bredouille/blt59e935b285237605#csae1985cd570df3e7 (https://www.spox.com/fussball/listen/wie-lange-will-sich-der-bvb-das-noch-anschauen-brisanter-post-von-felix-nmecha-bringt-borussia-dortmund-in-eine-bredouille/blt59e935b285237605#csae1985cd570df3e7)


So langsam komme ich mir ja richtig verarscht vor. Was hat der Nmecha da so schlimmes geschrieben. Er schreibt auf Instagram über seinen Glauben, was sein gutes Recht ist Und Philipp Köster schießt da komplett über das Ziel hinaus auf Instagram. Sogar der Spox-Autor schreibt ja am Ende, dass man aus dem Trauer-Post nur mit sehr viel Phantasie [oder viel Realitätsverlust] Rassismus rauslesen kann. Daher ist seine Überschrift auch extrem unglücklich gewählt (Clickbait?). Aber dass Philipp Köster sowas da raus interpretiert ist schon krass. Und dass der Weiße Philipp Köster einem dunkelhäutigen Spieler Rassismus vorwirft ist schon extrem unsensibel.


Wenn ich das mal übertrage und mal ein Szenario male, dass ein gewaltbereiter Rechtsextremer z.B. eine Heidi Reichinek erschießen würde. Dann würde ich ja auch das schreiben, ihren Tod bedauern und die Tat verurteilen. Macht mich dass dann von einem liberalen zu einem Sozialisten? Unsere wortgewandten und studierten Journalisten scheinen ja mittlerweile mit dem Verständnis der deutschen Sprache mehr Probleme zu haben als die Polizeischüler in Berlin. Und dort gibt es zumindest Deutsch-Förderunterricht, den vielleicht auch Philipp Köster besuchen sollte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.September 2025, 11:47:40
Es geht um die Hoheit über den öffentlichen Diskurs, alles was Linken nicht in den Kram passt, wird vehement angegriffen, Caroline Bosbach musste ihren Post auch löschen. Man darf eben keine Empathie zeigen, wenn ein Mordopfer vom "linken Spießer" (siehe Quelle) als "rechts" und als Trumpkumpel einsortiert wird.

Kirk wird jetzt mit aus dem Kontext gerissenen Zitate als rassistischer, rechtsextremer Buhmann geframed, dessen Ermordung und die Freude über seinen Tod damit unterschwellig gerechtfertigt wird.

Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2020-07/identitaetspolitik-linke-intoleranz-zensur-demokratie-meinungsfreiheit

Wobei das heute schon viel schlimmer ist, als das, was sich 2020 andeutete. In Deutschland bleibt es halt noch bei Anfeindungen in den (sozialen) Medien, in den USA ist man halt schon einen Schritt weiter, da werden Menschen erschossen, die mit Menschen anderer Meinung diskutieren und debattieren wollen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 13.September 2025, 12:28:24
Es geht um die Hoheit über den öffentlichen Diskurs, alles was Linken nicht in den Kram passt, wird vehement angegriffen, Caroline Bosbach musste ihren Post auch löschen. Man darf eben keine Empathie zeigen, wenn ein Mordopfer vom "linken Spießer" (siehe Quelle) als "rechts" und als Trumpkumpel einsortiert wird.

Kirk wird jetzt mit aus dem Kontext gerissenen Zitate als rassistischer, rechtsextremer Buhmann geframed, dessen Ermordung und die Freude über seinen Tod damit unterschwellig gerechtfertigt wird.

Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2020-07/identitaetspolitik-linke-intoleranz-zensur-demokratie-meinungsfreiheit (https://www.zeit.de/kultur/2020-07/identitaetspolitik-linke-intoleranz-zensur-demokratie-meinungsfreiheit)

Wobei das heute schon viel schlimmer ist, als das, was sich 2020 andeutete. In Deutschland bleibt es halt noch bei Anfeindungen in den (sozialen) Medien, in den USA ist man halt schon einen Schritt weiter, da werden Menschen erschossen, die mit Menschen anderer Meinung diskutieren und debattieren wollen.


Auch in Deutschland werden seit jeher Menschen politisch motiviert ermordet. Da deutet sich nichts an. Verstärkt es sich? Schwer zu sagen. Jetzt aber wieder ein Fass gegen "Linke" wegen unangebrachter, hämischer Kommentare aufzumachen, ist allerdings auch übertrieben. Denn eines ist klar durch offizielle Statistiken bewiesen: Tödliche Gewalt geht fast ausschließlich vom rechten Spektrum aus. Alleine zwischen 2001 und 2023 zählte das BKA 53 politisch rechts motivierte Morde, von links ganze 3. Immer noch drei zu viel. ([size=78%]https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/todesopfer-rechte-linke-gewalt-faktencheck-100.html (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/todesopfer-rechte-linke-gewalt-faktencheck-100.html)[/size])
Im übrigen berichten amerikanische Medien, dass auch der vermeintliche Mörder eher dem rechten bzw. radikal-christlichen Spektrum zuzuordnen ist, während Trump ja sofort von einem "far left" Attentat schrieb. ([size=78%]https://www.bbc.com/news/articles/cp8wl2y66p9o (https://www.bbc.com/news/articles/cp8wl2y66p9o)[/size])


@TNDO: Nmecha ist ja jetzt auch nicht das erste Mal durch fragwürdige bzw. veraltete moralische Vorstellungen aufgefallen. Gerade radikale christliche Vorstellungen sind von ihm ja bekannt. Ablehnung von transsexuellen und nicht heterosexuellen Personen ([size=78%]https://schwatzgelb.de/artikel/2023/eua-senf/das-nmecha-bvb-dilemma-intoleranz-tolerieren (https://schwatzgelb.de/artikel/2023/eua-senf/das-nmecha-bvb-dilemma-intoleranz-tolerieren)[/size])[size=78%]. [/size]Und das ist halt auch gefährlich, da er auf den Social-Media-Kanälen doch Einfluss auf viele Jugendliche nimmt und diese tradierten Gedanken wieder in Umlauf bringt. Bei der ganzen Debatte um Islamismus und radikale Moslems geht zu oft unter, dass besonders auch fundamentale Katholiken in vielen Teilen dieser Erde ein sehr fragwürdiges Menschen- und Frauenbild propagieren. Genau dieses Bild hat auch Kirk transportiert, besonders beim Thema der Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft. Man muss nicht seinen Tod groß feiern, aber er war auch niemand, der öffentlichkeitswirksam groß betrauert werden muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: King-of-Chicago am 13.September 2025, 12:53:00
Ich kenne seine Inhalte nicht sondern nur das was in den Medien jetzt geschrieben steht. Und ob wie Elmar Theveßen behauptet, er die Steinigung von Homosexuellen befürwortet kann ich nicht sagen, bezweifeln tue ich es jedenfalls.

Das ist auch nicht wahr. Gerne mal auf YouTube folgendes Interview vom Focus über Kirk anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=-Xr1JqawjL8

Aber was erwartet man von Theveßen und Hayali? 18,36 Euro jeden Monat für diese Qualitätsjournalisten...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.September 2025, 14:22:51
Ich hab jetzt beides angesehen. Theveßen bei Lanz und das von Focus. Ich kenne aber auch die originale Argumente von Kirk. Crazy, was Theveßen da raus haut.

Mittlerweile hat er sich dafür entschuldigt und bedauert es so dargestellt zu haben. Aber der Schaden in einer von Millionen Menschen gesehenen Sendung ist bereits angerichtet. Die Entschuldigung wird kaum mehr gelesen... Das darf jetzt die Bildzeitung groß rausbringen. Da wurde dem Journalismus mal wieder ein Bärendienst erwiesen. Und in den jeweiligen Echokamern rumort es...

Alle journalistischen Sendungen sollten am Anfang ihrer Sendung 5-10 Minuten Einordnung und Korrektur zur letzten Sendung machen. Es gibt zig Podcasts die das offen und transparent hinbekommen. Bergrüßung, Feedback zur letzten Sendung, eventuelle Klar- und Richtigstellungen. Noch besser wäre das Life in der Sendung zu machen. Die haben doch alle Knöpfe im Ohr... Das das private kleine Podcasts und Youtube Formate besser hinbekommen als Medienanstalten ist echt bedauerlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 14.September 2025, 11:07:11
Die Vorwürfe gegen Kirk, er sei ein Rassist oder Homophobiker gewesen, sind – je nach Auslegung seiner Aussagen – nicht eindeutig belegt, werden aber durch bestimmte Zitate von ihm gestützt. Während seine Anhänger und konservative Medien die Vorwürfe für aus dem Kontext gerissen oder politisch motiviert halten, sehen Kritiker in Kirks Positionen tatsächlich Beispiele für homophobe, transfeindliche und teilweise rassistische Einstellungen.

Ich kenne seine Inhalte nicht sondern nur das was in den Medien jetzt geschrieben steht. Und ob wie Elmar Theveßen behauptet, er die Steinigung von Homosexuellen befürwortet kann ich nicht sagen, bezweifeln tue ich es jedenfalls.
Aber was erwartet man von Theveßen und Hayali? 18,36 Euro jeden Monat für diese Qualitätsjournalisten...

Hättest Du lieber Journalismus, der von Privatunternehmen finanziert wird?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.September 2025, 11:31:49
Hättest Du lieber Journalismus, der von Privatunternehmen finanziert wird?

Ich hätte sehr gerne wieder einen ÖRR, der dem RStV nachkommt, daran fehlt es nämlich manchmal:

Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien
(Rundfunkstaatsvertrag - RStV)

Die in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der
Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstal-
ten, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), das Deutschlandradio und alle
Veranstalter bundesweit verbreiteter Rundfunkprogramme haben in ihren
Angeboten die Würde des Menschen zu achten und zu schützen; die sittlichen und
religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten. Die Angebote sollen dazu
beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor
Glauben und Meinungen anderer zu stärken.
[..]
Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalisti-
schen Grundsätzen, auch beim Einsatz virtueller Elemente, zu entsprechen. Sie
müssen unabhängig und sachlich sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der
nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen.
Kommentare sind von der Berichterstattung deutlich zu trennen und unter Nennung
des Verfassers als solche zu kennzeichnen.
[..]
Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und
Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller
und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozia-
len und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Die öffentlich-
rechtlichen Rundfunkanstalten haben in ihren Angeboten einen umfassenden
Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen
in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sie sollen hierdurch die
internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen
Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern.
[..]
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags
die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Mei-
nungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

https://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/user_upload/Rechtsgrundlagen/Gesetze_Staatsvertraege/RStV_22_nichtamtliche_Fassung_medienanstalten_final_web.pdf

Zusätzlich müssten der Wildwuchs der Programme, besonders die unzähligen Kanäle auf Social Media, eingedämmt, die Verschwendungssucht (millionenschwere Produktionsaufträge für die Unternehmen der Moderatoren) und Selbstbedienungsmentalität (insbesondere in Sachen Altersversorgung) beendet werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2025, 11:35:03
Die Vorwürfe gegen Kirk, er sei ein Rassist oder Homophobiker gewesen, sind – je nach Auslegung seiner Aussagen – nicht eindeutig belegt, werden aber durch bestimmte Zitate von ihm gestützt. Während seine Anhänger und konservative Medien die Vorwürfe für aus dem Kontext gerissen oder politisch motiviert halten, sehen Kritiker in Kirks Positionen tatsächlich Beispiele für homophobe, transfeindliche und teilweise rassistische Einstellungen.

Naja, Kritiker und Beführworter haben natürlich ihre jeweilige Meinung. Aber wir reden hier vom Leiter des ZDF-Studios in Washington der in einer ZDF Sendung als solcher anmoderiert wird. Das ist kein Experte. Von dem erwarte ich schon irgendwie eine neutralere und vor allem fundiertere Aussage.

Das er zurück rudern musste und es bedauert ist Beweis genug, dass er sich verrant hat.

Ansonsten ist es eben ein Spannungsfeld wo zum Beispiel Homophobie anfängt. Nehmen wir als Beispiel ein Politiker, der das traditionelle Familienbild gut findet und in dem Rahmen die Ehe für alle ablehnt, Vorbehalte im Adoptionsrecht hat und Widerstand gegen die Lehre von sexueller Vielfalt in Schulen zeigt. Das alles mit zum Teil religiös-konservativen Argumenten.
Die findet man in der CDU, auch wenn diese Strömung schwächer wird. Bis vor nicht mal 10 Jahren hat die ganze CDU um so Themen sogar noch heftig gerungen. Wäre so ein Politiker homophob? Und ab wann ist er dann rechtsextrem? Wäre spannend was Theveßen dazu sagt.  ::)

Es hilft nichts wenn, wie hier, sehr überzogen die Extremistenkeule geschwungen wird. Nicht mal, dass es vielleicht nicht stimmen könnte. Aber die Begründung ist Murks und die muss doch gegeben sein, wenn man so über jemanden redet. Theveßen hat keine gut begründete Meinung sondern zitiert verkürzte und aus dem Kontext gerissene Passagen und ordnet sie komplett falsch ein. Schöne Expertenmeinung... Die eigentliche Kritik, die man sehr wohl an Kirk haben kann, verpufft dadurch komplett.
Ich bin der Meinung das eine Anschuldigung, wie das ein Mensch rechtsextreme, homophobe oder rassistsiche Einstellungen teilt gut begründet sein muss. Sonst verkommen diese Begriffe zu kraftlosen Labeln die Menschen einfach nur abstempeln sollen, ohne sich mit ihnen auseinander zu setzen. Es steigert jedes Problem auf das Maximum und die Nuancen und Einordnung geht verloren. Populistischer Klimaleugner und Verschwörungstheoretiker ist eben was anderes als ein Rassist. Aber das eine ist Falle Kirk super einfach zu belegen und beim anderen hat Theveßen ins Klo gegriffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 14.September 2025, 12:21:30
Was mich aber ja eigentlich gestört hat, ist die Bigotterie: Politische Mordopfer aus der "Gegenbewegung", so will ich sie mal nennen, werden ignoriert und damit billigend zur Kenntnis genommen. Politische Mordopfer aus dem eigenen Wertespektrum werden mit allen Ehren betrauert. Auf diese Weise wird der Spaltung der Gesellschaft Vorschub geleistet. Der Diskurs wird getötet. Dem seit jeher ungern selbst denkenden Teil der Gesellschaft werden gemütliche Positionen präsentiert, natürlich allesamt erlogen oder extrem überspitzt, um eine Wir-gegen-die-Mentalität zu schaffen. Natürlich geht das beiden Seiten aus. Inzwischen stehe ich der Woke-Bewegung insofern kritisch gegenüber, als dass mit aller Macht in kürzester Zeit versucht wurde, doch gefälligst Nachsicht zu schaffen bei Leuten, die das nun mal einfach nicht wollen. Moralisch und humanistisch ist es nicht richtig, anderen menschen vorzuschreiben, wie sie zu lieben haben. Aber diesen Standpunkt bekommt man nicht über Nacht in andersdenkende Köpfe. Und insofern hat dieses Overpacing die Gräben sicher nur vertieft. Den Populisten konnte das nur Recht sein, denn die agieren auf Basis von Hasse und Gegenposition, niemals auf Basis von Lösungsorientierung und Empathie. Ich sehe nicht, wie sich diese Bewegung in den kommenden Jahren um kehren könnte.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2025, 13:00:42
Mit deinem ersten Satz kritisierst du vor allem Trump. Dazu hat Rossi schon alles gesagt. Ich lasse es hier nochmal stehen: "Dass Trump Trumpsachen macht, darüber brauchen wir gar nicht erst zu reden, der Mann ist eine gefährliche Zumutung."


Ich sehe nicht, dass der Diskurs getötet wird. DAS ist der Diskurs. Du sprichst es an. "Gegenbewegung" und "ungern selbst denknende Teil der Gesellschaft". Das ist alles nichtssagend. Das sagt die andere Seite auch.
Die Querdenker sind im Zeichen von Toleranz und Nächstenliebe auf die Straße gegangen. Andere Teile der Bevölkerung haben aus Toleranz und Nächstenliebe die Maske aufgesetzt und die Großelten nicht mehr besucht. Die arme Toleranz  und Nächstenliebe mussten ganz schön flexibel sein. Die Symbole auf den Fahnen sind die selben und an die Substanz wird nicht vorgedrungen.

Keiner will vorschreiben, wie man zu lieben hat. Es geht nur darum, dass andere ohne Nachteile lieben dürfen wie sie wollen und es einem egal sein sollte.  ;)

Das einzige was in meinen Augen völlig verrant ist, ist das Gendern. Das ist auf einem Level mit dem Tempolimit und der Currywurst in der Kantine. Hier wird wohl die tiefe innere Persönlichkeit angegriffen. Ein Kulturkampf. Wenn man in allen drei politischen Bereichen die Energie in etwas anderes gelenkt hätte anstatt in diesen Themen gegen so eine harte Front anzukämpfen hätte man viel erreichen können.


War so ein Backlash den absehbar? Verliere ich das Ringen um die politischen Überzeugungen deswegen, weil ich Gegenwind bekomme oder opfere ich sie, weil ich Gegenwind erwarte und deswegen lieber gar nicht anfange? Und gilt das dann nicht für ganz viele Ideen, die sich dem Populismus gegenüber sehen? Du kannst das gleiche zum Klimawandel und der Migrationspolitik sagen. Damit haben wir die drei Themenfelder zusammen, auf deren Feld die AFD (Ich nenne die Partei jetzt mal konkret, weil es bei Stimmen gegen LGBQT+ eh um diese Partei geht) am meisten trommelt. Hätten wir lieber mit Klimaschutz nicht angefangen und würden uns mit geschlossenen Grenzen isolieren wäre die AFD nicht da. Es wäre ein AFD-Pendant.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 14.September 2025, 14:53:27
Das sehe ich anders. Querdenker haben die Toleranz vor allem als Argument dafür benutzt, ihre Egomanie und die Expertenverachtung auszuleben. Denn was sollte es schon anderes sein, wenn ein signifikant überwiegender Teil der Wissenschaft der Maske eine Schutzwirkung zuspricht und sich ein Querdenker trotzdem nicht daran halten will (ergo den Schutz bewusst vernachlässigt) und dann Toleranz für so ein antisoziales Verhalten einfordert?

Ja, natürlich kritisiere ich hier die Geschehnisse in den USA. Aber auch die sind nur der sichtbarste Teil dessen, was aktuell der Bewegung entspricht. Gleiches dürfte an allen Stellen passieren, wo Populismus auf dem Vormarsch ist. Selbst hier findet man sofort, wenn man den Lübkemord anspricht, Reflexantworten, die den schlimmen Linksextremismus anprangern.

Zitat
Keiner will vorschreiben, wie man zu lieben hat.

Auch hier ein Widerspruch und auch hier beziehe ich mich vor allem auf die Evangelikalen aus den USA, die selbstverständlich genau das tun. Die AfD hat hier allerdings auch deutliche Anteile. Natürlich stellt sich niemand von denen hin und verbietet Homosexualität, aber dass die Partei Rechte Homosexueller beschneiden möchte, steht außer Frage. Am Ende machen die AfD-Anhänger mit ihren Aktionen natürlich ein Ausleben von homosexueller Liebe doch unmöglich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.September 2025, 15:06:45
Ich hab jetzt beides angesehen. Theveßen bei Lanz und das von Focus. Ich kenne aber auch die originale Argumente von Kirk. Crazy, was Theveßen da raus haut.

Mittlerweile hat er sich dafür entschuldigt und bedauert es so dargestellt zu haben. Aber der Schaden in einer von Millionen Menschen gesehenen Sendung ist bereits angerichtet. Die Entschuldigung wird kaum mehr gelesen... Das darf jetzt die Bildzeitung groß rausbringen. Da wurde dem Journalismus mal wieder ein Bärendienst erwiesen. Und in den jeweiligen Echokamern rumort es...

Alle journalistischen Sendungen sollten am Anfang ihrer Sendung 5-10 Minuten Einordnung und Korrektur zur letzten Sendung machen. Es gibt zig Podcasts die das offen und transparent hinbekommen. Bergrüßung, Feedback zur letzten Sendung, eventuelle Klar- und Richtigstellungen. Noch besser wäre das Life in der Sendung zu machen. Die haben doch alle Knöpfe im Ohr... Das das private kleine Podcasts und Youtube Formate besser hinbekommen als Medienanstalten ist echt bedauerlich.
Ich gehe davon aus,dass es in vielen Fällen einfach Absicht ist ein Framing einzusetzen um ein bestimmtes Bild zu erzeugen, da werden Behauptungen aufgestellt die überzogen sind oder nicht stimmen und das bleibt dann hängen,nicht nur bei Thevesen oder Außenpolitik. Theveßen muss solche Infos aber auch irgendwo her haben, vielleicht hat ihm das sogar jemand aus einer Redaktion vorher so als Stichpunkt gegeben. Es ist aber, wie gesagt, nicht das erste mal,dass er so wirkt als hätte er keine Ahnung wovon er redet.

Meinst du jetzt die geschmacklosen, hasserfüllten Freu-Videos aus der linken Szene, die sie auf tiktok, twitter und youtube in die Welt erbrechen?
Was ich teilweise an Reaktionen aus der linken und woken Szene sehe ist schon interessant, das sind ja Leute die einem sonst was von Hass und Hetze erzählen, da müssen Straßen und Schnitzel umbenannt werden und es wird gegendert um keine Gefühle zu verletzen, aber wenn jemand erschossen wird den man nicht mag ist das alles auf einmal nicht mehr so wichtig, da werden schwarzhumorige Memes rausgehauen, gefreut, relativiert usw. so als ob die aufgesetzte Persönlichkeit mal ne Woche Urlaub hat.  :D

Hättest Du lieber Journalismus, der von Privatunternehmen finanziert wird?
Die Frage stellt sich ja ncht, es gibt Journalismus der so finanziert wird, es geht ja eher darum, dass diese Privat finanzierten Medien zum Großteil ein besseres Produkt abliefern als die öffentlich rechtlichen und sich da dringend etwas verbessern muss.Die Berichterstattung ist oftmals tendenziös und alles andere als neutral und wenn ich im Beispielfall um Theveßen 5 Minuten durch Twitter scrolle und mir einen Kontext Clip anschaue bin ich besser informiert als durch seinen Beitrag,von der Allgemeinheit finanzierte Medien bringen ja nichts wenn sie keinen Mehrwert haben im Vergleich zu anderen. Ich will auch nicht sagen das alle Beiträge und Sendungen schlecht sind aber gefühlt nimmt die Qualitiät immer weiter ab.

Allgemein verbrennt der Öffentlich-rechtliche Rundfunk so viel Geld, dass man die Gebühr bestimmt locker auf 9 Euro runtersparen könnte und es wird weiter expandiert in Bereiche in die gar kein Geld fließen sollte, z.B in Videospiele, gleichzeitig wird der Kern, die Informations und Nachrichten Sparte, qualitativ immer schlechter.
https://www.deutschlandfunk.de/ard-gruendet-games-netzwerk-102.html
Da wurde beispielsweise ein VR Spiel namens Green Guardians VR entwickelt, viel Werbung gemacht und am ende hat es keiner gespielt. https://steamdb.info/app/3061520/charts/


Was mich aber ja eigentlich gestört hat, ist die Bigotterie: Politische Mordopfer aus der "Gegenbewegung", so will ich sie mal nennen, werden ignoriert und damit billigend zur Kenntnis genommen. Politische Mordopfer aus dem eigenen Wertespektrum werden mit allen Ehren betrauert. Auf diese Weise wird der Spaltung der Gesellschaft Vorschub geleistet. Der Diskurs wird getötet. Dem seit jeher ungern selbst denkenden Teil der Gesellschaft werden gemütliche Positionen präsentiert, natürlich allesamt erlogen oder extrem überspitzt, um eine Wir-gegen-die-Mentalität zu schaffen. Natürlich geht das beiden Seiten aus. Inzwischen stehe ich der Woke-Bewegung insofern kritisch gegenüber, als dass mit aller Macht in kürzester Zeit versucht wurde, doch gefälligst Nachsicht zu schaffen bei Leuten, die das nun mal einfach nicht wollen. Moralisch und humanistisch ist es nicht richtig, anderen menschen vorzuschreiben, wie sie zu lieben haben. Aber diesen Standpunkt bekommt man nicht über Nacht in andersdenkende Köpfe. Und insofern hat dieses Overpacing die Gräben sicher nur vertieft. Den Populisten konnte das nur Recht sein, denn die agieren auf Basis von Hasse und Gegenposition, niemals auf Basis von Lösungsorientierung und Empathie. Ich sehe nicht, wie sich diese Bewegung in den kommenden Jahren um kehren könnte.
Das sehe ich ähnlich, Trump ist da als Präsident ungeeignet, er benimmt sich nicht wie ein Staatsoberhaupt das alle im Blick hat sondern macht dass,was ihm und seiner Bewegung,nicht den Republikanern, sondern MAGA, hilft. Ich gehe stark davon aus, das ihn auch außerhalb seiner Person nicht viel interessiert und ihm auch der Tod von Kirk eigentlich komplett egal ist. Gestern einen Clip auf twitter gesehen in dem er danach gefragt wird wie es ihm geht und er dann einfach darüber erzählt wie die verschönerungsarbeiten am Weißen Haus laufen. https://x.com/SpencerHakimian/status/1966527816008155249  wenn man ihn in Schutz nehmen will hat er vielleicht wegen des Lärms die Frage nicht verstanden, aber sowas kommt ständig vor.  :P Wenn man sich seine Pesseevents anschaut in denen er Dekrete unterzeichnet wirkt er eher wie ein König den andere zu loben haben und nicht wie ein demokratischer Anführer eines landes.

Von einem Präsidenten würde ich da erwarten, das er versucht die Situation zu beruhigen und beide Seiten im Blick hat, da gab es ja auch Statements von einigen Politikern, z.B von Bernie Sanders oder auch dem Gouverneur von Utah die eher in eine Versöhnlichere Richtung gehen, bei Trump und co sehe ich eher, dass das ganze als Grund genommen wird weitere Verschärfungen gegen die andere Seite durchzubringen.
https://www.focus.de/politik/ausland/bernie-sanders-spricht-emotional-ueber-kirk-attentat-politische-feigheit_83510dbc-d254-4102-9146-b249dfb0990d.html
https://www.rnd.de/politik/kirk-attentat-trump-wuetet-utahs-gouverneur-redet-den-amerikanern-ins-gewissen-YKIN343TNZOULDTURF6Y2A5EGQ.html
Allgmein auch interessant, dass von MAGA jetzt ähnliche Reaktionen kommen die man vorher bei der Woke Bewegung kritisiert hat, z.B Leute bei Arbeitgebern zu verpetzen die etwas schlechtes über Kirk gesagt haben, da wird dann auch gecancelt und free speech ist auf einmal nicht mehr so wichtig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.September 2025, 15:47:26
Das sehe ich anders. Querdenker haben die Toleranz vor allem als Argument dafür benutzt, ihre Egomanie und die Expertenverachtung auszuleben. Denn was sollte es schon anderes sein, wenn ein signifikant überwiegender Teil der Wissenschaft der Maske eine Schutzwirkung zuspricht und sich ein Querdenker trotzdem nicht daran halten will (ergo den Schutz bewusst vernachlässigt) und dann Toleranz für so ein antisoziales Verhalten einfordert?

Ja, natürlich kritisiere ich hier die Geschehnisse in den USA. Aber auch die sind nur der sichtbarste Teil dessen, was aktuell der Bewegung entspricht. Gleiches dürfte an allen Stellen passieren, wo Populismus auf dem Vormarsch ist. Selbst hier findet man sofort, wenn man den Lübkemord anspricht, Reflexantworten, die den schlimmen Linksextremismus anprangern.

Zitat
Keiner will vorschreiben, wie man zu lieben hat.

Auch hier ein Widerspruch und auch hier beziehe ich mich vor allem auf die Evangelikalen aus den USA, die selbstverständlich genau das tun. Die AfD hat hier allerdings auch deutliche Anteile. Natürlich stellt sich niemand von denen hin und verbietet Homosexualität, aber dass die Partei Rechte Homosexueller beschneiden möchte, steht außer Frage. Am Ende machen die AfD-Anhänger mit ihren Aktionen natürlich ein Ausleben von homosexueller Liebe doch unmöglich.



Ich schau mir gerade mehr von Charlie Kirk an, um dieses Framing erkennen zu können und bin schockiert, wie wir teilweise belogen werden.
Homosexualität und Charlie Kirk : https://www.youtube.com/shorts/z-cSpjEKfGk (https://www.youtube.com/shorts/z-cSpjEKfGk)
Meinst du ernsthaft, dass er einem Homosexuellen da gerade verbietet, seine Liebe auszuleben? Habt ihr überhaupt ihm mal zugehört oder nur eure Propaganda im Sinn. Je mehr ich mit mit Wokeness beschäftige, umso mehr sehe ich hier einen reinen Machtapparat, der alle Andersdenkenden diskreditieren und mundtot machen will.



Und zum Maskenthema : Die Experten waren sich doch dort auch nicht einig. RKI-Chef Wieler selbst hat das doch selbst in Zweifel gezogen, wenn es z.B. um FFP2-Masken ging (im Vergleich zu einer OP-Maske). 
https://www.focus.de/corona-virus/sogar-kontraproduktiver-effekt-moeglich-ffp2-maskenpflicht-in-bayern-und-berlin-hygiene-experten-und-rki-halten-masken-fuer-ineffektiv_id_13171504.html (https://www.focus.de/corona-virus/sogar-kontraproduktiver-effekt-moeglich-ffp2-maskenpflicht-in-bayern-und-berlin-hygiene-experten-und-rki-halten-masken-fuer-ineffektiv_id_13171504.html)
Gleichzeitig wurden wir im Einzelhandel (die Kontakt mit bis zu 1000 Menschen pro Tag haben im Laden) beim Impfen ziemlich weit hinten platziert, worüber ich mich sehr aufgeregt habe.
Wo bleibt eigentlich deine Kritik an den Rauchern? Da sind sich Experten auch einige, dass dies viele Todesopfer fordert und das ist eindeutig bewiesen. Trotzdem schreit da keiner wenn jemand raucht und damit auch die Passivraucher in seiner Nähe schädigt. Und ob die risikoreduzierten Produkte (mit denen sich jetzt die Tabakfirmen reinwaschen wollen) soviel besser sind, das wage ich auch zu bezweifeln. Sind ja nach deiner Meinung dann auch Egomanen und Expertenverächter. Theoretisch müssten wir uns auch alle gegen die Grippe impfen lassen. Tun wir das? Ich stehe da in meinem Umfeld ziemlich allein da... Jeder kann sich frei dagegen entscheiden (also auch die Querdenker gegen die Maske) und hat dann aber auch mit den Konsequenzen zu leben (z.B. dass er Corona bekommt). Da gehört zur Freiheit des einzelnen.


Und nenne mir bitte Opfer aus der Gegenbewegung wo Rechte sich so geäußert haben wie es viele "Links"-Woke getan haben wie El Hotzo oder der Kommunikationschef von Heidi Reichinek (Felix Schulz). Übrigens : Walter Lübcke war von der cdU, also sicher nicht aus der linken Gegenbewegung. Ich finde an deiner Argumentation so zynisch, dass deine "Bubble" so ekelhaft über einen Mord redet und ihn relativiert, aber gleichzeitig bei den eigenen Leute maximale Rücksichtnahme fordert. Orientiert euch vielleicht einfach mal an Bernie Sanders, der hier wesentlich besser handelt als Trump und ganz klar Mitgefühl zeigt und die Wogen glätten will. Nur die "Fußsoldaten" der Woken verstehen es nicht.


Vergleicht man übrigens mal die Gewalt nach dem Tod von George Floyd, welche von Links ausging und dem, was (bisher) von Rechts kam, so sind die "Rechten" wohl die weniger militanten, was ziemlich verwirrend ist.


Zur der Sache mit den Canceln von Rechts : Verurteile ich genauso wie das Canceln von Links. Die MAGA-Bewegung will doch free speech, also warum verpetzen sie jetzt die Leute bei Arbeitgebern, die sich gegen Kirk ausgesprochen haben, damit sie gecancelt und gefeuert werden. Absolut nicht in Ordnung meiner Meinung nach und damit wäre MAGA was das angeht nicht besser als Woke.


Und zum Thema ÖRR : Für 18,36 € im Monat erwarte ich, dass neutral berichtet wird und die Fakten stimmen, was hier nicht gegeben war. Ein Privatunternehmen betreibt Meinungsmache aus Profitgier und deshalb soll der ÖRR ja genau da einen Gegenpol darstellen. Dass der ÖRR hier auf voller Linie versagt, da bin ich dann tatsächlich auf der Linie der afD, den ÖRR abzuschaffen, weil Reformen scheinbar niemals kommen werden. Man muss einfach die ganzen Parteienfreundeskreise, die im ÖRR ihre Leute unterbringen verhindern, aber das scheint nicht gewollt zu sein oder unmöglich zu sein.


Was übrigens auch untergeht : Der Antifa-Anschlag in Berlin auf das Stromnetz. Laut Berlins Innensenatorin Iris Spranger (spD) gab es ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben. Die gleiche Antifa, deren Freund und Unterstützer Klingbeil ist? Vielleicht setzt er ihre Tat nur in großem Maßstab um und Friedrich merkt es nicht...
https://www.faz.net/aktuell/politik/berlin-linksextreme-fuer-brandanschlag-verantwortlich-accg-110680766.html

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 14.September 2025, 16:08:50
Zitat
Und zum Maskenthema : Die Experten waren sich doch dort auch nicht einig. RKI-Chef Wieler selbst hat das doch selbst in Zweifel gezogen, wenn es z.B. um FFP2-Masken ging (im Vergleich zu einer OP-Maske).
https://www.focus.de/corona-virus/sogar-kontraproduktiver-effekt-moeglich-ffp2-maskenpflicht-in-bayern-und-berlin-hygiene-experten-und-rki-halten-masken-fuer-ineffektiv_id_13171504.html

Mein Argument war, dass weithin Experten den Effekt der Maske als sinnvoll und erwiesen erachten. Warum Du nun argumentierst, dass das RKI den Nutzen einer FFP2-Maske gegenüber einer OP-Maske bezweifelt, erschließt sich mir nicht. Am Ende bezweifeln sie, anders als Querdenker-Kreise, nicht den Sinn der Maske an sich.

Zitat
Gleichzeitig wurden wir im Einzelhandel (die Kontakt mit bis zu 1000 Menschen pro Tag haben im Laden) beim Impfen ziemlich weit hinten platziert, worüber ich mich sehr aufgeregt habe.

Magst Du Recht mit haben. Aber warum bringst Du das hier an? Am Ende gibt es immer Argumente Pro und Contra. Selbst ich in der Apotheke wurde weit hinten angesiedelt, und das mit staatlichem Versorgungsauftrag, der intensiv eingefordert wurde.

Zitat
Wo bleibt eigentlich deine Kritik an den Rauchern? Da sind sich Experten auch einige, dass dies viele Todesopfer fordert und das ist eindeutig bewiesen. Trotzdem schreit da keiner wenn jemand raucht und damit auch die Passivraucher in seiner Nähe schädigt. Und ob die risikoreduzierten Produkte (mit denen sich jetzt die Tabakfirmen reinwaschen wollen) soviel besser sind, das wage ich auch zu bezweifeln. Sind ja nach deiner Meinung dann auch Egomanen und Expertenverächter. Theoretisch müssten wir uns auch alle gegen die Grippe impfen lassen. Tun wir das? Ich stehe da in meinem Umfeld ziemlich allein da... Jeder kann sich frei dagegen entscheiden (also auch die Querdenker gegen die Maske) und hat dann aber auch mit den Konsequenzen zu leben (z.B. dass er Corona bekommt). Da gehört zur Freiheit des einzelnen.

Ja, das Passivrauchen schadet, ist erwiesen. Und ich stelle fest, dass weithin Rauchverbote bestehen, an die sich gehalten wird.
Die Sache mit "persönlicher Freiheit" beim Tragen der Maske ist eben nicht so lapidar. Impfung bedeutet verringerte Virusausbreitung, Impfung bedeutet verringerte Hospitalisierung und damit auch die unnötige Belegung von knappen Kapazitäten. Dieses Risiko bewusst einzugehen, ist, sorry, asozial. Wer raucht, schadet damit im Wesentlichen (aber nicht nur) sich selbst.

Zitat
Und nenne mir bitte Opfer aus der Gegenbewegung wo Rechte sich so geäußert haben wie es viele "Links"-Woke getan haben wie El Hotzo oder der Kommunikationschef von Heidi Reichinek (Felix Schulz). Übrigens : Walter Lübcke war von der cdU, also sicher nicht aus der linken Gegenbewegung. Ich finde an deiner Argumentation so zynisch, dass deine "Bubble" so ekelhaft über einen Mord redet und ihn relativiert, aber gleichzeitig bei den eigenen Leute maximale Rücksichtnahme fordert. Orientiert euch vielleicht einfach mal an Bernie Sanders, der hier wesentlich besser handelt als Trump und ganz klar Mitgefühl zeigt und die Wogen glätten will. Nur die "Fußsoldaten" der Woken verstehen es nicht.

Wirklich, Du willst Nennungen, die so bekannt sind, dass Deine Frage danach eigentlich schon implizit relativierend ist? Lübke, Hanau, Halle? Als ich das Wort "Gegenbewegung" nutzte, bewusst in Anführungsstrichen und selbst relativierend kommentiert, meinte ich natürlich alle Personen, die nicht rechtsextremistische Tendenzen zeigen. Das schließt Lübke wohl ein.

Zitat
Ich finde an deiner Argumentation so zynisch, dass deine "Bubble" so ekelhaft über einen Mord redet und ihn relativiert, aber gleichzeitig bei den eigenen Leute maximale Rücksichtnahme fordert.

Müsstest Du mir bitte erläutern. Wo relativiere ich welchen Mord?

Zitat
Vergleicht man übrigens mal die Gewalt nach dem Tod von George Floyd, welche von Links ausging und dem, was (bisher) von Rechts kam, so sind die "Rechten" wohl die weniger militanten, was ziemlich verwirrend ist.

Das müsstest Du bitte mal mit einer Statistik belegen.

Zitat
Was übrigens auch untergeht : Der Antifa-Anschlag in Berlin auf das Stromnetz. Laut Berlins Innensenatorin Iris Spranger (spD) gab es ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben. Die gleiche Antifa, deren Freund und Unterstützer Klingbeil ist? Vielleicht setzt er ihre Tat nur in großem Maßstab um und Friedrich merkt es nicht...

Wo geht das unter? Das wird doch thematisiert?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2025, 18:00:10
Das sehe ich anders. Querdenker haben die Toleranz vor allem als Argument dafür benutzt, ihre Egomanie und die Expertenverachtung auszuleben. Denn was sollte es schon anderes sein, wenn ein signifikant überwiegender Teil der Wissenschaft der Maske eine Schutzwirkung zuspricht und sich ein Querdenker trotzdem nicht daran halten will (ergo den Schutz bewusst vernachlässigt) und dann Toleranz für so ein antisoziales Verhalten einfordert?

Da hast du mich glaube ich missverstanden. Ich rede nicht an Querdenkern schön oder rechtfertige ihre Argumente.Was ich nur meine ist, dass Begriffe wie zum Beispiel Toleranz dehnbar ist. Es geht auch nicht um Toleranz für das Verhalten, sondern das mit Toleranz alle möglichen Dinge schön geredet werden können. Toleranz für Alte Menschen. Toleranz für Angehörde von Menschen in Pflegeheimen. Toleranz für Menschen mit Atemproblem. Toleranz für die Kinder.  Toleranz wissenschaftliche Positionen in Frage stellen zu dürfen. Toleranz für die Mitmenschen.
Du kannst zuordnen, was da welche Seite (also ob Querdenker oder nicht) jetzt für sich unter welchem Argument die Toleranz auf die Fahne geschrieben hat. Mindestens eins davon ist sogar von beiden Seiten belegt. Es war aber ingesamt auch nur ein Beispiel für das Thema mit "der Gegenseite".   (Ich wollte hier kein Maskendebatte lostreten. Das Thema ist für mich durch. Vielleicht wird das im Rahmen der Enquete-Kommission nochmal aufgewärmt...)

Es war nur ein Beispiel für diese Allgemeinplätze. Ein anderes: "Zum jeher denkende Teil der Bevölkerung" wird sich auch jeder zählen. Das hilft nicht.

Auch hier ein Widerspruch und auch hier beziehe ich mich vor allem auf die Evangelikalen aus den USA, die selbstverständlich genau das tun. Die AfD hat hier allerdings auch deutliche Anteile. Natürlich stellt sich niemand von denen hin und verbietet Homosexualität, aber dass die Partei Rechte Homosexueller beschneiden möchte, steht außer Frage. Am Ende machen die AfD-Anhänger mit ihren Aktionen natürlich ein Ausleben von homosexueller Liebe doch unmöglich.

Da habe ich falsch gelesen... Ich dachte du bewertest die Ideen der Diversitätspolitik.


Ich hab jetzt beides angesehen. Theveßen bei Lanz und das von Focus. Ich kenne aber auch die originale Argumente von Kirk. Crazy, was Theveßen da raus haut.

Mittlerweile hat er sich dafür entschuldigt und bedauert es so dargestellt zu haben. Aber der Schaden in einer von Millionen Menschen gesehenen Sendung ist bereits angerichtet. Die Entschuldigung wird kaum mehr gelesen... Das darf jetzt die Bildzeitung groß rausbringen. Da wurde dem Journalismus mal wieder ein Bärendienst erwiesen. Und in den jeweiligen Echokamern rumort es...

Alle journalistischen Sendungen sollten am Anfang ihrer Sendung 5-10 Minuten Einordnung und Korrektur zur letzten Sendung machen. Es gibt zig Podcasts die das offen und transparent hinbekommen. Bergrüßung, Feedback zur letzten Sendung, eventuelle Klar- und Richtigstellungen. Noch besser wäre das Life in der Sendung zu machen. Die haben doch alle Knöpfe im Ohr... Das das private kleine Podcasts und Youtube Formate besser hinbekommen als Medienanstalten ist echt bedauerlich.
Ich gehe davon aus,dass es in vielen Fällen einfach Absicht ist ein Framing einzusetzen um ein bestimmtes Bild zu erzeugen, da werden Behauptungen aufgestellt die überzogen sind oder nicht stimmen und das bleibt dann hängen,nicht nur bei Thevesen oder Außenpolitik. Theveßen muss solche Infos aber auch irgendwo her haben, vielleicht hat ihm das sogar jemand aus einer Redaktion vorher so als Stichpunkt gegeben. Es ist aber, wie gesagt, nicht das erste mal,dass er so wirkt als hätte er keine Ahnung wovon er redet.

Von so einer Unterstellung würde ich nicht direkt ausgehen. Es ist die eine Sache fremdinformiert und ohne vorheriges Checken in eine Sendung zu gehen. Eine andere ist es, dass da ein großer Plan und Absicht dahinter steckt.

Auch beim ÖR haben wir letztendlich einen tollen kontrast. Von der einen Seite ist er zu links, zu liberal und zu sehr vom akademischen Milieu geprägt. Von der anderen Seite ist er zu staatstragend, zu bürgerlich und zu wirtschaftsnah. Fragt man 100 Menschen wie der perfekte ÖR aussieht haben wir 100 Ideen wie der perfekte ÖR ausieht.

Meinst du jetzt die geschmacklosen, hasserfüllten Freu-Videos aus der linken Szene, die sie auf tiktok, twitter und youtube in die Welt erbrechen?
Was ich teilweise an Reaktionen aus der linken und woken Szene sehe ist schon interessant, das sind ja Leute die einem sonst was von Hass und Hetze erzählen, da müssen Straßen und Schnitzel umbenannt werden und es wird gegendert um keine Gefühle zu verletzen, aber wenn jemand erschossen wird den man nicht mag ist das alles auf einmal nicht mehr so wichtig, da werden schwarzhumorige Memes rausgehauen, gefreut, relativiert usw. so als ob die aufgesetzte Persönlichkeit mal ne Woche Urlaub hat.  :D

Man darf halt nicht über einen Kamm scheren. Zumindest nicht in so unhomogenen Gruppen. Selbst der Feminismus kennt vielfach verschiedne Ausprägungen, die nicht alle in die gleiche Richtung blicken aber trotzdem alle als links gelten. Nicht mal innerhalb einer Partei geht das. Eigentlich nie.  Für jeden dummen Spruch von der einen Seite findet sich ein dummer Spruch von der anderen Seite. Es ist nur die Frage in welche Echokammer man blickt. Blickt man in beide sieht man, dass die Idioten gleich verteilt sind und nicht vor politischen Gruppen halt machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.September 2025, 18:22:45
Schweden hatte tatsächlich eine niedrigere Übersterblichkeit als Deutschland und Anders Tegnell z.B. sagt als Experte dort auch aus, dass nicht nur er, sondern auch andere Experten in anderen Ländern eine Wirksamkeit von Masken in Zweifel gezogen haben. Vor allem scheinbar in Bezug darauf, dass man für eine Wirksamkeit 3 mal am Tag die Maske hätte wechseln müssen, was mir übrigens nicht bekannt war bis jetzt.
https://taz.de/Coronapandemie-in-Schweden/!5980804 (https://taz.de/Coronapandemie-in-Schweden/!5980804)
[Anmerkung : Anekdotische Evidenz] Nachdem ich die Maske nicht mehr getragen habe (nach Corona) habe ich gemerkt, dass ich danach öfter erkältet war. Eventuell weil ich dank Maske weniger Viren und Krankheitserregern ausgesetzt war und damit mein Immunsystem weniger leisten musste und sozusagen sich erst wieder dran gewöhnen musste. Ich würde diese Aussage aber auf keinen Fall als Beweis sehen, dass es sich hier nur um meine persönliche Erfahrung handelt und ich weder Studien noch sonstwas dazu habe, um das zu untermauern.


Zum Anschlag in Hanau :
Weidel hat es auf Twitter verurteilt als schreckliche Tat und den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühlt ausgedrückt. Sogar Björn Höcke hat von einer abscheulichen Mordtat gesprochen und dass ihn das fassungslos macht. Dazu waren ein Böhmermann, ein El Hotzo und viele Woke nicht in der Lage, stattdessen kommt sowas :
https://www.youtube.com/watch?v=mWsfieKhruY (https://www.youtube.com/watch?v=mWsfieKhruY)
Aber die Linksjugend Hannover ist ja auch der Hammer :"Blutige und Rechte Politik führt zu blutigen Patronen." mit einem Bild von Charlie Kirk.
Zum Anschlag in Halle :
https://www.bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2019/kw42-de-schaeuble-halle-662832 (https://www.bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2019/kw42-de-schaeuble-halle-662832)
Hier mal was im Bundestag geschehen ist. Die afD als rechte Partei ist wie alle anderen Aufgestanden im Gedenken und zu Ehren der Opfer des Anschlags.


@DragonFox : Von einem Mann wie Theveßen erwarte ich als GEZ-Zähler, dass er sich die Zeit nimmt, diese Szene zumindest mal vorher anzuschauen und zu recherchieren, bevor er sie vor einem Millionenpublikum in den Raum wirft. Die sollen lieber keinen Fußball mehr übertragen und stattdessen mehr Leute mit Recherche beauftragen, damit genau so etwas nicht passiert. Genau dafür soll der ÖRR da sein und genau das erfüllt er nicht. Was genau Herr Theveßen dazu bewogen hat das kann keiner sagen. Vielleicht war er zu bequem zu recherchieren oder er hat es tatsächlich absichtlich gemacht. Das weiß niemand außer ihm selbst. Aber das ist nicht der Anspruch des ÖRR sein kann, so schlechte Arbeit abzuliefern, da sollten sich eigentlich alle einig sein, unabhängig von politischer Ausrichtung.


Man flieht vor der Gewalt im Heimatland und beantragt Asyl. Dann arbeitet man im Gastland daran, die Zustände des Fluchtlandes herzustellen? Was ist nur mit der Welt los. Die haben hier nichts zu suchen, holt lieber Frauen und Kinder aus Syrien und Afghanistan im Austausch gegen solche Idioten.
https://www.youtube.com/watch?v=3HSqGQ_1V9M

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2025, 19:07:51

@DragonFox : Von einem Mann wie Theveßen erwarte ich als GEZ-Zähler, dass er sich die Zeit nimmt, diese Szene zumindest mal vorher anzuschauen und zu recherchieren, bevor er sie vor einem Millionenpublikum in den Raum wirft. Die sollen lieber keinen Fußball mehr übertragen und stattdessen mehr Leute mit Recherche beauftragen, damit genau so etwas nicht passiert. Genau dafür soll der ÖRR da sein und genau das erfüllt er nicht. Was genau Herr Theveßen dazu bewogen hat das kann keiner sagen. Vielleicht war er zu bequem zu recherchieren oder er hat es tatsächlich absichtlich gemacht. Das weiß niemand außer ihm selbst. Aber das ist nicht der Anspruch des ÖRR sein kann, so schlechte Arbeit abzuliefern, da sollten sich eigentlich alle einig sein, unabhängig von politischer Ausrichtung.

Jup, nichts anderes habe ich vorher mal geschrieben.  ;)


Das sehe ich anders. Querdenker haben die Toleranz vor allem als Argument dafür benutzt, ihre Egomanie und die Expertenverachtung auszuleben. Denn was sollte es schon anderes sein, wenn ein signifikant überwiegender Teil der Wissenschaft der Maske eine Schutzwirkung zuspricht und sich ein Querdenker trotzdem nicht daran halten will (ergo den Schutz bewusst vernachlässigt) und dann Toleranz für so ein antisoziales Verhalten einfordert?

Ja, natürlich kritisiere ich hier die Geschehnisse in den USA. Aber auch die sind nur der sichtbarste Teil dessen, was aktuell der Bewegung entspricht. Gleiches dürfte an allen Stellen passieren, wo Populismus auf dem Vormarsch ist. Selbst hier findet man sofort, wenn man den Lübkemord anspricht, Reflexantworten, die den schlimmen Linksextremismus anprangern.

Zitat
Keiner will vorschreiben, wie man zu lieben hat.

Auch hier ein Widerspruch und auch hier beziehe ich mich vor allem auf die Evangelikalen aus den USA, die selbstverständlich genau das tun. Die AfD hat hier allerdings auch deutliche Anteile. Natürlich stellt sich niemand von denen hin und verbietet Homosexualität, aber dass die Partei Rechte Homosexueller beschneiden möchte, steht außer Frage. Am Ende machen die AfD-Anhänger mit ihren Aktionen natürlich ein Ausleben von homosexueller Liebe doch unmöglich.

Ich schau mir gerade mehr von Charlie Kirk an, um dieses Framing erkennen zu können und bin schockiert, wie wir teilweise belogen werden.
Homosexualität und Charlie Kirk : https://www.youtube.com/shorts/z-cSpjEKfGk (https://www.youtube.com/shorts/z-cSpjEKfGk)
Meinst du ernsthaft, dass er einem Homosexuellen da gerade verbietet, seine Liebe auszuleben? Habt ihr überhaupt ihm mal zugehört oder nur eure Propaganda im Sinn. Je mehr ich mit mit Wokeness beschäftige, umso mehr sehe ich hier einen reinen Machtapparat, der alle Andersdenkenden diskreditieren und mundtot machen will.


Wer ist den "Ihr"? Eure Majesttät Henning von Way?  ;)

Zur Kirk habe ich ja schon meinen Senf geschrieben.

Rein zum Video:
In dem Video hat Kirk aber auch Heimspiel. Der junge Mann will ja nichts erreichen.  :)
Es gab bis Mitte der 1990er Jahre noch Staaten, in denen gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stand. Ich frage mich, wer da die Sexualität für Personen zu einem definierenden Element gemacht hat. Ich denke der ein oder andere Verurteilte wäre froh gewesen, wenn die Anderen sich nicht dafür interessieren was er so in seinem Schlafzimmer macht. Und ich denke nicht, dass diese Gesetze verschwunden wären, wenn die ein oder andere Person ihre Sexualität nicht zur Sache gemacht hätten, um die es sich zu streiten lohnt. Was er macht ist, dass er einfach die Hoheit der Definition umdreht.

Aus dem geschnittenen Short kann man erkennen, dass er kein homophober Hassprediger war.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.September 2025, 19:12:25
Von so einer Unterstellung würde ich nicht direkt ausgehen. Es ist die eine Sache fremdinformiert und ohne vorheriges Checken in eine Sendung zu gehen. Eine andere ist es, dass da ein großer Plan und Absicht dahinter steckt.

Auch beim ÖR haben wir letztendlich einen tollen kontrast. Von der einen Seite ist er zu links, zu liberal und zu sehr vom akademischen Milieu geprägt. Von der anderen Seite ist er zu staatstragend, zu bürgerlich und zu wirtschaftsnah. Fragt man 100 Menschen wie der perfekte ÖR aussieht haben wir 100 Ideen wie der perfekte ÖR ausieht.
Er war ja nicht der einzige der versucht hat das Ganze in die Richtung zu schieben, Dunja Hayali wurde hier ja auch genannt, die in dem Bericht dazu noch negative Bezeichnungen zu Kirk einbauen musste.  Ich denke das es bei solchen Themen,Berichte über Rechte, Migration und Reaktionen darauf, Klima,Israel/Gaza usw. bei vielen einen Automatismus gibt einseitig zu berichten einfach weil der ÖRR so aufgestellt ist.

Den Kontrast sehe ich da eher nicht, man kann das ja auch sehr leicht daran festmachen was es für Sendungen gibt, beispiesweise wieviele Konservative Formate es gibt oder vielleicht Leute die Kirk nicht so hart angehen? Dieter Nuhr wird ja ab und an kritisiert, seit diesem Jahr gibt es so ein Nischen Format,"Klar" in der ARD, das z.B einen Bericht über Migration gebracht hat. https://www.ardmediathek.de/video/klar/migration-was-falsch-laeuft/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM2NzQwNF9nYW56ZVNlbmR1bmc aus dem Kopf fällt mir gerade nicht mehr ein, dafür könnte ich locker eine höhere zweistellige Zahl von Formaten nennen die in die andere Richtung gehen.

Perfekt muss der Rundfunk auch nicht sein, klar muss einem auch nicht alles gefallen aber die wollen für das was da veranstaltet wird viel zu viel Geld. Videospiele sind nicht der Auftrag, 1000 tiktok, instagram, twitter,facebook, podcast usw. Kanäle mit Unsinn zu füllen auch nicht. Das Beispiel mit dem Spiel das ich gepostet habe ist da ganz gut weil die bestimmt ein paar Hunderttausend für die Entwicklung und Werbung ausgegeben haben und es wirklich keiner! gespielt hat. Was ist die Idee bei sowas? warum werden überhaupt solche Spiele entwickelt? Das wirkt einfach als ob die die Kohle irgendwie aus dem Fenster werfen müssen damit vom Budget auch ja nichts übrig bleibt und man alle paar Jahre mehr fordern kann weil es nicht reicht.

Man darf halt nicht über einen Kamm scheren. Nicht mal innerhalb einer Partei. Eigentlich nie.  Für jeden dummen Spruch von der einen Seite findet sich ein dummer Spruch von der anderen Seite. Es ist nur die Frage in welche Echokammer man blickt. Blickt man in beide sieht man, dass die Idioten gleich verteilt sind und nicht vor politischen Gruppen halt machen.
Darum auch teilweise,ich habe ja auch etwas über das canceln der MAGA Leute geschrieben . :P
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.September 2025, 19:40:21
Von so einer Unterstellung würde ich nicht direkt ausgehen. Es ist die eine Sache fremdinformiert und ohne vorheriges Checken in eine Sendung zu gehen. Eine andere ist es, dass da ein großer Plan und Absicht dahinter steckt.

Auch beim ÖR haben wir letztendlich einen tollen kontrast. Von der einen Seite ist er zu links, zu liberal und zu sehr vom akademischen Milieu geprägt. Von der anderen Seite ist er zu staatstragend, zu bürgerlich und zu wirtschaftsnah. Fragt man 100 Menschen wie der perfekte ÖR aussieht haben wir 100 Ideen wie der perfekte ÖR ausieht.
Er war ja nicht der einzige der versucht hat das Ganze in die Richtung zu schieben, Dunja Hayali wurde hier ja auch genannt, die in dem Bericht dazu noch negative Bezeichnungen zu Kirk einbauen musste.  Ich denke das es bei solchen Themen,Berichte über Rechte, Migration und Reaktionen darauf, Klima,Israel/Gaza usw. bei vielen einen Automatismus gibt einseitig zu berichten einfach weil der ÖRR so aufgestellt ist.

Den Kontrast sehe ich da eher nicht, man kann das ja auch sehr leicht daran festmachen was es für Sendungen gibt, beispiesweise wieviele Konservative Formate es gibt oder vielleicht Leute die Kirk nicht so hart angehen? Dieter Nuhr wird ja ab und an kritisiert, seit diesem Jahr gibt es so ein Nischen Format,"Klar" in der ARD, das z.B einen Bericht über Migration gebracht hat. https://www.ardmediathek.de/video/klar/migration-was-falsch-laeuft/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM2NzQwNF9nYW56ZVNlbmR1bmc aus dem Kopf fällt mir gerade nicht mehr ein, dafür könnte ich locker eine höhere zweistellige Zahl von Formaten nennen die in die andere Richtung gehen.

Perfekt muss der Rundfunk auch nicht sein, klar muss einem auch nicht alles gefallen aber die wollen für das was da veranstaltet wird viel zu viel Geld. Videospiele sind nicht der Auftrag, 1000 tiktok, instagram, twitter,facebook, podcast usw. Kanäle mit Unsinn zu füllen auch nicht. Das Beispiel mit dem Spiel das ich gepostet habe ist da ganz gut weil die bestimmt ein paar Hunderttausend für die Entwicklung und Werbung ausgegeben haben und es wirklich keiner! gespielt hat. Was ist die Idee bei sowas? warum werden überhaupt solche Spiele entwickelt? Das wirkt einfach als ob die die Kohle irgendwie aus dem Fenster werfen müssen damit vom Budget auch ja nichts übrig bleibt und man alle paar Jahre mehr fordern kann weil es nicht reicht.

Man darf halt nicht über einen Kamm scheren. Nicht mal innerhalb einer Partei. Eigentlich nie.  Für jeden dummen Spruch von der einen Seite findet sich ein dummer Spruch von der anderen Seite. Es ist nur die Frage in welche Echokammer man blickt. Blickt man in beide sieht man, dass die Idioten gleich verteilt sind und nicht vor politischen Gruppen halt machen.
Darum auch teilweise,ich habe ja auch etwas über das canceln der MAGA Leute geschrieben . :P


Es bleibt eben ein Streitpunkt, ob er nun rechtsradikal war oder nicht. Wo ist den die Grenze? Das was ich von ihm kenne, würde ich sagen... Ne. Aber ich kenne halt auch nicht alles.
Er hat in einem Podcast gesagt, dass ein wichtiger Schritt zum Weg zum Eigentum für junge Leute ist, dass man 20 Millionen Ausländer deportieren muss. In Deutschland wäre so eine Aussage definitiv rechtsradikal. Zumindest einfach so ohne Erklärung und Eingrenzung. Vor allem durch den Begriff, der in der USA natürlich nicht die historische Aufladung hat. Hier wird es ja noch mit "re"migration schön umschrieben...
Aber das ZDF Heute Journal zitiert immerhin keine Aussagen falsch. Er steht da nunmal wirklich auf einer Bühne und ruft jungen Leuten zu, dass kein Ausländer ein Einfamilienhaus besitzen sollte, bevor die konservativen Anhänger ein Haus wie ihre Eltern haben. (Hier wäre natürtlich die gesamte Quelle interessant...) Auch diese Aussage wäre in Deutschland ein No-Go, oder? Oder siehst du das als eine normale rechtskonservative Position?


Das meinte ich nicht mit Kontrast. Aber zu dem Thema: Was würdest du den sagen, sind tyische progressive Formate in denen Einseitig berichtet wird? (Ich verwende Progressiv gerade als gegenteil zu Konservativ, weil mir ein besseres Wort fehlt.)


Das mit dem Kamm war auch eher wie ich das sehe. Wollte dir kein Vorwurf machen.


Edit: Hier noch die Podcast QUelle: https://www.facebook.com/realCharlieKirk/videos/charlie-kirk-explains-how-we-can-make-housing-affordable-again-without-zohran-ma/759742316593591/



Edit 2:


Perfekt muss der Rundfunk auch nicht sein, klar muss einem auch nicht alles gefallen aber die wollen für das was da veranstaltet wird viel zu viel Geld. Videospiele sind nicht der Auftrag, 1000 tiktok, instagram, twitter,facebook, podcast usw. Kanäle mit Unsinn zu füllen auch nicht. Das Beispiel mit dem Spiel das ich gepostet habe ist da ganz gut weil die bestimmt ein paar Hunderttausend für die Entwicklung und Werbung ausgegeben haben und es wirklich keiner! gespielt hat. Was ist die Idee bei sowas? warum werden überhaupt solche Spiele entwickelt? Das wirkt einfach als ob die die Kohle irgendwie aus dem Fenster werfen müssen damit vom Budget auch ja nichts übrig bleibt und man alle paar Jahre mehr fordern kann weil es nicht reicht.


Der ÖR hat eine beträchtlich Reichweite auf Tiktok, Instagramm und Co. Da sind viele Rohrkrepierer dabei. Aber das liegt in der Sache des Mediums. Sag mal 500 angehenden Youtuber sie sollen eine Karriere starten und zähle danach wieviele es auf mehr als 100 Zuschauer schaffen. Statistisch: 0.
Auf TikTok hat die ARD über 1 Million Follower. Auf Instagramm noch mehr.

Ich kanns nachvollziehen. Natürlich muss der ÖR da hin wo die Zuschauer sind. Die sind in wachsender Zahl nicht mehr täglich vor dem TV und gucken lineares Fernsehen.

Zu dem Spiel: Ist halt ein Experiment. Sehe ich jetzt erstmal nicht als kritisch. 50 Millionen Deutsche spielen Computerspiele. Die Zielgruppe ist rießig. Ich würde das nach einem Versuch noch nicht negativ bewerten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.September 2025, 21:53:16
Die Wahlen in NRW zeichnen ja ein nicht so gutes Bild. Bei uns im Ort ist die Welt noch in Ordnung. Unser FDP-Kandidat hat es mit 48,2% leider wohl nicht zum Bürgermeister geschafft aber wir haben 15,1% :) erreicht und es gibt nur 4 Parteien im Rat : cdU, spD, FDP und Grüne...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.September 2025, 15:00:05
48,2% für die FDP ist ein tolles Ergebnis für die Person, wenn man bedenkt, dass im Gesamtergebnis die Partei nur 3,7% hat.

Bist du bei einer der Partein? Oder wenn meinst du mit wir? Das ist ein Ausdruck der mich auch beim Fußball immer rätseln lässt. "Am Wochenende haben wir ein doofes Gegentor bekommen." Wer jetzt nochmal genau?  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.September 2025, 17:32:05
48,2% für die FDP ist ein tolles Ergebnis für die Person, wenn man bedenkt, dass im Gesamtergebnis die Partei nur 3,7% hat.

Bist du bei einer der Partein? Oder wenn meinst du mit wir? Das ist ein Ausdruck der mich auch beim Fußball immer rätseln lässt. "Am Wochenende haben wir ein doofes Gegentor bekommen." Wer jetzt nochmal genau?  ;D


Bei gut bei der FDP vernetzt, wenn auch offiziell kein Mitglied. Sollte hier glaub ich ziemlich offensichtlich sein, dass ich nicht nur ein FDP-Wähler bin sondern denen schon sehr nahe stehe. Wie gesagt nach dem Austritt aus der Jungen Union bin ich keiner Partei mehr offiziell beigetreten. Wenn ich dies aber tun würde, dann sicherlich (auch wegen persönlicher Verbindungen) mit Sicherheit der FDP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 15.September 2025, 18:06:49
Persönlich finde ich es bezeichnend, dass die SPD abgeschmiert ist. Der 46 % Bürgermeister in Duisburg (SPD) - er liegt damit weit vor dem sonstigen SPD-Ergebnis - kritisiert m.E. klar den Bundes-Kurs.

S. Link: „Ich bin Mitglied der Partei der Arbeit geworden, bin für soziale Gerechtigkeit. Ich habe keine Lust, verarscht und beschissen zu werden. Das ist aber genau das, was da passiert. [...] Ich glaube, dass die Zustimmung zu meinem Kurs hier in Duisburg zeigt, dass die Menschen das Vertrauen in die SPD nicht verloren haben. Aber der Kurs scheint an einer anderen Stelle nicht zu passen.“ Er sprach auch davon, dass die SPD diese Chance ergreifen soll.

Anmerkung am Rande. Das ist der Bürgermeister der hart gegen den "Weißen Riesen" vorgegangen ist. Er hat bei den Themen Armutszuwanderung und Sozialbetrug durchgegriffen.

Anfrage an Bas und Klingbeil nach Berlin, ob der Bürgermeister von Duisburg recht habe. Und dann so eine Antwort von einer Sprecherin: "Sören Link unterstützt mit seiner Aussage den Kurs von Bärbel Bas und Lars Klingbeil, die SPD konsequent als Partei der Arbeit auszurichten, die fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Fokus sozialdemokratischer Politik zu nehmen und gegen Sozialbetrug hart vorzugehen."

Nichts verstanden oder absichtlich missverstanden. So schmiert die SPD weiter ab.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 15.September 2025, 18:57:01
Nichts verstanden oder absichtlich missverstanden. So schmiert die SPD weiter ab.

Im Prinzip setzt das nur konsquent den Kurs der letzten Jahre fort, oder nicht? :D
Insofern, Gratulation an die SPD zur proaktiven Unterstützung der AfD.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.September 2025, 21:01:13
Man darf halt nicht über einen Kamm scheren.
Gilt das auch für "Rechte", AfD-Wähler und Ossis?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.September 2025, 21:05:18
Es gab bis Mitte der 1990er Jahre noch Staaten, in denen gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stand.
Die gibt es heute noch.

Copilot meint:
In folgenden Ländern wird gleichgeschlechtlicher Sex mit der Todesstrafe geahndet oder ist rechtlich dafür vorgesehen:
    Iran
    Saudi-Arabien
    Jemen
    Mauretanien
    Nigeria (in bestimmten Bundesstaaten mit Scharia-Recht)
    Somalia (teilweise)
    Afghanistan
    Pakistan
    Katar
    Uganda
    Vereinigte Arabische Emirate

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.September 2025, 21:21:14
Er hat in einem Podcast gesagt, dass ein wichtiger Schritt zum Weg zum Eigentum für junge Leute ist, dass man 20 Millionen Ausländer deportieren muss.
In den ganzen 5 Minuten 27 Sekunden, hat er satte vier Worte dazu gesagt "deport 20 million people", als eine von vielen Maßnahmen, die ergriffen werden könnten ::) Vom rein ökonomischen Standpunkt gesehen hat er damit sogar recht: weniger Nachfrage bei gleichem Angebot bedeutet niedrigere Preise. Und nein, ich halte das nicht für richtig, aber genauso wenig kann man ihm aus diesen vier Wörtern eine rechtsradikale Gesinnung anhängen. Er hat immer gesagt, dass Menschen, die illegal ins Land gekommen sind, wieder gehen müssen. Das ist eine völlig legitime Meinung.

Aber selbst wenn er ein rechtsextremer, antisemitischer Rassist gewesen wäre (was er nicht war), würde das irgendetwas ändern? Wäre seine Ermordung dann okay?

Er war kein Heiliger, er hat auch viel Unsinn erzählt, aber dadurch, dass er jetzt, wo er sich nicht mehr wehren kann, von linker Seite mit Dreck beworfen wird, sorgt die Linke dafür, dass er zu einer Art Märtyrer wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.September 2025, 21:46:23
Man darf halt nicht über einen Kamm scheren.
Gilt das auch für "Rechte", AfD-Wähler und Ossis?

Klar. Gibt Situation wo es sinnvoll oder notwendig ist. Aber die gelten für alle Gruppen. Aber ansonsten ist das doch sinnvol, oder?


Es gab bis Mitte der 1990er Jahre noch Staaten, in denen gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stand.
Die gibt es heute noch.

Copilot meint:
In folgenden Ländern wird gleichgeschlechtlicher Sex mit der Todesstrafe geahndet oder ist rechtlich dafür vorgesehen:
    Iran
    Saudi-Arabien
    Jemen
    Mauretanien
    Nigeria (in bestimmten Bundesstaaten mit Scharia-Recht)
    Somalia (teilweise)
    Afghanistan
    Pakistan
    Katar
    Uganda
    Vereinigte Arabische Emirate



Es tut mir leid, dass der Zusammenhang verloren ging. Da wir über ein Video sprachen, dass die USA betraf, habe ich (Bunde)staaten in verkürzter Form geschrieben. Ich denke nicht, dass Kirk sich zu den Situationen in den von dir genannten Staaten geäußert hat. Ich sehe aber auch die Relevanz im Kontext nicht.


Er hat in einem Podcast gesagt, dass ein wichtiger Schritt zum Weg zum Eigentum für junge Leute ist, dass man 20 Millionen Ausländer deportieren muss.
In den ganzen 5 Minuten 27 Sekunden, hat er satte vier Worte dazu gesagt "deport 20 million people", als eine von vielen Maßnahmen, die ergriffen werden könnten ::) Vom rein ökonomischen Standpunkt gesehen hat er damit sogar recht: weniger Nachfrage bei gleichem Angebot bedeutet niedrigere Preise. Und nein, ich halte das nicht für richtig, aber genauso wenig kann man ihm aus diesen vier Wörtern eine rechtsradikale Gesinnung anhängen. Er hat immer gesagt, dass Menschen, die illegal ins Land gekommen sind, wieder gehen müssen. Das ist eine völlig legitime Meinung.

Aber selbst wenn er ein rechtsextremer, antisemitischer Rassist gewesen wäre (was er nicht war), würde das irgendetwas ändern? Wäre seine Ermordung dann okay?

Er war kein Heiliger, er hat auch viel Unsinn erzählt, aber dadurch, dass er jetzt, wo er sich nicht mehr wehren kann, von linker Seite mit Dreck beworfen wird, sorgt die Linke dafür, dass er zu einer Art Märtyrer wird.

Ab welchen oder wievielen unsinnigen Aussagen ist die Grenze?

Nein.

Ja, das stimmt. Ich beführworte keinen Dreck von allen Seiten.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.September 2025, 22:02:16
Ab welchen oder wievielen unsinnigen Aussagen ist die Grenze?
Grenze für was?

Bei Kirk war es bisher meist so, dass seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen wurden, um ihn zu dämonisieren. Das ist mMn. weder der Situation angemessen, noch korrekt, noch hilfreich, sondern ein Ausdruck dafür, dass der Kampf "links" gegen "rechts" und andersherum unglaublich erbittert geführt wird und immer schmutziger wird. Es gibt kaum noch eine gemeinsame Basis, auf der man noch kommunizieren kann. Kirk hat das versucht, das Ergebnis ist bekannt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.September 2025, 23:35:34
Die Grenze zum Rechtsradikalismus. Das kommt aus einem vorherigen Post.

In der politischen Landschaft ist es je nach Spektrum erwartbar. Leider.
Je weiter nach rechts man geht desto Stärker ist die Verehrung. Die rechte Seite schlachtet den Mord allerdings genauso politisch aus wie die Linke. Je weiter nach links man geht desto dämonisierter ist er. Das zeigt sich durch absolut geschmacklose Freudenjubel und Häme. Das hier links schlimmer weg kommt als rechts ist der konkreten Sache geschuldet. Bei Lübcke ist es andersherum gewesen. Da müssen wir beide Seiten nicht unterschiedlich werten, finde ich. Die geschmacklose Häme auf der einen Seite und das übersteigen auf der anderen Seite sowieo das Kapital schlagen wollen auf allen Seiten scheint menschlich zu sein und hat eher nicht mit der politischen Farbe zu tun.


Und jetzt ist halt die Frage von oben, was er war. Wo ist die Grenze? Wer definiert das Radikalitäslevel eines Menschen? Wieviele frauenfeindliche, ausländerfeindliche, nationalistische Argumente müsste ich von Kirk liefern, dass er als rechtsradikal durchgeht? Wieviel Beispiele für Populismus und Erzählung von Verschwörungstheorien aus rechtsradikalen Lagern? Und wieviele gut geführten Argumente, wohlmeinen Aussagen und gemäßigte Ideen wiegen das wieder auf? Falls man Radikalität überhaupt aufwiegen kann.

Für mich war er nicht rechtsradikal. Zumindest ist das aktuell meine Meinung mit meinem aktuellen Wissensstand. Und ich denke, dass du diese Meinung teilst. Aber das Problem ist, dass jeder zu einem anderen Schluss kommen kann die je nach Perspektive und Wertekanon sogar nachvollziehbar sein könnte.
Ich habe in meinem aller ersten Post über die Thematik gesagt, dass man aufpassen muss wenn man vorschnell radikal oder sogar extrem nennt, weil das Schaden anrichtet, wenn die Begriffe all zu einfach an Menschen oder Gruppen geheftet wird. Aber das heißt auch nicht, dass man es nicht darf und ein Mensch oder die Gesellschaft ihre Definition und Einordnung für einen Menschen nicht finden kann.

Ich habe, um mal ein ganz anderes Beispiel zu bringen, auch schon von Recep Tayyip Erdoğan (Präsident Türkei), alle möglichen widersprüchlichen Einschätzungen gehört. Verehrter Demokrat, Despot oder Diktator? Wo ist hier die Grenze und wer ordnen ein?



Zu dem was du sagst gebe ich dir recht. Das wir (die Gesellschaft) keine gemeinsame Basis und Einordung für einen Menschen finden und so heftig darum ringen ist Ausdruck dafür, dass wir gespalten sind und um die Meinungshoheit kämpfen. Und die Gräben werden breiter. Das ist ein rießiges Problem. Da tragen beide Seiten dazu bei.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.September 2025, 00:36:09
Die Grenze zum Rechtsradikalismus.
Wenn die gesagten Sätze auch im Kontext rechtsradikal sind, da kann dann auch schon ein Satz oder eine Rede (wie die vom Goebbels-Verschnitt Höcke) reichen.

Zitat
Da müssen wir beide Seiten nicht unterschiedlich werten, finde ich.
Nein, beide radikalen Seiten tun sich da nicht viel, aber hier und jetzt geht es nunmal um Kirk. Und: die linke Seite gibt sich ja gerne höchstmoralisch und erhebt den Anspruch, empathisch, inklusiv, liebevoll und tolerant zu sein. Das passt dann halt einfach nicht, wenn sich linksaußen genauso menschenverachtend zeigt wie rechtsaußen, dabei aber überzeugt ist, die "Guten" zu sein.

Ein anderer Fall ist  "Lina E." (komisch, dass es ziemlich schwierig ist, deren Nachnamen selbst nach der Verurteilung zu finden), da fordern nicht wenige Linke (u.a. der Grüne Timon Dzienus) deren Freilassung, als wäre die ein Justizopfer, auch die Bezeichnung "politischer Häftling" macht die Runde.

Zitat
Wieviele frauenfeindliche, ausländerfeindliche, nationalistische Argumente müsste ich von Kirk liefern, dass er als rechtsradikal durchgeht?
Es wäre ja schonmal ein Fortschritt, überhaupt ein Beispiel zu liefern, das dann auch im Kontext tatsächlich so gemeint war.

Ich bin nicht der große Charlie Kirk-Experte und ich fand dessen Thesen auch öfter mal krude, besonders die religiösen, ich habe nur ein paar Videos von dem gesehen, wie er mit Leuten diskutiert hat, die völlig anderer Meinung als er waren. Das fand ich gut, man hat miteinander geredet und man hat Meinungen ausgetauscht und ich denke, dass beide Seiten daraus gelernt haben. Zumindest hat man den anderen aber angehört, etwas, was gerade auch in Deutschland völlig abgeht, lieber schreit man den anderen nieder, als sich mit dessen Meinung auseinanderzusetzen.

Zitat
Ich habe, um mal ein ganz anderes Beispiel zu bringen, auch schon von Recep Tayyip Erdoğan (Präsident Türkei), alle möglichen widersprüchlichen Einschätzungen gehört.
Naja, den kann man an seinen Taten als Politiker messen, ganz aktuell will er die größte Oppositionspartei verbieten lassen (schon auch irgendwo ironisch), um seine Macht zu festigen. Seinen Rivalen Imamoglu hat er ja auch schon verhaften lassen, der erinnert eher an Putin light als an einen Demokraten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.September 2025, 03:27:24
Die Grenze zum Rechtsradikalismus.
Wenn die gesagten Sätze auch im Kontext rechtsradikal sind, da kann dann auch schon ein Satz oder eine Rede (wie die vom Goebbels-Verschnitt Höcke) reichen.

Zitat
Da müssen wir beide Seiten nicht unterschiedlich werten, finde ich.
Nein, beide radikalen Seiten tun sich da nicht viel, aber hier und jetzt geht es nunmal um Kirk. Und: die linke Seite gibt sich ja gerne höchstmoralisch und erhebt den Anspruch, empathisch, inklusiv, liebevoll und tolerant zu sein. Das passt dann halt einfach nicht, wenn sich linksaußen genauso menschenverachtend zeigt wie rechtsaußen, dabei aber überzeugt ist, die "Guten" zu sein.

 Du sagst, dass das linke Lager den Anspruch erheben empathisch, inklusiv, liebevoll und tolerant zu sein. Bei den Konservativen heißt das sozial verantwortlich, Nächstenliebe, Führsorge, Respekt und so weiter. Gleichzeitig sind die Konservativen aber auch nicht unempathisch, uninklusiv, hasserfüllt und intolerant. Es funktioniert nicht, dass jede extreme Seite ihre Nische findet um da extrem zu sein. Für einen Demokrat ist jeglicher Extremismus immer im Widerspruch.


Aber konkret zu der Linken Seite: Wir reden von linksextremen Ideen oder Meinungen, richtig? Anders kann ich das Feiern eines politischen Mordes nicht nennen. Dumm, naiv und/oder extrem. Die linken Extremen scheitert natürlich an den Ansprüchen ihrer eigenen gemäßigten Basis, die auf demokratischen Grundprinzipien beruht. Ich glaube das Bild habe ich hier schon einmal bedient: Es ist höchst paradox ein Stein in die Luft zu werfen, mit dem Ziel einen Menschen am Kopf zu treffen und dabei an Toleranz und Liebe zu denken.
Das ist keine demokratische Haltung einer linken Partei. Aber die Legitimation für linke Ideen geht genau so wenig verloren durch die Existenz der linken Extreme, wie die Legitation rechtskonservativer Ideen wegen der Existenz der rechten Extreme verloren geht.



Wo es für mich einen Spannungsfeld gibt es bei der Abgrenzung zu Teilen der Extremen. Dafür gibt es zwar historische Gründe, die erklären aber nicht entschuldigen. Das führt zu einer ganzen Menge Probleme. Eins davon zeigt sich am Fall Lina E im Rahmen der Ausenwirkung. Das ist auch der Grund, warum ich das überhaupt anspreche...
Ein Grüner aus dem linken Flügel der Jugendpartei (vielleicht ist das auch das selbe) gibt einen Stuss von sich und als Konsequenz darf sich die ganze Grüne Partei anhören Linksextrem zu sein. Gleiches gilt auch ab und zu für die SPD und natürlich für die Linke.

Ich gehe damit in sofern um, als das ich der Meinung bin, dass die Grundprinzipien und Ziele einer Partei nicht von einzelnen radikalen Stimmen in der Partei bestimmt werden. Zumal eine radikaler Kommentar auch nicht gleich bedeutet, dass die Stimme einem Extremen gehört. Eine einzelne Stimme macht nicht die Partei aus und eine Partei ist auch nicht ihr Flügel. Das ist natürlich keine universelle Entschuldigung, dass alles gesagt werden darf.
Aber ich ordne das eben gern ein und bewerte es dann. Es spielt für mich weniger eine Rolle was ein Politiker aus der Jugend sagt, als ein gewählter Abgeordneter im Bundestag oder sogar ein Ministerpräsident. Als Beispiel: Hier im Forum wurde vor langer Zeit eine radiakle Aussage eine hohen AFD Funktionärs mit einem No-Name Abgeordneten in einem kleinen Berliner Bezirk verglichen, mit dem Ziel zu zeigen, dass die Grünen auch extrem sind. Die Tragweite der Frau spielt eine so viel kleinere Rolle als der Gegenpart. So ein Vergleich erscheint mir nicht gerechtfertigt. Das rechtfertig nicht die Aussage der Frau. Aber wenn ich in jeder Partei ein Mitglied suche, die eine extreme Aussage getroffen hat sind sie alle extrem. Und ich bin mir sicher ich finde sie.
Es spielt für mich auch eine Rolle, wie das Gesagte in der eigenen Partei aufgenommen wird. Nicht selten hagelt es intern an Kritik und man merkt, dass die Partei die Stimme so nicht stehen lässt und in ihrem Kontext korrigiert. Bei Dzienus ist das zum Beispiel der Fall. Seine Aussage ist von den obersten Vertretern der Partei scharf kritisiert und eingeordnet worden.

Aber ja... Das Problem sehe ich. Ich sehe aber, vor allem bei der Linken den internen Kampf die sie da mit sich führt. Ist das für dich eine sehr große Gefahr, dass es so Stimmen gibt? Oder würdest du sogar meine Einschätzung widersprechen und sagen, dass das keine Einzelstimmen sind? Würdest du sagen, dass ich mit den Parteien zu lasch ins Gericht gehe und das zu sehr auf die leichte Schulter nehme?
Ich sehe das von Links bis CDU bei jeder Partei so, wobei ich die Linke in diesem Spektrum mit Abstand am kritischsten sehe.
Eine Ausnahme mache ich bei der AFD, wenn der Vergleich nochmal erlaubt ist, da er hoffentlich zur Einordnung dient. Dort sitzen die Radikalen in zentralen und führenden Positionen und sind keine Einzelstimmen. Der Stuss dieser Stimmen wird nicht intern kommentiert und kritisiert.
Siehst du die AFD und die Linke in dieser Qualität gleich auf?


Ein anderer Fall ist  "Lina E." (komisch, dass es ziemlich schwierig ist, deren Nachnamen selbst nach der Verurteilung zu finden), da fordern nicht wenige Linke (u.a. der Grüne Timon Dzienus) deren Freilassung, als wäre die ein Justizopfer, auch die Bezeichnung "politischer Häftling" macht die Runde.

Jup. Das geht darüber hinaus, was man als Politiker schreiben sollte. Also konkret im Fall von Dzienus. Alles weiter dazu steht schon oben.


Zitat
Wieviele frauenfeindliche, ausländerfeindliche, nationalistische Argumente müsste ich von Kirk liefern, dass er als rechtsradikal durchgeht?
Es wäre ja schonmal ein Fortschritt, überhaupt ein Beispiel zu liefern, das dann auch im Kontext tatsächlich so gemeint war.

Ich bin nicht der große Charlie Kirk-Experte und ich fand dessen Thesen auch öfter mal krude, besonders die religiösen, ich habe nur ein paar Videos von dem gesehen, wie er mit Leuten diskutiert hat, die völlig anderer Meinung als er waren. Das fand ich gut, man hat miteinander geredet und man hat Meinungen ausgetauscht und ich denke, dass beide Seiten daraus gelernt haben. Zumindest hat man den anderen aber angehört, etwas, was gerade auch in Deutschland völlig abgeht, lieber schreit man den anderen nieder, als sich mit dessen Meinung auseinanderzusetzen.

Das habe ich in meinem ersten Post gelobt.

Ein "Problem" für mich an den Videos an den Universäten ist, dass er oft in Rethorik und den passenden Argumenten dem Gegenüber Haus hoch überlegen war. Vor allem, wenn es konfrontativ wurde. Das ist natürlich kein Problem seiner Person. In ganz vielen dieser Shorts, die auf Youtube kursieren lernt man allerdings auch nicht viel über seine Ansichten kennen.
Ein Experte bin ich auch nicht. Deswegen habe ich eingegrenzt, dass meine Meinung auf mein aktuellen Wissenstand beruht.

Zitat
Ich habe, um mal ein ganz anderes Beispiel zu bringen, auch schon von Recep Tayyip Erdoğan (Präsident Türkei), alle möglichen widersprüchlichen Einschätzungen gehört.
Naja, den kann man an seinen Taten als Politiker messen, ganz aktuell will er die größte Oppositionspartei verbieten lassen (schon auch irgendwo ironisch), um seine Macht zu festigen. Seinen Rivalen Imamoglu hat er ja auch schon verhaften lassen, der erinnert eher an Putin light als an einen Demokraten.
[/quote]
Wie gesagt, nur ein Beispiel das nicht das links rechts Spektrum betrifft, aber in dem genauso um Meinungshoheit gerungen wird. Aber ich sehe, dass es kein gutes Beispiel war.  ;D Dafür ist er zu wenig polarisierend. Es ist mir jetzt aber auch zu spät das nochmal aufzurollen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.September 2025, 08:58:38
Aber konkret zu der Linken Seite: Wir reden von linksextremen Ideen oder Meinungen, richtig?
Ja, von beiden Lagern meine ich hier die extremen Ränder.

Zitat
Aber die Legitimation für linke Ideen geht genau so wenig verloren durch die Existenz der linken Extreme, wie die Legitation rechtskonservativer Ideen wegen der Existenz der rechten Extreme verloren geht.
Richtig, "rechtskonservativ" ist aber verbrannt, der "Kampf gegen Rechts" war, zumindest was den Diskurs angeht, sehr erfolgreich, auch in sehr vielen Medien ist alles was "rechts" ist gleich "bäh". Man sieht es auch in der Berichterstattung über Kirk, der wird mindestens mit "ultrarechts" belegt und was sich Theveßen und Hayali da erlaubt haben, ist mMn. auch unterste Schublade, das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun.

Zitat
Ein Grüner aus dem linken Flügel der Jugendpartei (vielleicht ist das auch das selbe) gibt einen Stuss von sich und als Konsequenz darf sich die ganze Grüne Partei anhören Linksextrem zu sein.
Habe ich das getan? Ich meine nicht. Aber wie war es denn mit "Ganz Berlin hasst die CDU?"

Zitat
Gleiches gilt auch ab und zu für die SPD und natürlich für die Linke.
Die Linkspartei ist mMn. linksextrem, die ist kein Stück besser als die AfD von der anderen Seite. Deren Entgleisungen werden nur kleingeredet. Bei der SPD habe ich das große Problem, dass sich da immer noch so viele Putinsympathisanten tummeln, das wiederum ist bei den Grünen ganz und gar nicht der Fall, die haben aber imho ein großes Problem mit ihrer Aversion gegen Deutschland.

Zitat
Bei Dzienus ist das zum Beispiel der Fall. Seine Aussage ist von den obersten Vertretern der Partei scharf kritisiert und eingeordnet worden.
Mir war nicht bewusst, dass ich das auf die ganze Partei verallgemeinert hätte.

Zitat
Ist das für dich eine sehr große Gefahr, dass es so Stimmen gibt?
Ich halte linksradikal bis -extrem für die größere Gefahr für die Demokratie als die AfD. Warum? Weil solche Positionen bei SPD und Grünen anschlussfähig sind, da gibt es keine "Brandmauer" nach links, da wird in den Ländern schon munter mit der Linkspartei - die die direkte Nachfolgepartei der SED ist - koaliert und gemeinsame Sache gemacht. Und es scheint auch nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Linkspartei die größte dieser drei Parteien ist und in einer Koalition den Ton angeben wird.

Das ist für mich auch ein Fall von Doppelmoral, die Ideologien, die auf dem Marxismus basieren sind für mich kein bisschen besser als der Faschismus/Nationalsozialismus, durch beide wurden weltweit unglaubliche Leichenberge aufgetürmt.

Und nein, das bedeutet nicht, dass die Union mit der AfD koalieren sollte.

Ich glaube auch nicht, dass die AfD eine Bundestagswahl mit 50% gewinnen wird, sollte das drohen, wird sie vorher verboten. Falls das geschieht, dann bekommen wir hier imho eine autoritäre Linksregierung, was kein bisschen besser wäre als eine autoritäre AfD-Regierung. Deswegen wünsche ich Merz den größtmöglichen Erfolg, auch wenn ich eigentlich kein CDU-Sympathisant bin, leider hat sich die FDP aber zu sehr selber geschadet, ich befürchte, das wird kein erneutes Comeback mehr geben.

Zitat
Ich sehe das von Links bis CDU bei jeder Partei so, wobei ich die Linke in diesem Spektrum mit Abstand am kritischsten sehe.
AfD, Linkspartei, BSW, das sind für mich keine Parteien, die für einen Demokraten wählbar wären, die aber laut Umfrage gemeinsam schon auf fast 40% der Stimmen kommen. Ich finde das furchtbar, weil es vor allen Dingen komplett vermeidbar gewesen wäre. Was ich in allererster Linie Merkel ankreide, die ist im Grund an allen Krisen der letzten paar Jahre Schuld. Gut, an Corona nicht, aber an der autoritären Durchsetzung von zweifelhaften Maßnahmen (zB. Jagdszenen im Park) schon. Und deren Personal hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert, die beweisvernichtende von der Leyen hat man nach Brüssel abgeschoben, mit der Folge, dass die Politik der EU auch immer bekloppter wird.

Zitat
Siehst du die AFD und die Linke in dieser Qualität gleich auf?
Wenn du die Linkspartei meinst, dann ja.
Ein Beispiel:
„Energiewende ist auch nötig nach 'ner Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen. Na ja, is' so!“ Die Versammlungsleiterin unterbricht die junge Frau, weil ihre Redezeit abgelaufen ist. Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger, der auf der Bühne sitzt, reagiert nur mit einem einzigen Satz: „Ich möchte nur sagen: Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.“ Der Saal reagiert mit Beifall und Lachen.
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/linke-zur-energiewende-ein-prozent-der-reichen-erschiessen-16662124.html

Haha, sehr lustig. Ja, danach gab es auch Kritik an Riexinger, aber sowas sind linksaußen keine Einzelstimmen, es ist halt nur selten, dass es so offen ausgesprochen wird. Das sieht man dann aber auch an den Demos, "Eat the rich", "System Change", "ACAB", von den imho ekelerregend antisemitischen "Free Palestine"-Demos, wo auch viele Linke mitlaufen oder sie sogar selber organisieren, gar nicht erst zu reden. Frau Roth ist mal bei einer Demo mitgelaufen, wo "Deutschland, du mieses Stück Scheiße" gegröhlt wurde, hat sie angeblich nicht mitbekommen. Man stelle sich vor, ein führender Unionspolitiker würde bei einer Demo mitlaufen, wo dann der Gigi d'Agostino Song mit dem "tollen" Text gegröhlt würde und er würde diese Demo nicht verlassen. Das gäbe einen gewaltigen Shitstorm, auch in den Medien. Zurecht, aber bei linken Politikern gibt es so einen Shitstorm nicht, da wird immer alles kleingeredet. Doppelmoral.

Zitat
Ein "Problem" für mich an den Videos an den Universäten ist, dass er oft in Rethorik und den passenden Argumenten dem Gegenüber Haus hoch überlegen war. Vor allem, wenn es konfrontativ wurde.
Das kam auch immer auf den Gesprächspartner an, wenn da ein Collegestudent ankam und meinte, Kirk wäre nicht gebildet, weil er ja keinen Collegeabschluss hat, dann hat er so einen genüsslich auseinander genommen. Aber ja, prinzipiell war es schon ein bisschen "weird", dass da ein erwachsener Mann mit halben Kindern diskutiert hat. Ihm ging es aber imho nicht darum, sein Ego an sowas zu befriedigen, sondern um die Ideologie, die an den Colleges und Unis verbreitet wird, deren Kurse die Studenten bzw. deren Eltern sehr teuer bezahlen müssen, die am Arbeitsmarkt aber ziemlich wertlos sind und auch keine Fakten oder Allgemeinbildung vermitteln, vorzuführen. Das wollte Kirk imho demonstrieren und den Kids vor Augen halten, dass sie mit solchen Inhalten Zeit und Geld verschwenden. Er hat nicht gesagt, höhere Bildung ist schlecht, er hat gesagt, dass die momentan vermittelte höhere Bildung oftmals schlecht ist.

Zitat
Deswegen habe ich eingegrenzt, dass meine Meinung auf mein aktuellen Wissenstand beruht.
Ich habe auf youtube schon die längeren Videos der Debatten angesehen, aber auch nicht stundenlang, so interessant fand ich es dann auch wieder nicht und er hat ja auch noch viele andere Inhalte auf anderen Plattformen produziert, die ich nicht kenne. Mag sein, dass er sich da wirklich rassistisch oder extremistisch geäußert hat, das weiß ich nicht, daher beruht meine Einschätzung auch auf nicht vollständigen Informationen.
Was mich wirklich stört ist, dass man nach seinem Tod, wenn er sich nicht mehr wehren kann, anfängt mit Dreck zu schmeißen und damit suggerieren will (nicht hier), dass es schon den Richtigen getroffen hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.September 2025, 09:46:16
Und nein, das bedeutet nicht, dass die Union mit der AfD koalieren sollte.

Sehe ich ebenso.

Allerdings hat die Union hier halt ein großes Problem. Es gibt derzeit keine Partei, die mit ihnen eine rechtsgeführte Regierung bilden kann. Die FDP lässt sich schwer mitzählen, wenn sie bei unter 5 % rumkrebst. Die SPD beweist bislang noch, dass sie bei den drängensten Themen eher Bremsklotz ist. Hier hoffe ich auf Besserung.

Sonst haben auch die Wähler ein Problem. Denn das Volk wünscht sich derzeit mehrheitlich eine rechtere Politik. Das gilt bei den drängensten Themen (für rechte Wähler) übrigens m.W.n. auch für SPD-Wähler. Und wenn die CDU in einer Koalition nicht liefern kann, dann richten sich die Wähler eher weiter nach rechts aus.

Die SPD selber hat dieses Dilemma aber nicht. Einige Politiker schauen lieber nach links. Lass die Linke noch zulegen - sprechen ja aktiv die Jugend an und das auch sehr geschickt. Lass die nächste Naturkatastrophe kommen (kommt ohnehin), dann steigen auch die Grünen wieder auf. Und die SPD muss nur versuchen vor diesen beiden zu bleiben, um den Kanzler zu stellen. Tatsächlich eine auch für mich grauenhafte Vorstellung in der aktuellen Zeit. Aber daher bin ich mir nicht sicher, wie weit sich die SPD wirklich auf die CDU zubewegt.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.September 2025, 10:29:34
Zitat
Aber die Legitimation für linke Ideen geht genau so wenig verloren durch die Existenz der linken Extreme, wie die Legitation rechtskonservativer Ideen wegen der Existenz der rechten Extreme verloren geht.
Richtig, "rechtskonservativ" ist aber verbrannt, der "Kampf gegen Rechts" war, zumindest was den Diskurs angeht, sehr erfolgreich, auch in sehr vielen Medien ist alles was "rechts" ist gleich "bäh". Man sieht es auch in der Berichterstattung über Kirk, der wird mindestens mit "ultrarechts" belegt und was sich Theveßen und Hayali da erlaubt haben, ist mMn. auch unterste Schublade, das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun.
Das habe ich gemeint, als ich gesagt habe, dass das rechte Label überall drauf kleben gefährlich ist. Bzw, das rechte Label ist okay. Immerhin ist es ein Zeichen von politischer Einordnung und vielleicht auch Ablehnung. Aber es wird suggeriert, dass rechts automatisch gefährlich ist. Das ist meiner Meinung nach unscharf und falsch. Dazu gehört eine differenziertere Beobachtung, Begründung und Erklärung.

Zitat
Ein Grüner aus dem linken Flügel der Jugendpartei (vielleicht ist das auch das selbe) gibt einen Stuss von sich und als Konsequenz darf sich die ganze Grüne Partei anhören Linksextrem zu sein.
Habe ich das getan? Ich meine nicht. Aber wie war es denn mit "Ganz Berlin hasst die CDU?"

Ne, hast du nicht. Aber es ist meine Beobachtung vom öffentlichen Diskurs. Die CDU scheint dieses Problem zu haben, seit oder wenn sie sich nicht von der AFD abgerenzt. Aber wir reden hier von einer ganz anderen zeitlichen Dimension. Trotzdem heiße ich es nicht gut, wenn der Merz von Links als Faschist oder ähnliches bezeichnet wird. Ich konnte die Entrüstung nachvollziehen, als Merz mitten im Wahlkampf für nichts und wieder nichts mit der AFD zusammen arbeitet. Am Ende hat es ihm sogar geschadet. Sowohl an den Urnen, als auch in der Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner. Aber gleichzeitig finde ich nicht jedes Plakat und jede Aussage gut, was durch Berlin getragen wird.

Zitat
Gleiches gilt auch ab und zu für die SPD und natürlich für die Linke.
Die Linkspartei ist mMn. linksextrem, die ist kein Stück besser als die AfD von der anderen Seite. Deren Entgleisungen werden nur kleingeredet. Bei der SPD habe ich das große Problem, dass sich da immer noch so viele Putinsympathisanten tummeln, das wiederum ist bei den Grünen ganz und gar nicht der Fall, die haben aber imho ein großes Problem mit ihrer Aversion gegen Deutschland.
Was sind die Kriterien, die dich bei den Linken zu diesem Schluss bringen lassen?

Zitat
Bei Dzienus ist das zum Beispiel der Fall. Seine Aussage ist von den obersten Vertretern der Partei scharf kritisiert und eingeordnet worden.
Mir war nicht bewusst, dass ich das auf die ganze Partei verallgemeinert hätte.

Du sagst das zum zweiten Mal. Was war den der Grund, dass du das Beispiel angebracht hast? Eine News kann es nicht gewesen sein. Die Sache ist vier Monate her.
Du hast das im Kontext gesagt, dass die linke Seite sich als die Lieben, die moralisch besseren, die toleranten darstellt. Und dann hast du als weitern Fall die Aussage von dem Grünen genannt und was dazu noch gesagt wurde.
Ich habe es als Beispiel genommen, in dem ein Mensch in einer Partei einen linksradiaklen Spruch von sich gibt, was für mich nicht gleich die ganze Partei mit einfärben muss. Ich habe dir dabei gar nicht unterstellt, dass du das annehmen würdest. Es klingt so, als hättest du das ganz außerhalb jeglichen Kontextes gesagt und wäre jetzt nicht mehr mit der Thematik zu verbinden. Wozu hast du es genannt, wenn es keine Gesprächsgundlage ist?


Zitat
Ist das für dich eine sehr große Gefahr, dass es so Stimmen gibt?
Ich halte linksradikal bis -extrem für die größere Gefahr für die Demokratie als die AfD. Warum? Weil solche Positionen bei SPD und Grünen anschlussfähig sind, da gibt es keine "Brandmauer" nach links, da wird in den Ländern schon munter mit der Linkspartei - die die direkte Nachfolgepartei der SED ist - koaliert und gemeinsame Sache gemacht. Und es scheint auch nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Linkspartei die größte dieser drei Parteien ist und in einer Koalition den Ton angeben wird.

Das ist für mich auch ein Fall von Doppelmoral, die Ideologien, die auf dem Marxismus basieren sind für mich kein bisschen besser als der Faschismus/Nationalsozialismus, durch beide wurden weltweit unglaubliche Leichenberge aufgetürmt.

Was sind für dich typische linke Ideen und Forderungen, die eine Gefahr für die Demokratie darstellen und die die SPD und Grünen mittragen würden?

Wie kommst du zu dem Schluss, dass die Linkspartei die AFD überholen könnte?

Und nein, das bedeutet nicht, dass die Union mit der AfD koalieren sollte.

Ich glaube auch nicht, dass die AfD eine Bundestagswahl mit 50% gewinnen wird, sollte das drohen, wird sie vorher verboten. Falls das geschieht, dann bekommen wir hier imho eine autoritäre Linksregierung, was kein bisschen besser wäre als eine autoritäre AfD-Regierung. Deswegen wünsche ich Merz den größtmöglichen Erfolg, auch wenn ich eigentlich kein CDU-Sympathisant bin, leider hat sich die FDP aber zu sehr selber geschadet, ich befürchte, das wird kein erneutes Comeback mehr geben.
Ich hoffe, dass du recht hast und sehe das genau so. Ich sehe die Gefahr, die von der AFD ausgeht, gerade als höher. Meine Kritik an der Linken steht daneben.


Ich verstehe nicht die Kausalität zwischen einem Verbot der AFD und einer darauf folgenden autoritäten Linksregierung. Woher kommt in dem Fall die Wählerunterstützung? Oder meinst du, dass ohne AFD die komplette Parteienlandschaft inklusive der CDU nach autorität links kippt?


Ich finde den Vergleich zwischen Marxismus und Faschismus nicht passend. Marxismus hat in vielen Regimen zu Faschismus geführt, in dem die Theorie radikal und diktatorisch umgesetzt wurde. Aber ist das im Sinne der Theorie was zum Beispiel unter Stalin oder Mao entstand? Marx will eine klassenlose Gesellschaft. Umgesetzt wurde die Alleinherrschaft einer Partei. Marx will die Auflösung des Staates. Umgesetzt wurde ein Überwachungs- und Repressionsstaats. Marx will die Emanzipation der Arbeiterklasse. Umgetzt wurde die Unterdrückung aller Oppositionen (auch Arbeiter). Marx propagiert keine völkische Ideologie. Umgesetzt wurde eine völkische Instrumentalisierung.

Ich kenne mich mit Marx zu wenig aus, um viel zu argumentieren. Deswegen bleibe ich an der Oberfläche. Im Vergleich hat der Faschismus und der Nationalsozialismus als unterschied, dass die Theorie und die Praxis übereinstimmen. Es gibt keine gut gemeinte friedliche Theorie vom netten Faschisten. Das mit den Ideen von Marx eine Menge schlechter Regieme entstanden stimmt. Aber liegt das an den Ideen von Marx oder an ihrer Pervertierung?
Man kann Marx kritisch sehen und wie gesagt, ist mein Wissen da nicht tief. Aber so weit ich weiß hat er nie Ideen wie Terror, Gulag oder Personenkult gefordert, die man in später entstanden Regimen wiederfindet und als Marxismus erklärte.



Zitat
Ich sehe das von Links bis CDU bei jeder Partei so, wobei ich die Linke in diesem Spektrum mit Abstand am kritischsten sehe.
AfD, Linkspartei, BSW, das sind für mich keine Parteien, die für einen Demokraten wählbar wären, die aber laut Umfrage gemeinsam schon auf fast 40% der Stimmen kommen. Ich finde das furchtbar, weil es vor allen Dingen komplett vermeidbar gewesen wäre. Was ich in allererster Linie Merkel ankreide, die ist im Grund an allen Krisen der letzten paar Jahre Schuld. Gut, an Corona nicht, aber an der autoritären Durchsetzung von zweifelhaften Maßnahmen (zB. Jagdszenen im Park) schon. Und deren Personal hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert, die beweisvernichtende von der Leyen hat man nach Brüssel abgeschoben, mit der Folge, dass die Politik der EU auch immer bekloppter wird.


Zitat
Siehst du die AFD und die Linke in dieser Qualität gleich auf?
Wenn du die Linkspartei meinst, dann ja.
Ein Beispiel:
„Energiewende ist auch nötig nach 'ner Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen. Na ja, is' so!“ Die Versammlungsleiterin unterbricht die junge Frau, weil ihre Redezeit abgelaufen ist. Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger, der auf der Bühne sitzt, reagiert nur mit einem einzigen Satz: „Ich möchte nur sagen: Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.“ Der Saal reagiert mit Beifall und Lachen.
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/linke-zur-energiewende-ein-prozent-der-reichen-erschiessen-16662124.html

Haha, sehr lustig. Ja, danach gab es auch Kritik an Riexinger, aber sowas sind linksaußen keine Einzelstimmen, es ist halt nur selten, dass es so offen ausgesprochen wird. Das sieht man dann aber auch an den Demos, "Eat the rich", "System Change", "ACAB", von den imho ekelerregend antisemitischen "Free Palestine"-Demos, wo auch viele Linke mitlaufen oder sie sogar selber organisieren, gar nicht erst zu reden. Frau Roth ist mal bei einer Demo mitgelaufen, wo "Deutschland, du mieses Stück Scheiße" gegröhlt wurde, hat sie angeblich nicht mitbekommen. Man stelle sich vor, ein führender Unionspolitiker würde bei einer Demo mitlaufen, wo dann der Gigi d'Agostino Song mit dem "tollen" Text gegröhlt würde und er würde diese Demo nicht verlassen. Das gäbe einen gewaltigen Shitstorm, auch in den Medien. Zurecht, aber bei linken Politikern gibt es so einen Shitstorm nicht, da wird immer alles kleingeredet. Doppelmoral.


Danke für deine Einschätzung.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Doppelmoral da ist, von der du sprichst. Es ist allerdings schwer einen objektiven Blick zu bewahren. Ich würde sagen, dass Roth ungefähr genau so viele Shitstürme hat wie der durchschnittliche CDU-Politiker. Aber ich führe keine Strichliste.
Weil ich hätte nämlich gesagt, dass das es damals ein Shitstorm gab. Mit Strafanzeigen, Kritik aus allen Richtungen, medialer Aufmerksamkeit, Morddrohungen und allem möglichen. Ab wann ist ein Shitstorm ein Shitstorm?

Zitat
Ein "Problem" für mich an den Videos an den Universäten ist, dass er oft in Rethorik und den passenden Argumenten dem Gegenüber Haus hoch überlegen war. Vor allem, wenn es konfrontativ wurde.
Das kam auch immer auf den Gesprächspartner an, wenn da ein Collegestudent ankam und meinte, Kirk wäre nicht gebildet, weil er ja keinen Collegeabschluss hat, dann hat er so einen genüsslich auseinander genommen. Aber ja, prinzipiell war es schon ein bisschen "weird", dass da ein erwachsener Mann mit halben Kindern diskutiert hat. Ihm ging es aber imho nicht darum, sein Ego an sowas zu befriedigen, sondern um die Ideologie, die an den Colleges und Unis verbreitet wird, deren Kurse die Studenten bzw. deren Eltern sehr teuer bezahlen müssen, die am Arbeitsmarkt aber ziemlich wertlos sind und auch keine Fakten oder Allgemeinbildung vermitteln, vorzuführen. Das wollte Kirk imho demonstrieren und den Kids vor Augen halten, dass sie mit solchen Inhalten Zeit und Geld verschwenden. Er hat nicht gesagt, höhere Bildung ist schlecht, er hat gesagt, dass die momentan vermittelte höhere Bildung oftmals schlecht ist.
Wie gesagt, ich wollte ihm da in keiner weise etwas unterstellen. Das war reine Bewertung des Contents auf Youtube. Der ist oft langweilig und unrelevant, weil ihm gegenüber ein stotternder Teenager steht. Das macht den Diskurs nicht unwichtig oder negativ. Aber ganz viele Videos sind guckt man sich an und sieht nicht viel.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.September 2025, 12:42:25
Dazu gehört eine differenziertere Beobachtung, Begründung und Erklärung.
Das ist gelaufen, der "Kampf gegen Rechts" ist durch, kein konservativer Politiker wird sich jemals wieder selber als rechts bezeichnen, mit rechts wird automatisch rechtsradikal oder gar rechtsextrem assoziiert.

Zitat
Ich konnte die Entrüstung nachvollziehen, als Merz mitten im Wahlkampf für nichts und wieder nichts mit der AFD zusammen arbeitet
Ich nicht, weil Merz nicht mit der AfD zusammengearbeitet hat. Das war auch wieder so ein unsägliches Framing von linken Medien und Politikern.

Warum ist man eigentlich nicht entrüstet, wenn SPD und Grüne tatsächlich mit der Linkspartei zusammenarbeitet? Die sind die direkten Nachfolger der DDR-SED, die für viel Elend verantwortlich war.

Zitat
Was sind die Kriterien, die dich bei den Linken zu diesem Schluss bringen lassen?
Die linksextreme Ideologie, der sie anhängen?

Zitat
Was war den der Grund, dass du das Beispiel angebracht hast?
Um die Doppelmoral vieler Linker aufzuzeigen, da steht die Ideologie über allem.

Zitat
Was sind für dich typische linke Ideen und Forderungen, die eine Gefahr für die Demokratie darstellen und die die SPD und Grünen mittragen würden?
Ich weiß nicht, wie weit SPD und Grüne wirklich mitgehen würden, aber auch da gibt es weit links stehende Flügel, die schon hart an der Demokratie kratzen.

Typische Ideen und Forderungen von linksaußen sind zum Beispiel Enteignungen, sei es direkt und mit nur geringen Entschädigungszahlungen oder via extrem hohen Steuern und Abgaben. Die Meinungsfreiheit immer weiter einschränken zu wollen, sehe ich auch sehr kritisch. Open Borders würde das heutige Deutschland zerstören. Dass die Linkspartei natürlich aus der NATO raus- und sich Putin an den Hals werfen will, halte ich auch für existenzbedrohend. Dazu der ideologische Unterbau, der mit der FDGO so viel zu tun hat wie Rosenzucht auf dem Mond.

Zitat
Wie kommst du zu dem Schluss, dass die Linkspartei die AFD überholen könnte?
Nicht die AfD, sondern SPD und Grüne.

Zitat
Ich verstehe nicht die Kausalität zwischen einem Verbot der AFD und einer darauf folgenden autoritäten Linksregierung.
Ich würde meinen, dass die AfD-Wähler nach einem Verbot nicht wieder brav CDU oder SPD wählen werden, sondern sich eine andere Protestpartei suchen würden. Die Ostalgiker würden dann die Linkspartei wählen, die anderen vermutlich BSW. Und dann bekommen wir vermutlich einen Bundeskanzler, den die Linkspartei als stärkste Partei stellen wird.

Zitat
Ich finde den Vergleich zwischen Marxismus und Faschismus nicht passend.
Ich habe keinen Vergleich getätigt. Die Ideologien, die aus dem Marxismus entsprungen sind, sind kein Deut besser als der Faschismus und der Nationalsozialismus.
Der Marxismus lässt sich mMn. ohne einen autoritären Staat nicht durchsetzen und dieser autoritäre Staat lässt sich nur durch eine Revolution, die die alte Gesellschaftsordnung wegfegt.
Schon die Grundlage dieser Ideologie - das arme, ausgebeutete Proletariat - gibt es im heutigen Sozialstaat aber nicht mehr.

Zitat
Marxismus hat in vielen Regimen zu Faschismus geführt, in dem die Theorie radikal und diktatorisch umgesetzt wurde. Aber ist das im Sinne der Theorie was zum Beispiel unter Stalin oder Mao entstand?
??? Habe ich das jetzt richtig verstanden, Marxismus hat zu Faschismus geführt (inkl. dem Dritten Reich?), aber nicht zu Stalin und Mao?

In der Sowjetunion gab es doch bis auf eine kleine Elite die klassenlose Gesellschaft, die Produktionstmittel waren vergesellschaftet, die Marx'sche "Diktatur des Proletariats" wurde von Lenin mit der KPdSU als organisierte politische Herrschaft der Arbeiterklasse umgesetzt.

Zitat
Marx will...
Wie gesagt, diese Ideologie benötigt mMn. einen autoritären Staat, der die Ideologie umsetzt, weil sie konträr zu den Interessen des Individuums ist.

Zitat
Das mit den Ideen von Marx eine Menge schlechter Regieme entstanden stimmt. Aber liegt das an den Ideen von Marx oder an ihrer Pervertierung?
Die Ideen von Marx lassen sich mit den heutigen Menschen nicht umsetzen, deswegen gab es ja auch die Bestrebungen den sozialistischen "neuen Menschen" zu erschaffen, nicht durch "Züchtung" sondern durch Indoktrination schon von der Kindheit an. Und damit schließt sich im Grunde der Kreis zum heutigen linken Hypermoralismus, der auch im autoritären Gewand daherkommt.

Zitat
Ich bin mir nicht sicher, ob die Doppelmoral da ist, von der du sprichst.
Ich schon, dazu muss man sich eigentlich nur die mediale Resonanz ansehen. SPDler und vor allen Dingen Grüne werden nur selten in den Medien kritisiert und ist der Bockmist noch so groß, während auf der anderen Seite alles maximal aufgeblasen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.September 2025, 14:11:05
Dazu gehört eine differenziertere Beobachtung, Begründung und Erklärung.
Das ist gelaufen, der "Kampf gegen Rechts" ist durch, kein konservativer Politiker wird sich jemals wieder selber als rechts bezeichnen, mit rechts wird automatisch rechtsradikal oder gar rechtsextrem assoziiert.
Jup.

Zitat
Ich konnte die Entrüstung nachvollziehen, als Merz mitten im Wahlkampf für nichts und wieder nichts mit der AFD zusammen arbeitet
Ich nicht, weil Merz nicht mit der AfD zusammengearbeitet hat. Das war auch wieder so ein unsägliches Framing von linken Medien und Politikern.

Warum ist man eigentlich nicht entrüstet, wenn SPD und Grüne tatsächlich mit der Linkspartei zusammenarbeitet? Die sind die direkten Nachfolger der DDR-SED, die für viel Elend verantwortlich war.

Weil der AFD in Themen Migration ein völkische nationalistsche Werte zugeordnet werden und es bei der gemeinsam Abstimmung genau darum ging. Zusammenarbeit war von mir ein falscher Begriff. Es war ja keine Arbeit...

Zitat
Was sind die Kriterien, die dich bei den Linken zu diesem Schluss bringen lassen?
Die linksextreme Ideologie, der sie anhängen?
Wie äußert die sich?

Zitat
Was war den der Grund, dass du das Beispiel angebracht hast?
Um die Doppelmoral vieler Linker aufzuzeigen, da steht die Ideologie über allem.
Dann habe ich das Beispiel ja genau richtig verwendet.

Oder was ist die Doppelmoral?

Zitat
Was sind für dich typische linke Ideen und Forderungen, die eine Gefahr für die Demokratie darstellen und die die SPD und Grünen mittragen würden?
Ich weiß nicht, wie weit SPD und Grüne wirklich mitgehen würden, aber auch da gibt es weit links stehende Flügel, die schon hart an der Demokratie kratzen.

Typische Ideen und Forderungen von linksaußen sind zum Beispiel Enteignungen, sei es direkt und mit nur geringen Entschädigungszahlungen oder via extrem hohen Steuern und Abgaben. Die Meinungsfreiheit immer weiter einschränken zu wollen, sehe ich auch sehr kritisch. Open Borders würde das heutige Deutschland zerstören. Dass die Linkspartei natürlich aus der NATO raus- und sich Putin an den Hals werfen will, halte ich auch für existenzbedrohend. Dazu der ideologische Unterbau, der mit der FDGO so viel zu tun hat wie Rosenzucht auf dem Mond.

Bei der Außenpolitik stimme ich dir zu, aber das ist nicht antidemokratisch. Enteigung und Steuern sind eher antikapitalistisch, als antidemokratisch. Muss man trotzdem nicht mögen. Open Borders wird nur antidemokratisch, wenn man wirklich damit das klare Ziel verfolgt das Land zu zerstören. Die Einschätzung Teile ich aktuell nicht und die Hürde das zu "beweisen" wird sehr hoch sein.
Ich verstehe total, dass du gegen all die Punkte bist. Aber das ist nicht antidemokratisch. Wo ist den die Demokratie angekratzt? Aussagen wie, dass die Reichen erschossen werden sollen ist antidemokratisch. Oder, dass politisch motivierte Gewaltstraftäter auf freie Fuß soll. 
Das sind politische Forderungen und du machst dir Sorgen, dass sie umgesetzt werden. Ich stimme dir teilweise zu. Aber so drastisch sehe ich das nicht, dass ich die demokratische Legitimation abspreche.


Zitat
Wie kommst du zu dem Schluss, dass die Linkspartei die AFD überholen könnte?
Nicht die AfD, sondern SPD und Grüne.

Dein Gedanke ist, dass die Linke die größte Partei in der Gruppe Linke, AFD und BSW ist und es dann keine Abgrenzung von Grün und SPD nach links gibt? 

Das halte ich für eine Spekulation. Und auch für eine Unterstellung, dass Grüne und SPD linksradikale, autoriäre, demokratiegefährdente oder was auch immer für Ideen von den Linken mittragen würden. Das ist wie der heutige generall Verdacht, dass die CDU mit der AFD könnte. Die sind sich eben nah. Aber wichtig ist: Könnte. Sie macht es halt nicht. Und da wird zumindest in den Medien auch nichts demonisiert.
Was bleibt ist der Blick auf die Gesellschaft, dass gegen rechts lauter geschrien wird und die CDU unter der stärkeren Beobachtung zu stehen scheint. Da gebe ich dir recht. Aber unsere nahe Geschichte zeigt, dass der Wind auch schnell die Richtung ändern kann. Und am Ende ist interessant, was in den Parteien passiert. Da sehe ich zumindest keine der angesprochenden Tendenzen bei SPD und Grün. Falls dir das anders geht, würden mich Beispiele interessieren. 


Zitat
Ich verstehe nicht die Kausalität zwischen einem Verbot der AFD und einer darauf folgenden autoritäten Linksregierung.
Ich würde meinen, dass die AfD-Wähler nach einem Verbot nicht wieder brav CDU oder SPD wählen werden, sondern sich eine andere Protestpartei suchen würden. Die Ostalgiker würden dann die Linkspartei wählen, die anderen vermutlich BSW. Und dann bekommen wir vermutlich einen Bundeskanzler, den die Linkspartei als stärkste Partei stellen wird.

Das glaube ich nicht. Die AFD ist so gegen die Linke eingeschossen, wie die Linke gegen die AFD. Ich sehe da wenig Potential für eine Wanderung. Zum BSW schon eher. Ich vermute, es würde sich eine neue Partei finden lassen. Rechtspopulismus ist ein Erfolgskonzept der letzten 10 Jahre. Warum sollte das ein Vakuum bleiben, wen die AFD weg ist? Die CDU schließt du ja als Füllung aus. Der AFD-Wähler wird nicht mehr brav zur CDU gehen. Daraus folgt aber der Schluss das sie das Vakuum nicht besetzen kann.


Zitat
Ich finde den Vergleich zwischen Marxismus und Faschismus nicht passend.
Ich habe keinen Vergleich getätigt. Die Ideologien, die aus dem Marxismus entsprungen sind, sind kein Deut besser als der Faschismus und der Nationalsozialismus.
Der Marxismus lässt sich mMn. ohne einen autoritären Staat nicht durchsetzen und dieser autoritäre Staat lässt sich nur durch eine Revolution, die die alte Gesellschaftsordnung wegfegt.
Schon die Grundlage dieser Ideologie - das arme, ausgebeutete Proletariat - gibt es im heutigen Sozialstaat aber nicht mehr.
Ich habe den Vergleich getätigt. Marxismus führte zu Regimen, die mit Faschismus und Nationalismus vergleichbar sind. Aber nicht jede Idee des Marxismus führt automatisch und natugegeben zu einem solchen Regime. Das ist aber ein allgemeiner logischer Schluss der mit Marxismus nicht viel zu tun hat.

Wenn der Marxismus in seiner Reinform nur mit einem autoritären Staaten zu machen ist, ist die Theorie in ihrerm Ganzen unbrauchbar. Aber das gilt nicht für einzelne Ideen. Und hier unterscheiden sich eine Theorie, die nicht den autoritären Staat im Sinn hat von dem Orginalprodukt.


Zitat
Marxismus hat in vielen Regimen zu Faschismus geführt, in dem die Theorie radikal und diktatorisch umgesetzt wurde. Aber ist das im Sinne der Theorie was zum Beispiel unter Stalin oder Mao entstand?
??? Habe ich das jetzt richtig verstanden, Marxismus hat zu Faschismus geführt (inkl. dem Dritten Reich?), aber nicht zu Stalin und Mao?

In der Sowjetunion gab es doch bis auf eine kleine Elite die klassenlose Gesellschaft, die Produktionstmittel waren vergesellschaftet, die Marx'sche "Diktatur des Proletariats" wurde von Lenin mit der KPdSU als organisierte politische Herrschaft der Arbeiterklasse umgesetzt.

Ich habe den Statz verhaspelt, sorry. Der Faschismus blieb im Satz übrig und hat damit nichts zu tun.
Marxismus hat zu vielen radikal und diktatorisch Regimen geführt, die dem Faschismus ähneln. Aber ist das im Sinne der Theorie was zum Beispiel unter Stalin oder Mao entstand?

Ja, stimmt. Aber da gab es eben die kleine Elite. Marxismus ist auch Ablehung von Unterdrückung. Das passt nicht zusammen. Nicht alles was Stalin in seinem Staat aufgebaut hat ist durch Marxismus in der Theorie abgedeckt. Statt einer Auflösung gab es einen konzentrierten zentralistischen Staat. Statt klassenloser Gesellschaft gab es Personenkult und Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft. Statt Internationaler Soldiarität gab es nationalen Fokus. Statt Kontrolle durch Arbeiter geb es Unterdrückte Oppositionen.

Ich will den Marxismus nicht verteidigen. Wie du oben sagst, ist das keine Theorie die man in die Praxis umsetzen kann. Und dann wäre noch die Frage, wenn es doch ginge, ob es überhaupt erstrebenswert wäre....
Aber die grundlegende Bewertung funktioniert für mich zumindest nicht, wenn man sich ein Regime ansieht, dass die Theorie umgesetzt hat und jede Menge dazu gemacht hat was von der Theorie nicht abgedeckt wird. Das liegt doch erstmal nicht an der Theorie, sondern an der Adaption in die Praxis.
 
Wenn ich dir ein Handbuch zum Schrank zusammenbauen gebe und du machst alle möglichen extra Schritte und lässt ein paar andere Sachen und kommst am Ende zu einem schlechten Ergebnis, lass es nicht am Handbuch aus. Dabei spielt es sogar nicht mal eine Rolle, ob das Handbuch an und für sich schlecht war. In dem Fall fehlt die Objektivität und vor allem kann man gar nicht mehr neutral über das Handbuch reden. Weil du denkst die ganze Zeit an den Schrank.

Und damit komme ich zum Schluss, dass man heute durchaus marxistische Ansätze und Ideen verfolgen kann die trotzdem demokratisch sind. Es ist ein Spannungsverhältniss. Es kommt auf die Interpretation und die politische Umsetzung an. Ideen des Nationalsozialismus oder der Faschismus können dagegen nicht demokratisch umgesetzt werden.


Zitat
Marx will...
Wie gesagt, diese Ideologie benötigt mMn. einen autoritären Staat, der die Ideologie umsetzt, weil sie konträr zu den Interessen des Individuums ist.

Zitat
Das mit den Ideen von Marx eine Menge schlechter Regieme entstanden stimmt. Aber liegt das an den Ideen von Marx oder an ihrer Pervertierung?
Die Ideen von Marx lassen sich mit den heutigen Menschen nicht umsetzen, deswegen gab es ja auch die Bestrebungen den sozialistischen "neuen Menschen" zu erschaffen, nicht durch "Züchtung" sondern durch Indoktrination schon von der Kindheit an. Und damit schließt sich im Grunde der Kreis zum heutigen linken Hypermoralismus, der auch im autoritären Gewand daherkommt.

Ich sehe es als ein ziemlich negatives Bild diesen Kreis zu schliesen und damit zwischen Situationen in der Sowjetunion, der DDR, China oder Kuba mit dem heutigen politischen Diskurs in Verbindung zu bringen.
Weil wo beginnt und endet eine gesellschaftliche Debatte?


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.September 2025, 17:17:46
Weil der AFD in Themen Migration ein völkische nationalistsche Werte zugeordnet werden und es bei der gemeinsam Abstimmung genau darum ging.
Merz ging es nicht um "völkische nationalistsche Werte" sondern um eine Begrenzung der Migration, ein Problem, das sehr viele Wähler gelöst haben wollen.
Man kann nicht auf vernünftige Politik verzichten, nur weil die AfD eventuell zustimmen könnte.

Aber nochmal:
Warum ist man eigentlich nicht entrüstet, wenn SPD und Grüne tatsächlich mit der Linkspartei zusammenarbeitet? Die sind die direkten Nachfolger der DDR-SED, die für viel Elend verantwortlich war.

Zitat
Wie äußert die sich?
In den Leichenbergen, die Leute wie Stalin, Mao und PolPot hinterlassen haben.

Zitat
Oder was ist die Doppelmoral?
Wie kann ich mich denn als moralischer Mensch hinstellen und Freiheit für jemand fordern, der rechtskräftig wegen multiplen Mordversuchen verurteilt wurde? Das passt in meinem Weltbild nicht zusammen, auch wenn die Opfer Rechtsextreme waren.

Zitat
Enteigung und Steuern sind eher antikapitalistisch, als antidemokratisch.
Das Recht auf Eigentum ist ein Menschenrecht. Ja, es darf Enteignungen geben, aber nur zum Wohle der Gesellschaft. Unternehmen, die Wohnungen vermieten oder die Jobs schaffen und erhalten, haben die Sozialbindung ihres Eigentums erfüllt.

Zitat
Open Borders wird nur antidemokratisch, wenn man wirklich damit das klare Ziel verfolgt das Land zu zerstören.
Ein definiertes Staatsgebiet mit definierten Grenzen ist ein konstituierendes Merkmal für einen Staat, fiele das durch Open Borders weg, gäbe es diesen Staat nicht mehr.

Zitat
Aber so drastisch sehe ich das nicht, dass ich die demokratische Legitimation abspreche.
Das finde ich jetzt widersprüchlich, weil du zwei Sätze vorher noch etwas anderes geschrieben hast.

Zitat
Dein Gedanke ist, dass die Linke die größte Partei in der Gruppe Linke, AFD und BSW ist und es dann keine Abgrenzung von Grün und SPD nach links gibt? 
??? Die Linkspartei wird imho nach einem AfD-Verbot die stärkste Partei der Gruppe Linkspartei, SPD und Grüne.

Zitat
Und auch für eine Unterstellung, dass Grüne und SPD linksradikale, autoriäre, demokratiegefährdente oder was auch immer für Ideen von den Linken mittragen würden.
Ich hatte geschrieben, dass ich nicht weiß, wie weit SPD und Grüne in so einem Fall mitgehen würden. Frau Faeser ist in Sachen Meinungsfreiheit mit dem Verbot von diesem rechten Blättchen schon sehr weit gegangen und wurde deswegen vom Bundesverfassungsgericht geohrfeigt. In Sachen Enteignungen glaube ich auch nicht an großen Widerstand in der SPD und bei den Grünen, solange es nur die Richtigen trifft.

Zitat
Das glaube ich nicht.
Warten wir es ab. Wie gesagt, ich wünsche Merz allen Erfolg dieser Welt und dass die radikalen und extremen Parteien allesamt im Orkus verschwinden.

Zitat
Die AFD ist so gegen die Linke eingeschossen, wie die Linke gegen die AFD.
Der Hauptfeind der AfD ist die Union, die stehen zwischen denen und dem Kanzlersessel. Links kann die AfD zwar auch Wähler gewinnen, aber nicht so viele wie von der Union.

Zitat
Die CDU schließt du ja als Füllung aus.
Die SPD hatte ich auch ausgeschlossen.

Zitat
Wenn der Marxismus in seiner Reinform nur mit einem autoritären Staaten zu machen ist, ist die Theorie in ihrerm Ganzen unbrauchbar.
Ja, das ist die Erkenntnis, die man aus der Geschichte ziehen kann.

Zitat
Aber das gilt nicht für einzelne Ideen.
Marxismus light? Wie soll das funktionieren und welche marxistischen Ideen sollen das sein, die nicht schon längst durch die sozialem Marktwirtschaft abgedeckt sind?

Zitat
Aber ist das im Sinne der Theorie was zum Beispiel unter Stalin oder Mao entstand?
Theorien sind nichts, nur Ideen, Gedanken und Worte, erst wenn sie von Menschen in die Tat umgesetzt werden, haben sie Substanz, nicht umsonst heißt es "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen". Man kennt das Narrativ, der Marxismus wurde pervertiert und missbraucht, beim nächsten Mal wird alles besser, versprochen. Sei mir nicht böse, wenn ich das nicht glaube, die marx. Ideologien haben bisher immer nur für Armut und Elend gesorgt, ich kann auf einen weiteren Versuch in Deutschland verzichten.

Zitat
Aber da gab es eben die kleine Elite.
Jede Organisation muss irgendwie angeführt werden, irgendjemand muss die Richtung vorgeben, irgendjemand muss Entscheidungen treffen. Marxismus ist eine Utopie, die einen Menschen voraussetzt, der die sozialistischen Ideale Solidarität, Gleichheit und Kollektivität lebt, der sich stets nach den Vorgaben der sozialistischen Moral richtet (https://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote_der_sozialistischen_Moral_und_Ethik), der klug, gebildet und stets fleißig (Held der Arbeit) ist, der immer gerecht ist und seine Bedürfnisse hinten anstellt.

Zitat
Das liegt doch erstmal nicht an der Theorie, sondern an der Adaption in die Praxis.
Wenn die Theorie den Webfehler hat, dass sie nur durch Gewalt und Unterdrückung umgesetzt werden kann, dann liegt es an der Theorie.
 
Zitat
Und damit komme ich zum Schluss, dass man heute durchaus marxistische Ansätze und Ideen verfolgen kann die trotzdem demokratisch sind.
Ich komme zum gegenteiligen Schluss, alleine schon die "Revolution" die nötig ist, um "den Kapitalismus zu überwinden" und die "DIKTATUR des Proletariats" zu verwirklichen, ist mit einer FDGO und den Menschenrechten unvereinbar. Ein bisschen Marxismus gibt es auch nicht, das wäre wie ein "bisschen schwanger".

Zitat
Aber liegt das an den Ideen von Marx oder an ihrer Pervertierung?
An der Theorie.

Zitat
Weil wo beginnt und endet eine gesellschaftliche Debatte?
Die Debatte endet dort, wo die eine Seite die Diskurshoheit errungen hat und der Gegner mundtot gemacht wird. Noch ist das in Deutschland nicht so weit, es gibt aber sehr wohl solche Bemühungen.

Oder die Debatte endet, um auch den Kreis zu Kirk zu schließen, wenn man den mit der anderen Meinung erschießt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.September 2025, 17:20:38
Sonst haben auch die Wähler ein Problem. Denn das Volk wünscht sich derzeit mehrheitlich eine rechtere Politik. Das gilt bei den drängensten Themen (für rechte Wähler) übrigens m.W.n. auch für SPD-Wähler. Und wenn die CDU in einer Koalition nicht liefern kann, dann richten sich die Wähler eher weiter nach rechts aus.
ja, das ist die große Gefahr, sollte die Merz-Regierung daran scheitern, die Politik wieder ein Stück weit nach rechts zu rücken. In Sachen Einreise hat man ja schon die Bremse reingehauen, das halte ich für einen großen Erfolg in so kurzer Zeit, als nächstes muss imho die Wirtschaft schnellstens aus der Krise geholt werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.September 2025, 18:05:34
Weil der AFD in Themen Migration ein völkische nationalistsche Werte zugeordnet werden und es bei der gemeinsam Abstimmung genau darum ging.
Merz ging es nicht um "völkische nationalistsche Werte" sondern um eine Begrenzung der Migration, ein Problem, das sehr viele Wähler gelöst haben wollen.
Man kann nicht auf vernünftige Politik verzichten, nur weil die AfD eventuell zustimmen könnte.

Aber nochmal:
Warum ist man eigentlich nicht entrüstet, wenn SPD und Grüne tatsächlich mit der Linkspartei zusammenarbeitet? Die sind die direkten Nachfolger der DDR-SED, die für viel Elend verantwortlich war.


Weil die Linken heute nicht mehr mit antidemokratischer Haltung verbunden werden, wie es die AFD gerade wird. Die Grünen konnten in den späten 70er auch antidemokratisch bewerten werden und davon ist heute nicht mehr viel übrig. Oder darf sich eine Parteie über die Zeit nicht verändern und neu orientieren? Die Geschichte der Linke wird meiner Meinung nach intern und extern kontrovers diskutiert. Aber zum Beispiel hat sich die Link von der DDR distanziert und erkennt sie als Unrechtstaat an. Die AFD kann sich nicht mal von den heute existierenden Nazis in der eigenen Reihe lösen. Sind das nicht Punkte die man unterschiedlich bewerten muss?

Zitat
Wie äußert die sich?
In den Leichenbergen, die Leute wie Stalin, Mao und PolPot hinterlassen haben.

Was hat die Partei der Linken mit den Leichenbergen von Stalin, Mao und Palpot zu tun?


Zitat
Oder was ist die Doppelmoral?
Wie kann ich mich denn als moralischer Mensch hinstellen und Freiheit für jemand fordern, der rechtskräftig wegen multiplen Mordversuchen verurteilt wurde? Das passt in meinem Weltbild nicht zusammen, auch wenn die Opfer Rechtsextreme waren.

Kann man nicht. Darf man nicht. Aber die Partei hat sich davon distanziert. Hat das keinen Wert für dich, dass ein Mensch eine dumme Aussage macht und die Gruppe das versucht gerade zu rücken und sich klar dagegen positioniert? Ist die Gruppe auf Dauer befangen?

Zitat
Enteigung und Steuern sind eher antikapitalistisch, als antidemokratisch.
Das Recht auf Eigentum ist ein Menschenrecht. Ja, es darf Enteignungen geben, aber nur zum Wohle der Gesellschaft. Unternehmen, die Wohnungen vermieten oder die Jobs schaffen und erhalten, haben die Sozialbindung ihres Eigentums erfüllt.
Ich bräuchte konkrete Forderungen der Linke (die sind mir wirklich nicht bekannt, ich habe mit der Linken nicht viel am Hut), um zu bewerten, ob etwas gegen das Wohl der Gesellschaft ist. Aber Enteignungen sind erstmal nicht demokratiefeindlich.

Zitat
Open Borders wird nur antidemokratisch, wenn man wirklich damit das klare Ziel verfolgt das Land zu zerstören.
Ein definiertes Staatsgebiet mit definierten Grenzen ist ein konstituierendes Merkmal für einen Staat, fiele das durch Open Borders weg, gäbe es diesen Staat nicht mehr.
Dazu brauche ich mehr Informationen. Hast du eine Quelle, in der die Linke erklärt was sie unter Open Borders versteht und das fordert?
https://en.die-linke.de/news/selected-news/detail/news/open-borders-for-people-in-need-instead-of-closing-them/ Das hier ist der einzige Link den ich in dem Zusammenhang auf die schnelle finde und da geht es um Open Borders für Menschen in Not (frei übersetzt).

https://www.die-linke.de/themen/flucht-und-migration/ Im Wahlprogamm finde ich keine Forderung zur Abschaffung der Grenzen.

Eine Google Suche zeigt mir keine zuverlässige oder vertrauenswürdige Quelle.

Was Chat GPT sagt ist.
Jein. Die Position der Partei Die Linke ist komplex und wird oft missverstanden oder verkürzt dargestellt. Hier eine differenzierte Übersicht:

Was Die Linke befürwortet (Stand: Parteiprogramm & offizielle Aussagen):

Offene Grenzen für Menschen in Not, also ein humanitäres Asylrecht.

Ablehnung von Abschottungspolitik, z. B. Frontex-Einsätze, EU-Grenzzaunpolitik.

Bleiberecht für Geduldete und Geflüchtete.

Legalisierung von Menschen ohne Papiere.

Kein Mensch ist illegal – ein Leitspruch, der auch von der Partei übernommen wurde.

Was Die Linke nicht explizit fordert:

Eine vollständige und bedingungslose Öffnung aller Grenzen im Sinne eines globalen „Open Borders“ ohne jede Regulierung.

Eine Abschaffung aller nationalstaatlichen Kontrollmöglichkeiten.



Das einzige was ich zu Open Border finden kann ist Schengen... Aber ich gehe davon aus, dass du Schengen nicht als demokratifeindlich ansiehst und das nicht gemeint war.

 
Zitat
Aber so drastisch sehe ich das nicht, dass ich die demokratische Legitimation abspreche.
Das finde ich jetzt widersprüchlich, weil du zwei Sätze vorher noch etwas anderes geschrieben hast.
Zwei Sätze vor diesem Satz war der Satz "Das sind politische Forderungen und du machst dir Sorgen, dass sie umgesetzt werden." Der steht mit dem von dir zitierten Satz meiner Meinung weder im Widerspruch noch im Zusammenhang.

Zitat
Dein Gedanke ist, dass die Linke die größte Partei in der Gruppe Linke, AFD und BSW ist und es dann keine Abgrenzung von Grün und SPD nach links gibt? 
??? Die Linkspartei wird imho nach einem AfD-Verbot die stärkste Partei der Gruppe Linkspartei, SPD und Grüne.

War keine besonders kluge Frage.  :angel: Aber danke, dass du sie mir trotzdem beantwortet hast.


Zitat
Und auch für eine Unterstellung, dass Grüne und SPD linksradikale, autoriäre, demokratiegefährdente oder was auch immer für Ideen von den Linken mittragen würden.
Ich hatte geschrieben, dass ich nicht weiß, wie weit SPD und Grüne in so einem Fall mitgehen würden. Frau Faeser ist in Sachen Meinungsfreiheit mit dem Verbot von diesem rechten Blättchen schon sehr weit gegangen und wurde deswegen vom Bundesverfassungsgericht geohrfeigt. In Sachen Enteignungen glaube ich auch nicht an großen Widerstand in der SPD und bei den Grünen, solange es nur die Richtigen trifft.

Drücken wir die Daumen, dass so etwas nicht passiert.

Zitat
Das glaube ich nicht.
Warten wir es ab. Wie gesagt, ich wünsche Merz allen Erfolg dieser Welt und dass die radikalen und extremen Parteien allesamt im Orkus verschwinden.
Ich schließe mich dem Wunsch an.

Denkst du den, dass die AFD verboten wird?

Zitat
Die AFD ist so gegen die Linke eingeschossen, wie die Linke gegen die AFD.
Der Hauptfeind der AfD ist die Union, die stehen zwischen denen und dem Kanzlersessel. Links kann die AfD zwar auch Wähler gewinnen, aber nicht so viele wie von der Union.

Politisch ja. Aber für die Wähler? Ich glaube nicht, dass die sich auf Gendern und Co einlassen. Die Gräben in den öffentlichen Räumen ist tief. Sagen wir es so, mich würde eine große Wählerbewegung von AFD zu links überraschen.

Zitat
Die CDU schließt du ja als Füllung aus.
Die SPD hatte ich auch ausgeschlossen.

Du hattest beide ausgeschlossn. Mit den Worten: "nach einem Verbot nicht wieder brav CDU oder SPD wählen werden". Falls du das nicht gemeint hast, will ich nichts gesagt haben.


Zitat
Aber das gilt nicht für einzelne Ideen.
Marxismus light? Wie soll das funktionieren und welche marxistischen Ideen sollen das sein, die nicht schon längst durch die sozialem Marktwirtschaft abgedeckt sind?
Man kann die Hürden für die Entstehung oder Teilhabe an einem Betriebsrat abbauen oder den Mindestlohn erhöhen. Man kann das auch völlig ohne Marx politisch erreichen. Aber das sind beides Maßnahmen, die von der Theorie abgedeckt werden.  Auch die Erbschafts- oder Reichensteuer könnte man durch die Theorien von Marx herleiten. Man kann sie aber auch sozialpolitisch oder wirtschaftspolitisch ohne Marx herleiten.

Zitat
Aber ist das im Sinne der Theorie was zum Beispiel unter Stalin oder Mao entstand?
Theorien sind nichts, nur Ideen, Gedanken und Worte, erst wenn sie von Menschen in die Tat umgesetzt werden, haben sie Substanz, nicht umsonst heißt es "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen". Man kennt das Narrativ, der Marxismus wurde pervertiert und missbraucht, beim nächsten Mal wird alles besser, versprochen. Sei mir nicht böse, wenn ich das nicht glaube, die marx. Ideologien haben bisher immer nur für Armut und Elend gesorgt, ich kann auf einen weiteren Versuch in Deutschland verzichten.
Naja, die marxistischen Ideen sind doch schon längst durch die soziale Marktwirtschaft abgedeckt.
Ich würde sagen, wir verhandeln jeden Tag verschiedenste politische Themen. Und Marx hat zu manchen davon mal ein Buch geschrieben.


Zitat
Das liegt doch erstmal nicht an der Theorie, sondern an der Adaption in die Praxis.
Wenn die Theorie den Webfehler hat, dass sie nur durch Gewalt und Unterdrückung umgesetzt werden kann, dann liegt es an der Theorie.
Das sehe ich anders. Nicht jede Theorie, die in der Praxis untauglich ist, ist automatisch in ihrer Gesamtheit nutzlos.

Zitat
Und damit komme ich zum Schluss, dass man heute durchaus marxistische Ansätze und Ideen verfolgen kann die trotzdem demokratisch sind.
Ich komme zum gegenteiligen Schluss, alleine schon die "Revolution" die nötig ist, um "den Kapitalismus zu überwinden" und die "DIKTATUR des Proletariats" zu verwirklichen, ist mit einer FDGO und den Menschenrechten unvereinbar. Ein bisschen Marxismus gibt es auch nicht, das wäre wie ein "bisschen schwanger".
Die marxistischen Ideen sind doch schon längst durch die soziale Marktwirtschaft abgedeckt.
Es gibt ja auch ein bisschen Kaynes und ein bisschen Smith, ein bisschen Neoliberalismus und ein bisschen Ökologische Ökonomik. Wieso kann es nicht ein bisschen Marx geben?

Zitat
Weil wo beginnt und endet eine gesellschaftliche Debatte?
Die Debatte endet dort, wo die eine Seite die Diskurshoheit errungen hat und der Gegner mundtot gemacht wird. Noch ist das in Deutschland nicht so weit, es gibt aber sehr wohl solche Bemühungen.

Oder die Debatte endet, um auch den Kreis zu Kirk zu schließen, wenn man den mit der anderen Meinung erschießt.
Verstehe. Danke für die Perspektive.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.September 2025, 19:22:18
Sind das nicht Punkte die man unterschiedlich bewerten muss?
Da die Linkspartei einer Ideologie anhängt, die ich ebenso strikt ablehne wie den Faschismus und Nationalsozialismus lautet meine Antwort: Nein.

Zitat
Was hat die Partei der Linken mit den Leichenbergen von Stalin, Mao und Palpot zu tun?
Die Ideologie ist das verbindende Element.

Zitat
Ist die Gruppe auf Dauer befangen?
Wo habe ich den Grünen deswegen einen Vorwurf gemacht? Nirgends.

Zitat
Aber Enteignungen sind erstmal nicht demokratiefeindlich.
Doch, sind sie, wenn sie nach sozialistischem Muster ablaufen. Der dt. Staat hat nichtmal ansatzweise genug Kapital um die Aktionäre der DAX-Konzerne im Falle einer Enteignung zu aktuellen Kursen entschädigen und das sind nur 40 Unternehmen.

Zitat
Dazu brauche ich mehr Informationen.
Drei Elemente Lehre: https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Elemente-Lehre

"Open borders" bedeutet, dass man Grenzen frei überqueren kann, was wiederum bedeutet, dass Grenzen keinen Sinn mehr erfüllen.

Zitat
Drücken wir die Daumen, dass so etwas nicht passiert.
Ja.

Zitat
Denkst du den, dass die AFD verboten wird?
Schwierig zu beantworten, sollte sie in die Nähe der absoluten Mehrheit oder evtl. auch nur schon zur Sperrminorität kommen, dann kann ich mir das vorstellen, vorher eher nicht.

Zitat
Sagen wir es so, mich würde eine große Wählerbewegung von AFD zu links überraschen.
Ich halte AfD-Wähler für irrational, daher würde es mich nicht überraschen, wenn die Ostalgiker zur Linkspartei wechseln. Es kann aber sein, dass ich deren Zahl überschätze.

Zitat
Falls du das nicht gemeint hast, will ich nichts gesagt haben.
Mir scheint, wir reden in dem Punkt aneinander vorbei. Ich glaube nicht, dass die AfD-Wähler wieder brav Union und SPD wählen werden, falls die AfD verboten wird.

Zitat
Aber das sind beides Maßnahmen, die von der Theorie abgedeckt werden.
MW. waren Marx Konzepte wie ein Betriebsrat oder der ges. Mindestlohn nicht bekannt und er hat auch mW. nichts dahingehend entwickelt. Marx wollte die "Ausbeutung" des Arbeiters durch den Kapitalisten beenden, weil der Kapitalist den "Mehrwert" abschöpft, den der Arbeiter erarbeitet hat, da wäre ein Betriebsrat und ein Mindestlohn nur ein Pflästerchen auf der klaffenden Wunde. Um der "Ausbeutung" ein Ende zu setzen müssen lt. Marx die Produktionsmittel vergesellschaftet werden.

Zitat
Auch die Erbschafts- oder Reichensteuer könnte man durch die Theorien von Marx herleiten.
Nicht wirklich. In seiner "Diktatur des Proletariats" gibt es keine Reichen mehr und es gibt auch nichts wertvolles zu vererben, weil alles der Gesellschaft gehört. Auch in der Revolution braucht es keine solchen Steuern, weil sowieso ohne Entschädigung enteignet wird.

Zitat
Ich würde sagen, wir verhandeln jeden Tag verschiedenste politische Themen.
Der grobe Rahmen ist abgesteckt: soziale Marktwirtschaft, Menschen- und Bürgerrechte und Rechtsstaat, damit sind wir seit 1949 sehr gut gefahren, wir brauchen keine marxistischen Experimente.

Zitat
Nicht jede Theorie, die in der Praxis untauglich ist, ist automatisch in ihrer Gesamtheit nutzlos.
Automatisch nutzlos hatte ich nicht geschrieben, sie hat einen Webfehler (den nicht existierenden sozialistischen neuen Menschen), wodurch eine Umsetzung ohne Zwang nicht möglich ist.

Zitat
Wieso kann es nicht ein bisschen Marx geben?
Weil es kein "Wir machen nur ein bisschen Revolution" oder "Wir wollen nur ein bisschen Diktatur des Proletariats haben" geben kann. Das ökonomische "Endziel" von Marx ist, dass die Produktionsmittel vergesellschaftet sind, damit die "Ausbeutung der Arbeiter" und die "Herrschaft der Bourgeoisie" beendet wird. Und das ist ohne Zwang, der mit unserer FDGO nicht zu vereinbaren ist, nunmal nicht machbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.September 2025, 23:53:38
Sind das nicht Punkte die man unterschiedlich bewerten muss?
Da die Linkspartei einer Ideologie anhängt, die ich ebenso strikt ablehne wie den Faschismus und Nationalsozialismus lautet meine Antwort: Nein.
Wie heißt diese Ideologie?

Zitat
Ist die Gruppe auf Dauer befangen?
Wo habe ich den Grünen deswegen einen Vorwurf gemacht? Nirgends.
Wir kamen eigentlich nur auf die Grünen, weil du als Beispiel den Fall Lina E. aufgemacht hast. Das Gespräch ist etwas komplex, weil es zum Teil stark verfasert. Aber ich meine, dass dieser Faden daherkommt. Da du explizit das Zitat eines Grünen Jungpolitiker angeführt hast. Wenn wir also auf dem Thema weiter reden und uns darüber unterhalten, wie eine Partei mit so internen Stimmen umgeht und so weiter... Dann reden wir über die Grünen. Wir bleiben auch bei den Grünen, wenn später nochmal Bezug auf die Aussagen genommen wird. Wenn du den Namen eines linken Politiker gewählt hättest, wäre ich wahrscheinlich darauf eingegangen und wir würden über die Linken reden.

Wenn das Beispiel von Dzienus nicht dazu da war an der Aussage und der Partei Kritik zu üben, dann können wir das Thema fallen lassen. Dann frage ich mich aber, warum du es überhaupt erst genannt hast.

Zitat
Aber Enteignungen sind erstmal nicht demokratiefeindlich.
Doch, sind sie, wenn sie nach sozialistischem Muster ablaufen. Der dt. Staat hat nichtmal ansatzweise genug Kapital um die Aktionäre der DAX-Konzerne im Falle einer Enteignung zu aktuellen Kursen entschädigen und das sind nur 40 Unternehmen.
Du hast von Unternehmen gesprochen, die Wohnungen vermietet. Ich dachte aus dem Kontext heraus, dass du irgendwelche aktuellen Fälle meinst, wie sie zum Beispiel aus Berlin bekannt sind. Jetzt geht es um eine komplette Enteignung aller DAX-Konzerne?

Die Linke hat meines Wissens nicht das Ziel alle Unternehmen in Deutschland oder alle DAX-Konzerne zu enteignen. Falls du anderer Meinung bist, bitte ich um eine Quelle.

Zitat
Dazu brauche ich mehr Informationen.
Drei Elemente Lehre: https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Elemente-Lehre

"Open borders" bedeutet, dass man Grenzen frei überqueren kann, was wiederum bedeutet, dass Grenzen keinen Sinn mehr erfüllen.

Ich verstehe was Open Borders bedeutet und was du damit meinst, dass man die grenze politisch "weg" machen will.

Die Linke steht nicht für ein Open Border Politik, die die komplette Grenze "weg" machen will. Falls du anderer Meinung bist, bitte ich um eine Quelle.

Zitat
Sagen wir es so, mich würde eine große Wählerbewegung von AFD zu links überraschen.
Ich halte AfD-Wähler für irrational, daher würde es mich nicht überraschen, wenn die Ostalgiker zur Linkspartei wechseln. Es kann aber sein, dass ich deren Zahl überschätze.
Die Irrationalität ist ein Punkt... Wir werden sehen.


Zitat
Falls du das nicht gemeint hast, will ich nichts gesagt haben.
Mir scheint, wir reden in dem Punkt aneinander vorbei. Ich glaube nicht, dass die AfD-Wähler wieder brav Union und SPD wählen werden, falls die AfD verboten wird.
Ich meine genau das was da stand. Du hast gesagt, dass du dir vorstellen kannst, dass die AFD Wähler nicht zur CDU und SPD zurück gehen werden.
Den Gedanken habe ich aufgenommen und daraus gefolgt, dass dann ein Vakuum rechts von der CDU entstehen müsste. Wenn zur Zeit 30% der Wähler rechts von der CDU wählen und diese Möglichkeit nicht mehr existiert und die Wähler dann nicht zur CDU gehen... Dann kann man daraus nur vier Fälle ableiten. Es werden alles Nichtwähler. Sie gehen zum BSW. Es kommt eine neue Partei, die das Vakuum füllt. Oder sie wandern quer durch das Spektrum zu Links oder sonst wo hin. Ich tippe da auf die neue Partei, rechts von der CDU.

Oder ergibt sich das nicht aus dem logischen Schluss deiner Aussage? Ich war nur verdutzt, dass du dann sagst, dass du die CDU gar nicht gemeint hättest. Du sagst es ja jetzt wieder. Meine Folgerung auf deine Aussage kann falsch sein. Dann sage das gerne. Aber die Basis, deine Aussage, die scheint doch so von dir gesagt (und sogar wiederholt).  ???
Oder missverstehen wir uns?


Zitat
Aber das sind beides Maßnahmen, die von der Theorie abgedeckt werden.
MW. waren Marx Konzepte wie ein Betriebsrat oder der ges. Mindestlohn nicht bekannt und er hat auch mW. nichts dahingehend entwickelt. Marx wollte die "Ausbeutung" des Arbeiters durch den Kapitalisten beenden, weil der Kapitalist den "Mehrwert" abschöpft, den der Arbeiter erarbeitet hat, da wäre ein Betriebsrat und ein Mindestlohn nur ein Pflästerchen auf der klaffenden Wunde. Um der "Ausbeutung" ein Ende zu setzen müssen lt. Marx die Produktionsmittel vergesellschaftet werden.

Zitat
Auch die Erbschafts- oder Reichensteuer könnte man durch die Theorien von Marx herleiten.
Nicht wirklich. In seiner "Diktatur des Proletariats" gibt es keine Reichen mehr und es gibt auch nichts wertvolles zu vererben, weil alles der Gesellschaft gehört. Auch in der Revolution braucht es keine solchen Steuern, weil sowieso ohne Entschädigung enteignet wird.


Zitat
Wieso kann es nicht ein bisschen Marx geben?
Weil es kein "Wir machen nur ein bisschen Revolution" oder "Wir wollen nur ein bisschen Diktatur des Proletariats haben" geben kann. Das ökonomische "Endziel" von Marx ist, dass die Produktionsmittel vergesellschaftet sind, damit die "Ausbeutung der Arbeiter" und die "Herrschaft der Bourgeoisie" beendet wird. Und das ist ohne Zwang, der mit unserer FDGO nicht zu vereinbaren ist, nunmal nicht machbar.

Mein Gefühl ist nach wie vor, dass man die marxistische Revolution ablehnen kann und trotzdem mit seiner Analyse demokratische Ziele argumentieren kann. Ich werde mich mit Marxismus mal etwas näher beschäftigen. Zumindest habe ich seit gestern einige Zeit mit querlesen verbracht und mein Eindruck ist, dass dahinter mehr stecken kann als eine Revolution und dann ist die Gesellschaft autorität und die Produktionsmittel vergesellschaftet.
Hast du vielleicht interessante Quellen, die du empfehlen kannst, die deine Sicht (vor allem in der modernen) näher beleuchtet und breiter beschreiben?


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tristan da Cunha am 16.September 2025, 23:59:49
Hallo,
ich poste selten hier aber nachdem ich mir die letzten Seiten durchgelesen habe, wollte ich dazu etwas schreiben.

Zitat
wenn ein signifikant überwiegender Teil der Wissenschaft der Maske eine Schutzwirkung zuspricht

1. Wissenschaft funktioniert im Gegensatz zu Politk nicht nach dem einfachen numerischen Mehrheitsprinzip sondern nach dem Prinzip These - Antithese. Allein aus numerischer Mehrheit lässt sich in Wissenschaft kein automatischer Wahrheitsanspruch herleiten.

2.
Zitat
Mein Argument war, dass weithin Experten den Effekt der Maske als sinnvoll und erwiesen erachten.
wurde der Nutzen von Masken von Drosten selbst angezweifelt.

https://www.youtube.com/watch?v=XBjpdL4uKD4 (https://www.youtube.com/watch?v=XBjpdL4uKD4)

3.
Zitat
wo Populismus auf dem Vormarsch ist.
   Ist das Bekenntnis zu Demokratie nicht glaubhaft, wenn man selbst eine autoritäre Politik befürwortet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.September 2025, 00:41:52
@DragonFox : Im Fall Lina E. hatte sich Daphne Weber geäußert über das Urteil und Faeser und das Urteil kritisiert :"Von Faesers Versprechen progressiver Innenpolitik und einer konsequenten Kampfes gegen die extreme Rechte ist nicht übrig. An Lina E. wurde ein Exempel statuiert, und auch die Letzte Generation soll eine kriminelle Vereinigung werden. Das ist unverhältnismäßig und autoritär."
https://www.welt.de/politik/deutschland/article245643254/An-Lina-E-wurde-ein-Exempel-statuiert-Linke-kritisiert-Faeser.html



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.September 2025, 01:44:25
@DragonFox : Im Fall Lina E. hatte sich Daphne Weber geäußert über das Urteil und Faeser und das Urteil kritisiert :"Von Faesers Versprechen progressiver Innenpolitik und einer konsequenten Kampfes gegen die extreme Rechte ist nicht übrig. An Lina E. wurde ein Exempel statuiert, und auch die Letzte Generation soll eine kriminelle Vereinigung werden. Das ist unverhältnismäßig und autoritär."
https://www.welt.de/politik/deutschland/article245643254/An-Lina-E-wurde-ein-Exempel-statuiert-Linke-kritisiert-Faeser.html

Ja? Ich habe nie in Frage gestellt, dass es dazu auch Wortmeldungen von der Linken Partei gab. Mir waren die sogar präsentar als die von Dzienus. Den kannte ich vorher glaube ich gar nicht.
Es geht mir bei dem aktuell als letztes Geschrieben gar nicht um die Sache. Es geht mir darum, dass in dem Gespräch als Beispiel ein grüner Politiker genannt wird und wenn ich darauf Bezug nehme und von den Grünen spreche sich gewundert wird, warum ich die Grünen anspreche. Das war wohl ein Missverständnis oder ich habe Kritik an den Grünen hineininterpretiert. Wenn Weber statt Dzienus genannte worden wäre, wäre das Gespräch vielleicht anders verlaufen. Aber es wäre sicher im Kontext der Linken Partei und nicht der Grünen passiert.

Ich hätte das früher nachfragen sollen. Das Gespräch ging plötzlich weg von Kirk und Signor Rossi schrieb folgendes:
Zitat
Ein anderer Fall ist  "Lina E." (komisch, dass es ziemlich schwierig ist, deren Nachnamen selbst nach der Verurteilung zu finden), da fordern nicht wenige Linke (u.a. der Grüne Timon Dzienus) deren Freilassung, als wäre die ein Justizopfer, auch die Bezeichnung "politischer Häftling" macht die Runde.

Wahrscheinlich ging es gar nicht um die Grünen. Ich habe das reininterpretiert, weil es für mich naheliegend war, dass man nach dem Kommentar zu Kirk das Zitat bringt und damit Person und Partei kritisiert.  @Signor Rossi: Klär mich gerne auf worüber wir reden.

Darf ich euch bitten solche Zitate vielleicht in Zukunft etwas mit eigenen Gedanken anzureichen. Im Moment steht das Zitat von Weber einfach nur da. Ist das der Start in eine Zitatesammlung? Was genau möchtest du zeigen? Ist es ein Beispiel? Soll es belegen, kritisieren oder einfach nur zur Diskussion stellen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.September 2025, 02:30:23
@DragonFox : Im Fall Lina E. hatte sich Daphne Weber geäußert über das Urteil und Faeser und das Urteil kritisiert :"Von Faesers Versprechen progressiver Innenpolitik und einer konsequenten Kampfes gegen die extreme Rechte ist nicht übrig. An Lina E. wurde ein Exempel statuiert, und auch die Letzte Generation soll eine kriminelle Vereinigung werden. Das ist unverhältnismäßig und autoritär."
https://www.welt.de/politik/deutschland/article245643254/An-Lina-E-wurde-ein-Exempel-statuiert-Linke-kritisiert-Faeser.html (https://www.welt.de/politik/deutschland/article245643254/An-Lina-E-wurde-ein-Exempel-statuiert-Linke-kritisiert-Faeser.html)

Ja? Ich habe nie in Frage gestellt, dass es dazu auch Wortmeldungen von der Linken Partei gab. Mir waren die sogar präsentar als die von Dzienus. Den kannte ich vorher glaube ich gar nicht.
Es geht mir bei dem aktuell als letztes Geschrieben gar nicht um die Sache. Es geht mir darum, dass in dem Gespräch als Beispiel ein grüner Politiker genannt wird und wenn ich darauf Bezug nehme und von den Grünen spreche sich gewundert wird, warum ich die Grünen anspreche. Das war wohl ein Missverständnis oder ich habe Kritik an den Grünen hineininterpretiert. Wenn Weber statt Dzienus genannte worden wäre, wäre das Gespräch vielleicht anders verlaufen. Aber es wäre sicher im Kontext der Linken Partei und nicht der Grünen passiert.

Ich hätte das früher nachfragen sollen. Das Gespräch ging plötzlich weg von Kirk und Signor Rossi schrieb folgendes:
Zitat
Ein anderer Fall ist  "Lina E." (komisch, dass es ziemlich schwierig ist, deren Nachnamen selbst nach der Verurteilung zu finden), da fordern nicht wenige Linke (u.a. der Grüne Timon Dzienus) deren Freilassung, als wäre die ein Justizopfer, auch die Bezeichnung "politischer Häftling" macht die Runde.

Wahrscheinlich ging es gar nicht um die Grünen. Ich habe das reininterpretiert, weil es für mich naheliegend war, dass man nach dem Kommentar zu Kirk das Zitat bringt und damit Person und Partei kritisiert.  @Signor Rossi: Klär mich gerne auf worüber wir reden.

Darf ich euch bitten solche Zitate vielleicht in Zukunft etwas mit eigenen Gedanken anzureichen. Im Moment steht das Zitat von Weber einfach nur da. Ist das der Start in eine Zitatesammlung? Was genau möchtest du zeigen? Ist es ein Beispiel? Soll es belegen, kritisieren oder einfach nur zur Diskussion stellen?


Naja ihr sprecht über die Linkspartei und da wurde Dzenius als Grüner genannt, was du ja auch angesprochen hast. Daher habe ich für diesen Fall eine hohe Politikerin der Linkspartei mit dem Zitat reingebracht um wieder zum Thema Linkspartei zurückzukommen, weil ich dann doch irritiert war, dass es dann auf einmal um einen Grünen ging.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.September 2025, 08:14:50
Wie heißt diese Ideologie?
Willst du mich veräppeln?

Zitat
Dann frage ich mich aber, warum du es überhaupt erst genannt hast.
Das hatte ich bereits erklärt: um linke Doppelmoral aufzuzeigen.

Zitat
Jetzt geht es um eine komplette Enteignung aller DAX-Konzerne?
Nur so kann die Einführung des Sozialismus in Deutschland funktionieren und wenn das demokratisch ablaufen soll (also nur ein bisschen Marxismus), dann müssen die entschädigt werden.

Zitat
Die Linke steht nicht für ein Open Border Politik...
Ich glaube der Linkspartei, wie auch der AfD, kein einziges Wort. Die wollen mit allen Mitteln an die Macht und ihre Ideologie durchsetzen.

Zitat
Oder missverstehen wir uns?
Vermutlich. Ich glaube nicht, dass ein Vakuum rechts der Union entstehen würde. Es ist aber alles nur reine Spekulation, vllt. erleben wir es, vllt. nicht.

Zitat
Mein Gefühl ist nach wie vor, dass man die marxistische Revolution ablehnen kann und trotzdem mit seiner Analyse demokratische Ziele argumentieren kann.
Marx' Analyse ist fast 200 Jahre alt, damals hatte das durchaus seine Berechtigung, Arbeiter waren quasi rechtlos und wurden mit Hungerlöhnen abgespeist, die Lebensumstände waren furchtbar, die Kindersterblichkeit hoch, die Lebenserwartung niedrig.

Meinst du wirklich, das ist heute immer noch so? Kannst du unmöglich glauben, die Welt hat sich enorm verändert, der gezügelte Kapitalismus, besonders in Form der sozialen Marktwirtschaft, hat Wohlstand und Freiheit in die Welt gebracht, auch ärmste Länder haben sich - nach dem Ende der Sowjetunion - positiv entwickelt.

Nur die Staaten, in denen der Marx'schen Ideologie gefrönt wird, hinken meilenweit hinterher. ZB. müssen auf Kuba Ärzte nebenher Taxi fahren, weil die Entlohnung so mies ist, tolle Sache. Von Venezuela und Nordkorea brauchen wir gar nicht erst zu reden.

China hat sich von der Zentralverwaltungswirtschaft gelöst und lässt die Unternehmen nach kapitalistischen Regeln arbeiten und hat dadurch Erfolg, auch weil die Entlohnung immer noch gering ist und es so gut wie keine Rechte gibt. Man verpflichtet erst jetzt die Arbeitgeber, in eine Sozialversicherung einzuzahlen: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-sozialversicherung-100.html

Zitat
Hast du vielleicht interessante Quellen, die du empfehlen kannst, die deine Sicht (vor allem in der modernen) näher beleuchtet und breiter beschreiben?
Aus erster Hand: "Das Kapital" und "Das Manifest der kommunistischen Partei" (zusammen mit Engels verfasst). Ich habe das auch nicht alles gelesen, auch, weil ich das alles als veraltet empfunden habe und weil ich diese Ideologie sowieso ablehne, das ist dann schon extrem anstrengend. Aber wenn du mehr darüber lernen willst, halte ich das für den besten Weg, um dir selber einen Eindruck zu verschaffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.September 2025, 10:42:00
Wie heißt diese Ideologie?
Willst du mich veräppeln?
Der Linke wird Marxismus, Sozialisums, Kommunismus, Links-Extremismus und vieles mehr in Verbindunge gebracht.

Ich denke nicht, dass du dir einen Zacken aus der Krone gebrochen hättest, wenn du auf Nachfrage benennst, was du meinst.

Die Frage finde ich nicht fair, bei der Zeit die wir gerade für einander in diesem Gespräch aufbringen.


Zitat
Jetzt geht es um eine komplette Enteignung aller DAX-Konzerne?
Nur so kann die Einführung des Sozialismus in Deutschland funktionieren und wenn das demokratisch ablaufen soll (also nur ein bisschen Marxismus), dann müssen die entschädigt werden.
Da das keine Linke Forderung ist führen sie vielleicht nicht den Sozialismus in Deutschland ein, denn du im Kopf hast?

Zitat
Die Linke steht nicht für ein Open Border Politik...
Ich glaube der Linkspartei, wie auch der AfD, kein einziges Wort. Die wollen mit allen Mitteln an die Macht und ihre Ideologie durchsetzen.
Okay. Aber führe doch bitte trotzdem nicht Inhalte an, die man mit der Partei gar nicht verbindet. Du hast genug Angriffsfläche und musst nicht behaupten, dass die Partei die Grenzen komplett entfernen wollen, auch wenn sie das gar nicht wollen. Das Forderung ist, soweit ich weiß, weder Teil einer sozialistischen noch einer marxistischen Ansicht. Woher kommt das?

Darauf würde ich in einem Gespräch über der AFD auch Wert legen. Auf den Standpunkt zurück ziehen man traue einer Partei nicht ist fein. Aber Standpunkte der Partei behaupten, um das Gefühl zu unterstreichen, ist keine Gesprächsgrundlage.


Zitat
Mein Gefühl ist nach wie vor, dass man die marxistische Revolution ablehnen kann und trotzdem mit seiner Analyse demokratische Ziele argumentieren kann.
Marx' Analyse ist fast 200 Jahre alt, damals hatte das durchaus seine Berechtigung, Arbeiter waren quasi rechtlos und wurden mit Hungerlöhnen abgespeist, die Lebensumstände waren furchtbar, die Kindersterblichkeit hoch, die Lebenserwartung niedrig.

Meinst du wirklich, das ist heute immer noch so? Kannst du unmöglich glauben, die Welt hat sich enorm verändert, der gezügelte Kapitalismus, besonders in Form der sozialen Marktwirtschaft, hat Wohlstand und Freiheit in die Welt gebracht, auch ärmste Länder haben sich - nach dem Ende der Sowjetunion - positiv entwickelt.

Nur die Staaten, in denen der Marx'schen Ideologie gefrönt wird, hinken meilenweit hinterher. ZB. müssen auf Kuba Ärzte nebenher Taxi fahren, weil die Entlohnung so mies ist, tolle Sache. Von Venezuela und Nordkorea brauchen wir gar nicht erst zu reden.

China hat sich von der Zentralverwaltungswirtschaft gelöst und lässt die Unternehmen nach kapitalistischen Regeln arbeiten und hat dadurch Erfolg, auch weil die Entlohnung immer noch gering ist und es so gut wie keine Rechte gibt. Man verpflichtet erst jetzt die Arbeitgeber, in eine Sozialversicherung einzuzahlen: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-sozialversicherung-100.html
Nein, ich "meine" nicht, sondern ich habe ein Bauchgefühl. Wie ich dazu komme habe ich geschrieben. Es geht um Grundlagentexte die über Jahrhunderte und Jahrtausende offen für Aktualisierung gesehen werden.
Nur weil Aristoteles heute eine der wichtigsten Beiträge zur Tugendethik ist und große Einflüsse in unserer Gesellschaft hat, stimmt man ihm nicht zu, dass man Sklaverei für natürlich und gerechtfertig hält,  die Frau minderwertiger ist als der Mann und eine kleine Elite von gebildeten Männern den Staat kontrollieren sollte, wenn man sich auf ihn bezieht.
Aus diesem Grund hatte ich auch Smith und Keynes als Beispiel angeführt. Beide Theorien sind in einer modernen und komplexen Weltwirtschaft nicht mehr passend und überholt. Sie bleiben trotzdem bis heute relevant, weil sie wichtige Ansätze zum Verständnis liefern, teilweise immer noch zutreffende Beobachtungen sind und vor allem, weil sie offen für Aktulisierung und Einordnung sind.

Die Frage ist für mich also keine Ja Nein Frage, ob Marx geht oder nicht. Die Frage ist, ob man aus Marx auf heute angepasste Ideen ableiten kann in dem man sich auf seine Theorie und Analysen bezieht, die Bestand in einer demokratischen friedlichen Umwelt haben können. Das würde dem Ja entsprechen. Oder man kann das nicht. Das würde dem nein entsprechen.

Ich vertrete nicht den Standpunkt, dass die Politik der Linken gut ist. Ob diese Ideen dem Kapitalismus meilenweit hinterher hinkt steht auf einem anderen Blatt. Mir geht es um die Legitimation und ob man sich heute auf Marx berufen kann, ohne direkt antidemokratisch zu sein und mit Stalin und Mao in Verbindung gebracht zu werden. Zumindest sehe ich hier unseren Streitpunkt und deinen Vorwurf an die Linken.


Zitat
Hast du vielleicht interessante Quellen, die du empfehlen kannst, die deine Sicht (vor allem in der modernen) näher beleuchtet und breiter beschreiben?
Aus erster Hand: "Das Kapital" und "Das Manifest der kommunistischen Partei" (zusammen mit Engels verfasst). Ich habe das auch nicht alles gelesen, auch, weil ich das alles als veraltet empfunden habe und weil ich diese Ideologie sowieso ablehne, das ist dann schon extrem anstrengend. Aber wenn du mehr darüber lernen willst, halte ich das für den besten Weg, um dir selber einen Eindruck zu verschaffen.

Danke. Wie du oben lesen kannst suche ich etwas anderes. Marx selbst würde nicht meine Frage beantworten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.September 2025, 16:48:44
Die Frage finde ich nicht fair, bei der Zeit die wir gerade für einander in diesem Gespräch aufbringen.
Ich bin mir sicher, dass du weißt, dass die Linke den Sozialismus in D einführen will.

Zitat
Da das keine Linke Forderung ist führen sie vielleicht nicht den Sozialismus in Deutschland ein, denn du im Kopf hast?
Marx pur, neu ist die angebliche Sorge um die Umwelt, die Linksextremen haben erkannt, dass sie dort ansetzen und sich in diese jungen Bewegungen reinwanzen können. Klar, ausgerechnet der Sozialismus, der die größten Umweltschweinereien hinterlassen hat, soll die Lösung sein:

Parteiprogramm Die Linke 2024-DRUCK.indd - Parteiprogramm_Die_Linke_2024-web.pdf
Der Kapitalismus ist nicht das Ende der
Geschichte, sondern eine Etappe der
Menschheitsentwicklung, in der sich zwar
viele Hoffnungen der Aufklärung erfüllten
und eine enorme Steigerung der mensch-
lichen Produktivkräfte stattfand, die aber
auch massenhafte Verelendung, Völker-
mord und unvorstellbare Kriege über die
Menschheit brachte. Heute, da der Kapita-
lismus zu einem globalen System geworden
ist, treibt sein Raubbau an Mensch und
Natur in eine globale, die menschliche Zivi-
lisation bedrohende Krise. Wir sind davon
überzeugt, dass den vielfachen Krisen-
szenarien nur durch eine Überwindung
des kapitalistischen Ausbeutungssystems,
eine Veränderung der Produktions- und
Lebensweise, durch globale Solidarität,
durch die Überwindung des Geschlechter-
gegensatzes, die Demokratisierung aller
Lebensbereiche und eine Veränderung des
Verhältnisses von Mensch und Natur ent-
gegengewirkt werden kann. Der Kapitalis-
mus kann überwunden werden, wenn es
gelingt, Mehrheiten zu gewinnen für einen
Aufbruch zu einer anderen Art zu arbeiten
und zu leben.

https://www.die-linke.de/fileadmin/user_upload/Parteiprogramm_Die_Linke_2024-web.pdf

Und weiter:
Zitat
Die Linke kämpft für die Veränderung der
Eigentumsverhältnisse. Wir wollen eine
radikale Erneuerung der Demokratie, die
sich auch auf wirtschaftliche Entscheidun-
gen erstreckt und sämtliche Eigentums-
formen emanzipatorischen, sozialen und
ökologischen Maßstäben unterwirft.

Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Marx pur.

Zitat
Aber führe doch bitte trotzdem nicht Inhalte an, die man mit der Partei gar nicht verbindet.
Wir fordern offene Grenzen für alle Menschen.
Quelle wie vor.

Zitat
Woher kommt das?
Aus dem Parteiprogramm der Linkspartei.

Zitat
...ist keine Gesprächsgrundlage.
Wir können das auch beenden, wenn du der Meinung bist, ich wäre zu streng mit der Linkspartei.

Zitat
Nein, ich "meine" nicht, sondern ich habe ein Bauchgefühl.
Ich ziehe Wissen vor.

Zitat
Die Frage ist für mich also keine Ja Nein Frage, ob Marx geht oder nicht.
Für mich liegt diese Ideologie dort, wo sie hingehört: auf dem Misthaufen der Geschichte.

Zitat
Die Frage ist, ob man aus Marx auf heute angepasste Ideen ableiten kann in dem man sich auf seine Theorie und Analysen bezieht, die Bestand in einer demokratischen friedlichen Umwelt haben können.
Dann wird dir nichts anderes übrig bleiben, als seine Schriften zu lesen.

Zitat
Zumindest sehe ich hier unseren Streitpunkt und deinen Vorwurf an die Linken.
Die Linkspartei ist für mich antidemokratisch, weil sie mMn. die FDGO abschaffen will.

Zitat
Danke. Wie du oben lesen kannst suche ich etwas anderes. Marx selbst würde nicht meine Frage beantworten.
Wenn du "aus Marx auf heute angepasste Ideen ableiten" möchtest, dann musst du mMn. nach zwingend dessen Werke lesen. Was wäre denn sonst die Grundlage, auf der du solche Ideen entwickeln willst?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.September 2025, 17:57:47
Die Frage finde ich nicht fair, bei der Zeit die wir gerade für einander in diesem Gespräch aufbringen.
Ich bin mir sicher, dass du weißt, dass die Linke den Sozialismus in D einführen will.
Ich bin mir sicher, dass du weißt, dass das nicht mein Punkt war.  ;) Du hast gesagt, dass du Nationalsozialismus, Faschismus und die ideologie der Linken ablehnst. Ob du es glaubst oder nicht, mir hat es geholfen, dass du das Dritte beim Namen nennst. Ich wollte nicht raten. Wie ich geschrieben habe, gab es ein paar andere Möglichkeiten und das waren vielleicht nicht mal alle.

Zitat
Da das keine Linke Forderung ist führen sie vielleicht nicht den Sozialismus in Deutschland ein, denn du im Kopf hast?
Marx pur, neu ist die angebliche Sorge um die Umwelt, die Linksextremen haben erkannt, dass sie dort ansetzen und sich in diese jungen Bewegungen reinwanzen können. Klar, ausgerechnet der Sozialismus, der die größten Umweltschweinereien hinterlassen hat, soll die Lösung sein:

Parteiprogramm Die Linke 2024-DRUCK.indd - Parteiprogramm_Die_Linke_2024-web.pdf
Der Kapitalismus....

https://www.die-linke.de/fileadmin/user_upload/Parteiprogramm_Die_Linke_2024-web.pdf

Und weiter:
Zitat
Die Linke ....

Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Marx pur.

Zitat
Aber führe doch bitte trotzdem nicht Inhalte an, die man mit der Partei gar nicht verbindet.
Wir fordern offene Grenzen für alle Menschen.
Quelle wie vor.

Zitat
Woher kommt das?
Aus dem Parteiprogramm der Linkspartei.

Zitat
...ist keine Gesprächsgrundlage.
Wir können das auch beenden, wenn du der Meinung bist, ich wäre zu streng mit der Linkspartei.
Es geht nicht um deine Strenge, sondern darum, dass ich mehrmals gefragt habe und klar machen wollte, dass ich deine Worte nicht einordnen kann.

Danke, dass du es mir erläutert hast.

Ich sehe beide Punkte etwas differenzierter als du. Aber ich kann nachvollziehen, dass man daraus in aller Konsequenz deine Befürchtung teilen kann.


Zitat
Nein, ich "meine" nicht, sondern ich habe ein Bauchgefühl.
Ich ziehe Wissen vor.
Klar.  :D

Zitat
Die Frage ist, ob man aus Marx auf heute angepasste Ideen ableiten kann in dem man sich auf seine Theorie und Analysen bezieht, die Bestand in einer demokratischen friedlichen Umwelt haben können.
Dann wird dir nichts anderes übrig bleiben, als seine Schriften zu lesen.

Zitat
Danke. Wie du oben lesen kannst suche ich etwas anderes. Marx selbst würde nicht meine Frage beantworten.
Wenn du "aus Marx auf heute angepasste Ideen ableiten" möchtest, dann musst du mMn. nach zwingend dessen Werke lesen. Was wäre denn sonst die Grundlage, auf der du solche Ideen entwickeln willst?
Danke für deine Einschätzung.
Ich möchte nicht eigene Ideen aus Marx ableiten. Ich will nachvollziehen können, ob man heute auf einem demokratischen Standpunkt Ideen auf Basis von Marx ableiten kann, was er für eine Rolle spielt und wo er überall auftaucht. Es ging zu Beginn in diesem Gespräch irgendwann mal darum, ob die Linke sich dadurch delegitimiert und demokratiefährdend ist, dass sie marxistische Ideen und Werte verfolgt. Und das ist für mich ein interessantes Thema. Warum mir die bisherig Kritik nicht ausreicht und ich es differenzierter betrachten will, habe ich ausführlich geschildert.

Dafür sollten Sekundärquellen ausreichen, die sich mit diesen Ideen und Marx beschäftigen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.September 2025, 23:06:59
Ich bin mir sicher, dass du weißt, dass das nicht mein Punkt war.
Tut mir leid, ich weiß echt nicht, was du meinst. Dass die Linkspartei eine Ideologie basierend auf dem Marxismus anbietet, ist für mich mehr als offensichtlich.

Zitat
Ich sehe beide Punkte etwas differenzierter als du.
Es ist mir zwar schleierhaft, wie man das tun kann, aber bitte, die Gedanken sind frei.

Zitat
Ich möchte nicht eigene Ideen aus Marx ableiten. Ich will nachvollziehen können, ob man heute auf einem demokratischen Standpunkt Ideen auf Basis von Marx ableiten kann, was er für eine Rolle spielt und wo er überall auftaucht.
Ich verstehe nicht, wie das möglich sein soll, ohne die Schriften von Marx (und zum Teil Engels) selber gelesen zu haben. Wenn du jetzt Sekundärliteratur liest, dann weißt du doch überhaupt nicht, ob das korrekt ist, was da geschrieben wird. Warum sträubst du dich so sehr dagegen? Wenn dich Marx interessiert, dann kommst du imho nicht daran vorbei, seine Werke selber zu lesen.

Zitat
Es ging zu Beginn in diesem Gespräch irgendwann mal darum, ob die Linke sich dadurch delegitimiert und demokratiefährdend ist, dass sie marxistische Ideen und Werte verfolgt.
Und wie willst du das beurteilen und darüber diskutieren, wenn du dessen Ideen und Werte nicht kennst?

Die Linkspartei ist der direkte Nachfolger der SED, rechtlich und ideologisch, die Linkspartei bedient die gleichen Stereotype aus des Marxismus, die man auch von der SED kennt, ein bisschen moderner geschrieben und angereichert mit "Umwelt", weil das gerade hip ist. Sie strebt immer noch die Vergesellschaftung der Produktionsmittel an (auch wenn sie das "Demokratisierung" nennt), was in einer FDGO aber nicht ohne Zwang und vermutlich Gewalt umsetzbar ist. Wenn das nicht "demokratiegefährdend" sein soll, dann weiß ich es auch nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.September 2025, 00:48:18
Ich bin mir sicher, dass du weißt, dass das nicht mein Punkt war.
Tut mir leid, ich weiß echt nicht, was du meinst. Dass die Linkspartei eine Ideologie basierend auf dem Marxismus anbietet, ist für mich mehr als offensichtlich.
Ich wollte einfach nicht raten und es dir damit in dem Mund legen. Mehr ist es nicht.


Zitat
Ich möchte nicht eigene Ideen aus Marx ableiten. Ich will nachvollziehen können, ob man heute auf einem demokratischen Standpunkt Ideen auf Basis von Marx ableiten kann, was er für eine Rolle spielt und wo er überall auftaucht.
Ich verstehe nicht, wie das möglich sein soll, ohne die Schriften von Marx (und zum Teil Engels) selber gelesen zu haben. Wenn du jetzt Sekundärliteratur liest, dann weißt du doch überhaupt nicht, ob das korrekt ist, was da geschrieben wird. Warum sträubst du dich so sehr dagegen? Wenn dich Marx interessiert, dann kommst du imho nicht daran vorbei, seine Werke selber zu lesen.
Das sehe ich nicht so. Ich fange, wenn ich etwas lerne und mich in ein Wissensgebiet einarbeit, nicht bei den frühen Anfängen an und arbeite mich die Errungenschaften oder Misserfolge über die Zeit hoch. Man muss die Theorie rudimentär kennen und einigermaßen sattelfest sein. Aber dafür reichen Zusammenfassungen und Exzerpe. Die große Relevanz liegt fast immer in den modernen Weiterentwicklungen und modernen Wissensständen. Zwergen auf den Schultern von Riesen und so...


Zitat
Es ging zu Beginn in diesem Gespräch irgendwann mal darum, ob die Linke sich dadurch delegitimiert und demokratiefährdend ist, dass sie marxistische Ideen und Werte verfolgt.
Und wie willst du das beurteilen und darüber diskutieren, wenn du dessen Ideen und Werte nicht kennst?

Wie ich es oben schreibe. Der ganz praktische Hintergrund des Sträubens: Ich habe es sein lassen die alten dicken Wälzer zu lesen. Es macht auf Dauer kein Spaß und die Erkenntnis pro Zeiteinheit ist bescheiden. Das Leben ist zu kurz. Die Zusammenfassung muss genügen.

PS: Wenn ich so drüber nachdenken ist die Frage falsch gestellt. Es ist gar nicht so spannend, ob sich die Linke delegitimiert und demokratiegefährdend ist, weil sie auf dem Marxismus aufbaut. Die relevante Frage ist, ob sie trotzdem legitim und demokratisch ist.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.September 2025, 08:18:16
Aber dafür reichen Zusammenfassungen und Exzerpe.
Das sehe ich zwar ganz anders, aber gut, das ist im Tiktok-Zeitalter wohl so.

Zitat
Die Zusammenfassung muss genügen.
Dann wird das Wissen oberflächlich bleiben. Mein Wissen über den Marxismus ist definitiv oberflächlich, weil ich ich diese Ideologie für total veraltet und deren tatsächliche Umsetzung für gefährlich und menschenverachtend halte.

Zitat
Die relevante Frage ist, ob sie trotzdem legitim und demokratisch ist.
Ein Menschenrecht abschaffen zu wollen kann weder legitim noch demokratisch sein. Und komm jetzt nicht mit Wahlen an, denn dann wäre die AfD ja auch legitim und demokratisch, käme sie an die Macht. Oder Hitler, der wurde ja auch gewählt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.September 2025, 10:27:08
Aber dafür reichen Zusammenfassungen und Exzerpe.
Das sehe ich zwar ganz anders, aber gut, das ist im Tiktok-Zeitalter wohl so.
Klingt nach einem anstrengenden langwierige Lehrnprozess, dem du dich unterwirfst. Ganz unabhängig vom Thema. Aber immerhin ist es gründlich.

Zitat
Die Zusammenfassung muss genügen.
Dann wird das Wissen oberflächlich bleiben. Mein Wissen über den Marxismus ist definitiv oberflächlich, weil ich ich diese Ideologie für total veraltet und deren tatsächliche Umsetzung für gefährlich und menschenverachtend halte.
Oben klingt es so, als würdest du zweifeln, dass für mich oberflächliches Wissen ausreichen würde. Wenn du mit oberflächlichem Wissen klare Position besetzen kannst, wieso gestehst du mir das dann nicht auch zu ?

Zitat
Die relevante Frage ist, ob sie trotzdem legitim und demokratisch ist.
Ein Menschenrecht abschaffen zu wollen kann weder legitim noch demokratisch sein. Und komm jetzt nicht mit Wahlen an, denn dann wäre die AfD ja auch legitim und demokratisch, käme sie an die Macht. Oder Hitler, der wurde ja auch gewählt.
Es geht nicht um Wahlen. Wir reden über Parteiprogramme und Forderungen. Die existieren schon vor und unabhängig von Wahlen.

Du hast jetzt den Marxismus weg gelassen. Der spielt in der Frage nach Demokratiefeindlichkeit gar keine Rolle, oder? 
Wenn die Linke eine demokratiefeindliche Idee verfolgt, dann kann es uns als Demokraten egal sein, ob die Idee auf dem Marxismus beruht. Eine Demokratiefeindliche Idee ist eine demokratiefeindliche Idee und kann (muss sogar) als solche in sich erkannt werden. Die Idee wird nicht demokratiefeindlicher auf Grund oder sogar nur wegen der Theorie dahinter.
Selbst dein Zweifel, ob man ohne tiefes Wissen zum Marxismus die Idee der Linken überhaupt beurteilen und darüber diskutieren kann ist nicht nötig. Wenn die Linke für eine demokratiefeindlich Idee Marxismus missinterpretiert, ihn falsch versteht und die Idee fälschlicherweiße unter Marxismus verkauft, könnte das Wissen helfen das aufzudecken. An der Demokratiefeindlichkeit der Idee ändert sich nichts.

Deswegen ist die Frage mit dem Marxismus in diese Richtung gar nicht so spannend für mich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 18.September 2025, 11:03:47

Julia Ruhs beim NDR rausgemobbt? Selbst der Ministerpräsident Daniel Günther kritisiert das. Bin ja schon länger der Meinung, dass der ÖRR nicht reformierbar ist, aber das ist schon heftig. Ruhs ging in eine rechtere Position als Gegenentwurf zum allgemeinen linken Meinungstenor im ÖRR und jetzt schlagen dort die Journalisten zu. In einem normalen Unternehmen würden die Mobber ziemlich sicher Konsequenzen erleiden, im ÖRR nicht... https://www.youtube.com/watch?v=JHbnfDtMABM


Ich zitiere mal aus der Präambel des Medienstaatsvertrages :
"Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und privater Rundfunk sind der freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung sowie der Meinungsvielfalt verpflichtet." Genau dem kommt der NDR nicht nach und kommuniziert das nun auch nach außen. Ich würde den ÖRR abschaffen, früher ein bisschen zu konservativ eingestellt, aber mit linken Gegenpositionen ist er mittlerweile zum linken Sprachrohr mutiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.September 2025, 12:19:35
Klingt nach einem anstrengenden langwierige Lehrnprozess, dem du dich unterwirfst.
Wenn es ein Thema gibt, dass mich brennend interessiert, dann mache ich das.

Zitat
Oben klingt es so, als würdest du zweifeln, dass für mich oberflächliches Wissen ausreichen würde.
Für mich klang es bisher so, als wärst du von Marx und seinen Ideen so sehr fasziniert, dass du daraus Ideen für die Gegenwart und Zukunft ableiten willst. Für mich ist es dann nur logisch, dass ich mir für so ein Vorhaben erst die grundlegenden Basics aneignen muss, in dem Fall sind das nunmal die Schriften von Marx und ein Teil von Engels.

Und dann geht der eigentliche Denkprozess ja erst los, ich müsste dann auf diesen Werke aufbauend eigene Ideen entwickeln, die sowohl fortschrittlich als auch mit der FDGO kompatibel sind. Da tut sich dann aber ein weiteres Dilemma auf: es gibt schon sehr viele Ideen, sowohl was wirtschafts- als auch gesellschaftspolitische Themen angeht, was bedeutet, dass ich noch sehr viel mehr lesen muss, um herauszufinden, ob es die Ideen, die ich gerade entwickelt habe, nicht schon längst gibt.

Du hast dir da ein ziemliches Mammutprojekt ausgesucht, das dich über viele Jahre beschäftigen wird.

Zitat
Wenn du mit oberflächlichem Wissen klare Position besetzen kannst, wieso gestehst du mir das dann nicht auch zu ?
Du kannst Positionen besetzten wie du willst, mir kommt es nur so vor, als würdest du nicht viel über Marx und seine Theorien wissen, du siehst Zitate und Referenzen grundsätzlich anders und du willst dir auch nicht die Grundlagen anlesen. Willst aber wohl "heute auf einem demokratischen Standpunkt Ideen auf Basis von Marx ableiten". Das kann aus meiner Sicht nicht funktionieren. Ich habe Marx und Engels vor ca. 25 Jahren gelesen, allerdings nur das Kapital und das kommunistische Manifest und auch das nicht bis zum Ende. Ich habe den Kram jedoch nicht intensiv studiert, weswegen ich mir selber nur ein oberflächliches Wissen attestiere. Ich will ja aber auch nicht auf Basis von Marx fortschrittliche und demokratische Ideen für heute ableiten, das würde mein Wissen bei weitem übersteigen.

Zitat
Wir reden über Parteiprogramme und Forderungen. Die existieren schon vor und unabhängig von Wahlen.
Ich finde das Parteiprogramm der Linkspartei erfrischend ehrlich, die machen kaum einen Hehl daraus, dass sie den "Kapitalismus überwinden" und die "Vergesellschaftung der Produktionsmittel" aka "Wirtschaftsdemokratie" umsetzen wollen.

Zitat
Der spielt in der Frage nach Demokratiefeindlichkeit gar keine Rolle, oder? 
Die Frage wurde bereits beantwortet, Kurzform: Marxismus und Demokratie schließen sich mMn. gegenseitig aus.

Zitat
Deswegen ist die Frage mit dem Marxismus in diese Richtung gar nicht so spannend für mich.
Für mich aber schon.

Ich bleibe dabei, wenn du "heute auf einem demokratischen Standpunkt Ideen auf Basis von Marx ableiten" willst, dann musst du seine Werke lesen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.September 2025, 12:52:08
Zitat
Oben klingt es so, als würdest du zweifeln, dass für mich oberflächliches Wissen ausreichen würde.
Für mich klang es bisher so, als wärst du von Marx und seinen Ideen so sehr fasziniert, dass du daraus Ideen für die Gegenwart und Zukunft ableiten willst. Für mich ist es dann nur logisch, dass ich mir für so ein Vorhaben erst die grundlegenden Basics aneignen muss, in dem Fall sind das nunmal die Schriften von Marx und ein Teil von Engels.

Und dann geht der eigentliche Denkprozess ja erst los, ich müsste dann auf diesen Werke aufbauend eigene Ideen entwickeln, die sowohl fortschrittlich als auch mit der FDGO kompatibel sind. Da tut sich dann aber ein weiteres Dilemma auf: es gibt schon sehr viele Ideen, sowohl was wirtschafts- als auch gesellschaftspolitische Themen angeht, was bedeutet, dass ich noch sehr viel mehr lesen muss, um herauszufinden, ob es die Ideen, die ich gerade entwickelt habe, nicht schon längst gibt.

Du hast dir da ein ziemliches Mammutprojekt ausgesucht, das dich über viele Jahre beschäftigen wird.

Ich hatte gesagt: "Ich möchte nicht eigene Ideen aus Marx ableiten."

Ich verstehe nicht, wie du darauf kommst, dass ich von Marx und seinen Ideen fasziniert sein könnte. Ich habe in diesem Gespräch noch kein einziges Mal ein Punkt aus den Theorien von Marx gesagt und inhaltlich bewertet. Das einzige mal, wo es überhaupt um Inhalte ging war beim Vergleich zu Stalin.

Du zitierst einen Nebensatz. Beziehst du dich nur auf diesen Nebensatz oder hast du die gesamte Aussage im Blick? Oder hast du dich verlesen?
Ich würde sagen, dass deine Annahme, was mich interessiert ein Fehlschluss ist und ich dir nicht den Kern meiner Gedanken klar machen konnte.

Zitat
Wenn du mit oberflächlichem Wissen klare Position besetzen kannst, wieso gestehst du mir das dann nicht auch zu ?
Du kannst Positionen besetzten wie du willst, mir kommt es nur so vor, als würdest du nicht viel über Marx und seine Theorien wissen, du siehst Zitate und Referenzen grundsätzlich anders und du willst dir auch nicht die Grundlagen anlesen. Willst aber wohl "heute auf einem demokratischen Standpunkt Ideen auf Basis von Marx ableiten". Das kann aus meiner Sicht nicht funktionieren. Ich habe Marx und Engels vor ca. 25 Jahren gelesen, allerdings nur das Kapital und das kommunistische Manifest und auch das nicht bis zum Ende. Ich habe den Kram jedoch nicht intensiv studiert, weswegen ich mir selber nur ein oberflächliches Wissen attestiere. Ich will ja aber auch nicht auf Basis von Marx fortschrittliche und demokratische Ideen für heute ableiten, das würde mein Wissen bei weitem übersteigen.

Ne. Ich will nicht meine eigenen Ideen ableiten. Ich will nachvollziehen, ob Ideen die sich heute auf Marx berufen (egal ob zutreffend oder nicht) demokratiefeindlich sind.

Eigene Ideen ableiten: Selbstständig neue Gedanken oder Theorien entwickeln.
Andere Ideen nachvollziehen: Vorhanden Gedanken oder Teoerien verstehen, nachvollziehen und gegebenfalls kritisch zu prüfen.

Falls du oben geantwortet hast, dass du die Gesamtaussage im Blick hast und dich nicht verlesen hast: Sind das nicht unterschiedliche Sachen für dich?

Zitat
Der spielt in der Frage nach Demokratiefeindlichkeit gar keine Rolle, oder? 
Die Frage wurde bereits beantwortet, Kurzform: Marxismus und Demokratie schließen sich mMn. gegenseitig aus.
Verstehe ich. Mir ist deine Begründung zu pauschal und ich bleibe vorerst dabei, dass für mich die Frage in diesem Rahmen unbeantwortet blebt. Ich widerspreche dir aber auch nicht.

Zitat
Deswegen ist die Frage mit dem Marxismus in diese Richtung gar nicht so spannend für mich.
Für mich aber schon.
Wir können ja unterschiedliche Dinge spannend finden.

Ich bleibe dabei, wenn du "heute auf einem demokratischen Standpunkt Ideen auf Basis von Marx ableiten" willst, dann musst du seine Werke lesen.
Ich bleibe dabei, dass ich das nicht will.  ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.September 2025, 14:06:09
Ich hatte gesagt: "Ich möchte nicht eigene Ideen aus Marx ableiten."
Stimmt, das hatte ich in dem posting übersehen. Für mich steht jedenfalls fest, dass man aus Marx keine Ideen für die moderne FDGO ableiten kann. Sozialistische Experimente wie die Mietpreisbremse sind kontraproduktiv.

Überhaupt, wenn man doch so sehr auf gemeinsames Eigentum steht und überzeugt ist, dass das die beste Wirtschaftsform ist, warum gründen Marxisten, Sozialisten/Kommunisten nicht einfach Genossenschaften, wo jeder den gleichen Anteil hat und für die gleiche Arbeitszeit den gleichen Lohn bekommt und zeigt den Kapitalisten mal so richtig, wo der Hammer hängt? Das ist doch das Schöne an unserer FDGO: jeder kann sich im Rahmen der Gesetze selber verwirklichen. Andersrum, im Sozialismus, hat man diese Freiheit ja leider nicht.

Zitat
Ich verstehe nicht, wie du darauf kommst, dass ich von Marx und seinen Ideen fasziniert sein könnte.
Unsere Kommunikation hat auf mich den Eindruck erweckt.

Zitat
Mir ist deine Begründung zu pauschal...
Kannst du gerne so sehen, es gab und gibt nur halt keine Demokratie, die auf marxistischen Theorien basiert. Maduro musste neulich auch wieder "Wahlen" fälschen, um an der Macht zu bleiben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.September 2025, 15:54:35
Ich hatte gesagt: "Ich möchte nicht eigene Ideen aus Marx ableiten."
Stimmt, das hatte ich in dem posting übersehen. Für mich steht jedenfalls fest, dass man aus Marx keine Ideen für die moderne FDGO ableiten kann. Sozialistische Experimente wie die Mietpreisbremse sind kontraproduktiv.

Passiert, ist ein langer Faden.

Man kann sie auch ordnungspolitisches Steuerungsinstrument innerhalb der sozialen Marktwirtschaft nennen. Ähnlich wie Subventionen, Mindestlöhne oder das Kartellrecht. Damit würde sich die CDU wahrscheinlich lieber fühlen, die seit Ludwig Erhard stark geprägt ist mit diesen Instrumenten und die Mietpreisbremse letztendlich auch eingeführt hat.
Sozialistische Experimente sind historisch anders belegt und da sind wir wieder bei den Regime von Mao und Stalin oder der DDR.

Zitat
Ich verstehe nicht, wie du darauf kommst, dass ich von Marx und seinen Ideen fasziniert sein könnte.
Unsere Kommunikation hat auf mich den Eindruck erweckt.

Dann konnten wir das ja zum Glück richtig stellen.  :)

Zitat
Mir ist deine Begründung zu pauschal...
Kannst du gerne so sehen, es gab und gibt nur halt keine Demokratie, die auf marxistischen Theorien basiert. Maduro musste neulich auch wieder "Wahlen" fälschen, um an der Macht zu bleiben.

Damit hast du recht. Warum ich da trotzdem differenziere habe ich geschrieben. Du hast es nie zitiert, dich dazu geäußert oder bist sonst irgendwie darauf eingegangen. Aber gelesen wirst du es vielleicht haben.



So, Signor Rossi. Es war schön. Ich habe viel gelernt. Danke für das Gespräch.
Ich fahre jetzt in Urlaub und bin erstmal raus für ein paar Tage. Tschöö
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.September 2025, 16:13:58
Man kann sie auch ordnungspolitisches Steuerungsinstrument innerhalb der sozialen Marktwirtschaft nennen.
Kann man nicht wirklich, weil die freie Preisbildung auf dem Markt einer der wichtigsten Mechanismen der Marktwirtschaft ist. Wenn man diesen Mechanismus außer Kraft setzt, hat man im Grunde kein Marktwirtschaft mehr und die Marktteilnehmer agieren irrational, ganz konkret bleiben dann zB. Wohnungen leer stehen. Dass keine neuen Wohnungen mehr gebaut werden, wenn der Mietpreisbremsenpreis zu gering ist, sollte auch klar sein.

Kurzbericht – Baukosten als Miettreiber
Trotz dieser Eingrenzung lassen die Fallstudien einen klaren Trend erkennen. Wer Wohnungen eines kleinen
Mehrfamilienhauses mit hohem Standard, fertiggestellt im Jahr 2024, zu einer Nettomietrendite von
Kurzbericht – Baukosten als Miettreiber Seite 7 von 15
mindestens vier Prozent vermieten möchte, muss – abhängig von Baulandkosten, Baustandard und Standort
– Nettokaltmieten zwischen 14,84 €/m² und 36,16 €/m² ansetzen. Diese Werte liegen durchweg deutlich über
der bundesweiten Durchschnittsmiete von 7,40 €/m² (Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2024b).
Neuvertragsmieten für neu errichtete Objekte müssten somit auf einem Niveau angesetzt werden, das mit
dem wohnungspolitischen Ziel der Schaffung bezahlbaren Wohnraums nicht vereinbar ist und nur für eine
begrenzte Zahl von Mietinteressenten leistbar wäre.

https://www.hausundgrund.de/sites/default/files/downloads/20250813-jg-mz-kurzbericht-baupreise-als-miettreiber-deutschlandfinal.pdf

Niemand wird ein MFH bauen, wenn er 15 EUR Miete pro qm braucht, er wegen der Mietpreisbremse aber nur 10 EUR fordern dürfte (Zahl frei erfunden, um das Prinzip zu zeigen).

Zitat
Warum ich da trotzdem differenziere habe ich geschrieben.
Dass ich das nicht nachvollziehen kann, habe ich auch geschrieben  ;)

Viel Spaß im Urlaub, ich muss noch ein bisschen warten!

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Dezember 2025, 09:57:45
Wann gedenkt Herr Merz eigentlich etwas gegen die Wirtschaftskrise zu unternehmen? Mir macht das große Sorgen.

Und, auch das hatte ich hier schon orakelt: https://www.welt.de/politik/deutschland/article693413a42deb32dfed4bfc12/insa-umfrage-die-linke-ueberholt-die-gruenen-und-schwarz-rot-ist-so-unbeliebt-wie-nie-zuvor.html

Die SED-Nachfolger ziehen an den Grünen vorbei, zur SPD sind es auch nur noch 4 Prozentpunkte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.Dezember 2025, 11:10:44
Wann gedenkt Herr Merz eigentlich etwas gegen die Wirtschaftskrise zu unternehmen? Mir macht das große Sorgen.

Ist mit einer Arbeitsministerin, die die Unternehmen zum Feindbild erklärt, vermutlich auch nicht so einfach.  :-\

Ob sich Deutschland übrigens auch so echauffiert hätte, wäre die Renten-Mehrheit nur dank der Linkspartei (auch wenn man mit einer Enthaltung eine clevere Wahl getroffen hat) zustande gekommen? Immerhin hat die CDU den Unvereinbarkeitsbeschluss mit AfD (wo es ja erst kürzlich einen großen Aufschrei gab) und mit der Linken (wo die ganzen NGOs etc. sicherlich kein Fass aufgemacht hätten).

Mal sehen ob die SPD dann als Nächstes jetzt mit Steuererhöhungen ankommt. Immerhin wurde die Rente mal wieder beschlossen, ohne vorher die Finanzierung zu sichern. Ich höre schon die Schreie nach einer  Besteuerung von Kapitalerträgen. Die jungen Leute sollen dann selber sparen (weil es im Alter sonst ja nicht reicht), aber von diesem Ersparten wieder abgeben. Wird es einen recht hohen Freibetrag geben, sehe ich das allerdings ein. Wobei der auch nicht zu niedrig ausfallen darf. Sonst ist die Motivation wirklich etwas zu Schaffen nämlich nicht gegeben.

Hauptsache die SPD erkennt jetzt langsam, dass sie bei den nächsten Punkten auch mal zurückstecken muss. Bürgergeld und Rente gehören im Prinzip grundlegend reformiert. Wobei die Rente ggf. nur über einen begrenzten Zeitraum. Denn das Konzept selber funktioniert im "Normalzustand" (Passendes Verhältnis von Empfänger und Beitragszahler) sicherlich sehr gut.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Dezember 2025, 11:56:12
Die Linken geben in Deutschland nunmal den Ton an, dementsprechend ist auch der Zustand des Landes. Sicher werden Steuern erhöht, das hat Bas ja schon angekündigt, weil das den Beitragszahler ja nicht belasten würde. Und dann regt die sich auch noch auf, weil sie deswegen ausgelacht wird, fühlt sich wegen der Lacher beleidigt und ruft zum Kampf gegen die Arbeitgeber auf.

Man weiß echt nicht mehr, ob man noch lachen oder schon weinen soll, dass solche Leute in so ein Amt gelangen konnten. Wie ahnungslos kann man eigentlich sein? Begreifen die nicht, dass es unseren Sozialstaat nur gibt, weil die deutsche Wirtschaft lange Zeit hervorragend funktioniert hat? Begreifen die nicht, dass unser aller Wohlstand nur auf den wirtschaftlichen Erfolgen basiert? Der Habeck war auch so einer, mit seinem Spruch über die Insolvenz. Aber diese Leute betrifft das nicht, die haben bis an ihr Lebensende ausgesorgt, deswegen können die auch nicht verstehen, dass auch Arbeiter mittlerweile massenhaft AfD wählen. Das kanzelt man dann einfach mit "rechtsextrem" ab und meint, damit hätte man alle Probleme gelöst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Rejs am 07.Dezember 2025, 13:24:29
Die CDU stellt in Deutschland den Bundeskanzler. Merz, CDU, CSu, die nun mal den Ton angeben, als links zu bezeichnen, ist schon mutig. Deren Ansichten und Taten haben aber so gar nichts mit linker Politik zu tun. Die SPD hat jetzt in der Regierung auch nicht so viel macht und die Parteiführung wird von vielen Mitgliedern ja oft auch als zu wenig links kritisiert. Ja was denn nun?
Der Zustand des Landes ist noch immer auf due vielen, vielen Jahre CDU samt Merkel und den dort fehlenden Investitionen zurückzuführen. Das war ja sicher auch eine linke Regierung?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Dezember 2025, 13:46:53
Merz, CDU, CSu, die nun mal den Ton angeben, als links zu bezeichnen, ist schon mutig.
Hat ja auch niemand getan, aber sowas kennt man ja: wenn inhaltlich nix da ist, kommen solche kruden Fantasien. Merz wird von der SPD vor sich hergetrieben, das "Sondervermögen" ging auch nur mit massiven Zugeständnissen an linke Parteien durch den Bundestag, jetzt will sogar schon die Linkspartei helfen...

Zitat
Der Zustand des Landes ist noch immer auf due vielen, vielen Jahre CDU samt Merkel und den dort fehlenden Investitionen zurückzuführen. Das war ja sicher auch eine linke Regierung?
Merkel hat linke Politik gemacht: Atomausstieg, open borders, gleichgeschlechtliche Ehe (dieser Punkt war richtig), Fortführung und sogar noch der Ausbau der Schröder'schen Energiepolitik mit Russland, Aussetzung der Wehrpflicht, Bankenrettung und Subventionen (Abwrackprämie), Mindestlohn, Grundrente, Arbeitsmarktregulierung.

Jetzt kannst du ja mal aufzählen, welche Meilensteine ihrer Regierung explizit "rechts" oder "konservativ" waren. Mir fällt da nur ein, dass sie die Wirtschaft nicht abgewürgt hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 07.Dezember 2025, 13:48:00
Könnten wir uns darauf einigen, nicht mehr allgemein vom "Zustand des Landes" zu reden? Das klingt für mich immer so, als würden wir in einem Land am Rande der Existenz leben. Natürlich gibt es gravierende Strukturprobleme hier (Fachkräftemangel, Energiepreise, Bürokratie), aber gleichzeitig liegt Deutschland auch in den Top Ten des Lebensqualitätsindex und Sozial- wie Rechtsstaat (zum Beispiel) sind große Stärken dieses Landes. Es ist nicht zielführend, alles nur schlecht zu reden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Dezember 2025, 13:51:35
...aber gleichzeitig liegt Deutschland auch in den Top Ten des Lebensqualitätsindex und Sozial- wie Rechtsstaat (zum Beispiel) sind große Stärken dieses Landes.
Nicht mehr lange, wenn das so weiter geht, da muss man nur die Wirtschaftsnachrichten lesen. Sich alles schönzureden ist nicht nur nicht zielführend sondern kontraproduktiv.

Marode Infrastruktur (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/sondervermoegen-infrastruktur-investitionen-100.html), schulische Leistungen im Sinkflug (https://www.tagesschau.de/inland/schulen-qualitaet-bildungmonitor-100.html), flüchtende Industriebetriebe (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/verlagerung-tausender-stellen-ausland-100.html), immer mehr Insolvenzen (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenzen-pleitewelle-100.html), massiv steigende Gewalttaten (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153880/umfrage/faelle-von-gewaltkriminalitaet/) und eine Politik, die innen- und wirtschaftspolitisch nicht viel mehr auf die Reihe bekommt als eine Fortschreibung der derzeitigen Rentenpolitik.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 07.Dezember 2025, 14:17:43
Wobei die Rente ggf. nur über einen begrenzten Zeitraum. Denn das Konzept selber funktioniert im "Normalzustand" (Passendes Verhältnis von Empfänger und Beitragszahler) sicherlich sehr gut.

Ziel sollte es trotzdem sein sich von diesem Verhältnis irgendwie, zumindest in gewissem Maße, zu lösen. Sonst muss man immer mit bangen Blick auf die Demografietafel hoffen, dass es schon irgendwie gut geht und wenn man mal 30-40 Jahre Pech hat wird es düster.
Das wäre ein gutes Programm von vor 20 Jahren gewesen... Die jetzige Entscheidung von SPD und CDU kann ich nicht nachvollziehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.Dezember 2025, 20:27:36
Die SPD hat jetzt in der Regierung auch nicht so viel macht und die Parteiführung wird von vielen Mitgliedern ja oft auch als zu wenig links kritisiert. Ja was denn nun?

Der Zustand des Landes ist noch immer auf due vielen, vielen Jahre CDU samt Merkel und den dort fehlenden Investitionen zurückzuführen. Das war ja sicher auch eine linke Regierung?

Wenn die SPD noch weiter nach links rückt, dann kann sich gleich mit der Linken fusionieren. Ohnehin glaube ich das die ganzen linken Parteien auf eine gemeinsame Regierung spekulieren, auch deshalb der große Druck zum Aufrechterhalten der Brandmauer.

Bei der CDU stimme ich Rossi zu. Das war schon in vielen Bereichen sehr links. Es wird übrigens immer sehr gerne auf "die vielen Jahre CDU samt Merkel" verwiesen. Verschwiegen wird das 12 von 16 Jahre unter Beteiligung der SPD stattgefunden haben - darunter die letzten acht Merkel-Jahre. Von der Seite kam entsprechend auch wenig Innovatives.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 07.Dezember 2025, 20:31:24
...aber gleichzeitig liegt Deutschland auch in den Top Ten des Lebensqualitätsindex und Sozial- wie Rechtsstaat (zum Beispiel) sind große Stärken dieses Landes.
Nicht mehr lange, wenn das so weiter geht, da muss man nur die Wirtschaftsnachrichten lesen. Sich alles schönzureden ist nicht nur nicht zielführend sondern kontraproduktiv.

Marode Infrastruktur (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/sondervermoegen-infrastruktur-investitionen-100.html), schulische Leistungen im Sinkflug (https://www.tagesschau.de/inland/schulen-qualitaet-bildungmonitor-100.html), flüchtende Industriebetriebe (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/verlagerung-tausender-stellen-ausland-100.html), immer mehr Insolvenzen (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenzen-pleitewelle-100.html), massiv steigende Gewalttaten (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153880/umfrage/faelle-von-gewaltkriminalitaet/) und eine Politik, die innen- und wirtschaftspolitisch nicht viel mehr auf die Reihe bekommt als eine Fortschreibung der derzeitigen Rentenpolitik.

Genau das ist aber das Problem: auf durchaus vorhandene Positivaspekte hinzuweisen, wird umgehend als "Schönreden" empfunden. Es hilft dem Land aber mit Sicherheit nicht weiter, umgekehrt wirklich alles schlechtzureden. Ist aber leider auch eine Mentalitätsfrage und eine Frage des Mindsets.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Dezember 2025, 21:05:56
Genau das ist aber das Problem: auf durchaus vorhandene Positivaspekte hinzuweisen, wird umgehend als "Schönreden" empfunden.

Oder ist das Problem, dass jede Kritik umgehend als "alles nur schlecht zu reden" empfunden wird?

Mir geht es auch nicht um den IST-Zustand, mir graut davor, wie Deutschland vermutlich in 10 Jahren aussieht, wenn das so weitergeht wie bisher. Guck dir die alten englischen Industriestädte an, guck dir den "rust belt" an, wie runtergekommen und arm das ist. Und wir haben keinen Finanzplatz wie London und kein Silicon Valley, womit man die Deindustrialisierung auffangen könnte. Aber selbst England und die USA kämpfen mit viel Geld darum, die Industrie zurückzuholen. Und wir jagen sie immer noch davon...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 07.Dezember 2025, 21:13:27
Da hast Du meinen Beitrag leider nicht richtig gelesen oder verstanden.

Zitat
Könnten wir uns darauf einigen, nicht mehr allgemein vom "Zustand des Landes" zu reden? Das klingt für mich immer so, als würden wir in einem Land am Rande der Existenz leben. Natürlich gibt es gravierende Strukturprobleme hier (Fachkräftemangel, Energiepreise, Bürokratie), aber gleichzeitig liegt Deutschland auch in den Top Ten des Lebensqualitätsindex und Sozial- wie Rechtsstaat (zum Beispiel) sind große Stärken dieses Landes. Es ist nicht zielführend, alles nur schlecht zu reden.

Von "jede Kritik umgehend als schlecht reden" kann hier also wohl kaum die Rede sein. Kritik ist, wenn konstruktiv, immer angebracht. Sie muss eben zielführend sein. Und das Land schlechter zu machen, als es ist, ist nicht zielführend, sondern im Gegenteil. Aber mal anders gefragt: in welchem Land ist denn Deiner Meinung nach vieles Gut?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Dezember 2025, 21:19:59
Mit den links zu den Problemen habe ich das Land schlechter gemacht, als es ist? Und das war nicht konstruktiv? Nein, habe ich nicht, durch ignorieren werden die Probleme jedenfalls nicht verschwinden.

Es geht nicht um anderen Länder, ich bin zwar nur Passdeutscher, aber ich betrachte das Land als meine Heimat, ich lebe gerne in Deutschland und möchte, dass sich dieses Land wieder zum Besseren entwickelt, die letzten 20 Jahren waren eine Katastrophe, das zeigt sich in immer mehr Bereichen und es wird mMn. immer schlimmer.

Noch kann Merz etwas tun, er hat durch das "Sondervermögen" auch finanziellen Spielraum, aber alles steht und fällt mit der Wirtschaft.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2025, 00:44:00
Die CDU stellt in Deutschland den Bundeskanzler. Merz, CDU, CSu, die nun mal den Ton angeben, als links zu bezeichnen, ist schon mutig. Deren Ansichten und Taten haben aber so gar nichts mit linker Politik zu tun. Die SPD hat jetzt in der Regierung auch nicht so viel macht und die Parteiführung wird von vielen Mitgliedern ja oft auch als zu wenig links kritisiert. Ja was denn nun?
Der Zustand des Landes ist noch immer auf due vielen, vielen Jahre CDU samt Merkel und den dort fehlenden Investitionen zurückzuführen. Das war ja sicher auch eine linke Regierung?

Ist halt ingesamt ein Problem. Die CDU wird in Kreisen als linke Partei verschriehen wärend andere Kreise vermuten, das Merz morgen den Schulterschluss mit der AFD vornimmt. Da reicht auf der einen Seite irgend eine Aussage über Flüchtlinge und auf der anderen Seite irgend eine Anpassungen im sozialen Sektor. Die Mitte haben wir uns (im gesellschaftlichen Diskurs) weg definiert. Wie man im Fußball sagen würde, die Halbräume sind nicht mehr besetzt. Es reicht nicht mehr aus mitte-links oder mitte-rechts zu sein.


Die SPD hat jetzt in der Regierung auch nicht so viel macht und die Parteiführung wird von vielen Mitgliedern ja oft auch als zu wenig links kritisiert. Ja was denn nun?

Der Zustand des Landes ist noch immer auf due vielen, vielen Jahre CDU samt Merkel und den dort fehlenden Investitionen zurückzuführen. Das war ja sicher auch eine linke Regierung?

Wenn die SPD noch weiter nach links rückt, dann kann sich gleich mit der Linken fusionieren.
LG Veni_vidi_vici

Die beiden Parteien haben eine ähnliche Gesellschaftspolitik. Das wars doch dann auch schon. Wirtschaftspolitik, vor allem Außenpolitik und auch Sicherheitspolitik und sogar Sozialpolitik sind stellenweiße sehr unterschiedlich. Das ist zumindest mein Eindruck.
Die SPD war schon immer eine linke Partei ohne auf der Position Der Linke zu stehen. Würdest du sagen, dass sich das in den letzten Jahren verstärkt hat? Oder waren die schon immer so nah? Woran machst du das fest?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Dezember 2025, 08:20:43
Die CDU wird in Kreisen als linke Partei verschriehen...
Kannst du mir Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit (ab Merkel 1) aufzählen, in der die Union "rechte", konservative Politik im Bund gemacht hat? Man könnte die Grenzkontrollen anführen, wären da nicht die >100.000 Flüchtlinge, die trotzdem weiterhin nach Deutschland kommen. Ohne Rechtsgrundlage wohlgemerkt, unter Ausnutzung einer Regelung der Dubliner Verträge, die für Einzelfälle gedacht war und die man längst hätte beenden können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2025, 09:30:56
Die Grenzkontrollen werden durchgeführt und sind ziemlich konservativ. Effektivität der Maßnahmen sagt nichts über links oder rechts aus.  Merkel 1 wäre ab 2005.

Sicher nicht vollständig aber als Beispiel:
Schuldenbremse
Schwarze Null und Begrenzung der Ausgaben trotz großer Einnahmen 2012-2019
Asylpaket I
Asylpaket II
Einstufung sicherer Herkunftsländer
Wohnsitzauflagen bei Migration
Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen
Mütterrente
Betreuungsgeld (Herdprämie)
Vorratsdatenspeicherung
Verstärkung des Straftrechts in verschiedenen Fällen
BKA-Gesetz
Einführung von Online-Durchsung und Quellen TKÜ
Die von dir genannten Grenzkontrollen
Unternehmenssteuerreform

Und dann müsste man natürlich noch aufführen was nicht gemacht wurde, obwohl der Druck der Koalititionspartner zum Teil groß war. Thema Ehegattensplitting beibehalten oder nicht einführen eines Tempolimit,Vverhinderung größerer Eingriffe bei der Mietrechtsnovelle oder der Erhalt der Pendlerpauschale, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 08.Dezember 2025, 12:53:59
Ich war in den letzten 5 Jahren im Außendienst und habe sehr unterschiedliche Menschen kennengelernt. Politik war immer mal wieder Thema - da gab es viel Gesprächsbedarf bei meinen Kunden, auch wenn der Grund meines Besuchs ein anderer war.
Oft war es dann so, dass mein Gegenüber abgeklopft hat ob ich jemand bin der eine andere Meinung direkt kritisiert und erst gar nicht zuhört. Bin ich nicht, ich höre mir alles an da mich interessiert warum jemand wählt wie er wählt.

Nach und nach haben sich viele Kunden als Afd Wähler "geoutet" - ja, es kam einer Beichte nahe. Immer mit großen Augen ob meiner Reaktion. Interessanterweise waren es oft Menschen die in 2. oder 3. Generation in Deutschland leben, teils mit türkischen, polnischen, italienischen oder russischen Wurzeln. Was alle gemein hatten war der komplette Vertrauensverlust in die alten Parteien.
Ein großes Thema war natürlich die Migration seit 2015 und die nicht durchgesetzten Gesetze bei Menschen die keinen rechtlichen Anspruch auf Verbleib haben. Emotional wurde es dann bei Menschen die vorgeben vor Gewalt zu flüchten, diese Gewalt aber mitbringen und hier ausüben - mit unserer viel zu laschen Justiz gepaart mit dem Behördenwahnsinn in Sachen Kommunikation und Austausch untereinander.

Ich mag und brauche die Afd nicht, sehe aber das sie mehr und mehr Stimmen bekommt. Zum einen wegen dem Thema Migration. Ein viel größerer Grund ist aber die Unfähigkeit der alten Partien.

Bürokratieabbau: wird seit meiner Kindheit regelmäßig vor Wahlen versprochen. In den letzten 40 Jahren wurde aber genau das Gegenteil gemacht und auch in den letzten 10 Jahren gab es keine Partei die das Thema angegangen ist.
Digitalisierung: auch da, komplettes Versagen aller Parteien.
Die Bahn und den Güterverkehr zukunftsfähig machen, vorausschauend zu planen. Jahrzehntelanger Stillstand und reines verwalten und abwarten.
Rente: das in den kommenden 10 Jahren 19 Millionen Babyboomer in den Ruhestand gehen ist seit Jahrzehnten bekannt. Es wurde aber schlichtweg nichts gemacht.
Wirtschaft: Bärbel Bas als Arbeitsministerin mit ihrer Kampfansage gegen Arbeitgeber. Und das bei der schwächelnden Wirtschaft und täglich durchschnittlich 60 Insolvenzen. Kein "wir schaffen das zusammen". 
Migration: nach "Wir schaffen das" kam sehr wenig von der Politik die das ganze auf Kommunen abgewälzt hat. Die sind finanziell komplett am Ende und haben weder Personal noch Ideen wie man Menschen schnell integrieren und auf den deutschen Arbeitsmarkt bringen kann.
Dazu die ständigen offenen Streitigkeiten in den Koalitionen. Egal ob es die letzte oder die aktuelle Regierung ist. Warum können die sich nicht hinter verschlossenen Türen streiten, sich irgendwie einigen und dann gemeinsam vor die Kameras treten und die nächsten Schritte verkünden? So wie es in fortschrittlichen Unternehmen passiert.

Die Menschen sind gar nicht demokratiemüde, sie sind einfach nur müde von der Langsamkeit, dem hinhalten, dem inkonsequenten.
Die Welt ist im privaten und beruflichen Kontext so viel schneller geworden nur unsere Politik und die Behörden haben weiterhin das Tempo wie 1980.

Ein Argument das ich in den letzten Jahren häufig gehört habe: die Afd wird die Probleme nicht lösen können und die sind wahrscheinlich auch nicht besser als die Altparteien - noch schlechter werden sie es aber auch nicht machen.
Ich bin überzeugt davon, dass die Afd in spätestens 8 Jahren mitregieren wird, wenn nicht sogar schon in 4 Jahren gemeinsam mit der CDU.
Finde ich das gut? Nein.
Habe ich auch nur einen Funken Vertrauen in die alten Parteien die eher mit ihren Grabenkämpfen beschäftigt sind? Nein.
Welcher Partie soll ich bei der nächsten Wahl meine Stimme geben und damit auf die Schulter klopfen und "Super gemacht, weiter so. Ich vertraue Euch" sagen?

Edith ruft noch: Henning hat Recht. Wir leben immer noch in einem der reichsten und sichersten Länder der Welt und sollten uns das auch öfter vor Augen halten.
Wir sehen aber auch dass sich das grade stark ändert und müssen gegensteuern. Firmen die abwandern kommen nicht in 5 Jahren wieder zurück. Diese Arbeitsplätze sind dauerhaft weg.
Ohne starke Wirtschaft funktioniert unser Sozialstaat nicht. Wenn man sich die derzeitigen Ausgaben ansieht, funktioniert es schon jetzt nicht mehr so wirklich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 08.Dezember 2025, 13:56:25
Die Gründe für die Wahl der AfD sind viele nachvollziehbar. Die AfD macht es auch ziemlich clever, indem sie das hearusposaunen, was viele Bürger hören wollen, sie ist gut darin den Finger in die Wunde zu legen, hat nur meines Erachtens keine Lösung für irgendein Problem parat. Und wenn Sie eine "Lösung" präsentieren, sind diese schlicht und ergreifend nicht bezahlbar. Daher ist es für mich nicht begreiflich,  warum man aus Protest diese Partei wählt.
Was für mich absolut verständlich ist,  istd er Frust gegenüber den Altparteien. Ich habe nachd er Ampel gedacht: Schlimmer geht es nicht mehr... aber die jetzige Regierung lässt mich Bauchschmerzen bezüglich dieser Aussage haben.
Das ist einer der größten Gründe, warum die Ränder (AfD und Linke) immer starker werden.
Ich bin mir ebenfalls sicher, dass es innerhalb der nächsten 2-3 Wahlen darauf hinauslaufen wird, dassdie AfD mit regieren wird, wenn die Frustration weiterhin größer wird.
Wir gönnen uns in Deutschland einen Sozialstaat, den man sich in diesem Maße nicht (mehr) leisten kann. Es sind dringend Investitionen notwendig, die durch Misswirtschaft in der Vergangenheit notwendig sind (bspw. Infrastruktur). Des Weiteren ist es wichtig die Wirtschaft anzukurbeln und weitere Insolvenzen versuchen zu verhindern. Dies könnte man mit Steuerbegünstigungen für die Firmen schaffen, bspw. die Gewerbesteuer senken, um auch neue Firmen dazu zu bewegen in den Standort Deutschland zu investieren. Des Weiteren muss man massiv gegen die Arbeitsverweigerer vorgehen, bspw. abgelehntes Jobangebot = drastische Kürzungen der Leistungen für 3 Monate. Hinzu kommt, dass man auch die Lohnsteuer in den niedrigeren Lohnbereichen senken könnte, damit der Unterschied zwischen Arbeit und Arbeitslos größer ist. Es muss sich wieder "lohnen" zu arbeiten (was es meines Erachtens immer tut wenn man auch die Zukunft betrachtet), wenn man jedoch effektiv +-0 rauskommt, "lohnt" es sich für die meisten Menschen nicht.

Klar mindern solche Steuersenkungen die Steuereinnahmen, jedoch könnte es sich meines Erachtens rechnen, da sich die Sozialausgaben verringern, je mehr Personen den Weg (zurück) in die Arbeitswelt schaffen, wodurch ebenfalls mehr Steuereinnahmen generiert werden.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2025, 14:24:22
Die Gründe für die Wahl der AfD sind viele nachvollziehbar. Die AfD macht es auch ziemlich clever, indem sie das hearusposaunen, was viele Bürger hören wollen, sie ist gut darin den Finger in die Wunde zu legen, hat nur meines Erachtens keine Lösung für irgendein Problem parat. Und wenn Sie eine "Lösung" präsentieren, sind diese schlicht und ergreifend nicht bezahlbar. Daher ist es für mich nicht begreiflich,  warum man aus Protest diese Partei wählt.

Die Gründe sind nachvollziehbar aber es ist nicht begreiflich für dich warum man sie aus Protest wählt?  Du kannst nachvollziehen wenn man sie nicht aus Protest wählt, obwohl sie keine oder keine bezahlbaren Lösungen haben? Wie meinst du das?

Wir gönnen uns in Deutschland einen Sozialstaat, den man sich in diesem Maße nicht (mehr) leisten kann. Es sind dringend Investitionen notwendig, die durch Misswirtschaft in der Vergangenheit notwendig sind (bspw. Infrastruktur). Des Weiteren ist es wichtig die Wirtschaft anzukurbeln und weitere Insolvenzen versuchen zu verhindern. Dies könnte man mit Steuerbegünstigungen für die Firmen schaffen, bspw. die Gewerbesteuer senken, um auch neue Firmen dazu zu bewegen in den Standort Deutschland zu investieren. Des Weiteren muss man massiv gegen die Arbeitsverweigerer vorgehen, bspw. abgelehntes Jobangebot = drastische Kürzungen der Leistungen für 3 Monate. Hinzu kommt, dass man auch die Lohnsteuer in den niedrigeren Lohnbereichen senken könnte, damit der Unterschied zwischen Arbeit und Arbeitslos größer ist. Es muss sich wieder "lohnen" zu arbeiten (was es meines Erachtens immer tut wenn man auch die Zukunft betrachtet), wenn man jedoch effektiv +-0 rauskommt, "lohnt" es sich für die meisten Menschen nicht.

Bis auf die Sache mit den Arbeitsverweigerern gebe ich dir recht. In Deutschland wird sich nichts ändern, wenn man diese ~30.000 Fälle pro Jahr massiv sanktioniert. Es ist von Forschern belegt, dass hinter Meldeversäumnissen in vielen Fällen nicht Unwillen steht sondern auch Überforderung, Krankheit, Sorgearbeit, instabile Wohnlagen, Schulden, psychische Belastungen oder schlicht Missverständnisse. Der Kollateralschaden, weil man bei dieser massiven Sanktionierung auch andere Menschen erwischt und sie in noch prekärere Verhältnisse bringt halte, als den (gar nicht sicheren) Gewinn diese Totalverweigerer mit Müh und Not in irgend eine Arbeit zu bekommen.
Und was bringts? Man hat ja über die Wochen und Monate gesehen wie die kalkulierten Einnahmen der CDU immer weiter zusammen schmolzen (von 5 Milliarden auf 2 stelligen Millionenbetrag). Am Ende würde mich nicht nicht wundern, wenn nicht mal das heraus kommt was aktuell prognositiert wird. Dann hat es sich richtig gelohnt auf eine große Gruppe von Menschen Druck auszuüben um ein paar wenige zu erwischen.

Ich hoffe sehr, dass wir größere Hebel für unsere Wirtschaft finden als massives Vorgehen gegen 0.4-0.6 Prozent der Arbeitslosen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 08.Dezember 2025, 14:42:21

Die Gründe sind nachvollziehbar aber es ist nicht begreiflich für dich warum man sie aus Protest wählt?  Du kannst nachvollziehen wenn man sie nicht aus Protest wählt, obwohl sie keine oder keine bezahlbaren Lösungen haben? Wie meinst du das?



ja es ist nicht begreiflich für mich wie man eine Partei wählen kann, die nachweislichrechtsradikale Strukturen/Personenkreise aufweist. Vor Allem der Zuspruch von Bürgern mit Migrationshintergrund ist das für mich nicht begreiflich.

Ich kann nachvollziehen, warum man aus Protest seine Stimme keine der Altparteien gibt, aber da gibt es genügend andere Parteien auf dem Papier, die man awählen kann, welche keine radikalen Strukturen haben und wo man nicht die Befürchtung haben muss,d ass diese die Demokratie aushebeln.

Was siehst du bei den Arbeitsverweigerern denn anders?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 08.Dezember 2025, 14:54:58

Ich kann nachvollziehen, warum man aus Protest seine Stimme keine der Altparteien gibt, aber da gibt es genügend andere Parteien auf dem Papier, die man awählen kann, welche keine radikalen Strukturen haben und wo man nicht die Befürchtung haben muss,d ass diese die Demokratie aushebeln.

"Ja, ich kann meine Stimme der Tierschutzpartei oder den Grauen Panthern geben. Damit bewirke ich aber rein gar nichts."
Das war die, nachvollziehbare, Aussage meiner Gesprächspartner.

Die Afd hat nur ein Thema: Migration. Das könnte man ihr nehmen ( siehe Dänemark ) und mittelfristig dafür sorgen, dass die Afd wieder sehr sehr klein wird.
Alle anderen Probleme und Herausforderungen die in den letzten Jahrzehnten nicht angegangen wurden, würden weiter ruhen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 08.Dezember 2025, 15:47:17
Ich habe lange Zeit überlegt, ob man die AfD nicht einfach mal machen lassen soll, damit sie sich selbst demaskiert. Das wird aus zwei Gründen nicht klappen:

1) Die Hardcore-Wähler sind durch Fakten nicht erreichbar und so wird auch ein faktisches Scheitern der Partei nicht als solche verstanden werden. Im Zweifelsfalle sind die anderen Schuld.
2) Die USA machen gerade vor, wie schnell demokratische Basispfeiler abgerissen werden könnten. Das sollte man nicht riskieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 08.Dezember 2025, 16:10:23
Wann gedenkt Herr Merz eigentlich etwas gegen die Wirtschaftskrise zu unternehmen? Mir macht das große Sorgen.

Und, auch das hatte ich hier schon orakelt: https://www.welt.de/politik/deutschland/article693413a42deb32dfed4bfc12/insa-umfrage-die-linke-ueberholt-die-gruenen-und-schwarz-rot-ist-so-unbeliebt-wie-nie-zuvor.html

Die SED-Nachfolger ziehen an den Grünen vorbei, zur SPD sind es auch nur noch 4 Prozentpunkte.
Ich finde es da interessant,dass so über den Absturz der Autoindustrie gejammert wird, man hat ja anscheinend geplant das die schrumpft und Merz führt da eigentlich die Politik der Ampel weiter, was er macht ist durch die Abschaffung der Schuldenbremse einen großen Geldtopf zu öffnen, dass wird aber nicht den gewünschten Erfolg bringen sondern die Menschen in Zukunft weiter belasten
Nebenbei scheint das Geld aus dem Sondervermögen oft nicht Zweckgebunden verwendet zu werden, könnte tatsächlich sein,dass ich Recht habe, das Geld versickert und man bekommt so gut wie nichts davon mit.  :D
Der Rüstungstopf ohne Deckel scheint auch für andere Zweige offen zu sein, da wird schon mal vorgesorgt falls das Geld für den anderen Zweck mal zur neige geht und damit man nicht in die selbe Sackgasse fährt wie die Ampel mit ihrem Geldproblem. https://x.com/ARD_BaB/status/1995830630396166546



Die Grenzkontrollen werden durchgeführt und sind ziemlich konservativ. Effektivität der Maßnahmen sagt nichts über links oder rechts aus.  Merkel 1 wäre ab 2005.

Sicher nicht vollständig aber als Beispiel:
Schuldenbremse
Schwarze Null und Begrenzung der Ausgaben trotz großer Einnahmen 2012-2019
Asylpaket I
Asylpaket II
Einstufung sicherer Herkunftsländer
Wohnsitzauflagen bei Migration
Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen
Mütterrente
Betreuungsgeld (Herdprämie)
Vorratsdatenspeicherung
Verstärkung des Straftrechts in verschiedenen Fällen
BKA-Gesetz
Einführung von Online-Durchsung und Quellen TKÜ
Die von dir genannten Grenzkontrollen
Unternehmenssteuerreform

Und dann müsste man natürlich noch aufführen was nicht gemacht wurde, obwohl der Druck der Koalititionspartner zum Teil groß war. Thema Ehegattensplitting beibehalten oder nicht einführen eines Tempolimit,Vverhinderung größerer Eingriffe bei der Mietrechtsnovelle oder der Erhalt der Pendlerpauschale, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Dagegen kann man auch Sachen anführen die nicht passiert sind z.B das nach dem Ende von Assad sehr wenig Druck auf Menschen aus Syrien ausgeübt wird das Land zu verlassen,stattdessen bringt Wadephul einen Vergleich von Syrien zu Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Klar, die Lage ist kompliziert,individuell unterschiedlich und es muss ganz genau geprüft werden aber damit könnte man anfangen.
An der Verteilung der Gelder da allgemein hat sich gar nichts geändert, wo bleibt die nötige Reform? Von der Kritik an den Geldern für NGOs ist auch nichts mehr übrig, eher im Gegenteil, ich meine da wird jetzt sogar noch mehr ausgeschüttet.
Es wird so getan als würde man sich in der EU gegen ein Verbrennerverbot stellen, gleichzeitig wird an der CO2 Linie nichts geändert und der Bürger weiter durch Gängelungssteuern belastet, wo ist da eine Wende? Wo die Rücknahme des Heizungsverbots?

Was ich sehe ist eine Menge Sand der den Leuten in die Augen gestreut wird und ein hoffen, dass die Versprechen und die Stimmung vom letzten Mal bis zur nächsten Wahl vergessen sind,also eigentlich alles wie immer.


Der ÖR hat eine beträchtlich Reichweite auf Tiktok, Instagramm und Co. Da sind viele Rohrkrepierer dabei. Aber das liegt in der Sache des Mediums. Sag mal 500 angehenden Youtuber sie sollen eine Karriere starten und zähle danach wieviele es auf mehr als 100 Zuschauer schaffen. Statistisch: 0.
Auf TikTok hat die ARD über 1 Million Follower. Auf Instagramm noch mehr.

Ich kanns nachvollziehen. Natürlich muss der ÖR da hin wo die Zuschauer sind. Die sind in wachsender Zahl nicht mehr täglich vor dem TV und gucken lineares Fernsehen.

Zu dem Spiel: Ist halt ein Experiment. Sehe ich jetzt erstmal nicht als kritisch. 50 Millionen Deutsche spielen Computerspiele. Die Zielgruppe ist rießig. Ich würde das nach einem Versuch noch nicht negativ bewerten.
Hatte verpasst daruf zu antworten. :blank: Der Punkt da ist ja nicht, dass die Öffentlich rechtlichen Sender auch da Vertreten sind,dass kann man sogar erwarten, sondern das da einfach Geld verbrannt wird.
Man hat da zig Accounts die in die gleiche Richtung gehen, reichen würden einer pro Thema oder eine Handvoll pro Zielgruppe, Inhalte sollten archiviert werden und wenn man ein Thema noch mal bringen will wird das aus dem Archiv eben noch mal gezeigt und nicht neu gedreht.Nicht jede Sndung braucht einen eigenen Instagram oder social media Kanal und wenn sollte man niemanden extra dafür bezahlen.
Ich hatte ja mal ein Beispiel gebracht, dass ich mir länger einen ÖRR Öko youtube Kanal angeschaut hatte, die so Tipps hatten wie man sich einen Weihnachtsbaum aus Zweigen Basteln oder sich mit Haferflocken die Haare waschen kann, die Videos wurden schlecht geklickt und wurden dann nach einem Zeitraum wieder gelöscht, dass wird das Muster mit allen Kanälen sein und die Themen werden dann nach einiger Zeit wiederholt.
Dadurch wird das Budget künstlich aufgeblasen und Geld aus dem Fenster geworfen um einen Bedarf vorzugaukeln den es eigentlich gar nicht gibt und die 18+Euro im Monat zu rechtfertigen.

Videospiele sind,glaube ich, nur mit Sendungsbezug erlaubt, ich finde die Quelle leider gerade nicht aber in dem Fall war der wirklich schwammig, es ist auch ein Fail mit Ansage, wieviele Leute kennst du die eine VR Brille zuhause haben? es müsste da 3 oder 4 Leute geben die sowas haben, sich kennen und sich verabreden ein ÖRR Öko Spiel zu spielen, wenn da einer auf dem freien Markt mit der Idee zu einem Publisher geht wird der doch ausgelacht. Allgemein muss man sich nicht um Videospiele kümmern, auf Steam gibt es über 60 Tausend über alle möglichen Themen, da gibt es keine Nische die ein ÖRR Spiel bedienen müsste um einen Mehrwert zu schaffen.

Zur ungleichen Verteilung der eher Linken Sendungen, eigentlich besteht ja der Auftrag neutral und etwas für alle zu senden, wahrscheinlich müsste man vorher erstmal klären, ob AfD Wähler auch ein Recht haben Sendungen und Berichte zu sehen die eher in ihre Richtung gehen oder ,ein Argument das ich auch ab und an gehört habe, der ÖRR eher dazu da ist solchen Strömungen entgegen zu wirken.
Nebenbei hat das ZDF jetzt eine Sendung mit Jan Fleischhauer ins Programm genommen in dem er eine Halbe Stunde mit unterschiedlichen Leuten diskutiert, dass kann man neben Nuhr und Ruhs dann auch als Beispiel für eine eher Konservativ gelagerte Sendung sehen. https://www.zdf.de/talk/keine-talkshow-eingesperrt-mit-jan-fleischhauer-100

Ich kann nachvollziehen, warum man aus Protest seine Stimme keine der Altparteien gibt, aber da gibt es genügend andere Parteien auf dem Papier, die man awählen kann, welche keine radikalen Strukturen haben und wo man nicht die Befürchtung haben muss,d ass diese die Demokratie aushebeln.
Im Gegensatz zur Wahl kleinerer Parteien erzeugt man mit der Wahl der AfD einen anderen Druck und vielleicht so viel, dass irgendwann umgesteuert werden muss.

Ich habe lange Zeit überlegt, ob man die AfD nicht einfach mal machen lassen soll, damit sie sich selbst demaskiert. Das wird aus zwei Gründen nicht klappen:

1) Die Hardcore-Wähler sind durch Fakten nicht erreichbar und so wird auch ein faktisches Scheitern der Partei nicht als solche verstanden werden. Im Zweifelsfalle sind die anderen Schuld.
2) Die USA machen gerade vor, wie schnell demokratische Basispfeiler abgerissen werden könnten. Das sollte man nicht riskieren.
Der AfD fehlen zu einer Gestaltungsmacht wie sie Trump in den USA hat aber noch 30+%

Ich finde da wird sehr viel an die Wand gemalt das die Realität nicht hergibt, bisher hat es der Partei eher geholfen als geschadet und gerade ist die AfD auch eher Opfer antidemokratischer Aktionen, nicht deren Auslöser, z.B der Protest und die Gewalt bei der Gründung der Jugendorganisation spielt doch nur deren Seite in die Karten, damit wird fast komplett verdeckt was auf der Veranstaltung selbst teilweise für Unsinn erzählt wurde.

Der einzige Weg die Partei zu schrumpfen ist gute Politik und das lösen von Problemen, die die Masse der Wähler wieder von der AfD zu anderen Parteien zieht.Vielleicht haben wir in den nächsten Jahren ja sogar ein oder zwei AfD regierte Bundesländer,in Sachsen-Anhalt steht die AfD in dem Umfragen gerade bei 40%.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2025, 16:56:27
ja es ist nicht begreiflich für mich wie man eine Partei wählen kann, die nachweislichrechtsradikale Strukturen/Personenkreise aufweist. Vor Allem der Zuspruch von Bürgern mit Migrationshintergrund ist das für mich nicht begreiflich.

Ich kann nachvollziehen, warum man aus Protest seine Stimme keine der Altparteien gibt, aber da gibt es genügend andere Parteien auf dem Papier, die man awählen kann, welche keine radikalen Strukturen haben und wo man nicht die Befürchtung haben muss,d ass diese die Demokratie aushebeln.

Danke.


Was siehst du bei den Arbeitsverweigerern denn anders?

Habe ich ja geschrieben. Zu viel Energie, zu wenig Nutzen. Es ist eine Entscheidung die gegen eine der schwächsten Gruppen geht. Es betrifft viele Menschen, um ein paar wenige Menschen "zu erwischen". Also spätestens seit dem klar ist, dass dadurch nicht Milliarden sondern wenige Millionen gespart werden müsste man gegenrechnen, ob die negativen Effekte am Sozialstaat den kleinen Nutzen wert ist. Das wird nicht gemacht. Es klingt dem fleisigen arbeitenden Deutschen zu sagen, dass man endlich mit "den Faulen" in der Gesellschaft aufräumt. Für mich ist das Populismus.

Außerdem: Die SPD muss dagegen sein. Das ist der nächste Konflikt zu dem sich die Koalition die nächsten Wochen gegenseitig durch die Medien schleift.


Dagegen kann man auch Sachen anführen die nicht passiert sind z.B das nach dem Ende von Assad sehr wenig Druck auf Menschen aus Syrien ausgeübt wird das Land zu verlassen,stattdessen bringt Wadephul einen Vergleich von Syrien zu Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Klar, die Lage ist kompliziert,individuell unterschiedlich und es muss ganz genau geprüft werden aber damit könnte man anfangen.
An der Verteilung der Gelder da allgemein hat sich gar nichts geändert, wo bleibt die nötige Reform? Von der Kritik an den Geldern für NGOs ist auch nichts mehr übrig, eher im Gegenteil, ich meine da wird jetzt sogar noch mehr ausgeschüttet.
Es wird so getan als würde man sich in der EU gegen ein Verbrennerverbot stellen, gleichzeitig wird an der CO2 Linie nichts geändert und der Bürger weiter durch Gängelungssteuern belastet, wo ist da eine Wende? Wo die Rücknahme des Heizungsverbots?

Was ich sehe ist eine Menge Sand der den Leuten in die Augen gestreut wird und ein hoffen, dass die Versprechen und die Stimmung vom letzten Mal bis zur nächsten Wahl vergessen sind,also eigentlich alles wie immer.



Da gibt es viele Beispiele die nicht gemacht wurden. Aber danach wurde nicht gefragt.

Das die CDU während der Wahl Versprechen gemacht hat von denen man heute nichts mehr hört stimmt. Aber auch das hat nichts mit links/rechts zu tun.

Zum Thema Heizunsgverbot: Das steht im Koalitionsvertrag. Man kann die Regierung erst am Ende der Legislaturperiode bewerten. Erst vor zwei Monaten hieß es, dass man demnächst mit ersten Vorschlägen rechnen kann.

Zum Thema CO2: Auch die CDU muss sich an die Beschlüsse der Gerichte halten und das 2 Grad Ziel im Auge behalten. Alle Maßnahmen werden sich nicht einstellen lassen und wären auch kein Aushängeschild einer rechtskonservativen Regierung. An einer CO2-Bepreisung wird sie, soweit ich weiß, festhalten. Falls du das mit Gängelungssteuern meinst.

Was meinst du mit allem wie immer? Diese Stimmung ist nicht wie immer. Was ist heute anders als früher? In den 90er scheinen Parteien es wohl geschafft zu haben trotz einer Koalition klar ihre Linie zu halten und auch als das angesehen zu werden was sie sind. Wieso geht das heute nicht mehr?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Dezember 2025, 17:44:23
Schuldenbremse
Schwarze Null und Begrenzung der Ausgaben trotz großer Einnahmen 2012-2019
Durch "Sondervermögen" pulverisiert. Aber: nur soviel auszugeben wie man auch einnimmt ist vernünftig. Was das in Sachen Diskussion "rechts" und "links" impliziert, ist klar O0

Zitat
Asylpaket I
Asylpaket II
Einstufung sicherer Herkunftsländer
Wohnsitzauflagen bei Migration
Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen
Reine Papiertiger, völlig wirkungslose Maßnahmen.

Zitat
Mütterrente
Betreuungsgeld (Herdprämie)
Das ist für mich nicht konservativ, im Gegenteil, das ist Umverteilung pur.

Zitat
Vorratsdatenspeicherung
Die es mW. immer noch nicht gibt und mMn. auch nicht konservativ, sondern GG-widrig ist.

Zitat
Verstärkung des Straftrechts in verschiedenen Fällen
Was genau?

Zitat
BKA-Gesetz
Sagt mir nichts.

Einführung von Online-Durchsung und Quellen TKÜ
Ist mMn. nicht konservativ, sondern GG-widrig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 08.Dezember 2025, 18:09:36

Da gibt es viele Beispiele die nicht gemacht wurden. Aber danach wurde nicht gefragt.

Das die CDU während der Wahl Versprechen gemacht hat von denen man heute nichts mehr hört stimmt. Aber auch das hat nichts mit links/rechts zu tun.

Zum Thema Heizunsgverbot: Das steht im Koalitionsvertrag. Man kann die Regierung erst am Ende der Legislaturperiode bewerten. Erst vor zwei Monaten hieß es, dass man demnächst mit ersten Vorschlägen rechnen kann.

Zum Thema CO2: Auch die CDU muss sich an die Beschlüsse der Gerichte halten und das 2 Grad Ziel im Auge behalten. Alle Maßnahmen werden sich nicht einstellen lassen und wären auch kein Aushängeschild einer rechtskonservativen Regierung. An einer CO2-Bepreisung wird sie, soweit ich weiß, festhalten. Falls du das mit Gängelungssteuern meinst.

Was meinst du mit allem wie immer? Diese Stimmung ist nicht wie immer. Was ist heute anders als früher? In den 90er scheinen Parteien es wohl geschafft zu haben trotz einer Koalition klar ihre Linie zu halten und auch als das angesehen zu werden was sie sind. Wieso geht das heute nicht mehr?
Sowas müsste aber passieren um die Politik nicht mehr als links und mehr mittig oder rechts wahrzunehmen,dazu gehört auch die vor der Wahl versprochene Linie einzuschlagen.

Dazu gibt es aber auch schon Aussagen und es wird ziemlich sicher nicht zurückgenommen.

Es wurden Gesetze be und Verträge geschlossen, beides kann man ändern wenn nur der Wille da ist, die Hürde sind nicht die Gesetze sondern der fehlende Wille. Ja,das war damit gemeint, ich bin mal gespannt wie lange es noch dauert bis der Druck da größer wird, die Preise werden dadurch weiter steigen und die Bürger unnötig belastet.

Ich meine,dass man keine große Veränderung zu den letzten Merkel Regierungen und der Ampel sieht,dass es keinen Willen gibt Reformen anzustoßen und mal aus dem alten Trott rauszukommen, es wird weiterregiert wie es die anderen auch schon gemacht haben, Probleme werden geschoben, es wird versucht zu täuschen und Sich alles schönzureden und im Kern macht man genauso weiter wie bisher.
Ja warum das nicht mehr geht ist die Frage, man macht keine Politik mehr für die Bürger, die Union nicht mehr für Rechtskonservative und die SPD nicht mehr für Arbeiter, es geht vielleicht eher um Geld,Macht und Posten geschacher als darum das Beste für Land und Leute rauszuholen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2025, 20:18:22
Schuldenbremse
Schwarze Null und Begrenzung der Ausgaben trotz großer Einnahmen 2012-2019
Durch "Sondervermögen" pulverisiert. Aber: nur soviel auszugeben wie man auch einnimmt ist vernünftig. Was das in Sachen Diskussion "rechts" und "links" impliziert, ist klar O0

Das sagt in erster Linie aus was du für vernünftig hälst und wie du damit verschiedene politischen Ziele einschätzt.

Zitat
Asylpaket I
Asylpaket II
Einstufung sicherer Herkunftsländer
Wohnsitzauflagen bei Migration
Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen
Reine Papiertiger, völlig wirkungslose Maßnahmen.

Das ist deine Einschätzung. Ich teile die nicht. Tut aber an der Sache nichts, dass es konservative Politik ist.

Zitat
Mütterrente
Betreuungsgeld (Herdprämie)
Das ist für mich nicht konservativ, im Gegenteil, das ist Umverteilung pur.

Förderung traditioneller Familenstrukturen ist nicht konservativ? Wenn du meinst, dass konservativ wäre, dass man gar keine sozialen Maßnahmen machen darf, würde ich dir widersprechen. Soweit ich weiß bekennen sich die CDU zur sozialen Marktwirtschaft.
Eine Mütterrente oder ein Betreuungsgeld ist keine linke Politik. Du lässt dabei den politischen Kontext, die Zielsetzung und den ideologischen Schwerpunkt völlig auser Acht.

Zitat
Vorratsdatenspeicherung
Die es mW. immer noch nicht gibt und mMn. auch nicht konservativ, sondern GG-widrig ist.

Es gibt eine Form der Vorratsdatenspeicherung die zur Speicherung von 10 Wochen verpflichtet. Nur weil es die Debatte seit 2007 gibt und immer wieder an Gerichten und Behörden scheitert heißt das nicht, dass es hier nicht beträchtliche Aufwände gibt eine konservative Idee umzusetzen. Zumindest ist die Ausweitung von Möglichkeiten für den Sicherheitsapparat eine grundlegende konservative Idee.

Zitat
Verstärkung des Straftrechts in verschiedenen Fällen
Was genau?

Gesetze gegen Gewalt- und Klankriminalität oder Änderungen am Straftgesetzbuch zu Cybercrime zum Beispiel.

Zitat
BKA-Gesetz
Sagt mir nichts.

Zugriff auf Telekommunikations- und Bestandsdaten. Ermöglichung von verdeckten Ermittlungen bei Cybercrime und Terror. Präventive Überwachung bei „drohender Gefahr“.

Einführung von Online-Durchsung und Quellen TKÜ
Ist mMn. nicht konservativ, sondern GG-widrig.

Siehe oben. Konservativ ist nicht alles was dir gefällt oder nicht GG-widrig ist. Auch konservative Politik kann mit dem Gesetz nicht im Einklang stehen. Außerdem wir die Quellen TKÜ in der Praxis eingesetzt. Da hilft nicht, dass du sie für GG-widrig hälst.  Die Stärkung des Sicherheitsapparats ist ein rechtskonservatives Ziele.

Und jetzt? Jetzt habe ich auf deiner Aufforderung eine Liste zusammegeschrieben. Alles was dir nicht gefällt oder deiner Meinung nach nicht funktioniert ist nicht konservativ und deswegen ist die CDU nicht konservativ?



Sowas müsste aber passieren um die Politik nicht mehr als links und mehr mittig oder rechts wahrzunehmen,dazu gehört auch die vor der Wahl versprochene Linie einzuschlagen.

Dazu gibt es aber auch schon Aussagen und es wird ziemlich sicher nicht zurückgenommen.

Es wurden Gesetze be und Verträge geschlossen, beides kann man ändern wenn nur der Wille da ist, die Hürde sind nicht die Gesetze sondern der fehlende Wille. Ja,das war damit gemeint, ich bin mal gespannt wie lange es noch dauert bis der Druck da größer wird, die Preise werden dadurch weiter steigen und die Bürger unnötig belastet.

Ich meine,dass man keine große Veränderung zu den letzten Merkel Regierungen und der Ampel sieht,dass es keinen Willen gibt Reformen anzustoßen und mal aus dem alten Trott rauszukommen, es wird weiterregiert wie es die anderen auch schon gemacht haben, Probleme werden geschoben, es wird versucht zu täuschen und Sich alles schönzureden und im Kern macht man genauso weiter wie bisher.
Ja warum das nicht mehr geht ist die Frage, man macht keine Politik mehr für die Bürger, die Union nicht mehr für Rechtskonservative und die SPD nicht mehr für Arbeiter, es geht vielleicht eher um Geld,Macht und Posten geschacher als darum das Beste für Land und Leute rauszuholen.

Wahlversprechen sollten unabhängig vom Spektrum nicht gebrochen werden.  ;) Aber das ist eben auch eine Entwicklung der letzten Jahre. Die Politiker scheinen zu denken lauter Brüllen zu müssen um gehört zu werden.

Echt? Hast du da ne Quelle? Der Koalitionsvertrag ist doch noch gar nicht so lange her und das was ich da gehört habe war wirklich noch nicht lange her.

Und was soll die CDU machen? Ich rede ja nicht "nur" von sowas wie Paris. Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 den Klimaschutz zum Grundrecht nach Art 20a GG gemacht und bereits damals ein Gesetz gekippt das Maßnahmen einschränken sollte. Soll die CDU erstmal die Richter austauschen und ein anderen Beschluss erwirken?
Die CDU will die CO2-Bepreisung gar nicht abschaffen, soweit ich weiß.
Außerdem,  Klimaschutz ist doch nicht links, oder? Die Wahrnehmung hat sich da hinverschoben. Aber auch die CDU verfolgt in klimaschutzpolitische Ziele und hat sie immer schon verfolgt. Siehst du das anders?

Ich sehe da schon ein paar Unterschiede. Auch wenn ich bei der Kritik mitgehe, dass es sich wie ein alter Trott anfühlt. Die letzten zwei Regierungen haben es beide nicht geschafft eine Aufbruchstimmung zu vermitteln.
Bei der generellen Kritik und dem Vorurteil, dass es vielleicht eher um Geld,Macht und Posten geschacher geht gehe ich nicht mit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Dezember 2025, 21:37:53
Und jetzt? Jetzt habe ich auf deiner Aufforderung eine Liste zusammegeschrieben.
Ich halte die Punkte auf deiner Liste für irrelevant im Vergleich zu den Punkten, die ich aufgeführt habe. Weil sie bei weitem nicht die Wirkung entfaltet haben.

Du findest es vernünftig, mehr auszugeben, als man auch einnimmt und dann irgendwann zahlungsunfähig zu sein? Ich finde so etwas sehr unvernünftig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 08.Dezember 2025, 21:42:06
Habe ich ja geschrieben. Zu viel Energie, zu wenig Nutzen. Es ist eine Entscheidung die gegen eine der schwächsten Gruppen geht. Es betrifft viele Menschen, um ein paar wenige Menschen "zu erwischen". Also spätestens seit dem klar ist, dass dadurch nicht Milliarden sondern wenige Millionen gespart werden müsste man gegenrechnen, ob die negativen Effekte am Sozialstaat den kleinen Nutzen wert ist. Das wird nicht gemacht. Es klingt dem fleisigen arbeitenden Deutschen zu sagen, dass man endlich mit "den Faulen" in der Gesellschaft aufräumt. Für mich ist das Populismus.

Wüsste nicht, wo es Populismus ist und wo es gegen  die schwächsten Gruppen geht, wenn man explizit gegen Arbeitsverweigerer (Menschen, welche ein Job Angebot haben und dieses ablehnen) vorgeht.

Des Weiteren muss man massiv gegen die Arbeitsverweigerer vorgehen, bspw. abgelehntes Jobangebot = drastische Kürzungen der Leistungen für 3 Monate.

Das sind keine schwachen Gruppen, sondern Sozialschmarotzer. jeder der arbeiten kann und ein Angebot hat, sollte dies tun.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 08.Dezember 2025, 22:04:40
Und jetzt? Jetzt habe ich auf deiner Aufforderung eine Liste zusammegeschrieben.
Ich halte die Punkte auf deiner Liste für irrelevant im Vergleich zu den Punkten, die ich aufgeführt habe. Weil sie bei weitem nicht die Wirkung entfaltet haben.

Okay.

Du findest es vernünftig, mehr auszugeben, als man auch einnimmt und dann irgendwann zahlungsunfähig zu sein? Ich finde so etwas sehr unvernünftig.

Wenn du es so zuspitzt stimme ich dir natürlich zu. Wer will schon zahlungsunfähig sein?

Habe ich ja geschrieben. Zu viel Energie, zu wenig Nutzen. Es ist eine Entscheidung die gegen eine der schwächsten Gruppen geht. Es betrifft viele Menschen, um ein paar wenige Menschen "zu erwischen". Also spätestens seit dem klar ist, dass dadurch nicht Milliarden sondern wenige Millionen gespart werden müsste man gegenrechnen, ob die negativen Effekte am Sozialstaat den kleinen Nutzen wert ist. Das wird nicht gemacht. Es klingt dem fleisigen arbeitenden Deutschen zu sagen, dass man endlich mit "den Faulen" in der Gesellschaft aufräumt. Für mich ist das Populismus.

Wüsste nicht, wo es Populismus ist und wo es gegen  die schwächsten Gruppen geht, wenn man explizit gegen Arbeitsverweigerer (Menschen, welche ein Job Angebot haben und dieses ablehnen) vorgeht.

Des Weiteren muss man massiv gegen die Arbeitsverweigerer vorgehen, bspw. abgelehntes Jobangebot = drastische Kürzungen der Leistungen für 3 Monate.

Das sind keine schwachen Gruppen, sondern Sozialschmarotzer. jeder der arbeiten kann und ein Angebot hat, sollte dies tun.

Es trifft nunmal nicht nur die die du im Blick hast.

Habe ich doch geschrieben, wieso ich das für Populismus halte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2025, 08:02:24
Wer will schon zahlungsunfähig sein?
Eben. Deshalb sollte auch ein Staat diese exzessive Schuldenmacherei vermeiden, das ist nicht "rechts", sondern einfach nur vernünftig. Ein weiterer Aspekt: schon jetzt gehen über 30 Mrd EUR des Bundeshaushaltes nur für Zinszahlungen drauf, da sind die Bundesländer und Kommunen noch gar nicht dabei.
Verschuldung isat okay, wenn man damit zB. ein bestimmtes Infrastrukturprojekt finanziert und die Schulden auch tilgt. Aber getilgt wird ja auch nicht, es wird nur umgeschuldet, alte Schulden mit neuen Schulden bezahlt. Und weil das immer noch nicht reicht, werden immer neue Schulden aufgenommen, weil man ja an nichts sparen will, könnte ja Wählerstimmen kosten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tim Twain am 09.Dezember 2025, 10:31:29
Wann gedenkt Herr Merz eigentlich etwas gegen die Wirtschaftskrise zu unternehmen? Mir macht das große Sorgen.

Mal sehen ob die SPD dann als Nächstes jetzt mit Steuererhöhungen ankommt. Immerhin wurde die Rente mal wieder beschlossen, ohne vorher die Finanzierung zu sichern. Ich höre schon die Schreie nach einer  Besteuerung von Kapitalerträgen. Die jungen Leute sollen dann selber sparen (weil es im Alter sonst ja nicht reicht), aber von diesem Ersparten wieder abgeben. Wird es einen recht hohen Freibetrag geben, sehe ich das allerdings ein. Wobei der auch nicht zu niedrig ausfallen darf. Sonst ist die Motivation wirklich etwas zu Schaffen nämlich nicht gegeben.

Kapitalerträge sollten einfach wie Einkommen behandelt werden. Das wäre mEn das fairste. Die Rente wird auch besteuert. Auch hier erscheint eine Anpassung an die Einkommenssteuer mir fairer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2025, 10:40:59
Oh, Steuersenkungen für Kapitalerträge? Das würde mich mit der SPD aber wundern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Dezember 2025, 10:41:17
Wer will schon zahlungsunfähig sein?
Eben. Deshalb sollte auch ein Staat diese exzessive Schuldenmacherei vermeiden, das ist nicht "rechts", sondern einfach nur vernünftig. Ein weiterer Aspekt: schon jetzt gehen über 30 Mrd EUR des Bundeshaushaltes nur für Zinszahlungen drauf, da sind die Bundesländer und Kommunen noch gar nicht dabei.
Verschuldung isat okay, wenn man damit zB. ein bestimmtes Infrastrukturprojekt finanziert und die Schulden auch tilgt. Aber getilgt wird ja auch nicht, es wird nur umgeschuldet, alte Schulden mit neuen Schulden bezahlt. Und weil das immer noch nicht reicht, werden immer neue Schulden aufgenommen, weil man ja an nichts sparen will, könnte ja Wählerstimmen kosten.

Die schwarze Null ergibt sich aus den konservativen Werten der CDU für eine harte Währung, Disziplin oder dem Wunsch nach einem stabilen Haushalte. Die FDP zum Beispiel hat mit der Schuldenbremse das gleiche Ziel wie die CDU, aber aus anderen Gründen. Für die FDP kommt sie meines Wissens nach aus einer ordoliberalen Idee heraus. Die Gründe hier sind eher, dass der Staat schlank sein und nicht zu sehr in den Markt eingreifen soll, der Staat Rahmen setzen aber nicht selbst groß investieren soll, Investitionen eher vom privaten Markt durchgeführt werden sollen, Verschuldung die Freiheit zukünftiger Generationen beschränkt und dem Staat misstraut wird, dass er große Investitionen auf Grund von Hürden wie der Bürokratie überhaupt verlässlich und mit Effizienze durchführen kann.
Das sind die gleichen Ziele aber aus verschiedenen Überzeugungen und Hintergründen. Die FDP spricht damit aber auch eine andere Wählerschaft an als die CDU. Würden die beiden Parteien zusammen arbeiten würde es kein Unterschied machen, da die zu Grunde liegende Überzeugung dem Pragamtismus weicht, dass man auf dem Papier das gleiche will.

Wie gesagt, lässt du meiner Meinung nach den politischen Kontext, die Zielsetzung und den ideologischen Schwerpunkt auser Acht. Ob du das für vernünftig oder nicht hälst, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun aus welchen Gründen Parteien etwas machen, wie sie das kommunizieren und welche Wähler sie damit ansprechen.


Ich habe deiner Überspitzung zugestimmt: "exzessiv und zahlungsunfähig". Wie du schon sagst, ist Verschuldung "schon okay". War es aber viele Jahre eben doch nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2025, 11:02:00
Die schwarze Null ergibt sich...
Wir hatten doch gerade den Konsens gefunden, dass es vernünftig ist, dauerhaft nicht mehr Geld auszugeben als einzunehmen!? Vernunft sollte unabhängig von der politischen Einstellung sein.

Zitat
Ob du das für vernünftig oder nicht hälst, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun aus welchen Gründen Parteien etwas machen, wie sie das kommunizieren und welche Wähler sie damit ansprechen.
Damit stellst du linken Parteien aber ein schlechtes Zeugnis aus, weil sie dann ja unvernünftig handeln. Nicht, dass ich etwas gegen so ein Zeugnis einzuwenden hätte, aber es wundert mich schon.

Zitat
Ich habe deiner Überspitzung zugestimmt...
Wer dauerhaft mehr ausgibt als er einnimmt, der wird irgendwann zahlungsunfähig, das ist keine Überspitzung sondern ein Fakt. Das mag bei Staaten länger dauern als bei Individuen oder Unternehmen, die Folgen sind aber für sehr viele Menschen sehr gravierend.

Zitat
Wie du schon sagst, ist Verschuldung "schon okay".
Nein, so pauschal habe ich das nicht gesagt. Verschuldung ist für konkrete Infrastrukturmaßnahmen okay, wenn man diese Schulden auch wirklich tilgt und nicht mit neuen Schulden bezahlt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Dezember 2025, 12:32:46
Die schwarze Null ergibt sich...
Wir hatten doch gerade den Konsens gefunden, dass es vernünftig ist, dauerhaft nicht mehr Geld auszugeben als einzunehmen!? Vernunft sollte unabhängig von der politischen Einstellung sein.

Ne, wir hatten den Kontext in der Überspitzung. Das habe ich dazu gesagt. Exzessives Schuldenmachen.... Zahlungsunfähigkeit. Das stimme ich dir zu, das ist unvernünftig. Du sagst ja dann selber das Schuldenmachen "schon okay" sei. Es kommt halt auf die Bedingungen an. So pauschal will ich nicht sagen, dass Schulden vernünftig oder unvernünftig sind.

Ich denke man hätte in den Jahren der schwarzen Null moderat Kredite zu negativ Verzinsung (die Möglichkeit gab es ja ein paar Jahre) aufnehmen können, die dann eisern und ohne Ausnahme in Infrastruktur gesteckt werden, um den schon lange bekannten Investitionsstau etwas zu mindern mit dem Ziel Wachstum zu fördern. Nicht für Sozialsaugaben, Renten oder sonstigen Konsum sondern Straße, Schiene, Netzausbau, Energie, Bildung und Bürokratieabbau. Ohne Tricks, dass man die Resorts aus dem Haushalt reduziert und das Geld an anderer Stelle ausgibt und eigentlich nur verschiebt sondern wirklich Mehrausgaben.
Ich denke da wäre irgendwo ein Korridor gewesen zwischen sinvollen zukunftsgewandten Krediten und exzessivem Schuldenmachen hin zur Zahlungsunfähigkeit wo man immer noch von Vernunft sprechen kann.

Zitat
Ob du das für vernünftig oder nicht hälst, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun aus welchen Gründen Parteien etwas machen, wie sie das kommunizieren und welche Wähler sie damit ansprechen.
Damit stellst du linken Parteien aber ein schlechtes Zeugnis aus, weil sie dann ja unvernünftig handeln. Nicht, dass ich etwas gegen so ein Zeugnis einzuwenden hätte, aber es wundert mich schon.

Ist halt ne Sache der Perspektive, oder? Wir finden oftmals unterschiedliche Dinge vernünftig. Wenn ich das richtig im Kopf habe warst du immer eher gegen den Atomausstieg. Ich habe mich da immer eher dafür ausgesprochen. Ich nehme an wir sind beide der Überzeugung das unsere Ansicht vernünftig ist. Das schließt sich aber gegenseitig aus. 
Du assozierst das eventuell mit grüner (oder linker) Politik und als Beispiel ihrer Unvernunft (Ich hoffe ich unterstelle dir da nichts.). Ich könnte mich jetzt aber auf deinen Standpunkt mit der Schuldenbremse bei der CDU stellen: "Wieso? Das ist doch keine grüne Politik? Das ist doch einfach vernünftig."
Damit würde ich aber ignorieren, dass der Atomausstieg ein zentraler Kernpunkt der Grünen ist sowie die schwarze Null lange Zeit ein zentraler Kernpunkt und Identifikation der CDU war.

Die Vernunft haben wir beide nicht für uns gepachtet. Aber darum ging es mir von anfang an nicht. Wenn du nicht der Meinung bist, dass die schwarze Null für die CDU eine Eckpfeiler konservativer Politk war, dann sind wir da eben auch geteilter Meinung.
Ich finde man kann auch ohne der CDU nahe zu stehen die schwarze Null für vernünftig halten, der CDU den Punkt lassen dass es für sie konservative Politik ist und dann aber trotzdem sagen, dass Schulden machen "schon okay" sei, wenn die Bedingungen stimmen.



Zitat
Ich habe deiner Überspitzung zugestimmt...
Wer dauerhaft mehr ausgibt als er einnimmt, der wird irgendwann zahlungsunfähig, das ist keine Überspitzung sondern ein Fakt. Das mag bei Staaten länger dauern als bei Individuen oder Unternehmen, die Folgen sind aber für sehr viele Menschen sehr gravierend.
Siehe oben.

Zitat
Wie du schon sagst, ist Verschuldung "schon okay".
Nein, so pauschal habe ich das nicht gesagt. Verschuldung ist für konkrete Infrastrukturmaßnahmen okay, wenn man diese Schulden auch wirklich tilgt und nicht mit neuen Schulden bezahlt.

Siehe auch oben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2025, 13:27:16
Ne, wir hatten den Kontext in der Überspitzung.
Bitte, wenn du dich jetzt an dem einen Wort aufhängen musst. Auch wenn es keine exzessive Verschuldung ist, führt es zur Zahlungsunfähigkeit, wenn man dauerhaft mehr ausgibt, als man einnimmt.

Zitat
Ist halt ne Sache der Perspektive, oder?
Dann findest du es jetzt doch wieder vernünftig, dauerhaft mehr auszugeben als einzunehmen?

Zum Atomausstieg: da kann ich die Angst nachvollziehen, halte sie aber für extrem übertrieben, irrational und für von außen in die Menschen eingeimpft, besonders von den Grünen, deren NGOs und den Medien, die den Grünen nachstehen.

Zitat
Du assozierst das eventuell mit grüner (oder linker) Politik und als Beispiel ihrer Unvernunft (Ich hoffe ich unterstelle dir da nichts.).
Die Assoziation hast du geweckt.

Zitat
Damit würde ich aber ignorieren, dass der Atomausstieg ein zentraler Kernpunkt der Grünen ist sowie die schwarze Null lange Zeit ein zentraler Kernpunkt und Identifikation der CDU war.
Das wäre korrekt, wenn der Atomausstieg objektiv vernünftig gewesen wäre, was er nicht war. Jetzt importieren wir halt Atomstrom aus Frankreich, ganz toll gemacht.

Zitat
Die Vernunft haben wir beide nicht für uns gepachtet.
Ich erhebe darauf keinen Anspruch, aber ich dachte wir hätten einen Konsens erzielt. Aber gut, da habe ich offensichtlich falsch gedacht.

Zitat
Wenn du nicht der Meinung bist, dass die schwarze Null für die CDU eine Eckpfeiler konservativer Politk war, dann sind wir da eben auch geteilter Meinung.
Für mich ist die "schwarze Null" ein Eckpfeiler vernünftiger Politik, ergo hat die CDU damals in dem Sinne vernünftige Politik gemacht und Schuldenfans machen unvernünftige Politik, linke Parteien lieben halt ihren Keynes, hat nur noch nie so richtig funktioniert. Und es wird auch jetzt mit den "Sondervermögen" nicht nachhaltig funktionieren, das sind alles nur Strohfeuer, wärmen für den Moment, brennen aber schnell aus.

Ganz interessant:
Microsoft Word - Entwurf Regierungsprogramm verabschiedet.doc - cdu-csu_wahlprogramm_btw2005.pdf
Deutschland, jahrzehntelang der Stabilitätsanker in Europa, versinkt in einer öffentlichen
Verschuldung ohnegleichen. Deutschland lebt von der Substanz, wir leisten uns mehr, als
wir leisten! Die Staatsverschuldung liegt mit unvorstellbaren 1,4 Billionen Euro auf Re-
- 29 -
kordhöhe. Seit 2002 verstößt Deutschland kontinuierlich gegen den Europäischen Stabili-
täts- und Wachstumspakt. Allein die Neuverschuldung des Bundes ist seit 1999 um knapp
200 Milliarden Euro gestiegen. Das heißt: Pro Tag muss der Bund über 100 Millionen Euro
nur an Zinsen bezahlen. Dieses Geld fehlt schmerzlich für notwendige Investitionen in die
Zukunft. Der Bund hat die niedrigste Investitionsquote seit 1949.

https://www.abgeordnetenwatch.de/sites/default/files/election-program-files/cdu-csu_wahlprogramm_btw2005.pdf

Jaja, die Maastrichtkriterien, damals wurde hoch und heilig versprochen, dass sie eingehalten werden. Auch wieder nur ein Lüge, es soll sich wirklich niemand mehr wundern, warum die Menschen die Nase von den "etablierten Parteien" voll haben.

Zitat
Ich finde man kann auch ohne der CDU nahe zu stehen die schwarze Null für vernünftig halten, der CDU den Punkt lassen dass es für sie konservative Politik ist und dann aber trotzdem sagen, dass Schulden machen "schon okay" sei, wenn die Bedingungen stimmen.
Für die CDU selber wird vermutlich alles konservative Politik sein, was sie selber fabriziert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: GameCrasher am 09.Dezember 2025, 13:54:13
Habe ich auch nur einen Funken Vertrauen in die alten Parteien die eher mit ihren Grabenkämpfen beschäftigt sind? Nein.
Welcher Partie soll ich bei der nächsten Wahl meine Stimme geben und damit auf die Schulter klopfen und "Super gemacht, weiter so. Ich vertraue Euch" sagen?

Ich habe dieses Thema seit so vielen Jahren immer wieder präsent und auch in Freundes- und Famailienkreisen. Auch hier in diesem Thread habe ich es bestimmt schon mehrmals angesprochen über meine langjährige Teilnahme hier.
Die überwältigende Mehrheit der Wähler wählt statistisch gesehen (frag mich nicht wo ich diese Statistik zuletzt sah, das war eine Auswertung zu den letzten Bundestagswahlen...) nicht das, was sie politisch wünschen und für das sie einstehen.
Das bedeutet, sie wählen Parteien, die gegen ihre politischen Überzeugungen sind und auch entsprechende Wahlprogramme veröffentlichen.

Auf die Frage warum diese Wähler das tun, gabe es immer genau 2 Antworten: "Ich habe schon immer diese Partei gewählt" oder die Aussage "Wenn ich meine Stimme der passenden Partei geben würde, wäre die Stimme verschenkt". Letzteres resultiert daher, dass es in aller Regel die Kleinstparteien sind, die für jene Politik stehen, die gewünscht wäre. Und würde der deutsche Wähler mal das wählen, was er wirklich möchte (und entschuldige die Wortwahl) auch die Eier dazu zeigt, das zu tun, wären diese Parteien längst keine Kleinstparteien mehr.
Aber der Deutsche an sich ist zu sehr west-/mitteleuropäisch geprägt: ängstlich, zögerlich, mürrisch, bequem.
Auch habe ich hier schon öfter Volker Pispers erwähnt, der vor vielen, vielen Jahren bereits richtig attestierte und das bis heute Bestand hat, als er sinngemäß äußerte: Deutschland fährt politisch gesehen auf einem Gleis immer Richtung Abgrund, und alles was bei einer Wahl passiert ist, dass wir den Lokomotivführer zu wechseln, doch die Gleise verändert man durch das Gewählte nicht. Und am Ende wundern sich alle, dass es nicht besser wurde...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Dezember 2025, 14:19:20
Ne, wir hatten den Kontext in der Überspitzung.
Bitte, wenn du dich jetzt an dem einen Wort aufhängen musst. Auch wenn es keine exzessive Verschuldung ist, führt es zur Zahlungsunfähigkeit, wenn man dauerhaft mehr ausgibt, als man einnimmt.

Ich hänge mich nicht an einem Wort auf sondern versuche zu verstehen wo bei dir die Lücke zwischen exzessiven Verschulden die zu Zahlungsunfähigkeit führt und "ganz okay" unter gewissen Bedingungen ist. Ich habe dir beschrieben wie für mich Schulden "ganz okay" gewesen wären. Du hast dich entschieden darauf nicht einzugehen. Das habe ich dir aber schonmal geschrieben.
Ich mache aus deinen Worten das was ich kann. Und im Zweifel und wenn trotz Nachfragen keine Einordnung oder Erklärung kommt hänge ich mich eben auch daran auf. Dir pauschal irgendwo zustimmen obwohl mir nicht klar ist wie du es meinst mache ich nicht.

Zitat
Ist halt ne Sache der Perspektive, oder?
Dann findest du es jetzt doch wieder vernünftig, dauerhaft mehr auszugeben als einzunehmen?

Dazu habe ich nichts gesagt. Was meinst du mit dauerhaft? Wenn Deutschland sich dauerhaft jedes Jahr um 1 Euro verschuldet sind wir in 1000 Jahren noch nicht wegen dieser Verschuldung zahlungsunfähig.
Ich finde von Dauerhaft schwer zu reden in Zyklen der Politik.  Ich will da keine Vergleiche ziehen und sagen, dass Deutschland da auch stehen muss. Zum Beispiel hat sich Japan über 50 Jahre verschuldet, ist ingesamt weit über unserer Verschuldungsquote, ist durchaus zahlungsfähig und eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt. Und nicht mal da kann man von dauerhaft sprechen, weil sie sich die letzten Jahre nicht mehr weiter verschuldet haben. Nicht mal die USA hat sich dauerhaft verschuldet sondern konnte in den 2000ern Schulden reduzieren und ist zahlungsfähig.
Da es einige so Beispiele gibt finde ich die Aussagen und den Schluss das dauerhaft unweigerlich zu Zahlungsunfähigeit führt am Beispiel von Deutschland zu pauschal, um dem einfach so zuzustimmen. Ich kann aber zustimmen, dass das eine dauerhafte Verschuldung die absehbar zu einer unausweichlichen Zahlungsunfähigkeit führen würde und trotzdem beigeführt wird unvernünftig wäre. Da haben wir einen Konsens.  ;)

Deine Bedingungen wann Schulden "ganz okay" sind kenne ich nicht. Vielleicht würde ich dir bei denen zustimmen. Ich habe dir beschrieben wie für mich Schulden "ganz okay" gewesen wären. Du hast dich entschieden darauf nicht einzugehen.

Zum Atomausstieg: da kann ich die Angst nachvollziehen, halte sie aber für extrem übertrieben, irrational und für von außen in die Menschen eingeimpft, besonders von den Grünen, deren NGOs und den Medien, die den Grünen nachstehen.

Zitat
Du assozierst das eventuell mit grüner (oder linker) Politik und als Beispiel ihrer Unvernunft (Ich hoffe ich unterstelle dir da nichts.).
Die Assoziation hast du geweckt.

Du gehst die Assoziation ordentlich mit. Ich habe dir zum Glück nichts unterstellt.

Zitat
Damit würde ich aber ignorieren, dass der Atomausstieg ein zentraler Kernpunkt der Grünen ist sowie die schwarze Null lange Zeit ein zentraler Kernpunkt und Identifikation der CDU war.
Das wäre korrekt, wenn der Atomausstieg objektiv vernünftig gewesen wäre, was er nicht war. Jetzt importieren wir halt Atomstrom aus Frankreich, ganz toll gemacht.

Das verstehe ich nicht. Du sagst glaube ich, dass die schwarze Null für die CDU nicht Kernpunkt oder Identifikation für die Partei ist und begründest das, weil es einfach nur vernünftige Politik ist. (Was irgendwie ausschließt oder zumindest offen lässt, ob konservative Politik überhaupt vernünftig sein kann, weil es dann nicht mehr konservative Politik sondern einfach vernünftige Politik ist.) Der Atomausstieg der Grünen ist aber nicht Kernpunkt und Identifikation, weil es einfach nur unvernünftige Politik ist. Damit setzt du bei den Grünen genau den umgekehrten Maßstab an wie bei der CDU.

Was aber gleich bleibt ist, dass du Kernpunkte und Identifikaton weiter daran beurteilst ob du die Idee vernünftig oder unvernünftig einschätzt. Ich kann das nicht nachvollziehen und widerspricht meiner Sicht auf die Politik. Danke für die Perspektive.


Zitat
Die Vernunft haben wir beide nicht für uns gepachtet.
Ich erhebe darauf keinen Anspruch, aber ich dachte wir hätten einen Konsens erzielt. Aber gut, da habe ich offensichtlich falsch gedacht.
Ich habe bereits im Post davor und dem ursprünglichen Post geschrieben, dass der Konsens nur unter Vorbehalt deiner Zuspitzung gegeben war. Ansonsten: siehe ersten Abschnitt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2025, 15:50:19
Ich hänge mich nicht an einem Wort auf...
Doch, das machst du, ich dachte, das hier wäre jetzt eindeutig gewesen: "Auch wenn es keine exzessive Verschuldung ist, führt es zur Zahlungsunfähigkeit, wenn man dauerhaft mehr ausgibt, als man einnimmt."

Zitat
Dazu habe ich nichts gesagt.
Also nochmal: findest du es vernünftig, dauerhaft mehr auszugeben als einzunehmen? Und nein, Deutschland verschuldet sich NICHT dauerhaft jedes Jahr um einen Euro. Wenn du keinen Bock hast vernünftig zu diskutieren, dann sag das doch einfach, für solche albernen "Argumente" ist mir meine Zeit zu schade.

Kannst dir ja mal die Beispiele Argentinien oder Griechenland ansehen, ist so ein Zustand vernünftig und erstrebenswert? Für mich nicht.

Zitat
Deine Bedingungen wann Schulden "ganz okay" sind kenne ich nicht.
Hä? Ich hatte die "Bedingung" jetzt schon zweimal dazu geschrieben. Liest du meine Beiträge nicht?

Zitat
Du hast dich entschieden darauf nicht einzugehen.
Weil die Zeit der Negativzinsen vorbei ist.

Zitat
Das verstehe ich nicht.
Ich glaube, deine Verständnisprobleme rühren daher, dass du zu viel zu meinen Aussagen hinzudichtest, was ich nie geschrieben habe oder zu viel hinein interpretierst, was ich nie gemeint habe.

Zitat
Du sagst glaube ich, dass die schwarze Null für die CDU nicht Kernpunkt oder Identifikation für die Partei ist...
Dieses "Kernpunkt" oder "Identifikation" für die CDU (und später die Grünen) kommt von dir.

Ich schreibe hier zum xten Male, dass ich es vernünftig finde, nicht mehr Geld auszugeben als man einnimmt, und das ist völlig unabhängig von der CDU. Ich verstehe wirklich nicht, was daran nicht zu verstehen ist.

Die Schuldenaufnahme ist auch mit der CDU gestiegen, die paar Jahre, die das mit Schäuble mal anders war, sind wohl eher die Ausnahme als die Regel, daraus dann gleich "Kernpunkt" oder "Identifikation" der CDU zu machen... Und auch jetzt ist es ein CDU-Kanzler, der die gigantischen "Sondervermögen" in Höhe von fast 1.000 Milliarden EUR zu verantworten hat.

Für solche Sachen sind Chatbots echt gut:

Regierungszeit Zeitraum Schuldenstand zu Beginn Schuldenstand am Ende Veränderung Bemerkungen
Konrad Adenauer (CDU) 1949–1963 ca. 10 Mrd. DM (1950) ca. 60 Mrd. DM (1963) +50 Mrd. DM Nachkriegsaufbau, erste große Investitionen
Ludwig Erhard (CDU) 1963–1966 ca. 60 Mrd. DM ca. 70 Mrd. DM +10 Mrd. DM Wirtschaftswunder, moderate Neuverschuldung
Kurt Georg Kiesinger (CDU) 1966–1969 ca. 70 Mrd. DM ca. 90 Mrd. DM +20 Mrd. DM Große Koalition, erste Rezession
Helmut Kohl (CDU) 1982–1998 ca. 300 Mrd. DM ca. 1,2 Bio. DM +900 Mrd. DM Deutsche Einheit, hohe Kosten für Infrastruktur und Transfers
Angela Merkel (CDU) 2005–2021 ca. 1,5 Bio. € ca. 2,5 Bio. € +1 Bio. € Finanzkrise 2008/09, Eurokrise, Corona-Pandemie

Zitat
Der Atomausstieg der Grünen ist aber nicht Kernpunkt und Identifikation, weil es einfach nur unvernünftige Politik ist. Damit setzt du bei den Grünen genau den umgekehrten Maßstab an wie bei der CDU.
Zitiere, wo ich das geschrieben haben soll!

Zitat
Was aber gleich bleibt ist, dass du Kernpunkte und Identifikaton weiter daran beurteilst ob du die Idee vernünftig oder unvernünftig einschätzt.
Zitiere, wo ich das geschrieben haben soll!

Zitat
Ich kann das nicht nachvollziehen und widerspricht meiner Sicht auf die Politik. Danke für die Perspektive.
Ich kann das auch nicht nachvollziehen.

Zitat
Ich habe bereits im Post davor und dem ursprünglichen Post geschrieben, dass der Konsens nur unter Vorbehalt deiner Zuspitzung gegeben war.
Gut, du findest es also ohne "Zuspitzung" vernünftig, mehr auszugeben als man einnimmt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 09.Dezember 2025, 16:31:20
Wahlversprechen sollten unabhängig vom Spektrum nicht gebrochen werden.  ;) Aber das ist eben auch eine Entwicklung der letzten Jahre. Die Politiker scheinen zu denken lauter Brüllen zu müssen um gehört zu werden.
Schon richtig, die Erwartung war bei Merz aber eine andere, da haben viele, mich eingeschlossen, schon einen harten Bruch mit der Merkel Politik erwartet. Auch mit der AfD im Nacken war das nicht abzusehen,eigentlich sollte der Druck die Wahlversprechen einzuhalten und zu liefern bei der Union dadurch extra hoch sein, vielleicht schlägt sich das dann regional und bei den Landtagswahlen nieder und bringt der AfD da ein paar % mehr.

Echt? Hast du da ne Quelle? Der Koalitionsvertrag ist doch noch gar nicht so lange her und das was ich da gehört habe war wirklich noch nicht lange her.
Das war vor ein paar Wochen kurz Thema, Thorsten Frei hatte sich dazu geäußert und das klang schon sehr nach Verwässerung und nicht danach,dass man an der Abschaffung festhalten will.
https://www.fr.de/politik/ab-heizungsgesetz-spd-gegen-abschaffung-auch-merz-kanzleramtschef-ruestet-verbal-zr-94032643.html


Und was soll die CDU machen? Ich rede ja nicht "nur" von sowas wie Paris. Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 den Klimaschutz zum Grundrecht nach Art 20a GG gemacht und bereits damals ein Gesetz gekippt das Maßnahmen einschränken sollte. Soll die CDU erstmal die Richter austauschen und ein anderen Beschluss erwirken?
Die CDU will die CO2-Bepreisung gar nicht abschaffen, soweit ich weiß.
Außerdem,  Klimaschutz ist doch nicht links, oder? Die Wahrnehmung hat sich da hinverschoben. Aber auch die CDU verfolgt in klimaschutzpolitische Ziele und hat sie immer schon verfolgt. Siehst du das anders?
In den USA sieht man gerade was alles möglich ist, Gesetze kann man ändern und Richter entscheiden dann danach, ich würde einfach alles mit Bezug zum Klima streichen weil es am Ende eher kontraproduktiv ist da zu gängeln,man sieht ja wie die Akzeptanz weniger geworden ist. mMn muss man die Wirtschaft stärken und dafür sorgen,dass die Leute mehr Geld in der Tasche haben um sich nachhaltige Produkte leisten zu können.
Schon richtig bewahrung der Umwelt ist auch ein konservatives Thema,Vernunft und Sinn für reale Probleme sollte aber auch nicht exklusiv Rechts sein, ich erwarte von allen Seiten nach der Sachlage zu handeln und nicht nach Gefühlen, die Frage ob das was wir machen etwas bringt und weiterhilft, ob es überhaupt nutzt sollte an erster Stelle stehen und den Nutzen sehe ich bei der aktuellen Klimapolitik nicht, ob wir das jetzt alles machen oder auch Verbrennner von heute auf morgen komplett verbieten, spielt für das Klima gar keine Rolle und wird nichts verändern, darum sind CO2 Abgaben komplett unnötig.
Jetzt wird ja sogar die CO2 Verpressung unter der Nordsee kommen weil man sich so für die Umwelt einsetzt, wenn das nicht vernünftig ist.  :P

Ich sehe da schon ein paar Unterschiede. Auch wenn ich bei der Kritik mitgehe, dass es sich wie ein alter Trott anfühlt. Die letzten zwei Regierungen haben es beide nicht geschafft eine Aufbruchstimmung zu vermitteln.
Bei der generellen Kritik und dem Vorurteil, dass es vielleicht eher um Geld,Macht und Posten geschacher geht gehe ich nicht mit.
Es wird bei der Regierung jetzt stark darauf ankommen wie das Geld investiert wird das man sich geliehen hat, bei der Ampel wurde ja gesagt,dass die Schuldenbremse viel verhindert hat, schaffen die es jetzt das ganze Sinnvoll auszugeben und trotzdem Reformen anzugehen, wer weiß, dass sehe ich aber nicht. Es gab ja sogar schon die ersten Koalitionsstreitigkeiten, wie will man so wirklich was verändern, z.B bei der Migration alles auf den Kopf stellen? Das wäre doch mit der SPD gar nicht zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 09.Dezember 2025, 16:53:37
Habe ich auch nur einen Funken Vertrauen in die alten Parteien die eher mit ihren Grabenkämpfen beschäftigt sind? Nein.
Welcher Partie soll ich bei der nächsten Wahl meine Stimme geben und damit auf die Schulter klopfen und "Super gemacht, weiter so. Ich vertraue Euch" sagen?

Ich habe dieses Thema seit so vielen Jahren immer wieder präsent und auch in Freundes- und Famailienkreisen. Auch hier in diesem Thread habe ich es bestimmt schon mehrmals angesprochen über meine langjährige Teilnahme hier.
Die überwältigende Mehrheit der Wähler wählt statistisch gesehen (frag mich nicht wo ich diese Statistik zuletzt sah, das war eine Auswertung zu den letzten Bundestagswahlen...) nicht das, was sie politisch wünschen und für das sie einstehen.
Das bedeutet, sie wählen Parteien, die gegen ihre politischen Überzeugungen sind und auch entsprechende Wahlprogramme veröffentlichen.

Auf die Frage warum diese Wähler das tun, gabe es immer genau 2 Antworten: "Ich habe schon immer diese Partei gewählt" oder die Aussage "Wenn ich meine Stimme der passenden Partei geben würde, wäre die Stimme verschenkt".

Das sehe ich auch so. Grade ältere Menschen wählen das was sie seit Jahrzehnten wählen - oftmals auch weil ihre Eltern genau diese Partei gewählt haben. Ohne zu hinterfragen oder ihre Erfahrungen mit Partei xy einfließen zu lassen.
Das wird sich stark ändern, grade weil viele junge Leute die Politikverdrossenheit der Generationen vorher sehen und halt Afd, Linke oder Grüne wählen statt die angestaubte CDU/SPD/FDP.
Das wird sich in den kommenden Jahren sehr zum Nachteil der Altparteien drehen. Die wollen es aussitzen, es wird aber nicht gelingen.

Es ist sehr schade das Volker Pispers nicht mehr aktiv ist. Wobei er in den letzten 10 Jahren oft angegangen worden wäre für seine Ehrlichkeit.
Das ist auch etwas was ich für sehr gefährlich halte: das direkte und aggressive ablehnen anderer Ansichten. In den letzten 10 Jahren haben sich Diskussionen sehr stark verändert. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 09.Dezember 2025, 17:03:28
Das ist leider zum großen Teil den sozialen Medien geschuldet, die aus Gewinnerzielungsabsicht regelmäßig vor allem Antihaltungen, Wut und Ärger bis zum Hass und Dissenz fördern. Irgendwann bahnt sich das leider in die gesellschaftliche Mitte. Somit dienen Diskussionen schon lange nicht mehr dem gegenseitigen Erkenntnisgewinn, sondern ausschließlich der Rechthaberei. Gegenteilige Haltungen werden nicht mehr zugestanden. Dieses, vermischt mit ethisch nicht vertretbaren Grundhaltungen, ergibt leider sowohl ein Erstarken der Rechtsparteien wie auch eine Wagenburgmentalität. Allerdings tue ich mich auch einfach schwer, mich mit Menschen auf Vernunftsebene zu unterhalten, die diese bereits qua inhumaner Geisteshaltung verlassen haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Dezember 2025, 17:11:15
Ich hänge mich nicht an einem Wort auf...
Doch, das machst du, ich dachte, das hier wäre jetzt eindeutig gewesen: "Auch wenn es keine exzessive Verschuldung ist, führt es zur Zahlungsunfähigkeit, wenn man dauerhaft mehr ausgibt, als man einnimmt."

Zitat
Dazu habe ich nichts gesagt.
Also nochmal: findest du es vernünftig, dauerhaft mehr auszugeben als einzunehmen? Und nein, Deutschland verschuldet sich NICHT dauerhaft jedes Jahr um einen Euro. Wenn du keinen Bock hast vernünftig zu diskutieren, dann sag das doch einfach, für solche albernen "Argumente" ist mir meine Zeit zu schade.

Kannst dir ja mal die Beispiele Argentinien oder Griechenland ansehen, ist so ein Zustand vernünftig und erstrebenswert? Für mich nicht.


Ich habe geschrieben wie ich mir Schuldenmachen vorstellen hätte können. Da wir hier über die schwarze Null reden, die eine Entscheidung in der Vergangenheit ist reden wir nunmal über die Vergangenheit zu einer Zeit der Negativzinsen.

Ich werde nicht über Dauerhaftigkeiten Meinungen abgeben. Wortklauberei hin oder her. Ich will weder eine dauerhafte schwarze Null noch eine dauerhafte jährliche Verschuldung. Ich will verantwortungsvoll agierende Politiker die zur richtigen Zeit und bei opportuner Marktlage in der Lage sein können Kredite aufnehmen zu dürfen, um diese dann sinnvoll für den Wachstum und langfristige Entwicklungen zu investieren.

Mehr werde ich dazu nicht sagen wenn die Frage nicht konkreter wird. Auf die eher suggestive Frage, ob es vernünftig sei Deutschland in die Zahlungsunfähigkeit zu verschulden hast du meine Antwort bereits.

Zitat
Dazu habe ich nichts gesagt.
Zitat
Deine Bedingungen wann Schulden "ganz okay" sind kenne ich nicht.
Hä? Ich hatte die "Bedingung" jetzt schon zweimal dazu geschrieben. Liest du meine Beiträge nicht?
Ich lese deine Beiträge. Trotzdem kann mal was durchschlüpfen, man versteht etwas nicht oder setzt es in den falschen Zusammenhang.

Mir ist nachwievor nicht ganz klar was deine Bedingungen sind. Ich habe zwei Vermutungungen.

Vermutung eins ist, dass die Schulden nicht dauerhaft sein dürfen.
Wenn es das ist bin ich mir nicht sicher was du damit meinst meinst. Aufgenommene Kredite werden fristgerecht bezahlt und sind nicht dauerhaft. Ansonsten könnte dauerhaft noch bedeuten, dass Deutschland komplett schuldenfrei sein müsste, damit neue Schulden aufgenommen werden? Oder, dass Deutschland nicht dauerhaft Schulden Jahr für Jahr anhäufen sollte und es Zeiten geben muss in denen die Schulden abgebaut werden. Wie lange? Wie viel?

Vermutung zwei ist, dass man nicht mehr Geld als Kredit aufnehmen kann als man einnimmt. Aber in welcher Zeit? In einem Fiskaljahr? Deutschland nimmt 992,7 Milliarden pro Jahr ein. Sollte Deutschland maximal 992,7 Milliarden aufnehmen dürfen?

Und da interpretiere ich jetzt viel rein. Aber da ist auch viel reinzuinterpretieren.

Und vielleicht meinst du auch etwas ganz anderes. Dann habe ich es tatsächlich überlesen und bitte um Entschuldigung.


Zitat
Das verstehe ich nicht.
Ich glaube, deine Verständnisprobleme rühren daher, dass du zu viel zu meinen Aussagen hinzudichtest, was ich nie geschrieben habe oder zu viel hinein interpretierst, was ich nie gemeint habe.

Wir reden glaube ich einfach nicht mehr über das selbe. Das zeigt mir der Abschnitt drüber. Das hier hat begonnen, dass ich behauptet habe, dass die schwarze Null konservative Politik der CDU war. Seitdem reden wir darüber ob das nun vernünftig war oder nicht, was vernünftig ist oder nicht und ich soll mehrfach aufgefordert eine Frage beantworten die ich schon beantwortet hab. Das hat für mich nichts mehr miteinander zu tun.

Ich verstehe dich so, dass du die schwarze Null als vernünftig ansiehst. Und du siehst die Schuldenbremse nicht als politische Kernidee oder Identifikationsstiften für die CDU. Oder an was auf immer für Eigenschaften du gedacht hast, als du nach der Liste der CDU Themen wolltest. Da gehört sie auf jeden Fall für dich nicht drauf.

Wenn ich das richtig verstehe ist das und für mich ist das soweit klar. Bei der CDU stimme ich dir nicht zu. Bei der schwarzen Null unter Umständen.


Zitat
Du sagst glaube ich, dass die schwarze Null für die CDU nicht Kernpunkt oder Identifikation für die Partei ist...
Dieses "Kernpunkt" oder "Identifikation" für die CDU (und später die Grünen) kommt von dir.

Kam sie in meinen Augen nicht. Du hast nach der Liste mit konservativer Politik gefragt, die die CDU umsetzte. Ich habe eine Liste geschrieben. Dann hast du gesagt, dass die schwarze Null für dich kein CDU Thema ist, weil es einfach vernünftige Politik sei. Seitdem schreibe ich warum Vernunft mit der Einschätzung nichts zu tun hat.
Wir reden jetzt über diesen einzelnen Punkt. Aber das wir überhaupt darüber reden kam von dir. Was sein kann ist, dass du etwas anderes mit der Liste meintest. Für mich ist das eine Liste mit Themen die für mich zum Profil der CDU passen, die Kernpunkte darstellen, Identifikationsstiftend sind. Von mir aus auch das Bild mit den Eckpfeilern.... Falls du etwas anderes meintest ist die Liste nicht das was du wolltest und wir reden komplett aneinander vorbei.


Zitat
Der Atomausstieg der Grünen ist aber nicht Kernpunkt und Identifikation, weil es einfach nur unvernünftige Politik ist. Damit setzt du bei den Grünen genau den umgekehrten Maßstab an wie bei der CDU.
Zitiere, wo ich das geschrieben haben soll!

Ich schrieb: "Damit würde ich aber ignorieren, dass der Atomausstieg ein zentraler Kernpunkt der Grünen ist sowie die schwarze Null lange Zeit ein zentraler Kernpunkt und Identifikation der CDU war."
Du antwortest: "Das wäre korrekt, wenn der Atomausstieg objektiv vernünftig gewesen wäre, was er nicht war."

Meine Aussage ist, dass der Atomausstieg eine zentrale Kernpunkt der Grünen ist. Du schreibst, dass wäre korrekt, wenn der Atommausstieg vernünftig wäre. Du siehst den Atomausstig als unvernünftig an. Also negierst du meine Aussage und der Atomausstieg ist laut diesem Satz kein zentraler Kernpunkt der Grünen. Und zwar, weil er unvernünftig ist.

Und unten ist der Satz gleich nochmal zitiert, den du zur CDU geschrieben hast. Da ist die schwarze Null (das vermeiden von exzessive Schuldenmacherei) kein zentraler Kernpunkt der CDU (gehört nicht auf die Liste), weil es einfach vernünftig ist.

Ich sehe da einen logischen Widerspruch, oder ich verstehe es falsch. Kläre mich bitte auf.


Zitat
Was aber gleich bleibt ist, dass du Kernpunkte und Identifikaton weiter daran beurteilst ob du die Idee vernünftig oder unvernünftig einschätzt.
Zitiere, wo ich das geschrieben haben soll!

Du hast damit eröffnet:
"Deshalb sollte auch ein Staat diese exzessive Schuldenmacherei vermeiden, das ist nicht "rechts", sondern einfach nur vernünftig."

Und als ich das heute morgen schonmal ähnlich geschrieben habe:
"Ob du das für vernünftig oder nicht hälst, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun aus welchen Gründen Parteien etwas machen, wie sie das kommunizieren und welche Wähler sie damit ansprechen. "
hast du dem nicht widersprochen, sondern etwas zu meinem Zeugnis über die Linken gesagt. Du hast zumindest den Teil zitiert. Das du dem jetzt widersprichst passt schon.

Das du die Aussage von mir Inhaltlich in Frage stellst oder überhaupt darauf eingehst machst du das erst Mal in deinem letzten Post mit der Aufzählung der Schulden der CDU aus der Vergangenheit. Ich habe bisher halt das gelesen was du geschrieben hast....

Edit: Sorry, musste den letzten Absatz nochmal überarbeiten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2025, 18:39:46
Aber da ist auch viel reinzuinterpretieren.
Oh my gosh...
Was gibt es hier zu interpretieren: Schulden nur (1. Bedingung) für Infrastrukturprojekte und auch nur dann (2. Bedingung), wenn sie getilgt und nicht umgeschuldet werden.

Zitat
Das hier hat begonnen, dass ich behauptet habe, dass die schwarze Null konservative Politik der CDU war oder nicht.
Darauf habe ich folgendes geantwortet: Durch "Sondervermögen" pulverisiert. Aber: nur soviel auszugeben wie man auch einnimmt ist vernünftig. und später Deshalb sollte auch ein Staat diese exzessive Schuldenmacherei vermeiden, das ist nicht "rechts", sondern einfach nur vernünftig.

Was dich dann zu allen möglichen Spekulationen und Interpretationen veranlasste, bis hin zu "schwarze Null", die für die CDU "Kernpunkt oder Identifikation" sein soll, "Eckpfeiler konservativer Politik. Nichts davon habe ich geschrieben, das kommt alles von dir. Ich habe dazu gar nichts geschrieben, nur dass die CDU in Zeiten der schwarzen Null in der Sache vernünftige Politik gemacht hat.

Zitat
Ich verstehe dich so, dass du die schwarze Null als vernünftig ansiehst.
Richtig. Du nicht?

Zitat
Und du siehst die Schuldenbremse nicht als politische Kernidee oder Identifikationsstiften für die CDU.
Wieder richtig, denn die Schuldenbremse ist im GG verankert. Die entsprechende Kommission wurde auf Antrag der CDU/CSU, SPD und FDP einegsetzt, es gab also einen breiten Konsens dazu.

Zitat
Oder an was auf immer für Eigenschaften du gedacht hast, als du nach der Liste der CDU Themen wolltest.
Ich wollte eine Liste konservativer, "rechter" Entscheidungen der CDU Regierungen seit Merkel I, die auch einen solchen Einfluss entfaltet haben, wie die von mir genannten eher "linken" Entscheidungen dieser CDU-Regierungen. Das hätte ich wohl deutlicher machen sollen. Alleine Merkels Öffnung der Grenzen mit einhergehender Einwanderung von Millionen Menschen aus der ganzen Welt hat Deutschland ganz massiv verändert. Irgendwelche vermeintlich konservative Entscheidungen, die aber keine Wirkung haben oder nur wenige Menschen betreffen sind in dem Sinne nicht wirklich relevant.

Zitat
Wenn ich das richtig verstehe ist das und für mich ist das soweit klar. Bei der CDU stimme ich dir nicht zu. Bei der schwarzen Null unter Umständen.
Ich verstehe den Absatz nicht.

Zitat
Kam sie in meinen Augen nicht.
Von mir ganz sicher nicht, weil ich die "schwarze Null" nicht als "Kernpunkt" und "Identifikation" für die CDU ansehe. Was sie auch faktisch nicht ist, was meine Tabelle wohl bewiesen hat.

Zitat
Seitdem schreibe ich warum Vernunft mit der Einschätzung nichts zu tun hat.
Hat sie ja auch nichts, zumal es deine Einschätzung ist, dass die "schwarze Null""Kernpunkt" und "Identifikation" für die CDU sein soll, nicht meine. Ich finde es nur vernünftig, nicht mehr Geld auszugeben als man einnimmt.

Zitat
Für mich ist das eine Liste mit Themen die für mich zum Profil der CDU passen, die Kernpunkte darstellen, Identifikationsstiftend sind. Von mir aus auch das Bild mit den Eckpfeilern....
Das ist aber faktisch in Sachen "Schwarze Null" nicht so, wie meine Tabelle gezeigt hat.

Zitat
Ich schrieb: "Damit würde ich aber ignorieren, dass der Atomausstieg ein zentraler Kernpunkt der Grünen ist sowie die schwarze Null lange Zeit ein zentraler Kernpunkt und Identifikation der CDU war."
Du antwortest: "Das wäre korrekt, wenn der Atomausstieg objektiv vernünftig gewesen wäre, was er nicht war."
Das bezog sich auf die "schwarze Null", die ich als vernünftig erachte, im Gegensatz zum Atomausstieg, den ich als unvernünftig einstufe, hätte ich aber wohl genauer formulieren sollen.

Zitat
"Deshalb sollte auch ein Staat diese exzessive Schuldenmacherei vermeiden, das ist nicht "rechts", sondern einfach nur vernünftig."
Wo steht in dem Zitat irgendwas davon, dass ich irgendwelche Kernpunkte und Identifikation weiter daran beurteilte ob ich die Idee vernünftig oder unvernünftig einschätze?

Nirgends. Ich frage mich, was das soll. Ich beurteile exzessive Schuldenmacherei - auch die von Deutschland - als unvernünftig PUNKT. Nicht mehr und nicht weniger. Ob diese Schuldenmacherei von recht oder links kommt ist dabei völlig egal, es bleibt unvernünftig.

Zitat
Seitdem versuch ich dir zu erklären warum das meiner Meinung nach für die CDU ein Kernpunkt sein kann unabhängig davon, ob du das vernünftig findest oder nicht.
Was du oder die CDU als ihre Kernpunkte ansieht ist dein bzw. deren Bier, ich habe mit der CDU wenig am Hut. Die "schwarze Null" ist aber mMn. immer noch kein "Kernpunkt" der CDU, wie die Tabelle zeigt, das war sie höchstens zur Zeit von Schäuble. Und auch das ist schon lange wieder Schnee von gestern, die Merz-CDU packt weiter exorbitant hohe Schulden auf den schon hohen Schuldenberg obendrauf.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 09.Dezember 2025, 21:16:10
Aber da ist auch viel reinzuinterpretieren.
Oh my gosh...
Was gibt es hier zu interpretieren: Schulden nur (1. Bedingung) für Infrastrukturprojekte und auch nur dann (2. Bedingung), wenn sie getilgt und nicht umgeschuldet werden.

Ich habe das tatsächlich überlesen. Danke, dass du es wiederholst. Allerdings habe ich ja doch fast das gleiche geschrieben. Hast du das auch überlesen oder hat dir das als Antwort auf die Frage nicht gereicht? Weil die 2. Bedingung nicht dabei war?

Zitat
Das hier hat begonnen, dass ich behauptet habe, dass die schwarze Null konservative Politik der CDU war oder nicht.
Darauf habe ich folgendes geantwortet: Durch "Sondervermögen" pulverisiert. Aber: nur soviel auszugeben wie man auch einnimmt ist vernünftig. und später Deshalb sollte auch ein Staat diese exzessive Schuldenmacherei vermeiden, das ist nicht "rechts", sondern einfach nur vernünftig.

Was dich dann zu allen möglichen Spekulationen und Interpretationen veranlasste, bis hin zu "schwarze Null", die für die CDU "Kernpunkt oder Identifikation" sein soll, "Eckpfeiler konservativer Politik. Nichts davon habe ich geschrieben, das kommt alles von dir. Ich habe dazu gar nichts geschrieben, nur dass die CDU in Zeiten der schwarzen Null in der Sache vernünftige Politik gemacht hat.

Das waren keine Spekulationen und Interpretation sonder meine Meinung warum es auf die Liste gehört.


Zitat
Wenn ich das richtig verstehe ist das und für mich ist das soweit klar. Bei der CDU stimme ich dir nicht zu. Bei der schwarzen Null unter Umständen.
Ich verstehe den Absatz nicht.

Ich habe deine Position verstanden.

Zitat
"Deshalb sollte auch ein Staat diese exzessive Schuldenmacherei vermeiden, das ist nicht "rechts", sondern einfach nur vernünftig."
Wo steht in dem Zitat irgendwas davon, dass ich irgendwelche Kernpunkte und Identifikation weiter daran beurteilte ob ich die Idee vernünftig oder unvernünftig einschätze?

Nirgends. Ich frage mich, was das soll. Ich beurteile exzessive Schuldenmacherei - auch die von Deutschland - als unvernünftig PUNKT. Nicht mehr und nicht weniger. Ob diese Schuldenmacherei von recht oder links kommt ist dabei völlig egal, es bleibt unvernünftig.

Jup, du hast recht. Ich hatte es so verstanden, dass du den Punkt zusammen siehst. Für mich war das gestern nicht klar ersichtlich.

Ich verstehe deine Beurteilung zur Schuldenmacherei und stimme ihr zu. Der Rest ist wie gesagt mein Bier. Das du bei der Liste nicht mitgehst ist fein. Danke für die Liste mit den Verschuldungen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.Dezember 2025, 21:34:33
Amen ;)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 12.Dezember 2025, 09:49:07
Wann gedenkt Herr Merz eigentlich etwas gegen die Wirtschaftskrise zu unternehmen? Mir macht das große Sorgen.

Mal sehen ob die SPD dann als Nächstes jetzt mit Steuererhöhungen ankommt. Immerhin wurde die Rente mal wieder beschlossen, ohne vorher die Finanzierung zu sichern. Ich höre schon die Schreie nach einer  Besteuerung von Kapitalerträgen. Die jungen Leute sollen dann selber sparen (weil es im Alter sonst ja nicht reicht), aber von diesem Ersparten wieder abgeben. Wird es einen recht hohen Freibetrag geben, sehe ich das allerdings ein. Wobei der auch nicht zu niedrig ausfallen darf. Sonst ist die Motivation wirklich etwas zu Schaffen nämlich nicht gegeben.

Kapitalerträge sollten einfach wie Einkommen behandelt werden. Das wäre mEn das fairste. Die Rente wird auch besteuert. Auch hier erscheint eine Anpassung an die Einkommenssteuer mir fairer.

Wird die Rente nicht über die Einkommenssteuer belastet? Eine Doppelbesteuerung ist ausgeschlossen. Kapitalerträge über die Einkommenssteuer zu belasten erscheint mir zumindest auf den ersten Blick gut. Denn selbst mit der Rente in Addition sind 60.000 Euro - wo glaub ich ca. ein Durchschnittsteuersatz von 25 % greift - wo aktuell die Kapitalertragssteuer liegt - im Interesse vieler. Warum wird das m.M.n. nicht gemacht werden? Die Leute, die viel Kapitalerträge erhalten, werden ihr Geld im Zweifel so anlegen oder reinvestieren, dass sie die Besteuerung umgehen. Bei den "Kleinen" bekommst du dann aber weniger Steuern und das ist aktuell nicht im Sinne des Staates.

Mir missfällt generell aber die Argumentation. Einmal sagt der Staat: Hey, eure Rente wird nicht reichen - also sorgt auch selber vor. Dann wird aber wieder gesagt: Hey, von euren Kapitalerträgen, die ihr ja zusätzlich zur Rente benötigt, greifen wir auch noch etwas ab.

Das sehe ich auch so. Grade ältere Menschen wählen das was sie seit Jahrzehnten wählen - oftmals auch weil ihre Eltern genau diese Partei gewählt haben. Ohne zu hinterfragen oder ihre Erfahrungen mit Partei xy einfließen zu lassen.

Das sehe ich anders. Ich kenne 60- und 90-Jährige, die die AfD wählen. Und in einer Zeit, wo die AfD recht fix von unter 5 auf 27 Prozent kommt, muss ja schon ein Wandel beim Wahlverhalten eingetreten sein.

Die SPD war schon immer eine linke Partei ohne auf der Position Der Linke zu stehen. Würdest du sagen, dass sich das in den letzten Jahren verstärkt hat? Oder waren die schon immer so nah? Woran machst du das fest?

Das mache ich an der  Stärke vom linken Flügel der SPD und an den Aussagen der Jusos fest, die ja nachfolgen. Klingbeil wurde bei der Wahl auch abgestraft und die linkere Bas bestätigt. Dadurch verschiebt sich die Macht an der Spitze, was wiederum die Ausrichtung der Partei beeinflusst. Konkreter: Einer gemäßigten SPD hätte ich zugetraut bei Rente, Pflege und anderen sozialen Themen weniger auf der Bremse zu stehen und mehr für realitätsnahe Reformen einzustehen. Hier nehme ich die SPD aktuell aber überall als Bremsklotz war. Die Rente wurde unsinniger Weise erstmal verlängert. Das löst das Problem nicht. Bei der Pflege geht es irgendwie gar nicht voran. Beim Bürgergeld werden m.E.n. Formulierungen gesucht, um Kürzungen/Streichungen der Gelder so schwer wie möglich zu machen. Wie durch einen vorherigen Besuch der Behörde beim Leistungsbezieher.

Bis auf die Sache mit den Arbeitsverweigerern gebe ich dir recht. In Deutschland wird sich nichts ändern, wenn man diese ~30.000 Fälle pro Jahr massiv sanktioniert. Es ist von Forschern belegt, dass hinter Meldeversäumnissen in vielen Fällen nicht Unwillen steht sondern auch Überforderung, Krankheit, Sorgearbeit, instabile Wohnlagen, Schulden, psychische Belastungen oder schlicht Missverständnisse. Der Kollateralschaden, weil man bei dieser massiven Sanktionierung auch andere Menschen erwischt und sie in noch prekärere Verhältnisse bringt halte, als den (gar nicht sicheren) Gewinn diese Totalverweigerer mit Müh und Not in irgend eine Arbeit zu bekommen.
Und was bringts? Man hat ja über die Wochen und Monate gesehen wie die kalkulierten Einnahmen der CDU immer weiter zusammen schmolzen (von 5 Milliarden auf 2 stelligen Millionenbetrag). Am Ende würde mich nicht nicht wundern, wenn nicht mal das heraus kommt was aktuell prognositiert wird. Dann hat es sich richtig gelohnt auf eine große Gruppe von Menschen Druck auszuüben um ein paar wenige zu erwischen.

Ich hoffe sehr, dass wir größere Hebel für unsere Wirtschaft finden als massives Vorgehen gegen 0.4-0.6 Prozent der Arbeitslosen.

Was es bringt? Das Gefühl von Fairness. Ich kenne Leute, da sitzen die Arbeitslosen den halben Tag im Garten und winken der arbeiten Bevölkerung fast schon hämisch zu, wenn diese von der  Arbeit kommen. Übrigens sind 30.000 von 3 Millionen doch zumindest 1 Prozent. Persönlich ist aber auch die Frage, wie die Arbeitsagentur Totalverweigerer definiert. Geht es um die Ablehung eines Jobangebots? Dann muss es ja erstmal soweit kommen. Wer sich nicht bemüht, bekommt auch kaum Angebote. Wer sich dann absichtlich ungeschickt anstellt, der ist schnell wieder im Leistungsbezug. Wer absichtlich schlechte Bewerbungen schreibt, der hat ebenfalls schlechtere Aussichten. Das lässt sich selber beeinflussten. Ich persönlich halte die Zahl für wesentlich höher als 1 %.

Ist zwar nicht ganz identisch, aber ähnlich. Bei Einführung der Bezahlkarte für Flüchtlinge gab es Berichte, dass bis zu 30 Prozent mehr Ausreisen stattgefunden haben. Dabei war diese Maßnahme doch eigentlich nur dafür gedacht, dass die Flüchtlinge die ihnen zustehende Summe den dt. Regeln entsprechend einsetzen, oder? Und diese Prozentzahl kam zustande obwohl linke Parteien und NGOs eigenständig (teilweise mit Erfolg) die Einführung der Bezahlkarte über Umtauschaktionen sabotiert haben.

Übrigens Sorry für die späte Antwort. Keine Ahnung wie ihr da immer so schnell Zeit für findet.  ;) Tut mir fast leid das Fass hier wieder aufzumachen, wo gerade wieder Ruhe eingekehrt war.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 12.Dezember 2025, 20:54:52

Es wird so getan als würde man sich in der EU gegen ein Verbrennerverbot stellen, gleichzeitig wird an der CO2 Linie nichts geändert

Wie sich Manfred Weber jetzt hinstellt und stolz verbreitet man habe das Verbrenner-Aus zurückgenommen und dazu dann durchsickert, dass es vielleicht nur hybride werden usw usf. Bis 2035 werden Verbrenner mit de CO2 Steuer dann so teuer, dass es sich eh keiner mehr leisten kann.  :blank:
https://www.zeit.de/politik/2025-12/verbrenner-aus-eu-kommission-gespraeche-gxe
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.Dezember 2025, 21:52:02
Die SPD war schon immer eine linke Partei ohne auf der Position Der Linke zu stehen. Würdest du sagen, dass sich das in den letzten Jahren verstärkt hat? Oder waren die schon immer so nah? Woran machst du das fest?


Das mache ich an der  Stärke vom linken Flügel der SPD und an den Aussagen der Jusos fest, die ja nachfolgen. Klingbeil wurde bei der Wahl auch abgestraft und die linkere Bas bestätigt. Dadurch verschiebt sich die Macht an der Spitze, was wiederum die Ausrichtung der Partei beeinflusst. Konkreter: Einer gemäßigten SPD hätte ich zugetraut bei Rente, Pflege und anderen sozialen Themen weniger auf der Bremse zu stehen und mehr für realitätsnahe Reformen einzustehen. Hier nehme ich die SPD aktuell aber überall als Bremsklotz war. Die Rente wurde unsinniger Weise erstmal verlängert. Das löst das Problem nicht. Bei der Pflege geht es irgendwie gar nicht voran. Beim Bürgergeld werden m.E.n. Formulierungen gesucht, um Kürzungen/Streichungen der Gelder so schwer wie möglich zu machen. Wie durch einen vorherigen Besuch der Behörde beim Leistungsbezieher.
Ich hatte gar nicht den Eindruck, dass die SPD gerade viel bremst. Lag es jetzt gerade nicht eher bei der Rente an der CDU Jugend? Ich hab allerdings auch nicht so die Übersicht was die SPD da so macht.

Ich kann es vor allem mit der SPD unter Schröder nachvollziehen. Ich finde sie stehen trotzdem nicht so nah der Linken, wie du es ausgedrückt hast. Auch wenn es da sicher inhaltliche Überschneidung gibt. Mir ist die Linke in vielem zu extrem und da kommen ganz andere Töne aus der Jugend. Finde die SPD da ein ganzes Stück entfernt.

Bis auf die Sache mit den Arbeitsverweigerern gebe ich dir recht. In Deutschland wird sich nichts ändern, wenn man diese ~30.000 Fälle pro Jahr massiv sanktioniert. Es ist von Forschern belegt, dass hinter Meldeversäumnissen in vielen Fällen nicht Unwillen steht sondern auch Überforderung, Krankheit, Sorgearbeit, instabile Wohnlagen, Schulden, psychische Belastungen oder schlicht Missverständnisse. Der Kollateralschaden, weil man bei dieser massiven Sanktionierung auch andere Menschen erwischt und sie in noch prekärere Verhältnisse bringt halte, als den (gar nicht sicheren) Gewinn diese Totalverweigerer mit Müh und Not in irgend eine Arbeit zu bekommen.
Und was bringts? Man hat ja über die Wochen und Monate gesehen wie die kalkulierten Einnahmen der CDU immer weiter zusammen schmolzen (von 5 Milliarden auf 2 stelligen Millionenbetrag). Am Ende würde mich nicht nicht wundern, wenn nicht mal das heraus kommt was aktuell prognositiert wird. Dann hat es sich richtig gelohnt auf eine große Gruppe von Menschen Druck auszuüben um ein paar wenige zu erwischen.

Ich hoffe sehr, dass wir größere Hebel für unsere Wirtschaft finden als massives Vorgehen gegen 0.4-0.6 Prozent der Arbeitslosen.

Was es bringt? Das Gefühl von Fairness. Ich kenne Leute, da sitzen die Arbeitslosen den halben Tag im Garten und winken der arbeiten Bevölkerung fast schon hämisch zu, wenn diese von der  Arbeit kommen. Übrigens sind 30.000 von 3 Millionen doch zumindest 1 Prozent. Persönlich ist aber auch die Frage, wie die Arbeitsagentur Totalverweigerer definiert. Geht es um die Ablehung eines Jobangebots? Dann muss es ja erstmal soweit kommen. Wer sich nicht bemüht, bekommt auch kaum Angebote. Wer sich dann absichtlich ungeschickt anstellt, der ist schnell wieder im Leistungsbezug. Wer absichtlich schlechte Bewerbungen schreibt, der hat ebenfalls schlechtere Aussichten. Das lässt sich selber beeinflussten. Ich persönlich halte die Zahl für wesentlich höher als 1 %.

Ist zwar nicht ganz identisch, aber ähnlich. Bei Einführung der Bezahlkarte für Flüchtlinge gab es Berichte, dass bis zu 30 Prozent mehr Ausreisen stattgefunden haben. Dabei war diese Maßnahme doch eigentlich nur dafür gedacht, dass die Flüchtlinge die ihnen zustehende Summe den dt. Regeln entsprechend einsetzen, oder? Und diese Prozentzahl kam zustande obwohl linke Parteien und NGOs eigenständig (teilweise mit Erfolg) die Einführung der Bezahlkarte über Umtauschaktionen sabotiert haben.

Hm... Das mit der Fairness ist natürlich subjektiv. Ich teile nicht das Gefühl, dass ich ausgerechnet an dieser Stelle den Staat als großen Beseitiger von Ungerechtigkeit benötige.

Das mit der Defitinion ist für mich mit ein Problem. Es können locker mehr sein als 30k. Wobei 30k auch nur die Fälle sind. Wenn Personen mehrfach pro Jahr Kürzungen bekommen sinkt die Zahl der Individuen.
Vorsätzliche Verweigerung von Arbeit findet nicht so offen statt, dass die Personen sich zu erkennen geben. Wie willst du den zwischen absicht und nicht absicht unterscheiden? Wie sollen die Ämter unterscheiden? Und wieviele Fehlentscheidungen gibt es? Wieviele Personen werden unter Druck gesetzt die sich bemühen und bei denen es trotzdem nicht klappt? Sind das vielleicht mehr als 30.000? Ich habe eher da meinen Gerechtigkeitssinn.


Aber gut... Mal sehen wie der neue Entschluss sich einlebt. Die Bundesagentur für Arbeit begrüßt die Sanktionen erstmal, auch wenn sie warnt, dass es zu großen bürokratischen Belastungen kommen kann. Die Agentur sieht da eine ziemlich große Lücke in den Ressourcen. Dazu soll eine viel enger und schnellere Kommunikation aufgebaut werden, was den Arbeitsaufwand nochmal erhöhen wird.
Und dann wird man in ein paar Monaten sehen wie es so ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.Dezember 2025, 07:43:38
Bis 2035 werden Verbrenner mit de CO2 Steuer dann so teuer, dass es sich eh keiner mehr leisten kann.  :blank:
Wenn die aktuelle Politikergeneration mit der Wirtschaft fertig ist, brauchen wir sowieso kein Auto mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.Dezember 2025, 00:21:07
Ich weiß nicht ob das in diesen Thread hier passt. Aber ich möchte einem großen Mann danken für das was er getan hat. Er hat sein Leben riskiert und wurde schwer verletzt als radikale Spinner in Bondi Beach beim jüdischen Chanukka-Fest Juden töten wollten und verhindert dass noch mehr Menschen sinnlos sterben müssen. Ich rede vom muslimischen Obstladenbesitzer Ahmed al-Ahmed der aus Syrien nach Australien kam. Ich würde alle hier bitten diesen Mann auch Respekt zu zollen und eventuell sogar für ihn zu spenden, da er dabei verletzt wurde und nun Hilfe braucht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Dezember 2025, 11:30:05
Meine Gedanken sind in erster Linie bei den jüdischen Todesopfern und deren Familien. Das schmälert aber nicht den Respekt vor dem Einsatz des Herrn al-Ahmed.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 25.Januar 2026, 14:17:52
Ich vermisse übrigens gerade die "Omas gegen Rechts" vor der Grünen-Parteizentrale. Da stimmen die Grünen, Linke und BSW zusammen mit der afD und keinen interessiert es. Brandmauer ist gefallen bei Merz? Nein die ist gerade gefallen. Zeigt auch diese Drecksheuchelei von Links. Die Brandmauer war immer nur Machterhalt für sich selbst, sie geben einen scheiß darauf, die afD zu verhindern. Das kotzt mich gerade sowas von an.
Wer will jetzt noch die cdU verurteilen, wenn sie mit der afD abstimmt?
Und wer sagt : Das war ja in Europa. Ja, aber es waren deutschen Grünen-Abgeordnete, die mit der afD gestimmt haben. Linke und BSW sowieso. Willkommen zur Querfront.


Ich zitiere mal aus einem Taz-Artikel :
https://taz.de/Gruene-und-Linke-nach-Mercosur-Abstimmung/!6148331/ (https://taz.de/Gruene-und-Linke-nach-Mercosur-Abstimmung/!6148331/)
"Ein zentraler Sinn der Brandmauer ist es, die afD nicht zum Machtfaktor in Parlamenten werden zu lassen. [...] Die Demokrat*innen sollten ihr nicht auch noch die Möglichkeit schenken, Abstimmungen direkt zu entscheiden - [...]"
Wie man sowas verhindern kann :
"Tatsächlich ginge es ja selbst im unübersichtlichen EU-Parlament anders : Vor Abstimmungen systematisch Gespräche mit allen Demokrat*innen führen, Stimmen durchzählen, und, wenn eine Mehrheit ohne Rechtsextreme nicht sicher ist, eigene Anträge zur Not zurückziehen, statt zur Abstimmung zu stellen. Das ist mühsam und unbefriedigend, aber so funktioniert die Brandmauer. Im Mitte-Rechts-Lager weiß man das längst."
Ich kann hier Tobias Schulze von der Taz nur 100%ig zustimmen. Aber auch hier sieht man von den "Linken" im Forum keinerlei Selbstkritik.
Wie sie auch sich zum Iran nicht geäußert haben wo die Menschen keine Theokratie mehr haben wollten. Bei Gaza waren sie Ruckzuck auf der Straße zusammen mit ihren Islamisten-Buddies. Wenn aber hunderttausende Iraner gegen das fundamentalislamische Regime aufbegehren, das schweigt man, sowohl Links als auch Rechts. Aber Links scheint ja auf Islamismus zu stehen. Der Iran finanziert ja immerhin die Hamas und Hisbollah mit, was ist da schon die Unterdrückung von Millionen Iranern...


Aber es passt dazu, dass Europa den Islamismus scheinbar als neue Religion für die Welt sieht, allen voran England. Hier hat die "politische Korrektheit" zu einer Vorherrschaft des Islamismus an vielen Stellen geführt. So sehr sogar, dass die Vereinigten Arabischen Emirate britische Universitäten aus Sorge vor islamistischer Radikalisierung von Stipendien ausgeschlossen hat. Wir sollten uns mittlerweile die Frage stellen, wenn selbst arabischen Staaten mittlerweile den Islamismus als Problem aus Europa sehen und Angst vor dem Import dessen in ihre Länder haben, wieso machen wir nicht endlich mal die Augen auf. Es geht nicht um die Religion, sondern um den Islamismus, der in Europa eine Zuflucht gefunden hat und dort gedeiht.




Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 26.Januar 2026, 11:49:44
Gott geht mir diese Brandmauer Debatte auf die Eier. Das war damals schon quatsch. Nur weil die AFD in eine bestimmte Richtung stimmt, sollte man doch nicht plötzlich die eigenen politsichen Motive über Board werfen und zum Protest gegen die AFD anders entscheiden. Diese Debatte zeigt einfach wie Absurd immer noch mit der AFD umgegangen wird. Es wird auch in Zukunft Überschneidungen mit der AFD geben. Sich jedes mal dann darüber aufregen das man genau gleich wie die AFD gestimmt hat und nur deswegen eine Mehrheit erreicht hat ist einfach Absurd. Aktiv mit der AFD Poitik machen oder eine Koaliation eingehen ist hingegen was anderes. Aber diese Brandmauer Argument könnte man so langsam mal ad acta legen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 26.Januar 2026, 16:19:40
"Tatsächlich ginge es ja selbst im unübersichtlichen EU-Parlament anders : Vor Abstimmungen systematisch Gespräche mit allen Demokrat*innen führen, Stimmen durchzählen, und, wenn eine Mehrheit ohne Rechtsextreme nicht sicher ist, eigene Anträge zur Not zurückziehen, statt zur Abstimmung zu stellen."
Da die rechten Parteien im In- und Ausland immer stärker werden, hieße es im Grunde, dass wichtige Anträge nicht beantragt werden. Handlungsunfähigkeit und noch langsamere Prozesse, was am Ende wieder den rechten Partien in die Karten spielt und für mehr Stimmen sorgt.

Wie vor einiger Zeit schon mal geschrieben, es wäre gar nicht so schwer der Afd den Wind aus den Segeln zu nehmen. Leider interessiert das aber keine Partei im Elfenbeinturm Berlin. Leider wird die Afd in 3, spätestens 7, Jahren mitregieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 27.Januar 2026, 06:58:28
"Tatsächlich ginge es ja selbst im unübersichtlichen EU-Parlament anders : Vor Abstimmungen systematisch Gespräche mit allen Demokrat*innen führen, Stimmen durchzählen, und, wenn eine Mehrheit ohne Rechtsextreme nicht sicher ist, eigene Anträge zur Not zurückziehen, statt zur Abstimmung zu stellen."

Warum sollte man Anträge, hinter denen man politisch selbst zu 100% steht, zurückziehen oder nicht zu Abstimmung stellen? Der Sinn einer Demokratie ist es den Konsens mit allen gewählten Parteien zu finden.
Auf Deutschland bezogen: Auch wenn ich die AfD absolut besch...eiden finde, spiegelt sie knapp 1/4 der Bevölkerung (Tendenz steigend) dieses Landes wieder. Die ganzen "etablierten" Parteien haben es nicht hinbekommen, die AfD mit solider und ehrlicher Politik klein zu halten oder einzudämmen. Soll man jetzt trotzdem 1/4 der Bevölkerung links liegen lassen? Soll man jetzt Entscheidungen, welche man für wichtig und richtig erachtet, (Achtung Wortspiel) "links" liegen lassen, wenn die Mehrheit nicht sicher ist?
Und was ist eigentlich mit der Brandmauer nach ganz links?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 27.Januar 2026, 14:42:49
"Tatsächlich ginge es ja selbst im unübersichtlichen EU-Parlament anders : Vor Abstimmungen systematisch Gespräche mit allen Demokrat*innen führen, Stimmen durchzählen, und, wenn eine Mehrheit ohne Rechtsextreme nicht sicher ist, eigene Anträge zur Not zurückziehen, statt zur Abstimmung zu stellen."

Warum sollte man Anträge, hinter denen man politisch selbst zu 100% steht, zurückziehen oder nicht zu Abstimmung stellen? Der Sinn einer Demokratie ist es den Konsens mit allen gewählten Parteien zu finden.
Auf Deutschland bezogen: Auch wenn ich die AfD absolut besch...eiden finde, spiegelt sie knapp 1/4 der Bevölkerung (Tendenz steigend) dieses Landes wieder. Die ganzen "etablierten" Parteien haben es nicht hinbekommen, die AfD mit solider und ehrlicher Politik klein zu halten oder einzudämmen. Soll man jetzt trotzdem 1/4 der Bevölkerung links liegen lassen? Soll man jetzt Entscheidungen, welche man für wichtig und richtig erachtet, (Achtung Wortspiel) "links" liegen lassen, wenn die Mehrheit nicht sicher ist?
Und was ist eigentlich mit der Brandmauer nach ganz links?
Das oben war ein Zitat aus der TAZ. https://taz.de/Gruene-und-Linke-nach-Mercosur-Abstimmung/!6148331/ (https://taz.de/Gruene-und-Linke-nach-Mercosur-Abstimmung/!6148331/)
Dieses Vorgehen halte ich für absolut falsch.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 27.Januar 2026, 18:02:18
Dieses Vorgehen ist einfach sachlich auch falsch. Rechte Parteien können so Politik durch die Hintertür machen. Müssen nur Anträge einreichen oder unterstützen, welche die anderen Parteien auch wollen und schon wäre selbst ein guter Vorschlag vom Tisch. Dass darüber überhaupt diskutiert werden muss.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 27.Januar 2026, 22:57:52
Da mögt ihr ja Recht haben, aber wenn ich mich an letztes Jahr erinnere :
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/demo-migrationsabstimmung-union-100.html
Da wurde noch richtig Stimmung gemacht. Dass nun genau diese Gruppen ganz leise sind, das ist schon doppelmoralisch hoch 3.


Zum Thema mit dem 1/4 aller Wähler. Das Problem ist mir auch bekannt. Wie wohl jeder kenne ich auch afD-Wähler, die meist aber auch selbst Migrationshintergrund haben. Die sind auch nicht verloren, aber eben auch nicht Leute, die unbedingt "rechtes" Gedankengut in sich tragen. Hier spielt eher Enttäuschung eine Rolle, aber auch das Gefühl als Migrant, das man es selbst schwerer hatte, als die neuen Migranten, sozusagen eine Gerechtigkeitsfrage.
Wie dem auch sei : Ganz Unrecht hat die TAZ auch nicht. Fällt diese 1te Bastion ist der Schritt zu einer Koalition mit der afD wesentlich leichter. Aber und das ist jetzt die Frage. Ich gehe in 2 Monate von Schwarz-Grün in Baden-Württemberg aus. Danach folgt aber Sachsen-Anhalt wo die bei 40% stehen. Dann bliebe nur noch eine Koalition cdU, Linke und spD. Das hält sicher nicht 4 Jahre durch. Mein Gefühl sagt mir, dass eventuell dort dann eine blau-schwarze Koalition kommen könnte, vor allem wegen solcher Aktionen. In Meckelnburg-Vorpommern sind die auch bei 35%. Das wird also ein heißer September. Die Wirtschaft befindet sich ja im Sinkflug und das zahlt genau auf deren Konto ein. Früher gingen die Arbeiter zur spD, heutzutage nicht mehr, da ist die spD bei den Arbeitern durch. @Fussballmonster : Das hieße dann keine 3 Jahre, sondern knappe 8 Monate.
Grundsätzlich müssen wir uns nach 8 Monaten März mittlerweile mehr mit denen beschäftigen, sehe ich zumindest so. Vorher hatte ich gehofft, dass das Geschlechterbarometer (nenne ich mal so) da noch keinen verfestigten Trend zu den blauen erkennen ließ, befürchte jedoch, dass sich dies ändern könnte.


Wie seht ihr das denn? Wo sollte die Grenze sein und wie sollte man mit der afD umgehen? Hofft ihr auch wie bei Grünen und den Linken dass sie sich (zumindest teilweise) entradikalisieren und die Realos die Zügel übernehmen?





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Januar 2026, 23:14:22
Dass nun genau diese Gruppen ganz leise sind, das ist schon doppelmoralisch hoch 3.
Selbstverständlich ist es das. Diese Doppelmoral zeigt auch immer und immer wieder sehr schön, dass es Linken gar nicht um Moral (oder Klimarettung, oder LGBTQIA+++, oder Gendern, oder Wokeism, oder Weltrettung etcpp.) geht, sondern in erster Linie darum, den Unionlern, Konservativen und "Rechten" (oder wenn die gerade sonst noch so alles als ihren politischen Feind ansehen) einen reinzuwürgen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 28.Januar 2026, 10:20:41
@Fussballmonster : Das hieße dann keine 3 Jahre, sondern knappe 8 Monate.

Wie seht ihr das denn? Wo sollte die Grenze sein und wie sollte man mit der afD umgehen? Hofft ihr auch wie bei Grünen und den Linken dass sie sich (zumindest teilweise) entradikalisieren und die Realos die Zügel übernehmen?
Bei den 3 Jahren habe ich an die Bundesregierung gedacht. Auf Länderebene wird es in diesem Jahr wahrscheinlich schon so sein.

Wie mit der Afd umgehen? Zuerst wurden Afd Sympathisanten selbstherrlich als Wutbürger, Mecker Ossis und Nazis dargestellt. Als Menschen die zu dumm sind um zu verstehen wie es läuft. Das war der erste große Fehler. Zu Beginn der Flüchtlingswelle 2015 haben diese Leute gesagt, dass wir es eben nicht schaffen werden, das sich die Sicherheitslage drastisch verschlechtern wird und auch es auch finanziell nicht stemmbar ist. Sie haben es gesagt, viele andere haben es nur gedacht, wollten aber nicht als Nazi beschimpft werden.
Kurzum: die Sorgen von sehr vielen Menschen wurden nicht ernstgenommen. Von mir übrigens auch nicht. Ich war zu der Zeit Jugendtrainer und entsetzt warum grade die Eltern aus dem Kosovo, Polen, der Türkei gegen die Einwanderungswelle aus der arabischen Welt war/ist.

Das der unkontrollierte Zuzug von Millionen Menschen nicht problemlos von statten gehen kann, ist klar. Außer ein "wir schaffen das" kam allerdings wenig von der Berliner Politik. Die Städte wurde und werden weiterhin allein gelassen mit der Unterbringung und dem finanziellen Aspekt. Zu Beginn der Welle gab es wahnsinnig viele Freiwillige die ihre Freizeit eingesetzt haben. Das hat sich auch recht schnell wieder geändert.
Das, wie TNDO beschrieb, die Vollverpflegung, das direkte zur Verfügung stellen von Wohnungen und Häusern, irgendwann auch von Migranten hinterfragt wird, die sich alles selbst aufbauen und aktiv werden mussten, ist verständlich.
Das subjektive Sicherheitsgefühl, gepaart mit der täglichen Messerkriminalität, hat stark nachgelassen. Während der WM 2014 wurde auf den Straßen noch unbeschwert gefeiert. Heute haben die Meisten, selbst bei einem Weihnachtsmarktbesuch, ein schlechtes Gefühl. Wer sich mal privat mit Polizisten unterhält weiß, dass nur ein Bruchteil der Straftaten und Messerstechereien in die Zeitungen kommen. All das beschert der Afd weitere Wähler. Die Untätigkeit der alten Parteien ist ein Hauptproblem.

Weitere Beschleuniger der Politikverdrossenheit und des Misstrauens in die alten Partien:
Bürokratieabbau. In den letzten 40 Jahren hat sich keine Partei dafür interessiert, ganz im Gegenteil.
Rente: auch hier, keine Planung für die Zukunft.
Digitalisierung: in Zeitlupe
Bahn: privatisiert und runtergewirtschaftet. Auch hier keine langfristige Planung. Selbst große Bahnfans steigen wieder auf den PKWs um. Keine Besserung in Sicht.
Migration: seit Jahrzehnten keine klare Linie, keine Umsetzung von Recht und Gesetz. Aus Angst als Fremdenfeindlich zu gelten.
Bildung und Bildungseinrichtungen: auch hier wurde über Jahrzehnte gespart und weggeschaut.

Wie mit der Afd umgehen? Das war die ursprüngliche Frage. Es ist unausweichlich mit ihr zusammenzuarbeiten, leider. Ein Viertel der Wähler hat sich für die Afd entschieden. Je länger die aktuelle Koalition braucht um sichtbare Erfolge zu erzielen, desto schneller werden aus 25% 30% und mehr.
Es wäre gar nicht so schwer sie sehr schnell überflüssig zu machen. Dafür müssten die Altparteien aber ins Handeln kommen.
Dänemark hat es sehr schnell geschafft, die rechte Dänische Volkspartei von 21% auf 2% einzudampfen.

Afd verbieten? Da halte ich wenig von. Abgesehen davon, sind die Hürden für ein Parteiverbot, zu Recht, sehr hoch.
Was würde nach dem Verbot kommen? Eine neue Partei mit den gleichen Themen.

Beim Kernthema der Afd - Migration - wird sich in den nächsten Jahren grundsätzlich vieles stark ändern. So wie in unseren Nachbarländern. Die Frage ist nur, überlässt man das Feld weiterhin der Afd oder gestalten es die demokratischen Parteien?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 28.Januar 2026, 10:46:48
[...]
Weitere Beschleuniger der Politikverdrossenheit und des Misstrauens in die alten Partien:
Bürokratieabbau. In den letzten 40 Jahren hat sich keine Partei dafür interessiert, ganz im Gegenteil.
Rente: auch hier, keine Planung für die Zukunft.
Digitalisierung: in Zeitlupe
Bahn: privatisiert und runtergewirtschaftet. Auch hier keine langfristige Planung. Selbst große Bahnfans steigen wieder auf den PKWs um. Keine Besserung in Sicht.
Migration: seit Jahrzehnten keine klare Linie, keine Umsetzung von Recht und Gesetz. Aus Angst als Fremdenfeindlich zu gelten.
Bildung und Bildungseinrichtungen: auch hier wurde über Jahrzehnte gespart und weggeschaut.

Wenn die falschen Parteien immer wieder gewählt werden ändert sich da auch nichts.
Und mit der AFD würde das alles noch schlimmer werden (Parteiprogram lesen!).

Zitat
Wie mit der Afd umgehen? Das war die ursprüngliche Frage. Es ist unausweichlich mit ihr zusammenzuarbeiten, leider. Ein Viertel der Wähler hat sich für die Afd entschieden. Je länger die aktuelle Koalition braucht um sichtbare Erfolge zu erzielen, desto schneller werden aus 25% 30% und mehr.
Es wäre gar nicht so schwer sie sehr schnell überflüssig zu machen. Dafür müssten die Altparteien aber ins Handeln kommen.
Dänemark hat es sehr schnell geschafft, die rechte Dänische Volkspartei von 21% auf 2% einzudampfen.

Es ist nicht unausweichlich! Das redet die AFD allen nur ein.
Btw. Der Begriff "Altparteien" wurde von Göbbels geprägt.

Zitat
Afd verbieten? Da halte ich wenig von. Abgesehen davon, sind die Hürden für ein Parteiverbot, zu Recht, sehr hoch.
Was würde nach dem Verbot kommen? Eine neue Partei mit den gleichen Themen.

Man muss Politik für die Menschen machen UND das AFD Verbotsverfahren nutzen. Ob es durchkommt oder nicht werden dann Gerichte entscheiden, aber man muss das Instrument nutzen, dass die Verfassung bietet.
Ein Parteiverbot würde auch eine Nachfolgepartei verbieten!

Zitat
Beim Kernthema der Afd - Migration - wird sich in den nächsten Jahren grundsätzlich vieles stark ändern. So wie in unseren Nachbarländern. Die Frage ist nur, überlässt man das Feld weiterhin der Afd oder gestalten es die demokratischen Parteien?

Das ist halt das einzige Thema der AFD. Wir haben aber in dem Land noch viele andere Probleme. Das Migrations "Problem" wird auch von den Populisten größer gemacht als es ist.
Ohne Migration haben wir ganz andere Probleme.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 28.Januar 2026, 10:58:29
[...]
Weitere Beschleuniger der Politikverdrossenheit und des Misstrauens in die alten Partien:
Bürokratieabbau. In den letzten 40 Jahren hat sich keine Partei dafür interessiert, ganz im Gegenteil.
Rente: auch hier, keine Planung für die Zukunft.
Digitalisierung: in Zeitlupe
Bahn: privatisiert und runtergewirtschaftet. Auch hier keine langfristige Planung. Selbst große Bahnfans steigen wieder auf den PKWs um. Keine Besserung in Sicht.
Migration: seit Jahrzehnten keine klare Linie, keine Umsetzung von Recht und Gesetz. Aus Angst als Fremdenfeindlich zu gelten.
Bildung und Bildungseinrichtungen: auch hier wurde über Jahrzehnte gespart und weggeschaut.

Wenn die falschen Parteien immer wieder gewählt werden ändert sich da auch nichts.
Und mit der AFD würde das alles noch schlimmer werden (Parteiprogram lesen!).

Zitat
Wie mit der Afd umgehen? Das war die ursprüngliche Frage. Es ist unausweichlich mit ihr zusammenzuarbeiten, leider. Ein Viertel der Wähler hat sich für die Afd entschieden. Je länger die aktuelle Koalition braucht um sichtbare Erfolge zu erzielen, desto schneller werden aus 25% 30% und mehr.
Es wäre gar nicht so schwer sie sehr schnell überflüssig zu machen. Dafür müssten die Altparteien aber ins Handeln kommen.
Dänemark hat es sehr schnell geschafft, die rechte Dänische Volkspartei von 21% auf 2% einzudampfen.

Es ist nicht unausweichlich! Das redet die AFD allen nur ein.
Btw. Der Begriff "Altparteien" wurde von Göbbels geprägt.

Zitat
Afd verbieten? Da halte ich wenig von. Abgesehen davon, sind die Hürden für ein Parteiverbot, zu Recht, sehr hoch.
Was würde nach dem Verbot kommen? Eine neue Partei mit den gleichen Themen.

Man muss Politik für die Menschen machen UND das AFD Verbotsverfahren nutzen. Ob es durchkommt oder nicht werden dann Gerichte entscheiden, aber man muss das Instrument nutzen, dass die Verfassung bietet.
Ein Parteiverbot würde auch eine Nachfolgepartei verbieten!

Zitat
Beim Kernthema der Afd - Migration - wird sich in den nächsten Jahren grundsätzlich vieles stark ändern. So wie in unseren Nachbarländern. Die Frage ist nur, überlässt man das Feld weiterhin der Afd oder gestalten es die demokratischen Parteien?

Das ist halt das einzige Thema der AFD. Wir haben aber in dem Land noch viele andere Probleme. Das Migrations "Problem" wird auch von den Populisten größer gemacht als es ist.
Ohne Migration haben wir ganz andere Probleme.

Die Afd wird die Probleme nicht lösen können, das sehe ich genauso. Eher werden die noch größer.
Ich habe nur versucht zu erklären, warum das Vertrauen in die alten Parteien verschwindet.

Parteiverbot: wenn Aussicht auf Erfolg bestehen würde, dann wäre der Antrag schon lange abgeschickt.
Sollte ein Verbot erfolgen, wird eine neue Partei gegründet. Halt mit anderem Namen, anderen Person im Vordergrund.

Zusammenarbeit mit der Afd. Es wäre unausweichlich wenn sich die Politiker in Berlin ändern würden. Das machen sie aber nicht.
In einigen Städten arbeiten CDU und Afd bereits zusammen.

Ja, auch ohne Migrationsproblem haben wir zig andere große Probleme - wie aufgeführt. Aber warum nicht auch das Problem angreifen?
Ohne Migration geht es nicht, dass ist allen klar. Eine geregelte Migration ist das Ziel. Fachkräfte die gezielt angeworben werden und direkt, ab Tag 1, über die Arbeit integriert werden.
Da passiert zu wenig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 28.Januar 2026, 11:20:14
Parteiverbot: wenn Aussicht auf Erfolg bestehen würde, dann wäre der Antrag schon lange abgeschickt.
Sollte ein Verbot erfolgen, wird eine neue Partei gegründet. Halt mit anderem Namen, anderen Person im Vordergrund.

Evtl. hat die C*U Angst, dass das Verbot Erfolg hat.

Eine neue Partei zu gründen ist da aber nicht so einfach:
Zitat
Es wäre auch nicht möglich, Ersatzorganisationen zu gründen. Diese wären ebenfalls von dem Verbot betroffen, sofern sie im Wesentlichen die gleichen Ziele verfolgen.
https://www.campact.de/rechtsextremismus/afd-verbot/

Außerdem würden die Finanzen eingezogen werden und darf dann sozusagen bei 0€ beginnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 28.Januar 2026, 15:16:15
Das Sternchen bei der CDU soll wohl bedeuten, dass du der stärksten Partei in Deutschland die Bezeichnung "demokratisch" absprichst. Oder anders gesagt - auch nicht besser als die AfD.

Dahinter steckt dann vermutlich die Sorge, dass die CDU mit der AfD gemeinsame Sache machen könnte. Ich persönlich weiß gar nicht, ob eine Koalition CDU/AfD oder eine aus Linke/SPD/Grüne schlimmer/staatsgefährdender wäre.

Wenngleich ich die AfD eigentlich nicht an der Regierung haben will, muss dennoch der Umgang mit der Brandmauer hinterfragt werden. Diese hat eindeutig sein Ziel verfehlt. Entweder müssen die anderen Parteien aufwachen. Die CDU ist das in Teilen, kann aber halt nicht alleine Politik machen. Und jede Änderung ist mit teureren linken Versprechen zu erkaufen. Oder die AfD muss sich selbst entzaubern - kein schöner Gedanke.

Parteiverbot? Puh. Gegen ein Verschwinden der AfD hätte ich nix. Aber ein gefühltes Viertel der Bürger bei Wahlen mundtod zu machen - so würde es zumindest empfunden - ist schwierig. Das geht mit einer hohen Politikverdrossenheit einher. Mitten während des Erstarkens der AfD hätte es einen Beigeschmack. Wäre es vor 10 Jahren gemacht worden, dann hätte kaum ein Hahn danach gekräht. Scheitert der Antrag vor Gericht, dann bekommt die AfD nur noch mehr Zulauf.

Warum nun gerade die CDU ein Verbot der AfD befürchten soll (wobei mir dein Hintergedanke natürlich bekannt ist)... wenn es dann eine Wählerwanderung geben sollte, dann am ehesten zur CDU. Aber die Angst auf links vor einer rechten Koalition ist so groß, dass immer schon vorsorglich davor gewarnt wird. Steht den vermeintlichen Plänen einer rein linken Regierung im Weg.  ;)

Und natürlich ist Migration ein Problem. Brauchen wir sie? Ja. Aber eine bessere Steuerung ist wichtig, um Kriminalität einzudämmen, den Fachkräftemangel zu schließen und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern. Die Mär von den Einzelfällen kann ich nicht mehr hören. Ausnutzung von Sozialleistungen? Einzelfälle! Messerkriminalität? Einzelfälle! Demokratiefeindliche Demos? Einzelfälle unter den Teilnehmern! Vielleicht sollte mal jemand alle Einzelfälle addieren oder akzeptieren, dass weite Teile der Bevölkerung hier auch ein Gerechtigkeitsproblem sehen.

Ich habe mir von der CDU eine rechtere Politik erwartet und wurde für mein empfinden dahingehend enttäuscht. In diesem Sinne gehen mir die wählbaren Parteien aus. Was also machen bei der nächsten Wahl? Augen zu und schauen wo das Kreuz landet oder lieber erst gar nicht hingehen - für mich eigentlich beides keine Option.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 28.Januar 2026, 15:23:28
C*U = CDU + CSU

Wieso sollte Linke Politik staatsgefährdender sein?
Wir haben seit je her rechte Politik und es wird ja nicht besser. Wieso nicht linke Politik probieren?
Die letzte Regierung hat ja schon viel besser gemacht trotz der FDP.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 28.Januar 2026, 15:47:44
C*U = CDU + CSU

Wieso sollte Linke Politik staatsgefährdender sein?
Wir haben seit je her rechte Politik und es wird ja nicht besser. Wieso nicht linke Politik probieren?
Die letzte Regierung hat ja schon viel besser gemacht trotz der FDP.

Ah, dass mit dem Sternchen habe ich missverstanden.

Der Rest ist aber Ironie und du hast die Smileys vergessen, oder?

Ich meine, gut dass die FDP irgendwann die Reißleine gezogen hat. Aber die letzte Regierung war eine absolute Katastrophe. Wenigstens das erneute Ansteigen der Umfragewerte der AfD sollte untermauern, dass die Wähler unzufrieden waren.

Und seriöse Politik nimmt die Sorgen der Wähler ernst - daran fehlt es aktuell. Die Politik glaubt es besser zu wissen als der Bürger, der sich immer mehr verar***t fühlt.

Linke Politik haben wir in weiten Teilen seit Merkel II. Nur weil C*U draufsteht, ist nicht automatisch rechte Politik drin. Bestes Beispiel ist die erste Flüchtlingswelle. Noch gar nicht lange her, da haben wir hier in diesem Thread weitere Beispiele diskutiert - glaube ich.

Warum wir linke Politik nicht probieren sollten? Wie weit links geht denn noch? Wir sind ein Hochsteuerland mit astronomischen Renten (nicht im Einzelfall, aber in der Masse der Ausgaben) und mit überbordenden Sozialleistungen. Wegen linker Energiepolitik (auch unter CDU die Abkehr von der Atomenergie) ist hier alles sehr teuer und für Unternehmen weniger profitabel.

Trotzdem schreien die Linkspartein nach Steuererhöhungen und das im wirtschaftlichen Abschwung. Unverständlich. Ja, selbst im Sinne der Umverteilung von oben nach unten. Wer hat denn noch Lust etwas zu riskieren, ein Unternehmen zu gründen oder zu betreiben, wenn die Abgaben weiter erhöht werden. Ich bin selbstständig und bei höheren Abgaben arbeite ich irgendwann nur noch das Nötigste. Naja, wenn ich dann pflegebedürftig werde, dann muss der Staat ja einspringen. Warum also Rücklagen bilden.

Einzig bei der Erbschaftssteuer halte ich eine Änderung für sinnvoll. Jeder sollte sein eigenes Leben hart arbeiten und davon profitieren dürfen. Aber beim Erbe sind höhere Abgaben ohne Schlupflöcher sinnvoll. Für Kinder vorzusorgen muss möglich bleiben, aber dem Nachwuchs ein Leben ohne Arbeit zu ermöglichen sehe ich wenig gesellschaftsfördernd an.

Die Linke will m.M.n. in den Soziallismus, auch wenn sie es - weil es sich besser verkauft - demokratischer Sozialismus nennen. Dennoch fallen mir die Sowjetunion, Volksrepublik China, Nordkorea, DDR oder Kuba als erstes ein. Hat ja super funktioniert. Man will dort halt, dass wir alle gleich (arm) sind. Wirtschaftlich sehe ich das als supergau und damit staatsgefährdend an. Weniger Einnahmen bedeuten langfristig übrigens auch, dass weniger Geld für Sozialausgaben zur Verfügung steht. Auch deshalb ist eine starke Wirtschaft wichtig.

In diesem Sinne bin ich gespannt, wie viele Schlupflöcher Bas Sozialstaatsreform enthalten wird, damit auch alle Leistungsempfänger weiterhin ordentlich Geld bekommen.  ;)

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Januar 2026, 18:29:43
Man muss Politik für die Menschen machen UND das AFD Verbotsverfahren nutzen.
Hätte man Politik für den deutschen Souverän, aka die dt. Bürger gemacht, bräuchte man gar kein AfD Verbotsverfahren, weil diese Partei dann komplett irrelevant wäre.
Hat man aber nicht und dass sich daran etwas ändert, daran darf man berechtigte Zweifel haben. Schon der Start von Merz war katastrophal, als Wahlsieger am neuen Bundestag vorbei die größten neuen Schulden aller Zeiten aufzunehmen, obwohl er solche Schulden vorher kategorisch verneint hatte e, war der erste Sündenfall. Dann wurde die Steuersenkung auf Energie für alle einkassiert. Dann kam und ging der "Herbst der Reformen" ohne wirkliche Reformen. Dann wurde das Bürgergeld umbenannt, dass es natürlich nicht die von Merz angekündigtem Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich geben wird, ist schon wieder Schnee von vorgestern. Bei Merz hatte ich tatsächlich noch Hoffnung, dass er die Wirtschaft wieder in Gang bringt, Pustekuchen, ohne wirkliche Maßnahmen kann sich natürlich nichts verbessern. Einzig die Grenzkontrollen sind ein kleiner Erfolg, statt 2-3 Großstädte pro Jahr wandert jetzt nur noch eine Großstadt ein.

Zitat
Ein Parteiverbot würde auch eine Nachfolgepartei verbieten!
Man darf keine direkte Nachfolgeorganisation gründen, sowas wird gar nicht erst zugelassen. Ein AfD-Verbot wird aber nichts ändern, es gibt ja noch andere rechtsradikale Parteien, die gewählt werden können. Zu meinen, dass Leute, die jetzt AfD wählen oder in Zukunft wählen wollen, nach einem Verbot plötzlich wieder Union, SPD, Grüne oder FDP wählen werden, darf man getrost als Treppenwitz einstufen. Und wenn sie keine rechtsextreme Partei wählen, dann springen sie eben auf die andere Seite des Hufeisens und wählen linksextrem, da könne sie sich wenigsten sicher sein, dass weder die Rechtsnachfolger den SED-Mauerschützenpartei noch die BSW verboten werden. Da gibt es noch nicht mal eine Brandmauer, da kann man direkt die Regierung wählen.

Zitat
Das Migrations "Problem" wird auch von den Populisten größer gemacht als es ist.
Es gibt kein Problem mit legaler Migration, nur mit illegaler Einwanderung, die seit 2015 als legale und notwendige Migration verbrämt wird.

“You can fool some of the people all of the time, and all of the people some of the time, but you can not fool all of the people all of the time.”
― Abraham Lincoln

Genau deswegen ist die AfD so groß geworden, die Leute fühlen sich verarscht und finanziell geplündert. Das ist ein komplett hausgemachtes Problem der anderen Parteien, es liegt nicht daran, dass 25% der Wähler plötzlich zu Nazis mutiert sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 28.Januar 2026, 19:11:21
C*U = CDU + CSU

Wieso sollte Linke Politik staatsgefährdender sein?
Wir haben seit je her rechte Politik und es wird ja nicht besser. Wieso nicht linke Politik probieren?
Die letzte Regierung hat ja schon viel besser gemacht trotz der FDP.


Ich antworte mal auf alle deine Punkte : Migration ist gut, die Frage ist nur welche? Die Sinti und Roma, die im Ruhrgebiet ganze Stadtviertel vermüllen (wo dann Migranten selbst keinen Bock mehr auf neue Migranten haben), nicht arbeiten und Sozialleistungen kassieren? Dazu im Gegensatz ein ehemaliger Azubi von mir. Wurde als Azubi in einer anderen Filiale abgelehnt, kam in meine Filiale und ist jetzt dort wo er abgelehnt wurde Filialleiter. Ist übrigens Syrer und Christ. Frag den mal nach seiner Meinung zur Migration und wer hier hingekommen ist. Der wird dir da was erzählen, wie es in Syrien war und dass Täter von dort hier jetzt von Sozialleistungen leben und in Deutschland das wiederholen wollen, was in Syrien früher passiert ist. In Düsseldorf gibt es eine Japantown von hart arbeitenden und fleißigen Japanern. Die bereichern Deutschland. Der Drogendealer im Park jedoch nicht.
Richtige Migration würde den demographischen Wandel abmildern für einige Zeit (aber auch die Migranten bekommen mit der Zeit weniger Kinder), aber nicht aufhalten. Die Fertilitätsrate türkischer Frauen in Deutschland lag bei ca. 1,8 (also unter den notwendigen 2,1)... Übrigens : Der Fertilitätsrate in der Türkei ist bei 1,51 und damit nur noch leicht über der deutschen. Da werden die nicht massenweise ihre Landsleute hierhin auswandern lassen...
Was Deutschland aber nicht braucht ist Einwanderung in die Sozialsysteme. 47,6% der Bürgergeldempfänger haben keinen deutschen Pass. 15% haben einen Migrationshintergrund. Zusammen sind das über 62% der Bürgergeldbezieher. Das hilft nicht, das Sozialsystem zu entlasten sondern im Gegenteil : Es macht die Lage noch schlimmer. Der Anteil hat sich seit 2015 übrigens verdoppelt (23,8%). Man kann also sagen : Linke Einwanderungspolitik (begonnen unter Merkel) hat die Lage in Deutschland massiv verschlechtert.


Wo hatten wir eine rechte Politik? Merkel hat eher linke Politik gemacht, Merz setzt das jetzt fort. Rechte Politik macht die afD, aber von den etablierten Parteien sonst keiner.


Hast du eigentlich Freunde in der türkischstämmigen Community? Dann hättest du mitbekommen, dass die afD im Ruhrgebiet dort zusammen mit DAVA die etablierten Parteien verdrängt.
Die besten Wahlergebnisse der afD in NRW bei der Kommunalwahl :


1. Gelsenkirchen 29,9% (37,0% der Bevölkerung haben Migrationshintergrund)
2. Herne 22,4% (38,0% der Bevölkerung haben Migrationshintergrund - 2018)
3. Hagen 22,4% (34,1% der Bevölkerung haben Migrationshintergrund)
3. Duisburg 21,2% (46,9% der Bevölkerung haben Migrationshintergrund)


Bei uns im Kreis Borken mit das niedrigste Ergebnis überhaupt : 10,1% (18,5% haben Migrationshintergrund)
Im Kreis Coesfeld : 9,2% (18,0% haben Migrationshintergrund)
Migration ist ein Problem, auch für viele Migranten, die hierhin gekommen sind. Deine Bubble mag das nicht merken. Aber wir Migranten werden von linken Parteien eher nicht vertreten, sondern einfach nur als Werkzeug für die eigene Machtpolitik missbraucht.


Die FDP hat übrigens die Ampelregierung in Zaum gehalten, damit es nicht noch schlimmer wird. Nicht auszudenken, wenn nur Rot-Grün regiert hätten.
Zu deinem Take, dass die cdU Angst vor einem Parteiverbot der afD hat... Ganz sicher nicht. Wenn die Wähler dann noch weiter wählen gehen, dann am ehesten zur cdU oder zum BSW. Wer Angst vor einem Parteiverbot der afD hat? Aus machtpolitischer Sicht : Vor allem die linke Seite der politischen Landschaft. Ohne FDP gibt es keine nicht-linke Koalitationsoption für die cdU. Besser kann es gar nicht laufen, da somit ein linker Einfluss dauerhaft gesichert bleibt.
Zu deinem Argument, dass man Politik für die Menschen machen muss. Genau das tut aber eigentlich keine Partei die gerade im Bundestag ist. Vielleicht für eine kleine Bubble, die losgelöst im Elfenbeinturm lebt, aber nicht für die Mehrzahl der Deutschen und Migranten. Sonst hätte die spD die Arbeiter nicht als Wählerschaft verloren und die Gewerkschaften würden nicht massiv Mitglieder verlieren. Die Grünen sind sowieso eine Besserverdiener-Partei. Eigentlich wie die FDP nur mit Doppelmoral und teuren Geschenken um sich toll darzustellen.


Übrigens Dukel : Weißt du wer in seiner Anfangszeit ständig mit dem Begriff Altparteien um sich geschmissen hat : Die Grünen... Waren die alle Goebbels-Fans? Vielleicht bist du zu jung um das noch mitbekommen zu haben, aber ich habe das noch erlebt...





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 31.Januar 2026, 11:47:28

Übrigens Dukel : Weißt du wer in seiner Anfangszeit ständig mit dem Begriff Altparteien um sich geschmissen hat : Die Grünen... Waren die alle Goebbels-Fans? Vielleicht bist du zu jung um das noch mitbekommen zu haben, aber ich habe das noch erlebt...
Das wusste ich bisher auch noch nicht. Hier das Wahlprogramm der Grünen Partei von 1987: https://www.boell.de/sites/default/files/assets/boell.de/images/download_de/publikationen/1987_Wahlprogramm_Bundestagswahl.pdf (https://www.boell.de/sites/default/files/assets/boell.de/images/download_de/publikationen/1987_Wahlprogramm_Bundestagswahl.pdf)

Dieser Text zum Wort "Altparteien" ist sehr interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/Altpartei (https://de.wikipedia.org/wiki/Altpartei)
"Die Etymologie des Begriffes ist umstritten. In öffentlichen Meinungsäußerungen wird nicht selten die Behauptung aufgestellt, der Begriff sei dem nationalsozialistischen Sprachgebrauch entlehnt. So äußerste beispielsweise der ehemalige SPD-Politiker Ulrich Kasparick 2015:
„Das Wort ‚Altparteien‘ ist ein alter, abgenutzter Kampfbegriff der politischen Rhetorik. Schon Joseph Goebbels hat das Wort gern benutzt, um seine ‚Bewegung‘ als jung, modern, aufgeschlossen darstellen zu können.“

Demgegenüber entgegnete der Journalist und Buchautor Matthias Heine:
„Im Nationalsozialismus war das Wort offensichtlich nicht gebräuchlich. Es wäre auch wenig sinnvoll gewesen, denn die meisten Parteien der seit 1919 existierenden Weimarer Republik (mit Ausnahme des Zentrums und der SPD) waren ja nicht oder nur unwesentlich älter als die 1920 gegründete NSDAP.“"
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tristan da Cunha am 08.Februar 2026, 03:45:47
Und die Aussage ´Wir werden xy jagen´ stammt ursprünglich von den Grünen, genauer gesagt von Ludger Vollmer.

https://www.spiegel.de/politik/den-kanzler-jagen-a-b699551b-0002-0001-0000-000013683714 (https://www.spiegel.de/politik/den-kanzler-jagen-a-b699551b-0002-0001-0000-000013683714)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Februar 2026, 10:07:58
Ich hoffe mittlerweile nur noch, dass ich im Alter nicht an der Suppenküche Schlange stehen muss, weil keine Rente mehr gezahlt werden kann :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 16.Februar 2026, 10:54:23
Nach meiner Meinung ein treffender Kommentar zur aktuellen Lage im Land: https://www.bild.de/politik/meinung-kommentare-kolumnen/staatsglaeubig-bis-zur-pleite-wie-man-ein-reiches-land-arm-regiert-699239ab0abe5c8b74ed10d9 (https://www.bild.de/politik/meinung-kommentare-kolumnen/staatsglaeubig-bis-zur-pleite-wie-man-ein-reiches-land-arm-regiert-699239ab0abe5c8b74ed10d9)

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.Februar 2026, 11:36:05
Passt wie die Faust aufs Auge, kommt aber von der bösen Bild.

Eins können die Deutschen: obrigkeitsgläubig ihren Anführern getreu und bis zum letzten Atemzug in den Untergang folgen. Und der wird kommen, ich sehe keinerlei Hoffnungsschimmer am Horizont, dass sich irgendetwas verbessern könnte. Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den linken Parteien blockiert, den überwiegend linken Medien und "NGOs" ideologisch diffamiert und der linken "Zivilgesellschaft" niedergebrüllt.

Konservative Politik wird so unmöglich, der Liberalismus ist sowieso schon tot in Deutschland und die AfD viel zu unappetitlich, um mit denen gemeinsame Sache zu machen. Letzteres gilt zwar auch für BSW und Linkspartei, aber mit denen gibt es keine Berührungsängste, von einer "Brandmauer" ganz zu schweigen, Pharisäertum at its peak.

Wir werden - obwohl der Souverän etwas ganz anderes will - also eine noch radikalere linke Politik bekommen, weil man bald auch die Grünen, die Nachfolger der Mauerschützen und vllt. sogar auch noch BSW in der Koalition braucht, um die AfD von der Macht fernzuhalten, und dann stehen wir nicht mehr am Abgrund, sondern sind schon einen Schritt weiter.

Diese SED 2.0 wird das Land endgültig zerstören, die benötigten Zensur- und Überwachungsmöglichkeiten werden schon jetzt auf den Weg gebracht, natürlich nur, um "unsere Demokratie" zu beschützen, die Deindustrialisierung wird beschleunigt und sobald Steuereinnahmen zunehmend versiegen, immer mehr Leute auf Geld vom Staat angewiesen und keine neuen Schulden mehr möglich sind, wird die Enteignungswelle losgehen. Damit holt man dann vllt. noch ein Jahrzehnt des hemmungslosen Verprassens raus, bevor endgültig alles kollabiert.

Und nein, eine AfD-Regierung wäre kein Deut besser, nicht dass hier jemand mal wieder etwas - unabsichtlich oder provokant - falsch versteht.

Ergänzung, passend dazu die Rede von Martenstein im "Prozess gegen Deutschland": https://www.youtube.com/live/IxsJmRPhBOY?si=xX_dTIqQK1EzHpoS&t=8212 Zwanzig Minuten, die sich lohnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.Februar 2026, 18:59:21
Gerade nimmt ja die Debatte um eine Internet Sperre für Kinder und Jugendliche fahrt auf, was dabei fast komplett untergeht ist, dass am Ende wahrscheinlich,je nach Idee von CDU oder SPD, entweder ein Zwang zur Klarnamenpflicht oder ein Zwang zur Nutzung der EUDI-Wallet stehen wird und zwar nicht nur für die Altersgruppen die man aussperren will, sondern für alle.

Ich würde erwarten, dass man aus der Politik, wenn man wirklich nur Kinderschutz im Blick hat, den dann so umsetzt das andere davon nicht betroffen sind. Es wirkt aber so als würde man das Argument Kinderschutz vorschieben um durch die Hintertür auch die anderen Vorschläge + mehr Kontrolle über die Anbieter durchzudrücken.

Kindern und Jugendlichen einen selbstbestimmten Zugang zum Internet zu verwehren halte ich für problematisch, sollte eher Sache der Eltern und über Schulung der Medienkompentenz zu Lösen sein,aber gut, kann man sich drüber streiten. Ich sehe aber nicht ein warum ich als Erwachsener und normaler Bürger dadurch gezwungen werden sollte meinen Klarnamen anzugeben oder irgendeine EU ID zu nutzen, da steht man mit offenen Mund daneben und fragt sich was das soll und was man dagegen unternehmen kann.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article69921c34faf15b261116368e/vorbild-australien-zugang-technisch-wirksam-unterbinden-spd-fordert-social-media-verbot-fuer-kinder-unter-14.html
Zitat
Das kürzlich eingeführte australische Social-Media-Verbot für Jugendliche ruft Nachahmer auf den Plan, auch in Deutschland. Die SPD fordert nun in einem Impulspapier die Einführung eines Social-Media-Verbots für Kinder unter 14 Jahren. Die Partei schlägt vor, eine Altersverifikation mithilfe der App „EUDI-Wallet“ verpflichtend zu machen.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.Februar 2026, 20:06:39
@SignorRossi : Die Rede war wirklich richtig gut von Martenstein. Vor allem hat er dort nicht die afD verteidigt, sondern dem Publikum den Spiegel vorgehalten. Die Reaktion am Ende spricht Bände. Die Intoleranz sitzt im Moment links der Mitte. Die cdU ist längst eine linke Partei geworden. Aber in der schlimmstmöglichen Version. Sie besticht die Wirtschaft nämlich mit Geld um dort Ruhe zu haben und ist noch käuflicher als alle anderen.
Der Liberalismus ist tot, mit der FDP ist da der letzte Vertreter dabei unterzugehen. Deutschland und autoritäre Führung unter Ideologen scheint gut zusammenzupassen. Leider.
Und der Gipfel : Am lautesten hat immer die Linke für eine Brandmauer gehetzt. Nun stimmt genau diese mit der Höcke-afD zusammen ab. Angeblich war das Zufall. Aber leider hat die afD das vorher angekündigt mitzustimmen. Doppelmoral hoch zehn. Linke Politik halt. Man selbst darf alles und jedes Mittel ist recht. Wenn jemand anderes (z.B. die cdU) das machen würde, dann würden die NGOs im Stile der SA vor der cdU-Parteizentrale stehen.


@Viking : Es geht nicht um Jugendschutz. Es geht um Kontrolle und Überwachung aller. Da wird Jugendschutz nur vorgeschoben. Die AMLA spioniert dein Vermögen aus, um Geldwäsche und Steuerbetrug zu verhindern. Wer es glaubt... Genau der Staat, der selbst mit seinen staatlichen Banken bei CumEx mitgemacht hat. Das dient nur dazu, um rauszufinden, wo noch Geld zu holen ist. Und genauso wird es auch hier laufen : Du bist nicht auf Linie und postest das. Der Staatsapparat weiß sofort Bescheid und wird sich um dich kümmern. 1984 war vielleicht keine Dystopie, sondern in Deutschland eher eine Utopie, den hier wird es schlimmer als in dem Buch... Ich meine wir wollen die größte Oppositionspartei verbieten zum Schutz der Demokratie. Und nur wenigen fällt auf, wie sehr sich das widerspricht. Die Opposition zu verbieten, das tötet Demokratie. Aber das haben wir nach dem 2ten Weltkrieg nur kurz gelernt und kehren jetzt fröhlich in die ideologisierte Einheitsgesellschaft zurück, die wiederum die Realität ausblendet.
Beispiel gefällig : Serkan C. wurde von einem Fahrgast ohne Ticket getötet. Was macht man da? Ganz klar : Weniger Ticketkontrollen. Das ist schon so dumm, dass man am IQ desjenigen zweifelt, der das vorschlägt...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.Februar 2026, 22:06:44

Ergänzung, passend dazu die Rede von Martenstein im "Prozess gegen Deutschland": https://www.youtube.com/live/IxsJmRPhBOY?si=xX_dTIqQK1EzHpoS&t=8212 Zwanzig Minuten, die sich lohnen.
Die Rede ist nicht schlecht.
 Vorhin gesehen, dass Dennis Yücel auf twitter auch was zu dem "Prozess" geteilt hat https://x.com/Besser_Deniz/status/2023720411142270993 https://x.com/Besser_Deniz/status/2023720414078288202 https://x.com/Besser_Deniz/status/2023720415823094055
die Veranstaltung scheint ja nicht sehr neutral gewesen zu sein.

Ich meine wir wollen die größte Oppositionspartei verbieten zum Schutz der Demokratie. Und nur wenigen fällt auf, wie sehr sich das widerspricht. Die Opposition zu verbieten, das tötet Demokratie. Aber das haben wir nach dem 2ten Weltkrieg nur kurz gelernt und kehren jetzt fröhlich in die ideologisierte Einheitsgesellschaft zurück, die wiederum die Realität ausblendet.
Beispiel gefällig : Serkan C. wurde von einem Fahrgast ohne Ticket getötet. Was macht man da? Ganz klar : Weniger Ticketkontrollen. Das ist schon so dumm, dass man am IQ desjenigen zweifelt, der das vorschlägt...
Ja, da wird bei allem möglichen gesagt das es demokratisch ist und deswegen bestehen bleiben muss, Rundfung,NGos, Kulturförderung und gleichzeitig überlegt man den Menschen die freie Wahl zu nehmen ohne wirklich eine Begründung zu liefern. Der beste Weg die AfD kleinzukriegen wäre selbst eine andere Politik und Alternative zu bieten, ich will nicht AfD wählen müssen um gegen eine CO2 Steuer vorzugehen, eine härtere Migrationspolitik zu bekommen oder im Internet nicht überwacht zu werden.

Vielleicht finden sich bei der Internetsperre ja noch Gegenstimmen aus der Union, bin mal gespannt wie sich das entwickelt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.Februar 2026, 22:57:32
Wie will man jungen Leuten auch Medienkompetenz beibringen, wenn man es in der Schule nicht mal mehr schafft, den Kids gescheit Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen? Dann verbietet man lieber dieses "Neuland", dieses Internet, als gäbe es keine Möglichkeiten, solche Sperren zu umgehen, das verbreitet sich auf dem Schulhof schneller als Bundestagsabgeordnete am Donnerstagabend zu ihrem Auto für das lange Wochenende  (https://www.politik-kommunikation.de/abgeordnete-fehlen-besonders-haeufig-an-freitagen/) sprinten können.

Auch dieses Begehren ist nichts weiter als Zensur, natürlich unter dem Deckmantel des guten Zweckes, Kampf gegen Terrorismus und Pädophilie wird ja auch immer gerne genommen, dagegen kann ja nun wirklich niemand etwas einwenden. Vorratsdatenspeicherung ist auch so ein Ding. Xmal versucht, Xmal vom BVerfG wieder einkassiert und trotzdem wird es immer und immer neu eingebracht. Wer sind da die Verfassungsfeinde? Merkel und Faeser haben verfassungswidrig gehandelt. Strafe? Keine. Verschlüsselte Messenger verbieten? Warum dann nicht auch direkt die Briefpost wieder aufmachen und die Telefone abhören? Hast du etwas etwas zu verbergen? Wird gerne mal gefragt, wenn man gegen solche Maßnahmen ist. Ja, meine Privatsphäre, die heißt nicht umsonst so.

Was der Staat vom GG her nicht selber machen darf, wird auch schonmal in staatlich finanzierte "NGOs" ausgelagert, zB. diese "Meldestellen" gegen "Hass "und Hetze", rechtlich undefinierte Begriffe, dort werden dann Beiträge "unterhalb der Strafbarkeitsschwelle" gemeldet, gesammelt und ausgewertet, angeblich anonym, diese Beiträge werden ggf. aber auch zur Anzeige gebracht. Wie geht das, wenn es doch anonym sein soll? Und die Plattform wird unter Druck gesetzt, den Beitrag zu entfernen. Auch das ist Zensur durch die Hintertür, zusätzlich wird ein Klima der "Angst" geschaffen, man überlegt, ob man seine Meinung schreibt oder lieber den Mund hält. Wer etwas zu verlieren hat, der hält lieber den Mund. Schreihälse, die von ALG2 leben, können dagegen ungerührt "ACAB", "Burn Cops not Coal", "Ganz Berlin hasst die CDU" etc. pp. propagieren. Sind ja auch die "Guten".

Nicht mehr mein Land? Merkel hat es prophezeit, wenn auch anders gemeint. Das läuft hier komplett in die falsche Richtung, aber man hat ja den Antichristen Trump, gegen den man hetzen und mit dem von den eigenen Ambitionen ablenken kann, da ist man sich von rechts- bis linksaußen einig. Womit wir wieder beim Pharisäertum wären: quod licet Iovi, non licet bovi.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.Februar 2026, 19:10:12
Und die nächsten Anschläge auf unsere Privatsphäre:
1. Merz will Klarnamenpflicht im Internet, weil Politiker ja auch mit Klarnamen antreten würden. Er vergisst aber dabei, dass er und andere Spitzenpolitiker von einem riesigen Aufgebot an Sicherheitskräften beschützt werden und es für sie Sondergesetzgebung (§188 StGB) gibt.
2. Die EU will VPN dazu verdonnern, Daten über ihre User zu speichern: https://www.techradar.com/vpn/vpn-privacy-security/the-eu-prepares-ground-for-wider-data-retention-and-vpn-providers-are-among-the-targets Was so ziemlich gegen jede Verfassung der EU-Mitgliedsstaaten verstoßen dürfte. Man stelle sich vor, ein Orban oder ein Trump würden sowas einführen wollen, das gäbe ein Geschrei.

Klarnamenpflicht im Internet gibt es in solch lupenreinen Demokratien wie China, Russland und dem Iran. Gegen VPN würden die zwar gerne vorgehen, können es aber - anders als die EU - nicht. Die Politiker der EU sind mit ihrer Angst vor dem Volk also "in bester Gesellschaft".

Wann ist das eigentlich so dermaßen ins Autoritäre gekippt? Corona? Haben die Politiker da Blut geleckt, als sie gemerkt haben, womit sie alles durchkommen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 20.Februar 2026, 18:29:20
Und die nächsten Anschläge auf unsere Privatsphäre:
1. Merz will Klarnamenpflicht im Internet, weil Politiker ja auch mit Klarnamen antreten würden. Er vergisst aber dabei, dass er und andere Spitzenpolitiker von einem riesigen Aufgebot an Sicherheitskräften beschützt werden und es für sie Sondergesetzgebung (§188 StGB) gibt.
2. Die EU will VPN dazu verdonnern, Daten über ihre User zu speichern: https://www.techradar.com/vpn/vpn-privacy-security/the-eu-prepares-ground-for-wider-data-retention-and-vpn-providers-are-among-the-targets Was so ziemlich gegen jede Verfassung der EU-Mitgliedsstaaten verstoßen dürfte. Man stelle sich vor, ein Orban oder ein Trump würden sowas einführen wollen, das gäbe ein Geschrei.

Klarnamenpflicht im Internet gibt es in solch lupenreinen Demokratien wie China, Russland und dem Iran. Gegen VPN würden die zwar gerne vorgehen, können es aber - anders als die EU - nicht. Die Politiker der EU sind mit ihrer Angst vor dem Volk also "in bester Gesellschaft".

Wann ist das eigentlich so dermaßen ins Autoritäre gekippt? Corona? Haben die Politiker da Blut geleckt, als sie gemerkt haben, womit sie alles durchkommen?
Gerade der Quatsch mit der Forderung nach einer Klarnamenpflicht ist so unglaublich dumm, es gibt ja gute Gründe für Leute im Internet Anonym zu sein, Angst vor Bedrohung usw. Opfer von online Belästigung würde man da extra der Gefahr aussetzen, dass andere schnell über den Klarnamen Freunde,Familie und Wohnort rausfinden. Das hilt eher den Tätern als den Opfern, alleine das der Vorschlag immer wieder aufkommt zeigt ja, dass die von denen er kommt nichts von der Seite des Internets verstehen.

Da ist die SPD mit der EUID Wallet schon weiter, aber ich habe wirklich keine Lust,da meinen Personalausweis oder Führerschein hochzuladen, wer weiß welcher Politiker sich mal durch ein Meme auf den Schlips getreten fühlt, da sollen die sich schon die Mühe einer Ermittlung machen bevor die mir die Tür eintreten.  :D in Zeiten in denen man mitbekommt wie im Iran das Internet ausgestellt wird damit Leute sich nicht mehr zu Demos verabreden können, sollte man sich genau überlegen ob man da weitere Schritte in Richtung Zensur geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Februar 2026, 01:28:02
Da ist die SPD mit der EUID Wallet schon weiter, aber ich habe wirklich keine Lust,da meinen Personalausweis oder Führerschein hochzuladen, wer weiß welcher Politiker sich mal durch ein Meme auf den Schlips getreten fühlt, da sollen die sich schon die Mühe einer Ermittlung machen bevor die mir die Tür eintreten.  :D in Zeiten in denen man mitbekommt wie im Iran das Internet ausgestellt wird damit Leute sich nicht mehr zu Demos verabreden können, sollte man sich genau überlegen ob man da weitere Schritte in Richtung Zensur geht.

Was der Staat vom GG her nicht selber machen darf, wird auch schonmal in staatlich finanzierte "NGOs" ausgelagert, zB. diese "Meldestellen" gegen "Hass "und Hetze", rechtlich undefinierte Begriffe, dort werden dann Beiträge "unterhalb der Strafbarkeitsschwelle" gemeldet, gesammelt und ausgewertet, angeblich anonym, diese Beiträge werden ggf. aber auch zur Anzeige gebracht.

Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den linken Parteien blockiert, den überwiegend linken Medien und "NGOs" ideologisch diffamiert und der linken "Zivilgesellschaft" niedergebrüllt.


Es gibt genug alternative Vorschläge zur sicheren Alterskontrolle die Datensparsam arbeiten und die Anonymität oder Pseudonymität erhalten. Genau so wie es Vorschläge zu einer sichereren digitalen Krankenakte gab.

Diese Vorschläge werden seit Jahren von Organisationen wie Digitalcourage, Chaos Computer Club, Digitale Gesellschaft, AlgorithmWatch, D64 oder auf europäischer Ebene von European Digital Rights vertreten – also genau von jenen Gruppen, die häufig pauschal zum "NGO-Komplex", "Schattenpolitik" oder "linkes Netzwerk" gezählt werden und deren ziviles und gesellschaftliches Engagement in dieser Erzählung allzu oft zu kurz kommt oder ganz übersehen wird.

Interessanterweise setzen sich diese Organisationen zugleich gegen Overblocking, Massenüberwachung und anlasslose Datensammlung ein (zum Beispiel im Rahmen von Hass-Meldestellen), was in dieser Diskussion eher dem linken "Kontrollwahn" zugeschrieben wurde. Verrückt, dass die sich einfach gegen das ganze Spektrum wenden und klar für eine progressive, sinnvolle Linie stehen: Sie wagen den Drahtseilakt, gegen Hass im Netz vorzugehen, ohne dabei die Freiheit zu opfern. Die sind auch kritisch, wenn es zu überzogenen Maßnahmen kommt, etwa Hausdurchsuchungen bei Bagatellen. Egal ob Habeck ein Schwachkopf sei oder ein CDU Innensenator Hamburgs Eins Pimmel.

Die pauschale Erzählung mit dem staatlich gelenkten Sumpf, wie sie in den letzten Posts dieser Politikdystophie schon mehrmals strapaziert wurde ist sehr einfach. Da kann Zivilcourage und Engagement drin stecken, auf die man vielleicht nicht verzichten will.
Ich bin froh, dass es Akteure gibt, die mit guten Vorschlägen und Engagement auf die Entscheidungen einwirken und durchaus Erfolge vorweisen können. Das macht Hoffnung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.Februar 2026, 08:03:22
...also genau von jenen Gruppen, die häufig pauschal zum "NGO-Komplex", "Schattenpolitik" oder "linkes Netzwerk" gezählt werden... [..]

...was in dieser Diskussion eher dem linken "Kontrollwahn" zugeschrieben wurde.

Ich bin auf Zitate meinerseits gespannt, die du ja sicherlich gesammelt hast, in denen ich Organisationen wie Digitalcourage, Chaos Computer Club, Digitale Gesellschaft, AlgorithmWatch, D64 oder auf europäischer Ebene European Digital Rights so tituliert habe.

Oder hast du das einfach mal so unterstellt? Es ist halt wie so oft: es gibt keine sachlichen Gegenargumente, also muss man auf die persönliche Schiene ausweichen.

Zitat
Die pauschale Erzählung mit dem staatlich gelenkten Sumpf, wie sie in den letzten Posts dieser Politikdystophie schon mehrmals strapaziert wurde ist sehr einfach.

Da hast du recht, es ist sehr einfach durchschaubar, was die Politiker da treiben. Aber auch die Story von den angeblich überkomplexen Dingen, die nur Politiker aber nicht das dumme Volk durchschauen kann, ist ausgelutscht. Das einzige Bollwerk gegen den autoritären Überwachungsstaat ist noch das BVerfG, aber mit jedem Parteisoldaten von Union oder SPD, der dort installiert wird, erodiert auch das langsam weg. Und nein, ich will keine AfD-Kandidaten am BVerfG.

Ich will, dass die AfD verschwindet, weil es eine ekelhafte Partei mit teilweise ekelhaften Menschen ist, aber das geht nicht durch noch mehr Verbote und Überwachungsstaat, das geht nur mit guter Politik für den Bürger, die auch beim Bürger als solche ankommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Februar 2026, 10:39:24
...also genau von jenen Gruppen, die häufig pauschal zum "NGO-Komplex", "Schattenpolitik" oder "linkes Netzwerk" gezählt werden... [..]

...was in dieser Diskussion eher dem linken "Kontrollwahn" zugeschrieben wurde.

Ich bin auf Zitate meinerseits gespannt, die du ja sicherlich gesammelt hast, in denen ich Organisationen wie Digitalcourage, Chaos Computer Club, Digitale Gesellschaft, AlgorithmWatch, D64 oder auf europäischer Ebene European Digital Rights so tituliert habe.

Oder hast du das einfach mal so unterstellt? Es ist halt wie so oft: es gibt keine sachlichen Gegenargumente, also muss man auf die persönliche Schiene ausweichen.

Ich habe mit diesem Gegensatz eine öffentliche Erzählung kritisiert und nicht dich persönlich angegriffen im Sinne deines Charakters, deiner Motive oder deiner Integrität. Wenn du dich davon persönlich angesprochen fühlst, war das nicht meine Absicht.

Ich versuche zu erklären, warum ich dich zitiert habe. Dein Zitat habe ich genommen, weil die von mir genannten Gesellschaften oft "mitbrüllen". Und am nächsten Tag stehen sie als Sachverständige vor Politikern und verteidigen unsere Rechte wie freie Meinungsäuserung im Internet oder legen Gutachten vor um zu zeigen wo der Staat gegen Gesetze verstößt oder technische Fehler begeht und schlagen vor, wie man es besser machen müsste.
Sag du mir, dass du sie nicht gemeint hast. Der CCC zum Beispiel symaptisiert mit und bezeichnet sich selbst als Antifa und seine Sprecher applaudieren wenn ganz Berlin gegen die CDU marschiert oder legitime Interviews des ÖR mit demokratisch gewählten Politikern mit Lärm von nicht genehmigten Spontandemonstrationen gestört werden. Außerdem hat der CCC auf der anderen Seite in der Vergangenheit Geld des Bundes für Projekte bezogen.
Ist das nicht so eine linke NGO die du meinst?

Falls das nicht so ist und du diese NGOs da trennst, dann ignoriere bitte, dass ich dich überhaupt zitiert habe. Das war für mich nicht ersichtlich. Meine Kritik gegen die öffentliche Erzählung würde ich zwar aufrecht erhalten wollen aber selbstverständlich nehme ich dich da dann komplett raus. 
Dann bitte ich in Zukunft bei "NGOs" zu trennen welche genau gerade warum das Problem sind. Da kommt man sonst bei der Menge und Vielfalt an NGOs und gerade weil diese öffentliche Erzählung existiert durcheinander und so Missverständnise entstehen.



Zitat
Die pauschale Erzählung mit dem staatlich gelenkten Sumpf, wie sie in den letzten Posts dieser Politikdystophie schon mehrmals strapaziert wurde ist sehr einfach.

Da hast du recht, es ist sehr einfach durchschaubar, was die Politiker da treiben. Aber auch die Story von den angeblich überkomplexen Dingen, die nur Politiker aber nicht das dumme Volk durchschauen kann, ist ausgelutscht. Das einzige Bollwerk gegen den autoritären Überwachungsstaat ist noch das BVerfG, aber mit jedem Parteisoldaten von Union oder SPD, der dort installiert wird, erodiert auch das langsam weg. Und nein, ich will keine AfD-Kandidaten am BVerfG.

Ich will, dass die AfD verschwindet, weil es eine ekelhafte Partei mit teilweise ekelhaften Menschen ist, aber das geht nicht durch noch mehr Verbote und Überwachungsstaat, das geht nur mit guter Politik für den Bürger, die auch beim Bürger als solche ankommt.

Es geht um Datenschutz? Ich habe nicht über Politiker geredet und ihr handeln verteidigt. Ich hoffe es ist klar geworden, dass wir hier gleich denken und beide eher weniger Kontrolle und Überwachung wollen. Von überkomplexen Dingen die das Volk nicht versteht habe ich schon gar nicht geredet. Im Gegenteil. Ich bin der Meinung das beim Datenschutz und den Medientechnologien das soziale Engegament die Nase vorne hat und eine großer Teil der Politiker ordentlich Nachhilfe vom Volk nehmen müsste.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.Februar 2026, 11:30:38
Ich habe mit diesem Gegensatz eine öffentliche Erzählung kritisiert und nicht dich persönlich angegriffen...
Du hast mich zweimal zitiert und suggeriert, ich würde die aufgezählten Organisationen mit solchen Werturteilen belegen. Das ist zwar frei erfunden, aber hey, man kann es ja mal raushauen.

Zitat
Wenn du dich davon persönlich angesprochen fühlst, war das nicht meine Absicht.
Was war denn dann deine Absicht, meine Zitate im Kontext dieser Werturteile über die aufgezählten Organisationen zu bringen?

Zitat
Ich versuche zu erklären, warum ich dich zitiert habe. Dein Zitat habe ich genommen, weil die von mir genannten Gesellschaften oft "mitbrüllen".
Diese Organisationen brüllen gegen konservative Politik und diffamieren diese ideologisch? War mir nicht bekannt, hast du Beispiele dafür?

Zitat
Sag du mir, dass du sie nicht gemeint hast.
Selbstverständlich habe ich diese Organisationen nicht gemeint.

Zitat
Ist das nicht so eine linke NGO die du meinst?
Es mag sein, dass der CCC auf Abwege geraten ist, wäre nicht die erste Organisation, die von links außen gekapert wurde (siehe FFF). Man sollte aber nicht so tun, dass Bürgerrechte und Datenschutz nur mit äußerst linker Einstellung zu haben sind. Das ist ein ureigenes liberales Thema.

Zitat
Das war für mich nicht ersichtlich.
Mir ist nicht ersichtlich wo ich überhaupt auch nur eine einzige der von dir aufgezählten Organisationen genannt haben sollte. Falls die sich alle als undemokratisch erweisen, weil sie die CDU "hassen" (Wie war das eigentlich noch gleich mit Hass und Hetze? Nur selektiv schlimm?), dann sind die halt alle unbrauchbar. Weiß ich aber nicht, ob die sich alle so positionieren, es wäre an dir, das darzulegen, schließlich ist es deine Prämisse.

Zitat
...die öffentliche Erzählung...
Wir tauschen hier Meinungen aus. Welche "öffentliche Erzählung" meinst du und gibt es nur eine?

Zitat
Dann bitte ich in Zukunft bei "NGOs" zu trennen welche genau gerade warum das Problem sind.
Ich dachte, das wäre evident, hatte ich mich doch recht konkret geäußert. Falls etwas unklar ist, bitte ich darum, spekulative Annahmen durch Nachfrage zu ersetzen.

Zitat
Es geht um Datenschutz?
Es geht nicht nur um Datenschutz, sondern allgemeiner um die Übergriffigkeit der Politik, den Angriff auf unsere Menschen- und Bürgerrechte. Merz versucht sich gerade in einer Erzählung, die die Abwehrrechte der Bürger gegen den Staat umdreht, sie zu Abwehrrechten des Staates gegen den Bürger zu machen.

Ich habe "Die pauschale Erzählung mit dem staatlich gelenkten Sumpf, wie sie in den letzten Posts dieser Politikdystophie schon mehrmals strapaziert wurde ist sehr einfach." aber anscheinend falsch verstanden. Was wolltest du damit zum Ausdruck bringen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Februar 2026, 12:37:56
Zitat
Diese Organisationen brüllen gegen konservative Politik und diffamieren diese ideologisch? War mir nicht bekannt, hast du Beispiele dafür?

Ich habe nicht gesagt, dass sie ideologisch diffarmieren sondern mitbrüllen (Du hast niedergebrüllt geschrieben). Von daher habe ich für politische Diffamierung auch keine Beispiele. Fürs Mitbrüllen und Niederbrüllen habe ich doch Beispiele genannt. Oder meinst du Quellen?

Zitat
Es mag sein, dass der CCC auf Abwege geraten ist, wäre nicht die erste Organisation, die von links außen gekapert wurde (siehe FFF). Man sollte aber nicht so tun, dass Bürgerrechte und Datenschutz nur mit äußerst linker Einstellung zu haben sind. Das ist ein ureigenes liberales Thema.

Ich denke es ist belegt, dass der Gründer des CCC, Wau Holland, ziemlich links war und das von Anfang an zur DNA dazu gehörte. Wo da die Abwege angefangen haben sollen erschließt sich mir nicht.

Das habe ich auch nicht gesagt und ich gebe dir recht. Es wäre ein Trugschluss anzunehmen, dass weil linksliberale progressive Organisationen ein Thema vertreten das Thema direkt links ist. Ist das nicht schön?

Zitat
Mir ist nicht ersichtlich wo ich überhaupt auch nur eine einzige der von dir aufgezählten Organisationen genannt haben sollte. Falls die sich alle als undemokratisch erweisen, weil sie die CDU "hassen" (Wie war das eigentlich noch gleich mit Hass und Hetze? Nur selektiv schlimm?), dann sind die halt alle unbrauchbar. Weiß ich aber nicht, ob die sich alle so positionieren, es wäre an dir, das darzulegen, schließlich ist es deine Prämisse.

Ich habe nicht gesagt, dass die Organisationen die CDU hassen. Ich wüsste nicht mal wie ich das bemessen sollte und dass das recht schwer zu definieren ist hast du selbst schon gesagt. Sie sind sicher aus verschiedenen Gründen der politische Gegner. Das ist allerdings eher inhaltlich begründet.
Ich habe gesagt, dass einige der Antifa nahe stehen und sie durchaus bei Aktionen gegen die CDU mitbrüllen. Dafür habe ich zumindest ein Beispiel genannt. Das mit dem Interview ging gegen die AFD.

Das was du in der Klammer schreibst: "(Wie war das eigentlich noch gleich mit Hass und Hetze? Nur selektiv schlimm?)" verstehe ich nicht. Was meinst du?

Zitat
Wir tauschen hier Meinungen aus. Welche "öffentliche Erzählung" meinst du und gibt es nur eine?

Der vom "NGO-Komplex", der "Schattenpolitik" oder "linkes Netzwerk", die vom Staat finanziert werden. (Die Frage nach der Anzahl verstehe ich nicht.)

Ich dachte das sei klar. Die Frage ist doch, ob man die von mir genannten NGOs dazu zählt oder nicht (siehe nächste Zitatantwort). Ich würde sagen, dass sie im Rahmen dieser Erzählung für viele dazu gehören, was ich kritisieren würde. Ob für dich persönlich zum Beispiel der CCC genug Antifa ist und die Mitglieder und Sprecher genug jubeln oder teilnehmen wenn Omas gegen Rechts gegen die CDU durch Berlin laufen musst du für dich entscheiden. Wo du die Linie machst finde ich spannend. Vielleicht kommen wir darauf noch.

Ich fand es einfach nur einen netten Gegensatz, dass hier seit einigen Posts am linken Spektrum kein gutes Haar gelassen wird und gleichzeitig über ein politische Thema mit zurecht großem Verdruss geschrieben wird, gegen das sich in Deutschland vor allem Organisationen aus diesem Spektrum stemmen. Zumal in diesem Thread die NGO-Erzählung schon häufiger diskutiert wurde.

Zitat
Ich dachte, das wäre evident, hatte ich mich doch recht konkret geäußert. Falls etwas unklar ist, bitte ich darum, spekulative Annahmen durch Nachfrage zu ersetzen.

Wie soll das evident sein? Und hier ist auch der Hund begraben. "NGOs die niederbrüllen." Da denke ich an NGOs die brüllen. Für mich brüllen der CCC oder Digitalcourage mit. Egal ob mir das gefällt oder nicht. Wenn sie das für dich nicht machen haben wir da unterschiedliche Auffassungen. Dann meinst du diese NGOs tatsächlich nicht. Aber wie soll ich wissen wer für dich mitbrüllt oder nicht? Und damit ist die Evidenz und alle Klarheit futsch. Das hat auch nichts mit Unterstellung oder absichtlicher Missinterpretation zu tun.

Aber gut, ich werde versuchen mal bei all solchen möglichen Unklarheiten nachzufragen, bis ich auf den Grund deiner Gedanken gekommen bin bevor ich antworte. Vielleicht gelingt mir das. Mal sehen, ob das besser ist.

Zitat
Es geht nicht nur um Datenschutz, sondern allgemeiner um die Übergriffigkeit der Politik, den Angriff auf unsere Menschen- und Bürgerrechte. Merz versucht sich gerade in einer Erzählung, die die Abwehrrechte der Bürger gegen den Staat umdreht, sie zu Abwehrrechten des Staates gegen den Bürger zu machen.

Jap, bin voll bei dir.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.Februar 2026, 13:34:40
Ich habe nicht gesagt, dass sie ideologisch diffarmieren sondern mitbrüllen (Du hast niedergebrüllt geschrieben).
Guck dir an, was du zitiert hast.

Zitat
Oder meinst du Quellen?
Ja. Ist aber nicht wichtig.

Zitat
Ich denke es ist belegt, dass der Gründer des CCC, Wau Holland, ziemlich links war und das von Anfang an zur DNA dazu gehörte.
Zwischen "links" und "links außen" gibt es Unterschiede. Die sollte es bei "rechts" und "rechts außen" zwar auch geben, aber da hat der "Kampf gegen Rechts" ganze Arbeit geleistet hat.

Zitat
Wo da die Abwege angefangen haben sollen erschließt sich mir nicht.
Wenn von diesen Organisationen "ganz Berlin hasst die CDU" unterstützt wird, dann ist das imho ein ziemlicher Abweg.

Zitat
Ich habe nicht gesagt, dass die Organisationen die CDU hassen.
"Dein Zitat habe ich genommen, weil die von mir genannten Gesellschaften oft "mitbrüllen".

Jetzt muss ich schon wieder in die kleinteilige Semantik einsteigen.

Aber gut, hier mein Satz und die Zerlegung:
Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den linken Parteien blockiert, den überwiegend linken Medien und "NGOs" ideologisch diffamiert und der linken "Zivilgesellschaft" niedergebrüllt.

Teilaussage 1: Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den linken Parteien blockiert.
Teilaussage 2: Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den überwiegend linken Medien und "NGOs" ideologisch diffamiert.
Teilaussage 3: Jeder Versuch der CDU/CSU wird von der linken "Zivilgesellschaft" niedergebrüllt.

Jetzt klarer?

Zitat
Ich habe gesagt, dass einige der Antifa nahe stehen und sie durchaus bei Aktionen gegen die CDU mitbrüllen. Dafür habe ich zumindest ein Beispiel genannt.
Du hast etwas behauptet. Keine Ahnung, ob das stimmt oder nicht, aber wie gesagt, wenn die sich außerhalb des demokratischen Spektrums positionieren, dann ist mir deren Einsatz für mehr Datenschutz dann auch egal. Man kann eine Demokratie und die Menschen- und Bürgerrecht nicht damit beschützen oder retten, wenn man sich selber undemokratisch und menschenrechtswidrig verhält.

Antifa an sich ist ja auch nichts Böses oder Anrüchiges, jeder demokratische Bürger sollte antifaschistisch eingestellt sein, gleichzeitig sollte er aber auch antisozialistisch eingestellt sein. Was unter dem Deckmantel der Organisation "Antifa" veranstaltet wird, ist wieder ein anderes Thema.

Zitat
Was was du in der Klammer schreibst: "(Wie war das eigentlich noch gleich mit Hass und Hetze? Nur selektiv schlimm?)" verstehe ich nicht. Was meinst du?
Na, Hass gegen die CDU zieht offensichtlich keine tausenden Anzeigen bei Meldeportalen nach sich, keine aufgeregten Medienberichte, keine Lichterketten und kostenlose Konzerte gegen "Hass".
 
Zitat
Der vom "NGO-Komplex", der "Schattenpolitik" oder "linkes Netzwerk", die vom Staat finanziert werden.
Sorry, ich kenne eine solche "öffentliche Erzählung" nicht. Wo findet man die?

Zitat
(Die Frage nach der Anzahl verstehe ich nicht.)
Dann gibt es nur eine öffentliche Erzählung?

Zitat
Die Frage ist doch, ob man die von mir genannten NGOs dazu zählt oder nicht (siehe nächste Zitatantwort).
Ein letztes Mal: wenn sich diese Organisationen undemokratisch positionieren, ja, dann zählen die auch dazu.

Zitat
Und hier ist auch der Hund begraben. "NGOs die niederbrüllen."
Siehe Teilaussage 2 weiter oben.

Zitat
Für mich brüllen der CCC oder Digitalcourage mit.
Wenn das so ist, dann entwertet das ihren Einsatz imA. komplett, weil unglaubwürdig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Februar 2026, 14:55:25
Zitat
Zwischen "links" und "links außen" gibt es Unterschiede. Die sollte es bei "rechts" und "rechts außen" zwar auch geben, aber da hat der "Kampf gegen Rechts" ganze Arbeit geleistet hat.

Darüber haben wir schon öfters gesprochen. Das ist auch einer der Punkte die ich bei Martenstein stark fand.

Zitat
"Dein Zitat habe ich genommen, weil die von mir genannten Gesellschaften oft "mitbrüllen".

Jetzt muss ich schon wieder in die kleinteilige Semantik einsteigen.

Aber gut, hier mein Satz und die Zerlegung:
Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den linken Parteien blockiert, den überwiegend linken Medien und "NGOs" ideologisch diffamiert und der linken "Zivilgesellschaft" niedergebrüllt.

Teilaussage 1: Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den linken Parteien blockiert.
Teilaussage 2: Jeder Versuch der CDU/CSU wird von den überwiegend linken Medien und "NGOs" ideologisch diffamiert.
Teilaussage 3: Jeder Versuch der CDU/CSU wird von der linken "Zivilgesellschaft" niedergebrüllt.

Jetzt klarer?
So oft steigen wir ja nicht in kleinteilige Semantik ein.  ;)

Ehrlich gesagt, nein. Ich denke wir sind uns einig, dass es vor allem um Teilaussage 3 geht. Zivilgesellschaft.

In der Politikwissenschaft und Soziologie ist die Zivilgesellschaft der Raum zwischen Staat, Wirtschaft und Privatem. Dazu gehören NGOs, aber natürlich auch Kirchen, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Vereine, Bürgerinitiativen und so weiter. So verwende ich dieses Wort zumindest.

Du hast also für mich in Aussage 2 eine spezifische Gruppe der Zivilgesellschaft adressiert (NGOs) und in Aussage 3 den Gesamtbegriff verwendet, der NGOs logischerweise einschließt. Nur weil du sie in Aussage 2 einer bestimmten Handlung zuordnest, sind sie in Aussage 3 nicht plötzlich exkludiert. Dann hättets du sowas wie "der Rest der Zivilgesellschaft" verwenden können. Oder du definierst für diese Diskussion die Zivilgesellschaft anders. Das kannst du machen, da bitte ich dich darum, falls du mir widesprichst. Dann macht mein Zitat vielleicht tatsächlich keinen Sinn.

Ich hätte vorher fragen sollen, was du persönlich unter Zivilgesellschaft verstehst.


Zitat
Zitat
Was was du in der Klammer schreibst: "(Wie war das eigentlich noch gleich mit Hass und Hetze? Nur selektiv schlimm?)" verstehe ich nicht. Was meinst du?
Na, Hass gegen die CDU zieht offensichtlich keine tausenden Anzeigen bei Meldeportalen nach sich, keine aufgeregten Medienberichte, keine Lichterketten und kostenlose Konzerte gegen "Hass".

So.. Ich hatte jetzt hier nen langen Text geschrieben. Den habe ich erstmal zur Seite gelegt. Da wären bestimmt wieder einige Leer-Interpretationen drin gewesen, die den Verdacht an die Oberfläche gebracht hätten, ich würde dir etwas unterstellen oder absichtlich missverstehen wollen. Deswegen zuerst mal zur Klärung:

Woran machst du das Offensichtliche fest? Was ist mit prominenten Beispielen wie Merz, der systematisch hunderte Fälle bei Meldeportalen meldete und in Folge auch zu Anzeige brachte?

Was ist für dich ein aufgeregter Medienbericht? Also wie wurde zum Beispiel über Habecks hunderte Anzeigen anders berichtet als über die von Lauterbach, über die von Merz oder die von Weidel?

Warum glaubst du, warum von Rechts oder dem Konservativem keine Lichterketten oder kostenlose Konzerte organisiert werden?
 
Warum schreibst du Hass für die es Lichterketten und kostenlose Konzerte gibt in Anführungszeichen? Und der Hass gegen CDU kommt ohne Anführungszeichen aus? Ist das ein Ausversehen oder verwendest du hier unterschiedliche Bedeutungsebenen die semantisch interpretierbar werden müsen? Falls ja, welche Unterschiede sind das?

 
Zitat

Zitat
Der vom "NGO-Komplex", der "Schattenpolitik" oder "linkes Netzwerk", die vom Staat finanziert werden.
Sorry, ich kenne eine solche "öffentliche Erzählung" nicht. Wo findet man die?

Das ist gut für dich. Ich würde sagen, dass man die ganz gut nachvollziehen kann seit der Anfrage der CDU an die Ampel zum Thema NGO kurz vor den Wahlen. Seitdem ist sie in den Social Media und in den Medien vertreten. Mir ist sie auch schon im privaten Umfeld untergekommen.

Zitat
Dann gibt es nur eine öffentliche Erzählung?
So allgemein wie du fragst: Nein.


Edit:
Zitat
Du hast etwas behauptet. Keine Ahnung, ob das stimmt oder nicht, aber wie gesagt, wenn die sich außerhalb des demokratischen Spektrums positionieren, dann ist mir deren Einsatz für mehr Datenschutz dann auch egal. Man kann eine Demokratie und die Menschen- und Bürgerrecht nicht damit beschützen oder retten, wenn man sich selber undemokratisch und menschenrechtswidrig verhält.

Antifa an sich ist ja auch nichts Böses oder Anrüchiges, jeder demokratische Bürger sollte antifaschistisch eingestellt sein, gleichzeitig sollte er aber auch antisozialistisch eingestellt sein. Was unter dem Deckmantel der Organisation "Antifa" veranstaltet wird, ist wieder ein anderes Thema.

Dazu wollte ich noch etwas schreiben:
Das habe ich nicht behauptet. Ich habe Antifa und Demo gegen CDU angeführt. Von "außerhalb des demokratischen Sprektrums" und das die sich selber undemokratisch oder menschenrechtswidrig verhalten habe ich nichts gesagt. Das eskaliert ein bisschen.

Oder bist du der Meinung, dass eine Demonstration gegen eine Partei so beschrieben werden könnte?



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 21.Februar 2026, 15:40:48

Es gibt genug alternative Vorschläge zur sicheren Alterskontrolle die Datensparsam arbeiten und die Anonymität oder Pseudonymität erhalten. Genau so wie es Vorschläge zu einer sichereren digitalen Krankenakte gab.

Diese Vorschläge werden seit Jahren von Organisationen wie Digitalcourage, Chaos Computer Club, Digitale Gesellschaft, AlgorithmWatch, D64 oder auf europäischer Ebene von European Digital Rights vertreten – also genau von jenen Gruppen, die häufig pauschal zum "NGO-Komplex", "Schattenpolitik" oder "linkes Netzwerk" gezählt werden und deren ziviles und gesellschaftliches Engagement in dieser Erzählung allzu oft zu kurz kommt oder ganz übersehen wird.

Interessanterweise setzen sich diese Organisationen zugleich gegen Overblocking, Massenüberwachung und anlasslose Datensammlung ein (zum Beispiel im Rahmen von Hass-Meldestellen), was in dieser Diskussion eher dem linken "Kontrollwahn" zugeschrieben wurde. Verrückt, dass die sich einfach gegen das ganze Spektrum wenden und klar für eine progressive, sinnvolle Linie stehen: Sie wagen den Drahtseilakt, gegen Hass im Netz vorzugehen, ohne dabei die Freiheit zu opfern. Die sind auch kritisch, wenn es zu überzogenen Maßnahmen kommt, etwa Hausdurchsuchungen bei Bagatellen. Egal ob Habeck ein Schwachkopf sei oder ein CDU Innensenator Hamburgs Eins Pimmel.

Die pauschale Erzählung mit dem staatlich gelenkten Sumpf, wie sie in den letzten Posts dieser Politikdystophie schon mehrmals strapaziert wurde ist sehr einfach. Da kann Zivilcourage und Engagement drin stecken, auf die man vielleicht nicht verzichten will.
Ich bin froh, dass es Akteure gibt, die mit guten Vorschlägen und Engagement auf die Entscheidungen einwirken und durchaus Erfolge vorweisen können. Das macht Hoffnung.
Die Vorschläge von CDU und SPD waren aber nicht Lösungen der von dir genannten Gruppen sondern Klarnamenpflicht und EUID Wallet und bei dem ganzen Unsinn der da schon durchgewunken wurde,kann man nicht skeptisch genug sein.

Ich halte die jetzige Förderung von NGOs nicht für sinnvoll, weil viele Vereine dabei sind die mMn kein Geld aus dem Staatstopf bekommen sollten, dass gilt auch für andere Förderungen, neulich einen US Film aus der Mediathek gesehen, der aus der Filmförderung Bayern? mitfinanziert wurde, da gibt es enormes Einsparpotential.
Zumindest sollte man den Namen NGO ändern wenn der geförderte Verein abhängig von staatlichen Zuschüssen ist und eine Tätigkeit direkt in Verbindung mit Parteien steht, das Thema Vetternwirtschaft kommt ja gerade auf, wäre auch mal interessant zu wissen in welchen NGOs und Vereinen Bekannte und Familienmitglieder von Parteiangehörigen sitzen. Mein Eindruck, auch nach den Entwicklungen der letzten Jahre, ist, dass es da schon sehr viel Filz gibt.

Meine Meinung zu dem ganzen Internetzensur Thema ist, dass jetzt schon viel zu viel reguliert wird, Twitter schaltet in der EU z.B einige Tweets erst nach Altersüberprüfung frei, weil es in Großbritannien da letztes Jahr einen Gesetz gab, ich habe mir per Umgehung da bestimmt 15+ Beispiele angeschaut, keins davon hat die Maßnahme gerechtfertigt. Bei Hass und Hetze könnte man auch sagen,dass nur strafbare Beleidigungen reguliert werden sollten und der Rest von der Meinungsfreiheut gedeckt ist, genauso wie fake news zu verbreiten, ich finde bei dem Punkt ist aber, das man da deutlich mehr durchgehen lassen sollte als im normalen Leben.

Wenn mich im Internet, auf Twitter, in einem Videospiel oder sonstwo jemand beleidigt ist mir das komplett egal, das vergesse ich nach ner Minute wieder, im realen Leben ist das schon eine ganz andere Nummer, wenn dir auf der Straße jemand entgegen kommt und dich beschimpft kann es auch schnell mal eskalieren und es besteht eine Gefahr wirklich zu schaden zu kommen, das ist im Netz in den allermeisten Fällen nicht so. Nur wird das anscheinend in der Politik und auch von vielen Vereinen andersrum gedacht, da ist ja sogar schon die Rede von "digitaler Gewalt" was mMn echte Gewalt verharmlost.

Der erste Gedanke den Politiker bei solchen Gesetzesvorstößen haben sollten sollte sein:wie bekommen wir es hin, dass dadurch keine Menschen betroffen sind die es nicht treffen soll, in dem Fall  Erwachsene , beispielsweise könnte man ja Gesichter scannen lassen, was weiß ich, das die Vorschläge aber gleich auf Klarnamenpflicht und die Wallet sind schreit einfach danach, dass es auch andere Ziele dabei gibt, bessere Kontrolle der Medien, gängelung der Bürger usw.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Februar 2026, 16:29:03
Zitat von: Viking
Die Vorschläge von CDU und SPD waren aber nicht Lösungen der von dir genannten Gruppen sondern Klarnamenpflicht und EUID Wallet und bei dem ganzen Unsinn der da schon durchgewunken wurde,kann man nicht skeptisch genug sein.
Jo, ich sage ja nur, weil du mal gefragt hattest: Es gibt Möglichkeiten und Vorschläge. Ist mir schon klar, dass die CDU und die SPD andere Ideen im Kopf haben.

Zitat von: Viking
dass gilt auch für andere Förderungen, neulich einen US Film aus der Mediathek gesehen, der aus der Filmförderung Bayern? mitfinanziert wurde, da gibt es enormes Einsparpotential.
wurde,kann man nicht skeptisch genug sein.
Was ist das Problem für dich an der Filmförderung?

Es gibt dann noch andere Industrieförderungen, wo wir viel Geld ausgeben, damit zum Beispiel Unternehmen aus dem Ausland bei uns produzieren. 78 Milliarden gibt der Bund ingesamt für Industrieförderung im Jahr aus. Wo würdest du noch den Rotstift ansetzen und nach welchen Kriterien suchst du aus?

Oder liegt es an der Kultur? Das Theater wird zum Beispiel viel stärker gefördert als der Film. Wie stehst du zu der Förderung?


Meine Meinung zu dem ganzen Internetzensur Thema ist, dass jetzt schon viel zu viel reguliert wird, Twitter schaltet in der EU z.B einige Tweets erst nach Altersüberprüfung frei, weil es in Großbritannien da letztes Jahr einen Gesetz gab, ich habe mir per Umgehung da bestimmt 15+ Beispiele angeschaut, keins davon hat die Maßnahme gerechtfertigt.
Was hat die Altersüberprüfung mit dem Inhalt zu tun? Verstehe das Beispiel nicht. Welches Gesetz meinst du?

Der erste Gedanke den Politiker bei solchen Gesetzesvorstößen haben sollten sollte sein:wie bekommen wir es hin, dass dadurch keine Menschen betroffen sind die es nicht treffen soll, in dem Fall  Erwachsene , beispielsweise könnte man ja Gesichter scannen lassen, was weiß ich, das die Vorschläge aber gleich auf Klarnamenpflicht und die Wallet sind schreit einfach danach, dass es auch andere Ziele dabei gibt, bessere Kontrolle der Medien, gängelung der Bürger usw.

Denkst du, dass es Politiker gibt die Gesetze erlassen wollen die nur alleine den Zweck haben den Bürger zu gängeln?

Wenn mich im Internet, auf Twitter, in einem Videospiel oder sonstwo jemand beleidigt ist mir das komplett egal, das vergesse ich nach ner Minute wieder, im realen Leben ist das schon eine ganz andere Nummer, wenn dir auf der Straße jemand entgegen kommt und dich beschimpft kann es auch schnell mal eskalieren und es besteht eine Gefahr wirklich zu schaden zu kommen, das ist im Netz in den allermeisten Fällen nicht so. Nur wird das anscheinend in der Politik und auch von vielen Vereinen andersrum gedacht, da ist ja sogar schon die Rede von "digitaler Gewalt" was mMn echte Gewalt verharmlost.

War wäre eine passender Bezeichung? Und wann beginnt es dann digital oder auch real Gewalt zu werden? Erst wenn physischer Schaden entsteht oder die Situation eine Eskalation zur physischem Schaden ermöglicht?


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.Februar 2026, 09:27:35
Ich denke wir sind uns einig, dass es vor allem um Teilaussage 3 geht. Zivilgesellschaft.
Nein, sind wir nicht, denn der allergrößte Teil der Zivilgesellschaft bleibt zu Hause, wenn Linke zu Demos aufrufen, auf denen sie dann lautstark die CDU hassen können. Nach dieser Sache in Potsdam - die medial auch total verzerrt und übertrieben wurde - war ich auch auf dem Weg zu einer Anti-AfD-Demo. Als ich dann die roten Fahnen der MLPD gesehen habe, bin ich umgedreht. Das ist nicht die Zivilgesellschaft.

Zitat
In der Politikwissenschaft und Soziologie ist die Zivilgesellschaft...
Wir sind hier aber nicht im wissenschaftlichen Seminar, zumal ich Zivilgesellschaft in "" gesetzt habe, um zum Ausdruck zu bringen, dass diese Leute NICHT die Zivilgesellschaft repräsentieren. Ich bin eigentlich der Meinung, dass man meine Aussagen ganz gut verstehen konnte, wenn man denn wollte.

Genauso setze ich "unsere Demokratie" in "", um zum Ausdruck zu bringen, dass es eine Diskrepanz zwischen dem Gebrauch dieser Phrase durch Politiker und meinem Verständnis von unserer Demokratie gibt. Eine Politik, die einen Scheißdreck darauf gibt, was der Souverän will, eine Politik, die meine Bürgerrechte mit Füßen tritt und die mich nur noch als Zahlesel für ihre Geldverprasserei braucht. Nein, danke, das ist nicht mehr meine Demokratie.

Und diese immer schlimmer werdende Selbstverachtung für die eigene Herkunft und die eigene Hautfarbe, diese pathologische Abneigung (um nicht zu schreiben Hass) auf Deutschland ist auch so etwas, was ich als jemand mit Migrationshintergrund und Einbürgerung nie verstehen werde. Meine Eltern haben dieses Land mit aufgebaut und ich bin stolz darauf, was sie und ihre Generation geschafft hat. Ich war auch stolz auf Deutschland und die EU, dieses Land war einfach nur fantastisch, die EU ein riesiger Schritt nach vorne, man konnte in Frieden und Freiheit leben. Es war sicher nicht alles Gold, was glänzte, aber die Politiker waren halbwegs aufrichtig und bemühten sich, das Leben der Menschen im Land zu verbessern.  Und was waren das für Charaktere in der Politik der 60er bis 90er Jahre (nicht, dass ich sie alle miterlebt hätte), dagegen sind die heutigen Politiker nur noch Abziehbilder. Die RAF wurde auch von linker Seite bekämpft, es gab - glaube ich - keinen SPD-Politiker, der sich mit Baader oder Meinhoff solidarisch erklärte, ganz anders als heutzutage, wo das Herzchen oft vor Empathie mit "Maja T." geradezu überquillt.

Die ersten Risse gab es mit Kohls Gedächtnisverlust, den Machenschaften des Schäuble und Blüms dummen Gekrähe "die Rente ist sicher". Ab da ging es bergab. Unter Schröder wurde dann ein letztes Mal reformiert, aber der hat sich mit Putin, dem "lupenreinen Demokraten", ins Bett gelegt. Was daraus folgte sehen wir heute in der Ukraine. Seitdem wird in D nur noch verwaltet, immer mehr kleinteilig geregelt und immer mehr umverteilt, mit dem Erstarken der AfD wird auch immer mehr die autoritäre Knute ausgepackt, gerne damit begründet, gegen Terrorismus oder Kinderpornographie vorgehen zu wollen.

Sparen bedeutet für unsere heutigen Spitzenpolitiker nicht das, was man landläufig unter Sparen versteht, sondern wie man seine Einnahmen erhöhen, sprich den Bürger noch mehr auspressen, kann. Ganz typisch für Sozialisten, Mamdani in New York hat ja auch groß rumgetönt, dass er es "den Reichen" wegnehmen will, jetzt will er Notfallfonds plündern und die Grundsteuer erhöhen, um nur ja nicht sparen zu müssen. Wie immer blutet der Normalbürger.

Heute stehen Berlin und Brüssel für mich nur noch als Sinnbild für teure Bürokratiemonster, die den Menschen immer mehr Geld abnehmen und ihnen das Leben mit immer mehr Regeln und immer mehr Bevormundung immer schwerer, statt einfacher machen. Das soll Politik FÜR den eigenen Souverän sind? Da bin ich aber sowas von anderer Meinung.

Zitat
Dann macht mein Zitat vielleicht tatsächlich keinen Sinn.
Keinen Sinn macht die andauernde Diskussion darüber, wer denn jetzt was wie gemeint haben könnte. Wie siehst du denn die Lage im Land? Alles supi, alles paletti und an Problemen sind nur "die Menschen, die schon länger hier leben" Schuld? Oder die Boomer? Oder die "alten weißen Männer"? Nie die Politik und der riesige Elefant im Raum?

Zitat
Woran machst du das Offensichtliche fest?
An der dröhnenden Stille. Man stelle sich nur vor, was los gewesen wäre, irgendwelche "Rechten" hätten eine Demo gemacht, auf der sie dann "ganz Sachsen hasst die Grünen" gegröhlt hätten.

Zitat
Warum glaubst du, warum von Rechts oder dem Konservativem keine Lichterketten oder kostenlose Konzerte organisiert werden?
Weil die 1. noch klar im Kopf sind, sie 2. keine Zeit haben, irgendwer muss das viele Geld für die vielen Geschenke der Politik ja ranschaffen und sie 3. keine Lust haben, sich als "Rechte" diffamieren und sich das Leben von irgendwelchen Linksextremen mit zu viel Tagesfreizeit und Langeweile zur Hölle machen zu lassen.

Zitat
Falls ja, welche Unterschiede sind das?
Warum gehst du eigentlich nicht inhaltlich auf postings ein? Es geht bei dir sehr oft um Stil und Ausdrucksweise und die tiefere Bedeutung, die ein Wort haben könnte. Schreibe ich denn so kryptisch, dass mich ein normaler Mensch nicht versteht? Ich finde es extrem mühsam, hier beinahe jedes Wort gleich mehrfach erklären zu müssen.

Zitat
Das ist gut für dich.
Jetzt weiß ich nur immer noch nicht, wo ich so etwas finde. In den Medien, die ich halbwegs regelmäßig konsumiere (Lokalblatt, RP, FAZ, Spiegel, Zeit, Focus, ab und zu taz) konnte ich so etwas nicht lesen. Ich habe zwar einen Account bei Twitter, halte mich aber meistens fern.

Zitat
Ich würde sagen, dass man die ganz gut nachvollziehen kann seit der Anfrage der CDU an die Ampel zum Thema NGO kurz vor den Wahlen.
Davon ist bei mir geblieben, dass Merz wieder den Schwanz eingezogen hat und selbst fragwürdige NGOs weiter finanziert werden.
Welche Aussage von vor den Wahlen hat Merz eigentlich nicht ins Gegenteil verkehrt? Einzig bei den Grenzkontrollen hat er Wort gehalten. "Links ist vorbei" LOL. Links zerrt ihn am Nasenring durch die Manege und das wird immer schlimmer werden, weil die Union in Zukunft wohl immer mehr linke Parteien als Koalitionspartner brauchen wird. MeckPomm wird interessant, vermutlich wird sich die CDU dort mit der Linkspartei ins Bett legen, verbrämt wird das dann vermutlich als Opfer, dass man für "unsere Demokratie" bringen muss.

Zitat
So allgemein wie du fragst: Nein.
Das meine ich auch. Also welche öffentliche Erzählung ist gemeint?

Zitat
Oder bist du der Meinung, dass eine Demonstration gegen eine Partei so beschrieben werden könnte?
Wenn eine zutiefst demokratische Partei wie die CDU lautstark und zigtausendfach gehasst wird, dann sind diese Leute imA. komplett antidemokratisch unterwegs und kein bisschen besser als die AfD. Eskaliert ist da nur der "Kampf gegen Rechts".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 22.Februar 2026, 11:38:22
Eine NGO ist für mich ein Widerspruch in sich. Die sollen nicht von der Regierung gesteuert sein, bekommen aber von dort Geld. Selbst wenn es im Hintergrund keine Strippenzieher gibt, dann wird trotzdem eine politische Agenda verfolgt, um die Bezahlung aufrechtzuerhalten. Damit ist jede NGO aus meiner Sicht voreingenommen. Mein persönliches Fazit: Wenn sich NGOs nicht über Spenden, Mitgliedsbeiträge und Co. finanzieren können, dann ist das Interesses nicht groß genug, dann braucht es diese NGO nicht. Staatliche Zuschüsse sind hier komplett einzustellen. Ausnahmen würde ich hier nur beim Kampf gegen Hunger und Armut sowie für Bildung machen. Ggf. gibt es weitere ausnahmewürdige Teilbereiche, aber definitiv nix mit Politik, Umwelt und Co.

Darüber hinaus stimme ich Signor Rossi, wie so häufig, zu.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.Februar 2026, 13:03:48
Es gibt durchaus NGOs, die nicht vom Staat finanziert werden und so sollte es bei "politischen" NGOs auch sein. Aber auch da muss man hingucken, wer da wie viel Geld reinsteckt, Einfluss aus dem Ausland müsste eingedämmt werden.

Andere NGOs wie das Deutsche Rote Kreuz, Malteser, Johanniter, DLRG, die Tafeln oder "Aktion Deutschland Hilft" sollte der Staat unterstützen, solange sie politisch neutral bleiben. Natur- und Tierschutz-NGOs finde ich auch sinnvoll, die sind nur schon oft von linker oder grüner Seite unterwandert und stellen das Tierwohl über das Menschenwohl.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Februar 2026, 13:14:20
Zitat
Zitat
In der Politikwissenschaft und Soziologie ist die Zivilgesellschaft...
Wir sind hier aber nicht im wissenschaftlichen Seminar, zumal ich Zivilgesellschaft in "" gesetzt habe, um zum Ausdruck zu bringen, dass diese Leute NICHT die Zivilgesellschaft repräsentieren. Ich bin eigentlich der Meinung, dass man meine Aussagen ganz gut verstehen konnte, wenn man denn wollte.

Ne, bei allem Respekt. So einfach geht das nicht. Du unterstellst mir öfters, dass ich nicht verstehe, suggerieren würde, frei erfinden würde. Du machst das ja schon wieder "wenn man den wollte". Ich kann dir garantieren das das nie mit Absicht passiert. Überhaupt, als ob ich so viel Zeit aufwenden würde, nur um dich zu trollen - oder wie du das auch immer nennen würdest. Ich gebe zu, dass ich sicher öfters nachfragen könnte. Ich habe angekündigt, dass ich das jetzt versuchen werde. Das wird unsere Diskussion in Zukunft aber nicht zielgerichteter machen, falls es überhaupt funktioniert. Du beschwerst dich auch bereits im laufenden Text.

Du schreibst einen einzelnen Satz, mit Anführungszeichen und gehst davon aus, dass das schon zu verstehen sei. Das ist schön für dich und sehr optimistisch. Das denken wahrscheinlich die aller meisten Leute von sich. Ich denke eigentlich auch, dass ich ganz gut zu verstehen bin, aber trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass nicht mal der Sinn meiner Absätze bei dir ankommt. Wir reden gerade wieder nur darüber was ich anscheinend hätte schreiben dürfen oder nicht, wie ich dich mit dem Zitat da reinbringe und wie du zu verstehen warst oder nicht. Mein eigentlicher Gedanke und was ich zum Ausdruck bringen wollte ist längst vergessen. Und interessanterweiße erkenne ich an deinen Worten, dass du das gleiche Problem zu haben scheinst.  ;)

Dann schreibe doch direkt das Beispiel dazu. Du kannst es doch. Schreib doch oben, dass du genau diese spezifischen Leute auf Demos meinst mit MLPD Fahnen und Co und die für dich nicht zur Zivilgesellschaft dazu gehören.

Was ich daraus mache: "Zivilgesellschaft" ist auch NGO. Es gibt NGOs die gerade gute Arbeit beim Datenschutz machen, was hier ein Nebenthema war. Die sind aber teilweise links und beführworten das Gebrüll oder unterstützen es sogar. Das ist schon sehr doppeldeutig, war mein Punkt. Dann: Drama was gesagt wurde und was nicht. Und Conclusio: Wenn das stimmt, dass die das beführworten, dann ist ihr gesamtes Engagement umsonst, weil unglaubwürdig. Damit löst du meinen Punkt auf. Das war über viele Umwege der Verlauf und damit habe ich meine Antwort. Und jetzt darfst du dir selber beantworten, ob so eine NGO dann Zivilgesellschaft oder "Zivilgesellschaft" ist und ob das Zitat korrekt war. Mir ist es an der Stelle mittlerweile egal.


Es hilft meiner Meinung nach übrigens nicht, dass du zusammenhängende Abschnitte in einzelne Sätze zerlegst und von oben nach unten Satz für Satz beantwortest. Das führt mit dazu, dass wir ohne Ende zerfasern und Nebenbaustelle um Nebenbaustelle aufmachen. Weil wenn du auf jeden Satz spezifisch eingehst mache ich es auch. Zusammhängende Gedanken, die sich über einen Absatz aufbauen und entwickeln gehen sehr häufig verloren. Aber das nur am Rande, ich will dich nicht korrigieren oder so. Poste wie du willst und wie es dir gefällt.

Zitat
Genauso setze ich "unsere Demokratie" in "", um zum Ausdruck zu bringen, dass es eine Diskrepanz zwischen dem Gebrauch dieser Phrase durch Politiker und meinem Verständnis von unserer Demokratie gibt. Eine Politik, die einen Scheißdreck darauf gibt, was der Souverän will, eine Politik, die meine Bürgerrechte mit Füßen tritt und die mich nur noch als Zahlesel für ihre Geldverprasserei braucht. Nein, danke, das ist nicht mehr meine Demokratie.

Das ist gleich die nächste Frage. Was ist der Souverän für dich? Du nutzt das Wort ja recht häufig. Meinst du so etwas wie Zustimmungswerte oder Zufriedenheit mit der Demokratie im Gesamten oder geht es für dich um Zustimmungen in einzelnen Fragen?

Ansonsten sehe ich es nicht so einseitig wie du. Es ist halt ein Kampf um die Lösung oder den Kompromiss. Aber es gibt nunmal auch den Politiker, der unser Bürgerrechte nicht mit Füßen treten will und der nicht nur einen Zahlesel sucht. Den Souverän auf eine Entität zu verkürzen kann man vorsichtig mit Umfragen und statistischen Meinungen. Die pauschale Geschichte mit dem einen Politiker, der nichts Gutes will und nur Geld braucht und das Volk gängelt und nur an sich denkt lehne ich ab. Politiker kann man vielleicht auf ihre Partei verkürzen. Aber das finde ich manchmal schon schwer. Vor allem, weil es da zum Teil sehr verschiedene Strömungen und Ansichten gibt.

Zitat
Zitat
Dann macht mein Zitat vielleicht tatsächlich keinen Sinn.
Wie siehst du denn die Lage im Land? Alles supi, alles paletti und an Problemen sind nur "die Menschen, die schon länger hier leben" Schuld? Oder die Boomer? Oder die "alten weißen Männer"? Nie die Politik und der riesige Elefant im Raum?

Ne, für mich ist nicht alles super paletti im Land auch wenn ich viele Dinge anders sehe als du und sie vor allem nicht ganz so negativ ausdrücken würde. Die Schuldfrage ist nicht an den Wohnort, das Alter oder die Hautfarbe geknüpft. Wieso sollte sie? Aber natürlich ist der Bürger mitschuld. Er ist immerhin der Souverän.  ;)
Beim Kernproblem bin ich bei dir: Mindestens 30 Jahre keine ernsthafte Entwicklung bei Infrastruktur, Bildung, Integration, Rentensystem und vielem mehr. Das haben Politiker durch Stillstand ins Hintertreffen geraten lassen und der Bürger war in der Zeit recht zufrieden und hat es geschehen lassen. Und jetzt wachen wir langsam auf und uns fehlt die Initative und der gemeinsame Plan, um aus der Situation zu kommen.

Zitat
Zitat
Woran machst du das Offensichtliche fest?
An der dröhnenden Stille. Man stelle sich nur vor, was los gewesen wäre, irgendwelche "Rechten" hätten eine Demo gemacht, auf der sie dann "ganz Sachsen hasst die Grünen" gegröhlt hätten.

Hm? Du hast geschrieben es ist offensichtlich, dass die CDU nicht massenhaft meldet. Ich habe gefragt, was daran offensichtich sei, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass auch Politiker der CDU Meldestellen verwenden. Merz ist ein prominentes Beispiel mit hunderten Meldungen die auch zu Strafanzeigen und zu Hausdurchsuchungen führten.
Aber das Offensichtliche (was meiner Meinung nach falsch ist) wird belegt, weil jemand nicht demonstrieren geht? Verstehe ich nicht.


Zitat
Zitat
Warum glaubst du, warum von Rechts oder dem Konservativem keine Lichterketten oder kostenlose Konzerte organisiert werden?
Weil die 1. noch klar im Kopf sind, sie 2. keine Zeit haben, irgendwer muss das viele Geld für die vielen Geschenke der Politik ja ranschaffen und sie 3. keine Lust haben, sich als "Rechte" diffamieren und sich das Leben von irgendwelchen Linksextremen mit zu viel Tagesfreizeit und Langeweile zur Hölle machen zu lassen.

Cool, eins ist ne pauschale Beleidigung gegen jeden der auf so ne Demo geht und trotzdem noch klar im Kopf ist. Nicht überall sind MLPD Fahnen und vielleicht ist es wirklich nur ne friedliche Lichterkette, ein Stadtfest oder ein Konzert. Zweitens ist eine Unterstellung, dass jeder der auf ne linke Demo geht kein Geld verdient und Zeit hat (das Bild der skandierenden ALG2 Empfänger hast du ja schon vorher bedient).

Ich würde sagen, dass die beiden Lager einfach unterschiedliche Kulturen haben und Rechts von sich aus einfach nicht viel auf diese Art mobilisiert sondern eher institutionelle Wege sucht. Aber das Links mehr demonstriert als Rechts und damit lauter wirkt, ist für mich in keiner Weise in Indiz dafür, dass irgendwelche Probleme da sind oder nicht.

Zitat
Zitat
Falls ja, welche Unterschiede sind das?
Warum gehst du eigentlich nicht inhaltlich auf postings ein? Es geht bei dir sehr oft um Stil und Ausdrucksweise und die tiefere Bedeutung, die ein Wort haben könnte. Schreibe ich denn so kryptisch, dass mich ein normaler Mensch nicht versteht? Ich finde es extrem mühsam, hier beinahe jedes Wort gleich mehrfach erklären zu müssen.

Dein Stil und dein Ausdruck sind mir herzlich egal. Es geht mir darum, dass ich deine Gedanken und dein Aussage verstehen will. Außerdem bist in die semantische Interpretation eingestiegen und hast mir mehrmals gesagt ich würde dich absichtlich falsch verstehen oder dir Sachen unterstellen wollen und hast mich aufgefordert ich solle mehr nachfragen.

Hier beide Sätze hinereinander:
"(Wie war das eigentlich noch gleich mit Hass und Hetze? Nur selektiv schlimm?)"
Hass gegen die CDU zieht offensichtlich keine tausenden Anzeigen bei Meldeportalen nach sich, keine aufgeregten Medienberichte, keine Lichterketten und kostenlose Konzerte gegen "Hass"."


Hass und Hetze ist immer schlimm.

Es ist belegt, dass Hass gegen die CDU existiert und gemeldet wird (siehe oben). Soviel dazu, was offensichtlich nicht passiert. Das was hier offensichtlich ist und wie du das mit einer dröhnenden Stille zusammen bringst verstehe ich wirklich nicht. Fordest du, dass die Linke ne Lichterkette macht, weil die CDU beleidigt wurde? Es wirkt auf mich als würdest du auf eine Doppelmoral (Nur selektiv schlimm?) hinweisen, weil die Linke den Hass gegen die CDU verharmlost in dem sie ruhig bleibt?

Das die Linke bei Hass gegen was auch immer auf die Straße geht und bei Hass gegen die CDU nicht ist doch kein Ausdruck oder kein Beweis dafür, dass dieser Hass existiert oder nicht, oder, dass er unterschiedliche Qualitäten hat. Schonmal die Beleidsbekundungen der Konservativen verfolgt, wenn die Linke Hass erfährt? Die springen da auch nicht wie Engel zur Seite und skandieren, dass Hass furchtbar ist und unsere Gesellschaft spaltet: Lasst bitte die Linken in Ruhe.

Es wird doch auf beiden Seiten gegenseitig nichts gegönnt, Dinge verharmlost oder unheimlich aufgepauscht, verhöhnt und niedergemacht. Da ist doch links wie rechts gleich. Dazu kommt noch dass rechts = rechtsextrem ist und links = linksextrem und fertig ist die gespaltene Gesellschaft in der man nur noch die Lagerzugehörigkeit klären muss und dann ist das Gespräch beendet. Ach, du bist Links? Und schon hat man das Bild vor Augen, wie ein MLPD-Fahne schwingender ALG2 Empfänger, der nicht klar im Kopf ist, "ACAB"-rufend und Hass erfüllt über den Platz rennt, die CDU antidemokratisch betitelt und den Sozialismus einführen will.

Zitat
Zitat
Das ist gut für dich.
Jetzt weiß ich nur immer noch nicht, wo ich so etwas finde. In den Medien, die ich halbwegs regelmäßig konsumiere (Lokalblatt, RP, FAZ, Spiegel, Zeit, Focus, ab und zu taz) konnte ich so etwas nicht lesen. Ich habe zwar einen Account bei Twitter, halte mich aber meistens fern.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw26-de-nichtregierungsorganisationen-1084814
^ Sowas ist der Aufhänger.

https://taz.de/Rechte-Kampagnen/!6114735/
https://www.welt.de/politik/article68bcb2f172019652f128c914/Carsten-Linnemann-fordert-Ueberpruefung-von-Foerdermitteln-fuer-NGOs-Das-geht-gar-nicht.html

Und natürlich hast du das je nach Spektrum die Beurteilung. Je weiter links desto besser sind alle NGOs und je weiter rechts desto schlimmer sind alle NGOs. TAZ pro, Welt eher contra, FAZ eher ausgeglichen würde ich sagen.

Und geh mal auf Welt.de und lese dir x-beliebige Kommentarspalten zur Innenpolitik durch. Da zieht sich das wie ein roter Faden durch. Ich sage wertungsfrei, dass das ne Erzählung ist. Aber es ist halt auch nicht belegt, dass NGOs systematisch der verlängerte Arm der Regierung sind, eine Schattengesellschaft darstellen oder ein großes finanzielles System der Bereicherung sind. Wenn es so wäre, müssten meiner Meinung nach mit jedem Parteiwechsel die bezuschussten NGOs wechseln. Das sie konstant bleiben spricht für mich etwas gegen diese Erzählung.
Verkürzt wird entweder gefordert, dass die Finanzierung eingestellt werden muss. Dabei wird nicht reflektiert, was die Gesellschaft für das Geld bekommt. Es ist häufig auch so, dass NGOs hoheitliche Aufgaben des Staats übernehmen und die Abhängigkeit eher in Richtung der NGO geht. In verschärfter Form wird gefordert, dass die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung.

Das finde ich schade, weil hier viel guter soziales, gesellschaftliches Engagement über einen Kamm geschert wird und dadurch der wichtige Beitrag, den viele NGOs für Bildung, Umwelt, soziale Gerechtigkeit oder humanitäre Hilfe leisten, leicht übersehen oder untergraben wird.

Wie sind wir darauf gekommen?

Zitat
Davon ist bei mir geblieben, dass Merz wieder den Schwanz eingezogen hat und selbst fragwürdige NGOs weiter finanziert werden.
Welche Aussage von vor den Wahlen hat Merz eigentlich nicht ins Gegenteil verkehrt? Einzig bei den Grenzkontrollen hat er Wort gehalten. "Links ist vorbei" LOL. Links zerrt ihn am Nasenring durch die Manege und das wird immer schlimmer werden, weil die Union in Zukunft wohl immer mehr linke Parteien als Koalitionspartner brauchen wird. MeckPomm wird interessant, vermutlich wird sich die CDU dort mit der Linkspartei ins Bett legen, verbrämt wird das dann vermutlich als Opfer, dass man für "unsere Demokratie" bringen muss.

Aber er hat sich ja jetzt auf dem Parteitag in Stuttgart entschuldigt. :-P


Zitat
Wenn eine zutiefst demokratische Partei wie die CDU lautstark und zigtausendfach gehasst wird, dann sind diese Leute imA. komplett antidemokratisch unterwegs und kein bisschen besser als die AfD. Eskaliert ist da nur der "Kampf gegen Rechts".

Da widerspreche ich.

Würdest du sagen, dass der Hass gegen die Grünen schwächer ist? Oder ist es okay, weil man den nicht lautstark auf der Straße sieht? Oder ist die Grüne keine zutiefst demokratische Partei?

Ich würde sagen, man darf jede Partei hassen und spricht damit weder ihnen noch sich selbst das demokratisch sein ab. Du hast doch schon selber gesagt, dass Hass ein total schwammiges Wort ist. Letztendlich ist Hass ein Gefühl und wie soll ein Gefühl antidemokratisch machen? Wenn Hass kippt und dazu führt, dass man die demokratischen Prinzipien und Regeln nicht mehr beachtet oder der Hass in Gewalt, Drohungen, Beleidigung und so weiter mündet ist es vorbei mit dem demokratisch sein.

Es ist halt nicht cool. Hass führt zu den Problemen die ich oben genannt habe. Wenn man hasst ist es schwer in einen Dialog zu kommen und sich auszutauschen mit allen Problemen die das mit sich führt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Februar 2026, 13:57:46
Es gibt durchaus NGOs, die nicht vom Staat finanziert werden und so sollte es bei "politischen" NGOs auch sein. Aber auch da muss man hingucken, wer da wie viel Geld reinsteckt, Einfluss aus dem Ausland müsste eingedämmt werden.

Andere NGOs wie das Deutsche Rote Kreuz, Malteser, Johanniter, DLRG, die Tafeln oder "Aktion Deutschland Hilft" sollte der Staat unterstützen, solange sie politisch neutral bleiben. Natur- und Tierschutz-NGOs finde ich auch sinnvoll, die sind nur schon oft von linker oder grüner Seite unterwandert und stellen das Tierwohl über das Menschenwohl.

Ich denke es wäre gut transparent zu machen welche NGOs für was Geld bekommen. Das ist halt bürokratischer Aufwand, weil das bestimmt in die untersten Gremien geht. Aber dann wäre es an der Oberfläche und man könnte sauber bewerten was es da so gibt. Dann gibt es da auch kein Verdacht mehr auf Schatten oder sonst etwas. Man könnten dann über konkrete Gegebenheiten sprechen.

Politische NGOs sind schwer zu bestimmen. Selbst der DLRG lädt Politiker zu seinen Veranstaltungen und unterstreicht die Wichtigkeit der Brandmauer (laut Internetseite sogar gegen Rechts und nicht verschärft gegen rechtsextrem). Nur als Beispiel, weil das vielleicht schon manchen reichen würde, um sie nicht mehr neutral zu sehen. Und der DLRG ist sicher keine NGO wo man jetzt annehmen würde, dass die groß politisch aktiv sind. Es ist nur ein Beispiel, dass die Trennung hier eventuell sehr schwer fallen dürfte. Beim Nabu wird das dann noch viel schwieriger.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.Februar 2026, 14:36:34
Wir reden gerade wieder nur darüber was ich anscheinend hätte schreiben dürfen oder nicht, wie ich dich mit dem Zitat da reinbringe und wie du zu verstehen warst oder nicht.
Du DARFST natürlich schreiben was du willst, da werde ich dir garantiert nicht reinreden, ich habe auch nichts gegen Nachfragen, wenn man sich denn unsicher ist, aber bei dir habe ich das Gefühl, dass ich fast jeden Satz mehrfach erklären muss. Und bei aller Liebe zur Diskussion, das ist mir zu mühselig, zu zeitraubend und inhaltlich zu wenig.

Zitat
Was ich daraus mache: "Zivilgesellschaft" ist auch NGO.
Zivilgesellschaft sind für mich Menschen, die weder beim Staat/Bundesland/Stadt/Gemeinde angestellt sind, die keiner Partei angehören und die nicht in einer politisch umtriebigen NGO mitmachen.

Zitat
Was ist der Souverän für dich?
Das ist wieder so eine Frage. Der Souverän in einer Demokratie ist eindeutig bestimmt, ich muss es hier aber erklären.
Der Souverän ist der Inhaber der Staatsgewalt, in Demokratien ist das in der Regel das Staatsvolk.
GG Art. 20 Abs. 2 S. 1: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."

Zitat
Die pauschale Geschichte mit dem einen Politiker, der nichts Gutes will und nur Geld braucht und das Volk gängelt und nur an sich denkt lehne ich ab.
Nicht den einen Politiker, die Regierungspolitik. Und "der nichts Gutes will" kommt von dir, nicht von mir. Ich bin der Meinung, dass "die Menschen, die schon länger hier leben" den Politikern der letzten Regierungen egal sind, die Bürger sollen nur Geld ranschaffen, das die Politik dann freizügig nach Gusto verteilen kann. Das gilt übrigens nicht für Kommunalpolitiker, die leisten vor Ort großartige Kärnerarbeit, ohne die und deren riesigen Einsatz wäre die AfD längst an der Macht.

Zitat
Aber natürlich ist der Bürger mitschuld.
Ja, der Bürger ist mit Schuld, weil er diese Leute gewählt hat.

Zitat
Du hast geschrieben es ist offensichtlich, dass die CDU nicht massenhaft meldet.
Nein, habe ich nicht geschrieben, sondern das hier:
Na, Hass gegen die CDU zieht offensichtlich keine tausenden Anzeigen bei Meldeportalen nach sich, keine aufgeregten Medienberichte, keine Lichterketten und kostenlose Konzerte gegen "Hass".

Zitat
Cool, eins ist ne pauschale Beleidigung gegen jeden der auf so ne Demo geht und trotzdem noch klar im Kopf ist.
Nein, ist es nicht, bitte verstehen, was ich geschrieben habe. Ich meine die hysterische und völlig übertriebene Reaktion von links, wenn "rechts" einen Furz fahren lässt.

Zitat
Zweitens ist eine Unterstellung, dass jeder der auf ne linke Demo geht kein Geld verdient und Zeit hat...
Auch das habe ich nicht geschrieben.

Zitat
Hass und Hetze ist immer schlimm
Hass und Hetze von links wird aber oft abgetan und führt nicht zu solchen Reaktionen, noch nichtmal medial.

Zitat
Das die Linke bei Hass gegen was auch immer auf die Straße geht und bei Hass gegen die CDU nicht ist doch kein Ausdruck oder kein Beweis dafür, dass dieser Hass existiert oder nicht, oder, dass er unterschiedliche Qualitäten hat.
Es ist ein Zeichen von Doppelmoral, so wie auch die "Solidarität" selbst mit denen von ganz links außen.

Zitat
Schonmal die Beleidsbekundungen der Konservativen verfolgt, wenn die Linke Hass erfährt?
Man grenzt sich davon ab, damit tun sich Linke sehr schwer, weil sie der Meinung sind, dass sie und alle anderen Linken die "Guten" sind. Außerdem stehen die Konservativen nicht bei jedem Scheiß auf den Straßen.

Zitat
Da ist doch links wie rechts gleich.
Sehe ich nicht so, von konservativer Seite gibt es immer Angebote zur Diskussion, selbst wenn die Linken schon Hassparolen gröhlen und den mit der anderen Meinung niederbrüllen.

Zitat
https://taz.de/Rechte-Kampagnen/!6114735/
Ah ok, die Wortwahl stammt also von der taz und nicht von "Rechten".

Zitat
Je weiter links desto besser sind alle NGOs und je weiter rechts desto schlimmer sind alle NGOs.
Kann man so pauschal nicht sagen. Gab doch jetzt den Fall, wo "Republik 21" auch Geld vom Staat wollte, das war dann wieder ein große Aufreger.

Zitat
Das sie konstant bleiben spricht für mich etwas gegen diese Erzählung.
Den Shitstorm gegen Merz schon vergessen? Das Thema packt so bald kein Politiker der Union mehr an, also fließen die Milliarden weiter.

Zitat
Verkürzt wird entweder gefordert, dass die Finanzierung eingestellt werden muss. Dabei wird nicht reflektiert, was die Gesellschaft für das Geld bekommt.
Ach ja? Was bekommt die Gesellschaft denn von den Omas gegen Rechts?

Zitat
Es ist häufig auch so, dass NGOs hoheitliche Aufgaben des Staats übernehmen...
Das darf keine NGO.

Zitat
In verschärfter Form wird gefordert, dass die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung.
Von wem wird das gefordert und was habe ich damit zu tun?

Zitat
Würdest du sagen, dass der Hass gegen die Grünen schwächer ist?
Vermutlich nicht, aber es gibt keine konservativen Großdemos unter Beteiligung von konservativen NGOs, auf denen diesem Hass gefrönt wird.

Zitat
Ich würde sagen, man darf jede Partei hassen und spricht damit weder ihnen noch sich selbst das demokratisch sein ab.
LOL, guter Witz in Zeiten, wo der "Hass und Hetze"-Vorwurf ein scharfes Schwert ist, um Meinungsgegner mundtot zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.Februar 2026, 14:40:35
Nur als Beispiel, weil das vielleicht schon manchen reichen würde, um sie nicht mehr neutral zu sehen.
Ja, bei mir ist das so. Wieder eine gute Sache politische instrumentalisiert und kaputt gemacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Februar 2026, 16:08:09
Zitat von: Signor Rossi
Zivilgesellschaft sind für mich Menschen, die weder beim Staat/Bundesland/Stadt/Gemeinde angestellt sind, die keiner Partei angehören und die nicht in einer politisch umtriebigen NGO mitmachen.
Danke für die Definition, die war mir neu.

Zitat
Das ist wieder so eine Frage. Der Souverän in einer Demokratie ist eindeutig bestimmt, ich muss es hier aber erklären.
Der Souverän ist der Inhaber der Staatsgewalt, in Demokratien ist das in der Regel das Staatsvolk.
GG Art. 20 Abs. 2 S. 1: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."
Ich habe gefragt, weil du so selbst sicher sagen kannst was er will und was er nicht will. Ich kann nicht runterbrechen und sagen was das gesamte Staatsvolk will. Da du das kannst habe ich kurz gezweifelt, ob wir vom gleichen sprechen.


Zitat
Zitat
Da ist doch links wie rechts gleich.
Sehe ich nicht so, von konservativer Seite gibt es immer Angebote zur Diskussion, selbst wenn die Linken schon Hassparolen gröhlen und den mit der anderen Meinung niederbrüllen.
In den öffentlichen Diskursen habe ich das anders erlebt.

Zitat
Zitat
https://taz.de/Rechte-Kampagnen/!6114735/
Ah ok, die Wortwahl stammt also von der taz und nicht von "Rechten".
Die Wortwahl, falls wir von der gleichen sprechen, kommt von der CDU aus der Anfrage. Vielleicht gab es die auch schon davor. Ich kenne sie daher. Die taz berichtet lediglich darüber.

Zitat
Zitat
Je weiter links desto besser sind alle NGOs und je weiter rechts desto schlimmer sind alle NGOs.
Kann man so pauschal nicht sagen. Gab doch jetzt den Fall, wo "Republik 21" auch Geld vom Staat wollte, das war dann wieder ein große Aufreger.
Was genau ist ein großer Aufreger? Das darüber berichtet wird? Oder das von links Vorwürfe kommen? Jedes Medium schlachtet es in seinem Spektum aus, wie es bei der Zielgruppe ankommt. Auch das sehe ich auf beiden Seiten gleichwertig.

Zitat
Zitat
Das sie konstant bleiben spricht für mich etwas gegen diese Erzählung.
Den Shitstorm gegen Merz schon vergessen? Das Thema packt so bald kein Politiker der Union mehr an, also fließen die Milliarden weiter.
Wo war die Wirkung des Shitstorms? Und war der überraschen, wenn man einen großen Teil der Zivilgesellschaft (meine Definition) angreift? Sogar DRK, Diakonie, Caritas oder AWO, die sich sonst aus der Politik raushalten und die nicht in der Anfrage vorkamen, haben sich dazu kritisch geäußert und gemahnt, dass so eine Anfrage das zivile Engagement als solches in Frage und unter Generallverdacht stellen könnte.

Aber, dass Ding hat Merz, wenn ich mich recht erinnere, nicht mal bei den Umfragen geschadet. Danach nicht zu liefern kam seinen Umfragewerten mehr zu Schaden als der Shitstorm. Im Wahlkampf war harte Kante gegen NGOs super für eine Zielgruppe unter seinen Wählern.

Zitat
Zitat
Verkürzt wird entweder gefordert, dass die Finanzierung eingestellt werden muss. Dabei wird nicht reflektiert, was die Gesellschaft für das Geld bekommt.
Ach ja? Was bekommt die Gesellschaft denn von den Omas gegen Rechts?
Da bin ich glaube ich mal mit veni_vidi_vici durchgegangen. Sie bekommen ihm Rahmen ihrer Projektanträge dafür zu verwendende Mittel. Was sie genau in den Projekten gemacht haben kannst du sicher googlen. In dem einen ging es glaube ich um mehrere Kulturnachmittage, Diskussionen, Seminare und Bildunsangebote für um die 5000 Euro.
Wenn ich es recht im Kopf habe sind das in 2-3 Jahren bundesweit ungefähr 25.000 Euro gewesen. Das sind natürlich Unsummen, an denen sich die grob geschätzt 40.000 aktive Mitglieder eventuell bereichern oder die Öffentlichkeit parteipolitisch beeinflussen könnten.

Zitat
Zitat
Es ist häufig auch so, dass NGOs hoheitliche Aufgaben des Staats übernehmen...
Das darf keine NGO.
Jo, stimmt. Sorry. Ich hatte mal im Zusammenhang mit dem Nabu gelesen, dass der für verschiedene Ämter Monitoring, Beratung und Gutacheten erstellt und hatte im Kopf, dass sei hoheitlich. Aber das ist Quatsch. NGOs übernehmen Aufgaben des Staates.

Zitat
Zitat
In verschärfter Form wird gefordert, dass die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung.
Von wem wird das gefordert und was habe ich damit zu tun?
Von Rechts. Wobei ich die pauschale Forderung schon extrem einordnen würde. Aber ich habe ja auch geschrieben, dass das eine verschärfte Form ist. Und ich denke auch nicht, dass die Forderung da klug differenziert.

Ich nehme an du hast damit nichts zu tun. Du hast gefragt worum es geht. Ich habe es dir gesagt. Ich habe sogar geschrieben, dass ich mir nicht mehr sicher bin wie wir darauf kamen.

Zitat
Zitat
Ich würde sagen, man darf jede Partei hassen und spricht damit weder ihnen noch sich selbst das demokratisch sein ab.
LOL, guter Witz in Zeiten, wo der "Hass und Hetze"-Vorwurf ein scharfes Schwert ist, um Meinungsgegner mundtot zu machen.
Schön, das du lachen kannst. Wir waren uns ja einig, dass Hass schwammig ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.Februar 2026, 17:11:52
Ich habe gefragt, weil du so selbst sicher sagen kannst was er will und was er nicht will.
Die Umfragen sprechen Bände.

Zitat
Die Wortwahl, falls wir von der gleichen sprechen, kommt von der CDU aus der Anfrage.
Welche Anfrage? Du hast das hier verlinkt: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw26-de-nichtregierungsorganisationen-1084814
Da findet sich aber kein "NGO-Komplex", keine "Schattenpolitik" und auch kein "linkes Netzwerk", auch im zugehörigen Plenarprotokoll findet sich nichts dazu.

Es ging aber doch um die angebliche "öffentliche Erzählung", jetzt sind wir aber bei einer Anfrage der CDU... Vllt. sortierst du dich nochmal.

Zitat
Auch das sehe ich auf beiden Seiten gleichwertig.
Selbstverständlich tust du das 8) Ich sehe es anders, die linke Seite trieft vor Doppelmoral, linke NGOs werden großzügig bedient, will eine konservative NGO auch Geld, gibt es den #AUFSCHREI.

Zitat
Wo war die Wirkung des Shitstorms?
In der Realität: die staatliche Finanzierung diverser "NGOs" wurde - trotz vorheriger kerniger Ankündigung - nicht angetastet, im Gegenteil, die Finanzierung wurde wimre sogar noch ausgeweitet.

Zitat
In dem einen ging es glaube ich um mehrere Kulturnachmittage, Diskussionen, Seminare und Bildunsangebote für um die 5000 Euro.
Es gibt sicherlich Organisationen, die qualifizierter sind, solche Veranstaltungen durchzuführen, als irgendwelche ideologisch eingefärbten Seniorinnen.

Zitat
Das sind natürlich Unsummen...
Jeder Cent aus Steuergeldern für politisch tätige NGOs ist einer zu viel.

Zitat
Von Rechts. Wobei ich die pauschale Forderung schon extrem einordnen würde. Aber ich habe ja auch geschrieben, dass das eine verschärfte Form ist. Und ich denke auch nicht, dass die Forderung da klug differenziert.
Und das soll jetzt eine Gegenargument für welchen meiner Punkte sein? Geh doch einfach auf meine Argumente ein.

Zitat
Wir waren uns ja einig, dass Hass schwammig ist.
Was nichts daran ändert, dass mit dem "Hass und Hetze"-Vorwurf Menschen eingeschüchtert und mundtot gemacht werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 22.Februar 2026, 18:11:46
Das Problem mit NGOs ist doch wieder, dass niemand weiß, wie viele es davon gibt (die vom Staat gefördert werden). Die Verteilung läuft über x Behörden, Kommunen, etc. Da sollte es vielleicht eine Meldepflicht geben. Einfach ein zentrales Register, wo sich jeder eintragen muss. Hört sich erst mal nach mehr Bürokratie an, aber sowas wird es ja in jedem Einzelfall (hoffentlich) irgendwo geben. Eine Bündelung wäre sinnvoll und so könnte überhaupt geprüft werden, ob es über die Maßen oder zu wenig vertreten ist. Aktuell weiß doch niemand (wie bei den Sozialleistungen) wie viele es gibt und wie hoch hier der Gesamtaufwand ist.

Jeder der als NGO aktiv in Politik eingreift, dem gehören aber auch aus meiner Sicht die Mittel gestrichen. Angenommen es wird eine Straße geplant und befindet sich in der Umsetzung. Jetzt findet da jemand einen Hamster (oder setzt den aus). Plötzlich ist da so ein NGO vor Ort und und blockiert/behindert die Arbeiten. Dann zahlt der Steuerzahler für das Projekt, für die Behinderung des Projekts, für die Beseitigung der Behinderung und den wirtschaftlichen Schaden durch die solange fehlende Straße haben wir auch noch. Einwände also nur vor Umsetzung. Gäbe sicherlich x Beispiele. Ebenso kann es nicht sein, dass von der Politik geförderte NGOs Demonstrationen gegen politische Parteien organisieren. Da entsteht sofort der Verdacht der Steuerung, selbst wenn es nicht so sein sollte. Wenn dann die Trauzeugen noch in gehobenen Posten bei NGOs postiert sind, dann wirkt sowas erst recht befremdlich.

Tatsächlich ist die Wahl der NGOs etwas, was sehr schön über einen Bürgerentscheid zu machen wäre. Einmalig ist der Aufwand hier sicher etwas größer. Aber so könnten die Bürger halt selbst Einfluss nehmen in welchem Umfang und in welche Bereiche ihre Steuergelder bei einer Non-Governmental Organization fließen. So würde man Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen und die NGOs müssten mehr nach dem Bürgerwillen handeln und weniger nach dem Willen der Politiker, um ihre Zuwendungen zu behalten.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.Februar 2026, 18:36:14
Jo, ich sage ja nur, weil du mal gefragt hattest: Es gibt Möglichkeiten und Vorschläge. Ist mir schon klar, dass die CDU und die SPD andere Ideen im Kopf haben.
Ich meine in Griechenland haben die auch einen Gesichtsscan, da wird bei uns aber immer mitbetont, dass es eine nicht so sichere Lösung ist. :P

Was ist das Problem für dich an der Filmförderung?

Es gibt dann noch andere Industrieförderungen, wo wir viel Geld ausgeben, damit zum Beispiel Unternehmen aus dem Ausland bei uns produzieren. 78 Milliarden gibt der Bund ingesamt für Industrieförderung im Jahr aus. Wo würdest du noch den Rotstift ansetzen und nach welchen Kriterien suchst du aus?

Oder liegt es an der Kultur? Das Theater wird zum Beispiel viel stärker gefördert als der Film. Wie stehst du zu der Förderung?
Ich sehe nicht warum Filme gefördert werden sollten die auch so im Kino laufen würden und von denen man keine Einnahmen hat, da werden z.B auch Netflix Projekte und Hollywoodfilme mitbezahlt. Beispielsweise hier mal ein Teil der Serie Witcher https://www.fff-bayern.de/pressemitteilungen/fff-bayern-foerdert-drei-internationale-projekte-mit-29-mio-euro/

Wenn es um Nischenfilme geht ok, aber warum Millionen an Projekte geben die eh gedreht werden. Dazu bezahlen wir ja auch noch Rundfunkgebühren die das auch abdecken können und bei denen es auch eine ganze Menge schlechter Filme und Serien gibt.
Im Vergleich dazu fehlt dann an anderen Stellen Geld, ich wäre dafür erstmal das zu stopfen beevor man Geld in der Richtung aus dem Fenster wirft.

Kultur allgemein auch zum Teil, die Branche besteht ja auch aus Leuten die den Politischen Kurs lange gestützt haben und damit dazu beigetragen haben das es schlechter läuft, dass Geldtöpfe wegfallen und kleiner werden wenn es allgemein weniger zu verteilen gibt ist klar, warum nicht da anfangen? Wenn ich mir anschaue was da teilweise wieder bei der Berlinale gelaufen ist also sorry, solche Kultur will ich mit Steuergeld nicht unterstützt sehen. https://www.zeit.de/feuilleton/2026-02/berlinale-regisseur-abdallah-alkhatib-rede-umweltminister-carsten-schneider-protest-gxe
Man sollte jeden der da Botschaften in die Richtung abgibt oder Palästinenserflaggen in die Kamera hält in einen Flieger in den Iran setzen, dann sehen die mal wie Frei Filmemachen in einer Islamistischen Diktatur abläuft und wenn die Berlinale es nicht schafft das abzustellen sollte man da mMn auch die Gelder streichen, die Promis die da auflaufen verdienen wahrscheinlich auch genug um das alleine zu finanzieren.

Was hat die Altersüberprüfung mit dem Inhalt zu tun? Verstehe das Beispiel nicht. Welches Gesetz meinst du?
Das soll zeigen, dass es jetzt schon zu viele Regeln gibt und die teilweise unsinnig sind. das müsste der online safety act sein. https://www.heise.de/en/news/Opposition-to-the-Online-Safety-Act-in-the-UK-is-growing-10504119.html

Denkst du, dass es Politiker gibt die Gesetze erlassen wollen die nur alleine den Zweck haben den Bürger zu gängeln?
Ja, es wird schon deutlich, dass es nicht genehm ist wenn sich die Menschen in den sozialen Medien informieren, man will mehr Kontrolle darüber was gesehen und geschrieben wird, weil es sonst den Ablauf der Politik stört, jemand wie Merz verhält sich ja noch so als gäbe es nur analoge Medien.

War wäre eine passender Bezeichung? Und wann beginnt es dann digital oder auch real Gewalt zu werden? Erst wenn physischer Schaden entsteht oder die Situation eine Eskalation zur physischem Schaden ermöglicht?
Wenn Menschen z.B wissen wo du wohnst und dir da auch offene Drohungen schicken wäre das schon was anderes als wenn dich irgendeiner in einem Videospiel beleidigt,dazwischen liegt auch noch ein ganze Menge, wenn man mit Beleidigungen oder härterem Umgangston nicht klarkommt macht man dann eben den Stream oder das Spiel aus und es besteht keine körperliche Gefahr.
Keine Ahnung was jetzt eine gute Bezeichnung wäre aber Gewalt ist für mich ,in den allermeisten Fällen, einfach nicht passend.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Februar 2026, 19:01:03
Zitat
Zitat
Die Wortwahl, falls wir von der gleichen sprechen, kommt von der CDU aus der Anfrage.
Welche Anfrage? Du hast das hier verlinkt: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw26-de-nichtregierungsorganisationen-1084814
Da findet sich aber kein "NGO-Komplex", keine "Schattenpolitik" und auch kein "linkes Netzwerk", auch im zugehörigen Plenarprotokoll findet sich nichts dazu.

Es ging aber doch um die angebliche "öffentliche Erzählung", jetzt sind wir aber bei einer Anfrage der CDU... Vllt. sortierst du dich nochmal.
Habe mich im Tab geirrt: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1057396
Ich dachte es  geht dir um die Erzählung selbst und kennst die Begriffe nicht. Der Begriff öffentliche Erzählung kommt von mir, weil ich es für treffend genug und neutral halte das zu beschreiben. Also eine Sache, die von verschiedenen Gruppen verschieden erzählt wird. Ich hätte auch Narrativ sagen können. Weißt du was ich meine?

Zitat
Zitat
Auch das sehe ich auf beiden Seiten gleichwertig.
Selbstverständlich tust du das 8) Ich sehe es anders, die linke Seite trieft vor Doppelmoral, linke NGOs werden großzügig bedient, will eine konservative NGO auch Geld, gibt es den #AUFSCHREI.
Ob ich da nun ein Aufschrei auf Welt.de lese wenn die Oma gegen Rechts Geld bekommen oder die Taz den eigentlich gleichen Bericht schreibt wenn Republick 21 Geld bekommen soll, ist für mich gleich.

Zitat
Zitat
In dem einen ging es glaube ich um mehrere Kulturnachmittage, Diskussionen, Seminare und Bildunsangebote für um die 5000 Euro.
Es gibt sicherlich Organisationen, die qualifizierter sind, solche Veranstaltungen durchzuführen, als irgendwelche ideologisch eingefärbten Seniorinnen.
Das mag sein. Dafür gibt es Leute, die den Antrag bearbeiten und das entscheiden. Ich kenne jemanden der das macht. Wenn ich dem so Glauben schenken darf, wird da ordentlich geprüft, dass das Geld gut verwendet wird. Das gleiche muss ich auch erstmal bei Republik 21 annehmen.

Zitat
Zitat
Von Rechts. Wobei ich die pauschale Forderung schon extrem einordnen würde. Aber ich habe ja auch geschrieben, dass das eine verschärfte Form ist. Und ich denke auch nicht, dass die Forderung da klug differenziert.
Und das soll jetzt eine Gegenargument für welchen meiner Punkte sein? Geh doch einfach auf meine Argumente ein.
Ich zitierte eine Frage von dir und gebe dir Antwort. Du wolltest wissen wer das fordert, ich habe es gesagt.

Ich denke, dass ich zum Thema NGO auf alle Argumente, Fragen und Bemerkungen von dir eingegangen bin: Shitstorm Merz, Omas gegen Rechts, Republik 21, Korrektur zu hoheitlichen Aufgaben.

Das mit den Grünen habe ich fallen lassen, weil du mir da ne Frage beantwortet hast. Außerdem hatten wir darüber schon gesprochen. Ich sehe da keinen Argumentcharakter.


Auf das mit der Doppelmoral bin ich nicht eingegangen. Meinst du das? Das war allerdings zu einem ganz anderen Thema und hat mit den NGOs nicht zu tun. Falls ja, verstehe ich nicht wie du das jetzt in dieses Zitat bringst. Da wir aber sicher noch eine Verzweigung mehr vertragen können antworte ich hier darauf:
Wenn ich richtig verstehe wirfst du den linken Organisationen Doppelmoral vor, weil sie nur gegen Rechtsextremismus demonstrieren. Das eine Organisation sich zu einem Fokus gründet und den Fokus dann durchzieht und anderes, was nicht im Fokus ist, nicht aktiv addressiert ist für mich keine Doppelmoral.
Das mit der Solidarität gegen Linksextremismus ist natürlich was anderes. Da würde ich dir zustimmen. Aber das hatte ich bereits irgendwo anders bereits getan. Man kann den Fokus auf eine Art von Extremismus legen und sich darauf konzentrieren, aber natürlich muss man sich von allen Arten des Extremismus abgrenzen.

Falls du das nicht meintest und ich Argumente übersehen habe, bitte ich sie zu wiederholen.

Zitat
Zitat
Wir waren uns ja einig, dass Hass schwammig ist.
Was nichts daran ändert, dass mit dem "Hass und Hetze"-Vorwurf Menschen eingeschüchtert und mundtot gemacht werden.
Jup. Es werden ja auch Menschen durch Hass und Hetze mundtot gemacht. Man hat ein Problem wenn man das gewähren lässt oder zu stark reguliert. Es ist halt wie so oft eine Sache die justiert werden muss und mit der man nie am Ende ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Februar 2026, 20:49:42
Jo, ich sage ja nur, weil du mal gefragt hattest: Es gibt Möglichkeiten und Vorschläge. Ist mir schon klar, dass die CDU und die SPD andere Ideen im Kopf haben.
Ich meine in Griechenland haben die auch einen Gesichtsscan, da wird bei uns aber immer mitbetont, dass es eine nicht so sichere Lösung ist. :P
Du meinst bei der Einreise? Für das Internet ist das natürlich auch nicht die Datensparsamste Lösung und gehört nicht zu den Möglichkeiten.

Was ist das Problem für dich an der Filmförderung?

Zitat von: Viking
Es gibt dann noch andere Industrieförderungen, wo wir viel Geld ausgeben, damit zum Beispiel Unternehmen aus dem Ausland bei uns produzieren. 78 Milliarden gibt der Bund ingesamt für Industrieförderung im Jahr aus. Wo würdest du noch den Rotstift ansetzen und nach welchen Kriterien suchst du aus?

Oder liegt es an der Kultur? Das Theater wird zum Beispiel viel stärker gefördert als der Film. Wie stehst du zu der Förderung?
Ich sehe nicht warum Filme gefördert werden sollten die auch so im Kino laufen würden und von denen man keine Einnahmen hat, da werden z.B auch Netflix Projekte und Hollywoodfilme mitbezahlt. Beispielsweise hier mal ein Teil der Serie Witcher https://www.fff-bayern.de/pressemitteilungen/fff-bayern-foerdert-drei-internationale-projekte-mit-29-mio-euro/

Wenn es um Nischenfilme geht ok, aber warum Millionen an Projekte geben die eh gedreht werden. Dazu bezahlen wir ja auch noch Rundfunkgebühren die das auch abdecken können und bei denen es auch eine ganze Menge schlechter Filme und Serien gibt.
Im Vergleich dazu fehlt dann an anderen Stellen Geld, ich wäre dafür erstmal das zu stopfen beevor man Geld in der Richtung aus dem Fenster wirft.
Gibt halt Aufträge nach Deutschalnd. Das geförderte Geld muss komplett in Deutschland ausgegeben werden. Es schafft/sicher Arbeitsplätze und bereichert die Branche, die sonst nur in ihrerer eigene Pfütze schwimmen würde. Die Filme gehen ohne Förderung dann eben nach Frankfreich oder England.

Zitat von: Viking
Kultur allgemein auch zum Teil, die Branche besteht ja auch aus Leuten die den Politischen Kurs lange gestützt haben und damit dazu beigetragen haben das es schlechter läuft, dass Geldtöpfe wegfallen und kleiner werden wenn es allgemein weniger zu verteilen gibt ist klar, warum nicht da anfangen?
Ich bin mir nicht sicher inwiefern irgendein x-belieber Regisieur oder eine Schauspielerin, die ihren Job macht und Filme produziert für den politischen Kurs in Deutschland in Haftung genommen werden kann und ob das wirklich eine Begründung ist deswegen die Förderungen einzustellen. Da finde ich das Argument mit dem Sparplan schlüssiger.

Zitat von: Viking
Was hat die Altersüberprüfung mit dem Inhalt zu tun? Verstehe das Beispiel nicht. Welches Gesetz meinst du?
Das soll zeigen, dass es jetzt schon zu viele Regeln gibt und die teilweise unsinnig sind. das müsste der online safety act sein. https://www.heise.de/en/news/Opposition-to-the-Online-Safety-Act-in-the-UK-is-growing-10504119.html
Gut, die ist ja aus der Uk. Immerhin ist das keine unserer vielen Regeln. Ich finde wenige Punkte am Saftey Act positiv. Irgendwie die Kontrolle oder die Möglichkeit erhalten große Social Media Plattformen in die Haftung zu nehmen und für den Inhalt auf ihren Plattformen verantwortlich zu machen gehört immerhin dazu.

Zitat von: Viking
Denkst du, dass es Politiker gibt die Gesetze erlassen wollen die nur alleine den Zweck haben den Bürger zu gängeln?
Ja, es wird schon deutlich, dass es nicht genehm ist wenn sich die Menschen in den sozialen Medien informieren, man will mehr Kontrolle darüber was gesehen und geschrieben wird, weil es sonst den Ablauf der Politik stört, jemand wie Merz verhält sich ja noch so als gäbe es nur analoge Medien.
Der Merz hat schon öfters in Interviews einen rausgehauen. Irgendwie hat er dafür ein Händchen. Mal sehen, was draus wird. Soweit ich weiß wurde am Wochenende beschlossen das die Klarnamenpflicht erstmal vom Tisch ist.


Zitat von: Viking
War wäre eine passender Bezeichung? Und wann beginnt es dann digital oder auch real Gewalt zu werden? Erst wenn physischer Schaden entsteht oder die Situation eine Eskalation zur physischem Schaden ermöglicht?
Wenn Menschen z.B wissen wo du wohnst und dir da auch offene Drohungen schicken wäre das schon was anderes als wenn dich irgendeiner in einem Videospiel beleidigt,dazwischen liegt auch noch ein ganze Menge, wenn man mit Beleidigungen oder härterem Umgangston nicht klarkommt macht man dann eben den Stream oder das Spiel aus und es besteht keine körperliche Gefahr.
Keine Ahnung was jetzt eine gute Bezeichnung wäre aber Gewalt ist für mich ,in den allermeisten Fällen, einfach nicht passend.
Die Frage nach der Bezeichnung war doof. Vergiss es. Ist ja unerheblich wie man das nennt.

Also ich würde mich wundern, wenn wir ein Gesetz in Deutschland verabschieden das dafür sorgt, dass eine saftige Beleidigung in einem Computerspiel automatisch zu einer Anzeige, einem Strafverfahren oder sonst irgendwas führen kann. Höchstens halt zu einer Bestraftung im Spiel, was aber vom Betreiber abhängig ist und seit Jahren so passiert. Ich glaube da sind noch ein paar andere Hürden zu nehmen, bis wir da angekommen sind, die hoffentlich verhindert werden.
Ich würde allerdings auch sagen, dass das nicht per se unter digitale Gewalt fällt, wie du es kritisierst. Cyberstalking, Lokalisierung und Tracking, Identitätsdiebstahl, Doxing, unerlaubte Veröffentlichung von Bildern und Videos, Hassrede, Cybermobbing kann zum Beispiel dazu gehören. Muss je nach Definition aber nicht. Beleidigungen sehe ich da, wie du, eher nicht. In der Realität sind Beleidigungen, zumindest juritisch, auch keine Gewalt. Aber den Begriff "digitale Gewalt" finde ich sehr sinnvoll für ganz viele andere Handlungen und Opferszenarien.

Andererseits ist die Beleidigung nunmal strafbar.  Wenn du mich hier beleidigst kann ich dich anzeigen. Du wirst vielleicht einer der Rund 28.000 Menschen pro Jahr, die in Deutschland wegen Beleidigung verurteilt werden. Gewalt hin oder her. Die Unterscheidung, dass das nur das Internet ist und nicht die reale Welt, wo deine Beleidigung mich provoziert hätte können, was dazu führen könnte, das ich dich versuche könnte zu schlagen und du mich dann wirklich verletzen würdest wäre vor Gericht sehr dünn. Also entweder wir müssen dann den Straftbestand abmildern oder es klappt nicht. Und wenn wir den Straftbestand abmildern hat die Auswirkung aus dem Internet direkt Auswirkung auf die reale Welt, in der wir dann auch mehr beleidigen dürfen.
Schlägt du ein Internet-Verhaltensgesetz vor?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.Februar 2026, 21:31:20
Du meinst bei der Einreise? Für das Internet ist das natürlich auch nicht die Datensparsamste Lösung und gehört nicht zu den Möglichkeiten.
Für jugendschutz im Internet, https://www.telepolis.de/article/Griechenland-zeigt-wie-Kontrolle-wichtiger-wird-als-Freiheit-11179239.html

Gibt halt Aufträge nach Deutschalnd. Das geförderte Geld muss komplett in Deutschland ausgegeben werden. Es schafft/sicher Arbeitsplätze und bereichert die Branche, die sonst nur in ihrerer eigene Pfütze schwimmen würde. Die Filme gehen ohne Förderung dann eben nach Frankfreich oder England.
Es gibt ja jetzt für Streaminganbieter auch eine Quote an Filmen die,glaube ich, in Deutschland gedreht sein müssten, da halte ich auch nichts von,persönlich denke ich,dass die Qualität an deutschen Filmen und Serien weit hinter anderen Ländern liegt, was Schauspielerische Leistung,Drehbücher und Ausführung angeht. Ich habe mir ja neulich diese Gangster Serie aus den Niederlanden angeschaut , wahrscheinlich würde man bei uns schon an irgendwelchen Vorgaben scheitern bestimmte Wörter nicht zu benutzen. Also eine Auslagerung würde mich nicht stören,hängt vielleicht auch an meinem persönlichen Geschmack.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-02/streaming-tv-investition-bundesregierung-netflix

Ich bin mir nicht sicher inwiefern irgendein x-belieber Regisieur oder eine Schauspielerin, die ihren Job macht und Filme produziert für den politischen Kurs in Deutschland in Haftung genommen werden kann und ob das wirklich eine Begründung ist deswegen die Förderungen einzustellen. Da finde ich das Argument mit dem Sparplan schlüssiger.
Da geht es mir darum das ich diese Leute nicht mit meinem Steuergeld unterstützen will und wenn man es schafft die AfD komplett aus solchen Veranstaltungen rauszuhalten, kann man es bei solchen Leuten auch. Wie da bei dem Eklat auch wieder alle so tun als wäre es nicht vorhersehbar gewesen.

Gut, die ist ja aus der Uk. Immerhin ist das keine unserer vielen Regeln. Ich finde wenige Punkte am Saftey Act positiv. Irgendwie die Kontrolle oder die Möglichkeit erhalten große Social Media Plattformen in die Haftung zu nehmen und für den Inhalt auf ihren Plattformen verantwortlich zu machen gehört dazu.
Wir sind aber jetzt schon davon betroffen, wie gesagt, Twitter sperrt da, ich glaube für alle Europäer bestimmte Posts und verlangt eine Altersverifizierung, und bei denen die ich mir über VPN angeschaut habe war das nicht gerechtfertigt. Könnte mir vorstellen das es daran liegt, weil sie dann eine ganze Reihe Tweets von bestimmten Accounts auf einmal sperren.

Der Merz hat schon öfters in Interviews einen rausgehauen. Irgendwie hat er dafür ein Händchen. Mal sehen, was draus wird. Soweit ich weiß wurde am Wochenende beschlossen das die Klarnamenpflicht erstmal vom Tisch ist.
Meinte Scholz ja vor der Wahl auch schon https://www.sueddeutsche.de/meinung/tuenkram-bedeutung-scholz-merz-li.3168288
Soweit ich weiß wurde die erstmal vertagt und nicht abgesägt, wer weiß was da noch kommt, wie gesagt finde ich die EUID-Wallet auch nicht viel besser eine Klarnamenpflicht ergibt aber gar keinen Sinn.


Die Frage nach der Bezeichnung war doof. Vergiss es. Ist ja unerheblich wie man das nennt.

Also ich würde mich wundern, wenn wir ein Gesetz in Deutschland verabschieden das dafür sorgt, dass eine saftige Beleidigung automatisch in einem Computerspiel zu einer Anzeige, einem Strafverfahren oder sonst irgendwas führt. Höchstens halt zu einer Bestraftung im Spiel, was aber vom Betreiber abhängig ist und seit Jahren so passiert. Ich glaube da sind noch ein paar andere Hürden zu nehmen, bis wir da angekommen sind, die hoffentlich zu verhindern sind.
Ich würde allerdings auch sagen, dass das nicht per se unter digitale Gewalt fällt, wie du es kritisierst. Cyberstalking, Lokalisierung und Tracking, Identitätsdiebstahl, Doxing, unerlaubte Veröffentlichung von Bildern und Videos, Hassrede, Cybermobbing kann zum Beispiel dazu gehören. Muss je nach Definition aber nicht. Hassrede, wo runter jetzt Beleidung fallen würde, wird bestimmt je nach Definition rein und rausfallen.

Andererseits ist die Beleidigung nunmal strafbar.  Wenn du mich hier beleidigst kann ich dich anzeigen. Du wirst vielleicht einer der Rund 28.000 Menschen pro Jahr, die in Deutschland wegen Beleidigung verurteilt werden. Gewalt hin oder her. Die Unterscheidung, dass das nur das Internet ist und nicht die reale Welt, wo deine Beleidigung mich provoziert hätte können, was dazu führen könnte, das ich dich versuche könnte zu schlagen und du mich dann wirklich verletzen würdest wäre vor Gericht sehr dünn. Also entweder wir müssen dann den Straftbestand abmildern oder es klappt nicht. Und wenn wir den Straftbestand abmildern hat die Auswirkung aus dem Internet direkt Auswirkung auf die reale Welt, in der wir dann auch mehr beleidigen dürfen.
Schlägt du ein Internet-Verhaltensgesetz vor?
Am Ende scheint es ja am jeweiligen Empfinden zu liegen was jetzt gilt, das was du aufzählst ist ja schon Kriminell und sollte geregelt sein und verfolgt werden, da muss es keine neue Regelung und Debatte geben.

Klar, dadurch verschwendet man aber Zeit der Gerichte, ich würde da wirklich den Punkt machen, dass ich generell Beleidigungen auch im normalen Leben nicht mehr so stark verfolgen lassen würde und wenn du Beispielsweise mit 5 Freunden zusammen sitzt und einen Politiker einen Idioten nennst wird sich keiner daran stören, im Internet ist das anders, da gibt es ja inzwischen petz Portale und Stellen die sowas aufnehmen und weiterleiten.

Die Unterscheidung zwischen Internet und realer Welt kam ja dadurch, das der Vergleich aus der Politik ab und an gezogen wird, beispielsweise durch die Aussage, dass es schlimmer sei im Internet beleidigt zu werden, weil es angeblich alle sehen im Vergleich zur Kneipe. hier von der ehemaligen Justizministerin Lambrecht: https://www.deutschlandfunk.de/bundesjustizministerin-lambrecht-spd-zu-hass-im-netz-es-100.html

Meiner Erfahrung nach ist es umgekehrt, gerade in der Situation einer Kneipe wenn Leute schon 2-3 Bier im Kopf haben muss man aufpassen was man sagt und eine Beleidigung unter Alkoholisierten führt schnell mal zu einer Auseinandersetzung, während wenn ich jetzt Christine Lambrecht unter jedem Social Media Post den sie tätigt beleidige, die Chance besteht, dass sie es gar nicht sieht weil da mehr Leute kommentieren oder sie die Kommentare nicht liest. Klar gibt es auch schlimmee Sachen im Internet, darum geht es in dem Vergleich aber nicht.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Februar 2026, 22:41:07
Du meinst bei der Einreise? Für das Internet ist das natürlich auch nicht die Datensparsamste Lösung und gehört nicht zu den Möglichkeiten.
Für jugendschutz im Internet, https://www.telepolis.de/article/Griechenland-zeigt-wie-Kontrolle-wichtiger-wird-als-Freiheit-11179239.html

Ah, das soll kommen. Jo, geil isses nicht. Drücken wir uns die Daumen, dass man das in Deutschland verhindern kann.

Wichtig ist halt, dass nicht jeder Hinz und Kunz Dienst im Internet Zugriff auf Daten bekommt. Der muss nicht mal das Alter wissen, sondern ein einfaches ja oder nein. Es muss eine Prüfung sein, wo der Dienst nur erhält, dass es verzifiziert ist und der Verifzierdienst wiederum nicht weiß was verizifiert wurde. Sonst ist Pseudoynmität und Anonymität nicht gewährleistet.
Und da finde ich die EU oder eine deutsche Behörde immer noch besser als irgend ein Drittpartie Anbieter im Internet, der morgen gehackt und übermorgen Konkurs gehen kann. Es gibt ja genug Behörden in Deutschland die sowieso alle Daten haben und damit seit Jahren umgehen und wissen wie alt wir sind.

Das kann sogar ne Krankenkasse. Ich frage meine Krankenkasse ob ich achtzehn Jahre oder älter bin. Die Krankenkasse bestätigt das in einem Einmalzertifkat, dass mit privatem Schlüssel verschlüsselt ist. Das Zertifikat geht an die Seite auf die ich mich einloggen will mit meinem öffentlichen Schlüssel. Die Seite packt aus und sieht, dass jemand einloggen will, der achtzehn Jahre oder älter ist. Die Krankenkasse weiß nicht warum sie gefragt wurde. Die Seite weiß nur, dass sie mich reinlassen darf. Fertig. Keiner weiß irgendwas und ich bin drin.

Wenn sowas kommen muss könnte ich mit sowas leben.

Gibt halt Aufträge nach Deutschalnd. Das geförderte Geld muss komplett in Deutschland ausgegeben werden. Es schafft/sicher Arbeitsplätze und bereichert die Branche, die sonst nur in ihrerer eigene Pfütze schwimmen würde. Die Filme gehen ohne Förderung dann eben nach Frankfreich oder England.
Es gibt ja jetzt für Streaminganbieter auch eine Quote an Filmen die,glaube ich, in Deutschland gedreht sein müssten, da halte ich auch nichts von,persönlich denke ich,dass die Qualität an deutschen Filmen und Serien weit hinter anderen Ländern liegt, was Schauspielerische Leistung,Drehbücher und Ausführung angeht. Ich habe mir ja neulich diese Gangster Serie aus den Niederlanden angeschaut , wahrscheinlich würde man bei uns schon an irgendwelchen Vorgaben scheitern bestimmte Wörter nicht zu benutzen. Also eine Auslagerung würde mich nicht stören,hängt vielleicht auch an meinem persönlichen Geschmack.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-02/streaming-tv-investition-bundesregierung-netflix

Schützt halt den Markt und bringt Gelder in die Branche. Auch das ist in anderen Teilen der Wirtschaft total üblich. Primäre Vergaben von Aufträgen im EU Markt und so weiter. Ich kann das für die Branche total nachvollziehen.
Der Rest ist Geschmacksache. Ich finde aus Deutschland hin und wieder Lichtblicke die ich ganz gut finde. Unsere nationale Stärke ist es nicht.  ;D

Ich bin mir nicht sicher inwiefern irgendein x-belieber Regisieur oder eine Schauspielerin, die ihren Job macht und Filme produziert für den politischen Kurs in Deutschland in Haftung genommen werden kann und ob das wirklich eine Begründung ist deswegen die Förderungen einzustellen. Da finde ich das Argument mit dem Sparplan schlüssiger.
Da geht es mir darum das ich diese Leute nicht mit meinem Steuergeld unterstützen will und wenn man es schafft die AfD komplett aus solchen Veranstaltungen rauszuhalten, kann man es bei solchen Leuten auch. Wie da bei dem Eklat auch wieder alle so tun als wäre es nicht vorhersehbar gewesen.
Verstehe die Ansicht.

Gut, die ist ja aus der Uk. Immerhin ist das keine unserer vielen Regeln. Ich finde wenige Punkte am Saftey Act positiv. Irgendwie die Kontrolle oder die Möglichkeit erhalten große Social Media Plattformen in die Haftung zu nehmen und für den Inhalt auf ihren Plattformen verantwortlich zu machen gehört dazu.
Wir sind aber jetzt schon davon betroffen, wie gesagt, Twitter sperrt da, ich glaube für alle Europäer bestimmte Posts und verlangt eine Altersverifizierung, und bei denen die ich mir über VPN angeschaut habe war das nicht gerechtfertigt. Könnte mir vorstellen das es daran liegt, weil sie dann eine ganze Reihe Tweets von bestimmten Accounts auf einmal sperren.
Soweit ich weiß ist Twitter in Europa ab 13. Und in UK, wegen des Gesetzes, dass du gepostet hast, sind dort bestimmte Inhalte (Pornographie, Gewaltdarstellungen und so weiter) ab 18  Jahre. Das kann natürlich über VPN umgangen werden. Vielleicht werden auch Inhalte von Usern geflagged und dann gesperrt, wenn sie entsprechenden Inhalt haben? Das weiß ich nicht. Das wird dann wie bei gewöhnlichen Sperranfragen sein. Die könne die Masse an Nachrichten nicht sensibel Verifizieren und sperren dann mehr als sie müssten aus Angst, dass sie zu wenig sperren und Strafe zahlen müssen
Das Problem ist schwer zu lösen, wenn man auf Kontrolle und Zugriff nicht verzichten will.


Der Merz hat schon öfters in Interviews einen rausgehauen. Irgendwie hat er dafür ein Händchen. Mal sehen, was draus wird. Soweit ich weiß wurde am Wochenende beschlossen das die Klarnamenpflicht erstmal vom Tisch ist.
Meinte Scholz ja vor der Wahl auch schon https://www.sueddeutsche.de/meinung/tuenkram-bedeutung-scholz-merz-li.3168288
Soweit ich weiß wurde die erstmal vertagt und nicht abgesägt, wer weiß was da noch kommt, wie gesagt finde ich die EUID-Wallet auch nicht viel besser eine Klarnamenpflicht ergibt aber gar keinen Sinn.
Sind ja auch völlig unterschiedliche Ziele. EUID ist für den Altersnachweiß. Klarnamenpflicht ist, dass Merz lesen kann wer hier was schreibt.


Die Unterscheidung zwischen Internet und realer Welt kam ja dadurch, das der Vergleich aus der Politik ab und an gezogen wird, beispielsweise durch die Aussage, dass es schlimmer sei im Internet beleidigt zu werden, weil es angeblich alle sehen im Vergleich zur Kneipe. hier von der ehemaligen Justizministerin Lambrecht: https://www.deutschlandfunk.de/bundesjustizministerin-lambrecht-spd-zu-hass-im-netz-es-100.html

Meiner Erfahrung nach ist es umgekehrt, gerade in der Situation einer Kneipe wenn Leute schon 2-3 Bier im Kopf haben muss man aufpassen was man sagt und eine Beleidigung unter Alkoholisierten führt schnell mal zu einer Auseinandersetzung, während wenn ich jetzt Christine Lambrecht unter jedem Social Media Post den sie tätigt beleidige, die Chance besteht, dass sie es gar nicht sieht weil da mehr Leute kommentieren oder sie die Kommentare nicht liest. Klar gibt es auch schlimmee Sachen im Internet, darum geht es in dem Vergleich aber nicht.

Ja gut, also das was Lambrecht da sagt finde ich Quatsch. Das kannte ich nicht. Es gibt ja heute schon das Gesetze das alle Beleidigungen im Netz abdeckt.

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 185 Beleidigung
Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung öffentlich, in einer Versammlung, durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) oder mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Und wie man da lesen kann beinhaltet das Gesetz bereits eine Eskalation für öffentliche Beleidigungen, zu denen Gerichte das Internet und öffentliche Plattformen zählen. Zwei Jahre oder Geldstrafe. Wie hoch will man den noch gehen? Zumal das Gericht dann noch die Möglichkeit hat § 187 Verleumdung heranzuziehen und da geht es bis zu 5 Jahren.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Februar 2026, 08:26:54
Habe mich im Tab geirrt: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1057396
Auch da kein Wort von "NGO-Komplex", "Schattenpolitik" und "linkes Netzwerk". Was die  "öffentliche Erzählung" sein soll weiß ich immer noch nicht.

Zitat
Ob ich da nun ein Aufschrei auf Welt.de lese wenn die Oma gegen Rechts Geld bekommen oder die Taz den eigentlich gleichen Bericht schreibt wenn Republick 21 Geld bekommen soll, ist für mich gleich.
Mit dem Unterschied, dass die linke NGOs schon seit Jahren viele, viele Millionen EUR jährlich kassieren. Dass dir das egal ist habe ich verstanden, für mich ist und bleibt es Pharisäertum, anderen das vorenthalten zu wollen, was man selber kassiert.

Zitat
Das mag sein.
Das steht für mich fest. Die Omas werden das Geld nicht veruntreuen, es aber für ihre linke Ideologie einsetzen.

Zitat
Du wolltest wissen wer das fordert, ich habe es gesagt.
Und warum soll irgendwas, was irgendjemand "von rechts" fordert, hier ein Gegenargument gegen meine Argumente sein? Ich fordere kein Verbot sämtlicher NGOs, also warum kommst du damit um die Ecke?

Zitat
Ich denke, dass ich zum Thema NGO...
Ja, zum Thema NGO. Und merkst du was? Es geht jetzt nur noch um NGOs, ein Thema, das DU aufgebracht hast. Du hast mein "Zivilgesellschaft" genommen und das auf eine Handvoll NGOs reduziert und seitdem geht es nur noch um deine NGOs, DEIN Thema. Alles andere, was ich vorgebracht habe, wird ignoriert. Ich glaube, das nennt man "deraling".

Zitat
Wenn ich richtig verstehe wirfst du den linken Organisationen Doppelmoral vor...
Nein, das attestiere ich der kompletten linken Seite. Weil auch niemand mal aufsteht und sagt "Genossen, das ist doch echt Blödsinn!" Oh nein, sowas passiert nicht, wer als Linker Linke kritisiert oder von der Linie abweicht, wird ausgestoßen, Boris Palmer ist das Paradebeispiel.

Zitat
...ist für mich keine Doppelmoral.
Das weiß ich doch. Für mich ist es Doppelmoral, wenn man nur den rechten Extremismus bekämpft, linken Extremismus aber gewähren lässt.

Zitat
Es werden ja auch Menschen durch Hass und Hetze mundtot gemacht.
Wo passiert das? Etwa auf der Berlinale, wo man einen "Künstler" seinen antisemitischen Dreck keifen lässt?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Februar 2026, 08:32:50
Ich sehe nicht warum Filme gefördert werden sollten die auch so im Kino laufen würden und von denen man keine Einnahmen hat, da werden z.B auch Netflix Projekte und Hollywoodfilme mitbezahlt.
Ich meine, man kann ruhig solche Projekt finanzieren, aber wenn der Film oder die Seire ein ökonomischer Erfolg wird, dann sollte die Förderung zurückgezahlt werden. Oder alternativ der Förderer einen prozentualen Anteil an der eingespielten Kohle bekommen. Das wäre dann Win-Win für alle Seiten und kein Verlustgeschäft für den Steuerzahler mehr.

Prinzipiell bin ich aber auch kein Freund von Subventionen, auch in der Wirtschaft nicht, einzig Anschubsubventionen für neue Technologien und innovative Produkte halte ich für gerechtfertigt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.Februar 2026, 10:16:21
Habe mich im Tab geirrt: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1057396
Auch da kein Wort von "NGO-Komplex", "Schattenpolitik" und "linkes Netzwerk". Was die  "öffentliche Erzählung" sein soll weiß ich immer noch nicht.
Dir ging es ja nicht um die drei Worte, sondern was eine Erzählung ist. Also zurück zu den drei Worten und um dich da mitzunehmen: Die nennen es hier Schattenstruktur.

Wenn ich es dir bis hierhin nicht erklären konnte sehe ich nicht, wie ich das in Zukunft machen kann. Mir scheint, als weißt du nicht was ein Narrativ ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Narrativ_(Sozialwissenschaften) (Forum zeigt den Link nicht korrekt an, die Klammer muss mit) Aus meiner Sicht muss das dann so bleiben. Ich gebe meinen Versuch auf deine Frage zu beantworten.

Zitat
Zitat
Ob ich da nun ein Aufschrei auf Welt.de lese wenn die Oma gegen Rechts Geld bekommen oder die Taz den eigentlich gleichen Bericht schreibt wenn Republick 21 Geld bekommen soll, ist für mich gleich.
Mit dem Unterschied, dass die linke NGOs schon seit Jahren viele, viele Millionen EUR jährlich kassieren. Dass dir das egal ist habe ich verstanden, für mich ist und bleibt es Pharisäertum, anderen das vorenthalten zu wollen, was man selber kassiert.
Okay.

Edit: Wobei ich hier noch kurz einwerfen muss, dass du da meinen Sinn veränderst. Das Egal war darauf bezogen aus welcher Ecke der mediale Aufstand kommt. Das jährlich Millionen Euro ausgegeben werden ist mir nicht egal. Das sind Steuergelder. Zu den Zahlungen habe ich Transparenz geforder. Ich halte zwar nicht jeden Vorwurf richtig der in der Luft liegt, aber man muss Vorwürfe zumindest entkräften können.

Zitat
Zitat
Das mag sein.
Das steht für mich fest. Die Omas werden das Geld nicht veruntreuen, es aber für ihre linke Ideologie einsetzen.
Ich finde auf der Seite Omas gegen Rechts nichts was nahe legt, dass sie dem Marxismus, dem Komunismus, dem Sozialismus, einer Kapitalismuskritik oder für etwas in der Art stehen. Ich habe auch etwas im Internet gesucht und keine Medium oder Beitrag gefunden, der so eine Verbindung zeichnet. Sich gegen Rechtsextremismus oder Gewalt im Allgemeinen zu stellen, hast du ja irgendwo mal geschrieben, sollte alle etwas angehen und gehört sicher nicht zur linken Ideologie. Was verstehst du in dem Fall unter linke Ideologie?

Zitat
Zitat
Du wolltest wissen wer das fordert, ich habe es gesagt.
Und warum soll irgendwas, was irgendjemand "von rechts" fordert, hier ein Gegenargument gegen meine Argumente sein? Ich fordere kein Verbot sämtlicher NGOs, also warum kommst du damit um die Ecke?
Weiß ich doch nicht, warum du etwas von mir wissen willst. Ich reagiere auf deine Einzelsätze. Die Antwort auf deine Frage waren kein Argument für oder gegen irgendwas. Nicht mal dein zu erst zitierter Satz wegen dem wir hier sind war ein Argument.

Ich habe in einem großen Block versucht dir zu erklären was ich mit dieser "Erzählung" meine, nach der du oben immer noch fragst. (kein Argument)
Du hast einen einzigen Satz rausgenommen und gefragt. (Frage)
Ich habe geantwortet. (kein Argument)
Du hast etwas anderes gefragt. (Frage)
Ich habe geantwortet.  (kein Argument)

Jetzt sind wir hier. Wir reden in mehreren deiner Satzstrukturen über das gleiche Thema, weil du zu einem einzelnen inhaltlichen Block mehrere Sätze zitiert hast und es komplett zerfasert ist. Sieht man hier ganz gut. Dein Post beginnt mit der NGO Frage. Dann kommt Finanzierung und Oma gegen Rechts, was irgendwann mal von dir aus der NGO Frage ausgelöst wurde. Und plötzlich sind wir wieder bei der NGO Frage, die eigentlich oben schon Thema war.

Das NGO Thema selbst und weshalb ich überhaupt geschrieben habe wurde für mich in diesem Post beendet: https://www.meistertrainerforum.de/index.php/topic,17951.msg1076442.html#msg1076442 Darauf bist du aber nicht eingegangen.

Zitat
Zitat
Ich denke, dass ich zum Thema NGO...
Ja, zum Thema NGO. Und merkst du was? Es geht jetzt nur noch um NGOs, ein Thema, das DU aufgebracht hast. Du hast mein "Zivilgesellschaft" genommen und das auf eine Handvoll NGOs reduziert und seitdem geht es nur noch um deine NGOs, DEIN Thema. Alles andere, was ich vorgebracht habe, wird ignoriert. Ich glaube, das nennt man "deraling".
Ich bin eingestiegen mit dem Thema Zivilgesellschaft, unter dem wir unterschiedliche Dinge verstehen. Das ist bereits geklärt und dadurch auch das ganze Thema mit den NGOs, um das es mir ging. (Siehe Abschnitt oben). Da du weitere Fragen hast und Nebenthemen geöffnet wurden, über die wir noch sprechen, schreibe ich weiter.

Dein Argument kann dir nicht wichtig sein, weil du lieber Vorwürfe machst, anstatt den Versuch zu unternehmen das Gespräch zu fokusieren auf das was du meinst und dir wichtig ist.

Zitat
Zitat
Wenn ich richtig verstehe wirfst du den linken Organisationen Doppelmoral vor...
Nein, das attestiere ich der kompletten linken Seite. Weil auch niemand mal aufsteht und sagt "Genossen, das ist doch echt Blödsinn!" Oh nein, sowas passiert nicht, wer als Linker Linke kritisiert oder von der Linie abweicht, wird ausgestoßen, Boris Palmer ist das Paradebeispiel.
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/linke-politiker-distanzieren-sich-von-gewalt-in-leipzig-17545676.html

Ich habe kurz gegoogelt und ein Beispiel gefunden. Wer weiß was man noch finden würde. Also: Oh doch, sowas passiert wohl. Die "komplette linke Seite" kanne es schonmal nicht sein. Ich stelle das Attest in Frage.

Zitat
Zitat
Es werden ja auch Menschen durch Hass und Hetze mundtot gemacht.
Wo passiert das? Etwa auf der Berlinale, wo man einen "Künstler" seinen antisemitischen Dreck keifen lässt?
Dort wo der Begriff "Hass und Hetze", aus dem ursprünglichen Thema herkommt. Dem Internet. Du erinnerst dich vielleicht, das Sperren, Überblocken und Melden von Post, dass ich und vielleicht auch du für bedenklich hielten?

https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/hass-im-netz-gefaehrdet-demokratie-236282
[...Die repräsentative Studie zeigt...]

"Das hat auch Einfluss auf die freie Meinungsäußerung im Netz, wie die Studie zeigt: Mehr als die Hälfte der Befragten bekennt sich aus Angst im Netz seltener zur eigenen politischen Meinung (57 Prozent), beteiligt sich seltener an Diskussionen (55 Prozent) und formuliert Beiträge bewusst vorsichtiger (53 Prozent). 82 Prozent der Befragten fürchten, dass Hass im Netz die Vielfalt im Internet gefährdet. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) sind besorgt, dass durch Hass im Netz auch die Gewalt im Alltag zunimmt. Der Großteil (89 Prozent) stimmt zu, dass Hass im Netz in den letzten Jahren zugenommen hat."

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Februar 2026, 17:49:58
Dir ging es ja nicht um die drei Worte...
Doch, auch, ich wollte wissen, wo die herkommen. Aber das haben wir ja schon herausgefunden: aus der taz.

Zitat
Mir scheint, als weißt du nicht was ein Narrativ ist.
Niedlich. Es geht nicht um "Narrativ", sondern um die von dir angeführte "öffentliche Erzählung". Wer erzählt denn da was öffentlich und wie wirkmächtig soll diese Erzählung sein? Und wie, womit und von wem wird sie unter's Volk gebracht?

Zitat
Ich finde auf der Seite Omas gegen Rechts nichts was nahe legt, dass sie dem Marxismus, dem Komunismus, dem Sozialismus, einer Kapitalismuskritik oder für etwas in der Art stehen.
Tja, sie sind aber nur gegen "Rechts" und nicht auch gegen "Links", das ist doch sehr offensichtlich.

Zitat
Weiß ich doch nicht, warum du etwas von mir wissen willst.
Das war nicht die Frage. Ich muss mir keine Aussagen von irgendwelchen "Rechten", die du dir aus dem luftleeren Raum greifst, anrechnen lassen.

Zitat
Das NGO Thema selbst und weshalb ich überhaupt geschrieben habe wurde für mich in diesem Post beendet
Prima, dann kannst du ja zu meinen restlichen Argumenten Stellung beziehen. Oder gehst du konform?

Zitat
Ich bin eingestiegen mit dem Thema Zivilgesellschaft, unter dem wir unterschiedliche Dinge verstehen.
Nö, du kamst mit einer Handvoll NGOs um die Ecke und hast behauptet, die würden auch "brüllen"  O0

Zitat
Dein Argument kann dir nicht wichtig sein, weil du lieber Vorwürfe machst, anstatt den Versuch zu unternehmen das Gespräch zu fokusieren auf das was du meinst und dir wichtig ist.
Niedlich die 2. ;D Dieser Satz steht exemplarisch ganz für sich alleine.

Zitat
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/linke-politiker-distanzieren-sich-von-gewalt-in-leipzig-17545676.html
Du hättest auch bis zu Marx zurückgehen können O0 Wo waren eigentlich die "Demos gegen Links" nach dem Anschlag in Berlin?

Zitat
Dort wo der Begriff "Hass und Hetze", aus dem ursprünglichen Thema herkommt.
Also von Links ;D

Zitat
"Mehr als die Hälfte der Befragten bekennt sich aus Angst im Netz seltener zur eigenen politischen Meinung (57 Prozent), beteiligt sich seltener an Diskussionen (55 Prozent) und formuliert Beiträge bewusst vorsichtiger (53 Prozent)."
Ich glaube, das bezieht sich auf Angst vor aggressiven Linken und dass die einen bei einer staatlich finanzierten "Meldestelle" gehorsamst melden.

Charlie Kirk hatte keine Angst, der wollte mit Linken diskutieren und hat dafür mit seinem Leben bezahlt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.Februar 2026, 18:55:07
Dir ging es ja nicht um die drei Worte...
Doch, auch, ich wollte wissen, wo die herkommen. Aber das haben wir ja schon herausgefunden: aus der taz.
Da kommt glaube ich nur eins dieser Worte her. Ich hatte im ersten Post einfach eine allgemeine Auswahl genannt. Wir können es auch auf NIUS und Co lesen. Sie kommen also auch von dort. Da du die aber nicht als Medium genannt hast, dass du liest sah ich von einem Quellenbeleg ab.

Zitat
Zitat
Mir scheint, als weißt du nicht was ein Narrativ ist.
Niedlich. Es geht nicht um "Narrativ", sondern um die von dir angeführte "öffentliche Erzählung". Wer erzählt denn da was öffentlich und wie wirkmächtig soll diese Erzählung sein? Und wie, womit und von wem wird sie womit unter's Volk gebracht?
Es geht um Narrativ, was ich als Synonem verwendet habe. Ich könnte die CDU in ihrem Wahlkampf sagen. In wiefern hilft dir das weiter?

Wirkmächtigkeit ist schwer zu bemessen. Wie würdest du dich da annähern?

Wir reden gerade darüber. Leute lesen es. Ich schätze das MTF hilft es unters Volk zu bringen. Unter anderem. Worauf möchtest du hinaus?

Zitat
Zitat
Ich finde auf der Seite Omas gegen Rechts nichts was nahe legt, dass sie dem Marxismus, dem Komunismus, dem Sozialismus, einer Kapitalismuskritik oder für etwas in der Art stehen.
Tja, sie sind aber nur gegen "Rechts" und nicht auch gegen "Links", das ist doch ziemlich sehr offensichtlich.
Jo und da widerspreche ich dir eben. Das steht nicht im Widerspruch und ist damit nicht gleich ideologisch oder doppelmoralisch. Ein Verein der Obdachlosen hilft, hilft Obdachlosen und sorgt sich primär nicht um Opfer von Häuslicher Gewalt. Das heißt nicht, dass er Opfer von Häuslicher Gewalt gutheißt oder ignoriert. Eine Organisation wie die Tafel versorgt Menschen mit Lebensmittel und füttert nicht verwahrloste Tiere. Das heißt nicht, dass sie verwahloste Tiere gutheißt oder ignoriert.
Muss jemand der eine Initiative startet gleich alle anderen Bereiche abdecken und bearbeiten, sonst ist sein Handeln eine Doppelmoral?

Ich habe bei unserer vorletzten Diskussion die Sache mit der linken Ideologie im Sinne von Marxismus und Co verstanden und stimme dir da zu. Auch das mit der MLPD Fahne ist klar und ich stimme dir zu. Die Omas gegen Rechts sind laut ihrer Seite unter anderem für Toleranz und ein respektvolles Miteinander, für die Erhaltung der demokratischen Grundwerte und gegen alle Formen der Gewalt. Das schließt sowohl linke Ideologien aus, aber auch linke Gewalt ein. Hier bewertest du linke Ideologie nur an etwas, was deiner Meinung nach nicht gemacht wird. Das kann ich im Vergleich zu den anderen Bewertungen von dir nicht nachvollziehen.

Zitat
Zitat
Weiß ich doch nicht, warum du etwas von mir wissen willst.
Das war nicht die Frage. Ich muss mir keine Aussagen von irgendwelchen "Rechten", die du dir aus dem luftleeren Raum greifst, anrechnen lassen.
Es geht nicht um eine Aussage.

Ich würde vermuten, dass du der Anfrage der CDU im Wahlkampf zustimmst und auch den Verdacht teilst, dass NGOs wie zum Beispiel Oma gegen Rechts nicht neutral sind und nicht finanziert werden sollten. Die CDU sind in dem Fall irgendwelche Rechten. Stimmst du dem zu oder nicht?

Zitat
Zitat
Das NGO Thema selbst und weshalb ich überhaupt geschrieben habe wurde für mich in diesem Post beendet
Prima, dann kannst du ja zu meinen restlichen Argumenten Stellung beziehen. Oder gehst du konform?
Ich gehe nicht konform. Ich habe zu dem Thema, über das ich gesprochen habe, von mir aus nichts mehr zu sagen. Von dir sind mir aktuell keine offenen Argumente mehr bekannt, auf die ich nicht eingangen bin.

Zitat
Zitat
Ich bin eingestiegen mit dem Thema Zivilgesellschaft, unter dem wir unterschiedliche Dinge verstehen.
Nö, du kamst mit einer Handvoll NGOs um die Ecke und hast behauptet, die würden auch "brüllen"  O0
Richtig, weil ich die zur Zivilgesellschaft gezählt habe und du nicht. Und mein Text in dem ich auf den Widerspruch hinwieß, dass es da einige NGOs gibt die gute Arbeit machen hast du aufgelöst, in dem du gesagt hast, dass eine NGO deiner Meinung nach gute Arbeit machen kann wie sie will, so lange sie sich verhält wie ich beschrieben habe. Dann sei alles was sie macht hinfällig. So ungefähr dein Wortlaut. Damit passt es doch. Ich finde deine Antwort schlüssig. Wollen wir das jetzt alles nochmal durchgehen? Wir drehen uns im Kreis.

Zitat
Zitat
Dein Argument kann dir nicht wichtig sein, weil du lieber Vorwürfe machst, anstatt den Versuch zu unternehmen das Gespräch zu fokusieren auf das was du meinst und dir wichtig ist.
Niedlich die 2. ;D Dieser Satz steht exemplarisch ganz für sich alleine.
Danke.

Zitat
Zitat
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/linke-politiker-distanzieren-sich-von-gewalt-in-leipzig-17545676.html
Du hättest auch bis zu Marx zurückgehen können O0
Ich habe in die Suche nicht viel Zeit aufgewendet. Ich wollte nur eine Superlativ auflösen.

Zitat
Zitat
Dort wo der Begriff "Hass und Hetze", aus dem ursprünglichen Thema herkommt.
Also von links.
Du findest, wenn im Internet Menschen mit Migrationshintergrund, junge Frauen sexuell, homosexuelle Menschen und Menschen mit Behinderungen in zunehmender Zahl beleidigt und belästigt werden ist das ein linkes Thema? Ich finde das geht die gesamte Gesellschaft etwas an.

Zitat
Zitat
"Mehr als die Hälfte der Befragten bekennt sich aus Angst im Netz seltener zur eigenen politischen Meinung (57 Prozent), beteiligt sich seltener an Diskussionen (55 Prozent) und formuliert Beiträge bewusst vorsichtiger (53 Prozent)."
Ich glaube, das bezieht sich auf Angst vor aggressiven Linken.
Glaube hilft viel. Mir ist in dem Fall die politische Richtung egal. Sexuelle Belästung ist wahrscheinlich sogar fast immer unpolitisch. Kommt es da jetzt auf die Seite an?
Irgendwie passt das für mich nicht, dass du hier sagst, dass das nur von aggresiven Linken kommt, wenn die Faktenlage etwas anderes sagt. Wie ist das mit der Doppelmoral?

Zitat
Charlie Kirk hatte keine Angst, der wollte mit Linken diskutieren und hat dafür mit seinem Leben bezahlt.
Das stimmt, Charlie Kirk hatte keine Angst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Februar 2026, 19:55:07
Es geht um Narrativ, was ich als Synonem verwendet habe.
Na dann.

Zitat
Jo und da widerspreche ich dir eben.
Kannst du machen, ändert aber nichts an meiner Meinung: wer Demokrat sein will, der muss gegen alle Extremisten sein, egal ob rechts, links oder religiös. Rosinenpicken geht da nicht. Und das ist links eben nicht gegeben, linker und islamischer Extremismus werden oft verharmlost und kleingeredet, Kritiker daran werden als "rechts" oder "islamophob" beschimpft. Bei rechtem oder christlichem Extremismus ist man links nicht so empfindlich, da zieht man gerne vom Leder. Wo wir wieder bei der Doppelmoral wären.

Zitat
Ein Verein der Obdachlosen hilft...
Nicht jeder Vergleich macht auch wirklich Sinn.

Zitat
Das schließt sowohl linke Ideologien aus, aber auch linke Gewalt ein.
Wenn auch Taten folgen. Auf welcher Demo gegen "Links" sind die Omas denn mitgelaufen und haben gegen Linksextremismus demonstriert? Welche große Demo gegen "Links" hat zB. der DGB organisiert, zB. nach dem jüngsten Terroranschlag in Berlin?

Zitat
Die CDU sind in dem Fall irgendwelche Rechten.
Die CDU fordert, dass "die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung"?  :o

Ich vermute auch, dass sich die CDU gegen die Einstufung als "Rechte" mit Händen und Füßen wehren würde.

Zitat
Von dir sind mir aktuell keine offenen Argumente mehr bekannt, auf die ich nicht eingangen bin.
Du hast dir aus drei längeren Beiträgen von mir nur "Zivilgesellschaft" und "NGO" rausgepickt...

Zitat
Ich wollte nur eine Superlativ auflösen.
Ist leider nicht gelungen.

Zitat
Du findest...
Sätze, die so beginnen, sind meist eine Vollkatastrophe, so auch hier. Der Begriff "Hass und Hetze" wird heute vornehmlich von der SPD und den Grünen benutzt, Protagonisten sind Maas, Lambrecht, Faeser und Steinmeier, bei den Grünen tun sich Künast, von Notz und Roth hervor.

Beleidigung und Volksverhetzung sind als Straftaten definiert, "Hass und Hetze" ist ein Kampfbegriff, um die linke Oberhoheit über den Diskurs zu behalten.

Zitat
Irgendwie passt das für mich nicht, dass du hier sagst, dass das nur von aggresiven Linken kommt, wenn die Faktenlage etwas anderes sagt.
Faktenlage? Wird da auch aufgeschlüsselt, wer sich von wem bedroht fühlt? Bei den Umfragen, die ich kenne, fühlen sich meist AfDler in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt.

Und wo soll ich behauptet haben, das käme NUR von aggressiven Linken? Stimmt habe ich gar nicht. Es gibt sicherlich auch genug Faschos, die in ihren ostdeutschen Käffern Angst und Schrecken unter denen verbreiten, die es wagen, sich gegen sie zu stellen. Das ist aber ein winzige Minderheit und die durchforsten auch nicht das Netz und melden irgendwas brav an staatlich finanzierte Meldestellen vom Staat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.Februar 2026, 23:56:44
Zitat
Zitat
Jo und da widerspreche ich dir eben.
Kannst du machen, ändert aber nichts an meiner Meinung
Na das sollte doch eh nicht der Anspruch sein. Ist im Zweifel nur ein Ausstausch.

Zitat
Zitat
Das schließt sowohl linke Ideologien aus, aber auch linke Gewalt ein.
Wenn auch Taten folgen. Auf welcher Demo gegen "Links" sind die Omas denn mitgelaufen und haben gegen Linksextremismus demonstriert? Welche große Demo gegen "Links" hat zB. der DGB organisiert, zB. nach dem jüngsten Terroranschlag in Berlin?
Die Frage ist zwecklos, nachdem ich dir gesagt habe, dass das mitlaufen und demonstrieren für mich nicht notwendig ist.

Zitat
Zitat
Die CDU sind in dem Fall irgendwelche Rechten.
Die CDU fordert, dass "die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung"?  :o
Wenn du mich zitierst, dann bitte so, dass der Sinn nicht verfälscht wird. Ich schrieb davor in verschärfter Form. Das ist nicht Kurs der CDU. Bzw, war... Im Wahlkampf. Wir wissen ja was daraus wurde.

Zitat
Zitat
Von dir sind mir aktuell keine offenen Argumente mehr bekannt, auf die ich nicht eingangen bin.
Du hast dir aus drei längeren Beiträgen von mir nur "Zivilgesellschaft" und "NGO" rausgepickt...
Wer im Glashaus sitzt... Als Meister der selektiven Zitierung siehst du mir das sicher nach.
Ich hatte zu deinen drei längeren Beiträgen nicht mehr zu sagen als ich getan habe.

Zitat
Zitat
Du findest...
Sätze, die so beginnen, sind meist eine Vollkatastrophe, so auch hier. Der Begriff "Hass und Hetze" wird heute vornehmlich von der SPD und den Grünen benutzt, Protagonisten sind Maas, Lambrecht, Faeser und Steinmeier, bei den Grünen tun sich Künast, von Notz und Roth hervor.

Beleidigung und Volksverhetzung sind als Straftaten definiert, "Hass und Hetze" ist ein Kampfbegriff, um die linke Oberhoheit über den Diskurs zu behalten.
Danke, ich hatte mich schon gewundert.  ;D

Mir war nicht klar, dass es dir hier wieder um die Wortwahl geht. Hass und Hetze und "Hass und Hetze" sowie Zivilgesellschaft und Zivilgesellschaft. Ich verstehe.

Zitat
Zitat
Irgendwie passt das für mich nicht, dass du hier sagst, dass das nur von aggresiven Linken kommt, wenn die Faktenlage etwas anderes sagt.
Faktenlage? Wird da auch aufgeschlüsselt, wer sich von wem bedroht fühlt? Bei den Umfragen, die ich kenne, fühlen sich meist AfDler in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt.
Die Umfragen die ich kenne besagen, dass am meisten betroffen junge Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit homosexueller oder bisexueller Orientierung sind. Ob das wiederum meistens AFDler sind weiß ich nicht.

Wenn sich AFDler in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt fühlen ist das ebenso ein Problem.

Zitat
Und wo soll ich behauptet haben, das käme NUR von aggressiven Linken? Stimmt habe ich gar nicht. Es gibt sicherlich auch genug Faschos, die in ihren ostdeutschen Käffern Angst und Schrecken unter denen verbreiten, die es wagen, sich gegen sie zu stellen. Das ist aber ein winzige Minderheit und die durchforsten auch nicht das Netz und melden irgendwas brav an staatlich finanzierte Meldestellen vom Staat.
Weil du, als du "also von links" geschrieben hast, in diesen drei Worten für mich nicht klar gemacht hast, dass du den Begriff "Hass und Hetze" und nicht den Inhalt meinst.

Zum Rest zitiere ich dich hier mal: Nicht jeder Vergleich macht auch wirklich Sinn.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.Februar 2026, 08:51:20
Die Frage ist zwecklos, nachdem ich dir gesagt habe, dass das mitlaufen und demonstrieren für mich nicht notwendig ist.
Das ist mir schon klar, dass das für dich nicht notwendig ist.

Zitat
Wenn du mich zitierst, dann bitte so, dass der Sinn nicht verfälscht wird.
Habe ich nicht getan, du hast nur anscheinend den Faden verloren:

Du: In verschärfter Form wird gefordert, dass die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung.
Ich: Von wem wird das gefordert und was habe ich damit zu tun?

Du: Von Rechts. Wobei ich die pauschale Forderung schon extrem einordnen würde. Aber ich habe ja auch geschrieben, dass das eine verschärfte Form ist. Und ich denke auch nicht, dass die Forderung da klug differenziert.
Ich: Und das soll jetzt eine Gegenargument für welchen meiner Punkte sein?

Du: Ich zitierte eine Frage von dir und gebe dir Antwort. Du wolltest wissen wer das fordert, ich habe es gesagt.
Ich: Und warum soll irgendwas, was irgendjemand "von rechts" fordert, hier ein Gegenargument gegen meine Argumente sein?

Du: Weiß ich doch nicht, warum du etwas von mir wissen willst.
Ich: Das war nicht die Frage. Ich muss mir keine Aussagen von irgendwelchen "Rechten", die du dir aus dem luftleeren Raum greifst, anrechnen lassen.

Du: Es geht nicht um eine Aussage. Ich würde vermuten, dass du der Anfrage der CDU im Wahlkampf zustimmst und auch den Verdacht teilst, dass NGOs wie zum Beispiel Oma gegen Rechts nicht neutral sind und nicht finanziert werden sollten. Die CDU sind in dem Fall irgendwelche Rechten.
Ich: Die CDU fordert, dass "die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung"?  :o Ich vermute auch, dass sich die CDU gegen die Einstufung als "Rechte" mit Händen und Füßen wehren würde.

Das ist der Kontext, kannst du gerne kontrollieren.

Zitat
Wer im Glashaus sitzt... Als Meister der selektiven Zitierung siehst du mir das sicher nach.
Hui, da ist aber jemand angepiekst. Bleib locker O0

Zitat
Ich verstehe.
Das bezweifle ich, ist aber auch egal.

Zitat
Die Umfragen die ich kenne...
Gut, es wird in der wunderbar gegenderten Studie von links also nicht aufgeschlüsselt, wer sich von wem bedroht und in seiner Meinungsfreiheit eingeschränkt fühlt.

Zitat
Weil du, als du "also von links" geschrieben hast, in diesen drei Worten für mich nicht klar gemacht hast, dass du den Begriff "Hass und Hetze" und nicht den Inhalt meinst.
Ja, ich bin Schuld, wie immer ;D Ich habe keine Lust mehr, das jetzt wieder zu hinterfragen und ellenlang zu erklären. Es ist wohl besser, diese Diskussion zu beenden, sie führt sowieso wie immer zu nichts.

Meiner Meinung nach zeigt die linke Seite immer autoritärere Tendenzen, die Union lässt sich gerne mitziehen, weil sie das Hauptziel der AfD ist. Dass man glaubt, man könne mit Überwachung der Bürger, mit Repression oder Verbot das Problem AfD lösen, zeigt, wie eingefahren und einfallslos die letzten beiden Regierungen waren und sind, das ist aber ein Rohrkrepierer, die AfD wird immer stärker. Trotzdem ist man überzeugt, dass die eigene Politik alternativlos ist, auch wenn die meisten Bürger ganz etwas anderes wollen.

Dabei sind deren Themen ganz klar gesetzt: wirtschaftlicher Aufschwung, mehr Sicherheit im Innern, ein Ende dieser selbstzerstörerischen Einwanderungspolitik inkl. Ausschaffung von Kriminellen und Rückkehr in die Heimat von Menschen, die keinen Schutzgrund mehr haben, weniger Bürokratie und Vorschriften. Alles völlig legitime Punkte in einer Demokratie und kein bisschen rechtsradikal oder gar rechtsextrem, sondern gedeckt von der Verfassung und internationalem Recht. Andere Staaten haben vorgemacht, dass man diese Probleme lösen kann, wenn man sie denn nur mal anpackt. Dafür müsste es sich die Union aber mit Linken und linken Medien verderben und genau davor hat die Union große Angst, man hat halt nur noch linke Koalitionspartner.

Ich weiß nicht, ob es Dummheit, Abgehobenheit oder schlichtweg Desinteresse ist, zu meinen, man könne die Stimmung im Land mit irgendwelchen Zwangsmaßnahmen drehen. Und wenn man mal ehrlich ist, dann ist auch das kommende Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche nur eine Maßnahme gegen die AfD, weil die dort stark vertreten ist und die Kids erreicht.

Aber anstatt eine eigene Strategie zu entwickeln, wie man selber an die kommenden Wähler rankommen und sie für die eigene Politik begeistern könnte, greift man lieber zum Verbot (jaja, natürlich nur aus Kinder- und Jugendschutzgründen), das ist ja viel leichter und weniger mühselig, einfach ein Gesetz erlassen und fertig. Die eigenen Wähler kurz vor oder in Rente betrifft so ein Verbot ja nicht. Aber auch hier wird zu kurz gedacht, vergessen, dass man die jungen Leute und zukünftigen Wähler damit verärgert und sie so noch mehr in die Arme der radikalen und extremen Parteien treibt. Denn die werden sich weiter an sie ranmachen, sie umwerben und ihnen immer wieder vor Augen führen, wer ihnen ihr liebstes Spielzeug weggenommen hat.

Dieses Verbot wird SPD und Union böse auf die Füße fallen, danach bekommen die bei den jungen Menschen gar kein Bein mehr auf den Boden. Und im Grunde ist auch diese Maßnahme nichts weiter als Zensur, ein weiterer Angriff auf ein sehr wichtiges Menschenrecht, die Meinungsfreiheit steht am Anfang vieler weiterer Rechte und ist auch konstituierend für eine Demokratie. Aber das ist alles egal, im "Kampf gegen Rechts" ist ja mittlerweile alles erlaubt :-X Man kann nur hoffen, dass das BVerfG dieses Irrsinnsvorhaben stoppt.

Mal ganz davon abgesehen, wie das eigentlich umgesetzt werden soll. Wollt ihr wirklich alle eure Ausweise bei X, Blusky, Facebook, Tiktok, Youtube etc.pp. hochladen und die Techgiganten mit diesen wertvollen Informationen füttern? Ich werde das ganz sicher nicht tun und mit mir werden das sicherlich auch viele andere Bürger nicht tun und somit diese Dienste nicht mehr nutzen können (zumindest nicht auf offiziellem Weg). Auch diesen Ärger werden Union und SPD bei den Wahlen abbekommen, in meinem Fall zwar nicht, weil ich konsequent weiter FDP wähle, aber in anderen Fällen sehr wohl.

Zumal auch sowas wieder schädlich für die Wirtschaft ist, aber egal, geht man halt zurück zu Aushängen in Papierform und Pressemitteilungen, wer braucht schon Social Media, PR und Unternehmenskommunikation werden sowieso komplett überbewertet und vllt. kann man damit ja die Printmedien retten, dann gibt es wieder mehr Werbeanzeigen in diesen Blättchen.

Zurück zum Deutschland von vor der industrielle Revolution, ohne dieses "Neuland" Internet, ohne Industrie und Kernkraft, dafür aber mit einem Leben im Einklang mit der Natur und ohne Klimakatastrophe, der grüne Traum wird wahr. Das wird schön O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 24.Februar 2026, 09:37:10
Zitat
Zitat
Wenn du mich zitierst, dann bitte so, dass der Sinn nicht verfälscht wird.
Habe ich nicht getan, du hast nur anscheinend den Faden verloren:

Du: In verschärfter Form wird gefordert, dass die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung.
Ich: Von wem wird das gefordert und was habe ich damit zu tun?

Du: Von Rechts. Wobei ich die pauschale Forderung schon extrem einordnen würde. Aber ich habe ja auch geschrieben, dass das eine verschärfte Form ist. Und ich denke auch nicht, dass die Forderung da klug differenziert.
Ich: Und das soll jetzt eine Gegenargument für welchen meiner Punkte sein?

Du: Ich zitierte eine Frage von dir und gebe dir Antwort. Du wolltest wissen wer das fordert, ich habe es gesagt.
Ich: Und warum soll irgendwas, was irgendjemand "von rechts" fordert, hier ein Gegenargument gegen meine Argumente sein?

Du: Weiß ich doch nicht, warum du etwas von mir wissen willst.
Ich: Das war nicht die Frage. Ich muss mir keine Aussagen von irgendwelchen "Rechten", die du dir aus dem luftleeren Raum greifst, anrechnen lassen.

Du: Es geht nicht um eine Aussage. Ich würde vermuten, dass du der Anfrage der CDU im Wahlkampf zustimmst und auch den Verdacht teilst, dass NGOs wie zum Beispiel Oma gegen Rechts nicht neutral sind und nicht finanziert werden sollten. Die CDU sind in dem Fall irgendwelche Rechten.
Ich: Die CDU fordert, dass "die NGOs direkt weg sollten. Und natürlich, wie häufig üblich, ohne oder mit sehr wenig Einschränkung einfach nur NGOs, kein Filter, keine Gruppierung, keine Eingrenzung"?  :o Ich vermute auch, dass sich die CDU gegen die Einstufung als "Rechte" mit Händen und Füßen wehren würde.

Das ist der Kontext, kannst du gerne kontrollieren.

Nach "Von Rechts..." kam aber auch noch:

"Ich nehme an du hast damit nichts zu tun."

Ich dachte du seist damit schon vom Haken und das mit den Argumenten hatte ich nicht verstanden, was ich wiederholt gesagt habe. Das ich da die CDU wieder drauf Münze ist mein Fehler. Ich habe angenommen du bist allgemein bei "der Erzählung".

Zitat
Es ist wohl besser, diese Diskussion zu beenden
Jo, gut. Danke für die Diskussion. Hab ne schöne Zeit, bleib gesund und nimm dich vor größeren Gewässern in Acht.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.Februar 2026, 11:53:31
"Ich nehme an du hast damit nichts zu tun."

Warum bringst du es dann überhaupt erst vor? Und was soll das mit den "größeren Gewässern" bedeuten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: wrdlbrmft am 24.Februar 2026, 16:44:34
Das etwaige "Social-Media-Verbot" ist also eine Massnahme gegen die AFD? Die ganzen Argumente wegen dem Kinderwohl und die Kritik an den Betreibern diverser "Suchtseiten" sind also nur vorgeschoben? Und wegen der AFD haben auch u.a. Spanien, Grossbritannien und Frankreich ähnliche Vorhaben geplant ... und Albanien und Australien schon umgesetzt? Verstehe ...


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.Februar 2026, 17:29:29
Andere Länder, andere Sitten. Aber klar, ist alles nur für die lieben Kinderlein, damit die nicht verderben. Heute Social Media, früher waren es die "Killerspiele", die verboten werden mussten. Wir hatten sie trotzdem.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 25.Februar 2026, 12:07:34
Immerhin scheint das Heizgesetz jetzt wirklich in der vorherigen Form Geschichte zu sein. Gut so!

Hat jemand gestern die Ronzheimer-Doku gesehen? Ich nicht. Aber dort scheinen ja einige "Einzelfälle" Raum gefunden zu haben. Wenn es fair war, dann natürlich Sozial-Schmarotzer (wo ich immer noch glaube das es verhältnismäßig viele sind) und echte Notleidende.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 25.Februar 2026, 17:27:04
Ah, das soll kommen. Jo, geil isses nicht. Drücken wir uns die Daumen, dass man das in Deutschland verhindern kann.

Wichtig ist halt, dass nicht jeder Hinz und Kunz Dienst im Internet Zugriff auf Daten bekommt. Der muss nicht mal das Alter wissen, sondern ein einfaches ja oder nein. Es muss eine Prüfung sein, wo der Dienst nur erhält, dass es verzifiziert ist und der Verifzierdienst wiederum nicht weiß was verizifiert wurde. Sonst ist Pseudoynmität und Anonymität nicht gewährleistet.
Und da finde ich die EU oder eine deutsche Behörde immer noch besser als irgend ein Drittpartie Anbieter im Internet, der morgen gehackt und übermorgen Konkurs gehen kann. Es gibt ja genug Behörden in Deutschland die sowieso alle Daten haben und damit seit Jahren umgehen und wissen wie alt wir sind.

Das kann sogar ne Krankenkasse. Ich frage meine Krankenkasse ob ich achtzehn Jahre oder älter bin. Die Krankenkasse bestätigt das in einem Einmalzertifkat, dass mit privatem Schlüssel verschlüsselt ist. Das Zertifikat geht an die Seite auf die ich mich einloggen will mit meinem öffentlichen Schlüssel. Die Seite packt aus und sieht, dass jemand einloggen will, der achtzehn Jahre oder älter ist. Die Krankenkasse weiß nicht warum sie gefragt wurde. Die Seite weiß nur, dass sie mich reinlassen darf. Fertig. Keiner weiß irgendwas und ich bin drin.

Wenn sowas kommen muss könnte ich mit sowas leben.
Mir wäre schon lieber wenn ich mich im Internet halbwegs anonym bewegen kann und der Staat mich nicht ggf willkürlich von Informationen abschneiden kann nur weil es gerade passt.

Wenn es wirklich nur um Kinderschutz geht, bin ich,wie gesagt,auch der Meinung,dass man an erste Stelle die Hürde setzen muss, dass Volljährige von der Maßnahme gar nichts mitbekommen und nicht dadurch gegängelt werden. Sollen die doch eine Kindersicherung einbauen wenn sie es wollen,auch wenn ich da nichts von halte, aber es sollte nicht mein Problem sein.
Passiert das aber nicht, kann man schon davon ausgehen das es gleichzeitig auch um etwas anderes geht,da wir aber in einer Demokratie und nicht in einem autokratischen System leben, sollte man sowas lassen.


Schützt halt den Markt und bringt Gelder in die Branche. Auch das ist in anderen Teilen der Wirtschaft total üblich. Primäre Vergaben von Aufträgen im EU Markt und so weiter. Ich kann das für die Branche total nachvollziehen.
Der Rest ist Geschmacksache. Ich finde aus Deutschland hin und wieder Lichtblicke die ich ganz gut finde. Unsere nationale Stärke ist es nicht.  ;D
Wobei es da so sein sollte, dass die Jobs für die anfallende Arbeit da sein sollten und nicht umgekehrt, dass Netflix jetzt eine deutsch Quote erfüllen und eine bestimmte Anzahl Filme und Serien hier drehen muss geht ja eher in die andere Richtung.

Ja gut, also das was Lambrecht da sagt finde ich Quatsch. Das kannte ich nicht. Es gibt ja heute schon das Gesetze das alle Beleidigungen im Netz abdeckt.

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 185 Beleidigung
Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung öffentlich, in einer Versammlung, durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) oder mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Und wie man da lesen kann beinhaltet das Gesetz bereits eine Eskalation für öffentliche Beleidigungen, zu denen Gerichte das Internet und öffentliche Plattformen zählen. Zwei Jahre oder Geldstrafe. Wie hoch will man den noch gehen? Zumal das Gericht dann noch die Möglichkeit hat § 187 Verleumdung heranzuziehen und da geht es bis zu 5 Jahren.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article699db827cfca786c686c9567/zulaessige-machtkritik-rentner-nannte-merz-pinocchio-staatsanwaltschaft-stellt-verfahren-ein.html
Bei dem Fall könnte man eigentlich sagen,dass das System funktioniert und die Staatsanwaltschaften nicht jeden Mist durchwinken, ich würde es da aber eher so sehen,dass Merz wahrscheinlich nie auf den Account der Polizei draufgeschaut hat und bis zur Anzeige gar nicht wusste das es die Kommentare gibt. Alleine das die Polizei das so zur Anzeige bringt ist schon ein Problem.

Mal allgemein zur Debatte um Hass und Hetze, ich finde man sollte die schwammigen Begriffe weglassen und genau benennen was jetzt gemeint ist, weil das anscheinend alles mögliche sein kann. Aus Sicht der AfD könnte man Aktionen gegen die Partei bestimmt auch so bezeichnen.

Edit: Anscheinend war Venezuela bei der Bekämpfung von Hass schon weiter und hatte wohl einen Straftatbestand der einen ins Gefängnis gebracht hat, wenn man aus der Sicht der Regierung da Hass verbreitet. Finde da aber auch nichts zur genauen Definition. ;) Bin mal gespannt wie weit der Wandel da jetzt geht und ob es in absehbarer Zeit freie Wahlen gibt.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/venezuela-hungerstreik-gefaengnis-politische-gefangene-gxe
Zitat
Das Amnestiegesetz soll Vorwürfe abdecken, die seit 1999 gegen politische Gegner des bei einem US-Militäreinsatz gefangengenommenen Präsidenten Nicolás Maduro und seines Vorgängers Hugo Chávez vorgebracht worden waren. Dazu zählen etwa die Teilnahme an Demonstrationen oder die Verbreitung von "Hass". Kritiker hatten hingegen gefordert, dass die Amnestie uneingeschränkt gilt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 26.Februar 2026, 13:32:10
Immerhin scheint das Heizgesetz jetzt wirklich in der vorherigen Form Geschichte zu sein. Gut so!

Was war an dem Gesetz konkret schlecht?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 26.Februar 2026, 16:17:35
Immerhin scheint das Heizgesetz jetzt wirklich in der vorherigen Form Geschichte zu sein. Gut so!

Was war an dem Gesetz konkret schlecht?

Unnötige Belastung privater Haushalte. Mein konkretes Beispiel: 60er-Jahre Haus, mäßig gedämmt. Um eine Wärmepumpe effektiv betreiben zu können, müsste ich hier locker 50.000+ aufwänden - die neue Heizungsanlage nicht eingerechnet. Und das ist eher optimistisch gerechnet. Denn dabei wäre kein Einbau einer Fußbodenheizung (was empfohlen ist) oder der Austausch von Radiatoren (was ggf. sogar notwendig wäre) inbegriffen.

Von grüner Seite kommt dann immer das Argument, dass sich das mit der Zeit ja lohnt - was in den meisten Fällen aber nicht stimmt. In den 13 Jahren die ich hier wohne habe ich Heizkosten von 900 bis 1.800 (eine Tankladung) gehabt. Meist waren das 12 bis 15 Monate. Gehen wir mal von 1.500 Euro aus (weil es künftig ja eher nicht günstiger wird). Heißt ich könnte über 33 Jahre Heizöl bezahlen, bis sich das ggf. amortisiert. Moment! Ich spare ja gar nicht die gesamten Heizkosten. Zumindest die Hälfte wird wohl noch anfallen. Sagen wir also 66 Jahre. Vielleicht ein wenig weniger, weil die Kosten noch mehr steigen. Dann wäre ich ca. 110 Jahre alt.

Aber warte! Wenn ich 50.000 Euro zu nur 3 % Zinsen anlege (sollte ggf. über Tagesgeld gerade noch so zu machen sein), dann sind das 1.500 Euro im Jahr. Andere Anlageprodukte versprechen sogar eine höhere Rendite. Geld was mir entgeht, wenn ich das Haus entsprechend aufrüste.

Nein, da hilft auch keine Förderung. Die ich als Freiberufler, der von zu Hause arbeitet und sich für schlechte Zeiten ein paar Rücklagen aufgebaut hat, auch gar nicht im nennenswerten Umfang bekommen würde.

Und dann heißt es ja gerne - Einzelfall! Erneut m.M.n. nein. Denn 60 Prozent der Gebäude in Deutschland wurden vor 1978 gebaut und damit vor der ersten Wärmeschutzverordnung.

Ich bin persönlich betroffen, weshalb mir das Thema wichtig war. Kenne aber auch diverse Personen, wo es genauso ist. Eine finanzielle Mehrbelastung der Eigentümer und Mieter (denn Vermieter legen sowas natürlich um), die politisch verschuldet ist. Immerhin hat man jahrelang Gas als Übergangstechnologie angepriesen, nur um hier später (durchaus aus Gründen) einen Rückzieher zu machen. Da hatten aber viele schon einen Gasanschluss gelegt. Bei so wichtigen Fragen darf Politik nicht sprunghaft agieren.

Ist ähnlich als würden wir heute sagen, dass Renter jetzt sofort einfach 20 % weniger Rente bekommen würden. Das macht im Durchschnitt vielleicht 3.500 Euro im Jahr und bei 20 Jahren, die ein Renter eventuell im Durchschnitt lebt, sind es dann 70.000 Euro. Damit würden wir im Rahmen meiner finanziellen Mehrbelastung liegen. Bei der Rente wäre der Protest aber sicherlich groß.

Ganz nebenbei wären auch Rentner, die das Geld ggf. nicht haben und wo dann auch die Förderung nur bedingt hilft oder die das Geld haben, aber halt als private Aufstockung der Rente (die wir ja laut Politik anschaffen sollen) angespart haben, betroffen gewesen. Ich bin einfach der Meinung, dass das Leben planbar sein muss. Die Politik muss langfristiger denken oder allgemein verträglichere Wege finden.

Kurz und knapp - was war schlecht? Finanzielles Desaster für Eigentümer, höhere Mieten für Mieter, Angriff auf das Vermögen von Rentnern (und anderen Personengruppen) und generell schlechte Planung. Denn eine Wärmepumpe geht nicht ohne weiteres bei jeder Immobilie. Energetische Sanierung ist aber teuer.

Etwas polemisch könnte ich noch fragen, ob die CO2-Einsparung im Gebäudebereich erste Wahl sein sollte, wo es doch nachweislich immer wärmer wird.

Aber natürlich spielt meine persönliche Betroffenheit und die von Bekannten, Verwandten, Nachbarn und Freunden in meine Denkweise hinein.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 26.Februar 2026, 16:31:18
Immerhin scheint das Heizgesetz jetzt wirklich in der vorherigen Form Geschichte zu sein. Gut so!

Was war an dem Gesetz konkret schlecht?

Unnötige Belastung privater Haushalte. Mein konkretes Beispiel: 60er-Jahre Haus, mäßig gedämmt. Um eine Wärmepumpe effektiv betreiben zu können, müsste ich hier locker 50.000+ aufwänden - die neue Heizungsanlage nicht eingerechnet. Und das ist eher optimistisch gerechnet.

Das Gesetz kommt noch von der Union aus dem Jahr 2020! Die Grünen haben es sogar abgeschwächt!

Steht aktuell bei dir eine neue Heizung an? Das Gesetz hat nie gesagt, dass Heizungen ausgetauscht werden sollen, die noch funktionieren oder die Bewohner ein z.b. bestimmtes Alter haben.

Kurz und knapp - was war schlecht? Finanzielles Desaster für Eigentümer, höhere Mieten für Mieter, Angriff auf das Vermögen von Rentnern (und anderen Personengruppen) und generell schlechte Planung. Denn eine Wärmepumpe geht nicht ohne weiteres bei jeder Immobilie. Energetische Sanierung ist aber teuer.

Es gab nie einen Pflicht, dass es immer eine Wärmepumpe sein muss. Es gab Ausnahmen für Rentner, etc.
Vermutlich wird es mit Fossilen Heizmitteln in Zukunft ein Finanzelles Disaster. Für Mieter noch mehr, die keinen Einfluss auf die Vermieter haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 26.Februar 2026, 18:10:55
Immerhin scheint das Heizgesetz jetzt wirklich in der vorherigen Form Geschichte zu sein. Gut so!

Hat jemand gestern die Ronzheimer-Doku gesehen? Ich nicht. Aber dort scheinen ja einige "Einzelfälle" Raum gefunden zu haben. Wenn es fair war, dann natürlich Sozial-Schmarotzer (wo ich immer noch glaube das es verhältnismäßig viele sind) und echte Notleidende.

LG Veni_vidi_vici
Ich würde da erstmal abwarten was noch bis zur Verabschiedung passiert, keine Ahnung ob es die Möglichkeit gibt aber sie hätten das alte Gesetz zurücknehmen sollen. Das jetzt wirkt wie ein Manöver vor den Landtagswahlen ohne das wirklich etwas fest steht. Ich hoffe mal die CO2 Steuer fällt auch zeitnah weg.

Die Doku habe ich noch nicht gesehen, scheint es aber kostenlos? auf Joyn zu geben.

Was war an dem Gesetz konkret schlecht?
Zwang etwas zu tun ist mMn selten eine gute Idee, man hätte es über Förderung und Aufklärung regeln müssen, so hat man das ganze Land verunsichert und für steigende Preise bei Wärmepumpen gesorgt. Das ganze drumherum war auch nicht durchdacht, man hatte gar nicht die Fachleute am Start die überall sofort beraten konnten,keiner wusste was wirklich Sache ist, keine Ausnahmelösungen für Häuser die dafür nicht geiegnet sind, da gab es ja sogar die Geschichte, dass es nicht mal die Grünen geschafft haben eine Wärmepumpe in ihre Parteizentrale einzubauen und es am Ende ne Menge gekostet hat. https://www.welt.de/politik/deutschland/article245770810/Gruene-versuchen-seit-Jahren-vergeblich-eine-Waermepumpe-in-die-Parteizentrale-einzubauen.html

Später wurde nachgebessert,dass hat mich und wahrscheinlich viele andere aber gar nicht mehr interessiert weil es von Anfang an Murks war.
Der richtige Weg wäre Förderung und Werbung gewesen und erstmal alle öffentlichen Gebäude umzurüsten um zu zeigen,dass es geht und keine Probleme gibt, wenn Wärmepumpen besser sind als andere Heizungen hätten die sich auch mit der Zeit auch so durchgesetzt und es hätte sich langsam eine Struktur aufgebaut in der für alle Gebäude klar ist was da wie funktioniert und wo es welche Ausnahmen geben muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 26.Februar 2026, 18:17:37
Schwer zu sagen, wie lange meine Heizung noch hält. Hoffentlich noch 10+ Jahre, aber da steckt man ja nicht drin. Was hilft es? Die Kosten für energetische Sanierung würden ja mit ansteigen.

Das Gebäudeenergiegesetzt, denn darum ging es, kommt von der Ampel - oder nicht? ... Kann natürlich sein, dass die ursprüngliche Planung schon vorher getroffen wurde. Es ist mir auch nicht wichtig, wer dieses Gesetz verbrochen hat. Dass die Grünen hier etwas abgeschwächt haben, kann ich mir kaum vorstellen. Höchstens ihre eigenen vorher überzogenen Ansprüche, weil ggf. die FDP eingehakt hat. Aber gerne eine Quelle nennen. Ich habe das jetzt nicht recherchiert.

Nein, einen Austauschzwang gab es nicht. Aber bei genügend Leute stand oder steht es halt in absehbarer Zeit an. Und es ist ein finanzieller Aufwand, der absehbar hoch ausfällt - mit der energetischen Sanierung im Hintergrund, ohne die es häufig halt nicht geht.

So wie es hier mit den Strompreisen ausschaut glaube ich aktuell kaum, dass es für Vermieter mit fossilen Brennstoffen ein größeres Desaster wird. Und nebenbei: Wenn die Kosten durch fossile Brennstoffe steigen, dann findet ein Austausch zur günstigeren Variante ohnehin irgendwann statt. Was das Gesetz dann ja erst Recht überflüssig macht. So würde ich zumindest handeln - für mich wirtschaftlich sinnvoll.

...

Ja, die  Geschichte mit der Wärmepumpe in der Parteizentrale der Grünen ist mir auch noch sehr präsent im Gedächtnis. Die Nachbarn von meinem Bruder haben auch früh umgerüstet und ärgern sich heute. Im aktuell kalten Winter mussten sie sich ein zusätzliches Heizgerät besorgen, weil sie die Bude bei Minusgraden nicht warm genug bekommen haben. Das kann aber auch schlechte Planung, Umsetzung oder Beratung gewesen sein. Dass Wärmepumpen generell funktionieren, dass steht für mich außer Frage. Dass sie überall geeignet sind passt jedoch nicht.

Warum man nicht zuerst öffentliche Gebäude und dann Arbeitsplätze in Angriff genommen hat, habe ich auch nie verstanden. Wäre doch praktisch die halbe Miete gewesen, weil wir uns alle zu 50 % der wachen Zeit ohnehin außer Haus befinden.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Februar 2026, 20:06:46
Was war an dem Gesetz konkret schlecht?
Alles und auch das neue Gesetz ist komplett überflüssig. In Deutschland erliegt man immer noch dem Wahn, man könne das Klima retten, angesichts unseres winzigen CO2-Ausstoßes ist das kompletter Irrsinn. Selbst der CO2-Ausstoß der EU ist völlig irrelevant. Aber nein, wir machen uns weiter kaputt, lassen uns unter dem Deckmantel des "Klimaschutzes" auspressen und verjagen unsere energieintensiven Industrien und die Autoindustrie.

Nur doof, dass wir kaum was anderes können, alle Zukunftsindustrien haben wir ja schon von Anfang an erfolgreich bekämpft, sei es die Kernkraft, die Gen- und Biotechnologie, Hard- und Software und jetzt auch AI, die die EU ganz stolz als Erste "reguliert" hat. Die USA und China kommen aus dem Lachen über unsere moralische Verblödung nicht mehr raus.

2028 kommt der "CO2 Abgabe"-Hammer, da werden aus 20 Cent CO2 Abgabe locker 80 bis 100 Cent pro Liter Sprit, da macht die Pendelei zur Arbeit gleich noch viel mehr Spaß. Eigentlich sollte der EU-Zertikatehandel für jedermann ja schon 2027 kommen, aber da hat gemerkt, dass in dem Jahr gleich 5 Landtagswahlen anstehen, da hat man dann doch lieber 2028 genommen, da gibt es nur 2 LTW, man darf gespannt sein, wie die CSU danach in Bayern abschneidet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Februar 2026, 20:11:43
Vermutlich wird es mit Fossilen Heizmitteln in Zukunft ein Finanzelles Disaster.
Ja, aber nicht, weil Öl und Gas so teuer würden, nein, weil die Politik da nach Belieben Steuern und Abgaben draufknallt. Schon jetzt machen Steuern und Abgaben 54% des Benzinpreises aus, beim Heizöl sind es "nur" 33%, aber auch das wird 2028 drastisch steigen.
Vermutlich wird Bürgergeld oder wie auch immer das mittlerweile heißt, dann für viele Menschen sprunghaft attraktiver.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 26.Februar 2026, 20:52:42
Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Februar 2026, 21:01:05
...aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen...
Schnell aus der Hüfte, ohne groß nachzudenken: verbindliche internationale Abkommen (mit horrenden Strafen für "Sünder") mit für alle Industriestaaten gleichen CO2-Dealines, weltweit gleiche CO2-Steuern/Abgaben in den Industriestaaten, diese Mittel müssen dann zwingend für den weiteren Aufbau von EE-Anlagen und Stromtrassen verwendet werden. Deadlines mit Augenmaß, damit die Weltwirtschaft nicht abgewürgt wird, ob die Welt jetzt 2060 oder 2080 CO2-neutral wird ist völlig wurscht, weil der CO2-Ausstoß ja kontinuierlich sinken würde.
Wird aber sowieso nicht passieren, die EU und Deutschland werden weiter hypermoralisch agieren und sich wirtschaftlich ruinieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 26.Februar 2026, 22:24:09
Ja, die  Geschichte mit der Wärmepumpe in der Parteizentrale der Grünen ist mir auch noch sehr präsent im Gedächtnis. Die Nachbarn von meinem Bruder haben auch früh umgerüstet und ärgern sich heute. Im aktuell kalten Winter mussten sie sich ein zusätzliches Heizgerät besorgen, weil sie die Bude bei Minusgraden nicht warm genug bekommen haben. Das kann aber auch schlechte Planung, Umsetzung oder Beratung gewesen sein. Dass Wärmepumpen generell funktionieren, dass steht für mich außer Frage. Dass sie überall geeignet sind passt jedoch nicht.

Warum man nicht zuerst öffentliche Gebäude und dann Arbeitsplätze in Angriff genommen hat, habe ich auch nie verstanden. Wäre doch praktisch die halbe Miete gewesen, weil wir uns alle zu 50 % der wachen Zeit ohnehin außer Haus befinden.

LG Veni_vidi_vici
Ja, es kommt eher auf das Haus an, bei Neubauten könnte man dann gezielt darauf achten die Wärmepumpe optimal einzubauen, mit allen Leitungen usw usf. die Pumpen an Sich entwickeln sich ja auch weiter und werden mit der Zeit robuster werden,ich denke nicht das eine heutige Wärmepumpe mit einem ähnlichen Anschaffungspreis wie eine Ölheizung dann auch so lange hält. Die Ölheizung hier ist auch schon recht alt, müsste ich umstellen wird es wahrscheinlich teuer. Ich habe auch noch einen Holzofen aber da bin ich auch nicht sicher wie lange man noch damit heizen darf, der bringt an sehr kalten Tagen schon einiges an zusätzlicher Wärme.

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?
Ich wäre dafür die meisten Regeln zu kippen und die Wirtschaft anzukurbeln, Deutschland erfüllt schon eine Menge was Klimaschutz angeht, es ist aber Global auch keinem geholfen wenn wir hier Wirtschaftlich abrüsten und z.B die komplette Industrie in andere Länder zieht und dann eben da produziert, dazu sollte man dafür sorgen, das die Menschen mehr Geld in der Tasche haben um regionale Produkte zu kaufen und nicht die billigen Sachen die dann durch das Mercosur abkommen hier ankommen.
Ich bin inzwischen überzeugt, das ein Deutschland mit weniger Klimaregeln,dass mehr auf Wirtschaft setzt so mehr zum Globalen Klimaschutz beitragen kann.
Man sollte auch Atommkraftwerke bauen um nicht von Import aus dem Ausland abhängig zu sein. Außerdem sollte viel mehr Geld und Aufmerksamkit in den Katastrophenschutz und Vorbeugung gehen, weil ich es allgemein nicht für realistisch halte irgendwelche gesteckten Ziele zu erreichen.

Man muss ja im Moment aus Klimaschutz Sicht darauf hoffen, das Trump die nächste Wahl nicht manipuliert und die USA sich wieder an den Klimatisch setzen aber auch sonst finde ich es naiv mit Erwartungen daran zu gehen die sich einfach nicht erfüllen werden, Kanada hat ja beispielsweise bei der letzten Wahl auch den CO2 Steuer mit abgewählt.
Wenn einem Politiker, die offensichtlich nie Geldprobleme haben werden,dazu noch in den Urlaub fliegen,dicke Autos fahren, einem etwas von Verzicht erzählen wollen aber nicht begründen und beziffern können was der Verzicht bringt, müssen die sich nicht wundern,dass die Mehrheit nicht mitzieht. Klimaschutz gegen wirtschaftliche Absicherung der Bürger in ein Rennen zu schicken wird nie funktionieren, da wird der Klimaschutz verlieren, darum muss man das anders denken und anders verkaufen und vernünftige,realistische Lösungen anbieten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 27.Februar 2026, 08:43:16
Bin auch der Meinung, dass es nur mit einer global koordinierten Abstimmung beim Umweltschutz etwas werden kann. Sehe hier aber auch schwarz. Lange Zeit hatten die Grünen für mich einen Punkt: "Wenn es bei uns funktioniert, dann werden es die Leute in aller Welt nachmachen." So war zumindest der Gedanke. Spätestens mit der Ampel, wenngleich das Dilemma natürlich schon wesentlich früher begonnen hat, hat auch dieses Argument keinen Wert mehr. Deutschland wurde zum Gespött der weltweiten Presse. Energiepreise künstlich in die Höhe getrieben, die heimische Industrie vor die Wand gefahren und bei der Energie halt dennoch abbhängig von anderen Ländern (Atom aus Frankreich und ?Fracking?-Gas aus Amerika - was hier aber sonst pfuipfui ist). Amerika, China und Indien werden genau hingeschaut haben und genau so werden die größten Umweltverschmutzer es jetzt mit Sicherheit nicht machen. Daher hat dieses Argument für mich keinen Wert mehr. Leider.

Eine Alternative wäre ein technologischer Ansatz. Gelder, die aktuell in den Klimaschutz fließen, könnten in die Entwicklung gesteckt werden. Dann werden die Forschungsgelder in die Universitäten gesteckt, Forschungspreise unter Schülern erhöht. Die Regierung kann die großen Baustellen fraglos benennen und hier gezielt fördern. Findet natürlich schon statt. Aber eine Ausweitung wäre eine Überlegung. Neue Produkte müssen nicht nur der Umwelt helfen, sondern auch den Bürgern oder Unternehmen. Wenn sie nicht nur grün sind, sondern auch wirtschaftlich, dann läuft so ein Produkt von alleine. Wenn zum Beispiel jemand eine Außenfarbe entwickelt, die die gleiche dämmende Wirkung hat wie eine Fassadendämmung, die würde ich mir besorgen und selber aufpinseln. In diese Richtung, wenngleich Erfolg hier natürlich nicht garantiert ist, könnte es auch gehen.

Wenn einem Politiker, die offensichtlich nie Geldprobleme haben werden,dazu noch in den Urlaub fliegen,dicke Autos fahren, einem etwas von Verzicht erzählen wollen aber nicht begründen und beziffern können was der Verzicht bringt, müssen die sich nicht wundern,dass die Mehrheit nicht mitzieht. Klimaschutz gegen wirtschaftliche Absicherung der Bürger in ein Rennen zu schicken wird nie funktionieren, da wird der Klimaschutz verlieren, darum muss man das anders denken und anders verkaufen und vernünftige,realistische Lösungen anbieten.

Ein wichtiger Punkt. Klimaschutz funktioniert nur dann, wenn du den Bürger abholst und ihn nicht voll Karacho gegen eine grüne Wand laufen lässt.

Beispiel: Ich heize in meinem Haus hauptsächlich drei Räume: Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Badezimmer. Küche nach Bedarf. Warum? In den anderen Räumen (z.B. Schlafzimmer) mag ich es kühler. Auch Arbeitszimmer und Wohnzimmer eigentlich nie über 19 Grad hinaus. Ich will nicht müde werden oder beim Fernsehen wegpennen. Reich völlig hin. Wenn du den Leuten moralisch einreden willst, dass diese Taktik dem Klimaschutz hilft, dann wird niemand mitziehen. Wenn du ihnen die positiven Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel aufzeigst, dann vielleicht schon eher. Wobei ich eine etwas niedrigere Temperatur als viele Menschen eher als angenehm empfinde (ist aber halt auch Gewohnheit). Wenn ich Besuch erwarte heize ich immer etwas höher. Auch in Sachen Gemütlichkeit ist für mich die Reihenfolge: Pullover (ggf. dickerer Pullover), Decke und erst dann die Heizung. Kenne aber auch Leute, die laufen im Winter im T-Shirt durch die Wohnung. Entsprechend warm ist es da halt.

Bin hier eigentlich meist nur stiller Mitleser aber mich würde mal interessieren, was Du denn vorschlägst um die Klimaziele zu erreichen bzw. Maßnahmen durchzusetzen, zumindest noch etwas gegen den menschengemachten Klimawandel und die Unabhängigkeit von fossilen Energien voranzutreiben?

Die Abhängigkeit von fossilen Energien ist ja auch so ein Ding. Wenn wir in Deutschland weniger verbrauchen, dann sinkt der Weltmarktpreis und anderswo wird mehr verbraucht. Gutes Beispiel ist der Russland-Krieg. Seitdem halb Europa kein Öl/Gas mehr aus Russland bezieht, geht das Zeug halt nach Asien. China hat vermutlich schon Bauchschmerzen wegen des vielen Lachens und unter anderem deshalb auch kein gesteigertes Interesse ein Kriegsende positiv zu beeinflussen. Wobei ich die Entscheidung Russland wirtschaftlich zu isolieren trotzdem richtig finde.

Worauf will ich hinau? Auch hier müssen wir global denken. Es gibt halt kein deutsches Klima, was an der Landesgrenze aufhört. Auch hier sehe ich technischen Fortschritt aktuell als beste Chance. Dafür müssen E-Produkte oder andere Entwicklungen aber preislich aufholen. Politisch ließe sich auch steuern... Warum nicht alle jungen Menschen bis 22 Jahre umsonst Öffis fahren lassen? Vielleicht tritt ein Gewohnheitseffekt ein und Autos sind generell weniger gefragt. Könnte man bei Rentnern auch machen. Dann müssten die Öffis aber entsprechend gefördert werden.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Februar 2026, 08:54:47
Dafür müssen E-Produkte oder andere Entwicklungen aber preislich aufholen.
Angeblich gibt es im Rheingraben massenhaft Lithium, damit könnte man eine deutsche Batteriefertigung auflegen. Man schafft Arbeitsplätze, die Autoindustrie bekäme heimische Produkte, anstatt in China kaufen zu müssen und wir wären ein Stückchen autarker geworden.
Ich kann mir aber auch lebhaft vorstellen, welche Farben der Protest gegen solch einen Abbau tragen würde.

Um unabhängiger von Russland und den USA zu werden, wäre es auch in Deutschland möglich, Fracking zu betreiben, die Horrorstories aus den USA stammen noch aus den Anfangszeiten des Frackings, das hat technisch längst im Griff. Aber auch hier ist klar, wer dagegen ist.

Dem Klima nutzt das halt alles nichts, es kostet "nur" Geld, von dem dt. Politiker anscheinend meinen, es fiele gratis und unbegrenzt vom Himmel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.März 2026, 08:15:13
Noch nix zum Thema Irankrieg?

Wenn ich mir die Preise an den Zapfsäulen so ansehe, würde ich mir von unserer Regierung wünschen, dass sie zumindest temporär die Energiesteuern senken würden. Und dass sie der Gier der Gas-, Öl- und Spritkonzerne einen Riegel vorschieben, die jetzt verkauften Öl- und Gasprodukte wurden wesentlich billiger eingekauft als zum derzeitigen Preis. Nichts gegen Marktwirtschaft, aber es gibt nicht umsonst den Wucherparagraphen im deutschen Recht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 05.März 2026, 14:12:02
Die aktuellen Ölpreise zeigen mir mal wieder, wie schwer es ist Leute zum vorrausschauenden Denken zu bewegen. Ist erst ein paar Jahre her, dass wir schonmal so einen Schock hatten. Trotzdem kenne ich massenweise Leute die weiter bei Ölheizungen geblieben sind, Gasheizungen einbauen und mich für das achso alltagsuntaugliche E-Auto ausgelacht haben...

Ich bin bei dir das der Stadt die Gier echt jetzt unterbinden sollte. Ich finde aber auch, dass man die Leute, die sich bewusst in den letzten Tagen gegen E-Autos entschieden haben, jetzt ruhig den Mehrpreis bezahlen lassen kann. Das war ja jetzt kein völlig unvorstellbares Risiko das der Preis wieder hochgeht.

Man könnte ja auch kurzeitig einfach das Deutschlandticket wieder auf 9 Euro runtersetzen.  Dann fällt es leichter auf die Öffis umzusteigen.


Edit: Nochmal der Disclaimer, dass ich weis das es viele gibt, die sich ein E-Auto in der Zeit nicht leisten konnten. Fair wäre es, wenn man es z.B. vom Alter des Autos / Kaufzeitpunkt abhängig machen würde, aber fair ist da jetzt auch verdammt schwer umzusetzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 05.März 2026, 15:10:10
Die aktuellen Ölpreise zeigen mir mal wieder, wie schwer es ist Leute zum vorrausschauenden Denken zu bewegen. Ist erst ein paar Jahre her, dass wir schonmal so einen Schock hatten. Trotzdem kenne ich massenweise Leute die weiter bei Ölheizungen geblieben sind, Gasheizungen einbauen und mich für das achso alltagsuntaugliche E-Auto ausgelacht haben...

Edit: Nochmal der Disclaimer, dass ich weis das es viele gibt, die sich ein E-Auto in der Zeit nicht leisten konnten. Fair wäre es, wenn man es z.B. vom Alter des Autos / Kaufzeitpunkt abhängig machen würde, aber fair ist da jetzt auch verdammt schwer umzusetzen.

Hier, ich bin bei der Ölheizung geblieben. Gut, die tut ihren Dienst ja auch noch. Und Austauschen ohne Zwang macht ohnehin keinen Sinn. Ich habe aber vor wenigen Postings schon einmal vorgerechnet, warum sich eine Elektroheizung bei mir nicht rechnen.

Immerhin scheint das Heizgesetz jetzt wirklich in der vorherigen Form Geschichte zu sein. Gut so!

Was war an dem Gesetz konkret schlecht?

Unnötige Belastung privater Haushalte. Mein konkretes Beispiel: 60er-Jahre Haus, mäßig gedämmt. Um eine Wärmepumpe effektiv betreiben zu können, müsste ich hier locker 50.000+ aufwänden - die neue Heizungsanlage nicht eingerechnet. Und das ist eher optimistisch gerechnet. Denn dabei wäre kein Einbau einer Fußbodenheizung (was empfohlen ist) oder der Austausch von Radiatoren (was ggf. sogar notwendig wäre) inbegriffen.

Von grüner Seite kommt dann immer das Argument, dass sich das mit der Zeit ja lohnt - was in den meisten Fällen aber nicht stimmt. In den 13 Jahren die ich hier wohne habe ich Heizkosten von 900 bis 1.800 (eine Tankladung) gehabt. Meist waren das 12 bis 15 Monate. Gehen wir mal von 1.500 Euro aus (weil es künftig ja eher nicht günstiger wird). Heißt ich könnte über 33 Jahre Heizöl bezahlen, bis sich das ggf. amortisiert. Moment! Ich spare ja gar nicht die gesamten Heizkosten. Zumindest die Hälfte wird wohl noch anfallen. Sagen wir also 66 Jahre. Vielleicht ein wenig weniger, weil die Kosten noch mehr steigen. Dann wäre ich ca. 110 Jahre alt.

Aber warte! Wenn ich 50.000 Euro zu nur 3 % Zinsen anlege (sollte ggf. über Tagesgeld gerade noch so zu machen sein), dann sind das 1.500 Euro im Jahr. Andere Anlageprodukte versprechen sogar eine höhere Rendite. Geld was mir entgeht, wenn ich das Haus entsprechend aufrüste.

Nein, da hilft auch keine Förderung. Die ich als Freiberufler, der von zu Hause arbeitet und sich für schlechte Zeiten ein paar Rücklagen aufgebaut hat, auch gar nicht im nennenswerten Umfang bekommen würde.

Und dann heißt es ja gerne - Einzelfall! Erneut m.M.n. nein. Denn 60 Prozent der Gebäude in Deutschland wurden vor 1978 gebaut und damit vor der ersten Wärmeschutzverordnung.

Ich bin persönlich betroffen, weshalb mir das Thema wichtig war. Kenne aber auch diverse Personen, wo es genauso ist. Eine finanzielle Mehrbelastung der Eigentümer und Mieter (denn Vermieter legen sowas natürlich um), die politisch verschuldet ist. Immerhin hat man jahrelang Gas als Übergangstechnologie angepriesen, nur um hier später (durchaus aus Gründen) einen Rückzieher zu machen. Da hatten aber viele schon einen Gasanschluss gelegt. Bei so wichtigen Fragen darf Politik nicht sprunghaft agieren.

Vielleicht nochmal etwas überspitzt. Wenn ich 100.000 Euro aufwänden müsste, um mein Haus E-Heizungs-fit zu bekommen und ich hier noch 40 Jahre leben will, dann müsste ich jährlich 2.500 Euro einsparen können, damit sich das lohnt. Und da ist nur der reine Finanzbedarf gerechnet und nicht etwaige Zinsen, die ich bei einem Darlehen zu begleichen habe und die mir bei Eigenkapital entgehen. Selbst die aktuell gestiegenen Kosten würden die notwendigen Renovierungen nicht decken.

Falls es irgendwann aber soweit kommt, dann werde natürlich auch ich Alternativen prüfen. Selber kenne ich halt Leute, die sind mit ihrer Wärmepumpe unzufrieden und bereuen den Tausch. In der Regel auch Altbauten, so wie meines. Fairer Weise: Kenne auch Leute, die damit zufrieden sind. Experten haben mir persönlich aber immer abgeraten, sofern ich sie außerhalb ihrer Verkaufsräume befragt habe.

Dein Disclaimer @maturin, den du nur auf E-Autos beziehst, passt also auch auf Wärmepumpen. Wenn die Anschaffungs- und Renovierungskosten zu hoch sind (Grundausgabe), dann lohnt sich auch der günstigere Betrieb nicht.

Ich fahre mein Auto jetzt ca. 23 Jahre. Früher schon zum Studium, heute noch für ca. 3.000 Kilometer im Jahr. Auch hier kann ich mir ein E-Auto definitiv nicht schönrechnen.

Worauf will ich hinaus: Pauschale Aussagen helfen nicht. Eine E-Heizung oder ein E-Auto ist nicht pauschal besser oder schlechter. Es kommt immer auf den Einzelfall an.

Wir können auch Fragen wie ökologisch es ist, dass alle Menschen aus dem Grenzgebiet jetzt 20 Kilometer extra zum tanken ins Ausland fahren. Bei meiner geringen Fahrtreichweite tangiert mich der gestiegene Preis an der Tankstelle wenig. Aber ich verstehe den Ärger vieler, die das Auto täglich benötigen. Zumal der Preis politisch, durch Steuern und Abgaben, viel höher ausfällt, als bei unseren Nachbarn. Und die aktuellen Preise machen ohnehin keinen Sinn, weil das Öl hier noch günstiger eingekauft wurde.

Aber worüber reden wir hier. Der (Heiz-)ölpreis ist doch seit 2022 sicherlich schon zweimal, zumindest aber einmal noch höher gewesen. Solche Ausschläge gibt es. Der geht auch wieder runter und später langsam, weil politisch gewollt, wieder hoch. Womit wir wieder bei dem von dir angesprochenen vorausschauenden Denken sind. Ich habe, obwohl ich locker bis April/Mai hingekommen wäre, Ende Januar/Anfang Februar (weiß ich aktuell gar nicht mehr genau) getankt - also Heizöl. Das Dilemma war ja abzusehen.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.März 2026, 18:08:03
Nochmal der Disclaimer, dass ich weis das es viele gibt, die sich ein E-Auto in der Zeit nicht leisten konnten. Fair wäre es, wenn man es z.B. vom Alter des Autos / Kaufzeitpunkt abhängig machen würde, aber fair ist da jetzt auch verdammt schwer umzusetzen.
Es gibt auch viele Leute, die zur Miete wohnen, sich keine wallbox installieren können und entweder hohe Öl-/Gaspreise zahlen oder an der teuren Sanierung des MFH beteiligt werden. Zumal Strom ja auch nicht wirklich billig ist, hier reißt es dann nur niedriger Verbrauch des eAutos raus, man muss dann aber auch entsprechend schleichen, 130 auf der BAB kann man im Grunde schon knicken.

Zum angedeuteten "Selber Schuld": das Ökoleben muss man sich erstmal leisten können, das ist für Menschen in "normalen" Jobs einfach unerreichbar teuer. Auch, weil das politisch so gewollt ist, mir hallt immer noch der Spruch im Ohr: "Wir werden den Deutschen den Traum vom Auto und vom Eigenheim nehmen". 50% bereits erfüllt, am Auto arbeitet man noch. 2028 gibt es den nächsten "Preisschock" an der Tankstelle, wenn die Politiker die CO2-Abgabe verdreifachen.

Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis die Strompreise wieder durch die Decke gehen, weil wir ja dank AKW-Ausstieg auf die teuren Gaskraftwerke angewiesen sind. Da ist es dann auch mit der Wärmepumpe oder dem eAuto nicht mehr so schön.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 06.März 2026, 10:44:41
Die Preise an den Tankstellen gehen durch die Decke. Ändern Menschen daraufhin ihren Lebensstil?
Nö, es wird nur noch mehr gemeckert und selbst kürzeste Distanzen werden weiterhin mit dem PKW zurückgelegt. Das erlebe ich täglich bei den Arbeitskollegen meiner Frau.
Mitdenken, umstellen, anpassen? Um Gottes Willen, das ist ja unbequem.  ;D
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 06.März 2026, 12:12:31
Die Preise an den Tankstellen gehen durch die Decke. Ändern Menschen daraufhin ihren Lebensstil?
Nö, es wird nur noch mehr gemeckert und selbst kürzeste Distanzen werden weiterhin mit dem PKW zurückgelegt. Das erlebe ich täglich bei den Arbeitskollegen meiner Frau.
Mitdenken, umstellen, anpassen? Um Gottes Willen, das ist ja unbequem.  ;D

Eines der Probleme unserer Gesellschaft. Sind dieselben Personen, die meckern "ich habe kein Geld" und sich am Weihnachtsmarkt einen Glühwein nach dem Nächsten reinzischen oder auf dem Weinfest ein Glas nach dem Nächsten gönnen, weil es "ja dazu gehört".

Alles in Allem ändert es aber nichts daran, dass sich gerade einige Institutionen ordentlich die Taschen voll machen...

Was war das eigentlich mit dem Verbot der illegalen Preisabsprache? Faszinierend, wie alle Tankstellen die Preise gleichmäßig angehoben haben
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.März 2026, 18:37:58
Echt schlimm diese Menschen, die noch so viel Geld haben, um sich was zu gönnen und wenn es nur ein Glühweinbesäufnis ist. Da kann der Staat also noch viel mehr hinlangen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 06.März 2026, 22:41:13
Die Preise an den Tankstellen gehen durch die Decke. Ändern Menschen daraufhin ihren Lebensstil?
Nö, es wird nur noch mehr gemeckert und selbst kürzeste Distanzen werden weiterhin mit dem PKW zurückgelegt. Das erlebe ich täglich bei den Arbeitskollegen meiner Frau.
Mitdenken, umstellen, anpassen? Um Gottes Willen, das ist ja unbequem.  ;D

Eines der Probleme unserer Gesellschaft. Sind dieselben Personen, die meckern "ich habe kein Geld" und sich am Weihnachtsmarkt einen Glühwein nach dem Nächsten reinzischen oder auf dem Weinfest ein Glas nach dem Nächsten gönnen, weil es "ja dazu gehört".

Alles in Allem ändert es aber nichts daran, dass sich gerade einige Institutionen ordentlich die Taschen voll machen...

Was war das eigentlich mit dem Verbot der illegalen Preisabsprache? Faszinierend, wie alle Tankstellen die Preise gleichmäßig angehoben haben
Vor allem, da der Sprit den die verkaufen noch der günstige ist... Der Preis wird, wenn es wieder runtergeht aber solange oben bleiben, bis alles abverkauft ist...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 09.März 2026, 09:53:15
Klar trifft das ganze nicht nur Leute, die es sich leisten können. Aber in meiner Bubble, und auf die Aussage bezogen, sind trotzdem ein Großteil der Leute in der Lage eine Entscheidung zu treffen. Wenn man die für fossile Brennstoffe trifft, dann darf man später nicht über hohe Preise jammern und schreien, dass der Staat einen unterstützt.

Genau die Aussage zum E-Auto bezeichnet es aber auch, man muss mit 130 schleichen, daher alternativlos - Einschränkungen darf es nicht geben. Es ist frustrierend, dass wir unseren Lebensstil anpassen müssen, aber es ist auch alternativlos. Je nach persönlicher Situation hat man mehr oder weniger Entscheidungsoptionen. Leider sind die besten Optionen häufig so schlecht unterstützt (Bahn, ÖVP, Fahrrad) das sie nur von denen genutzt werden die gar keine Alternative haben.

@veni_vidi_vici: Die Frage die sich bei Hausbesitzt halt immer stellt ist wann man in modernisierung investiert, wir haben einen Sanierungsstau von 40 Jahren, nur Fenster wurden getauscht. Das kann man jetzt auch nicht einfach 20 Jahre weiter schieben und hoffen das es weiter gut. Geht. Bei deinem Heizverhalten müssten die Kosten aber dann auch sehr gering sein oder, egal welcher Energieträger? Dann macht es natürlich wie beim Auto schon Sinn das ganze einfach "kaputt" zu nutzen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 09.März 2026, 11:10:02
@veni_vidi_vici: Die Frage die sich bei Hausbesitzt halt immer stellt ist wann man in modernisierung investiert, wir haben einen Sanierungsstau von 40 Jahren, nur Fenster wurden getauscht. Das kann man jetzt auch nicht einfach 20 Jahre weiter schieben und hoffen das es weiter gut. Geht. Bei deinem Heizverhalten müssten die Kosten aber dann auch sehr gering sein oder, egal welcher Energieträger? Dann macht es natürlich wie beim Auto schon Sinn das ganze einfach "kaputt" zu nutzen.

Trotz schlechter Sanierung liegen meine Heizkosten unter dem Durchschnitt eines Hauses und Haushalts dieser Größe. Das steigert für mich aber das Ungerechtigkeitsempfinden aber nur noch mehr. Ja, dass gilt gewissermaßen unabhängig vom Energieträger. Aber umso weniger lohnt sich eine teure Renovierung - sagst du mit dem "Kaputtnutzen" ja selber.

Ist nicht so als würde ich nicht renovieren. Fenster habe ich letztes Jahr ausgetauscht. Aber trotzdem nur auf Zweifachverglasung. Mir wurde, sogar vom Fensterbauer selber, abgeraten eine Dreifachverglasung zu verwenden. Dann wären die Fenster besser gedämmt als die Hauswand. Effekt: Kondenswasser an den Rändern - Schimmel. Dieses oder nächstes Jahr ist der Dachboden dran - Dämmung aufwerten. Ich bin nicht gegen zielgerichtete Maßnahmen (die sich rechnen müssen).

ABER die Hausfassade rechnet sich nicht in meinen Lebzeiten. Und ohne diesen Part ist eine reine Elektroheizung schwierig. Bei einer Wärmepumpe müsste ich wohl obendrein Heizkörper austauschen, ggf. lieber mit Fußbodenheizung und am besten noch mit Photovoltaik - was hier schon wieder schwierig ist, weil meine Nachbarn mit Bäumen für ordentlich Schattenwurf sorgen. Außerdem ist bei meinem 60er Jahre Haus auch gar nicht gesichert, dass die Wärmeleistung einer Wärmepumpe an kalten Tagen dann ausreicht.

Ich bin nicht gegen ökologische Maßnahmen. Ich bin nicht gegen eine vernünftige Renovierung/Modernisierung meines Hauses. Ich bin aber gegen eine ideologiegetriebene Energiepolitik, die mich finanziell vermutlich auf mittlere Sicht eine sechsstellige Summe kostet (kosten würde). Und damit bin ich sicherlich nicht alleine.

Randnotiz: Ich fahre im Jahr unter 3.000 km mit dem Auto, bin in den letzten 28 Jahren einmal geflogen (zweimal wenn wir den Rückflug einberechnen), war noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff, empfinde 18 bis 19 Grad in meinen Wohnräumen als Optimaltemperatur, etc. Mein ökologischer Fußabdruck dürfte nicht zu riesig sein. Was sich vernunftbasiert anbietet, dass werde ich umsetzen. Das darf aber wirtschaftlich dann kein Totalausfall sein. Ölheizung ist sicherlich nicht optimal, war beim Kauf aber erst 2,5 Jahre alt. Gasanschluss war gelegt. Haben hier in der Straße alle gemacht. Sollte ja die Brückentechnologie sein. Mal sehen wie viele jemals den Anschluss, der ja wieder politisch gesteuert gekostet hat, wirklich nutzen werden. Ist halt für Privathaushalte ein Problem, auch wenn es Gründe gibt, wenn die Politik schnell von Öl zu Gas auf Elektro springt. Die Lebensplanung geht halt über 4 Jahre hinaus. Hinterfrage in ökologischer Sicht übrigens auch meinen Fleischkonsum. Hier habe ich aber noch Luft nach oben.

ÖPNV ist hier auch. Komme ich zum Supermarkt? Ja. Fahrtzeit: 15 Minuten. Top. Komme ich zurück? Ja und zwar ungefähr 2 bis 2,5 Stunden später... Zu meinen Eltern käme ich nicht oder nur über große Umwege. Die nächstgrößere Stadt wird per Bus nicht angefahren, weil in einem der Nachbarorte ein Zug dorthin fährt. Dort will aber niemand sein Fahrrad abstellt, weil die Zweiräder dort regelmäßig demoliert werden. Etc. Wenn es die Infrastruktur hergäbe, ich hätte kein Problem ganz auf mein Auto zu verzichten. Aber das wäre hier mit so einem enormen Zeitaufwand verbunden.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.März 2026, 19:54:44
Wenn man die für fossile Brennstoffe trifft, dann darf man später nicht über hohe Preise jammern und schreien, dass der Staat einen unterstützt.
Du weißt aber schon, dass der Staat massiv bei den fossilen Brennstoffen abkassiert? Die hohen Preise in Deutschland sind keine Naturgewalt, sondern staatlich verordnet, selbst im Hochsteuerland Belgien ist der Sprit 20-30 Cent günstiger.

Zitat
Genau die Aussage zum E-Auto bezeichnet es aber auch, man muss mit 130 schleichen, daher alternativlos - Einschränkungen darf es nicht geben.
Das war nicht meine Aussage. Wenn man mit dem eAuto "rast", dann ist es schnell vorbei mit dem Preisvorteil. Ganz besonders dann, wenn man an einer Ladestation laden muss, da wird man in D nämlich auch abgezockt.

Zitat
Es ist frustrierend, dass wir unseren Lebensstil anpassen müssen, aber es ist auch alternativlos.
Wenn ALLE Menschen in ALLEN Industrienationen mitmachen, bin ich dabei. Solange das aber nur zu unseren Lasten geht und uns unseren Wohlstand kosten wird, solange werde ich diese Beutelschneiderei unter dem Deckmantel des "Klimaschutzes" kritisieren. Mit "uns" meine ich D im Speziellen und die EU im Allgemeinen.

Zitat
Dann macht es natürlich wie beim Auto schon Sinn das ganze einfach "kaputt" zu nutzen.
Das macht IMMER Sinn, wenn man an Nachhaltigkeit denkt.

Edit, gerade gelesen: Orban will den Spritpreis deckeln. Bin gespannt, ob Merz auch auf die Idee kommt oder ob es nur bei der kontraproduktiven Mietpreisbremse bleibt. Österreich will Steuern und Abgaben auf Treibstoffe senken. Kroatien und Südkorea deckeln auch die Spritpreise.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 10.März 2026, 09:21:10
Wenn man die für fossile Brennstoffe trifft, dann darf man später nicht über hohe Preise jammern und schreien, dass der Staat einen unterstützt.
Du weißt aber schon, dass der Staat massiv bei den fossilen Brennstoffen abkassiert? Die hohen Preise in Deutschland sind keine Naturgewalt, sondern staatlich verordnet, selbst im Hochsteuerland Belgien ist der Sprit 20-30 Cent günstiger.

Die aktuellen Preissteigerungen kommen von den Konzernen. Die Steuern und Abgaben auf den Sprit bleiben ja im Verhältnis gleich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.März 2026, 09:44:54
Die Steuern und Abgaben auf den Sprit bleiben ja im Verhältnis gleich.
Die MWSt. nicht, bei den anderen Steuern und Abgaben weiß ich grad nicht, ob das fixe Beträge sind. Ich erwarte aber auch nichts von der Regierung, es werden jetzt große Reden geschwungen, aber dann auf Zeit gespielt, ist sicher wieder ein sehr komplexes Thema, wo man - im Gegensatz zu anderen Ländern - leider, leider so schnell nichts machen kann.

Zu den Konzernen hatte ich ja bereits etwas geschrieben: "Und dass sie der Gier der Gas-, Öl- und Spritkonzerne einen Riegel vorschieben, die jetzt verkauften Öl- und Gasprodukte wurden wesentlich billiger eingekauft als zum derzeitigen Preis. Nichts gegen Marktwirtschaft, aber es gibt nicht umsonst den Wucherparagraphen im deutschen Recht."

Hat man denn in dem Sinne schon etwas in die Wege geleitet oder bleibt es auch da beim Reden schwingen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 10.März 2026, 10:00:04
Die Mwst sorgt aber nicht für solche Preissteigerungen. Bei 10 Cent/L mehr sind es ca. 2 Cent Mwst und 8 Cent Gewinn.

Es wird halt immer nur nach konservativer Politik & Kapitalismus geschrieben bis es einen (z.B. an der Tankstelle) selbst betrifft. Dann möchte man plötzlich Linke Methoden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.März 2026, 10:38:44
Wäre mir neu, dass eine temporäre Steuersenkung und der Wunsch, das Bundeskartellamt möge sich die Sache ansehen, "linke Methoden" wären.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 10.März 2026, 23:53:12
Die Mwst sorgt aber nicht für solche Preissteigerungen. Bei 10 Cent/L mehr sind es ca. 2 Cent Mwst und 8 Cent Gewinn.

Es wird halt immer nur nach konservativer Politik & Kapitalismus geschrieben bis es einen (z.B. an der Tankstelle) selbst betrifft. Dann möchte man plötzlich Linke Methoden.


Solange bis die Kosten nachziehen. Sobald die Tanks erstmal geleert sind, werden es keine 8 Cent Gewinn sein. Ist falsch, dass man jetzt das günstige Benzin noch teuer verkauft, aber dazu hat Rossi schon geschrieben, dass die Politik da nur zusieht. Warum auch den armen Arbeiter unterstützen, der zur Arbeit pendelt... Die spD hat ja gezeigt, wie man erfolgreich auf 5% bei den Arbeitern in BaWü schrumpft (Arbeiterpartei ja genau).
Der ADAC hat sich übrigens am 04.03.2026 mal die Zusammensetzung des Spritpreises angesehen. E10 war damals bei 1,94 €. Davon waren 65,4 Cent alleine (!) die Energiesteuer. Dann 15,7 Cent CO2-Abgabe und 31 Cent MwSt. Macht zusammen : 1,12 € pro Liter nur Steuern und Abgaben! 81,9 Cent bleiben bei den Tankstellen, die davon das Öl einkaufen müssen, Strom und Miete sowie Mitarbeiter bezahlen müssen etc. Schau dir doch erstmal die Zusammensetzung an. In den Niederlanden ist das mit den Abgaben auf Benzin noch schlimmer. Das ist mittlerweile der stärkste Treiber des Benzinpreises und im Moment kommt die Weltlage und auch Gier dazu. Damit haben wir ein grausames Triumvirat. Aber den Staat jetzt als unschuldig darzustellen ist schon wild.


@Veni_Vidi_Vici
Die Rechnung für das e-Auto sähe auch ganz anders aus, wenn unsere Strompolitik nicht so verfehlt wäre. In Deutschland ist der Strompreis so durchschnittlich bei 34 Cent pro kwH Ököstrom + monatliche Grundgebühr. Da ich in meinem Portfolio auch "Eneuerbare-Energie-Aktien" besitze, habe ich mir vorher auch diese Unternehmen angesehen. Eines wäre z.B. aus Österreich. Nennt sich Verbund und ich verlinke hier mal den Österreich-Tarif : https://www.verbund.com/de/privat/strom/verbund-strom
15 Cent pro kwH, im ersten Jahr 11,6 Cent pro kwH. Das ändert jede e-Auto-Kalkulation komplett. Ist übrigens 100% Strom aus erneuerbaren Energien (Wasserkraft). Aus meinem Umfeld weiß ich von den e-Auto-Fahrern, dass diese etwa 16-20 kwH/100km brauchen. In Deutschland werden daraus 5,44-6,80 Euro auf 100km, in Österreich wären wir bei 2,40-3,00 Euro pro 100km. Das gilt aber nur, wenn du zu Hause lädst. Unsere Politikversager haben nämlich komplett außer Acht gelassen, was für Preis an Ladesäulen aufgerufen werden. 40-60 Cent beim langsamen AC (Wechselstrom) und 60-85 Cent für DC (Schnellladen). Beim Schnellladen bin ich mit meinem Benziner günstiger trotz der hohe Staatsquote am Spritpreis. Da brauche ich mich nicht über ein Floppen von e-Autos zu wundern. Das ganze steht und fällt mit der Ladestruktur und den Preisen dort. Die ganze Preisstruktur ist übrigens ein Witz an den Ladesäulen.
@ Maturin : Wenn du E-Mobilität fördern willst gäbe es folgenden Plan.
1. Keine Importzölle auf chinesische e-Autos + Zusage von deren Seite, die Preise nicht zu hoch über die Preise in China zu erhöhen
2. Einheitliche Bezahlkarten für Ladesäulen und Preise auf einem erträglichen Niveau (nicht 60-85 Cent pro kwH), dazu mehr Transparenz
3. Eventuell E-Autoförderung wie jetzt (6000 Euro) bei einem Jahreseinkommen (versteuerbares Einkommen) von unter 60000 €
=> Wir werden die E-Auto-Nation in Europa.
Genau das machen wir aber nicht, sondern bestrafen einfach die Leute weiter, die Verbrenner fahren und nicht auf Mobilität verzichten können. So macht man halt sein Land kaputt, anstatt es zu modernisieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 12.März 2026, 07:19:44
Grundsätzlich bin ich dabei, allerdings muss man Technologien wie Ladesäulen auch eine gewisse Zeit zur konsolidierung geben. Allerdings darf man auch nicht übersehen, dass man 2025 in Deutschland immer noch nur 20% der Neuzulassungen E-Autos waren. Hybrid waren es 40%.Von insgesamt fast 3 Millionen Neuzulassungen bei 41 Haushalten.

Es ist also auch rein statistisch teil der Wahrheit, dass sich letztes Jahr mehr als 5% der Haushalte ein neues (!) Auto gekauft haben. Und zumindest all denen waren Risiko und Kosten von Diesel und Benziner ja bewusst und dürfen jetzt eigentlich nicht nach Entlastung schreien.

Viele möchten sich halt nicht umstellen was Tanken / zu Laden, Geschwindigkeit auf der Autobahn, Reise in den Urlaub angeht etc... Aber dann muss es mir auch höhere Benzinpreise wert sein.

Was die Ladeinfrastruktur angeht gibt es natürlich immer noch viel zu tun und auch bei den Preisen bin ich bei dir, wobei das mit Ladeapp ehr bei 50 Cent liegt und die mittlerweile auch sehr weiträumig funktionieren. Ich finde es allerdings auch sehr positiv wenn man für Privatleute ohne Firmenwagen z.B. E-Auto Strom anbieten würden oder andersweitig eine vergleichbare Entlastung zur 0,25% Regel finden würde. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 12.März 2026, 08:24:43
Du sprichst zum Start aber nur von Neuwagen, oder? Wer sich einen Neuwagen leisten kann oder möchte, der hat ggf. tatsächlich weniger ein Problem mit den höheren Spritpreisen. Ich kenne aktuell tatsächlich niemanden, der sich kürzlich einen Neuwagen - egal ob Benziner oder Elektrisch - geholt hat. Hier fehlt mir also der Vergleichswert.

Jeder hat das Recht auf Verlässlichkeit zu pochen. Mal abgesehen davon, dass der aktuelle Anstieg der Kosten vermutlich temporär ist. Andere Länder haben Entlastungen auf den Weg gebracht. Deutschland ist da einfach spät dran. Es geht doch nicht immer nur um die private Umwelt- und Wirtschaftsbilanz. Auch der Staat verdient einerseits an der Steuer und ist andererseits auf die Mobilität seiner Steuerzahler angewiesen. Lohnt sich das Autofahren nicht mehr, dann sind Jobwechsel oder Verluste ebenfalls möglich.

In China bekommst du ein E-Auto vermutlich für umgerechnet 4.500 Euro. Eine dauerhafte Umstellung erreichst du nur über die Brieftasche. Und hier ist eine Vergünstigung das verträglichere Mittel als eine Verteuerung. Problem: Deutsche Autobauer haben bei den E-Autos schon jetzt eine niedrigere Marge als bei den Benzinern (soweit ich weiß). Das ist ggf. auch Teil des Problems, mit denen die Autobauer zu kämpfen haben (neben vielen weiteren).

Nehmen wir einmal an die Anschaffungskosten sind bei E-Auto 4.000 Euro höher (je nach Modell/Kategorie kann es ein wenig günstiger oder sogar ne ganze Ecke teurer sein). Dann kommt noch die Wallbox hinzu, wenn ich daheim günstiger tanken will. Ich fahre vielleicht 2.500 km im Jahr. Selbst bei einer Ersparnis von 200 Euro, was aktuell ein Großteil meiner jährlichen Tankkosten ausmachen würde, wäre ich erst nach 20+ Jahren Break-even. Bis dahin bräuchte ich schon ein neues Auto.

Auch für Leute, die unterwegs tanken müssen, verteuert sich die Rechnung. E-Autos können sinnvoll sein, aber hier so zu tun als wären sie alternativlos und das Beste überhaupt, dass ist halt einfach nicht wahr. Es kommt immer auf den Einzelfall an und der schlägt halt oftmals zu Ungunsten des E-Autos aus. Politik sollte doch auch für die Bürger gemacht werden, oder? Und nicht nur für die E-Auto-Fahrer? Hier müssen alle Interessen bestmöglich berücksichtigt werden. Natürlich darf also jeder nach Entlastung schreien, besonders wenn die Spirtpreise hier im Vergleich zu unseren Nachbarn so hoch sind - politisch gewollt und nicht aus reiner Notwendigkeit. Ein normaler Preisanstieg muss bei der Wahl zwischen E-Auto und Benziner eingepreist sein. Aktuell ist aber eine Ausnahmelage. Da darf die Politik also gerne handeln. Meine Meinung, auch wenn mich das Thema als Wenigfahrer entsprechend kaum tangiert.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.März 2026, 09:58:37
Und zumindest all denen waren Risiko und Kosten von Diesel und Benziner ja bewusst und dürfen jetzt eigentlich nicht nach Entlastung schreien.
Vllt. haben die auch der Regierung geglaubt und mit einer Entlastung nach dem Wahlkampf gerechnet? Ich finde das auch eine merkwürdige Logik: "Hey, du kaufst dir ein neues Auto? Dann lebe damit, dass der Staat dich ausplündert und beschwere dich nicht!" Warum kümmern sich eigentlich andere Staaten besser um ihre Bürger, deckeln Spritpreise oder senken Steuern und Abgaben?

Man sieht es auch an den Evakuierungsflügen aus dem Nahen Osten, dt. Politiker labern und palavern noch, gründen Ausschüsse und Unterausschüsse, da sind die Flieger anderer Staaten schon wieder auf dem Rückweg. Von dieser Posse um das Nachtflugverbot in FFM und der Tatsache, dass man den Flug auch noch selber bezahlen soll, mal gar nicht erst zu reden. Manchmal habe ich das Gefühl, deutschen Politikern sind ihre Bürger scheißegal, die sollen nur arbeiten, bezahlen und ansonsten nicht zur Last fallen und vor allen Dingen das Maul halten, sonst werden strenge Strafgesetze erlassen und - anders als bei einer gewissen Klientel - auch hart durchgesetzt.

Zurück zur Energie. Beim Strom ist es ja nur ein wenig erträglicher, da gehen aber auch ca. 30% für Steuern und Abgaben drauf und dem Klima bringt es sowieso nichts, weil wir - allem EE-Ausbau zum Trotz - dreckigen Strom produzieren. Und dafür haben wir jetzt schon hunderte Milliarden EUR verprasst. Dass man mit seinen Steuern die EEG-Unlage weiter bezahlt merkt schon keiner mehr. Die von der Stromrechnung zu entfernen, war auch so ein bauernschlauer grüner Trick Habecks zur Bürgerverarschung.

Aber selbst von günstigerem Strom hat man nichts, wenn man mit seinem eAuto irgendwo Laternenparker ist und weder Wallbox noch Steckdose in der Nähe hat. Gerne wird von der besten Konstellation ausgegangen: hohes Einkommen, Eigenheim mit dicker Dämmung, plus fette PVA auf dem Dach plus Wärmepumpe. "Was wollt ihr eigentlich, ich spare an laufenden Kosten! Warum seid ihr so doof und macht das nicht nach?" Aber wie viel Prozent der Bevölkerung können so leben? Ca. 55% der Menschen leben zur Miete, sind also vom Ideal schonmal per se ausgeschlossen und dank der politisch gewollten extrem hohen Baukosten werden sie auch endgültig davon ausgeschlossen bleiben. Wie viele der Eigenheimbesitzer finanziell in der Lage wären, eine Investition in Dämmung, Wärmepumpe, PV und eAuto zu stemmen, weiß ich nicht.

Und da fängt dann das Dilemma an, man will die Menschen dazu zwingen, "klimaneutral" zu leben (ob sie das können oder nicht) oder man nimmt ihnen noch mehr Geld ab. Und das ist das Perfide an der Sache, man schraubt den Preis zu "Strom-Alternativen" einfach immer höher und kann dann breit grinsend erklären, dass der dumme Michel ja schließlich selber Schuld sei, dass er nicht das tut, was die Herrschenden wollen. Dass Michel immer weniger Geld zur Verfügung hat und selbst zB. an Lebensmitteln sparen muss, ist egal, aber wenn der dann wütend wird und sein Kreuz bei der AfD macht, dann wird sich über den "Nazi" aufgeregt.

Und wozu das alles? Für einen imaginären "Klimaschutz", auf den Deutschland sowieso nur minimalen Einfluss hat. Total gaga. Das wird noch richtig böse knallen in Deutschland, spätestens dann, wenn der wirtschaftliche Niedergang immer mehr Arbeitslosigkeit nach sich zieht und der Sozialstaat unbezahlbar wird und man wieder an der Suppenküche Schlange stehen muss. Der Irankrieg hat durchaus das Potential, eine Weltwirtschaftskrise auszulösen, besonders, wenn der Krieg sehr viel länger dauert, als angenommen. Und ja, auch daran haben deutsche Politiker - allen voran Frank-Walter Steinmeier (SPD) - mit ihrem dämlichen JCPOA ihren Anteil.

Zitat
Viele möchten sich halt nicht umstellen was Tanken / zu Laden, Geschwindigkeit auf der Autobahn, Reise in den Urlaub angeht etc...
Wie viele sind denn viele, gibt es dazu repräsentative Umfragen? Dass die Majorität der Deutschen nicht so leben kann, weil man sich den grünen Lifestyle schlichtweg nicht leisten kann, erschließt sich dir nicht? Wie viele Privatmenschen kaufen sich eigentlich einen Neuwagen? Der Großteil dürften Leasingkarren sein, wovon wiederum ein Großteil von Unternehmen für ihre Mitarbeiter geleast werden. Wer der dt. Autoindustrie den endgültigen Todesstoß versetzen will, der legt die Axt ans "Dienstwagenprivileg".

Nachricht von gestern: VW will 50.000 Jobs streichen. Jetzt kann man sich natürlich auch hinstellen und sagen: "Selber Schuld, warum arbeiten die auch in der Autoindustrie und nicht bei einer linken NGO, die mit Steuergeld gefüttert wird?" Für die deutsche Volkswirtschaft sind solche Meldungen mittlerweile aber Alltag, dazu kommen noch die vielen verlorenen Arbeitsplätze bei KMU, von denen man kaum was hört, 7 Entlassungen hier, 50 Entlassungen da, 170 Entlassungen dort, der stille Tod des Mittelstandes. Aber hey, so eine Insolvenz ist ja nicht schlimm, man produziert halt einfach nicht. Wo das Geld für den üppigen Sozialstaat kommen soll, wenn kaum noch produziert wird, das scheint den Politikern egal zu sein, die sind dann eh nicht mehr in Amt und "Würden" sondern liegen irgendwo in der Sonne und genießen ihr Leben, deren üppige Altersversorgung ist - anders als die karge Rente der Bürger - 100% sicher.

Zitat
Ich finde es allerdings auch sehr positiv wenn man für Privatleute ohne Firmenwagen z.B. E-Auto Strom anbieten würden oder andersweitig eine vergleichbare Entlastung zur 0,25% Regel finden würde.
Warum? Risiko und Kosten von eAutos waren ja bewusst und die dürfen jetzt eigentlich nicht nach Entlastung schreien. (Leicht abgewandelt von mir)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 12.März 2026, 10:39:30
Und zumindest all denen waren Risiko und Kosten von Diesel und Benziner ja bewusst und dürfen jetzt eigentlich nicht nach Entlastung schreien.
Vllt. haben die auch der Regierung geglaubt und mit einer Entlastung nach dem Wahlkampf gerechnet? Ich finde das auch eine merkwürdige Logik: "Hey, du kaufst dir ein neues Auto? Dann lebe damit, dass der Staat dich ausplündert und beschwere dich nicht!" Warum kümmern sich eigentlich andere Staaten besser um ihre Bürger, deckeln Spritpreise oder senken Steuern und Abgaben?

Die letzten Preiserhöhungen sind aber nunmal Markteffekte und keine Ausplünderung vom Staat. Wenn man neoliberalisten wählt sollte einem bewusst sein, dass die einen nicht gerne vor den negativen Seiten der Marktwirtschaft schützen. Das machen die nur bei Banken und Großunternehmen.


Zitat
Viele möchten sich halt nicht umstellen was Tanken / zu Laden, Geschwindigkeit auf der Autobahn, Reise in den Urlaub angeht etc...
Wie viele sind denn viele, gibt es dazu repräsentative Umfragen? Dass die Majorität der Deutschen nicht so leben kann, weil man sich den grünen Lifestyle schlichtweg nicht leisten kann, erschließt sich dir nicht? Wie viele Privatmenschen kaufen sich eigentlich einen Neuwagen? Der Großteil dürften Leasingkarren sein, wovon wiederum ein Großteil von Unternehmen für ihre Mitarbeiter geleast werden. Wer der dt. Autoindustrie den endgültigen Todesstoß versetzen will, der legt die Axt ans "Dienstwagenprivileg".
[/quote]

Auch wer einen Firmenwagen bekommt hat im allgemeinen Auswahlmöglichkeit ob er ein E-Auto nimmt, wenige Ausnahmen für Vertriebler mal ausgeschlossen. Auf die Schnelle habe ich knapp 33% Privatneuzulassungen gefunden. Davon jeder 5te Elektro. Das zeigt meiner Meinung nach halt, dass genügend Leute die durchaus positive Entscheidungen Richtung Klima treffen können sich dagegen entscheiden.

Zitat
Ich finde es allerdings auch sehr positiv wenn man für Privatleute ohne Firmenwagen z.B. E-Auto Strom anbieten würden oder andersweitig eine vergleichbare Entlastung zur 0,25% Regel finden würde.
Warum? Risiko und Kosten von eAutos waren ja bewusst und die dürfen jetzt eigentlich nicht nach Entlastung schreien. (Leicht abgewandelt von mir)
[/quote]

Richtig, aber wenn man Veränderung will gibt es nur zwei Möglichkeiten Entscheidungen zu beeinflussen, entweder man verteuert Alternative 1 oder vergünstigt Alternative 2. Da verteuern überproportional hart die schlecht gestellteren betrifft, wie du ja richtig hervorhebst, wäre ich dafür die Alternative günstiger zu gestalten.

Ich lese allerdings raus, dass wir in der Grundannahme auseinanderliegen. Ich finde, dass die EU / Deutschland versuchen sollte ihren Beitrag zur Reduktion des Klimawandels beizutragen, auch wenn die Ausführung nicht ideal ist.

In deinen Aussagen wird klar, dass du das für nicht machbar hälst und man sich dem realpolitischen Druck beugen sollte um Wohlstand zu verteidigen. 

Wenn das die Grundpositionen sind ist es klar, dass wir viele Situationen anders beurteilen werden. Ich persönlich kann dieses Gewinne individualisieren, Verluste sozialisieren das wir seit der Bankenkrise betreiben nicht mehr sehen, der Staat, ob fett oder dünn ist schon lange nur noch eine Geisel der Industrie.


@veni_vidi_vici: Ja, mir geht es um Neuwagen, sonst ist es halt einfach auch nicht fair im Vergleich. Ich denke aber das die wenigsten mit einem Auto so wenig fahren wie du. Bei mir sind es z.B. knapp 20.000 km im Jahr. Ich würde einen besser ausgebauten und günstigern OVP bevorzugen, aber die Realität der Bahn macht das unmöglich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 12.März 2026, 11:38:13
Ich würde - nebenbei bemerkt - auch einen besser ausgebauten ÖPVN bevorzugen. Doch der Supermarkt-Einkauf dauert dann schnell 2 Stunden länger, meine Eltern sind nicht zu erreichen und spontane Ausflüge mit Freunden in Richtung Kino etc. sind hier auf dem Dorf praktisch unmöglich, auch generell private Treffen, weil ja nicht alle bei mir in der Nachbarschaft wohnen. Und selbst wo es möglich ist, da ist es ein sehr ungünstiger Tausch Geld gegen Lebenszeit. Hier gewinnt die Lebenszeit.

Ich lese allerdings raus, dass wir in der Grundannahme auseinanderliegen. Ich finde, dass die EU / Deutschland versuchen sollte ihren Beitrag zur Reduktion des Klimawandels beizutragen, auch wenn die Ausführung nicht ideal ist.

In deinen Aussagen wird klar, dass du das für nicht machbar hälst und man sich dem realpolitischen Druck beugen sollte um Wohlstand zu verteidigen. 

Wenn das die Grundpositionen sind ist es klar, dass wir viele Situationen anders beurteilen werden. Ich persönlich kann dieses Gewinne individualisieren, Verluste sozialisieren das wir seit der Bankenkrise betreiben nicht mehr sehen, der Staat, ob fett oder dünn ist schon lange nur noch eine Geisel der Industrie.

Spritpreise sind mir nicht so wichtig (weil ich wenig fahre), hier hake ich aber auch mal kurz rein. Es braucht ein Umdenken bei der grünen Transformation. Deutschland allein wird es nicht schaffen. Bis vor einigen Jahren habe ich die Aussage "Wenn Deutschland es schafft, dann werden andere es nachmachen" noch nachvollziehen können. Spätestens seit der Ampel sind wir aber das internationale Gespött in Sachen Umwelt-, Energie- und Wirtschaftspolitik. Diese Bereiche lassen sich halt nicht trennen. Ich bin sogar der Meinung, dass wir mit unserem schlampigen Vorgehen der Umwelt eher geschadet haben. Mag es daran liegen, dass nicht alle mitgezogen haben oder dass es nicht funktioniert hat. China, USA und Co haben sich das genau angeschaut und genau so wie Deutschland werden sie es definitiv nicht machen.

Seither würde ich ein Umlenken auf einen stärker technologischen Ansatz oder auf international verbindliche Bemühungen mehr schätzen. Oder die Bevormundung (Heizung im Keller, etc.) weicht mal einer besseren Aufklärung. Viele Leute wissen gar nicht, was sie mit 2 Grad weniger Zimmertemperatur an Geld einsparen können. Etc.

Nebenbei ist nichts gewonnen, wenn überspitzt gesagt nur Deutschland sich für den Klimaschutz einsetzt. Einmal hört das Klima nicht an der Landesgrenze auf. Dann ruinieren wir im Zweifel unsere Wirtschaft. Womit uns auch Gelder fehlen um die Folgen des Klimawandels abzumildern.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 12.März 2026, 12:19:44
Wenn man Weltweit schaut dann muss man einmal auf China und Indien schauen. Indien hat seine CO2 Ziele von 2030 oder 2040 jetzt schon erreicht.
China errichtet mehr Erneuerbaren wie kein anderes Land der Welt und dort sinken (!) die CO2 Emissionen.

Jetzt macht man in Deutschland die Wirtschaft & Klima kaputt indem man auf veraltete Technologien setzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.März 2026, 12:23:58
Die letzten Preiserhöhungen sind aber nunmal Markteffekte...
Nope, MWSt.! Eine Preisexplosion aufgrund eines Krieges kann man zwar als Markteffekte bezeichnen, trotzdem kann der Staat seine Bürger temporär unterstützen und Steuern und Abgaben senken, bis sich das wieder beruhigt hat.

Zitat
Wenn man neoliberalisten wählt...
Was für eine sinnfreie Aussage aus der marxistischen Mottenkiste, es gibt in D keine neoliberale Partei, noch nichtmal die FDP ist ansatzweise neoliberal. In D herrscht die soziale Marktwirtschaft, mit einer fetten Überbetonung auf "sozial" plus eine Staatsquote jenseits von 50%.

Zitat
Das zeigt meiner Meinung nach halt, dass genügend Leute die durchaus positive Entscheidungen Richtung Klima treffen können sich dagegen entscheiden.
Wie viele sind denn nun "viele", die aus reiner Bequemlichkeit kein eAuto kaufen, obwohl sie es sich leisten könnten? Und wie hoch ist der Effekt für das Klima, wenn die Deutschen privat eAutos kaufen und die dann mit dreckigem Strom laden?

Zitat
Richtig, aber wenn man Veränderung will...
Was außer Acht lässt, dass diese Veränderungen von oben oktroyiert werden, der Souverän will diese Veränderung nicht derart, dass Deutschland deindustrialisiert wird und deswegen verarmt.

Zitat
...wäre ich dafür die Alternative günstiger zu gestalten.
Wie würdest du das machen?

Zitat
Ich finde, dass die EU / Deutschland versuchen sollte ihren Beitrag zur Reduktion des Klimawandels beizutragen...
Ja, das sollten D und die EU tun, aber so, dass wir unseren Wohlstand und unseren Sozialstaat nicht gefährden. Denn das gefährdet sonst unsere Demokratie, das führt dazu, dass sich die Menschen radikalen/extremen Parteien zuwenden und egal ob die Scheiße braun oder dunkelrot ist, es bleibt Scheiße.

Zitat
...auch wenn die Ausführung nicht ideal ist.
Die EU hat zumindest erkannt, dass Kernkraft dringend notwendig ist. D wird nicht mitmachen, die Folgen werden wir in 20 Jahren sehen.

Zitat
In deinen Aussagen wird klar, dass du das für nicht machbar hälst und man sich dem realpolitischen Druck beugen sollte um Wohlstand zu verteidigen.
Doch, die Energiewende wäre machbar gewesen, aber das haben die Grünen wegen ihrer Anti-AKW-Ideologie unmöglich gemacht.
Ich hätte das so gemacht:

Zitat
Ich persönlich kann dieses Gewinne individualisieren, Verluste sozialisieren...
Wo geschieht das? Welche Unternehmen sind gemeint? Wie funktioniert der Mechanismus?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 12.März 2026, 12:30:47
Doch, die Energiewende wäre machbar gewesen, aber das haben die Grünen wegen ihrer Anti-AKW-Ideologie unmöglich gemacht.

Der Atomausstieg kommt von der CDU!
Kernkraft ist im gegensatz zu erneuerbaren Energiequellen die teuerste.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.März 2026, 12:38:41
Indien hat seine CO2 Ziele von 2030 oder 2040 jetzt schon erreicht.
Indien will erst 2070 CO2-neutral sein.

Zitat
China...
...stößt über ZWANZIGMAL so viel CO2 aus als Deutschland: https://i.imgur.com/l6Bd4fE.png

Zitat
...dort sinken (!) die CO2 Emissionen.
Die deutschen CO2-Emmisionen sinken (!!!) seit 1990.

Zitat
Jetzt macht man in Deutschland die Wirtschaft & Klima kaputt indem man auf veraltete Technologien setzt.
Ja, Windmühlen sind einfach nicht mehr zeitgemäß.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.März 2026, 13:33:36
Der Atomausstieg kommt von der CDU!
LOL O0 Der Atomausstieg ist ein urgrünes Anliegen, Merkel war Opportunisten, die hat die deutsche Atompanik nutzen wollen, um die BaWü-Wahl doch noch gegen Kretschmann zu gewinnen. Ist voll in die Hose gegangen, wie so vieles, was Merkel fabriziert hat.

Zitat
Kernkraft ist im gegensatz zu erneuerbaren Energiequellen die teuerste.
Nur dann, wenn man bei den EE die Folgekosten weglässt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 12.März 2026, 13:44:35
Ich mache es mal ähnlich kurz:

Zitat
Nope, MWSt.!

Die MWSt hat sich nicht verändert sondern die Preise im Markt.

Zitat
Wie viele sind denn nun "viele", die aus reiner Bequemlichkeit kein eAuto kaufen, obwohl sie es sich leisten könnten?

Mindestens: 80% der Privatzulassungen (33%) aller Neuzulassungen (3 Millionen): 800.000 Haushalte. Kann man jetzt als wenig oder viel ansehen. Im internationalen Vergleich weit hinter den Skandinaviern oder Benelux, die ein vergleichbares Wohlstandsniveau haben.

Zitat
Wie würdest du das machen?

Über staatliche Förderung nachhaltige Technologien unterstützen. Gerne auch höhere einkommensabhängige Förderungen. Wäre übrigens gut wenn man dann auch mit einer Preisbremse verhindert, das die Förderung beim Händler bleibt.

Zitat
Wo geschieht das? Welche Unternehmen sind gemeint? Wie funktioniert der Mechanismus?

Bankenkrise, Lufthansa, Uniper, Meyer Werft - als prominente oder neuere Beispiele. Im konkreten Umfeld im Kleinen sieht man es auch immer wieder das der Steuerrelevante Gewinn gering gerechnet wird auch wenn es gut läuft, sobald es schlecht läuft ruft man nach Hilfe vom Staat um Entlassungen zu vermeiden. (Die dann trotzdem häufig kommen).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.März 2026, 14:52:42
Die MWSt hat sich nicht verändert sondern die Preise im Markt.
Die MWSt. wird prozentual auf den Preis erhoben.

Zitat
Mindestens: 80% der Privatzulassungen (33%) aller Neuzulassungen (3 Millionen): 800.000 Haushalte.
Aha, die sind also alle zu bequem, um ein eAuto zu fahren, andere Gründe kann es nicht geben.

Zitat
Über staatliche Förderung...
Also noch mehr Subventionen. Und wo kommt das Geld in der Wirtschaftskrise her?

Zitat
Bankenkrise, Lufthansa, Uniper, Meyer Werft - als prominente oder neuere Beispiele.
Die Bankenkrise ist mittlerweile 17 Jahre her, ich war auch dagegen, diese Banken - auch die staatlichen - zu retten, man weiß aber nicht, ob die Alternative mit evtl. Bankencrash und Weltwirtschaftskrise nicht noch teurer geworden wäre.

Inwiefern wurden bei den anderen Unternehmen Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert? Geht das auch ausführlicher? Man muss imho auch unterscheiden zwischen selbstverschuldeter Notlage (Bankenkrise) und "höherer Gewalt" wie zB. dem Krieg in der Ukraine (Uniper). Ein ansonsten gesundes Unternehmen kaputt gehen zu lassen, nur weil es durch höhere Gewalt getroffen wird, kann man natürlich machen, wirklich sinnvoll ist das aber nicht, da würde ich aber mit günstigen und lange laufenden Darlehen helfen.

Lufthansa hat wegen der Coronakrise Geld bekommen, das aber mW. zurückgezahlt, bei der Meyer Werft ist das nicht so, das stimmt, deren Rettung ist durch die strukturschwache Gegend motiviert. Da müsste man mal durchrechnen, ob sich das volkswirtschaftlich nicht doch lohnt, trotz Verlusten.

Aber halten wir fest, dass der Staat gemäß diesen Beispielen nur in absoluten Ausnahmefällen einspringt und es nicht die Regel ist, dass der Staat den Unternehmen ihre Verluste ersetzt, wie suggeriert werden sollte: "Ich persönlich kann dieses Gewinne individualisieren, Verluste sozialisieren das wir seit der Bankenkrise betreiben nicht mehr sehen, der Staat, ob fett oder dünn ist schon lange nur noch eine Geisel der Industrie."

Dass auf Gewinne auch Steuern fällig werden, wird unter den Tisch fallen gelassen. Und ja, es ist inakzeptabel, dass sich Konzerne mit Hilfe von Steueroasen immer noch "arm" rechnen können, die Einführung der globalen Mindeststeuer ist zumindest schonmal ein großer Schritt nach vorne.

Zitat
Im konkreten Umfeld im Kleinen sieht man es auch immer wieder das der Steuerrelevante Gewinn gering gerechnet wird auch wenn es gut läuft, sobald es schlecht läuft ruft man nach Hilfe vom Staat um Entlassungen zu vermeiden. (Die dann trotzdem häufig kommen).
Das ist auch wieder so eine inhaltsleere Floskel. Rechnest du deine Steuererklärung nicht auch mit spitzem Bleistift durch sondern schenkst dem Staat Geld?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 12.März 2026, 23:09:14
Noch nix zum Thema Irankrieg?

Wenn ich mir die Preise an den Zapfsäulen so ansehe, würde ich mir von unserer Regierung wünschen, dass sie zumindest temporär die Energiesteuern senken würden. Und dass sie der Gier der Gas-, Öl- und Spritkonzerne einen Riegel vorschieben, die jetzt verkauften Öl- und Gasprodukte wurden wesentlich billiger eingekauft als zum derzeitigen Preis. Nichts gegen Marktwirtschaft, aber es gibt nicht umsonst den Wucherparagraphen im deutschen Recht.

Wäre vielleicht mal wieder Zeit für eine Übergewinnsteuer. Das kann direkt und temporär gegen die Energiesteuer auf Kraftstoffe gerechnet werden, bis es vorbei ist. Das läge dann nahe, weil die Steuer direkt zweckgebunden für etwas in der Art verwendet werden muss. Damit hätte der Staat was getan und der Gier wäre Einhalt geboten. Gesetzlich ist dafür alles vorbereitet.


Das Kartellamt sollte aber so oder so prüfen. Wäre ein Unding, wenn der Verdacht sich erhärten würde, dass sich Unternehmen (vor allem Unternehmen der kritischen Infrastruktur) an globalen Krisen bereichern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.März 2026, 07:44:39
Eine Steuer muss leider nicht zweckgebunden eingesetzt werden, das müsste man dann mit einer Art "Kriegsabgabe" oder so machen, die dann auch nicht zusätzlich auf den Preis aufgeschlagen werden dürfte.

Die Preisabsprachen der Tankstellen sind ja schon seit Ewigkeiten ein Thema, da hat das Kartellamt nie etwas machen können, weil Beweise fehlten, vllt. geht diesmal etwas, auch wenn ich keine große Hoffnungen habe.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.März 2026, 09:44:20
Das stimmt für generelle Steuern. Ich meine aber, dass das für die Übergewinnsteuer anders war. 2022 war es so geregelt, dass davon nur Betriebe der Branchen Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Raffineriebereich betroffen waren und das Geld wiederum nur nach Vorgaben einer Verordnung der EU zur Verfügung stand, die regelte, dass damit nur geziehlte Maßnahmen zur Gegenwirkung hoher Preise beim Endkunden verwendet werden darf.
 
https://www.buzer.de/s1.htm?g=EU-EnergieKBG&f=1

Falls das auch in diesem Fall anwendbar wäre, wäre das für mich auf jeden Fall eine gute Gegenfinanzierung von Maßnahmen. Und selbst wenn es nicht zweckgebunden wäre, wäre das ja nicht schlimm. Wenn der Staat eine Milliarde für Tankgutscheine ausgibt und dann eine Milliarde durch eine Übergewinnsteuer einnimmt ist es finanziert. Ob da genau der eine Euro von links nach rechts wandert oder der Staat das in und aus verschiedenen Töpfen umverteilt ist meiner Meinung nach egal.

Dem Kartellamt fehlen dafür die Kompetenzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 13.März 2026, 11:54:28
@ Maturin :
Im Februar diesen Jahres wurden in Deutschland 68,5% der Neuwagen gewerblich zugelassen und nur 31,5% von Privatpersonen. Die gewerblichen Autos sind überwiegend Verbrenner, weil große Teile der Kosten einfach von der Steuer abgesetzt werden und Verbrenner immernoch bequemer sind und der Wiederverkaufswert höher ist. Mein Arbeitgeber dürfte übrigens mit 10000 BMWs pro Jahr einer der größten Autokäufer in Deutschland sein. Da findet man bei der Auswahl der Firmenwagen nur leider keine e-Autos...
Ich hatte mein Auto 2022 gekauft und wollte ursprünglich einen EV6 haben. Ich habe Autohäuser bis nach Schleswig-Holstein abtelefoniert. Kein EV6 zu bekommen mit unter 6 Monaten Lieferzeit und ohne Preisgarantie. So wurde es ein Verbrenner, obwohl ich PV-Anlage und Wallbox schon habe.
Und ich bin der einzige der sein Auto ohne Finanzierung bezahlt hat in meinem Umkreis + haben fast alle ihr Auto als Firmenwagen. Wer keinen hat, der hat meist einen Gebrauchtwagen gekauft. Und ich repräsentiere im Gegensatz zu Friedrich Merz wohl die "Mittelschicht".


@Dukel : Wenn ich mal etwas Zeit habe, dann suche ich dir eine kleine Anfrage aus dem Bundestag raus. Dort kam raus, dass ein Weiterbetrieb der AKW den mit Abstand günstigsten Strom gebracht hätte, Gaskraftwerke den teuersten und das noch vor neugebauten Atomkraftwerken.
China übrigens hat pro Kopf einen CO2-Ausstoß (2024) laut Statista von 8,66 Tonnen gehabt und Deutschland 6,77 Tonnen. War schon klar, dass dies nicht ewig weitersteigen wird. Die USA haben 14,2 Tonnen pro Kopf. China hat übrigens einen Strommix aus 31,6% EE und 55-60% Kohlestrom. Und das obwohl sie mit Abstand der Weltmeister im Ausbau der erneuerbaren Energien sind. Deutschland und seine Energiepolitik lacht China nur noch aus.
Indien dagegen stößt knapp 6 mal soviel CO2 aus wie Deutschland. Ist ja schön, dass sie ihre Klimaziele erreicht haben. Von 2020 bis 2023 ist der CO2-Ausstoß aber um 25% gestiegen auf damals 3 Gigatonnen. 2024 hat Indien noch 4,6% draufgelegt. Zum Vergleich : Deutschland hatte 2024 0,656 Gigatonnen. Allein der indische Anstieg von 2023 auf 2024 wären 20% der deutschen Gesamtemissionen. Dann weiß man wo der Kampf gegen den zu hohen CO2-Ausstoss gewonnen wird...


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 13.März 2026, 12:06:26
Die endgültige Abschaltung der Atomkraftwerke kann man negativ sehen (ich tue das im Übrigen auch), aber es bringt uns in der derzeitigen Debatte ja nicht weiter, wenn man diese Rechnungen aufstellt, da die AKWs aus diversen Gründen nicht einfach wieder in Betrieb genommen werden können. Daher muss nun eben eine Alternative zur Kernkraft in Deutschland gefunden werden. Hätte-hätte-Fahrradkette ist etwas, was wir dann im Rückblick machen können, aber mit Blick auf die Zukunft muss man sich eben fragen, wie eine grundsätzliche Energieversorgung aussehen soll. Dass dabei eine EU-übergreifende Lösung langfristig sinnvoller ist als staatliche Insellösungen, ist hoffentlich klar. Das große Probleme der Überschüsse und kurzfristigen Unterversorgungen muss dabei eben zentral durch intelligente Pumpen, Batterien und sonstige Zwischenspeicher gelöst werden, die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ermöglichen. Welches Land dabei welchen Energiemix nutzt, sollte dem jeweiligen Land durchaus freistehen, nur darf man aus EU-Sicht erwarten, dass zumindest jedes Land in der Lage ist, an 90% der Tage seinen Bedarf selbst zu decken, um eben den länderübergreifenden Energietransport zu ermöglichen. Dies ist zudem kritische Infrastruktur, die besonders gut geschützt und abgesichert werden muss. Dies ist z.T. hoheitliche Aufgabe, die aufgrund des Umfangs am besten zentral (z.B. in der EU) koordiniert und finanziert werden muss, wobei die Stromproduzenten selbstverständlich auch ihren finanziellen Anteil leisten müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 13.März 2026, 12:53:33
Wenn ich mal etwas Zeit habe, dann suche ich dir eine kleine Anfrage aus dem Bundestag raus. Dort kam raus, dass ein Weiterbetrieb der AKW den mit Abstand günstigsten Strom gebracht hätte, Gaskraftwerke den teuersten und das noch vor neugebauten Atomkraftwerken.

Ein bereits gebautes AKW weiter zu betreiben ist sicher günstiger. Das ist ja auch schon finanziert. Es geht bei der Frage um die Kosten aber darum, ob der Neubau und Ausbau der Kernkraft günstiger oder teurer ist. Oder hätten wir uns auf den drei zuletzt abgeschalteten AKWs ausruhen können? Bei einem Neubau verhält es sich meines Wissen so, dass sich eine Investition in ein Kraftwerk nie ohne Milliardensubventionen des Staates finanzieren lässt und lohnt. Damit ist die Frage der Wirtschaftlichkeit eigentlich schon geklärt. Das verhält sich dann wie mit der Wärmepumpe von veni_vidi_vici.

Die Frage die sich stattdessen stellt ist meiner Meinung nach: Wäre ein neues AKW in Deutschland finanzierbar und würde dann tatsächlich ein günstigerer Strom als als alternative liefern? Und zwar nicht nur hinten raus, sondern auch von vorne gerechnet mit Subventionen aus der Staatskasse. Und dann vielleicht auch noch die Frage, wo die dann gebaut werden sollen. Wir würden ja nicht einen Standort sondern 5, 7 oder 10 suchen müssen.


Ansonsten stimme ich Otavianus zu. Gerade der Austausch im Binnenmarkt ist eine große Stärke und gehört ausgebaut. Vor allem mit dem Blick darauf, dass das Energieproblem nicht zwingend souverän innerhalb jeder Ländergrenze einzeln gelöst werden muss. Das machen wir bei anderen Rohstoffen ja auch nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.März 2026, 19:27:01
Wäre ein neues AKW in Deutschland finanzierbar und würde dann tatsächlich ein günstigerer Strom als als alternative liefern?
Der Ausbau der EE hat bis 2025 ca. 300 Milliarden EUR gekostet, mit dem Geld hätte man ca. 27x Block 3 von Olkiluoto bauen und damit dann am Ende pro Jahr 378 TWh Strom produzieren können. Die EE haben im Jahr 2025 ca. 278 TWh Strom erzeugt: https://www.gruene-sachwerte.de/news/energiewende-konkret-strommix-deutschland-2025/

Dass die EE ein gigantisches Verlustgeschäft sind, sollte damit wohl klar sein. Und da haben wir noch gar nicht über den notwendigen Ausbau der Netze, Speichermöglichkeiten und Netz-Stabilisierungsmechanismen (inkl. teuren Abschaltungen von Großabnehmern) gesprochen. Und auch nicht davon, dass wir den teuren EE-Strom ans Ausland verschenken, die damit ihre Speicher füllen und uns den Strom dann in Zeiten der Knappheit teuer wieder verkaufen.

Da werden nochmal viele, viele hundert Milliarden EUR gebraucht werden, ganz besonders, wenn dann alles nur mit Strom betrieben werden soll. Von den Kosten, die die Deindustrialisierung mit sich bringt gar nicht erst zu reden. Wir werfen unseren Wohlstand weg wie ein gebrauchtes Taschentuch, die Aufbauarbeit von Generationen wird in kurzer Zeit zerstört. Und für was? Eine imaginäre Klimarettung. Bei unter 2% Anteil am CO2-Ausstoß. Total geisteskrank ist das, was Deutschland macht.

Heute gelesen: "Energieintensive Industrie hat keine Zukunft bei uns"

Über Uns
Die Energieintensiven Industrien beschäftigen rund 850.000 Mitarbeiter – oder 15 Prozent der Beschäftigten des Verarbeitenden Gewerbes. Jeder Arbeitsplatz in der energieintensiven  Grundstoffproduktion sichert etwa zwei Arbeitsplätze in anderen Industriezweigen und im Dienstleistungssektor. Das bedeutet: Es geht um rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland.

https://www.energieintensive.de/ueber-uns

Der Vorhang senkt sich langsam, bis er irgendwann fällt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 13.März 2026, 20:09:50
Als drittgrößte Volkswirtschaft finde ich, dass man schon etwas Verantwortung übernehmen und auch Vorreiter sein darf.
Wenn man hier in Forschung und Wissen führend ist, kann man dieses und die dahinter aufgebaute Industrie und Technologie eben auch in alle weiteren Länder mit höheren Emissionen verkaufen. Das würde auch dem Wirtschaftswachstum zugute kommen.

Warum sind EE ein gigantisches Verlustgeschäft? Irgendwann kommen doch auch die nötigen Erträge und der Return of Invest. Man darf auch nicht nur in monetären Größenordnungen denken, sondern auch die Externalitäten  mit einberechnen, denn die EE führen zu ausbleibenden Umweltschäden (im Gegensatz zu Kohle, Gas, Kernkraft), Unabhängigkeit von Importen, Einspareffekten.
Wie lange baut man ein Kernkraftwerk, wie hoch sind die Gesamtkosten inkl. Versicherungen für Schadensfälle, wie hoch der Abbau/Entsorgung des radioaktiven Materials (lt. Bundesregierung schätzt man die Kosten auf 170 Milliarden bis 2100 mit dem Müll, den wir hier so ). Hier haben die ehem. Betreiber 24 Milliarden in einen Fonds gezahlt und den Rest übernimmt der Staat oder wie?

Mal ein positives Beispiel in Sachen E-Autos: mittlerweile sind gebrauchte Elektroautos fast auf dem gleichen Anschaffungspreis wie ein gleichaltriger gebrauchter Benziner gefallen. Teilweise sogar drunter. In unseren Gewerbegebieten haben die Arbeitgeber (alle mittelständisch) Ladestationen installiert, wo Mitarbeiter ihre Autos günstig laden können. Das ist doch der richtige Ansatz, damit sich Menschen mit einer Mietwohnung und ohne Lademöglichkeit zuhause mit einem Elektroauto befassen.

Eine Frage, da ich es so verstanden habe: Siehst Du die Politik in der Verantwortung für die Entlassung von ca. 50.000 Mitarbeitern bei VW?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.März 2026, 20:34:08
Unfassbares posting O0 "Verantwortung übernehmen" ... für Dinge, die man nicht zu verantworten hat  ;D

Führend in Forschung und Wissen? Bei immer schlechteren Schulleistungen, wo Dividieren für Grundschüler schon zu viel ist und dt. Weltliteratur künftig in "leichter Sprache" unterrichtet wird?  :o Und welche grünen Wunderprodukte sollen da erfunden und weltweit vermarktet werden, die hunderttausende, gut entlohnte Arbeitsplätze in Deutschland bringen?

100 TWh Strom weniger bei gleichem Kapitaleinsatz sind kein gigantisches Verlustgeschäft? Zumal die "Energiewende" ja auch nicht fertig ist, vermutlich wird sie auch nicht mehr fertig, weil Deutschland und den Michels vorher das Geld ausgeht. Durch die Deindustrialisierung wird in Zukunft aber auch viel weniger Strom benötigt, tolle Sache, klappt also vllt. doch noch!

Strom aus Kernenergie ist CO2-neutral, externe Effekte wie schwere Unfälle sind bei modernen Reaktoren in D so gut wie ausgeschlossen, die deutschen Reaktoren waren die sichersten der Welt. Das "Endlagerproblem" wird sich in den kommenden Jahrzehnten in Luft auflösen, dann ist der Abfall von gestern der Brennstoff von morgen. Irgendwelche fiktiven Kosten kann man sich zwar ausdenken, ist aber realitätsfern.

Gebrauchtautos, hier bei mir (20km), Kleinanzeigen, Preis bis 5.000 EUR:
Kraftstoffart
Benzin  (718)
Diesel  (356)
Erdgas (CNG)  (3)
Autogas (LPG)  (30)

Preis 5.000 bis 10.000 EUR:

Kraftstoffart
Benzin  (345)
Diesel  (257)
Autogas (LPG)  (9)
Hybrid  (2)
Elektro  (11)

Und ja, selbstverständlich sind die letzten Regierungen an der Deindustrialisierung Deutschlands Schuld.

Fun Fact am Rande:
Autokrise verschärft Finanznot in Kommunen - FOCUS online
Statt 2,17 Milliarden nehmen sie insgesamt nur noch 1,37 Milliarden Euro ein. Alleine am Audi-Stammsitz in Ingolstadt dürften sich die Gewerbesteuer-Einnahmen 2025 gegenüber dem Vorjahr auf 55 Millionen Euro nahezu halbieren. Der Opel-Stadt Rüsselsheim droht bei der Gewerbesteuer ein Minus von 82 Prozent auf 10 Millionen Euro. Am schlimmsten trifft es im laufenden Jahr aber wohl die schwäbische Gemeinde Weissach. Am Sitz des Entwicklungszentrums von Porsche könnten in diesem Jahr nur noch drei Millionen Euro Gewerbesteuer hängen bleiben und damit 97 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist, berichtet der FOCUS unter Berufung auf die Kommunen.

https://www.focus.de/finanzen/news/autokrise-verschaerft-finanznot-in-kommunen_2dca65da-33aa-4921-97ab-7df940334402.html

Gegenmaßnahme:
Erst vor rund einem Monat hat der Stuttgarter Gemeinderat die Hundesteuer erhöht – zum ersten Mal seit fast 30 Jahren.

Weissach ist übrigens lustig: Wahlergebnis LTW 26: 33,2% Zweitstimmen für die Grünen. Tja, wie bestellt, so geliefert.

Und das ist alles nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was da noch kommt. Aber wenigstens geht Deutschland diesmal mit moralisch weißer Weste unter, auch ein Fortschritt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 13.März 2026, 21:18:17
Deutschland ist in vielen Technologien immer noch vorne mit dabei. Wir bilden im dualen System viele Fachkräfte aus, in unseren Universitäten und Fachhochschulen entstehen Startups, werden Patente entwickelt und viele schlaue Köpfe ausgebildet. Führend waren wir im Übrigen mal in Sachen Solarenergie, das Ende ist bekannt.
Natürlich gibt es z.T. wirklich signifikante Probleme im Bildungssystem, das ist doch gar nicht abzustreiten. Aber es gibt auch viele engagierte Lehrer an Allgemein- und Berufsbildenden Schulen, die helfen, jungen Menschen auf das Berufsleben vorzubereiten. Vielleicht sehen wir mal einige Dinge positiver.

Durch Investitionen in EE entstehen Arbeitsplätze, irgendjemand muss den ganzen Kram auch bauen, es hängen ganze Industriezweige dran. Willst Du denen alles abdrehen? Wie passt das in deine Argumentation? Welche grünen Wunderprodukte? Was hat das mit einer politischen Gesinnung zu tun? Fossile Energien sind endlich, irgendwann muss man sich unabhängig machen. Einmal aufgrund der Ressourcen und nochmal wegen der Abhängigkeit von anderen Ländern.

Ich habe geschrieben, dass Elektroautos in der Anschaffung fast auf dem Niveau von Verbrennern sind. Wirklich Gebrauchte E-Autos sind in etwa 5 bis max 10 Jahre alt, da macht es keinen Sinn bei Preisen bis 5.000 € zu schauen. Auch gibt es auf dem Gebrauchtmarkt logischerweise weitaus mehr Verbrenner im Angebot, daher ist der mengenmäßige Vergleich nicht sinnvoll. Ein Golf 8 Benziner ist z.B. in etwa gleichauf mit einem ID.3
Der Kauf eines gebrauchten Elektroautos in Verbindung mit Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber bietet hier eine gute Alternative.

Ich habe konkret nach VW gefragt. Können wir auf Porsche und Opel erweitern. Unterliegen diese Konzerne nicht betriebs- und marktwirtschaftlichen Szenarien? Warum sinken die Verkäufe, Gewinne und Umsätze dieser Unternehmen? Was ist der Grund?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 13.März 2026, 21:47:35
Deutschland ist in vielen Technologien immer noch vorne mit dabei.
Die Betonung liegt auf noch, diese Technologien sind allesamt durch höchste Energiekosten bedroht.

Zitat
Waren wir im Übrigen mal in sachen Solarenergie, das Ende ist bekannt.
Ja, die Produktion wurde in D zu teuer, geforscht und optimiert wurde viel zu wenig, China holte auf und hat immer mehr deutsche Subventionen abgegriffen, während der "Solarkönig" und Grüne Asbeck seinen Villen, Schlössern und der Jagd frönte, die er sich dank Subventionen leisten konnte.

Zitat
Vielleicht sehen wir mal einige Dinge positiver.
Gibt es denn auch mal positive Nachrichten? Ich kann nichts finden. In welchen Bereichen geht es denn richtig nach vorne, wo boomen deutsche Unternehmen, wo werden massenhaft Arbeitsplätze geschaffen anstatt abgebaut? Höchstens noch in der Waffenindustrie. Und nein, der Staat als Arbeitgeber zählt nicht, die leben alle von der Arbeit und vom Geld der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Wirtschaft.

Zitat
Durch Investitionen in EE entstehen Arbeitsplätze, irgendjemand muss den ganzen Kram auch bauen, es hängen ganze Industriezweige dran.
Das sind Subventionsstrohfeuer, das ist nicht nachhaltig, ohne Subventionen gingen da direkt die Lichter aus. Mal ganz davon abgesehen, dass wir den "Kram" zu großen Teilen aus China importieren. Wie viele EE-Anlagen und wie viele eAutos gäbe es wohl, wenn die nicht seit 25 Jahren mit irrsinnig viel Geld - 300 Milliarden EUR alleine für EE, remember - subventioniert worden wären? Nur ein Bruchteil vom heutigen Bestand. Mit dem gigantischen Erfolg, dass wir immer noch sehr dreckigen Strom haben und vom Stromexporteur zum Stromimporteur geworden sind, da wird der Atomstrom aus Frankreich auch gerne genommen.

Zitat
Welche grünen Wunderprodukte? Was hat das mit einer politischen Gesinnung zu tun?
Nicht politische Gesinnung, aber grün ist doch die Farbe für Umwelt- und Klimaschutz, oder nicht? Meine Frage beantwortest du nicht, stellst nur Gegenfragen. Welche Produkte schweben dir denn für das grüne Wirtschaftswunder vor? Der grüne Wasserstoffstahl ist jedenfalls schon gefloppt, weil viel zu teuer.

Zitat
Fossile Energien sind endlich, irgendwann muss man sich unabhängig machen.
Den Weg meiner Energiewende hatte ich skizziert. Deutschlands Braunkohle reicht mW. noch für 200 Jahre, daran würde es nicht scheitern.

Zitat
...nochmal wegen der Abhängigkeit von anderen Ländern.
Guter Witz, wo die Abhängigkeit von China und in Sachen Strom von den Nachbarländern steigt und steigt. Deutschland war mal die Apotheke der Welt, jetzt haben wir Medikamentenengpässe (das würde ich allerdings nicht der Politik ankreiden). Niedergang allerorten.

Zitat
Ich habe geschrieben, dass Elektroautos in der Anschaffung fast auf dem Niveau von Verbrennern sind.
Mag ja sein, nur bringt das nichts, wenn es kaum gebrauchte eAutos zu kaufen gibt.

Zitat
Was ist der Grund?
Ich werde mich nicht auf einzelne Unternehmen festnageln lassen, weil es dann sofort heißt die "Nieten in Nadelstreifen" wären Schuld. Die Deindustrialisierung in D hat die Politik zu verantworten, durch immer mehr Kostentreiberei (Löhne, Lohnnebenkosten, Energiepreise), immer mehr Vorschriften und immer mehr Bürokratie, was auch immer mehr Geld kostet. Gleichzeitig wird von Medien und Teilen der Politik das Bild des raffgierigen, ausbeuterischen Unternehmers (und Vermieters) gezeichnet, der für die SPD der zu bekämpfende Feind ist. Ein weiteres Zeichen von der kompletten Abkopplung einiger Politiker von der Realität. Wohin sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft ohne Unternehmer führt kann man sich in Bildbänden zur DDR ansehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 13.März 2026, 22:59:23
@ Octavianus : Der Weiterbetrieb der AKW dürfte ausfallen, soviel ist klar. Das sind wir nicht mehr am Abgrund sondern einen Schritt weiter. Strom aus Gas ist aber noch teuer als Strom aus neuen AKWs.
Neue AKWs kämen übrigens zu spät und sind zu teuer : Wir brauchen die eigentlich schon gestern. Deshalb ist es auch ein Witz jetzt Gaskraftwerke zu bauen. Die letzten Zahlen zu Strom aus Gas : 67 Cent pro kwH und auch die sind noch nicht gebaut.
Bundeswirtschaftsministerien Reiche will uns doch verarschen. Zumal ja der Irankrieg und Russland-Konflikt große Zweifel daran aufkommen lassen, ob man auf Gas setzen soll. Schon gar nicht, wenn Flüssiggas über das Meer aus den USA hierhin verschifft wird. Interessant übrigens, dass die Grünen jetzt gegen Gaskraftwerke sind, die Habeck selbst noch bauen wollte...


Was wir falsch machen : Bayern bremst den Ausbau von "Stromautobahnen" um Windenergie vom Norden in den Süden zu bringen und umgekehrt Solarenergie vom Süden in den Norden. Da hatten wir Jahre Zeit und Deutschland schafft es einfach nicht zu bauen. Zuviel Bürokratie und zuviel Gebremse aus der Politik. Das ist Deutschland seit Jahren und deshalb verliert man den Anschluss. Das einzige was Deutschland kann : Bremsen und ineffizient mit maximalen Personaleinsatz verwalten.
Baut Pumpspeicherkraftwerke, schließt Abkommen mit der Schweiz und Österreich wo massenhaft solcher Pumpspeicherkraftwerke sind. Das hilft schonmal sehr viel. Habe doch auch mal hier von Verbund die Zahlen gepostet : 15 Cent für den Endkunden für Strom aus Wasserkraft. Und die machen noch einen satten Gewinn. Hier sind wir bei 34 Cent.
Baut intelligente Zähler ein, nutzt e-Auto-Batterien indem man bei hohem Stromüberschuss günstigen Strom für e-Autos bereitstellt. Eventuell kann man das auch wieder rausholen (KIA hat das im EV6 drin), wenn man ihn braucht.
Aber lieber verbraten wir 400 Mrd. Personalkosten für einen ineffizienten Verwaltungsapparat, der von der arbeitenden Bevölkerung ausgehalten werden muss. 8 mal soviel wir Bürgergeld übrigens... Das deutsche Kaiserreich brauchte weniger Staatsbedienstete und dort sind keine Brücken zusammengefallen und schnell bauen konnten die auch. Damals war Deutschland das, was heute China ist. Davon ist nicht mehr viel übrig. Wir brauchen mehr Leute die anpacken und die Ärmel hochkrempeln. Was wir haben : Verwalter und Beamte, die den Sinn ihrer Existenz suchen...


@ Pico : Wir sind noch die drittgrößte Volkswirtschaft. Indien wird uns in den nächsten Jahren sicher überholen. Aber in Forschung und Wissen sind wir nicht mehr führend. Da haben uns die Amerikaner, Japaner und vor allem die Chinesen den Rang abgelaufen.
Wir waren führend in der Solarenergie. Jetzt sind die Chinesen technisch davongelaufen. Aber wir haben schön alles verwaltet und mit Dekreten, Erlassen und Gesetzen zu Tode reglementiert.
Wir hatten einen Transrapid. Der fährt jetzt in China und wird dort weiterentwickelt.
In Sachen KI sind wir gar nicht mehr dabei. Wie denn auch : Die braucht enorm viel Strom, den wir nicht haben und unser Strom wäre auch viel zu teuer.


https://www.bidt.digital/themenmonitor/deutschlands-technologische-rahmenbedingungen-weltweit-nicht-mal-mittelmass/#:~:text=Deutschland%20nimmt%20im%20Ranking%20Platz,Platz%2031%20nur%20schlecht%20ab (https://www.bidt.digital/themenmonitor/deutschlands-technologische-rahmenbedingungen-weltweit-nicht-mal-mittelmass/#:~:text=Deutschland%20nimmt%20im%20Ranking%20Platz,Platz%2031%20nur%20schlecht%20ab).
World Digital Competitiveness Ranking 2020 : Platz 18 von 63.
Technologie : Platz 31 von 63 Staaten
Und das war noch 2020, wo wir uns noch nicht darauf konzentriert haben, alle 53 Geschlechter zu erforschen und wieviele Verwaltungsaufgaben man so schaffen kann.


https://imd.widen.net/content/xclarczvwr/pdf/WDCR_Report_2025.pdf (https://imd.widen.net/content/xclarczvwr/pdf/WDCR_Report_2025.pdf)
Das gleiche von 2025. Deutschland ist immernoch auf Platz 18...
Beim Wissen sind wir auch nur noch auf 13 und damit hinter den Vereinigten Arabischen Emiraten... Das war 2020 noch anders.
Bei Technologie sind wir auf Platz 20 (hinter Ländern wie Qatar und Puerto Rico), aber immerhin 11 Plätze weiter oben.
Future Readiness : Platz 21, hinter Qatar, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten... Ganz vorne Dänemark, Schweiz und Niederland. Alles Nachbarstaaten von uns. Wir sind zu dumm und zu rückständig von denen zu lernen.


Und EE sollten sich monetär lohnen. Die Externalitäten verhindern wir allein nicht. Wir allein verhindern nicht die Umweltschäden. Klima kennt keine Ländergrenzen. Wenn Indien so seinen CO2-Ausstoß hochschraubt ist Deutschland nicht mehr relevant. Wir können es nicht ausgleichen.


Dass e-Autos laut einer Studie von Ferdinand Dudenhöffer "nur" noch 1600 Euro teuer sind ist aber auch wild. Er vergleicht die Top 20 Verbrenner mit den Top 20 reinen Elektroautos...


In seiner Studio wurde z.B. der ID3 mit dem Golf verglichen. Der ID.3 ist immernoch teurer trotz hoher Rabatte.
Bei Opel wurde der Opel Corsa Electric mit dem normalen Corsa verglichen und die e-Version war deutlich teurer.
Runtergezogen wurde der Schnitt bei den e-Autos vom Dacia Spring und auch BYD (ich hatte erwähnt, dass wir mehr chinesische E-Autos hier bräuchten)...


Fratzscher ist übrigens ein Genie. Jetzt hat er Merz auch überzeugt : Spitzensteuersatz von 42 auf 49 Prozent. Der beginnt übrigens mitterweile bei 68000 € also dem 1,5-fachen des Medieneinkommens. Früher war er beim 14-fachen. Merz ist mittlerweile der schlechteste Kanzler und der größte Lügner in der deutschen Geschichte. Das ist einfach nur Wahnsinn... Ich überlege ja bei jeder Überstunde schon sie lieber nicht zu machen : Abgaben sind einfach zu hoch. Bin zwar noch nicht vom Spitzensteuersatz betroffen und dabei bleibt es hoffentlich.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 13.März 2026, 23:09:03
Deutschland ist in vielen Technologien immer noch vorne mit dabei.
Die Betonung liegt auf noch, diese Technologien sind allesamt durch höchste Energiekosten bedroht.
Erneuerbare Energien stehen für die günstigste Stromerzeugung. Dazu gibt es viele verschiedene Studien, nicht Meinungen. Selbst die Vorstände der Energiebetreiber äußern sich so. Ich würde das den Marktteilnehmern überlassen, diese sollten es wohl wissen. Wenn sie der Meinung sind, dass Kernkraftwerke bauen die Lösung sind, dann sollen sie es ohne politische Verhinderung tun.

Zitat
Waren wir im Übrigen mal in sachen Solarenergie, das Ende ist bekannt.
Zitat
Ja, die Produktion wurde in D zu teuer, geforscht und optimiert wurde viel zu wenig, China holte auf und hat immer mehr deutsche Subventionen abgegriffen, während der "Solarkönig" und Grüne Asbeck seinen Villen, Schlössern und der Jagd frönte, die er sich dank Subventionen leisten konnte.
Die Produktion wurde in D zu teuer, weil die Förderung massiv zurückgeschraubt wurde. China hat ebenfalls massiv subventioniert, was sie heute noch tun. Das gehört zum Geschäft der Chinesen. Die Gewinne der Unternehmen fließen z.T. zurück zum Staat. Hier hat keine Marktwirtschaft ohne Eingriff des Staates eine Chance.

Zitat
Vielleicht sehen wir mal einige Dinge positiver.
Zitat
Gibt es denn auch mal positive Nachrichten? Ich kann nichts finden. In welchen Bereichen geht es denn richtig nach vorne, wo boomen deutsche Unternehmen, wo werden massenhaft Arbeitsplätze geschaffen anstatt abgebaut? Höchstens noch in der Waffenindustrie. Und nein, der Staat als Arbeitgeber zählt nicht, die leben alle von der Arbeit und vom Geld der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Wirtschaft.
Z.B. Medizintechnik oder Quantentechnologie. Arbeitsplätze entstehen in vielen Bereichen, aber sicher nicht massenhaft. Ob es die wegfallenden Beschäftigten Autoindustrie auffangen kann? keine Ahnung, eher nicht.
Der Staat redet ständig von Digitalisierung und Bürokratieabbau, setzt aber nichts um bzw. bläht das weiter auf. Da bin ich in Teilen ganz bei dir. Ob die dort beschäftigen Menschen nicht zählen ist eine zu pauschale Aussage. Die halten den Laden doch auch am Laufen: Lehrer, Polizisten, Feuerwehr, Müllabfuhr etc... Ganz nebenbei: das Einkommen, welches die beim Staat beschäftigten Menschen ausgeben, landet auch wieder in Geschäften, Dienstleistungen, Eigenheim usw.

Zitat
Durch Investitionen in EE entstehen Arbeitsplätze, irgendjemand muss den ganzen Kram auch bauen, es hängen ganze Industriezweige dran.
Zitat
Das sind Subventionsstrohfeuer, das ist nicht nachhaltig, ohne Subventionen gingen da direkt die Lichter aus. Mal ganz davon abgesehen, dass wir den "Kram" zu großen Teilen aus China importieren. Wie viele EE-Anlagen und wie viele eAutos gäbe es wohl, wenn die nicht seit 25 Jahren mit irrsinnig viel Geld - 300 Milliarden EUR alleine für EE, remember - subventioniert worden wären? Nur ein Bruchteil vom heutigen Bestand. Mit dem gigantischen Erfolg, dass wir immer noch sehr dreckigen Strom haben und vom Stromexporteur zum Stromimporteur geworden sind, da wird der Atomstrom aus Frankreich auch gerne genommen.
Sehe ich nicht so. Subventionen sind ein politisches Mittel und nötig um einen Startschuss für die Transformation zu geben und um wirtschaftliche Standorte zu erschließen. Du weißt selber, in wie vielen Bereich bezuschusst wird, ob Mittelstand, Industrie, Landwirtschaft. Deutschland hat eigene Produktionsstätten für Windkraftanlagen, bei Solarenergie (aus o.g. Gründen) weniger und man importiert viel aus China.
Grundsätzlich ist an Stromimport doch nichts negatives. Es wird dann importiert, wenn der Strom am EU Markt günstiger ist. Dann macht es auch Sinn, das importiert wird. Die Importe sind auch ein Strommix mit einem enorm hohen Anteil an Ökostrom aus vielen Ländern. Import bedeutet nicht = Kernkraft aus Frankreich. im Übrigen nehmen die Franzosen auch gern mal Strom aus Deutschland ab, wenn deren Kernkraftwerke nicht ausreichend gekühlt werden können.


Zitat
Welche grünen Wunderprodukte? Was hat das mit einer politischen Gesinnung zu tun?
Zitat
Nicht politische Gesinnung, aber grün ist doch die Farbe für Umwelt- und Klimaschutz, oder nicht? Meine Frage beantwortest du nicht, stellst nur Gegenfragen. Welche Produkte schweben dir denn für das grüne Wirtschaftswunder vor? Der grüne Wasserstoffstahl ist jedenfalls schon gefloppt, weil viel zu teuer.
Ich halte die begonnene Transformation zu EE und die Unabhängigkeit von fossilen Energien für alternativlos. Der Ausbau von großen Batteriespeichern und der Netzausbau muss natürlich vorangetrieben werden. Ansonsten gilt meine Ausführung oben. Sollten die Marktteilnehmer Gas- oder Kernkraftwerke als Ausweichtechnologie für sinnvoll erachten, dann gerne. Bzgl. grünem Wasserstoffstahl kenne ich mich nicht so aus. Habe aber auch noch nirgends gelesen, dass diese Technologie gescheitert ist.

Zitat
Fossile Energien sind endlich, irgendwann muss man sich unabhängig machen.
Zitat
Den Weg meiner Energiewende hatte ich skizziert. Deutschlands Braunkohle reicht mW. noch für 200 Jahre, daran würde es nicht scheitern.
Kommst Du aus der Branche? Was macht dich hier so sicher, dass dies der richtige Weg ist?

Zitat
...nochmal wegen der Abhängigkeit von anderen Ländern.
Zitat
Guter Witz, wo die Abhängigkeit von China und in Sachen Strom von den Nachbarländern steigt und steigt. Deutschland war mal die Apotheke der Welt, jetzt haben wir Medikamentenengpässe (das würde ich allerdings nicht der Politik ankreiden). Niedergang allerorten.
Die Unternehmen streben nach Gewinnen. In China lässt sich alles wesentlich günstiger herstellen. Ich habe dafür keine realistischen Lösungsansätze.

Zitat
Ich habe geschrieben, dass Elektroautos in der Anschaffung fast auf dem Niveau von Verbrennern sind.
Zitat
Mag ja sein, nur bringt das nichts, wenn es kaum gebrauchte eAutos zu kaufen gibt.
Es kommen mehr und mehr Elektroautos gebraucht auf den Markt, Tendenz steigend.

Zitat
Was ist der Grund?
Zitat
Ich werde mich nicht auf einzelne Unternehmen festnageln lassen, weil es dann sofort heißt die "Nieten in Nadelstreifen" wären Schuld. Die Deindustrialisierung in D hat die Politik zu verantworten, durch immer mehr Kostentreiberei (Löhne, Lohnnebenkosten, Energiepreise), immer mehr Vorschriften und immer mehr Bürokratie, was auch immer mehr Geld kostet. Gleichzeitig wird von Medien und Teilen der Politik das Bild des raffgierigen, ausbeuterischen Unternehmers (und Vermieters) gezeichnet, der für die SPD der zu bekämpfende Feind ist. Ein weiteres Zeichen von der kompletten Abkopplung einiger Politiker von der Realität. Wohin sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft ohne Unternehmer führt kann man sich in Bildbänden zur DDR ansehen.
Wir leben in einem globalen Weltmarkt. Die Konzerne in Deutschland treffen betriebswirtschaftliche, strategische Entscheidungen. Die einbrechenden Gewinne sind zum Großteil mit dem Wegfall der Marktanteile an die günstige Konkurrenz (wieder China) zu argumentieren. Ebenfalls fallen die erhobenen Zölle der amerikanischen Administration ins Gewicht, die unserer Industrie in der Schwächephase nochmal zusetzen. Man hat die Entwicklung m.E. verschlafen und hat nun massive Nachholeffekte. Der Elektromotor und die aktuelle Entwicklung der Akkuleistungen sowie der Reichweite schlagen den Verbrenner um Längen. Ich halte das für unumkehrbar und unsere Autohersteller haben diese Entwicklung verschlafen. Man kann sich gern die Interviews vom damaligen Nokia CEO zum Thema Smartphone nochmal durchlesen oder Olympia mal fragen, warum heute keine Schreibmaschinen mehr gebaut werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 13.März 2026, 23:19:14
Strom aus Kernenergie ist CO2-neutral, externe Effekte wie schwere Unfälle sind bei modernen Reaktoren in D so gut wie ausgeschlossen, die deutschen Reaktoren waren die sichersten der Welt. Das "Endlagerproblem" wird sich in den kommenden Jahrzehnten in Luft auflösen, dann ist der Abfall von gestern der Brennstoff von morgen. Irgendwelche fiktiven Kosten kann man sich zwar ausdenken, ist aber realitätsfern.

Auf den Punkt wollte ich noch eingehen. Das Endlagerproblem wird sich nicht einfach in Luft auflösen. Die Technologie steckt noch am Anfang und ist sehr teuer. Da braucht es noch viele Jahre bis wir daraus Energie gewinnen. Bis dahin sollte man sich mit dem Atomabfall und den Kosten ernsthaft auseinander setzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2026, 00:02:32
Wäre ein neues AKW in Deutschland finanzierbar und würde dann tatsächlich ein günstigerer Strom als als alternative liefern?
Der Ausbau der EE hat bis 2025 ca. 300 Milliarden EUR gekostet, mit dem Geld hätte man ca. 27x Block 3 von Olkiluoto bauen und damit dann am Ende pro Jahr 378 TWh Strom produzieren können. Die EE haben im Jahr 2025 ca. 278 TWh Strom erzeugt: https://www.gruene-sachwerte.de/news/energiewende-konkret-strommix-deutschland-2025/

Woher kommen die 300 Milliarden Euro? Was ist da alles entahlten?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 00:53:15
Erneuerbare Energien stehen für die günstigste Stromerzeugung.
Das ist angesichts der Rechnung weiter vorne schon dreist O0

Zitat
Die Produktion wurde in D zu teuer, weil die Förderung massiv zurückgeschraubt wurde.
Danke für die Bestätigung, EE brauchen lebenslang Förderung, egal ob Produktion oder Betrieb.

Zitat
Z.B. Medizintechnik oder Quantentechnologie.
Quantentechnologie? Welche deutschen Unternehmen gibt es da, welche Produkte verkaufen die? MW. ist das alles noch Grundlagenforschung. Medizintechnik kennen ich mich nicht mit aus, welchen Umsatz erwirtschaftet die Branche, wie viele Menschen sind dort beschäftigt?

Zitat
...eher nicht.
Eben.
 
Zitat
Ob die dort beschäftigen Menschen nicht zählen ist eine zu pauschale Aussage.
Wer hat gesagt, dass diese Menschen nicht zählen? Deine Aufzählung ist auch witzig, die ganzen Sesselfurzer, die den Menschen und Unternehmen das Leben schwer machen, zählst du nicht auf.

Zitat
Ganz nebenbei: das Einkommen, welches die beim Staat beschäftigten Menschen ausgeben, landet auch wieder in Geschäften, Dienstleistungen, Eigenheim usw.
Diese Einkommen müssen KOMPLETT von den Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten, erwirtschaftet werden.

Zitat
Sehe ich nicht so. Subventionen sind ein politisches Mittel und nötig um einen Startschuss für die Transformation zu geben und um wirtschaftliche Standorte zu erschließen.
Da bin ich ganz bei dir, der Startschuss dauert aber schon über 25 Jahre und verschlingt Unsummen. Hätte man das Geld in KKW investiert, hätten wir wie vorgerechnet mehr, billigeren und saubereren Strom.

Zitat
Deutschland hat eigene Produktionsstätten für Windkraftanlagen, bei Solarenergie (aus o.g. Gründen) weniger und man importiert viel aus China.
Ja, weil Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig ist, zu hohe Kosten.

Zitat
Grundsätzlich ist an Stromimport doch nichts negatives.
Na klar, plötzlich ist Abhängigkeit dann doch nichts Negatives und dann hat man auch wieder nix gegen Atomstrom.

Zitat
im Übrigen nehmen die Franzosen auch gern mal Strom aus Deutschland ab, wenn deren Kernkraftwerke nicht ausreichend gekühlt werden können.
Es war Sommer, die KKW gingen in eine geplante Revision, weil nicht so viel Strom benötigt wurde.

Zitat
Ich halte die begonnene Transformation zu EE und die Unabhängigkeit von fossilen Energien für alternativlos.
Wieder keine Antwort auf meine Frage. Logisch, weil es diese Produkte nicht gibt. Deutschland wird den Weg zu Ende gehen, keine Bange, und es wird sich dabei alternativlos ruinieren. Ohne auch nur das Geringste für das Klima zu erreichen.

Zitat
Habe aber auch noch nirgends gelesen, dass diese Technologie gescheitert ist.
Das Produkt ist gescheitert. Ich finde das faszinierend, wie immer wieder ein Twist versucht wird. Stahl mit Wasserstoff zu kochen funktioniert, es ist nur viel zu teuer und es gibt nicht genug grünen Wasserstoff.

Zitat
Was macht dich hier so sicher, dass dies der richtige Weg ist?
Der nächste Gummitwist. Wo habe ich behauptet, dass das der richtige Weg wäre? Hast du inhaltlich etwas einzuwenden?

Zitat
Ich habe dafür keine realistischen Lösungsansätze.
Ich würde reziproke Handelsregeln einführen, wobei es dafür schon viel zu spät ist, die Abhängigkeit ist schon zu groß.

Zitat
Es kommen mehr und mehr Elektroautos gebraucht auf den Markt, Tendenz steigend.
Welch Erkenntnis!

Zitat
Wir leben in einem globalen Weltmarkt.
Genau, alle anderen haben Schuld an den Kostensteigerungen durch hohe Arbeitskosten, hohe Energiekosten und hohe Bürokratiekosten, nur der Verursacher nicht. Aber das ist wenigstens konsistent, Deutschland ist zwar nicht der Verursacher des Klimawandels, hat aber trotzdem Schuld und muss die "Verantwortung" übernehmen. Hauptsache Moral. Oder was man dafür hält.

Zitat
Ich halte das für unumkehrbar und unsere Autohersteller haben diese Entwicklung verschlafen.
Haben sie nicht. VW hat voll auf Elektro gesetzt und ist voll damit auf die Fresse gefallen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 00:54:20
Woher kommen die 300 Milliarden Euro? Was ist da alles entahlten?
Alleine die EEG-Umlage beträgt schon 288 Mrd. EUR seit 2000 bis 2025, kann man einfach nachrechnen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 00:55:34
Da braucht es noch viele Jahre bis wir daraus Energie gewinnen.
Meine Rede: "Das "Endlagerproblem" wird sich in den kommenden Jahrzehnten in Luft auflösen"

Zitat
Bis dahin sollte man sich mit dem Atomabfall und den Kosten ernsthaft auseinander setzen.
Man parkt das Zeug einfach in Castoren, sehr geringe Kosten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2026, 03:17:35
Woher kommen die 300 Milliarden Euro? Was ist da alles entahlten?
Alleine die EEG-Umlage beträgt schon 288 Mrd. EUR seit 2000 bis 2025, kann man einfach nachrechnen.

Danke.

Genau, alle anderen haben Schuld an den Kostensteigerungen durch hohe Arbeitskosten, hohe Energiekosten und hohe Bürokratiekosten, nur der Verursacher nicht. Aber das ist wenigstens konsistent, Deutschland ist zwar nicht der Verursacher des Klimawandels, hat aber trotzdem Schuld und muss die "Verantwortung" übernehmen. Hauptsache Moral. Oder was man dafür hält.

Verantwortung kommt nicht zwingend aus Schuld.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 14.März 2026, 08:03:51
Elektroautos sind nur auf dem Niveau von Verbrennern, weil sie subventioniert sind. Ob sich das mal ändert? Ob wir uns diese Subventionen noch leisten können, wenn wir irgendwann ggf. 50 % des Staatshaushaltes in Soziales/Rente stecken? Oder wollen wir uns die nächsten 25 bis 40 Jahre immer weiter verschulden. Außerdem trifft das nicht auf alle Autoklassen zu m.E.n. UND: Die Marge ist trotz Subventionen bei den Autobauern schlechter, was mit ein Grund (aber längst nicht der Einzige) für den Stellenabbau bei VW ist.

Die Abschaltung und der Abriss voll funktionsfähiger KKWs war ein wirtschaftspolitischer Fehler (hier funktioniert das Beispiel, wie bei einer Wärmepumpe bei mir, nämlich auch rückwirkend), für den nie jemand Verantwortung übernommen hat. Wo das Thema Verantwortung hier aktuell so groß geschrieben wird und hier jetzt so getan wird, also wäre das nicht zu ändern und daher auch nicht mehr wichtig. Aufarbeitung würde vielleicht helfen in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.

Eine europäische Energielösung haben wir ja irgendwie schon. ABER so zu tun als wäre jetzt alles fein, dass ist es nicht. Viele Länder waren nicht gerade begeistert als Deutschland im Sommer den Markt mit Fast-Gratis-EE-Strom flutete. Dass macht nämlich den Wettbewerb kaputt und belastet die Unternehmen der aufnehmenden Länder.

Zwei Drittel des Tankpreises sind Steuern und Abgaben. Hier verdient der Staat gerade massiv mit. Trotzdem schreien die Leute zuerst nach einer Übergewinnsteuer (halte ich im Zweifel auch nicht für verkehrt). Aber hat der Staat nicht den größten Übergewinn und müsste er nach dieser Logik nicht einfach die Steuern und Abgaben temporär (und mit Überwachung) senken?

Ich habe leider einen Artikel zu zukunftsrelevanten Wissens- und Forschungsgebieten nicht mehr gefunden. Deutschland schnitt hier sehr schlecht ab. Ich sehe uns auch in wenigen Bereichen gut aufgestellt. Und selbst da, wo wir es sind, machen wir es uns im Prinzip mit hohen Kosten für Arbeitskraft und Energie kaputt.

Wenn wir einen Spitzensteuersatz von 49 % bekommen, dann fange ich an nur noch so viel zu arbeiten, wie ich zum Leben benötige oder ich wirtschaftlich gerade noch für sinnvoll halte. Als Selbstständiger/Freiberufler bin ich schnell oberhalb der Grenze. Muss ja auch selber Rücklagen bilden, für das Alter vorsorgen, habe Risiken von Arbeitsausfall etc. Aber im Zweifel darf mich der Staat dann auffangen. Macht er ja gerne. Arbeit wird scheinbar immer weiter belastet/bestraft. Konsequenz: Wird halt weniger gearbeitet. Sehen viele meiner Kollegen übrigens ebenso.

Wir brauchen in diversen Bereichen echte Reformen und keine Steuerflickschusterei um das eigene Klientel bei der nächsten Wahl bei Laune zu halten.

Schon mein drittes Edit: Aber ich glaube mich zu erinnern, dass die Erneuerbaren mit ca. 200 Mrd. gefördert werden jährlich. Damit könntest du jährlich 2 KKWs bauen, die demnächst wohl 80 Jahre halten - im Gegensatz den Erneuerbaren.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 08:34:29
Verantwortung kommt nicht zwingend aus Schuld.
Woraus denn dann?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 09:59:02
Wir brauchen in diversen Bereichen echte Reformen und keine Steuerflickschusterei um das eigene Klientel bei der nächsten Wahl bei Laune zu halten.
Das ist der Knackpunkt. Die Zeit für Reförmchen ist längst vorbei, wir brauchen eine gewaltige Reform, die ALLEN Bürgern wehtun wird und die auch um Steuererhöhungen nicht herum kommen wird, zumindest so lange nicht, bis die Wirtschaft wieder anspringt. Allerdings befürchte ich, dass auch dieser Zeitpunkt bereits verstrichen ist, außerdem ist das mit den aktuellen Politikern sowieso nicht zu machen, die haben den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt, obwohl Investitionen an Deutschland vorbeilaufen und auch deutsche Unternehmen (zumindest die, die es sich leisten können und bei denen das möglich ist), immer mehr Produktion ins Ausland verlagern.

Zitat
Schon mein drittes Edit: Aber ich glaube mich zu erinnern, dass die Erneuerbaren mit ca. 200 Mrd. gefördert werden jährlich.
Nein, so viel ist das nicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2026, 10:35:38
Verantwortung kommt nicht zwingend aus Schuld.
Woraus denn dann?

Fragst du das so allgemein wie ich es sage? Na zumindest nicht zwingend aus vergangener Schuld. Im Alltag trägst du für dein Handeln Verantwortung, ohne das du in der Vergangenheit automatisch Schuld trägst. Pico schreibt ja auch nicht von Schuld, sondern von Stärke und damit Wirkkraft aus der sich Verantwortung ergeben solle.

Ist der Klimaschutz für dich gar keine moralische Frage? Oder was meinst du mit diesen beiden Sätzen: "Hauptsache Moral. Oder was man dafür hält."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.März 2026, 10:39:46
Das Subventionsvolumen für Erneuerbare Energien nach dem EEG steigt laut Bundesfinanzministerium von 45 Mrd. Euro in 2023 auf 77,8 Mrd. in 2026. Der einzig boomende Wirtschaftszweig in Deutschland : Subventionen über den Staat...


Übrigens zur e-Auto-Förderung. Die maximale Förderung für ein e-Auto ist 6000 Euro. Ein e-Auto von 30000 € ohne Mwst. bringt dem Staat 5700 € Mwst. Es wäre also zu überlegen, ob es nicht effizienter gewesen wäre, die Mwst. für e-Autos wegzulassen. Geht bei Solarpanels und Balkonkraftwerken ja auch. Der Vorteil : Keine Anträge und kein Personalaufwand diese zu bearbeiten => weniger Bürokratiekosten. Ach ich vergas, wir müssen unsere Parasiten ja durchfüttern, da ist das ja ein Nachteil, wenn die nichts haben, womit sie ihren bequemen Job rechtfertigen können. Wie ich auf 30000 komme? Soviel kostet ein Opel Corsa Electric... Günstigere Alternativen gibt es kaum und die haben dann extreme Nachteile z.B. der Renault Twingo E. Den VW ID1 gibt es noch nicht und auch der wird 25000 € kosten, wenn er rauskommt.
Alle anderen wie Leapmotor T03, BYD Dolphin haben eine Reichweite von 220km und eine sehr kleine Batterie. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Reichweite im Winter wesentlich geringer als 220 km sein wird... Und Höchstgeschwindigkeit wird 130 km/h sein. Grundsätzlich ist das in Ordnung, aber das hat eher den Grund wohl, dass die Batterie dann noch schneller leer wäre. Gilt übrigens auch für den Dacia Spring...
Und zum Thema deutsche Autobauer und e-Mobilität : Schaut mal auf Stellantis, die mussten ihre Dividende aussetzen und haben 20 Mrd. € abgeschrieben, weil die e-Mobilität nicht lief. Genau die Firma übrigens, die hinter Leapmotor und Dacia steht. BYD prüft übrigens die Übernahme von westlichen Traditionsherstellern. Deren Vorteil ist die vertikale Integration der gesamten Produktion. Die stellen sozusagen fast alles in der Lieferkette auch selbst her. Mit Byd Electronic ist im Mutterkonzern auch ein führender anbieter von Tech-Eletronikkomponenten vorhanden.


@Dragonfox : Stärke und Wirkkraft ist aber nicht gegeben, wenn du von allen ausgelacht wirst für deine Politik. Habe ja Migrationshintergrund und dort sind die Deutschen zur Lachnummer verkommen. Die kriegen ja auch mit, dass hier Brücken einstürzen und wirtschaftlich gar nichts mehr läuft. Wir reden hier von einem Entwicklungsland, dass in Sachen Digitalisierung schneller vorankommt als Deutschland. Für das letzte Jahr wird zwar auch dort nur ein schwächeres Wachstum erwartet, dies ist aber irgendwo zwischen 5,5 und 6%... Die haben seit 2012 mit Ausnahme des Corona-Jahres nie auch nur unter 5,5% Wirtschaftswachstum gehabt. Wenn ich dort frage, ob sie Deutschland noch als Vorbild sehen, dann sagen die ganz klar nein. China und die USA gelten dort als Vorbild.





Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 11:19:25
Im Alltag trägst du für dein Handeln Verantwortung, ohne das du in der Vergangenheit automatisch Schuld trägst.
Es ging um den Klimawandel, den Deutschland nicht verursacht hat und auch nicht aufhalten kann. Warum sollten wir dafür Verantwortung tragen und uns im Büßerhemd ruinieren?

Zitat
Ist der Klimaschutz für dich gar keine moralische Frage?
Nein, zumindest nicht auf Deutschlands CO2-Ausstoß bezogen. Sag einem US-Amerikaner, Russen, Chinesen oder Inder, dass er unmoralisch handelt, die lachen dich aus, diese Menschen wollen vorwärts kommen und sich etwas aufbauen. Aber wie gesagt, wenn der Klimaschutz in den Industrienationen gleich gehandhabt würde, hätte ich damit kein Problem. Wird er aber nicht, deshalb habe ich ein sehr großes Problem damit, dass wir uns hier kaputtmachen, selber kasteien und das mit irgendeiner "Moral" oder "Verantwortung" begründen, um am Ende rein gar nichts für das Klima zu erreichen. So ein Handeln ist für mich komplett irrational und widersinnig.

Das Moralargument ist in meinen Augen pure Propaganda, von Leuten, die mit "Deutschland noch nie etwas anfangen konnten". Da fragt dann keiner, welches Land wir am Ende unseren Nachkommen hinterlassen, das wird immer nur in Sachen Klimawandel angeführt. Die "Moral" dient auch nur dazu, den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn sie zB. das Auto nutzen oder in Urlaub fliegen, so wie das hunderte Millionen bis Milliarden Menschen weltweit auch tun. Ganz nach dem Motto "Du musst deinen Teller leer essen, in Afrika verhungern Kinder". Kompletter BS ist das, um seine politische Agenda durchzusetzen, die Deutschland und den Deutschen nichts Gutes will.

Da braucht sich dann auch niemand mehr zu wundern, dass die AfD so stark ist und auch im Westen immer stärker wird. Egal, welche Partei gerade an der Macht ist, die grüne Agenda wird weiter durchgezogen, gegen jeden Sinn und Verstand. Sieht man ja auch jetzt wieder, die EU will die Kernkraft fördern. Wer ist dagegen? Merz. Von der CDU.

Eigentlich müsste ich AfD wählen, tue ich aber nicht, weil ich diese Partei und deren Repräsentanten verabscheue und überzeugt bin, dass es mit denen noch schlechter wird als jetzt schon. Es gibt für mich keine größere Partei, die ich noch wählen könnte, die FDP ist toter als tot, bleiben nur noch irgendwelche Kleinstparteien. Die Partei der Humanisten gefällt mir gut, ist nur total chancenlos, denn der Liberalismus in D ist auch komplett am Ende. "Team Freiheit" ist mir zu libertär, die werben mit dem Slogan "Sozialstaat absägen", das ist auch Blödsinn, wir brauchen den Sozialstaat für den gesellschaftlichen Frieden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 11:29:02
Deren Vorteil ist die vertikale Integration der gesamten Produktion.
Deren Vorteil ist der kommunistische Staat, der viele Milliarden zB. in Batterieforschung steckt, die Unternehmen wie BYD und CATL dann nutzen können, um zu Dumpingpreisen zu produzieren und zu exportieren. Da könnte eine deutsche Batterieherstellung gar nicht mithalten, die Kosten sind viel zu hoch, die Auflagen viel zu streng. In China kippen die ihren Sondermüll in die Walachei oder in den Ozean, in D oder der EU völlig unmöglich. Den Chinesen ist es auch scheißegal, ob Landwirte in Südamerika kaputt gehen, weil die Lithiumförderung denen das Grundwasser wegnimmt und welche Umweltsünden die da hinterlassen ist denen auch sowas von egal.
Wo kommt das Geld her? Von uns Idioten, die wegen "Geiz ist geil" möglichst viel in China kaufen, Temu und Aliexpress machen es möglich. Ich persönlich meide solche Produkte wo es nur geht, oft ist das leider nicht möglich und es steckt vermutlich sowieso überall irgendein Bauteil aus China in den Produkten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2026, 12:47:52
Warum sollten wir dafür Verantwortung tragen und uns im Büßerhemd ruinieren?
Habe ich bereits gesagt. Und mit Schuld hat es nach wie vor nichts zu tun. Nur du redest über Schuld.

Zitat
Sag einem US-Amerikaner, Russen, Chinesen oder Inder, dass er unmoralisch handelt,
Das halte ich für recht pauschal. Beispiel USA: knapp 50% der Wähler sind Demokraten. Die haben sehr wohl Klimaschutz auf der Agenda, auch, weil sie ihn für richtig halten.

Zitat

Das Moralargument
Es hat auch eine moralische Komponente so etwas zu sagen wie, dass Deutschland den Klimawandel "nicht aufhalten kann. Warum sollten wir dafür Verantwortung tragen und uns im Büßerhemd ruinieren?". Die Aussage hat natürlich eine faktische Einschätzung über technische und wirtschaftliche Einflüsse. Aber sie drückt trifft nunmal auch ein ethisches Urteil aus.

Ich denke man führt im Thema Klimaschutz so oft moralisch aufgeladene Diskussionen, weil die Aussagen sehr wohl oft moralisch aufgeladen sind. Und zwar auf allen Seiten. Und gerade bei der Grundsatzdiskussion, ob es überhaupt nötig ist fängt es eben an.


Es gibt keine Partei in Deutschland, abgesehen von (in Teilen) der AFD, die den Klimaschutz ablehnt oder als nicht notwendig betrachtet. Die Intensität und der Fokus unterscheiden sich und das ist gut so. Aber alle Parteien sind sich im klaren, dass sie handeln müssen. Gut - sie sind auch gesetzlich dazu verpflichtet und aufgefordert.
Für mich stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob Klimaschutz in Deutschland notwendig ist oder nicht. Ich finde die pauschalen Aussagen, dass es eh nichts bringt und deswegen nichts getan werden muss für falsch.
Die Dikussion geht ja dann zum Glück differenzierter. Wie muss es gemacht werden? Wie technologie offen ist man? Natürlich sind AKW CO2 Neutral und helfen Nationen Ziele zu erreichen. Natürlich kann man den Aufbau und Ausbau der EE und die Transformation viel besser durchführen als in Deutschland. Man kann über so viele Verbesserungen reden und bewerten was nicht gut läuft und da gibt es genug Platz für technische und wirtschaftliche Bewertungen. Und das geht über weite strecken faktisch und muss nicht über die Moral gehen - zum Glück.
Aber wenn man zum Start zurück geht und grundlegend darüber redet, ob man überhaupt etwas machen müsste, dann wird es meiner Meinung nach sehr schnell moralisch.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 13:50:01
Habe ich bereits gesagt.
Nein, hast du nicht. Also nochmal: warum sollten die Deutschen die Verantwortung für den Klimawandel übernehmen, obwohl ihr Anteil am bisher gesamt ausgestoßenen CO2 gerade mal 4% beträgt, mit fallender Tendenz? Besonders wenn diese "Verantwortung" dann so aussieht, dass man sich ideologisch in den Ruin stürzt.

Wie ich die Energiewende angegangen wäre, habe ich in #3247 skizziert, damit hätten wir mMn. mehr und saubereren Strom bekommen.

Zitat
Die haben sehr wohl Klimaschutz auf der Agenda, auch, weil sie ihn für richtig halten.
Auch die werden ihr Heimatland nicht für Klimaschutz in den Ruin treiben und China die Weltherrschaft überlassen.

Zitat
Es hat auch eine moralische Komponente so etwas zu sagen wie, dass Deutschland den Klimawandel "nicht aufhalten kann.
Nein, das ist Fakt.

Zitat
Aber sie drückt trifft nunmal auch ein ethisches Urteil aus.
Nein, sie stellt die Fakten dar.

Zitat
Und gerade bei der Grundsatzdiskussion, ob es überhaupt nötig ist fängt es eben an.
Es gibt nur sehr wenige richtige "Klimaleugner", dass man etwas in Sachen Klimawandel tun muss, ist von meiner Seite unbestritten.
Daher frage ich mich mal wieder, warum du das Thema auf diese Schiene lenken willst?

Zitat
Ich finde die pauschalen Aussagen, dass es eh nichts bringt und deswegen nichts getan werden muss für falsch.
Wo schreibe ich von "nichts tun"?

Zitat
Aber wenn man zum Start zurück geht und grundlegend darüber redet, ob man überhaupt etwas machen müsste...
Und der nächste Twist weg vom Thema. Warum machst du das so oft?

Die Grundsatzdiskussion, ob Klimawandel oder nicht und ob die Menschheit (inkl. der Deutschen) was tun muss oder nicht, musst du mit einem Klimawandelleugner führen, da bin ich der falsche Adressat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2026, 15:49:46
warum sollten die Deutschen die Verantwortung für den Klimawandel übernehmen,
Weil es für mich moralisch richtig ist und Deutschland das kann. Oder könnte. Vielleicht teilweise so, wie du es in #3247 skizzierst.

Du hast die moralische Argumentation von Pico aufgegriffen. Und du hast hier schon mehrfach gesagt, dass Deutschlands handeln in Sachen Klimeschutz sowieso keinen bis kaum einen messbaren Effekt hat. Wenn man eine Handlung keine Wirkung hat kann man sie auch lassen. Da habe ich mich gewundert, was für dich wohl die Motivation ist, dass Deutschland überhaupt etwas im Bereich Klimaschutz macht.


Und der nächste Twist weg vom Thema. Warum machst du das so oft?

Öhm, keine Ahnung. Mache ich das? Ich rede eigentlich genau über das um was es mir geht. Mir wird hier eigentlich nie von Anderen vorgeworfen, ich würde Twists machen, Sachen 'absichtlich' falsch verstehen und ablenken. Mit viking oder m4 hatte ich hier in letzter Zeit ein paar gute Diskussionen mit gutem Fokus. Pico hat ähnliches von dir abbekommen. Vielleicht liegt es an dir?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 16:16:10
Weil es für mich moralisch richtig ist und Deutschland das kann.
Für mich ist es geisteskrank, Verantwortung für etwas zu übernehmen, für das man nichts kann und das man auch nicht ändern kann. Dass Deutschland es eben nicht kann, zeigt sich gerade, wir haben teuren Strom, wir haben zu wenig Strom, wir haben dreckigen Strom, trotz Unsummen, die man in EE gesteckt hat, die Industrie flieht aus dem Land, unser Wohlstand steht auf Messers Schneide. Und mit dem Sozialstaat steht und fällt auch unsere Demokratie.

Zitat
Da habe ich mich gewundert, was für dich wohl die Motivation ist, dass Deutschland überhaupt etwas im Bereich Klimaschutz macht.
Du hast sehr oft sehr merkwürdige negative Gedankengänge bei der Interpretation meiner postings. Diese andauernden Meta-Diskussionen mit dem Versuch, mir irgendwelche Aussagen anzuhängen, finde ich sehr langweilig und ich werde sie auch nicht mehr führen.

Zitat
Vielleicht liegt es an dir?
Ja, auch das ist konsistent verdrehtes Verursacherprinzip.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2026, 16:42:14
Weil es für mich moralisch richtig ist und Deutschland das kann.
Für mich ist es geisteskrank, Verantwortung für etwas zu übernehmen, für das man nichts kann und das man auch nicht ändern kann. Dass Deutschland es eben nicht kann, zeigt sich gerade, wir haben teuren Strom, wir haben zu wenig Strom, wir haben dreckigen Strom, trotz Unsummen, die man in EE gesteckt hat, die Industrie flieht aus dem Land, unser Wohlstand steht auf Messers Schneide. Und mit dem Sozialstaat steht und fällt auch unsere Demokratie.

Mein Arzt ist der Meinung ich bin nicht geisteskrank. Falls dich die Einschätzung einer Person vom Fach interresiert.

Zitat
Zitat
Da habe ich mich gewundert, was für dich wohl die Motivation ist, dass Deutschland überhaupt etwas im Bereich Klimaschutz macht.
Du hast sehr oft sehr merkwürdige negative Gedankengänge bei der Interpretation meiner postings. Diese andauernden Meta-Diskussionen mit dem Versuch, mir irgendwelche Aussagen anzuhängen, finde ich sehr langweilig und ich werde sie auch nicht mehr führen.
Ich hätte die Reaktion nachvollziehen können, wenn ich dir keine Motivation unterstellt hätte. Jetzt ist schon eine Frage eine negative Interpretation.

Es ist sogar das Gegenteil. Du bist ja konstruktiv und hast Motivation. Wo ist den da jetzt der negative Gedanke? Ich frage lediglich woher deine persönliche Motivation kommt. Meine kommt aus der Moral und das siehst du als geisteskrank an. So viel zu negativer Interpretation.  ???
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 17:11:33
Richtigstellung der erneut fehlerhaften Interpretation: "geisteskrank" war im umgangssprachlichen Sinne auf die Handlung, Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die man nicht zu vertreten hat, bezogen, nicht auf die Person.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 14.März 2026, 17:36:12
Richtigstellung der erneut fehlerhaften Interpretation: "geisteskrank" war im umgangssprachlichen Sinne auf die Handlung, Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die man nicht zu vertreten hat, bezogen, nicht auf die Person.

Ich habe ja nur gesagt, dass ich nicht geisteskrank bin. Die Handlung färbt nicht ab.

Interpretiere da nicht so viel rein. Wenn ich geglaubt hätte, dass du mich geisteskrank nennst hätte ich dir das schon deutlich gesagt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 14.März 2026, 18:33:01
Erneuerbare Energien stehen für die günstigste Stromerzeugung.
Das ist angesichts der Rechnung weiter vorne schon dreist O0

Warum lässt Du die Subventionen für Kernenergie außen vor?
Ich stütze mich auf eine Auswahl von Aussagen, Studien und Berichten, hier eine Auswahl:

https://www.base.bund.de/shareddocs/faktencheck/base/de/atomstrom-alternative-energiequellen-kosten.html

https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/fraunhofer-studie-was-kostet-strom-erneuerbare-energien-am-guenstigsten-100.html

https://group.vattenfall.com/de/newsroom/news/2026/die-energiewende-wird-strom-billiger-machen

Zitat
Die Produktion wurde in D zu teuer, weil die Förderung massiv zurückgeschraubt wurde.
Zitat
Danke für die Bestätigung, EE brauchen lebenslang Förderung, egal ob Produktion oder Betrieb.
Ist das eine persönliche Prognose oder gibt es dazu wissenschaftliche Untersuchungen?
Wie gesagt, irgendwann muss natürlich der ROI eintreten und sich EE von selbst tragen. Die Programme laufen ja auch irgendwann aus. Ansonsten stehen einige Infos auch in den o.g. Links.
In Deiner Argumentation lässt Du im Übrigen, ob bewusst oder unbewusst, die Subventions-Historie für Strom aus Kernkraft weg. Auch hier nochmal: die gesellschaftlichen Kosten für die Energiegewinnung aus fossilen Quellen tragen wir alle ebenfalls mit. Warum lässt Du diese aus?

https://www.enbw.com/unternehmen/themen/klimaschutz/kernkraft-kosten.html

Zitat
Z.B. Medizintechnik oder Quantentechnologie.
Zitat
Quantentechnologie? Welche deutschen Unternehmen gibt es da, welche Produkte verkaufen die? MW. ist das alles noch Grundlagenforschung. Medizintechnik kennen ich mich nicht mit aus, welchen Umsatz erwirtschaftet die Branche, wie viele Menschen sind dort beschäftigt?
Quantentechnologie steht in der Tat am Anfang, Deutschland ist hier vorn mit dabei. Habe das zuletzt in einem Podcast wahrgenommen und war auch überrascht.
Siemens Healthineers, Zeiss oder Fresinius sind m.W. Marktführer in bildgebenden Verfahren wie MRT, KI Implementierung usw. Dazu sehr innovativ mit Anschluss & Kooperationen an forschenden Universitäten.


Zitat
Ob die dort beschäftigen Menschen nicht zählen ist eine zu pauschale Aussage.
Zitat
Wer hat gesagt, dass diese Menschen nicht zählen? Deine Aufzählung ist auch witzig, die ganzen Sesselfurzer, die den Menschen und Unternehmen das Leben schwer machen, zählst du nicht auf.
Du schriebst, dass der Staat als Arbeitgeber nicht zählt. Ich antworte darauf, das mir das zu pauschal ist. Der gesellschaftliche Nutzen ist hier unbestritten.

Zitat
Ganz nebenbei: das Einkommen, welches die beim Staat beschäftigten Menschen ausgeben, landet auch wieder in Geschäften, Dienstleistungen, Eigenheim usw.
Zitat
Diese Einkommen müssen KOMPLETT von den Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten, erwirtschaftet werden.
Stimmt. siehe oben, gesellschaftlicher Nutzen. Fakt: Die Staatsquote in DE ist im EU Ø. Und damit es nicht falsch verstanden wird: Da können wir gerne abbauen, effizienter werden, die Digitalisierung umsetzen, die Kripo zwischen den Bundesländern mit einheitlicher Software ausstatten usw.

Zitat
Sehe ich nicht so. Subventionen sind ein politisches Mittel und nötig um einen Startschuss für die Transformation zu geben und um wirtschaftliche Standorte zu erschließen.
Zitat
Da bin ich ganz bei dir, der Startschuss dauert aber schon über 25 Jahre und verschlingt Unsummen. Hätte man das Geld in KKW investiert, hätten wir wie vorgerechnet mehr, billigeren und saubereren Strom.
Siehe oben. Und mit Deinem Braunkohle Vorschlag bezweifle ich den sauberen Strom. Wie TNDO geschrieben hat, wird man die alten AKW nicht weiterlaufen lassen. Neubauten sind auch unwahrscheinlich. Mit hätte hätte kommt man nicht weiter und hilft niemandem.

Zitat
Deutschland hat eigene Produktionsstätten für Windkraftanlagen, bei Solarenergie (aus o.g. Gründen) weniger und man importiert viel aus China.
Zitat
Ja, weil Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig ist, zu hohe Kosten.
Schwierig, das in einem Forum alles durchzuspielen. Die Kosten sind zu hoch, ja. Wir können gegen ein Land wie China oder Indien nicht mit Lohnstückkosten anstinken. Zu den Windkraftproduktionsstätten hast Du nichts gesagt.

Zitat
Grundsätzlich ist an Stromimport doch nichts negatives.
Zitat
Na klar, plötzlich ist Abhängigkeit dann doch nichts Negatives und dann hat man auch wieder nix gegen Atomstrom.
der Handel im EU ausgebauten Stromnetz ist was anderes als Abhängigkeit außerhalb des Wirtschaftsraums von fossilen Energien, die aus der Erde gefördert und physisch nach DE verbracht werden müssen.

Zitat
im Übrigen nehmen die Franzosen auch gern mal Strom aus Deutschland ab, wenn deren Kernkraftwerke nicht ausreichend gekühlt werden können.
Zitat
Es war Sommer, die KKW gingen in eine geplante Revision, weil nicht so viel Strom benötigt wurde.
Die Revisionen werden in die Sommermonate gepackt das stimmt. Gleichwohl sind die Kernkraftwerke öfters ungeplant gedrosselt oder runtergefahren worden, als es zu heiß wurde und nicht ausreichend gekühlt werden konnte. Diese Szenarien werden häufiger, dank der Temperaturanstiege des weltweiten Klimawandels.

Zitat
Ich halte die begonnene Transformation zu EE und die Unabhängigkeit von fossilen Energien für alternativlos.
Zitat
Wieder keine Antwort auf meine Frage. Logisch, weil es diese Produkte nicht gibt. Deutschland wird den Weg zu Ende gehen, keine Bange, und es wird sich dabei alternativlos ruinieren. Ohne auch nur das Geringste für das Klima zu erreichen.
Das ist eine Antwort auf deine Frage. Der Ausbau muss weiter vorangebracht werden, Speichermöglichkeiten gibt es schon (hier stehen Investoren Schlange, es werden freie Bauplätze für Batteriespeicher ausgeschrieben). Es geht hier voran. Wie von TNDO beschrieben, ist der Ausbau der Stromtrassen elementar wichtig.

Zitat
Habe aber auch noch nirgends gelesen, dass diese Technologie gescheitert ist.
Zitat
Das Produkt ist gescheitert. Ich finde das faszinierend, wie immer wieder ein Twist versucht wird. Stahl mit Wasserstoff zu kochen funktioniert, es ist nur viel zu teuer und es gibt nicht genug grünen Wasserstoff.
Okay.

Zitat
Was macht dich hier so sicher, dass dies der richtige Weg ist?
Zitat
Der nächste Gummitwist. Wo habe ich behauptet, dass das der richtige Weg wäre? Hast du inhaltlich etwas einzuwenden?
Du schriebst hier, wie Du die Energiewende angegangen wärst. Dein Nachdruck und auch der Ton, mit dem du hier deine Postings verteidigst legen das nahe. Vielleicht habe ich das missverstanden.

Zitat
Ich habe dafür keine realistischen Lösungsansätze.
Zitat
Ich würde reziproke Handelsregeln einführen, wobei es dafür schon viel zu spät ist, die Abhängigkeit ist schon zu groß.
Ich bin eher ein Freund vom Freihandel, dieser führt i.d.R. zu Wohlstand. Um Märkte vor Handelskriegen zu schützen, sind diese sinnvoll. Die amerikanische Bevölkerung merkt gerade, wie sehr Handelszölle ihre Waren verteuern.

Zitat
Es kommen mehr und mehr Elektroautos gebraucht auf den Markt, Tendenz steigend.
Zitat
Welch Erkenntnis!
Du schriebst selbst von zu wenig E-Autos am Markt. Ich habe entgegnet, dass sich der Markt natürlich erst entwickeln muss. Schließlich sind E-Autos noch nicht so lange am Markt eingeführt. Mit steigendem Angebot sinken die Preise, was nun wirklich schon zu beobachten ist und mehr Leute denken über Elektromobiltät nach. In Verbindung zu Lade-Angeboten seitens der AG, die dann noch PV auf dem Hallendach haben ergeben sich sinnvolle Synergieeffekte. Hierzu hast Du gar nichts geschrieben. Es geht hier voran!

Zitat
Wir leben in einem globalen Weltmarkt.
Zitat
Genau, alle anderen haben Schuld an den Kostensteigerungen durch hohe Arbeitskosten, hohe Energiekosten und hohe Bürokratiekosten, nur der Verursacher nicht. Aber das ist wenigstens konsistent, Deutschland ist zwar nicht der Verursacher des Klimawandels, hat aber trotzdem Schuld und muss die "Verantwortung" übernehmen. Hauptsache Moral. Oder was man dafür hält.
Wenn man immer nur Verantwortung übernimmt, wenn "Schuld" vorausgeht dann gute Nacht. Dann sind wir schneller am Ende als man "zu hohe Lohnnebenkosten" sagen kann.
Hohe Arbeitskosten, hier stinken wir zu Produktion in China oder Indien nicht an. Was ist die Lösung? 60 Stunden Woche? Schlafkojen in den Produktionsstätten, Aushebeln von Arbeitsrecht, Gewerkschaften, Wegfall von Umweltmaßnahmen.
Ich kann doch nicht sagen: Der Klimawandel existiert, es ist wissenschaftlicher Konsens aber: Ich tue nichts dagegen, weil ich keine Schuld habe. Ich schrieb eingangs, dass Forschung und Technologie so wichtig ist. Aus Position der Stärke und Kompetenz kann man das Wissen in andere Länder verkaufen wie man Fahrradwege ins Ausland verkauft.

Zitat
Ich halte das für unumkehrbar und unsere Autohersteller haben diese Entwicklung verschlafen.
Zitat
Haben sie nicht. VW hat voll auf Elektro gesetzt und ist voll damit auf die Fresse gefallen.
Nein, das ist einfach in der Absolutheit deiner Aussage nicht korrekt. Es waren VW eigene Entscheidungen, die Software lieber selber entwickeln zu wollen als diese fertig und funktionierend von Experten zuzukaufen. Diese Entscheidung war extrems kostenintensiv. Man hat sich entschieden, keine Einsteigermodelle zu fertigen (außer den Kleinstwagen E-UP). Der Absatzmarkt in China, einer der umsatz- und gewinnträchtigsten für VW, hat plötzlich so viele und günstige BEV Modelle auf den Markt gebracht, dass die Verkäufe dort eingebrochen sind. Hätte VW hier dann seine ganzen Verbrenner verkauft oder was ist die Logik?
Porsche (mit nur zwei BEV Modellen im Portfolio) verzeichnet einen dramatischen Gewinneinbruch. Hauptgründe (neben Entwicklungskosten für Hybrid und BEV): Gewinnträchtiger Absatz in China eingebrochen und Trumps Zollpolitik drückt auf die Gewinne.
Die Chinesen sind in der Entwicklung schon viel weiter. Akkuleistung, Akkutechnik, Aufladegeschwindigkeit - da sind die deutschen Automobilbauer abgehängt.
Der Verbrenner ist am Ende seines technologischen Zyklus angekommen und wird abgelöst. Das Elektroauto ist von der Energienutzung wesentlich effizienter und wartungsärmer (da viel weniger Teile verbaut). In DE dauert es nur länger als z.B. in den skandinavischen Ländern. Wer die Transformation verschläft, wird weg vom Fenster sein. Ähnlich wie das Nokia 3210. Nun gilt es, über die Nachfrage, den produzierten Stückzahlen und den wachsenden BEV Gebrauchtwagenmarkt sowie konsequenten Ausbau von bezahlbarer Ladeinfrastruktur es den potentiellen Kunden besser zugänglich zu machen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 14.März 2026, 19:00:28
Es gibt auch viele Leute, die zur Miete wohnen, sich keine wallbox installieren können und entweder hohe Öl-/Gaspreise zahlen oder an der teuren Sanierung des MFH beteiligt werden. Zumal Strom ja auch nicht wirklich billig ist, hier reißt es dann nur niedriger Verbrauch des eAutos raus, man muss dann aber auch entsprechend schleichen, 130 auf der BAB kann man im Grunde schon knicken.

Zum angedeuteten "Selber Schuld": das Ökoleben muss man sich erstmal leisten können, das ist für Menschen in "normalen" Jobs einfach unerreichbar teuer. Auch, weil das politisch so gewollt ist, mir hallt immer noch der Spruch im Ohr: "Wir werden den Deutschen den Traum vom Auto und vom Eigenheim nehmen". 50% bereits erfüllt, am Auto arbeitet man noch. 2028 gibt es den nächsten "Preisschock" an der Tankstelle, wenn die Politiker die CO2-Abgabe verdreifachen.

Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis die Strompreise wieder durch die Decke gehen, weil wir ja dank AKW-Ausstieg auf die teuren Gaskraftwerke angewiesen sind. Da ist es dann auch mit der Wärmepumpe oder dem eAuto nicht mehr so schön.
Das Mieter ein Problem mit dem laden von E Autos haben habe ich auch neulich gedacht, da muss die Situation ja schon optimal sein, mit Garage oder Stellplatz direkt an der Wohnung + installierter Ladebox, wenn man aber z.B an der Straße parken muss funktioniert das schon mal nicht. Da wäre vielleicht ein System sinnvoll Arbeitgeber zu unterstützen um das Auto während der Arbeitszeit zu laden. Allgemein verstehe ich deswegen auch die Förderung von EAutos nicht, die geht ja gerade komplett an der Mitte vorbei und es wird nur von Menschen abgerufen die schon genug Geld haben um sich die Vorraussetzungen für ein Laden vor Ort zu schaffen, die hätten aber auch kein Problem sich ein etwas teureres Auto zu leisten,dass sich aber langfristig vielleicht mehr rechnet.

Warum auch den armen Arbeiter unterstützen, der zur Arbeit pendelt... Die spD hat ja gezeigt, wie man erfolgreich auf 5% bei den Arbeitern in BaWü schrumpft (Arbeiterpartei ja genau).
Genau das dachte ich bei der Wahl Nachbesprechung auch, man fragt sich warum die SPD die Arbeiter verliert, stemmt sich aber nicht gegen eine Steuer, die den Arbeitsweg und Lebenshaltung um einiges teurer macht.

Die Wahl allgemein war interessant, Özdemir hat ja auch einen anderen Weg als die Grünen im Bund eingeschlagen und hat unter anderem deswegen noch einen sehr großen Rückstand aufgeholt, er hat z.B auch Wahlkampf mit, dem eigentlich in Ungnade gefallenen, Boris Palmer gemacht, für andere Grüne vollkommen undenkbar. Wenn man sich mal die Wählerwanderung anschaut haben die Grünen Massiv Wähler an die CDU und sogar an die AfD verloren, was auch einiges über den Kurs aussagt den Kretschmann da vorher gefahren hat. Dafür hat Özdemir dann auch eine Menge nicht Wähler mobilisiert und der SPD eine Menge Stimmen abgenommen. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/waehlerwanderung-landtagswahl-baden-wuerttemberg-100.html
Freue mich für ihn, er hätte uns in der Ampel als Außenminister besser vertreten.

Die FDP fällt auch komplett hinten runter, keine Ahnung ob man da noch mal irgendwas retten kann,die Glaubwürdigkeit ist einfach weg.
Wenn man sich überlegt,dass eine FDP die bei Streitpunkten in der Ampel, Verbrennerverbot, Atomausstieg, hart auf die Bremse getreten hätte heute überall in den Landtagen und mit einem guten Ergebnis im Bundestag sein könnte. Verstehe bis heute nicht was die sich da gedacht haben.

Die AfD holt, trotz einem unsympathischen Kandidaten, der nicht mal direkt in dem Bundesland für einen Posten antritt, fast 19%.

Weil es in der Debatte hier auch Thema war, den Vorteil der Atomkraft liegt für mich bei der besseren Unabhängigkeit von anderen Staaten, es hat ganz klar auch Nachteile, Kosten, Müll und Endlagersuche aber der Vorteil überwiegt da, wenn man sich anschaut das wir auch Atomstrom importieren müssen können wir auch welche im eigenen Land bauen die wir dann besser kontrollieren können. Politisch kann sich in anderen Ländern auch sehr schnell eine Menge ändern und das kann alles durcheinander werfen, bestes Beispiel gerade sind die USA, was man sicher geglaubt hat sieht da schnell ganz anders aus. In Frankreich könnte es nach der nächsten Wahl auch so gehen, warum sollte man sich unnötig Abhängig machen? Im Vergleich zu Kohleförderung und Fracking wäre bei AKWs ja auch das Klima ein Argument. Medial wird das Thema auch einseitig behandelt, so wird da oft Fukushima angeführt aber selten gesagt,dass Japan ja sehr stark weiter auf Atomenergie setzt, erst Gestern? wieder so ein Gespräch im DLF gehört.

Zum Klima und CO2 Steuer allgemein, ob Deutschland sich auf den Kopf stellt oder nicht es wird sich nichts an der Erderwärmung ändern, wenn man sich anschaut was im Iran und in der Region in den letzten 2 Wochen alles in die Luft gejagt wurde leben wir mit der Diskussion hier einach in einer ganz anderen Welt. De einzige Unterschied wird da sein, dass wir durch die Abgaben am Ende weniger Geld haben um vorzusorgen.
Allgemein lügt man sich hier zu sehr selbst in die Tasche was da alles möglich ist, da wird ja gerne suggeriert das man Zeitnah Resultate sehen würde und z.B etwas für die Kinder oder Enkel ändert, selbst falls sich jetzt alle Länder 100% einig wären wird sich die Erde erstmal über einen längeren Zeitraum erwärmen und wir werden Veränderungen sehen die die nächsten Generationen auch spüren werden.
Es ist kein Entscheidung jetzt eine Wende anzuschieben und sich dann Vorbereitungen auf Nauturkatastrophen zu sparen, das kommt in jedem Fall auf uns zu. Im besten Fall macht man beides aber man sollte schon realistisch sein. Die Menschen schaffen es ja nicht einmal sich über ,im Vergleich, einfache Sachen zu einigen und es brechen ständig neue Konflikte aus.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.März 2026, 20:07:08
Warum lässt Du die Subventionen für Kernenergie außen vor?
Wo mache ich das? Die 300 Mrd. EUR die in einem alternativen Universum in die Kernenergie gesteckt würden, wären selbstverständlich auch Subventionen.

Das war aber nicht der Punkt. Friendly reminder: meine Aussage war, dass man mit dem gleichen Kapitaleinsatz 100 TWh Strom pro Jahr mehr hätte produzieren können.

Zitat
Wie gesagt, irgendwann muss natürlich der ROI eintreten und sich EE von selbst tragen.
Wann soll das sein und wie hoch wird der Strompreis dann sein?

Zitat
Warum lässt Du diese aus?
Warum bringst du den gleichen Punkt, der an meiner Argumentation vorbei geht, gleich zweimal an?

Zitat
Quantentechnologie steht in der Tat am Anfang, Deutschland ist hier vorn mit dabei.
Ich bin gespannt, welche Produkte daraus entstehen und wie viele Arbeitsplätze in der Branche geschaffen werden.

Zitat
Siemens Healthineers, Zeiss oder Fresinius sind m.W. Marktführer in bildgebenden Verfahren wie MRT, KI Implementierung usw.
Das ist schön, ein Lichtblick. Welchen Umsatz erwirtschaftet die Branche, wie viele Menschen sind dort beschäftigt, kann sie die Transformation zu einer postindustriellen Wirtschaft monetär und mit Arbeitsplätzen auffangen?

Zitat
Du schriebst, dass der Staat als Arbeitgeber nicht zählt.
Das ist das Problem, wenn man es aus dem Kontext reißt, ich habe meine Aussage begründet: "Und nein, der Staat als Arbeitgeber zählt nicht, die leben alle von der Arbeit und vom Geld der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Wirtschaft."

Dass ich keinen gesellschaftlichen Nutzen von Staatsangestellten und Beamten sehen würde, ist halt der übliche Murks, der mir auf diese Art und Weise angehängt werden soll.

Zitat
Stimmt. siehe oben, gesellschaftlicher Nutzen.
Stimmt. Der war nicht das Thema.

Zitat
Fakt: Die Staatsquote in DE ist im EU Ø.
Und? Macht das irgendwas besser? Dadurch könnten sich eher noch die Leute bestätigt fühlen, die von "EUdSSR" schwafeln. Und nein, dieser Meinung bin ich nicht.

Zitat
Und mit Deinem Braunkohle Vorschlag bezweifle ich den sauberen Strom.
Das war kein Vorschlag, sondern eine Anmerkung zum Thema "Abhängigkeit vom Ausland".

Zitat
Wie TNDO geschrieben hat, wird man die alten AKW nicht weiterlaufen lassen. Neubauten sind auch unwahrscheinlich.
Die dt. KKW sind irreparabel zerstört, da wurden sehr schnell Fakten geschaffen, dass man sie nur ja nie mehr ans Netz nehmen kann. Und selbstverständlich wird es in D keine KKW-Neubauten geben, die Deutschen würden ob ihrer Atomangst komplett durchdrehen.

Dafür werden die Nachbarn KKW bauen und uns den Strom - falls wir ihn denn noch brauchen - sehr gerne zu hohen Preisen verkaufen. An der Landesgrenze endet die Moral, auch wenn es ein paar dt. Verwirrte gibt, die zB. Belgien zwingen wollen, ihre KKW abzuschalten. Das dürfte mit dem EU-Vorstoß endgültig ein Ende haben.

Zitat
Mit hätte hätte kommt man nicht weiter und hilft niemandem.
Ja, die Alternativen zur angeblich alternativlosen Politik will natürlich kein Befürworter dieser Politik hören, das ist mir schon klar.

Zitat
Wir können gegen ein Land wie China oder Indien nicht mit Lohnstückkosten anstinken.
Wer Premiumlöhne haben will, der muss auch Premiumprodukte verkaufen können. Kann man nicht verkaufen, müssen die Kosten runter.

Zitat
Zu den Windkraftproduktionsstätten hast Du nichts gesagt.
Muss ich zu allem, was du schreibst, etwas schreiben? Wer produziert denn noch nennenswert Windräder in D, von welchen Stückzahlen reden wir?

Zitat
der Handel im EU ausgebauten Stromnetz ist was anderes als Abhängigkeit außerhalb des Wirtschaftsraums von fossilen Energien, die aus der Erde gefördert und physisch nach DE verbracht werden müssen.
Ja, das ist etwas anderes, nichtsdestotrotz ist es eine Abhängigkeit, von der gerade die Staaten im Norden schon jetzt die Schnauze voll haben, siehe zB. hier: https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/strompreis-warum-die-schwedische-energieministerin-auf-deutschland-schimpft-a-fbb1b693-1572-4931-a50f-97685852a690

Zitat
Gleichwohl sind die Kernkraftwerke öfters ungeplant gedrosselt oder runtergefahren worden, als es zu heiß wurde und nicht ausreichend gekühlt werden konnte.
Wie oft? Und musste Frankreich dann Strom in D kaufen, um einen Blackout zu vermeiden oder hatten die immer noch genug eigenen Strom?

Zitat
Diese Szenarien werden häufiger, dank der Temperaturanstiege des weltweiten Klimawandels.
Dann werden die Franzosen sicher irgendwann Kühltürme für die betreffenden KKW bauen und das Problem so lösen.

Zitat
Das ist eine Antwort auf deine Frage.
Nein, das ist es nicht, ich habe nach konkreten Produkten gefragt, mit denen das grüne Wirtschaftswunder bewerkstelligt werden soll. Der "Kram", der jetzt verbaut wird, kommt größtenteils aus China und wird mit noch dreckigerer Energie als hier produziert, dadurch gibt es kein grünes Wirtschaftswunder in Deutschland.

Zitat
Wie von TNDO beschrieben, ist der Ausbau der Stromtrassen elementar wichtig.
Wer führt die Bürgerbegehren gegen diesen Ausbau an?

Zitat
Ich bin eher ein Freund vom Freihandel, dieser führt i.d.R. zu Wohlstand.
Ich bin auch ein Freund von Freihandel, aber wie willst du freien Handel treiben, wenn der andere unfaire Maßnahmen gegen dich verwendet?

Witzigerweise haben die Grünen zusammen mit der AfD das Freihandelsabkommen mit Südamerika torpediert O0

Zitat
Ich habe entgegnet, dass sich der Markt natürlich erst entwickeln muss.
Zuerst hast du gebrauchte eAutos als Alternative zu anderen Gebrauchten angepriesen, es kann aber nicht jeder ein gebrauchtes eAuto kaufen, weil es viel zu wenige davon gibt, die Alternative ist also nicht wirklich eine. Und dann müsste ja auch noch eruiert werden, ob der Verkäufer des eAutos wieder ein neues eAuto gekauft hat oder ob er zurück zum fossilen Antrieb gewechselt ist.

Zitat
Hierzu hast Du gar nichts geschrieben.
Muss ich zu jedem deiner Sätze etwas schreiben? Wer nicht bei so einem Unternehmen arbeitet, hat nur auch nichts davon und vermutlich sind das Dienstwagen, die da mit schmutzigem Strom geladen werden.

Zitat
Es geht hier voran!
Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir schon einen Schritt weiter ;D

Zitat
Wenn man immer nur Verantwortung übernimmt, wenn "Schuld" vorausgeht dann gute Nacht.
Du und Dragonfox könnt ja gerne Verantwortung für alles, was ihr nicht zu vertreten habt, übernehmen, aber erwartet bitte nicht, dass jeder bei diesem Unsinn mitmacht. Ich fühle mich nur für die Dinge verantwortlich, die ich auch selber fabriziert habe. Fühlst du dich denn auch verantwortlich für den Ukraine- und Irankrieg? Oder dem Konflikt in Darfur? Dem schleichenden Völkermord an Tibetern und Uiguren? Wie ist es mit den Slumbewohnern in Manila, bist du für deren Schicksal verantwortlich? Und falls ja, was unternimmst du dagegen?

Zitat
Was ist die Lösung?
Hatte ich schon skizziert, aber du willst ja Freihandel mit dem Wirtschaftsfeind, der das Gegenteil von Freihandel praktiziert. Ist wie mit der Schießerei, wo Deutschland dann mit der Nerfgun auftaucht.

Zitat
Ich tue nichts dagegen, weil ich keine Schuld habe.
Gähn.
"Wenn ALLE Menschen in ALLEN Industrienationen mitmachen, bin ich dabei."
"Ja, das sollten D und die EU tun, aber so, dass wir unseren Wohlstand und unseren Sozialstaat nicht gefährden. Denn das gefährdet sonst unsere Demokratie, das führt dazu, dass sich die Menschen radikalen/extremen Parteien zuwenden..."
"Aber wie gesagt, wenn der Klimaschutz in den Industrienationen gleich gehandhabt würde, hätte ich damit kein Problem."

Den Hauptpunkt ignorierst du: egal was Deutschland macht, es KANN das Klima weder retten noch schützen. Isso.

Zitat
Ich schrieb eingangs, dass Forschung und Technologie so wichtig ist. Aus Position der Stärke und Kompetenz kann man das Wissen in andere Länder verkaufen wie man Fahrradwege ins Ausland verkauft.
Dann schreibe doch auch mal ganz konkret, was dieses zu verkaufende Wissen sein soll und wie viele Arbeitsplätze dadurch entstehen!

Zitat
Nein...
Egal! Wie gesagt, ich werde hier keine Einzelunternehmen diskutieren, darum geht es mir nämlich nicht. Es geht darum, dass die Politik der letzten 15 Jahre die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ruiniert hat.

Zitat
Die Chinesen sind in der Entwicklung schon viel weiter. Akkuleistung, Akkutechnik, Aufladegeschwindigkeit - da sind die deutschen Automobilbauer abgehängt.
Weil China das Geld, das wir in Sachen EE verbrannt haben, lieber in ihre Unternehmen und billige, aber dreckige Energie gesteckt hat und jetzt vom Erlös ganz entspannt EE ausbauen kann. Aus eigener Fertigung.

Zitat
Der Verbrenner ist am Ende seines technologischen Zyklus angekommen und wird abgelöst.
LOL. Deswegen brechen eAutos ja auch alle Absatzrekorde O0 Nicht. Selbst in China bricht der Absatz von den Dingern ein, wenn die Förderung wegfällt.

Zitat
In DE dauert es nur länger als z.B. in den skandinavischen Ländern.
Jau, zB. Norwegen, das Unmengen Geld mit dem Verkauf von fossilen Brennstoffen verdient und stark auf Wasserkraft setzt. Wie wäre es, sollten wir nicht den Rhein bei Remagen aufstauen und so Strom aus Wasserkraft produzieren?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.März 2026, 23:07:05
Deren Vorteil ist die vertikale Integration der gesamten Produktion.
Deren Vorteil ist der kommunistische Staat, der viele Milliarden zB. in Batterieforschung steckt, die Unternehmen wie BYD und CATL dann nutzen können, um zu Dumpingpreisen zu produzieren und zu exportieren. Da könnte eine deutsche Batterieherstellung gar nicht mithalten, die Kosten sind viel zu hoch, die Auflagen viel zu streng. In China kippen die ihren Sondermüll in die Walachei oder in den Ozean, in D oder der EU völlig unmöglich. Den Chinesen ist es auch scheißegal, ob Landwirte in Südamerika kaputt gehen, weil die Lithiumförderung denen das Grundwasser wegnimmt und welche Umweltsünden die da hinterlassen ist denen auch sowas von egal.
Wo kommt das Geld her? Von uns Idioten, die wegen "Geiz ist geil" möglichst viel in China kaufen, Temu und Aliexpress machen es möglich. Ich persönlich meide solche Produkte wo es nur geht, oft ist das leider nicht möglich und es steckt vermutlich sowieso überall irgendein Bauteil aus China in den Produkten.


Der kommunistische Staat fährt diese Jahr die e-Auto-Subventionen auf 0. Noch nicht mal die KfZ-Steuer für e-Autos wird erlassen. Gleichzeitig fliegt die e-Autoindustrie aus der Liste der strategischen Industrien raus, was wohl bedeutet dass die Staatsunternehmen jetzt auf eigene Faust stark genug sind. Und die Dumpingpreise sind nur aus deutscher Sicht so hoch, weil in Deutschland zuviele Menschen zuwenige Autos produzieren. Die Ausgaben der deutschen Autounternehmen für Löhne, Gehälter, Altersvorsorge und Sozialleistungen pro verkauftem Fahrzeug sind mehr als doppelt (!!!) so hoch wie in Frankreichoder den USA. Nirgends sind die Kosten so hoch wie hier. Das Problem ist nicht China, das Problem liegt in Deutschland.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/autoindustrie-autobau-in-deutschland-bis-zu-7800-dollar-teurer-als-in-china-01/100126150.html (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/autoindustrie-autobau-in-deutschland-bis-zu-7800-dollar-teurer-als-in-china-01/100126150.html)
Es ist noch nichtmal so, dass die Arbeitskosten in China die niedrigsten der Welt sind, das ist auch gar nicht nötig.
https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/autoindustrie-vw-deutschland-100.html (https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/autoindustrie-vw-deutschland-100.html)
Deutschland 3300 $ Lohnkosten pro Auto, China 597 $, Mexiko 305 $ und Marokko 106 $.

Das hat auch nichts mit Geiz ist geil zu tun. Deutsche Autos sind im Preis-Leistungs-Verhältnis eher am Ende zu finden. Auch die Japaner und Koreaner sind in der Hinsicht überlegen obwohl die keine Dumpinglöhne haben. Und nochmal : Die Lohnkosten hier sind doppelt so hoch wie in Frankreich. Das holt man so nicht auf. Und warum sollte ich ein überteuertes Auto kaufen, dass auch in Punkto Qualität teilweise unterlegen ist?


Achso : CATL erhält mehr Subventionen von der EU als von China. Zwar sind die mit 750 mio. eines der Unternehmen mit den höchsten Subventionen in China, aber die EU zahlt allein 300 mio., dann Ungarn 800 mio. für eine Fabrik in Debrecen und Thüringen will auch ein Werk haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2026, 11:24:50
Das Problem ist nicht China, das Problem liegt in Deutschland.
Das Problem an China sind die unfairen Bedingungen, auf die man sich einlassen muss, wenn man dort verkaufen will. Hinzu kommt eine Subventionspolitik, die darauf ausgerichtet ist, einen Markt nach dem anderen mit billigen Produkten zu fluten und so die Konkurrenz in den Ruin zu treiben. Ist das geschafft, kann man die Preise nach Belieben diktieren und aufkommende Konkurrenz direkt wieder mit billigen Preisen vom Markt nehmen. Toller Nebeneffekt: man kann die ruinierten Konkurrenten billig aufkaufen und so deren Know How und IP abgreifen. Und man bekommt auch noch ein politisches Druckmittel, zB. seltene Erden, die zwar nicht selten, aber schwer zu raffinieren sind, hier dominiert China mittlerweile alles.

Erinnert sich noch jemand an Kuka und die Beteuerungen, die vor dem Kauf abgelassen wurden? Tja: https://www.wiwo.de/technologie/wirtschaft-von-oben/kuka-hier-sieht-man-wie-sich-die-macht-beim-maschinenbauer-nach-china-verlagert-01/100188159.html Dumb and dumber. China ist kein Freund, kein Partner, das ist unser Feind, wirtschaftlich und ideologisch, die wollen uns und unsere Art zu leben zerstören.

Deutschland und die EU sind nun auch keine kleinen Märkte, wir lassen uns diese Bedingungen aber diktieren. Dagegen hätte man viel früher etwas unternehmen müssen, am einfachsten wäre es gewesen, diese Bedingungen zu spiegeln, dagegen hätten die Chinesen auch nicht Sturm laufen können, weil sie dann ihre eigenen Maßnahmen angegriffen hätten. Das meinte ich mit reziproken Handelsregeln.

Aber nein, man lässt alles mit sich machen und wundert sich nun, dass man abhängig ist und auch das investierte Kapital nicht mehr aus dem Land bekommt, man ist erpressbar und muss brav weiter den Kotau üben und dem roten Kaiser die Füße lecken. Trump hat da schon das richtige Gespür, dessen Maßnahmen sind aber auch total bescheuert, nur Zölle zu erheben bringt es nicht, man muss die Chinesen dazu bekommen, in Deutschland zu produzieren, das schafft gut bezahlte Arbeitsplätze.

Zitat
Achso : CATL erhält mehr Subventionen von der EU als von China. Zwar sind die mit 750 mio. eines der Unternehmen mit den höchsten Subventionen in China, aber die EU zahlt allein 300 mio., dann Ungarn 800 mio. für eine Fabrik in Debrecen und Thüringen will auch ein Werk haben.
Passt wunderbar ins Bild des komplett geisteskrank gewordenen Westens. Auch die 10 Milliarden für Intel wären total gaga gewesen, da hätte man jeden Arbeitsplatz mit 3,33 Mio EUR subventioniert, damit hätte man jedem potentiellen Arbeitnehmer in dem Werk über 44 Jahre lang 75.000 EUR netto p.a. auszahlen können.

Warum nimmt man die 10 Milliarden EUR nicht und baut eine eigene Chipproduktion zusammen mit Bosch, Infineon, X-Fab und Globalfoundries in Dresden auf? Die TU und das Fraunhofer Institut dort haben auch Know How. Man könnte ARM-CPUs und GPUs (wie zB. Apple) entwickeln, was aber Lizenzgebühren kostet, oder man nimmt RISC-V und baut darauf auf, das kostet gar nix. Aber nee, auf die Idee kommt man gar nicht erst, man schiebt das Steuergeld lieber ausländischen Konzernen in den Rachen. Ich verstehe es einfach nicht.

Mir ist jetzt auch eine Branche eingefallen, bei der Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert werden, die EE-Branche läuft so: garantierte Einspeisevergütungen über Jahrzehnte (selbst wenn kein Strom produziert wird fließt Geld), das bedeutet: Innovationsdruck ist nicht vorhanden, die Kosten landen über Strompreis, Umlagen und Abgaben dauerhaft und alternativlos bei den Bürgern, der Markt wird ausgehebelt, nicht Angebot und Nachfrage regeln den Preis, sondern der Anbieter mit den höchsten Kosten legt den Preis für alle fest.

Bei den Subventionen für die Landwirtschaft bekommt man ja wenigstens noch günstige Lebensmittel als return, beim Strom ist es anders, trotz gewaltigen Subventionen und einem oft hohen Anteil von angeblich ach so billigem EE-Strom, ist unser Strompreis einer der höchsten weltweit. Der steuerzahlende Stromkunde wird gleich doppelt und dreifach gemolken. Ich frage mich, welcher EE-Lobbyist sich das ausgedacht hat, die Branche müsste dem ein riesiges Denkmal aus purem Gold vor den Bundestag setzen. Das dann von einem "Clan" in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gestohlen wird, aber das ist ein anderes Thema... O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.März 2026, 14:01:10
@Sinor Rossi :
Die EU nutzt doch schon Schutzzölle und das stärker als die Trump-USA. Beispiele gefällig? Ab dem 06.02.2026 wurde eine Anti-Dumping-Zoll-Verordnung veröffentlicht und in Kraft gesetzt. Die Folgen : Bei Keramik und Porzellan wird China mit einem Strafzoll von 79% bedacht. Es gibt übrigens seit 2024 Zölle für chinesische e-Autos zwischen 7,8 und 35,3%. Aber das reicht nicht, wenn die eigene Industrie so kaputt ist. Wären wir kostenseitig auf einem Level wie andere Industriestaaten, wären a) deutsche Autos günstiger b) die Zölle wirksam gegen das Dumping. Im Moment jedoch haben wir trotz Zöllen keine Chance.
Jetzt kommt es aber ganz dicke. Wir subventionieren in der EU ja unsere Landwirtschaft, womit diese nach China exportieren kann. Die Chinese haben nun ihrerseits Gegenzölle auf genau das erhoben. Sie rechtfertigen das wie unsere Zölle.
Übrigens produzieren die Chinese mittlerweile in Europa um die Zölle zu umgehen. XPeng zum Beispiel tut dies in Kooperation mit Magna in Graz (Österreich). Das nützt uns nichts, weil wir aufgrund unserer Kostenstruktur innerhalb Europas nicht konkurrenzfähig sind.
Unsere Autoindustrie hat sich jahrelang in Sicherheit gewogen, dass chinesische Hersteller vor allem über Subventionen und niedrige Lohnkosten operieren. Aber das wurde mittlerweile von Studien widerlegt (z.B. Roland Berger). Die Entwicklungszeit (Time to Market) ist in der EU zwischen 48 und 60 Monaten. In China im Durchschnitt bei 33 Monaten. Sie haben also einen Vorteil was die Forschung und Technologie angeht, weil sie einfach schneller auf den Markt kommen. Übrigens sind die USA bei der Time To Market knapp hinter den Chinesen, die EU ist ganz weit hinten. Das gilt jedoch nicht nur für die Autoindustrie.
Bei den Materialkosten sind die Chinese 20% günstiger unterwegs als die EU. Auch etwas, was durch die EU-Politik kommt.
Wir gehen davon aus, dass wir über die Kostenstruktur (Löhne) verlieren, aber 60% der Kostenvorteile der chinesischen Hersteller basiert auf diesen Design- und Systementscheidungen. Selbst wenn die Chinesen gleiche Löhne und keine Subventionen hätten, würden sie uns trotzdem kostenmäßig vernichten.
Eventuell sollten deutsche Hersteller ihre Variabilität einschränken wie es jeder ernstzunehmende Hersteller macht. Wenn ich mir im Konfigurator ein deutsches Auto zusammenstelle habe ich recht schnell keine Lust mehr. 100te aufpreispflichtige Optionen und der Preis verdoppelt sich ganz schnell. Mein KIA hat 4 Ausstattungsvarianten und die höchste konkurriert mit Mercedes, aber ist wesentlich günstiger. Reduziert übrigens auch die Anzahl der möglichen Fehlerpunkte.
Des weiteren binden chinesische Hersteller ihre Zulieferer schon im Entwicklungsprozess ein, womit sie Reibungsverluste senken können im Gegensatz zu ihren deutschen Konkurrenten, die am Ende der Spezifikationsphase dann oft vor dem Problem stehen, die Teile der Zulieferer integrieren zu müssen und dadurch Kompromisse eingehen müssen.
Ich meine ihr müsst euch vorstellen, dass China günstiger ist trotz Zöllen und Transportkosten.
Was hast du denn bei Kuka erwartet? Es geht ja auch hervor, dass Midea mittlerweile extrem dort investiert, was in Deutschland ja allerorten vermieden wird oder in "Forschung über 53 Geschlechter und Gleichheit für transbinäre Haustiere" geht. Wenn du China schlagen willst, musst du technologisch vorne bleiben um deine hohe Lohnstruktur zu rechtfertigen. Genau hier scheitern wir. Wir sind in der Forschung "Geil ist geil" wollen aber hohe Löhne und das funktioniert nicht. China hat millionen von Ingenieuren ausgebildet. Deren Durchschnittgehalt ist mit knapp 50000 Euro nicht so weit hinter dem ihrer europäischen und deutschen Konkurrenten. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben haben sie sogar teilweise mehr und die Kaufkraft dort ist höher. Sie leben dort besser als unsere Ingenieure hier (materiell).
China ist weder Freund, Feind noch Partner. Sie sind ein Konkurrent. Die USA sind auch kein Freund, haben sie uns doch jahrelang ausspioniert. Ich überbringe ja ungerne die Botschaft, aber wir konkurrieren mit jedem Land der Erde. Wenn du unsere Art zu Leben retten willst, musst du im Konkurrenzkampf bestehen können. Dazu gibt es Möglichkeiten. Ganz oft reicht es auch, von anderen zu lernen und das auf sein System anzupassen (wie es die Chinesen, Koreaner und Japaner gemacht haben). Dazu müsste man aber was zum Besseren verändern wollen und genau das fehlt in Deutschland. Der Deutsche will am liebsten wieder in der Höhle leben. Die moderne Welt scheint manchmal zuviel für ihn zu sein, bzw. will er moderne Annehmlichkeiten ohne Arbeit haben.


10 Milliarden für Intel hat Habeck zu verantworten. Und wie gut man den Partner geprüft hat zeigte sich, als Intel dies wegen Sanierung und Finanzproblemen absagen musste. Das hätte die deutsche Politik locker in weniger als 1 Stunden herausfinden können. Wenn du in Deutschland die Chipproduktion aufbauen willst musst du Forschung in diesem Bereichen fördern. Die Maschinen für die Chipfertigung stellt eine niederländische Firma (ASML) her und ist weltweit unschlagbar. Warum ist diese Firma nie in Deutschland gegründet worden. Weil wir sowas nicht mehr wollen. Wir wollen nicht forschen und entwickeln was Technik angeht. Das neue deutsche Mittelalter halt. Daraus muss man jetzt aufwachen, sonst kommt das böse Erwachen in 10-20 Jahren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2026, 16:23:01
Was hast du denn bei Kuka erwartet?
Ich hätte niemals gestattet, dass Kuka an die Chinesen verkauft wird.

Zitat
China ist weder Freund, Feind noch Partner. Sie sind ein Konkurrent.
Doch, China ist unser Feind, ideologisch und auch wirtschaftlich, weil sie mit gezinkten Karten spielen. Unternehmen aus der EU und den USA sind Konkurrenten, weil die halbwegs fair spielen (ok unter Trump hat sich das auch verschoben, aber das ist nur temporär), ideologisch sind wir als Demokraten aber miteinander verbündet, gegen Diktatoren wie Xi und Putin.

Zitat
Warum ist diese Firma nie in Deutschland gegründet worden.
AMSL ist ohne Optik von Zeiss undenkbar, das passt schon, die müsste man für eine deutsche oder europäische Chipfertigung natürlich mit ins Boot holen. Eigentlich haben wir alles, was gebraucht wird: die Maschinen von ASML mit der Optik von Zeiss, Fertigungs-Know How von Globalfoundries, Chipentwicklungs-Know How von Bosch, Infineon, TU Dresden und Fraunhofer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.März 2026, 17:32:49


https://www.welt.de/wirtschaft/article162217929/NSA-So-spionieren-Geheimdienste-deutsche-Firmen-aus.html (https://www.welt.de/wirtschaft/article162217929/NSA-So-spionieren-Geheimdienste-deutsche-Firmen-aus.html)


Die USA spielen auch mit gezinkten Karten (siehe auch Zölle von Trump und umgekehrt von uns zu ihnen). Zweistellige Milliardenbeträge aus Wirtschaftsspionage durch die US-Geheimdienste sind kein Pappenstiel und ich bin mit niemand ideologisch verbündet, der meine Wirtschaft ausspioniert. Aber Huawei, da haben wir Angst vor, dass die uns ausspionieren könnten, während die USA das schon gemacht haben. Chinas Ideologie zu übernehmen steht für mich außer Frage. Aber ich kann trotzdem von ihnen lernen, wie ich oben ausgeführt habe, um selbst besser zu werden.


Die Optik von Zeiss ist ein Bestandteil, aber das Gesamtwerk von ASML ist in Deutschland nicht möglich. Dafür fehlt einfach der Wille. Deutschland und die EU nutzen ihr Potential nicht, schlimmer noch : Mit der Bildungspolitik zerstören sie sogar noch das Potential. Das ist eine Abwärtsspirale die sich immer schneller drehen wird. Wenn du den Sozialstaat willst, dann musst du technologisch vorne sein. Ein Sozialstaat braucht hohe Löhne und eine hohe Produktivität sowie Fertigungsqualität, da du ansonsten international über den Lohn konkurrierst.


Ich lasse mich mal jetzt hinreißen ein Deutschland in die Zukunft zu bringen.
1) Entlasse 60% aller Staatsangestellten und schaffe 60% aller Gesetze ab
Dokumentationspflichten auf ein Minimum, Digitalisierung forcieren und alles online ermöglichen. Ersparnis bei 400 Mrd. Gehaltskosten für die Staatsbediensteten : 240 Mrd. Euro.


2) Alle Schulsozialarbeiter werden entlassen und im Gegensatz dazu mehr Lehrer eingestellt für MINT-Fächer.
Diese Leute sind sinnlos und kosten nur Geld.
https://www.welt.de/videos/video69b66bcb17184da7cffda178/vergewaltigung-in-jugendclub-sozialamts-mitarbeiter-sozialarbeiter-die-unsaegliche-stadtraetin-alle-noch-im-amt.html (https://www.welt.de/videos/video69b66bcb17184da7cffda178/vergewaltigung-in-jugendclub-sozialamts-mitarbeiter-sozialarbeiter-die-unsaegliche-stadtraetin-alle-noch-im-amt.html)
Wir brauchen Ingenieure, die unsere Maschinen und Produkte verbessern, keine Quatschköpfe. Dazu kann man Quereinsteiger aus der Wirtschaft und Forschung einstellen und zu Lehrern ausbilden. Die werden hohe Gehälter fordern, das weiß ich, es zahlt sich aber aus. Einsparung ist zwar 0, aber die Bildung und unser Potential verbessern sich.


3) Kulturförderung straffen
Laut Bundesförderdatenbank liegen die Kosten dafür bei 14,9 Mrd. Euro. Ich würde dieses Geld nicht einsparen, sondern anders verteilen. Im Moment kriegen Theater und Musik 31,4%, Museen 18,7% und Bibliotheken 12,1%. Mein Vorschlag : Der gesamte Anteil für Theater und Musik fließt zu 2/3 in die Bibliotheken und 1/3 in Museen. Bibliotheken sollten kostenlos zugänglich sein und auch Internet bereitstellen, damit auch einkommensschwache Schichten nicht ausgeschlossen werden. Hierzu sollte jeder Sozialleistungsbezieher einen Bibliotheksausweis bekommen und vor allem auch deren Kinder. Ich will, dass diese die Chance bekommen sich durch Bildung aus dieser Situation zu befreien.


4) Bürgergeld
Bürgergeld sollte in Lebensmittelgutscheinen ausgezahlt werden und in Kleidungsgutscheinen. Diese sollten personalisiert sein. Damit sichern wir die ordnungsgemäße Verwendung. Meinetwegen gebt 300 € für Lebensmittel und 100 € für Kleidung raus pro Person. Passt von meiner Seite aus und auch Bürgergeldempfänger sollten sich Bio-Eier kaufen können wo keine Küken geschreddert werden. Allerdings sollte jeder Bürgergeldempfänger einen Eignungstest durchlaufen. Dort kann man seine individuellen Stärken und Schwächen feststellen. Anhand dessen muss ein Ausbildungsplan erstellt werden für einen Beruf oder ein Studium.
https://www.tagesschau.de/inland/buergergeld-bertelsmann-stiftung-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/buergergeld-bertelsmann-stiftung-100.html)
Bis zu 70 Prozent geht in die Verwaltung. Dann sollte die Verwaltung auch dazu in der Lage sein, was ich oben geschrieben habe.
Bürgergeld für Menschen ohne deutschen Pass gibt es nur bei aktiver Teilnahme an einem Deutschkurs. Dazu gehört nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch deutsche Geschichte und Staatsbürgerkunde. Ohne Bekenntnis zu Deutschland sind diese Leute in einem anderen Land besser aufgehoben. Bei einem Willen sich hier zu integrieren, die Sprache zu lernen und Teil dieser Gesellschaft zu werden, bekommen diese nach einem erfolgreichen Sprachkurs (bei gleichzeitiger Arbeit zur Förderung der Sprachkenntnisse) dann ebenso die Möglichkeit eines Eignungstests und die gleiche Möglichkeit eine Berufsausbildung oder ein Studium zu absolvieren.


5) NGO-Förderung
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ngo-regierung-antwort-anfrage-100.html (https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ngo-regierung-antwort-anfrage-100.html)
Komplett abschaffen. Die 6,4 Mrd. Euro habe ich für anderes vorgesehen. NGO sollten nicht von der Regierung finanziert werden, sondern von der zivilen Gesellschaft.


6) Schulen bauen
https://www.hessenschau.de/gesellschaft/absolute-notsituation-frankfurt-steckt-eine-milliarde-euro-in-schulsanierung-v1,schulsanierung-frankfurt-100.html (https://www.hessenschau.de/gesellschaft/absolute-notsituation-frankfurt-steckt-eine-milliarde-euro-in-schulsanierung-v1,schulsanierung-frankfurt-100.html)
30 Prozent der Schüler in Frankfurt lernen in Interimsbauten und Containern. Das ist ein absoluter Witz. Wir brauchen schnellere Sanierung und keinen Investitionsstau mehr bei Schulen. Mich wundert wieviel vom Infrastrukturgeld aus dem Sondervermögen (1 Billionen) in die Schulen gegangen ist. Ich behaupte : Fast nichts...


7) Steuern und Abgaben
Die unteren 50 Prozent der Einkommensbezieher zahlen nur 6,4% der Einkommensteuer (2024 : 426,6 Mrd.) in Deutschland. Das heißt diese Menschen komplett von der Einkommenssteuer zu befreien kostet nur 27,3 Mrd. Euro. Würde ich sofort machen. Diese Geld kann zur Hälfte in den Konsum gehen, also die Menschen behalten es. Die andere Hälfte geht in eine Altersvorsorge ähnlich dem 401k in den USA wo sie steuerfrei investieren können und die Erträge und Dividenden steuerfrei bleiben. Dieser Plan wäre nur für die Menschen mit geringem Einkommen, um ihnen ein würdiges Lebensalter zu ermöglichen.


 8) Investitionen in Infrastruktur und Energie
Die AKWs weiter zu betreiben fällt aus. Gaskraftwerke halte ich für völlig verkehrt und in die falsche Richtung. Abkommen mit Österreich und der Schweiz sollten geschlossen werden, dass wir ihre Pumpspeicherkraftwerke zur Stromspeicherung nutzen, wenn wir Überschuss haben und das dann zurückholen wenn wir es brauchen. Der DACH-Raum sollte in der Hinsicht zusammenarbeiten. E-Autos sollten kostengünstig geladen werden können, wenn Überschuss herrscht um somit auch das Potential dieser Batterien zu nutzen.
Wir brauchen Stromtrassen von Norden nach Süden zum Ausgleich. Vor allem aber auch in die Schweiz und nach Österreich (Siehe oben).
Es gibt Möglichkeiten z.B. Tagebauseen und andere künstliche Gewässer zu nutzen. Das nennt sich Floating PV. PV-Anlagen haben ein Problem, dass die Temperatur stark zunimmt und somit die Effizienz leidet. In Saudi-Arabien experimentiert man mit einer Art Kühlgel, ich würde einfach diese Gewässer nutzen und auf denen Solarkraftwerke bauen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Sie würden durch das Gewässer gekühlt, die Verdunstung im Gewässer wäre auch reduziert (hier in Deutschland zugegebener weise ein eher kleines Problem) und man hätte keine wertvolle Landfläche "verschwendet". Im Idealfall kann man durch Solartracker (einfache technische Durchführbarkeit) die Ausbeute erhöhen durch eine ideale Ausrichtung. Einen Solartracker kann übrigens jeder selbst bauen, der ein wenig Ahnung von Technik hat. Ihr braucht jedoch Linearmotoren und Sensoren. Gibt auch kleine Tricky Sachen, wie man das noch vereinfachen kann, aber das Grundprinzip ist simpel. Funktioniert jedoch eher weniger bei einer Dach-PV-Anlage oder bei Verschattung. Daher sind Wasserflächen für sowas ideal. Nebenbei senken sie auch die Algenbelastung des Gewässers...
Und hier kommt wieder Deutschland und seine Gesetze ins Spiel. Es dürfen maximal 15% der Wasseroberfläche versiegelt werden und die Entfernung zum Ufer muss mindestens 40 Meter betragen.
Offshore-Windanlagen können ebenfalls einen Beitrag leisten. Wir müssen aber auch wieder führend in der Effizienz von Solarzellen werden. Hier haben wir China davonlaufen lassen und das muss sich ändern.
Die Infrastruktur ist ein weiteres Thema. Allein durch das kopieren der niederländischen Verkehrssteuerung (Ampeln etc.) könnten wir jede Menge CO2 im Strassenverkehr einsparen. Sie sind uns Jahrzehnte voraus in Sachen Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsfluss. Es spricht aber nichts dagegen von ihnen zu lernen. In Großstädten könnte auch das Fahrrad beim Berufsverkehr eine sinnvolle Unterstützung sein im Zusammenspiel mit dem ÖPNV. Hier eigenen sich sowohl die Niederlande als auch Japan als Mentoren. Auf dem Land sollte zumindest ein grundlegender ÖPNV existieren. Eine Sache noch zum Bürgergeld. Diese Leute haben kein/wenig Geld. Also sollten sie und die Schüler grundsätzlich kostenlos den ÖPNV nutzen können. Das wird natürlich so um die 10 Mrd. pro Jahr kosten, aber wir haben noch viel Geld übrig (siehe oben).
Wir kommen nicht darum herum, die e-Autos aus China für eine günstige e-Mobilität zu nutzen. Deutsche Hersteller sind nicht in der Lage (oder wollen es nicht), günstige e-Autos herzustellen. Also scheiß auf die deutschen Hersteller (sagt jemand der Aktien von Mercedes und BMW besitzt). Entweder sie machen mit bei günstigen e-Autos oder gehen unter. Dazu muss die Kostenstruktur runter. Deutsche Autokonzerne sind wie staatliche Institutionen aufgebläht und langsam. Daran tragen auch die Betriebsräte ihren Anteil (die gerne mit zu Bordellflügen in Brasilien fliegen). Betriebsräte und Gewerkschaften sind bis auf wenige Ausnahme nicht mehr Interessensvertreter der Arbeiter. Deswegen verlieren sie Mitglieder und sind entbehrlich. Verdi hätte im Weihnachtsgeschäft streiken können, um im Einzelhandel einen bessern Abschluss auszuhandeln. Haben sie nicht getan. Mein Arbeitgeber hat uns übrigens schon vor dem Abschluss die spätere Lohnerhöhung gezahlt aus freien Stücken. Ich würde mir eher die scheiß Hand abhaken als einen Mitgliedsantrag bei Verdi zu unterschreiben. Es gibt nur noch wenige aufrechte Gewerkschafter wie Claus Weselsky. Der Rest kann weg.
Um wieder auf die e-Autos zu kommen. Forschung in Produktion bringen sollte das erste Ziel sein. Entweder die deutschen Hersteller verbessern ihre Autos (gleich welcher Antrieb) mithilfe der Forschung unserer Universitäten und produzieren dann hier oder sie lassen es und gehen unter. Gleichzeitig sollten wir ehrlich sein und eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit in Richtung 39/40 Stunden wieder ins Auge fassen. Damit würden wir die Kosten senken, das Gehalt würde trotzdem nicht sinken und wir könnten mehr und günstiger produzieren.

9) Informationstechnologien/Chips und Forschung
Deutsche Chipfirmen sollten gefördert werden für Forschung im Zusammenspiel mit Universitäten (z.B. Technische Universität München mit Bosch etc.). Hier soll vor allem die Grundlagen (Universität) besser in die Produktion (z.B. Bosch) umgesetzt werden und damit gute Produkte rauskommen. Die Firmen sollten jedoch angehalten sein, diese Produkte nur in Deutschland herzustellen und diese in alle Welt zu exportieren.
Unsere Forschung zu Solarzellen soll wieder stärker gefördert werden. Ähnlich wie bei den Chips soll diese deutschen Firmen helfen im Weltmarkt zu bestehen und hier zu produzieren.
Lass diese Forschung 4 Mrd. im Jahr kosten. Das ist gut investiertes Geld.


10) Gesellschaftspolitik
Hier werden mich wohl gleich alle hassen, die es bisher noch nicht tun. Alle Gleichstellungsbeauftragte gehören entlassen. Sie nützen überhaupt nichts und kosten Geld. Vor allem vertreten sie nur "vulnerable" Mobbergruppen, die als kleine Minderheit allen anderen etwas aufzwingen wollen.
Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist absoluter Schrott und überhaupt nicht pragmatisch. Kleines Beispiel : Ich hatte einen Azubi, der Muslim ist. Dieser war im Ramadan morgens komplett nicht zu gebrauchen. Ich darf ihn ja nicht fragen, welchem Glauben er angehört. Ich kann das aber auch ignorieren und ihn fragen. Dann kann man nämlich vereinbaren, dass er im Ramadan immer Spätschicht macht. Der Vorteil : Abends kann er nach der Arbeit fasten brechen und morgens ist er dann nicht aufgrund der kurzen Nacht komplett fertig. Aber das ist ja keine Gleichbehandlung. Nein ist es nicht, aber pragmatisch. Es nützt auch den Müttern, die ungerne Spätschichten machen. Nur das allgemeine Gleichbehandlungsgesetzt und unsere Gleichstellungsbeauftragten finden das unerhört...


11) Migration
Jetzt werden wohl auch die letzten Leute durchdrehen. Asylmigration wird begrenzt. Familiennachzug erst nach erfolgreicher Integration und gemeinsamen Bekenntnis zu Deutschland. Abgelehnte Asylbewerber konsequent abschieben. Bei positivem Asylbescheid : Beginn der Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt (siehe oben unter Bürgergeld). Arbeits- und Armutsmigration wird ermöglicht. Voraussetzung : Bekenntnis zu Deutschland, Teilnahme an der Integration in Gesellschaft und den Arbeitsmarkt. Bis zu 200000 Migranten könnte man so jeder Jahr nach Deutschland holen.
Kriminelle Migranten konsequent abschieben. Keinerlei Spielraum bei Gewaltverbrechen, Vergewaltigung, Drogen- und Menschenhandel sowie Raubüberfällen.


12) Jugend- und Familienpolitik
Kindergeld sollte bleiben. Höhere Steuerfreibeträge für Kinder (12.000 € pro Kind und Jahr). Jugendliche sollten in der Schule zusätzliche AGs auswählen können nach ihren Interessen. Das kann reichen von einer Schach-AG oder Lego-Mindstorms bis hin zu Theater und Musik, aber auch Fussball. Die Kosten werden hoch, aber das ist wiederum gut investiert. Schulsport sollte verpflichtend  sein. Ein gesundes Schulmittagessen ist ein Muss in weiterführenden Schulen. Hierzu zählt eine Protein- und Eiweißreiche Ernährung mit wenig Kohlenhydraten und Zucker (ich weiß dass das auch ein Kohlenhydrat ist).



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 15.März 2026, 19:57:41
Entschuldige, wenn ich nicht auf alle Punkte eingehe, aber wieso stufst du die Arbeit von Schulsozialarbeit und Psychologen so abwertend ein? Du schließt von einem Vorfall in einem Jugendclub auf alle Schulen, die eine solche Arbeit als enorm wichtig ansehen.
Weißt du, warum sich Lehrer, wie ich es einer bin, oft beklagen? Weil sie in vielen Fällen Dinge tun müssen, für die sie keine Zeit oder die entsprechende Ausbildung haben und keine Vergütung bekommen.
Wenn ich an meine Stationen zurückdenke, dann waren alle im Kollegium und auch alle Schüler heilfroh über die wenigen Stunden, die ein Sozialarbeiter da war. Eben um als neutrale Bezugsperson Dinge aufzufangen, die im Unterrichtsgeschehen nicht abgedeckt werden können. Gibt es schwarze Schafe in dem Beruf? Sicherlich. Die gibt es überall, auch nicht jeder ist als Lehrer geeignet.
Dass mehr Mint-Unterricht gefördert werden soll und dafür mehr Personal gebracht wird, sehe ich ein. Die anderen Fächer und damit verbundene Fachrichtungen pauschal als Quatschkopf abzuurteilen sagt eher etwas über deine Auffassung von Schule aus. Ob du es glaubst oder nicht, aber auch Geisteswissenschaftler arbeiten wissenschaftlich und tragen zum Wohlstand bei.
Übrigens kannst du niemanden vom Mint-Bereich begeistern, wenn Schule den Lehrern neben dem Unterricht immer mehr Arbeit aufbürdet. Wie in jedem mittelständischen Unternehmen (und das sind Schulen in puncto Personalgröße meist) gibt es diverse Spezialisten, die es an Schulen nicht gibt und die dafür sorgen könnten, dass sich Lehrkräfte auf den Unterricht konzentriert, während administrative oder sozialpsychologische Aspekte von eben jenen Leuten aufgefangen werden, die du als sinnlos erachtest.

Ich habe inzwischen das Privileg an einer Privatschule arbeiten zu dürfen, aber trotz kleiner Klassen werde ich bei weitem nicht jedem Schüler gerecht, was dessen individuelle Förderung anbelangt. Ich bemühe mich nach Kräften, aber trotz toller Unterstützung im Kollegium können wir Probleme im Elternhaus oder Schicksalsschläge schlicht nicht auffangen. Wir haben keine Sozialarbeit, aber immerhin eine Psychologin für problematische Situationen. Vieles muss ich zwischen Tür und Angel regeln und ich bin wahrscheinlich ein extrem gut organisierter Lehrer, aber bei weitem kein Spitzenpädagoge oder mega Didaktiker. Und nur dank meiner Orgafähigkeiten kann ich teils Zeit herausholen, die mit für individuelle Förderung oder individuelle Gespräche sonst nicht zur Verfügung stünde.

Lange Rede, kurzer Sinn. Schule pauschal so zu verurteilen, zeigt, dass der Blick zu einseitig auf den "funktionierenden Output" gelegt wird. Was bringt dir eine Gesellschaft voller Fachidioten ohne jegliche Empathie, wenn sich niemand die Frage stellt, wie Arbeit einmal geregelt werden soll oder welche Konsequenzen KI für uns hat? Um das mal so polemisch stehen zu lassen, wie du das getan hast.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2026, 20:40:18
Man fragt sich, wie die Heerscharen von Kindern früher durch die Schule gekommen sind, ohne Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen, ohne dass da nur "Fachidioten ohne jegliche Empathie" rausgekommen wären.

Ich verstehe auch nicht, warum die Kinder heutzutage den ganzen Tag in der Schule abhängen müssen und die Leistungen lt. PISA und Co. trotzdem immer schlechter werden. Wir waren um 12, 13 Uhr zuhause, Richtung Abi ging es dann auf 14 Uhr, da hatte man dann aber im Nachmittag Zeit, noch was mit den Freunden zu machen, nach dem Abendbrot wurden dann Hausaufgaben gemacht. Oder morgens im Bus ;D Dafür waren wir aber auch Samstagmorgen in der Schule und hatten 4 oder 5 Stunden.

Ja, das waren andere Zeiten und die meisten Mütter waren noch zu Hause, weil ein Einkommen reichte. Da muss man sich aber auch mal fragen, warum heutzutage ein Einkommen nicht mehr reicht? Könnte das an der hohen Steuer- und Abgabenlast liegen? Und ja, natürlich ist auch alles teurer geworden, aber auch das hat ja Gründe, bei der Energie langt der Staat kräftig zu, die MWSt. wurde erhöht, das Eigenheim wurde extrem verteuert, die Inflation wurde mit billigem EZB-Geld angeheizt. Was wiederum nur denen zu Gute kam, die schon Geld und Sicherheiten hatten... Deswegen sind die heute exorbitant hohen Mieten und Nebenkosten auch so fatal, man kann sich die Alternative schlicht nicht mehr leisten. Früher machte die Miete nur 10% des Einkommens auch, heute sind es 30-50%. Und nein, das liegt nicht ausschließlich an den gierigen Vermietern.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.März 2026, 21:38:16
Die Erfahrung an der Grundschule von meinem Neffen waren richtig negativ. Es gab Probleme mit 2 Jungen, die ständig Stress gemacht haben. Die Schulsozialarbeiterinnen haben gar nichts unternommen. Es kam wie es kommen musste. Irgendwann war mein Neffe dran und ich meinte dann muss er sich wehren. Bei ihm war dann erstmal wieder Ruhe. Die kamen dann, das könne man doch nicht machen und wie käme er darauf, einfach zurückzuschlagen. Dabei blieb es dann und die Probleme auch. Erst als die angefangen haben die Mädchen zu belästigen und zu hauen haben und sich dann deren Mütter richtig beschwert haben würde diese dann von denen geschützt. Es ging aber nie gegen die beiden Jungen (einer mit türkischem Migrationshintergrund in 3ter Generation, der andere mit afrikanischem Hintergrund), weil die Eltern angeblich nicht erreichbar wären. Da nun die Mädchen erstmal tabu waren, ging es wieder bei den Jungen weiter. Das führte dann dazu, dass ein Junge (persischer Migrationshintergrund und super schlau und gut in der Schule) sowie mein Neffe nicht mit auf die Abschlussfahrt in der 4ten Klasse gingen, weil man Sorgen hatte, wie das eskalieren kann und wir sozusagen ja einen Schritt auf die beiden zumachen müssen. Das ist leider kein Witz. Ging nach der Abschlussfahrt dann richtig übel weiter. Der zweite Junge war dann so schwer betroffen, dass er eine Woche gar nicht mehr zur Schule kam und mein Neffe hatte sich auf einem Judoturnier verletzt und musste auf Krücken laufen. Dem wurde dann von den beiden Beinchen gestellt und er wurde während er in der Pause dann auf dem Boden lag mit den Krücken auf den Rücken geschlagen.
Ich bin dann selbst eskaliert. Erstmal den Klassenlehrer angerufen, der meinte er können nichts machen. Die Schulsozialarbeiterinnen hatte Feierabend und waren nicht erreichbar und meinten am nächsten Tag sie hätten nichts gesehen (trotz Zeugenaussagen von 2 Mädchen). Habe dann die Eltern der beiden besucht und die haben bestätigt, dass die Schulsozialarbeiterinnen gar nicht bei denen vorstellig geworden sind. Als Eltern bzw. Patenonkel haben wir dann die 3 zusammengebracht. Die beiden haben von den Eltern ordentlich auf den Deckel bekommen und man hat sich geeinigt, dass die 3 sich den Rest des letzten Schuljahres aus dem Weg gehen und sich in Ruhe lassen. Das hat übrigens dann funktioniert. Habe von einer Mutter dann auch mitbekommen, dass ihrem Sohn es ja auch genauso ging als er von größeren Junge davor das Jahr immer gehauen wurde und dort auch nie was passierte. Das hat er sich dann wohl abgeschaut und hingesehen wer sich wehrt und wer das mit sich machen lässt. Deshalb war auch erstmal Ruhe als sich mein Neffe gewehrt hat. Ja, das mit der Sozialarbeit funktioniert richtig gut.
https://isselschule.de/?page_id=3678 (https://isselschule.de/?page_id=3678)
Der Personalschlüssel : 17 Lehrer, 1 Unterstützer für Geflüchtete, 6 Sozialarbeiterinnern und Sonderpädagogen.  Wenn wollt ihr hier verarschen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.März 2026, 22:33:53
Was mir sofort auffällt: in dem Laden gibt es nur 3 Männer, aber 26 Frauen. Gleichstellung?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2026, 00:59:03
...

Finde ich ein interessantes Gedankenexperiment und cooler Denkanstoß.

1) Auf welche Berufsgruppen verteilt sich das? Ich lese raus, dass es dir vor allem um der Verwaltungsapperat geht. Das sind aber nur 50% der Beschäftigen. Die anderen 50% sind Polizei, Feuerwehr, medizinischer Dienste, Lehrer und Jusitzvolzug. Jetzt mal ohne tiefe Rechnung der Gehälter kürzt du ja quasi um mehr als die gesamte Verwaltung, oder kürzt die innere Sicherheit, die medizinische Versorgung usw um einen größeren Anteil?

60% Gesetze abschaffen klingt ziemlich krass. Hast du dabei einen Fokus oder würdest du quer Beet den Rotstift ansetzen?

3) Warum ist bildende (zum Beispiel zeitgenössiche) Kunst im Museum wichtiger als Kunst auf der Bühne? Finde ich eine spannende Trennung.

Zu Bibliotheken: Mit cirka 2 Euro pro Monat sind die schon relativ niedrigschwellig. Das passt auch heute schon in jeden Regelsatz eines Bürgergeldempfängers. Aber klar, dass könnte man dann auch noch subventionieren... Wird ja bei GEZ auch gemacht und wir reden hier über 11 Millionen pro Monat.

Ich mag das deutsche Bibliothekswesen sehr. Sehr viele Bibilothek (ich würde sogar sagen fast alle) bieten heute schon Internet (an Geräten und WLAN) an und ermöglichen diesen niederschwelligen Zugang.
Viele Bibliotheken bieten mittlerweile natürlich immer mehr online und digitale Dienste an. Ich greife hier Punkt 4 vor, weil es da kein Gutschein für Telekommunikation oder auch Endgerät gibt. Die einkommensschwache Schichten haben von den Angeboten nichts. In die Bibliothek an den Rechner setzen und auf mein Ebook aus der Onleihe zugreifen ergibt nicht so viel Sinn.

4) Wäre sicher eine Motivation.  ??? Aber ich kann den Punkt in der härter der Ausführung nicht nachvollziehen.

Was machst du mit Menschen die nachweislich nicht erwerbstätig sind, die pflegen, die arbeiten aber aufstocken müssen, oder Rentner? Das sind über 1,5 Millionen Menschen die alle Bürgergeldempfänger sind. Bekommen die etwas anderes oder werden die von der Teilnahme am öffentlichen und sozialen Leben für diese Lebensphase ausgeschlossen? Sie essen, sind nicht nackt, fahren ÖPNV und lesen.
Wird das Kindergeld für Kinder von Bürgergeldempfängern auch in Gutscheine verwandelt oder ist das dann der finanziell flexible Spielraum, den sie haben? Da kann ja dann mit den Essensgutscheinen fürs Kind querfinanziert werden, damit man mit dem Kind mal nen schönen Tag im Freibad erleben kann. Weil Freibadgutschein gibts keinen. Sie dürfen immerhin Nachmittags in Theater AGs (Punkt 12) , in denen sie ein Hobby ausführen, dass sie sich in der Freizeit aber wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen werden, weil es zu teuer ist (Punkt 3).
Kultur, Sport, Freizeit, Hobbies und sonst irgendwas findet für alle Empfänger und ihre Kinder auserhalb der Schule und Bibliothek nicht mehr statt. Wer vom vielen Lesen Kopfschmerzen bekommt hat nicht mal Geld für ne Aspirin. Man erkennt die Leute dann auch auf der Straße: Schicke Markenklamotten aber kein Geld für den Friseur.

Das war jetzt sehr überspitzt. Aber meiner Meinung nach gehen zwei zweckgebundene Gutscheine an der Lebensrealität vorbei und ist unheimlich restriktiv. Das mag jetzt vielleicht auch an der schnellen Idee in deinem langen Post liegen und du meinst das differenzierte? Falls nicht, stoße ich mich hier von deinen Punkten am meisten.

Generell: Es sind 563 Euro im Monat für ein Leben in Deutschland (ohne Miete, Heizung, GEZ und Erstausstattung einer Wohnung). Hast du Gründe zur Annahme, dass das Geld nicht zu einem überwiegenden Teil verkonsumiert wird? Findest du das eine unangebrachte Bereicherung an der Gesellschaft im Vergleich zu 400 Euro Gutscheinen?
Bei Punkt 7 hast du das Vertrauen und baust darauf, dass Menschen im Niedriglohnsektor ihr knappes Geld sofort wegkonsumieren (oder sparen könnten), wenn sie etwas mehr hätten. Wieso ändert sich das plötzlich, wenn der Mensch arbeitslos wird? Was macht der mit dem Geld anstatt davon zu leben und sich das bisschen zu leisten was mit 563 Euro nunmal möglich ist?
Die ganze Gesellschaft soll in deiner Idee, wie es mir scheint, freier, selbstbestimmter und selbstverantwortlich werden aber hier wird dagegen im Vergleich unheimlich scharf gehandelt, maximal kontrolliert und eingeschränkt.

Die Empfänger von Bürgergeld sind eine sehr unhomogene Gruppe. Hast du als Grundlage für diese Ideen einen bestimmten Teil von ihnen im Kopf oder siehst du das als generell notwendige Maßnahme für alle?

Die Minderheit, die das System betrügt schafft das auch mit Gutscheinen. Die können auch personalisiert sein. Es gibt dafür genug Beispiele.
Dafür wird die Mehrheit die mit dem Geld haushaltet unter Generallverdacht gestellt. Bei jedem Supermaktbesuch müssen 5 Millionen Menschen ein Identitätsabgleich an der Kasse machen, ob sie ihre Lebensmittel wirklich rechtmäßig haben dürfen. Inklusive öffentlicher Stigmatisierung am Fließband: "Oh, ein Bürgergeldempfänger. Na, was hat der den auf dem Band liegen? Ist das auch alles angemessen?" Frag mal Leute, wie sie sich fühlen, wenn sie an der Tafel in der Schlange stehen. Das Gefühl hat man dann in Zukunft bei jedem Einkauf.
Und wir befürchten ein paar Posts weiter oben Alterskontrollen im Internet und fühlen unsere Freiheit (zu Recht) eingeschränkt.

Das mit den 70% und was damit möglich ist ist reine Spekulation. Eignungstest mit individuellen Plänen für über 5 Millionen Menschen mit Fluktuation in einem System, dass jährlich Millionen Menschen durchspühlt klingt nach einer sehr viel größeren Menge an Bürokratie und Verwaltung als es jetzt ist. Abgesehen davon feuerst du ja 60% der Angestellten im Öffentlichen Dienst und in der Verwaltung. Die 70% die da reingehen sind teilweise die 240 Milliarden mit denen du oben rechnest. Oder setzt du als Ausnahme auf ein starkes gut besetztes Jobcenter in deiner schlanken Verwaltung?


5) Deine Quelle sagt 6,4 Millionen Euro, nicht Milliarden. Ich nehme an du meinst nur politische NGOs, oder? Für ALLEN politischen NGOs sind es wiederum mehr als 6,4 Millionen Euro, wie es in deiner Quelle heißt und zu ALLEN NGOs sind es wesentlich wesentlich mehr als 6,4 Millionen Euro. Wenn du wirklich alle NGOs meinst träfe das auch so Organisationen wie Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, Kinderhilfe und Co. Dann werden in deinem Deutschland ganz schön viele Schulen, Kindergärten, Seniorenheime und so weiter geschlossen.

Den Punkte finde ich okay, je nach dem wie du trennst. Das ist mir bei den 6,4 Millionen und der generellen Aussage zu NGOs noch nicht klar. Kannst ja nochmal erklären.

6) Jup.

Infrastruktur ist natürlich generell, auch über Schulen hinweg, ein Thema.

Zum Fond: Kann man noch nicht sehen. Die Berichtspflicht ist jährlich. Die Investitionen und Pläne des Bundes sind öffentlich, aber da sind Schulen natürlich nicht vertreten. Sind ja auch erst 3 Monate... Die ersten Milliarden sind auf jeden Fall investiert. Spürt ihr nicht auch schon den frischen Wind?  :blank:

7) Sehr spannende Idee. Gibt es eine Partei die das so verfolgt? Aktuelle Debatten gehen ja eher um Steuer hoch und runter am oberen Bereich.

8 ) Ich glaube das mit DACH gibt es schon, oder? Ich meine, dass die Pumpspeicherkraftwerke in Österreich heute schon strategisch eingeplant und wichtig sind, um Spannungspitzen in Deutschland auszugleichen.

Zu den PV:  Verschwenden wir den wertvolle Landflächen? Ich glaube wir sind noch nicht mal Ansatzweise in einem Bereich, wo auf vielen Dächern öffentlicher Gebäude (Mehrzweckhallen, Schuldächer, Rathäuser, Sporthallen und so weiter) Anlagen hat. Und über viele Parkplätzen, Parkhäusern, Straßen könnte man auch Solar bauen. Das würde sogar noch Verschattung geben. Ich hatte noch nie den Eindruck, dass Platz irgendwie ein Hemnis beim Ausbau wäre. Bzw, ich bin häufig in ganz Deutschland unterwegs und habe eigentlich noch nie eine Solaranlage gesehen wo ich dachte, dass man die Fläche aber wirklich für etwas besseres hätte verwenden können.

Das mit der Kühlleistung stimmt natürlich, ist eine gute Idee und klar, wenn ich sich ein passender See finden lässt... Dann haben wir halt das gleiche wie bei den Windrädern. Viele unserer Tagebauseen dienen touristisch und zur Naherholung oder sind Naturreservate. Naturschutz vs "Verschandlung von Natur" vs Klimaschutz und unterschiedliche finanzielle Interessen.


10) Ähnlich wie bei den Sozialpädagogen und Octavianus Einwand bin ich mir nicht sicher, ob man von einem persönlichen Fall auf alle Fälle schließen sollte. Es gäbe wohl keine Berufsgruppen mehr, wenn man sie für ein paar schwarze Schafe direkt abschafft. Ist für dich Diskriminierung in Deutschland nicht existent oder kein Problem? Oder findest du es gibt bessere Maßnahmen die greifen? Weil eine Alternative für die Abschaffung kommt hier nicht vor.

Es lässt eben dann auch sowas zu: Unternehmen die keine Spätschicht haben und denen deine pragmatische Lösung nicht zur Verfügung steht können bei dem Verdacht, dass er Muslim sein könnte, den jungen Azubi auch einfach nicht einstellen und umgehen dann einen Mitarbeiter, der vier Wochen im Jahr morgends müde ist. Und der Azubi muss es dann so hinnehmen, weil kein Gesetz seine Situation schützt.

Zu deinem Beispiel: Man muss ja jemanden nicht fragen, welchen Glauben er hat, wenn er Tagelang morgends müde ist. Man kann einfach Fragen warum er müde ist. Das mit dem Schichtplan verstehe ich nicht. Ist es das Problem von deinem Gleichbestellungsauftragten, dass du alle die nicht Ramadan feiern nachteilig behandelst, weil sie nicht die Möglichkeit bekommen die Spätschicht zu nehmen? Wie begründet dein Gleichbestellungsauftragte den, dass das unerhöhrt sei?

11) Wäre interessant zu sehen, ob das mit dem Abschieben so konsequent und einfach geht, wie es manchmal gefordert wird. Schon alleine, wenn das Auswanderungsland den Menschen nicht aufnimmt. Aber das wurde hier schon oft diskutiert. Ich glaube die letzte Antwort bei dem Thema war in etwa: "Wo ein Wille ist, ist ein Weg." Das ist auf jedes politische Problem anwendbar. Aber ich denke das Thema geht zu tief und wird sowieso sehr kontrovers diskutiert. Vielleicht haben wir irgendwann mal eine Regierung die es mit großem Nachdruck angeht. Dann sehen wir es.

Ich kann die Forderung nach besserer Integration (vor allem schnellere Integration, Arbeit und Sprachkurse) und konsequenter Abschiebung bei Straftaten nachvollziehen und finde sie gut. Eine sinvolle Verteilung in Europa würde mir noch fehlen. Aber das schließt dein Punkt ja nicht aus und dabei geht es auch nicht nur um Deutschland.

12) Was ist der Unterschied zu heute? AGs gibt es doch schon an fast allen Schulen in allen Facetten, oder? Schulsport als Fach ist doch schon Pflicht? Und auch das mit dem Essen gibt es meines Wissens schon bei Schulen mit Ganztagsbetreuung.
Ich finde das alles gut. Siehst du da viel Handlungsbedarf zur Realität?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2026, 08:25:16
Wie wäre es @dragonfox, wenn du DEINE Gedanken, wie man etwas verbessern könnte, zu "Papier" bringen würdest? Würde mich wirklich mal interessieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.März 2026, 12:17:32
@ DragonFox


1) Lehrer sind laut schneller Recherche 850.000 sind Deutschland, Polizei und Justizvollzug 340.000, Hauptberufliche Feuerwehr 40.000, Soldaten 186.400 und Finanzbeamte 53.800. Achso in der Bundesagentur für Arbeit gibt es 100.000 Beschäftigte, dazu später mehr. Das sind 620.200 Leute in der von dir angesprochenen Bereichen. Wir haben aber 6 mio. Staatsangestellte... Das sind 10%, die anderen 90% machen was anderes. Und wenn ich da jetzt 60% aller Gesetze abschaffe gibt es auch weniger zu verwalten und da kann man 2/3 der Verwaltung freisetzen für die freie Wirtschaft. Fokus wäre vor allem auf Berichtspflichten z.B. auch im Handwerk. Da gibt es auch Videos z.B. von Grupp wie der Staat von ihm wissen wollte, wieviel Knöpfe und Garn er braucht pro T-Shirt. Auch bei den Bauvorschriften z.B. kann man ansetzen. Im Grund genommen muss ein Haus statisch sicher sein und effizient. Weniger wichtig ist meines Erachtens ob das Haus 1 oder 2 Stockwerke hat, wie hoch die Stockwerke sind, was heute z.B. in Bebauungsplänen festgelegt wird. Es gibt halt auch viele Regelungen die wichtig sind (z.B. Sicherheitsschuhe bei der Arbeit) und die würde ich nicht antasten. Auch bei der Finanzgesetzgebung gibt es viel zu viele Ausnahmetatbestände. Wusstest du, dass die das Waschen deiner Arbeitskleidung von der Steuer absetzen kannst oder 20% deines Handyvertrages, wenn du es auch beruflich nutzt...


3) Kunst auf der Bühne könnte auch von Unternehmen und Privatpersonen finanziert werden. Starlight Express und andere Musical gibt es dann ja trotzdem weiter... Und ein Museum mit Bildern oder ein Museum über Neandertaler (bei Düsseldorf) sind halt Sachen der Geschichte. Da kann das Interesse einer Privatfinanzierung geringer sein, aber ich würde das auch gerne annehmen, wenn ein Unternehmen/eine Privatperson sowas finanzieren will. Das mit den Endgeräten ist ein guter Einwand.


4) Ich will sicherstellen, dass dieses Geld auch wirklich für Essen und Kleidung ausgegeben wird. Aus dem Einzelhandel weiß ich ja, dass ganz oft dieses Geld in Alkohol/Zigaretten und andere sinnlose Ausgaben fließt. Auch wenn sich Alkohol und Zigaretten "positiv" auf die Bezugsdauer von staatlichen Leistungen auswirkt will ich dennoch, dass der Staat mit seinen Leistungen sowas nicht finanziert. Da schwingt auch die Hoffnung mit, dass dadurch sich Situationen wie "Am Ende des Monats gibt es 5 Tage nichts zu essen und dann sind am besten noch 3 Kinder im Haushalt" seltener werden. Es geht rein darum, dass niemand erstmal hungert und jeder etwas anzuziehen hat. Man kann über ein frei verfügbares Taschengeld reden, aber vor allem soll erstmal Essen und Kleidung gesichert sein und das zu 100%.
Wenn man Familienangehörige pflegt, dafür gibt es das Pflegegeld.
Aufstocker kriegen ja die gleichen Gutscheine. Damit ist deren Situation ja grundsätzlich besser, denn Essen und Kleidung sind gesichert und sie können ihr eigenes verdientes Geld selbst bestimmt ausgeben. Das erhöht sogar die Motivation irgendwie Arbeit zu finden und sich etwas dazuzuverdienen.
Und Rentner bekämen ebenso diese Gutscheine und ihre Rente wäre nicht betroffen. Auch diese könnten sozusagen die eigene Rente frei ausgeben.
Das Kindergeld habe ich übrigens bewusst nicht da reingenommen. Denn dieses ist für genau sowas gedacht : Dass das Kind einem Hobby nachkommen kann oder mal ins Freibad kann. Eine Lösung diesen Missbrauch zu bekämpfen kenne ich auch nicht. Hier müssen sich Eltern dann hinterfragen, wieviel ihnen das Wohl ihres Kindes wert ist.
GEZ zahlt kein Bürgergeldempfänger, das ist nicht vorgesehen. Miete, Heizung wird doch auch schon vom Amt übernommen im Moment. Das ist dann aber ja auch zweckgebunden und kann nicht zweckentfremdet werden. Gibt also keinen Grund das zu ändern. Erstausstattung einer Wohnung muss man gesondert beantragen und man lässt dies z.B. über Sozialkaufhäuser (gibt es u.a. in Bocholt) laufen.
Natürlich mag das unangenehm sein : Aber man kann das ja per Handy-APP machen und sozusagen wie eine Art Kartenzahlung, wo dann abgebucht wird. Ich will ja Digitalisierung vorantreiben. Damit ist der Bezahlvorgang wie mit einer Bankkarte. Somit sieht keiner an der Kassenschlange dass du Bürgergeldempfänger bist. Und wenn du nicht gerade Alkohol oder Zigaretten kaufst, dann wird das System auch nicht auslösen. Bei Lebensmitteln wird ja auch nicht geschaut was du kaufst, Hauptsache es sind Lebensmittel. Wäre mir natürlich lieber es sind Eier, Obst, Gemüse und nicht die Packung hochverarbeitete Chips. Trotz allem greife ich da nicht in die Ernährung ein.
Die Intention ist vor allem eine : Essen, Kleidung und Wohnung sind gesichert. Es hungert niemand und es ist jeder angezogen.
Kommen wir nun zu den Eignungstests. Wir haben 100000 Angestellte bei der Agentur für Arbeit. Wenn jeder von ihnen 1 Eignungstest pro Woche durchführt sind wir bei 4,6 mio. pro Jahr (haben ja 6 Wochen Urlaub). Das dürfte sicherlich zu schaffen sein. Das Jobcenter ist also sehr gut besetzt... Selbst mit 60% weniger Angestellten wäre es schaffbar meines Erachtens. Du musst halt ein Stärken und Schwächenprofil erstellen. Vielleicht findet man bei den Bürgergeldempfängern ja auch talentierte Leute, die etwas können. So kann man dann Fachkräfte daraus machen. Auch wenn das nicht jedem einleuchtet, so mag es sicher auf bei den Bürgergeldempfängern schlaue und talentierte Leute geben. Diese Potential sollte man einfach heben.


5) Tippfehler meinerseits, die hast natürlich recht. Ich meine damit tatsächlich alle NGOs. Was man machen kann bei Caritas, Diakonie und Rotem Kreuz ist z.B. dass man für ihre Schulen, Kindergärten und Seniorenheime bezahlt. Sie erbringen ja eine Leistung und die wird dann auch vergütet. Dann sollte dann aber nicht für politische Manöver missbraucht werden, sondern bei Kindern und Senioren ankommen.


7) Nein gibt es nicht soweit ich weiß. Auch keine linken Parteien, die ja angeblich für die Arbeiter sind. Ist ja das traurige. Und bevor einige Fragen : Ja auch die FDP ist da anderer Meinung, aber ich bin nicht deren Sklave und behalte mir da meine eigene Meinung vor. Sitze ja nicht im Bundestag und unterliege dem Fraktionszwang und habe auch keine Anstalten mich in einer Partei hochzudienen.


 8) Ja aber dort gibt es noch Ausbaupotential, allein mit den Stromautobahnen sollte es besser verteilt sein. Zu den Landflächen. Tatsächlich werden schon Landflächen im Westmünsterland versiegelt und wenn du die Autobahnen Richtung Süden fährst siehst du dort auch einige Solarparks.


10) Ich habe ja eine Schulung zum AGG gehabt. Dort wurde explizit gesagt, dass ich weder nach der Herkunft des Namens fragen darf, noch nach der Religion. Ich arbeite also mit jemand zusammen, den man öfter als die eigene Familie sieht teilweise und darf mich nicht mit ihm unterhalten über Dinge wie Herkunft/Glaube etc.? Gleichstellungsbeauftragte stört zuerst, dass man fragt welchem Glauben er angehört und das man nach dem Ramadan fragt. Deren Taktik wäre gewesen ein Kritikgespräch zu führen und ihm sein Fehlverhalten zu spiegeln. Des weiteren kriegt er ja eine Extrabehandlung und man will ja nicht, dass ein Mitarbeiter einen Monat lang Spätschicht macht, obwohl der das selbst auch will. Ist wie mit Samstagarbeit. Ich darf nicht 4 Samstag im Monat arbeiten, das lässt sich im Arbeitsplan auch nicht eintragen, obwohl ich unterschrieben habe, dass ich dazu bereit bin. So muss ich das dann über Umwege machen und planen.


12) In Gesamtschulen magst du recht haben. Aber im Ort wo mein Neffe jetzt zum Gymnasium geht, gibt es 4 Gymnasien, aber nur 2 haben eine Ganztagsbetreuung. Ist also mitnichten überall so. Und auch die Zahl der AGs ist tatsächlich überschaubar und teilweise auf 1 AG pro Kind begrenzt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 16.März 2026, 15:06:20
1) Ich hatte da tatsächlich andere Zahlen. Danke für die Korrektur.

Danke für die Aufschlüsselung. Beim Wohnungsbau regulieren wir total über.

Zu Grupp: Das macht er ja freiwillig. https://www.absatzwirtschaft.de/wolfgang-grupp-ich-mache-was-vorteilhaft-fuers-unternehmen-ist-224702/ Er will eine c2c Produktion, ist dabei Vorreiter und sagt, dass sich das lohnt. Dann muss er eben auch die notwendigen Schritte gehen. Wenn du nen Zertifikat willst musst du auch etwas dafür tun. Das war kein Klagen.
Das Beispiel ist zwar nicht so gut für dein Argument, aber ich kann nachvollziehen worauf du hinaus willst.

Gut... Die Steuererklärung ist ein wunder Punkt. Da bekommst du jeden in Deutschland.  ;D

3) Jo, das habe ich verstanden. Nicht alles was im Museum steht ist Geschichte. Und was haben wir in der Zukunft in den Museen für Kunst aus der Vergangenheit, wenn wir sie in der Gegenwart aufhören zu fördern?
Ich finde Starlight Express ist etwas anderes als Faust, Ödipus Rex, Hamlet, die Zauberflöte oder die 5. Symphonie. Hier verwischt Kultur und Unterhaltung.

4) Ich verstehe den Wunsch Menschen vor Alkohol und Zigaretten zu schützen. Und allgemein vor finanziellen Fehlentscheidungen. Aber die Einschränkung, nur um das zu verhindert finde ich hart. Laut Statista haben 21 von 1000 Menschen mit einem Einkommen unter 15.000 Euro einen missbräuchlichen Alkoholkonsum. Aber die anderen 979 müssen mitreguliert werden und verlieren jegliches Bestimmungsrecht in ihrem Alltag und werden bei finanziellen Problemen in ein hartes Korsett gesteckt. Ein Gutschein lässt ja auch nach unten keine Optionen sparsamer zu sein und zu priorisieren. Im Regelsatz für Bürgergeld sind für Lebensmittel gerade mal 200 Euro vorgesehen. Wenn man nicht mehr braucht hat man jeden Monat 100 Euro Essensgutschein, der nicht verwendet wird. Was macht man damit?

Am Monatsende nichts mehr zu essen kaufen können ist sicher kein wünschenswerter Zustand, aber bei 560 Euro fallen mir da sehr viele Szenarien ein, bei denen das passieren kann, ohne das man sie als schlechtes wirtschaften bezeichnen könnte oder Drogenkonsum vermuten müsste.

Aber gut, klar. 300 Euro Essensgutschein, kann die Versorgung von Lebensmitteln sicher stellen. Da gehe ich mit. Zum Rest sagst du, ein Taschengeld. Das war bisher mein größter Knackpunkt. Ich finde eben schwer zu ignorieren, dass Menschen mehr als Essen und Klamotten brauchen. Arznei, Friseur, Ersatz von Haushaltsgeräten, Handwerker, Telefonrechnung, Kultur und Freizeit und andere Sach- und Diensteleistungen.
Bist du dann generell für eine Mehrausgabe beim Bürgergeld oder bleibt der Satz bei 563 Euro, nur manche der Ausgaben sollten zweckgebunden sein und der Rest muss dann eben für den Rest reichen?

Pflegegeld steht dem Gepflegten zu, nicht dem Pflegenden. Man kann als Pflegender nicht hoffen, dass was übrig bleibt und man sollte da als Gesetzgeber nicht kalkulieren, dass die Pflegenden davon ihren Alltag mitbestreiten können.

5) Hm, okay. Also ich gehe da so halb mit. Du änderst ja im Prinzip nichts. NGOs die eine Aufgabe für den Staat verrichten bekommen Geld.

Wir sind uns halt wahrscheinlich komplett uneinig welche Aufgaben es Wert sind Geld dafür zu bekommen.  ;D Ich habe jetzt große offensichtliche (und sehr teure) genommen. Auch bei WWF Deutschland, BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe, Brot für die Welt, Misereor, Ärzte ohne Grenzen, Terre des Hommes, SoS-Kinderdorf, Kindernothilfe, HelpAge, Malteser, Johanitter und viele viele mehr fiele mir schwer pauschal den Rotstift anzusetzen.
Ich hoffe mal, dass keine NGO vom Staat Geld bekommt die dann nichts dafür tun muss. Oder wenn das passiert, ist das ein Fehler.  Transparenz in der Sache habe ich schon häufig gefordert.

7) Ich halt den Disclaimer für unnötig. Ansonsten könnte ich auch das FPD Parteiprogramm lesen, anstatt mir dir zu schreiben. Die Frage war auch nicht so gedacht, als dass ich da eine Falle stellen will. Mich hat es einfach interessiert. Die Idee war mir neu.

Und zugegeben: Die Frage ist sogar etwas naiv. Ich glaube keine Partei könnte es sich leisten mit einem 27 Milliarden Konsumgeschenk anzutreten ohne mit Finanzierungsfragen bombardiert zu werden. Du hast natürlich eine jährliches 240 Milliarden Budget, mit dem die Parteien nicht rechnen können. Zumindest nicht von jetzt auf gleich.

10) Ich finde die Taktik deines Gleichstellungsbauftragen auch besser. Ist ja auch das was ich vorgeschlagen habe.

Das mit der Extrabehandlung sehe ich sogar als Punkt. Aber das ist eigentlich auch nicht weiter ein Problem, wenn dafür jemand anderem kein Nachteil entsteht. Wenn plötzlich Mitarbeiter, die gerne Spätschicht arbeiten es nicht mehr können, weil andere Leute Extrabehandlungen haben ist das ein Thema. Klingt bei einem einzelnen Azubi aber nicht kritisch.

Auch das mit dem Gespräch kenne ich anders. Meines Wissens darf man mit Mitarbeitern sehr wohl über Herkunfst, Religion, Kultur und so weiter reden. Es muss eben freiwillig, respektvoll und ohne Druck passieren. Und auf Grund des Gesprächs darf kein Nachteil entstehen. In Berwebungsgesprächen ist es natürlich tabu und als Führungsperson ist es sensibel. Aber wenn du, wie du schon sagst, schon familiäre Beziehungen zu Mitarbeitern hast sehe ich da eigentlich gar kein Problem.

Wirkt so als hättet ihr da eine penible Abteilung erwischt. Aber zurück zu vor 2006? Siehst du in dem Gesetz nur Negatives und kein Problem mit Diskriminierung, vor dem man irgendwie schützen müsste?

12) Ah, okay. Mir war nicht klar, dass du ein generelles Mittagessen planst. Was ist die Idee dahinter ? Sicherung einer gesunden Mahlzeit? Ist das in den Familien ein Problem?
Aubau des Angebots klingt sinnvoll. Ich bin mir nicht sicher, ob die Schule immer die richtigen Orte sind. Das ist sehr dezentral und belastet wieder die Lehrer, die eh knapp sind. Zum anderen kann die Aufgabe ja auch von Vereinen und Co übernommen werden. Zum Beispiel ein Musikverein im Ort kann von Kindern von verschiedenen Schulen besucht werden. Oder hat der geziehlte Fokus auf die Schule einen Grund?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.März 2026, 19:04:06
Was man machen kann bei Caritas, Diakonie und Rotem Kreuz ist z.B. dass man für ihre Schulen, Kindergärten und Seniorenheime bezahlt.
Das wird mW. sowieso schon bezahlt, neben der staatlichen Förderung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.März 2026, 02:48:40
@ DragonFox :
Zu 3)
Starlight Express oder Cats mag nicht zu Goethe, Schiller und Co passen, aber auch Musicals sind tatsächlich Kultur. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt übrigens, dass es früher auch Mäzene gab, die Künstler gefördert haben. Wieso sollte das heute nicht möglich sein?


Zu 4)
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kinderarmut-deutschland-unicef-100.html
1 Millionen Kinder in Deutschland kennen ein Problem : Keine vollwertige Mahlzeit, kein zweites Paar Schuhe, keine Freizeitaktivitäten. Mit anderen Worten Kinderarmut. Kann man das in einem Land wie Deutschland akzeptieren? Oder gehen wir das an. Wo bleibt das Geld, dass Kinder keine vollwertige Mahlzeit bekommen oder ein zweites Paar Schuhe und das bei 9% der Kinder in Deutschland. Ich rede ja nicht nur von Alkohol und Zigaretten, sondern auch, dass von den 563 Euro der Familienvater sich eine Playstation kauft [plakatives Beispiel], während das Kind mit einem kaputten Paar Schuhe durch die Gegend laufen muss. Deswegen auch unter Punkt 12 das Mittagessen in den Schulen, dass diese Maßnahmen verstärkt und unterstützt.


Zu 5)
Die deutsche Umwelthilfe ist ein gutes Beispiel. Ihre Motive erscheinen manchmal undurchsichtig und sie steht häufig auch in der Kritik. Vor allem wenn Jürgen Resch mehrmals im Monat per Flugzeug vom Bodensee nach Berlin pendelt und dadurch den höchsten Status im Vielfliegerprogramm erreicht hat. Die steht schon sehr stark im Gegensatz z.B. zu der Caritas.




Zu 10)
Du darfst es explizit nicht, das betrifft die gesamte Firma. Die Auslegung ist halt sehr streng. Gemacht wird es trotzdem, man geht aber immer das Risiko ein, dass die betreffende Person dies zu ihrem Vorteil nutzen kann und macht sich angreifbar.
Bewerbungsgespräche sind noch ein ganz anderes Feld. Selbst wenn du siehst, dass eine Frau schwanger ist, darfst du nicht danach fragen. Mal so als Beispiel. Und in einem Bewerbungsgespräch habe ich andere Sorgen, als nach Herkunft etc. zu fragen. Du hast ja vorher schon den Lebenslauf gesehen, da steht im Zweifelsfall eine Nationalität drin. Das wird jedoch nur ein Thema wenn es um eine Arbeitserlaubnis geht, ansonsten wird das gar nicht beachtet. In den etwa 30 Minuten, die so ein Gespräch dauert gibt es schon mehr als genug abzuklopfen, als das man sich mit sowas beschäftigt.


Zu 12)
Es würde reichen, wenn z.B. die Schulen Räumlichkeiten für Vereine zur Verfügung stellen. Nehmen wir mal an, du hast einen Musikverein. Macht es da nicht Sinn die Aula einer Schule zu nutzen? Da gibt es tatsächlich im Moment öfters noch Probleme. Und eine Lego-Mindstorms-AG könnte auch ein Vater leiten, der sich dafür interessiert. Eine Informatik-AG könnte ein Programmierer machen, der dann freiwillig das den Kindern beibringt und sie eventuell dafür begeistert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.März 2026, 08:46:03
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt übrigens, dass es früher auch Mäzene gab, die Künstler gefördert haben. Wieso sollte das heute nicht möglich sein?
Früher war das oft der Adel, den gibt es in der Form zum Glück nicht mehr. Ich selber gehe zwar sehr selten ins Theater oder in die Oper, würde die Förderung aber nicht auf Null streichen, sondern Einsparpotentiale und Synergieeffekte nutzen (zB. gemeinsamer Kulissenbau in einer Stadt, gemeinsame Verwaltung, Kostüm"sharing"). Evlt. kann man die Gebäude auch noch zusätzlich nutzen, zB. für Konzerte (mit dem eigenen Orchester) oder Filmvorführungen.

Zitat
Die deutsche Umwelthilfe ist ein gutes Beispiel.
Ja, dieser Laden ist das perfekte Beispiel für ein Konstrukt, das vielen Bürgern das Leben schwerer macht, während der Chef in Saus und Braus lebt, das typische "Wasser predigen, aber selber Wein saufen", wie man es bei Pseudoumweltschützern öfter mal findet. Dass so ein Laden Geld vom Staat bekommt, und sei es "nur" projektbezogen, ist irrwitzig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 17.März 2026, 14:59:21
...

3) Ich wollte dem Starlight Express nicht sein Status absprechen.  ;D

Wenn das dann privat funktioniert, ist das schon okay. Ich glaube nicht daran und denke, dass etwas verloren ginge, wenn gar keine staatliche Finanzierung mehr stattfindet.

Am Ende ist das eine Frage der Priorisierung. Du scheinst diese Kulturzweige sehr niedrig zu priorisieren. Oder dein Vertrauen in möglich private Investoren ist sehr hoch. Das ist eben eine persönliche Frage.

4) Das ist ein ernstes Problem. Die Gründe, die am häufigsten dafür angegeben werden sind nicht, weil Eltern ihre Kinder verwahrlosen lassen und stattdessen freizügig das Kinder- und Bürgergeld für ihren eigenen Spaß wegkonsumieren. Zumindest ist das nichts, worüber ich viel lese und als Problem gesehen wird.

Das größte Problem scheint zu sein, dass das Geld ingesamt zu knapp ist und die Lebensmittelpreise in den letzten Jahren stellenweiße zu stark gestiegen sind, so dass der Regelsatz mithält. Familien müssen sich zwischen Ernährung und sozialer Teilhabe entscheiden und abwägen. Da sie nicht ganz auf die Teilhabe verzichten können/wollen, werden dann Einschnitte bei der Ernährung nötig.
Da du mir noch nicht gesagt hast, ob die Menschen mehr als die 400 Euro bekommen, bin ich mir noch nicht ganz sicher wie du das Problem angehst. Meine Lösung wäre auf jeden Fall nicht weniger Geld. Abhängig von der möglichen Finanzierung dieser Ausgaben würde ich die Regelsätze von Kindern eher erhöhen. Dann entspannt man jede Situation in der Kinder anwesend sind geziehlt.
Die Lösung mit den Mittagessen in der Schule finde ich gut. Die müssen so günstig sein, dass die Kinder es sich leisten können, die darauf angewiesen sind. Das ist aktuell wohl das größte Problem bei Angeboten die heute schon existieren. Aber das hattest du ja vorgesehen.

Das zweitgrößte Problem ist nicht, dass es zu wenig zu Essen gibt sondern das Falsche gekauft wird und damit eher eine Mangel- statt einer Unterernährung passiert. Zu viel Fleisch, Wurst, nähstoffarme Lebensmittel und Snacks oder Süßigkeiten.
Meiner Meinung nach bedarf es an mehr Hilfsangebote, mehr Aufklärung, mehr Bildung mit Fokus auf diese Zielgruppen und mit Maßnahmen wie Signalisierung von ungesunden Lebensmitteln. Vielleicht könnte sogar die Preisgestaltung so sein, dass es möglich ist mit schmalem Geld eine grundlegende gesunde und einfache Ernäherung hinzubekommen, während ungesunde Lebensmittel eher teurer sein müssten. In der Realität sind stark verarbeitete, kalorienreiche und nährstoffarme Nahrungsmittel die dazu auch noch oft lange haltbar und einfach zuzubereiten sind die günstigsten und damit die attraktivsten. Durch einen Gutschein ändert sich dieses Kaufverhalten aber nicht.

Diese Eltern, die ihre Kinder verwahrlosen und das Geld andersweitig ausgeben wird es auch geben. Aber ich würde sagen (du kannst mich da gerne belehren), dass das eine absolute Minderheit ist. Das stellt ingesamt eine bedauerliche Situation da. Ich bleibe aber dabei, dass ich nicht denke, dass man dafür die große Mehrheit auf die Art und Weiße einschränken müsste, wie du es vorschlägt. (Interessanterweiße kommt hier das Argument zu tragen, dass du bei den Gleichstellungsbeauftragten angebracht hast. Die kleine Minderheit sorgt dafür, dass die große Mehrheit gemobbt wird. So in der Art waren deine Worte, wenn ich mich recht erinnere.)

5) Gut, dann braucht dein Deutschland da eine Regel, oder? Man will ja nicht, dass nacher ein Beamter nach Gutdünken entscheidet, wer Geld bekommt und wer nicht, je nachdem welches Verhalten im passt oder nicht. Überwiegend an der Leistung des Projekts der Organisation scheint es dann nicht mehr zu hängen. In der großen Liste der NGOs gibt es sicher schwarze Schafe. Aber es müsste dann formalisiert sein, dass die eine Umwelthilfe kein Geld bekommt aber eine andere Organisation für ein ähnliches Projekt schon. Oder will man da ein Gremium, das Entscheidungen nach Einzelfällen begründet und trifft?

Wenn ich das richtig sehe sind wir damit aber weg von ALLE NGOs und eher bei, es muss indiviuell geprüft werden? Falls ja, dann sind wir uns ja einig, dass da Transparenz rein muss und dann Entscheidungen auf sinvollen Regeln getroffen werden müssen.
So eine Regel könnte für dich ja sein, dass der Vorstand einer Organisation durch sein persönliches Handeln den Zielen der Organisation nicht entgegen stehen darf. Mit Sondervermerk, zum Beispiel, wieviel Flüge pro Jahr unter solch einer Begutachtung gedulden sind und ab wann es zu viel ist. Falls dir das wichtig ist.

12) Ich glaube das geht heute schon. Schulen können heute schon Maßnahmen treffen solche Angebote anzubieten und dürfen auch auf private Personen einsetzen. Sie tragen eben die Verantwortung. Ich bin mir nicht sicher wie sehr das genutzt wird. Aber ich fände es sinnvoll, dass sowas geförder wird.
Synergieeffekte an der Stelle nutzen ist natürlich immer gut. Sportvereine sind ja auch in Hallen von Schulen. Wäre natürlich schön, wenn man das ausbauen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.März 2026, 16:30:31
Die 500 Milliarden EURO "Sondervermögen", die für die Infrastruktur gedacht waren, schon aufgebraucht durch Zweckentfremdung? Wenn sich das bewahrheitet, müssen Merz und Klingbeil dann in den Knast?

Bundesregierung: Sondervermögen „nahezu vollständig“ zweckentfremdet
Laut einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind im Vorjahr 86 Prozent der Mittel aus dem Sondervermögen zweckentfremdet worden. Das Münchener Ifo-Institut kommt sogar auf 95 Prozent der neu aufgenommenen Schulden, die nicht für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur eingesetzt worden seien.

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-sondervermoegen-nahezu-vollstaendig-zweckentfremdet/100209067.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 17.März 2026, 20:11:51
Das mit dem Sondervermögen wollte ich auch gerade posten: https://www.bild.de/politik/inland/zweckentfremdet-so-verhoekert-die-regierung-die-xxl-schulden-69b9550456ad962f523d35e9 (https://www.bild.de/politik/inland/zweckentfremdet-so-verhoekert-die-regierung-die-xxl-schulden-69b9550456ad962f523d35e9)

Damit gehen wieder mindestens ein bis zwei Prozent der Wähler in Richtung AfD. Und weil man von den etablierten Parteien nur noch belogen, betrogen und übers Steuer-Kreuz gelegt wird, kann ich es mehr und mehr verstehen. Wenn sich das so bewahrheitet, dann ist das eine Riesen-Sauerei.

Vor 20 Jahren habe ich mal in eine ARGE gearbeitet. Zigaretten und Handy, dafür hatten alle Geld - Kinder hin oder her. Daher war es damals unter den Mitarbeitern schon üblich zu denken: Entweder haben sie zu viel oder sie sparen an der falschen Stelle. Die Geschichte mit der Bezahlkarte war daher m.E.n. der richtige Weg, wurde/wird von grünlinks aber auch torpediert.

@DragonFox: Du sprichst häufiger mal von Ausnahmen, Einzelfällen, etc. Vielleicht fängst du irgendwann mal mit dem Addieren an.  ;)

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 17.März 2026, 21:28:03
Ich hatte am Wochenende leider Schwierigkeiten mit meinem Account. Mir war aber wichtig, dass ich nochmal auf die Punkte von Signor Rossi eingehen kann.

Warum lässt Du die Subventionen für Kernenergie außen vor?
Wo mache ich das? Die 300 Mrd. EUR die in einem alternativen Universum in die Kernenergie gesteckt würden, wären selbstverständlich auch Subventionen.

Das war aber nicht der Punkt. Friendly reminder: meine Aussage war, dass man mit dem gleichen Kapitaleinsatz 100 TWh Strom pro Jahr mehr hätte produzieren können.
Okay, stimmt. Das kann man natürlich kritisieren. Aber es scheint, als würde der massive Ausbau von EE kein exklusives Deutschland Szenario zu sein. Weltweit sind 2025 die Kapazitäten 100 x mehr gewachsen als die Kernenergie (565 GW zu 5,4 GW).
https://www.worldnuclearreport.org/Kernenergie-verliert-weltweit-an-Bedeutung

Hier ist auch ein Bericht zur Kritik an der fehlenden Wirtschaftlichkeit der Kernkraftprojekte vom französischem Rechnungshof verlinkt.

Zitat
Wie gesagt, irgendwann muss natürlich der ROI eintreten und sich EE von selbst tragen.
Zitat
Wann soll das sein und wie hoch wird der Strompreis dann sein?
Das kann niemand von uns seriös beantworten, ich verweise daher auf das Interview mit dem CEO von Vattenvall. Wir zahlen heute in etwa den Strompreis von vor 10 Jahren, da bin ich vorsichtig optimistisch.

Meine Gedanken zu den Erneuerbaren Energien, und warum dieser mMn. auch alternativlos ist (was Robert Zurawski von Vattenvall quasi ja auch bestätigt): Alles, was nun in der Energiewende verlangsamt wird, rückgängig gemacht wird oder gar eingestampft wird, sind die Kostentreiber und DAS wird dann extrem teuer für Deutschland.
Nun ist zum zweiten Male innerhalb von 5 Jahren ein Krieg ausgebrochen, wo uns die Abhängigkeit von Gas und Öl vor Augen geführt wird. Der Wandel auf Erneuerbare Energien ist hier der Ausweg anstatt das Hindernis.
Die Ölkonzerne jagen unmittelbar nach Beginn des Krieges die Verkaufspreise nach oben und machen exorbitante Gewinne, Pendler haben im Monat weniger Geld in der Tasche für den Konsum, die Kaufzurückhaltung wird dadurch  wieder größer, der schon jetzt unter Druck stehende Einzelhandel wird mehr leiden, Unternehmen ihre Investitionen verschieben/absagen, auf die energieintensive Industrie kommen noch höhere Produktionskosten zu, die Verbraucher werden in einem Jahr die Gas- und Ölkosten spüren. DAS ist ein riesiger volkswirtschaftlicher Schaden. Und je länger der Krieg dauert, desto größer wird dieser. Der Ruf nach Hilfen vom Staat ist ja schon da, und wird auch noch lauter werden. Und schon sind wir wieder bei Belastungen der Staatskasse, wo das Geld zur Hilfe von in Schieflage gekommenen Unternehmen und Verbrauchern wahrscheinlich wieder bei Bildung oder Infrastruktur fehlt. An der Stelle passt evtl. die Aussage „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren, vielleicht doch ganz gut.

Zitat
Quantentechnologie steht in der Tat am Anfang, Deutschland ist hier vorn mit dabei.
Zitat
Ich bin gespannt, welche Produkte daraus entstehen und wie viele Arbeitsplätze in der Branche geschaffen werden.
Ich auch.

Zitat
Siemens Healthineers, Zeiss oder Fresinius sind m.W. Marktführer in bildgebenden Verfahren wie MRT, KI Implementierung usw.
Zitat
Das ist schön, ein Lichtblick. Welchen Umsatz erwirtschaftet die Branche, wie viele Menschen sind dort beschäftigt, kann sie die Transformation zu einer postindustriellen Wirtschaft monetär und mit Arbeitsplätzen auffangen?
Schnelle Recherche sagt 41 Milliarden. Das kann man natürlich nicht mit dem Automobilmarkt vergleichen. Aber in dieser Branche ist Deutschland nach den USA und China vorne mit dabei.

Zitat
Du schriebst, dass der Staat als Arbeitgeber nicht zählt.
Das ist das Problem, wenn man es aus dem Kontext reißt, ich habe meine Aussage begründet: "Und nein, der Staat als Arbeitgeber zählt nicht, die leben alle von der Arbeit und vom Geld der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Wirtschaft."
Dass ich keinen gesellschaftlichen Nutzen von Staatsangestellten und Beamten sehen würde, ist halt der übliche Murks, der mir auf diese Art und Weise angehängt werden soll.
Ich will dir gar nichts anhängen. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass die Rechnung "wir müssen alle finanzieren" zu ungenau ist. Die ganzen Angestellten im ÖD oder Beamte verbrauchen ihre Einkommen ebenfalls für Investitionen, Urlaube, Dienstleistungen, Güterkonsum etc., was wiederum im Kreislauf den Unternehmen zufließt. Der Beitrag zu Wohlstand und Bildung mit Effekte auf Wirtschaft/Produktivität durch Schulen/Bildungseinrichtungen aller Art sei nur als ein weiteres Beispiel genannt.

Zitat
Fakt: Die Staatsquote in DE ist im EU Ø.
Zitat
Und? Macht das irgendwas besser? Dadurch könnten sich eher noch die Leute bestätigt fühlen, die von "EUdSSR" schwafeln. Und nein, dieser Meinung bin ich nicht.
Nö, macht es nicht. Das habe ich auch direkt danach geschrieben. Dann bitte richtig zitieren und nicht nur die Hälfte und dann noch falsch interpretieren.

Zitat
Zu den Windkraftproduktionsstätten hast Du nichts gesagt.
Zitat
Muss ich zu allem, was du schreibst, etwas schreiben? Wer produziert denn noch nennenswert Windräder in D, von welchen Stückzahlen reden wir?
Enercon baut z.B. die Turbinen (ca. 600 im Jahr für mehrere Energieversorger), Steelwind baut die Stahlträger für die Anlagen. Beide Unternehmen haben m.W. volle Auftragsbücher für Windkraftanlagen im Land und Offshore. Mir ist bewusst, dass die Beispiele nicht ansatzweise an den Umsätzen und Arbeitsplätzen wie z.B. der Automobilindustrie herankommen. Aber es sind eben positive Beispiele für den Produktionsstandort DE.

Zitat
Diese Szenarien werden häufiger, dank der Temperaturanstiege des weltweiten Klimawandels.
Zitat
Dann werden die Franzosen sicher irgendwann Kühltürme für die betreffenden KKW bauen und das Problem so lösen.
Keine Ahnung, ob das technisch überhaupt möglich ist. Wenn es aber so einfach wäre, hätte man das vielleicht schon längst getan.

Zitat
Ich bin eher ein Freund vom Freihandel, dieser führt i.d.R. zu Wohlstand.
Zitat
Ich bin auch ein Freund von Freihandel, aber wie willst du freien Handel treiben, wenn der andere unfaire Maßnahmen gegen dich verwendet?

Witzigerweise haben die Grünen zusammen mit der AfD das Freihandelsabkommen mit Südamerika torpediert O0
Jup, ein Desaster. Gerade bei der langen Vorarbeit, die man in das Abkommen gesteckt hat. Dabei hätte damit, gerade in aktuellen Zeiten, ein wichtiges Signal gesetzt werden können.

Zitat
Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber
Zitat
Wer nicht bei so einem Unternehmen arbeitet, hat nur auch nichts davon und vermutlich sind das Dienstwagen, die da mit schmutzigem Strom geladen werden.
Warum stellst Du unwissend diese Vermutung an? Die Unternehmen hier im Umkreis stellen den Strom für Privat PKW der Angestellten zur Verfügung. Üblicherweise ist dies ein Strommix
oder kommt von der PV – Anlage auf den Hallendächern und/oder Grünflächen der ansässigen Unternehmen. Und nein: das ist nicht nur in einem einzelnen Gewerbegebiet so, sondern weit verbreitet
und wird ausgebaut, da die Arbeitgeber gemerkt haben, wie gut Benefits ankommen.

Zitat
Es geht hier voran!
Zitat
Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir schon einen Schritt weiter ;D
Alles mies machen. So hat der Tag auch Struktur.  :)

Zitat
Wenn man immer nur Verantwortung übernimmt, wenn "Schuld" vorausgeht dann gute Nacht.
Zitat
Du und Dragonfox könnt ja gerne Verantwortung für alles, was ihr nicht zu vertreten habt, übernehmen, aber erwartet bitte nicht, dass jeder bei diesem Unsinn mitmacht. Ich fühle mich nur für die Dinge verantwortlich, die ich auch selber fabriziert habe. Fühlst du dich denn auch verantwortlich für den Ukraine- und Irankrieg? Oder dem Konflikt in Darfur? Dem schleichenden Völkermord an Tibetern und Uiguren? Wie ist es mit den Slumbewohnern in Manila, bist du für deren Schicksal verantwortlich? Und falls ja, was unternimmst du dagegen?
Was ist das für eine Frage? Warum sollte ich mich persönlich für diese Dinge verantwortlich fühlen? Es geht doch nicht um Schuld des Einzelnen. Wir als aufgeklärte Gesellschaft, Demokratie und als Europäer aber wir doch im Kollektiv der Länder eine Verantwortung z.B. die Ukraine zu unterstützen gegen einen Angriffskrieg eines Regimes, der unser freiheitliche Grundordnung bedroht.
Wenn Du es schon auf ein Individium herunterbrechen willst: Wenn Du siehst, wie eine Person überfallen wird. Rufst du die Polizei oder gehst du weg, weil Du ja keine Schuld hast? Wenn du Zeuge eines Unfall bist, übernimmst Du Verantwortung und hilfst oder gehst Du weiter, weil Du den Unfall ja nicht verursacht hast? Wie Dragonfox schrieb ist Verantwortung nicht pauschal eine Frage der Schuld.

Zitat
Was ist die Lösung?
Zitat
Hatte ich schon skizziert, aber du willst ja Freihandel mit dem Wirtschaftsfeind, der das Gegenteil von Freihandel praktiziert. Ist wie mit der Schießerei, wo Deutschland dann mit der Nerfgun auftaucht.
Wo will ich das? Ich bin ein Freund vom Freihandel hatte ich geschrieben. Vielleicht hat das suggeriert, dass ich das einseitig mit China befürworte. Auf keinen Fall. China hält sich nicht an internationale Handelsregeln, subventioniert seine Produktion massiv und flutet den europäischen Markt mit Billigware. Ich bin in einer Handelsbranche tätig und erlebe das quasi jeden Tag. Deutsche Handelsfirmen gehen pleite, weil China billige Surrogate auf den Markt bringt und der deutsche Verbraucher sich in Massen die Ware nach Hause bestellt. Wie viele Pakete Billigware kommen hier aus China täglich an? 400.000? Die Zahl hab ich mal vor einigen Monaten gehört.
Die chinesische Billigware landet in der EU, hier fallen weder (bis zu 150 €) Einfuhrzölle an, noch müssen die chinesischen Firmen den Pflichten nachkommen, welche jedem deutschen Händler von der EU auferlegt werden. Deutsche Importeure müssen eine ganze Reihe von Nachweisen und Gesetzen befolgen (auch vieles, was sinnvoll ist), aber der ausländische, aggressive Marktteilnehmer nicht und/oder es wird nicht nachhaltig geprüft.
Ein eklatanter Wettbewerbsnachteil. Und das geht schon seit Jahren so. Und insbesondere die Grünen, als sie regieren durften und denen Nachhaltigkeit so wichtig ist, hatten die Chance, hier die deutsche Marktwirtschaft zu schützen. Hat man nicht gemacht und damit sicher einige Händler in DE auf dem Gewissen. Nun bewegt sich langsam was, soll vielleicht in 2 bis 3 Jahren gesetzlich geändert werden. Viel zu langsam, viel zu spät!


Zitat
Ich tue nichts dagegen, weil ich keine Schuld habe.
Zitat
Gähn.
"Wenn ALLE Menschen in ALLEN Industrienationen mitmachen, bin ich dabei."
"Ja, das sollten D und die EU tun, aber so, dass wir unseren Wohlstand und unseren Sozialstaat nicht gefährden. Denn das gefährdet sonst unsere Demokratie, das führt dazu, dass sich die Menschen radikalen/extremen Parteien zuwenden..."
"Aber wie gesagt, wenn der Klimaschutz in den Industrienationen gleich gehandhabt würde, hätte ich damit kein Problem."

Den Hauptpunkt ignorierst du: egal was Deutschland macht, es KANN das Klima weder retten noch schützen. Isso.
Also einfach nichts machen? Ist evtl. der massive Ausbau weltweit vielleicht ein Zeichen dafür, dass die anderen Nationen vielleicht doch nicht alle so untätig sind und der Westen weniger "geisteskrank"?

Zitat
Der Verbrenner ist am Ende seines technologischen Zyklus angekommen und wird abgelöst.
Zitat
LOL. Deswegen brechen eAutos ja auch alle Absatzrekorde O0 Nicht. Selbst in China bricht der Absatz von den Dingern ein, wenn die Förderung wegfällt.

Der Verbrenner wurde über Jahrzehnte entwickelt und optimiert, bis er nun fast vollständig ausgereift ist, und irgendwann kommt man hier ans Ende. Rein physikalisch sind hier die Grenzen faktisch fast erreicht, das
wird dir jeder Ingenieur bestätigen.
Die Investitionen für Forschung & Entwicklung für einen fast nicht mehr messbaren Output steht also in keinem wirtschaftlichen Verhältnis. Das Elektro KFZ steht mehr oder weniger noch am Beginn seines
Entwicklung-Zyklus, hat aber jetzt schon so eine vielfach höhere Effizienz gegenüber Verbrennern sowie bis zu 50 % weniger Teile verbaut, welche das Fahrzeug wesentlich wartungsärmer und verschleißfreier macht.
Hier bleibt den Automobilherstellern nichts anderes übrig, als auf eine neue Technik zu setzen, zu forschen und weiterzuentwickeln. Das zu ignorieren und am Verbrenner festzuhalten (außer als Nischenprodukt) würde in meinen Augen deren Aus bzw. Verkauf an ausländische Hersteller/Investorengruppen bedeuten.
Der Fortschritt der letzten 10 Jahre in der E-Mobilität ist immens und es ist noch lange nicht Ende der Fahnenstange. Akkukapazitäten, Ladegeschwindigkeit (bald so schnell wie normales Tanken) oder Reichweiten
sind immer mehr gestiegen und werden weitergehen. Viele Menschen, die über das Haushaltseinkommen verfügen, können und wollen sich E-Mobilität leisten. Zum einen aus ökologischen Gründen, aber auch weil es für sie ökonomisch (eigene PV-Anlage, Lademöglichkeit) sinnvoll ist.
Die gekauften oder geleasten Modelle von 2020 bis 2022 kommen nun als Gebrauchtwagen auf den Markt. Reichweiten sind völlig i. O. und die Fahrzeuge sind für den Alltagsgebrauch mehr als geeignet. Wir reden hier nicht vom E-Golf mit kleiner Batterie und 200 km Reichweite sondern z.B. von Tesla Model 3, ID3 bei ca. 17.000 bis 20.000 € oder Peugeot bei Ø 16.000 €, welche nun auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen und einer breiteren Bevölkerungsgruppe zugänglich gemacht werden. Die Akkus haben eine SoH von Ø 90 % und man hat noch 4-5 Jahre Garantie auf die Batterie. Die umfangreichen ADAC Tests verdeutlichen den sehr guten Zustand
und vor allem Langlebigkeit weit über 160.000 km hinaus von den im Schnitt vier Jahre alten Akkus. Dieser Fakt, verbunden mit bezahlbaren Lademöglichkeiten (an Terminals der Energieversorger muss es günstiger werden!, meine bereits genannte Lösung mit Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber) und steigenden Benzin/Diesel-Preisen wird die Marktanteile für Elektromobilität weiter (schnell) wachsen lassen. Mit steigenden Produktionszahlen werden auch die Kosten und damit VK-Preise für Neuwagen sinken.
Zwar nur anekdotische Evidenz: alle Bekannten in meiner Bubble, die auf E-Mobilität gewechselt sind, wollen nicht mehr zum Verbrenner zurück.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 18.März 2026, 16:56:11
@ DragonFox :
3) Du bist doch auch bereit, Geld für ein Fussballspiel auszugeben und die Vereine leben nicht schlecht davon. Genauso andere Freizeitaktivitäten. Auch die Kultur kann das. Kabarettisten z.B. spielen ihre Programme ja auch gegen Geld und brauchen kein Staatsgeld. Ich war ja auch z.B. schon im Starlight Express. Da kostet dann eine Karte halt mal 80 € (je nach Platz). Aber und das ist die Krux. Kultur ist kein Selbstzweck. Sie sollte dem Publikum etwas geben, sei es ein Denkanstoß oder Unterhaltung. Aber sie steht nicht im luftleeren Raum. Und wenn Kultur einen Effekt hat (was man bei vielen Kulturschaffenden leider mittlerweile nicht mehr sieht), dann wird das auf jeden Fall seinen Markt finden. Geschmäcker sind verschieden. Der eine liebt Volker Pispers (we miss you), der andere hört sich Beethoven an in der Elbphilharmonie.


4) Die Gründe sind schon ziemlich klar. Fehlende Teilhabe kann man staatlich fördern. Mein Neffe z.B. zahlt alle 3 Monate 34,50 € fürs Judo. Da spricht gar nichts dagegen, wenn das bei Bürgergeldempfängern der Staat übernimmt. Sind knapp 10 Euro im Monat und man schickt den Antrag fürs Judo zum Amt und die Begleichen das dann. Dann bleiben immernoch 300 € für Essen und 100 € für Kleidung. Man kann z.B. auch das so handhaben, dass man das Guthaben in den nächsten Monat übernehmen kann. Beispiel : Du gibst in einem Monat nur 250 € für Essen aus und 50 € für Kleidung. Hast du im nächsten Monat halt 350 € für Essen und 150 € für Kleidung. Jetzt hat das Kind Geburtstag und du brauchst Torten, Snacks usw. : Perfekt, du hast einen Puffer. Und du kannst deinem Kind auch noch Kleidung zum Geburtstag schenken.
Miete und Heizung werden ja wie jetzt auch übernommen. Wenn du also zusätzlich Geld verdienen willst um dir z.B. einen Urlaub leisten zu können (mit den Kindern), dann führt man die Möglichkeit ein, beim Staat Geld zu verdienen. Das kann sein, Müll zu sammeln oder in einem Sozialkaufhaus oder eine Tafel zu arbeiten. Lohn ist Mindestlohn und du kannst 10 Stunden pro Woche dort arbeiten. Geld darfst du behalten und darüber frei verfügen. Die Tafeln haben teilweise Problem Leute zu finden. Bringen wir nun Bürgergeldempfänger (vom Staat mit Mindestlohn bezahlt) kostenlos dorthin, schlagen wir 2 Fliegen mit einer Klappe.
Das Problem mit dem Essen löst sich, wenn die Kinder zumindest Mittags eine Mahlzeit in der Schule kriegen die ausgewogen ist. Ein gesundes und warmes Mittagessen kostet wohl so um die 5 € pro Mahlzeit. 20 Schultage im Monat sind wir bei 100 € pro Kind im Monat oder 1200 € pro Kind und Jahr. 8,9 mio. Schüler gibt es wohl an den allgemeinbildenden Schulen. Selbst wenn du alle Kinder mit kostenlosem Essen versorgst kostet das knappe 10 Mrd. Euro im Jahr. Rechne Kinder aus Nicht-Bürgergeld-Familien raus und subventioniere bei Bürgergeldempfängern auf 1 Euro runter (1,81 Mio.) und das sind nur 1,7 Mrd. Wenn wir genug Geld haben um ein F***ing Kanzleramt für 1 Mrd. Euro auszubauen, dann müssen 1,7 Mrd. Euro da sein, um Kindern aus armen Verhältnissen ein gesundes Mittagessen zu ermöglichen. Wir reden von 1000 Milliarden Staatseinnahmen.

5) Ärzte ohne Grenzen schicken Ärzte ins Ausland um dort notleidende Menschen zu versorgen. Kann man finanzieren. Das DRK betreibt einen Kindergarten : Wir beteiligen uns an den Kosten.
Die Opas gegen Links kämpfen gegen die Unterwanderung Deutschland durch Linksextreme... Nein danke (gilt auch für die Omas gegen Rechts)... Keine Politische Interessensvertretungen, sondern am wohl der Allgemeinheit sollte man die NGOs messen.
Das fällt bei Ärzte ohne Grenzen, dem DRK, dem THW etc. relativ leicht. Lobbyverbände können die Lobbyanhänger selbst bezahlen. Ich hab keine Lust, dass die afD an die Macht kommt und dann die finanziellen Mittel ausgeben kann, da jetzt die linken NGOs bekommen, nur halt für Aktionen wie "Kraft durch Freude". Die Gefahr am Horizont ist da und das kann sich ganz schnell gegen Links wenden. Nur weil man gerade an der Macht ist und sich daran berauscht, sollte man die Zukunft nicht aus dem Blick verlieren. Wenn man die Veruntreuung des Sondervermögens sieht, da gebe ich Rossi und Veni_Vidi_vici vollkommen recht : Die afD wird noch stärker werden. Und mittlerweile gehen mir da in Diskussionen die Argumente aus. Dass eine cdU mal den Totengräber für die Demokratie gibt, daran habe ich vor 25 Jahren nicht gedacht (als ich in der Jungen Union war). Mittlerweile ist das ein Trauerspiel. Verglichen mit der Ampel würde ich eher die Ampel als Friedrich Merz wollen. Da gehört schon was zu...

12) Ich glaube da sind wir nah beeinander. Ich sehe z.B. beim KAPU in Bocholt, dass die eine neue Sporthalle haben, die nachmittags kaum genutzt wird. Warum kann die nicht der Handballverein nutzen, um dort eine Handball-AG durchzuführen. Vielleicht findet da auch das ein oder andere Kind soviel Gefallen dran, dass es zum Handball-Verein wechselt. Hätte eigentlich für alle nur Vorteile. Selbiges gilt für die Schulaula etc.

@ Pico :
Ich bin bei Vattenfall. 2016 war der Preis bei unter 28 Cent pro kwH, jetzt bei 34 Cent pro kwH. Das sind mehr als 21 Prozent in 10 Jahren. Werde gleich mal Vattenfall anschreiben, dass ihr CEO gesagt hat, ich kriege den Preis von vor 10 Jahren wieder...
Zum Thema Benzinpreise. Da wird gerade übelst abgezockt aber die Reiche macht genau das falsche... Was soll man zu der Dame noch sagen. Habeck hatte vielleicht wenig Ahnung, sie hat Ahnung und weiß leider ganz genau was sie da tut...
Enercon ist ein kleines Licht. Vergleiche das mal mit Andritz aus Österreich, die sind eine ganz andere Hausnummer. In den 2010ern hatte Enercon noch 15000 Mitarbeiter. Jetzt sind es 14000 also weniger und dann auch noch viele im Ausland. Ein grandioses Erfolgsmodell. Andritz hat seine Mitarbeiterzahl von 24759 im Dezember 2016 bist zum Dezember 2025 auf 30346 Mitarbeiter gesteigert. Gleichzeitig ist der Umsatz bei den Österreichern von 6044,12 Mio. auf 7895,2 Mio. gestiegen, der Gross Profit von 2859,11 Mio. auf 3928,1 Mio. Euro. Während die Erfolgsgeschichte Enercon am staatlichen Subventionstropf hing und finanziell nicht gut gebettet ist, hat Andritz ein EBITDA von 749,5 Mio. Euro und ein NetDebt von -464,3 Mio. Euro (also Guthaben). Dadurch ist deren Current Ratio bei 1,13 (Werte über 1 sind gut)


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 18.März 2026, 18:43:45

@ Pico :
Ich bin bei Vattenfall. 2016 war der Preis bei unter 28 Cent pro kwH, jetzt bei 34 Cent pro kwH. Das sind mehr als 21 Prozent in 10 Jahren. Werde gleich mal Vattenfall anschreiben, dass ihr CEO gesagt hat, ich kriege den Preis von vor 10 Jahren wieder...
Zum Thema Benzinpreise. Da wird gerade übelst abgezockt aber die Reiche macht genau das falsche... Was soll man zu der Dame noch sagen. Habeck hatte vielleicht wenig Ahnung, sie hat Ahnung und weiß leider ganz genau was sie da tut...
Enercon ist ein kleines Licht. Vergleiche das mal mit Andritz aus Österreich, die sind eine ganz andere Hausnummer. In den 2010ern hatte Enercon noch 15000 Mitarbeiter. Jetzt sind es 14000 also weniger und dann auch noch viele im Ausland. Ein grandioses Erfolgsmodell. Andritz hat seine Mitarbeiterzahl von 24759 im Dezember 2016 bist zum Dezember 2025 auf 30346 Mitarbeiter gesteigert. Gleichzeitig ist der Umsatz bei den Österreichern von 6044,12 Mio. auf 7895,2 Mio. gestiegen, der Gross Profit von 2859,11 Mio. auf 3928,1 Mio. Euro. Während die Erfolgsgeschichte Enercon am staatlichen Subventionstropf hing und finanziell nicht gut gebettet ist, hat Andritz ein EBITDA von 749,5 Mio. Euro und ein NetDebt von -464,3 Mio. Euro (also Guthaben). Dadurch ist deren Current Ratio bei 1,13 (Werte über 1 sind gut)

Ok, krasser regionaler Unterschied. Hier sind wir bei 24 - 26 Cent pro kwH.

Ja, Enercon ist im Gegensatz zu Andritz ein ganzes Stück kleiner, ich wollte damit nur ein, zwei Beispiele geben, dass in DE noch was in der Branche passiert. Aber Andritz ist ein positives, europäisches Beispiel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.März 2026, 19:07:14
Aber es scheint, als würde der massive Ausbau von EE kein exklusives Deutschland Szenario zu sein.
Auch darum ging es nicht. Ich habe nichts gegen EE und den Ausbau derselben, es muss aber mit Verstand gemacht werden, ohne dass man sich ruiniert.

Zitat
Hier ist auch ein Bericht zur Kritik an der fehlenden Wirtschaftlichkeit der Kernkraftprojekte vom französischem Rechnungshof verlinkt.
Bitte zitieren, ich habe das ganz anders in Erinnerung.

Zitat
Das kann niemand von uns seriös beantworten...
So wenig, wie der ROI eintreten und sich die EE von selber tragen...

Zitat
Wir zahlen heute in etwa den Strompreis von vor 10 Jahren, da bin ich vorsichtig optimistisch.
Das sieht hier irgenwie anders aus: https://www.wechselpilot.com/wp-content/uploads/Strompreisentwicklung-2010-20240-Prognose_Stand-022026_Wechselpilot.png

Zitat
Alles, was nun in der Energiewende verlangsamt wird, rückgängig gemacht wird oder gar eingestampft wird, sind die Kostentreiber und DAS wird dann extrem teuer für Deutschland.
Leckomio O0 Na klar, WKA, PVA, Stromleitungen, Speicher, das kostet alles fast nichts und Sonne und Wind schicken sowieso keine Rechnung, irgendwelche imaginären Verzögerungen sind Schuld an den hunderten Milliarden EUR, die der Spaß kostet.

Zitat
An der Stelle passt evtl. die Aussage „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren, vielleicht doch ganz gut.
Ja, die EE-Industrie lebt davon.

Zitat
Schnelle Recherche sagt 41 Milliarden.
Reicht also bei weitem nicht und dann ist ja auch die Frage, wie lange das in der Branche noch so bleibt.

Zitat
Die ganzen Angestellten im ÖD oder Beamte verbrauchen ihre Einkommen...
Und wo deren Einkommen her? Das muss komplett von den Menschen in der Wirtschaft erarbeitet und als Steuern abgeführt werden. Keine Wirtschaft = kein Einkommen für Beamte und Angestellte im ÖD. Zumindest im Prinzip, dafür reichen Staatseinnahmen meistens dann doch.

Zitat
Enercon baut z.B. die Turbinen (ca. 600 im Jahr für mehrere Energieversorger)
Gibt es dazu eine aktuelle Quelle? Ich konnte nichts finden. Wobei das ja auch nicht viel ist. Die 6 Mrd. EUR Umsatz von denen kommen zu einem großen Teil halt auch aus Steuern und Abgaben via "Transformationsfond".

Zitat
Wenn es aber so einfach wäre, hätte man das vielleicht schon längst getan.
Warum? Bisher hat es auch so gereicht, im Sommer konnte man die KKW runterfahren.

Zitat
Warum stellst Du unwissend diese Vermutung an?
Ach? Die lassen auch Fremde da kostenlos laden? Das ist aber nett von denen.

Zitat
Üblicherweise ist dies ein Strommix oder kommt von der PV – Anlage auf den Hallendächern und/oder Grünflächen der ansässigen Unternehmen.
Der Strommix ist nunmal dreckig in D und ob die PV – Anlage auf den Hallendächern auch bei Bewölkung oder Regen genug Strom liefert, lasse ich mal dahingestellt.

Zitat
Und nein: das ist nicht nur in einem einzelnen Gewerbegebiet so, sondern weit verbreitet und wird ausgebaut, da die Arbeitgeber gemerkt haben, wie gut Benefits ankommen.
Jaja, schöne neue grüne Welt, alles supi, alles toll, D geht es blendend ;D

Zitat
Alles mies machen.
Alles schön labern und die Probleme ignorieren. So hat der Tag auch Struktur ;D

Zitat
Warum sollte ich mich persönlich für diese Dinge verantwortlich fühlen?
Weil du ein guter Mensch bist, dachte ich. Deutschland und die Menschen in Deutschland sind für den Klimawandel auch nicht verantwortlich.

Zitat
Wie Dragonfox schrieb ist Verantwortung nicht pauschal eine Frage der Schuld.
Ich hatte auch nicht mehr von Schuld geschrieben, das kannst du abheften.

Zitat
Ein eklatanter Wettbewerbsnachteil.
Wenn du das so siehst, warum redest du dann von Freihandel in Verbindung mit Chiona?

Zitat
Also einfach nichts machen?
Gähn. Zum xten Mal: nein, nur das machen, was die anderen auch tun, nämlich sich dabei nicht zu ruinieren.

Zitat
Rein physikalisch sind hier die Grenzen faktisch fast erreicht, das
wird dir jeder Ingenieur bestätigen.
Jedes System hat Grenzen, auch der Elektromotor, dass man auch sehr sparsame Verbrenner bauen kann, hat VW mit dem 3l Lupo bewiesen. Und am Ende geht es ja um den CO2-Ausstoß, ab wie viel Kilometern ist da eigentlich der break-even, wenn man den CO2-Verbrauch zur Herstellung eines Verbrenners (plus Sprit) mit dem zur Herstellung eines eAutos vergleicht?

Zitat
Das Elektro KFZ steht mehr oder weniger noch am Beginn seines
Entwicklung-Zyklus...
Steht es nicht, eAutos gibt es schon ewig, seit 1888, Elektromotoren sind bestens erforscht, einzig in der Batterietechnik gibt es noch Potential. Ich habe aber auch nichts gegen eAutos, im Gegenteil, ich überlege ja selber, ob mein nächstes Auto ein gebrauchtes eAuto wird. Sie haben aber nunmal auch ihre Nachteile, die man nicht so einfach wegreden kann.

Zitat
Das zu ignorieren und am Verbrenner festzuhalten (außer als Nischenprodukt) würde in meinen Augen deren Aus bzw. Verkauf an ausländische Hersteller/Investorengruppen bedeuten.
Warten wir es ab, der weltgrößte Hersteller, Toyota, will am Verbrenner festhalten, gerne auch mit Batterien kombiniert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 18.März 2026, 20:02:30
...

3) Der Markt belohnt das, was viele Menschen anspricht – aber nicht automatisch Vielfalt. Kultur ist kein Selbstzweck, aber eben auch mehr als Unterhaltung. Sie schafft Bildung, Reflexion und gesellschaftlichen Diskurs und hat damit einen eigenen gesellschaftlichen Wert, der sich nicht immer direkt in Ticketverkäufen ausdrückt. Förderung sorgt dafür, dass diese Vielfalt überhaupt existieren kann und nicht nur das wirtschaftlich Lukrative übrig bleibt.

Dein Vergleich mit dem Fußball passt eigentlich sehr gut: Auch dort funktioniert der Profibereich weitgehend über den Markt, während der Breitensport staatlich gefördert wird. Ohne diese Förderung gäbe es viele Strukturen gar nicht und viele Sportarten würden verschwinden. Selbst im so erfolgreichen Fußball würde es da auf den unteren Ebenen düster werden.

Überträgt man das auf Kultur, würde eine rein marktwirtschaftliche Logik am Ende bedeuten: Es bleibt das, was sich gut verkauft. Alles andere fällt weg. Dann hätten wir vielleicht noch große, populäre Formate, aber deutlich weniger künstlerische Vielfalt.

Das halte ich, wie beim Sport, nicht für erstrebenswert.

4) Die Kombination mit dem Geldverdienen ist neu. Das gilt für die arbeitsfähigen Empfänger. Wer in einer misslicheren persönlichen Lage ist wird automatisch in eine misslichere finanzielle Lage gesteckt oder was wird mit denen gemacht?

Ich würde im Rahmen deiner Idee eine Bezahlkarte verstehen, die für manche Warengruppen einfach gesperrt ist. Damit kann man eben kein Alkohol, Zigaretten und Co kaufen. Alles, was du halt nicht für geignet hälst. Die Aufteilung, dass x Euro unbedingt in Essen und x Euro unbedingt in Klamotten gehen muss erschließt sich mir nicht und klingt sehr unflexibel. Wie man mit Alltagsausgaben umgehen soll geht daraus nicht hervor.
Du sprichst es zwar an, aber für jede familiäre und private Sonderausgabe neben Essen und Klamotten ein Antrag stellen, der genehmigt werden muss? Nicht alles ist ein Abo und wird einmal für drei Monate gezahlt. Ich dachte du willst die Bürokratie eindämmen.

So aus Interesse... Woher kommt eigentlich der Betrag? 150 Euro im Monat für Klamotten? 1800 Euro im Jahr? Ich scheine einen völlig falschen Bezug zu meinem Klamottenkonsum zu haben.  :angel: (oder ist das ein Vertipper, weil du am Anfang mal von 50 Euro geschrieben hast)

Gegen die Mittagessen habe ich ja nichts gesagt. Ist doch ne gute Idee.

5) Das habe ich schon verstanden. Ich wollte nur wissen, ob du ALLE NGOs meinst, wie ich es am Anfang verstanden hatte. Das klang krass. Ich bin zwar grundsätzlich der Meinung, dass der Staat eine NGO für eine bestimmte Leistung bezahlen kann und es in gewissen Grenzen weniger eine Rolle spielt, was die NGO aus anderen Töpfen finanziert und noch so macht. Aber das Problem beginnt ja sowieso dabei, dass keine einen Durchblick hat. Dein Vorschlag setzt sowieso vorraus, dass das passiert.

Zu 12: Wir hatten bei den meisten Punkten überschneidungen oder waren nicht so weit weg. Eigentlich gibt es nur größere Diskrepanzen bei Punkt 3 und 4. Und wahrscheinlich bei der Grundprämisse, wenn man da ins Detail gehen würde. Auf die bin ich aber nicht weiter eingegangen, weil sonst das ganze Konstukt nicht funktionieren würde.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 18.März 2026, 20:36:02
Zitat
Hier ist auch ein Bericht zur Kritik an der fehlenden Wirtschaftlichkeit der Kernkraftprojekte vom französischem Rechnungshof verlinkt.
Zitat
Bitte zitieren, ich habe das ganz anders in Erinnerung.

https://www.n-tv.de/politik/Rechnungshof-schlaegt-bei-Macrons-AKW-Plaenen-Alarm-article25488310.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/edf-franzoesischer-energiekonzern-macht-knapp-18-milliarden-euro-verlust-a-8c6ff5bb-d2cd-4ead-81df-8d8368670655

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/edf-verstaatlichung-101.html

Bezüglich Abschaltung im Sommer wegen Kühlwasser: Hier hattest du Recht, habe nochmal nachgeschlagen. Es waren wohl 5 Reaktoren nicht am Netz oder gedrosselt wegen der Hitze. 30 Reaktoren wurden zu Wartungs- und Reparaturzwecken planmäßig runtergefahren.

Zitat
Wir zahlen heute in etwa den Strompreis von vor 10 Jahren, da bin ich vorsichtig optimistisch.
Zitat
Das sieht hier irgenwie anders aus: https://www.wechselpilot.com/wp-content/uploads/Strompreisentwicklung-2010-20240-Prognose_Stand-022026_Wechselpilot.png
und hier wieder anders (Schätzung des Fraunhofer ISE, Grafik in der Mitte):
https://ariadneprojekt.de/publikation/analyse-heizkosten-und-treibhausgasemissionen-in-bestandswohngebauden/#_

Zitat
Alles, was nun in der Energiewende verlangsamt wird, rückgängig gemacht wird oder gar eingestampft wird, sind die Kostentreiber und DAS wird dann extrem teuer für Deutschland.
Zitat
Leckomio O0 Na klar, WKA, PVA, Stromleitungen, Speicher, das kostet alles fast nichts und Sonne und Wind schicken sowieso keine Rechnung, irgendwelche imaginären Verzögerungen sind Schuld an den hunderten Milliarden EUR, die der Spaß kostet.
Och man, das sagt doch niemand. Und die Quellen hab ich doch vorher schon mal verlinkt. Es ist doch wirklich nicht so, dass ich mir das ausdenke und hier nur irgendwelche Behauptungen reinstelle.

Zitat
An der Stelle passt evtl. die Aussage „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren, vielleicht doch ganz gut.
Zitat
Ja, die EE-Industrie lebt davon.
Ich habe ja ein wenig den volkswirtschaftlichen Schaden bei der aktuellen Lage in Nahost skizziert. Bin mir sicher, dass Du hier in großen Teilen zustimmst.

Zitat
Warum stellst Du unwissend diese Vermutung an?
Zitat
Ach? Die lassen auch Fremde da kostenlos laden? Das ist aber nett von denen.
War nie die Rede von.

Zitat
Und nein: das ist nicht nur in einem einzelnen Gewerbegebiet so, sondern weit verbreitet und wird ausgebaut, da die Arbeitgeber gemerkt haben, wie gut Benefits ankommen.
Zitat
Jaja, schöne neue grüne Welt, alles supi, alles toll, D geht es blendend ;D
Auch nicht, merkwürdige Reaktion. Es ging um: E-Fahrer z.B. mit Mietwohnung ohne Lademöglichkeit zu Hause können beim Arbeitgeber laden (da steht der Wagen eh 8 Stunden rum), Infrastruktur wird bundesweit größer.

Zitat
Alles mies machen.
Zitat
Alles schön labern und die Probleme ignorieren. So hat der Tag auch Struktur ;D
Vielleicht treffen wir uns hier in der Mitte und wählen beide nicht die Extreme.

Zitat
Ein eklatanter Wettbewerbsnachteil.
Zitat
Wenn du das so siehst, warum redest du dann von Freihandel in Verbindung mit Chiona?
Erneut: Nein, ich rede nicht von Freihandel mit China. Hab es doch sogar erklärt. Hast Du es nicht gelesen?

Zitat
Rein physikalisch sind hier die Grenzen faktisch fast erreicht, das
wird dir jeder Ingenieur bestätigen.
Zitat
Jedes System hat Grenzen, auch der Elektromotor, dass man auch sehr sparsame Verbrenner bauen kann, hat VW mit dem 3l Lupo bewiesen. Und am Ende geht es ja um den CO2-Ausstoß, ab wie viel Kilometern ist da eigentlich der break-even, wenn man den CO2-Verbrauch zur Herstellung eines Verbrenners (plus Sprit) mit dem zur Herstellung eines eAutos vergleicht?
Absolut, bei eAutos soll es doch irgendwo ab 50.000 km losgehen, oder hab ich das falsch in Erinnerung?

Zitat
Mir ist jetzt auch eine Branche eingefallen, bei der Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert werden, die EE-Branche läuft so: garantierte Einspeisevergütungen über Jahrzehnte (selbst wenn kein Strom produziert wird fließt Geld), das bedeutet: Innovationsdruck ist nicht vorhanden, die Kosten landen über Strompreis, Umlagen und Abgaben dauerhaft und alternativlos bei den Bürgern, der Markt wird ausgehebelt, nicht Angebot und Nachfrage regeln den Preis, sondern der Anbieter mit den höchsten Kosten legt den Preis für alle fest.
Hier noch eine Frage: Wo gibt es Einspeisevergütungen, auch wenn kein Strom produziert wird? Alle Anlagen die ich kenne, ob privat oder Unternehmen, bekommen nur eine Vergütung wenn eingepeist wird. Wenn wir z.B. als Unternehmen den Strom selbst nutzen und/oder aufgrund der Wetterlage nicht einspeisen, kriegen wir nichts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.März 2026, 21:09:24
https://www.n-tv.de/politik/Rechnungshof-schlaegt-bei-Macrons-AKW-Plaenen-Alarm-article25488310.html
Ich meinte schon die Originalquelle vom frz. Rechnungshof, ist aber egal. Denn, wenn die KKW tatsächlich unwirtschaftlich wären, wie erklärt sich dann "goldene Nase" verdienen?
Wie sich der französische Atomkonzern EDF eine goldene Nase verdient | FAZ
Der französische EDF-Konzern vermeldet ein Rekordergebnis. Das liegt an einer deutlich gewachsenen Stromerzeugung – und an einer höheren Ausfuhr in Nachbarstaaten wie Deutschland.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wie-sich-der-franzoesische-atomkonzern-edf-eine-goldene-nase-verdient-110312400.html

Hier schreibt ein anderer Rechnungshof, was wirklich unwirtschaftlich war: https://www.focus.de/finanzen/news/neues-geheim-gutachten-zu-northvolt-pleite-belastet-habeck-und-wird-zur-gefahr_42bc5c64-f208-40ec-8f15-0dad83a7ae57.html

Zitat
und hier wieder anders (Schätzung des Fraunhofer ISE, Grafik in der Mitte):
Ich finde ich da keine Grafik, die die Stromkosten von 2015 oder 2016 zeigt!?
Und warum Schätzung? Die Strompreise von vor 10 Jahren und heute kennt man doch!?

Zitat
Es ist doch wirklich nicht so, dass ich mir das ausdenke und hier nur irgendwelche Behauptungen reinstelle.
Zu behaupten, die exorbitanten Kosten kämen durch irgendwelche Verzögerungen, sorry, das ist doch wirklich barer Unsinn.

Zitat
Ich habe ja ein wenig den volkswirtschaftlichen Schaden bei der aktuellen Lage in Nahost skizziert.
Und das hat jetzt was mit der neomarxistischen Parole "Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert" zu tun? Krieg ist immer scheiße, ich denke da aber zuerst an die Menschen, die deswegen sterben müssen, verletzte werden oder Todesangst ausstehen müssen.

Zitat
War nie die Rede von.
Auf diese Aussage von mir hast du mich als "unwissend" tituliert: "Wer nicht bei so einem Unternehmen arbeitet, hat nur auch nichts davon und vermutlich sind das Dienstwagen, die da mit schmutzigem Strom geladen werden." Da bin ich dann davon ausgegangen, dass auch Leute, die nicht dort arbeiten und keinen Firmenwagen des Unternehmens haben, dort laden dürfen.

Muss das Laden beim AG eigentlich als geldwerter Vorteil versteuert werden?

Zitat
Es ging um: E-Fahrer z.B. mit Mietwohnung ohne Lademöglichkeit zu Hause können beim Arbeitgeber laden...
Ja, wenn sie denn einen solchen Arbeitgeber haben ::) Und selbst wenn der soviel PV hat, dass er alle eAutos aller seiner Angestellten dort laden kann, bedeutet das bei Regen und im Winter trotzdem in der Regel dreckigen Strom.

Zitat
Vielleicht treffen wir uns hier in der Mitte und wählen beide nicht die Extreme.
Du hast angefangen :P

Zitat
Erneut: Nein, ich rede nicht von Freihandel mit China. Hab es doch sogar erklärt.
Es ging um China und meinen Vorschlag reziproker Handelsregeln, darauf meintest du, dass du ein Fan von Freihandel wärst. Worum ging es dir denn dabei, wenn nicht um China? Und wenn ein Land Freihandel betreibt, wäre es von meinen Regeln gar nicht betroffen, dieses Land bekommt dann auch Freihandel zurück.

Zitat
Absolut, bei eAutos soll es doch irgendwo ab 50.000 km losgehen, oder hab ich das falsch in Erinnerung?
Kommt auf die Batteriegröße an, bei dicksten Audi sind es mW. 160.000km. Da fährt man besser sein altes Auto so lange, bis es auseinander fällt, das vermeidet am meisten CO2.

Zitat
Hier noch eine Frage: Wo gibt es Einspeisevergütungen, auch wenn kein Strom produziert wird?
Na, beim Redispatch, dann gibt es eine Entschädigung, hätte ich wohl anders formulieren sollen.

Edit, LOL:
Solar-Reform: Netzentgelte für Strom-Einspeisung geplant
Wer seinen selbst erzeugten Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, soll das in Zukunft nur gegen Gebühr dürfen. Die Bundesnetzagentur präsentiert ihren Plan für "Einspeiseentgelte".

https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101134482/solar-reform-netzentgelte-fuer-strom-einspeisung-geplant.html

Witzisch. Gilt das nur für die dummen Bürger oder auch die Betreiber großer WKA und PVA?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 18.März 2026, 22:23:02
Zitat
Hier schreibt ein anderer Rechnungshof, was wirklich unwirtschaftlich war: https://www.focus.de/finanzen/news/neues-geheim-gutachten-zu-northvolt-pleite-belastet-habeck-und-wird-zur-gefahr_42bc5c64-f208-40ec-8f15-0dad83a7ae57.html
Das war doch jetzt gar nicht Thema und hat nichts mit dem Ausbau von EE in DE oder dem Bau von KKW in Frankreich zu tun. Schlimm genug, wenn sich ein Wirtschaftsministerium so dilettantisch anstellt.

Zitat
und hier wieder anders (Schätzung des Fraunhofer ISE, Grafik in der Mitte):
Zitat
Ich finde ich da keine Grafik, die die Stromkosten von 2015 oder 2016 zeigt!?
Und warum Schätzung? Die Strompreise von vor 10 Jahren und heute kennt man doch!?
Tabelle 3, Prognose/Schätzung bis 2045

Zitat
Es ist doch wirklich nicht so, dass ich mir das ausdenke und hier nur irgendwelche Behauptungen reinstelle.
Zitat
Zu behaupten, die exorbitanten Kosten kämen durch irgendwelche Verzögerungen, sorry, das ist doch wirklich barer Unsinn.
Natürlich nicht ausschließlich. Es stand immer der Vergleich von AKW bauen in Verbindung mit EE und dazu hatte ich mehrere Links geliefert.
Die Aussage kam aus dem Interview:
"Wir dürfen die Energiewende nicht ausbremsen, denn dadurch würden die Kosten nicht sinken, sondern steigen. Es gibt kein Zurück in die alte Energiewelt: Wir haben ja bereits ein Stromsystem gebaut, das zu etwa 60 Prozent aus erneuerbarer Stromerzeugung besteht. Jetzt eine Kehrtwende zu machen, würde gewaltige neue Investitionen und Kosten verursachen. Die Bundesregierung will das zum Glück auch nicht, sie hält an den Klimaschutzzielen fest.
Andererseits brauchen wir in Deutschland einen klaren Masterplan für die Weiterentwicklung unseres Energiesystems – und der lautet aus unserer Sicht: Vorfahrt für Erneuerbare, Netzausbau und flexible Speicher. Sonst bekommen wir Unsicherheit, und die verhindert dringend benötigte Investitionen."

https://group.vattenfall.com/de/newsroom/news/2026/die-energiewende-wird-strom-billiger-machen

Zitat
Ich habe ja ein wenig den volkswirtschaftlichen Schaden bei der aktuellen Lage in Nahost skizziert.
Zitat
Und das hat jetzt was mit der neomarxistischen Parole "Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert" zu tun? Krieg ist immer scheiße, ich denke da aber zuerst an die Menschen, die deswegen sterben müssen, verletzte werden oder Todesangst ausstehen müssen.
Das steht doch außer Frage, wir haben aber zuletzt im Kontext immer über wirtschaftliche Themen geschrieben. Die Parole hab ich gebracht weil: Mineralkonzerne gerade sehr sehr gut verdienen, Staat irgendwann so viel Druck hat, hier für Entlastung sorgen zu müssen. Etwas provokant, ich mag die Parole auch nicht weil Sie als Entschuldigung für so vieles vorgeschoben wird.

Zitat
Muss das Laden beim AG eigentlich als geldwerter Vorteil versteuert werden?

https://www.elektromobilitaet.nrw/infos/laden-am-arbeitsplatz/

Zitat
Erneut: Nein, ich rede nicht von Freihandel mit China. Hab es doch sogar erklärt.
Zitat
Es ging um China und meinen Vorschlag reziproker Handelsregeln, darauf meintest du, dass du ein Fan von Freihandel wärst. Worum ging es dir denn dabei, wenn nicht um China? Und wenn ein Land Freihandel betreibt, wäre es von meinen Regeln gar nicht betroffen, dieses Land bekommt dann auch Freihandel zurück.
Das war wohl anfangs missverständlich ausgedrückt, habe es aber korrigiert. Ich teile deine Einschätzung zu China.

Zitat
Absolut, bei eAutos soll es doch irgendwo ab 50.000 km losgehen, oder hab ich das falsch in Erinnerung?
Zitat
Kommt auf die Batteriegröße an, bei dicksten Audi sind es mW. 160.000km. Da fährt man besser sein altes Auto so lange, bis es auseinander fällt, das vermeidet am meisten CO2.
So in etwa war es bei mir. Mein alter gebrauchter hat mir jahrelang gute Dienste geleistet, bis es nicht mehr ging bzw. Reparatur zu unwirtschaftlich wurde. Dann wurde es ein gebrauchtes Elektroauto. Für mein Fahrprofil optimal.

Zitat
Hier noch eine Frage: Wo gibt es Einspeisevergütungen, auch wenn kein Strom produziert wird?
Zitat
Na, beim Redispatch, dann gibt es eine Entschädigung, hätte ich wohl anders formulieren sollen.
Alles klar!

Zitat
Edit, LOL:
Solar-Reform: Netzentgelte für Strom-Einspeisung geplant
Wer seinen selbst erzeugten Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, soll das in Zukunft nur gegen Gebühr dürfen. Die Bundesnetzagentur präsentiert ihren Plan für "Einspeiseentgelte".

https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101134482/solar-reform-netzentgelte-fuer-strom-einspeisung-geplant.html

Witzisch. Gilt das nur für die dummen Bürger oder auch die Betreiber großer WKA und PVA?
Ah, von Einspeisevergütung zu Einspeiseentgelt. Bin gespannt, ob davon wirklich alle betroffen sind.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.März 2026, 10:05:16
Das war doch jetzt gar nicht Thema und hat nichts mit dem Ausbau von EE in DE oder dem Bau von KKW in Frankreich zu tun.
Doch, doch, das gehört schon auch zum Themenkomplex Energiewende.

Zitat
Tabelle 3, Prognose/Schätzung bis 2045
Du hast behauptet, der Strompreis wäre vor 10 Jahren so hoch gewesen wie heute und willst das jetzt mit einer Prognose/Schätzung von 2025 bis 2045 belegen?

Zitat
Die Aussage kam aus dem Interview:
Aha, und der Interviewte kennt die Zukunft? Kann dieser Nostradamus mal die kommenden Lottozahlen rüberschicken?

Es ging auch nicht um imaginäre Kosten in der Zukunft, sondern um das Geld der Bürger, das bisher in der sogenannten Energiewende versenkt wurde und für das man als "Erfolg" weniger, teureren und dreckigeren Strom bekommen hat. Sorry, ich finde so eine Politik, die extrem viel Geld kostet und zu einer Verschlechterung der Lage auf allen Ebenen führt, komplett gaga. Wie man sich so etwas schönreden kann, erschließt sich mir nicht.

„Die Energiewende wird Strom billiger machen“
Wer soll auf diesen Bullshit eigentlich noch reinfallen? Das wurde uns schon 2004 von Trittin vorgelogen, die Energiewende würde uns nur eine Kugel Eis für 50 Cent im Monat kosten. Tja, es kostet viel mehr und die Kugel Eis ist mittlerweile, auch dank teurer Energie, bei 1,50 EUR und mehr angekommen.

Aber gut, was will man von Lobbyisten und Profiteuren auch erwarten, die wollen natürlich nicht, dass ihr Geschäftsmodell, an dem sie prächtig verdienen, endet.

Zitat
Mineralkonzerne gerade sehr sehr gut verdienen, Staat irgendwann so viel Druck hat, hier für Entlastung sorgen zu müssen.
Der Staat verdient halt auch sehr gut an hohen Energiepreisen.

Zitat
https://www.elektromobilitaet.nrw/infos/laden-am-arbeitsplatz/
Also nicht, interessant. Eine Klage dagegen wäre noch interessanter, weil diese Regelung imho gegen den Gleichheitsgrundsatz im GG verstößt.

Zitat
Bin gespannt, ob davon wirklich alle betroffen sind.
Ich vermute, dass es natürlich nur die Betreiber von kleinen Anlagen treffen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.März 2026, 00:15:18
Ja, ich weiß, es ist die Bild, aber das ist ein unglaublicher Skandal, den sich Merz und Klingbeil da leisten, vorsätzlicher Verfassungsbruch: https://www.bild.de/politik/inland/neue-details-zur-xxl-schulden-sauerei-rechnungshof-warnte-monatelang-69bbdf8992f222671ccb370b

Hunderte Milliarden Euro verpulvert, für nichts und wieder nichts. Der absolute Wahnsinn, dagegen sind die Kosten der Energiewende Kinderkram.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 20.März 2026, 11:15:04
Kommen wir nun zu einem weiteren Thema. Ich halte nichts von Merz, schon vor der Wahl nicht. Seine Wahlgeschenke will er ja irgendwie finanzieren. Und ich befürchte (Achtung Spekulation!), dass er die beiden größten Posten hinter dem Sozialetat (Verteidigung und Infrastruktur) aus dem Sondervermögen finanziert und im normalen Haushalt dort dann Gelder "freiwerden", die er dann woanders einsetzen kann. Wäre eine ziemlich miese Nummer und daher bei Merz sehr gut vorstellbar. Merz als Kanzler finde ich sogar schlimmer als Habeck (als Ex-JUler eine harte Aussage).


Hier mal etwas aus dem Bundestag :
https://dserver.bundestag.de/btd/20/097/2009761.pdf (https://dserver.bundestag.de/btd/20/097/2009761.pdf)
Wir haben Milliarden in Infrastruktur im Ausland investiert, während hier die Schulen verrotten. Geht gerne einmal durch, was dort alles ausgegeben wird. Dann brauchen wir uns nicht mehr drüber zu unterhalten, wo unser Geld bleibt...
Im letzten März habe ich schon skizziert, was passieren wird. Genauso ist es leider gekommen. Ich hätte mich lieber geirrt, aber es war absehbar. Die Bundesbank hat übrigens seit einem Jahr schon davor gewarnt...

Ich habe mich mit Eurer Diskussion nicht befasst und habe mir auch nicht die Vor- und Nachteile angesehen. Ich schreibe rein aus meinem Gefühl heraus. UND ich will nicht werten, was Merz da tut und vorher gesagt hat. Aber ich empfinde es als Wohltat, dass nach dem Stillstand der letzten Jahre bereits jetzt schon etwas bewegt wurde. Ich bin klar der Meinung, dass das Land Investitionen braucht, nachdem über Jahrzehnte kaputtgespart wurde.

Das haben die Befürworter damals erhofft. Davon ist trotz 500 Milliarden nur rein gar nichts eingetroffen.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 20.März 2026, 18:36:42
Ja, ich weiß, es ist die Bild, aber das ist ein unglaublicher Skandal, den sich Merz und Klingbeil da leisten, vorsätzlicher Verfassungsbruch: https://www.bild.de/politik/inland/neue-details-zur-xxl-schulden-sauerei-rechnungshof-warnte-monatelang-69bbdf8992f222671ccb370b

Hunderte Milliarden Euro verpulvert, für nichts und wieder nichts. Der absolute Wahnsinn, dagegen sind die Kosten der Energiewende Kinderkram.
Ich wundere mich da ein wenig,dass Leute wirklich gedacht haben das da nichts hin und her geschoben wird, ich wäre eher überrascht wenn es nicht so kommt. Ist doch klar das Schulden gemacht werden,damit Union und SPD sich nicht über,eigentlich dringend nötige, Reformen selbst zerlegen und einigermaßen in Ruhe durch die Amtszeit kommen, wahrscheinlich mit der Hoffnung, dass es sich schon irgendwie richten wird. Ich meine es wurde vorher schon gelogen das die Schuldenbremse angetastet wird, warum soll man hinterher etwas anderes erwarten.
Dazu noch mal der Hinweis, dass die Schuldenbremse nach der Wahl mit dem alten Bundestag und gegen den Wählerwillen ausgehebelt wurde.

Ich finde den"Skandal" um Weimer und die Buchläden gerade interessant, man kann Weimer ja schon für einige Sachen kritisieren, da versucht er aber an der richtigen Stelle einzugreifen, als das zuerst in der Tagesschau lief haben die einen der Buchläden gezeigt auf den "Deutschland verrecke" draufgemalt wurde. :D wollte das Video verlinken aber die Ausgabe vom 10.3 wurde anscheinend inzwischen gelöscht.Edit: in der Mediathek war sie noch, Minute 11.50 https://www.ardmediathek.de/video/tagesschau/tagesschau-20-00-uhr-10-03-2026/das-erste/Y3JpZDovL3RhZ2Vzc2NoYXUuZGUvYTBkZDI1ZjMtYzI5Yi00YjRlLWEzNzAtZmRkYzZmMmM0YjQ2LVNFTkRVTkdTVklERU8
 Finde da schon logisch kein Steuergeld für solche Preise zu verwenden, dass es jetzt aus dem Grund  Demos und so starke Proteste gibt ist mMn überzogen. Abgesehen davon ist es kostenlose Werbung für besagte Läden und die werden jetzt Umsatz machen wie noch nie. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/rekordumsaetze-goettinger-buchhandlung-dankt-weimer,buchhandlungspreis-114.html

Bei uns dürfen die Benzinpreise bald nur einmal am Tag erhöht werden, Italien schafft es gleichzeitig den Preis deutlich zu senken. Ist auch wieder so eine Geschichte bei der Politiker so tun als würde es sie kümmern, während sie mit der Aussetzung und Abschaffung von Steuern schon Instrumente hätten um zu reagieren. https://www.noz.de/deutschland-welt/meinung/artikel/steigende-spritpreise-wer-sich-wirklich-die-taschen-voll-macht-50202193
 https://www.tagesspiegel.de/internationales/25-cent-weniger-pro-liter-italiens-regierung-beschliesst-per-dekret-deutliche-senkung-der-spritpreise-15375082.html


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.März 2026, 18:36:50
Ja, es stand zu befürchten, dass ein Teil des Geldes verkonsumiert würde. Aber fast alles? Das ist schon kriminell. Und es wird natürlich weder Merz noch Klingbeil auch nur irgendwas an Strafe erwarten, "Spitzen"-Politiker haben in Deutschland offensichtlich Narrenfreiheit, es fing klein an mit Kohl, dann Schröder mit seiner Connection zum lupenreinen Demokraten, dann Scholz und die Cum Ex-Affäre, jetzt Merz und Klingbeil mit einem gewaltigen Schaden für Deutschland. Ich bin absolut fassungslos, das wird er AfD wieder mächtig Auftrieb geben, ganz besonders, wenn die beide im Amt und in Freiheit bleiben. Aber wehe, jemand verweigert die "Demokratieabgabe"...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.März 2026, 18:41:36
Ich wundere mich da ein wenig,dass Leute wirklich gedacht haben das da nichts hin und her geschoben wird, ich wäre eher überrascht wenn es nicht so kommt.
Ich habe damit gerechnet, dass ein Teil auch in den Konsum fließen würde, aber niemals hätte ich mit so einer Größenordnung gerechnet.

Zitat
Bei uns dürfen die Benzinpreise bald nur einmal am Tag erhöht werden, Italien schafft es gleichzeitig den Preis deutlich zu senken.
Dabei regiert in Italien doch eine ganz schlimmböse Rechtspopulistin, quasi Trumps kleine Schwester und Satans Tochter ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 20.März 2026, 19:29:17
Zitat
Die Aussage kam aus dem Interview:
Zitat
Aha, und der Interviewte kennt die Zukunft? Kann dieser Nostradamus mal die kommenden Lottozahlen rüberschicken?
Ich war der Meinung, dass eine Prognose von einem aus der Branche und dessen Marktkenntnis vielleicht ein einigermaßen akzeptabler Indikator für Dich ist.

Zitat
Es ging auch nicht um imaginäre Kosten in der Zukunft, sondern um das Geld der Bürger, das bisher in der sogenannten Energiewende versenkt wurde und für das man als "Erfolg" weniger, teureren und dreckigeren Strom bekommen hat. Sorry, ich finde so eine Politik, die extrem viel Geld kostet und zu einer Verschlechterung der Lage auf allen Ebenen führt, komplett gaga. Wie man sich so etwas schönreden kann, erschließt sich mir nicht.

„Die Energiewende wird Strom billiger machen“
Wer soll auf diesen Bullshit eigentlich noch reinfallen? Das wurde uns schon 2004 von Trittin vorgelogen, die Energiewende würde uns nur eine Kugel Eis für 50 Cent im Monat kosten. Tja, es kostet viel mehr und die Kugel Eis ist mittlerweile, auch dank teurer Energie, bei 1,50 EUR und mehr angekommen.

Unsere Diskussion und deine Perspektive hat auf jeden Fall dazu geführt, mich noch mehr (als mein bisher konsumiertes Wissen - was ja neben Work/Life ja nie 100 % betragen kann) mit der Thematik auseinander zu setzen.
Das die Energiewende Geld kostet und auch weitaus mehr als veranschlagt ist offensichtlich. Wären KKW im Weiterbetrieb sinnvoll gewesen? - ja. Und das sicher auch günstiger und sauberer als die jetzigen Lösungen. Das Kind ist aber offenbar in den Brunnen gefallen. Baut man jetzt neue KKW? Von welchem Zeitraum redet man da, also technisch am Netz und mit dem nötigen ausgebildeten Personal? Wenn man Energieversorger findet, die das finanzieren - gerne.
Wind- und Sonnenenergie haben ja keine Brennstoffkosten. Sobald die Dinger gebaut sind, produzieren sie günstigen Strom. Nur halt nicht durchgängig, dazu braucht es dringend Batteriespeicher und vor allem Wasserstoffspeicher, die den steigenden Bedarf decken können. Da muss weiter investiert und geforscht werden, vor allem bei Wasserstoffspeichern, damit diese schnell Marktreife erlangen und dann muss man welche bauen. Das alles kostet.
Gibt es eine Alternative? Das Festhalten an fossilen Energien, und das ist doch gerade in den letzten 5 Jahren offensichtlich, ist ein riesiges wirtschaftliches und sicherheitspolitisches Risiko.
Letztendlich ist es eine Diskussion, ob man die sehr hohen Kosten für eine Klimaneutralität und Unabhängigkeit akzeptiert oder nicht. Langfristig ist das m.E. der Weg. Wir sind uns einig, dass der Strompreis in DE im Vergleich viel zu hoch ist und vor allem für die energieintensive Industrie in DE ein enormer Wettbewerbsnachteil ist. Eine andere Herangehensweise, ein konsequenter Ausbau der EE inkl. Fitmachen des Stromnetzes plus Kernenergie hätten diesen Nachteil wohl abgemildert.

Zitat
Aber gut, was will man von Lobbyisten und Profiteuren auch erwarten, die wollen natürlich nicht, dass ihr Geschäftsmodell, an dem sie prächtig verdienen, endet.
Die Öl- und Gaslobby mit der ins Amt gehieften Bundeswirtschaftsministerin lassen herzlich grüßen!  ;)

Zitat
https://www.elektromobilitaet.nrw/infos/laden-am-arbeitsplatz/
Zitat
Also nicht, interessant. Eine Klage dagegen wäre noch interessanter, weil diese Regelung imho gegen den Gleichheitsgrundsatz im GG verstößt.
War auch mein Gedanke. Ich habe eine Argumentation gelesen, dass ja alle Arbeitnehmer des jeweiligen Unternehmens dieses Angebot bekommen und niemand ausgeschlossen wird.

Zitat
Bin gespannt, ob davon wirklich alle betroffen sind.
Zitat
Ich vermute, dass es natürlich nur die Betreiber von kleinen Anlagen treffen wird.
Würde mich nicht wundern, der Vertrauensverlust in die Politik ist noch nicht groß genug. Da braucht es noch ein bißchen mehr Futter...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.März 2026, 20:34:56
Ich war der Meinung, dass eine Prognose von einem aus der Branche und dessen Marktkenntnis vielleicht ein einigermaßen akzeptabler Indikator für Dich ist.
Nein, Lobbyisten sind für mich keine unabhängigen, vertrauenswürdigen Instanzen, wenn der Lobbyist dann auch noch von „Die Energiewende wird Strom billiger machen“ labert, ist die Glaubwürdigkeit endgültig ruiniert.

Zitat
Gibt es eine Alternative?
Ja, die gäbe es: die völlig unwichtige "Klimaneutralität" um 30 oder 40 Jahre nach hinten zu verschieben und die Kosten so zu strecken, dass sie eben nicht ruinös sind. UND: alle Kosten, die unseren Unternehmen aufgebürdet werden, muss man auch ausländischen Unternehmen, die ihre Produkte hier verkaufen wollen, aufbürden, wenn das deren Staat nicht auch tut.

Zitat
Letztendlich ist es eine Diskussion, ob man die sehr hohen Kosten für eine Klimaneutralität und Unabhängigkeit akzeptiert oder nicht.
Bisher gibt es halt nur Kosten und weder Klimaneutralität noch Unabhängigkeit, dafür aber viele Leute, die sich an der "Energiewende" bereichert haben.

Zitat
Die Öl- und Gaslobby mit der ins Amt gehieften Bundeswirtschaftsministerin lassen herzlich grüßen!
Ich werde die Reiche nicht verteidigen.

Zitat
Ich habe eine Argumentation gelesen, dass ja alle Arbeitnehmer des jeweiligen Unternehmens dieses Angebot bekommen und niemand ausgeschlossen wird.
Wenn der Arbeitgeber Wohnungen für alle seine Angestellten mietet, müssen die auch als geldwerter Vorteil versteuert werden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 20.März 2026, 22:10:15
Soweit ich das mitbekommen habe:
- Eine der Buchhandlungen habe eine Rolle "im Kommunikationsnetzwerk der RAF" gespielt. Wie lange gibt es die RAF nicht mehr?
- Graffiti: Die Schmierereien - die eindeutig mindestens geschmacklos sind - sehen absolut alt aus.

Weimers Aussage, man habe politische Extremisten ausgeschlossen, ist ebenfalls mindestens fragwürdig.
Mal sehen ob er in seinem Wirken konsequent ist und von den kommenden Buchmessen auch rechte Verlage ausschließen lässt. Denn auch die Leipziger und Frankfurter Buchmesse werden/wurden durch Bund/Land mitfinanziert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 20.März 2026, 23:11:52
Soweit ich das mitbekommen habe:
- Eine der Buchhandlungen habe eine Rolle "im Kommunikationsnetzwerk der RAF" gespielt. Wie lange gibt es die RAF nicht mehr?
- Graffiti: Die Schmierereien - die eindeutig mindestens geschmacklos sind - sehen absolut alt aus.

Weimers Aussage, man habe politische Extremisten ausgeschlossen, ist ebenfalls mindestens fragwürdig.
Mal sehen ob er in seinem Wirken konsequent ist und von den kommenden Buchmessen auch rechte Verlage ausschließen lässt. Denn auch die Leipziger und Frankfurter Buchmesse werden/wurden durch Bund/Land mitfinanziert.

Geht ja hier mal wieder nicht um rechts oder links. Die RAF ist lange her, ja. Aber da weder bekannt ist, ob es sich um die gleichen Personen handelt (die den Laden führen), noch welche konkrete Rolle gespielt wurde, lässt sich das von außen nur schwer bewerten.
Zu den Schmierereien: Die könnte man auch mal entfernen oder zumindest unkenntlich machen. Ich denke schon, dass man davon ausgehen kann, dass das ein bewusster Ausdruck ist.

Ob das für verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse ausreicht und solche Konsequenzen rechtfertigt? Keine Ahnung. Und genau da fängt für mich das Problem an.

Skandalwürdig finde ich vor allem, dass man den Geheimdienst in Deutschland einsetzen kann, um in so einen Betrieb (Preisverleihung) einzugreifen, in dem man Bürger und Organisationen prüfen lassen kann, die daraufhin völlig intransparent mit der Aussage ausgeschlossen werden "ihr wurdet von der Jury nicht ernannt". Natürlich muss man sowohl prüfen, als auch ausschließen dürfen. Aber so ist das schlicht gelogen und verhindert den Rechtsweg. Im Zweifel kann man nicht unterscheiden, ob man einfach nicht nominiert wurde oder wegen verfassungsschutzrelevanten Erkentnisse nie wieder berücksichtig wird. Dabei sollte man sich gegen solche Erkentnisse wehren können. Schließlich kann sich auch ein Geheimdienst irren.
Bei Verfahren mit finanziellen Konsequenzen und potenziell erheblichem Imageschaden sollte das so nicht laufen.

Darüber hinaus bleibt durch die Intransparenz völlig unklar, was überhaupt als „verfassungsschutzrelevant“ gilt und nach welchen Kriterien entschieden wird, wer gefördert wird und wer nicht. Ist ein Laden mit entsprechenden Schmierereien wieder unproblematisch, wenn er die Fassade streicht? Oder wann „verjährt“ so etwas?
Das kann der Willkür Tür und Tor öffnen. Der Verdacht auf Willkür ist allerdings auf jeden Fall gegeben und sorgt nicht unbedingt dafür, dass das Vertrauen in die Institutionen wächst. Letztlich bleibt hängen: Wenn man vom Staat etwas will (z. B. Förderung), muss man damit rechnen, im Geheimen überprüft zu werden, um im Zweifel ohne nachvollziehbare Begründung aussortiert zu werden.

Mit dem Haber-Verfahren wurde hier ein ziemlich problematisches Instrument geschaffen: Über 1200 zivilgesellschaftliche Organisationen und 1300 Personen wurden in den letzten Jahren überprüft, ohne dass nachvollziehbar ist, ob und welche Konsequenzen sich daraus ergeben haben. Nicht mal für die, die von den Konsequenzen direkt betroffen wären.


Mir ist klar, dass die Arbeit von Geheimdiensten Grenzen der Transparenz hat. In solchen Fällen sehe ich diese Grenzen allerdings nicht zwingend erreicht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 20.März 2026, 23:47:20
Warum sollte der Verfassungsschutz denn nicht in Deutshcland eingesetzt werden dürfen und was soll daran skandalwürdig sein? Weil es zur Abwechslung mal nicht die AfD oder "Rechts" trifft?

Warum sollte der Staat radikale oder gar extreme Buchläden finanziell unterstützen, die den Staat selber ablehnen? Das ist absurd. Mich würde aber nicht wundern, wenn diese Läden vor Gericht erfolgreich wären.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.März 2026, 00:16:11

Warum sollte der Verfassungsschutz denn nicht in Deutshcland eingesetzt werden dürfen und was soll daran skandalwürdig sein?
Ich gehe davon aus, dass du mich mit der ersten Frage meinst, weil ich von Skandal sprach.

Ich habe den Einsatz nicht in Frage gestellt. Ich schrieb sogar:
Zitat
Natürlich muss man sowohl prüfen, als auch ausschließen dürfen.
Was ich für einen Skandal halte steht genau um diesen Satz herum und in den darauf Folgenden.

Weil es zur Abwechslung mal nicht die AfD oder "Rechts" trifft?
Nein, ich halte das für ein generelles Problem. Bei den 1200 zivilgesellschaftliche Organisationen und 1300 Personen werden alle Spektren dabei gewesen sein. Auch eine rechte Organisation sollte das Recht haben zu erfahren, wenn es auf Grund eines Verdachts von Förderungen ausgeschlossen ist, um dazu Stellung beziehen zu können.

Warum sollte der Staat radikale oder gar extreme Buchläden finanziell unterstützen, die den Staat selber ablehnen? Das ist absurd. Mich würde aber nicht wundern, wenn diese Läden vor Gericht erfolgreich wären.
Ob die Frage sich auf mich bezieht ist für mich nicht klar. Ich habe in keine Richtung gefordert, dass radikale oder gar extreme Buchläden gefördert werden sollten. Und wenn du mich fragst würde ich das ebenfalls ablehnen. Das wäre absurd.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.März 2026, 01:40:23
Skandal O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.März 2026, 10:33:48
Abseits vom linken Wahlkampf der taz gegen die CDU, finde ich den Artikel bzw. die Technologie interessant: https://taz.de/Vor-den-Landtagswahlen-am-Wochenende/!6163983/

Mir stellt sich aber die Frage, wie stark die Fließgeschwindigkeit des Flusses bei einem massenhaften Einsatz dieser Energiefische abnimmt und welche Folgen das auf das Leben im Fluss hätte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 21.März 2026, 16:26:02
Ja, es stand zu befürchten, dass ein Teil des Geldes verkonsumiert würde. Aber fast alles? Das ist schon kriminell. Und es wird natürlich weder Merz noch Klingbeil auch nur irgendwas an Strafe erwarten, "Spitzen"-Politiker haben in Deutschland offensichtlich Narrenfreiheit, es fing klein an mit Kohl, dann Schröder mit seiner Connection zum lupenreinen Demokraten, dann Scholz und die Cum Ex-Affäre, jetzt Merz und Klingbeil mit einem gewaltigen Schaden für Deutschland. Ich bin absolut fassungslos, das wird er AfD wieder mächtig Auftrieb geben, ganz besonders, wenn die beide im Amt und in Freiheit bleiben. Aber wehe, jemand verweigert die "Demokratieabgabe"...
Es wird ja alles legal und rechtlich abgesichert sein, genauso wie die Abstimmung mit dem alten Bundestag obwohl schon ein neuer gewählt wurde rechtlich in Ordnung ist. Man hätte den Großteil des Geldes zweckgebunden festschreiben müssen, damit nichts geschoben werden kann, scheint aber auch sonst gängige Praxis zu sein und die Leute die da ein Auge drauf haben sollten, genehmigen die Schulden selbst.
Was ich allgemein nicht verstehe ist, dass so einfach mit dem Vertrauen der Bürger gespielt wird, die Grünen können jetzt auch empört tun aber die waren ja auch an der Freigabe der Gelder beteiligt. Man muss sich ja sehr sicher sein, dass nicht auf einmal etwas ins Rutschen kommt und mehr Leute Protest wählen und das man den Diskurs so weit bestimmt, dass sich da keine Gergenmeinung durchsetzen kann. Die Frage ist da wirklich was man als Bürger unternehmen kann um sich aktiv zu wehren.

Ich hatte ja oben die Kolumne gepostet der ich eigentlich zustimme. https://www.noz.de/deutschland-welt/meinung/artikel/steigende-spritpreise-wer-sich-wirklich-die-taschen-voll-macht-50202193
aber am Ende schreibt er:
Zitat
Die Bürger haben entsprechend gewählt, auch wenn es sie im Rest der Republik teuer zu stehen kommt und die verbliebenden Reste der Wirtschaft ebenfalls. Schade.
Da muss man einfach sagen,dass es nicht so einfach ist wenn einem die Alternativen ausgehen, Grüne,Union und SPD haben eine Aufweichung der Schuldenbremse beschlossen, FDP ist durch die Ampel unglaubwürdig geworden.
Beim CO2 Preis ist es ja auch so, dass man eigentlich nur die AfD wählen könnte um das wieder zu drehen, alle anderen machen da quasi abgewählte grüne Politik.Gleichzeitig gibt es aber auch Gründe nicht AfD zu wählen.

Wenn man sich im Vergleich mal Kanada anschaut, da wurde eine CO2 Steuer bei der letzten Wahl von beiden Seiten teilweise vom Tisch genommen weil es so ein großes politisches Thema war. Hätte er das nicht gemacht, hätte Carney die Wahl vielleicht verloren. Bei uns fehlt einfach der Druck.

Soweit ich das mitbekommen habe:
- Eine der Buchhandlungen habe eine Rolle "im Kommunikationsnetzwerk der RAF" gespielt. Wie lange gibt es die RAF nicht mehr?
- Graffiti: Die Schmierereien - die eindeutig mindestens geschmacklos sind - sehen absolut alt aus.

Weimers Aussage, man habe politische Extremisten ausgeschlossen, ist ebenfalls mindestens fragwürdig.
Mal sehen ob er in seinem Wirken konsequent ist und von den kommenden Buchmessen auch rechte Verlage ausschließen lässt. Denn auch die Leipziger und Frankfurter Buchmesse werden/wurden durch Bund/Land mitfinanziert.
Die Hinweise vom Verfassungschutz wären mir auch erstmal egal, weil es alles oder gar nichts sein kann und ,glaube ich,auch offiziell nicht benannt wurde was es für ein Hinweis war.
Ich fand es im Tagesschau Beitrag nur lustig wie sie darüber berichten und an der Buchhandlung den"Deutschland verrecke bitte" Schriftzug zeigen.  Ich wäre auch nicht dafür das zu entfernen, jeder sollte da machen können was er will,  es wäre nur komisch genau sowas mit Steuergeld zu fördern. Da sitzt das Problem vielleicht eher in der Jury, wenn die sich aus den zig tollen und gemütlichen Buchläden die es in Deutschland gibt, genau solche rauspicken müssen und dann anscheinend nicht nur einen sondern 3 die eine ähnliche Einstellung haben,habe mir die Liste nicht angeschaut aber ich denke nicht, dass da irgendein Buchladen mit Nazi oder Reichsbürger Einschlag nominiert werden würde, was ja andersrum bestimmt auch, zu recht, für Reaktionen gesorgt hätte.

Vielleicht war der Grund auch das Weimer bei der Berlinale anscheinend nicht genau hingeschaut hat und nicht mal im Raum war als wieder mal eine anti Israel Rede gehalten wurde, dafür hat er ja auch Kritik bekommen, könnte mir vorstellen,dass er in dem Fall vorbeugen wollte,wobei ich den Buchläden da nichts unterstellen will.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.März 2026, 19:44:09
Was ich allgemein nicht verstehe ist, dass so einfach mit dem Vertrauen der Bürger gespielt wird...
Ja, und nachher schreien wieder alle rum, wenn AfD gewählt wird. Dass das mittlerweile die allerletzte Alternative ist, wenn man keine noch linkere (Mauerschützennachfolger) und/oder Politik, bei der man nach Strich und Faden belogen wird, haben will, geht halt auch nicht in die Köpfe.

Zitat
Die Frage ist da wirklich was man als Bürger unternehmen kann um sich aktiv zu wehren.
Nichts kann man tun. Jaja, ich weiß, Demos kann man machen, um dann als "Rechter" angefeindet zu werden. Oder eine Partei gründen, um dann als "Rechter" angefeindet zu werden.

Zitat
Gleichzeitig gibt es aber auch Gründe nicht AfD zu wählen.
Ich werde die AfD nicht wählen, vielleicht male ich auf den nächsten Wahlzettel einfach nur einen großen Pimmel. Bringt zwar auch nix, aber mehr ist die Stimme sowieso nicht wert.

Zitat
Wenn man sich im Vergleich mal Kanada anschaut...
Egal wohin man schaut, jedes demokratische Land versucht, das Leben den eigenen Bürgern leichter zu machen. Nur ein Land nicht.

Zitat
Bei uns fehlt einfach der Druck.
Ja und das schon seit Merkels Amtsntritt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 22.März 2026, 10:04:40
Neues von der Thunberg : Sie will dass Kuba wieder Öl bekommt. War da nicht etwas mit dem Weltklima oder habe ich mich da geirrt... ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 22.März 2026, 18:09:50
AfD lt. Prognose bei 20% in Rheinland Pfalz, über 11 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl. Noch Fragen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 22.März 2026, 19:31:56
Neues von der Thunberg : Sie will dass Kuba wieder Öl bekommt. War da nicht etwas mit dem Weltklima oder habe ich mich da geirrt... ::)

Gibt es dafür eine verifizierte Quelle dass sie das gesagt hat? Ich finde nämlich nichts explizit dazu.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 22.März 2026, 20:54:37
Ich werde die AfD nicht wählen, vielleicht male ich auf den nächsten Wahlzettel einfach nur einen großen Pimmel. Bringt zwar auch nix, aber mehr ist die Stimme sowieso nicht wert.
Ist auch noch etwas hin bis zur nächsten Wahl,wer weiß was da noch passiert. Fände es schon wichtig ein Zeichen zu setzen,dass es so nicht weitergehen kann. Eine nicht oder ungültige Wahl würde einfach ignoriert.

AfD lt. Prognose bei 20% in Rheinland Pfalz, über 11 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl. Noch Fragen?
Auch da ohne eigentlich wirklich etwas beizutragen,man greift ,wie in BW, wieder Wählergruppen ab die andere nicht mehr bedienen, z.B Arbeiter von der SPD. 20% und über 10% seit der letzten Wahl ist da wirklich krass. Gleichzeitig fliegt die FDP aus noch einem Landtag und die SPD verliert 10%.

Gibt es dafür eine verifizierte Quelle dass sie das gesagt hat? Ich finde nämlich nichts explizit dazu.
Kurz gesucht und sie hat vor einer Woche ein Video hochgeladen,z.B auf instagram,in dem sie Sanktionen der USA gegen Kuba kritisiert und zur Unterstützung von Hilfslieferungen aufruft.Wird wohl eine ähnliche Geschichte sein wie bei der angeblichen hilfsflotte für Gaza,da fahren Schiffe los, die haben ein wenig Essen usw. dabei aber eigentlich geht es um die Bilder, wenn die vor dem Ziel von der Polizei aufgegriffen werden.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/kuba-aktivisten-solidaritaet-hilfsaktion-greta-thunberg-gxe

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 22.März 2026, 22:49:25
Das zu den Sanktionen habe ich auch gefunden, aber das direkt dann "nur" aufs Öl zu beziehen ist in meinen Augen dann nicht ganz die feine Art.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 23.März 2026, 00:11:20
Neues von der Thunberg : Sie will dass Kuba wieder Öl bekommt. War da nicht etwas mit dem Weltklima oder habe ich mich da geirrt... ::)

Gibt es dafür eine verifizierte Quelle dass sie das gesagt hat? Ich finde nämlich nichts explizit dazu.


https://www.berliner-zeitung.de/news/greta-thunberg-fordert-ende-der-us-oelblockade-gegen-kuba-und-ruft-zu-solidaritaet-auf-li.10024774 (https://www.berliner-zeitung.de/news/greta-thunberg-fordert-ende-der-us-oelblockade-gegen-kuba-und-ruft-zu-solidaritaet-auf-li.10024774)


Nun das ist der Widerspruch, in dem sie sich befindet. Wenn sie Lebensmittel oder Medikamente dorthin bringt, dann habe ich da sicher nichts gegen... Wieso sollte man sie also dafür kritisieren?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 23.März 2026, 10:32:07
Nach der nächsten SPD-Wahlschlappe bin ich gespannt zu sehen, ob die ehemalige Arbeiterpartei erneut zum Ergebnis kommt, dass man einfach noch weiter nach links rücken muss. Wäre schade um eine Partei, die früher mal eine Politik der Mitte betrieben hat.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 23.März 2026, 11:55:10
Neues von der Thunberg : Sie will dass Kuba wieder Öl bekommt. War da nicht etwas mit dem Weltklima oder habe ich mich da geirrt... ::)

Gibt es dafür eine verifizierte Quelle dass sie das gesagt hat? Ich finde nämlich nichts explizit dazu.




https://www.berliner-zeitung.de/news/greta-thunberg-fordert-ende-der-us-oelblockade-gegen-kuba-und-ruft-zu-solidaritaet-auf-li.10024774 (https://www.berliner-zeitung.de/news/greta-thunberg-fordert-ende-der-us-oelblockade-gegen-kuba-und-ruft-zu-solidaritaet-auf-li.10024774)


Nun das ist der Widerspruch, in dem sie sich befindet. Wenn sie Lebensmittel oder Medikamente dorthin bringt, dann habe ich da sicher nichts gegen... Wieso sollte man sie also dafür kritisieren?

Ich sehe schon alleine im Artikel einen Widerspruch. Die Headline spricht von Öl-Blockade, der erste Absatz von Wirtschaftsblockade. So etwas ist in meinen Augen entweder schlampiger oder unseriöser Journalismus.

Zu den aktuellen Wahlen:
Die SPD steht wofür? Irgendwie nichts. Das hat sich jetzt nicht nur in Rheinland-Pfalz gezeigt, sondern auch z. B. der Oberbürgermeisterwahl in München.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 23.März 2026, 16:41:38
Ich würde allerdings auch sagen, dass das nicht per se unter digitale Gewalt fällt, wie du es kritisierst. Cyberstalking, Lokalisierung und Tracking, Identitätsdiebstahl, Doxing, unerlaubte Veröffentlichung von Bildern und Videos, Hassrede, Cybermobbing kann zum Beispiel dazu gehören. Muss je nach Definition aber nicht. Beleidigungen sehe ich da, wie du, eher nicht. In der Realität sind Beleidigungen, zumindest juritisch, auch keine Gewalt. Aber den Begriff "digitale Gewalt" finde ich sehr sinnvoll für ganz viele andere Handlungen und Opferszenarien.
Ich Zitiere da jetzt mal weil das vorher schon Thama war,gerade läuft eine Kampagne um den Begriff digitale Gewalt zu festigen und Gesetze in die Richtung anzuschieben, ich finde es allgemein spannend zu sehen wie sowas durch verschiedene Stellen gesetzt und dann auch gezielt medial verbreitet wird, anscheinend unter anderem angeschoben von HateAid, da wird es in den nächsten Tagen und Wochen eine Menge Berichte und Artikel geben, alleine von der Tagesschau habe ich schon ein paar mitbekommen. Praktischerweise hat die Justizministerin schon ein erstes Gesetz am Start, würde mich nicht wundern,wenn das Ganze am Ende in Richtung EU Wallet Vorschlag der SPD geht.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/digitale-gewalt-gesetz-100.html
https://x.com/ARD_BaB/status/2034993983059800346
https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/demo-berlin-sexualisierte-digitale-gewalt-100.html

Nach der nächsten SPD-Wahlschlappe bin ich gespannt zu sehen, ob die ehemalige Arbeiterpartei erneut zum Ergebnis kommt, dass man einfach noch weiter nach links rücken muss. Wäre schade um eine Partei, die früher mal eine Politik der Mitte betrieben hat.

LG Veni_vidi_vici
Ich denke das wird leider ziemlich sicher der Fall sein, die werden ja nicht die komplette Führungsspitze austauschen und die Regierung im Bund eher weiter zum Stillstand bringen wenn es um Reformen geht, statt sich in die andere Richtung zu bewegen.

Ähnlich wird es bei der FDP sein, wobei die ja eh keine Chance mehr haben irgendetwas zu verkaufen.
Beim schreiben gelesen das Dürr zurücktreten will, mal sehen wie da dann die Richtung aussieht. https://www.n-tv.de/politik/FDP-Chef-Duerr-kuendigt-Ruecktritt-an-id30502578.html

Ich sehe schon alleine im Artikel einen Widerspruch. Die Headline spricht von Öl-Blockade, der erste Absatz von Wirtschaftsblockade. So etwas ist in meinen Augen entweder schlampiger oder unseriöser Journalismus.

Zu den aktuellen Wahlen:
Die SPD steht wofür? Irgendwie nichts. Das hat sich jetzt nicht nur in Rheinland-Pfalz gezeigt, sondern auch z. B. der Oberbürgermeisterwahl in München.
Stimmt schon aber sie meint eben auch Öl, durch die Blockade und das eingreifen von Trump in Venezuela hat sich die Lage in Kuba noch mehr verschärft,die haben sich mit Öl von da noch über Wasser gehalten aber jetzt geht langsam das Licht aus. Ich kenne einen der vor Zwei Jahren mal im Urlaub da war, der meinte, dass es da schon an einigen Sachen fehlte,man die Wirtschaftskrise sehr stark mitbekommen hat und er deswegen nicht noch einmal oder erst nach lockerung der Sanktionen wieder da Urlaub machen würde.
Die politisch linke Blase, in der Greta ist,ist ja allgemein gegen Sanktionen, kenne das auch von anderen sehr-extrem linken, das die auch z.B die Sanktionen gegen den Iran und Nordkorea ablehnen.
Ich frage mich aber warum die Frau weiter so prominent geteilt wird und es Artikel über die gibt, dass ihre Ansichten inzwischen etwas komisch sind ist ja bekannt.

Man muss da aber auch dazu sagen, dass Trump sich auch wenig diplomatisch verhält, er hätte ja gerne den Ruf eines smarten Geschäftsmannes der rumgeht und Deals aushandelt, verhält sich aber wie ein Elefant im Porzellanladen, dass einzige Mittel das er kennt ist Druck und das was am Ende rauskommt muss nicht unbedingt besser für die Menschen da sein, weil die ihm egal sind.
Alleine wie er den Irankrieg jetzt angefangen hat, ohne zu wissen das der Iran die Straße von Hormus sperren oder die Nachbarländer angreifen könnte.
Vielleicht fördert der Druck jetzt auch eher den Zusammenhalt auf Kuba, wirklich schwer zu sagen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.März 2026, 17:32:00
Ich würde allerdings auch sagen, dass das nicht per se unter digitale Gewalt fällt, wie du es kritisierst. Cyberstalking, Lokalisierung und Tracking, Identitätsdiebstahl, Doxing, unerlaubte Veröffentlichung von Bildern und Videos, Hassrede, Cybermobbing kann zum Beispiel dazu gehören. Muss je nach Definition aber nicht. Beleidigungen sehe ich da, wie du, eher nicht. In der Realität sind Beleidigungen, zumindest juritisch, auch keine Gewalt. Aber den Begriff "digitale Gewalt" finde ich sehr sinnvoll für ganz viele andere Handlungen und Opferszenarien.
Ich Zitiere da jetzt mal weil das vorher schon Thama war,gerade läuft eine Kampagne um den Begriff digitale Gewalt zu festigen und Gesetze in die Richtung anzuschieben, ich finde es allgemein spannend zu sehen wie sowas durch verschiedene Stellen gesetzt und dann auch gezielt medial verbreitet wird, anscheinend unter anderem angeschoben von HateAid, da wird es in den nächsten Tagen und Wochen eine Menge Berichte und Artikel geben, alleine von der Tagesschau habe ich schon ein paar mitbekommen. Praktischerweise hat die Justizministerin schon ein erstes Gesetz am Start, würde mich nicht wundern,wenn das Ganze am Ende in Richtung EU Wallet Vorschlag der SPD geht.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/digitale-gewalt-gesetz-100.html
https://x.com/ARD_BaB/status/2034993983059800346
https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/demo-berlin-sexualisierte-digitale-gewalt-100.html

Der Fall durch den das motiviert ist, ist auch nochmal ein krasseres Problem. Da kommen noch ganz andere Themen auf uns zu...

Zum Thema Wallet: Du verlinkst doch selber die Berichterstattung. Da steht doch was die SPD will. Wallet-Id ist meines Wissens nicht Gegenstant des Vorschlags.

Ansonsten ist es doch wie mit jedem Thema, oder? Es gab einen Präzedenzfall. Politiker springen darauf an. Lobby (HateAid) wird laut. Medien berichten. Siehst du den Fall anders und als etwas Besonderes an im Vergleich zur gewöhnlichen öffentlichen Debatte?

Ich sehe schon alleine im Artikel einen Widerspruch. Die Headline spricht von Öl-Blockade, der erste Absatz von Wirtschaftsblockade. So etwas ist in meinen Augen entweder schlampiger oder unseriöser Journalismus.

Zu den aktuellen Wahlen:
Die SPD steht wofür? Irgendwie nichts. Das hat sich jetzt nicht nur in Rheinland-Pfalz gezeigt, sondern auch z. B. der Oberbürgermeisterwahl in München.
Stimmt schon aber sie meint eben auch Öl, durch die Blockade und das eingreifen von Trump in Venezuela hat sich die Lage in Kuba noch mehr verschärft,die haben sich mit Öl von da noch über Wasser gehalten aber jetzt geht langsam das Licht aus.

Ich kenne Thunbergs Forderungen nicht. FFF hat offiziell noch nie gefordert, dass sofort auf der Stelle jeglicher Konsum von Öl aufhören soll. Es gab immer einen Zeithorizont, der sich an IPCC und Pariser Klimaabkommen orientierte und im Vergleich dazu lediglich etwas schärfer formuliert war. Der Zeithorizont ist meines Wissens 2035.

Wenn man fordert, dass Klimaneutralität bis 2035 erreicht sein soll, dann steht das absolut nicht im Widerspruch zu einer humanitären Forderung, dass eine Nation 2026 Öllieferungen bekommen soll, weil die ohne eventuell alt aussehen. Das ist ein Zielkonflikt den es im Allgemeinen sehr oft gibt und im speziellen Fall vom IPCC seit Jahren rauf und runter diskutiert wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 23.März 2026, 17:53:34
Ich sehe schon alleine im Artikel einen Widerspruch. Die Headline spricht von Öl-Blockade, der erste Absatz von Wirtschaftsblockade. So etwas ist in meinen Augen entweder schlampiger oder unseriöser Journalismus.

Zu den aktuellen Wahlen:
Die SPD steht wofür? Irgendwie nichts. Das hat sich jetzt nicht nur in Rheinland-Pfalz gezeigt, sondern auch z. B. der Oberbürgermeisterwahl in München.


https://www.facebook.com/gretathunbergsweden/videos/united-states-is-right-now-committing-a-brutal-act-of-collective-punishment-of-t/4450433531895609/ (https://www.facebook.com/gretathunbergsweden/videos/united-states-is-right-now-committing-a-brutal-act-of-collective-punishment-of-t/4450433531895609/)
Ihr Video auf Facebook.
"The Pedophile Trump himself"
Ja so beginnt man ein Video am besten. Würde gerne einen Beweis und ein Urteil sehen. Hat sie sicherlich gut recherchiert.


"There is no Oil"
Ist das nicht super? Hieß es nicht "Just stop Oil"? Eigentlich müsste sie Trump dafür ja lieben. Und Kuba hat doch perfekte Voraussetzungen für Photovoltaik? Kann sie denn nicht mit ihren Unterstützern Geld sammeln und dort Solarpanel aufstellen? Dann ist man doch unabhängig vom Öl. Oder gilt das im Kommunismus nicht?


"While Millions of People have been plunged into darkness by rolling Blackouts"
Erstens hat dann Kuba wohl die Energiewende verschlafen. Waren wohl doch nicht so weitsichtig. Zweitens : Ulrike Herrmann würde jetzt sagen, dass das gut ist wegen Degrowth und so.


Kuba hat kein Geld? Bei Sozialisten wundert mich das nicht. Die kriegen auch Sandmangel in der Sahara hin.


Zur spD :
Kleiner Vorschlag von mir. Macht Politik für die Arbeiterklasse. Hat 2 Effekte : Die afD wäre nicht mehr der Wahlsieger bei den Arbeitern und man selbst geht in BaWü nicht mit 5,5% unter. Kleiner Tipp dazu ist übrigens noch, dass Arbeiter meist von ihrem Einkommen Steuern zahlen müssen und kein Bürgergeld kriegen und auch nicht in einem energetisch sanierten Neubau sitzen. Ihre Sorgen sind solche Dinge wie :
- Ist mein Job sicher
- Kann ich meine Rechnungen bezahlen
- Werden es meine Kinder mal besser haben durch bessere Bildung
- Werde ich Rente bekommen oder muss ich bis 70 arbeiten?
- Wieso geht die Hälfte meines Gehaltes an den Staat und ich sehe davon nichts in meinem Umfeld
- Warum sind die Innenstädte so grauenvoll (viel Leerstand, viel Verwahrlosung, viel Elend)
Sicherlich wird der bekennende Sozialdemokrat heutzutage sowas nicht kennen, lebt er doch von Staatsgeld. Aber solche Sorgen treiben die Arbeiter um, nicht wieviel Bürgergeld man ausgeben kann, wenn man die Schulden verdoppelt...



Zu FFF
In der Schweiz und Österreich fordern die 2030 kein Gas, keine Kohle und kein Öl mehr, gleiches in der Schweiz. In Deutschland bis 2030 keine Kohle mehr.
Kuba übrigens produziert seinen Strom zu 95% auf fossilen Brennstoffen. Hat FFF das nicht erwähnt?


Mit Vorsicht würde ich Wikipedia zu diesem Thema genießen aber dort steht folgendes :
"Die Regierung versucht, die fehlende nationale Kraftwerkskapazität unter anderem auch durch ausländische Kraftwerksschiffe (https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerksschiff) auszugleichen[8]. Im August 2025 wurde jedoch das vorletzte und mit einer Leistung von 240 MW leistungsstärkste Schiff von ehemals bis zu acht in kubanischen Gewässern ankernden Kraftwerksschiffen der türkischen Firma Karpowership (https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Karpowership&action=edit&redlink=1) aus Kuba abgezogen. Offizielle Gründe dafür wurden nicht genannt, jedoch wird von Beteiligten berichtet, dass Kubas mangelnde Zahlungsmoral daran schuld sei.[9]"

Also man zahlt nicht gerne seine Rechnungen?



"Zwar macht die kubanische Regierung, wie in solchen Situationen üblich, das US-Embargo (https://de.wikipedia.org/wiki/Embargo_der_Vereinigten_Staaten_gegen_Kuba) dafür verantwortlich, jedoch halten Experten dieses Argument für nur vorgeschoben. Die Kraftwerke seien nahezu alle sowjetischer Bauart und hätten mit dem Embargo nichts zu tun.[14] Gleichzeitig lehnt man angebotene Katastrophenhilfe aus den USA (https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten) zur Überwindung der entstandenen Schäden meist offiziell ab, wie zum Beispiel nach dem großen Stromausfall um Oktober 2024.[15]"
Verstehe ich das richtig und man lehnt Katastrophenhilfe aus den USA offiziell ab? Sogar mit einem Beispiel aus dem Oktober 2024? Die Kraftwerke sind alt und es wurde nicht investiert?
Waren Klingbeil und Merz vorher in Kuba und haben dort ein Sondervermögen für Kraftwerke auf den Weg gebracht?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.März 2026, 18:36:11
Ich Zitiere da jetzt mal weil das vorher schon Thama war,gerade läuft eine Kampagne um den Begriff digitale Gewalt zu festigen und Gesetze in die Richtung anzuschieben...
So ist es. Dass es in Deutschland JEDEN TAG in Schnitt 2 Gruppenvergewaltigungen gibt, darüber darf nicht geredet werden und wie schnell dieses Jugendzentrum, in dem es wohl reihenweise zu sexuellen Übergriffen gekommen ist, aus den Medien verschwunden ist, spottet auch jeder Beschreibung. Aber ohje, Collien Fernandez wurde "virtuell vergewaltigt" (hat sie eigentlich schon Beweise vorgelegt?), für die müssen wir jetzt demonstrieren und dem bösen Internet Kontrollen wie in China und dem Iran auferlegen. Es ist wie immer diese ekelhafte, selektive Doppelmoral, die aus den Löchern kriecht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 23.März 2026, 18:45:43

Der Fall durch den das motiviert ist, ist auch nochmal ein krasseres Problem. Da kommen noch ganz andere Themen auf uns zu...

Zum Thema Wallet: Du verlinkst doch selber die Berichterstattung. Da steht doch was die SPD will. Wallet-Id ist meines Wissens nicht Gegenstant des Vorschlags.

Ansonsten ist es doch wie mit jedem Thema, oder? Es gab einen Präzedenzfall. Politiker springen darauf an. Lobby (HateAid) wird laut. Medien berichten. Siehst du den Fall anders und als etwas Besonderes an im Vergleich zur gewöhnlichen öffentlichen Debatte?
Ja, falls es stimmt ist es eine widerliche Aktion von Ulmen, geht auch nicht um den Fall direkt sondern um die Instrumentalisierung.

Fernandez hat in einer Talkshow z.B auch eine Identifzierungspflicht im Internet ins Spiel gebracht, HateAid hängt da mit drin die auch gerne sowas hätten und anscheinend wurde sich da auch mit der SPD Ministerin abgesprochen, wäre schon Zufall wenn die gerade parallel ohne Zusammenhang an einem Gesetz arbeitetet. https://koeln.t-online.de/region/koeln/id_101178632/collien-fernandes-machte-andeutungen-zu-vorwuerfen-im-koelner-treff-.html Es würde mich nicht wundern, wenn es den Weg zu einem Wallet Gesetz bereiten soll.

Nicht mit jedem aber es ist ein gutes Beispiel um mal zu verfolgen wie so eine Kampange von statten geht, die mediale Aufregung wird  hochgekocht und angeschoben, es wird nicht mehr diskutiert ob es den Begriff der digitalen Gewalt gibt und auf was der zutrifft.
Promis hängen sich dran, jeder muss seinen Senf dazu geben, ich gehe da schon davon aus, das es abgesprochen und wie du schon schreibst, mit Lobbyarbeit von HateAid so angestoßen wurde.

Edit:ich habe noch mal kurz nach dem Entwurf des Gesetzes gesucht, da scheint es nicht nur um Fakes mit sexuellem Bezug zu gehen.

Zitat
Wer einer dritten Person einen mittels eines Computerprogramms erstellten oder veränderten Inhalt (§ 11 Absatz 3), der den Anschein erweckt, ein tatsächliches Geschehen in Bezug auf eine andere Person wiederzugeben, und der geeignet ist, dem Ansehen dieser Person erheblich zu schaden, unbefugt zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/entwurf-bmjv-verschaerfungen-stgb-strafrecht-schutz-gegen-digitale-gewalt


Ich kenne Thunbergs Forderungen nicht. FFF hat offiziell noch nie gefordert, dass sofort auf der Stelle jeglicher Konsum von Öl aufhören soll. Es gab immer einen Zeithorizont, der sich an IPCC und Pariser Klimaabkommen orientierte und im Vergleich dazu lediglich etwas schärfer formuliert war. Der Zeithorizont ist meines Wissens 2035.

Wenn man fordert, dass Klimaneutralität bis 2035 erreicht sein soll, dann steht das absolut nicht im Widerspruch zu einer humanitären Forderung, dass eine Nation 2026 Öllieferungen bekommen soll, weil die ohne eventuell alt aussehen. Das ist ein Zielkonflikt den es im Allgemeinen sehr oft gibt und im speziellen Fall vom IPCC seit Jahren rauf und runter diskutiert wird.
Das Ganze hat auch mit Klimaschutz nicht mehr viel zu tun, da geht es eher um bestimmte extrem linke Ansichten, Antiamerikanismus,wettern gegen Imperialismus verbunden mit Israelhass usw. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 23.März 2026, 22:16:23
@Viking:
Was sie meint und was nicht, ist Interpretationssache. Denn ich habe nirgends gesehen, gehört, gelesen dass sie explizit das Öl anspricht. Und selbst wenn, soll man Menschen in Kuba mehr und mehr leiden lassen nur wegen einer Ideologie? Oder darf man auch mal pragmatischer denken? Antiamerikanisch wird einem aber aktuell auch nicht besonders schwer gemacht. Oder wäre es besser, den Amis zu applaudieren? Weil dann ist man ja nicht links und antiamerikanisch.
In ihrem Instagram-Video legt Thunberg bei einigen Sachen ordentlich den Finger in die Wunde und spricht es aus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.März 2026, 23:30:01
Edit:ich habe noch mal kurz nach dem Entwurf des Gesetzes gesucht, da scheint es nicht nur um Fakes mit sexuellem Bezug zu gehen.
Das meine ich. In der aktuellen Debatte geht es um ein Gesetz rund um Deepfakes. Das mit der Wallet-Id ist natürlich nicht aus der Welt, hat aber erstmal nichts mit dem Fall zu tun und ist schon seit Monaten im Umlauf. Auch, wenn es die Gefahr gibt, dass sich das gegenseitig befeuert.

Das Ganze hat auch mit Klimaschutz nicht mehr viel zu tun, da geht es eher um bestimmte extrem linke Ansichten, Antiamerikanismus,wettern gegen Imperialismus verbunden mit Israelhass usw.
Mir ist die Thunberg sehr egal. Ich wollte auch nicht irgendwelche Aussagen von ihr verteidigen oder geraderücken sondern nur anmerken, dass die Forderung nach einem Stop des Embargos, neben der Forderung nach Klimazielen, an sich kein Widerspruch darstellt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.März 2026, 23:35:53
Interessant, schon letztes Jahr hat Frau Fernandez mit HateAid - die jetzt federführend die Medienkampagne anführen - zusammen gearbeitet: https://www.youtube.com/watch?v=4RHC4bOsb74
2024 mit dem ZDF (ich weiß nicht, ob "HateAid" da auch beteiligt war): https://www.zdf.de/reportagen/die-spur-deepfake-pornos-collien-ulmen-fernandes-100#t=details

Warum wird das gerade jetzt so hochgekocht? Das stinkt zum Himmel. Merz will ja auch Klarnamen im Internet sehen...

Der Staat hat mittlerweile große Angst vor seinen Bürgern, er will sie mundtot machen, er will sie einschüchtern und er will sie notfalls auch wegsperren. Ich will dann auch die Klarnamen der Polizisten sehen, die Menschen - Fußballfans - grundlos niederknüppeln. Ich will Klarnamen von jedem, der mir auf der Straße entgegenkommt, sehen. Ich will alles und jeden mit meinem Smartphone zu meinem Schutz aufnehmen dürfen. Ich will von jedem die Strafakten, das Führungszeugnis, die Steuererklärung einsehen können. Ganz besonders von Politikern, da muss es dann 100% Transparenz geben.

Fun Fact: Campact (33% Anteile an HateAid) bekommt Geld vom Staat, spendet dann aber an SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Rechtsnachfolger der Mauerschützenpartei: https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2024/

Es ist schon bemerkenswert, wie sich die rot-grün-linke Politbubble das Geld gegenseitig zuschustert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.März 2026, 05:19:56
Interessantes Video zum Social Media-Verbot für Kinder unter 14...
https://www.youtube.com/watch?v=4EGOyxHhW_Q (https://www.youtube.com/watch?v=4EGOyxHhW_Q)
Es geht wohl auch um Geld für Unternehmen und darum die Konkurrenz für eigene Sachen die Verantwortung zuzuschieben und weniger um Jugendschutz.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.März 2026, 11:11:17
Benjamin Franklin warnte schon früh vor der Machtgier übergriffiger Politiker:
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

Meinungsfreiheit und Anonymität sind nunmal essentielle Freiheitsrechte der Menschen, an die man mit fadenscheinigen Argumenten die Axt anlegt:

Stärkung der Anonymität
In ihrer weiteren Urteilsbegründung erteilen die Richter auch Forderungen nach einer Abschaffung sämtlicher anonymer Meinungsäußerungen im Web, wie dies zuletzt von einigen Politikern wie Bundesinnenminister Friedrich gefordert wurde, eine klare Absage.
So bestehe bei der zwingenden Verpflichtung, sich namentlich zu einer bestimmten Meinung zu bekennen, die Gefahr, dass „der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine Meinung nicht zu äußern“. Dieser Gefahr der Selbstzensur solle durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entgegengewirkt werden.
(OLG Hamm, Beschluss v. 3.8.2011, UI-3 U 196/10).

Man hat sich doch so schön die Meinungsfreiheit in ganz viele Abkommen, Chartas, Verfassungen und Gesetze geschrieben. Das ist auch bald das Papier nicht mehr wert, auf dem es geschrieben steht, weil immer irgendjemand ganz dringend beschützt werden muss. Maastrichtkriterien? Pffft, drauf geschissen, können nach Belieben und folgenlos ignoriert werden. Vernichtung von Beweismaterial? Bei Madame nicht so wichtig, jeder Normalbürger wäre wegen Vertuschung in U-Haft gelandet. Grenzschutz? Ach was, braucht kein Mensch, geht sowieso nicht, schützen wir halt im Inneren Weihnachtsmärkte, Bibliotheken und Krankenhäuser. Grundgesetz? Kann folgenlos ignoriert werden (Merkel, Faeser).

Und nein, das alles bedeutet nicht, dass man im WWW ungestraft Straftaten begehen dürfen soll, aber dagegen gibt es bereits Gesetze, auch gegen "virtuelle Vergewaltigung", zB. §187 StGB Verleumdung, der imho auch auf Frau Fernandez zutrifft, der mutmaßliche Täter ist auch bekannt, also was hindert sie an einer Anzeige? Oder hat sie sie schon gemacht?

Aber sachliche, auch harte und pointierte, Kritik muss erlaubt sein. Wenn ein Politiker Scheiße baut, muss man das im Klartext kritisieren dürfen. Wenn ein Restaurant schlechte Essensqualität anbietet, muss man das kritisieren dürfen. Wenn ein Handwerker oder Arzt pfuscht, muss man das ansprechen dürfen. Wenn eine Religion mit unserer Verfassung nicht kompatibel ist, muss man das sagen dürfen. Wenn irgendwelche Typen von Rechts- UND Linksaußen nach dem Systemchange rufen, dann muss man sich dem entgegenstellen dürfen. Und das alles, ohne Gefahr zu laufen, zu Hause von schwarzgewandeten Sturmtruppen "besucht" zu werden, denen die Meinung nicht passt. Oder morgens um 6 von der Polizei und einer Horde Reporter aus dem Bett geholt zu werden.

Ich persönlich habe auch nichts dagegen, die bisherigen Regeln an die neue Realität anzupassen:
§ 184k StGB – „Verletzung der Intimsphäre durch Bildaufnahmen“
§ 201b StGB – „Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch täuschende Inhalte“
Das ist für mich völlig ok, weil es konkret gegen solche Täter gerichtet ist.

Ausweispflicht im Internet? Ein absolutes No Go, ganz besonders beim Staat, der völlig inkompetent ist, was die Absicherung der Daten gegen Hacker angeht, siehe elektronische Patientenakte. Und werden dann auch standardmäßig Telefonate abgehört und die Briefpost geöffnet? Es könnte ja böse Menschen geben, die diese Hilfsmittel für ihre Straftaten nutzen.

Aber wie heißt es so schön: jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Diese Politiker werden mehrheitlich gewählt, selber Schuld, Deutschland.

Das Zitat stammt zwar nicht von Einstein, passt aber trotzdem in abgewandelter Form:
"Die Definition von politischem Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu wählen und andere Ergebnisse zu erwarten."

Und nein, auch das ist kein Plädoyer für die AfD, es gibt massenhaft kleinere Parteien, die nicht radikal bis extremistisch sind, die man wählen könnte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.März 2026, 12:13:43
Nunja die Iris Sayram von der ARD hat wohl bekanntgegeben, dass Collien Fernandes in Itzehoe schon Anzeige erstattet hatte, dies aber eingestellt hatte, da sie keinerlei Beweise oder auch nur Anhaltspunkte vorgelegt hatte. Macht den Eindruck, dass dort eine Kampagne für ein Gesetz gemacht wird und Christian Ulmen dafür einfach "digital und gesellschaftlich ermordet" wird. Ob er dann auch klagen kann. In Spanien hat sie wohl auch Klage erstattet (die Gesetze dort sind noch schärfer), aber auch dort ist nicht sicher, ob das ohne Beweise und Anhaltspunkte weiterverfolgt wird.
Klingt ähnlich wie bei Gil Ofarim. Eigennutz, Narzissmus und Aufmerksamkeitsbedürfnis haben für Moral keinen Platz.
Sollte dem so sein will ich sehen, wie sich dann alle verhalten, die jetzt medial so nach vorne preschen. Bei Ofarim haben die meisten danach ja ignoriert, dass sie falsch lagen.


@Signor Rossi : Man kann auch Guido Westerwelle zitieren "Die Freiheit stirbt immer scheibchenweise."
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.März 2026, 12:18:28
Die Sache stinkt zum Himmel, es werden Emotionen geschürt, um immer restriktivere Gesetze zu erlassen. Da kommt mir direkt der Frosch im Kochtopf in den Sinn.

Ergänzung, ja mal wieder die Bild:
„Wir reden über eine heterogene Szene, die aber international vernetzt ist, gut organisiert und durchaus intelligent vorgeht. Dabei profitieren sie weiterhin von fehlenden rechtlichen Anpassungen wie der überfälligen Ausweitung der Quellen-Telekommunikationsüberwachung, IP-Mindestspeicherfristen oder Nutzung KI-basierter Technik.“
https://www.bild.de/regional/berlin/sabotage-aktion-im-herbst-durchsuchungen-nach-strom-anschlag-in-berlin-69c226fdaf187d606b810c9e

Kann ja keiner was dagegen haben, dass solche Linksterroristen mit den genannten Methoden ermittelt werden, oder? Doch, ich habe was dagegen: den Schutz meiner Privatsphäre.

Ach noch was anderes: ist Christian Ulmen jetzt ein "Nazi"? Auf der Kundgebung für Frau Fenandez wurde ja auch "Nazis raus" skandiert. Sippenhaft wurde von Frau Neubauer auch angedeutet, wir Männer sollten froh sein, dass Frauen nur Gleichberechtigung und keine "Vergeltung" wollten.

"Frau Löwenherz" hat bei Tiktok gefordert, dass man Täter an den Zehen aufhängen und sie öffentlich kastrieren solle. Wenn ein Mann auf die Unschuldsvermutung hinweisen ("rotzen") würde, dann sollte man ihm "Täterschützer" auf die Stirn tätowieren und selbstverständlich sind ausnahmslos alle Männer böse, "Verurteilungen reichen nicht mehr". Aber sowas ist bestimmt kein "Hass und Hetze", die ist ja eine von den "Guten", eine "LGBTQIA+-Aktivistin".

Wer sich die Hasstirade ansehen will: https://www.tiktok.com/@frauloewenherz.de/video/7619608003049753889
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.März 2026, 12:46:31
Die Loewenherz ist ja ein Fiebertraum. 1933 wäre jemand mit der Persönlichkeit freiwillig mit der Fackel durch Berlin marschiert. Die hat ordentlich einen an der Waffel. Allein die "Strafe" ist schon nicht konform mit der Menschenwürde und fällt unter Folter.


Kleines Gedankenspiel hierzu : Wenn ich Abtreibung für Mord halte und dann anfange alle Frauen als Mörderinnen darzustellen, weil einige abgetrieben haben, dann liege ich falsch. Sie macht genau das, nur von der anderen Seite aus. Und ich danke dass das ihr Geschäftsmodell ist. Sie spricht, holt sich Aufmerksamkeit und lebt genau davon. Berufsaktivistin halt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 24.März 2026, 14:18:14
Habe bisher die Finger still gehalten, auch wenn mir einiges sauer aufstieß bei dem, was hier einige wenige von sich geben. Aber sorry, Leute, geht's noch? Klar, Collien Fernandes hat sich das alles nur ausgedacht (bzw. inszeniert), um jetzt medienwirksam gemeinsam mit HateAid und der SPD ein restriktiveres Online-Gesetz durchzuprügeln. (/sarcasm) Dazu noch feinster Whataboutism und fertig ist die einfache schwarz-weiß Welt. Ganz ehrlich: auch ich als hetero cis-Mann bin verdammt froh, dass es HateAid gibt, welche Opfer dabei unterstützt, Beleidigungen, Belästigungen, etc. zur Anzeige zu bringen - aber auch zum Beispiel volksverhetzende, antisemitische und/oder holocaustverleugnende Online-Posts.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.März 2026, 14:41:31
Wer hat behauptet, dass sie sich das nur ausgedacht hat? Niemand. Sie soll das anzeigen, ihre Beweise vorlegen, die Ermittler weiter unterstützen und dann die Justiz ihr Ding machen lassen, sie kann sich dabei auch gerne von HateAid helfen lassen, wenn sie es nötig hat, alles kein Problem. Die Chefin von HateAid wusste lt. eigener Aussage schon seit Monaten Bescheid. Warum wird das also zum jetzigen Zeitpunkt lanciert und so stark gepusht?

Der mediale und politische Wind (jetzt soll sich sogar Merz schon dazu äußern), der um diesen Fall gemacht wird, inkl. "virtuelle Gewalt ist reale Gewalt" (eine Verhöhnung von Opfern realer Gewalt, die bei weitem nicht diese Anteilnahme erfahren und für die keine Demos veranstaltet werden) und auch die Forderung nach Klarnamenpflicht durch Frau Fernandez selber ist völlig übertrieben.

Dass es Verquickung von Campact/HateAid mit SPD, Grünen und Linkspartei gibt kann wohl auch nicht vom Tisch gewischt werden. Darf man das nicht ansprechen? Das bedeutet nicht, dass die HateAid keine Straftaten mehr anzeigen soll oder darf.

Dass man da eine Verschwörung wittert, die den Bürgern nichts Gutes will, liegt nach den Vorfällen und Aussagen durch diverse Politiker in der letzten Zeit nahe, dass man denen kein oder nur noch wenig Vertrauen entgegenbringt haben sie sich selber zuzuschreiben. Es gilt, wachsam zu sein, unsere Demokratie steht von vielen Seiten unter Druck.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 24.März 2026, 15:03:48
Was kann Collien Fernandes dafür, dass die Öffentlichkeit bei ihr darauf "anspringt" und bei anderen nicht? Sie kann nichts dafür.

Hier wird darüber diskutiert, wieso weshalb warum wer mit wem wann an die Öffentlichkeit gegangen ist - zur eigentlichen Sachen wird sich kaum bis gar nicht geäußert. Irgendwie am eigentlichen Thema vorbei.

Rhetorische Frage: Wenn Frau Fernandes sich an die Desiderius-Erasmus-Stiftung gewandt hätte - wäre der "Aufschrei" geringer, weil nicht links?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.März 2026, 15:14:14
Habe bisher die Finger still gehalten, auch wenn mir einiges sauer aufstieß bei dem, was hier einige wenige von sich geben. Aber sorry, Leute, geht's noch? Klar, Collien Fernandes hat sich das alles nur ausgedacht (bzw. inszeniert), um jetzt medienwirksam gemeinsam mit HateAid und der SPD ein restriktiveres Online-Gesetz durchzuprügeln. (/sarcasm) Dazu noch feinster Whataboutism und fertig ist die einfache schwarz-weiß Welt. Ganz ehrlich: auch ich als hetero cis-Mann bin verdammt froh, dass es HateAid gibt, welche Opfer dabei unterstützt, Beleidigungen, Belästigungen, etc. zur Anzeige zu bringen - aber auch zum Beispiel volksverhetzende, antisemitische und/oder holocaustverleugnende Online-Posts.

Was geht noch? Da kommen neue Informationen und sag jetzt nicht, dass Iris Sayram (ARD) irgendeine Schwurblerin ist. Dazu eine Bestätigung, dass Collien Fernandes keinerlei Beweise oder Hinweise liefert auf Anfrage der Staatsantwaltschaft in Itzehoe. Sollten da bei einer Unschuldsvermutung nicht Zweifel aufkommen? Du bist im schwarz-weiß-Denken gefangen. Du machst genau das, was du anderen hier vorwirfst.
Ich schreibe es scheint so und äußere Zweifel und sehe Parallelen zu anderen Fällen. Du dagegen hast schon ein Urteil gefällt ohne die Beweislage zu kennen. Ich will nicht ausschließen, dass Collien Fernandes im Recht ist. Der andere Fall ist aber auch möglich.

Und ja : HateAid und die spD-Justizministerin haben das sehr schnell genutzt um ihre Vorhaben durchzusetzen. Sie gehen damit den ersten Schritt, dem werden weitere folgen. Das wird irgendwann auch die Betreffen, die sich jetzt noch sicher wähnen. Salamitaktik halt.

Ich poste hier mal ein rechtes Magazin, die Taz :
https://taz.de/Pornografische-Deep-Fakes/!6164415/ (https://taz.de/Pornografische-Deep-Fakes/!6164415/)
"Für ihn gilt die Unschuldsvermutung."
https://taz.de/Recht-gegen-Gefuehl/!6165373/ (https://taz.de/Recht-gegen-Gefuehl/!6165373/)
Du als Privatperson musst dich nicht an die Unschuldsvermutung halten, das ist richtig. Staat und Medien müssen dies schon. Das hat die Bild bei Kachelmann finanziell zu spüren bekommen.


Es ist übrigens schön, dass du ein hetero cis-Mann bist, es sagt aber auch viel über dich aus. Ich seh mich als Mensch und auch als Mann. Alles andere sind keine Einordnungen, die ich treffe. Ich muss niemand auf die Nase binden dass ich hetero bin oder auch nicht. Oder um Wowereit zu imitieren :"Ich bin ein Mensch und das ist gut so." Teilt ihr euch doch in immer kleinere Splittergruppen ein, aber haltet mich da raus.


Ich arbeite übrigens im Einzelhandel. Wo seid ihr eigentlich, wenn die Kassiererinnen an der Kasse beleidigt werden? Können die sich auch an HateAid wenden? Oder müssen die es ertragen. Allein in meiner Filiale hat es jede Kassiererin schonmal erlebt, dass Kindern gesagt wird :"Wenn du in der Schule nicht aufpasst, endest du wie die." Ich werte das als Beleidigung. Vor allem da diese Leute keine Ahnung haben, wie der Lebenslauf der Mitarbeiterin aussieht. Aber das ist nicht öffentlichkeitswirksam genug. Oder normale Menschen sind einfach nicht soviel Wert.
Mehr Beispiele? Wir haben Selbstscannerkassen. Dort werden zufallsmäßig Kontrollen durchgeführt. Der Computer entscheidet und wir haben keinen Einfluss darauf. Es kommt einen Meldung und wir müssen kontrollieren. Ich werde dorthin gerufen, weil ein Kunde ausfällig wird. Aussage des Kunden :"Die Frau kontrolliert mich nur, weil ich Ausländer bin." Du machst hier das gleiche. Dir passt die Meinung deines Gegenüber nicht und sofort wirst du ausfällig und versuchst ihn zu vernichten.


Ich habe mich auch erstmal zurückgehalten und erst jetzt wo neue Sachen rauskommen versuche ich ein Bild zusammenzusetzen. Daher auch die Formulierung, dass ich den Eindruck habe bzw. der hier so vermittelt wird. Du betreibst übrigens auch feinsten Whataboutism. Auf die Kritik, dass es Anhaltspunkte gibt, dass HateAid und Hubig das gerade Nutzen, um eine Kampagne für ein Gesetz durchzubringen kommt von dir nichts sachliches. Keine Argumente, warum das nicht so ist. Was kommt ist :
Zitat von: OppaChonk
Auch ich als hetero cis-Mann bin verdammt froh, dass es HateAid gibt, welche Opfer dabei unterstütz, Beleidigungen, Belästigungen, etc. zur Anzeige zu bringen - aber auch zum Beispiel volksverhetzende, antisemitische und/oder holocaustverleugnende Online-Posts.
Du wechselst also von Frauenrechten zu Antisemitismus, Volksverhetzung und Holocaust. Mehr Whataboutism geht kaum. Du wirfst es selbst aber anderen vor.

Ich möchte hier mal ein Gedankenspiel machen. Wenn Christian Ulmen derjenige gewesen wäre, der diese Vorwürfe erhoben hätte. Wäre eure Reaktion genauso ausgefallen? Hättet ihr dann die Kastration aller Frauen gefordert, wie es Frau Löwenherz hier bei Männern tut? Wenn nicht, dann reflektiert einmal ob ihr wirklich die gleichen Rechte für alle Menschen verteidigt oder ob ihr nur bestimmten Gruppen Sonderrechte einräumen wollt.


@Herr_Rossi :
Gil Ofarim ist ein Mann. Und ich verachte, was er mit seiner Lüge getan hat. Ich kann auch meine Mitmänner verurteilen, wenn sie Mist machen. Und weil Gil Ofarim Jude ist, fordere ich trotzdem nicht, dass alle Juden gleich unter Generalverdacht gestellt werden. Die können nämlich nichts für das, was Gil Ofarim gemacht hat. Louisa Neubauer oder Leonie Löwenherz sind dazu scheinbar nicht in der Lage...
Ob es jetzt HateAid oder die Deisderius-Erasmus-Stiftung ist, das tut nichts zur Sache. Was da als Neuigkeit kam von Iris Sayram und auch, was der Mob da teilweise schon vorverurteilt ändert sich dadurch nicht. Und die Aussage von Signor Rossi ist ja gerade auch, dass die Chefin von HateAid seit Monaten Bescheid wusste. Werde das nochmal mit Quellen erforschen. Aber da fragt man sich doch schon, warum gerade jetzt? Wieso nicht damals? Wieso keine Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft in Itzehoe.
Christian Ulmen hat seine Anwälte übrigens eingeschaltet. Werde das weiter beobachten und wir werden sehen, wie es am Ende ausgeht. Vielleicht liege ich falsch, dann werde ich das hier richtig stellen. Tut das ein OppaChunk auch, wenn sich unsere Zweifel bewahrheiten? Ich stelle die Theorie auf : Nein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.März 2026, 15:44:55
Was kann Collien Fernandes dafür, dass die Öffentlichkeit bei ihr darauf "anspringt" und bei anderen nicht? Sie kann nichts dafür.
Echt jetzt? Sie selber hat es doch mit ihrer Medienreichweite öffentlich gemacht, niemand sonst.

Zitat
...zur eigentlichen Sachen wird sich kaum bis gar nicht geäußert.
Wie soll man sich dazu äußern, wenn man nur die Behauptungen der einen Seite kennt?

Zur Sache hatte ich auch etwas geschrieben:
Und nein, das alles bedeutet nicht, dass man im WWW ungestraft Straftaten begehen dürfen soll, aber dagegen gibt es bereits Gesetze, auch gegen "virtuelle Vergewaltigung", zB. §187 StGB Verleumdung, der imho auch auf Frau Fernandez zutrifft, der mutmaßliche Täter ist auch bekannt, also was hindert sie an einer Anzeige? Oder hat sie sie schon gemacht?

Ich persönlich habe auch nichts dagegen, die bisherigen Regeln an die neue Realität anzupassen:
§ 184k StGB – „Verletzung der Intimsphäre durch Bildaufnahmen“
§ 201b StGB – „Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch täuschende Inhalte“
Das ist für mich völlig ok, weil es konkret gegen solche Täter gerichtet ist.


Beweise gibt es aber anscheinend keine ausreichenden, die Staatsanwaltschaft hat den Fall schon im Juni 25 eingestellt:
Collien Fernandes stellte Anzeige in Deutschland, aber der Staatsanwaltschaft fehlen Beweise
Da die Geschädigte allerdings im Rahmen der staatsanwaltlichen Ermittlungen keine weiteren Hinweise zulieferte, packte die Behörde den Fall am 23. Juni 2025 zu den Akten.

https://www.schwaebische.de/panorama/digitaler-missbrauch-collien-fernandes-stellte-anzeige-in-deutschland-doch-der-fall-wird-eingestellt-4457064
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.März 2026, 15:57:25
Ich kann auch meine Mitmänner verurteilen, wenn sie Mist machen.
Das ist doch auch völlig normal. Ich verachte Männer, die Frauen verprügeln oder sie gar ermorden, die vergewaltigen oder solche Onlineschweinereien durchziehen. Das sind für mich ganz arme Würstchen, vermutlich mit schwersten Minderwertigkeitskomplexen. Warum sollte ich solche Typen auch in Schutz nehmen? Wenn sie solcher Taten überführt werden, sollen sie im Knast verrotten, juckt mich kein bisschen. Ich lasse mich mit solchem Gesocks aber nicht in Sippenhaft nehmen, genauso wenig wie ich mich als Mensch mit Migrationshintergrund als Feigenblatt für die Taten anderer Migranten instrumentalisieren lasse.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 24.März 2026, 16:41:18
@TNDO sieh es mir bitte nach, wenn ich nicht auf jede einzelne Aussage von dir eingehe.

Du als Privatperson musst dich nicht an die Unschuldsvermutung halten, das ist richtig. Staat und Medien müssen dies schon. Das hat die Bild bei Kachelmann finanziell zu spüren bekommen.

Bitte benenne mir die Stelle, in welcher ich a) Ulmen vorverurteilt habe und/oder b) die Unschuldsvermutung ablehne. Kann natürlich sein, dass ich dich hier missverstanden habe, dann ziehe ich dies zurück.

Da du selbst Kachelmann ins Spiel bringst: Dieser verwehrt sich sehr öffentlich dagegen, als Vergleich herangezogen zu werden.
Zitat von: SZ
Kachelmann schrieb in einem Posting auf X, er sei bestürzt, wie oft sein Name unter Beiträgen zu dem Thema zu lesen sei. Es sei für ihn „einerseits positiv, dass bei vielen Menschen angekommen ist, dass ich Opfer einer Falschbeschuldigung wurde. Dass ich aber dadurch grundsätzlich und in jedem Fall zu einem argumentativen Hindernis gemacht werden soll, wenn Frauen Gewalterfahrungen anzeigen und diese unter einen Generalverdacht gestellt werden, dass es ‚womöglich wie beim Kachelmann’ war, ist abseitig und falsch.“

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fall-der-collien-fernandes-joerg-kachelmann-wehrt-sich-gegen-vergleiche-meine-solidaritaet-gilt-den-opfern.ac49a87f-2125-46c5-b1d7-f1476b1b6c28.html

Ich arbeite übrigens im Einzelhandel. Wo seid ihr eigentlich, wenn die Kassiererinnen an der Kasse beleidigt werden? Können die sich auch an HateAid wenden? Oder müssen die es ertragen.

Für meinen Teil kann ich sagen: ich schreite ein. Könnte aber auch daran liegen, dass mein eigener Lebenslauf u.A. ebenfalls Einzelhandel aufführt und in meinem privaten Umfeld Personen in der Branche arbeiten.

Zitat von: OppaChonk
Auch ich als hetero cis-Mann bin verdammt froh, dass es HateAid gibt, welche Opfer dabei unterstütz, Beleidigungen, Belästigungen, etc. zur Anzeige zu bringen - aber auch zum Beispiel volksverhetzende, antisemitische und/oder holocaustverleugnende Online-Posts.
Du wechselst also von Frauenrechten zu Antisemitismus, Volksverhetzung und Holocaust. Mehr Whataboutism geht kaum. Du wirfst es selbst aber anderen vor.

Ich möchte hier mal ein Gedankenspiel machen. Wenn Christian Ulmen derjenige gewesen wäre, der diese Vorwürfe erhoben hätte. Wäre eure Reaktion genauso ausgefallen? Hättet ihr dann die Kastration aller Frauen gefordert, wie es Frau Löwenherz hier bei Männern tut? Wenn nicht, dann reflektiert einmal ob ihr wirklich die gleichen Rechte für alle Menschen verteidigt oder ob ihr nur bestimmten Gruppen Sonderrechte einräumen wollt.

Zum ersten: das war eine reine Einordnung von HateAid, nicht mehr, nicht weniger, um aufzuzeigen, welche Bandbreite sie bearbeiten. Bin ich mit allem einverstanden, was diese machen bzw. fordern? Nein - ich lehne zum Beispiel eine Klarnamenpflicht im Internet vollkommen ab. Dennoch bin ich froh darüber, dass sie existieren und sich für die Opfer einsetzen, da oft genug Anzeigen der Opfer selbst nicht ernst genommen werden oder im Sande verlaufen.

Bzgl. Christian Ulmen: Mir ist das Gender/Geschlecht/Sex/wie auch immer du es nennen magst einer Person herzlich egal. Opfer müssen unterstützt werden, Fälle müssen vernünftig und vollständig aufgeklärt werden und Täter (egal welchen G/G/S/w) eine gerechte Strafe erhalten. Dazu gibt es Gesetztestexte, ausgebildete Personen und Gerichte. In Spanien sind diese Gesetze insbesondere für den Tatraum "Internet" deutlich weiter als in Deutschland, ich schätze, hier sind wir uns einig, dass es da Nachholbedarf gibt.

Zu "Frau Löwenherz": kenne ich nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber ich selbst unterstütze solche Forderungen nicht und bin auch kein Freund davon, dass immer wieder Extrembeispiele hervorgezogen werden, um ganze Bewegungen zu diskreditieren.

Und um deine Frage zu beantworten: Ich wünsche mir gleiche Rechte für alle Menschen, und nicht, dass "bestimmte Gruppen Sonderrechte" erhalten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.März 2026, 17:31:45
@ OppaChonk :

Causa Kachelmann
Kachelmann ist in diesem Fall ein Präzedenzfall wo ähnliches passiert ist, wie man es jetzt vermutet. Daher wird er in diesem Fall auch als Beispiel herangezogen. Besonders da er vor Gericht auch einen Schadensersatz von der Bild erstritten hat für die Berichterstattung. Wenn ich also auf die Pflicht der Medien zur Einhaltung der Unschuldsvermutung verweise, dann komme ich um diesen Fall gar nicht herum. Er kann gerne Solidarität mit Collien Fernandes bekunden, das steht im natürlich frei. Sein Fall jedoch ist in diesem Fall das perfekte Beispiel und wird gerade deshalb herangezogen.

Causa Unschuldsvermutung
Explizit hast du dies natürlich nicht geschrieben. Allerdings kritisierst du, dass man Ungereimtheiten anspricht. Das wiederum suggeriert natürlich, dass du die Schuld von Ulmen für bewiesen hälst. Auch deine Erwähnung von Whataboutism reiht sich darin ein.

HateAid
Wie Signor Rossi schon erwähnt haben wir Gesetze gegen die Tatbestände. Klar kann man die verfeinern und ausarbeiten. Zuerst einmal müsste man sie anwenden und überhaupt feststellen, was nun die Wahrheit ist. Die kennt nämlich bisher keine Seite mit Sicherheit.
Wo man Tatbestände kennt? Bei einem 14-jährigen Mädchen, dass in Berlin Neukölln in einem Jugendzentrum vergewaltigt wird, schwanger wird und man trotz Schwangerschaftstest alles zu vertuschen versucht. Wo war HateAid denn da? Das gleiche Jugendzentrum wo eine 17-jährige kurdisch-türkische Schülerin vergewaltigt wurde und danach noch erpresst wurde. Wieso hilft ihr keiner? Das Jungendamt und die Stadträtin von der Linkspartei haben dort haben keine Strafanzeige gestellt. HateAid sitzt auch in Berlin, es passiert vor der eigenen Haustür und man schweigt? Wieso? Hat das Mädchen die Hilfe nicht verdient? Gibt das nicht genügend Aufmerksamkeit für Leute wie Louisa Neubauer und Co? Wo waren die, als dies in den Medien kam? Wo waren ihre Solidaritätsbekundungen? Wo waren die Demonstrationen gegen Jugendamt und Stadträtin die das zugelassen haben? Was ist an diesen Männern anders, dass sie nicht so moralisch verurteilt wurden wie Christian Ulmen?
HateAid stürzt sich vor allem auf Publicity und übersieht viele Opfer. Das muss daran kritisieren. Und dass HateAid nun nur aufgrund von einer öffentlichen Anschuldigung direkt so loslegt und vor allem die Gegenseite einseitig verurteilt ist das schon sehr suspekt. Vor allem wenn sie vorher schon monatelang davon wussten. Wieso ist man nicht direkt aktiv geworden? Warum hat man gewartet? Wusste man, dass die Staatsanwaltschaft Itzehoe das Verfahren nicht weiterverfolgt hat, weil Collien Fernandes keine weitere Zusammenarbeit betrieben hat? Also z.B. Tathinweise zur Hilfe bei der Aufklärung? Wenn sie das doch wusste, wieso gibt sie nicht der Staatsanwaltschaft ihre Erkenntnisse, damit diese das verfolgen können? Das Verfahren kann jederzeit wieder aufgerollt werden, Collien Fernandes muss sich nur entschließen bei der Aufklärung mitzuarbeiten und ihre Erkenntnisse zur Verfügung stellen. Das macht in meinen Augen absolut keinen Sinn.

Causa gleiche Rechte
Es wäre schön, wenn alle gleiche Rechte hätten. Bestimmte Gruppen nehmen sich aber gerne Sonderrechte raus. Seien es Promis, Politiker oder andere. Da ist es noch ein weiter Weg zum Ziel.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.März 2026, 18:28:58
Man sieht ja, wer sich jetzt, auch ganz ohne Ermittlungen oder gar einem Prozess und einem Urteil, von Ulmen abwendet und ihm die Freundschaft kündigt, das wird ja alles schön öffentlichkeitswirksam gemacht. Virtue signalling, egal ob Ulmen wirklich der Täter war oder nicht. Ich find dieses Schauspiel ekelhaft. Und nochmal: wenn er es war, dann soll und MUSS er bestraft werden, die Gesetze geben das nach Einschätzung von Herrn Vetter schon jetzt her: https://www.lawblog.de/ Aber man muss es ihm zuerst nachweisen, ansonsten gilt die Unschuldsvermutung im Rechtsstaat, auch wenn die ein oder andere alteweißemännerhassende Furie das nicht will.

"Das Muster ist sattsam bekannt: Ein extremer, moralisch unzweifelhaft verwerflicher Einzelfall wird – unabhängig von der Frage, was und wie viel an den Vorwürfen dran ist und völlig uninteressant am Umstand, dass der Fall an sich in Spanien spielt – als Rammbock genutzt, um das Strafrecht massiv zu verschärfen. Und zwar da, wo es jeden Bürger treffen kann und wird."

Exakt das, was ich befürchte. Und damit ziehe ich auch meine - wenngleich unmaßgebliche - Zustimmung zu 201b zurück.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 24.März 2026, 19:18:15
@TNDO:

Bzgl. Berlin-Neukölln: Die Frage, ob und wenn nein, warum nicht, HateAid da tätig geworden ist, kann ich dir nicht beantworten. Selbstverständlich sollten aber auch diese Opfer volle Unterstützung erhalten und die entsprechenden Täter die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

Die betreffende Stadträtin hat im Übrigen am 16. März ein Statement abgegeben ( https://www.berlin.de/ba-neukoelln/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1652761.php )

Zitat von: Nagel
Mit heutigem Stand möchte ich aber auch klarstellen: Es gab keinerlei Versuch, die Vorwürfe zu vertuschen.

Zitat von: Nagel
Das Jugendamt hat zunächst entschieden, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn hierfür auch das Einverständnis des Opfers vorliegt. Dies entspricht einer üblichen Vorgehensweise im Umgang mit Kindeswohlgefährdung bei Jugendlichen, sofern keine akute Gefahr besteht. Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen, wie dies in diversen Medienberichten behauptet wird.

Aber ja, eine gute Figur hat sie in dem Fall nicht abgegeben, da ist wohl einiges, ganz vorsichtig formuliert, "schief gelaufen"; besonders wenn ich mir diesen Focus-Artikel dazu durchlese.

https://www.focus.de/politik/deutschland/mutmassliche-vergewaltigung-in-jugendzentrum-in-berlin-neukoelln-stadtraetin-sarah-nagel-linke-macht-brisantes-gestaendnis_d90000ee-027e-4c73-84b3-723967f307e5.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 24.März 2026, 20:38:26
Zitat
Echt jetzt? Sie selber hat es doch mit ihrer Medienreichweite öffentlich gemacht, niemand sonst.
Ja, echt jetzt. Darf/soll sie ihre Medienreichweite nicht dafür nutzen um auf etwas - in ihren Augen Wichtiges - aufmerksam zu machen?
Du hast auf meine Frage nicht geantwortet, dann interpretiere ich deine Nicht-Antwort für mich dementsprechend.

Zitat
Wie soll man sich dazu äußern, wenn man nur die Behauptungen der einen Seite kennt?
Erstens: Ich habe nicht geschrieben, dass man sich nicht geäußert hat, sondern - und das ist in diesem Kontext wichtig - "kaum bis gar nicht". Viel mehr wurde über den Zeitpunkt der "Bekanntmachung" hier diskutiert.

Zitat
Ich arbeite übrigens im Einzelhandel. Wo seid ihr eigentlich, wenn die Kassiererinnen an der Kasse beleidigt werden? Können die sich auch an HateAid wenden? Oder müssen die es ertragen.
"Ihr"? Also bin ich auch gemeint? Ich eskaliere das verbal dem Beleidiger gegenüber. Genauso gehe ich Jugendliche verbal an, die in der U-Bahn Mädchen bepöbeln bzw. zu nahe kommen (schon geschehen).
Niemand muss so etwas ertragen. Das hat auch niemand hier behauptet. Weder A-, B-, Z-Promis als auch "normale" Menschen.

Zitat
Vor allem wenn sie vorher schon monatelang davon wussten. Wieso ist man nicht direkt aktiv geworden?
Dafür kann es viele Gründe geben, z. B. hat das vermeintliche Opfer darum gebeten, es zu diesem Zeitpunkt öffentlich zu machen.

Ich weiß nicht ob es hier schon erwähnt worden ist:
Frau Fernandes hat schon vor langer Zeit darauf hingewiesen dass sich jemand im Internet für sie ausgegeben hat.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 24.März 2026, 20:59:50
Darf/soll sie ihre Medienreichweite nicht dafür nutzen um auf etwas - in ihren Augen Wichtiges - aufmerksam zu machen?
Warum sollte sie das nicht dürfen? Aber dann zu behaupten, sie könne nichts dafür, dass die Öffentlichkeit anspringt, geht halt auch wieder an der Realität vorbei, sie hat den Aufschrei in den Medien verursacht.

Zitat
Du hast auf meine Frage nicht geantwortet, dann interpretiere ich deine Nicht-Antwort für mich dementsprechend.
Welche Frage? Die rhetorische? Die bekommt naturgemäß keine Antwort. Was sie mMn. dafür kann, habe ich dir geschrieben.
 
Zitat
Erstens: Ich habe nicht geschrieben, dass man sich nicht geäußert hat, sondern - und das ist in diesem Kontext wichtig - "kaum bis gar nicht".
Du hast dich bisher kaum bis gar nicht dazu geäußert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 24.März 2026, 21:21:40
Darf/soll sie ihre Medienreichweite nicht dafür nutzen um auf etwas - in ihren Augen Wichtiges - aufmerksam zu machen?
Warum sollte sie das nicht dürfen? Aber dann zu behaupten, sie könne nichts dafür, dass die Öffentlichkeit anspringt, geht halt auch wieder an der Realität vorbei, sie hat den Aufschrei in den Medien verursacht.

Zitat
Du hast auf meine Frage nicht geantwortet, dann interpretiere ich deine Nicht-Antwort für mich dementsprechend.
Welche Frage? Die rhetorische? Die bekommt naturgemäß keine Antwort. Was sie mMn. dafür kann, habe ich dir geschrieben.
 
Zitat
Erstens: Ich habe nicht geschrieben, dass man sich nicht geäußert hat, sondern - und das ist in diesem Kontext wichtig - "kaum bis gar nicht".
Du hast dich bisher kaum bis gar nicht dazu geäußert.

Ich habe mich zu dem Thema insgesamt kaum bis gar nicht geäußert. Du z. B. aber schon, aber hauptsächlich zum Zeitpunkt, kaum bis gar nicht inhaltlich.
Aber hier für dich: Soll das, was Frau Fernandes geschildert hat wahr sein, dann ist das unglaublich abscheuliches Verhalten von Herrn Ulmen. Der Zeitpunkt der Bekanntmachung des Ganzen ist für mich zweit- oder drittrangig. Hier geht es in meinen Augen um den Fall Fernandes UND das Thema Digitale Gewalt gegen jedwede Person.

Habe ich es für dich zufriedenstellend angesprochen?


Ich habe nicht wegen meiner rhetorischen Frage nachgehakt, und ich gehe davon aus dass dir das bewusst war/ist. Dem Stöckchen springe ich nicht hinterher.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 24.März 2026, 21:32:12
"Ihr"? Also bin ich auch gemeint? Ich eskaliere das verbal dem Beleidiger gegenüber. Genauso gehe ich Jugendliche verbal an, die in der U-Bahn Mädchen bepöbeln bzw. zu nahe kommen (schon geschehen).
Niemand muss so etwas ertragen. Das hat auch niemand hier behauptet. Weder A-, B-, Z-Promis als auch "normale" Menschen.
Dann gehörst du leider zu einer kleinen Minderheit. Eigentlich fast jeder lässt das unkommentiert stehen.


@OppaChonk :
Wenn der Hintergrund der Täter keine Rolle gespielt hat, braucht sie das eigentlich nicht erwähnen. Und es ist mir auch egal welchen Hintergrund die Täter haben. Wichtiger ist es, dass es 2 Mädchen passiert ist und wohl schon länger bekannt war. Selbst wenn man keine Anzeige erstattet, so muss man weitere Vorfälle verhindern. Das Personal hätte sich vor die Mädchen stellen und sie schützen müssen. Genau das haben sie nicht getan. Untätigkeit ist da nicht akzeptabel.
Und zu HateAid : Die haben das mit Sicherheit auch gewusst, spätestens als es in die Medien kam. Viele Promis haben das sicher auch mitbekommen. Trotzdem hat sich keiner so öffentlichkeitswirksam für die Mädchen eingesetzt, auch eine Collien Fernandes nicht. Finde ich persönlich enttäuschend, dass bei Promis (wie Collien Fernandes) auf einmal alle da sind, bei den beiden trotz Medienberichten es weitgehend im Sande verläuft.


Lese gerade den Focus-Bericht. Sie wollte Medien und Öffentlichkeit ausschliessen am Anfang der Ausschussitzung?  Erste Fälle Anfang 2025? Bei manchen Sachen die dort stehen stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Aber ist nicht nur ein Problem der Linken, die Kirchen sind da ja auch sehr aktiv :
https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/gnarrenburg-ort108259/mutter-erhebt-schwere-vorwuerfe-nach-vergewaltigung-in-gnarrenburg-94229800.html (https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/gnarrenburg-ort108259/mutter-erhebt-schwere-vorwuerfe-nach-vergewaltigung-in-gnarrenburg-94229800.html)
Weiß schon warum ich aus der Kirche ausgetreten bin... Ziemlicher Sauladen und hat mit Christentum wenig zu tun. Hier gibt es übrigens sogar Videos die in Whatsapp-Gruppen rumgegangen sind.  Whatsapp wäre übrigens Stand jetzt nicht von einer Altersgrenze von Social Media betroffen. Hat sich das Lobbying von Meta ausgezahlt und in dem Fall auch nicht das weiterverbreiten des Videos verhindert.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 25.März 2026, 00:05:30
...
Dem Stöckchen springe ich nicht hinterher.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 25.März 2026, 18:33:34
@Viking:
Was sie meint und was nicht, ist Interpretationssache. Denn ich habe nirgends gesehen, gehört, gelesen dass sie explizit das Öl anspricht. Und selbst wenn, soll man Menschen in Kuba mehr und mehr leiden lassen nur wegen einer Ideologie? Oder darf man auch mal pragmatischer denken? Antiamerikanisch wird einem aber aktuell auch nicht besonders schwer gemacht. Oder wäre es besser, den Amis zu applaudieren? Weil dann ist man ja nicht links und antiamerikanisch.
In ihrem Instagram-Video legt Thunberg bei einigen Sachen ordentlich den Finger in die Wunde und spricht es aus.
Ich würde dir bei dem Öl und dem Artkel der das so darstellt auch zustimmen, aber bei Wirtschaftssanktionen und der Blockade um die es geht ist Öl eben auch mit dabei und jetzt auch ein zentraler Punkt warum das Regime da gerade jetzt Probleme bekommt.
Ich muss aber auch sagen,dass ich da zuerst gar nicht die Öl zu Klimaschutz und fff Verbindung gezogen habe, weil ich Thunberg inzwischen eher mit Antisemitismus und typisch extrem?linken Aussagen in Verbindung bringe wenn ich sie sehe.

Interessante Frage, Wirtschaftssanktionen schaden ja immer der Bevölkerung, mit dem Ziel die Leute gegen die Regierung aufzubringen.Ich bin jetzt auch kein Experte wenn es um die Geschichte Kubas geht,ich meine man hat sich da ja selbst eher als Gegner der USA positioniert,zwischendurch hat sich die Lage da auch mal verbessert und unter Obama gab es sogar eine Annäherung an die USA aber ich denke was da passiert wird oft romantisiert, die Vorstellung der Revolution ,nach der dann alle ein gutes Leben haben, passt da nicht. Wenn du dich gegen das System stellst bist du da auch schnell im Knast und freie Wahlen wird es auch nicht geben.
Bei Ländern wie dem Iran finde ich,dass es früher und härtere Reaktionen und mehr Sanktionen hätte geben müssen, dass man da sehr zögerlich reagiert hat, ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum es so eskaliert ist,da finde ich die Option doch deutlich besser als einen offenen Krieg.
Und wenn man allgemein gegen Sanktionen und gegen Krieg ist, lässt man die jeweiligen Regierungen dann einfach machen? Die Sachlage ist ja wie beschrieben nicht so schwarz weiß wie es Greta und ihre Bubble da gerne malen. Wenn man mal in unsere eigene Geschichte schaut hat ja z.B auch ein Mangel an Gütern mit zum Sturz der DDR beigetragen, würdest du da z.B auch die Regierung der BRD kritisieren weil da Blockaden angesetzt wurden?

Zu Trump habe ich ja weiter oben schon was geschrieben, mMn hat er Außenpolitisch nicht viel Ahnung und die Menschen sind ihm egal, in Venezuela hat er es geschafft durch sein eingreifen in eine andere Richtung zu steuern aber ob das langfristig durchdacht ist und am Ende dann freie Wahlen stehen ,steht ja auch nicht fest. Ich würde Greta aber nicht als normale Kritikerin sehen, habe die jetzt seit der letzten Aktion gegen Israel nicht verfolgt aber ich glaube nicht, dass sie sich z.B zu den Niederschlagungen der Proteste im Iran geäußert hat, was auch ins Bild passt das ich von ihr und ihrer Bubble habe, wahrscheinlich würde eine demokratische Wende und ein Regierungswechsel da nicht passen, weil dann wieder ein Gegner Israels wegfallen würde.

Habe bisher die Finger still gehalten, auch wenn mir einiges sauer aufstieß bei dem, was hier einige wenige von sich geben. Aber sorry, Leute, geht's noch? Klar, Collien Fernandes hat sich das alles nur ausgedacht (bzw. inszeniert), um jetzt medienwirksam gemeinsam mit HateAid und der SPD ein restriktiveres Online-Gesetz durchzuprügeln. (/sarcasm) Dazu noch feinster Whataboutism und fertig ist die einfache schwarz-weiß Welt. Ganz ehrlich: auch ich als hetero cis-Mann bin verdammt froh, dass es HateAid gibt, welche Opfer dabei unterstützt, Beleidigungen, Belästigungen, etc. zur Anzeige zu bringen - aber auch zum Beispiel volksverhetzende, antisemitische und/oder holocaustverleugnende Online-Posts.
Das sie sich das ausgedacht hat lese ich aus den Kommentaren eher nicht raus, ich habe beispielsweise meinen Satz bewusst so formuliert weil erstmal nichts bewiesen ist und Christian Ulmen einen verklagen könnte wenn man ihre Beschreibung als Tatsache hinstellt.  :P Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich die Sache noch entwickelt und was am Ende dabei herauskommt.
Bei den Deepfakes wäre ich persönlich etwas skeptisch weil es KI in der Form ja erst ein paar Jahre gibt, ich meine die ersten KI Modelle mit denen so etwas Möglich war kamen Ende 2022 ode 23 raus,täuschend echte Videos erst 25, laut ihr ging das ganze aber deutlich länger.
Dazu kommt die politische Instrumentalisierung und das es medial so aufgegriffen wird als würde es sonst nie irgendwelche sexuellen Straftaten und reale Vergewaltigungen geben.
Ich würde das schwarz weiß denken eher auf der anderen Seite sehen, z.B heute im Radio einen Kommentar gehört,dass sich alle Männer mal Gedanken machen sollen, so als ob man als Mann jetzt eine Kollektivschuld von irgendwelchen Idioten mittragen muss die Frauen scheiße behandeln und Verbrechen begehen.

Edit:zu den Deepfakes wird jetzt anscheinend in der Berichterstattung zurückgerudert.
Zitat
Korrektur: In der ursprünglichen Fassung des Videos wurde gesagt, Collien Fernandes habe ihrem Ex-Mann gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorgeworfen, gefälschte pornografische Aufnahmen von ihr erstellt und verbreitet zu haben. Richtig ist, dass sie ihm das Verbreiten entsprechender Aufnahmen vorgeworfen hatte.
https://www.zdfheute.de/video/zdfheute-live/deepfakes-digitale-gewalt-video-100.html

Das meine ich. In der aktuellen Debatte geht es um ein Gesetz rund um Deepfakes. Das mit der Wallet-Id ist natürlich nicht aus der Welt, hat aber erstmal nichts mit dem Fall zu tun und ist schon seit Monaten im Umlauf. Auch, wenn es die Gefahr gibt, dass sich das gegenseitig befeuert.
Ja, aber dann sollen sie sich auch auf Deepfakes beschränken die wirklich in die diskutierte Richtung gehen und nach geltenden Gesetzen wahrscheinlich eh schon Strafbar wären. Wenn ich z.B ein Bild von Merz als Pinoccio erstellen will sollte ich das tun dürfen. Es fällt schwer da den einen Bereich unabhängig zu denken wenn es auch Diskussionen um Klarnamenpflicht und Wallet gibt ,die sich damit verküpfen lassen.
z.B wird hier im Artikel Daniel Günther zitiert. https://www.stern.de/politik/deutschland/collien-fernandes--ministerin-prien-will-porno-deepfakes-bestrafen-37239738.html
Zitat
Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der sich seit Langem für klare Regeln im Netz einsetzt, fordert eine sofortige, harte Reaktion des Staats. „Der Fall zeigt auf erschreckende Weise, wie dringend wir beim Schutz vor Deepfakes und Identitätsklau endlich vorankommen müssen“, sagte Günther dem stern. Wer im Internet gezielt Identitäten missbrauche und andere mit digitalen Fälschungen massiv schädige, dürfe sich nicht in der Anonymität des Netzes verstecken. „Deshalb braucht es jetzt die Klarnamenpflicht.“

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.März 2026, 10:49:06
Wo bleibt der Aufschrei, wo bleiben die Demos bei echten Vergewaltigungen, die nicht angezeigt werden?

Vergewaltigung in Neuköllner Jugendclub? Neue Details
Dem Dokument zufolge wurde die Sozialraumkoordinatorin darüber informiert, dass eine Anzeige gegen die mutmaßlichen Täter stattfinden müsse. „Die Sozialraumkoordinatorin sah von dieser ab, da sie eine Marginalisierung der Tätergruppe befürchtete“, heißt es in der eidesstattlichen Versicherung. „Sinngemäß äußerte sie, dass die muslimischen Jungen bereits genug im Visier der Polizei seien und sie einen Generalverdacht verhindern möchte.“

https://www.morgenpost.de/berlin/article411552840/berlin-sollten-mutmassliche-taeter-geschuetzt-werden-dokument-offenbart-brisante-details.html

Diese "Sozialraumkoordinatorin" und die Jugendamtsleitung gehören fristlos entlassen und wegen Vertuschung sowie Beihilfe vor Gericht.

Ergänzung, gerade im Ticker: Tankstellen dürfen nur noch einmal täglich die Preise erhöhen, das ist die "Entlastung" der Bürger durch die deutsche Politik. Ein weiteres Armutszeugnis. Ich prognostiziere: die Preise werden noch schneller noch höher schießen, aber dafür dann nur einmal am Tag. Und die AfD freut sich mal wieder, deren Forderung wäre die einzig sinnvolle, aber der dt. Staat ist pleite, man braucht jeden Cent. Der nächste Schritt wird die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 oder gar 22% sein, damit würde man dann wenigstens zur Spitzengruppe in der EU aufschließen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.März 2026, 11:39:22
Vor allem, da es nicht mehr allein um die Vergewaltigung geht. Hier stehen noch mehr Straftaten im Raum. Alleine, dass 2 Videos davon bei den Tätern sind (also Beweise) und diese dann für eine Erpressung genutzt wurden um die 16-jährige zu erpressen, ihre jüngere Schwester auch noch in dieselbe Situation zu bringen. Da wären wir dann schon bei Kinderschändung.


Was glauben diese Elfenbeinturmbewohnerinnen eigentlich soll ein Aufarbeiten des Themas "sexualisierte Gewalt/toxische Männlichkeit" bringen? Die wussten genau was sie tun, die lachen auch nur über diese Aufarbeitung.
Auch die Aussage, dass die muslimischen Jungen bereit genug im Visier der Polizei seien, ist doch nur blanker Hohn.
Die Beteiligten sollten alle fristlos entlassen werden, alle Pensions-/Rentenansprüche sollte aberkannt werden und sie sollten nie wieder in einer sozialen Einrichtung arbeiten.
Sollten diese Jugendlichen keinen deutschen Pass haben, so dürften sie ihn auch niemals bekommen. Sie sollten abgeschoben werden und ein Einreiseverbot bekommen. Ebenso ihre Familie. Haben sie einen deutschen Pass, dann sollte es aufgrund der vielen Straftatbestände Knast geben (mindestens 15 Jahre ohne Bewährung).


@DragonFox : Ich habe ja von der Grundschule meines Neffen gesprochen. Hier ist das sogar noch schlimmer. In Gnarrenburg ist doch sowas auch passiert. Rotherham passiert gerade auch in Deutschland. Von linker Seite wird das gnadenlos ausgeblendet. Ist halt die Frage ob die Damen im Amt selbst Töchter haben. Was wäre, wenn das ihre Tochter gewesen wäre? Oder sind türkisch-kurdische Mädchen denen weniger Wert? Dann frage ich mich, wer hier rassistisch ist. In Deutschland sollte jede Vergewaltigung bestraft werden, ganz egal ob das betroffene Opfer deutsch ist oder nicht.


Und ja : HateAid sollte da demonstrieren, auch gegen die Angestellten der Einrichtungen und des Jugendamtes. Aber nein, bei der eigenen Blase tut man das nicht. Echt nur noch zum Kotzen.


Um mal den Bogen zu Rossi und der afD zu schlagen. Es gibt so einen Spruch von Nicolas Gomez Davila (kolumbianischer Philosoph) :"Rechts wird man nicht, wenn man Rechten zuhört, sondern wenn man Linken zuhört." Ich würde das sogar ein wenig modifizieren. "Man wird Rechts, wenn die Progressiv-Woken regieren und die Deutungshoheit haben." Denn da gibt es 2 Sachen zu beachten. Nach den Progressiv-Woken bin ich sicherlich rechts, was ich sicherlich nicht bin. Bürgerlich sicherlich, eventuell leicht konservativ in Teilbereichen, in anderen eher liberal-fortschrittlich. Ich schreibe übrigens bewusst Progressiv-Woke, weil die für mich keine richtigen Linken sind. Zweitens sieht man, wie der Staat unter ihrer Führung zusammenbricht und versagt. Das liegt hier ja zweifelsohne vor.
Vor Monaten hat man noch gesagt : die afD ist ein Ostphänomen. Nach einigen Wahlen im Westen ist diese These unhaltbar. Sie ist im Westen angekommen und viele haben es vorausgesagt und wurden ausgelacht. Vor allem unter Arbeitern als auch integrierten Migranten bekommt die afD im Westen Zulauf. Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, dass man die Politik ändern muss und für das Volk regieren sollte statt für eine kleine Bubble, der ist entweder dumm oder ein charakterlich schwieriger Mensch.


Zur Mehrwertsteuer : Wer konsumiert im Vergleich zu seinem Einkommen am meisten? Geringverdiener und Haushalte mit niedrigem Einkommen. Die werden überproportional belastet. Das ist doch keine linke Politik die zu belasten, die es eh schon am schwersten haben. Das ist doch nur noch Wahnsinn.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.März 2026, 12:01:11
Nach einigen Wahlen im Westen ist diese These unhaltbar.
Jetzt klammert man sich an den Strohhalm, dass die AfD bei der Bundestagswahl in RP 0,6 Prozentpunkte stärker war als bei der Landtagswahl und bastelt sich daraus das Traumschloss, dass die AfD im Niedergang begriffen ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 26.März 2026, 13:35:27
Zu den Tankstellenpreisen:
Vielleicht funktioniert das ja, wie es auch in Österreich in einer sehr ähnlichen Art und Weise funktioniert hat. Auch wenn man das in Österreich letzte Woche verschärft hat und dort die Preise nur noch 3x die Woche erhöht werden dürfen.

Zu Neukölln:
Mir fehlen da die passenden Worte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.März 2026, 21:13:58
Merz vor der Wahl: "Die Mehrwertsteuer zu erhöhen wäre nun das größte Gift für unsere Konjunktur und vor allen Dingen für die gesamte Nachfrage. Es würde eine unverhältnismäßig große Belastung der privaten Haushalte auslösen und deswegen möchte ich keine Mehrwertsteuererhöhung machen. Wir wollen sie nicht und wir machen sie auch nicht. Es hat keinen Sinn, an der Steuerschraube weiter zu drehen.

Merz nach der Wahl: "Wir schließen nichts aus." Und das in Zeiten allerhöchster Energiepreise, allerhöchster Mieten und hoher Lebenshaltungskosten. Weil "sparen" bei Politikern bedeutet, Steuern zu erhöhen und noch mehr Geld zu verprassen.

Wo soll das eigentlich enden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 27.März 2026, 16:23:33
Wo bleibt der Aufschrei, wo bleiben die Demos bei echten Vergewaltigungen, die nicht angezeigt werden?
Der Grund ,dass man in solchen Fällen weniger hört wird sein, dass man eigentlich nichts falsch machen kann wenn man auf Christian Ulmen draufhaut und man wahrscheinlich nicht in die Lage kommt seine Meinung in eher unbequem Diskussionen vertreten zu müssen und Gegenwind zu bekommen , die Reaktionen und die mediale Begleitung erinnern mich stark an die Geschichte von diesen rich Kids damals auf Sylt, die bei einer Feier Nazi Texte gesungen haben.
Man muss sich nur mal anschauen was jetzt wieder losgeht wenn Merz da etwas anspricht was in eine andere Richtung geht, sofort kommen da empörte Reaktionen, nebenbei heute im DLF gehört, das er ja doch eigentlich recht hätte, weil die Zahlen dazu passen und allgemein auf eine Frage zu Gewalt gewantwortet hat, dazu dann aber schnell der Hinweis, das Migranten als Täter beim Thema "digitale Gewalt" eher unterrepräsentiert seien.
https://www.tagesschau.de/inland/merz-zuwanderung-frauen-100.html

Merz vor der Wahl: "Die Mehrwertsteuer zu erhöhen wäre nun das größte Gift für unsere Konjunktur und vor allen Dingen für die gesamte Nachfrage. Es würde eine unverhältnismäßig große Belastung der privaten Haushalte auslösen und deswegen möchte ich keine Mehrwertsteuererhöhung machen. Wir wollen sie nicht und wir machen sie auch nicht. Es hat keinen Sinn, an der Steuerschraube weiter zu drehen.

Merz nach der Wahl: "Wir schließen nichts aus." Und das in Zeiten allerhöchster Energiepreise, allerhöchster Mieten und hoher Lebenshaltungskosten. Weil "sparen" bei Politikern bedeutet, Steuern zu erhöhen und noch mehr Geld zu verprassen.

Wo soll das eigentlich enden?
Zumal ja auch der Sinn hinter einer Erhöung fraglich ist, nmmt man wirklich mehr ein wenn die Leute am Ende weniger kaufen?
Gleichzeitig eröffnet BASF erstmal ein Werk in China.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/basf-china-werk-zhanjiang-100.html

Anscheinend könnte es demnächst wieder Klagen gegen die Klimapolitik geben, die Klimaziele in Gesetzen festzuschreiben ist wirklich das dümmste was man machen konnte.
https://www.deutschlandfunk.de/umweltorganisationen-fordern-bundesregierung-zur-einhaltung-der-klimaschutzziele-auf-104.html
https://www.deutschlandfunk.de/klimaschutzprogramm-deutschland-bundesregierung-energiewende-100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.März 2026, 12:53:46
Gleichzeitig eröffnet BASF erstmal ein Werk in China.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/basf-china-werk-zhanjiang-100.html
So etwas wird es in Zukunft noch viel öfter zu lesen geben. Hier werden Werke geschlossen, in China, den USA oder Osteuropa neu eröffnet. Deutschland wird zum Armenhaus Europas werden, weil man die Industrie vertreibt und gleichzeitig die jungen Menschen dumm und dümmer macht, schulisch gibt es ja auch keine Ansprüche mehr, jeder muss "abgeholt" werden und Abitur machen.

Noch könnte man die Bremse reinhauen und einen Kurswechsel vornehmen, die Zeit läuft aber immer schneller ab, je mehr Industrie abwandert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Arbeitslosenzahlen explodieren, weil man eben nicht jeden in den Vorruhestand schicken kann, und weil keine neuen Arbeitsplätze mehr in großer Zahl geschaffen werden, weil die Rahmenbedingungen anderswo viel besser sind. Von der fast schon feindseligen Atmosphäre gegen Investoren, Unternehmer und Arbeitgeber in D im Allgemeinen und einer Regierungspartei im Speziellen mal ganz zu schweigen. Angesichts unserer regierenden Politiker habe ich daher große Zweifel, dass so ein Kurswechsel stattfinden wird.

Mit immer mehr Arbeitslosen explodieren die Kosten in den Sozialsystemen, bei gleichzeitig immer geringeren Einnahmen. Also belastet man die, die noch Arbeit haben, immer stärker. Mit der Folge, dass sich Arbeit immer weniger lohnt und noch mehr Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können, was wiederum noch mehr Arbeitslose bedeutet, die Spirale nach unten dreht sich immer schneller.

Das wird ein Absturz, wie ihn die Welt höchstens einmal vor ein paar hundert Jahren gesehen hat, als Spanien vom kolonialen Goldrausch in den Abgrund stürzte. Und da gibt es einige interessante Parallelen: Abhängigkeit von einer Wohlstandsquelle (D: Export), zu wenig Investition und Innovation in den fetten Jahren, Bürokraten (in S: Adel und Klerus) verhindern Strukturreformen, außenpolitische Belastungen (S führte selber viele Kriege) dämpfen die Weltwirtschaft (für eine Exportnation fatal) und erhöhen die Kosten.

Reichtum ist kein immerwährender Zustand, er muss erarbeitet werden, er entsteht durch Innovation, Produktivität, Bildung, Anpassungsfähigkeit und Resilienz. Alles Bereiche, in denen D massivst zurückgefallen ist. Wie will man aus dieser - selbst gegrabenen - tiefen Grube wieder rauskommen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 08:55:56
Hat jemand den Juso-Fritzen bei Lanz gesehen? Der leiert immer noch das Gerechtigkeitsmantra runter und will "die Reichen" mal wieder höher besteuern, bis zu 56% ESt. soll das gehen. Dafür sollen angeblich 90-95% der Bevölkerung von Steuersenkungen profitieren, was ungefähr so wahr ist, wie die 80% der Syrer, die Merz in die Heimat schaffen will, was er ja jetzt angeblich nur deren Präsident nachgeplappert haben will.

Dass die oberen 10% der Einkommen schon für 50% der ESt-Aufkommens sorgen und die unteren 50% zusammen gerade mal 5-7% beitragen, scheint dem jungen Mann unbekannt zu sein. Man kann das natürlich "gerecht" nennen und es mit "starke Schultern tragen mehr" begründen, man darf aber auch der Meinung sein, dass da die Neidschürerei - wie auch bei der Erbschafts- und Vermögenssteuer - eine große Rolle spielt.

Die Steuer- und Abgabenschraube ist am Anschlag, auch für hohe Einkommen (was in D schon bei 90.000 EUR losgeht). Es müssen andere Rezepte her, wichtig wäre es, den Standort Deutschland attraktiv für Investitionen zu machen, dazu braucht es eine massive Senkung künstlich auferlegter Kosten und eine Entbürokratisierung, die vermutlich beispiellos in der Geschichte wäre.

Je mehr die Wirtschaft brummt, desto besser für unseren Sozialstaat. Aber das hat man bei der SPD nie verstanden und bei der CDU scheint dieses Wissen auch verloren zu gehen, wenn selbst ein Kanzler, der aus der Wirtschaft kommt, diesbezüglich nichts auf die Kette bekommt, sondern sich nur in der Außenpolitik profilieren will.

Jetzt will der einflußreiche Arbeitnehmerflügel der SPD, dass die Partei noch linkere Politik macht. Wie soll Merz damit noch koalieren können? Mit wem soll die Union überhaupt noch koalieren können, wenn nur noch linke Parteien, die sich mit immer linkerer Politik gegenseitig überbieten, als Koalitionspartner in Frage kommen?

Die Wähler haben es in der Hand, würden anstatt 26% nur 6% AfD wählen und die anderen 20% bei der Union oder FDP ihr Kreuz machen, gäbe es eine ganz andere Politik in Deutschland. Aber das wiederum verstehen diese Leute nicht, aus Trotz ruiniert man lieber das Land, indem man die Union zwingt, mit linken Parteien zu koalieren. Die diese Zwangslage der Union natürlich genüsslich ausnutzen und rausschlagen, was nur geht, derweil immer mehr Industrie und gut ausgebildete, motivierte Leute dem Land den Rücken zukehren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Octavianus am 01.April 2026, 13:02:54
Die Wähler haben es in der Hand, würden anstatt 26% nur 6% AfD wählen und die anderen 20% bei der Union oder FDP ihr Kreuz machen, gäbe es eine ganz andere Politik in Deutschland. Aber das wiederum verstehen diese Leute nicht, aus Trotz ruiniert man lieber das Land, indem man die Union zwingt, mit linken Parteien zu koalieren. Die diese Zwangslage der Union natürlich genüsslich ausnutzen und rausschlagen, was nur geht, derweil immer mehr Industrie und gut ausgebildete, motivierte Leute dem Land den Rücken zukehren.
Höre ich da heraus, dass der Wähler schuld daran ist, dass die Parteien schlechte Politik fürs Land machen?

Ich frage mich in dieser Hinsicht, was man konkret Wählern erzählen soll. Wahlprogramme und Wahlversprechen gehen natürlich damit einher, dass sie die Maximalforderungen einer Partei darstellen. Eine 100%ige Umsetzung darf man nicht erwarten, wird allerdings von vielen Wählern offenbar so angenommen. Das hilft also nicht weiter.

Erzählt man den Wählern, dass in der Vergangenheit Fehler begangen wurden (egal von welcher Partei und egal auf welcher weltpolitischen oder innenpolitischen Grundlage), dann mag das die Fehler der Vergangenheit beleuchten, aber nicht die Frage lösen, wie die Zukunft aussehen soll.

Was also sollte eine Partei tun, die Deutschland in deinen Augen wieder auf den richtigen Weg bringen soll? Welche öffentliche Strategie wünschst du dir? Denn schließlich müssen die Wähler ja überzeugt werden, ein Kreuzchen bei der Partei zu setzen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 13:40:47
Höre ich da heraus, dass der Wähler schuld daran ist, dass die Parteien schlechte Politik fürs Land machen?
Der AfD-Wähler ist "Schuld" daran, dass die Union mit linken Parteien koalieren muss, weil jeder weiß, dass die Union nicht mit der AfD koaliert. Dass linke Politik meistens auch schlechte Politik ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren >:D

Zitat
Ich frage mich in dieser Hinsicht, was man konkret Wählern erzählen soll.
Wie wäre es zur Abwechslung mal mit der Wahrheit, auch wenn sie weh tut?

Zitat
Erzählt man den Wählern, dass in der Vergangenheit Fehler begangen wurden...
Das ist gar nicht nötig, der aktuelle Kanzler ist nicht für die Fehler seiner Vorgänger verantwortlich, er muss die Misere nur ausbaden.

Zitat
Was also sollte eine Partei tun, die Deutschland in deinen Augen wieder auf den richtigen Weg bringen soll?
Ich wäre schon zufrieden, wenn Merz das umsetzen würde, was er gerne vollmundig verkündet und er nicht nach einer Weile das Gegenteil von dem, was er sagt, macht.

Für mich gäbe es drei Prioritäten: 1. die Wirtschaft flottmachen (was vieler Einzelmaßnahmen bedarf), 2. Kahlschlag bei der Bürokratie und 3. Ordnung ins Einwanderungschaos bringen, inkl. Ausschaffungen all derer, deren Schutzgrund entfallen ist oder die hier kriminell werden.

Wenn das ein integrer Politiker sauber kommuniziert, dann sähe ich für so eine Politik auch eine Mehrheit der Wähler. Garantiert ist das natürlich nicht, aber einen Versuch wäre es wert und wenn die Kanzlerschaft dann nur in einer Koalition, in der er seine zentralen Punkte nicht umsetzen kann, möglich wäre, dann würde ich von einem integren Politiker erwarten, dass er verzichtet. Das mag blauäugig sein, aber für mich ist der Kanzler der "erste Diener des Staates", zu diesem Selbstverständnis müssen wir unbedingt wieder zurück. Das Volk ist der Souverän, nicht die Regierung.

Weil es gerade ins Thema passt:
High Noon an der Tankstelle: Spritpreise in Bremen steigen deutlich - buten un binnen
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/spritpreise-bremen-teuer-100.html

Wollte die Regierung nicht die Preise senken? Und war es nicht allen schon vorher klar, dass dieses Instrument völlig untauglich ist?

Was erwarte ich von der Regierung? Dass sie ihre Bürger schützt, die finanziellen Folgen solcher weltweiten Krisen zumindest etwas abfedert. So wie es eigentlich auch jedes Land, außer Deutschland, macht. Sogar Polen senkt die Steuern auf Sprit...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Dukel am 01.April 2026, 14:03:27
Dass linke Politik meistens auch schlechte Politik ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren >:D

Weil so ein Blödsinn nicht stimmt!
Was ist für dich konkret an linker Politik schlecht?

Links = Alle sind gleich viel Wert; Rechts = Die eine Gruppe, Religion, Herkunft, Job, ... ist mehr Wert als die andere
Außerdem ist Linke Politik eher Zukunftsorientiert und Rechte eher Konservativ / vergangenheitsorientiert.

Ich bin hier für Linke Politik, da ich diese als Gerechter empfinde.

Ich frage mich in dieser Hinsicht, was man konkret Wählern erzählen soll.
Wie wäre es zur Abwechslung mal mit der Wahrheit, auch wenn sie weh tut?

Das machen z.B. die Grünen und haben daher schon des öfteren dadurch Wählerstimmen verloren..
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 01.April 2026, 16:50:38
@Dukel :
Links = Alle sind gleichviel wert? Selten so gelacht. Sind es nicht die Woken die genauso auf Religion, Herkunft, Geschlecht herumreiten und Sonderrechte für bestimmte Gruppen fordern? Ganz rechts und Woke (die ja als links gelten) haben beide das gleiche tribale Mindset.
Linke Politik ist auch nicht zukunftsorientiert, sondern versucht alles so zu halten wie es immer war. Es ist linke Politik die hier zu immer mehr Verwaltung führt und Zukunftstechnologien verschläft. Schau doch mal nach Kuba, wie auch dort die Energiewende verschlafen wurden. Und auch Deutschland verschläft sie, weil man zwar (wie es Sozialisten gerne machen) anderer Leute Geld umverteilt, aber der Nutzen beschränkt ist aber auch konterkariert wird (Initiativen gegen Stromautobahnen, Pumpspeicherkraftwerke, you name it).
Und Gerecht ist ein Witz. Bürgergeldempfänger und Flüchtlinge wurden für 12 Milliarden in der Krankenversicherung versorgt. Dafür gab es kein Steuergeld => Die Beitragszahler tragen sie mit. Und jetzt erzählt man dem Beitragszahler, dass er zuviel kostet und man ihn mehr belasten will bzw. Leistungen kürzen will. Klingt sehr gerecht. Die 12 Milliarden müssen (!) aus dem Steueretat kommen, den es geht um Leute die nicht einzahlen und trotzdem versorgt werden.


@Signor Rossi : Die cdU ist gehörig mit dran Schuld. Sie paktiert ja gerne mit linken Parteien. Allein die Drohung mit der afD zu regieren würde ihre Position stärken und auch spD, Grüne und Linkspartei zu Kompromissen zwingen. Da man das aber kategorisch ausschließt, fällt eine wichtige Trumpfkarte weg und der "linke" Koalitionspartner hat alle Trümpfe in der Hand. Man muss zumindest damit drohen, mit der afD zusammenzuarbeiten damit man die spD zum Beispiel unter Druck setzen kann.
https://www.focus.de/finanzen/steuern/das-bringen-ihnen-die-steuerplaene-der-bundesregierung_84fc447a-7276-4447-8343-9836fe224029.html
Und Politik für die Wähler vor allem die Arbeiter wird doch von der spD gar nicht gemacht, im Gegenteil. Mwst von 19 auf 21% erhöhen wären 10% mehr Mwst, bei ermäßigten Satz (7 auf 9%) sogar 28% (!!!) mehr. Der ermäßigte Satz, der vor allem Güter des täglichen Bedarfs also der normalen Bevölkerung abdeckt, steigt also besonders stark an.
Kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern in der Familienversicherung weg und ein Mindestbeitrag von 225 € pro Monat, damit beide gezwungen sind zu arbeiten. So kann man Familien auch zerstören. Gleichzeitig wird das Ehegattensplitting abgeschafft. Damit fördert man also DINK (Double Income No Kids). Wenn wir eh schon zu wenig Kinder hatten : Das wird noch schlimmer werden. Der Arbeiter mit einer "normalen" Familie ist wieder der, der am stärksten belastet wird. Und das von einer spD. Kein Wunder, dass kein Arbeiter mehr spD wählt. Würde ich an deren Stelle auch nicht machen. Übrigens : Der Eingangssteuersatz soll ja auch von 14 auf 19% steigen. Ja wir belasten die kleinen Einkommen, damit sich Arbeit auf keinen Fall mehr lohnt.
Der Alleinstehende mit 30000 Bruttoeinkommen wird um 200 Euro Einkommensteuer entlastet, zahlt aber über die Mwst alles wieder zurück. Der Alleinstehende mit 110.000 Bruttoeinkommen spart sogar 1300 Euro pro Jahr. Ich bezweifle, dass das über die Mwst zurückkommt. Der kann noch mehr zur Seite legen und auf Kapitaleinkommen gehen. Großes Kino. Und wird sicher den Konsum fördern... Familien wie gesagt sind die großen Verlierer. Egal wieviel Einkommenssteuerentlastung kommt : Mitversicherung in der Familienversicherung weg, Ehegattensplitting weg, Mwst raus. Das wird eine riesige Belastung werden.
Und Vermögenssteuer soll reaktiviert und Erbschaftssteuer erhöht werden : Wir brauchen mehr Geld, nachdem 500 Mrd. auf Pump zweckentfremdet wurden. Ich könnte nur noch kotzen.


Wisst ihr aber, wer richtig schön abkassiert : Fluglinien.
https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/luftverkehrssteuer-ticketsteuer-runter-aber-wohl-nicht-die-flugpreise/100213782.html
Der Punkt im Koalitionsvertrag steht nicht unter Finanzierungsvorbehalt... Einfach nur krank was für einen bestechliche Bananenrepublik wir durch die Parteien geworden sind. Da fehlen mir einfach nur noch die Worte.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 01.April 2026, 17:22:09
Das wird ein Absturz, wie ihn die Welt höchstens einmal vor ein paar hundert Jahren gesehen hat, als Spanien vom kolonialen Goldrausch in den Abgrund stürzte. Und da gibt es einige interessante Parallelen: Abhängigkeit von einer Wohlstandsquelle (D: Export), zu wenig Investition und Innovation in den fetten Jahren, Bürokraten (in S: Adel und Klerus) verhindern Strukturreformen, außenpolitische Belastungen (S führte selber viele Kriege) dämpfen die Weltwirtschaft (für eine Exportnation fatal) und erhöhen die Kosten.
Und die Leute die den bisherigen Kurs beklatschen sind dann die ersten die Meckern, wenn Förder oder Sozialtöpfe wegfallen.

Die Wähler haben es in der Hand, würden anstatt 26% nur 6% AfD wählen und die anderen 20% bei der Union oder FDP ihr Kreuz machen, gäbe es eine ganz andere Politik in Deutschland. Aber das wiederum verstehen diese Leute nicht, aus Trotz ruiniert man lieber das Land, indem man die Union zwingt, mit linken Parteien zu koalieren. Die diese Zwangslage der Union natürlich genüsslich ausnutzen und rausschlagen, was nur geht, derweil immer mehr Industrie und gut ausgebildete, motivierte Leute dem Land den Rücken zukehren.
Ich denke das Argument konnte man vor der letzten Wahl bringen, jetzt aber nicht mehr, mit Union und Ampel FDP bekommen viele Leute nicht das, was sie haben wollen und die die abgewartet haben sehen sich bestätigt. Die FDP hatte die Chance in der Ampel hart auf die Bremse zu treten und ein Stoppschild aufzustellen, hätte man das gemacht stünde man heute mit einem Zweistelligen Ergebnis im Bund und würde nicht aus einem Landtag nach dem anderen fliegen. Merz hat die Wähler frech mit der Schuldenbremse angelogen und von seinem "Links ist vorbei" merkt man auch nicht viel, weil er sich von der 16% SPD an der Leine führen lässt.
Es ist da eher andersrum, nicht die Wähler entfernen sich von der Partei, sondern die Union entfernt sich von den Wählern und müsste sich bewegen oder zumindest Versprechen halten, um mehr Menschen abzuholen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 01.April 2026, 17:25:23
@TNDO: Von welchen "Sonderrechten für bestimmte Gruppen" sprichst du? Also: wer fordert hier deiner Meinung nach was konkrekt für wen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 01.April 2026, 18:01:47
@TNDO: Von welchen "Sonderrechten für bestimmte Gruppen" sprichst du? Also: wer fordert hier deiner Meinung nach was konkret für wen?


https://www.focus.de/panorama/kommentar-von-ulrich-reitz-weisse-menschen-unerwuenscht-im-museum-wenn-die-nur-wuessten-was-sie-tun_id_203789464.html
Weiße unerwünscht. Purer Rassismus wie ihn die Rechten auch leben.


Oder bei Bewerbungen steht gerne ein Satz : Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt. Hört sich für mich schon danach an, dass Männer diskrimiert werden, wenn sie genauso gut sind aber leider dem falschen Geschlecht angehören. Habe ich andersherum übrigens noch nicht gesehen.


Nur 2 Beispiele wo man denken könnte man wäre dem Tribalismus mittlerweile entwachsen, aber wo der nur von einer anderen Gruppe kommt, die sich als Opfer darstellt und sich so selbst zum Mobber/Machthaber aufschwingen will.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 18:13:10
Weil so ein Blödsinn nicht stimmt!
Niedlich. Den Smilie hattest du schon gesehen?

Zitat
Was ist für dich konkret an linker Politik schlecht?
Alles ;D

Zitat
Links = Alle sind gleich viel Wert;
Guter Witz. Gerade Linke ergehen sich doch seit einiger Zeit in krasser Identitätspolitik und teilen Menschen nach Hautfarbe, Geschlecht und Religion in gut und böse ein, was zutiefst rassistisch und sexistisch ist.

Zitat
Außerdem ist Linke Politik eher Zukunftsorientiert...
Das wäre linke Politik gerne, läuft aber immer noch dem Marx'schen Kram von vor 200 Jahren hinterher. Die linke Gleichmacherei ist zudem auch komplett fortschrittsfeindlich und lähmt jede Eigeninitiative.

Zitat
Ich bin hier für Linke Politik, da ich diese als Gerechter empfinde.
Das weiß ich doch, über Gefühle kann man natürlich nicht diskutieren.

Zitat
Das machen z.B. die Grünen und haben daher schon des öfteren dadurch Wählerstimmen verloren..
Die Grünen sind sehr selektiv mit dem Verkünden von Wahrheiten und sie erzählen auch nicht die ganze Wahrheit.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 18:23:15
Die cdU ist gehörig mit dran Schuld. Sie paktiert ja gerne mit linken Parteien.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Merz lieber mit der FDP als mit der SPD regieren würde.

Zitat
Allein die Drohung mit der afD zu regieren würde ihre Position stärken und auch spD, Grüne und Linkspartei zu Kompromissen zwingen.
Das wage ich zu bezweifeln, du siehst doch, wie die linken Parteien ihre Vorfeldorganisationen und ihr Fußvolk mobilisiert haben, als Merz kurz vor der BT-Wahl so etwas auch nur vage angedeutet hat.

Zitat
Da man das aber kategorisch ausschließt, fällt eine wichtige Trumpfkarte weg und der "linke" Koalitionspartner hat alle Trümpfe in der Hand. Man muss zumindest damit drohen, mit der afD zusammenzuarbeiten damit man die spD zum Beispiel unter Druck setzen kann.
Prinzipiell ist das schon richtig, aber so eine Drohung muss auch Substanz haben und man muss das im Zweifel dann auch durchziehen. Und das kann Merz imho nicht tun, die AfD ist mMn. nicht koalitionstauglich.

Zitat
Ich könnte nur noch kotzen.
Ich auch, linke Politik eben, sparen ist nicht möglich, es muss immer mehr rausgehauen werden, bezahlen darf es der dumme Arbeitnehmer in der Wirtschaft, dem man mit immer strengeren Gesetzen dann noch das Maul verbietet.

Zitat
Einfach nur krank was für einen bestechliche Bananenrepublik wir durch die Parteien geworden sind. Da fehlen mir einfach nur noch die Worte.
Aber, aber, das darf man doch nicht schreiben! ;) Lobbyismus und "NGOs" sind Plagen, die verboten gehören.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 01.April 2026, 18:37:18
@TNDO:

Bzgl. der Kolonialismus-Ausstellung: Der von dir vorgeworfene Rassimus setzt meiner Meinung nach strukturelle Macht und historische Diskriminierung voraus. Weiße Menschen sind meines Wissens nach in Deutschland nach wie vor nicht (auch wenn manche von der AfD dies anders sehen mögen) benachteiligt, sondern profitieren u.A. von ihrer Hautfarbe, im Verbund mit einem "deutschen" Namen auch damit. Da es sich um eine Kolonialismus-Austellung handelte, könnte man durchaus ansetzen, dass hier mit der Aktion auf historische Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht und eine Debatte angestoßen werden wollte. Davon abgesehen handelte es sich im Übrigen um ganze vier Stunden im Mittagsbereich der Samstage ... Und weiter könnte man ansetzen, dass eine solche Aktion durchaus als "Positive Maßnahme" nach den gültigen Gesetzen machbar ist: §5 des AGG (https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__5.html)

Und zur Stellenausschreibungs-Floskel: Auch hier findet wieder das AGG Anwendung, als "Frauenfördermaßnahme" mit oben schon angesprochenem §5 des AGG, um die im §3, Satz 2 Grundgesetz (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html) verankerte Maßnahme zur Herstellung tatsächlicher Gleichberechtigung herzustellen. Hier hat im Übrigen auch das LAG Düsseldorf (https://www.lag-duesseldorf.nrw.de/beh_static/entscheidungen/entscheidungen/sa/1102-08.pdf) bereits 2008 (!) geurteilt, dass diese Floskel zulässig ist, hierzu auch etwas von RA Kotz (https://www.ra-kotz.de/frauenfoederung_stellenbeschreibung_diskriminierung.htm).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 01.April 2026, 18:53:40
Zitat
Der AfD-Wähler ist "Schuld" daran, dass die Union mit linken Parteien koalieren muss, weil jeder weiß, dass die Union nicht mit der AfD koaliert. Dass linke Politik meistens auch schlechte Politik ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren >:D

Man könnte auch sagen: Durch die "schwache" Politik der Union wurde die AfD erst so groß.
Wie erklärt man sich eine Wählerwanderung im Saldo von über 1 Mio. die 2021 noch Union wählten und dann 2025 ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben. Sicher nicht an der sogenannten linken Politik. Ich es eher so interpretieren dass diese 1 Mio. es der Union einfach nicht (mehr) zugetraut haben, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 19:26:55
Ich denke das Argument konnte man vor der letzten Wahl bringen, jetzt aber nicht mehr...
Merz hatte ja keine andere Wahl als mit einer linken Partei zu koalieren, vorweg auszuschließen, dass Union und FDP keine bessere Politik machen würden und deswegen die AfD zu wählen, funktioniert rein logisch nicht. Aber logisch und rational ist eine Wahlentscheidung für die AfD (oder die Linkspartei oder BSW) sowieso nicht. Man kann imho auch nicht von Merkels Politik auf die von Merz extrapolieren, auch wenn es viele "Merkelianer" in der CDU gibt, ich bin überzeugt, dass Merz gute Absichten hatte, die aber mit einem linken Koalitionspartner nicht umsetzen kann.

Zitat
Die FDP hatte die Chance in der Ampel hart auf die Bremse zu treten und ein Stoppschild aufzustellen...
Nicht wirklich, du hast ja gesehen, wie die Linken zusammen mit ihrer Medienmacht über die FDP hergefallen sind, wenn die auch nur wagte zu widersprechen. Die FDP hätte niemals dieser Koalition beitreten dürfen.

Zitat
Merz hat die Wähler frech mit der Schuldenbremse angelogen und von seinem "Links ist vorbei" merkt man auch nicht viel, weil er sich von der 16% SPD an der Leine führen lässt.
"Links ist vorbei" war eine unsinnige Aussage, zu der er sich im "Siegestaumel" hat hinreißen lassen. Das mit der Schuldenbremse und dem alten Bundestag war ein übler Bauerntrick, dass es immer schwerer fällt, Merz seine Worte zu glauben ist fatal, zu oft ist man damit schon auf die Nase gefallen. Für die CDU ist das auch fatal, deren Glaubwürdigkeit leidet massiv, weil sie SPD-Sachen mittragen muss. Und was tun Wähler, wenn sie den "Altparteien" nicht mehr glauben? Sie wählen radikale Parteien. Das ist dann für's Land fatal. Und spätestens, wenn sich die Union in eine Koalition mit der Linkspartei begeben muss, um die AfD zu verhindern, wird sie Wahlergebnisse wie jetzt die SPD einfahren.

Zitat
Es ist da eher andersrum, nicht die Wähler entfernen sich von der Partei, sondern die Union entfernt sich von den Wählern...
Ja, das hat allerdings schon unter Merkel angefangen, die plötzlich anfing, linke Politik zu machen: KKW-Ausstieg bei gleichzeitiger Vernachlässigung der EE, open borders, Ehe für Homosexuelle (die ich als liberaler Mensch begrüße), das ist alles, aber keine konservative Politik und gleichzeitig haben einige dieser Entscheidungen das Land massiv zum Schlechteren verändert.

Zitat
...und müsste sich bewegen oder zumindest Versprechen halten, um mehr Menschen abzuholen.
Ich befürchte, der Zug ist abgefahren, auch weil man nicht die Politik machen kann, die viele konservativere Menschen in D wollen, weil man immer mit einem linken Bremsklotz regieren muss.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 19:30:34
Man könnte auch sagen: Durch die "schwache" Politik der Union wurde die AfD erst so groß.
Ja, Merkels miese, linke Politik im konservativen Gewand hat die AfD erst groß gemacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 01.April 2026, 19:35:57
Man könnte auch sagen: Durch die "schwache" Politik der Union wurde die AfD erst so groß.
Ja, Merkels miese, linke Politik im konservativen Gewand hat die AfD erst groß gemacht.

Wollte ich auch gerade schreiben.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 01.April 2026, 19:41:36
Du siehst es eben anders als die Wähler. Das heißt nicht dass du es besser weißt oder daß es die anderen besser wissen.

Merkels miese linke Politik?
- Senkung der Unternehmenssteuer
- Elterngeld
- Konjunkturpakete während der Finanzkrise
- Mindestlohn
- Förderung klimafreundlicher Technologien

Das ist ein Auszug aus ihrer Politik. Was davon war mies?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 19:45:14
Der von dir vorgeworfene Rassimus setzt meiner Meinung nach strukturelle Macht und historische Diskriminierung voraus.
Wer Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe ausgrenzt, ist ein Rassist. Ein "safe space" wäre notwendig, wenn es eine systematische Verfolgung von "BIPoC"-Menschen in D gäbe. Gibt es aber nicht, daher ist das von diesem Museum nichts weiter als virtue signallig und Gratismut.

Und es ist in dem Museum auch nicht zu erwarten, dass sich die bösen weißen Menschen über das Leid der Menschen im Kolonialismus lustig machen oder die "BIPoC"-Menschen verbal oder gar körperlich angreifen und ihnen den Museumsbesuch so unerträglich machen.

Hier wird impliziert, dass sich die "BIPoC"-Menschen alleine durch die weiße Hautfarbe der anderen Museumsbesucher bedroht fühlen. Hat man die "BIPoC"-Menschen denn vorher repräsentativ dazu befragt? Wollen die das überhaupt, wollen die das ewige Opfer sein? Fühlen die sich bedroht oder verängstigt, wenn sie zusammen mit weißen Besuchern diese Ausstellung besuchen?

Zitat
Und zur Stellenausschreibungs-Floskel
Wer Menschen aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt, ist ein Sexist. Die sog. linke "Frauenquote" ist sexistisch und auch paternalistisch, impliziert sie doch, dass Frauen es ohne solche Bevorzugung nicht alleine nach oben schaffen können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 20:02:00
Du siehst es eben anders als die Wähler.
Also die Wähler, die in Scharen zur AfD abwandern?

Zitat
Merkels miese linke Politik?
Ja.

Zitat
- Senkung der Unternehmenssteuer
Ohne Erfolg:
Die anhaltend hohe Besteuerung: Während der 16-jährigen Amtszeit von Bundeskanzlerin Merkel gab es nur ein einziges Mal eine effektive Steuersenkung für Unternehmen: 2008 wurde die durchschnittliche Unternehmenssteuer von 38 auf 30 Prozent gesenkt. Seitdem ist Deutschland indes wieder zu einem der am stärksten belastenden Steuersysteme weltweit geworden – nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Selbstständige und Arbeitnehmer. Auch dieser letzte Aspekt der fiskalischen Solidität belastet Angela Merkels Wirtschaftsbilanz nachhaltig.
https://www.derpragmaticus.com/r/angela-merkel-wirtschaftliches-erbe

Zitat
- Elterngeld
- Konjunkturpakete während der Finanzkrise
- Mindestlohn
Typisch linke Themen: Umverteilung und Keynes. Du kannst auch noch die Rente mit 63 und die Mütterrente dazu nehmen.

Zitat
- Förderung klimafreundlicher Technologien
Zu wenig und falsch angefasst.

Zitat
Was davon war mies?
So ziemlich alles, weil pure, linke Umverteilungspolitik. Die uns jetzt, in der Krise, um so mehr auf die Füße fällt, weil man solche Ausgaben nur schwer wieder reduzieren kann. Bis man dann aufgrund von Geldmangel dazu gezwungen wird.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 01.April 2026, 20:08:26
@TNDO:

Bzgl. der Kolonialismus-Ausstellung: Der von dir vorgeworfene Rassimus setzt meiner Meinung nach strukturelle Macht und historische Diskriminierung voraus. Weiße Menschen sind meines Wissens nach in Deutschland nach wie vor nicht (auch wenn manche von der AfD dies anders sehen mögen) benachteiligt, sondern profitieren u.A. von ihrer Hautfarbe, im Verbund mit einem "deutschen" Namen auch damit. Da es sich um eine Kolonialismus-Austellung handelte, könnte man durchaus ansetzen, dass hier mit der Aktion auf historische Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht und eine Debatte angestoßen werden wollte. Davon abgesehen handelte es sich im Übrigen um ganze vier Stunden im Mittagsbereich der Samstage ... Und weiter könnte man ansetzen, dass eine solche Aktion durchaus als "Positive Maßnahme" nach den gültigen Gesetzen machbar ist: §5 des AGG (https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__5.html (https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__5.html))

Und zur Stellenausschreibungs-Floskel: Auch hier findet wieder das AGG Anwendung, als "Frauenfördermaßnahme" mit oben schon angesprochenem §5 des AGG, um die im §3, Satz 2 Grundgesetz (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html)) verankerte Maßnahme zur Herstellung tatsächlicher Gleichberechtigung herzustellen. Hier hat im Übrigen auch das LAG Düsseldorf (https://www.lag-duesseldorf.nrw.de/beh_static/entscheidungen/entscheidungen/sa/1102-08.pdf (https://www.lag-duesseldorf.nrw.de/beh_static/entscheidungen/entscheidungen/sa/1102-08.pdf)) bereits 2008 (!) geurteilt, dass diese Floskel zulässig ist, hierzu auch etwas von RA Kotz (https://www.ra-kotz.de/frauenfoederung_stellenbeschreibung_diskriminierung.htm (https://www.ra-kotz.de/frauenfoederung_stellenbeschreibung_diskriminierung.htm)).


Positiver Rassismus und Sexismus bleibt Rassismus und Sexismus. Wie gesagt, der Tribalismus ist noch intakt. Man fühlt sich im Gegensatz zu den Rechten nur auf der "richtigen" Seite.
Man muss das AGG überdenken, wenn es Sexismus fördert.
Wenn ich bei einer Ausstellung über mitteleuropäische Geschichte 4 Stunden lang "Nicht-Weißen" verbiete, die Ausstellung zu besuchen. Wärest du dann der gleichen Meinung? Wenn nicht, dann misst du mit zweierlei Maß. Du argumentierst übrigens mit : Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße in Deutschland.


https://www.focus.de/panorama/welt/konflikte-mit-fundamentalistischen-muslimen-islam-wird-siegen-auf-schulklo-berliner-verein-kaempft-gegen-brisante-entwicklung_id_260115525.html (https://www.focus.de/panorama/welt/konflikte-mit-fundamentalistischen-muslimen-islam-wird-siegen-auf-schulklo-berliner-verein-kaempft-gegen-brisante-entwicklung_id_260115525.html)
Kein Rassismus gegen Weiße?


https://www.welt.de/vermischtes/article69ac3a7f10f264d5597773cb/kleve-eklat-an-ramadan-muslimische-schueler-fordern-klassenkameraden-auf-pausenbrote-heimlich-zu-essen.html (https://www.welt.de/vermischtes/article69ac3a7f10f264d5597773cb/kleve-eklat-an-ramadan-muslimische-schueler-fordern-klassenkameraden-auf-pausenbrote-heimlich-zu-essen.html)
Man soll also sein Brot in den Müll werfen und mitfasten und linke Lehrer schauen weg. Deutsche Schülerin wird wegen ihrer deutschen Herkunft beleidigt. Übrigens sind Kinder meines Wissens von der Pflicht zum Fasten ausgenommen, genau wie alte Menschen, Schwangere, chronisch Kranke und Stillende.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Magic1111 am 01.April 2026, 22:42:08

Merkels miese linke Politik?
- Elterngeld

Das hat sie ja nun im Kern nicht eingeführt, denn von 1986 - 2006 gab es das einkommensunabhängige Erziehungsgeld. Ab 01.01.2007 erfolgte lediglich ein Systemwechsel auf das heutige Elterngeld (BEEG).
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 01.April 2026, 23:07:00
Du siehst es eben anders als die Wähler.

Wie die Wähler es sehen, kann man sich aktuell hier ansehen:
Nur noch 15 Prozent sind mit der Arbeit von Schwarz-Rot zufrieden - zehn Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Damit gibt es aktuell eine große Mehrheit von Unzufriedenen (84 Prozent). [..]
Lediglich ein Fünftel (20 Prozent) hat Vertrauen, dass die Regierung die notwendigen Maßnahmen einleitet, um die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland zukunftssicher zu machen. Und ein gutes Viertel (26 Prozent) äußert dieses Vertrauen mit Blick auf das Voranbringen der Wirtschaft in Deutschland.

https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-april-100.html

Das sind imho katastrophale Werte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Herr_Rossi am 02.April 2026, 07:06:36
Dass das katastrophale Werte sind, das bestreitet niemand.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 02.April 2026, 08:05:24
Dass das katastrophale Werte sind, das bestreitet niemand.
Viele Wähler sehen die Lage offensichtlich ähnlich schlecht wie ich es tue. Was ja angesichts der bescheidenen wirtschaftlichen Lage und dem Unwillen der Politik (Hallo, Herr Merz? Spritpreise?), ihren eigenen Bürgern zu helfen, keine wirkliche Überraschung ist. Sparen ist eben nicht in deren Konzept vorgesehen, deswegen freut man sich jetzt, dass man richtig Reibach machen kann und im Finanzministerium die Kassen klingeln. Die Franzosen sind da nicht so geduldig wie der Michel: https://www.handelsblatt.com/politik/international/energiekrise-hilfspaket-zu-klein-blockaden-und-proteste-in-frankreich/100213100.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.April 2026, 08:28:48
Hohe Spritpreise: Koalitionspolitiker für schnelle Maßnahmen | FAZ
Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte der dpa: „Weitere Maßnahmen wie eine mögliche Entlastung über die Kfz-Steuer müssen nicht nur schnell, sondern vor allem zielgenau wirken, um Haushalte und Wirtschaft nachhaltig zu entlasten. Die zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates durch den Ölpreisschock müssen wir den Bürgern zurückgeben.“

https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/hohe-spritpreise-koalitionspolitiker-fuer-schnelle-massnahmen-200699062.html

Warum senkt man denn nicht einfach Steuern und Abgaben auf den Sprit? Das würde SOFORT wirken und besonders die entlasten, die viel fahren MÜSSEN, auch zB. Speditionen.

Aber nein, man sucht sich mal wieder einen möglichst komplizierten Weg, der dann die Leute entlastet, die viel KFZ-Steuer zahlen müssen. Und warum müssen die hohe KFZ-Steuer zahlen? Weil sie eine fette Karre mit viel Hubraum und hohem CO2-Ausstoß fahren, wer einen Kleinwagen fährt, guckt blöd aus der Wäsche, weil der gar nicht so viel KFZ Steuer zahlt, um viel zurückzubekommen.

Und die Entlastung kommt dann irgendwann, nur nicht jetzt und ich bin auch mal gespannt, wie hoch diese Entlastung dann ausfallen wird. Ich rechne mit den berüchtigten "Peanuts". Das ist wieder mal eine Luftnummer, mit der "Aber wir kümmern uns doch um euch"-Aktivität vorgetäuscht werden soll.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 03.April 2026, 15:19:01
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/katherina-reiche-so-vergeigt-die-union-ein-weiteres-zukunftsprojekt-kolumne-a-94e5ac30-f259-474e-ba8a-a50bc0e3e1ac?giftToken=13f41266-0f25-4e9e-b2e3-56a6971728a2

Ein Beispiel zukunftsorientierter, konservativer Politik.


Derweil hat Robert Habeck England infiltriert:

https://www.focus.de/earth/in-england-werden-solaranlagen-und-waermepumpen-zur-pflicht_4cef7611-49ed-40d2-a7d9-e0e02b03e780.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 03.April 2026, 18:02:31
In Neubauten sind WP und PV ja auch absolut sinnvoll, darum ging es bei Habecks Heizugsgesetz aber nicht nur.

Ergänzung: der Spiegel ist nach Relotius und Fernandez nur noch so semi glaubwürdig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 03.April 2026, 18:03:05
Derweil hat Robert Habeck England infiltriert:

https://www.focus.de/earth/in-england-werden-solaranlagen-und-waermepumpen-zur-pflicht_4cef7611-49ed-40d2-a7d9-e0e02b03e780.html

Weil ich mich immer sehr kritisch geäußert habe... Selbst ich finde Wärmepumpen in NEUBAUTEN, denn darum geht es im Artikel ja, absolut richtig. Falsch ist es hingegen die Dinger oder auch andere Geräte zwangsweise in ältere Häuser einzubauen, was für einen reibungslosen und effektiven Betrieb einen Rattenschwanz an kostenspieligen Modernisierungen nach sich zieht. Oder die wegen dem Alter der Immobilie sonst nicht für die gewünschte Wärme sorgen. Die Modernisierungen hingegen sind auch über Ersparnisse beim Betrieb kaum bis gar nicht - je nach Renovierungsstau, Lebenssituation und Alter der Bewohner - wieder reinzuholen.

LG Veni_vidi_vici

Edit: Signor Rossi bringt es kürzer auf den Punkt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 06.April 2026, 22:54:50
Jetzt gibt es eine "Taskforce" (neudeutsch für Arbeitskreis, den man gründet, wenn man nicht mehr weiter weiß...) gegen die hohen Spritpreise. Man fragt sich mittlerweile, was frühger kommt: das Ende des Irankriegs oder Senkungen der Abgaben und Steuern. Ich tippe auf das Ende des Irankrieges. Die Schampussteuer, mit der Willem Zwo seine Kriegsflotte finanzieren wollte, gibt es ja auch schließlich immer noch. Einmal eingeführt, ist eine Steuer in D unantastbar.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.April 2026, 09:23:44
Der Merz hat doch schon 2 Steuerentlastungen durchgebracht :
Die Mwst für die Gastronomie ist seit 01.01.2026 nur noch 7%. Hast du vielleicht nur noch nicht gemerkt, da die Preise gleich geblieben sind. McDonalds Sponsoring von cdU-Parteitagen hat sich also ausgezahlt.
https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/thorsten-frei/fragen-antworten/wieviel-spendengelder-hat-die-cdu-in-den-letzten-24-monaten-von-fastfoodketten-insgesamt-und-von-mc-donalds-im (https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/thorsten-frei/fragen-antworten/wieviel-spendengelder-hat-die-cdu-in-den-letzten-24-monaten-von-fastfoodketten-insgesamt-und-von-mc-donalds-im)
Na Herr Frei, wieviel war es denn?


Ab 01.Juli wird dann auch die Ticketsteuer gesenkt. Und nein, deine Flugtickets werden dadurch nicht billiger werden. Da soll ja auch nicht den Leuten zugute kommen, sondern den Fluggesellschaften.




Dafür wird dann eine Zuckersteuer erhoben. Und Zucker ist so ziemlich in allem drin was es gibt außer Wasser, auch wenn es nur Bruchteile sind. 20% auf Zucker, die Fettsteuer kommt auch bald und für die Nachhaltigkeit eine Fleischsteuer. Ich nenne Merz nur noch den SBaZ (schlechtester Bundeskanzler aller Zeiten) oder GLaZ (Grösster Lügenkanzler aller Zeiten).
Kleiner Tipp : Die ganze Zero-Softdrinks haben Süßungsmittel also keinen Zucker und keine Kalorien. Da darf dann ja keine Steuer drauf...
Was diese Steuern übrigens eint, ist die Gruppe, die am stärksten davon betroffen wäre : Haushalte mit niedrigem Einkommen, aber nicht die Mittelschicht (wie Merz)...


Und zu den Preisen : Die werden weiterhin hoch bleiben oder sogar steigen, auch weil andere uns überbieten.
https://www.fr.de/wirtschaft/warum-asien-europas-diesel-wegkauft-tanker-dreht-kurz-vor-europa-ab-zr-94247107.html (https://www.fr.de/wirtschaft/warum-asien-europas-diesel-wegkauft-tanker-dreht-kurz-vor-europa-ab-zr-94247107.html)
Noch gibt es genug Diesel, aber die "Unsicherheit" treibt die Preise. So kann man es auch nennen.
Selbst wenn der Krieg mit dem Iran jetzt endet und alles wieder geöffnet wird, bleibt Öl aus dem Nahen Osten weiterhin knapp. Die haben ihre Produktion pausieren müssen. Dazu werden die Bohrlöcher versiegelt und das kann Monate dauern, die wieder zum Laufen zu bringen.


Die Taskforce wird keine schnelle Entlastung bringen, eher im Gegenteil. Man wird sagen in 1 Jahr wird unter Finanzierungsvorbehalt die Kfz-Steuer um 0,01% gesenkt und gleichzeitig erhöht man die Mwst auf Benzin auf 2000000% um die "Erdölkonzerne" zu bestrafen. Danach feiert man sich. Die Erhöhung bleibt bestehen und die Kfz-Steuer-Senkung wird wegen zuwenig Staatseinnahmen dann doch nicht kommen. Und trotzdem werden 40% der Bevölkerung weiter cdU und spD wählen. Wählt doch wenigstens mal anders oder macht eure Stimme ungültig.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.April 2026, 09:55:49
Und trotzdem werden 40% der Bevölkerung weiter cdU und spD wählen. Wählt doch wenigstens mal anders oder macht eure Stimme ungültig.

Das ist aber ein generelles Problem. Die Grünen haben m.E.n. für nix ne Antwort. Schließen wir also die extremistischen Parteien links und rechts, die sich nichts nehmen, ebenfalls aus, bleibt also nur die FDP (zumindest wenn wir eine Partie wählen wollen, die eine Chance hat die 5 % zu überspringen)? Naja, unter Kubicki sicherlich eine Option.

Kommt Stimme ungültig machen nicht den großen Parteien - in diesem Fall also CDU und (nein nicht SPD) AfD - zugute? In diesem Zusammenhang widerspricht sich dann deine letzte Aussage.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.April 2026, 09:57:27
Und die Chinesen reiben sich die Hände: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/china-auf-shopping-tour-diese-deutschen-unternehmen-wurden-bereits-uebernommen-accg-110827010.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.April 2026, 11:09:36
Und trotzdem werden 40% der Bevölkerung weiter cdU und spD wählen. Wählt doch wenigstens mal anders oder macht eure Stimme ungültig.

Das ist aber ein generelles Problem. Die Grünen haben m.E.n. für nix ne Antwort. Schließen wir also die extremistischen Parteien links und rechts, die sich nichts nehmen, ebenfalls aus, bleibt also nur die FDP (zumindest wenn wir eine Partie wählen wollen, die eine Chance hat die 5 % zu überspringen)? Naja, unter Kubicki sicherlich eine Option.

Kommt Stimme ungültig machen nicht den großen Parteien - in diesem Fall also CDU und (nein nicht SPD) AfD - zugute? In diesem Zusammenhang widerspricht sich dann deine letzte Aussage.

LG Veni_vidi_vici


Klar wäre es mir am liebsten, die Leute würde FDP wählen.  ;D  Meinetwegen wählt halt die Grünen. Aber wenn das ausfällt, dann mach halt lieber deine Stimme ungültig als dass du Extremisten reinwählst. Da ist die Prio dann doch lieber ungültig als Extremisten. Bei 15% ungültigen Stimmen würde sich die Politik, wenn sie noch einen ganz kleine Rest von Anstand hat fragen : Wieso geht jemand wählen, also macht sich auf den Weg ins Wahllokal und macht dann die Stimme ungültig. Wenn selbst das nicht mehr hilft ihnen die Augen zu öffnen oder sie zum Umdenken zu bewegen, dann weiß ich auch nicht mehr was man da noch machen kann.


Zum Thema Wärmepumpen : Als ich meine PV-Anlage aufs Dach gemacht habe und die Wallbox, hatte ich auch eine Wärmepumpe überlegt. Wenn du dann aber die Kosten siehst, dann wird dir ziemlich schlecht. Es reicht ja nicht, nur die Wärmepumpe zu installieren. Das ganze Heizungssystem muss darauf eingestellt und teilweise umgebaut werden, wenn du keinen Neubau hast. Das hat meine Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mal annähernd überlebt. Bei einem Neubau sieht das aber schon anders aus, da man auf einer leeren Leinwand malt sozusagen.


Wo wir gerade bei Solaranlagen sind und Signor Rossi über China schreibt. Bin gerade dabei meinen Kia Sportage von 2022 zu verkaufen. Gehe von etwa 24000-25000 Euro dafür aus. Dafür soll es dann ein ByD Seal U werden (ja China), wo ich Angebote von 36880 Euro bzw. 37980 Euro (je nach Farbe) vorliegen habe. Mit 4000 Euro e-Auto-Prämie schrumpft die Lücke dann auf 7000-8000 €. Gleichzeitig würde ich aber meinen Strom im Sommer (März bis September) nicht mehr für 8 Cent einspeisen, sondern selbst tanken. Spart im Durchschnitt monatlich etwa 150 Euro für Benzin bei aktuellen Preisen (die werden nicht sinken). Dazu noch keine KfZ-Steuer und THQ-Prämie (zusammen 460 € pro Jahr). Die Preise werden dieses Jahr wohl nicht mehr sinken und auch nächstes Jahr wird die Regierung nichts dagegen machen. Muss man halt selbst aktiv werden.
Habe vorher verglichen (kaufe nur Automarken von denen ich Aktien habe) und da kam weder Kia, noch BMW, noch Mercedes mit vom Preis und der Ausstattung her. Mehr noch : VW ist teuer als Mercedes teilweise. Weiß schon warum ich VW verkauft habe...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 07.April 2026, 11:18:31
Zum Thema Wärmepumpen : Als ich meine PV-Anlage aufs Dach gemacht habe und die Wallbox, hatte ich auch eine Wärmepumpe überlegt. Wenn du dann aber die Kosten siehst, dann wird dir ziemlich schlecht. Es reicht ja nicht, nur die Wärmepumpe zu installieren. Das ganze Heizungssystem muss darauf eingestellt und teilweise umgebaut werden, wenn du keinen Neubau hast. Das hat meine Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mal annähernd überlebt. Bei einem Neubau sieht das aber schon anders aus, da man auf einer leeren Leinwand malt sozusagen.

Das habe ich hier auch schon mehrfach vorgerechnet. Besonders die Außendämmung fällt halt stark ins Gewicht. Alles zusammen sind schnell sechsstellige Kosten zusammen. Das holst du auch mit einer Ersparnis beim Betrieb in der eigenen Lebensspanne nicht mehr rein. Dennoch wiederholen viele Leute mantraartig das Märchen der Wärmepumpe (nochmals: Bei Neubauten top, darüber hinaus aber immer mit spitzem Bleistift zu rechnen und oftmals leider nicht top).

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.April 2026, 16:05:01
"Jetzt braucht es Ehrlichkeit statt leerer Versprechungen", sagte Müller am Dienstag der "Welt". "Den Preisschock können wir nicht vollständig aus Steuermitteln ausgleichen."

Hat das denn irgendjemand verlangt? Man könnte aber die Steuern und Abgaben temporär senken und/oder temporär einen "Spritpreisdeckel" machen.

Aber nö, man hat sich komplett sinnlos an der KFZ-Steuer festgebissen, wohl wissend, dass dem Staat dadurch nur sehr geringe Steuereinnahmen flöten gehen: "Am Wochenende hatte er vorgeschlagen, die Kfz-Steuer zu senken."  O0 Pure Symbolpolitik um Aktivität vorzutäuschen.

Quelle: https://www.stern.de/news/cdu-politiker-mueller--staat-kann-oelpreisschock-nicht-vollstaendig-ausgleichen-37288338.html

Es ist mittlerweile nur noch lächerlich, welchen Zirkus die da in Berlin abziehen. Seit 5 Wochen kommt genau NULL von der Politik, diese behämmerte Maßnahme, dass der Preis nur noch einmal täglich erhöht werden darf, hat die Preise noch mehr angetrieben, genau wie vorausgesagt.

Der Grund, warum Steuern und Abgaben nicht sinken ist auch klar: https://www.n-tv.de/ticker/Statistisches-Bundesamt-Deutsches-Staatsdefizit-steigt-um-22-9-Milliarden-Euro-id30687345.html

Sparen ist halt nicht drin, Bürger entlasten auch nicht...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.April 2026, 22:21:34
McDonalds und die Fluggesellschaften, da war Geld für da... Und für Verwaltung und Bullshits-Jobs ist auch Geld da.


Herr Müller vergisst, dass der Staat an den höheren Preisen auch mitverdient über Steuern. Der will doch gar nicht, dass der Preis nach unten geht. Genauso wenig Reiche. Die wusste wozu ihre Maßnahme führt. Sie weiß auch, dass der Staat im Moment auch schöne Mehreinnahmen hat. Darauf will man nicht verzichten. Wir müssen noch 2 Millionen Leute in die soziale Hängematte holen am besten, wenn jetzt auch die Frauen gezwungen werden zu arbeiten und wir nur noch DINKs (Double Income No Kids) haben.


Zur KfZ-Steuer : Die ist ein Witz im Vergleich zu den höheren Spritpreisen. Vor allem wird das eine ganz kleine Senkung bzw. wird das erstmal gesagt und dann später wieder einkassiert. Ich glaub da kein Wort mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Tony Cottee am 09.April 2026, 10:11:39
"Jetzt braucht es Ehrlichkeit statt leerer Versprechungen", sagte Müller am Dienstag der "Welt".

Das ist aber auch ein sehr entlarvendes Zitat, oder?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.April 2026, 11:11:20
In der Tat, jetzt wo du es sagst.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: maturin am 09.April 2026, 15:59:24
Wir hatten ja durchaus unterschiedliche Meinungen, aber bei der KFZ Steuer sind wir uns zu 100% einig. Wie wenig Bereitschaft in der Politik da ist die Basisversorgung zu entlasten ist unfassbar. Aber es gibt bestimmt ein paar die sich freuen, weniger Steuern für ihr 7 Sitzer SUV das 5000km im Jahr die Kinder zum Fußball fährt, zu bezahlen.

Keine Vergünstigung / Verbesserung der Alternativen wie z.b. Öffis. Keine Entlastung von Speditionen und Landwirten. Keine Entlastung von denen die mit 15 Jahre altem Golf 30 km zur Arbeit fahren....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 09.April 2026, 17:30:20
Es wird noch schlimmer werden, maturin, wenn die hohen Benzin- und Dieselpreise auf die anderen Preise zB. für Lebensmittel durchgereicht werden.

Und es geht auch immer noch absurder: "Rechnen Sie nicht mit kurzfristigen Entscheidungen."

Sowas haut Merz in Woche 6 der Spritpreiskrise raus, während andere Länder schon lange für Entlastung ihrer Bürger gesorgt haben. Und die AfD reibt sich weiter die Hände, es ist so unfassbar dumm.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.April 2026, 14:35:59
Und sie bewegt sich doch, die Koalition. Ich bin gespannt, ob man die Mineralölkonzerne an der Leine hat, damit die sich das Geld nicht größtenteils einsacken.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.April 2026, 22:35:07
Und sie bewegt sich doch, die Koalition. Ich bin gespannt, ob man die Mineralölkonzerne an der Leine hat, damit die sich das Geld nicht größtenteils einsacken.


Ja interessant, dass dieser Tankrabatt angeblich soviel Geld kostet. Der Sprit wurde 40 Cent teurer und jetzt werden 17 Cent wieder zurückgegeben. Der Anteil von Steuern und Abgaben auf den Spritpreis ist 55-60 Prozent. Heißt also der Staat bekam 22 Cent Zusatzeinnahmen pro Liter. Davon gibt er jetzt 17 Cent zurück. Oder anders gesagt : Er nimmt immernoch mehr Steuern ein... Aber gut, es sind Klingbeil und Merz, denen kann man eh nichts glauben.
Noch besser ist ja der 1000 Euro Bonus, der ohne Steuern und Sozialabgaben auskommt. Die 1000 Euro würde man normal nicht bekommen, also verliert der Staat nichts. Für diese einmalige "Prämie", die den Staat nichts kostet, wird als Gegenfinanzierung jetzt die Tabaksteuer erhöht aber dauerhaft. Merkt ihr nicht, wie die euch veräppeln? Oder seid ihr das schon gewohnt? Wobei ich bin ja Nichtraucher, am Ende trifft es mich ja tatsächlich nicht. Viele leider schon.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Magic1111 am 14.April 2026, 22:49:46
Noch besser ist ja der 1000 Euro Bonus, der ohne Steuern und Sozialabgaben auskommt. Die 1000 Euro würde man normal nicht bekommen, also verliert der Staat nichts. Für diese einmalige "Prämie", die den Staat nichts kostet, wird als Gegenfinanzierung jetzt die Tabaksteuer erhöht aber dauerhaft. Merkt ihr nicht, wie die euch veräppeln? Oder seid ihr das schon gewohnt? Wobei ich bin ja Nichtraucher, am Ende trifft es mich ja tatsächlich nicht. Viele leider schon.

Die 1000,- EUR Prämie müssten aber die Arbeitgeber zahlen, die diese wiederum als Betriebsausgaben bei der Steuer absetzen können. Und kein Arbeitnehmer hat einen rechtlichen Anspruch auf diese Prämie.

Was wiederum bedeuten "könnte", dass wenn überhaupt, große Konzerne wie Volkswagen usw. diese u.U. zahlen. Und diejenigen Arbeitnehmer, die diese wirklich gebrauchen könnten, leer ausgehen. Denn kleine und auch mittelständische Betriebe wie der Malerbetrieb, der Dachdeckerbetrieb oder Metzger und Bäcker, werden sich in Zeiten der schwachen Konjunktur das nicht leisten können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.April 2026, 23:16:00
Ja da hast du Recht. Ich sage ja, der Staat zahlt dort nichts, aber um das zu finanzieren, erhöht er die Tabaksteuer. Ich denke die ganzen kleinen Unternehmen werden wohl diese Prämie nicht leisten können. Und wie du tatsächlich sagst, ist die Konjunktur seit einiger Zeit arg gebeutelt. Ich gehe davon aus, dass weniger als 1/3 der Arbeitnehmer sowas überhaupt kriegen werden, am ehesten die, die eh schon viel Gehalt bekommen. Die große Masse an kleinen Gehältern wird wohl keine 1000 Euro kriegen. Schade eigentlich.


PS : Ich habe mal durchgerechnet was an Körperschaftssteuer "fehlt", wenn 10 mio. Arbeitnehmer die vollen 1000 Euro bekommen. Ergebnis 1,5825 Mrd. Euro. Dagegen redet man von 2 Euro bei einer 20er-Packung Zigaretten oder 0,10 Euro pro Zigaretten. Bei 66,4 Mrd. verkauften Zigaretten 2025 kann man hochrechnen, dass das 6,64 Mrd. sind, also das vierfache der Entlastung...
https://www.nord24.de/gebuehren-steuern/tabaksteuer-erhoehung-2-euro-packung-2027-347755.html
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2026, 08:01:28
Für diese einmalige "Prämie", die den Staat nichts kostet, wird als Gegenfinanzierung jetzt die Tabaksteuer erhöht aber dauerhaft.
Dagegen habe ich nichts einzuwenden, die Raucherei ist echt scheiße. Soll die Steuererhöhung auch auf diese Vapes kommen?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.April 2026, 08:46:46
Für diese einmalige "Prämie", die den Staat nichts kostet, wird als Gegenfinanzierung jetzt die Tabaksteuer erhöht aber dauerhaft.
Dagegen habe ich nichts einzuwenden, die Raucherei ist echt scheiße. Soll die Steuererhöhung auch auf diese Vapes kommen?
Ja die steigen analog mit, wie auch zum 01.01.2026 schon. Die sollen auch immer mehr "angeglichen" werden was die Steuer angeht. Also darauf wird man nicht ausweichen können.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 15.April 2026, 09:51:45
Ja interessant, dass dieser Tankrabatt angeblich soviel Geld kostet. Der Sprit wurde 40 Cent teurer und jetzt werden 17 Cent wieder zurückgegeben. Der Anteil von Steuern und Abgaben auf den Spritpreis ist 55-60 Prozent. Heißt also der Staat bekam 22 Cent Zusatzeinnahmen pro Liter. Davon gibt er jetzt 17 Cent zurück. Oder anders gesagt : Er nimmt immernoch mehr Steuern ein...

Die Rechnung greift zu kurz.

Ein großer Teil der Steuern auf Treibstoff ist ein fixer Betrag pro Liter (Energiesteuer + CO₂-Preis). Nur die Mehrwertsteuer steigt mit dem Preis.

Wenn der Dieselpreis also um 40 Cent steigt, bedeutet das nicht, dass der Staat automatisch rund 20 Cent mehr einnimmt. Tatsächlich kommt der zusätzliche Effekt fast nur über die Mehrwertsteuer und liegt eher bei etwa 8–10 Cent pro Liter.
Gleichzeitig passt sich das Verhalten an: Es wird weniger gefahren und getankt. Für jeden Liter, der nicht verkauft wird, entgehen dem Staat rund 1 € an Steuern und Abgaben. Das kann die zusätzlichen MwSt-Einnahmen sogar übersteigen.
Dazu kommt, dass höhere Ausgaben fürs Tanken im Privaten an anderer Stelle fehlen und diese Konsumverschiebung dazu führt, dass an anderer Stelle geringere Mehrwertsteuereinnahmen entstehen.
Außerdem wird die Wirtschaft ausgebremst, was dem Staat ebenfalls weniger Geld einnehmen lässt.

Insgesamt ist es daher unwahrscheinlich, dass der Staat durch steigende Ölpreise große Mehreinnahmen macht. Die Effekte sind eher begrenzt oder können sich sogar ins Negative drehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 15.April 2026, 11:04:31
Dann anders: Was der Staat in den letzten 4 Wochen an Mehreinnahmen hatte, scheint er behalten zu wollen. Ich glaube persönlich das nur minimal weniger gefahren wird. Die Leute fahren aber bewusster/langsamer. So zumindest mein Eindruck.

Die Wirtschaft ist aber eine andere Baustelle. Hier gibt es zwar einen Zusammenhang. Aber es geht ja um die Entlastung der Bürger.

Die Reduzierung ist nett, mehr aber nicht. Sie ist auf zwei Monate begrenzt, ob sie zu 100 % beim Verbraucher ankommt ist umstritten und ich glaube gelesen zu haben, dass die durchschnittliche Ersparnis im Monat irgendwo zwischen 20 und 40 Euro liegen kann.

Dahingegen ist die Regierung mit einem 1.000 Euro Geschenk großzügig. Ist ja auch einfach, wenn es nicht selber bezahlt werden muss. Jaja, es ist steuerlich anzurechnen. Also hat auch die Regierung ihren Anteil. Dennoch werden hier die Unternehmen in die Pflicht genommen. Denen geht es zum gewissen Teil, wie hier auch angeklungen, wirtschaftlich ja nicht so gut. Die große Entlastung wird also nicht jeder bekommen. Als Selbstständiger habe ich da z.B. definitiv nix von. Würde mich aber nicht wundern wenn Beamte sich den Bonus auszahlen lassen - Vorbildfunktion und so...

Transparenz wäre wünschenswert. Der Staat verlangt von den Ölkonzernen ihre Gewinne öffentlich zu machen, damit sie hier abschöpfen können. Darüber lässt sich streiten, kann man aber machen. Warum sollte der Staat seine Übergewinne (so es sie denn gibt) nicht auch öffentlich machen - rein auf den Sprit bezogen - dann können sich die Bürger selber ein Bild über die Maßnahmen machen. Fänd ich fair.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 15.April 2026, 17:21:00
Die Rechnung greift zu kurz.
Das Perverse ist, dass die Energiesteuer und die CO2-Abgabe NOCHMAL mit MWSt. belegt werden, man zahlt Steuern auf Steuern, es ist ein Wahnsinn. Und das zahlt man mit schonmal besteuertem Einkommen. Wir werden ausgenommen wie die Weihnachtsgans, was ja noch akzeptabel wäre, wenn man denn auch was geboten bekäme.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.April 2026, 22:30:51

@ DragonFox :https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/7-fragen-zum-benzinpreis/


April 2026 :
E10 - 2,11 Euro
Kosten 95,9 Cent
Energiesteuer 65,5 Cent
CO2-Abgabe 15,7 Cent
Mwst 33,6 Cent


2025 :
E10 - 1,69 Euro
Kosten 61 Cent
Energiesteuer 65,5 Cent (gleich geblieben)
CO2-Abgabe 15,7 Cent
Mwst 26,9 Cent
Du hast Recht, dass die Energiesteuer und die CO2-Abgabe konstant sind, da war meine Rechnung ungenau und verkehrt. Die 22 Cent sind nicht haltbar, es sind tatsächlich 7 Cent. Die Mehrwertsteuer (die ja bisher kassiert wurde) sind 7 Cent pro Liter.  Aber der Staat hat laut Aussage von Herr Merz das Ziel, die Übergewinne abzuschöpfen, will also sich das Geld bei den Mineralölkonzernen zurückholen. Die Steuereinnahmen steigen übrigens immer, egal wie die wirtschaftliche Lage ist.
Die Wirtschaft lag halt vorher auch brach und die Richtung (siehe Tabaksteuer) ist immer die gleiche : Mehr Abgaben, weniger Leistung. Die 1000 €-Prämie ist grosszügig, aber ein Großteil bekommt sie halt nicht, wohl vor allem diejenigen, die bei Grosskonzernen arbeiten und eh schon gut verdienen (zähle ich vielleicht auch zu). Aber die brauchen das nicht wirklich, die Leute mit geringem Einkommen könnten das sehr viel besser gebrauchen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2026, 09:13:20
Die AfD ist in der neuesten Umfrage jetzt schon 4 Prozentpunkte vor der Union: https://dawum.de/Bundestag/ Ich bin mal gespannt, wie das nach den "Reformen", die vermutlich wieder nur der Steuer- und Beitragszahler mit weniger Leistungen für mehr Steuern und Abgaben leisten muss, aussehen wird. 10 Prozentpunkte Vorsprung der AfD halte ich nicht für ausgeschlossen. Ob dann Schwarz-Grün-Rot noch für eine Mehrheit reicht oder ob man auch die Linkspartei braucht, um "unsere Demokratie" zu retten? Dann steht Merz einer knalllinken Koalition vor...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Magic1111 am 16.April 2026, 15:34:59
...
10 Prozentpunkte Vorsprung der AfD halte ich nicht für ausgeschlossen. Ob dann Schwarz-Grün-Rot noch für eine Mehrheit reicht oder ob man auch die Linkspartei braucht, um "unsere Demokratie" zu retten? Dann steht Merz einer knalllinken Koalition vor...

Dazu wenn noch die beitragfreie Mitversicherung von Familienangehörigen in der Krankenversicherung abgeschafft oder eingeschränkt wird, dazu das Ehegattensplitting wegfallen sollte...

So oder so sollten sich aber auch wirklich mal alle Wähler & Anhänger der demokratischen Parteien einfach mal ganz unvoreingenommen die Frage stellen, warum für jegliches Ausland immer Geld & Hilfen zügig und in vollen Umfang da ist, bei dem eigenen Volk aber kontinuierlich der Rotstift angesetzt wird....
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2026, 16:07:51
Ich glaube, unsere Politiker wissen gar nicht, was dieses "Sparen" respektive "Kosten senken" überhaupt sein soll. Durch jedes Ressort im Bund und den Ländern müsste ein Haufen Rechnungsprüfer fegen und jeden einzelnen fucking Cent auf die Probe stellen, ob er Deutschland und seinen Bürgern nutzt oder nicht.

Wenn ich so eine Verschwendungssucht sehe, bekomme ich das kalte Kotzen: https://www.merkur.de/politik/spd-ministerin-unter-beschuss-wegen-luxusreisen-auf-kosten-der-steuerzahler-zr-94262759.html

Da muss schleunigst ein Kostendeckel her, zudem müsste zB. vom Landesrechnungshof vorab geprüft werden, ob so eine Reise überhaupt nötig ist. Holzklasse im Flieger und ein Zimmer im Mittelklassehotel reichen für solche Leute voll und ganz aus. Wer mehr will, soll es aus eigener Tasche zahlen, der Verdienst in Höhe von utopischen ca. 20.000 EUR pro Monat sollte ja wohl mehr als hoch genug sein, um sich Luxus zu gönnen, wenn man ihn haben muss.

Zur "Finanzlücke" im Gesundheitssystem: die ist im Grunde genauso hoch wie die fehlende Zahlung der Bundesregierung für Leistungen, die für Bürgergeldempfänger und Flüchtlinge bestellt werden. Wie nennt man das, wenn man etwas bestellt, es aber nicht bezahlt? Genau. Dafür müssen es die dummen Steuer- und Beitragszahler, die noch in der Wirtschaft arbeiten, bezahlen.

Und zum Dank sind deren Ehepartner nicht mehr kostenlos mitversichert. Irgendwann lohnt es sich dann endgültig auch für die kompletten Mittelschicht, ins Bürgergeld zu gehen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2026, 18:21:53
Jetzt ist es raus: weniger Krankengeld, mehr Zuzahlung bei Medikamenten, weniger Geld für Ärzte und Pflegekräfte, die Familienversicherung wird stark beschnitten. Pharmakonzerne und Krankenkassen brauchen nicht so viel zu sparen. Klingbeil blockt ab, dass der Bund die Leistungen für Bürgergeldempfänger und Flüchtlinge bezahlt, die Beitragszahler sollen weiter löhnen. Tolle "Arbeiterpartei".

Hauptleidtragende: Beitragszahler und die Menschen, die an vorderster Front um die Gesundheit der Menschen kämpfen 🤮🤮🤮 Als Mensch mit Arbeitshintergrund bist du in Deutschland echt nur noch der Gelackmeierte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 16.April 2026, 21:13:46
Du meinst ein deutsche D.O.G.E.? Da wäre ich auch dafür. Aber Politik ist (egal welche Partei) zum Selbstbedienungsladen mutiert. Fehlende Moral halt.
Aber gespart wird am falschen Ende. Komplett bescheuert halt.
Wieviele Familien mit Alleinverdiener und Kindern über 7 Jahre haben wir? Mal schauen ob die weiter cdU wählen. Wir haben 7 mio. Familien mit 1 oder mehreren Kindern. Bin mal gespannt ob die Koalitionsparteien dort noch punkten können. Vor allem werden die weiter belastet. Wenn ich mir das so ansehe würde ich jedem abraten heute noch Familie mit Kindern zu haben. Stirbt Deutschland halt aus, die Politiker scheint das zu freuen.
Zuzahlung für Medikamente geht hoch.Das trifft genau die falschen. Ich habe Ewigkeiten keine verschreibungspflichtigen Medikamente gekauft. Dementsprechend ist das für mich komplett egal. Aber und jetzt kommt der Clou : Bist du chronisch krank wird das übel enden, vor allem aus Rentner mit wenig Geld.


Achso : Wenn du deine Familie weiterhin versichert haben willst und sogar deine Eltern, dann hast du die falsche Nationalität. Wir haben mit einigen Ländern wie der Türkei Abkommen und die gelten weiterhin. Wenn du hier arbeitest als Türke zum Beispiel und deine Eltern haben kein Arbeitseinkommen, dann sind sie in der Türkei über die deutsche Krankenversicherung mitversichert. Geile Sache.


Ich behaupte mal, dass die Parteien die afD an die Macht bringen wollen. Anders kann ich mir so eine komplett fehlgeleitete und gegen das eigene Volk gehende Politik nicht erklären.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 16.April 2026, 21:32:16
Ich behaupte mal, dass die Parteien die afD an die Macht bringen wollen. Anders kann ich mir so eine komplett fehlgeleitete und gegen das eigene Volk gehende Politik nicht erklären.
Der Gedanke kam mir auch schonmal, aber das könnte man auch einfacher erreichen. Dein Beispiel mit der Türkei ist symptomatisch und trifft auch das, was Magic1111 angesprochen hat. Ein anderes Beispiel wäre Kindergeld für Kinder außerhalb Deutschlands, was mit vollen Händen verteilt, dann aber nicht kontrolliert wird. Dieses Gottvertrauen in Menschen im Ausland ist sicher nett, wäre da nicht ein riesengroßes Misstrauen den Menschen in Deutschland gegenüber. Man kann das alles nicht mehr begreifen, als wären alle Politiker in den 2010er Jahren irgendwie kollektiv brainwashed geworden.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 17.April 2026, 08:52:10
Zuzahlung für Medikamente geht hoch.Das trifft genau die falschen. Ich habe Ewigkeiten keine verschreibungspflichtigen Medikamente gekauft. Dementsprechend ist das für mich komplett egal. Aber und jetzt kommt der Clou : Bist du chronisch krank wird das übel enden, vor allem aus Rentner mit wenig Geld.

Nein, nicht zwingend.

Zunächst gibt es Arzneimittel, die gar keine Zuzahlung erfordern, weil sie einen bestimmten Betrag, den die GKV festlegt, unterschreiten. Dieser Betrag ist dynamisch und könnte nun angepasst werden, aber dafür gibt es rechtliche Grenzen. Weiterhin haben alle GKV-Versicherte die Möglichkeit, die Zuzahlungen durch eine einkommensbasierte Einmalzahlung abzuwenden. Bist Du chronisch krank, zahlst Du ein Prozent der Bruttoeinnahmen des Haushaltes und darüber dann keine Zuzahlung mehr in der Apotheke. Meines Wissens soll sich an dieser Regelung auch nichts ändern.

Übrigens, bevor irgendwer auf den Gedanken kommt: die erhöhte Zuzahlung kommt natürlich nicht den Apotheken zugute, denn was der Patient dort mehr zuzahlt, wird der Apotheke auf der anderen Seite weniger von der GKV erstattet. Apotheken sind im Grunde hier also Inkossounternehmen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 17.April 2026, 09:16:35
Zuzahlung für Medikamente geht hoch.Das trifft genau die falschen. Ich habe Ewigkeiten keine verschreibungspflichtigen Medikamente gekauft. Dementsprechend ist das für mich komplett egal. Aber und jetzt kommt der Clou : Bist du chronisch krank wird das übel enden, vor allem aus Rentner mit wenig Geld.

Nein, nicht zwingend.

Zunächst gibt es Arzneimittel, die gar keine Zuzahlung erfordern, weil sie einen bestimmten Betrag, den die GKV festlegt, unterschreiten. Dieser Betrag ist dynamisch und könnte nun angepasst werden, aber dafür gibt es rechtliche Grenzen. Weiterhin haben alle GKV-Versicherte die Möglichkeit, die Zuzahlungen durch eine einkommensbasierte Einmalzahlung abzuwenden. Bist Du chronisch krank, zahlst Du ein Prozent der Bruttoeinnahmen des Haushaltes und darüber dann keine Zuzahlung mehr in der Apotheke. Meines Wissens soll sich an dieser Regelung auch nichts ändern.

Übrigens, bevor irgendwer auf den Gedanken kommt: die erhöhte Zuzahlung kommt natürlich nicht den Apotheken zugute, denn was der Patient dort mehr zuzahlt, wird der Apotheke auf der anderen Seite weniger von der GKV erstattet. Apotheken sind im Grunde hier also Inkossounternehmen.


Danke für die Info, das wusste ich tatsächlich bisher nicht. Gut wenn jemand vom Fach das mal aufklärt. Dass die Apotheken sich das einstecken hat glaub ich auch niemand gesagt oder auch nur gedacht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 17.April 2026, 17:07:23
Übrigens, bevor irgendwer auf den Gedanken kommt: die erhöhte Zuzahlung kommt natürlich nicht den Apotheken zugute...
Das ist wohl allen klar. Bleibt ihr eigentlich von der Reform verschont?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 18.April 2026, 12:29:44
Tatsächlich ist es ein sehr üblicher Vorwurf, den sich Apotheken gefallen lassen müssen. Hier hatte ich das aber auch nicht herausgelesen. Das war eher "proaktiv" ;)

Zur Reform-Frage:

Apotheken leisten seit Jahrzehnten bereits eine Zwangsabgabe an die GKV iHv 1,77-2,00 Euro pro verschreibungspflichtigem Arzneimittel, dessen Honorar in Summe 8,35 beträgt, also über 20%. Das Honorar selbst ist faktisch seit 2004 das Gleiche, es gab 2013 eine marginale Anpassung von 25 Cent. Da Apotheken sich zu > 80 % über dieses Honorar finanzieren und die Kosten alleine für die Tariflöhne seither um 60% gestiegen sind (Miete, Energie, Gebühren etc. sowieso), ist es nicht weiter verwunderlich, dass 1/3 aller deutschen Apotheken inzwischen negative Betriebsergebnisse fahren und ein weiteres Drittel bei unter 75.000 Euro p.a. liegen. Kurz erläutert: das Betriebsergebnis ist der "Bruttolohn", allerdings trägt die/der InhaberIn außerdem die gesamte Kranken- und Altersvorsorge mit. Real bleiben netto etwa 45% übrig, die dann natürlich auch betriebliche Investitionen decken müssen. Reich wird man mit Apotheken daher, entgegen des immer noch gültigen gesellschaftlichen Bildes, nicht mehr und das Apothekensterben ist ein beredtes Beispiel dafür.
Aus diesem Grund haben die Interessensverbände heftig dafür gekämpft, das Honorar anzupassen. Gemessen am Grundlohn müsste es bei 12,00 Euro pro verschreibungspflichtiger Arzneimittelpackung liegen. Die Regierung hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, 9,50 Euro einzupreisen. Immerhin.
Als Frau Warken dann mit ihrer Arbeit begann, war davon plötzlich nichts mehr zu hören. Inzwischen steht die Reform auf der Zielgeraden und das Honorar hat es doch wieder hineingeschafft. Gleichzeitig wurde aber auch gesagt, dass vorher (!) der Zwangsrabatt erhöht wird. Ein Etikettenschwindel also, denn von dieser Erhöhung des Rabattes war zuvor niemals die Rede und auch die Kommission ist bei ihren 66 Punkten darauf mit keinem Wort eingegangen (anders als auf das Honorar, was dort durchaus eingepreist worden ist, wenn auch über Jahre gestreckt).

Also, kurzum: nein, wir werden ebenfalls nicht verschont, sondern bluten auch. Dabei ist es aber so, dass wir eben schon seit 2004 bluten. Am Tag, als Frau Warken die Honorarerhöhung wegen schlechter GKV-Finanzen abgesagt hat, haben die Ärzte übrigens 2,5% Plus erhalten.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.April 2026, 22:42:15
Ich fasse es nicht: https://www.merkur.de/politik/merz-kabinett-bis-zu-65-000-euro-mehr-dobrindt-stoppt-gehaltserhoehung-fuer-zr-94266174.html
Den Bürgern wird immer mehr Geld abgenommen, aber die Herrschaften wollen sich einen dicken Schluck aus der Pulle gönnen...

Mir kommt das alles nur noch wie ein nicht mehr endender Alptraum vor.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Magic1111 am 18.April 2026, 23:07:06
Mir kommt das alles nur noch wie ein nicht mehr endender Alptraum vor.

Jo, mir auch. Das liegt auch u.a. daran, dass die allermeisten Politiker mittlerweile jeden Bezug zur Realität verloren haben, und selbst nicht (mehr) wissen, wie es den normalen Durchschnittsbürger geht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.April 2026, 12:29:41
Und der nächste Angriff auf die Bürgerrechte, wird wahrscheinlich genauso verfassungswidrig sein, wie die Versuche, den gläsernen Bürger zu kreieren, davor auch: https://netzpolitik.org/2026/dritter-versuch-bundesregierung-beschliesst-anlasslose-vorratsdatenspeicherung/
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 23.April 2026, 18:39:37
Was erwartest du? Man muss der afD ja schliesslich tolle Waffen in die Hand geben, wenn die an die Macht kommen.  >:(  Übrigens : Die Kontenabfrage wurde ja nur für "Notfälle" eingeführt, mittlerweile ist es eine Standardprozedur. Politiker wirken wie die Adelsschicht im Mittelalter. Hoffentlich treten die bald auch in den Hintergrund und müssen wieder normal arbeiten, anstatt sich wie die Herrscher über das Volk aufzuführen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 04.Mai 2026, 19:32:31
Manchmal verzweifle ich bei den Medien. In Leipzig ist jemand in eine Menschenmenge gefahren mit 80 Sachen in die Fußgängerzone (Fahrer ist festgenommen worden). Und die Medien sprechen davon, dass ein Auto da reingefahren ist. Nein es war kein Auto : Es war ein Mensch, der sich entschlossen hat, andere Menschen mithilfe eines Autos zu töten. 2 Tote sind auch leider mittlerweile bestätigt. Ich hoffe, dass der Täter (Mann) nie wieder ein Auto führen darf und in den Knast kommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 05.Mai 2026, 08:04:41
Die Verrohung der Menschen geht weiter, es wird immer schlimmer, für dieses - auch mal wieder "polizeibekannte" - Subjekt fallen mir keine Worte ein, die ich hier hineinschreiben könnte. Und natürlich wird sofort eine psychische Störung attestiert, schneller als man Amokfahrt sagen kann.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Henningway am 07.Mai 2026, 09:11:39
Manchmal verzweifle ich bei den Medien. In Leipzig ist jemand in eine Menschenmenge gefahren mit 80 Sachen in die Fußgängerzone (Fahrer ist festgenommen worden). Und die Medien sprechen davon, dass ein Auto da reingefahren ist. Nein es war kein Auto : Es war ein Mensch, der sich entschlossen hat, andere Menschen mithilfe eines Autos zu töten. 2 Tote sind auch leider mittlerweile bestätigt. Ich hoffe, dass der Täter (Mann) nie wieder ein Auto führen darf und in den Knast kommt.

Das weiß man aber am Anfang nicht. Es gebietet der Neutralitätsgedanke, dass man nur das berichtet, was man weiß.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 07.Mai 2026, 16:02:02
Manchmal verzweifle ich bei den Medien. In Leipzig ist jemand in eine Menschenmenge gefahren mit 80 Sachen in die Fußgängerzone (Fahrer ist festgenommen worden). Und die Medien sprechen davon, dass ein Auto da reingefahren ist. Nein es war kein Auto : Es war ein Mensch, der sich entschlossen hat, andere Menschen mithilfe eines Autos zu töten. 2 Tote sind auch leider mittlerweile bestätigt. Ich hoffe, dass der Täter (Mann) nie wieder ein Auto führen darf und in den Knast kommt.

Das weiß man aber am Anfang nicht. Es gebietet der Neutralitätsgedanke, dass man nur das berichtet, was man weiß.


Als ich das geschrieben hatte wurde schon berichtet und bekanntgegeben, dass der Mann in die Menschenmenge gerast ist (80 km/h in der Innenstadt) und das wohl gezielt war. Das Auto hatte damit wenig zu tun. Mich schockiert, was bei so jemand im Kopf vorgeht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Mai 2026, 16:43:40
Genau wie prophezeit:

Steuerschätzung - Einnahmen brechen 2026 um 17,8 Milliarden Euro ein
Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen werden in diesem Jahr voraussichtlich um 17,8 Milliarden Euro niedriger ausfallen als bislang prognostiziert.

https://www.deutschlandfunk.de/einnahmen-brechen-2026-um-17-8-milliarden-euro-ein-100.html

Watt nu, Herr Finanzminister? Die Steuerschraube noch weiter anziehen? Noch mehr Schulden, nachdem das Sondervermögen schon verpulvert ist?

Oder man macht es einfach so:
Altersvorsorge: Heftige Kritik an Klingbeils „Griff in die Rentenkasse“
„Die geplante Kürzung von vier Milliarden Euro beim Bundeszuschuss zur Rentenversicherung ist nichts anderes als eine Haushaltssanierung auf dem Rücken der Beitragszahler“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger dem Handelsblatt. „Wer Leistungen unangetastet lässt, Steuermittel streicht und die Rechnung Beschäftigten und Arbeitgebern über höhere Beiträge präsentiert, greift in die Rentenkasse.“

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/altersvorsorge-heftige-kritik-an-klingbeils-griff-in-die-rentenkasse-02/100222208.html

Volle Fahrt Richtung Eisberg voraus!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 07.Mai 2026, 20:45:37
AfD in Sachsen-Anhalt bei 41% :-\
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 07.Mai 2026, 21:43:29
AfD in Sachsen-Anhalt bei 41% :-\
Wie könnte eine Regierung, wenn es so bleibt, aussehen?
CDU 26%
Linke 12%
SPD 7%
BSW 4%

Wird es das erste Bundesland sein in dem die CDU mit der AfD zusammengeht?

Frau Esken wird der SPD sicher noch ein paar Prozentpunkte gekostet haben, mit der Aufforderung an werbende Unternehmen den Podcast "unscripted" auf die schwarze Liste zu setzen.
Mit ihrem Video hat sie dem Podcast einen noch größeren Zulauf beschert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 07.Mai 2026, 23:06:44
Mir scheint so als "arbeite" man drauf hin, dass die AfD in Regierungsverantwortung kommt. AfD/CDU wird ja offenbar auch aus den eigenen CDU Reihen diskutiert. Gab es nicht zuletzt eine Wählerumfrage, wo diese Koalition sogar favorisiert wurde? Na dann....
Dann ist die CDU Geschichte und die AfD macht erst im Land und später im Bund dann das Licht aus und schließt ab.

Und in Nahost geht es auch schon wieder los...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 08.Mai 2026, 08:26:39
Wie könnte eine Regierung, wenn es so bleibt, aussehen?
CDU 26%
Linke 12%
SPD 7%
Das wird vermutlich für eine Mehrheit im Parlament reichen. Dass die CDU mit der Linkspartei koaliert, wäre aber imho kein Deut besser als eine Koalition mit der AfD.

Zitat
Wird es das erste Bundesland sein in dem die CDU mit der AfD zusammengeht?
Als kleiner Partner wird die CDU das sicher nicht machen, wenn dann nur als größerer Koalitionspartner.

Zitat
Frau Esken wird der SPD sicher noch ein paar Prozentpunkte gekostet haben...
Frau Bas mit ihrer Aussage, dass niemand in unsere Sozialsysteme einwandert, wird der AfD auch wieder ein paar Pünktchen bringen. Wie kann man sowas komplett gegen die Realität raushauen? Selbst wenn jemand käme, um zu arbeiten, wird er in den Sozialsystemen landen, wenn er keinen Job findet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 08.Mai 2026, 09:40:38
Irgendwann muss auch die Frage erlaubt sein, ob man diese 41 % Wähler immer mit einem "Nein, nicht mit uns" abkanzeln kann. Ich verstehe das niemand mit der AfD will. Aber die Unzufriedenheit im Land steigt. Echte Reformen würden helfen. Aber die CDU ist nicht durchsetzungsstark genug und die SPD will im Zweifel lieber weitere Schulden machen, um sich die aktuell überbordenden Ausgaben weiterhin zu leisten. Ein Jammer, dass das auch nicht funktioniert - also CDU/SPD.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Magic1111 am 08.Mai 2026, 10:05:30
Wie kann man sowas komplett gegen die Realität raushauen? Selbst wenn jemand käme, um zu arbeiten, wird er in den Sozialsystemen landen, wenn er keinen Job findet.

Eben weil die meisten Politiker eben jeden Bezug zur Realität (und zum "Normalbürger") verloren haben. Dann kommen solche Aussagen und die meisten Handlungen dabei raus.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Pico am 09.Mai 2026, 12:04:47
Endlich mal was sinnvolles. Das Altersvorsorgedepot wurde vom Bundesrat durchgewunken und ist ab 2027 in Kraft. Riester war Abzocke und ein großer Griff ins Klo.

https://www.deutschlandfunk.de/so-funktioniert-das-neue-altersvorsorgedepot-100.html

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 10.Mai 2026, 10:38:50
Warten wir es ab, zumindest ist es nicht von vornherein totale Grütze, wie diese Riester- und Rüruprente, die Schröder für seinen Buddy Maschmeyer angeleiert hatte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Mai 2026, 12:33:48
Mit der Union geht es weiter bergab:

Forsa-Umfrage: AfD liegt nun fünf Prozentpunkte vor der Union
Die AfD liegt laut neuem RTL/ntv-Trendbarometer nun fünf Prozentpunkte vor der Union. Die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei kommt in der am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage auf 27 Prozent (plus eins). Die Union liegt nur noch bei 22 Prozent (minus zwei) – dem schlechtesten Wert seit Dezember 2021. Die Linke erreicht zwölf Prozent und liegt mit der Regierungspartei SPD gleichauf. Die Werte für die Grünen (15 Prozent), die FDP (vier Prozent) und die sonstigen Parteien (acht Prozent) sind unverändert.

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/forsa-umfrage-afd-liegt-nun-fuenf-prozentpunkte-vor-der-union/100220768.html

Wie will man die AfD eigentlich überhaupt noch verhindern? Im Herbst wird der Schrecken vermutlich zur Realität: ohne AfD könnte es keine Regierung in Sachsen-Anhalt und MeckPomm mehr geben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Magic1111 am 12.Mai 2026, 18:20:51
Wie will man die AfD eigentlich überhaupt noch verhindern? Im Herbst wird der Schrecken vermutlich zur Realität: ohne AfD könnte es keine Regierung in Sachsen-Anhalt und MeckPomm mehr geben.

Je mehr man sie künstlich "verhindern" will, umso stärker wird die AfD. Das müsste doch nun auch dem allerletzten Politiker klar geworden sein.

Und der Trend des Wählerwillens in der Mehrheit geht aktuell nun mal zu Mitte-Rechts, weil es auch diese Koalition nicht gebacken bekommt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Mai 2026, 18:51:24
Richtig, die AfD ließe sich nur noch mit richtig guter - also nicht-linker - Politik verhindern. Das ist aber mit den linken Parteien, die als Koalitionspartner einzig noch in Frage kommen, nicht umsetzbar. Mit der AfD will die Union nicht regieren, was ich nachvollziehen kann. Es ist schon eine sehr verzwickte Lage, am besten wäre es, wenn die SPD zur Vernunft käme, das ist aber leider auch nicht zu erwarten. So können wir uns dass Theater nur immer weiter ansehen und hoffen, dass die Koalition durchhält und zumindest kleine Reformen auf den Weg bringt.

Bei Yougov ist die AfD jetzt schon 6 Punkte vor der Union, es wird beinahe täglich schlimmer: https://dawum.de/Bundestag/YouGov/2026-05-12/

Der Wegner (CDU) reitet die populistische Welle, weil eine Mehrheit höhere Steuern für "Reiche" befürwortet:
"Natürlich werden wir nicht umhinkommen, auch an der Vermögensteuer etwas zu tun", sagte der CDU-Politiker in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart".
https://www.n-tv.de/politik/Wegner-stellt-sich-beim-Thema-Vermoegenssteuer-gegen-Merz-id30814471.html

Die checken immer noch nicht, dass "sparen" nicht heißt, dass man die Bürger noch mehr schröpfen und noch mehr Schulden machen darf.

Dabei gibt es viel Potential für Einsparungen, zB.: https://web.de/magazine/politik/spanien-milliarden-eu-topf-zweckentfremdet-42256954

Die deutschen Regierungen verschleudern das Geld der Bürger in aller Herren Länder, während hier die Infrastruktur verrottet, Schulen und Unis vor sich hingammeln, bezahlbarer Wohnraum totale Mangelware ist, im Gegenzug aber die Steuerbelastung von Rekordhoch zu Rekordhoch eilt. Dazu kommt noch dieser Irrsinn, dass man Hinz und Kunz aus aller Welt in die deutschen Sozialsysteme stopft und sich dann wundert, dass das Geld hinten und vorne nicht reicht und man schon wieder die Abgaben erhöhen muss.

Ich verstehe diese selbstzerstörerische Politik schon lange nicht mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Magic1111 am 12.Mai 2026, 20:55:17
Richtig, die AfD ließe sich nur noch mit richtig guter - also nicht-linker - Politik verhindern. Das ist aber mit den linken Parteien, die als Koalitionspartner einzig noch in Frage kommen, nicht umsetzbar. Mit der AfD will die Union nicht regieren, was ich nachvollziehen kann. Es ist schon eine sehr verzwickte Lage, am besten wäre es, wenn die SPD zur Vernunft käme, das ist aber leider auch nicht zu erwarten. So können wir uns dass Theater nur immer weiter ansehen und hoffen, dass die Koalition durchhält und zumindest kleine Reformen auf den Weg bringt.

Bei Yougov ist die AfD jetzt schon 6 Punkte vor der Union, es wird beinahe täglich schlimmer: https://dawum.de/Bundestag/YouGov/2026-05-12/

Irgendwann wird, so meine Meinung, für die Union der "Point of no return" kommen, also der Punkt, wo sie sich entscheiden muss: Brandmauer weg und mit AfD, oder die AfD wird so stark, dass sogar eine absolute Mehrheit, oder sagen wir mal ab 38% aufwärts, selbst im Bund möglich ist.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 12.Mai 2026, 21:16:20
Eigentlich ist der Punkt schon überschritten, weil die AfD ja jetzt schon vor der Union liegt, in einer Koalition wären CDU/CSU nur noch der kleinere Partner und das wird man ganz sicher nicht machen, solange man in einer anderen Konstellation noch den Kanzler stellen kann. Die Union kann nur hoffen, dass die Linken zur Vernunft kommen und ihr Raum für eigene Politik geben, sonst wird die AfD nach und nach alle konservativen Stimmen einsammeln.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 13.Mai 2026, 09:50:40
Richtig, die AfD ließe sich nur noch mit richtig guter - also nicht-linker - Politik verhindern. Das ist aber mit den linken Parteien, die als Koalitionspartner einzig noch in Frage kommen, nicht umsetzbar. Mit der AfD will die Union nicht regieren, was ich nachvollziehen kann. Es ist schon eine sehr verzwickte Lage, am besten wäre es, wenn die SPD zur Vernunft käme, das ist aber leider auch nicht zu erwarten. So können wir uns dass Theater nur immer weiter ansehen und hoffen, dass die Koalition durchhält und zumindest kleine Reformen auf den Weg bringt.

Bei Yougov ist die AfD jetzt schon 6 Punkte vor der Union, es wird beinahe täglich schlimmer: https://dawum.de/Bundestag/YouGov/2026-05-12/

Irgendwann wird, so meine Meinung, für die Union der "Point of no return" kommen, also der Punkt, wo sie sich entscheiden muss: Brandmauer weg und mit AfD, oder die AfD wird so stark, dass sogar eine absolute Mehrheit, oder sagen wir mal ab 38% aufwärts, selbst im Bund möglich ist.
Sollte die Afd noch mit der CDU zusammenarbeiten wollen. Höcke hält wenig davon - so hat er es in dem "Skandal" Interview gesagt.
Vielleicht will er aber auch nur, dass die CDU bettelt und sich einfügt. Wenn man die Trends sieht, geht es nur bei einer Partei steil nach oben.

Merz Aussage vor Unternehmern ( " "Ja, unsere Demokratie ist manchmal langsam, sie ist manchmal mühsam"" ) hat mich sehr geärgert. Nicht die Demokratie ist langsam. Unsere, von den Parteien der letzten Jahrzehnten geschaffene Bürokratie macht alles so langsam.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 14.Mai 2026, 08:27:19
Die cdU als Juniorpartner der afD ist die einzige Möglichkeit wie man eine stabile Regierung hinbekäme. Aber das wird die Brandmauer verhindern und als Juniorpartner wird die cdU das nicht einreißen. Dann bliebe noch Schwarz-Rot-Grün oder ein Linksbündnis (Grüne-Linke-spD) mit Unterstützung durch die cdU. Die cdU wird in jedem Fall verlieren. Die kommen von 28,5% und sind mittlerweile bei 22%, haben also fast ein Drittel der Wähler verloren innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig hat man den Feind, den man halbieren wollte um 30% gestärkt. Was machst du da Friedrich?
Aber um mal zwei Zitate zu verschmelzen :"Merz ist vorbei, das ist gut so". Bei der Entlastungsprämie haben ihm die cdU-Länder die Gefolgschaft verweigert. Merz hat alles abgeräumt an Versprechen und sich von der spD komplett durch die Manege ziehen lassen. Der ist nicht nur charakterschwach, sondern auch Führungsschwach. Was die cdU bei ihm gesehen hat erschließt sich mir nicht. Er wurde übrigens beim DGB ausgelacht und ausgebuht bei seiner Rede. Als Bärbel Bas bei dummen Aussagen auf einer Wirtschaftsveranstaltung ausgelacht wurde, hat sie diese zum Feind auserkoren und die Medien Propaganda betrieben (Weil sie eine Frau ist etc.). Merz lässt es einfach so über sich ergehen und die Medien schreiben nichts um ihm zu helfen. Aber er versteht es immer noch nicht, dass der DGB, die spD und auch ein Großteil der Medien (Links wie Rechts) ihn unten sehen wollen.
Und Saskia Esken will jetzt auch Ben Ungeskripted wegen dem Höcke-Interview Canceln. Der gibt ja auch so bösen Leuten wie Höcke, Maximilian Krah (afd), Julia Klöckner (cdU), Biased Skeptic, Gregor Gysi (Linkspartei), Jan van Aken (Linkspartei), Sarah Wagenknecht (BSW), Steffen Henssler, Christian Lindner (FDP), Kaya Yanar, Wolfgang M. Schmitt (Wohlstand für alle) und Peter Fox eine Bühne. Was ich damit sagen will : Saskia Esken kann keine Meinungsfreiheit und Demokratie. Bei ihr gibt es nur Diktatur, das zeigt sich deutlich. Habe mir nach einigen Tagen auch tatsächlich das Interview mit Höcke angesehen und konnte das in einem Stück nicht durchschauen. Ben hat wie immer relativ wenig konfrontative Fragen gestellt, aber Höcke hat perfekt um den heißen Brei herumgeredet, alles versucht klein zureden und seine Positionen zu verniedlichen. Ich fand es persönlich eher wie Werbung gegen die afD. Klar gibt es da einige, wo man nur mit dem Kopf schüttelt, was für einen Müll die reden, z.B. Erik Ahrens, Gerald Hörhahn, die militante Veganerin, Karl Ess, Andreas Baulig, Soran und so weiter. Aber das kann man selbst einordnen und sehen. Vor allem aber hat man die Möglichkeit einfach nicht zuzuschauen oder einfach abzuschalten.
@Fussballmonster : Die Parteien sind das Problem und von der Bürokratie durchsetzt. Deswegen ist die Demokratie so langsam und die Bürokratie wird immer mehr. Schau dir an wer im Bundestag sitzt und was sie vorher gemacht haben.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 14.Mai 2026, 08:58:34
Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass die Brandmauer total dämlich ist.

1. Die CDU nimmt sich jeden Handlungsspielraum. Jubeln tun nur die Linken, die dann irgendwann mehrheitlich in der Regierung sind - obwohl die Mehrheit der Wähler eine rechte Regierung will. Kann es ja irgendwie nicht sein, oder?
2. Das Konzept ist ohnehin gescheitert. AfD kleinhalten? Wenn die Brandmauer bestehen bleibt erhöht sich nur die Chance, dass entweder die AfD irgendwann alleine die Mehrheit stellt oder sich jede künftige Regierung noch mehr blockiert als aktuell schon. Kaum auszudenken wie Politik noch mit einem Dreier- oder Viererbündnis funktionieren soll. Und allein Links-Links-Links ist finanziell und wirtschaftlich aus meiner ganz persönlichen Sicht das absolute Grauen.
3. Wir wollen alle gute Politik. Wenn ich dann sowas sehe (https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a05179fd1570d730679fb2f/sachsen-afd-und-bsw-verhelfen-gruenen-antrag-im-landtag-zur-mehrheit.html) ist die Brandmauer einfach nicht zielführend. Da sind Politiker also ständig mit Änderungsanträgen und Co beschäftigt, damit ja nicht die AfD zustimmt. Was das an Zeit und Geld kostet. Es soll doch das Beste für den Bürger im Vordergrund stehen und nicht wer da wann seine Hand hebt. Dann bringen die !Grünen! einen Antrag zur "Sicherung der regionalen Fleischverarbeitung" ein, weil der mit Sicherheit abgelehnt wird. Dann stimmen AfD und BSW aber zu und hinterher sind die, die den Antrag eingebracht haben entsetzt das der eigene Antrag durchgekommen ist.

Die Brandmauer war gedacht die AfD aus der Regierung fernzuhalten. Aber wenn diese Nichtalternative für Deutschland allein schon mit dem Androhen zuzustimmen oder nicht zuzustimmen die politische Richtung beeinflusst, dann machen sie schon längst Politik durch die Hintertür. Und das nicht erst seit gestern.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 14.Mai 2026, 10:23:22
In Sachsen-Anhalt fehlt der AfD nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit im Landtag. Ja, Umfragen und Wahlen sind zwei paar Schuhe, aber trotzdem ist das schlimm genug.

Für mich ist die AfD unwählbar und sie sollte auch nicht regieren, aber ich verstehe auch das Geschrei nicht, wenn die Union eines ihrer Projekte nur mit AfD-Hilfe umsetzen könnte. Es ist immer noch ein Unionsprojekt und man hat der AfD damit keine Zugeständnisse gemacht.

Im Gegenteil, man könnte die AfD dazu nutzen, gute Politik im Sinne der Bürger zu machen und damit würde die Union imho gestärkt und die AfD geschwächt. Klar, die Linken krakeelen natürlich, weil sie damit der Union nichts mehr vorschreiben könnten, aber das kann der Union doch egal sein.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.Mai 2026, 15:46:27
In Sachsen-Anhalt fehlt der AfD nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit im Landtag. Ja, Umfragen und Wahlen sind zwei paar Schuhe, aber trotzdem ist das schlimm genug.

Für mich ist die AfD unwählbar und sie sollte auch nicht regieren, aber ich verstehe auch das Geschrei nicht, wenn die Union eines ihrer Projekte nur mit AfD-Hilfe umsetzen könnte. Es ist immer noch ein Unionsprojekt und man hat der AfD damit keine Zugeständnisse gemacht.

Im Gegenteil, man könnte die AfD dazu nutzen, gute Politik im Sinne der Bürger zu machen und damit würde die Union imho gestärkt und die AfD geschwächt. Klar, die Linken krakeelen natürlich, weil sie damit der Union nichts mehr vorschreiben könnten, aber das kann der Union doch egal sein.


In Sachsen haben die Grünen ja etwas nur mit der afD durchgebracht. Müsste man ja eigentlich rückabwickeln oder aufhören Kindergarten zu spielen. Und Links will mit der Brandmauer einfach die Union zerstören und sie schaffen das ja auch. Zeigt ja auch was bei der Union falsch läuft. Stand jetzt wird in Mecklenburg-Vorpommern eine Koalition aus spD, cdU und Linkspartei nötig sein, wenn die afD nicht reinkommen soll. 4 Jahre später ist die cdU unter 5% fragt mal die spD wie das geht. Das gleiche wird in Sachsen-Anhalt passieren. Aber da wirds dann die spD zerlegen...
In 4 Monaten wird auch in Berlin die cdU eine Klatsche kriegen, bei dem Bürgermeister auch zurecht.
Die Verantwortung für die Wahlsiege der afD wird ganz klar bei Friedrich Merz und der spD liegen. Wer so wenig Reformen und Sparen angeht, der bringt dieses Land nicht nur an den Rande des Abgrundes sondern macht nochmal 2 Schritte weiter... Ich hoffe ja, dass irgendwann China und Indien uns Entwicklungshilfe zahlen werden. Ich sollte schonmal anfangen Hindi und Mandarin zu lernen.
Wobei ich mich ja auch schon sehr lange mit auswandern beschäftige, auf Deutschland und seine politischen Parteien, sowie den Beamten- und Parasitenstaat habe ich so gar keinen Bock mehr.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 15.Mai 2026, 17:45:29
Naja das fordern sie ja auch jetzt, indem die Wahl wiederholt wird. Real Satire. Am liebsten würde ich jeden von diesen Politikern mal ordentlich schütteln, damit sie merken wie lächerlich sie sich gerade machen. Es ist einfach traurig das alle Parteien mehr Zeit damit verbringen sich mit der AFD zu beschäftigen und ja nicht in irgendewinem Punkt mit ihnen übereinzustimmen als das man die Probleme der Menschen in diesem Land endlich angeht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 15.Mai 2026, 19:26:25
Naja das fordern sie ja auch jetzt, indem die Wahl wiederholt wird. Real Satire. Am liebsten würde ich jeden von diesen Politikern mal ordentlich schütteln, damit sie merken wie lächerlich sie sich gerade machen. Es ist einfach traurig das alle Parteien mehr Zeit damit verbringen sich mit der AFD zu beschäftigen und ja nicht in irgendewinem Punkt mit ihnen übereinzustimmen als das man die Probleme der Menschen in diesem Land endlich angeht.


Wie kann man so dämlich sein?


Szenario 1)
Die Grünen stimmen gegen ihren eigenen Antrag => Glaubwürdigkeit weiter gesunken (die ist eh nicht hoch) und man verrät seine eigenen Werte
Szenario 2)
cdU und spD stimmen mit den Grünen dafür, die afD und BSW auch. => cdU und spD machen sich lächerlich, die afD und BSW feiern weiter.

Die afD freut sich, wenn kleine regionale Betriebe gefördert werden. Das hätte man bei den Grünen ja wissen können. Die dadurch zu fördern ist jetzt auch nicht falsch, auch nicht wenn die afD dafür stimmt.  Wenn die afD jetzt sagt : Wir stimmen für alles, was Deutschland wieder nach oben bringt. Was machen die etablierten Parteien dann? Führen sie uns dann vorsätzlich in den Abgrund? Ach nein, das tun sie ja bereits, die sind ja Hellseher...

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Viking am 17.Mai 2026, 23:27:06
Wie könnte eine Regierung, wenn es so bleibt, aussehen?
CDU 26%
Linke 12%
SPD 7%
BSW 4%

Wird es das erste Bundesland sein in dem die CDU mit der AfD zusammengeht?

Frau Esken wird der SPD sicher noch ein paar Prozentpunkte gekostet haben, mit der Aufforderung an werbende Unternehmen den Podcast "unscripted" auf die schwarze Liste zu setzen.
Mit ihrem Video hat sie dem Podcast einen noch größeren Zulauf beschert.
Vielleicht wäre es mal eine passende Gelegenheit die AfD alleine regieren zu lassen, ich bin schon etwas überrascht,dass die trotz Vetternwirtschatskandal,Streit und teilweise extremen Forderungen doch so einen Zulauf haben.Ich denke die Chance,dass sie es an die Wand fahren würden ist schon relativ groß, für eine alternative Koalition mit den Linken sollte sich die CDU nicht hergeben, dass würde nur noch mehr politischen Stillstand bringen.

Wir werden wohl nicht mehr erleben,dass Leute wie Esken erkennen,dass solche Aufrufe der AfD eher helfen als schaden. Zum Glück hört da anscheinend auch keiner auf sie.
Allgemein mal zum Podcast, ich habe nicht reigehört aber es gibt wohl Kritik am Youtuber,dass der an einigen Stellen kritischer hättte nachfragen müssen.Allgemein sollte es für Zuhörer aber schon möglich sein,sich eine eigene Meinung zu bilden.Er scheint ja auch Leute aus allen möglichen Richtungen einzuladen.
Früher habe ich öfter mal den Podcast von Joe Rogan verfolgt,der ja auch eine Menge,teilweise schräge, Gäste hat,da muss man sich auch klarmachen,dass es in erster Linie Unterhaltung ist,Rogan in vielen Bereichen keine Kompetenz hat, oft zugekifft im Podcast sitzt und selbst viel Blödsinn erzählt. Ich würde an den Podcast hier mit einer ähnlichen Haltung drangehen.
Was es mMn geben müsste wäre ein größeres Debattenformat in dem sich dann z.B Höcke Leute der anderen Seite stellen könnte, würde mich eher interessieren als ein einfacher Talk.

Frau Bas mit ihrer Aussage, dass niemand in unsere Sozialsysteme einwandert, wird der AfD auch wieder ein paar Pünktchen bringen. Wie kann man sowas komplett gegen die Realität raushauen? Selbst wenn jemand käme, um zu arbeiten, wird er in den Sozialsystemen landen, wenn er keinen Job findet.
Das war richtig dumm, zeigt mal wieder,dass einige nur so tun als hätten sie die Probleme verstanden. Eigentlich müsste man so einen Typ Politiker sofort aus der Regierung schmeißen,ist ja auch nicht das erste mal,dass sie so auffällt.
Danach hatte sogar die Tagesschau einen Bericht über das Thema. https://youtu.be/s3bCD24qaAs?si=j7A43Ws8hkNYABi_&t=220

In Sachsen haben die Grünen ja etwas nur mit der afD durchgebracht. Müsste man ja eigentlich rückabwickeln oder aufhören Kindergarten zu spielen.
Auch absolut lächerlich was da wieder für ein Theater gemacht wird, man sollte, wie Signor Rossi auch schon meinte, eher auf die Sache schauen die man durchbringen will und das dadurch erreichte in den Vordergrund stellen und nicht wer da wo mitstimmt,dadurch würde man der AfD sofort Aufmerksamkeit und Hebel nehmen andere vorzuführen.
Man versteigt sich da allgemein schon länger in undemokratische Konstruktionen und will den Wähler aber gleichzeitig vor einer undemokratischen AfD warnen,ironischerweise werden die Wähler die ganzen Bedenken und Brandmauern dann vielleicht irgendwann mit demokratischen Wahlen einreißen. 
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 18.Mai 2026, 09:56:49
Vielleicht wäre es mal eine passende Gelegenheit die AfD alleine regieren zu lassen, ich bin schon etwas überrascht,dass die trotz Vetternwirtschatskandal,Streit und teilweise extremen Forderungen doch so einen Zulauf haben.Ich denke die Chance,dass sie es an die Wand fahren würden ist schon relativ groß, für eine alternative Koalition mit den Linken sollte sich die CDU nicht hergeben, dass würde nur noch mehr politischen Stillstand bringen.

ich bin nicht überrascht, da ich extrem oft höre, dass es noch immer Menschen gibt, die die AfD "aus Protest" wählen. Aber die aktuelle Bundespolitik gibt ja ihr Bestes diesen Zulauf aus "Protest" nicht zu stoppen.

Bei den aktuellen Umfragen bleiben eigentlich nur folgende Chancen:

1. Die AfD schafft die absolute Mehrheit. Dann wird sicherlich sehr sehr genau hingesehen, wie sich das ganze dort entwickelt. Kann mir absolut keine gute Entwicklung vorstellen, aber man würde dann effektiv sehen, ob sie es besser machen können...

2. Midnerheitsregierung. Dort gibt es entweder die Möglichkeit die AfD in eine Minderheitsregierung als stärkste Kraft zu zwingen oder weiter an der Macht festzuhalten und mit den stimmen von linksaußen eine Minderheitsregierungd er CDU zu erstellen. Diese würde garantiert die AfD noch weiter stärken und das sollte definitiv nicht das Ziel sein.

3. Regierungsbildung aus allen Parteien außerhalb der AfD. Das würde meines Erachtens eine absolute Katastrophe...

Alle diese Möglichkeiten sind in meinen Augen keine schönen Perspektiven, aber die "sinnvollste" wäre halt die AfD in die alleinige Regierung (hoffentlich Minderheitsregierung) zu zwingen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 18.Mai 2026, 11:49:35

Wir werden wohl nicht mehr erleben,dass Leute wie Esken erkennen,dass solche Aufrufe der AfD eher helfen als schaden. Zum Glück hört da anscheinend auch keiner auf sie.
Allgemein mal zum Podcast, ich habe nicht reigehört aber es gibt wohl Kritik am Youtuber,dass der an einigen Stellen kritischer hättte nachfragen müssen.Allgemein sollte es für Zuhörer aber schon möglich sein,sich eine eigene Meinung zu bilden.Er scheint ja auch Leute aus allen möglichen Richtungen einzuladen.
Ich finde genau diese Art von "Interview" sehr angenehm.

Die üblichen Interviews und Talkshows ( zB Sommerinterview im ARD ) laufen immer gleich ab: der Moderator greift den Gast an und "hinterfragt kritisch". Der Gast / Politiker geht gar nicht auf die Fragen ein, sondern möchte einzig und allein seine Statements und vorformulierten Sätze platzieren. Egal ob es in der Situation passt oder nicht. Erkenntnisgewinn Null.
Diese Art Interview kann man auch direkt lassen und schlichtweg eine Pressemeldung des Politikers bzw der Partei vorlesen.

Ein zeitlich unbegrenztes "lass den mal reden" Gespräch finde ich da erheblich angenehmer. Die Gefahr ist bei so einem angenehmen Gespräch übrigens auch viel höher, dass der Gast etwas erzählt, was er eigentlich gar nicht erzählen wollte.

Immerhin hat Merz zugegeben, dass in den letzten 20 Jahren viele Fehlentscheidungen getroffen wurden. Die Einsicht ist gut und richtig. Blöderweise sitzt ein Großteil der CDU Politiker, die an diesen Fehlentscheidungen beteiligt waren weiterhin im Bundestag. Warum sollte ich darauf vertrauen, dass sie jetzt besser entscheiden?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 18.Mai 2026, 18:47:22
Alle diese Möglichkeiten sind in meinen Augen keine schönen Perspektiven, aber die "sinnvollste" wäre halt die AfD in die alleinige Regierung (hoffentlich Minderheitsregierung) zu zwingen.
Dann müsste der AfD-Kanzler aber mit Stimmen aus der Opposition gewählt werden. Das wird wohl auch niemand tun. Ganz am Ende reicht dann auch die relative Mehrheit, aber dann muss der Bundespräsident dem zustimmen.

Und wenn die AfD dann doch regiert, wird alles torpediert. Das ist doch alles Murks, die von CDU, CSU, SPD und Grünen sollen sich zusammenraufen und endlich anfangen Politik für die zu machen, die sie gewählt haben und wie sie es eigentlich jeden Tag bei der Fahrt zur Arbeit sehen können: "Dem deutschen Volke".
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 19.Mai 2026, 07:46:26
Also bei einem Kanzler Merz auf Politik zu hoffen, für die er gewählt wurde, ist meines Erachtens unwahrscheinlicher als ein 6er im Lotto mit Zusatzzahl.

Wer noch vor der Kanzlerschaft sein Wahlprogramm so mit Füßen tritt und den der Wille des Volkes anscheinend nicht interessiert, der wird zum Einen nicht freiwillig zurückziehen, zum Anderen auch keine 180 Grad Wende hinlegen und sich "fürs deutsche Volke zusammenraufen".

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.Mai 2026, 09:02:33
Ja, man kommt aus dem ungläubigen sich wundern nicht mehr heraus. Was seit 2011 in der deutschen Politik los ist, lässt sich rational nicht mehr nachvollziehen. Die EU tut ihr Übriges dazu, das neueste Bürokratiemonster: https://www.bte.de/greenwashing-ade-empco-versch%C3%A4rft-die-regeln-%E2%80%93-der-handel-steht-unter-zeitdruck/

Und dann immer diese behämmerten Namen für den Stuss: "Empowering Consumers for the Green Transition Directive" Als täten sie uns damit etwas Gutes  O0
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 19.Mai 2026, 09:47:08
Dann schreibt man was anderes drauf. Ein Beispiel aus dem Lebensmittelhandel. Da verkauft man Vitaminwasser und damit auch den Eindruck, dass dieses Wasser "gesünder" ist. Faktisch jedoch bleibt da nicht viel übrig. Kaum jemand in Deutschland hat wirklich einen Mangel an wasserlöslichen Vitaminen wie B und C, die dort zugesetzt wurden. Zuviel davon scheidet der Körper dann einfach über die Nieren aus. Und Vitamin D und E sind zum Beispiel fettlöslich und werden damit nur in Verbindung mit einer fetthaltigen Mahlzeit aufgenommen. Im Wasser bringen die gar nichts. Die Leute wissen das halt schon, dass sowas dann nur Lifestyle ist.
Um den Bogen zum Bürokratiemonster aus Brüssel zu schaffen. Man schafft nur mehr Unternehmensbürokratie um die Sozialwissenschaftsstudenten mit Bullshit-Jobs zu versorgen und auch noch einige neue Stellen für selbige in den Ländern und Brüssel selbst.


Allein schon, dass man grüne Icons auf implizite Umweltaussagen prüfen muss ist ein Witz. Grün ist eine Farbe wie jede andere auch. Muss jetzt Skoda sein Logo ändern oder auch Deichmann und Starbucks? Darf Apple noch sein Logo behalten (ist ein angebissener Apfel)?


Ein Beispiel wie staatliche Regeln übrigens realitätsfern sind : Der WLTP-Verbrauch bei Kraftfahrzeugen. Sehr wenige erreichen im normalen Fahrbetrieb überhaupt diesen Wert. Der wird auf einem Rollenprüfstand und nicht im normalen Verkehr gemessen und man kann daraufhin optimieren. Klimaanlagen, Infotainment, Heizung sind da auch immer aus. Das führt zum Beispiel bei Tests dazu, dass ein Tesla Model Y Long Range AWD keine 586 km Reichweite hat, sondern nur 415 km im realen Test beim ADAC. Der Unterschied 30% ist schon enorm. Das gilt auch für andere getestete Autos, die liegen alle so in einer Range von 9,2% (BMW i7 xDrive60) und 20,8% (VW ID.3 Pro S). Trotzdem darf man damit werben...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 19.Mai 2026, 11:22:01
Hauptsache man hat es geregelt, damit der unmündige, dumme Bürger nur noch so, wie die schlauen Politiker und Bürokraten das wollen, hinter die Fichte geführt wird.

Und von wegen Jobs:
Erwerbstätigkeit im 1. Quartal 2026 gesunken - Statistisches Bundesamt
Ohne Bereinigung um saisonale Effekte ging die Zahl der Erwerbstätigen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 um 486 000 Personen oder 1,1 % zurück. Zwar ist ein Rückgang der Erwerbstätigkeit im 1. Quartal eines Jahres saisonal üblich. Im Jahr 2026 fiel die Abnahme zu Jahresbeginn allerdings um mehr als 100 000 Personen stärker aus als im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 (-381 000 Personen; -0,8 %).

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_167_13321.html?nn=2110

Ob das immer noch saisonal üblich ist, wage ich zu bezweifeln, früher lag das an der Baubranche, wo man im Winter nicht so viel bauen konnte. Die Baubranche liegt aber auch schon auf der Intensivstation, ich befürchte, dass darunter auch viele Industriearbeitsplätze sind. Das wird aber damit kaschiert, dass es sich große Konzerne noch leisten können, die Leute in der Vorruhestand zu schicken, die Arbeitsplätze werden aber nicht mehr besetzt. Einzig beim Staat werden immer neue Jobs geschaffen, die von immer weniger Steuerzahlern aus der Wirtschaft finanziert werden müssen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 19.Mai 2026, 11:53:36
Das Bundesamt für Statistik sagt dazu :
Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit +181000 Personen (+1,5%)
Finanz- und Versicherungsdienstleister +13000 Personen (+1,2%)


Informations und Kommunikation aka als IT -24000 Personen (-1,5%) inmitten der "KI-Revolution" bei der wir nicht mitmachen
Handel, Verkehr und Gastgewerbe -81000 Personen (-0,8%)
Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe -171000 Personen (-2,1%)
Baugewerbe -27000 Personen (-1,1%)
Land- und Forstwirtschaft + Fischerei -4000 Personen (-0,7%)


Der Staat stellt also ein, aber das wird alles in der Industrie ohne Baugewerbe freigesetzt... Dummerweise müssen die verbliebenen dort die "Staatsdiener" finanzieren. Und das Baugewerbe war jetzt nicht der Treiber dafür, der Saisoneffekt ist also vernachlässigbar.


Und um nochmal auf das Produzierende Gewerbe zurückzukommen : Seit Quartal 1 2023 sind wir von 8,106 Millionen auf 7,784 Millionen Beschäftigte in diesem Bereich gefallen im 1ten Quartal 2026.


Achso kleines Schmankerl nochmal von Bundesamt für Statistik. Wo arbeiten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst?


1. Allgemeinbildende und berufliche Schulen 20%
2. Soziale Sicherung 18%
3. Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Rechtsschutz 14%
4. Hochschulen 12%
5. Politische Führung 11%
6. Gesundheit, Umwelt, Sport und Erholung 6%
7. Verteidigung 4%
8. Finanzverwaltung 4%
übrige Bereiche 12%


Wenn wir nur die Entwicklung von 2015 bis 2024 nehmen (knapp 10 Jahre) : 4,65 Millionen auf 5,38 Millionen. 2025 wurde die 5,4 Millionen-Grenze übersprungen und jetzt kommen nochmal 181000 dazu. Mit Sozialversicherungen bist du da ganz schnell über 6 mio...
Aber alleine dass 11% in der politischen Führung arbeiten/zuarbeiten ist schon der absolute Wahnsinn... Und zur sozialen Sicherung braucht man kein Wort mehr verlieren. Ineffizient und man holt ständig neue "Kunden" rein, damit man noch mehr einstellen kann und versucht diese auch im Sozialsystem zu halten...



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 19.Mai 2026, 13:55:05
Aber alleine dass 11% in der politischen Führung arbeiten/zuarbeiten ist schon der absolute Wahnsinn...

Warum?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 19.Mai 2026, 20:14:14
Aber alleine dass 11% in der politischen Führung arbeiten/zuarbeiten ist schon der absolute Wahnsinn...

Warum?


Weil wir hier von 500000 Menschen in den Bundesministerien und den nachgeordneten Behörden sprechen. Fast genauso viele wie an unseren Hochschulen. Hälst du diese Zahl nicht für übertrieben hoch?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 19.Mai 2026, 23:50:36
Aber alleine dass 11% in der politischen Führung arbeiten/zuarbeiten ist schon der absolute Wahnsinn...

Warum?


Weil wir hier von 500000 Menschen in den Bundesministerien und den nachgeordneten Behörden sprechen. Fast genauso viele wie an unseren Hochschulen. Hälst du diese Zahl nicht für übertrieben hoch?


Laut Destatis sind es sogar 607.000 Beschäftigte. Aber was ist "Politische Führung"? Laut Destatis gehört dazu auch zentrale Verwaltung. Das ist nicht nur Bundesebene sondern verteilt sich auf tausende Verwaltungseinheiten. Die kommunale Verwaltung hat einen überwiegenden Anteil. Und es sind vor allem nicht (nur) nachgeordnete Behörden der Bundesministerien. Die Bundespolizei ist zum Beispiel eine nachgeordnete Behörde, die aber wiederum nicht zu Politische Führung sondern zu Öffentliche Sicherheit und Ordnung gehört. Dagegen müsste jedes Landratsamt unter politische Führung fallen, ohne eine nachgeordnete Behörde eines Bundesministeriums zu sein.

Ich habe weder einen Massstab noch eine Vorstellung, um diese Zahl einzuordnen und deine Frage zu beantworten. Ich kann nicht sagen was für ein Land wie Deutschland angemessen wäre, was unterbesetzt wäre oder was "der totale Wahnsinn" wäre. Und ich kann nicht einschätzen, ob es gerechtfertigt ist, dass in den Hochschulen im ganzen Land ungefähr genau so viele Mitarbeiter beschäftigt sind wie für politische Führung. Das ist ein Vergleich von zwei Zahlen die für die Aussage, dass eine davon totaler Wahnsinn sei, keine kausale Verbindung haben. Zumindest sehe ich sie nicht. Deswegen frage ich dich. Du kannst die Situation für dich eindeutig einschätzen und ich frage mich wie.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 20.Mai 2026, 08:34:59
Gestern in Brüssel. Text von gestern morgen von Martin Sonneborn.

"Heute wird in Brüssel über eines der Fossile des europäischen Parlamentarismus abgestimmt: Angelika Niebler, die der „Spiegel“ unter dem ehrabschneidenden Semi-Superlativ „mächtigste deutsche Frau in Brüssel“ - aber erst „nach vonderLeyen“ führt. Die Nummer 2 ist sie auch in der CSU (stv. Parteivorsitzende) und der EVP von Manfred Streber, mit dem zusammen sie nicht nur zum personellen Dauerinventar der (fälschlicherweise als „christdemokratisch“) bezeichneten Machtmonopolisten & Lobbyvertreter in Brüssel gehört, sondern auch zu den TOP 5 der Nebenverdiener & -dienerinnen im EU-Parlament:
Mit 19  Nebentätigkeiten erzielt sie (zusätzlich zum Abgeordnetengehalt) jährliche Einkünfte von 169.000 Euro u.a. als Aufsichtsratsmitglied bei verschiedenen Unternehmen sowie als Beraterin der Anwaltskanzlei Gibson, Dunn & Crutcher. Irrsinnigerweise gestatten es ihr die Regularien des EU-Parlaments, im dortigen Industrieausschuss zu sitzen, während sie gleichzeitig für eine im EU-Transparenzregister als Lobbyistin eingetragene Kanzlei tätig ist.
Interessenskonflikte zwischen den diversen Nebentätigkeiten und ihrer parlamentarischen Arbeit bestreitet Niebler, die seit einem guten Vierteljahrhundert als EU-Abgeordnete mit allen Wassern des politischen Professionalismus gewaschen ist.

Nun ist die Europäische Staatsanwaltschaft auf sie aufmerksam geworden, da der Verdacht besteht, dass sie vom Europaparlament bezahlte "lokale Assistenten" auf Minijobbasis über Jahre für Aufgaben eingesetzt hat, die nicht im direkten Zusammenhang mit ihrer parlamentarischen Tätigkeit standen.
Wegen eines ähnlichen Vergehens um die Beschäftigung & Tätigkeit parlamentarischer Assistenten („Veruntreuung von EU-Geldern“) wurde Marine Le Pen im März vergangenen Jahres bekanntlich zu einer Gesamthaftstrafe von vier Jahren, einer Geldstrafe von 100.000 Euro und einem fünfjährigen Ämterverbot verurteilt. Ihre Immunität war (seinerzeit) aufgehoben worden, ohne dass irgendjemand im EU-Apparat versucht hätte, sie vor den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft abzuschirmen.

Anders im Fall der deutschen Nummer 2. Nachdem der EU-Rechtsausschuss, dem Niebler pikanterweise auch noch selbst (als stellvertretendes Mitglied) angehört, es in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom 5. Mai abgelehnt hat, die von der Europäischen Staatsanwaltschaft begehrte Immunitätsaufhebung zu befürworten, kommt die Causa jetzt gleich im Plenum zur Abstimmung.
Sollte die Mehrheit der Abgeordneten der Ausschussempfehlung folgen, was angesichts der bestehenden Mehrheitsverhältnisse durchaus wahrscheinlich ist, könnte die Staatsanwaltschaft dem bestehenden Betrugsverdacht im Fall Niebler nicht weiter nachgehen - und würde damit de facto an der Erfüllung ihrer zentralen Aufgabe gehindert: der Untersuchung möglicher Straftaten zum Nachteil der finanziellen Interessen der EU.
Was soll man dazu eigentlich sagen. Außer vielleicht:
Wenn die EU den Eindruck nicht erwecken möchte, fortwährend mit zweierlei Maß zu messen, dann sollten ihre Institutionen vielleicht einfach damit aufhören, es zu tun."

Ein weiterer Bericht: https://www.zeit.de/politik/2026-05/eu-parlament-blockiert-betrugsermittlungen-gegen-angela-niebler-gxe (https://www.zeit.de/politik/2026-05/eu-parlament-blockiert-betrugsermittlungen-gegen-angela-niebler-gxe)

Selbstverständlich wurde ihre Immunität nicht aufgehoben. Die Mitglieder haben sich ausschließlich Nieblers Seite angehört, nicht die der Staatsanwaltschaft. Daher wird es keine Untersuchung geben. Niebler äußert sich der Presse gegenüber nicht zu Fragen, behält sich aber rechtliche Schritte gegen eine Medienberichterstattung vor.
 
Bin ich da zu verklemmt, wenn mir da die Transparenz und die Ehrlichkeit seitens der Politiker in Brüssel fehlt?
Und wie kann eine hauptberufliche Politikerin Zeit für weitere 19 Nebentätigkeiten haben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: fussballmonster am 20.Mai 2026, 08:41:11
Gestern in Brüssel. Text von gestern morgen von Martin Sonneborn.

"Heute wird in Brüssel über eines der Fossile des europäischen Parlamentarismus abgestimmt: Angelika Niebler, die der „Spiegel“ unter dem ehrabschneidenden Semi-Superlativ „mächtigste deutsche Frau in Brüssel“ - aber erst „nach vonderLeyen“ führt. Die Nummer 2 ist sie auch in der CSU (stv. Parteivorsitzende) und der EVP von Manfred Streber, mit dem zusammen sie nicht nur zum personellen Dauerinventar der (fälschlicherweise als „christdemokratisch“) bezeichneten Machtmonopolisten & Lobbyvertreter in Brüssel gehört, sondern auch zu den TOP 5 der Nebenverdiener & -dienerinnen im EU-Parlament:
Mit 19  Nebentätigkeiten erzielt sie (zusätzlich zum Abgeordnetengehalt) jährliche Einkünfte von 169.000 Euro u.a. als Aufsichtsratsmitglied bei verschiedenen Unternehmen sowie als Beraterin der Anwaltskanzlei Gibson, Dunn & Crutcher. Irrsinnigerweise gestatten es ihr die Regularien des EU-Parlaments, im dortigen Industrieausschuss zu sitzen, während sie gleichzeitig für eine im EU-Transparenzregister als Lobbyistin eingetragene Kanzlei tätig ist.
Interessenskonflikte zwischen den diversen Nebentätigkeiten und ihrer parlamentarischen Arbeit bestreitet Niebler, die seit einem guten Vierteljahrhundert als EU-Abgeordnete mit allen Wassern des politischen Professionalismus gewaschen ist.

Nun ist die Europäische Staatsanwaltschaft auf sie aufmerksam geworden, da der Verdacht besteht, dass sie vom Europaparlament bezahlte "lokale Assistenten" auf Minijobbasis über Jahre für Aufgaben eingesetzt hat, die nicht im direkten Zusammenhang mit ihrer parlamentarischen Tätigkeit standen.
Wegen eines ähnlichen Vergehens um die Beschäftigung & Tätigkeit parlamentarischer Assistenten („Veruntreuung von EU-Geldern“) wurde Marine Le Pen im März vergangenen Jahres bekanntlich zu einer Gesamthaftstrafe von vier Jahren, einer Geldstrafe von 100.000 Euro und einem fünfjährigen Ämterverbot verurteilt. Ihre Immunität war (seinerzeit) aufgehoben worden, ohne dass irgendjemand im EU-Apparat versucht hätte, sie vor den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft abzuschirmen.

Anders im Fall der deutschen Nummer 2. Nachdem der EU-Rechtsausschuss, dem Niebler pikanterweise auch noch selbst (als stellvertretendes Mitglied) angehört, es in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom 5. Mai abgelehnt hat, die von der Europäischen Staatsanwaltschaft begehrte Immunitätsaufhebung zu befürworten, kommt die Causa jetzt gleich im Plenum zur Abstimmung.
Sollte die Mehrheit der Abgeordneten der Ausschussempfehlung folgen, was angesichts der bestehenden Mehrheitsverhältnisse durchaus wahrscheinlich ist, könnte die Staatsanwaltschaft dem bestehenden Betrugsverdacht im Fall Niebler nicht weiter nachgehen - und würde damit de facto an der Erfüllung ihrer zentralen Aufgabe gehindert: der Untersuchung möglicher Straftaten zum Nachteil der finanziellen Interessen der EU.
Was soll man dazu eigentlich sagen. Außer vielleicht:
Wenn die EU den Eindruck nicht erwecken möchte, fortwährend mit zweierlei Maß zu messen, dann sollten ihre Institutionen vielleicht einfach damit aufhören, es zu tun."

Ein weiterer Bericht: https://www.zeit.de/politik/2026-05/eu-parlament-blockiert-betrugsermittlungen-gegen-angela-niebler-gxe (https://www.zeit.de/politik/2026-05/eu-parlament-blockiert-betrugsermittlungen-gegen-angela-niebler-gxe)

Selbstverständlich wurde ihre Immunität nicht aufgehoben. Die Mitglieder haben sich ausschließlich Nieblers Seite angehört, nicht die der Staatsanwaltschaft. Daher wird es keine Untersuchung geben. Niebler äußert sich der Presse gegenüber nicht zu Fragen, behält sich aber rechtliche Schritte gegen eine Medienberichterstattung vor.
 
Bin ich da zu verklemmt, wenn mir da die Transparenz und die Ehrlichkeit seitens der Politiker in Straßburg fehlt?
Und wie kann eine hauptberufliche Politikerin Zeit für weitere 19 Nebentätigkeiten haben?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 20.Mai 2026, 18:00:17
@ DragonFox : Wer zur politische Führung genau gehört ist schwer rauszufinden.
Laut dem was ich bisher rausgefunden habe gehören dort politische Amtsträger, sowie Parlamentarische Staatssektretäre und Staatsassistenten dazu. Auch die Spitzenbeamten gehören dazu (Abteilungsleiter Ministerien, Leiter von Bundesbehörden etc.). Gleiches gilt für die Länder. Bei den Kommunen gehören zu der Gruppen Bürgermeister, Landräte, Beigeordnete und Dezernenten. Finde ich schon krass wie viele "Häuptlinge" wir uns da leisten und deren "Gehilfen".
Die Bundespolizei gehört wenn ich das richtig verstanden habe zum Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Also wir haben mehr "Führungskräfte" bei den Beamten (607000) als Polizisten (355800). Das macht es noch krasse.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 20.Mai 2026, 18:27:42
Bitte nicht vergessen: viele der Bürgermeister*innen sind auf ehrenamtlicher Basis angestellt oder erhalten ein Taschengeld.

Laut einer Studie der Ruhruni Bochum: "Knapp 60 Prozent aller deutschen Gemeinden werden durch Ehrenamtliche verwaltet." Zur Wahrheit gehört aber auch: laut der gleichen Studie gibt es knapp 11k BM, 60% davon wären runde 6,5k ehrenamtliche. Wo "versickern" dann die restlichen 500-600k, die unter "Politische Führung" fallen?

https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2024-04-15-studie-der-ehrenamtliche-buergermeister-das-unbekannte-wesen
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 20.Mai 2026, 19:09:36
Wo "versickern" dann die restlichen 500-600k, die unter "Politische Führung" fallen?

Was für eine spannende Frage, wenn man bewerten will, ob eine Zahl der totale Wahnsinn ist. Destatis gibt sehr viele Stellentypen an, die unter Politische Führung und Zentrale Verwaltung fallen.

Eine Idee, wo die zum Beispiel arbeiten: Wenn du heiratest und auf das Standesamt gehst, um die Formalitäten zu klären, wirst du dazu nicht vom ehrenamtlichen Bürgermeister betreut, obwohl sein Büro vielleicht direkt nebenan wäre. Ein Bürgermeister steht einer Verwaltung vor oder hat mit einer übergeordneten Verwaltung zu tun. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind dort die Ausnahme.

@ DragonFox : Wer zur politische Führung genau gehört ist schwer rauszufinden.
Laut dem was ich bisher rausgefunden habe gehören dort politische Amtsträger, sowie Parlamentarische Staatssektretäre und Staatsassistenten dazu. Auch die Spitzenbeamten gehören dazu (Abteilungsleiter Ministerien, Leiter von Bundesbehörden etc.). Gleiches gilt für die Länder. Bei den Kommunen gehören zu der Gruppen Bürgermeister, Landräte, Beigeordnete und Dezernenten. Finde ich schon krass wie viele "Häuptlinge" wir uns da leisten und deren "Gehilfen".
Die Bundespolizei gehört wenn ich das richtig verstanden habe zum Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Also wir haben mehr "Führungskräfte" bei den Beamten (607000) als Polizisten (355800). Das macht es noch krasse.

Du hast eine vage Vermutung wo die Leute arbeiten und eine zweite unzusammenhängende Zahl, die die ursprüngliche Zahl für dich nicht nur als totalen Wahnsinn, sondern als noch krasser erscheinen lässt. Wenn ich es richtig verstehe, basiert deine Kritik auf einem Gefühl. Danke für die Antwort.
Das Bild mit den Häuptlingen und Gehilfen ist so nicht korrekt. Eine Person auf dem Standesamt ist weder Häuptling noch Gehilfe. Sie liefert eine eigenständige Verwaltungsleistung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 20.Mai 2026, 22:39:19
@ DragonFox : Wenn du mehr weißt darüber, dann bitte klär mich auf. Ich bin sehr interessiert daran, was sich hinter dieser Zahl verbirgt und vor allem wer.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Mai 2026, 00:18:17
@ DragonFox : Wenn du mehr weißt darüber, dann bitte klär mich auf. Ich bin sehr interessiert daran, was sich hinter dieser Zahl verbirgt und vor allem wer.

Ich finde es frustrierend, dass du hier einfach eine Zahl raushaust und sie bewertest und dann sollen andere Leute recherchieren. Die Kritik in diese Richtung prallt ab und du wiederholst erstmal die gleiche Handlung mit irgendwelchen kruden Vergleichen. Hier galt für eine gute Diskussion eigentlich mal, dass man selbst die Bringschuld für die Fakten hinter seinen Argumenten hat. Falls man eine Zahl und eine Bewertung der Zahl ohne Begründung überhaupt Argument nennen will.


https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentlicher-Dienst/Tabellen/beschaeftigte-aufgaben.html
Hier siehst du, dass der große Teil der Beschäftigten in den unteren Bereichen der Verwaltung arbeitet. 607k teilen sich in 45,5k im Bund, 166,7k im Land und 394,8k im kommunalen Bereich auf. Bei 394,8k im kommunalen Bereich zeigt sich auch, wie weit daneben man liegt bei der Einordnung 60% der knapp 11k Bürgermeister zu recht ins Ehrenamt zu schieben. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Dagegen ~600k Beschäftigte irgendwo "versickern" zu lassen klingt leicht nach Verschwörungstheorie. Seis drum...

https://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_18042024_IIA3H11032110002003.htm
Hier hast du den aktuellen Funktionenplan des Bundes. Da bekommt man eine Idee, was alles unter '01 Politische Führung und zentrale Verwaltung' fällt (die Funktionen 011 bis 019).

Da sieht man sogar, dass ich mich geirrt habe. Das Standesamt wird sehr häufig zu Öffentlicher Sicherheit und Ordnung zugeordnet.

Aber mal ein paar Beispiele in einer nicht vollständigen Liste:

Gemeinde: Stadtrat, Geschäftsstelle, Bürgermeisterbüro, Bezirksvertretungen in Grossstädten, Rechnungsprüfungsamt, kommunale Beauftragte, Wahlamt, Hauptamt, Personalamt, Vergabestelle, Disziplinarstelle, Liegenschafts- und Gebäudemanagement, Fortbildung/Ausbildung, Pressestelle, Bürgerkommunikation, Statistikstelle, Hochbauverwaltung, IT/Rechenzentrum.
Kreis: Kreistag, Landrat, Rechnungsprüfungsamt, Landratsamt (zentrale Verwaltung), Kreisamt, plus alle obigen generellen Funktionen.
Land: Landtag, Landesregierung, Ministerien, Senatsverwaltungen, Landesvertretungen in Berlin und Brüssel, KMK- und GWK-Sekretariate, Landesverwaltungsämter, plus alle obigen generellen Funktionen.
Bund: Bundesnachrichtendienst, Sachverständigenräte, Bundesnetzargentur usw

Die Ebenen nach unten wird alles multiplikativ größer, weil dort mehr Menschen beschäftigt sind. Je mehr Menschen beschäftigt sind, desto größer ist der generelle Verwaltungsoverhead. Das ist ein Skalierungsphänomen, dass man auch aus Unternehmen kennt. Da sind auch alle Nebenfunktionen dabei. Reinigungskräfte, Hausmeister, Haustechniker und so weiter. All diese Funktionen, die in den Gebäuden der oben genannten Stellen tätig sind, fallen unter diese Aufzählung, sofern keine Sonderregelung stattfindet oder extern beauftragt wurde.


Ich weiß jetzt eine ganze Menge über die Beschäftigten in der Politischen Führung und zentralen Verwaltung. Aber selbst jetzt kann ich deine Ausgangsfrage nicht beantworten. Ich kann weder abschätzen, ob wir diese ganzen Gremien brauchen, noch ob da irgendwas in einer nennenswerten Größenordnung zu viel ist. Ich bin mir sicher, man könnte tausend Stellen streichen, ohne allzu viel Schaden anzurichten und damit Geld zu sparen. Ich bin mir aber auch sicher, dass man irgendwo anders tausend Stellen aufbauen könnte, weil irgendwelche Prozesse nicht laufen, Büros unterbesetzt sind, die Digitalisierung zu langsam ist oder sonst irgendwas. Das gleiche könnte ich aber auch über ein Unternehmen wie Siemens sagen, das auch mehrere hunderttausend Beschäftigte hat und von dem ich ebenso wenig weiß, was die alle machen. In einem so großen Apparat punktuell Inneffizienzen zu vermuten ist wahrscheinlich nie falsch.
Aber ich habe überhaupt keinen Anhaltspunkt, wie viele Beschäftigte in der Politischen Führung und zentralen Verwaltung für ein Industrieland mit 83,5 Millionen Menschen angemessen ist. Es fehlt mir ein Vergleich mit anderen Ländern, eine empirische Untersuchung über Auslastung oder Effizienz der Beschäftigten oder sonst irgendwas in diese Richtung.

Es gibt zig Gruppen, die das für zu viel halten – FDP, Steuerzahlerbund, IW Köln, AfD. Es gibt ebenso zig, die es für ausreichend oder zu wenig halten – dbb, SPD, Grüne, Linke, OECD, kommunale Spitzenverbände. Keine Seite hat den empirischen Beleg. Die pauschale Frage "zu viel oder zu wenig" ist eine politische Position, kein Befund. Faktisch beantwortbar sind allerdings Nebenfragen: wo Personal wächst, warum, wo Doppelstrukturen sind, wo Engpässe. Dort liegen die spannenden Antworten, durch die man Ressourcen sparen oder Probleme lösen kann. Das sind zum Beispiel Positionen von Bertelsman oder dem Bundesrechnungshof: "Die Frage ist nicht zu viel oder zu wenig, sondern an welcher Stelle und mit welcher Effizienz." Die Hauptfrage in deiner Form ist für mich methodisch unentscheidbar. Sie taugt zu nicht mehr, als über ein Sprechpult oder die Tastatur in die Welt gehauen zu werden, um einen grundlegenden Standpunkt zu markieren.


Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 21.Mai 2026, 01:48:02
Erstmal danke für die Links und die Aufklärung. Mag für dich frustrierend sein, aber ich habe es nicht geschafft diesen Funktionenplan zu finden. Das nennt man Brett vorm Kopf.

Und meine Aussage, dass der Staat zuviel aufbaut, während die Wirtschaft abbaut, das habe ich ja auch mit Fakten belegt. Die Wertung, dass 11% der absolute Wahnsinn ist ergibt sich ja aus der Tatsache, dass es so schwer ist rauszufinden, was diese machen. Da bin ich generell erstmal misstrauisch. Wenn ich sehe, da arbeiten 20% im Sektor Allgemeinbildende und berufliche Schulen, dann weiß ich ziemlich genau, wer sich dahinter verbirgt, was die machen. Gibt sicher auch dort "Einsparpotential", aber grundsätzlich sehe ich das als notwendig an. Mit dem Funktionenplan als neue Grundlage kann man sicher auch darüber diskutieren, ob man ohne Wehrpflicht 015 noch braucht. Ich werde mich aber (wohl nicht mehr heute) sobald ich Zeit habe ein wenig mehr damit auseinandersetzen um Zahlen dazu rauszufinden und dann abschließend das für mich zu bewerten.

Zu dem Thema ob das jetzt zuviele sind. Wirkt auf mich auf jeden Fall so. Das hat auch wenig mit politischer Position zu tun. Ich mein der dbb ist der deutsche Beamtenbund. Dass der das nicht für zu viel hält, das dürfte niemand verwundern und ist menschlich. Die Teilung die du ansprichst sind aber eher Gegensätze zwischen viel Staat (Grüne, spD, Linke, etc.) und wenig Staat (fdP, Steuerzahlerbund, IW Köln). Siemens ist tatsächlich ein schlechter Vergleich, da dies ein Unternehmen ist und ich es nicht über Steuern und Sozialabgaben mitfinanziere. Im Zweifelsfall sollte es da der Markt regeln (wenn der Staat nicht mit Subventionen einspringt). Ich gebe dir aber recht, dass auch in den Unternehmen sehr viel unnötige Verwaltung ist, das kennt auch jeder aus seinem Arbeitsleben, dass dort Leute sind, die einfach nur "beschäftigt" werden. Aus dem Englischen kommt ja das Wort Bullshit Jobs dafür.


Zum Thema afD. Vielleicht mag die afD das jetzt noch so sehen, aber als Partei an der Macht kann ich mir schon vorstellen, dass sich das ganz schnell ändern könnte, wenn die eigene Wählerschaft und Parteigänger dann in entsprechende Staatspositionen einsickern.
Hier mal ein Link zum einem Sternartikel aus 2005 :  https://www.stern.de/politik/geschichte/die-gruenen-der-aufstieg-der--anti-parteien-partei--3545376.html (https://www.stern.de/politik/geschichte/die-gruenen-der-aufstieg-der--anti-parteien-partei--3545376.html)
Heute sind die Grünen die stärkste Partei was den Stimmenanteil bei Beamten angeht. Interessant auch die Parallelen, wenn damals Egon Bahr sie als "Gefahr für die Demokratie" gebrandmarkt hatte.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Mai 2026, 09:31:42
Schön, dass du dir das anschauen willst.

Zum dbb-Argument: Korrekt, der hat Eigeninteresse. Das gilt aber genauso für IW Köln (arbeitgeberfinanziert), Steuerzahlerbund (Lobby), FDP-Stiftung und so weiter. Wenn Eigeninteresse als KO-Kriterium gilt, fällt fast das ganze Spektrum auf beiden Seiten weg.

Zum Siemens-Vergleich: Du hast recht, dass die Finanzierung anders ist. Mein Punkt war aber das Strukturphänomen. Große Organisationen erzeugen Verwaltungsoverhead, unabhängig von der Finanzierungsquelle. Das macht 600k Beschäftigte nicht automatisch okay, aber es nimmt der Zahl die Sondereigenschaft "das gibt's nur beim Staat".

Ich bleibe dabei, dass ein "Wirkt auf mich so" aus Misstrauen heraus eine ehrliche Aussage ist. Aber der Schritt von "wirkt auf mich" zu "totaler Wahnsinn" und "Häuptlinge mit Gehilfen" ist eben doch ein politischer, kein methodischer. Ehrlicherweise müsste man bei "Wirkt auf mich so, aber so genau weiß ich es auch nicht" stehen bleiben. Das kann sich eine Partei oder Interessensgemeinschaft nicht erlauben, weil sie sich dann in einem Kleinklein verliert. Deswegen kritisiere ich zum Beispiel die Parteien dafür nicht, so lange sie in ihrer Arbeit die Themen wesentlich differenzierter betrachten.

Wenn du dich mit den Zahlen weiter beschäftigst, würde mich deine Einschätzung interessieren.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: OppaChonk am 21.Mai 2026, 10:49:12
https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentlicher-Dienst/Tabellen/beschaeftigte-aufgaben.html
Hier siehst du, dass der große Teil der Beschäftigten in den unteren Bereichen der Verwaltung arbeitet. 607k teilen sich in 45,5k im Bund, 166,7k im Land und 394,8k im kommunalen Bereich auf. Bei 394,8k im kommunalen Bereich zeigt sich auch, wie weit daneben man liegt bei der Einordnung 60% der knapp 11k Bürgermeister zu recht ins Ehrenamt zu schieben. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Dagegen ~600k Beschäftigte irgendwo "versickern" zu lassen klingt leicht nach Verschwörungstheorie. Seis drum...

https://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_18042024_IIA3H11032110002003.htm
Hier hast du den aktuellen Funktionenplan des Bundes. Da bekommt man eine Idee, was alles unter '01 Politische Führung und zentrale Verwaltung' fällt (die Funktionen 011 bis 019).

Danke für die Links! Dass mein Beitrag bei dir als Verschwörungstheorie angekommen ist, war natürlich nicht meine Intention. Ich war nur etwas verwundert - wenn wir knapp 11k Bürgermeister*innen im Land haben, wo kommen dann die anderen immer noch fast 500-600k her? Das hast du mit deinen Quellen ausführlich belegt und beantwortet, deshalb noch mal danke!
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 21.Mai 2026, 11:08:56
Interessant auch die Parallelen, wenn damals Egon Bahr sie als "Gefahr für die Demokratie" gebrandmarkt hatte.

Sorry für den Doppelpost. Aber den Satz habe ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Was willst du damit sagen?


Ich finde, dass du so eine Aussage einordnen musst, wenn du versuchst Parallelen zu ziehen. Bahr war 1978 SPD-Bundesgeschäftsführer in akuter Konkurrenzsituation, der eine Abgrenzungspolitik gegen Konkurrenz links der SPD führte. Die Grünen gab es als Partei noch nicht mal, es ging um kommunale Listen, die der SPD Stimmen kosteten. Das war Wahlkampfrhetorik und kein analytisches Urteil. Es lag damals nichts vor: keine Verfassungsschutz-Einstufung, keine Gerichtsurteile, keine Verbindungen zu verfassungsfeindlichen Strukturen.

Bei der AfD heute liegt das anders: Die Landesverbände Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft, die Gesamtpartei als Verdachtsfall. Höcke darf gerichtlich bestätigt als Faschist bezeichnet werden. Das sind Befunde unabhängiger Institutionen nach jahrelanger Aktenarbeit und keine Polemik eines einzelnen Parteifunktionärs im Wahlkampf.

Die Äquivalenz, die du andeutest, ist ein Denkfehler. Nur weil über zwei Organisationen in der Vergangenheit X gesagt wurde, heißt das nicht, dass heute beide X sind. SPD wurde in den 1950ern von der CDU mit "Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau" diffamiert und Willy Brandt von CDU-Vertretern als "Vaterlandsverräter" bezeichnet. Die FDP war in der Naumann-Affäre 1953 tatsächlich rechtsradikal unterwandert. Die CDU wiederum stand in der Spiegel-Affäre 1962 unter dem Vorwurf, mit der nächtlichen Verhaftung von Journalisten die Pressefreiheit anzugreifen. Adenauers "Abgrund von Landesverrat"-Rede im Bundestag gilt als Tiefpunkt im Umgang mit der freien Presse. Die Linke wurde als SED-Nachfolgerin jahrelang als verfassungsfeindlich angesehen, einzelne Abgeordnete (zb Bodo Ramelow) wurden vom Verfassungsschutz beobachtet. Was vom Bundesverfassungsgericht 2013 für rechtswidrig erklärt wurde und damit zeigt, dass sogar solche Etiketten im Lauf der Zeit verschwinden können.

Wenn das Etikett "Gefahr für die Demokratie" als Gleichsetzungsargument taugen würde, wären SPD, FDP, Grüne, Union und AfD alle gleich. Sind sie offensichtlich nicht. Was Etiketten nicht können: Äquivalenz herstellen. Sie können allerdings eine Frage aufwerfen. Und zwar, ob der Vorwurf zutrifft und mit welchen Belegen. Und das ist bei der AfD heute nicht nur stark dokumentiert, sondern vor allem zeitlich und durch die Wahlergebnise politisch und gesellschaftlich relevanter als bei allen anderen Beispielen. Oder stolpert du als FDP Wähler heute noch bei der Wahl und überlegst, wie demokratiefeindlich die aktuelle FDP sein kann mit dieser Vergangenheit aus den 50er Jahren?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.Mai 2026, 11:19:58
Gibt es denn eine saubere Definition, was ein Beamter/Angestellter in der "politischen Führung" überhaupt ist? Dass Ministerien - gerne zum Ende der Regierungszeit - aufgebläht sind, darüber brauchen wir uns wohl nicht zu streiten. Da kann man imho durchaus den Rotstift ansetzen, zusammen mit einem Kahlschlag in Sachen Überregulierung würde man dann auch nichts einbüßen: weniger Vorschriften = weniger Beamte und Angestellte nötig.
Auch in der öffentlichen Verwaltung gibt es immer wieder mal Skandale um Nepotismus und Überbeschäftigung, das sind aber imho Ausnahmen, in Summe wird schon korrekt gearbeitet.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 21.Mai 2026, 11:25:36
Was willst du damit sagen?
Ich würde das damit sagen wollen: "Wenn zwei das Gleiche tun ist das noch lange nicht dasselbe!"

Bei der AfD ist die Doppelmoral halt besonders deutlich, da gibt es zB. für "Filz" ein Riesengeschrei, während das in der SPD seit Jahrzehnten Tradition hat und auch die Grünen sich in der Hinsicht nicht mit Ruhm bekleckert haben, siehe Graichen.

Zitat
Wenn das Etikett "Gefahr für die Demokratie" als Gleichsetzungsargument taugen würde, wären SPD, FDP, Grüne, Union und AfD alle gleich.
Wenn ich mir die höchst autoritären Aussagen und Gesetzesvorhaben der aktuellen Regierung ansehe, dann hege ich schon leichte Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Bestrebungen. Jetzt will man in Sachsen-Anhalt alle möglichen Mittel ergreifen, um der AfD das Regieren so schwer wie möglich zu machen. Ist es demokratisch, den Wählerwille so sehr zu missachten? Damit macht man sich bei den Wählern nur noch unbeliebter und zementiert den AfD-Vorsprung.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 21.Mai 2026, 22:56:09
Interessant auch die Parallelen, wenn damals Egon Bahr sie als "Gefahr für die Demokratie" gebrandmarkt hatte.

Sorry für den Doppelpost. Aber den Satz habe ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Was willst du damit sagen?


Ich finde, dass du so eine Aussage einordnen musst, wenn du versuchst Parallelen zu ziehen. Bahr war 1978 SPD-Bundesgeschäftsführer in akuter Konkurrenzsituation, der eine Abgrenzungspolitik gegen Konkurrenz links der SPD führte. Die Grünen gab es als Partei noch nicht mal, es ging um kommunale Listen, die der SPD Stimmen kosteten. Das war Wahlkampfrhetorik und kein analytisches Urteil. Es lag damals nichts vor: keine Verfassungsschutz-Einstufung, keine Gerichtsurteile, keine Verbindungen zu verfassungsfeindlichen Strukturen.

Bei der AfD heute liegt das anders: Die Landesverbände Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft, die Gesamtpartei als Verdachtsfall. Höcke darf gerichtlich bestätigt als Faschist bezeichnet werden. Das sind Befunde unabhängiger Institutionen nach jahrelanger Aktenarbeit und keine Polemik eines einzelnen Parteifunktionärs im Wahlkampf.

Die Äquivalenz, die du andeutest, ist ein Denkfehler. Nur weil über zwei Organisationen in der Vergangenheit X gesagt wurde, heißt das nicht, dass heute beide X sind. SPD wurde in den 1950ern von der CDU mit "Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau" diffamiert und Willy Brandt von CDU-Vertretern als "Vaterlandsverräter" bezeichnet. Die FDP war in der Naumann-Affäre 1953 tatsächlich rechtsradikal unterwandert. Die CDU wiederum stand in der Spiegel-Affäre 1962 unter dem Vorwurf, mit der nächtlichen Verhaftung von Journalisten die Pressefreiheit anzugreifen. Adenauers "Abgrund von Landesverrat"-Rede im Bundestag gilt als Tiefpunkt im Umgang mit der freien Presse. Die Linke wurde als SED-Nachfolgerin jahrelang als verfassungsfeindlich angesehen, einzelne Abgeordnete (zb Bodo Ramelow) wurden vom Verfassungsschutz beobachtet. Was vom Bundesverfassungsgericht 2013 für rechtswidrig erklärt wurde und damit zeigt, dass sogar solche Etiketten im Lauf der Zeit verschwinden können.

Wenn das Etikett "Gefahr für die Demokratie" als Gleichsetzungsargument taugen würde, wären SPD, FDP, Grüne, Union und AfD alle gleich. Sind sie offensichtlich nicht. Was Etiketten nicht können: Äquivalenz herstellen. Sie können allerdings eine Frage aufwerfen. Und zwar, ob der Vorwurf zutrifft und mit welchen Belegen. Und das ist bei der AfD heute nicht nur stark dokumentiert, sondern vor allem zeitlich und durch die Wahlergebnise politisch und gesellschaftlich relevanter als bei allen anderen Beispielen. Oder stolpert du als FDP Wähler heute noch bei der Wahl und überlegst, wie demokratiefeindlich die aktuelle FDP sein kann mit dieser Vergangenheit aus den 50er Jahren?


Es geht hierbei nicht um die politische Ausrichtung, das hätte ich wohl klarer machen sollen. Es geht um neue Parteien, die in das etablierte System "reinkommen". Seien es die Grünen, die Linkspartei, das BSW oder die afD. Jede neue Partei ist erstmal Konkurrenz und wird mehr oder weniger bekämpft. Übrigens auch die cdU hatte viele ehemalige Nazis in den Reihen, sogar in der spD gab es welche. Wobei du hier eine Sache ansprichst. Die afD ist ja nicht als rechtsextrem gestartet, sondern als eine konservative Partei, die eurokritisch war und viele Professoren und Wirtschaftswissenschaftler vertrat. Als die Rechten massiv reinkamen haben die die liberalen Kräfte recht schnell an den Rand gedrängt. Heute ist von der liberalen Partei nicht mehr viel übrig, nur in Sachen Wirtschaft hat man vieles einfach behalten, weil man es selbst nicht besser machen kann...
Der Verfassungsschutz ist übrigens weisungsgebunden und nicht komplett unabhängig. Das wird manchmal leider auch ausgenutzt. Und vieles was er rausgefunden hat, dürfte dem interessierten Beobachter schon ohne ihn aufgefallen sein. Bei Höcke nicht zu merken, dass er am liebsten alle Ausländer draußen haben will, das dürfte schon ziemlich schwer sein. Beim Interview mit Ben Berndt hat er sich da gewunden wie ein richtiger Politiker und konnte es trotzdem nicht verbergen.
Die Ausrichtung der afD und deren Entwicklung brauchst du mir tatsächlich nicht erklären, die hat jeder mitbekommen, der nicht vollkommen taub und blind durchs Leben läuft.
Übrigens früher war der Zeitgeist rechter und konservativer. Die haben die Linken für Meinungsfreiheit gekämpft. Nun stehen sie auf der Seite der Herrschenden und die Rechten kämpfen für Meinungsfreiheit. So ändern sich die Zeiten. "Alte" Linke haben dies übrigens nicht vergessen, z.B. Richard David Precht.



Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 22.Mai 2026, 02:24:45
Es geht hierbei nicht um die politische Ausrichtung, das hätte ich wohl klarer machen sollen. Es geht um neue Parteien, die in das etablierte System "reinkommen". Seien es die Grünen, die Linkspartei, das BSW oder die afD. Jede neue Partei ist erstmal Konkurrenz und wird mehr oder weniger bekämpft.
Die AfD wurde auch mal regulär als neue Partei bekämpft. Und dann wurde sie, wie du gleich im Text beschreibst, Stück für Stück immer extremer und etablierter. Und dann hat man sie irgendwann als rechtsextrem erkannt. Das hat aber Jahre gedauert und da waren sie schon in Parlamenten vertreten. Ich sehe den Vergleich immer noch nicht. In meinen Augen versuchst du einen rhetorischen Wahlkampf gegen eine neue Partei mit einem Abwehrmechanismus gegen Extremismus gleichzusetzen.

Übrigens auch die cdU hatte viele ehemalige Nazis in den Reihen, sogar in der spD gab es welche. Wobei du hier eine Sache ansprichst. Die afD ist ja nicht als rechtsextrem gestartet, sondern als eine konservative Partei, die eurokritisch war und viele Professoren und Wirtschaftswissenschaftler vertrat. Als die Rechten massiv reinkamen haben die die liberalen Kräfte recht schnell an den Rand gedrängt. Heute ist von der liberalen Partei nicht mehr viel übrig, nur in Sachen Wirtschaft hat man vieles einfach behalten, weil man es selbst nicht besser machen kann...
Aber die Genese ist doch völlig egal. Das hatte ich bereits gesagt. Es ist doch für die heutige CDU nicht relevant, dass die vor Jahrzehnten ehemalige Nazis in den Reihen hatte. Wichtig ist, dass sie sich davon distanziert hat und das sehr lange zurück liegt. Genau so ist doch für die heutige AfD irrelevant, dass das mal eine konservative Partei gewesen sein soll. Wichtig ist, dass sie heute Nazis in führenden Positionen hat, enge Kontakte zu rechtsextremen Organisationen führt und von unzähligen Personen und Organisationen wie dem Verfassungsschutz, Politikwissenschaftler wie Quent oder Hajo Funke, Antisemitismusbeauftragte, ehemalige Verfassungsrichter und so weiter als rechtsextrem eingeschätzt wird.

Das die AfD mal konservativ war ist übrigens auch so ein Narativ, dass die AfD gut dastehen lässt. Stimmt schon, dass eine der treibenden Kernidee wirtschaftsliberal war und von verschiedenen Wirtschaftsprofessoren und Publizisten wie Lucke, Henkel oder Starbatty in diesem Bereich getragen wurde, die damit einen liberalen Flügel bildeten. Aber Gründungsmitglied waren auch Gauland und der war nationalkonservativ mit Anschluss nach ganz rechts. Auch Höcke trat schon 2013 bei, später Kalbitz. Der völkisch-nationalistische Anteil war also schon im Gründungsjahr dabei.
Wir sind hier nicht in einem Wasserfarbenkasten. Wenn man liberal, nationalkonservativ und völkisch-nationalistisch mischt, kommt nicht 'konservativ' raus. Das hebt sich nicht gegenseitig auf. Es bleibt liberal, nationalkonservativ und voelkisch-nationalistisch. Man könnte auch sagen: braun. Wenn sich die Wirtschaftsprofessoren und Publizisten von damals durchgesetzt hätten, würde wir die Diskussion um Rechtsextremismus in der AfD nicht führen. Wenn du Gauland und Höcke aus dem Beginn der AfD rausnimmst und sagst, dass das nur gut gemeinter Wirtschaftsliberalismus mit konservativem Anstrich war, dann idealisierst du die Partei an der Stelle.

Der Verfassungsschutz ist übrigens weisungsgebunden und nicht komplett unabhängig. Das wird manchmal leider auch ausgenutzt. Und vieles was er rausgefunden hat, dürfte dem interessierten Beobachter schon ohne ihn aufgefallen sein. Bei Höcke nicht zu merken, dass er am liebsten alle Ausländer draußen haben will, das dürfte schon ziemlich schwer sein. Beim Interview mit Ben Berndt hat er sich da gewunden wie ein richtiger Politiker und konnte es trotzdem nicht verbergen.
Dann hat es also der Verfassungsschutz, der vielleicht in dem Moment weisungsgebunden war, rausgefunden, zig andere Organisationen und manche Zuhörer des Interviews. Was willst du mir mit diesem Abschnitt sagen? Am Ende sagst du ja doch, dass es eigentlich jeder raus bekommt, wenn er etwas Grips im Hirn hat.

Die Ausrichtung der afD und deren Entwicklung brauchst du mir tatsächlich nicht erklären, die hat jeder mitbekommen, der nicht vollkommen taub und blind durchs Leben läuft.
Die Entwicklung der AfD habe ich dir nicht erklärt. Das hast du gerade gemacht.  ;) Ich habe dir gesagt, warum es für die heutige Bewertung einen Unterschied macht, ob Bahr 1978 sagt, dass die Grünen demokratiefeindlich sind im Vergleich dazu, dass das heute zur AfD gesagt wird.

Übrigens früher war der Zeitgeist rechter und konservativer. Die haben die Linken für Meinungsfreiheit gekämpft. Nun stehen sie auf der Seite der Herrschenden und die Rechten kämpfen für Meinungsfreiheit. So ändern sich die Zeiten. "Alte" Linke haben dies übrigens nicht vergessen, z.B. Richard David Precht.
Kannst du den Punkt etwas weiter ausführen? Wo herrschen die Linken?

Was sagt denn Precht dazu?




Worum geht es dir eigentlich? Und entschuldige, dass ich hier nochmal Punkte aufgreife und wiederhole....

Zum einen schwächst du ab und zu den Fakt, dass die AfD rechtsextrem ist, in dem du die Quellen recht halbgar anzweifelst oder die Herkunft sehr nett interpretierst. ("Die afD ist ja nicht als rechtsextrem gestartet, sondern als eine konservative Partei", "Der Verfassungsschutz ist übrigens weisungsgebunden und nicht komplett unabhängig.") Zum anderen sagst du aber, dass es offensichtlich jedem Auffallen muss, der Höcke lange genug zuhört.
Dann relativierst du, dass es gar nicht so schlimm sei mit der AfD und die genau so bekämpft wird wie andere neue Parteien ("Jede neue Partei ist erstmal Konkurrenz und wird mehr oder weniger bekämpft.", "uch die cdU hatte viele ehemalige Nazis in den Reihen, sogar in der spD gab es welche.")
Und zu Guter letzt wirkt es so, als stellst du die AfD als historisch logisch hin ("Früher war der Zeitgeist rechter und konservativer.", "Nun stehen sie auf der Seite der Herrschenden und die Rechten kämpfen fuer Meinungsfreiheit. So ändern sich die Zeiten.") Von wegen: Pech gehabt, das habt ihr jetzt davon.

Deinem Text fehlt eine These. Du hast die AfD als Thema aufgemacht und ich lese eine Ansammlung von Relativierungen, die alle dasselbe Muster haben: Die Kritik an der AfD ist nicht so klar, fair oder eindeutig. Du positionierst dich nicht für die AfD, aber du positionierst dich gegen die Kritik an ihr. Gleichzeitig bringst du aber mit dem Satz zu Höcke klar zur Sprache, dass du nicht daran zweifelst, dass sie rechtstexrem ist. Verstehe ich das richtig?

Ich verstehe nicht worauf du hinaus willst. Warum reden wir über die AfD?
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Mai 2026, 08:57:29
Jetzt geht es aber ab, ein ehemaliger SPD-Ministerpräsident fordert, die Brandmauer einzureißen: https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/spd-und-afd-ex-ministerpraesident-albig-will-brandmauer-einreissen-50683251

Leider hinter der Bezahlschranke.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Mai 2026, 10:11:37
...völkisch-nationalistisch...
Ich werde wohl nie verstehen, warum das so furchtbar schlimm sein soll. Selbst am Bundestag steht in Versalien: DEM DEUTSCHEN VOLKE und um das klar zu stellen, zu diesem Volk gehört jeder, der die dt. Staatsbürgerschaft hat, auch ich als "Passdeutscher". Man sieht ja, was in Deutschland los ist, wenn man auch nur ansatzweise sowas wie "no borders" umsetzt. Und ohne Nationalstaat wird es auch keinen Sozialstaat mehr geben, will Links das wirklich?

Oder ist das von dir im Sinne der NSDAP-Ideologie "Blut und Boden" gemeint?

Ich werde auch nie verstehen, warum man nicht "islamophob" sein darf? Man darf doch auch "christophob" sein. Warum darf man das Christentum verabscheuen, aber nicht den Islam? Ich finde die allermeisten Religionen per se verabscheuenswert, weil sie mit der Angst der Menschen vor dem Tod eine simpel gestrickte Beherrschungsideologie ("Mache brav das, was wir von dir verlangen und du kommst in den Himmel") etablieren. Muss ich jetzt für den Islam eine Ausnahme machen, um nicht als Rassist zu gelten?

Als Liberalem ist es mir egal, an was oder an wen jemand glaubt, zur Religionsfreiheit gehört aber auch dazu, dass man von Religionen unbelästigt leben können darf, mich stört das frühmorgendliche Angelusläuten genauso wie das Gebrüll der Muezzins (zumindest theoretisch, weil es in meinem Dorf keine Moschee gibt).

Zitat
Das hebt sich nicht gegenseitig auf.
Gilt das auch für Links, wenn SPD, Grüne und Mauerschützennachfolger koalieren?

Zitat
Dann hat es also der Verfassungsschutz, der vielleicht in dem Moment weisungsgebunden war...
Der VS ist dem Innenministerium unterstellt, er ist also immer politisch weisungsgebunden, wie auch die Staatsanwaltschaften. Das ist durchaus ein Problem in unserer Demokratie, weil es ausgenutzt werden kann. Was, wenn die AfD an die Macht kommt und dieses Instrument auf die politischen Gegner anwendet?

Was der VS über die AfD herausgefunden hat, reicht offensichtlich nicht für ein Verbotsverfahren, sonst hätte man das mittlerweile durchgezogen. Neulich gab es ja erst den nächsten Rückschlag auf dem Weg zum Verbot: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-einstufung-entscheidung-100.html

Man muss nachweisen, dass die AfD als führende Regierungspartei verfassungswidrige Politik machen würde und das geht aus dem Wahlprogramm nicht hervor, irgendwelche AfD-Geheimpläne in diese Richtung konnten auch (noch) nicht gefunden werden. Es reicht offensichtlich nicht, abertausende, oft ekelhafte, Einzelaussagen von aktuellen und ehemaligen AfD-Politikern zu sammeln, für ein Verbotsverfahren muss mehr her. In der Hinsicht war die Correctiv-Erzählung über das Treffen in Potsdam imho auch kontraproduktiv.

Zitat
Ich habe dir gesagt, warum es für die heutige Bewertung einen Unterschied macht, ob Bahr 1978 sagt, dass die Grünen demokratiefeindlich sind im Vergleich dazu, dass das heute zur AfD gesagt wird.
Du hast im Grunde nur geschrieben, dass sich der Zeitgeist im Laufe der Jahrzehnte ändert. 1978 gab es auch noch den "Schwulenparagraphen" und irgendwann in den frühen 80ern wollte BK Kohl noch alle Türken aus dem Land rauswerfen. Heute würde so eine Aussage als rechtsextrem eingestuft.

Zitat
Wo herrschen die Linken?
In Deutschland? Überall. Die SPD ist - mit einer vierjährigen Unterbrechung - seit Jahrzehnten in der Bundesregierung vertreten, SPD, die Grünen und die Mauerschützenrechtsnachfolger herrschen in einigen Ländern, hinzu kommen unzählige linke Landräte, Regierungspräsidenten, Bürgermeister, höhere und niedere Beamte (die zB. die dt. Staatsbürgerschaft verschleudern oder illegalen Einwanderern, die schon lange weg sein müssten, eine "Duldung" ausstellen) etc.pp., die Medien (die "4. Macht" im Staate) sind weitgehend von Linken dominiert, die SPD ist gar größter Gesellschafter bei einem "Redaktionsnetzwerk", viele NGOs verfolgen eine linke Agenda, in Schulen und besonders Universitäten wird linkes Gedankengut in die Köpfe junger Menschen gepresst. Eins muss man den Linken lassen, der "Marsch durch die Institutionen" war ein riesiger Erfolg. Zwar nicht für Deutschland, aber für "den Sozialismus".

Zitat
Zum einen schwächst du ab und zu den Fakt, dass die AfD rechtsextrem ist...
Das ist eben KEIN Fakt, der VS - egal ob im Bund oder im Land - kann so einen Fakt nicht schaffen, das kann am Ende nur das BVerfG.

Zitat
...Höcke...
Auf den projiziert sich im Grunde alles. Was ist denn mit den linksextremen Gestalten oder linken "Israelkritikern", die im Bundestag oder in den Landtagen sitzen? Über die wird der Mantel des Schweigens gedeckt, die sind nicht wichtig. Genau das ist es, was ich als Doppelmoral kritisiere.

Höcke kokettiert offensichtlich mit den Nazis, seine Rede im Goebbels-Stil lässt da für mich keinerlei andere Interpretation zu und er dient damit auch dazu, Neonazis anzuziehen und an die AfD zu binden. Er und sein Flügel sind sicherlich auch sehr einflussreich in der Partei, weswegen man ihn nicht rauswirft (wenn man das denn überhaupt will). Und deswegen ist es auch gut und richtig, dass der Verfassungsschutz das weiter beobachtet und Beweise sammelt, die dann evtl. zu einem erfolgreichen Verbotsverfahren führen können, wenn man der Partei nachweisen kann, die FDGO tatsächlich beeinträchtigen oder gar abschaffen zu wollen.

Zitat
Und zu Guter letzt wirkt es so, als stellst du die AfD als historisch logisch hin...
Ob historisch oder nicht, durch den Linksruck der Union unter Merkel sind viele konservativ eingestellte Menschen politisch "heimatlos" geworden. Dieses Vakuum füllt die AfD logischerweise und immer mehr, je mehr linke Politik in Deutschland gemacht wird, gegen die sich die Union - der "Brandmauer" sei Dank - nicht mehr erwehren kann.

Und nein, ich hege keinerlei Sympathie für die AfD, als liberal eingestellter Mensch bin ich komplett inkompatibel mit deren politischer Idee. Das hindert mich aber nicht daran, die Lage mit klarem Kopf zu analysieren und die Fehler der etablierten Parteien zu kritisieren. Mit hasserfüllten Beschimpfungen Richtung AfD und deren Wähler erreicht man nichts, im Gegenteil, man stärkt noch die Wagenburgmentalität und treibt dieser Partei immer mehr Wähler zu, in dem man immer schriller und lauter gegen Kritik an der Politik der letzten 10 Jahre vorgeht.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 23.Mai 2026, 11:04:41
@ DragonFox :
Du sagst, dass der Kampf gegen die afD der Kampf gegen den Extremismus ist und nicht ein Abwehrmechanismus. Ich habe dir wiederum belegt, dass jede neue Newcomer-Partei von Anfang an bekämpft wurde, die Linke (PDS/Wasg) sogar mit dem Verfassungsschutz. Dieser Mechanismus spielte dort vor allem in der Anfangszeit eine Rolle. Denn in der Politik geht es vor allem erstmal um die eigenen Finanzen und die eigenen Sitze und das bei allen Parteien. Und dein besagter Abwehrmechanismus gegen Extremismus ist nur auf die afD bezogen. Wo ist denn dein Kampf gegen den antisemitischen Landesverband der Linken in Niedersachsen. Dort prüft übrigens auch der Verfassungsschutz. Aber bei denen hast du scheinbar kein Problem mit. Jan von Aken (Linke) war übrigens auch bei Ben und dort gab es keine Cancelaufrufe nachher. Sehe ich hier etwa Doppelmoral und Heuchlertum?


Du sagst die Genese ist irrelevant bei der cdU. Bei deiner rechten Unterwanderung der FDP unterschlägst du übrigens, dass diese Unterwanderung durch die Partei und die Briten gestoppt wurde. Du wolltest die FDP in die Nähe zum Rechtsextremismus rücken, aber hast dafür die Tatsachen verbogen. Nachdem die Briten das nämlich rausfanden und einige Mitglieder verhafteten bekam das auch die Partei selbst mit. In einer internen Untersuchungskommission wurde das aufgearbeitet. Kennst du Erik Ahrens? Ein richtiger Nazi und Rechtsextremist, der jetzt sich tarnt und bei der Amadeu Antonio-Stiftung mitwirkt. Autoritäre Links und Rechts sind nämlich in genau dem vereint : Autoritarismus. Ich meine Kahane hat ja auch für die Stasi gearbeitet 8 Jahre lang. Wo ist denn da die Aufarbeitung? Oder ist das etwas anderes?


Der Verfassungsschutz ist weisungsgebunden. In der Hinsicht wird es interessant, wenn die afD wirklich an die Macht kommt. Dann wendet sich ebenjener gegen die Linken und andere. Das hast du scheinbar nicht verstanden. Und seine Performance abseits von der afD ist nicht wirklich gut.


In Deutschland gibt es eine vorgeblich linke Deutungshoheit. Ich schreibe extra vorgeblich, denn mit Links haben diese "Progressiven" Autoritären wenig zu tun. Precht spricht von den hohen sozialen Folgekosten wenn man nicht-progressive Meinungen äußert. Dafür gibt es Umfragen und Studien, die das einfangen. Interessant dazu ist sein letztes Gespräch mit Thilo Jung. Aber Vorsicht Thilo Jung ist ein "linker". Precht sieht das als Alt-Linker aber anders...


Wo habe ich angezweifelt dass der Höcke-Flügel sehr weit rechts verortet ist? Der Rechtsextreme Kalbitz, den du ansprichst ist übrigens aus der afD geschmissen worden. Du schliesst von 3 Landesverbänden auf die ganze Partei. Nach deiner Logik müsste ich die ganze Linkspartei als antisemitisch ansehen. Das allerdings stimmt nicht. Ich differenziere hier, das solltest du umgekehrt auch machen.
Die afD ist eine logische Entwicklung, wenn man sich mal mit den einfachen Menschen unterhält und in keiner Blase sitzt. Sprich mal mit einfachen Menschen auf der Straße, die normal arbeiten gehen und ihr Leben leben möchten. Die afD ist Arbeiterpartei geworden und hat dort die spD abgelöst. Wenn du also die Arbeiter mittlerweile als rechtsextrem siehst dann weiß ich auch nicht wo du das her hast. Das erstarken von Rechtspopulisten übrigens ist ein europaweites Phänomen.

Zu deinem Abschluss. Ich sehe nicht die ganze afD als Rechtsextrem. Ich unterscheide da zwischen Rechtsextrem, Rechtspopulistisch und Konservativ. Du kommst stumpf mit dem Dampfhammer Rechtsextremismus und haust auf alles was dir nicht links genug ist (selbst die FDP). Das Thema afD hast du übrigens gestartet, indem du sie in eine Reihe mit dem IW Köln, dem Steuerzahlerbund und der afD gestellt hast. Daraufhin habe ich bezweifelt, dass die afD nicht wie alle anderen Parteien einfach nur an die Geldtöpfe will und sich auch im Staatsapparat versorgen will. Das ist sogar Kritik daran, dass die afD eine "neue" Kraft ist. Die afD scheint dein Lieblingsthema und vor allem dein Standardargument neben Rechtsextremismus zu sein. Ich sehe die Welt im Gegensatz zum Rechts- und Linksextremen nicht entweder Schwarz oder Weiß, sondern erkenne auch die Grautöne. Völlig neues Konzept. Und dass das Konzept der afD-Bekämpfung scheitert siehst du bei jeder Wahlumfrage.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 23.Mai 2026, 15:12:37
@ DragonFox :
Du sagst, dass der Kampf gegen die afD der Kampf gegen den Extremismus ist und nicht ein Abwehrmechanismus. Ich habe dir wiederum belegt, dass jede neue Newcomer-Partei von Anfang an bekämpft wurde, die Linke (PDS/Wasg) sogar mit dem Verfassungsschutz. Dieser Mechanismus spielte dort vor allem in der Anfangszeit eine Rolle. Denn in der Politik geht es vor allem erstmal um die eigenen Finanzen und die eigenen Sitze und das bei allen Parteien. Und dein besagter Abwehrmechanismus gegen Extremismus ist nur auf die afD bezogen. Wo ist denn dein Kampf gegen den antisemitischen Landesverband der Linken in Niedersachsen. Dort prüft übrigens auch der Verfassungsschutz. Aber bei denen hast du scheinbar kein Problem mit. Jan von Aken (Linke) war übrigens auch bei Ben und dort gab es keine Cancelaufrufe nachher. Sehe ich hier etwa Doppelmoral und Heuchlertum?

Ne, ich sage, dass es da einen Unterschied geben kann. So ein Abwehrmechanismus gibt es definitiv.  Habe ich auch nie widersprochen.

Wo siehst du den Kampf von mir? Ich bin nicht für die Linken.  Ich habe auch nie gejammert, als die CDU einen Unvereinbarkeitsbeschluss zur Linken gefasst hat. Ich habe hier schon öfters gesagt, dass ich die Linken in keiner Regierung brauche. Vor alllem nicht im Bund. Mir ist auch egal wer bei Ben ist. Ich mag das Format nicht. Dabei ist mir egal was für ein Extremist da sitzt.

Warum reden wir darüber? Du hast ein Zitat über die Grünen und die AFD angesprochen. Was ist dein Punkt? Das alles nur, damit du mit versuchen kannst zu unterstellen ich wäre blind gegen eine Seite des Extremismus? Weil das ist gerade das was übrig bleibt. Ich verstehe ja dein Misstrauen an der AFD, dass sie die Forderung nach einem schlanken Staat nicht umsetzen wird. Aber alles was du danach geschrieben hast kann ich nach wie vor nicht zuordnen.


Du sagst die Genese ist irrelevant bei der cdU. Bei deiner rechten Unterwanderung der FDP unterschlägst du übrigens, dass diese Unterwanderung durch die Partei und die Briten gestoppt wurde. Du wolltest die FDP in die Nähe zum Rechtsextremismus rücken, aber hast dafür die Tatsachen verbogen. Nachdem die Briten das nämlich rausfanden und einige Mitglieder verhafteten bekam das auch die Partei selbst mit. In einer internen Untersuchungskommission wurde das aufgearbeitet. Kennst du Erik Ahrens? Ein richtiger Nazi und Rechtsextremist, der jetzt sich tarnt und bei der Amadeu Antonio-Stiftung mitwirkt. Autoritäre Links und Rechts sind nämlich in genau dem vereint : Autoritarismus. Ich meine Kahane hat ja auch für die Stasi gearbeitet 8 Jahre lang. Wo ist denn da die Aufarbeitung? Oder ist das etwas anderes?

Ne, ich sage, dass die Genese nicht so interessant ist. Die CDU habe ich an der Stelle erwähnt, weil sie gerade das Beispiel war. Das gilt auch für die FDP. Wo bitte wollte ich die FDP in die Nähe von Rechtsextrmismus rücken?  :o Ich habe das als Beispiel verwendet, dass 70 Jahre nach so einem Vorfall eine Partei völlig davon gelöst sein kann und keine Rolle mehr spielt. Im Falle der FDP sehe ich das auf jeden Fall als gegeben an. Die FPD ist in meinen Augen nicht mal ansatzsweise oder auch nur ein Hauch in der Nähe irgend eines Extremismus.

Zu Links habe ich oben schon mein Senf geschrieben. Auch hier nur ein rhetroischer Trick? Ich werde Linksextremismus nicht verteidigen. Aber den hast du, als du von der AfD angefangen hast auch nicht zum Thema gemacht.

Der Verfassungsschutz ist weisungsgebunden. In der Hinsicht wird es interessant, wenn die afD wirklich an die Macht kommt. Dann wendet sich ebenjener gegen die Linken und andere. Das hast du scheinbar nicht verstanden. Und seine Performance abseits von der afD ist nicht wirklich gut.
Doch, dass verstehe ich. Aber darum ging es doch nicht. Sage doch einfach, dass du den Verfassungsschutz nicht als Quelle dafür anerkennst, dass eine Partei extremistisch ist. Das ist doch zu akzeptieren. Das muss dann zwar auch für dein Beispiel oben mit der Landesregierung gelten. Aber auch das ist nur Rhetorik und keine Verteidigung meiner Seite von Links.

Ich persönlich würde schon sagen, dass in einer Aufzählung von Organisationen und Experten der Verfassungsschutz ein gewisses Gewicht hat. Ich würde das Gewicht jetzt nicht super hoch ansetzen, weil der Verfassungsschutz, so wie du sagst, durchaus Problem hat und befangen sein kann. Wir können da aber auch gerne andere Meinung sein. Dafür habe ich ja auch andere Quellen genannt.


In Deutschland gibt es eine vorgeblich linke Deutungshoheit. Ich schreibe extra vorgeblich, denn mit Links haben diese "Progressiven" Autoritären wenig zu tun. Precht spricht von den hohen sozialen Folgekosten wenn man nicht-progressive Meinungen äußert. Dafür gibt es Umfragen und Studien, die das einfangen. Interessant dazu ist sein letztes Gespräch mit Thilo Jung. Aber Vorsicht Thilo Jung ist ein "linker". Precht sieht das als Alt-Linker aber anders...
Hm, okay. Danke für die Erläuterung. Also hat gar nicht Links die Deutungshoheit und wie du am Anfang geschrieben hast, den Kampf über die freie Meinungsäußerung gewonnen, sondern irgendwas "Progressives". Kannst du das bennene? Was ist das? Ich bin mit Precht und Jung wirklich nicht vertraut.

Wo habe ich angezweifelt dass der Höcke-Flügel sehr weit rechts verortet ist? Der Rechtsextreme Kalbitz, den du ansprichst ist übrigens aus der afD geschmissen worden. Du schliesst von 3 Landesverbänden auf die ganze Partei. Nach deiner Logik müsste ich die ganze Linkspartei als antisemitisch ansehen. Das allerdings stimmt nicht. Ich differenziere hier, das solltest du umgekehrt auch machen.
Wo habe ich geschrieben, dass du das anzweifelst? Du hast die AfD in ihren Anfängen als konservativ bezeichnet und ich habe dem widersprochen und gesagt, dass sie einen liberalen, einen nationalkonservativen und einen völkisch-nationalistischen Flügel hatte. Ich würde das einfach nicht als konservativ betrachten. Das war meine Kritik.

Links war auch hier nicht das Thema, aber ich schätze die 180 Grad Wende muss komplett vollzogen werden. Ich bin nicht der Forist, der immer fordert wenn jemand AfD gesagt wird, auch Links gesagt werden muss und andersrum. Du hast das Thema Afd mit "Zum Thema Afd..." geöffnet. Mich erschleicht so langsam der Eindruck, dass du viel lieber und gerne über Links geredet hättest.

Die afD ist eine logische Entwicklung, wenn man sich mal mit den einfachen Menschen unterhält und in keiner Blase sitzt. Sprich mal mit einfachen Menschen auf der Straße, die normal arbeiten gehen und ihr Leben leben möchten. Die afD ist Arbeiterpartei geworden und hat dort die spD abgelöst. Wenn du also die Arbeiter mittlerweile als rechtsextrem siehst dann weiß ich auch nicht wo du das her hast. Das erstarken von Rechtspopulisten übrigens ist ein europaweites Phänomen.
Ich sehe die Arbeiter nichts als rechtsextrem. Ich sehe auch nicht alle Wähler der AfD als Rechtsextremisten. Das habe ich hier über die Jahre schon geschrieben und das ist bis heute so.

Unter dem Auge betrachtet und so wie du es sagst ist alles eine logische Entwicklung.


Zu deinem Abschluss. Ich sehe nicht die ganze afD als Rechtsextrem. Ich unterscheide da zwischen Rechtsextrem, Rechtspopulistisch und Konservativ. Du kommst stumpf mit dem Dampfhammer Rechtsextremismus und haust auf alles was dir nicht links genug ist (selbst die FDP). Das Thema afD hast du übrigens gestartet, indem du sie in eine Reihe mit dem IW Köln, dem Steuerzahlerbund und der afD gestellt hast. Daraufhin habe ich bezweifelt, dass die afD nicht wie alle anderen Parteien einfach nur an die Geldtöpfe will und sich auch im Staatsapparat versorgen will. Das ist sogar Kritik daran, dass die afD eine "neue" Kraft ist. Die afD scheint dein Lieblingsthema und vor allem dein Standardargument neben Rechtsextremismus zu sein. Ich sehe die Welt im Gegensatz zum Rechts- und Linksextremen nicht entweder Schwarz oder Weiß, sondern erkenne auch die Grautöne. Völlig neues Konzept. Und dass das Konzept der afD-Bekämpfung scheitert siehst du bei jeder Wahlumfrage.

Ich habe mir schon gedacht, dass du mir diesen Themenstart unterschiebst. Hätten wir nicht über die IW Köln reden können? Ich habe nicht erkannt, dass genau das deine Kritik war. Ich habe die AfD als legitimes Beispiel aufgeführt, die politisch diese Meinung vertritt. Mehr nicht. Das war nicht links, nicht rechts. Das steht bei denen so im Programm. Das die FDP das gleiche fordert rückt die Parteien übrigens nicht zusammen. Im Prinzip habe ich gemacht, was du in diesem Post schreibst und was ich deiner Meinung nach nicht kann. Ich habe sie in einer politische Diskussion die nichts mit rechts oder links zu tun hatte als ganz normale Partei verwendet, die eine legitime Forderung vertritt. Damit wollte ich nicht ausdrücken, dass die Forderung schlecht ist, weil sie von der AfD unterstützt wird. Wenn ich das ausdrücken wollen würde, dann würde ich das auch explizit machen. Auch die Gegenseite der Forderung wird nicht besser oder schlechter, nur weil ich da die Linke aufgeführt habe.


Mein Punkt war, dass man keine dieser Forderungen empirisch vertreten kann. In diesem ganzen Thema stecke kein Links oder Rechts. Dann kam die AfD als Thema mit einem Zitat aus den 70ern über die Grünen als Parallele und seitdem weiß ich nicht mehr was Thema ist und was du mirsagen willst. Wobei dich, seit diesem Post weiß ich es. Du versuchst irgendwie darzustellen, dass ich Linke und linksextremismus weniger schlimm finde als AfD und rechtsextremismus. Das letzte Bollwerk der Argumentation? Sorry, dass langweilt mich. Das kannst du machen, wenn ich hier mal linksextremismus verharmlose oder irgendwelche linken demokratiefeindlichen Parolen poste. Also ziemlich sicher nie. Von daher würde ich es auch hier beenden. Meine Neugier, was du mit der Parallele meintest ist mitterweile erloschen  Ich habe keine Lust über dieses ewig gleiche Links Rechts Themen. Vielleicht magst du ja noch die Frage mit Precht beantworten. Ich verstehe den Unterschied nicht, den du meinst. Würde mich interessieren.
Das du es so siehst, dass ich nur über die AfD reden würde finde ich schade. Immerhin hatten wir hier schon sehr viele gute Diskussionen über alle möglichen Themen, die sich nicht um AfD drehten. Und ehrlich gesagt habe ich auch in fast jedem Post gefragt, warum wir eigentlich über die AfD reden. Ich hätte verzichten können.

Und zum Abschluss, weil das wirklich ein sehr schlimmes Missverständnis ist, wiederhole ich hier nochmal: Die FDP ist nicht rechtsextrem und ich möchte sie in keiner Weise in diese Richtung stellen.

Schönes Pfingstwochenende an Alle.


@Rossi: Ich versuche nächste Woche zu schreiben. Wobei dir die Antwort zu diesem "Und was ist mit Links"?, die ich auch aus deinem Post herauslese, vielleicht schon reichen. Ich weiß, dass hier ständig auf die Suche nach Doppelmoral und Heuchelei gegangen wird. Ich würde Doppelmoral gerne als Wort des Jahres 2026 im MTF nominieren. Aber ich hab so wenig Berühungspunkte zu Links. Ich wähle die nicht. Ich kenne nicht deren Gestalten. Ich verteidige keinen Linksextremismus, finde den toll oder gerechtfertigt. Wir mögen da unterschiedliche Gründe haben, aber auch ich brauche die nicht in der Regierung. Wenn du sagen würdest, dass Deutschland erschreckenderweiße die Ränder wählt und damit Links und AfD meint würde ich dir zustimmen, ohne die Linken auszuklammern. Ich sage allerdings auch nicht, dass linke Politik per se schlecht ist, weil links drauf steht. Das sage ich aber auch nicht über konservative/rechte Politik. Sogar bei der AfD gibt es Punkte im Programm, die ich so gerne realisiert sehen würde. So geht es mir auch bei links. Aber ich bin der Meinung und habe die Hoffnung, dass wir das auch ohne die hinbekommen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 23.Mai 2026, 16:30:07
Ich weiß, dass hier ständig auf die Suche nach Doppelmoral und Heuchelei gegangen wird. Ich würde Doppelmoral gerne als Wort des Jahres 2026 im MTF nominieren. Aber ich hab so wenig Berühungspunkte zu Links.
Du brauchst dir nicht jeden Schuh anzuziehen, der irgendwo rumsteht  ;) Mein posting war nicht explizit auf dich bezogen, falls das bei dir so angekommen sein sollte, dann sorry. Das war alles mehr auf die Gesamtdebatte bezogen, ich sehe dich hier auch nicht als Sprachrohr aller Linken in Deutschland.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 26.Mai 2026, 08:38:17
Die Medien sind ja auch wieder voll davon, dass wir Deutschen, die noch arbeiten gehen, zu faul sind und zu wenig arbeiten. Wie immer zu der Zeit geistert die Abschaffung des Pfingstmontages durch die Medien und man will auch die mögliche wöchentliche Arbeitszeit auf insgesamt 48 Stunden erhöhen. Anstatt die grassierende Arbeitslosigkeit - gerade auch unter Neubürgern aus Westasien oder Nordafrika - aktiv zu verringern, werden die, die noch arbeiten, zu Mehrarbeit verdonnert.

Und dann fallen die Damen und Herren Politiker aus allen Wolken, dass viele Arbeiter und Arbeitnehmer sie nicht mehr wählen wollen. Ich hab jeden Morgen nach dem Zeitung lesen einen steifen Nacken vom vielen Kopfschütteln ob der Dinge, die diese Politiker von sich geben, was man uns noch alles zumuten will und oder der Nachrichten, die man zu lesen bekommt. Zum Beispiel sowas hier: https://www.sueddeutsche.de/panorama/organisierte-kriminalitaet-weitere-schuesse-in-berlin-sondereinheit-ermittelt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260518-930-95677 Aber man will uns ja weismachen, sowas hätte es "schon immer" gegeben. Was, wenn es stimmen würde, auch ein Armutszeugnis wäre.

Die "Experten" der Rentenkommission wollen angeblich die Rente ab 70 (für ab 1990 Geborene) empfehlen: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/renteneinstieg-alter-ueberblick-100.html Noch wird dementiert, Ende Juni gibt es Ergebnisse. Vermutlich kommt dann die Rente ab 69,5 Jahren für ab 1991 Geborene O0 Wobei das alles nicht mehr zum Lachen ist, es ist eine Katastrophe, was diese Politiker und "Experten" veranstalten.

Wann zum Teufel wird gespart? Wann zum Teufel schmeißt man endlich die raus, die rechtlich nicht hier sein dürfen oder bei denen der Fluchtgrund entfallen ist? Das sind locker 1 Mio Menschen, und selbst wenn jeder von denen nur 1.000 EUR pro Monat bekäme, sind das pro Jahr 12 Mrd. EUR, die man einsparen könnte und da sind die Gesundheitsausgaben noch gar nicht drin. Ja, ich weiß, das ist voll inhuman und total rassistisch. Das macht man ja auch sowieso nicht, man macht lieber Turboeinbürgerungen, mit "Sprachtests", die nur auf dem Papier bescheinigt, aber nicht überprüft werden.

In dem Bereich geht es schlimmer zu als in einer Bananenrepublik, aber die Bürger, die will man mit immer ausgefeilteren Methoden bespitzeln und via Meldeportalen anschwärzen, weil man die ja allesamt als Gefahr für "unsere Demokratie" ansieht. Und wehe, wer Steuern oder die "Demokratiabgabe" nicht bezahlt, der landet unweigerlich im Gefängnis, während man Vergewaltiger und Schlägertypen oft auch nach der xten Vorstrafe nicht verknastet. Bei "seinem" Geld hat der Staat eben keinerlei Verständnis.

Wann hört man endlich auf, Geld in alle Welt zu verteilen, das dann - auch in EU-Staaten - zweckentfremdet wird? Wann stellt man endlich das "Schwarze Geldloch" Bundeswehr effizient auf? Die frz. Armee mit Kernwaffen, Atom-U-Booten und Flugzeugträger kostet weniger Geld.

Dieses Land hat meiner Meinung nach komplett den Verstand verloren, "sparen" bedeutet für unsere Politiker den in der freien Wirtschaft arbeitenden Menschen noch mehr Geld wegzunehmen, um es dann großzügig zu verteilen. Das rauschende Fest auf der Titanic geht weiter, nur nicht für die mit Arbeit, die müssen immer mehr Kohlen in die Kessel schippen, damit man den Eisberg auch nur ja mit voller Wucht rammt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 26.Mai 2026, 09:10:09
@DragonFox :
Mit ein paar Tagen zum Reflektieren nochmal eine Antwort.

Zitat von: DragonFox
Zu Links habe ich oben schon mein Senf geschrieben. Auch hier nur ein rhetroischer Trick? Ich werde Linksextremismus nicht verteidigen. Aber den hast du, als du von der AfD angefangen hast auch nicht zum Thema gemacht.
Exakt das meine ich ja. Ich habe eben nicht den Linksextremismus zum Thema gemacht, weil ich nicht Rechts- gegen Linksextremismus aufwiegen wollte. Was mich stört ist, dass die afD von dir in eine Reihe mit FDP, deutschen Steuerzahlerbund und IW Köln gestellt wurde, wo sie meiner Meinung nach gar nichts zu suchen hatte und dass dann im Anschluss das Thema wieder darauf entgleist ist. Ich wollte eher über das Thema Verwaltungsoverhead sprechen und auf einmal taucht das Thema wieder auf. Generell nervt mich, dass die afD in jeder Diskussion wieder reingebracht wird.


Zitat von: DragonFox
Doch, dass verstehe ich. Aber darum ging es doch nicht. Sage doch einfach, dass du den Verfassungsschutz nicht als Quelle dafür anerkennst, dass eine Partei extremistisch ist. Das ist doch zu akzeptieren. Das muss dann zwar auch für dein Beispiel oben mit der Landesregierung gelten. Aber auch das ist nur Rhetorik und keine Verteidigung meiner Seite von Links.Ich persönlich würde schon sagen, dass in einer Aufzählung von Organisationen und Experten der Verfassungsschutz ein gewisses Gewicht hat. Ich würde das Gewicht jetzt nicht super hoch ansetzen, weil der Verfassungsschutz, so wie du sagst, durchaus Problem hat und befangen sein kann. Wir können da aber auch gerne andere Meinung sein. Dafür habe ich ja auch andere Quellen genannt.
Ich erkenne ihn an, aber sehe auch, dass seine Arbeit in dem Falle recht schlampig war und man daher auch Vorsicht walten lassen sollte, wenn man seine gesamte Argumentation darauf aufbauen will. Ich habe diese Befangenheit nur weitergedacht, wenn dieser weisungsgebundene Verfassungsschutz im September in Sachsen-Anhalt in die Hände der afD gerät und bei 29% in den aktuellen Umfragen besteht auch die deutschlandweit Gefahr, dass sich genau diese Institution gegen alle wendet, die gegen die afD stehen.


Zitat von: DragonFox
Wo habe ich geschrieben, dass du das anzweifelst? Du hast die AfD in ihren Anfängen als konservativ bezeichnet und ich habe dem widersprochen und gesagt, dass sie einen liberalen, einen nationalkonservativen und einen völkisch-nationalistischen Flügel hatte. Ich würde das einfach nicht als konservativ betrachten. Das war meine Kritik.Links war auch hier nicht das Thema, aber ich schätze die 180 Grad Wende muss komplett vollzogen werden. Ich bin nicht der Forist, der immer fordert wenn jemand AfD gesagt wird, auch Links gesagt werden muss und andersrum. Du hast das Thema Afd mit "Zum Thema Afd..." geöffnet. Mich erschleicht so langsam der Eindruck, dass du viel lieber und gerne über Links geredet hättest.
Ich wollte nicht über Links oder Rechts reden. Mein Thema war eigentlich politische Führung und dass dann wieder das Thema Links gegen Rechts auftaucht hat mich geärgert. Ich habe ja sogar versucht mit Belegen die afD rauszubringen aus dem Thema indem ich geschrieben habe, dass sie nicht in die Aufzählung passt und sogar noch als historisches Beispiel die Grünen angeführt, die damals rausgehalten wurden und niedergeredet wurden von Egon Bahr und mittlerweile auch von dir auf der anderen Seite verortet wurden. Ich hatte damit eigentlich gerechnet, dieses Thema dann abgeschlossen zu haben.

[/font]
Abschließend kann ich dazu nur sagen, dass wir so extrem weit nicht auseinander liegen. Das sind Nuancen und das ist auch gut so, dass du deine Sichtweise hast und ich meine. Das ist Meinungsfreiheit und für mich als Liberalen auch wichtig. [/size]

https://youtu.be/7WJJk1TP-A0?t=6064 (https://youtu.be/7WJJk1TP-A0?t=6064)
Ich linke am besten das Video mit Timestamps um eine bessere Grundlage zu schaffen. Sind unter 10 Minuten, aber wie ich finde gut investierte Zeit. Aber Vorsicht, da diskutiert ein Alt-Linker mit einem Progressiv-Linken.
Thilo Jung bestreitet nichtmal, dass Nancy Faesars Demokratie-Fördergesetzt und Paragraph 188 (Politikerbeleidigung) die Meinungsfreiheit einschränken. Er versucht Meinungs- und Pressefreiheit zu trennen und findet eine Einschränkung der Pressefreiheit nicht schlimm... Dann noch die Meinung zu vertreten, dass die Meinungsfreiheit gestiegen ist, kann man nur als Progressiver denken... Auch so Aussagen, was daran schlimm seine soll, wenn die sozialen Kosten für Meinungsfreiheit steigen, da schließt sich der autoritäre Schulterschluss mit Rechts...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: DragonFox am 26.Mai 2026, 10:50:26
Zitat von: DragonFox
Zu Links habe ich oben schon mein Senf geschrieben. Auch hier nur ein rhetroischer Trick? Ich werde Linksextremismus nicht verteidigen. Aber den hast du, als du von der AfD angefangen hast auch nicht zum Thema gemacht.
Exakt das meine ich ja. Ich habe eben nicht den Linksextremismus zum Thema gemacht, weil ich nicht Rechts- gegen Linksextremismus aufwiegen wollte. Was mich stört ist, dass die afD von dir in eine Reihe mit FDP, deutschen Steuerzahlerbund und IW Köln gestellt wurde, wo sie meiner Meinung nach gar nichts zu suchen hatte und dass dann im Anschluss das Thema wieder darauf entgleist ist. Ich wollte eher über das Thema Verwaltungsoverhead sprechen und auf einmal taucht das Thema wieder auf. Generell nervt mich, dass die afD in jeder Diskussion wieder reingebracht wird.

Ich habe dazu schon das hier geschrieben:
"Ich habe die AfD als legitimes Beispiel aufgeführt, die politisch diese Meinung vertritt. Mehr nicht. Das war nicht links, nicht rechts. Das steht bei denen so im Programm. Das die FDP das gleiche fordert rückt die Parteien übrigens nicht zusammen. Im Prinzip habe ich gemacht, was du in diesem Post schreibst und was ich deiner Meinung nach nicht kann. Ich habe sie in einer politische Diskussion die nichts mit rechts oder links zu tun hatte als ganz normale Partei verwendet, die eine legitime Forderung vertritt. Damit wollte ich nicht ausdrücken, dass die Forderung schlecht ist, weil sie von der AfD unterstützt wird."

Welchen Satz ich nicht verstehe ist dieser hier: "Generell nervt mich, dass die afD in jeder Diskussion wieder reingebracht wird." zusammen mit dem hier: "Was mich stört ist, dass die afD von dir in eine Reihe mit FDP, deutschen Steuerzahlerbund und IW Köln gestellt wurde, wo sie meiner Meinung nach gar nichts zu suchen hatte". Weil, daraus entspinnen sich für mich Gedanken über die generellen Debatten (im Forum, aber auch der Gesellschaft).
Hier wird öfters die Skepsis gegenüber der Brandmauer ausgedrückt. Ich glaube, dass du die auch eher negativ siehst. Ein bisschen kommt es mir so vor, als würdest du in dieser Diskussion eine Art Brandmauer ziehen, in dem du eine Forderung der AfD delegitimisierst, nur, weil du ihr misstraust.
Warum hat eine Partei, die 30% des Wäherwillens ausdrückt nicht etwas neben anderen Organisationen und Parteien zu suchen? Hier wird doch auch oft davon gesprochen den Bürger in seinen Überlegungen nicht zu unterschätzen. 30% der Wähler wählen eine Partei, die die Forderung hat den Staat zu verschlanken. Dann ist das doch ein Fakt, denn man bennene kann, oder?
Die AfD hat nunmal Parallelen und Überschneidungen zu anderen Parteien. So lange diese Parallen und Überschneidungen legitime politische Forderungen lässt das die anderen Organisationen und Parteien unbefleckt.
Wir sind ein "Brandmauer brechen" von der CDU oder 10% Zuwachs entfernt und die AfD ist regierend. Ich denke man muss sich auch mit ihrem Programm auseinander setzen und sehen wo die stehen und was die eigentlich wollen. Dazu gehört nunmal auch so eine Aufzählung. Ein Misstrauisch gegenüber der AfD kann ich nachvollziehen. Aber wenn man das zu einem generellen Misstrauen überspitzt kann man sie in keiner Debatte als normales Beispiel vorkommen lassen und sie nüchtern diskutieren. Hier hat es zumindest nicht funktioniert.

Vielleicht hätte ich das so machen müssen: "FDP, Bund der Steuerzahler, IW Köln und AfD (aber muss man misstrauisch sein und vor allem ist das Gedankengut dahinter problematisch)." Aber würde ich sie dann nicht sofort wieder stigmatisieren, was du und andere hier auch öfters kritisieren? Die Sonderrole der AfD in Medien und dem Diskurs, dass sie doch 30% Wählerwillen abdecken und man sie ernst nehmen muss und man schließlich auch mit ihr Beschlüsse umsetzen könnte, um 'gute' Politik zu machen. Und bin ich, wenn ich es nicht mache, wie der Ben von Youtube und lasse die AfD hier einfach unkommentiert und nicht kritisch hintefragend stehen? Weil letztendlich ist das gerade interessanterweiße die gleiche Kritik in einem viel viel kleineren Rahmen. Die Esken kritisiert den Ben, weil da der Höcke unkommentiert reden darf. Du kritisierst mich, weil ich die AfD unkommentiert und ohne Kontext (oder überhaupt) aufzähle. Ist das nicht eine sehr ähnliche Kritik?  ??? Ich bin mir nicht sicher, ob du mit deiner Kritik recht hast und die AfD in so einer Aufzählung nicht genannt werden soll, oder ob sie einfach "dazu gehört".

Wie siehst du das?


Edit: Ich finde es übrigens sehr spannend, dass wir über einen großen Bogen zu einem Teil meines Eingangs zurück sind. Ich habe dein Zitat mit der Zahl aufgegriffen, weil ich wissen wollte, ob hinter deiner Skepsis mehr liegt als Misstrauen und ich der Sache mit dem Beschäftigten auf den Grund gehen wollte. Der Hintergrund war aber auch, weil ich der Meinung bin, dass man auf Misstrauen alleine keine guten Aussagen treffen kann und sollte. Und jetzt sind wir eigentlich wieder beim gleichen Thema, wo wieder Misstrauen das Sagen und das Sagbare zu bestimmen scheint. Falls du als einzigen Grund aufführst, dass die AfD in dieser Aufzählung nicht auftauchen sollte, weil du ihr in dieser Sache misstraust, wäre mein Urteil gleich und ich würde dir widersprechen. Dein Misstrauen teile ich aber trotzdem.


Zitat von: DragonFox
Wo habe ich geschrieben, dass du das anzweifelst? Du hast die AfD in ihren Anfängen als konservativ bezeichnet und ich habe dem widersprochen und gesagt, dass sie einen liberalen, einen nationalkonservativen und einen völkisch-nationalistischen Flügel hatte. Ich würde das einfach nicht als konservativ betrachten. Das war meine Kritik.Links war auch hier nicht das Thema, aber ich schätze die 180 Grad Wende muss komplett vollzogen werden. Ich bin nicht der Forist, der immer fordert wenn jemand AfD gesagt wird, auch Links gesagt werden muss und andersrum. Du hast das Thema Afd mit "Zum Thema Afd..." geöffnet. Mich erschleicht so langsam der Eindruck, dass du viel lieber und gerne über Links geredet hättest.
Ich wollte nicht über Links oder Rechts reden. Mein Thema war eigentlich politische Führung und dass dann wieder das Thema Links gegen Rechts auftaucht hat mich geärgert. Ich habe ja sogar versucht mit Belegen die afD rauszubringen aus dem Thema indem ich geschrieben habe, dass sie nicht in die Aufzählung passt und sogar noch als historisches Beispiel die Grünen angeführt, die damals rausgehalten wurden und niedergeredet wurden von Egon Bahr und mittlerweile auch von dir auf der anderen Seite verortet wurden. Ich hatte damit eigentlich gerechnet, dieses Thema dann abgeschlossen zu haben.

Ich habe mir die Stelle nochmal durchgelesen und ich habe es nicht verstanden. Ich habe ja mehrmals geschrieben, dass ich das mit den Grünen und der Parallele nicht verstehe. Ich verstehe sogar jetzt das Beispie mit Egon Bahr noch nicht und wie das hilft die AfD aus diesem Thema zu ziehen.  Sorry, vielleicht stehe ich da einfach auf den Schlauch.

https://youtu.be/7WJJk1TP-A0?t=6064 (https://youtu.be/7WJJk1TP-A0?t=6064)
Ich linke am besten das Video mit Timestamps um eine bessere Grundlage zu schaffen. Sind unter 10 Minuten, aber wie ich finde gut investierte Zeit. Aber Vorsicht, da diskutiert ein Alt-Linker mit einem Progressiv-Linken.
Thilo Jung bestreitet nichtmal, dass Nancy Faesars Demokratie-Fördergesetzt und Paragraph 188 (Politikerbeleidigung) die Meinungsfreiheit einschränken. Er versucht Meinungs- und Pressefreiheit zu trennen und findet eine Einschränkung der Pressefreiheit nicht schlimm... Dann noch die Meinung zu vertreten, dass die Meinungsfreiheit gestiegen ist, kann man nur als Progressiver denken...

Danke, ich sehe es mir demnächst an.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Mai 2026, 08:09:23
Auch die Union will nicht sparen, aus dem Newsletter der RP:
In einem Gastbeitrag fordert Dennis Radtke nicht nur, diese Muster zu überwinden, sondern macht konkrete Kompromissvorschläge. „Warum soll die Streichung eines Feiertages tabu sein? Ich würde als CDA-Vorsitzender in meiner Vereinigung dafür keinen Applaus bekommen, aber ich würde es erklären, wenn das Gesamtpaket stimmt und hilft.“ Er schlägt auch vor, die Reichensteuer um drei Prozent zu erhöhen und die Erbschaftsteuer zu verändern. „Das Elternhaus, der Handwerksbetrieb müssen in die nächste Generation übergeben werden können. Das betrifft aber nicht die Steuerfreiheit von Milliardenvermögen.“
https://rp-online.de/nrw/landespolitik/kein-kleinklein-mehr-cda-chef-radtke-fordert-grossen-wurf_aid-148880055

Leider ist der Artikel hinter der Paywall, vllt. hat er seine Sparpläne ja dort im "großen Wurf" enthüllt. Für Arbeitnehmer bedeutet sowas nur: mehr arbeiten, noch mehr abgeben.

Und natürlich dürfen die unzähligen Milliardäre auch nicht fehlen, die man schröpfen will, als würde man damit irgendwas erreichen, weil die "Milliardenvermögen" in den allermeisten Fällen und zum großen Umfang Anteile an den eigenen Unternehmen sind. Mich macht so ein populistischer Bauerntrick echt sauer, "Guck es dir an Arbeiter, du musst zwar mehr arbeiten und mehr abgeben, aber wir gehen auch den bösen Reichen ans Leder. Deal?" Am Ende schaffen es "die Reichen" aber dann doch, ihr Vermögen zu schützen, weil es im Gesetz dann - natürlich rein zufällig - diverse Schlupflöcher gibt.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 27.Mai 2026, 08:59:54
Wieso sparen, man erhöht einfach die Abgaben :
https://www.welt.de/politik/deutschland/article69fed57330e98e4ac324f36a/hohe-defizite-ministerin-warken-will-hoehere-einkommen-bei-pflegeversicherung-staerker-belasten.html (https://www.welt.de/politik/deutschland/article69fed57330e98e4ac324f36a/hohe-defizite-ministerin-warken-will-hoehere-einkommen-bei-pflegeversicherung-staerker-belasten.html)
Erst geht man an die "Reichen"
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a1677f3f1c0dd3f2e7d5f8d/pflegeversicherung-kinderlose-bestrafen-heftige-kritik-an-vorstoss-zu-hoeheren-beitraegen.html (https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a1677f3f1c0dd3f2e7d5f8d/pflegeversicherung-kinderlose-bestrafen-heftige-kritik-an-vorstoss-zu-hoeheren-beitraegen.html)
dann an die Kinderlosen
und gleichzeitig will sie die Leistungen und Zuschüsse kürzen...
Seit 2015 hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen von 3 auf 5,7 Millionen erhöht. 2001 waren 2,5% der Bevölkerung pflegebedürftig, nun mittlerweile 6,7%.
Warum ich 2015 gewählt habe?
Weil die Zahl seitdem explodiert ist :
https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Hintergruende-Auswirkungen/demografie-pflege.html (https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Hintergruende-Auswirkungen/demografie-pflege.html)
Männer sind übrigens seltener pflegebedürftig. Kann ich jetzt mich über die Ungleichbehandlung aufregen (kleiner Scherz am Rande)...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: kn0xv1lle am 27.Mai 2026, 12:35:54
Oh ja die armen normalen Arbeiter die Reichensteuern zahlen müssen, mit ihrem Verdients aufwärts der 277.826 Euro im Jahr.  Das würde wirklich den armen normalen Arbeiter treffen der kaum weiß wie er über die Runde kommt.  ::)
Von mir aus kann man gerne im Süden Deutschland Feiertage streichen. Streicht ruhig gleich die bis zu 4 Feiertage mehr in Bayern und bringt alle auf das gleiche Niveau von uns Niedersachsen mit 10. 

Aber ja am Ende des Tages wird man an die Milliardäre nicht rankommen. Die unzähligen Stiftungen gibt es ja nicht aus Gutmenschlichkeit. Die reichen wissen wie sie ihr Geld vor dem Staat in Sicherheit bringen können. Leider ist das nur Populismus. Man könnte ja mal Inventur in den Bankschließfächern der Nation machen und schauen was man da so für undokumentierte Geld und Gold Schätze findet.  ::)

Mir fällt da leider auch wenig ein. Wir werden in den nächsten Jahren durch die Überalterung der Gesellschaft jede Menge Probleme bekommen. Die Kosten bei Kranken-, Pflegeversicherung und auch die Rente sind oder werden zu riesigen Problemen. Und das alles hat sich schon seit Jahrzehnten abgezeichnet. Nur wollte da natürlich keiner rangehen, weil es politischer Selbstmord ist. Und jetzt fällt uns das auf die Füße. Da zeigt sich die wunderbare Schwäche unser Demokratie. Kein Politiker ist bereit wirklich Systemkritische Reformen anzugehen. Stattdessen ist es wichtiger Öl und Gasheizungen wieder zu erlauben, Steuergeschenke für Sprit zu verteilen, mehr Bürokratie aufzubauen etc..

Es ist schon traurig was für ein Bild die Regierungen der letzten Jahre abgeben. Mir fällt da wirklich wenig gutes ein was vorangebracht wurde. Am ehesten noch das man wieder in die Infrastruktur des Landes investiert.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 27.Mai 2026, 21:22:05
Die Rechtfertigungsmaschine läuft wie geölt: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/rente-rentensystem-renteneintrittsalter-rentenniveau-deutschland-100.html

"Und zum anderen die Tatsache, dass mehr und mehr Menschen in Rente gehen und zu wenig junge Leute als Beitragszahler nachrücken."

Ja, aber warum rücken denn zu wenig junge Leute als Beitragszahler nach? Könnte es sein, dass es im Bürgergeld (oder wie auch immer das im Moment heißt) immer noch zu bequem ist? Und komme keiner mit demographischen Wandel, wir haben in den letzten 10 Jahren eine massive Einwanderung junger Menschen nach Deutschland erlebt, die auch bleiben werden, jegliche Annahmen, diese Menschen würden wieder nach Hause gehen, sind reine Hirngespinste.

Und wo bleiben die "Opfer" der Leute, die nicht arbeiten und der Rentner und Pensionäte? Bluten müssen immer nur die Arbeiter und Arbeitnehmer, wir bekommen von drei Seiten einen übergebraten: länger arbeiten, mehr abgeben und weniger vom Staat bekommen. Total "gerecht" ::)
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Mai 2026, 08:13:26
Und weiter geht es, das Eigenheim soll zwar vererbbar bleiben, aber nur, wenn man nicht zum Pflegefall wird:
"CDU-Fraktionsvize Albert Stegemann hat gefordert, dass Pflegebedürftige ihr Eigenheim zur Deckung der Pflegekosten einsetzen müssen, bevor der Staat zahlt."
https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101272340/cdu-politiker-stegemann-eigenheim-soll-pflege-mitfinanzieren.html

Wozu zahlen wir noch gleich mehr und mehr und immer mehr in die Pflegeversicherung ein?

Da sollen Kinderlose jetzt noch mehr geschröpft werden:

"Versicherte ohne Kinder sollten den Angaben zufolge künftig ab einem Alter von 23 Jahren insgesamt einen Beitragssatz von 4,3 Prozent zahlen. Bei Versicherten mit Kindern bliebe es dagegen bei den bisherigen Sätzen von 3,6 Prozent (ein Kind), 3,35 Prozent (zwei Kinder) und 3,1 Prozent (drei Kinder), schreibt das RND. Der Pflegebeitrag wurde erst 2025 erhöht."
https://www.t-online.de/finanzen/ratgeber/versicherungen/id_101269234/warken-will-pflegebeitrag-erhoehen-weniger-netto-vom-brutto-fuer-kinderlose.html

Was ist denn mit den Menschen, die unfreiwillig kinderlos sind, weil sie unfruchtbar sind oder keinen Partner oder keine Partnerin gefunden haben? Die bekommen zu dieser emotionalen Belastung noch einen drauf.

Überall nur Schulden und Defizite, aber das Einzige, was unseren Politiker einfällt, ist die Arbeiter und Arbeitnehmer immer mehr zu schröpfen. Auf die Idee, die Ausgaben zu senken, kommen sie nicht, man könnte ja jemand auf die Füße treten. Das macht man dann lieber mit denen, die die Kohle ranschaffen, die können sich nicht wirklich wehren, wird ja alles automatisch von Lohn und Gehalt abgezogen.

Edit, auch sehr lustig:
"Eigentümer von Solaranlagen müssen sich in den nächsten Jahren auf höhere Strompreise einstellen: Ab 2029 soll für sie ein höherer Grundpreis bei ihrem Stromvertrag gelten. Damit sollen PV-Besitzer stärker an den Kosten für den Stromnetzausbau beteiligt werden."
https://www.t-online.de/finanzen/energie/id_101271630/pv-anlage-solarbesitzer-sollen-ab-2029-hoeheren-grundpreis-fuer-strom-zahlen.html

Erst verlockt man die Menschen dazu, PV zu installieren, wie toll das wäre, autark zu sein, jetzt sollen sie bezahlen. Hätte man ja auch vorher wissen können, dass jemand, der eine PV-Anlage auf dem Dach hat, im Frühjahr und Sommer den selber produzierten Strom zuerst verbraucht. Sowas zeigt, wie stümperhaft diese "Energiewende" geplant ist, es wird einfach mal was gemacht, an die Folgen wird nicht gedacht und wenn die dann ganz überraschend eintreten, heißt es "Bitte zahlen!" Deutschland hat mal ausgezeichnet, dass es für Bürger und Unternehmen Planungssicherheit gab, das ist seit Merkels Ausstieg vom Ausstieg vom Atomausstieg vorbei, seitdem gibt es immer mehr Hüh und Hott.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 28.Mai 2026, 08:44:03
Ja, es ist sehr chaotisch gerade und irgendwie nicht das, was ich mir unter Reformen vorstelle. Oder ist eine Reform für euch "weniger" Leistung, "mehr" Arbeiten und "mehr" bezahlen? Dafür brauche ich keine Politiker. Diese Rechnung hätte jeder von uns aufstellen können, wenn auch nicht im Detail.

Als Kinderloser bin ich von der neuesten Entwicklung selber betroffen. Damit kann ICH leben. Wie Signor Rossi aber schon schrieb. Was machen zum Beispiel die Kinderlosen, die mit ihrem Gehalt am unteren Ende gerade so über die Runden kommen. Schnell mal ein Kind zeugen ist da ja auch nicht die Lösung.

Sparen ist natürlich so eine Sache, bei der Rente aber schwierig. Höre hier ja immer "Entwicklungshilfe", "Grundsicherung" und "NGOs". Und ich bin auch der Meinung das hier jeweils ganz drastisch der Rotstift angesetzt gehört. Doch die Grundsicherung beläuft sich glaube ich auf 40 Mrd. im Jahr. Bei radikalem Vorgehen ließen sich vielleicht 10 Mrd. einsparen. Bei den anderen Posten sicherlich weniger. Doch die Rente liegt aktuell schon bei 400 Mrd. und wird über die kommenden Jahre auf 500 Mrd. und sogar noch darüber hinaus ansteigen. Ob es hier mit Sparen getan ist, dass wage ich zu bezweifeln. Dennoch wäre es ein Anfang.

Zurück zum Thema Reformen. Ich versuche es mal ordentlich durchzugehen.

Rente: Schwieriges Thema. Offenkundig gibt es hier nur wenige Hebel. Rentenkürzungen sind rechtlich wohl unmöglich und auch fragwürdig. Es bleiben also höhere Beiträge, längere Arbeitszeit (bezogen auf die Lebenszeit oder den Wegfall von Feiertagen) und geringere Bezüge (in der Zukunft; aktuell 48 %). Aber ist irgendetwas davon wirklich eine echte Reform. Es ist eine Mehrbelastung. Gut, bleibt sicherlich hier und da nicht aus.

Erneut schaut man nicht über den Tellerrand. Das Rentensystem der Niederlande soll sehr gut sein. 1.250 Euro oder so gibt es da fix - für jeden Staatsbürger (glaube ich). Darüber hinaus gibt es ein Modell über die Arbeitgeber. Das ist m.W.n. verpflichtend, kann aber unterschiedlich ausgestaltet werden. So kann ein Angestellter selber mehr machen und die Arbeitgeber stehen hier obendrein im Wettbewerb. Die durchschnittliche Rente fällt in Holland wohl sehr gut aus.

Wenn man nicht abkupfern will oder kann, warum nicht das eigene Hirn anstrengen. Die Rente mit 63 war von vorneherein ein Fehler. Die demografische Entwicklung war ja abzusehen. Einstampfen! Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Bis 70 arbeiten? Okay, aber wo ist das Zuckerbrot? Wie wäre es wenn ab dem Alter von 64 die Arbeitszeit abnimmt. Im Wechsel tragen immer Staat, Arbeitgeber und Angestellter die Last. Also mit 64 sind 4 Stunden weniger zu arbeiten, weiterhin volles Gehalt. Der Staat trägt die Kosten. Weitere 4 Stunden weniger mit 65. Pech für den Arbeitgeber. Mit 66 ist der Arbeitnehmer dran. Heißt: Für 4 Stunden weniger Gehalt. Muss man sich eh dran gewöhnen, bei unserem Rentenniveau. Und dann das Ganze nochmal bis 70.

KK- und Pflegebeiträge: ... für mich schwieriger, da bin ich weniger im Thema. Leistungen streichen oder kürzen, damit sollte man leben können. Aber auch hier stelle ich mir anderes als Reform vor. Zum Beispiel das Streichen von nicht lebensbedrohlichen Dingen, dafür aber die Ausgaben bei günstigen Untersuchungen etc. erhöhen, die wirklich Leben retten. Da kann ja trotzdem bei gespart werden. Oder für die Pflege neue Konzepte wie sich Familien unterstützen, Arbeitslose eingebunden werden, etc. Hier streichen, da mehr Kosten - ist irgendwie keine Reform.

Erbschaften und Steuern: Die Geschichte mit dem Konto bei Erbschaften finde ich ganz clever. Die ersten 100K steuerfrei, dann bis 200K 10 % oder so und so weiter. Bei Steuern bin ich zwiegespalten. Hier muss natürlich zwischen dem Spitzen- und Reichensteuersatz unterschieden werden. Aber generell sind wir hier europäisch glaube ich auch schon recht weit vorne. Und arbeit muss sich lohnen - auch für die Besserverdiener. Sonst können die Fachkräfte auch einfach 75 % arbeiten oder es fehlt generell der Ansporn etwas erreichen zu wollen. Ebenso sehe ich es bei einer höheren Kapitalertragssteuer, die ja auch im Gespräch ist. Du kannst den Leuten nicht sagen: A) Die Rente reicht nicht, ihr müsst selber sparen und B) Von dem Ersparten nehmen wir euch aber Betrag x wieder weg. Entweder muss die Rente reichen oder die private Vorsorge darf nicht weiter belastet werden. Generell bin ich gegen weitere Steuererhöhungen. Wir haben in Deutschland wirklich sehr viele Abgaben.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: m4 am 28.Mai 2026, 08:51:33
Für das ganze Geld, welches man an die Pflegeversicherung abdrückt und (vermutlich) zukünftig noch deutlich mehr abdrücken wird, könnte man sich auch privat Pflege versichern mit einem höheren Auszahlungsbetrag als in der gesetzlichen...

Und da nicht jeder Bürger pflegebedürftig wird, stellt sich einem schon die Frage: wie ist das möglich? Wo fließt das ganze Geld hin?

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Mai 2026, 08:56:39
Für mich gehört JEDE Ausgabe, die der Staat tätigt, jeder Euro, der ausgegeben wird, auf den Prüfstand: ist die Ausgabe notwendig, bringt sie Deutschland vorwärts, erreicht sie die richtigen Adressaten, ist Leistung XY wirklich notwendig? Es gibt in D über 500 verschiedene Sozialleistungen: https://www.ifo.de/pressemitteilung/2025-10-15/ueber-500-verschiedene-sozialleistungen-deutschland Es wurden 2024 über 1300 Milliarden EUR für den Sozialstaat ausgegeben: https://www.focus.de/finanzen/news/das-grosse-sozialbudget-dort-landen-die-1-345-000-000-000-euro_5eb57fb3-e462-479c-91b3-02b8f6988220.html

Darf man da von einem überbordenden Sozialstaat sprechen? Würde man alles pauschal und minimal um 1% kürzen, müsste niemand verhungern, niemand müsste nackt auf der Straße leben, man würde aber schon über 13 Milliarden EUR einsparen können. Aber nein, Opfer müssen immer nur die erbringen, die diese Wahnsinnssummen ranschaffen.
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: TNDO am 28.Mai 2026, 08:57:11
Das hatte ich gestern auch schon geschrieben bis auf die Tatsache mit dem Eigenheim. Aber was du jetzt in der Pflegeversicherung siehst ist nur der Anfang. Da der Staat so gerne ohne jede Verantwortung Schulden macht und vielen Leuten Geld in den Arsch schiebt, dann wird das Geld knapp. Die Folgen kommen jetzt. Habe ich schon gesagt bevor man die Schuldenbremse für Investitionen (das Geld ging aber größtenteils in konsumptive Ausgaben) abgeschafft hat. War damals vielen nicht klar, jetzt gibt es die Folgen.


Zum höheren Grundpreis für Solaranlagen-Besitzer. Habe ja auch eine und bin nicht überrascht. Was die Bundesnetzagentur vergisst : Die Bundesnetzagentur legt für den Ausbau der Stromnetze eine Eigenkapitalverzinsung von 7% fest. Große Betreiber schaffen über 20% Eigenkapitalrendite. Letztendlich will die Bundesnetzagentur nur die Gewinne der Netzbetreiber sichern. Es ist nur noch zum Kotzen.


@Knoxville :
Das mit den Reichen macht man über die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Aber das wird nicht reichen. Und dann passiert, was so oft passiert : Mehr Belastung für die arbeitende Bevölkerung aka als Facharbeiter. Schau mal auf Signori Rossi : Da nimmt man dem Facharbeiter nach 50 Jahren das Haus weg, wenn er zum Pflegefall wird.
Ich habe auch nichts gegen deinen Vorschlag bundeseinheitlich die Anzahl der Feiertage auf das niedersächsische Niveau zu bringen, würde dem sogar zustimmen.
Dass die Reichen mit ihren Stiftungen ihre Steuern optimieren ist zwar richtig, teilweise zahlen sie aber mehr für die Flexibilität, Deutschland ohne Wegzugsbesteuerung verlassen zu können. Und was die Einkommenssteuer angeht : 10% der Steuerzahler zahlen über 50% der Einkommenssteuer.


Zum Thema Schließfächer : Für die Versicherung müssen die Opfer des Sparkassenraubes in Gelsenkirchen ja angeben, was dort drin war und woher das Geld kam. Da werden einige Sachen nicht erstattet werden, weil nicht angegeben... Den Rest kannst du dir sicher denken...


Zum Thema Überalterung : Seit 2015 sind über 17 millionen Menschen nach Deutschland eingewandert abzüglich von Auswanderung bleiben etwa 5,5 millionen übrig. Dumm ist nur, dass die unsere Sozialsystem nicht entlastet sondern weiter belastet haben. Dafür gibt es viele Gründe, aber allein die Struktur der Bürgergeldempfänger sagt schon einiges aus. Die meisten Einwanderer sind übrigens im Erwerbsfähigen Alter. Wir haben also potentielle Arbeiter bekommen, die oft im Niedriglohnbereich oder gar nicht arbeiten. 

@Veni_Vidi_Vici :
Bürgergeld waren 2025 52 Mrd. Euro. 29,6 Mrd. wurden als Bürgergeld gezahlt, 13 Mrd. für Wohngeld und Heizungszuschüsse und 8 Mrd. für die Verwaltung. Wir haben pro Bürgergeldempfänger Verwaltungskosten in Höhe von 2046 € pro Jahr.


Und unser Verwaltungsapparat kostet über 400 Mrd. Euro pro Jahr nur an Gehaltskosten. Ich rede noch nichtmal von den Pensionen, die kommen noch dazu und ist dazu noch unser größter "Wachstumsmarkt". Spare 15% dort ein und auf einmal hast du 60 Mrd. Euro zur Verfügung. Das reicht um Bürgergeld und Lücke in der Rentenversicherung zu schließen.


Die Rente wird so nicht zu halten sein. Schlaue Politiker in anderen Ländern haben Geld in Staatsfonds angelegt und profitieren jetzt davon (z.B. Norwegen, aber auch Saudi-Arabien etc.). Der Fehler ist aber vor Jahrzehnten gemacht worden. In den Niederlanden gibt es die volle Rente übrigens nach 50 Jahren. Und sie steht auf 3 Säulen : Die staatliche Rente, die Arbeitgeberfinanzierte und die persönliche Altersvorsorge. Rechnet man diese Einkommen zusammen, dann gibt es eine sehr gute Rente in den Niederlanden. Generell können wir viel von den Niederlanden lernen und das sage ich nicht nur, weil ich an der Grenze wohne und so hautnah mitbekomme wie die Niederländer so vieles besser hinbekommen.


Zu den Krankenkassen : Es wird ja immer mehr was du selbst zahlen musst. Für mich ist die Krankenkasse ein riesiges Minusgeschäft in das ich zig tausende Euro mehr reingesteckt habe als ich rausbekommen habe. Ich meine 2 mal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung kriege ich mit jeweils 50 Euro erstattet und das wars. Habe mal überschlagen dass ich in meinem Arbeitsleben bis jetzt schon rund 120000 Euro in die Krankenversicherung eingezahlt habe und ich bis zur Rente locker auf eine viertel Millionen kommen werde. Aber 100 € für eine professionelle Zahnreinigung zweimal im Jahr wollen sie mir streichen...


Zum Thema Abgaben : Sinkt meine Abgabenlast auf sagen wir mal 30% (Steuern und Sozialabgaben) würde ich freiwillig 60 Stunden pro Woche arbeiten. So versuche ich Überstunden nach Möglichkeit zu vermeiden. Letzten Monat lag meine Abgabenlast bei etwa 50%. Da denke ich mir : Freizeit ist auch was schönes... Und so geht es halt vielen Arbeitern in Deutschland.


Zum Thema Erben : Lasst doch die Leute ihr Haus weitervererben. Ein Haus zum Wohnen in München ist schnell mal bei 500000 Euro und mehr. Aber wenn man sagt : Das ist das Haus von XY und der vererbt es seinem Sohn oder seiner Tochter, die darin dann wohnt. Besteuert das doch nicht. Bei Aktien oder Geldvermögen sowie vermieteten Immobilien kann ich das schon nachvollziehen, aber nicht wenn es selbstgenutztes Wohneigentum ist.
Ansonsten gilt : Familienstiftung gründen mit dem Kind als begünstigten und eine Immobilie von 400000 € rein. Da dies nur verwaltend ist, zahlt die Stiftung 15% Köperschaftssteuer auf die Mieteinnahmen und keine Gewerbesteuer. Nach 10 Jahre kannst du die Immobilie dann steuerfrei Veräußern und neu investieren. Holst du die Mieteinnahmen aus der Stiftung fällt nur Kapitalertragssteuer an. Klar fällt alle 30 Jahre eine Erbersatzsteuer an, aber auch das kannst du umgehen.

Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: veni_vidi_vici am 28.Mai 2026, 09:55:06
Zum Thema Abgaben : Sinkt meine Abgabenlast auf sagen wir mal 30% (Steuern und Sozialabgaben) würde ich freiwillig 60 Stunden pro Woche arbeiten. So versuche ich Überstunden nach Möglichkeit zu vermeiden. Letzten Monat lag meine Abgabenlast bei etwa 50%. Da denke ich mir : Freizeit ist auch was schönes... Und so geht es halt vielen Arbeitern in Deutschland.

Das ist ein wichtiger Punkt, den viele glaube ich nicht verstehen. Ich bin da aber am gleichen Punkt wie du. Aktuell würde zu 2027 meine Abgabenlast um 70 Euro pro Monat steigen - mindestens. Also wegen "kinderlos" und erhöhte Beiträge auf höherem Einkommen. ABER angewiesen bin ich auf mein gesamtes Einkommen derzeit nicht. Überlege dann auch zu reduzieren. Politiker sagen "ihr müsst mehr arbeiten". Sie machen aber Gesetze, die arbeiten weniger attraktiv machen. Kenne ebenfalls diverse Leute die so denken wie du und ich.

LG Veni_vidi_vici
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Mai 2026, 11:14:44
Politiker sagen "ihr müsst mehr arbeiten". Sie machen aber Gesetze, die arbeiten weniger attraktiv machen.
Ja, das bringt es schön auf den Punkt. Am allerwichtigsten ist meiner Meinung nach, die Wirtschaft wieder ans Laufen zu bringen, dann wird auch mehr gearbeitet und zwar von denen, die jetzt nicht arbeiten. Ob man dann überhaupt pro Tag, Feiertag, Woche, Monat, Leben länger arbeiten muss, wage ich zu bezweifeln.

Wir haben seit Q4 2021 kein nennenswertes Wirtschaftswachstum mehr, noch stagniert es auf relativ hohem Niveau, viele andere Kennzahlen, insbesondere die Investitionsquote (historischer Tiefpunkt seit 1990), deuten aber auf ein größeres Schrumpfen hin, die Zahl der Arbeitslosen ist schon auf ein neues 12-Jahres-Rekordhoch geklettert.

Und was tun die Politiker? Erhöhen die Steuern und die Sozialabgaben immer weiter, das betrifft ja auch den Arbeitgeberanteil. Will man so wirklich Investoren anlocken, die Arbeitsplätze schaffen? Aber Arbeitgeber sind ja der selbsternannte Feind dieser Bundesregierung. Oder hat Merz vehement wiedersprochen und seine Bundesministerin für Arbeit und Soziales abberufen?

Und jetzt hat die nochmal nachgelegt, sie muss die "Biodeutschen" schon sehr hassen:

„Einheitsbraun“: Äußerung von Bärbel Bas sorgt für Kritik
Aufregung um eine Äußerung von Bärbel Bas (SPD): Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales sprach am vergangenen Donnerstag auf dem Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ im Europäischen Haus Berlin. Dabei sagte die 58-Jährige folgende Sätze: „Wir wollen Farbe bekennen und wehren uns auch gegen dieses sogenannte Einheitsgrau, ich will es sogar braun nennen. Auch wenn sich manche vielleicht danach sehnen, ist es so nicht mehr. Und das ist auch gut so.“

https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/einheitsbraun-aeusserung-von-baerbel-bas-sorgt-fuer-kritik-50686244

Unfassbar. Das ist 4 Tage her, passiert ist nichts. Man stelle sich nur mal vor, ein Minister der Union würde in der Art über Einwanderer herziehen...
Titel: Re: Die Qualen mit den Wahlen - Der Politikthread
Beitrag von: Signor Rossi am 28.Mai 2026, 11:59:41
Und da nicht jeder Bürger pflegebedürftig wird, stellt sich einem schon die Frage: wie ist das möglich? Wo fließt das ganze Geld hin?

Ich habe mal chatGPT befragt, daher sind die Zahlen sicher etwas mit Vorsicht zu genießen:

Hier ist die Gegenüberstellung von Einnahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung, Anzahl der Pflegebedürftigen und der daraus resultierenden rechnerischen Einnahmen pro Pflegebedürftigem:
Jahr Einnahmen (Mrd. €) Pflegebedürftige (Mio.) Einnahmen pro Pflegebedürftigem (€ pro Jahr)
2021 47,6 4,15 ca. 11.470 €
2022 51,2 4,23 ca. 12.100 €
2023 54,0 4,30 ca. 12.560 €
2024* 57,0 4,37 ca. 13.040 €
2025* 60,0 4,44 ca. 13.510 €
2026* 63,0 4,52 ca. 13.940 €

* = Prognosen / Hochrechnungen

Was man daraus gut erkennt
Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt relativ stetig:
von etwa 4,15 Mio. auf 4,52 Mio.
also ungefähr +9 % in fünf Jahren.
Die Einnahmen steigen deutlich schneller:
von 47,6 Mrd. € auf 63 Mrd. €
also ungefähr +32 %.
Dadurch steigen auch die rechnerischen Einnahmen pro Pflegebedürftigem:
von rund 11.500 €
auf fast 14.000 € pro Jahr.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Pflege „üppig finanziert“ wäre. Ein großer Teil des Anstiegs wird aufgefressen durch:

höhere Löhne im Pflegebereich,
Inflation,
teurere stationäre Versorgung,
höhere medizinische Komplexität,
mehr Menschen mit hohen Pflegegraden.

Deshalb steigen trotz höherer Einnahmen oft auch:

Eigenanteile im Pflegeheim,
Finanzierungsdruck,
Beitragssätze.


Und die Verwaltung von all dem kostet ja auch Geld, das sind nicht die reinen Pflegekosten.

Ich habe noch nach Quellen gefragt, hier kann man sich das dann ansehen:

QUELLEN ZU PFLEGEVERSICHERUNG (DEUTSCHLAND)

1) Einnahmen der Pflegeversicherung (Gesamtsystem)
- Statistisches Bundesamt (Destatis) – Pflegeversicherung / Gesundheitsausgaben
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Pflege/_inhalt.html
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Pflege/_inhalt.html

- Bundesministerium für Gesundheit (BMG) – Pflegeversicherung Daten & Berichte
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege.html


2) Anzahl der Pflegebedürftigen
- Destatis Pressemitteilung: 5,7 Millionen Pflegebedürftige (2023)
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/12/PD24_478_224.html

- Destatis Pflegestatistik Übersicht
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Pflege/_inhalt.html


3) Berechnung „Einnahmen pro Pflegebedürftigem“
- Keine offizielle Kennzahl
- Wird selbst berechnet aus:
  Einnahmen Pflegeversicherung / Anzahl Pflegebedürftige

Formel:
Einnahmen pro Pflegebedürftigem = Gesamteinnahmen der Pflegeversicherung / Anzahl Pflegebedürftige